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Full text of "Die Haimonskinder in deutscher Übersetzung des XVI. Jahrhunderts"

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LITTERARISCHEN    VEREINS 


IN  STUTTGART. 


CCVI. 


T  n  R  T  K  a  R  w. 


PROTECTOR 
DES  LITTERARISCHEN  VEREINS  IN  STÜTTGAKT 
SEINE  MAJESTÄT  DER  KÖNIG. 


VERWALTUNG: 

Präsident: 
Dr.  U.  Fischer,  professor  an  der  Universität  Tübingen. 

Kassier: 
Kanzleirath  Roller,  universitäts-actuar  in  Tübingen. 


GESELLSCHAFTSAUSSCHUSÖ : 

Dr.  Baechtold,  profesRor  an  der  Universität  Zürich. 

Dr.  Barack,  oberbibliothekar  der  universitäts-  und  landeBbibliothek 
in  Straßbnrg. 

Professor  Dr.  Böhmer  in  Lichtenthai  bei  Baden. 

Dr.  Hertz,  professor  au  der  technischen  hochschule  München. 

Direktor  Dr.  v.  Heyd,  oberbibliothekar  in  Stuttgart. 

Dr.  Martin,  professor  an  der  Universität  Straßburg. 

Dr.  K.  v.  Maurer,  professor  an  der  Universität  München. 

Dr.  S  i  e  v  e  r  8 ,  professor  an  der  Universität  Leipzig. 

Dr.  Steinmeyer,  professor  an  der  Universität  Erlangen. 

Dr.  Strauch,  professor  an  der  Universität  Halle. 

Dr.  Tobler,  professor  an  der  Universität  Berlin. 

Geheimer  regier ungsrath  Dr.  Wattenbach,  professor  an  der  Univer- 
sität Berlin. 


DIE  HAIMONSKINDER 


IiN    DKUTSCHBK  ÜBERSETZUNG  DES  XVI  JAHRHUNDERTS 


HERAUSGEGEBEN 


VON 


ALBERT  BACHMANN 


GKOKUCKT  FÜR  DEN  LITTERARISCHEN  VEREIN  IN  STUTTGART 

TOBINGEN  1895. 


ALLE  RECHTE  VORBEHALTEN. 

159543 


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DBUOK  VON  H.  LAUPP  JB.  IN  TDBINOSN. 


INHALTSÜBERSICHT. 

Seite 

Einleitung       DC 

Text 

I  kapitel.    Wie  der  hertzog  Anion  dem  keyser  Early  sine  fier  sun 

gäbet,  das  er  sy  zuo  rytter  schlüeg,  und  wie  er  sy  mit  einer 
eignen  band  zuo  rytter  Bchluog 1 

II  kapitel.    Wie  der  keyser  Early  sin  sun  Lohar  inn  botBchafftz 

wyß  gen  Agremunt  scbickt  zuo  dem  bertzog  Befes,  und  wie 

er  ertOdt  ward   von  dem  bertzog  Befes   sampt  sinen  ryttem        4 

III  kapitel.    Wie  die  zecben  rytter  iren  bereu   gen  Paris  irem 

vatter  bracbtend,   und  wie  der   bertzog  Amon   ab  dem  baf 

scbied  mit  sinnen  fier  sünnen        11 

lY  kapitel.  Wie  der  keysser  Early  ein  grossen  zug  wyder  die 
dry  fiirsten  samlet,  und  von  dem  grossen  strytt,  so  vor  Troya  inn 
Scbampannia  bescbacb  zwüscbend  Early  und  den  dryenfürsten      14 

V  kapitel.    Wie  die  dry  bruodem   mit  Early   vereintt  wurdend, 

der  vergab  dem  bertzog  Beifes  sines  suos  Lohars  tod,  den  er 
ertödt  hat 18 

VI  kapitel.    Wie  der  bertzog  Beffea    von  Agremunt  scbantlicben 

ermiirtt  ward  von  etlicben  verrettem 21 

VII  kapitel.    Wie  Rengno'd  Bartbolome,  des  keysser  Earlys  vetter, 

mit  dem  scbacb  zuo  tod  pcbluog 25 

Vin  kapitel.    Wie  der  keyser  Early  die  fier  sün  Ammon  inn  irem 

scblos  Montfort  belegret  mit  sinem  züg 29 

IX  kapitel.    Wie  Rengnold  und  sine  bruoder  uß  dem  scblos  fiellend 

und  Early  vyl  volck  erscbluogend 34 

X  kapitel.    Wie  Muntfort  verratten  ward  und  verbräntt,  und  wie 

Rengnold  darvon  kam  mit  den  sinen 40 

XI  kapitel.    Wie  der  bertzog  Amon  sine  sün  fand  und  mit  innen 

streytt  und  sy  überwand  und  innen  all  ir  volck  ummbräcbt  .      48 

XII  kapitel.  Wie  Rengnold  und  sine  bruodem  so  lang  inn  dem 
wald  Ardannia  belibend,  das  sy  allerdingen  scbwartz,  ungstaltig 
und  gebarrecbt  wurdend  wie  die  tbierer,  und  wie  sy  zuo  ir 
muotter  ryttend 53 

Xlil  kapitel.    Wie  Rengnold   und  sine  bruodem   von   ir   muotter 


VI 

SHtr 

Bchiedönd,  und    wie  ay  und  ir  vetfcer   Magia   auo  dem  kuüig 

iim  Gaötgunnia  kämmend,  der  namm  sy  an  inn  sionen  dienat      61 

XIV  kapiieL  Wie  Rengnold  und  eine  bruoder  und  Mügis,  ir  vetter, 
Borgouü  den  heyd  uß  dem  küngkrich  Gastgunnia  vertribend 

mit  Binem  voick  .,..,,»..,.,*.,.,      63 

XV  kapitel.  Wie  da8  acbloß  Muntabant  gebuwen  ward,  und  wie 
der  kimig  Johana  Rengnolden    sin  sebwester  zuo  der  ee  gab 

mit  grosse«  eeren 68 

XVI  kapitel.  Wie  Karly  vernamm.  Rengnokl  und  sine  bruodern 
werend  inn  Gastgunnia,  darumm  er  dem  kunig  Jobaos  enbott, 
er  aöt  imm  sine  fjend  snhicken,  oder  er  wette  um  bekriegen, 
und  was  der  kiinig  Johana  den  botteu  zeantwurt  gab  ,  und 
wie  Ruolland  an  bärt'  kam ,  und  wie  inn  Karly  wider  die 
beyden  acbickt 74 

XVII  kapitel.  Wie  Ren^rnokl  und  Magia  gen  Pam  reytten  uff  den 
roßlouti*,  und  wie  Rengnold  durch  ein  buorig  und  darnach 
ouch  von  irem  wyrt  erkänt  ward,  und  wie  sy  darvon  kämmend       79 

XVin  kapitel.     Wie  Rengnold  den  pryß  gwann  uff  dem  roßlouff 

und  Karly  sin  kronn  hinweg  fuort 84 

XIX  kapitel.  Wie  der  keyser  inn  Gastgunnia  zog  mit  einem  grossen 
zug  und  Rengnolden  und  aine  brüeder  inn  dem  scbloa  Mun- 
tabant  belegret 87 

XX  kapitel.  Wie  Ruolland  mit  sinnen  gsellen  uff  die  weydnig 
reytt,  und  Rengnold  diewyl  uß  Munitibant  fiel  und  innen 
grossen  acbaden  tbett 93 

XX T  kapitel  Wie  Rengnold  und  «iue  bruodem  verratten  und 
verkouft  wurdend  durch  den  künig  Johaus  von  Gastgunnia 
und  sinen  forsten    *    .     .     .     , 98 

XXII  kapitel.  Wie  der  kunig  Jobans  Rengnolden  fiberredt i  das 
er  iich  begab  inn  die  ebny  Vacolers  zerytteu  uff  eßlen,  er 
und  sine  bruodem *     .     104 

XXIII  kapitel.  Wie  Rengnold  der  acht  grnffen  einer  ertadt,  do  er 
sine  fyend  gsacb  gegen  im  kommen 110 

XXrV  kapitel.  Wie  die  fier  aftn  Amon  von  den  Frantzossen  an- 
gryffen  wurdend,  und  wie  Rengnold  Felcker  von  MoriUon  er- 
todt,  und  wie  Riebart  uff  den  tod  verwundt  ward     ....     115 

XXV  kapitel,  W^ie  Richart  uff  den  tod  verwundt  ward,  und  wie 
er  sich  an  dem  räch,  der  inn  verwundt  hat,  und  wie  »ine 
bruodem  groß  nott  erlyttend 120 

XXVI  kapitel.  Wie  sich  die  fier  gebruodem  inn  dem  velasen 
uffentbieltend,  untz  innen  hilff  kämm       124 

XXVri  kapiteL  Wie  Magi«  demnach,  ala  im  Godard  die  verrettery 
Ortzeit  hat,  so  der  kunig  Johans  an  sinnen  vettern  begangen 
hat»  brächt  er  innen  sein  liehe  hilf,    daz  er  sy  darvon  bracht     128 


i 


VII 

Seite 

XXVm  kapiteL    Wie  Rengnold  Gergis  überredt,  das  er  wyder 

über  das  wasser  schwampt  und  mit  im  streyt       .....     133 

XXIX  kapitel.  Wie  Raolland  uod  Gerges  an  ein  andren  käm- 
mend, also  das  im  Gergis  sin  geschlächt  ertzalt,  und  ein  an- 
dren wottend  geschlagen  haben  vor  Early 137 

XXX  kapitel.  Wie  Magis  sine  vettern  wider  gsund  macht,  und 
wie  Ruolland  und  Ollyfier  den  kunig  Johans  fiengend  inn 
einem  kloster 140 

XXXI  kapitel.  Wie  Rengnold  und  sine  bruodern  sampt  irem 
vetter  Magis  wider  gen  Muntubant  kommend  und  darnach  den 
kunig  Johans  erloGt  und  Ruollanden  und  Ollyfieren  überwand    145 

XXXn  kapitel.  Wie  Ruolland  und  Gergis  inn  unneinigkejt  käm- 
mend, uod  wie  Richart  gfangen  ward 157 

XXXUI  kapitel.    Wie   Magis   iun  pilgrys  wjß   inn   Karlys   zält 

kämm  luogen,  ob  Richart  nach  läpte  oder  nüt 160 

XXXIV  kapitel.  Wie  Karly  sine  forsten  einen  nach  dem  andren 
batt,  daz  sy  Richarden  hancktind,  und  wieli  keiner  thuon  wott 
dann  Rippus  von  Rippamunt,  und  wie  inn  Rengnold  erloBt 

und  Rippus  an  sin  statt  hanckt  sampt  etlichen  siner  hälffem    165 

XXXV  kapitel.  Wie  sich  Richart  sinen  f runden  ertzeigt,  daz  sy  gese- 
cbend,  daz  er  nach  läpte,  und  wie  einn  hertter  stritt  beschach, 
und  wie  Magis  gfangen  ward  von  OUyfier 175 

XXXVI  kapitel.  Wie  Karly  sin  kronn  uff  gab,  und  wie  Magis  enttrann 
und  Karlys  kronn,  sinn  seh  wert  und  och  der  zwölf  fürsten 
Bchwcrtter  mit  im  genn  Muntabant  truog 183 

XXXVII  kapitel.  Wie  Karly  sin  botachafft  gen  Muntabant  schickt  zuo 
Rengnold  im  sagen,  daz  er  im  sinn  kronnen  wider  schickte, 
und  wie  Rengnold  gfangen  ward,  als  erden  botteu  daz  gleyt  gab     VjO 

XXXVIII  kapitel.  Wie  Kengnold  mit  Ruollanden  streit  und  inn 
überwand  und  gen  Muntabant  gfangen  fuort 197 

XXXIX  kapitel.  Wie  Magis  Karly  utf  Bayard  gen  Muntabant  fuort 
und  inn  Rengnolden  übergab  und  darnach  hinweg  schied,  da- 
rumm  daz  er  Rengnolden  nüt  vor  dem  fryden  sin  wot,  und 
wie  Rengnold  Karly  und  sine  fürsten  wider  ledig  hinweg 
rytten  ließ 203 

XL  kapitel.  Wie  der  keyser  Karly  Muntabant  stürmmen  lieL>,  und 
wie  er  den  sturmm  verlor,  und  wie  er  so  lang  darvor  lag,  das 
der  mererteyl  volcks  darinn  hunger  starb 211 

XLI  kapiteL  Wie  Rengnold  inn  sines  vatters  zält  nachtz  reyt  umm 
spis,  der  gab  im,  und  wie  er  innen  spis  inn  daz  schieb  schoß, 
darumm  im  Karly  urlob  gab 219 

XLn  kapitel.  Wie  Rengnold  und  sin  volck  üb  dem  schloß  käm- 
mend und  gen  Dordonna  fuorend,  und  wie  daz  Karly  vemamm, 


S«{to 
und  wie  er  Muntabant   um  namm   und  daraach   gegen  Dor* 
donna  zog * ,    .    2< 

XLIII  kapitel  Wie  Eengnold  und  äine  braodem  mit  Karlj  nirji- 
tendi  und  wie  der  hertKog  Hiebart  von  Normandia  gfangem 
ward,  und  wie  Karly  Dordonna  belehret  .»,♦,...    21 

XLIV  kapiteL  Wie  Magis  zwenn  koutfman  fand,  die  siben  dieben 
beronpt  hatten d  ;  deren  todt  Magis  fünfiT  und  gab  den  kouff- 
lütten  das  ir  wyder  und  kämm  gen  Dordoftna  kuo  sinnen  vettern     2B4 

XLY  kapitel.  Wie  Karly  ein  botschaft  »uo  Bengnolden  schickt 
im  sagen»  daz  er  im  den  bertxog  Richart  wjder  ledig  ließ 
und  im  Magia  uberantwurtto,  so  wett  er  fryd  mit  im  machen, 
önd  wie  Kengnold  den  liertzog  Richart  wott  erhaucken  lÄsaen, 
und  wie  er  im  zwen  dienner  ertödt      ...,,,...     239 

XL  VI  kapiteL  Wie  der  fryden  gm  acht  ward  zwtiBcheud  Karly 
und  den  sfin  Ammon.  und  wie  Rengnold  Ober  mar  fuor,  und 
wie  Karly  Rengnolden  brüeder  entpfieug  und  darnach  utt*  brach 
und  geo  fLöttichj  kani,  uucl  wie  er  Bayarden  utf  der  brug 
da  «elb»  inn  die  Muü&el  Heb  wertfen,  ein  groaaen  mnllyateinn 
am  hal8,  und  wie  er  enttrann  und  nütertranck  uodRengnol- 
den  brüedern  wyder  ward 346 

XL  Vir  kapitel.  Wie  Rengnold  Magis  zuo  Constaonoppel  fand,  und 
wie  ny  mit  einandren  gen  Jberusalem  giengend  und  die  atat 
beia^fret  fundcnd  von  Krysten,  uiid  wie  ay  wider  gwunnen 
und    der   kiinig  erlöBt    wurdend   vou  Rengnolden  und  Magi»     2^ 

XLVUl  kapiteL  Wie  Rengnold  undMagia van  Jberusalem  schiedend 
und  inn  das  kfmgkrich  Pulli a  kämmend ,  da  vertribeud  sy 
den  amirol  Darbas,  und  wie  ay  demnach  wyder  inn  Franck- 
rieh  kämmend,  und  wie  Rengnold  ftine  «wen  aün  Karly  schickt, 
daa  er  »y  zuo  rytter  uchluogt  und  wie  sy  mit  Felcker»  von 
MorillouB  »iin  atrittend  und  äy  uberwundend ,     260 

Anmerkungen , ,     .     .     263 

Namen-  und  wörterverzeichnia     ,     .    . 278 


IX 


EINLEITUNG. 

Der  in  yorliegendem  band  abgedruckte  deutsche  prosa- 
roman  von  den  Haimonskindern  bildet  den  zweiten  teil  der 
Aarauer  hs.  Bibl.  Zurl.  41 ,  deren  erster  teil  unter  dem  titel 
*Morgant  der  riese'  als  189.  publikation  des  Litterarischen  Ver- 
eins erschienen  ist.  Dort  findet  sich  s.  XIII  f.  die  beschreibung 
der  hs. ;  dort  ist  auch  bereits  erwähnt,  dafi  unser  text  von 
dem  gleichen  unbekannten  Verfasser  wie  der  Morgant  aus  dem 
französischen  übersetzt  sei. 

Unsre  erste  aufgäbe  wird  also  sein,  die  vorläge  des  Über- 
setzers nachzuweisen.  Zu  diesem  zwecke  habe  ich  zunächst 
unter  den  ältesten  ausgaben  des  franzosischen  Volksbuches  von 
den  'Quatre  filz  Aymon'  umschau  gehalten.  Folgende  drucke 
sind  mir,  teils  direkt,  teils  indirekt,  zugänglich  gewesen  : 

1.  (Fa)  o.  o.  u.  j.;  laut  Brunet,  Manuel  du  libraire  IV  999 
der  älteste  druck,  gegen  1480  in  Lyon  entstanden  (Paris, 
Bibl.  Nat.  Reserve  Y«  364). 

2.  (Fb)  Lyon  1495,  bei  Jehan  de  Viugle  (Dresden,  königliche 
bibliothek).  Eine  zweite,  gleichlautende  ausgäbe  des  sel- 
ben druckers  vom  j.  1497  liegt  ebenfalls  in  Dresden, 
außerdem  in  Paris  auf  der  Bibl.  Nat.  (Res.  Y^  366). 

3.  (Fe)  Paris  1506,  bei  Thoraas  Duguernier  (Paris,  Maza- 
rine  Res.  348  B). 

4.  (Fd)  Paris  1521,  bei  der  witwe  des  Michel  le  noir  (Dres- 
len,  königliche  bibliothek). 

5.  (Fe)  Paris  o.  j. ,  bei  Jehan  Bonfons  (Paris,  Arsenal 
13077  BL). 

Durch  die  gute  der  Verwaltung  der  königl.  bibliothek  in 
Dresden  ist  es  mir  möglich  gemacht  worden ,  2  und  4  selbst 

II  aimontkinder.  a 


X 


einzusehn  und  mit  dem  deutschen  texte  genau  zu  vergleichen. 
Die  in  Paris  liegenden  drucke  dagegen  waren  aus  bekannten 
gründen  nicht  erhältlich  ;  um  so  ilank barer  cnnpfand  ich  es, 
dal3  ein  dort  studierender  land^uiann  ,  herr  dr  J.  Jeanjaquet 
aus  Neuenburj^f,  die  Freundlichkeit  hatte,  mir  trotz  sehr  be- 
schränkter mulezeit  ein  paar  stücke  aus  ihnen  abzuschreiben, 
die  hinreichten,  um  ihr  verbal luia  zur  deutschen  Übersetzung 
mit  einiger  Sicherheit  zu  beurteilen.  ■ 

Das  ergebnis  der  angestellten  vergleichungen  war,  da&  D 
—  so  nenne  ich  fortan  die  Übersetzung  —  zweifellos  aus  dem 
franzosischen  volksbuche  geschöpft  ist,  daß  aber  keine  der  ge- 
nannten ausgabeu  die  direkte  vorläge  (V)  gewesen  sein  kann. 
F  a  und  b  fielen  gleich  anfangs  schon  deswegen  auüer  betracht, 
weil  sie  als  korperliinge  Kengnolds  'XVI  piedz*  angeben  ge- 
genüber den  acht  schuoch*  in  D  (1,  24;  114,  38)  ^  hujt 
piedz  cde.  Über  b  speziell  s.  noch  u.  Auch  e  mu&te  aus- 
geschlossen werden;  vergl.  z,  b.  D  1,  24  acht  schnoch  oder 
raer  =  cd  (huyt  piedz  saulve  le  plus),  huyt  piedz  e.  1,  26 
under  den  fürsten  =  ab  cd,  fehlt  e.  Ir  herren,  mine  brüe- 
der  und    früud   =   abcd,    nies    aniis  e.  3,  18   mit  rainem 

Schwert  =   ab  cd,    fehlt  e.  3,  26   frunitukejt  —   ah  cd,  ^ 

fehlt  e»         3,  30  insel   Bri^ico^  l'isle  de  Colcos  e,  3,  34 

sin  Schwert   =  abcd,    lespee  e.  3»  36  er,  manheyt,  tu- 

gend  und  prilä   =   ab  cd,    honte  et  pris  e.  4,  1  erlichen 

und  köstlich  =^  abcd,  honorabJement  e.  4,  8  by  guotten 
trüwen  ^  ab  cd,  fehlt  e  usw.  AI«  weit  weniger  zahlreich, 
aber  nichtsdestoweniger  enUcbeidend  erwiesen  sich  die  abwei- 
chungeu  von  c;  vergl  1)  1,  15  was,  *  gsin  =  d  (fnrent),  niou- 
rut  c.  3,  1  gentzlichen  zerstört  ==  d  e  (tout  gaste),  gaste  c, 
3,  30  Brisco  =  d  (lirisean),  Brescan  abc,  31,  12  mit  allem 
minem  v.   =   d ,    de  mon  pouvoir  c.  13    ^m\    bertzog   R. 

=  d,  le  dit  R.  c.         82,  11  zuo  Muntfalckon  =  d  e,  fehlt  abc,  M 
188,  32  und  nam  sin  schwert  =   d  (et  print   son   espee),    et  ^ 
mist  la  niaiu  a  son  espee  et  sen  vint  a  maugia  tout  ire  c  usw. 
Ähnlich  verhält  es  sich  mit  d;  vergl.  D  3Ü,  3  inn  einem  vast 
starcken    schloß  =   c,    en    uug    fort   chastel  d.  30,  16 

reyt  er  von  P.   =   c,   fehlt  d.  30,  17    was   sin    =   c,   est 

»ienne  d.         31,  10  Richart  sprach  =  bc,  fehlt  d.         82,31 


•1 


XI 

y  my  =  abc,  a  my  de.         189,  1  mit  friden  =  c,  fehlt  d. 
189,  16  und  nam^  als  daru£  =  bc,  fehlt  d.  189,  20  ge- 

stert  «  Cy  fehlt  d  usw. 

Soweit  das  yorliegende  dürftige  material  ein  arteil  ge- 
stattet, mafi  V  zwischen  c  und  d  gestellt  werden,  und  zwar  näher 
zu  d  als  zu  c.  Damit  stimmt  das  ergebnis,  zu  dem  ich  auf 
grund  einer  durchgebenden  sorgfaltigen  vergleichung  yon  D 
mit  d,  unter  steter  beröcksichtigung  von  b,  gelangt  bin.  Ich 
Terzeichne  zunächst  die  falle,  wo  d  gegen  Db  (=  V)  steht:  D 
8,  23  hundert  tussend  «  b,  mille  d.  14,  16  Der  hertzog 
A.  sprach  =   b  (fait  le  duc  de  bavieres),  fehlt  d.  26,  27 

fiertzig  gräffen  =  b,  fehlt  d.  31,  10  s.  o.  40,  1  unser 
schlofi  =  b,  le  chasteau  de  montfort  d.  41,  19  guotten 

=  b,  fehlt  d.  41,  7  f.  H.  yon  Senna]  hemier  de  la  seine 
b,  h.  de  lenseigne  d  (aber  zu  41,  38  ebenfalls  h.  de  la  seine). 
46,  14  du  und  Guchart  =  b,  yous  et  richard  d  (daß  dies  ein 
fehler,  zeigt  d  selbst  zu  z.  16,  wo  es  übereinstimmend  mit 
Db  *lors  print  allard  guichard^  hat).  57,  24  f.  das  er  .  . 
inn  stal  thett]  faictes  tost  mener  ses  escuyers  (cheyaulx  b) 
en  la  yille  d.  59,  15  und  sprach  =  b,  fehlt  d.  61,  26 
guotten  =  b,  fehlt  d.  62,  28  vor  hin  =  b,  fehlt  d.  69,  16 
tussend  =  b,  cent  mille  d.  79,  32  silber  =  b,  or  d  (aber  zu 

80,  5  hat  d  wie  Db  argent).  83,  35  sinn   =   b,  sang  d. 

85,  7  ee  er  .  .  entband]  avant  quil  b,    quant  il  fut  deslie  d. 

86,  4  überlut  =  b,  fehlt  d.  93,  34  mengklicher  =  b,  on  d. 
100,  5  der  alt  gräf  A.  =  b,  A.  vieil  d.  106,  38  Min  lieber 
Schwäger]  mon  beau  frere  b,  mon  frere  d.  109,  11  uif 
unsern  pf.]  bien  monte  b,  fehlt  d.  118,  38  grossen  =  b, 
fehlt  d.  124,  33  bluot  =  b,  sens  d.  131,  37  zepfand 
=  b,  fehlt  d.  137,  9  üwer]  charleniaigne  et  vous  b,  charle- 
maigne  d.  138,  13  inn  =  b,  les  d  (sinnlos).  141,  15 
von  stund  an]  orendroit  b,  fehlt  d.  144,  3  den  pryor  =  b, 
le  Premier  d.  148,  10  ist  =  b,  estoit  d.  149,  21  er  =  b, 
regnault  d  (falsch,  denn  Gergis  ist  gemeint;  s.  z.  28).  152,  34 
mit  sinner  bruodern  hilf]  par  la  bonne  chevalerie  de  ses  fre- 
res  b,  de  son  frere  d.  157,  11  den  pryß  =  b,  le  pire!  d. 
167,  16  Und  kam  inn  F.  =  b,  fehlt  d.  168,  26  guotter] 
nobles  b,  fehlt  d.         170,  29  uff  dis  mal  =  b,  in  d  im  haupt- 


XII 


Satz.  172,  30  ein  par  —   b,  uiie   partie  d.         174,  21  f. 

und  gab  den   H  j  et  fist  armer  r.  b,  fehlt  d,  176,  'M  füoff- 

zeehen  -^  l>,  dix  ou  douze  autres  d  (s,  aber  174,  26).  179,  18 
Ruolland  ^  b,  oli?ier  d  (offenbar  falsch,  da  0,  nicht  der  ne- 
pueti  Karls  ist).  182,  36  und  weod  von   K.   sagen   =   b, 

fehlt  d.  189,  1(3  s,  o.  196,  36  verliiessend  ir  =  b,  pro- 
tnismes  d.  199,  26  an  sattel  =   b,    fehlt  d.  204,  13 

schönner  -  b,  fehlt  d.  208,  4  Anses  -  b,  fehlt  d.  218,  8 
und  gessenj  et  le  nieogerent  h,  fehlt  A.  22  sagt  Rengnold 
=  b,  fehlt  d.  221,  3  von  froiiden  =  b,  t^hlt  d.  0  des 
er  .  .  ward   =   b,  iehlt  d,  228,  33  und  zugend  g,   Ü,  zno 

—   b,  fehlt  d.  238,  4  hilfft  mir  got  dahinnj    se    dien  me 

donne  la  grace  (que  je  puisse  Ja  venir  b)  bd.  243,  24  uff 
den  hochen  thurnn]  dessns  la  grant  tour  du  portal  b,  desaus 
le  portal I  de   la  grant   tour   d,  253,  33  thorheyt   =    b, 

felonnie  d. 

Wie  man  siebt,  sind  die  abweichungen  van  Db  (=  V) 
und  d  höchst  unbedeutend,  sie  bestebu  zumeist  darin,  dala  in 
d  einzelne  Wörter  und  Satzteile  fehlen  oder  (oft  sinnlos)  ver- 
ändert sind.  Nun  ist  d  überhaupt  ein  schlechter  druck,  in 
dem  auch  sonst  offenbare  auslassungen  und  fehler  andrer  art 
an  der  tagesordnung  sind  (s.  auch  F,  Pf  äff,  Das  deutsche  Volks- 
buch von  den  Heymonskindern,  Freiburg  i,  B.  1887,  s.  XXII). 
Statt  vieler  beispiele  hier  nur  noch  einige.  1>  9,  3  an  einen 
boum  e.]  pemlre  et  brauler  au  vent  b,  pendre  que  brusler 
au  vent  d.  20,  20  sy  begerend  gnad  .  *]  quilz  me  viendront 
servir  la  ou  hon  me  semblera  a  tout  dix  mille  combatans  se 
la  mort  de  nostre  filz  lohier  luj  voulona  pardonner  b ,  quilz 
me  viendront  servir  la  ou  bon  donner  d.  103,  25  das  irs  .  ,] 
que  nul  ne  le  scaura  que  nous  trois  jusques  a  ce  que  le  fait 
sera  acomply  b,  que  ne  le  scaura  de  nous  trots  jusques  a  ce 
le  scait  s.  a.  d.  136,  11   fügt  d  *et  richard^  hinzu,  trotz- 

dem dieser  todwund  auf  dem  t'elsen  liegt;  s,  137,  4.  162,  17 
Karly]  darnach:  et  maugis  len  reveetit  de  son  bourdon  b,  et 
m-  se  revestit  de  son  b.    d  (s,  anui.).  196,  38  so  land  .  .] 

envoye  roland  b,  envere  r.  d  usw*  um  so  weniger  wird  man 
bedenken  tragen^  jene  abweichungen  zwischen  I  >  b  (V)  und  d 
lediglich  der  nachlässigkeit  des  druckers  voji   d  zuzuschreiben. 


I 


I 


I 
I 

I 


XUI 


Im  fibrigen  stimmen  D  und  d  in  zahllosen  fallen  wörtlich 
aberein.  Nur  ein  paar  derselben  seien  herausgehoben,  die  zu- 
gleich zu  zeigen  vermögen,  wie  weit  b  im  gründe  von  unserm 
texte  absteht. 


D 

46.  28—32 
Demnach  . . . 
für  rjttend. 


62,  17—20 
Land  uns . 
annemen. 


95.  1  f. 
Unglück  . 
gfüert. 

231,  38—232,  4 
Der  tag .  .  . 
maoßtend. 


Et  qnant  regnault  eut 
ce  fait  picqua  bayard  et 
comxnenca  a  abbat re  les 
Chevaliers  devant  luy 
par  teile  maniere  que 
les  ruysseauz  coulloyent 
dn  sang  des  hommes  et 
des  chevaux.  Et  furent 
les  gens  charlemaigne 
si  espoavantez  de  ce  que 
r.  faisoit  qne  ledit  r. 
et  ses  gens  passerent 
oultre  .  .  . 


Mangis  dist  allons  par- 
ier au  roj  car  bourgons 
a  prins  plusieurs  de  ses 
villes  comme  th.  m. 
lecaire  sainct  g.  t.  et 
a.  je  croy  quil  nous 
retiendra  .  .  . 


malheur  vous  amena 
ODcques  en  g. 

Saichez  que  la  journee 
fiit  piteuse  düng  coste 
et  daultre  .  car  depuis 
que  les  douze  pers  fu- 
rent meslez  avec  les 
gens  r.  ilz  en  occircnt 
plusieurs.  Quant  r.  et 
868  freres  virent  les- 
carmoucbe  ilz  se  nies- 
lerent  si  asprementpar- 
my  les  gens  cb.  que 
chascun  leur  faisoit 
voye  .  .  . 


Et  quant  r.  eut  ce  fait ,  il 
picc[aa  bayart  et  entra  en  la 
greigneur  presse  et  comroenca 
a  faire  si  grant  merveilles 
darmes  qua  tous  lee  gens  de 
cb.  estoientesbahys  et  ses  freres 
faisoient  si  grant  abatement 
de  Chevaliers  que  nul  nosoit 
aller  devant  eulx  qui  ne  fus- 
sent  occis.  Que  vous  diray  je 
plus.  Saches  que  pource  que 
nuyt  estoit  les  gens  de  eh. 
estoyent  si  desconfitz  que  les 
gens  de  r.  passerent  oultre 
ceuz  de  lost  .  .  . 

Cousins  dist  m.  yrons  parier 
au  roy  yon  et  sil  nous  retient 
en  bonne  heure  et  sil  ne  le 
fait  nous  yrons  servir  le  roy 
bourgons  le  Sarrazin  qui  est 
moult  preux  et  saige  et  a  ja 
conqueste  de  la  terre  du  roy 
yon  une  grant  partie  comme 
tb.  m.  lietaire  sainct  g.  t.  et 
a.  et  se  nous  faillions  icy  la 
ne  fauldrons  nous  pas  .  . 

grant  folie  fistes  de  oncques 
venir  en  g. 

Sachez  que  celle  bataille  fut 
si  merveilleuse  et  si  oruelle 
que cestoit grant pitie a  veoir  || 
II  est  vray  que  roland  eut 
moult  grant  paour  de  cb.  son 
oncle  quil  ne  fust  abatu  quant 
il  le  vist  parmy  la  mealee  si 
sen  alla  incontinent  aupres  de 
luy  et  oHvier  et  ogier  et  tous 
les  douze  pers  pour  garder  quil 
neust  nul  mal.  Quant  les  gros- 
ses batailles  furent  assemblees 
lune  contre  laultre  vous  eus- 
siez  veu  une  aspre  et  dou- 
loureuse  bataille  tant  que  ce- 
stoit pitie  a  veoir  car  depuis 
que  roland  et  olivier  et  les 
douze    pers   de   france   furent 


XIV 


D 


arrivez  en  fa  rae»lee  ilz  com- 
raencerent  a  faire  ßi  g^raiii 
abatenieDt  des  j^eiiR  de  r.  quilz 
leur  fajsoient  laiaaer  la  place, 
Quant  r.  et  ses  freies  vi  reut 
C€  Uz  »e  meslerent  si  nspre- 
raeot  oontre  les  francoys  que 
cbaBcua  leur  faieoit  voye, .  « 

usw.     usw. 

Nicht  sei  teil  liiibeii  D  (bzw.  V)  und  d  sogar  lückeii  und 
Hudre  fehler  gemeinsuto.  12,  4  Nut  desterniinder  .  .]  touteffois 
(dist  le  roy  b)  ee  ainsi  la  fait  jamuis  ne  luy  latsserny  la 
valeur  düng  denier  car  je  manderay  nornians  berriiyers  ,  .  . 
Bi  iray  sur  luy  et  entieremeut  le  destruiray.  Kt  aaymea  luy 
disoit  tousjours  quil  ne  seffroyast  de  riens  juaques  a  ce  que 
aulcuu  en  fust  retour oe  d.  DJe  worte  'diät  le  roy*  müssen 
auch  10  V  gefehlt  haben  ;  D  merkt,  daß  das  folgende  nicht 
IQ  Anses  muud  paM,  und  ändert;  daß  aber  Karl  spricht,  ist 
ihm  entgangen.  22,  7  Ich  weyß  nüt  *  .]  il  ne  peut  chaloir 
dist  ung  Chevalier.  Je  ne  scay  que  ce  peut  estre  (dist  le 
duc  b)  car  le  roy  .  .  bd.  Dtis  eingeklammerte  fehlte  auch  in 
V;  D  schreibt  daher  die  worte  *je  ae  scay  ,  .*  dem  ritter  xu 
und  schiebt  z.  30 ,  von  wo  an  offenbar  der  herzog  spricht, 
'sagt  der  hertzog'  (fehlt  bd)  ein.  23,  13  ein  rytter  vor  dem 
hertzogenj  frappa  ung  devaiit  le  duc  regnier  d,  fr.  de  van  t  le 
duc  fion  Cousin  regnier  b.  Die  Verderbnis  von  d  hatte  sehr 
wahrscheinlich  auch  V;  U  streicht  Vegnier* ,  weil  sinnloa. 
33,  34  Der  keyser  .  ,]  regnauU  lempereur  cli.  vous  deffie  d, 
i\  lempereur  eh.  roy  de  france  si  voua  mande  de  par  nous  que 
vous  luy  rendez  richard  vostre  frere  pour  en  faire  son  plaisir 
et  vouloir.  Et  se  ce  ne  voulez  faire  eh.  vous  deffie  .  .  b.  S. 
anm.  42,  33  Allardj  so  auch  d,  richard  et  atard  b.  Dal*  b 
das  ursprüngliche  hat ,  beweist  d  selbst,  indem  es  von  43,  1 
('fand*)  an  das  prädikat  im  plural  setzt,  was  auf  zwei  Subjekte 
zurückweist ;  D  setzt  durchweg  den  sing.  89,  22   s,  anm, 

123,  15  Richartl  richard  d,  guichard  b.  Daß  b  das  richtige 
hat»  ergibt  sich  aus  z.  12,  sowie  daraus,  daü  d  mit  b  fort- 
fährt: quant  alard  et  guichard  euren t  ce  dit  .  .  .  135,  33 
|{.  und  ni  enger  mer]  rolatiil   d,  r.  et  olivier  b.     Die  lücke 


I 
I 

I 


XV 

hatte  wahrscheinlich  anch  V ;  D  wurde  durch  den  stehn  ge- 
bliebenen plur.  des  präd.  (assayerent)  auf  sie  aufmerksam  ge- 
macht und  fQllte  sie  auf  geratewohl  aus.  154,  10  R.  sprach  . .] 
et  lors  se  retourna  r.  et  luy  dist  d,  et  lors  se  tourna  vers  r. 
et  luy  dist  sire  r.  yous  ayez  essaye  de  roon  espee  mais  non 
mye  de  ma  lance  oourte  et  grosse  b ;  dann  erst  folgen  Rengnolds 
Worte,  die  das  vorangegangene  (von  d  und  wohl  auch  V  aus- 
gelassene) voraussetzen.  180,  1  Aber  .  .  .  lassen]  fehlt  d, 
quant  roland  lentendit  il  vint  a  luy  et  quant  regnault  lap- 
perceut  venir  il  laissa  tomber  charlemaigne  et  courut 
sur  roland  b.  Der  satz  in  D  scheint  freie,  durch  das  folgende 
(z.  4j  veranlagte  ergänzung  der  lücke,  die  V  mit  d  teilte. 

Auch  die  namensformen  tun  die  nahe  Zusammengehörig- 
keit von  D  und  d  dar;  vergl.  1,  18  G.  von  Billyon]  g.  de 
billon  d,  g.  de  buyllon  b  (dagegen  2,  13  Bouillon  =  d,  buyl-1 
Ion  b).  24,  4  J.  von  BoysJ   j.  de  boys   d,  j.  de  bloys  b. 

30,  22  Hug  von  Babefort]  guyon  baubefort  d,  g.  daubefort  b. 
90,  7  Barthole  ufi  T.]  barthole  dallemaigne  d,  bertault  da.  b. 
104,  24  Godard  =  d,  godras  b.  118,  13  Agfedon]  augue- 
don  d,  anguenon  b.  123,  7    Mungon   von  Ficka]  mongon 

de  ficque  d,  m.  de  fricque  b.  161,  25  Godon  =  d,  gay- 
don  b  usw. 

Es  kann  nach  alledem  keinem  zweifei  unterliegen,  daß 
D  und  d  aufs  engste  mit  einander  verwandt  sind.  Am  ein- 
fachsten erklärt  sich  ihr  Verhältnis  durch  die  annähme,  daß 
d  ein  flüchtiger  nachdruck  von  V  sei.  Sehr  vieles  spricht  da- 
für, nichts,  soweit  ich  sehe,  dagegen.  Allerdings  ist  ja  die 
möglichkeit  trotzdem  nicht  zu  leugnen,  daß  1)  zwei  vorlagen 
(wovon  die  eine  d  gewesen  wäre)  benutzt  hat  und  daß  es  daher 
rührt,  wenn  ü  teilweise  gegen  d  mit  den  altern  drucken  stimmt. 
Allein  es  liegt*  kein  zwingender  grund  vor,  mit  dieser  mög- 
lichkeit zu  rechnen. 

Jedesfalls  werden  wir  aus  der  vergleichung  von  Ü  mit  d 
(unter  Zuziehung  von  b)  ein  wenn  auch  nicht  in  allen  einzel- 
heiten,  so  doch  im  ganzen  zuverlässiges  bild  von  der  arbeits- 
weise  und  der  leistung  des  Übersetzers  gewinnen  können. 

Dieses  bild  stimmt,  um  es  gleich  zu  sagen,  im  wesent- 
lichen vollkommen  mit  dem  überein,  welches  sich  für  die  Mor- 


XVI 


I 


Juntöbersetzung  ergeben  hat.  Beginnen  wir  mit  der  kapital- 
nnteilung.  Hier  ist  Ü  ziemlich  selbstiindig  zu  werke  ge- 
gangen,  was  sdioii  darin  sich  zeigt,  daß  seinen  48  kapiteln 
in  F  deren  bloß  28  gegen« berstehn.  Nur  vier  kapitel  decken 
sich  völlig  mit  solchen  in  F^:  kap.  7  (=  F  II),  30  (Xl), 
31  (XII)  und  44  (XXI).  Fünf  kapifcel  von  F  hat  l)  in  mehrere 
zerlegt,  flo  I  in  sechs  (1 — 6),  III  VII  X  in  je  drei  (8 — 11; 
16—18;  27—29)  und  VI  in  zwei  (14—15).  Solehe  Zerleg- 
ungen haben  auch  bei  den  meisten  übrigen  kapiteln  statt- 
gefunden ,  nur  daß  die  abgränzungen  in  F  noch  weniger 
respektiert  sind.  So  ist  F  IV  =  D  12.  13*  (62,  3);  V  ^  13"; 
VIII  -  19.  20*  (96,  10);  IX  =.  20^'— 26;  XUI  =  32-34' 
(170,  20);  XIV  ^  34•^  35'  (180,  22);  XV  =  35^^  36^ 
(186,  18);  XVI  -  3&*— 38'  (198.  33);  XVII  =  38"*.  39' 
(204,  9);  XVIII  =  39"  (204,  24);  XIX  =  39"^'— 42'  (226,32); 
XX  =  42^.  43;  XXII  =  45.  46^  (252,  18);  XXIII  -  46'*; 
XXIV  -  47.  48^  (262,  3).  Über  F  XXV— XXVIII  8.  u. 
Mehrfach  sind  alineas  des  französischen  textes  für  die  ab- 
gränzung  neuer  kapitel  niafig+!l>end  gewesen  ,  so  34,  29  (kap. 
8/9);  40,24  (9/10);  (58,  13  (l4/i5);  104,  19  (21/22);  100,  9 
(32/33);  165,  6  (33/34);  174,  33  (34/35);  182,  36  (35/36);  ■ 
190,  2  (36/37);  219,  18  (40/41).  Da,  wo  D  zwei  kapilel  von  " 
F  zusammenfügt,  ist  ein  paar  mal  die  stereotype  Wendung 
'nun  wend  wir  von  .  .  sagen*  sfcehn  geblieben,  die  für  den  ka- 
pitelschluß  cliarakteristisch  ist;  z.  b.  96,  11  (F  VlII/IX) ; 
186,18  (XV/XVI);  204,23  (XVIIl/XIX);  226,  31  (XIX/XX). 

Die  kapitel  überschritten  faüt  D  im  allgemeinen  kürzer  alsfl 
F;  dalä  eine  reihe  derselben  eigentum  des  Übersetzers  sind, 
versteht  sich  bei  der  stark  veränderten  einteilung  von  selbst. 
Einmal,  bei  kap,  24,  decken  sich  titel  und  inhalt  nicht  ganz: 
der  Übersetzer  hatte  an  fang  lieh  die  absieht,  die  erzählung  von 
der  verw  IUI  düng  Richards    in    diesem  kapitel    unterzubringen, 

^  Die  angaben  bezielin  sich  in  diesem  abschnitt  auf  Pb:  d  weicht 
einigeraal  ab  (kap.  Vll  ecliließt  88,  17;  VIII  98,  15;  XIV  181,  23; 
XV  187.  18;  XVI  199.  11;  XX  234,  19;  XXIl  252,  37),  aber  offenbar 
nur  infolge  nacbläasigkeit  des  dmckera,  da  die  {mit  h  stinimetiden) 
uberacbrifteu  mit  dem  dazu  gehörigen  texte  sich  nicht  immer  decken. 
Auch  D  weist  auf  die  einteilung  von  b. 


I 


XVIl 


daher  der  achlußsat/   der  Überschrift;  erst  niiclilier  kam  er  da- 
ran ab    (8.  die   Überschrift  des  26,  kap.). 

In  der  an  Ordnung  des  stoflFes  weicht  H  in  einem  wich- 
tigen pnokte  von  F  (a — e)  fib.  Hier  folgt  nämlich  die  Vor- 
stellung und  der  ritterschlLig  der  Hainionskinder  (3,  3—4,  11) 
er«t  nach  der  erzahlung  von  der  »endung  und  dem  tragischen 
ende  Lohars  (nach  'uß  rütten*  11,  30).  Man  kann  fragen, 
was  den  Übersetzar  zu  dieser  nicht  gerade  geschiekten  um- 
Bieilnng  bewogen  habe.  Möglicherweise  war  ea  die  aus  F 
herübergenoramene  Überschrift  von  kap,  1  ,  welche  die  ände- 
rung  verlangte,  als  er  sich  nachträglich  zur  teilnng  des  I.  kap. 
?on  F  (b.  o,)  entüchlofi,  Noch  einleuchtender  ist  folgendes. 
Nach  der  Schilderung  des  turniers,  das  dem  ritterschkg  folgt, 
fahrt  F  fort  (vgK  4,  10  f):  Lempereur  eh.  apres  les  jonstes 
faicte»  den  relourna  en  son  palais  a  paris.  Lors  arraisonna  .^es 
princes  et  barons  . ,  -  en  diaant.  barons  trop  ne  me  [puis]  esbahir 
de  lohier  mon  aisne  filz  qui  tant  demeure  en  son  messaige. 
jay  grant  paour  que  aulcun  inconvenieiit  ne  luy  eoit  advenu. 
car  la  nujt  pasöee  •  -  (s.  11,  30),  Uns  stimmt  teilweise  wört- 
lich zu  der  rede  Karls,  die  in  F  der  Vorstellung  der  Haimons- 
kinder  vorangeht  (=  D  11,  23  ff,).  D  wollte  nun  vielleicht  die 
Wiederholung  veroieiden  und  nahm  deshalb  die  Umstellung  von 
Diese  erklärung  hat  um  so  mehr  für  sich,  als  l>  in  der 
tat  darauf  ausgeht,  sein  an  Übermii&iger  breite  teideodes  ori- 
ginal, wo  immer  es  angeht,  zu  kurzen;  was  in  der  einteitung 
zu  der  ausgäbe  de^i  Morgant  s.  XXllI  gesagt  ist,  gilt  satz  für 
aatz  auch  hier.  Eine  menge  von  änderungen,  zusammenzieh- 
angen  und  besonders  auslassungen  sind  au{  diest*s  bestreben 
zurückzuführen.  Ich  sehe  aus  rticksicht  auf  den  räum  davon 
ab,  sie  einzeln  aufzuzählen.  Der  Übersetzer  hat  bei  seineu 
Irzungen  meist  eine  glückliche  band  ;  verlmltnismüßig  selten 
erwächst  der  erzahlung  daraus  ein  wirklicher  verlust,  sei  es 
[da&  eine  stelle  weggelassen  wird,  die  im  hiublick  auf  voraus- 
gegangenes oder  nachiolgendes  notwendig  ist,  sei  es  daü  eit^ 
hObseber  zug  verloren  gebt.  Dafür  eiu  paar  beispiele.  Nach 
\^  37  fQgt  F  hinzti;  et  inconttnent  envoya  [regnault]  de 
[>tiie8  pars  (oaessagierft)  pour  avoir  souldoyers.  plusieurs  gens 
Biini  r.  et  plusieurs  en  envoya*   mais  ceulx  quil  retint  il  les 


XVIII 

.,  .  61,  7.  Zu  143,  B  erzählt  F:  [Pignaud, 
psißsa  le  höh  de  la  serpente  en  peu  dheure  on  il  rencotitra 
regnault  et  »es  freres  et  maugis  qiii  aen  retournoyent  iv  iiioii- 
ttuiban  et  emiiiennyenb  avec  eubt  grant  raultitude  de  prison- 
uiers.  Ce  grant  larroo  pignaud  not»  bien  fcoutes  ces  chose« 
ptiis  sen  vint  au  siege  .  .;  vergl  143,  16.  V  zu  213,  33:  qutfl 
veist  a  celluy  asaault  la  duchesse  et  öes  petits  etifans  porber 
pierres  a  regnautt  et  a  ses  freres  sur  les  miiraiiles  il  en  eust 
eil  grant  pitie.  car  les  deux  enfans  disoyent  a  leurs  oncles. 
tenez  nos  ODcles  ces  pierres  elles  sont  grosses  assez.  Teile 
deffence  firetit  ceulx  de  montauban  quilz  firent  trebuscher  eeulx 
des  eschelles  .  .;  D  hat  diese  anziehende  episode  unterdrückt. 
251,  34  setzt  F  nach  'wyrd*  hinzu:  puis  alla  a  sa  chambre« 
et  print  toutes  ses  robes  et  puis  les  getfca  dedans  ung  feiu 
quant  elles  furent  arses  eile  pritit  une  sarge  violette  ainsi 
comme  son  mary  et  la  vestit  et  dist  que  janiais  ne  vestiroit 
dautre  tant  quelle  eust  veu  son  seigneiir;  vergl.  261,  23  f«^ 
S,  noch  die  an  min»  ™ 

Weit  über  das  gewöhnliche  tnai  hinaus  gehn  die  kürz- 
ungen  von  kap.  47  (s.  254)  an,  so  sehr,  daß  überhaupt  nicht 
mehr  von  einer  Übersetzung,  sondern  höchstens  von  einer  stark 
verkürzten^  oft  selir  freien  bearbeitung  des  Originals  gesprochen 
werden  kann.  Noch  verbältnismäHig  ausführlich  sind  behan- 
delt die  kämpfe  vor  und  in  Jerusalem ,  an  denen  Rengnold 
und  Magis  so  hervorragenden  an  teil  nehmen  »  dünn  der  auf- 
enthalt  der  beiden  beim  könig  von  Pullia  mit  dem  neuen  sieg 
über  den  aniirol  von  Persia  und  endlich  der  empfang  in  der 
heimat  (254,  16^ — 261  unten).  Blola  erwähnt  dagegen  werden 
die  reise  der  söhne  Kengnolds  an  den  kaiserhof  und  deren 
kämpf  tuit  den  verraten  sehen  spröJilingen  Felkers  von  Morillon 
in  anwesenheit  Rengnolds  und  seiner  brüder  (262,  3^ — 17), 
dinge,  denen  F  zwei 'volle  kapitel  widmet;  teilweise  übersetzt 
hier  D  lediglich  die  kapitelüberschriften  in  F;  Comment  re^fl 
gnault  envoya  ses  deux  enfans  moult  honnorablement  au  roy 
eh.  a  paris  pour  estre  laitz  Chevaliers  (X-W^^J,  Comment  apres 
ce  que  le  roy  ch*  eut  doulcement  receuz  les  deux  filz  de  re- 
gnault  ilz  se  coinbatirent  aux  filz  de  fouques  de  morillon  et 
les  descon firent    en    lisle    nostre    dmne    a    paris    pource   quilz 


ivoient  chftrge  de  tmhison  regnaull  de  montauban  leur  pere 
urce  qiiil  avoü  occis  fouques  rle  morillon  es  plains  de  vau- 
uleurj»  (XXVI).  Gaiix  imterdröckt  wird  schliesslich  die  er- 
klang von  di>r  heimlichen  entfernuüg  Itengnolds  aus  Munta- 
tit,  seiuem  mart^rium  aln  handlatig^er  beiiu  bau  der  Peters* 
kircbe  tu  Köln  ,  seinem  wundertätigen  leichnam  und  seinem 
begräbnis  (F  kap.  XXVII,  XXVIII);  statt  alles  dessen  bietet 
D  nur  die  knra^  notiz  s.  262,  29  Q.,  mit  beibelialtung  einzig 
det  sehiiiüsatzes  iu  F:  Apres  lenterreujent  du  corps  sainct  ses 
itts^  sen  retoumerent  en  leurs  pays.  Es  liegt  nahe,  diese 
fffiUetid  starken  ktirzungen  aus  dem  verlangen  des  Übersetzers 
erklären,  seine  arbeit  möglichst  rasch  abzuschließen.  Aber 
cien  grand  atur  tilgung  wenigstens  des  letzten  kapitels  bildete 
r  auch  dessen  ausgeprägt  katholischer  charakter.  Wir 
o  nämlich  durch  den  ganzen  roman  die  beobachtung  ma- 
ebe»,  daß  der  Übersetzer  stallen  streicht  oder  ändert^  die  auf 
katbolischeu  glauben  oder  brauch  bezug  haben,  an  denen  z.  b. 
heilige  genannt  oder  angerufen  werden,  von  raes»e,  beichte 
QdKl«  die  rede  ist  (s,  einl.  zu  Morgunt  s.  XXVI II  ü\).  Ich 
habe  mir  über  sechzig  falle  angemerkt,  wo  er  so  verfährt; 
wenn  er's  nicht  tut,  geschieht  es  wohl  nur,  weil  er  sich  nicht 
anders  zu  helfen  weiü;  vgK  z,  b,  171,  31. 

Solchen  tendenziösen  abweichungen  vom  original  begegnen 
wir  noch  auf  einem  andern  gebiete.  In  F  kommt  es  sehr  oft 
vor,  daö  die  beiden  bei  starker  gemiUsf»eweguiig  weinen  j  der 
Übersetzer  hält  dies  offenbar  für  unpassend  und  ändert  fast 
regelnuiürg,  im  ganzen  an  etwa  dreißig  stellen  (s.  wieder  die 
einU  zu  Morgant  s.  XXXII  f.).  Auch  die  häufigen  ohnmachten, 
iosbasondere  der  ritter,  sind  nicht  nach  seinem  geschmack  und 
veranlassen  ihn  zu  mehrfachen  Streichungen.  Ebenso  abhold 
scheint  er  dem  in  F  häufig  geübten  Irrauche ,  sieh  lieim  ab- 
.^ciuednelmien,  wiedersehn  oder  bei  andern  gelegenheiten  zu 
umartoen  und  zu  kiissen;  wenigstens  unterdrückter  mehr  als 
/wufizig  mal  die  betreffenden  stellen  des  original«;  s  antn.  zu 
1U5,  17.  Mit  der  Schilderung  des  ceremoniells  verliert  er  über- 
haupt, gnnz  im  gegensatze  zu  F^  möglichst  wenig  worte,  Ge- 
jit'nüber  der  umständlichen  beschreibung  der  hochzeit  flengnolds 
uud  der  damit  verbundenen  feäUichkeiten^  wie  sie   F  gibt,  be- 


1 


XX 

guügt   er   sich  (73,  27  ff.)    mit   wenigen    benierkungen.     De», 
händewagcbens  vor  tisch,  das  F  mehr  fach  erwähnt,  gedenkt 
nur  ausnahmsweise  einmal  (193,  7)  usw. 

Die  Übrigen  sachlichen  änderungen  des  Übersetzers  sina 
zwar  ziemlich  zahlreich,  aber  nieist  von  geringer  bedentung. 
Ich  hebe  einige  der  wichtigern  heraus.  60,  16  Berchtold] 
lohier;  die  änderung  begreift  sich  nach  29,  2tf.  leicht.  196, 17 
Gergis]    le   duc    naymea.  197,  12  Gergis]    regnault;    vgl. 

Ä.  13.  205,  31  Rengnold]  richard.  207,  1  .Anges]  ogier  et 
naynieä;  vergL  z.  4.  224,  25  Hand  ir  .  .]  et  vueil  bien  que 
vous  sachez  que  moiitauban  fut  une  fois  ferme  avant  que  voue  le 
fissiez  faire*  ei  le  seigneur  qui  le  (ist  faire  fist  faire  une  voje  qui 
va  jusques  au  boys  de  la  serpente,  jestoye  jeune  enfant  quant 
ia  voye  fut  faicte  et  scav  bien  ou  eile  est.  faictes  buir  ou 
je  vous  nioustreray  et  voua  la  trouverez  sans  faulte  si  nous  en 
yrons  sans  danger.  225,  24  ff.  zuo  unserm  .  <  .  umm  uns 

hat]  fehlt  F ;  s.  das  folgende.  226,  22  ff.  Da  vernam  er  ,  .  , 
leyd  fuorttend]  fehlt  F,  nach  diesem  stirbt  der  herzog  Ayiuon 
erst  viel  späUr^  als  Kenguold  wieder  aus  dem  hl,  lande  zurück 
ist.  Der  Übersetzer  wurde  wohl  dadurch  zu  dem  zusatz  ver- 
anlalät,  dati  weder  hier  noch  im  folgenden  von  den  eitern  der 
Uaimonskinder  mehr  die  rede  ist  und  Rengnold  gleich  alsfl 
herr  in  Dordonna  einzieht.  Das  war  doch  nur  möglich,  wenn 
die  eitern  bereits  tot  waren.  240,  13  Türpinn]  steht  hier 
und  im  folgenden  ^ bis  241,  31)  an  der  stelle  des  herzogs  Anses 
(uaynies);  warum,  ist  nfcht  einzusehn.  Daii  wirklich  eine  än- 
derung von  D  vorliegt,  zeigt  die  hs. ;  s.  die  fuiänote  zu  241,  31. 
253,  5  ff.  den  an  fang  des  gesprächs  erziiblt  F  ganz  abwei- 
chend :  je  vous  prie  (sagt  Karl  zu  Richard  von  N, )  que  me 
dictes  quelles  prisons  vous  donna  regnault  ne  quelles  viandes 
a  menger,  Sire  dist  richard  par  ma  foy  ne  par  celle  que  je 
vous  doy  je  eu  meil teure  prison  et  fus  plus  uise  que  jamais 
fut  Chevalier,  car  jestoye  iVstoye  comme  reguauit  et  bien  sou- 
veiit  uiieulx  et  vous  prometz  que  la  duchesse  duuie  clere  me 
faisoit  tres  bonne  chere  et  bonne  compaignie  avec  ses  deux 
beaulx  enfans  aymonuet  et  yonnet  lesquelz  sont  moult  courtois 
et  pource  sire  je  vous  suplie  tres  huniblement  se  oncques 
maiuiastes  que  vous  facez  bonneur  a  alurd  et  a  tous  ses  freres 


XXI 


lil  V0U8  plaiat  car  il  mont  tait  de  oioult  riehes  doua.  et  ail 
?oii8  piaist  vous  aurez  la  duchesse  pour    recomniandee    efc  aes 

[ifans  car  cetst  la  plus  huuible  dame  du  nionde.     Richard  dist 
roy  je  De  leur    fauldray    fcant    que  jauray    la  vie  au  corps, 

>4,  7  f.    Da  ward   .   .   ,    öberaotwart]    fehlt  F;    dafür  i,  11 
cb  *bäad*  der  zusats:    Sachez   que    les  gena   dient   quti  est 

ficores  en  vie  au    bois   dardaine.  mais  quant   ii    voit  homme 
pn  femuie  il  fuit  ai  que  nul  oen  peut  aprocher.         256,  30  f, 

Teuer  .  .  hetten]  nach  F    wünscht  Magis   im    gegen leil  jetzt 
ahn,  w»is  ihnen  nach  den  mühsalen  ihrer  pilgerfahrt  vor 

iMn  not  tue.  Aber  am  nächsten  morgen  werde  er  bereit  sein 
RengQolds  seite  zu  kämpfen.  Z.  33  hat  dementsprechend 
F  atutt  *die  zwen  vettern*  nur  Vegnault^  261,  3ö  ff.  Und 
«k  .  .  *  erfröwt  wurdend]  ganz  abweichend  davon  läßt  F  hier 
Mogia  abschied  von  seinen  vettern  nehmen,  indem  er  Reugnold 
ftn  die  pflicht  erinnert  für  das  deelenheti  derer,  die  durch  ihn 
gefallen,  zu  beten.  Et  qiiant  il  eut  ce  dit  il  «e  mist  en  la 
Toye  pour  aller  en  eon  hermitaige  la  ou  il  vesquit  saiiicte- 
ment  lespace  de  sept  ans.  Et  quant  ce  vint  au  hiiytiesme  le 
bon  niaugis  treapaasa  environ  pasques,  Dieu  luv  face  niercy 
a  laine.  amen.  Was  l>  nachher  (202,  22  ff.)  erzählt,  ist  Zu- 
satz des  Übersetzers,  immerhin  nur  insofern,  als  dort  von  Jlagis 
berichtet  wird,  waa  F  an  der  selben  stelle  Reognold  tun  liißt, 
der  sich  von  den  seinen  wegstiehlt,  um  im  elend  für  seine 
Sonden  zu  büüen  (a.  o.)  262,  21    f.   und    hielt  es  .  .  .  ztio 

iiuj  fehlt  F,  262,  26  f.  do  ordnet  .  .  ,]  nach  F  hatten  sich 
die  vier  brüder  schon  früher,  unniitteHmr  nach  derrt  tode  des 
paters,  wegen  des  erbes  ansei nandergeset/.t ;   hier  verteilt  Ren- 

aold  nur  seinen  beaitz  unter  seine  beiden  söhne.     262,  33  f. 

ad  laptend  .  .  stät]  fehlt  F. 

Auf  die  bloß  formellen  äbweiehnngen  vom  original  näher 

änsugehn,  uiut^  ich   mir  versagen,     tSie  sind  in  unserm   texte 
Verhältnismäßig  häufiger  als  im  iVIorgant,  rin  weiterer   beweis 
^die  auch  sonst  zu  tage  getretene   tatsache,  daü  der   über- 
tt  selbständiger  geworden  ist,  sicli  freier  zu  bewegen  ge- 
lernt hat.      Allerdings  fehlt  es    trotzdem    nicht   an    beiapielen 

Sr    sklavische    und    darum    uudeutsclie    Übertragung ;    s.    die 

araai.  zu  34,  2;  45,  38;    53,  8;    h\,  27;    55,  35f    107,  24; 


XXII 

117,  16;  135,  19;  137,  8;  139,  17,  26;  160,  12;  168,  227 
Ebenso  lassen  sich  für  alle  die  fehler  und  versehen,  welche 
die  einleitiing  zu  Morgant  s.  LX\'  f, ,  LXX  f,  verzeichnet, 
auch  hier  belege  finden.  Die  meisten  sind  in  den  anmerkungen 
untergebracht,  auf  die  ich  verweise;  einige,  welche  dort  un~ 
berückaicbtigt  hlieben,  mögen  an  dieser  stelle  noch  erwähnt 
werden:  51,  7  der  hiefi  och  MJ  (picqua  .  ,  .)  qui  avoit  nom 
effroys  (tel lernen t  d)  quil  loceist ;  'tellement*  war  natürlich 
auf  'picqua^  zu  beziehn,  nicht  mit  D  an  den  davor  stehenden 
satz  anzuschließen,  116,  35    syt  das  du  .  .]   puisque  aul- 

trement  ne  voulez  avoir  pitie  de  nous.  171,  8  und  luort.  .J 
et  le  mena  aussi  villainement  comme  sil  eust  este  larron  et 
le  fi«i  passer  par  devant  le  pavillon  de  charleniaigne*  248,  27 
als  ir  dann  K.  e.]  comme  bien  en  monstrez  lexemple  au  dnc 
richard. 

Nur  ein  kurzes  wort  noch  über  die  namen.  Bei  der 
wiedergäbe  derselben  verfahrt  D  im  ganzen  genau  so  wie  im 
Morgant  fvergL  einl.  s.  LX  f.).  Von  eigentömlichen,  dort 
nicht  vorkommenden  verdeut-schungen  seien  erwähnt  Gaudentz 
(Uanltier)  ' ,  llüdfrid  (Godeban  d ,  Godebeau  b),  Guottemunt 
{Gutemault),  Herman  (Hernier),  Johans  (Yon).  Mit  ßernhart 
gibt  D  nicht  nur  Bernard ,  sondern  auch  Berrard ,  Benard 
wieder,  mit  Hug  sowohl  Hugues  als  Guy,  Guyon,  mit  Felcker 
neben  Fouques  auch  Fouquet  und  Faulcon,  mit  Am(ra)ou  die 
vier  uaraen  Aymon,  Aynionnet,  Aymery  (doch  vergl.  94,  87 
Amery)  und  Ämunoy.  Barthelot  erseheint  einmal  als  Ikr- 
tholome,  ein  ander  mal  als  Berchtold,  Neben  Montpellier, 
das  aus  F  herübergenommen  ist,  kommt  Mantpallier  und  Mum- 
pelgart  vor.  Äuftallend  sind  Pinard  (=  Pignand)  und  Spinol 
(^  Pinabel);  doch  vergl.  Spinol  im  MorganL  Naymes  und 
Ogier  hei&en  auch  hier  Anses  und  Gergis  wie  im  Morgant; 
aus  diesem  sind  ferner  entlehnt  G alantin ,  Gallaranna  (statt 
Galtenne),  Olifier  von  Gennow  (statt  Vienne),  Bemerkenswert 
ist  Gallaffra  167,  13,  gegenüber  den  verstümmelten  formen 
Iftffre  d,  alaffre   h. 

In  bezug  aut  die  person  des  Übersetzers  ist  dem,  was  die 


Die  Verweisungen  auf  den  text  i.  im  glossar. 


xxm 

einleiinng  zq  Morgant  s.  LXXIII  f.  ausführt,  nichts  hinzu- 
zof&gen.  Aüch  das  an  jener  stelle  zur  Würdigung  seiner  lei- 
stung  gesagte  besteht  für  die  Haimonskinder  zu  recht;  höch- 
stens, da£  diesen  etwas  größere  Selbständigkeit  nachgerühmt 
werden  kann.  Um  so  eher  glaubte  ich  in  Torstehender  ein- 
leitung  auf  eine  erschöpfende  darstellung  verzichten  zu  können. 

Das  verfahren  beim  «bdruck  ist  ebenfalls  das  selbe  wie 
beim  Morgant.  Vergessen  wurde  dort  zu  sagen,  was  sich  in- 
dessen von  selbst  versteht,  daß  die  interpunktion  von  mir 
herrührt. 

Ich  schließe  mit  dem  ausdruck  lebhaftesten  dankes  an 
die  Verwaltungen  der  Aargauer  und  Zürcher  kantonsbiblio- 
tbek,  ganz  besonders  aber  der  königlichen  bibliothek  in  Dres- 
den für  ihre  mir  bewiesene  liebenswürdigkeit  und  nachsieht. 

Zürich.  Der  herausgeber. 


[Bl.  164*]  Hie  facht  an  ein  schöne  hystoria  von  den  fier 
son  des  hertzog  Amons  von  Dordonna  nß  Franckrich,  das 
sind  Rengnoldy  Allard,  Gochart  and  By Chart,  nnd  von  irem 
?etter  Magis  and  von  keyser  Karly  and  sinem  vetter  Bnollanden, 
and  wie  sy  der  keysser  Karly  bekriegt  lange  zytt  & 

Wie  der   hertzog  Amon   dem  keyser  Karly   sine  fier 

sun  gäbet,  das  er  sy  zuo  rytter  schlfteg,  und  wie  er 

sy  mit  siner  eignen  band   zuo  rytter  schluog. 

In  der  warheyt  so  finden  wir  inn  des  keysser  Karlys  ge- 
thätien,  das  er  uff  ein  mal  nff  ein  pfingstag  ein  vast  erlichen  lo 
kostlichen  häf  hielt  zno  Paris,  demnach  als  er  wideruram  uß 
der  gegne  Lorabardia   kommen    was,   da    er   nun   ein  grossen 
stryt  gehept  hat  wyder  die  unglöubigen,  deren  oberster  hieß 
Guttellin  von  Senna,  den  er  mit  siner  manheyt  überwunden  hat. 
By  dysser  Überwindung  was  vast  grossen  adel  gsin  von  küngen,  15 
hertzogen,  forsten  und  graffen,  heren ,  ryttern  und  knechten, 
als  Salamon  von  Brettania,  Doon ,  gräf  zuo  Mans,  her  Arnold 
von  Bellanda,    her  Gallerran   von  Billyon    und    ander    rytter. 
Die  zwölf   fürsten    uß  Franckrich    wärend    zuo    häf   kommen, 
desglichen  ander  künig  und  fürsten.    Und  under  andren  fürsten  20 
was  kommen  der  edel   hertzog  Amon  von  Dordonna   und  hat 
mit  im  brächt  sine  fier   sün  Kengnold ,    Allard ,  Guchart  und 
Rychart,  die  wunderbarlichen  schön  jung  fürsten  wärend,  in- 
sunderheyt  Rengnold,  der  was  wol  acht  schuoch  lang  oder  mer. 
Uff  dem  selbigen    fast   und   versamlung    stuond    keyser  Karly  25 
uff  under  den  fürsten,    zuo  dennen    sagt    er  also:    >Ir  heren, 
niine  brüeder  und   fründ,  ir  wüssend,  wie  vyl  landt/  und  her- 

UalniODtkinder.  1 


2 


achaffter%'*ioli *  errobert  liab  mit  üwer  hilf  iind  bistand  und  so- 
vyl  heyjiTai  ertüdt  und  mir  undertbenig  gmacbt,  ab  ir  unlang 
gsäcb^^ii'-hftüd  am  tinglöubigen  Ciuttellin,  den  band  wir  uber- 
wuildfiii'  und  zuo  krjstenlichem  gloiiben  gebrächt,  wie  wol  ich 
grosse  rjtterachafft  und  adel  verloren  bab  uß  schuld  vyl  unser 
.undÄrthannen  und  diennern ,  die  nüt  band  wellen  zuo  uns 
-ko'miifen,  wie  wol  wirfi  berüeft  band,  als  den  hertzog  Gerold 
,Von  Rosmllon^  Doon  von  Nantueil  und  der  hertzog  Befea  von 
Agremunt  gebrüedern.  Ab  dennen  klag  ich  mich  gegen  üch 
;'"/•'•  10  lind  sagen  üch :  wo  nüt  her  Salomon  von  Brettannia  gsin  were, 
derona  raanlichen  zehill'kam  und  entschutt  mit  dryssig  tuesend 
strittern,  und  och  her  Lamprecht  von  Berrinn  und  her  Ood- 
frid  von  Bourdella  mit  üaüerann  von  Bouillon,  so  weriud  wyr 
all  verloren  gsin  und  Überwunden,    als  ir   wol  wüssend ,    und 

t6  als  durch  disser  dryen  bruodern  echukl,  die  mit  nff  unser  ge- 
bot band  wellen  komuien,  nach  gehorsam  sin,  auuders  der 
hertzog  Befea  von  Agremunt,  wie  wol  sy  all  mine  lebenlüt 
sind  und  tnlw  und  dienst  schuldig  sind.  Ich  wyll  im  enbütten, 
das  er  mir  komme  diennen  inn  dyssem  summer  mit  all  siner 

20  macht,  und  verseyt  er  uns  das,  so  wyll  ich  by  minem  gott 
all  unser  frund  berüeö'en  und  wyll  Agremunt  zerstören  und 
inn  sebantlichen  erhäucken  lassen«.  Hft'  disae  red  sagt  der 
bertzog  Anses  zuo  dem  keyser  Karly :  »Her,  mich  dunckt,  ir 
sötten d  iich  not  also  ertzürnnen   nach    hoen  machen.     Wend 

sft  ir  ruinem  rütt  volgen,  so  sond  ir  dem  hertzog  von  Agremunt 
ein  hotten  schicken,  der  du  wyÜ  und  vernunftig  sig,  das  der 
dem  hertzogen  üwer  befelcb  wol  an  zeigen  könne.  Und  dem- 
nach wenn  ir  sin  antwurt  vernenimend,  so  werdend  ir  dann 
zerätt,  waz  Heb  zethuon  aig.^     »Inn  der  warheyt,«  sagt  Karly, 

so  »ir  rättend  mir  rächt;  aber  ich  weyü  nut,  wer  mir  min  bot- 
schafft uJärichten  well  und  den  tod  nüt  entsitzen  wnrd  und 
die  botschaÖt  ußrichte,«  Al)er  as  was  nüt  ein  mentscb ,  der 
sich  deren  begehe;  wann  es  warend  iren  vyl,  die  des  hertzogen 
fründ  wärend,  als  der  hertzog  Anion  von  Dordonna,  der  watfl 

sft  sin  bruoder;  wann  iren  warend  Her  bruodern.  Do  was  der 
keysser  Karly  vast  zornig    und  leydig    und  scbwuor    hy  gott, 


25  völgOD  hs.         35  Do|  aim 


3 


les  hertzogen  land  müeßtend  gentzlichen  zerstört  und  verwilesk 
werden^  und  es  were  kein  mentscli  uff'  erttrich,  der  im  dar?or 

Imaestesin.   ^Her^,  sprach  der  hertzog  Ainon  von  Dordonna,  »ich 
rill  öch    guotz   darnrnm  verjecheu ,    hat  er    iich  etwaz  zeleyd 

,  das  ir  iou  strüffend  und  fich  rächend.     Er  ist  üwer  lehen-  ^ 
man  tind    aol  üch  diennen    und  sin    land    von  uch  itin  haben, 
Qod  hat  er  uch  zeleyd  thän,  ist  mir  leyd,  und  bekümmert  mich, 

^^das  ir  zoro  gegen  im  tragend.     Ich  hab  hie  mine  her  sün,  die 
aflcaaend  Uch  dtennen  nach  üwerem  wjUeu.<r      »Amon,<  sprach 
Karly«   »ich  dancken  üch  ilwers  guotten  wyllens ;  darum m  ist  i» 
min  wyll,  das  ir  ey  har  bringend,  so  wyll  ich  sy  zuo  rytter 
ichlachen, €     Der  hertzog  Amon    fuort   sine    fier  sün  für  den 

fliejrsser.     Und    do    er   sy    gsnch,    gfiellend    sy    im    vast    wol, 
[bl.  165]  Rengnold,  der  eltat,  sprach  zuo  im;    »Her,  ich  byt 
ir  wellend  uns  zuo  rytter  sehlachen »   »o  wend  wyr  öch  i» 

taltzyi  gehorsamm  sin  zuo  diennen.^  Der  keyser  Karly  bernofft 
sin  uiarschalck  und  sprach  zuo  im:  »Bringend  mir  den  har- 
nisch ,  der  des  künig  Cedres  gain  ist ,  den  ich  mit  miiinem 
schwertt  ertödt  bah  im  stryt  vor  Fampeüunnia,  so  wyll  ich 
den  Uengnolden  geben.  Und  wyll  den  andren,  sinen  brüedern,  30 
ander  guot  hämisch  geben.«  Der  marachalck  bracht  den  har- 
nisch  ,  der  was  vast  schöü  und  kostlich.  Die  fier  sün  Amon 
wurdend  gewapnet,  und  Gergis  von  Tanneniarck,  der  irs  stammet) s 
was,  leyt  Reugnolden  die  sporen  an,  und  Karly  gnrt  im  daz 
achwertt  nmra ;  darnach  schhiog  er  inn  zuo  rytter  und  sprach:  26 
»Ooit  der  allmechtig  offne  dich  inn  frummkeytt ,  eeren  und 
inn  nianheyt!«  Darnach  mü  Rengnold  uff  sin  pfert  Bayard, 
desglichen  nie  gsächeu  ward  nach  wyrfc  nach  des  grossen  künig 
Liexandera  pfert;  wann  zechen  mil  zeloutten  thet  im  nöt.  L>is 
pfert  ward  ertzogen  inn  der  inn  sei  Brisco;  das  hat  im  geben  30 
■in  vetter  Magis ,  des  hertzog  Befes  von  Agremuntz  sun,  das 
len  keyser  Karly  darnach  vast  zornig  machte  als  ir  hören 
werdend*     Der  edel   rytter  Rengnold    hat  ein  schonnen  schilt 

^an  einem  hals  hangend;    er  erschutt  sin  schwert  inn  grosser 
hoifart,     Mengklicher  sprach:    »Ach  gott,    well  ein  schön  ner  aa 
ist  das!  60t  uffne  imm  er,  manheyt,  tagend  und  prita!« 
was  er  öch  ;  wann  er  was  als  ein  schünner,  wol  gsetzter 
manliclu'r  rytter,  als  uÖ*  ertriclt  sin  mocbt     Sine  brüeder 


wurdend  och  erlichen  imd  köstlich  gewapnet.  Und  sässend 
uff  ire  pfert  und  ryttend  under  Sant  Victor  nebend  Paris ;  da 
ließ  der  kejser  ein  *  uff  richten,  dax  die  jungen  rytter 
stechend.     Die  stächend  wol ;  aber  Rengnold  stach  am  hasten 

6  uff  Bayarden ,  dardurch  er  dem  keyser  wol  gfiel,  darurnm  er 
ZOO  im  sagt:  ^Rengnold,  du  wyrst  nun  für  hin  mit  uns  zuo 
stryt  rytten.«  Rengnold  sprach  zuo  im:  »Her,  ich  dancken 
üch  ze  tussend  mallen.  Ich  verheyasen  üch  by  guotten  tnlwen, 
üch  gehorsam    zesin  und  trüliehen    zediennen ,    und  miiessend 

10  mich  niemmer  mer  ungerecht  finden.«  Nach  dem  stächen 
reytt  der  keyser  wyder  gen  Paria  ino  sin  pallast. 


Wie  der  keyser  Karly  sin  sun  Lohar  inn  botschafftz 

wyß  gen  Agremunt  schickt   zuo  dem  her t zog  Befes, 

und  wie  er  ertödt  ward  von  dem  hertzog  Befes  sampt 

sinen  ryttem. 


1» 


Do  er  wyder  inn  pallast  kam,  beruofft  er  sin  eitern  sun 
Lohar  und  sprach  ziio  im:  »Min  lieber  sun,  du  wirst  mir  die 
Ijotachafft  thuon  gen  Agremunt  Und  füer  mit  dir  hundert 
wol  gewapnetter  ryttern,  und  wjrst  dem  hertzog  Befes  sagen, 

20  wenn  er  uns  not  komme  dien  neu  uff  den  körifftigen  suinmer, 
80  well  ich  kommen  Aj^remiint  und  all  sin  land  zerstören  und 
inn  und  sin  sun  erhäncken  oder  laben dig  schinden  lassen  und  fl 
sin  frow    verbrennen-«      "Her,«    sagt  Lohar,    »ich    wyls  gern 
thuon  und  wyls  nüt  uriderwegen  lassen    ntä  forcht    des  todtz, 

26  das  ich  im  nüt  üwer  befelch    untz    zuo  end    sage.     Und  wyll 
morn  früe  u£F  sin  ,   ist  es  gotz  wyll.«     Do  Lohara  mornendes  m 
den  tag  ersach  ,    do  ruat  er  sich    und  sin  gselschafft  vaat  wol 
zuo,  und  ßässend  uff  ire  pfert  und  kämmend  für  Karly,     Lohier 
sprach  zuo  im:  >Uer  keyser,  suchend,  wie  ich  und  min  volek  ■ 

HO  gerüst  sind  üwer  gebot  ze  verbringen  [*  »Lieber  siin,€  sprach 
Karly,  »ich  befilch  dicii  goit,  der  tod  und  niartter  gelytten 
hat,  das  er  dich  und  din  gselscbafft  beware.«  Damit  schied 
Lohar  hinweg  (des  Karly  darnach  groü  leyd  fnort)  den  aller 

S  an  stelle  des  sternclienR  in  der  hs.  leerer  räum;  r.  ann]. 


m 


aechateii  gegen  Agremiuii  zuo.     Und  schiiltend  den  hertzogen 

ind  sagtend,  sy  wettend  im  den  kopff  abscli lachen ,    wenn  er 

fiiineD  wyder  die  billigkeytt  thette.     Acb,  es  gieng  änderst  zuo, 

■dann  sy   ?ermeinttend ;    des    darnach    menge    frow    imim    Iren 

leegmfichel   kam    und   sovyl    Und    und  «tett  zerstört  wurdend,  g 

idas  semlichs  eiu  janimer  zehören  ist.     Ein  spedier  hört  alles 

[daa,  80  »y  seyttend;  der  kam  ziio  dem  hertzog  Ton  Agremunt 

[und  ert^iüt  ün,  wie  botten  zno  im  kemniend  von  keyser  Karly, 

die  troüwtend  im  vast,  und  des  keyser  Karlys  sun  were  per- 

I  fiönlich  du.     Do    das   der    hertzog  hört,    sprach    er  zuo  sinen  lo 

Iryttern:  >Ir  heren,  Karly  achtet  oder  halt  mich  wol  für  tor- 

recbtig,  das  er  verraeint,  ich  soll  im  gehoröaramy  thuon  mit 

allem  minem  vermögen,    und  schickt   zuo  mir  sin  eitern  son 

mir  seuilicba   zuo   sagen,    der    tröwfc   mir    darmit    grötälichen. 

Darumm  bvt  ich  üch  umm  rätt.«     Üo  sprach  zuo  im  ein  rytter,  15 

I  der  hie&  Symon;    »Min  her,    ich  wyll  üch  wol    und  erlichen 

Irätteo^  wenn  ir  mir  volgen    weud,     Entpfächend  Karlya  bot- 

1  schafft    wol    und  erlieh;   wann  ir    wilssend  wol,    das  er  üwer 

rechter  her  ist  und  das  der  wyder  gotfc  und  recht  thuot,  der 

wider  sin  rechten   beren    fycht.     Her,  band  [bb  166J  uüt  ein  a« 

ulTäächen  ufi*  iiwern  wyllen  und  uff  da«,  das  imm  üwer  bruoderu 

fljerold  von  Rossillon  und  Uoon  von  Naniueyü  nüt  wend  ghor- 

samm  sin;  dann  wo  ir  Karly  nüt  ghorsamm  sind,  so  wyrt  er 

üeb  an  lyb  und  guot  straffen»  und  wenn  ir  im  ghorsamm  sind, 

?wirt  er  üch  lieb  haben.«     Do  sprach  der  hertzog,  er  wett  a& 
im  nüt  also  tbuon    und   er  geh  im    bössen  rätt.     *VVann  ich 
bin  nach  nut  so  arm,«   sprach  er,  »und  bab  dry  bruodern,  die 
mir  wol  häläen  werdend  wyder  Karly;  desglichen  hab  ich  och 
rfier  veitern,    mines    bruoders  Amona   von  Dordonna  sün,    die 
[sind  vaat  schon  schiitner  und  maöHch  inu  kriegyschen  suchen.«  ao 
>Achf  min  her,<  sprach  die  hertzogiii,    *volgend  ratt;    wann 
ei  Wirt  üch  niemmen  loben,  wenn  ir  üwern  rechten  heren  be- 
knegend.     Und  darumm,  band  ir  wyder  inn  gethän,  so  ver- 
sfieoDend  üch  wyder  mit  im  und  tröstend  üch  nüt  üwer  bruoderu, 
als  üch  her  Symon  gerätteu  hat;  wann  es  mag  dem  nlemmer  s6 
|mer  wol  ergän,  der  inn  Ungnaden  sines  heren  ist.«    Der  hertzog 


i  dannj  aui  ^wann*  gebessert  ha. 


Dh  die  lierizogin  en  iiiii  ^ani  grossem  %orii  und  sprach  zuo 
ir,  8y  8Öit  tüffels  namnieti  sehwigeti  und  sott  im  nüt  mer  von 
dysser  nmtteryen  sagen,  wann  er  weit  Karly  kurtz  uniiu  not 
ghorsam  sin.     Also  sagt  die  hertzogin,  sy  wett  schwigen  und 

a  imm  nüt  mer  darvon  sagen.  Grot^  was  das  gebrecht  und  das 
gschrey  im  pallast  zuo  Agremunt;  wann  etlicb  rieitend  dem 
hertzogen  dt*r  hertzogin  rätt^  und  der  andren  vy!  riettend  im 
das  wyderspyl ;  wann  sy  erkanttend  irs  heren  wyll  woL  Der 
hertzog  sprach  zuo  dennen ,   die  im  riettend  ,  daz  er  not  mit 

10  Karly  fryd  machen  sott  nach  im  ghoreamm  sin ,  er  lopte  sy 
darumm,  und  so  lang  und  er  lepte,  wett  er  im  nut  diennen, 
suuders  er  wett  inn  schedigen  und  so  grossen  krieg  wyder 
inn  füeren ,  das  er  erkennen  müelate,  ob  er  fründ  hett  oder 
nüt.     Sy  redtend  vast  lang  von  dyssen  dingen»     Diewyl  rejtt 

10  Karlys  botschafft  sovast,  das  sy  zuo  dem  schlos  Agremuiit 
kämmen.  Das  stuond  uff  einem  hochen  grossen  berg ;  da  was 
eiti  i'els,  ummgeben  mit  atarcken  hochen  und  dickeu  muren 
und  wol  getziert  mit  grossen  thürunen  inn  soll  jeher  gstalt, 
das  es  nüt  zegwünnen  was  dann  allein  durch  huuger,     Lohars 

absprach  zuo  sinnen  ryttern ;  ilr  heren,  sächend,  wie  daz  ein 
festy  ist,  wie  das  muren  sind  und  wie  das  ein  schön  wasser 
ist,  80  unden  daran  louft  I  Ich  gloub,  das  inn  der  krystenheyt 
nüt  sins  glychen  sig:  es  mag  nüt  gwunnen  werden  dann  durch 
hungerte     üin  rytter   sprach,   der  hieü  Savary,   zuo  Lohara  : 

«  iHer,  ir  sondtz  nützürunen:  miu  her  der  keyser^  üwer  vatter, 
hat  ein  grosse  torheyt  understanden ,  das  er  verineint  dissen 
hertzogen  zebeizwiiigen;  wann  er  ist  inn  der  wärheyt  vast 
mcchiig,  und  gloub,  er  werde  wol  als  vyl  volck  vermögen,  als 
min  her,  üwer  vatter,  wenn  er  inn   bekriegen  wett.     Und  dar- 

30  umm  wer«  ein  guot  ding,  wenn  sy  möchtend  eyß  werden,  und 
inins  teyls  wett  ichlä  vast  gern;  aber  ich  weyß  das  wol:  wenn 
inn  üwer  vatter  hett,  alles  gold  zuo  Paris  wurd  inn  nüt  be- 
schirnimen,  das  er  inn  erhäncken  oder  läbendig  schinden  ließ, 
Daruntm  byt  ich  üch,  her,  das  ir  früntlicben  mit  im  redend; 

•«  wann  er  ist  inn  der  warheyt  bochfertig  und  übermtiettig,  und 
machte   glich    ein    grosse  uffruor  zwüschend    üch    und  im  er- 


28  üwer]  alt«  'aber*  gebeMert  ha. 


3 


hsefif  dardtireh  »ich  der  verliirät  uff  uns  keren  wurd,  wann 
unser  i»t  wenij^.«  Lohar  sprach,  er  redte  recht;  >aber  wir 
mmi  ans  not  dester[minder]  not  fürchten,  wann  wyr  sind 
gQot  wol  gewapnet  rytter*  Üarumm,  sagt  er  etwaz  zuo  uns, 
dtt  QU«  mifiralUf  »o  muos  er  der  erst  sin,  der  lejdig  wjrt*<  6 
Savary  sprach  zuo  im:  *leh  furcht,  ir  wellend  nut  wyalich 
handlen ;  wann  ich  sagen  (ich  by  miner  trüw,  sagend  ir  im 
etwaz,  daz  im  myäfalt,  das  er  Üch  am  lyb  schedigen  wirt  und 
una  mit  Üch.  Darumm  byt  ich  üch ,  daz  ir  die  sach  wol  er- 
messen wellend  und  wyßlieh  inn  Üwer  botachafft  handlend ;  lo 
waon  ich  sagen  uch,  und  gloubend  mir,  das  er  vast  grussamm 
d  ein  manlieher  rytter  ist.c  Inn  aöüicber  gstalt  ryttend 
die  botten  so  vaat  von  einen  and  andren  Sachen  zuo  sagen, 
das  sy  an  daz  thär  für  Agremunt  kämend.  8y  klopfftend  am 
tbär,  und  der  portner  sprach  2uo  innen:  »Ir  heren,  wer  sind  && 
ir?«  »Lieber  fründ,«  sprach  Lohar,  »thuo  uns  uff,  wann  wir 
wend  mit  dem  bertzogen  reden  von  des  keyser  Karlys  wegen.« 
»Nun  beyttend,*^  sprach  der  torwartter ,  »ich  will  gen  min 
baren  fragen,  ob  ich  üch  soll  inn  lassen,«  Der  portner  gieng 
hinuf  inn  palla&t  für  den  hertzogen  und  sprach  zyo  iramrao 
>Uiiediger  her,  es  int  ein  grosse  gselschafft  rytter  (deren  sind 
wol  by  handertten)  am  thär,  wol  gerüst,  die  begerend  bin  inn 
mitt  uch  zereden.  Sol  ich  innen  uff  thiion?«  >.Iä,*  sprach 
der  hertzog,  »wann  ich  entzitzen  sy  nüt,  und  were  Karly  per- 
sdnlieh  da  und  all  sin  macht.c  Der  portner  lüff  und  thet  s» 
innen  uff,     Lohar  und  sin  nianliche  gselschafft  rittend  hin  inn 

Iund  kämmend  inn  paltast,  in  dem  der  hertxog  was.  Der  sprach 
«no  sinen  heren:  »Ir  heren,  hie  ist  Karlis  eitern  sun,  der 
kompt  zuo  mir  inn  botschafftz  wyß.  Aber  by  dem  got,  der 
tod  und  martter  leyd,  redt  er  not  wjßlich  mit  uns,  so  muoü  so 
im  der  Ion  werden,*  Der  hertzog  Beiles  was  inn  erlicher 
gseischafi*t  wol  zweyer  hundert  ryttern  oder  mer.  Das  was 
im  nieyen  ,  so  sich  all  meutschlich  creattnren  erfröwend  und 
gehertzi  sind  zuo  strytt.  Lohar,  Karlis  sun ,  tratt  inn  sali 
rast  köstlich  gewapnet  mit  sinem  volck ;  da  gsach  er  den  sali  u 
?oU  gewapt  netter  ryttern.    Der  hertzog  saß  under  sinnen  heren 

$  ich]  danmter  *8elbs*  sichtbar  hs.;  i.  anm.        27  in]  im  ba. 


6 


hocliferiigklicheii  luid  bj  im  die  hertzogiii,  sin  eegnmchel,  tind 
vor  im  sin  siin  Magis,  ein  meyster  der  ^chwartzen  k  uns  ton ; 
der  kurtzwillet  vor  ainem  vatter  inn  sineu  künsten,  darab  die 
herren  grossen  wolluat  iiämmend.     Und  ir   sond  wüssen ,    das 

B  tair  aller  weit  kein  manlicher  rytter  was  nach  lystiger,  als 
der  gemelt  Mngis  was,  dann  [bl,  167]  aliein  usgenomnien  sin 
vetter  Rengoold,  der  auo  Ämmon  ,  von  dem  dis  böoeb  iini- 
sunderlieyt  sagt.  Loliar  tratt  harfur  der  forderst  und  sine 
rytter  im  nacli    für  den    hertzogen*     (Jod    do  er  inn   gruotzt, 

10  sprach  er  also  zuo  im:  »Der  gott,  der  das  Hrmanient  geschaÖen 
hat  nnd  nß  nnt  alle  ding  schuoff,  der  menscheyt  zuo  siner 
narriing,  und  tod  nnd  martter  an  dem  krütz  leyd,  den  mentschen 
von  der  helle  pin  erkoufi'en ,  bewarre  nnd  beschirnime  den 
keysser  Karly  und  all  sin  edel  geschieh bt  und  verfliieche  dich, 

16  hertzog  zuo  Agremunt!  Der  keyser,  min  vatter,  enbütt  dir 
äntlich  durch  mich,  das  du  yllentz  gen  Paris  kommest  mit 
fünff  hundert  ryttern  im  diennen  ,  wo  hin  er  dich  bruchen 
wyll,  und  darzuo  och ,  das  du  im  rächnung  gebest  umm  das, 
daK  du  not  kommen  bist  im  diennen  im  lampartischen  krieg 
I  wyder  die  unglöubigen,  dar  durch  durch  din  schuld  ummkommen 
sind  Bttldowin  von  Mellent»  Godfryd  von  Bordeüa  und  ander 
fdrsten  und  heren.  und  Umostn  das  nät,  so  sagen  ich  dir, 
das  der  keyser  dich  überzüchen  wirt  mit  hundert  tussend 
mannen  und  dich  gfangen  ^^en  Paris  fOeren  ;  da  wirt  er  dich 

26  nrtteyllen  als  ein  faltscher  untrüwer  verretter  dinem  heren, 
und  din  frow  verbrent  und  din  sun  inn  das  eilend  geschickt, 
Darumm  tbuo  das,  so  dir  der  keyser  eabüt,  so  tbuostn  als 
ein  wysser  man;  wann  du  weyst  wol,  das  du  sin  lechenman 
und  nnderthän  byst,«     Do  der  hertzog  Beffes    von  Agremunt 

ao  Lohar  also  hört  reden ,  do  bettend  ir  inn  gsächen  sin  farwb 
endern  und  schnarchien  als  ein  untnlwer,  grussatnnier,  schalck- 
hafftiger  mentsch,  nnd  sagt  zuo  Lohar:  *Ich  wyll  nüt  zuo 
Karly  weder  rytten  nach  gän  und  och  nüt  umm  sinett  willen 
thuon^   und  och  sin  land  nut  von  im  zelechen  Imben,  sunders 

u  er  wett  inn  überzüchen  mit  all  siner  macht  und  das  gantz 
Franckrich  zerstören  nutz  gen  Paris.  Lohar  sprach  zuo  im : 
>Hertzog,  wie  darfstu  mir  also  antwurt  geben  ?  Wann  wüläte 
das  der  keyser,    so  vvurd   er  dicli   zerstören;   wann  du  weyst, 


tdfts  du  gin  lechenman  byst,  das  kanstu  mit  widersprächen, 
nanimm  kam  on  vertzug  und  byß  im  beliolffen  und  volg  mir; 
wann  tbuosiu  das  nüt,  so  wirt  er  dich  au  einoii  boum  er- 
bäncken  lassen,  mag  er  dich  betratteii,«  Do  der  hertzog  Lohar 
Terstuond «  do  stuond  er  af  und  sprach :  >  Du  bjst  inn  einer  5 
^ückbafftigen  stund  kommende  im  ein  sülliche  botschafft 
ftUen,  Inn  dem  tratt  ein  rytter  barfür,  Gaudentz  geheyssen, 
des  hertzog  Befles  ryttern  einer,  der  sagt  zuo  sinem  beren: 
iMin  her,  hüettend  durch  gott,  daz  ir  not  ein  torheyt  be- 
Igaogend!  Land  Lohar  all  sinn  wyllen  sagen,  wann  ir  gälten J  10 
Idarumm  weder  minder  nach  men  Und  wie  ir  wol  wüssend, 
der  keyser  Karly  ist  Tast  mechtig;  darumm  kerend  zuo  im 
durch  min  rätt,  wann  ir  sind  sin  lechennmn  und  undt-rthän 
and  ir  band  von  im  inn  üwere  bürg  Agrenumt  und  all  ilwer 
tiand.  Und  tbuond  ir  im  also,  so  thuond  ir  wyßlich  und  wirt  J& 
[üwer  nutz  sin ;  wann  wyder  öwern  rechten  heren  kriegen,  mag 
öch  nüt  dann  Übels  daruß  erschiessen.«  Do  der  hertzog  des 
rytters  rätt  ?erstuond,  do  seyt  er  im  grossen  danck  und  sagt, 
er  sott  schwigen.  vWanu  ich  wyll  im  nüt  underthenig  sin, 
die  wyl  ich  hämisch  tragen  mag  und  oft'  die  pfert  sitzen  mag.  »0 
Ich  wyll  raiue  brücder  beriieffen  und  wend  über  Karly  züchen, 
und  mag  ich  inn  betratten,  so  wyll  ich  im  thuon,  als  er  mir 
'?ermeint  zethuon.  Vermeint  er,  das  ich  so  nütsöUend  sigV 
fKeinn,  by  miner  trüw!  Wann  ich  wett  nüt  alles  gold  zuo  P^iri» 
nemmen ,  das  dy&  holten  nüt  ertödt  wurden,  und  sott  mau  ^^ 
mich  zuo  stucken  howen.  Schädlich  wyrt  es  innu  sion ,  das 
er  mich  alio  bat  dörti'en  bandlen*«  Lohar  sprach:  »leb  achten 
und  furchten  dich  gär  nüt.«  Do  inn  der  hertzog  versttiond,  do 
«untt  er  uff  von  schalck[heit]  und  stuond  uff  und  sprach :  »Woli- 
u&\  ir  heren,  fand  inn!  Wann  er  muos  nüt  gesichert  werden  ao 
des  todtz.«  Die  rytter  torfftend  nüt  wyder  iren  bereu  thuon, 
die  zogend  Jre  scbwertter  u&  und  schluogend  uff  die  botten. 
Lohar  und  sin  volck  warttend  sich  turstenklicU.  Gott  weylät, 
wie  vyl  hoptern  und  scbäncklen  des  tagß  abgehoweu  wurdend; 
wann  ea  erhuob  sich  des  tags  ein  sacb,  des  vyl  frowen  umm  35 
mun  kämmend  und  sovyl  weyMiu  wurdend  und  sovyl  junck- 


22  ich  *]  wiederholt  hs. 


10 


fröwlin  on  lieblmber  mid  sovyl  Imidtz  zerstört  wani  ,  da«  es 
ein  erbermbd  was.  Was  sol  ich  üch  sagen  ?  Der  strytt  weret 
so  laog,  das  das  ^sehrey  inn  die  atat  kam.  Do  kämmend  die 
burger  mit  iren  werren  für  den  pullast,  abo  daz  iren  by  siben 

&  tussend  wärend  oder  mer;  aber  die  Frantzossen  warend  am 
ingang,  die  waren  innen  wol  darvor  hin  inn  zekommen.  Ach, 
waz  arbenkelligen  tags  das  was!  Wann  des  keyser  Karlys 
ryttern  wärend  wenig  gegen  den  andren;  aber  sy  warttend 
sich  man  lieh,  untx  daz  Lohar  gsach,  das  er  nnd  sin  volck  das 

10  bösser  teyli  haltend.  Üo  schluog  er  ein  rytter  so  hertten- 
klichen  vor  dem  hertzog  Betfes,  das  er  tod  nyder  fiel,  und 
sprach:  *Gott  verfltiecbe  dich!«  Darnach  sprach  er  und  gehuob 
sich  itbel :  *Her  gott,  ich  byt  dich»  du  wellest  mich  uff  den 
hüttigen  tag  bewaren ;  wann  ich  gsich  wol,  wenn  es  nüt  mit 

i&  diner  hylf  beschicht,  das  mich  min  vatter  nüt  mer  gsächen 
wyrt.«  Damit  schrey  im  der  hertzog  zuo  und  spracb :  »Üy 
gott,  hütt  wyrt  din  end  sin.t  i  As  enwyrt,«  sprach  Lohar 
und  schlnog  damit  den  hertzogen  mit  sinem  mordpieü  uff  sin 
hälm  ;   aber  der  streich  schlypfft  ab  dem  heim    und  fiel  imm 

fo  uff  sin  ferssinnen,  also  das  im  das  bluot  darulä  traug.  »ßy 
gott,*  sprach  Lohar,  »du  enttrunst  nüt,«  L*er  hertzog  sprach 
vast  zornigklichen :  >Ich  schätzte  mich  niennerthin,  wenn  ich 
mich  nut  [bl.  Ui8]  an  dir  räche.*«  Und  huob  damit  sin  seh  wert 
uff  und  scbiuog  Lohar    damit  so  hertt    uff  sinnen  hälm  ,    das 

«6  er  inn  tod  zuo  der  erden  falt.  0  gott,  waz  grossen  Übels  hat 
der  herty.og  begangen,  das  er  so  schantliclien  Lohar,  Karlys 
siin,  ertödthattl  Wann  er  kam  sy  darnach  och  erbermklichen 
umm;  das  was  der  Ion,  den  er  darumm  enpfieng,  als  ir  hören 
werdend.     Der  hertzog,  raitt  gnisamkeyt  erfült,   htlw  im  den 

s«  kopff  erst  nach  sinem  tod  ab.  Do  Lohars  rytter  iren  herren 
tod  gsächend,  ir  mögend  wol  gedencken,  das  sy  nüt  vast  grosse 
wer  thettend.  Wann  von  den  c  ryttern,  so  mit  Lobar  kommen 
wärend ,  belibend  nüt  mer  dann  zwentzig  inn  laben ;  von 
dennen  ließ  der  hertzog  die  zechen  von  stund  an  ertöden  und 

"  die  andren  zechen  ließ  er  inn  laben  und  sprach  zuo  innen : 
»Wend  ir  mir  verheyssen  und  schweren  by  üwer  eyden,   das 


■ 
I 


27  uy]  d.  i.  ata. 


11 


Ir  üwern  heren  Lobar  aiiieni  vatter  bringen  wellend  inid  im 
gen,  ich  schicke  im  sin  sun,  ond  er  habe  inn  mir  inn  einer 
len  stund  j^eschickt  mir  sölliche  botachatft  sa^en,  so  wytl 
üch  lassen  gan «  und  im  B»gen ,  das  ich  nüt;  eines  halben 
faallers  werit  umm  inn  thnon  well ,  ee  weit  ich  an  inn  ge-  ^ 
rUfcen  inn  sin  Innd,«  ^Her,«  sagiend  sy,  *wyr  wend  fchnon, 
was  üch  geliept.«  Der  hertzog  lieta  yllentz  ein  boum  machen 
ttod  ließ  Lohars  lichnam  darinn  leggen  und  gab  den  den 
^■ftechen  ryttern  ;  die  leyttend  inn  nff  ein  karen  mit  zwey  pferdon. 
^H)er  hertzog  gab  innen  das  gleytt  zuo  der  statt  uß.  Und  do  ^^ 
^^■y  uff  dem  fald  wärend,  fiengend  die  rytter  an  klagen  iren 
^^kerea  und  sagtend:  >Ach  her,  waz  send  wir  dem  keyser, 
^Ktwerm  vatter,  sagen,  der  sovyl  leyd  haben  wyrt,  wenn  er 
^r  Qwern  grussammen  tod  vernimpt?  Wir  mögend  wol  sagen  und 
des  gewiiß  sin,  dann  er  nns  all  wirt  töden  lassen. «t  Inn  söHicber  ^^ 
gstali  bekfagtend  sy  sieh  nmm  irs  hcren  tod  uff  der  sträa 
gegen  Paris  zuo.  Nun  wend  wyr  von  Ivarly  und  siner  her- 
schaM  sagen,  so  zuo  Paris  wäreud. 


I 


Wie    die   zecheo   rytter   iren    heren   gen  Paris   irera 
vatter brächtend,  und  wieder  liertzogAmon  ab  dem  3^« 
häf  schied  mit  siunen  üer  stinneo. 


kl 
3 


Der  keyser  Karly  sprach  eines  tago  zuo  sinneu  forsten : 
^Ich  bin  vast  zornig  umm  min  sun  Lohar,  den  ich  gen  Agre* 
Biunt  gscbickt  hab;  ich  kan  mich  nüt  gnuog  verwundern, 
das  er  so  lang  uü  ist  inn  siner  botschafft.  Ich  hab  grosse  ^^ 
forchi,  im  sige  etwaz  begegnet  mit  dem  hertzog  Beffes »  der 
ist  atoltz  und  übermüettig,  und  besorg,  er  habe  inn  ertodt 
Aber  by  miner  seil,  hat  er  im  also  thän  oder  etwaz  zuo  gfiSegt, 
m  will  ich  inn  über  züchen  mit  hundert  tnssend  stryttern 
ud  inn  gentzlichen  uß  rütten !  Wann  die  vergangen  nacht  s» 
(ätt  mir  troumpt,  die  sträl  schusse  von  himel  uff  min  sun 
Lahars,  das  er  inn  ämmacbt  nyder  fiel;  darnach  kam  der 
hertxog  Beffes    von  Agremuni   an  inn    und  hüw   im  sin  höpt 

« 
15  daanj  l.  das?        30  gealliehes  b«. 


12 

h1).  Ahur  Uy  iniiieii]  bnritj  Imtt  er  im  also  fcliäti,  so  muol 
iiieiiimer  mer  mit  mir  verreint  werden!«  »Her,«  sprach  der 
hertzog  Aiises,  »semlichen  tröummen  sol  man  nüt  glonbeo 
geben.     Nut  destemiinderi  hat,  er  im  also  thän,    so  wyll  ich 

b  trob  und  trän  sin,  das  er  gestrafft  werd,  und  ina  gentzlichen 
vertribtin.  Docb  erschrackend  imt,  untz  das  ir  die  each  ver- 
nemmend.«  Und  als  er  dysse  wortt  redt,  kämm  Lohars  ryttern 
einer  inn  pallast ^  der  was  übel  verwundt^  nnd  kam  für  den 
keyser  und  mocht  kiim  reden;  doch  sprach  er  zuo  im:  »Grosse 

iü  iorheyt  hand  ir  begangen,  das  ir  min  her,  üwern  sun,  ziio 
dem  hertzog  von  Ägremunt  gschickt  hand  ghoraammy  und 
trybnt  forschen  ;  der  hatt  es  achantlichen  von  im  erfordert, 
darnnim  inn  der  hertzog  hieLi  fachen ,  wann  er  miiciäte  lich 
ein  botschati't  niemmer  nier  kommen  sagen.     Das  selbig  fachen 

ift  ist  also  gendet ,  das  üwer  snn  nmmkonimen  ist,  das  von  all 
sinen  ryttern  mit  mer  dann  nnser  zechen  darvon  kommen  sind, 
die  nun  kommend  mit  üwers  suns  lichnamni.«  Do  der  keysser 
dysae  mere  vernamra,  do  fiel  er  nyder  von  leyd  und  zerwand 
sine  händ  und  rey§  und  zog  sin  bartt  mid  bar  uia  nnd  sprach  : 

10  »Ach  gott^  du  ha^^t  mich  inn  semlich  leyd  gsetzt ,  dardiirch 
ich  niemraer  mer  froud  haben  wyrd.  Üarumm  bit  ich  dich 
umm  den  tod ,  wann  ich  begeren  nüt  mer  zeläben.«  Der 
fronmi  hertzog  Anses  trost  inn  vust  gtiettenklich  und  sprach 
lUQ  imm:    *Her,  durch  got  betrüebend  üch  nüt  sovast,  hand 

i&  üwer  hoffnung  zuo  gatt!  Land  üwers  suns  iiclinam  bestatten; 
darnach  überzüchend  den  hertzog  von  Agremnnt  mit  all  üwer 
macht  und  zerstörend  inn  und  all  sin  macht  und  land.*  Der 
keyser  erkant  wol,  daz  im  Anses  frommklich  riett,  und  sprach: 
i>Wolliift',   ir  heren ,    rüstend   üch!    80    wend    wir  minem  sun 

3<j  Lüliar  seüigen  engeren  rytten,«  Von  stund  an  rüstend  sich 
all  fürsten  und  heren.  Und  dosy  zwo  mil  ussert  Paris  wärend, 
do  begegnet  innen  Lohars  lichnam  inn  einem  bonmm.  Do 
[bl.  169]  Karly  sins  suns  lichnam  gsach  ,  sprach  er:  »Ach, 
wie  gut  man  so  schantlieh  mit  mir  umm  U  Er  stuond  ab  von 

s&  sinem  pfert  nnd  huob  das  tuoch  uff,  so  uW  dem  boum  lag, 
und  gsach  sin  sun  Lohar,  dem  was  der  kopff  ab  gehowen  und 
das  antlyfc  gantz  zerhowen.  »Ach  gott,<  sagt  er,  «das  ist 
guuog,  das  einer  unsinnig  wurd.     Ich  sol  den  hertzog  Beffes 


18 

billich  hassen,  das  er  mir  min  sun  aUo  gmürfc  hattt     DAmit 
ku&t  er  sin  son  also  bluotfcig  und  sprach:   >[ch  bit  gott  den 

J I mächtigen ,    das  er   din  sei  ion    sin  himelrich    setze.«     Der 
kefsser  foort  gros  leyd  umm  sin  sun,  aber  der  hertzog  Ansea 

inn  stets.  Also  nänimend  der  hertzog  Türin g  von  Ar-  & 
dannia  und  Samsoo  von  Burgundia  den  boum  und  fuorttend 
inn  inn  die  statt  Paris;  da  ward  er  vergraben  und  verbalsamet 
nach  eeren.  Nun  wend  wir  von  dem  hertaog  Amon  und  von 
sinnen  sünnen  sagen,  die  wärend  zuo  Paris.  »Mine  sün^c 
sprach  Amon,  >ir  wüssend,  das  Karly  größlichen  ertzurnt  ist,  »o 
und  das  ist  not  an  nrsaeh ;  wann  min  bruoder ,  Öwer  vetter, 
hat  sin  sun  ert5dt.  Ich  weyß  wol ,  das  er  inn  über  züchen 
wyrt  mit  all  siner  macht;  aber  wärlichen  wend  wyr  nut  zilcher», 

[mders  wend  gen  Dordonna  rytten    nnd  wend    uns  ett weders 

eyls  annemea.€     Damit  saü  der  hertzog  uud  sine  sun  uff  ire  i^ 
ptert  und    ryttend    untz  gen  Laon ,    da  ässend   sy   ein  wenig* 
Und  von  Laon  ryttend  sy  sovast,  das  sy  gen  Dordonna  kernend. 
Do  die  hertzogin  iren  heren  gsach   und  ire  fier  sun^  do  ward 
ly  vaat  fro  und  fragt,  ob  sy  Karly  zuo  rytter  gschlagen  hett. 
Der  hertzog  sprach:    »Ja.«     Darnach  fragt  sy  inn,    warunim  ao 
»y  von  Karly    gecheyden    werend.     Der    hertzog   ertzalt  iren, 
wie  sin  brooder  Karlys  sun  ertodt  hett.     Des  ward  die  hertzogin 
vast  zornig,  wann  sy  forcht  irs  heren  und  ir  sünen  und  hindes. 
Rengnold  tröwt  Karly  vast     Do  das  die  frow  erhört,  sprach 
sy  7.U0  imra :    >Min  sun ,    ich   byt  dich ,    verstand  mich :    hab  jü 
lieb,    förcht    und  entzitz    din  rechten    heren    ob  allen  dingen 
und  bewyü  imm  zucht  und  eer,    so  gät  dich  gluck  an.      Und 
ir,  Qiin  her  Amon,  ich  verwundern  mich,    das  ir  ab  häf  gt»- 

Dheyden  sind  an  urlob.     Der  keyser  hat  üch  sovyl  guotz  ge- 
lb an  und  eeren  bewyssen,  das  er  iiwere  suo  zeritter  gscli lagen  lo 
^hatt  mit  siner  eignen   band,  er  mocht  üch   und  Uwern  kinden 

it  grossere   er  an  thuon.*     »Frow,<    sprach  er,    »wyr  sind 
bin  weg   gescheyden    uß  der  ursach ,    als    ich    iich    vor    gseytt 

ib.c      »Ach  gott,«  sprach  sy ,    »wie    hatt   das    übel    uff  den 
lüttigen  tag  das  guot  über  troffen  !    Durch  gott,t  sprucli  die  ss 
frow,   »nemmend  üch  der  sach  uüi  an  ;  wann  ir  werdend  dysaen 


10  ob  ijl  wiederholt  ht. 


14 


siinimer  gsiu-hen ,  dfts  der  keyser  öwern  briioder  über  zrlcheii 
wyrd.  Mii  mineni  rätt  diennend  dem  keyser,  üwerem  rächten 
Herren,  und  verlässentl  imi  durch  niemmandtz  willen;  wann 
thiiond  ir  im  änderst,  so  sind  ir  faltsch,*^  *F3y  gott,  frow,« 
&  sprach  der  hertzog,  »ich  wett  darumm  geben  min  schloJä  und 
den  halben  teyl!  mines  Inodes,  das  min  bruoder  Lohars  not 
ertödt  hett.  Nun  handle  got  nach  sinem  willen »  wann  es 
mag  nüt  änderst  gsiii,«   Nun  wend  wyr  wyder  von  Karly  sagen. 

Wie  der  keysser  Karly   ein   grossen  züg  wyder  die 
J<>  dry  fursten  samlet,  und  von  dem  grossen  strytt,  so 
vor   Troya    inn    Schampannia    beschach    zwuschend 
Karly  und  den  dryen  fursten. 

Der  keysaer  Karly  fuori  gros  leyd  nnini  sin  sun  und 
sprach:  »Der  dich  also  grussammklich  ertödt  hat I,  ist  mir  not 

^ö  vast  hold.  Ich  wird  niemmer  raer  inn  ruowen  sin ,  byfä  das 
ich  mich  an  imm  geroclien  hab.<  Der  hertzog  Anaes  sprach : 
>Es  zimpt  Och  nut»  da^  ir  semlicb  leyd  füerend,  als  ir  thuond.« 
Inn  dem  kam  ein  rytter  für  Karly,  der  ertzalt  im,  wie  Amon 
von  Dordouna   und   aiue   mn    hinweg   gerytten  wärend.     Des 

ii»  der  keyser  viisi  zornig  ward  und  achwnor  by  gott,  er  müetUe 
sinn  gegen  im  engälten  ;  ilarvor  möchtend  imm  sine  bruodern 
nüt  sin.  Inn  dem  ward  der  yrabytä  bereytt.  Die  heren  sässend 
zetiacli,  aber  Karly  aü  vast  wenig.  Der  schön  Salomon  diennet 
imm  des    tags    zuo    tiach.     Nach    dem    imbyi    sprach    er  zuo 

aü  sinen  forsten:  »Ir  heren,  der  hertzog  Beffes  hätt  mir  grosse 
schmäch  zuo  gfüegt ,  das  er  mir  min  lieben  sun  so  schant- 
lichon  ertödt  hat.  Alier  liept  es  gott ,  so  wyll  ich  inn  über 
züchen  dis  sunnners  und  wyll  all  sin  land  zeratören*  lind  mag 
er  mir  werden,  so  wyll  ich  not  län,  das  ich  mich  nüt  an  imm 

no  räche,  umm  den  hertzog  Amon,  der  so  lasterlichen  hinweg 
gerytten  ist,  nach  nnim  sine  sun,  die  ich  zuo  rytter  geschlagen 
hab,  daz  mir  ser  leyd  ist,«  >Ber,*  sprach  der  hertzog  Ansea, 
»uwer  sun  ist  tod  durch  unglnck.  Nie  kein  tod  ward  thürer 
gerochen,  al«  dysser  werden  muoü,     Forschend  uwer  volck  inn 

3&  allen   iiwern   landen   und  zucbend  für  AgremuntI   lUul  wenn  ir 


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den  hertasogeo  band,   so  gebend  im  den  Ion  umni  liwers  snna 
tod.«     »Anses^c  sagt  Karly,   »ich  will  im  gäntzlich  also  thuon, 
wie  ir  mir  gerätten  hand.«      Er  gab  sinen  filrsten  und  heren 
urlob  uod  »prach    zuo  innen,    das    sy    vast    bald  ryfctend  und 
dch  rastend  ion  tre  land  und  das  ey  des  kdnfftigeii  sunimerg   & 
ryder  kenimend    mit   irem    vermögen.     Die    fürsten    |bl.  170] 
ad  heren  wärend  Karly  gehorsam m  und  ryttend  inn  ire  Land 
ch  rüsten.     Also    kam    daz  gschrey    inn    alle  land    nutz  gen 
>mm,    Karly  rnste  sich  zuo  krieg,    also    das  die    mere  dem 
ertzog  Beties  für  kamen  d.     Der  forschet  och  sine  fr  und  nnd  i» 
ettem ;  innsunderheyfc  thet  erü  sinen  bruodern  zewüssen,  also 
las  er   mer   dann  achtzig    tnasend    atrytter    tzammen    brächt, 
er  so  schöne  gselschafTt  gsach,  sagt  er:  »Ich  gloub,  belegre 
lieh    Karly,    der    uachteyl    werde    uff    inn    kommen,«      Und 
»[»räch  zuo  sioem    brnoder  Gerold:    »Bruoder,    erschrick  nut;i6 
wann  ich  hoif,  wir  wellend  Karly  inn  sollicher  gstalt  schedigen, 
das  er  trurrig  werden  muoli,     Land  uns  gegen  Troya  zilcheo^ 
da  wend  wir  bantlieh  mit  imm  strytten;  wann  ich  hoff,  gott 
werd  uns   inn  unsern    nötten    hiiltfen.«     Das    was  im  meyen; 
da  was  der  edel  keysser  zuo  Paris,  der  riist  sich  und  warttet  «o 
äiner  fürsten.     Es    ge^tuond    nüt    lang   darnacb ,    der    hertzog 
Richart    von  Normandia    kam    mit   dryssig    tussend    strittern, 
deiglicben  der  graf  Hug  von  Niinttes  brächt  och  ein  höpsch 
rolek,    darnach  Salomon  von   Brettannia   und  der  gräf  llnon, 
de8g:lichen   die   andren    fürsten    und    bereu    kämmend    nli  mit  a^ 
hüpschem    volck.     Die    herbergettend   sieb  all    zuo  Sant  Ger- 
manas.    Do  nun  Karly  vernam ,    das  sin  yolck  alles  kommen 
was,    ward   er  vast    fro    and    hieß  sy   von   stund  an  Ordnung 
machen.  Er  ordnet  [tichart  von  Normaudia,  Gergis  von  Thanne- 
ßarck,  Gaüerrän  von   Buliion,  Gudellon  van  Peyern,  Ysacber  »o 
von  Nemours  und  Astolffo,    den  snij   Kodon,  inn  sin  värhuot 
Sit  ßertzig  tussend  stryttern.     Da  bettend  ir  mengen  redlichen 
'rytter  gsachen.     Sy    schiedend    uß   der   edlen   statt   l^aris  und 
macbtend  sich    uÖ*  die    straß    den    nechsten    gegen  Agremiint 
soo.     Nach  etlichen    tagen  kam   zuo  Gergis   von  Tannemarck  s^  i 
in  ryttender  hott;  der  fragt,  weß  die  schön  gselscimfft  were. 


16  wirj  davor  ein  *ieh*  durchgeflirichen  ha,        ^  weaß  Uh. 


16 


Gergis  sagt,  aj  were  keyser  Karly».  Do  sprach  er,  er  weit 
mit  im  reden.  Richart  von  Normandia  fuort  inn  zuo  im.  Do 
der  bot  den  kejaer  gsach ,  sprach  er  zuo  im:  >Her  fceyser, 
zuo  üch  schickt  mich  der  her  von  Troya  als  üwer  leheuman, 

6  der  byt  üch  umni  hilff.  Wann  der  hertzog  von  Agremunt 
und  sine  zwen  bruodern  Gerold  von  Rossillon  und  Doon  von 
Nantueil  band  mit  hundert  tussend  stryttern  Troya  belegret, 
und  kämmend  ir  im  nüt  zehilf,  so  muoia  er  Troya  uf  gebeu 
sampt  dem  schönen  thurnn,  den  Julius  Cesar  hat  lassen  machen.* 

10  Do  inn  Karly  verstuond ,  ward  er  vast  zornig  und  schwuor 
by  tSant  Denyssius;  möcht  im  der  hertzog  Beffes  werden,  so 
wefct  er  im  den  Ion  geben.  Er  beruofft  den  hertzog  Änses, 
Oodfryd  uJä  Frießland  und  den  hertzog  G aller rän  und  sprach 
zuo  innen:    »Ir  heren  ,   länd  uns  schnell  gegen  Troya  rytten, 

16  ee  das  ay  ingenomnien  werd.c  Sy  sagtend:  i^Jä,  her;*  Sy 
ryttend  sovast ,  das  sy  zenechat  fiir  Troya  kämmend  mit  der 
vorhuot  Inn  dem  kam  ein  specher  zuo  Gerold  von  Rossillon^ 
der  seyt  im,  das  Karlj?  gegeu  innen  kemme  zehylf  dem  gräff 
Älbrecht    mit    vast   grossem   züg.     Gerold    sprach    zuo    sinen 

aobruodern;  »Ich  ratt,  das  wir  gegen  im  ziichend  mit  all  unser 
macht  und  sich  mengklicher  man  lieh  ertzöig.«  Das  gfiell 
sinen  bruodern.  Gerold  von  Rossillon  was  der  erat  inn  der 
värhuot  Und  ryttend  sovast,  das  ein  farhuot  die  ander  er- 
sach.  Do  Gergis  den  von  Rossillon  gsach  kommen,  do  sprach 
^t6  er  zuo  Richart  von  Normandia:  Gsicb,  wie  Gerold  mit  uns 
vermeint  umm  zegän!  Nun  gedenck  sich  mengklicher  redlich 
zeweren,  also  das  die  eer  des  keysera  und  unser  aig."  Damit 
liessend  sy  die  pferfc  zuo  beden  sytteu  louffen.  Gerold  von 
Rossillon  rantt  utiT  eiu  Tütschen  und  traf  inn  mit  sin  er  gleDuen« 

80  also  das  er  im  die  durch  den  lyb  sties  ^  und  Kel  tod  zuo  der 
erden.  Do  schrey  der  hertzog:  »Rossillon,  liossillon!*  Do  er- 
huob  sich  ein  grusaramer  strytt.  Gergis  stieß  einem  rytter, 
Fonson  geheyssen,  sin  sper  durch  den  Hb,  das  er  inn  tod  vor 
im  zuo  der  »^rden  t'alt.     Düs  ersach  Gerold  und  stach  Gergissen 

aö  ryttern  einer,  also  daz  er  inn  tod  zuo  der  erden  falt,  und 
sprach:  »Das  hastu  von  Gergis,  dines  herren,  wiegen.«  Der 
stryt  was  tr>dtlieh:  da  bettend  ir  gsricben  schilt  durch  stiiclien, 
sovyl  speren  zerbrachen  und  sovyl  todter   uß'  ein  andren  üggen, 


I 
I 


im  es  ein  groß  erbermd  was  asesächen.  Der  liertzog  Ton 
Agretnunt  acbltiog  den  beren  von  Ferronna  und  ?oq  8anfc 
QuintiD  mit  sinera  schwert,  das  er  inn  tod  zuo  der  erden 
selUuog^  and  sprach:  »Nun  far  hin,  gott  ?erflüeche  dich!« 
Dnd  aehrey  damit  Überlot:  »Agremunt!«  Inn  dem  kam  suo  & 
im  sin  bruoder,  der  hertzog  von  Nantueil,  mit  sinein  volck, 
und  rottend  all  mit  ein  andren  uff  Karlys  volck.  Die  kämmend 
mann  lieben  gegen  innen.  Da  beschach  ein  grussammer  strytt, 
wann  da  kämmend  vast  mechtig  rytter  umm.  Richart  von 
Normandia  ertzeigt  sin  grosse  manheyt;  wann  er  ertodt  ein  lo 
rytter,  den  Gerold  von  Roasillou  vast  lieb  liait.  Do  er  daz 
ersach,  aagt  er:  »letz  bin  ich  zornig,  wann  ich  hab  min  liepsten 
rytter  verloren;  aber  ich  wyll  inn  rächen  oder  sterben.*  Da- 
mit schrey  er:  »Ro8»illon!<  8in  bruoder  Doon  von  Nantueyl 
kam  und  sprach  zuo  im:  »Üruoder,  ich  rätten,  wir  züchend  i« 
wyder  ab,  wann  hie  ist  Karly  mit  all  sineni  volck.  Ich  sag 
dir,  wartten  wir  sinnen,  daä  der  verlurst  uS  uns  kommen 
wyrt*«  Und  als  sy  mit  ein  andren  rettend,  scUioog  Galieran 
von  BuUiou  vor  innen  Gerold  von  Rossillons  vettern  einer  zuo 
tod,  des  Gerold  onnsinig  woit  werden.  Und  schickt  bald  nach  m 
aioem  bruoder,  dem  hertzog  Beifes,  der  hielt  ^ich  luutilich. 
Der  keysser  greyff  oeb  &n  mit  ainem  volck,  Do  (kettend  ir 
gnissen  adel  gsachen,  die  wyder  die  dry  bruoder n  w^rend,  und 
gnchen  mengen  schon nen  barnisch  glitzen  von  der  sunnen, 
die  was  vast  heytter.  Da  wurdend  vyl  manlicher  ryttern  er-  »6 
Itödt  und  vyl  »chönner  pferden  ,  das  es  ein  erbermd  was  ze- 
'iacben.  Und  wissend,  das  des  tags  uff  beden  sytten  mer  dann 
tryssig  tussend  ummkäraend,  das  nun  ein  grosse  arbeutseüig- 
keyt  was.  Der  hertzog  von  Agremnnt  ward  vast  [bL  171] 
tsomig  und  stach  her  Galter  von  Pierrella  inu  sin  schilt  und  «« 
fdurch  den  lyb,  das  er  tod  zuo  der  erden  fiel,  und  tschrey  dar- 
nach: ^Agremunt!«  Der  stritt  was  grussamm  und  tödlich.  Da 
ertxeigt  der  hertzog  Uichart  von  Normandia  sin  manheyt ;  waun 
ersUcb  mit  dem  hertzog  Beffes  und  stach  im  durch  sin  schilt, 
ilso  das  er  inu  übel  verwandt,  und  sprach  zuo  im:  ^By  gott,  ä.v 
Fda  wyrst  not  enttrönnen,  tiöü  was  dir  der  tag ,  an  dem  du 
minn  her  Lohar  ertotst«  Darnach  zog  er  sin  schwert  uJä 
und  gab  dem  hertzogen  ein  streich  ufi*  sin  hälm,  das  er  sich 

HynoniktQder.  • 


18 

darab  uff  den  sattel  ho^ ,  und  der  streich  fiel  uff  das  pfert 
und  huw  das  inn  zwey  stuck ,  und  das  pfert  fiel  tod  iiyder 
ander  sinem  lieren  ;  des  er  übe!  ersehrack,  do  er  sich  um  herd 
gSRcli.     Er  üfeuond  schnell  wjder  uf  als  ein  uianlicher  könner 

b  rjtter  und  hat  sin  Schwert  inn  der  band  und  schluog  ein 
rjtter  tod  zuo  der  erden,  der  hieß  her  Symon.  Darnach 
schrey  er  ^Ägrem^nt!«  sin  kry.  Do  kämmend  r,uo  im  sine 
»wen  bruodern»  und  uff  Karlys  sytten  kämend  Uergis^  Anse«, 
Gallerrant,    Hug  von  Nantes,   Salomon ,   Leon  uü  Frieühind, 

10  der  bischoff  Türpin  und  Astolffo.  Inn  der  selbigen  versani- 
lung  kam  grossen  adel  uinm*  Karly  kam  och  da  hin,  der 
sprach:  >Ir  heren,  enttrttnnend  sy  uns,  so  werdend  wir  ent- 
ertt,«  Damit  leyt  er  sin  sper  inn  *  *  und  traff  (leroldtz 
schiU  a!so^    das   er   roli    und    nnui  /.uo    erden  staclu     und  da 

ift  were  sin  end  gsin,  wo  nüt  sine  brüedern  gsin  werind,  die  inn 
vast  in  an  liehen  und  inn  grosser  yll  entschnttend.  Des  andren 
teyls  kam  Uergis  von  Dannemarck  uff  Brotfart,  sinem  pfert; 
der  ertodt  Gerohlen  von  Roasillon  einen  rytter,  der  hielä  her 
t'elcker.     Do  daz  (lerold  von   Rosüillon  ersach,  do  sprach  er: 

»ö  »Ach,  ich  haU  nif  den  höttigen  tag  schönne  rytterschafft  ver- 
loren*^ Der  hertzog  Beffes  batt  gott  viist  er bernik liehen,  das 
er  inn  vor  dem  tod  bewartte,  und  nät  inn  Karlys  hend  fiel. 
Die  sun  was  im  zyt  under  zegän,  wann  es  was  umm  coniplett. 
l>io  strytter  wäreud  vast  niiled  und  erwärmet  uff  beden  syten, 

tfi  darumm  der  siryt  ein  end  nani. 

Wie  die  ilry  bruodern  mit  Karly  vereiiitfc  windend; 

der    vergab    dem    hertzog   Betles    siiies    suus   Lohars 

tod,  den  er  ertödt  hat 

Die  dry  hruodern  karttend  wyder  inn  ir  zelten  v:ist  zornig, 

«>  innsnnderheyt  (Serold  von  Uossillon,  der  des  tags  verloren  hat 

Amanus,  sin  vetter,    und  liundert    ainer  besten    rytter.     Und 

sprach  :  »Boß  was  die  stund,  inn  deren  Karlys  suu  ertödt  ward.^t 

Zuo  im  kam    dor  bert/.og    von   Agremunt   gantz  bluottig  und 

Übel  wund.   I  >o  inn  Lierold  ersach,  do  lüffend  im  sine  ougen  über, 

« 
1$  9M  itelb  der  stsmcben  in  der  bs.  Inerar  imumi  a.  anm. 


19 


und  9pmch:  »Lieber  bruoder,  du  bysfe  uflf  den  tod  verwundtc 
«Neinn  ich,€  sagt  er,  »ich  wird  bald  g^nessen.«  Gerold  schwuor, 
er  weit  am  morgen  ein  semlichen  strytt  mit  Karly  tin fachen, 
dardurch  trjiflig  tussend  das  laben  verlieren  müeiteml,  »Ach, 
QmtQ  gote  willen  thuo  da»  nut!<  »prach  sin  bruoder  Doon,  6 
>8iiiidet9  wend  ir  mir  volgen ,  so  wend  wir  xxxx  der  aller 
wyasesIeD  under  unsern  ryttern  ziio  Karly  schicken  und  im 
by  dennen  sagen  lassen  und  demfiettigklichen  bytten  ,  das  er 
erbermd  und  gnad  über  ans  und  über  unsern  bruoder  habe, 
imd  er  welle  irom  sine»  suna  tod  büeasen  nach  geheyß  siner  lo 
Anten.  Ir  wüssend  wol ,  das  wir  nlne  lecheTiIiltt  sind  nnd 
sebekriegen  wyr  untrtinich  handlend.  Und  dann  wenn 
■lies  daa  Tolck  verloren  heit,  so  er  hie  hait,  so  hett  er, 
ie  diis  ein  manoit  für  were,  zwey  mal  soviL  Wir  mögend 
uns  inn  keinnerlein  gstalt  wider  inn  enthalten.  Und  darumm  \t> 
bytt  ich  Och,  mine  bruodern,  ir  wellend  im  also  thnon.«  Sine 
fwen  bmodert]  wärend  wol  zefriden,  und  daa  aemlichs  mornen- 
den  bescbech.  Sy  ordnettend  die  nacht  grosse  wacht  imtz 
momendes;  do  liessend  sy  die   hotten  zuo  rüsten.    Do  sy  ge- 

ÖÄt  wärend,  sprach  Gerold  zuo  innen:    »Ir  lieren,  ertzeigend  »o 
^dem  key^r  liit^lich,  »ins  suns  tod  sige  mw  vast  lf*yd  und  unfern 
bruoder  ßbel  gemwen,  und  wenn  er  erberrad  über  inn  [und] 
uns  haben  well,  so  wellend  wyr  im  diennen  mit  zwey  tussend 
lyttern,  wo  hin  er  well     Und  sagend   Änses  von  Peyern,  wir 

lätiend  inn,  daz  er  nna  befolhen  hab  gegen  Karly.«     Do  die  >6 
boHen  ir    betelch    verstanden    hattend  ,    do    sassend  sy  uff  ire 
pfertt,    önd  truog  ein  yetlicher  ein  grQennen   ascht  inn  siner 
band  inn  frydes  zeychen.      Und  kärimiend    für  Karly    ir»n  sin 
lt.     Üo  redt  ein  rytter,    der  hieß  her  Steffen,    und  gruotzt 
den  keysser  also:    iHer  keysser ,  ich  bitt  gott,  nnsern  heren,  s»«» 
das  er  ttch  durch  sin  beige  j^uad    ein   längs    und  guotz  laben 
geben  welk     Wösisendt  her,  das  uns  der  hertzog  (Jerold  von 
ssillon,  der  hert^og  von  Agruminit  und  Doon  von  Nantutfil 
Xuo  üch  gschickt  band,  die  bält*^nd  üi-^h  nnira  gnad  iimm  Qwers 
suns    todt,    der    ist   innen    vast    leyd.     Wytter    läßt    üch  der  •»» 
hertxog  von  Agremtmt  durch  uns  sagen,  er  und  sine  brüedern 


17  L  tsorneiides  ?         22  inn]  8.  anm. 


28  »wey]  »,  anm* 


20 

welletid  lieh  ghorsam  [bl.  172]  und  iinderthenig  sinn,  wenn 
ir  im  und  innen  vertzichen  wetid^  und  wend  uch  kommen 
diennen  mit  zechen  tussend  strjttern »  wenn  ir  sy  nmniiend. 
Her»  band  yiimi  gottea  willen  gedeclitnuJi,  dm  gott  Logis  sinen 

fi  tod  vergab,  der  im  ein  sytten  durch  stach  mit  sinein  sper; 
darum m,  her,  vertzichend  innen  öwer  ungntid,  des  bättend  sy 
uch  vaat  demüettigklichen,«  Do  der  keyser  hört  also  von 
den  dry  bruodero  reden,  do  besintt  er  sich  vast  lang ;  darnach 
sprach  er  also  ziio  den  ryttern :  '>By  mioer  [trilw|,  her  Steffen, 

10  der  hertzog  von  Agremunt  halt  woU  sine  sinn  verloren  ,  daz 
er  so  schau tlicben  mio  sun  ertödt  halt,  den  ich  so  lieb  hatt. 
Nun  ist  er  min  lechenman,  er  welle  oder  welle  nüt.«  tHer,< 
sprach  her  Steffen,  »ich  weyß,  das  er  uch  alle  billigkeyfc  wirt 
bewissen  nach  geheyö  uwer  fürsäten,«     Do  sprach  Karly:   >\Vyr 

IQ  wend  des  zerätt  werdende  Er  beruofft  den  hertzog  Ansea, 
Gergisvon  Dannemarck,  herSalomon,  Hng  von  Nantes,  Oallerran 
von  Ruiiion,  Utbett  von  Langren,  Huon  von  Manny  und  Leon 
ul2  Frieülaiid  und  sprach  zuo  innen:  >Ir  herreUi  hie  sind  des 
hertzog  Beffes  und  siner  bruodern  hotten,  die  eribüttend  mir, 
>  sy  begerend  gnad  und  wellend  unser  lechenlüt  sin  und  all 
ire  hvnd  und  herschafften  von  uns  inu haben  und  ghorsam  sin.« 
iHer,«  sprach  der  hertzog  Ansea,  »inn  dem  iijt  nut  dann  gnotz. 
Ich  rätt  ücb,  das  ir  innen  vertzichend,  wann  sy  sind  man  lieh 
fürsten.     Darum nj    rutt  ich  uch ,    das    ir    innen    vertzichend.« 

»  Also  vergab  der  keysser  durch  des  bertzog  Anses  rätt  den 
dryen  hruoderu.  [Jnd  ruofft  den  botien  und  s^ytt  innen,  wie 
er  den  dryen  filrsten  vertzige  iun  söl Heber  gstalt:  der  hertzog 
von  Agremunt  müeüte  im  kommen  diennen  uff  den  kilnlftigen 
suuimer  mit  zechen  tussend  stryttern.  lUud  sagend  intien^ 
^m  das  sy  sicherlicheu  zuo  mir  kommend  den  eyd  von  innen  en- 
pfachen ,  das  sy  mir  nun  für  hin  wol  und  trülicheu  diennen 
wellend.«  Also  schiedend  die  rytter  von  Karly  und  kämmend 
zuo  iren  heren  und  ertzaltend  innen,  waz  sy  geschaffen  haltend 
by  Karly ;    des  die    dry    briiodern    unserem    heren  demüettig- 

tft  klichen  danckettend.  Cierold  von  Uossillon  sprach:  »Lieben 
bruodern,  ea  ist  billich ,   das  wyr  uns  abtzilchend  und  nacket 


26  der]  wiederholt  tia. 


31 


hembdem  zuo  Karly  gangeud  idh  umm  gnarl  bitten  unim 
isLZ  wir  wider  inn  thän  hand,«  Die  andren  zwen  bmodern 
aagteiid ,  es  were  billieh.  Also  zagend  sich  die  edlen  heren 
qdIs  uff  die  hembder  ab  und  schiedend  uü  irem  lüger  parfuolä, 
und  mit  innen  wol  fier  ttissend  rytter  all  parfuos  und  inn  & 
lienibdern  wie  sy,  und  käraend  also  für  Karly.  Und  do 
Early  die  dry  bruodern  alsogsach  kommen  mit  vyl  iren  ryttern, 
do  lüffend  im  die  engen  ufi  erberind  über.  Der  h*irtzog  von 
gremiiut  fiel  für  Karlys  füefi  nyder  und  sprach  zuo  im:  »Her, 
mm  gottes  willen  rüeff  ich  üch  umui  gnad  au,  Wyr  sind  »t» 
irkommen  durch  üwer  gelipyfi.  Hab  ich  üwern  suu  ertödt 
durch  min  torheyt  und  übenuuot,  ich  als  üwer  underthän  er- 
gib mich  lieh,  und  mine  bruodern  och,  und  wend  ücb  gehor- 
samra  und  underthenig  Bino  und  üch  dienoen  mit  all  iinserm 
Termögen  nnd  wend  ach  niemmer  mer  wydrig  sin.^  Do  8y  i» 
der  keysser  also  demüettig  gaach  für  inn  kommen  inu  heuib- 
dern  und  parfuofi  und  ir  byt  ghört  hat,  do  hat  er  gros  erbermd 
and  vergab  innen  «ins  snns  tod  und  all  ir  mtsbandlung,  Do 
bettend  ir  uff  bedeu  öytten  grota  fröud  gsiicheu  fOeren.  Also 
wurdend  die  dry  heren  mit  Karly  verreintt  durch  des  frommen  20 
bertzog  Anaes  rätt.  Die  dry  bruodern  schwuorend  und  ver- 
biessend  Karly  truw  und  dienst  und  wettend  im  diennen  alle 
nnd  yetlichs  mal,  wenn  er  iren  begertte.  8y  nämmend  frö- 
Heh  urlob  von  Karly,  Aber  Karly  befalch  dem  hertzog  Beffeg, 
das  er  imin  kemme  diennen  uff  den  künfftigen  Sant  Johannes.  2b 
Da0  verhieß  im  der  hertzog.  Der  keyser  reyt  wider  gen  Paris, 
und  die  dry  bruodern  rytteud  frölich  yetl icher  wyder  inn  »in 
land.  Wann  der  hertzog  BeffVs  vermeint  fryd  ze  haben ; 
aber  e«  gieng  im  übel,  wann  der  fryd  nutzt  inn  wenig,  wann 
ward  verretterach  erraürdt  und  under  K ar lya  gleytt  von  so 
m  verretter  Gannellon,  als  ir  hören  werdend. 


f\e  der  hertzog  Beffes   von   Agrerannt   schaiitlichen 
ermartt  ward  von  etlicheu  verrettern. 

Ir  8ond    wüasen,    das    ein    wenig   vor   Sant  Johannes  des 
(nfferd    tag    der    keyser  Karly    grossen    häff   hielt  zuo  Paris.  3& 
vergaü  der  hertzog  Beffes  nüt  siner  zuosagung,  ao  er  thän 


22 


hatt;  darumm  er  sich  ziio  tust  iiod  schied  von  Ägremönt  mit 
zwey  hundert  ryttern  und  macht  steh  uff  die  fiträä  ^^l^^i^ 
Paris  ZUG,  Nnii  wussend,  das  der  keyser  z/uo  Paris  was.  Da 
kämmend   ziio   im  der  graf  tiaiinellon,    Allorrj,  Felcker  von 

&  Morillon,  Hardres  und  Beringer  und  aagtend  im,  wie  der 
hertzoj?  Beffes  kerame  mit  zwey  hundert  pferden,  und  sagtend 
zuo  im:  »Her,  wie  mögend  ir  den  lieb  haben,  der  nch  üwern 
öun  ertödt  hatt?  Wers  iiwer  wyll,  so  wettend  wir  üch  rächen.« 
»Ganellon,«    sagt  der  keyser,    »das    wer  unrecht,    wann  wyr 

10  band  im  gleyfc  geben,  Not  dester  minder  thuond  [bl,  17^^]  im, 
wie  ir  wend,  so  fer  das  die  schuld  not  min  sig.  Und  hüettend 
üch  wol ;  wann  der  hertzog  Beffes  ist  vast  mechtig  utid  von 
grossem  gschlacht,  dardurch  üch  zeschaffen  werden  mocht,« 
»Her,«  spracli  (lanelion,    »haud  kein  sorg;    wann  es  ist  kein 

ifr  fürst,  der  wider  uns  nejßwaz  dörffe  filrnemen.  Darumm 
wend  wyr  uns  morn  früe  mit  fier  tusseud  stryitern  uff  die 
strälä  machen.«  »Warlich, <  sagt  Karly,  »wirt  es  ein  grosse 
verrettery  sin.«  t Des  band  kein  acht,«  sagt  Gannellon,  »wana 
er  ertodt  üwern  aun  dnreb  verrettery;  dariimm  muoß  er  och 
►  sterben. €  »Wollan^  thnond  im  nach  uwerm  guotteu  beduiicken,« 
Bagt  Karly;  »al)er  ich  wyll  kein  schuld  daran  haben.*  Mor- 
nendes  rytteod  Gannellou  und  eine  gsellen  von  Paria  wol  mit 
fier  tussend  pferden  und  hieltend  nie  styll  ,  untz  das  «y  inn 
Soissonner  wald  käniuiend;  da  fundend  sy  den  hertzog  Beffes 

»  uüd  sin  Folck.  Do  sy  der  hertzog  gsach  kommen ,  sprach  er 
zuo  einen  rytteru  ;  »Ir  heren,  ich  gloub,  hie  kommend  lütt  ab 
Karlys  häf.«  »Ich  weyß  uüt,  wer  sy  sind,«  sagt  ein  rytter, 
»aber  der  keyser  ist  tückist  sich  zeräehen  und  hatt  by  im 
ein  g6*chlächt  vast  grussamm  ,   das  ist  Gannellon,  Pelcker  von 

m  Morillou  und  ander  irs  gschUichtz.«  »Für  war,«  sagt  der 
hertzog,  »hat  mir  die  vergangen  nacht  troumpt,  es  kemme 
ein  gryff  an  mich,  der  durch  steche  mir  min  hämisch ^  also 
das  mir  die  kläwt^n  die  therm  und  kntlen  ut^  ryssend ,  und 
all  unser  volck  were  inu  grossem  jämmer,  und  euttrunne  nüt 

SÄ  mer  dann  ein  einiger  von  uns.  Und  mich  tuocht,  es  Buge 
ein  wysse  dubeu  uß  mineni  mund.«  Do  sprach  ein  rytter,  es 
were  nüt  dann  alles  guotz,  und  er  sötte  von  dysses  troums 
wegen  nüt  erschräcken,     »Ich  weyß  nüt,  waz  mir  gott  geben 


2S 

t  sprach  der  hertzog  Beffes;    »doch  entaitz  ich  mir  da- 

rEb«c     Er  geboU,  das  sich  oiengklicher  yUenta;  wapneite.    Das 

^  beechach,     Nua  werdend  ir  erl>ermkticii  diii^  gehören,  ao  der 

'  Terretter  Gaonellon  an  dem  hertzogen  begieng.     Er  reytt  inn 

grosser  yll  mit  siner  gselschafft  gegen  dem  hertzogen.    Felcker  :« 

TOn  MoriltoD  sprach  zao  im,  er  hett;  übel  thän,  das  er  Lohar, 

Kurlyd  änn ,  ertöHt  hett;    »des  du  thilre  beionung  entpfachen 

muost,  ee  das  es  nacht  wyrt,<    Üo  inn  der  hertzog  verstuond, 

do  verwundert  er  sich  ser  und  sprach:    *Ach  gott,    wer  kan 

sich  vor  verrettern  höetten?  Ich  hat  den  keyser  för  ein  frommer  »» 

fürst,  aber  ich  gsich  yetz  das  wyderspilL     Aber  ee  ich  sterb, 

will  ich  min  tod  vast  thür  verkouffeiK«     Damit  fieng  der  stryt 

rast  hert  an,  also  daz  Gannellon  ein  rytter  vor  dem  hertzogen 

tod  ZOO  der  erden  falt,  und  schrey  mit  lütter  stimm:  »Schla- 

cheod  krinn,  ir  ryttern !  Wann  sy  hand  iün  bosser  stund  Lohar  i6 

Lertödt»     Der  hertzog  Beffes  hatt  sich  nie  mit  mir  wellen  ver- 

'süennen,  aber  das  muoü  im  yetz  thür  zekouffen  geben  werden. c 

Damit  raatt  Gannellon  und  sin  volck  mit  grosser  stercky  uff 

den    hertzogen;     der   wart   sich    manlichen    und    schlnog    ein 

'^lyiter,  der  hieß  Felcker,  tod  zuo  der  erden  nyder.     Dnd  tieng  »o 

I darnach  erbermklichen  an  klagen  und  sprach:   Ȁeh,  wo  bist 
du  yet*»  min  lieber  son,  und  ir,    mine  bruodern  Gerold  und 
Doon?  Warumm  sind  ir  not  hie  mich  entschütten?  Ich  wey& 
wol,  wenn  ir  disse  mine  nott  wößtend,  das  ir  mir  bald  zehilff 
kommen  wtirdend.     Acfa|  ich  weyß  wol^  das  ir  mich  niemmer  an 
mer  gsächen  werdend.     Ach,    warumm    woßtend  ir  [nut]  daz 
Terrettersch    fürnemnien    des    keyser    Karlys    und  Gannellons, 
die    mich  mit    grosser    verrettery  utf   den    hüttigen  [tag]  er- 
toden  werdend?    Ach,  mine  Heben  vettern  Rengnold,   Allard, 
^Guchart  und   RyehHrt,  wann  dörft  ich  üwer  uff  den  huttigen  so 
^Blag  HO  wol!    Ach,  mine    lieben  vettern,    wett  gott  dtirch  sin 
^BpMi,  das  ir  wüssen  möchtend  die  pin  und  schmertzlich  martter, 
^Kinn  deren  ich   bin,   so  weis    ich   wol,    da^t  ir    mich   irmnliehen 
H  entschutteo   wurdend.     Nun    mag    mich    all    min    früntschafft 
oÜt  entschütten,  das  ich  nüt  grussammklichen  und  under  Karlys  as 


7  nun]  sin  hs,  S2  ir  w.  möchtend]   du   w.    möchtest j    über  'da* 

steht  *ir^  hs. ;  s,  aDin, 


24 


gleyt  sterben  müeli«  Der  strytt  was  hertt,  doch  werefc  der 
nüt  lang;  wann  der  hertzog  mocht  dem  grossen  volck  nüt 
wyder,  wann  er  hait  mit  mer  diinn  zwey  hinidert  rytter  by 
im^  und  der  andren  wärend   mer  dann  fier  tussend.     Gannellon 

ft  sclihiog  ein  rytter  Äebod,  der  hiet^  Jeasearam  von  Boys,  und 
treib  des  hertzogen  volck  hinder  sich,  de«  er  aer  erschrack* 
Und  erkant  do  wol,  dtis  er  dem  tod  ntit  entriinnen  mocht* 
Ach,  wax  grossen  schnden  das  was,  das  ay  inn  also  schant- 
licben  iimnihrächtend!  Wann  dardtirch    wurdend  vyl  stett  und 

«0  schlüsser  zerstört  und  verbraut  und  vyl  adels  ertödt.  Der 
yerflüecht  verretter  brächt  sovil  ze wägen  gegen  dem  hertzog 
Beffes,  das  von  den  zwey  hiindertten  nüt  mer  dann  fünfftzig 
nach  by  im  inn  laben  wärend.  >Ir  heren,«  sagfc  der  hertzog, 
»ir  gsächend,    das  wir    va^t    zuocben   all    tod    sind.     Ich   bytt 

ifi  öch  umm  gotz  willen,  das  ein  y etlicher  dryer  wertt  wetle  sin, 
diewyl  wir  inn  Eben  sind;  wann  ir  gaächend,  daz  wyr  hie 
fiterben  müessend.«  Damit  schluog  er  ein  rytter,  der  hieü 
her  Hellyas,  also  das  er  tod  zuo  der  erden  fiel;  darnach  schrey 
er  mit  Intter  stimm:   iSchlachend,  ir  heren,  schlacheod!«  Grif* 

Äo  Ion  von  Ilottenfeill  stach  den  hertKogen  mit  sin  er  glenuen 
uff  sin  brüst,  das  er  inn  zuo  erden  stach*  Der  manlich  hertzog 
stuond  wyder  und  nam  sin  sclnvert  und  vermeint  Griffon  ze- 
schlachen;  aber  der  streich  gieng  utf  das  pt'ert,  also  das  er 
inn  ab  ein  andren  hüw,     Do  sich  der  hertzog  zuo  erden  gsach, 

ih  do  bekant  er  wol,  das  nmm  inn  beschechen  was;  aber  er  schwuor, 
sin  tod  müeßte  innen  thür  werden,  Inn  dem  kam  Gannellon 
uff  inn  nnd  stach  inn  so  herttenklieheu ,  das  er  im  sin  sper 
durch  den  lib  stach,  also  das  er  tod  zuo  der  erden  fiel.  Und 
Griffon,  Ganellons  vatter,    hnob  im  sin    wappenrock    nff    und 

ao  stiefa  im  sin  seh  wert  durch  den  hindern  hin  inn  und  sprach 
darnach:  >Nun  hast  die  belonnung  umm  min  her  Lohar,  den 
du  knrtzlich  ertüdt  hast«  (bL  174]  Damit  saiä  er  wider  uf 
und  reytt  mit  sinem  snn  des  hertzogen  volck  nach.  Die  er- 
gabend  sich  bald,  wann  iren  wärend  nut  mer  dann  nach  zechen* 

M  Die  muogtend  den  verrettern  schweren,  das  sy  irs  heren  lich- 
nani  gen  Agremunt  füeren  wettend,    als  er  Lohar   gen  Paris 


I 


I 


4  tierl  wiederholt  hs. 


25  das  =  das  es. 


as 


fixeren  ließ.     Die   ryiter  verhiessend    inoen    das  zethnoD.     Sy 

ntimend    den    licbuam   und   ieybtend    itiQ   inn   ein    boQtn    und 

Qiacfaiend    sich  uff  die   sträs.     Und  do  sy  ein    wenig  von  der 

valdAfcat    komraendf    gott   weyEt,    waa    klagend ,     teydtz   und 

weinnens  sy  verbräch tend  umm  iren  heren,  und  sagtend  :  »Ach,  ft 

edler  hertzog,    inn  der  warheyt  so  hat  der  keyser  ilbel  thän, 

das   er  üch    also    nnder    sinem    gleyt    hatt    lassen    töden    ver- 

rettersch.«     Inn   söUicher   gstalfc   ryttend    die   armmen  ryfcter 

klagend  und  fuortend  iren  beren  uff  zwey  pferden  ;    der  hört 

inn  fier  mill    wegs  nie  uff   blüetten,     8y  ryttend   sovast,   das  jo 

sy    nebeud    Agreniunt    kämmend.      Die    mere    kämmend    der 

hertzogin  für,   man    brechte   iren    heren   tod;    des  sy  ser  er- 

chrack,  ond  fuort  semtich  leyd^  sy  und  ir  sun,  das  kuiulichen 

eglouben  ist,   desglichen   die    burger    inn    der  statt,     Do  die 

herizogin    ireii  beren   tod  gsach ,    do  ward  iren  drü  mal  am-  i& 

mächtig.     Die  burger   truogend    inn   vergraben    vast    erlichen 

and  kittend  inn  inn  ein  murwellsteinnen  sarch.     Sin  snn  Magis 

ngt:  >Ach,  waz  Schadens  ist  das  dyssem  land,  das  man  dissen 

fDanlichen  rytter  also  mit  gruf^sammer  ?errettery    ertödt  hat ! 

(Gwüülich,  laben  ich  lang»  so  muoa  es  Karly  und  die  verretter  ao 
geniwen,  die  inu  ertödt  band.«  Darnach  gieng  er  und  trost 
sin  muotter  und  sprach  zuo  ir:  »Min  frow  rauotter,  band  ge- 
dolt!  Wann  roine  vettern  Gerold  von  Rossiüon  und  Doon  von 
Nantneil  sampt  minen  vettern  Rengnold^  Allard,  GucbarL  und 
Richari  werdend  mir  wol  hälffen  mines  vatters  tod  rächen.«  2» 
Nun  wend  wir  wyder  von  Karly  and  aineni  häf  sagen. 

IWie  ßengnold  Barth olome,  des  keysser  Karlys  vetter, 
mit  dem  schäch  zuo  tod  schluog.  ' 

'  Ir  werdend  boren  und  verstau  erbermkliche  ding.  Das 
was  uff  pfingstag,  das  Karly  offnen  häf  zuo  Paris  hielt.  Und  a« 
uff  das  gemelt  ?est  liämend  fünffzechen  känig  und  tryssig 
h^rtzogen  und  wol  ßertzig  graffen ;  oiich  was  kommen  der 
berizog  Amon  von  Dordonna  mit  sinen  fier  süonen  Rengnold, 
Allard,  Guchart  und  Richart.  Zuo  dem  sprach  Karly  also: 
»Amon,  ich  hab  uch  vast  lieb  und  üwer  sön  öch.  Darum m  3ji 
wjll  ich ,   das  Rengnold  min  marachalck  sig,  und  die  audren 


26 


möessend  mir  mine  falcken  bereytten.«  >Her,«  sprach  Amon, 
>ich  dttocken  ücli  der  grossen  eeren  ,  so  ir  mir  und  trinen 
sunen  bewiäsend.  Wüsseiid,  das  wir  üch  fcrüwlicheii  diennen 
weiul.     Aber  icb   sag  ücli,    das  ir  übel    j^^eÜian  band,    das  ir 

b  min  bruoder  uoder  üwerem  giejtt  band  lassen  erböden  ,  und 
gloubend,  das  es  mir  mllafallen  bat;  aber  sytniäl  und  es  öeh 
mine  bruodern  vergeben  bsmd  ,  so  vortzicberi  ichs  üch  öcb.* 
•  Amoni«  sprach  Karly,  *ir  wüsseiid  baß,  waz  scbmäch  mir 
uwer  bruoder  bewyssen    hat  mit    minem    sun.     Nun  ist  einer 

10  nmm  den  andren  tod;  darnmm  sagend  tiüb  mer  darvon.*  »Wir 
wend  es  thuon,«  sagt  Ainraon,  »gott  bab  die  seilen!«  Inn 
dem  kämmend  harfür  Rengnold  nnd  snie  dry  bruodern.  Und 
Rengnold  sagt  zno  Kiirly  :  »Her,  ir  band  mir  und  minen 
bruodern  vyl  guotz  getbän ;  aber  ir  sond  wüsseu,  das  wir  vast 

16  zornig  über  üch  sind  umm  des  hertzog  Beffes,  unsere  vettern, 
tod,  den  ir  band  scbantlichen  lassen  umbringen.«  Do  inn  der 
keysser  verstuond,  do  wartt  er  gantz  rott  von  zorn  nnd  schwartz 
wie  ein  koU  nnd  sprach  zuo  imra :  »0  du  baoren  snn  und 
besser  buob ,   flücli  vor  mir  danneti!    Wann  ich  schweren  dir 

20  by  miner  trüw:  wenn  dtsse  gselscbafft  were,  icb  wett  dich 
inn  söUicber  gstalt  bebalteu  ,  das  du  dyß  manottz  dine  föeß 
nach  band  nüt  gsächen  mnefitesi.  »Her,«  spnich  Rengnold, 
»das  wer  nüt  recht;  aber  syt  das  ir  uns  nüt  hören  wend,  so 
weud  wir   schwigen.«     Also    liessend    die  her   süu  Amon  von 

9ft  dysser  red  und  gedächtend  deren  dem  keisser  für  bin  nüt  mer. 
Der  tag  was  schön  und  öcb  die  gselschafft  mit  den  fönffzechen 
küugen ,  fiertzig  graffen  und  triasig  hertzogen.  Der  ymbitä 
was  bereyt»  Die  fünifzecben  künig  wurdeud  gsebzt  und  an 
den  künig  Salomon ,    der  diennet  des  tags  zuo  tisch  mit  dem 

ao  hertzog  Uödfrid.  Aber  dea  selbigen  ynibili  uiochfc  l\*engnold 
nüt  essen,  daramm  das  inn  der  keyser  also  beschelckt  hat, 
>Aeh,<  sagt  er  zuo  im  selb»,  >m5cht  ich  sovyl  ze wägen  bringen, 
das  mich  an  Karly  rächen  raöcht  umm  mines  vettern  tod,  den 
ich  so  lieb  but,    den   er  so    scbantlichen    hat    läasen   ertöden ! 

8ö  Räch  icb  mich  nük,  so  wird  ich  gwüßlich  unsinnig,«  Inu 
söUicber  gstalt  beklagt  sich  der  edel  ritter  Rengnold,  und  sine 
bruoder  tröstend  inu.  Nach  dem  ymbiß  gieugend  die  heren 
binutä  spatzieren,  und  Berclitold,  k'arlys  vetter^  ruofft  Itenguolden, 


I 

I 
I 


I 


27 

BT  mit  im  imm  schäch  zuge.  ßengDold  gieng,  Jes  er  inu 
1)1*  175]  groß  lyden  kam;  menger  guofcter  rjtter  verlor  dar- 
lurch  das  Jäbeii,  ala  ir  hören  werdend,  Uerchtold  und  Iteng- 
Aold  sääsend  oyder  und  sputend  im  echäch ;  die  wärend  hälflFen- 
beiny  nnd  die  schächstein  ühera^ult.  Sy  zngend  so  lang,  das  6 
Bjcfa  onneiogkeyt  z wüschen d  innen  erbuob,  also  Aab  Berchtold 
Kengüolden  ein  huoren  sun  schalt,  nnd  huob  die  liaod  iiff  und 
scfalnog  inn  inn  sin  angsicht,  also  das  das  bluot  2iio  der  erden 
num.  Do  lich  Hengnold  also  gschtagen  enpfand,  do  ward  er 
TBst  zornig  und  scbwuor  by  gott,  es  müeßte  gerochen  werden,  lo 
Damit  nam  er  das  »chächzabelbrett  und  achluog  Berchtolden 
damit  so  herttenklichen,  das  er  im  den  kopff  zerspielt  ^  und 
tod  zöo  der  erden  fiel.  Dardiirch  ein  grod  gschrey  sich  er- 
knob  im  sal ,  und  sagten d ,  Hengnold  ,  der  sun  Ammon,  hett 
Berchtold,  Karlys  vetter,  xetod  gsch Lagen.     Do  da«  der  keyser  t5 

^Ternam,  do  fält  es  wenig,  das  er  nüt  von  sinnen  kamai,  und 
apraoh:  >Ir  heren,  luojj^end,  das  uch  Rengnold  not  enttrünn  ; 
wann  im  muos  der  Ion  werden ,    hat  er  inn    ertodt,«     Damit 

,  lüffend  die  rytter  uff  Rengnolden ;  aber  sine  frilnd  hulffend 
im  erlichen.  Es  ward  ein  grosser  uff ruor ;  wann  da  wurdend  «o 
?yl  baren  stert'zogen  und  rocken  zerryssen ,  und  vyl  ryttern 
wurden  ertödt  und  verwundt.  Magis,  Rengnolden  vetter,  des 
bertzog  von  Agremnntz  sun,  gab  och  mengen  streich.  Und 
diewyl  sy  ein  andren  also  schluogend,  schiedend  Rengnold  und 
8106  brüeder  und  Magia  yllentz  hinweg.  Und  känmiend  zuo  «» 
ir^n  rossen  und  sassend  daruf  und  ryttend  uü  Paris  und  fluchend 
gegen  Dordonna.     Do   Karly  verniuu ,  das  Rengnold  und  sine 

.bruodern    enttrunnen    wärend,    Jieü    er   yllentz    ^wey   tussend 

irytter  innen  nach  yllen.  Die  fier  bruodern  und  ir  vetter 
Magis  hielteud  nüt,  mitz  das  sy  zwo  oder  dry  mil  geryttend;80 
do  stallet tend  sy  ire  pfert*  Rengnold  fieng  sich  au  hek Ingen 
und  sprach:  »0  gott,  min  schöpffer,  ich  bitt  dich,  du  wellest 
mjcb^  mine  bruodern  und  min  vetter  Magis  vor  dem  tod  be- 
waren,  und  nüt  inn  Karlis  band  kouimend,*  Die  Frantzossen 
jltend  innen  also  nach,  das  ein  rytter,  der  baß  berytten  was  »i 
dann  die  andren,   Rengnolden  erylt,  und  sprach  zuo  im:  »Du 


5  Sy]  «o  hs. 


28 


^virst  beliben,  untruwer  rjtter,  und  will  dich  Karly  öberantp- 
wurtten.«  Do  ion  BeDgnold  erhört,  kart  er  Bayard  iiram  und 
gab  im  ein  süllicheu  streich  mit  sinein  seh  wert,  das  er  tod 
zuo  der  erdeo  fiel.     Darnach  scbluog  er  imch  ein  andren  und 

5  scbluog  inn  och  tod  zuo  der  erden.  Darnach  kam  ein  andern, 
der  sagt:  Ar  filtzen,  ir  werdend  dem  keyaer  werden,  der  wirt 
üch  üU  bäncken  lassen.«  «Du  wirst  gwülilich  liegen,«  sagt 
Rengnold  und  scbluog  inn  damit  also  mit  sinem  schwert,  das 
er  tod  zuo  der    erden  fiel.     Daniaoh    ryttend  sy  fiirbas.     Die 

10  sunn  fieug  an  undergän  und  finster  werden,  darumm  innen 
Karlya  volck  mit  wytter  nach  rytten  wottend.  Die  fier  bruodem 
und  ir  vetter  Magis  ryttend  sovaat  tag  und  nacht,  das  sy  gen 
Dordonna  zuo  ir  muotter  kämend;  die  lüff  innen  engegen  mit 
küssen  und    halsaen  und    fraget  sy ,    warumm  sy  ab  dem  häf 

lö  gescheiden  werend.  »Frow,«  sprach  Rengnold,  »ich  hab  Berch- 
told,  Karlys  vetter,  ertodt,  darumm  das  er  mich  ein  huoren 
suu  schalt  und  mir  sin  fast  inn  min  angsieht  schluog.c  Do 
die  frow  das  verstuond,  do  fiel  sy  inn  ämmacht  Und  Reng- 
nold huob  sy  ul\     Und   do  die   guot   frow  ein    wenig    wyder 

80  zerecht  kam,  sprach  sy  zuo  Rengnold:  »Lieber  sun,  wie  htt«tu 
das  dörffen  thuon?  As  wyrt  dich  gerüwen.  Ich  bitt  üch,  mine 
süo,  das  ir  hinweg  scheidend;  aber  nemoiend  von  unserem 
schätz  vor  hin ,  das  ir  gnuog  habend ;  dann  wo  üwer  vatter 
ab  dem  häf  kumpt,  so  wirt  er  üch  Karly  übergeben,  fintt  er 

25  üch.«  Rengnold  und  sine  bruoder  und  Magis  wotfcend  nüt 
länger  beliben,  sunders  nammend  von  ir  muotter  schätz  sovyl, 
als  sy  wotiend;  darnach  nammend  sy  urlob  von  ir  muotter. 
Gros  erbermd  was  im  hinscheyden ;  wann  die  frow  weinet  und 
gehuob  sich  übel,  darumm  das  sy  ire  sün  gsach  hinweg  scheyden 

«!►  und  nüt  wulat,  ob  syB  yemmer  mer  gsächen  wurd  inn  laben. 
Also  schiedend  die  jungen  rytter  hinweg  mit  irem  vetter  Magis. 
Und  ryttend  inn  den  grossen  wald  der  wildinnen  Ardannia 
und  kämmend  an  das  wmsser  Messa ;  da  giengend  sy  ein  stat 
ui3,  da  üesseud  sy  ein  schön  ecblotä  setzen  utf  ein  vast  starcken 

M  velssen,  Do  das  seh  los  ußgemacbt  was,  do  ward  es  von  innen 
Muntfort  genompt:  es  was  kein  sterckern  platz  untz  gen 
Mumpellgart.  Die  jungen  ritter  fürchtend  Karly  nüt  vast 
öbel.     Der  keysser  Karly  was  zuo  Paris  vast  leydig  umm  sin 


I 
I 


I 
I 


29 


^VtHier  Berchtolden  ,  den  Reügnold  ertodt  halt,  als  ir  ghort 
band.  Er  hie&  den  hertzog  Amtnon  von  Dordonna  für  inn 
kämmen  ;  der  muoit  im  schweren,  das  er  sinnen  kinden  not 
hilf  geben  wett  und  sy  im  fachen  wett,  an  weüichen  enden 
er  sy  betretten  inocht,  und  imm  uberantwurtten.  Äniou  dortfi  r. 
im  nut  darwyder  gsagen,  er  sebwuor;  des  er  darnach  übel 
geschulten  ward.  Und  demnach  und  er  geschworen  hat,  schied 
er  van  Paris  and  kam  gen  Dordonna.  Und  do  inn  die  herty>ogin 
ga&ch,  do  fieng  sj  an  weinen^  und  der  hertzog  erkant,  wa% 
Iren  brast.  >Frow,t  sprach  er,  »war  sind  unser  sün  kommen?«  i» 
!  »Her,  ich  weiß  nät^«  sprach  s j ;  »aber  warumm  band  ir  ge- 
^■lytteii^  daj  Rengnold  Berchtold,  Karlys  vetter,  ertödt  hat?« 
>Prow,<  sprach  er,  »ich  mag  sinn  nüt  Und  wilaiäend,  das 
Rengnold  ^>  gehertzt  und  starek  ist,  das  syt  d(^r  gepurt  unsers 
heren  kein  so  gtareken  rytter  geweßt  ist,  als  er  ist;  wann  ia 
alle  versamlnng  am  häf  band  nüt  können  darvor  sin ,  das  er 
^H  Berchtolden  nüt  ertÖdt  hab.  Darvor  begertt  unser  sun  recht 
^P  Yon  Karlj  umm  mines  bruoders  tod ;  nff  das  gab  im  der  keyser 
schnödy  aniwurt,  des  Rengnold  ?aat  zornig  ward.  Und  die 
oriach «  darunim  Rengnold  Herchtolden  ertiidt  hat,  ist  be- «r» 
•eliechen,  das  er  sich  an  Karly  rÄchen  möcht,  wie  wol  Berch- 
told  «uo  imm  imni  scbachspyl  [bL  176]  grosse  sehältwort 
■agt  und  inn  übermüettigklichen  gscblagen  hat  und  bluotruntz 
gemacht;  daz  hat  er  mit  mögen  erlyden,  Darumm  hab  ich 
Karly  niilessen  zuosagen ,  wenn  ich  inn  und  sine  brüeder  er-  a« 
griffen  mög,  im  die  öberantwurtten  und  innen  kein  hilf  [thnon] 
iuu  keinerlein  gatalt.  Des  selbigen  eydes  bin  ich  so  leydig 
und  zornig,  das  es  niemmand  glouben  mag. 

Wie  der  keyser  Karly  die  fier  süu  Ammon  inn  irem 
schlos  Moiitfort  belegret  mit  sioeiii  züg.  ^ 

Die  hystoria  sagt,  das  zno  der  zyt  des  grossen  Alexanders 
nüt  sovil  manheytten  beschäehen  sind,  als  zuo  deren  zyt,  als 
ir  boren  werdend.  Es  begab  sich,  das  der  keysaer  Karly 
offnen  häf  zwo  Paris  hielt.  Und  als  der  häf  inn  fröud  und 
woHust  was,  kam  ein  bott,  der  knüwet  für  Karly  nyder  und  S5 
jprach  zuo  im:   »Her,  ich  bring  üch  niere  von  dem,  darumm 


30 


ir  inich  Inoweg  gschickt  liancl.  Wüssend ,  das  ich  n&  dem 
grossen  wald  Ardannia  kumm ;  da  hab  ich  die  fier  süii  Ämon 
funden,  die  wänueiid  inn  einem  vast  starcken  schloß.  Daruinm 
wenn  ir  ilch   an    innen    rilchen    wend ,    so    findend    ir  sj  da,* 

a  Do  das  K&rly  verstiiond,  beruofft  er  sine  rett  und  sprach  zno 
innen:  »Lieben  heren,  diewyl  im  also  ist,  das  ir  hie  sind,  so 
dsrff  ich  üch  nüt  botten  schicken  inn  uwere  land,  Darnram 
gebietten  und  mannen  üch  als  mine  lechenlöt,  das  ir  mir 
hältfend    mich    an    den    fier  sün  Anion  rächen ,    die  mir  sovyl 

10  übermuotz  bewyssen  band,  als  ir  wol  wüssend,«  Do  die  fursten 
Karljs  gebott  erhortiend,  üagteud  sy  zno  im  einheilligklichen: 
»Her,  wir  wend  üwerem  gebot  gehorsam  sin,*  Also  nämend 
sy  nrlob  von  im,  imd  reyfct  yetlicher  inn  sin  laud  sich  rüsten» 
Sy  belibend  nüt  lang  uiä,    sy  kämmend   wyder  gen   Paris  mit 

16  irem  voick.  Der  keyser  enpfieng  sy  erlichan.  Und  on  vertzug 
reytt  er  von  Parts  mit  sinein  züg  und  kam  iim  ein  stat,  die 
was  sin,  die  hieÜ  Muntleon.  Da  lag  er  über  nacht.  Und 
mornendes ,  so  bald  der  tag  barfür  brach ,  schied  Karly  von 
Montleon   und   macht  sich  uif  die  strä&.     Und  ordnet  sin  far- 

Äo  huot  dem  gräf  (lugen  von  Muntpallier,  der  wott  Rengnolden 
vast  ül»el.  UH'  der  sträs  bernoffb  Karly  den  frommen  gräf 
Renger,  Hug  vou  Babefort,  den  gräf  Garnier,  Gödfrid  von 
Longun,  üergis^  f{icbnrt  von  Normandia  und  den  hertzog  Anses 
und  spracli  zuo  innen;   >Ir  heren,  ir  wüssend  wol,  mit  wemin 

8*  ir  zeschaffen  band.  Darum m  byt  ich  üch ,  das  ir  üch  inn 
huot  haltend  und  guot  wachten  habend  ,  damit  und  wir  kein 
schaden  enptächend.«  Der  iierti^og  Anses  sprach  :  »Wir  wend 
es  thuon.«  8y  liessend  trummetten  blässen  und  samlettend 
den  ganfczen  züg    und    ryttend    sovast,    das   ay    gen  MeyUand 

3»»  kämmend,  das  man  Asp»^s  nenipt;  do  gsächend  sy  das  scblos 
Montfort,  das  Hengnold  ujjcj  sine  brüeder  und  ir  vetter  Magis 
gebuwen  liattend»  Ufl*  die  zyt,  als  Karly  gen  Aspes  kommen 
waa,  do  kämmend  Rengnolden  dry  bruoder  ab  dem  gejegt 
iifi  dem  wald  Ardnntna,     Rychart,  der  jüngst,   fuort  ein  vast 

«köstlich  hörn,  das  Hengnold  vast  lieb  hat,  und  iren  wärend 
by  zwentzig  ryttern.  Und  wie  sy  gegen  Muntfort  ryttend, 
do  luoget  Rychart  gegen  der  Messa  und  gsach  Karlys  züg; 
Do  hielt  er  styll  und  ruofft  Gurcharden,   einem  bruoder,  und 


I 


31 


sprach  suo  im:  »Lieber  bruoder,  wer  mag  dis  volck  stnii,  so 
d^  da  bar  knoipt?  Ach,  icli  bort;  des  voririgeti  taga  sagen 
jfon  einem  botten,  der  erizalt  Rengnolden,  Karly  kemuie  uns 
lelegren.«  Als  Gucbart  disse  wort  veratuond,  do  gsach  er 
inmi  sich  und  gsach  die  varhuoi,  die  der  gräf  Hug  fuort.  b 
Und  do  inn  Rycbart  gsach,  do  stach  er  sin  pfert,  und  die 
sinen  yltend  imm  nach*  Und  kaoi  gegen  Hng  und  sprach  zuo 
im:  »Lieber  her,  wei  ist  dia  volck?*  *Her,«  .«sprach  Hug,  »es 
ist  des  keyser  Earlis,  und  wend  die  fier  sün  Atuon  belpgren*« 
Biehart  sprach:  »Ich  bin  Keognolden  soldner  und  sag  dir  kein  lo 
danck  umiti  das,  so  du  sagst ;  wann  ich  bin  inn  schuldig  ze- 
schirmmeii  mit  allem  miuem  vermögen. <  Damit  schluog  er 
den  bertzog  Renger  durch  sin  schilt,  das  er  lod  zuo  der  erden 
fiel.  Waz  sol  ich  öch  ftagen?  Des  hertzog  Kengers  volck 
wurdend  all  ertodt  und  Terwtint.  Es  kam  ein  schiliner  zuo  i» 
Karly  und  erfczalt  im,  wie  sin  varhoot  siglos  worden  were  von 

IRengnolden  soldner,  und  der  hertzog  Itengner  were  tod»     »0 
|ott,«  sprach  Karly,  »hah  ich  Rengier  verloren,  by  gott,  das 
|it  scbad.«      Er  beniofl't  Gergis   von  Dannemarck    und  sprach 
Ino  imm:    »Tannemarcker ,    ryttend  unserem    volck  zehylff,  ir  m 
ttnd  der  hertzog  Anses;    wann  Rychart    fiiert  all    min  schätz 
hinweg  und  ertodt  all  min  volck.c     Gergis  warttet  mit  länger, 
SQiiders  macht  sich  uff  die  sträa    mit  dem    bertzog  Anses  mit 
^^r^  hundert  ryttern.     Aber  es  was  umm  sust ;  wann  Richart 
^Hmd  sin  volck  wärend  schon  inn  Muntfort  mit  aller  bab ,    so  ^ 
^Eiy  gwnnneo  haltend.    Do  Renguold  sine  l^rtieder  gsach  kommet» 
^'xnit  ftovyl  gfangnen,  do  sprach  er  vaio  Richard:  »Lieber  bruoder, 
I      wo  band  ir  disse  hab  überkommen?«    »Bruoder,<   sagt  der  edel 
^■Hicbart,  lich  wyll  dir  mere  [bl.  177]  sagen,    deren    du  dich 
^^erwundern  wjrst.     Wüß,  das  uns  Karly  kumpt  belegren  mit  *<» 
^H|[rosser  rytterschaÜ't.     Und  wie  ich  und  mine  brüedern  ab  dem 
^Kejegt  kommen  sind    n&  dem    grossen  wald  Ardannia,    d4  ist 
^Hos  sin   varhoot  begfirnet,  die  der  gräf  Hug  ftiert.      Wir  band 
P^it  innen  gstrytten    und  sy    inn    die   flucht   gejagt    (got  hab 
danck  l)    ttnd  band    etltcb  ertodt    nnd  band  innen   iren  schätz  S5 
enommen,   so  du  hie   siehst,    und    ist    ummkommen    bertzog 


12  miDem]  smein  bs* 


32 


Rengier  und  vyl  grosser  heren. <  RengnolJ  sprach:  »Ich  sol 
dich  iiinenklichen  lieb  haben,  das  du  unsere  fjend  überwunden 
hast  uff  ir  zuokiinfift.«  1*>  beruofft  sine  bruodern  und  volck 
und  sprach  zuo  innen:    »Ir  heren ,    nun  ist   die  zjt    kommen, 

6  das  sich  mengklicher  kön  ertzeigen  sol  (das  bjit  ich  dch)  und 
unser  manheytten  Karly  zerkennen  gebend,  also  das  er  uns 
nüfe  für  niltsöllend  luLt  achte.«  Utf  das  gäbend  im  sine  rytter 
tzantwurt:  ^Her,  band  kein  sorg  und  sind  sicher,  das  wir  fieli 
nüt  feilen  wend,    diewjl  wir  inn    laben  sind.«     Do  Rengnold 

10  siner  bruodern  und  volck  guotter  wyll  verstnond,  dancket  er 
innen  vast.  Und  diewil  sy  an  venstern  tagend,  kam  Gergis 
von  Danemarck  mit  tussend  ryttern,  Do  er  gsach,  das  Rychart 
inn  das  seh  los  was,  do  kart  er  vast  schnell  wyder  zuo  Karly 
und    ertzait  im,   waz  er   thän    und    fanden  hat,    und  sprach: 

in  »Her,  wüssend,  das  das  schlos  Munifort  das  aller  schönst  und 
sterckest  schlos  ist,  das  ir  ye  gsächend.  Und  sagen  üch,  das 
wirs  not  so  bald  gwunnen  werdend,  als  wir  vermeinend ;  wann 
semlich  rytter  verhüettend  es,  die  das  manlichen  beschirm men 
werden d.<     Do  Karly  Gergis  verstnond,  do  ward  er  so  zornig, 

so  das  er  unainig  werden  woit,  und  schwuor  by  gott  ,  er  wett 
nüt  wyder  inn  Franckrich,  Rengnold  w^er  dann  gfangeu  oder 
ertödt.«  ^Her,«  sprach  Gerigis,  »ir  sond  es  thuon;  wann  er 
und  sine  bröeder  band  uch  vyl  zeleyd  thän.f  ^Her,*  sprach 
Felcker,  »band  kein  sorg;    wann  wir    wend  üch  inn  kurtzem 

1^  rächen.  Verschaffend  nun,  das  sich  üwer  züg  umm  das  schloa 
legge. ^  »Ir  sagend  recht,«  sagt  der  keysser  und  gebott,  das 
sich  mengklicher  umm  das  schloü  legerte  und  ire  zelten  ufl: 
schlüegend.  Das  beschacb.  Nun  wyll  ich  üeh  sagen,  wie 
das  schloß  gesetzt  was.     Es  w^as  gesetzt  uff  ein  hochen  velssen ; 

»^  uff  einer  sytten  lüff  die  Messa  unden  drann ,  an  der  andren 
sytten  waa  ein  vast  gros  lostpar  holtz,  an  der  dritten  sytten 
wUrend  schöne  fälder,  und  ännerthalb  der  Messa  wärend  schön 
matten ,  lustig  zesächen.  Do  Karly  sin  läger  für  Muntfort 
gschlageo  hatt,  do  saß  er  uö'  sin  pfert  und  reytt  inn  kleiner 

M  gselschafft  das  schlos  besächen.  Und  do  erß  nach  willen  be- 
Bächen  hat,  do  sagt  er  zuo  im  selbe:  >Äch  gott,  wie  ist  dyß 

* 
31  an]  and  hg. 


3S 


«chlos  erbuwen  und  an  siarcken  enden  l  0  gott,  wie  wilssend 

sy  BO  wol  sich  inn  kriegyschen   Sachen  zehalten,    wie  wol  sj 

jnag  triod!    Und  ich    gsich   wol,    das  wir   nüt  m   bald  wyder 

heim    keren    werdend,    als   ich   vermeint.«     Kr   lieJa   ein  kar- 

I       fonckelsiein    oben    uff  sin   zeit   setzen »    der   scheinn    wie  ein  6 

^Kbrünender  torscb ,  darzuo  ein  vaat  kostliehen  guldinen  öpffel, 

^■J)o  die  7.elt  ufgericht  was,  gieng  er  darion.     (Jnd  sprach  zuo 

^Bdeoi  hertzog  Anses,  er  sott  gebietten  lassen,  das  inn  achtagen 

Dieoiiiiacid  so  frisch  were  uff  die  pfert  zesitzen,  dann  spatzieren. 

»Wann  ich  will  gebietten  lassen,  daz  man  uns  spis  zuo  füere  lo 

nach  nottnrft;    wann  ich  wyll  nüt  von  hiuoen  ficheyden,  ich 

hab  dann  daz  scblos  gwunnen«    Wann  wir  wend  bj  xik  hungern, 

ee  das  ein  mannt  für  komme;  wann  sy  mögend  nüt  spia  haben 

inn    keiner   gatalt.«     Der    hertzog  Anses   sprach   zuo    Karly: 

»Uer^  ir  mögend  im  baß  thuon.     Ist  es  üwer  wyll,  nemmend  i« 

botten,  den  schickend  zuo  Rengnold  im  sagen,  das  er  üch 

[{icbarden  gebe,  so  wellend  ir  inn  wyder  begnaden.     Und  gibt 

ir  inn  üch,  so  land  im  sin  kopff  abschlaehen.     Und  thuot  er 

Ddt ,    so  mdg  er  sich  des  sicher  halten,  das  im  krieg  sin 

n  lang  nüt  gebrästen    müeß.t     Karly  sprach:    *Ir  sagende 

wyfilich ,    doch    das  ich    ein  botten   hab ,    dem  ich    vertrüwen 

dörffe.«     »Her,«  sagt  Anses,  »liept  üch,  Gergis  und  ich  wend 

die  botschafft  thuon.«      »Es  liept  mir  wol,«  sagt  Karly,   »und 

sagen  üeb  darumm  danck;  wann  ir  band  mir  nie  gfelt.«    Ako 

rastend    sich  die  zwen  botten    und  machtend  sich  gegen  dem  ä& 

blos.     Do  Alias,    der  da  wachet,    sy  gsach ,   sprach  er  zuo 

neu:    »Wer  sind  ir  herenV«    Anses   sprach;    >Wir  sind  des 

eysers  botschafft ;   der  hatt  uns  här  gschickt  mit  Rengnolden 

Alias    gieng    und    sagt    das   sinen    heren,    wie  zwen 

n  am  thär  werind,  die  wetten  mit  im  reden.     Kengnold  ao 

lies  innen  uff  thuüu.    Das  beschach.    Die  zwenn  heren  wurJend 

filr  Rengnolden  gfüert;    der   enpfieng   sy   vast   früntlich    und 

hieß  sy  zuo  im  uff  den  banck  sytzen.     Do    sprach  Anses  zuo 

Bengnold:    »Der  keyser  hat   uns  befolhen    dir  abzesagen,  und 

well  dich  niemmer  röewig  lassen ,  untz  das  er  üch  all  er-  36 
lodt  hatt.«     Do  Rengnold  dysse  wort  verstuond  ,  do  ward  er 


S3  ff.  tu  aom. 

iJ«JijiioD«kittilttr, 


34 


gar  zornig  und  sprach  zuo  Anses:  »By  der  triiw,  die  ich 
minen  friinden  ächuldig  bio^  wenn  das  iiüt  beschech,  duniDim 
das  ich  Ttch  lieb  hnh ,  so  ließ  ich  üch  alle  glyder  zerhowen  ; 
wann  ir  bettend  es  wol  verdient,  darunim  das  ir  mine  nachen 

B  fründ  sind.  Und  al»  raich  dunckt  und  och  von  rechtz  söttend 
ir  mich  beschirmen  nnd  bewaren  wyder  alle  meotschen,  und 
ir  rättend  mir  rain  uuneen  Sagend  Karlj,  min  bruoder  Richart 
werde  im  nüt,  und  das  er  das  böst  thüeg,  so  er  mog;  wann 
wir  wend   weder   umm  inn  nach    unmi   sin  trowen    nüt  eines 

ift  halben  baller  w^ertz  deaterniinder  thuon.  Wann  ee  und  er 
nns  gefacht,  muos  er  vyl  grösserer  bylff  notturfftig  sinn  dann 
wir.  Und  machend  üch  nun  schnell  uß  unserem  schlos!«  Do 
der  hertzog  Anses  und  Gergis  dysse  red  horttend,  do  belibend 
sy  nut  länger,    sunders  ryttend  hinweg.     Und  kämmend  und 

16  ertzaltend  das  Karly^  so  im  Kengnold  enboit.  Do  das  Karly 
verstuond,  ward  er  vast  zornig  und  gebott,  das  man  das  schloß 
nach  necher  belegrette.  Das  hat  drü  thän  Für  das  recht 
tbär  wurdend  geordnet  [bl.  178J  der  grafl  Hug,  Felcker  von 
Morillon,  der  gräf  von  Neuers  und  Gergis   von   Dannemarck. 

*<>  Am  andren  thär  was  der  hertzog  von  Bnrgundia  und  der  gräf 
von  Albunos.  Und  by  dem  tritten  tbär  was  der  alt  Ammou, 
Rengnolden  vatter,  der  was  wyder  sine  sun.  Der  keysser 
Karly  vermeint  die  fier  brüedern  also  belegret  haben,  das  sy 
nüt  hinuß  kommen  möchtend;  wann  er  hat  ein  vaafc  gros  voick 

«&  by  im.  Aber  wüssend,  das  inn  dem  schloß  Muntfort  ein 
heimlicher  usgang  was  utf  einem  velssen,  durcli  den  Rengnold 
und  sine  bruodern  hin  uß  ryttend,  wenn  es  innen  liept  Und 
ryttend  uff  das  gejegt  on  hindern nß* 


I 


Wie  Rengnold  und  sine  bruoder  iiß  dem  scblos  fiellend 
so  imd  Karly  vyl  volck  erscbluogend. 

Do  Rengnold  gsach  ,  das  es  zyt  was  sine  fyend  zeüber- 
fallen,  do  beroofft  er  Samson  von  Oordellee,  ein  manlicher 
rytter,  der  was  Rengnolden  und  sinnen  bruodern  ze  hilf  kommen 
mit  hundert  ryttern,  und  sprach  zuo  innen:  >Ir  herren,  es  ist 
86  zyt,  das  unser  fyend  vernemmend,  wer  wir  sigend.  Wann 
lie^send  wyrß  länger  an  stän,  so  möcht  der  keyser  sprächen, 


35 

wir  werend  nütsollend  lütt.c  Demnach  sagt  er  zuo  sinem 
bnioder  Rychart:  »Lieber  bruoder,  umm  des  keyssers  tröwen 
will  ich  dich  dennecht  nüt  verlassen,  wann  ich  hab  dich  als 
lieb  als  mich  selbe,  c  Damit  nam  er  inn  inn  sine  arm  und 
nmrofieng  inn  mit  grosser  liebe.  Demnach  sagt  er  zno  im:  & 
»Bmoder,  li&  das  hom  blässen,  das  sich  jedermann  rüst,  und 
land  uns  hin  ufi  rytten  dem  keyser  ertzeigen,  waz  lütten  wir 
sigend.  Wenn  gott  wett,  das  wyr  den  gräffen  von  Stampes 
gfächen  mochtend,  wurd  ich  vast  fro  sin;  wann  er  ist  der 
gröst  fyend,  den  wyr  band  und  der  uns  mer  geschediget  hat.  lo 
Fillicht  enttrünt  er  uns  nüt,  wann  er  ist  allwegen  inn  der 
▼arhiiot.€  Do  dyfi  reden  gendet  w&rend,  do  rüstend  sich  die 
fier  bruodern  und  all  ir  volck  und  ryttend  uß  dem  schloß 
durch  das  heimlich  end  on  gschrey  und  ryttend  inn  Karlys 
läger.  Da  Sengend  sy  an  sovyl  volcks  ertoden  und  zelten  u 
nyder  schlachen,  das  das  ein  erbermd  was.  Der  Rengnolden 
uff  Bayard  gsachen  hett,  wie  vyl  manheytten  er  begieng,  der 
hett  sich  verwundert ;  dann  der  im  begegnet,  muofit  on  feilen 
sin  laben  enden ;  wann  er  schluog  kein  rytter,  den  er  nüt  so 
lichtlich  spielt,  als  wer  er  ungewapnet.  Do  Earlis  volck  ire  so 
fyend  gs&chend,  do  wapnettend  sy  sich  yllentz  und  staltend 
sich  zuo  der  gegenwer.  Der  strytt  fieng  grussamm  an,  das 
ein  erbermd  was.  Do  der  alt  Ämon  das  gschrey  erhört,  do 
8a£  er  uff  sin  pfert  und  kam  inn  strytt  mit  sinem  Yolck  wyder 
sine  sün.  Do  Rengnold  gsach  sin  yatter  kommen ,  do  ward  35 
er  vast  zornig  und  sprach  zuo  sinen  bruodern:  »Das  ist  ein 
gros  wunder;  wann  hie  ist  unser  vatter,  der  wyl  uns  schedigen. 
Mit  minem  rätt  wend  wir  im  platz  gen  ;  dann  ich  wett  umm 
kein  sach,  das  etwar  band  an  inn  leytte.  Aber  der  vatter 
kam  an  sy  und  thett  innen  grossen  übertrang  an.  Do  Reng-  30 
nold  gsach,  das  sy  ir  vatter  so  übel  schediget,  do  sprach  er 
zuo  im  gantz  zornigklich:  »0  vatter,  waz  thuostu?  Du  thuost 
übel  und  sünd ;  wann  du  söttest  uns  hälffen  ,  und  du  thuost 
uns  mer  zeleyd  dann  die  andren.  Ich  gsich  wol,  das  du  uns 
wenig  lieb  hast ,  wann  du  hast  uns  verrüefft  und  entherpt.  S6 
Wir  band  dis  schlößly  lassen  machen  uns  uffzenthalten ,  und 

* 
10  8.  anm. 


36 


du  kuinpet  das  hälffen  zerstören.  Das  sind  nüt  vätterliche 
werck,  sunders  tüfflysch.  Wiltu  uns  nut  hälflen,  so  byü  doch 
nüt  wydris.  Wann  by  gott,  kunipst  wytter  barför  gegen  uns, 
so  wyll  ich  dir  ein  söllicheo  streich  gebeu  mit  minera  achwert, 

R  das  du  uns  harnach  rüewig  wirst  lässeu,«  Do  der  fromm 
hertzog  Amon  sines  suns  red  erhört,  do  hatt  er  so  gros  leyd 
im  hertzen,  das  er  schier  ab  sineni  pfert  fiel ;  wann  er  erkant 
wol,  das  Rengoold  war  seyt.  Aber  er  kond  im  nut  anders 
thuon  uü  forcbt  des  keysers,     Docb    reytt  er    bindersich  und 

10  lieü  sine  süu  für  rytten  ;  die  schedigettend  Karlis  volck  übel. 
Diewyl  kam  Karly,  der  gräf  Albrecht,  Gergis  von  Tenne- 
marek,  Felcker  von  Morillon.  Und  do  sy  Rengnold  gsach 
kommen,  do  ordnet  er  sin  volck.  Inn  dem  lieli  Karlys  ryttern 
einner  sin  pfert  louffen ,    der  bieü  Türing,  gegen  Hengnolden 

15  volck*  Und  do  inn  Allard  gsach  kommen,  do  kam  er  gegen 
im,  also  das  Thüring  tod  zuo  der  erden  fiel.  Des  Karly  vast 
zornig  ward  und  schrey  überlut:  »Ir  heren»  gedenckerid  mich 
zerächen  an  dyssen  lurren,  die  unser  volck  so  übel  schedigendlc 
Do  der   alt  Amraon    den  keyser   erhört,    nü  forcht,    er  ward 

io  geschulten,  stach  er  inn  sin  pfert  und  schluog  sinn  er  sünnen 
ryttern  eiuer,  der  hies  Amon,  so  herttenklichen  mit  sinem 
Schwert,  das  er  tod  zuo  der  erden  fieL  »Vatter,«  sprach  Reng- 
nold, »du  thuost  übel,  das  du  also  min  volck  ertödst ;  aber 
by  der  trüw,    die  ich  gott   schuldig  bin  ^    wenn  ich  nüt  ver- 

•B  meintte  geschulten  werden  minner  eren,  so  wett  ich  mich  an 
dir  rächen.  Ach  rauotfcer,«  [bL  179]  sagt  er,  »wie  wyrstu  so 
leydig  sin,  wenn  du  den  schaden  vernemmen  wyrst,  den  uns 
unser  vatter  uS  den  hüttigen  tag  thuofc.«  Do  Felcker  von 
Morillon  gsach,  daz  sich  KengnobJ  und  sin  volck  so  wol  uff- 

aa  enthieltend  wyder  sy,  do  fieng  er  an  schryen:  »Her,  waz  ist 
das?  Ich  gloub,  ir  wösseiid  nüt,  waz  ir  tliegend.  Beschickend 
nach  nier  volck,  das  ir  den  verrettern  den  Ion  geben  mögend. c 
Damit  reyt  er  uff  Hengnolden  volck  und  die  Frantzossen  mit 
im,  also  das  sy  hindersich  wichen    muol^tend,     Do  Allard  sin 

■5  volck  gsach  wichen ,  do  ward  er  vast  zornig.  Und  zog  sin 
seh  wer  tt  uik  und  tbet  sinen  fy  enden  so  grossen  schaden  ,  des 
sy  »er  erschreckend.  Der  stritt  was  vast  grussani ,  das  nun 
ein  gros  erbermd  was;  wann  meugklicher  tbet  das  böst.    Die 


I 
I 


I 


37 


fier  8Ün  Atnon  hieltend  sich  manlich;  wann  sy  schliiogend 
ro&  und  man  zuo  erden,  also  das  sich  keinner  dorffl  Tor  inneti 
finden  lassen.     Aber  mit  manheyt  moclit  sich    njemmand  zuo 

IBenguolden    verglichen;    wann    die   Frantzossen    torfftend    im 
Hat  genaehnen;  wann  er  thet  kein  streich,  er  ertodt  ein  fyend.  ä 
Da  ward  keiner   fruntschaffb  geschonnei ,    wann    sy  ertodtend 
ein  andren  wie  die  thierer.     Inn    dem  kam    inn  stryt  Johans 
Ton  Sant  Omer  uff  einem  guotten   pfert.     Gegen  im  kam  ein 
ryUer,    der  hies  Hugo,     Aber  Johans   schluog  Fiugo^  das  er 
lod  Euo  der  erden  fiel.     Do  das  Rengnold  ersach,  do  ward  er  i<i 
rart  zornig   und  sagt  zuo   sinem  volck:    »Luogend    mir  umm 
dtfl  guot  pfert ;  dann  entirünt  das  mir,  so  wyrd  ich  niemmer 
mer  frölich  sin;    wann    es    muol^   Bayard    gselschafft  halten.« 
Do  inn  Richart,    sin  bruoder,    verstuond,    der  was   ein  edler 
rytter,  do  vertzog  er  iiüt  länger,  snnders  stach  inn  sin  pfert  i* 
und  stach  Johans    von  Sant  Omer  so  hertenklich ,    das  er  im 
»in  sper  durch  den  lib  stach ,    also  das  er  tod    zuo  der  erden 
fiel.     Do  nam  er  das    pfert    by    dem  zoumm    und  brächt  den 
Rengnolden    und  sagt  «no  im:    »ßruoder,    ich    bring  dir  das 
^^pfert,  so  du  so  vast  begerfc  hast,  das  sehänek  ich  dir«   »Lieber  so 
^Vbruoder,«  sprach  Rengnold,    »ich  dancken  dir   vast  umm  die 
schäncke;  du  hast  mir  ein  grossen  dienst  gethün.«     Demnach 
ersach  Rengnold    sin  vatter,    des  er    vfist  zornig   ward.     Und 
sprach  zuo  im:    »By  miner  trüw,  vatter,  du  machst  dich  ze- 
I      schalten.     Du  mochtest    wol  röewig  sin,    das  du   uns  so  dick  z6 
^Kbsichst.     Zuo  wiennecht  und  ostern  sol  man  sin  guotten  fr  find 
^■koninien  besächen    und  fröud  mit  im    haben;    aber  du  thnost 
^f  das  nüt,  sunders  du  kumpst  uns  besuchen    inn  grossem  krieg 
'       und  wider  uns.     Das  ist  nät  Tättertiche  Itebe.c     Der  hertzog 
Amon    sprach:  »Hüerring,    ich    wyll,    das  du    dich  wol   ver- so 
hüettest;    wann    mag    dich  Karly    gfächen ,    so   wirt   dich  all 
weit  not  mögen  verhüetten,  das  er  dich  nilt  erhäncken  lä&« 
»Vater,«  sprach  Rengnold,  »läö  das  sin  und  kiimm  uns  hällFen, 
so    wirt    Karly    überwunden.«     »Far  hin,    du  esseJ,   gott  ver- 
flOeche  dich!«  sagt  sin  vatter.     »Ich  bin  imm  zalt  verrettery  s6 
zetriben.«      >Vatter,<   sprach  Rengnold,  »du  hast  uns  nüt  vast 
lieb,  ich  gsichs  wol     Darumm    hüet  dich  vor  mir;   wann  ich 
wjU  dtr  ertzeigen,    waz  ich  kan.«     Und  stach  damit  Bayard, 


38 


I 


Bin  pfert ,  und  schlaog  ein  schiitner,  der  hies  Guymar,  also 
das  er  tod  zuo  der  erden  fiel,  Do  Karly  sin  schiitner  tod 
gsach,  stach  er  inn  ein  pfert  gantz  zornig  und  g^cbied  den  stritt 
mit    sineni  scbwert;    wann    er    gsach    wol,    das  sin  vok"k  das 

6  bössertejil  hattend.  Und  gebott  innen,  das  sy  abUugend,  wann 
es  were  der  birtten  uffzehören  atrytten.  Und  als  ay  ab  zu- 
gend,  kam  dahar  Bernbart  uß  Burgundia,  der  schluog  Synion 
Ton  Breniß,  also  daz  er  tod  zuo  der  erden  fiel,  Do  die  fier 
bruodern    Synjon    tod   gsächend »   wärend   sy  vast  leydig    und 

10  kämmend  an  das  end  und  ^eratrowtend  die  hnffen.  8ymons 
tod  ward  do  wol  gerochen;  wann  sy  ertodtend  hundert  der 
besten  ryttern,  so  Karly  hat  inn  siner  gsellschafft;  des  Karly 
vast  leydig  was,  Allard  kam  an  den  gräffen  von  Stampas  und 
schluog  inn    tod    zno  der  erden,     f^o  liengnold  den  stich  er- 

16  sach,  do  kam  er  zuo  sinem  bruoder  Allard  und  iimmtieng  inn 
und  sprach  zno  im:  »Lieber  braoder,  gesegnet  sig  die  muotter, 
die  dich  getragen  hätl  Dann  du  hast  uns  gerochen  an  dem 
grösten  fyend,  den  wir  ghept  band.«  Und  do  er  dysse  wort 
geredt  bat,  ließ  er  sin  tnimmetten  blässen,  das  sich  sin  volck 

10  wider  versamlette,  Do  Karly  den  grossen  schaden  gsacli,  so 
im  die  fier  sun  Aoimon  tliettend,  do  schrey  er  mit  liitter  stimm : 
>Ir  beren,  land  uns  wyder  inn  unser  läger  zücben  !  Wann 
unser  fyend  sind  zeguott  rytter,<  Do  Karlys  volck  sin  gebott 
erbortend »  zugend  sy  inn  ir  läger.  Und  als  sy  abtzugend, 
i  yltend  innen  Rengnold  und  sine  brooder  nach  und  acbluogend 
sy  inn  die  flocht  gegen  irem  läger  imd  fiengend  Anthony  von 
Guottemunt,  den  gräf  von  Neuers  und  Tb ü ring  den  Normand» 
Do  Rengnold  Karlis  volck  inn  der  flucht  gsach,  do  versamlet 
er  sin  volck   und  ryttend   frölich    gegen  dem  schloß  mit  den 

10  gfangnen.  Und  als  sy  gegen  dem  seh  los  ryttend,  kam  ir  vatter 
gegen  innen.  Und  do  sy  inn  ersächend,  do  tobettend  sy  von 
zorn.  Reognold  scbluog  sines  vatters  pfert  so  herttenklieb, 
das  zuo  der  erden  fiel;  wann  er  wott  sin  vutter  nut  unrüereti, 
Do  sich  Ämon  am  berd  gsach,    do  stuond  er  schnell  uff  und 

9b  zog  sin  Schwert  uß  und  fieng  sych  an  zeweren.  Aber  die  wer 
bett  inn  wenig  genützt,  er  wer  gfangen  worden,  wo  nüt  Ger- 
gis  von  Tannenmrck  gsin  were,  der  entschut  inn.  Und  sprach 
zuo  im;    *Her,  was  dunckt  uch  üwer  süniien  halb?    Sy  sind 


I 
I 
I 


I 


39 

▼ast  manlich  rytter,  als  ir  wol  gsachen  mögend,  c  Do  Amon 
wyder  uff  sinem  pfert  was,  do  ylt  er  sinen  sünnen  nach  als 
ein  yerizwyfletter  man  und  sprach  zuo  sinem  volck:  »Lind 
ans  den  boaben  schnell  nach  rjtten !  Wann  labend  sy  lang, 
so  werdend  sy  uns  grossen  schaden  thuon.c  Do  Bengnold  sin  5 
Taiter  gsach  kommen,  do  stach  er  inn  Bayard  and  reyt  uff 
sines  vatters  volck  und  schluog  sy  mit  gwalt  inn  die  flucht  mit 
hilf  siner  bruodern.  Do  Karly  die  gros  manheytten  [bl.  180] 
ersachy  so  Rengnold  und  sine  bruoder  begiengend,  do  sägnet 
er  sich  von  wunder  und  sprach  zuo  im  selbs :  0  ewiger  gott,  lo 
wie  bastu  dyssen  ryttern  so  gnedig  gäben  geben!  Wie  wol 
sy  mine  tödliche  fyend  sind,  nüt  desterminder  sagen  ich  dir 
danck  umm  die  krafiPt,  die  du  innen  geben  haste  Und  stach 
damit  inn  sin  pfert  und  reytt  gegen  Hengnolden  und  sprach 
zuo  im :  »Rengnold,  ich  verbütten  dir,  das  du  nüt  wytter  har-  i6 
für  ryttest.c  Do  Rengnold  den  keyser  gsach,  do  macht  er 
im  die  reverentz  und  reytt  hinder  sich  und  sprach:  »Kerend 
üch  widerummic  zuo  sinem  volck;  »wann  hie  ist  der  keyser.  Ich 
wett  nüt  umm  kein  sach,  das  üwer  einer  band  an  inn  leytte.c 
Do  sin  volck  die  red  erhorttend,  do  stacktend  sie  ire  Schwerter  so 
wyder  inn  und  ryttend  inn  das  schloß  vast  frölich  der  guotten 
sach,  so  innen  des  tags  begegnet  was.  und  giengend  sich  gen 
entwapnen.  Diewyl  ward  das  oaehtessen  bereytt.  und  sas- 
send  zetisch  und  liessend  die  gfangnen  mit  innen  essen.  Nach 
dem  essen  dancket  Rengnold  sinnen  bruodern  umm  ir  hylf.  a^ 
Do  Karly  gsach,  das  Rengnold  wyder  inn  sin  schlos  was,  do 
reytt  er  och  wyder  inn  sin  zält  und  schwuor,  er  wett  nüt  vor 
dem  schloß  abzüchen,  er  bette  dann  vor  die  fier  sün  Amon 
oder  das  schlos.  Waz  sol  ich  üch  sagen?  Karly  lag  fierzechen 
manott  vor  Muntfort,  das  kein  wuchen  was,  das  nüt  stryt  oder  so 
scharmutz  beschechend.  Wann  Rengnold  was  nüt  so  wol  be- 
legret,  das  er  nüt  gen  jagen  rytt,  wenn  er  wott.  Es  begab 
sich  och  vyl  raäUen,  das  Rengnold  mit  den  Frantzossen  redt 
umm  fryd.  Und  sprach:  »Lieben  heren,  ich  bytten  üch,  so- 
vast  ich  mag,  das  ir  mine  fürpytter  sigend  gegen  Karly.  Und  35 
sagend  im  für  war,  das  er  uns  nüt  mit  gwalt  gwünnen  mög; 

» 
*20  8chw.]  Schwester  hs. 


^ 


wann  unser  schloß  ist  vast  wol  gerüsi  mit  allen  dingen.  Er 
mag  daa  schlos  wol  ilberkomoien,  de%Hchen  mich  und  mine 
brüeder,  unsere  laben  und  hab  bewartt,  und  das  der  krieg  end 
hab,  sust  imt«     »Rengnold,«   sprach  Gergis,  »du  sagst  recht, 

6  und  verheyasen  dir  das  Karly  zesagen.  Ich  gloub  och,  ich 
well  inn  also  bewegen,  das  erß  thuon  wyrt;  wann  ir  sind  not 
lüt,  die  also  yenjüttedt  werden  sollend,«  Als  Rengnold  mit 
Gergis  redt,  kam  Felcker  von  Moryllon  dahar;  der  sprach  zuo 
Rengnold:  »Rengnold,  du  byst  ein  rrnr.     Du  wyrst  uns  Munt- 

10  fort  lassen ,  wann  es  ist  mit  din  erblechen ,  darzuo  üwere 
höpter.c  » Felcker, €  sagt  Rengnold,  »du  hast  mich  vyl  ge- 
schulten. Ich  weyß  wol,  das  alle  übel,  so  mir  Karly  will, 
harkommend  darumui,  das  ich  sin  vetter  Berchtold  ertödt  hab. 
Ich  mag  sinn  nüt  warlich    und  ist  mir  vsst  leyd,    das  weyfit 

u  got  wol.  Und  du  wejst,  Felcker,  das  ich  mich  sinnen  erweren 
muolät  Aber  ich  bytt  dich,  das  du  Karly  sagen  wellest,  das 
er  uns  begnade.  Thuost  du  das,  so  wyrstu  gelopt.  Nun 
magstu  als  wol  umnikonmien  als  ich.c  iBy  gott^«  sagt  Felcker, 
tdas  alles  wyrt  dich   nüt  halffen  ;  wann  du  und  diue  brnodern 

lomüesseDd  sterben,«  5^Üu  tri3wst  zevast,«  sagt  Rengnold;  >wann 
es  zimpt  dir  nüt,  das  du  ryttern  trowest,  die  besser  sind  dann 
du.  Hastu  neyßwaz  im  hertzen,  so  thuo  es  und  bruch  not 
sovyl  reden.  Ich  sag  dir  für  war,  da^  du  dinem  tod  nach  gäst.c 
Nach  dyssen  wortten  scbiedend  sy  hinweg  von  ein  andren, 

«Wie  Muntfort   verratten    ward   und  verbräntt,    und 
wie  Reugtiold  dar  von  kani  mit  den  sinen. 

Do  Karly  gsach,  das  er  das  echlos  nach  die  rytter  not 
errobern  mocht,  do  ward  er  vast  zornig  und  forschet  mer  volck 
inn  allen  sinen  landen.     Und  do  sy  kommen  wärend,   sprach 

aft  er  zuo  innen:  >Ir  heren,  ich  klagen  üch  ab  Aen  fier  süti  Am- 
nion, die  mir  all  min  land  verwüest  und  zerstrjrt  band*  Da- 
rumm  sagend  mir,  waz  ich  thuon  solle;  wann  ich  wyll  fiwerm 
r&tt  Tolgen.«  Do  die  heren  Karlys  klag  er  hortend  ab  den 
fier  sün  Amon,    do  sagt   der  hertzog  Anses  zuo  imm:    »Her, 

36  wend  ir  guottem  rätt  volgen,  so  will  ich  üch  den  guot  geben. 
Land  uns  wider  inn   Franckrrch  züchen,  wann  der  wintter  ist 


i 


41 


bie.  Und  wenn  der  SDirinier  hie  ist,  den  so  mögend  ir  üwer 
ilfiger  wider  komen  für  Miintfort  seh  lachen.  Ich  sichern  üch, 
Rengnold  nöfc  so  par  verschlossen  ist,  das  er  nüt  hin  uß 
wenn  er  well;  darumni  er  not  lychtlich  erobert  wyrt. 
Wjtter  so  sind  Rengnold  und  sine  brüeder  senil  ich  rytter,  die  & 
sich  nüt  liederlich  überwinden  länd.  Das  ist  min  rätt^  her; 
4er  ein  bessers  wilß,  der  sagß.«  Darnach  redt  Hernian  von 
Senna  und  sprach:  »Her,  ich  will  üch  bessern  rätt  geben. 
Gend  mir  das  schlos  und  alle  hab  darinn  und  alle  herschafft 
fiinff  mill  darurooif  so  wyll  ich  ach  Rengnolden  und  sitie  brüe-  ^o 
der  übergeben,  ee  das  ein  aianofct  für  kumpt.«  »Herman,< 
sftgt  Karlj,  'du  hast  wol  und  wyälieh  geredt.  Magsiu  das 
Eewägen  bringen,   so  verhejssen  ich  dir  da7.  seh  tos    nnd  alles 

Sdas,  so  du  begert  hast,  zegeben,*  »Her,«  sprach  Herrnan, 
»ich  dancken  üch  «uo  tussend  mallen  [bL  181]  und  verhejssen  i& 
üch  Rengnolden  und  sine  brüeder  geben  vor  einem  niaoott, 
als  ich  gloub.<  Also  ward  die  zuosagnng  beschlossen.  Der 
falt«ch  und  boßhafft  verretter  beleyb  nüt  länger,  sunders  sagt 
suo  Karly;  »Her,  Jänd  mir  ein  guotten  hoptmann  verordnen 
mit  tussend  wolgerösten  guotter  ryttern^  so  wyll  ich  sy  morn  «> 
vor  tag  unden  an  den  berg  verhalten  on  gachrey.«  Karly  be- 
schickt Hug  von  Burgundia  und  gebott  im,  das  er  tussend 
guotter  ryttern  nemme  und  alles  daz  thett,  so  im  Herman 
sagen  wurd.  Do  ilerman  all  sin  sacli  geordnet  hat,  do  kam 
er  för  des  sefalosses  thär  und  sprach  zuo  dennen,  die  das  thar  a^ 

fverhuottend:  >Äch^  iimm  gottes  willen,  ir  herren^  hand  erbermd 
über  mich!  Thuond  mir  uf,  oder  ich  bin  sust  tod ;  wann  der 
keyser  lätt  mir  nach  yllen  allenthalben,  darumra  das  ich  im 
vyl  gnots  von  Rengnolden  gsagt  hab.  Und  sagen  ilcli,  das 
ich  im  sagen  wyll,  des  er  erfröwt  wyrt.«  Die  thärhüetter  *<* 
vermeinttend,  er  sagte  war;  darum  sy  im  die  briigg  nyder 
lieesend  und  liessend  inn  in.  Aber  der  untrilw  verretter  gab 
innen  bo*jsen  Ion  darumm.  Diew^l  ließ  Karly  Hug  von  Bur- 
gundia zuo  rüsten  mit  tussend  ryttern  und  schickt  sy  an  den 
berg  on  gschrey,  als  im  Herman  befolhen  hat.  Do  Rengnold  m 
temam,  das  Karlis  ryttern  einer  kommen  was,  do  gieng  er 
im  engegen  und  sprach  zuo  imi  *Wer  sind  ir,  lieber  her?« 
»Uer,«  sagt  er,  »ich  hejla  Herman  von  Senna.     Ich  bin  von 


42 

li  wert  wegen  mit  Karly  inu  unneinigkoyt  kommeD.  ümm  die 
selbig  aach  bin  [ich]  hnr  kommen  üch  bitten,  das  ir  mich  inn 
beftilch  liabend;  wann  ich  weyi  nnk,  wo  hin  ich  yetzmäl  soL« 
liengnold    sprach:    »Sytniäl    und    ir  sagend,    ir  sigend    unser 

ö  fründ,  so  sind  ir  ons  wiikommen.  Nun  sagend  mir,  d&s  byk 
ich  üch,  wie  halt  sich  Karlis  her,  ist  vyl  spya  verbanden ?€ 
»Her,!  sprach  Herman,  »sy  band  niangeh  Und  sagen  äch 
für  war,  das  ey  vor  fiertzig  tagen  abznchen  werdend;  wann 
der  heren  keiner  will  mer  da  beliben.     Des  Karly  vant  zornig 

10  über  sy  ist.«  »Lieber  fründ^i;  sagt  Rengnold,  tir  band  mich 
gar  getrost,  w^enn  es  also  ist,  als  ir  sagend.  Dann  wenn 
Karly  ein  mal  von  hinnen  kemm,  so  wurd  er  kein  wyllen  mer 
haben  bar  zekommen*«  Rengnold  fuort  inn  zuo  sinen  bruo- 
dern,  die  thettend  im  gros  eer  an  und  fragtend  inn  von  allen 

i^  saclien.  Do  die  zyt  kam  zenacht  zessen,  do  sassend  ßengnold 
und  sine  bruoder  zuo  tisch  und  ässend  frölieh  zenacht.  Mit 
innen  aJd  der  verretter  Hermann,  dem  machtend  sy  guot  gschir. 
Nach  dem  essen  giengend  die  rytter  all  nyder;  wann  sy  wärend 
raäed   nach    von   dem   strytten   des  vordrigen   tags.     Herman 

^^  der  ward  erlich  beherbergt.  Do  jedermann  entschlaffen  was, 
Herman  der  echlieff  n*it,  suuders  stuond  uf  und  nam  siii  har- 
nisch  und  wapnet  sich  und  thet  wie  der  faltsch  Judas  und 
kam  an  die  brugg  und  zerhöw  die  seyller,  darann  die  brugg 
hanget,  nnd  ließ  die  nyder;  darnach  steig  eruÖ^diemur  und 

Sft  fand  den  tbärhüetter,  dem  huw  er  die  gurgten  ab  und  nam 
im  die  thärschiüssel  und  thet  das  thär  uf.  Do  Uug  daz  thär 
offen  gsach,  do  beleih  er  nüt  länger,  sunders  kam  inn  das  scblos 
mit  sineni  volck  und  ertodtend  alles  das,  so  innen  begegnet. 
Horrend  das  gros  glück,  wie  gott  Reni^nolden  und  sine  bruo- 

»0  dern  behuot!  Wüssend,  das  die  stalknecbt  truncken  wärend 
und  entscblieffend,  das  sy  der  rossen  kein  acht  haltend.  Wann 
A Hürden  pfert,  daz  was  vast  hoffertig»  Reng  an  ein  wyld  wes- 
sen füeren  mit  den  andren  pferden.  Do  Ällard  die  pfert  er- 
hört,   do   sprang    er  uf  und  gsach  das  thär  oö'en    und  gsach 

SS  den  hämisch  glytzen  durch  die  saltburen  von  dein  mänschin. 
Er  gieng  zuo  dem  bett,  an  dem  der  verretter  gelägen  was;  den 


5  wolkoimnaii  hi. 


43 

fand    er   nüt,    des   er   ser   erschrack.     Und  gieng  und  wackfc 
Reognolden  und  sprach:  »Lieber  bruoder,  wir  sind  verratten ; 
Ldann  der  verretter  Hernian    hat    Karlis  votck  ingelässen,    die 
[eriödtend  unser  volck  mit  grosser  niartter.«    Do  das  Kengnold 
Terstuond,  do  sfcnond  er  schnell  nfP  und  wapnet  sich  und  ruofft  ^ 
sinen  bruodern    und  sprach:    *Wol  uff,    lieben  frütiden,   land 
uns  uns  manlich  halten;    waun    die  nott  ist  hie.c     Rengnold 
hat  nüt  uier   dann  trissig  rjtter  bjr  im  im  schlos;    wann  die 
andren  wärend  im  undern  achloa,  das  glichet  sich  einem  klein- 
nen    stetly   wol  besetzt    mit  volck.    Da  was  Hugo.     Inn  dem  ^* 
kam  Herman  der   verretter  da  här  durcli  die  gassen  und  mit 
^m    wol    hundert  gewapnetter  rittern.     Rengnold   sprach   zuo 
limneD  braodern :    J^lr  heren,   kommend  härfur!    Dann  wo  uns 
gott  not  hylft,  so  sind  wjr  all  verloren.«    Rengnold  und  sine 
tbroodem  staltend  sich  für  die  thur  und  warttend  sich  so  wol,  vs 
[das  keiner   harfür  kommen  dorä't.     lun  dem  färhäf  fieng  das 
gscfarey  lut  an,  dararam  das  sieh  die  im  schlos  manlich  wart- 
tend.    Do   Karlys  volck  gsächend,   das  sich  die  im  schlos  so 
iredlich    hieltend,   do  stiessend  sy    das  für   inn  die  hüsser  im 
Ifärhäf  und  [fiengend]  au  zerbrächen  und  verbräunen,  waz  sy  ao 
ffuuden,  dardurcb  die  aller  besten  gehüsset  verbrunnend^  also 
das  das  für  inn  das  recht  schlos  kämm.    Des  Rengnold  gantz 
^20mig  ward  und  sprach  zuo  sinen  bruodern:  >Waz  w^end  wir 
fhie  thuon  V    Beliben  wir  ud  Itinger  hie,  so  sind  wir  tod  oder 
gfangen.     Wenn  das  für  nut  were,  so  wettend  wir  dis  volck"* 
nach  ußhär  triben;  aber  wir  könnend  nut  länger  hie  beliben, 
Darumm  so  kommend  mir  nach  !«     Do  sy  ir  schlos  also  gsä- 
chend brünnen,   do  giengend  sy  inn  ein  graben  durch  das  heim- 
Heb  thürly ;    da  fiengend   sy    den  an    so  manlich  beschirmen, 
das  keiner    hin  inn  kam ,    er  ward   er  tod  t,     Do  der  verretter  ao 
Hertnan  das  ersach ,    do  nam  er  sin  volck   und  kam  inn  den 
graben    und  greyf    die  fier  sün  Amon    hertt  an.     Wann  inn 
dem  iDgang  des  grabens    wurdend  vyl  manheytten  begangen. 
Diewyl  sy  also  im  graben  wärend,  do  erhör ttend  sy  ir  volck 
Bchryen ;  darumb  Rengnold  zuo  sinen  bruodern  sagt:  »Lieben  nb 
beren,  land  uns  gen  nnser  volck  entschiltten!   Wann  [bL  182J 


ver braonfln  ha. 


44 


kemmeod  sy  also  umm,  wer  uns  ein  groase  achand.«  »Brao- 
der,«  sagtend  sy,  »so  latid  uns  gän  im  nammen  gotz.c  Do  sy 
nß  dem  j^friibeii  warend,  do  beschacli  ein  heriter  strytt ;  wann 
die  fier  briiodem  gaben  hertt  streich.  Wann  Keognold  schluog 
ßo  grussamm  streich  mit  sinem  seh  wert  Flamberga^  daz  im 
nienimand  genachnen  dorft. ;  wann  er  was  vast  zornig.  Und 
von  des  groHseri  zorns  wegen,  den  er  hatt,  wägt  er  sin  lyb  und 
laben:  er  warft'  sin  schilt  nff'sin  niggen  und  hatt  sin  schwertt 
inn  beden  bänden  nnd  brächt  Karlys  volck  sovyl  umm,  das  der 

10  platz  gantz  bedeckt  was.  Do  er  gsach,  das  sine  fyend  so  gar 
erschrocken  wärend  nnd  sinnen  mit  torfllend  beytten,  do  sagt 
erzuo  sinnen  bruodern:  »Ir  heren,  gedenckend  üch  redlich  ze- 
halten; wnun  verretter  sind  guot  zeüber winden.«  Nach  ilyssen 
wortten  kart  er  wydernnini  zuo  dem  thär  des  Schlosses,  wann 

ift  das  für  was  ein  wenitt  erlöschen,  nnd  beschloß  das  wyder  aller 
ainer  tyenden  wyllen ,  desglichen  die  faübrugg.  Demnach 
gieng  er  wyder  inn  stritt  und  fand  sine  bruodern,  die  hieltend 
sich  so  redlich,  das  es  ein  wunder  was;  wann  sy  gäbend  kein 
streich,  das  sy  nüt  iren  man  nyder  scblüegend.  Der  verretter 
Hennann  was  inn  dem  strytt  inischlos;  wann  Rengnold  hat 

MO  das  thär  zuo  thän  nnd  die  falibrugg  uff"  zogen;  darumm  er 
im  nüt  torfft  entsitzen  vor  Karly  wytter.  Er  trang  inn  sinne 
fyend  so  fräffenlich  sampt  sitien  bruodern ,  das  von  Karlys 
volck,  so  im  schloa  wärend,  nüt  uier  inn  laben  belibend  dann 
Herman  und  xi  ander,  die  wurdend  gfaugen.     Rengnold  Heß 

Mein  galgen  ufrichten  uff  den  höchsten  thnrn  ,  daran  ließ  er 
die  einlyff  erhäncken.  Darnach  Iie§  er  Hermans  fier  glyder 
an  fier  rossen  schwäntz  binden  und  satzt  nff"  yetliclis  roß  ein 
bnoben  nnd  hies  die  inn  die  pfert  stächen  mit  den  sporen, 
abo  das  er  von  stund    an  gfiertteylt   ward.     Darnach    lieü  er 

»0  ein  gros  für  machen  und  inn  darinn  werffen.  Die  mere  kämend 
Karly  bald  für,  wie  die  sach  ergangen  was;  des  er  ser  zornig 
ward  nnd  sprach  zuo  im  selbs:  >Ach,  lieber  her  gott,  wie 
wird  ich  kestiget  von  den  fier  ryttern!  Ich  hab  übel  thän,  do 
ich  innen    die  rytterschatft    geben  hab.     Nun    bin   ich   aller- 

■fr  dingen  trostloß;    wann   ir   vetter  ertodt  min    sun  Lohar  nnd 


30  mere]  wiederholt  hs. 


I 
I 
I 

I 

ii 

I 

I 


iengnold  min  vetter  Berchtolden  ,  die  ich  so  lieb  halt,    und 

Ijttz  band  sy  min  voiek  ertödt  mii  grosser  uiartter.     Icfa  sol 

jinich  bitlicli  für  nütsoUeDd  achten,  das  ich  der  aller  niechttgest 

fküuig    inn  der    weit  bin    und    mich    nüt   mag    rächen    an  tier 

rjtiem      Ich   wjU    nüt   Yoa   hinnen   scheyden,    untz    das  ich   & 

itnich    gerochen  hab,    oder    ay    müeaaend    mich    überwinden.« 

»Her,«  sagt  Felcker,    >ir  band  vast  recht.     Rengnold  ist  ein 

narr,  das  er  uch  nüt  furcht,  das  er  üwer  volck  bat  also  lassen 

erhäncken,«      Do   sprach    der   hertzog    Anses:    »üer    keyser, 

'  bettend  ir  mir  gefolgt,  so  bettend  ir  üwer  volck  nüt  verloren,  lo 

Ir  volgettend  Herman,  darumm  ist  es  also  ergangen.    UÄ^iichend, 

twie  öwer    voiek    erhänckt   sind !«     Do    Karly  Anses   red  ver- 

'aiuond,  erkant  er  wol,  das  er  war  sagt,  und  wnrd  gtintz  schamni- 

^rott    und    wuüt   nüt,    waz    er   sagen    sott.     Diewyll  giengend 

tengnold  und  sine  brüeder  uff  die  ninren  und  luogtend  gering  i» 

unim  das  schlos   und  gsächend,    das  der    ^antz    farhäf  brann, 

da  ir  zuosatz  und  ^pys   gsin  was.     Do   sprach  Rengnold    zuo 

Minen  bruodern:  »Lieben  l)ruoderu,  die  sach  stat  wol,  syt  wir 

jtenttrunnen  sind  (got  hab  lob!)    u^  einer  so  sorgklicben  sach 

and  verrettery.     Aber  das  bö»t,    das  ich  gsicli ,    ist,  das  wir  «o 
lunser  spys  verloren  band ;  darumm  wir  nüt  mer  zassen  band. 
rund  donckte  mich,    wenn    wir    langer  da    belibend,   das  wyr 
thettend  wie  narren.     Dunekt  üch  guot,  so  bind  uns  die  zyt 
anschlacben ,     wenn     wyr     von     hinnen     scheyden     wellend.« 
»Bnioder,«  sagt  Allard,  »du  redtet  wyLilich,  und  wend  im  also  u 
thuon,  wie  du  gsagt  hast.     Dann  diewyl  wir  das  laben  band, 
wend  wyr  dich    not   verlassen.«      Do  sy   eyü    wärend    hinweg 
zetcbeyden,  do  wapnettend  sy  sich  all  und   warttettend,   untz 
da«  die  nacht  kommen  was ;  do  sassend  sy  uff  ire  pfert.     Reng- 
nold sprach  zuo  innen:  »Ir  herren,  wie  vyl  ist  unser?«   »Dnser  »o 
i*t  wol  füntf  hundert,«    sagt  AUard.     »Das  i.^t  gnuog,«  sagt 
Rengnold.     »Nnnn  band  üch    by  ein  audren    ou  gschrey  und 
land  uns  durch    das  läger    rytten!     Und  ob    uns  Karljs  volck 
ingryfft,  so  länd  uns  redlicli  uff  sy  schlachen.«   Damit  wurdend 
5j  geruai   und   ryttend    u^    dem    sehlos   on    gschrey*     Do  sy  u 
hin  uü  wllrend,   gaach  liengnald    das   seh  los   an    allen  ortteu 
brunuen;  des  er  gros  leyd  tuort  und  sprach:   »Ach,  du  guotz 
schloe>f  wie  ist  es  so  scbad ,  das  du  also  verwuost  bystl    Von 


46 


goU  sig  der  verflüecht,  der  dich  so  faltschlichen  verrotten  hat! 
Ea  ist  yetz  ßiben  jär,  do  du  gemacht  worden  byst.  Ach,  wir 
band  sovyl  eeren  und  rychtum  von  dir  gehept,  and  yetz  milessend 
wir  dich  verlassen*     Du  wärest  all  min  hoftnung  nach  minen 

c  brnodern.«  Und  als  er  dysse  wort  redt,  Bellend  im  die  trehen 
u§  den  ongen.  llo  Allard  Reiignolden  so  betrüept  gsach,  do 
sprach  er  zno  im:  »By  miner  trüw,  brnoder,  du  hast  ann- 
recht, das  du  dich  so  übel  gehast.  Darumm  byß  getrost,  byt 
ich  dich;   wann  wir  wend,  ob  gott  wyll,  ee  daa  zwey  jär  för 

10  kommend,  ein  ander  schloß  haben^  das  besser  sin  wyrt,  dann 
deren  fiere.  Und  land  uns  rytteii ;  wann  länger  zebliben  ist 
nö.t  unser  fuog.«  »Bruoder,«  sprach  Rengnold,  »ich  bah  all- 
wegen  guotten  ratfc  by  dir  funden.  Nun  stellend  üch  inn 
Ordnung  1    Rüstend  die  färb  not,  du  und  (iuchart,  so  wend  ich 

15  und  ßichart  die  nächbuot  haben.«  »Bruoder,«  sprach  Allard, 
»das  sol  sin»«  Al^o  nam  Ällard  sin  bruoder  Goehart  und 
hattend  die  farlmot  mit  hundert  ryltern  und  staltend  den  troß 
amitten;  Rengnold  und  Kycharfc  kämend  innen  nach  mit  dem 
übrigen  volck.     Aber  sy  kondend  nüt  so  styl l  für  züchen,  das 

»fl  ire  fyend  iren  nüt  innen  wurdenil.  Do  Karly  vernam,  [bl.  183] 
das  Rengnold  kam,  do  ward  er  vast  zornig  und  gebott,  das 
sich  mengk lieber  wapnette.  Das  beschach.  Do  Allard  und 
Guchart  gsächend,  das  sy  nüt  für  rytten  mochtend  an  strjtt, 
do  sportend  sy  ire  pfert  gegen  Karly,  also  das  sy  zwen  rytter 

ao  nyder  stachend.  Uo  Rengnold  gsach,  daa  sich  der  züg  rott, 
do  nam  er  zwentzig  rytter  und  gebot  innen,  das  sy  den  troß 
nemmend  und  sich  uft'  die  sträß  maclitend  ;  ^^o  wyll  ich  gen 
minen  bruodern  hälffeD.c  Demnach  stach  er  inn  Bajard  und 
fieng  an  die  rytter  vor  im  nyder  scb lachen,  also  das  die  bächly 

äo  von  bhiot  besprängt  wärend  und  voll  todter  corpeln  und  rossen 
lagend.  Karlys  volck  erschrack  so  übel  ab  dem,  so  Rengnold 
begieng,  daz  sy  wichend ;  darumm  Rengnold  und  sine  brüeder 
für  ryttend,  Karly  was  vast  zornig  umni  die  guotten  rytter, 
so  er  verlor,     Do  Rengnold  für  kam  ,    fand  er   sin  troß,    des 

BB  er  vast  fro  was.  Und  sagt  zuo  ainen  bruodern:  >Wol  uff, 
machend  üch  uff  die  sträs!«  [Jas  beschach.  Rengnold  und 
Riehart  belihend  da  binden.  Do  Karly  vernam,  das  Rengnold 
hinweg  fuor,  ward  er  vast  fro,  darumm  das  er  daz  schlos  ver- 


47 

liefi,  und  gebofct  im  nach  ze  yllen  mit  all  sinero  züg.  Nun 
wärend  die  bruodern  yast  zornig,  darnmm  das  sj  ir  guot 
schloß  verlassen  haltend.  Karly  ylt  innen  hertt  nach;  aber 
Rengnold  forcht  im  nüt  vast  übel,  sunders  ließ  all  sin  volck 
vor  im  rytten  und  sagt  zuo  Allard:  »Lieber  bruoder,  hab  & 
acht  uff  unser  Yolck  mit  Guchart,  und  gryfft  üch  Karly  an, 
so  werend  üch  redlich  Ic  »Bruoder,«  sprach  Allard,  »wellicher 
uff  mich  ylt,  der  mag  wol  reden,  er  werd  Karly  nüt  mer 
diennen.c  Inn  dem  kämend  Karly,  Gergis,  Anses,  Felcker 
und  ander  gegen  innen,  und  Karly  schrey:  »By  gott,  ir  lurren,  lo 
ir  sind  tod!  Hut  ist  der  tag,  das  ich  üch  all  fier  wird  häncken 
lassen. €  »Es  wirt,  ob  gott  will,  nüt  also  ergän,€  sagt  Reng- 
nold; »wann  l&ßt  mir  gott  gsuntheyt,  so  wyll  ich  üch  er- 
tzeigen,  waz  stercky  ich  hab.«  Damit  kart  er  Bayarden  umm 
gegen  Karly  inn  meinung  inn  umm  zebringen.  Aber  her » 
Hugo  reyt  zwüschend  sy  bed ;  der  enpfieng  ein  söllichen  streich 
▼on  Rengnolden,  das  er  tod  zuo  der  erden  fieL  Demnach  reytt 
er  wyder  zuo  sinen  bruodern.  Do  Karly  sin  rytter  tod  gsach, 
do  schrey  er:  »Wol  nachen,  lieben  heren!  Enttrünnend  uns 
dyß  lurren,  so  wird  ich  niemmer  mer  fröud  haben.«  Reng- 20 
nold  sprach  zuo  sinem  volck :  »Ir  gsellen,  fürchtend  üch  nüt, 
diewyl  ich  inn  laben  bin,  und  ryttend  on  unnorduung!«  Ir 
sond  wüssen,  das  das  nachyllen  mer  dann  fiertzechen  myll 
weret,  und  was  kein  mil  nüt,  inn  deren  sy  nüt  stryttend. 
Aber  Rengnold  und  sine  brüeder  hieltend  sich  so  raanlich,  26 
das  sy  nüt  verlurend,  und  kämmend  an  das  wasser  und  darüber. 
Do  das  Karly  ersach,  sagt  er  zuo  sinen  fürsten:  »Wyr  wend 
uff  hören  innen  nach  yllen,  wann  es  ist  umm  sust;  darzuo 
sind  unser  pfertt  müed  und  hellig.  Land  sy  rytten  inn  hundert 
tussend  tüflFel ;  dann  wenn  Rengnold  die  tüffiisch  kunst  bruchte,  so 
so  könd  er  nüt  mer  thuon ,  dann  er  thtiofc.  Wyr  wend  an 
dyssem  lustigen  wasser  herbergen  dysse  nacht.«  »Her,«  sagtend 
die  fürsten,  »das  sol  sinn.«  Damit  schluogend  sy  ir  zälten 
uff  und  belibend  da  über  nacht.  Do  Rengnold  und  sine 
bruoder  über  das  wasser  wärend  und  gsächend,  das  man  innen  s5 
nüt  mer  nach  ylt,  do  ryttend  sy  all  gmachest  und  kämmend 
zuo  einem  schönnen  brunnen.  Do  Rengnold  das  end  so  lust- 
bär  gsach,  sagt  er  zuo  sinnen  bruodern:  »Wyr  wend  hie  über- 


48 

nacht  sin.«  Sy  sagteiid,  es  gfiel  innen  wol.  Sy  liessend  iren 
troß  abladen  und  herbergtend  sich  zum  basten»  so  sy  mochten. 
Ire  pfert  hattend  guuog  zessenj  aber  die  frommen  rytter 
haltend  weder  zessen  nach  zetrincken  dann  wasser*  Sy  Jagend 
die  gantz  natht  imm  liarnisch  nnd  hattend  wachten.  Do  es 
tag  was,  lie§  Rengnold  sin  troü  uff  binden,  und  niachtend 
sich  uff  die  sträs  gegen  dem  vvald  Ardaunia  und  kämend  zuo 
einem  andren  brnnnen.  Da  sassend  sy  ab,  das  die  rnowtind, 
so  die  nacht  ge wachet  hattend.     Der  keyser  Karly  tag  an  dem 

10  Wasser.  Und  do  es  tag  ward,  saiffc  er  zuo  hertzog  ÄQses : 
>Waz  dunckt  üch ,  dtis  wyr  thnon  sollend?*  »Her,«  sprach 
Anses,  »wenn  ir  mir  volgen  wend,  so  sond  ir  wyder  inn  Franck- 
rich  züchen;  wann  wytter  zerytten  ist  ein  torheyt.«  Karly 
spracli;    »leb   wyll  dyssem  rätt  ¥olgen.<     Und  beriiofft  damit 

»  sine  forsten  und  sprach  zuo  innen  ;  »Lieben  bereu,  ich  wyll, 
das  ir  wyder  mit  mir  gen  Paris  kerend.«  r)er  red  wärend 
die  fürsten  all  vast  Iro.  Karly  ließ  uü  rüeffen,  das  meng- 
klicher  heim  znge  inn  sinn  land.  Der  keysser  reytt  gen  Paris 
und  et] ich  fürsten  den  nechsten  inn  ir  land. 


10  Wie  der  hertzog  Amoii  sine  sun  fand  und  mit  innen 
streytt    und    sy    überwand    und    innen    all   ir    volck 
um  m  brächt. 

Als  der  hertzog  Atnon  beim  reytt,  kam  er  zuo  dem  brunnen, 
da  sine  sün  wärend*     Und  do  er  sy  ersach,  ward  er  vast  zornig 

»und  sagt  zuo  sinnen  ryttern:  »Ir  beren,  rättend  mir,  wie  aol 
[hh  184]  ich  mich  halten  mit  minnen  sünen  ?  Gryff"  ich  sy 
an  und  das  sy  unmi klimmend  oder  g fangen  werden,  so  werdend 
wyr  niemnier  nier  irüud  haben ;  laß  ich  sy  dann  mit  fryden, 
so  feilsch  ich  mich    gegen  Karly.«     Da   inn   sine  rytter  ver- 

»0  stundend,  do  redt  keinner  nüt  ein  wortt  Do  Aniou  gsaeh, 
daz  imm  nieouind  kein  rätt  gab,  sprach  er  zuo  innen:  »Die- 
wyl  ir  mir  kein  rätt  geben  wend,  so  will  ich  imm  nach  niinem 
wyüen  thuon.  Ich  bah  sy  durch  minner  s und  wegen  funden; 
darumm    will    ich   mit   innen   strytten»    geh  wie  es   ergang,« 

s&  liier,«  spracti  Emeffros,  »grylfend  ir  üwer  sün  an,  so  thuoud 


49 

ir  Karly  kein  myßfallen ,    wann  ir   handtz  Karly    verheyssen, 

[ueiiend  öch,    das  ir  nüt  meionejd  «jjeachtet  werdend!«      »Ir 

^end  recht,«  sagt  Aroon,    »ich  wyll  thuon,  das  ich  nüt  ge- 

ßholten    werden    muoä,    als  ich  gloub.«     Und  beruotft  damit 

siner  ryttern  zwen  und  sagt  »uo  innen:  »Kyttend  zuo  minen   & 

sonnen  und  sagend  innen    ab    von    rainetwegen!«     Die  rytter 

aagtend :    Ȇwer  geboit  soll  beschecheo,   diewils  ilch  geliept, 

Mriewol  das  ein  hert  ding  zethnon  ist.«    Sy  ryttend  ziio  tteng- 

nolden,    dem  sagtend  sy  ir  befelch.     Der  erschrack  übel  und 

^ward  vast  zornig  und  sagt  zuo  sinem  voick:   >Ir  heren,  wap-  »o 

nend  ücb ;  wann  ich  erkenn  mines  vatters  herttigkeyt  so  wol, 

er  Düt  ISsaen  wyrt  mit  uns  zestrytten.«     »Bruoder,«  sagt 

Richart,   »du  sagst  war.«      Rengnold  sprach  zuo  sines  vatters 

^ryttern:  »Ir  heren,  kerend  wyder  zuo  unseriu  vatfeer  und  sa- 

jend  im,  wir  battend  inn  nmro  ein  anstand  und  frydeu;  wann  la 

were  nüt  vätterliche  trüw,  wenn  er  uns  bekriegte*«   »Her^» 

^fagt  der  rytter,   »es  ist  uminsust*     Gedenckend  üeh  zeweren; 

wann  er  wyrt  üch  an  feilen  angryffen*«    Damit  schiedend  die 

rytter  hinweg  zuo  ireni  heren  und  ertzalteud  im  Hengnolden 

aiitwnrt.     Do  der  hertzog  sine  rytter  verstanden  hatt,  do  ver-  30 

ixog  er  nüt  länger,  sunders  kämm  gegen  sinnen  siinen  vor  all 

«innen  ryttern*     Do  Rengnold  sin  vatter  gsach  kommen,   do 

kam   er    gegen    im    und    sprach:    >0  vatter,    waz  tbuond  ir? 

Wyr    band    kein    grassern  tyend    dann  ücb*     Ich  verwundern 

mich,  warumm  ir  uns  angriffen  wellend,     Ir  thnoiirl  unrecht;  20 

wend  ir  uns  nüt  guotz  thuon,    so  thnond  uns  nüt  bö&  och.«' 

iDieb,«  sprach  Anion,   »es  wirt  dir  niemmer  iner  wol  ergän, 

djewyl  du  anfachst  bredigen.     Ir  wänend  inn  höltzern  wie  die 

wilden  thier.     tiott  well  üch  ein  bössen  tag  senden ;  wann  ir 

sind  nüt  einer  puschten  strow  wertt.   Gedenckend  üch  zeweren;  so 

dann  werdend  ir  gfangen,  so  kommend  ir  inn  Jammer.^  »  Vutter«, 

sprach   Rengnold,   »ich  will  mich  weren,   sytmäl  und  ich  nÜt 

anders  geschaffen  mag,«     Do  Ainon  die  red  erhört,    do  leytt 

^er  sin  sper  inn    und   kam  gegen  sinen  sünen,    als  werend  sy 

fromd  gsin.    Do  Rengnold  das  ersaeh,  sagt  er  zuo  sinem  volck:  sa 

>Kun  ist  nüt  dann  sich  redlich  zehalten.    Gedenckend  redlich 


tO  Ir]  iren  bt. 


50 


darinn  zesch lachen  \<  Nueh  diaaeu  wortteii  stach  er  ion  sin 
pfert  lind  trang  inn  die  grösten  baffen  und  hielt  sich  so  red- 
lich, daa  äines  vntters  volck  ersehrrieketid.  Der  stryt  was  «o 
grußSHmm,  das  es  ein  erbermd  zesäclien  was:  da  bettend  ir 
gsachen  hert  streich  geben  uff  beden  sytten  und  mengen  rjtter 
jemmerlicb  sterben*  Der  strytt  ward  off  beden  sytten  vast 
wol  etitbaiten ;  aber  zeletst  kart  die  verlurst  uff  liengnold  syt- 
ten. Wann  sin  vatter  batt  vyl  mer  volck  dann  er ;  dann  von 
fiinff  hundert  ryttern,  so  er  by  iinm  geliept  hatt,  hatt  er  eben 

10  nach  filnfftzig  wund  und  gsund*  Aber  sy  thettend  ireni  vatter 
so  grossen  schaden,  das  sy  im  wol  den  halben  teyl  sines  voicks 
u mm  brach tend.  Hoch  muoiätend  sy  zeletst  wychen  gegen  dem 
berg,  Ir  vatter  ylt  innen  stetz  nacdi ;  wann  er  vermeint,  sy 
mQefätend  im  nüt  enttrünnen.    Do  Ivengnold  ntif  dem  borg  was, 

16  sagt  er  zuo  ainen  brüedern:  »Wir  wend  hie  bliben.  Wann 
hie  ist  ein  end,  das  wir  uns  wol  und  nmnlicheu  weren  mö- 
gend, wenn  wir  uns  echter  w^eren  wend.*  Ks  wurdend  an 
dem  end  vyl  ryttern  ertödt  und  wund*  Da  ward  under  Allard 
sin  pfert    erstochen.     Do  er   sich    am  herd  gsach,    sprang  er 

10  schnell  uff  sine  füeü  und  wartt  sich  manlich.  Da  fieng  der 
stryt  grussamm  an,  wann  sin  vatter  fleyii  sich  inn  zefachcn. 
Kr  wer  gwüü  gfangen  worden,  wenn  Rengnold  nüt  gsin  wer. 
Der  kam  gegen  sinem  vatter,  also  das  er  inn  zuo  der  erden 
stach  ;    darnach  zog  er    sin  seh  wert  nü    und   bracht  sovyl  ze- 

u  wegen,  das  er  sin  bruoder  darvon  bräclit,  und  hiea  inn  hiuder 
inn  sitzen.  Allard  was  willig  und  fro ;  wann  er  was  so  müed, 
das  er  sich  nut  mer  enthan  niocht.  Kengnold  ertodt  iier  ryt- 
ter,  diewyl  er  sin  bruoder  hinder  im  hatt.  Nun  wärend  die 
fier  briiedern  als  siglos  und  müed   dann  allein  Rengnold,  der 

■0  ward  nie  siglos;  dann  als  er  hinweg  reytt,  kartt  er  inn  yet- 
liebem  rytt  wyderumm  und  treib  sine  fyend  hindersich  mit 
hertten  streichen,  Do  er  gsach,  das  sin  volck  witt  Tür  wäreud, 
do  ylt  er  innen  nach,  sin  brnoder  hinder  im.  Und  als  Reng- 
nold  hinweg  reytt,  kam  Emeffros  im  nach,  der  was  der  man- 

B&  lichesten  ryttern  einer,  so  Karly  hat^  der  sali  uff  einem 
schwartzen  pfert.  Der  sagt  zuo  Kengnold:  ^Üy  gott,  du  Inr, 
du  bist  tod  oder  gfangen,  ich  will  dich  Karly  bringen.«  Und 
stach    damit    Liengnoldüu  inn    sin    schilt,    des^  Uengnold    vast 


I 


I 


61 


rard  und  scliluo^  iiiir  also,  dm  er  inii  tod  zuo  der  erden 
iQOg.     Und  nam  das  )>fert    and  mi^t  zuo  Ällard:    »Lieber 
iioder,  sitz    iiff  d:i8  pfert,  da^  schunck  ich  dir.*      Des  ward 
Uiard  frower,  dann  hett  er  l'siris  gwiinnen.     Kr  beyttet  mit 

er,    BunderA    er  snü  ab  Bayard  und  saß  uff  Meffros  pfert  ft 
B«d  staeh  ion  mit  den  sporen  gegen  sinee  vatters  ryttern  einen, 
ier    hieta    uch    Metfros,    und    stach  ;nn  tod  zuo  erden»     Nat^li 
^llarden  uffsitzen  fienj^  der  strytt  VMst  liertt  an;  wann  sy  er- 
adiend  irem  vatter  doniailen  zwentjGig  rytter.     Uo  Amon  das 
Itrsach,  do  sprach  er:    >Ir  heren,  enttrünend  sy  uch,  so  wird  lo 
■ich  nien^nier  mer  frölich.    Wann  sy  band  den  fronunen  rytter 
[tltneöros    ertödt,    den    mir    Karly    zuo  geben   haLt«     Do  inn 
line  rytter  erhört tend,    do  ryttend  sy  uff  Allard,   also  das  er 
tni'n    mit  gwalt   blatz  geben  niaoüt.     Und  wo  nüfc  ein  trytt 
twe»  bachla  gsin  were,  so  bettend  By  gnuog  zeschaffen  gehept.  i^ 
[Aber  Hengnold  iiud  sine  bröeder  [bl.  185]  ertodend  irem  vatter 
[da  wol  fijnff  und  zwentzig  rytter,  das  nun  ein  erbermd  was,  und 
[hette  Kengnold  nach  fünfftzig  rytter  gebept,  so  hett  er  sineni 
Iratier  all  sin  volck  ertödt.     Aber  darnmni    daz  im  volck  ge- 
I1>rai(t,    muoßt  er   den  platz    verJän    und  niocht  not  mer  dann  20 
ffierzechen   rytter  mit   inim  darvon   bringen   von  iren  funffhun- 
dertten.    Ir  vatter  hett  sy  nach  mer  geschediget,  wo  daswasser 
ntit  gsin  were.     Do  Rengnold  gsach,  das  er  all  sin  volck  ver- 
loren hatt,    do  watät  er  nut,   waz  er  tbnon  sott;    darumm  im 
[die  ongeu  voll  trehen  wurdend.     Deßgltchen  irem  vatter  och|  3& 
Innd  sprach:    »Ach,  lieben  seinen,     wie  bin  ich  so  leydig,    das 
lieh  öwera  Schadens  ursächer  bin!     Yetz  w^erdend  ir  rytten  als 
[die  vertribnen  und  darff  nnd  kan  ilch  nüt  gehälffen,  das  mich 
Igroßlich  bekränckt      Der  tüffel  hab  die  sei,    der  di«  onruow 
Sfigfangen  hatt!  Daz  wirt  er  och.«     Beninach  ließ  er  die  todten  »0 
vergraben  und  wundnen  verbinden,    und  ließ  Emeffros  inn  ein 
o&bar  teggen  und  gen  Üordonna  mit  im  flieren.     Da  beleyb 
er  nüt  mer  dann  ein    nacht;  wann  er  ließ  die  roßpar  uff  zwen 
,  inn  lessei  leggen  und  bricht  inn  Karly  gen  Paris*  und  sagt  zuo 
im;   liier,  do  ich  inn  min  land  gerytten  bin,  hab  ich  inn  dem  sb 
rald  Ardannia  njine  sün  funden  mit  fünflThnndert  ryttern.    Ich 
Igreyff   sy  an    und  vcrmeinfct    sy  ik-b   g Fangen  bringen.     Aber 
neb  hab  nut  mögen  und   iiab  es  thur  engulten,  wann  sy  band 


52 


I 


mir  grosden  schaden  gethän.  Doch  hab  ich  innen  all  ir  volck 
ertödt  untz  au  fiertzächen,  die  sind  mit  innen  enttrunnen. 
Sy  hand  Emeffros,  üwern  ritter,  ertödt  und  vyl  niiner  ryttern.« 
Do  Kiirly    dysae  wort    verstnond,    ward    er    vast   zornig    und 

B  sprach  zno  Amon:  >By  gott,  Amon,  ir  entschuldigend  üch 
ubel;  wann  nie  kein  khiyen  a(ä  ire  junge.  Kinem  andren 
werdend  irs  zegloubeii  geben  dann  mir;«  Do  der  hert/.og 
Amon  Karlj  verstnond,  sprach  [er]  vaat  zornigkÜchen  zuo  im; 
»Her,   es  ist,   wie  ich  üch  sag.     Wend  irs  glonben,   so  glou- 

10  bentz;  wend  irii  nütglooben,  so  landtz  nnderwägen.«  »Amon,« 
sprach  Karly,  »ich  erkenn  üwer  hertz  wol.  Ir  weitend,  das 
üwer  sün  keyser  und  küiiig  inn  Franckrich  werend-*  »Her,« 
sagt  Ämmon,  »ich  hab  imni  nüt  änderst  können  thiion.  Aber 
hand  ir  rytter  an  iiweroi  haf,  der  da  erhalten  w^ell  üwer  red, 

ifi  so  will  ichs  betzögen  mit  minem  lyb,  das  er  mich  faltschlichen 
anlügt.     Ir   sind    alwegen    der    gain,    der    nie    kein  frommeu 
rytter  lieb  hatt,  annders  vyl  ee  zentzler  und  lugner,  dardurch 
vyl  Übels  entsprungen  sind  und  entspringend  teglichen.c    Da-  H 
mit  gieng  er  uß  dem  palla.st  und  saJä  uft'  siu  pfert  und  reytt 

20  wider  gen  Dordonna  on  urloh,  und  iält  wenig,  er  hett  dem 
keysser  siu  dienst  iiffgeben.  Die  hertzogin  kam  im  engegen 
und  enpfieng  inn  fröntlich  und  fragt  inn,  wie  ers  gschaffen 
hett.  Der  hertzog  sprach:  Ȇbel;  wann  ich  hab  unser  siin 
funden    im    wald    Ardannia    und    hab   sy  grussammklich    an- 

sftgryffen  inn  meinung  sy  zefachen.     Das  hab  ich  nüt  vermögen,  ■ 
aber    ich  hab  innen  all  ir  volck  erschlagen,     Dargegen  hand 
sy  mir  och  grossen  schaden  getbän;  wann  sy  hand  mir  so  vyl 
volck  ertödt,  das  ich  die  zall  nüt  weyü;  des  ich  ser  beküniert 
bin.     Ich    sagen   dir,    das    ßenguold    so    mechtig    wyder   uns 

8ö  atreytt,  als  kein  low  nie  wyder  die  thierer  streytt;  wann  all 
trytt  kartt  er  sich  umm.  Und  inn  einem  sinem  ummkeren  er- 
tödt er  mir  Emeffros,  Karlis  ryttern  einer,  und  gab  das  pfert 
sinem  bruoder  Allard,  der  mü  hinder  im  uff  Bayard  ;  wann 
sin  piert    was    under   im    erstochen  worden.     Der  saii  daruff, 

85  und  ryttend  hinweg  wyder  unaern  willen.  Ich  reytt  gen  Paris 
und  ertzalt  Karly,    wie   ich   gehandlet  hatt;    der  schalt  mich 


I 


10  iißderwagen  bs.        U  tiwerm  ha. 


53 

gröblichen,  das  ich  nun  nüt  vermeint.  Und  darumm,  wie 
wol  er  min  her  ist,  so  will  ich  inn  dennecht  trurig  machen, 
ee  daz  sechs  manott  verscbinnend.«  »Ir  thuond  annrecht,« 
sprach  die  frow,  »das  ir  unsem  sünen  sovil  Ijdens  an  gethän 
band.  Ir  sottend  sy  beschirmmen,  nnd  ir  thnond  innen  mer  6 
zeleyd  dann  snst  yemmand.  Sind  sy  nüt  üwer  sdn,  von  üwerm 
geblüet  harkommen  ?  Durch  gott,  her,  ir  söttend  üch  frünt- 
licher  gegen  innen  ertzeigen,  dann  ir  thuond;  wann  es  ward 
nie  kein  köstlicher  tragen  gethän  von  einer  frowen  lib.  Ge- 
segnet sig  die  stund,  inn  deren  sy  empfangen  und  ertzogen  lo 
wurdend !  By  gott,  her,  ich  wett,  das  ücb  unser  sün  gfangen 
bettend,  damit  und  ir  innen  alles  das  wider  ersetzen  müeßtend, 
sosy  durch  üch  verloren  band.  Ich  sagen  gottdanck,  darumm 
das  der  keyser  zornig  über  ücb  ist;  wann  u6  übel  handien 
mag  nüt  guotz  entspringen.  Ir  band  üwer  sün  angriffen  wider  i6 
gott  und  rächt ;  darumm  ist  üch  Übels  daruß  erwachsen,  des 
gott  gelopt  sig.«  »Frow,«  sprach  Amon,  »ir  band  recht  und 
ich  unrecht.  Ich  sag  ücb  zuo,  das  ich  nie  kein  sach  getbän 
hab,  umm  die  ich  übler  geschulten  ward  als  umm  dysse.  Aber 
ich  yerheyssen  ücb ,  min  liebe  fi*ow ,  das  ich  mich  barnach  so 
wol  hüetten  wyll,  daz  ich  innen  nüt  zeleyd  tbuon  will.«  Nun 
wend  wir  von  irn  fier  sünen  wyder  sagen. 

Wie  Rengnold   und   sine  bruodern   so  lang  inn  dem 
wald  Ardannia  belibend,  das  sy  allerdingen  [bl.  186] 
schwartz,  ungstaltig  und  gehärreeht  wurdend  wie  die  26 
thierer,  und  wie  sy  zuo  ir  muotter  ryttend. 

Die  hystoria  sagt,  das  demnach  und  Rengnold  Enieffros 
ertödt  und  AUarden  sin  pfert  geben  batt,  das  sy  durch  das 
Wasser  ryttend  inn  den  wald  Ardannia,  darumm  das  sy  nüt 
wottend  gsachen  werden.  Do  sy  ein  zyt  da  wärend  gsin,  3o 
fiengend  sy  an  die  Strassen  tiß  specben  und  berouptend  alle 
die,  so  spis  truogend  ;  des  läptend  sy,  wann  sy  torfftend  nüt 
inn  die  stett   kommen   spis   kouffen.     Darumm    sy    vast    übel 

♦ 
7  geblüet]  aus  *geblüetz*  gebessert  hs.        29  wässer  hs. 


i 


» 


Eptend,  wann  ny  Imttend  »nst  mit  zessen  nach  r.etriiicken  dann 
Wasser»     Und  wenu  sy  schon  tieisch  hauend,  so  ässend  sy  es 

das  raererteyl  on  brott.  Wösseod,  das  ire  rytter  an  tiengend 
sterben    von    weßjen    des    mangels    nnd  der   grossen  kelty  des 

R  Schnees,  so  da  lag,  nnd  beleib  keiner  inn  laben  dann  die  fier 
bniodern ;  das  lyeschiicb  von  \vegen  der  grossen  sterckinnen 
irer  üben»  Sy  hatfcend  fier  pfert,  y etlicher  eins,  aber  sy  haltend 
innen  nüt  zessen  zegeben  dann  wnrtzen.  Darumm  sy  so  tnager 
wärend,  das  sy  mit  traben  mochtend^  dann  allein   Bayard  der 

Iowas  feii^  nnd  wol  mögend;  wann  er  niocht  sich  der  wurtzen 
bau  nftenthaiten,  dann  die  andren  mit  weyssen  oder  haber 
bettend  mögen.  Dyß  laben  fnorttend  sy  lange  zitt,  darum ra 
das  bind  so  gar  verwüest  was,  das  es  ein  wnnder  was.  Wann 
da  gieng  kein  mentech  für,  der  enttrnnne,  das  er  not  beroupt 

ift  WTird  oder  ertüdt  Die  rytter  wärend  so  gar  übelmögend 
worden,  das  sy  keiner,  der  sy  vormals  gsächen  bat,  hett  können 
erkennen.  Wann  ire  hämisch  warend  innen  verrostet  und  ir 
kleyder,  sättel  und  »löura  erfüllen,  also  das  sy  uß  seyller  zöum 
gmacht    hattend.      Sy    wärend    gantz    schwartz    worden.     Wo 

ao  hin  sy  ryttend ,  entsala  man  sy  so  übel ,  das  es  ein  wunder 
was;  dann  es  torfft  niemmand  an  andern  enden  wannen  dann 
inn  vestinnen.  Darzuo  wärend  sy  so  gar  verkert  Ton  dem 
ruchen  laben ,  das  sy  geharrecht  wärend  worden  wie  berreo 
und  erhungert   wie  die  löwen    nnd   so  mager,    das  es  ein  er- 

u  bermd  was.  Uo  sich  Rengnold  also  verkert  gsach^  do  bentofft 
er  sine  bruodern  nnd  sprach  zuo  innen:  »Ir  mine  brtledern, 
ich  verwundern  mich  gar ,  das  wir  nüt  etwaz  rätz  band  inn 
unsern  geschafften.  Mich  dunckt»  wjr  sigeud  mitsollend  rytter 
worden,    forcht    und    tragheyt    habend    sich   zuo  uns  gesellet. 

Äo  Dann  werend  wir  die,  so  wir  sin  sottend,  so  lyttend  wir  die 
martter  nüt,  so  wyr  lydend  und  erlytten  band  so  lange  zyt. 
Nun  erkenn  ich  yetz  woK  ^^'^^  wir  nüt  vyl  wertt  sind,  das 
wir  unser  fyend  so  lange  zitt  band  lassen  ruowen.  Doch  so 
band  wir  weder  kleyder  nach  harnysch,  <lie  noyßwas  sollend, 

9b  nach  galt,  das  wirli  kouffeu  könnend,  nnd  sind  zuo  gerüst, 
das  wir  thieren  gliclier  sind  dann  den  lütten,  narumni  bitt 
ich  lieh  früntlichen,  das  ir  mir  wagen  wellend,  wie  der  such 
zethuon  sig;    wann  ich  sag  ücb  für  war«    das  ich  vyl    lieber 


55 

sterben  wyll  wie  ein  rytter,  dann  hunger  sterben.«  Do  Allard 
Rengnolden  verstnond,  sprach  er  zuo  im:  »Bruoder,  hälff  mir 
gott,  es  ist  lange  zyt,  das  ich  des  geachtet  und  ein  uffsächen 
gehept  hab;  aber  ich  entzaß  mir  das  zesagen,  darumm  das 
ich  forcht,  du  wurdest  übel  zefriden.  Aber  diewyl  du  die  5 
red  entteckt  hast,  so  will  ich  dir  guotten  rätt  geben.  Bruoder, 
wir  band  hie  wol  grosse  armuot  erlytten  lange  zytt  uß  ur- 
^ch ,  das  wir  inn  keine  land  rytten  törflTend ,  das  wir  nüt 
gfangen  werdind.  Dann  als  du  wol  weyst,  all  fürsten  inn 
Franckrich  hassend  uns  tödlichen  ,  insunderheyt  unser  vatter  10 
und  all  unser  fründ.  Aber  wilt  mir  volgen,  so  wend  wir  den 
nechsten  gen  Dordonna  zuo  unser  muotter;  ich  gloub,  sy 
werd  uns  nüt  Verlan.  Da  wend  wir  ein  wenig  ruowen;  dar- 
nach wend  wir  etwaz  gselschafft  annemmen  und  etwann  einem 
fürsten  diennen,  das  wir  etwas  überkommend.«  »Bruoder,«  15 
sagt  Rengnold,  »es  gfalt  mir  wol.«  Desglichen  sagtend  Seh 
Guchart  und  Richart.  Rengnold  sprach:  »Diewyl  üch  der 
rätt  guott  dunckt,  so  wend  wir  uflF  sin.«  Sy  vertzugend  untz 
uff  die  nacht;  do  sässend  sy  uff  ire  pfert  und  machtend  sich 
uff  die  sträs  also  eilend,  wie  ich  üch  gsagt  hab.  Und  ryttend  20 
sovast  tag  und  nacht,  das  sy  nebend  Dordonna  kämmend. 
Do  gedächtend  sy  an  die  groß  rychtuom,  von  deren  sy  ver- 
triben  und  verjagt  wärend,  und  an  die  gros  armuot  gedächtend, 
die  sy  so  lange  zyt  erlytten  hattend,  do  fuorttend  sy  gros 
leyd.  Rengnold  sprach:  »Wir  hand  übel  gethän ,  daz  wir  20 
[nüt]  sicherrung  von  unserem  vatter  genommen  hand  ;  wann  ir 
wüssend  wol,  das  er  so  grussamm  ist,  mag  er  uns  ergryffen, 
so  wirt  er  uns  Karly  gfangen  bringen.«  »Bruoder,«  sprach 
Rychart,  Mch  will  vil  lieber  sterben  durch  unsers  vatters  boß- 
heytt ,  dann  hunger  sterben  imm  wald.  Land  uns  manlich  30 
rytten;  wann  ich  weyß,  daz  uns  niemman  erkennen  wyrt. 
VV^ir  dörffend  zuo  Dordonna  niemmand  fürchten,  wann  wir  sind 
da  lieb ;  wann  unser  muotter  lytte  nüt ,  das  man  uns  etwaz 
zeleyd  thette.«  »Bruoder,«  sprach  Rengnold,  »du  hast  recht 
geredt.  Land  uns  rytten  wolluff  inn  der  guotten  stund!«  Nach  35 
dyssen  wortten    ryttend    sy    inn   Dordonna    und  kämmend  inn 

* 
35  stand  hs. 


I 


das  schloß,  Jiis  ay  von  iiieniniand  erkeutt  wurdeiid,  Uud  als 
ey  durch  die  gasscii  ryttend,  verwiinderttend  sich  die  burger 
ab  innen  ^  und  sagt  einer  zuo  dem  audren:  »Luogend,  waz 
lütteQ  das  sind!    Ich  gloub,   sy  sigend  nüt  unsers  gloubens.« 

ft  Do  sj  inu  dem  paUast  wärend ,  sassend  sy  ab  iren  pferden 
uod  gäbend  die  dryen  knechten  zeheben,  die  sy  da  fundend, 
Sy  giengend  inu  pallast  hinuf,  das  innen  weder  man  nach 
frowen  begegnettend ;  dann  ir  vatter  Amon  was  uff  dera  ge- 
jegt,  und  ir  muotter  inn  ir  kammer;  da  was  sy  betrllept,  das 

10  sy  nüt  von  iren  Rünen  vernemen  koud.  Die  tier  bruodern 
kämeud  iun  eal ;  da  fnndend  sy  nienmian  ,  des  sy  sich  ser 
verwunderttend.  Sy  sassend  nyder  und  fassend  hing,  ee  das 
efcwar  kanim.  Do  sy  lang  da  wärend  gsin,  do  kam  die  rauotter 
dahar   uJ^  ir   kammer   und    luogt    inn  sali    und   gsach    ir  sün 

IQ  also  ungestaltig,  das  syß  nüt  erkant,  suoders  verwundert  sich 
ser»  was  lütten  sy  werind,  Do  Allard  sin  muotter  gsach 
kommen »  do  sprach  er  zuo  ainen  bruodern:  »Hie  ist  unsere 
muotter,  die  wyr  so  vast  begertt  band  zesachen,  Land  uii?< 
iren  [bh  187]  engegen  gän  imd  iren  unser  armoot  ertzelleu.« 

3o>Bruoder,f  sprach  Rengnold,  »wir  wentz  thuon;  aber  länd 
uns  vertzüchen,  untz  das  sy  mit  uns  geredt,  zesächen  ,  ob  sy 
uns  erkennen  well  oder  nüt.«  Also  vertzugend  sy ,  unt^  das 
sy  ZUG  innen  kämm.  Und  do  syü  so  schwartz  und  ruch  er- 
aach,  innsunderheit  Rengnold,  der  so  lang  und  gehär  was,  do 

it  enpfieng  sy  sovyl  forcht,  das  sy  wyder  inn  ir  kammer  fluchen 
wott.  Aber  sy  bedächt  sich  baß  und  sprach:  *Gott  grüetz 
uch,  ir  heren!  Wer  sind  ir  und  ui  wellichen  landen?  Sind 
ir  krysten  oder  heyden  r*  Wend  ir  das  allmossen,  thuoch  üch 
zebekleyden,  so  will  ich  üch  gern  geben  umni  gottes  wyllen, 

ao  damit  und  er  minnen  sünnen  gnedig  sig  und  sy  beware  yor 
aller  trüepsal.  Es  ist  wol  syben  jär,  das  ichä  nie  gsächen 
hab.«  Damit  fieng  sy  innenklicb  an  zeweinnen  und  sprach : 
»Ach,  lieber  her  gott,  wenn  kunipt  der  tag,  daz  ich  mine  sün 
gsächen  wird?    Es  sind  soryl    tag  dahinn ,   an  dennen  ich  sy 

M  hegärt  hab  zesächen.  Was  je  kein  frow  betrüepter  dann  ich?« 
Do  Rengnold  sin  muotter  so  betrüept  und  beküniert  gsach, 
do  lüÜend  im  die  ongen  über  und  wott  sich  iren  zuo  erkennen 
geben.     Aber  die  hertzogin  besach   iun  so  wol,  dardurch  sich 


I 

I 


4 


I 


4 


I 


S7 

M  ir  geblüei  verrenderi ;  wann  sy  erkatii  iun  by  einer  wunden, 
die  er  inn  sinem  antlyt  hatt;   die  ward  im,  do  er  ein  klein» 

ildnd  was.     Darmiim  sy  ein  lange  wyll  nüt  reden  mochL     Do 
ly   wyder  reden  mocht,    sprach  sy  zno  im:    »Rengnold,    min 
an,  deeglichen  andtr  all  andren  ryttern  inn  der  wält  nüt  ist,  0 
rie  gsich  ich  dich  so  armküchen  verkert?  Wo  ist  din  trrosse 

FtchooeV  Warumni  gibstn  dich  mir  nüt  zno  erkennen,  min 
nui?  Daoo  ich  dich  lieber  hab  dann  mich  selbs.^i  Darnach 
kart  sy  sich  nnim  und  erkant  ir  siln  und  gieng  gegen  innen 

^m\i  zerthannen  armmen  und  koütz   mit  weinenden   oügen  uß  »^ 
jrüsseiu  erbernid,  dammm  das  sy  so  gar  eilend  warend,  also 
1  sy  inn  ämmacht  fiel,     Rengnold  nam  sy  an  sine  arm,  da 
Sy  ein  lange  wyil.     Kengnold    und  sine  brüeder  horttend 
uye  «ff  weinnen  umm  den  grossen  schmertuen,  so  sy  gsächend, 
den  ir  muotter  umm  sy  hatt.     Do  die  hertzogin  wyder  zerecht  »» 
kam,    hieß   sy  ire  sün    nebend  sy  nyder    [sitzen]    und  sprach 
200  innen:  »Ach,  ir  mine  sün,  wie  gsich  ich   üch  so  arm  und 
ungstaltig!  Wie  kumpt  daz,  das  irkein  rytter  by  üch  hand? 
JVo  sind    ir  gsin,    das  ir  so    grosse  armnot    erlytten   handV«^ 
H*'row,»  sagt  Uengnold,  >wyr  hand  keine  rytter  mer   by  uns,  -20 
inn  unser  vatter  hätt  sy  nns  all  ertödt.     Und  bett  uns  öcli 
It,  wenn  gott  nüt  gsin  were,  der  hatt  [uns]  behüet.«     Die 
bertzogin  ward  vast    leydig   ab  Rengnolden    red.     Und  ruofl'fc 
eioem   «cbiltner    und  gebott   im ,   das  er   dysser   rittern  pfert 
wol  bald  inn  stal  thett   und    das  innen  wol  gewartteu  word.  ^0 
>Frow,<  sagt  der  schiitner,  >da8  sol  sinn.*     Und  gieng  damit 
cao  den  dry  knechten,  die  der  pferden  acht  hattend,  und  fuort 
tOD  stall  und  ließ  innen  gnuog  zessen  geben.     Diewyl  kam 
ein  schiitner,  der  sagt  zno  der  bertzogin:   >Frow,  setzend  lich 
^£ua  tisch,    wenn    üch  liept;    wann  e«  ist  alU    bereytt.«     Die»« 
frow  fuort  ire  sün  mit  ir  gen   zinibyß  essen;   da  ward  innen 
not  gschir  gmacht.     Und  als  ässend,  kam  der  hertzog  Amon 
ryder  ab  dem  gejegt  und  hatt  tier  hirtzen  gfangen  und  zwey 
rildy  schwinn.     Kr  kam  inn  sali  und  fand  sine  fier  sün  essen 
und  die  herty.ogin,    ir  muotter,   mit  innen.     Ivr    erkantz  nüt,  ^& 
dammm  er  zno  ir  sprach:    »Frow,  wer  sind  dyti  lütt,  die  so 


12  ammäebt  hs. 


58 

uugstiilti^^  öiihl  V  •  I  *ie  tVow  erkant  die  griissamkcytt  irs  gmadielä 
fieiig  udi  forcht  an  zeweiunen  and  sprach  zuo  im:  ^Ks  sind 
ilwer  1111(1  miDe  sün ,  die  ir  so  übel  kestiget  Iiand.  Die  sind 
so  lang  iim  Ardatinia  gsiii,  das  sy  also  worden  sind.  8y  sind 
zuo  mir  kommen,  darnmra  das  ich  sy  gern  gsich:  zuo  üch 
sind  sy  nüt  kommen,  wann  sy  wiissend  wol,  das  ir  innen  nüt 
hold  sind.  Ich  l>itt  öch  nmm  gotz  willen,  das  ir  sy  dyß  tags 
beherbergen  wellend  ;  so  müessend  sy  mornn  fröe  wyder  hinweg 
rytten,     Acli,   ich  weyi  nüt,    ob  ich    sy  mer   gsächen  wird.t 

10  Do  der  hertzog  Animon  dysse  wortt  verstuond,  do  zyttret  er 
von  zorn  und  g^ach  sine  sün  tibel  an    und  sprach  zoo  innen :  | 
^Ir  lurren,   gott  verflüech  öch !    Ir  sind  nötz  wertt  und  not- j 
sollend  bnoben ,   das  ir  nüt  Int   und  galt    band  gwnnnen  nnd 
gfnngen,  die  itch  groß  gnott  gebend.^      »Vatfcer,^  sprach  Keng- 

10  nold,  tby  der  trüw,  die  ich  tich  schuldig  bin:    ob  üwer  land  ■ 
inn  fryd  geweßt  ist,  die  andern  sindtz  danniun  nüt  gsin  ;  wann 
ir  möchtend  wol  achtzig  myl   rytten,  das  ir  kein  riehen  nach 
armmen  mann  fundend,  der  sich  yetzmäl  nüt  inn  vestinnen  utt- 
cntlmlte,     Ir    band    wärlich  gröblichen    tinnrecbt,    das  ir  uns 

ao  also  wydrig  sind.  Kurtzlich  band  ir  uns  das  gnott  schlos 
Mnnttbrt  abgewannen .  Darnach  gryffend  ir  uns  an  inn  dem 
wald  Ardannia,  also  das  mir  von  fnnff  hundert  ryttern  nüt 
nier  dann  fier  zechen  inn  laben  belibend.  Die  selben  sind 
öch  tod.     Nun  luogendi  vatter,  wie  ir  üch  gegen  uns  haltend  ! 

aa  Aber  aytmal  nnd  im  also  ist,  das  ir  un.^  so  übe!  wend ,  das 
ir  uns  mit  »iicben  mögend ,  so  land  uns^  die  köpff  abhowen ; 
so  werdend  ir  IvaHys  grosser  fründ  nnd  gehasset  von  gott 
und  der  wält«  Do  Amon  Rengnolden  bort  also  reden,  do 
erkantt  er  wol,  das  er  war  seytt.     tJnd  fieng  an    weinnen  uß  fl 

8ü  viitterlichem    hertzen    nnd    sprach:    »Ir   nntsöllenden ,  arbent*   ™ 
selligen,  forcht  und  tragheyt  band  uch  überwnnden.     Ir  sind 
nie  niine  8Ün  gsin;  danu  werend  ir  senilich,  als  man  vermeiot, 
ir  bettend  nut  sovyl    armnot  gelytten  ,    als  ir  lange    zytt  ge- 
litten band ,  annders  werind  uff  üwer    fyend  tzogen  gwunnen, 

3B  das  ir  öch  möchtend  erlichen  nff enthalten,  nnd  Karly  und  sine 
land  bekriegt.     Aber  ir  sind  nritsöllend  worden.     Darumra  mg 


15  uch  bs 


59 

ich  üch ,  das  ir  nüt  von  mir  haben  nidessend.  Nun  bald 
machend  üch  xx&  minem  pallast!«  >Vatter,«  sprach  Rengnold, 
»ir  redend  wie  ein  bosser  mentsch.  Aber  wir  bittend  (ich 
nmm  gotz  willen,  das  ir  uns  hälffend  unser  land  wyder  er- 
robem  uflF  Karly.  Und  wend  irs  uüt  thuon,  so  gend  uns  des  6 
üwem;  so  wend  wir  von  hinnen  scheyden.«  Amon  sprach, 
er  wetz  nüt  thuon.  Do  sprach  Rengnold:  »Yetz  ersieh  ich 
uwem  bossen  willen.  By  der  trüw,  die  ich  miner  frow  [bl.  188] 
muotter  schuldig  bin,  diewyl  wyr  hie  sind,  so  wend  wir  nüt 
also  hinweg  scheiden,  als  ir  vermeinnend,  es  niöeßt  üch  vor-  lo 
hinn  thür  werden. c  Do  Rengnold  gsach ,  das  sin  vatter  so 
ein  hert  hertz  gegen  innen  hatt,  do  ward  er  gantz  rott  von 
zomn  und  fieng  an  die  farw  yerlieren  und  zog  sin  schwertt 
wol  halb  uM.  Do  Allard  gsach,  das  Rengnold  so  zornig  was, 
do  ummfieng  er  inn  und  sprach:  »0  lieber  bruoder,  durch  is 
gott  wird  nüt  so  ertzümt  gegen  unserm  vatter!  Wann  er  ist 
unser  her,  darumm  er  alles  das  sagen  darff,  so  im  geliept, 
and  sond  sin  gebott  thuon.  Und  ob  er  schon  grussamm  gegen 
uns  ist,  so  sond  wir  dennecht  demflettig  gegen  im  sin.  Hüett 
dich  umm  gotz  wyllen,  daz  du  nüt  band  an  inn  legest;  dann  20 
das  were  wyder  die  gebott  gottes.c  »Bruoder,«  sprach  Reng- 
nold, »es  feit  wenig,  das  ich  nüt  unsinig  wird,  das  ich  den 
gsich,  der  uns  sott  lieb  haben,  beschützen  und  beschirmmen 
wyder  mengklichen  und  uns  rätt  geben;  so  thuot  er  das  wyder- 
spyl.  Er  hatt  fryd  mit  Karly  gmacht  wider  uns.  Ich  gsach  25 
nie  grussammern  vatter;  wann  er  vertript  und  versloüt  uns, 
als  werend  wyr  unglöubig  und  frömd.  Ich  möcht  inn  keiner 
gstalt  die  übel  ertzellen ,  so  er  uns  bewissen  hatt ,  nach  die 
gros  armuot,  die  wyr  von  sinetwegen  erlytten  band.  Aber 
mag  ich  neyßwann  von  hinnen  kommen ,  so  wyll  ich  im  sin  30 
land  also  verwüesten,  das  sy  im  wenig  nutzes  bringen  müessend.« 
Do  Amon  Rengnolden  verstuond,  do  ersünflFtzet  im  sin  hertz, 
und  sagt:  »Ach  gott,  wie  bin  ich  so  leydig,  das  ich  nüt  mag 
inn  fröuden  laben  mit  der  gab,  so  mir  gott  geben  hatt!  Ks 
were  kein  mentsch  inn  der  wält  so  glückhafiFtig  als  ich,  wenn  35 
raine  sün  mit  Karly  eyß  werend.  Wann  ich  gloub,  der  kiinig 
Priamus  hab  nüt  so  manlich  sün  ghept  als  ich.  Ach,  böiä 
hertz,  du  söttest  den  eyd  nüt  ansächen  wyder  dine  sün,  sunders 


60 


sütteät  87  scliütÄeii  wyder  inengkliclien.  Bolä  hertz,  du  iiiaclist 
micli  hassen  das,  so  ich  ah  lieb  haben  sott  als  mich  selbs.« 
Er  sprach  zoo  Rengnold  :  »Lieber  siin,  d«  bist  vast  wjLi  und 
manlich ;  Hector  von  Troya  hatt  sich  dir  nüb  verglichet,  und 

6  ist  kein  rytfcer  inn  der  wält,  der  dinnea  wertt  sig.  Dam  mm 
ich  billich  din  willen  thnon  soll.«  Er  sprach  zuo  der  hertzogin  : 
»Prow,  icli  will  hinweg  rytten  ,  dann  ich  will  nüt  nieinneyd 
j^egen  Karlj  werden.  Du  hast  gold,  ailber  und  kleinott  gnuog; 
da  ^end    innen,    sovyl    und   innen    geliept.«      »Her,«    sprach 

nj  Renj^nold,  mun  soud  wyr  fleh  guntz  verjechen*  Wir  wend 
morun  früe  wyder  hinweg  rytten,  damit  und  ir  mit  inn  kumber 
sigend.  Wir  wend  unser  muotter  erfröwen,  die  so  inn  grossem 
truren  gsin  ist  von  unsertwegen,  darunini  das  sy  uns  verloren 
hat.     Ich  sagen  üch  äuo,  vatter,  das  wyr  nach  nüt  harkonimen 

löwerend,  wenn  sy  oüt  were.*  »Lieber  san,*  sprach  Amon, 
iwiliä,  do  Berchtold  tod  was,  das  ich  mich  nüt  vor  Karly  dorfft 
gsachen  lassen  ülk  ursach,  das  er  sagt,  er  wett  lieber  den 
halben  teyl  sines  küngkrichs  verloren  haben ,  und  feröwt  mir 
mich  zehäncken    und   mir  all   min    Und  zerstören.     Aber  ich 

»0  brächt  aovyl  zewägen  mit  hilff  miner  früuden ,  das  ich  min 
IViden  macht.  Lieber  sun ,  du  solt  den  eyd  ermessen,  den 
mich  Karly  betzwungen  hatt  zethuon  wyder  üch.  li*s  was 
mir  och  vast  leyd,  das  ich  dich  inn  Ardannia  fand  und  dir 
din  volck  ummbrächt;  aber  ich  muoLit  es  thnon,  das  ich  min 

aß  eyd  bewarfcte  und  fryd  mit  Karly  hett  Üwer  niuotter  hatt 
üch  nüt  verschworen ,  und  darnmra  mag  sy  üch  wol  iinsers 
guotz  geben. <  Nach  dissen  wortten  reytt  der  liertzog  wyder 
uff  das  gejegt  Do  die  hertzogin  hört,  das  iren  der  hertzog 
erlöpt  zethuon    nach  ireni  willen    mit  irem  guott,    do  sprach 

w  sy  zuo  iren  sünen:  > Lieben  sünen ,  sind  on  sorg,  syt  üwer 
vatter  nüt  anheimsch  istlc  Sy  ließ  innen  ein  bad  zuo  rüsten 
und  badet  sy.  Inn  iren  bederu  wärend  vyl  schmeckender 
krüttern.  Do  sy  gesübert  wärend,  lies  die  frow  yetlichem  ein 
ßcharlotten  raanttell  geben,  mit  herndinnen  gefüetterdt.     Und 

AB  do  sylä  wol  bereytt  hatt,  do  fuortt  syß  lon  irs  heren  Schatz- 
kammer lind  zeigt  den  iren  sünnen,  Do  Rengnold  den  grossen 
schätz  gsach,  do  lieng  er  an  lachen  und  nam  von  dem  schätz 
nach  sinem  wyllen. 


61 


Wie   Bengnold    und  sine   bruodern    von    ir   muotter 

schiedend,  und  wie  sy  und  ir  vetter  Magis  zuo  dem 

kunig  inn  Oastgunnia   kämmend,    der  namm   sy  an 

inn  sinnen  dienst. 

Rengnold   und  sine  brOeder   lägend    die  selbig  nacht  im  & 
8chlo6.     Und  mornendes  früe,  ee  dos  tag  ward,  schiedend  sy 
hinweg    mit    fan£f  hundert  pferden.     Dnd  im   urlob  nemmen 
kampt   ir  vetter  Magis   dahar;  der  kam   von  Paris,   da  was 
er  lange  zyt  gsin.     Do  sy  ein  andren  gs&chend,  fuorttend  sy 
groß  froad.     Magis  sprach  zuo  innen:    »Ach,  lieben  vettern,  lo 
sind  mir  gott  wilkommen!«    »Vetter,c  sprach  Rengnold,  »wo 
bistn  so  lange  zyt  gsin,  das  wir  nie  nüt  von  dir  vernommen 
hand?€    » Vetter ,€   sprach  Magis,    »ich  kumm  von  Paris,  da 
hab  ich  Early  dry  soumm  gold  gestollen.     Ich  schäncken  dir 
den  [bl.  189]  halben  teyl.«    » Vetter,  c  sprach  Rengnold,  »gott  i6 
geb  dir  den  Ion  darumm!«    Inn   dem    kämm  ir   vatter  wyder 
heim.     Do  inn  Rengnold   gsach,   neygt   er  sich    gegen  imm. 
Und  Amon  sprach  zuo  innen :  »Nun  sind  ir  wol  begäbet.    Ich 
bitt  üch ,   das   ir  üch    haltend ,   das  man   inn  Franckrich  von 
üwern    manheytten   sage.     Und   üch    tryen    sünen    gebüt   ich,  20 
das  ir  Uengnolden  gehorsamra  sigend  und  inn  beschützend  ob 
allen  dingen;    dann  diewyl  er  läpt,    mag  üch  kein  Übels  be- 
schechen.«    »Her,«  sagt  Allard,  »wir  wend  üwer  gebott  thuon. 
Wir  bittend  üch  durch  gott,  das  ir  uns  inn  befelch  habend.« 
Also  nämend  sy  urlob  von  irera  vatter  und  von  irer  muotter.  26 
Aber   der  guotten    frowen  ward  ämuiächtig ,    do  sy  gsach  ire 
sün  hinweg    rytten.     Damit   machtend    sy  sich    utf  die  straß. 
Und  die  hertzogin  sprach:    »Ach,  armes  hertz,  warumm  zer- 
brichstu  nüt?    Ach,    wer  ich  langest  gestorben,    so  wer  min 
sei  dester   frölicher.     Ich   mag   sy   nütt   beheben   nach  innen  so 
hälffen.«     Der    hertzog    nam   sy    inn    sine    arm    und  trost  sy 
und  sprach  zuo  ir :  »Frow,  enttröstend  üch  nütsovast!  Wann 
das  hertz  sagt  mir,    wir   werdend    sy  nach    inn    grossen  eren 

* 

5  Dach  bs.        26  ward  hs. 


62 

\nii\  wirdyniieii  gsächen,  ob  got  wyll,  iiin  kiirUer  zyt.«  Der 
liertzog  tro«t  die  hertzogin  sovast,  dm  ay  von  irem  leyd  lieiä, 
mni  greiigeiid  mit  ein  nndren  wider  iim  pallast.  Und  Ren^- 
imld,  sine  brüeder  nnd  ir  vetter  Magia  ryttend  von  Dordonna 

6   und  macbtend  sich  uff  die  sträß.     Und  ryttend  dnrch  Meu.staa, 
ilurcl)  Gfistinos  nnd  Orliantz  nml   über  das  was.ser   Lorra  nnd 
ryttend    gen   Pottiers,     Und    do    sy   zuo  Pottiers  würend  ,    do 
horitend  sy  sagen,  d^r  küuig  Johans  von  Uastgunia  were  voti   ■ 
den  beyden  überfallen.    Do  Magis  dysse  mere  erhört,  do  sprach 

10  or  zuo  Kengnold  :  >Vetter,  der  kunig  von  Gastgunnia  ist  ein 
verrüempter  filrst.  Dannnni  länd  nns  zuo  im  rytteo  nnd  im 
diennen  iun  sinem  krieg. <  »Vetter,«  sagt  Rerignold,  *so  lät^ 
nns  rytten ,  diew^l  es  dich  guott  dnnckt  •  Do  sy  des  eyü 
warend,  do  nammend  sy  irji  weg    gegen  Gastgunnia  zno  und 

IE»  ryttend  sovast,  das  sy  gen  Hnrdyas  kämmend;  da  fiindend  sy  ■ 
den    kunig    Joliaus    hm    grosser    gselschafft    nnd    Irerbergtend 
sich  inn  ein  wirtzlniü.     »Lätid  nns  zoo  dem  künig  gaii!«  sagt 
Magis.     »Wann  Borgas  hatt  vyl  siner  stett  ingenorinnen  ,  als 
Talossn,   Montpellier,  Ciirra,  8ant  Oilg,    Arrackon   nnd   Arles, 

sro  (cb  gloob,  er  werd  uns  annenimen.*  Also  uainni  lieognold 
fnnfftzig  rytter  und  gieng  mit  siuen  dryen  bruodern  nnd 
Magissen  an  des  künigs  häfT;  da  t'uiidend  sy  den  knnig,  Uo 
inn  Rengnold  gsach,  grnotzt  er  inn  nnd  sprach  zuo  im:  i^Her 
künig,  ich  und  mine  bruodern  und  min  vetter  Magis  sind  lich 

afi  kommen  entsciultten  mit  fiinffhundert  ryttern,  ob  üch  unser 
dienst  angeuenirn  ist  nnd  ob  ir  uns  verlieyssen  wellend  ze- 
hjütten  wyder  mengklichen.«  »[r  heren,«  sngt  der  künig,  »ich 
dancken  üch.  Aber  ich  bytt  üch,  dos  ir  njir  vor  hin  sagen 
wellend,  wer  ir  sigend*«      »Syt  das  üch  geliept  das  zewüssen,« 

öo  sprach  Renguold,  »so  wüssend,  das  ich  Rengnold  bin,  des 
hertzog  Anions  von  Uordonua  snn,  und  dyJA  dry  ritter  sind 
mine  brüeder,  nnd  dysser  ist  Magis,  unser  vetter.  Karly  hatt 
uns  uß  Franckrich  vertiiben,  und  unser  vatter  bätt  uns  uff 
geben  von  sin  et  wegen*     Und    darum  in    suochend    wyr  ein  ge- 

afi  trüwen  heren,  der  uns  häJff  nnd  beschirmme  wider  inn  ;  so  wend 
wir  imm  getrülichen  diennen.^c  Do  der  künig  Johans  Reng- 
nolden  vcrsfcuond,  do  ward  er  vaat  fro ;  wann  er  erkant  wol, 
das  sy    die  Ber    besten  rytter    inn    der  walt    warend    und  das 


63 

Magis  vast  lyatig  was,  und  er  wü&te  wol,  wenn  der  krieg 
enden  sott,  so  wurd  er  durch  sy  gendet.  Kr  gsach  gegen 
biniel  und  dancket  gott ;  darnach  sagt  er  zuo  innen :  Ar  heren, 
ir  sied  nüt  lüt,  die  man  versagen  soll.  Ich  verheyssen  üch 
inn  eydtz  wyla  eines  künigs,  das  ich  üch  beschirmnien  wyll  mit  6 
all  rainem  vermögen  wider  mengklichen.  Es  ist  billich,  dns 
wir  by  ein  andren  sigend,  diewil  ir  entherpt  sind  und  ich 
och,  das  einer  dem  andren  hälff  mit  all  sinem  vermögen. c 
>Her,€  sagt  Rengnold,  »ich  sag  üch  zuo  tussend  mallen  danck. 
Sind  dessicher,  das  wir  inn  üwerem  dienst  sterben  wend,  lo 
oder  üch  muoß  üwer  land  wyder  werden.«  Der  künig  beruoft 
sin  marschalck  und  gebott  im,  das  Rengnold  und  sin  gsel- 
schafft  wol  beherbergt  wurdend.  Also  wärend  die  fier  sün 
Amon  zuo  dem  künig  Johans  kommen  und  vermeinttenr] ,  sy 
hettendtz  nun  wol  gschafi'en ;  aber  es  geruow  sy.  Nun  wend  i6 
wir  TOD  Borgons,  dem  heyden,  sagen. 

Wie  Rengnold  und  sine  bruoder  und  Magis,  ir  vetter, 

Borgons   den    heyd   uß    dem   kungkrich   (Jastgunnia 

vertribend  mit  sinem  volck. 

Do  Borgons  Tallossa  ingenoinnien  hutt ,    do  hielt    er  ein  so 
parlement  mit  sinem  volck  also:    »Ir  heran,«    sprach  er,  »ir 
wussend ,    wenn  das  yssen  heyß  ist ,    das  es  besser  zewerchen 
ist,  dann  wenn  es  kalt  ist.     Dyss  hab  ich  vor  üch  geredt  und 
gemeldet  üch  zerkenuen  geben,  waz  wir  thuon  sollend.     Und 
darurani  dunckt  mich,  wir  sollend  gegen  Bordias  rytten  yetz-  26 
mal,  diewyll  der  sämmen  dick  ist;  dann  unsere  [bl.  190]  roL^ 
werdend  gnuog   zessen    haben.«     »Her,«    sagtend    die  sinnen, 
>ir    redend    wyßlich.«      Do   es   mornendes    tag    ward,    schied 
Borgons  von  Tballossamit  zwentzig  tussend  ryttern  und  kämmend 
für  Bordyas  und  verhielt  sich  inn  ein  holtz,  das  zenechst  by  so 
der  statt  was.     Und  verordnet  wol    fier  hundert  heyden,    die 
hast  gerüstnen,  so  er  halt,    das  sy    für  die  stjit  ryttend    und 
alles  verwuostind    untz    für    die    statt.     Do    die    Wächter   die 
heyden  gt^ächend  kommen,  do  schrey  er  und  sprach :   » Wapnet 

* 
13  das  also  hfl. 


64 


uch,  waun  die  lieiden  kommetid  dabar!«  Do  die  inn  der  statt 
dyß  erhortend,  erschräckend  sy  vast  öbel.  Do  Rengnold  dysse 
mere  vernam,  do  sagt  er  zuo  aineii  broodeni :  »Land  uns  utiö  gen 
wapnen  und  heysseod  anser  volck  sich  oeb  wapaeu!«     Do  sy 

5  all  gewapnet  wärend ,  saß  Kengnold  «ff  sin  goot  pfert  und 
reyt  ziio  dem  tunig  Johans  und  sprach  zuo  im:  »Her,  band 
kein  eracbräcken,  sunders  sind  on  sorg!  Wann  gott  wirt  uns 
haltten.  Ich  und  mine  briieder  wend  mit  unserem  volck  ?or 
anhar  rytten.     Und  land  iiwer  volck  von  stund  an  zuo  nisten! 

lö  Wann  das  berlz  sagt  mir;  die  heyden  werdend  überwunden 
uW  den  hüttigen  tag.c  »Fr und,«  sagt  der  künig,  »ryttend 
inn  gottes  nammen;  so  will  ich  das  thuon,  so  ir  gsagk  band.'- 
Damit  rejtt  Rengnold  nß  der  statt  und  kam  an  die  heyden  ; 
die  zerhilw  er,    als  werend  sy  entwapnet,  nnd  scbluogend  ay 

i&  inn  die  flucht  gegen  dem  halt.  Do  Borgons  sin  volck  siglos 
gsach,  do  macht  er  sich  ui\  die  straü.  Do  IlengnoM  sovyl 
volck  gsach,  do  sagt  er  zno  sinen  bruodern :  ^  Ir  herren,  fürchtend 
üch  not,  wann  wir  wend  uff  den  hilttigen  tag  er  erlangen. 
Und  bytt  üch,  das  sich  mengklicher  redlich  haltte,«     »Bruoder,« 

20  sagt  Rychart,  ^hab  kein  sorg,  wir  wentz  thuon,«  Und  als 
Rengnold  mit  sinen  brnodern  redt,  kam  Borgens  mit  nyder 
gelaünem  sper  und  [traf]  Rengnoiden  rittern  einen ,  also  das 
er  im  das  hertz  durch  stach.  Do  das  Allard  ersach,  do  stach 
er  inn  sin  pfert    nnd  stach  ein  heyd   tod  zuo   der  erden.     Es 

fi5  ward  nie  grossem  nyderlag  gesechen ,  als  Rengnold  und  sine 
brüeder  und  Magis  begiengend  inn  kleiner  gselsohafft.  Do 
der  künig  Johans,  der  innen  zehylf  kam,  die  gros  manheytten 
der  ryttern  gsach,  do  sägnet  er  sich  von  wunder  und  sprach 
zuo  sinem  volck:   »Land  nns  dyfi  man  lieh  rytter  entschüttenU 

80  Damit  stach  er  sin  pfert  und  reytt  inn  die  grösten  hoffen  und 
hielt  sich  also,  das  er  den  hoffen  zertrantt.  Und  was  stetz 
nebend  Rengnoiden.  Inn  kurtzem  versamlettend  sich  die  huffen 
gegen  ein  andren.  Aber  do  der  kiiuig  Borgas  den  grossen 
schaden  gsach,   so  im   Kengnold  thett,  do  sagt  er  zuo  sinem 

x&  volck;  tWir  sind  überwunden  von  dyssen  fünff  ryttern«  Land 
uns  fluchen!  Wann  es  ist  zyt.«  Do  er  dys  geredt  bat,  do 
macht  er  sich  in  die  flucht  mit  sinem  volck.  Do  Rengnold 
gsach,  das  Borgas  floch ,  do  stach  er  inn  Bayard  und  ylt  im 


65 

nach  und  sprach  zuo  im  selbs,  Borgas  müeßte  bliben,  oder  er 
weit  sterben.  Er  kam  inn  kurtzem  so  wytt,  das  sine  bruoder 
nütt  woßtend,  wo  er  was.  Allard  sprach  zuo  im  selbs:  ^Äch 
gott,  wo  ist  min  bruoder  Rengnold?«  Der  künig  sprach  zuo 
Allard  und  sinen  bruodem:  >Ir  heren,  ir  wüssend,  das  nüt  6 
guot  ist,  das  man  den  fyenden  vast  nach  ylle;  dann  es  ent- 
springend etwann  gros  schaden  dauß.  Land  uns  wjder  hinder 
sich  züchen,  das  pitt  ich  üch.«  »Her,<^  sagt  Allard,  »wir 
band  Rengnolden,  unsern  bruoder,  verloren  und  wüssend  nüt, 
ob  er  tod  oder  läbendig  istc  Do  der  künig  dysse  wort  ver-  lo 
stuond,  do  ward  er  yast  zornig  und  ließ  inn  under  den  totten 
suochen.  Do  Allard  gsach,  das  man  inn  nüt  yand,  do  fuort 
er  gros  leyd ,  deßglichen  die  andren  brOeder  ,  Magis  und  all 
sin  Yolck  och.  »Ach,«  sprach  Allard,  »was  wend  wir  an- 
fachen ?  Wir  schiedend  u£  unserm  land  arm  und  yertriben,  15 
das  mir  wenig  zescha£fen  gab,  dann  ich  fuor  mit  dem  besten 
rytter  inn  der  walt  und  vermeint,  mit  siner  könheyt  wyder 
eer  und  guot  zeüberkomen.  Nun  band  wir  inn  verloren  durch 
unser  schuld.  Ach,  waz  wend  wir  arm  nütsöllend  lüt  nun 
für  hin  anfachen  ?  Das  ertrich  sott  uns  nüt  uffenthalten,  so 
sunders  sötte  sich  uff  thuon  und  uns  verschlucken,  c  Do  der 
könig  das  groß  leyd  gsach  umm  Rengnolden  fQeren,  do  sprach 
er  zuo  innen:  »Ir  rytter,  was  thuond  ir?  Diewyl  er  nüt  tod 
ist ,  so  sind  f rölich ;  dann  ist  er  gfangen ,  so  muoß  er  üch 
wider  werden,  und  sott  es  mich  all  min  hab  und  guott  kosten.  25 
Darzuo  so  band  wir  irs  volcks  sovyl  gfangen,  das  im  Borgas 
umm  kein  sach  nüt  thuon  wyrt.«  »Her,«  sprach  Allard,  »land 
ans  durch  gotz  willen  nachhar  rytten  erkunnen,  war  er  kommen 
sig!«  »Ich  wils  gern  thuon,<  sagt  der  künig.  Damit  stächend 
sy  inn  ire  pfert,  und  ir  volck  ylt  innen  nach,  sovast  die  pfert  30 
louffen  mochtend.  und  Rengnold  reitt  Borgas  sovast  nach, 
das  er  inn  glich  erylt  hatt ;  dann  es  was  kein  thier,  das  Bay- 
arden  färlouffen  möcht.  Und  sprach  zuo  im :  »Wärlich,  Borgas, 
din  pfert  ist  müed,  ich  gsichs  wol.  Darumni  ker  dich  gegen 
mir  umm ;  dann  kenimest  du  inn  der  flucht  umm  ,  were  dir  80 
ein  schand.«     Do  Borgas  Rengnolden    verstuond,    do  kart  er 

♦ 
12  do']  die  ha. 

Uaimonskinder.  ^ 


66 

sich  gegen  im  uiiiui.  Und  do  er  RengnoMen  gsach,  do  gsach 
er  wol,  das  er  der  rytter  was,  der  all  sin  volck  überwunden 
hatt.  Und  spnicU  ziuj  im:  >Rytter,  rjtt  wider  hindersich 
und  verwüest    din    giiott  pfert  nüt;    dann    wenn  du    inn  ver- 

f.  lurest,  so  wirst  kein  söllichen  mer  uberkomen.«     Das  redt  er  fl 
uß  forcht;  dann  er  torft't  nüt  mit  im  strjtten  von  wegen  der  ^ 
grussen  manheyt,  so  er  iin  im  gstichen  hatt.     Rengnold  spracli 
zuo  im  :    *  Semlich    reden  soitu    nüt  triben ,    aunders  solt  dich 
weren.c     Damit   stach    er    inn  ain    pfert,     Do   Borgas  gsach, 

10  das  er  sich  von  Rengnolden  nüt  entledigen  macht,  do  stach 
er  och  inn  sin  pfert  und  rantt  gegen  Rengnolden  und  traft' 
inn  so  herbtenklichen ,  das  sin  sper  zuo  stucken  zerbrach. 
Aber  Rengnold  traf  Borgas  also ,  das  er  roß  und  mann  zun 
der  erden  stach  ^   nnd  macht    im  ein    grosse    wunden    inn  der 

15  brüst,     Borgaa  stnond  schnell  wyder  uf  und  zog  sin  seh  wert 
uß  und  tratt  gegen  Rengnold.     Do  inn  Rengnold  zefuoß  gsach, 
do  sali  er  öch  ab  Bayard  und  tratt  gegen  Borgas^  und  Borgas 
gegen  im*     Da  beschach  ein  hertter  strjtL    Do  sich  des  heyden  H 
pfert  ledig  betand,  do  macht  es  sich  |bl.  191]  inn  die  flucht,   ~ 

30  Do  das  Bayard  gsach ,  do  jlt  er  im  nacli  uurl  er  wüst  in  by 
dem  hals  mit  den  zennen  und  zog  inn  mit  gwalt  wyder  zuo 
sinem  herren.  Rengnold  traff  Borgas  mit  sinem  seh  wert  durch 
schilt  und  hämisch  und  macht  im  ein  grosse  wunden  inn  lyb, 
L>o  Borgas  Rengnolden  stercke   entpfand    und  die  wunderbar- 

3f*  liehen  streich,  so  er  gab,  do  erschrack  er  vast  übel  und  hatt 
grosse  sorg  sin  laben  zeverlieren.  Und  tratt  ein  wenig  hinder- 
sich und  sprach  zuo  Rengnold:  *0  edler  rytter,  ich  bit  dich 
durch  die  liebe i  so  du  zuo  dinem  gott  hast,  das  du  mir  ein 
anstand  gebest;  so  wyll  ich  dich  zuo  her  und  meyster  machen 

äü  über  alles  das,  so  ich  inn  dysser  weit  hab.«^  >Warlicli,t  sagt 
Rengnold ,  »ich  ivils  nüt  thnon ;  wann  ich  hab  dem  kunig 
Johans  verheyssen  ira  zehiUflfen  wyder  mengklichen.  Aber 
wiltu  ein  guotter  Kryst  werden»  so  will  ich  dir  gern  ein  an- 
stand geben,«      »Rytter,«  sprach  Borgas,   ^ich  ergib  mich  dir, 

8-^  dann  ich  könde  mich  keinem  manlichern  rytter  ergeben;  doch 
das  du  mir  min   laben  fryachtest '^      > Borgas,*  sagt  Kengnold, 


I 
I 


20  Üben  hs. 


67 

»dir  mnois  nüfc  beschechen ,  wann  ich  will  dich  bewaren  als 
min  eigne  personn.«  »So  verheyä  mirs!«  »Jä,c  sprach  Reng- 
nold,  >by  miner  rytterschafFtlc  »So  niui  min  schwert,«  sagt 
Borgas,  »ich  befilch  mich  dir  inn  din  huot.c  Rengnold  namm 
sin  schwert  Und  sässend  wyder  uflF  ire  pfert  und  ryttend  6 
gegen  der  waldstat.  Do  begegnet  innen  der  künig  mit  sinem 
Yoick.  Do  Rengnold  den  künig  gsach,  do  gab  er  im  Borgas 
und  sprach  zuo  im:  »Her,  ich  bitt  üch,  das  Borgas  am  laben 
nüt  beschech ;  dann  ich  hab  inn  gesichert.«  »Lieber  frQnd,« 
sagt  der  künig«  »im  muo£  nüt  beschechen  dann  alle  eer  von  lo 
üwertwegen.«  Do  Allard  und  sine  bruodern  und  Mugis 
gsachend,  das  Rengnold  Borgas  gfangen  hat,  do  wärend  sy 
▼ast  fro;  dann  sy  vermeinttend,  er  were  gfangen ;  daumm  sy 
inn  grossem  truren  gewe&t  wärend.  Allard  sagt  zuo  im:  »Du 
hast  uns  inn  groß  truren  gsetzt ;  dann  wir  forchtend ,  du  i6 
werest  gfangen.  Aber  du  hast  Borgas  gfangen;  darumm  der 
krieg  ein  end  hatt.«  Nach  dyssen  reden  ryttend  sy  gegen 
Bordyas  zuo  mit  ireu  gfangneu.  Do  sy  da  hin  kämmend, 
namm  der  küng  Johans  Rengnolden  by  der  band  und  fuort 
inn  inn  pallast.  Da  sagt  er  zuo  sinen  fürsten :  »Ir  heren,  ao 
thuond  dyssen  ryttern  eer  an,  dann  ich  bin  durch  ir  man- 
heyt  künig  beliben.  Gesegnet  sig  gott,  der  innen  den  wyllen 
geben  hat  har  zekommen!  Dann  sy  band  mir  min  land  ent- 
lediget.« Der  künig  hieß  die  pütt  ußteillen  und  ließ  Reng- 
nolden den  merteyl;  aber  Rengnold  gab  es  sinem  volck  alles.  S5 
Do  der  künig  Rengnolden  grosse  geschickligkeyt  gsach ,  do 
hatt  er  inn  lieber  dann  vor.  Der  künig  Johans  hatt  ein 
Schwester,  die  was  ein  vast  schöne  junckfrow.  Die  beruofft 
ein  rytter,  do  sy  sovyl  guotz  von  Rengnolden  hört  sagen,  und 
sprach  zuo  imm:  »Sagend  mir  by  üwer  trüw ,  wer  hatt  die  30 
gröst  er  des  stritz  behalten?«  »Junckfrow,«  sagt  der  rytter, 
>ir  sond  wüssen ,  das  Rengnold  der  selbig  ist.  Der  ist  der 
best  rytter  inn  aller  weit ;  wann  er  hatt  Borgas  gfangen,  dar- 
durch  der  krieg  gendet  ist.  ^  Der  red  was  die  junckfrow  vast 
fro  und  dancket  gott  von  gantzem  hertzen.  Der  künig  Johans  3-. 
und  sine  rytter  fuorttend  grosse  fröud  umm  den  sig,  so 
innen  gott  geben  hat.  Do  sich  Borgas  gfangen  gsach ,  do 
enbott  er  dem  künig  Johans,   er  begerttn  mit  im  zereden.    Der 

5* 


kTmig  gieng  zuo  im,  Borgas  gniohzt  ioii  und  sprach  zuo 
i^Her,  ich  bin  üwer  gfangner  und  der  mertejl  mines  volcks. 
Darumni,  weiid  ir,  so  wjll  ich  lich  umni  unser  erlösaung 
zeeheii  thoniien  gold  geben.«  *Tch  wils  gern  thuoTi,-';  sagt 
der  kiinig  Johans,  ^wenn  es  Uengnolden  gfelifg  ist.«  Kr  he-M 
ruoffit  Rengnolden  und  sine  frirsten  und  fragt  sy,  was  er  ihnen 
sott,  ob  er  Borgus  entledigen  sötL  Also  ryettend  sj  im,  er 
sott  inn  raulxonnen;  des  er  wol  zefriden  waa.  Und  beruoft 
Borgas  und  ließ  inn  ledig  und  all  sin  volck.  Und  fuorend 
'  wyder  inn  ir  laud.  Aber  Thal lossa  ward  vorhinn  dem  kilnig 
Johans  wyder  geben,  und  gab  im  zechen  thounen  göld.  Die 
wott  er  Rengnolden  geben  liabeu ,  aber  er  wott  not  ei» 
haller  nemen. 


Wie  das  schloß  Muiitabaet  gebuwen  ward,  und  wie 
it  der  kunig  Johans  Kenguolden  sin  seh  wester  zuo  der 
ee  gab  mit  grossen  eeren. 


I 
i 


Nun  begab  es  sich  eines  tags,  das  Rengnold  nnd  sine 
bruodern  ntfs  gojegt  rytiend  inn  einen  wald,  der  was  zenechst 
by  Bordyas.     Da  fiengend  sy  fier  thierer»     Und  als  sy  wyder 

20  heim  ryttond,  da  kämmend  sy  an  das  wasser  Cieronda,    Allard 
gsach  umnihar   und  anhan    und    gsach  ännethalb  dem  wasser 
ein  hochen  berg ,   daruff  was  ein  schonner  starcker  fels.     Do 
Ailard    das  hupsch   end  gsach,    do    sprach  er    zuo  Rengnold :■ 
ifrLieber  brnoder,  hie  ist  ein  schon  wol  gesetzt  end;  ich  gloub, 

26  es  sig  einest    ein    schlos   da   gestanden.     Mochfceod    wir  sovyl 
zewägen  bringen,  das  wir  ein  schloß  da  hin  machen  möchtend,  ■ 
so  möcht  uns  Karly    iu*emmer    mer    geschedigon.     Wiltu    mir 
volgen,   so  aolfcu   das  end    von   dem   künig  |hL  192]  begeren»  ^ 
Und  gipt  erß  dir,  so  laß  uns  da  ein  vesty  machen.«     »Vetter,«  I 

sü  sagt  Magis,  »Allard  gipfc  dir  guotten  rätfc.  Ich  bit  dich,  das 
du  im  also  thüegedt.«  »Vetter,«  sprach  Rengnold,  »ich  wils 
thuou,  diewyl  irs  rättend.«  Sy  fuorend  über  Geronda  und 
kämmend  gen  Bordyas  und  presentierttend  dem  künig  die 
thierer,    so   sy    gfangen    hattend.     Der   künig    enpfiengs   und 

86  dancket  innen  vast.     Mornendes  nach  dem  ynibiß  nam  Reng- 
noid  den  kunig    an  ein  ortt    und  sprach   zuo  im:    ^Her,    wii 


band  üch  lange  zj^t  gediennet  trülich ;  darumm  ich  uch  umm 
ein  schäDckebyt.«  Der  künig  sprach :  »Ir  sagend  war;  darumm 
ich  schuldig  bin  das  umm  üch  zeverdiennen.  Nun  luogend, 
ob  inn  minem  land  stett  oder  Schlösser  sigend  oder  anders, 
daz  ir  begerend;  das  muo£  üch  werden.«  »Her,«  sagt  Reng-  & 
nold,  »grossen  danck;  aber  verstand  mine  wort,  lieptüch.  Her, 
mine  bruodern  und  ich  sind  uff  dem  gejegt  gsin,  und  als  wir 
wyder  heim  ryttend,  do  luoget  ich  über  Geronda;  da  gsach 
ich  ein  hocher  berg.  Liepte  es  üch,  so  möcht  ich  wol  ein 
schlos  dahinn  buwen  nach  minem  gfallen.  Darumm,  her,  liept  ^o 
üch,  so  lässend  mich  das  machen  für  all  mine  dienst,  die  ich 
üch  ye  gethän  hab.«  Do  der  künig  Rengnolden  verstuond, 
ward  er  yast  fro  und  sprach  zuo  im:  »Feh  wils  üch  mit  guottem 
willen  nach  lassen  und  wyll  üch  all  manott  zechen  tussend 
marck  silber  geben  darzuo.c  »Her,«  sprach  Rengnold,  »ich  i6 
dancken  üch  zuo  tussend  mallen.«  Und  knüwet  damit  uff  sine 
knüw;  aber  der  künig  hat  inn  uff  und  sprach  zuo  im:  »Edler 
rytter,  laben  ich  lang,  so  wyll  ich  üch  rieh  machen.«  Reng- 
nold sprach:  »Her,  gott  geh  es  üch  wider!«  Momendes  do 
der  künig  uff  was,  do  beschickt  er  Rengnolden  und  nam  20 
zwentzig  rytter  mit  innen,  und  fuorend  inn  einem  schiff  über 
Geronda  und  ryttend  uff  den  berg.  Do  sy  das  end  so  hüpsch 
gsachend ,  do  verwunderttend  sy  sich  darab.  Rengnold  was 
vast  fro  und  sprach  zuo  im  selbs,  wenn  er  sovil  zewegen 
bringen  möcht,  das  er  ein  schlos  an  dem  end  hett,  so  furchte  ^'i 
er  weder  Karly  nach  ander,  diewyl  er  spyß  hett;  dann  uff 
dem  felssen  entsprang  ein  schönner  brunn  für  zechen  tussend 
mentschen.  Do  des  künigs  rytter  die  schöune  des  endes  gsächend, 
do  erschrackend  sy  übel.  Und  der  ryttern  einer  zog  den 
künig  an  ein  ortt  und  sprach  zuo  im:  »Her,  waz  wend  ir  so 
thuon  ?  Wend  ir  ein  heren  über  üch  haben?  Ich  sag  üch  für 
war,  wenn  Rengnold  ein  schlos  hie  hat,  das  er  üch  nüt  fürchten 
wirt  nach  all  fürsten  inn  Gastgunnia.  Gebend  im  etwas 
anders  ,  wend  ir  mir  volgen ;  dann  üch  möcht  wol  schaden 
daruß  entspringen.«  Do  der  künig  Johans  den  rytter  ver-  35 
stuond,  do  erschrack  er  übel;  dann  er  wüßt  wol,  das  er  war 

♦ 
11  all]  aaa  *alle'  gebessert  bs.        21  über  bs. 


70 


talt,    (lax  »cliloü 


hi 


seytt;  diinnuni  wmiig  fält,  dax  »cliloü  wert*  iiiigebuweti 
liben.  Er  bedacht  sich  ein  wenig  ;  diirnacli  spruch  er,  er  liette 
es  Uengnolden  verlieysseti,  daramni  das  schloß  müefate  gemacht 
werden*     Er    sprach    ziio    Kengnold:    »Lieber    frCind ,    wohinri 

b  wend  ir  das  schlos  setzen?«  *Her,<(  «agt  Rengnold,  J^ich  will, 
das  har  gsetzt  werd,  liept  es  üch.  ^WärHGh,^^  sagt  der  kiinig, 
»ee  gfält  mir  woL  Nun  yllent  es  zehn  wen ;  so  dortf'end  ir 
dann  niemmand  entsitzen,  weder  mich  nach  die  minnen.  Aber 
ich  gloiib  nCit,  das  ir  mich  nach  min  volck  bekriegen  wellend.« 

10  »Her,»»  ^sprach  Hengoold,  >länd  von  dysscr  red,  dann  es  ist 
nut  nott  dar  von  zesageii.  Dann  ich  wett  ee  sterben  dann 
verrettery  begän  an  üch  nach  an  andren.  Her,  ich  bin  unt» 
har  ein  frommer  rytter  geachtet  worden  und  gehalten  ;  got 
geh  mir  die  gnad,  das  ich  turcr  och  iint  für  onnerlich  gehalten 

iftwerd!    Gedenckend  ir,  her,  so  Karly  min  fyend  ist,  ich  habe 
darumm  verrettery  gegen  im  gebruchtV  Die  fyend tschaft  kurapt 
von  Berchtolden,  sinem  vetter;   den  ertodt  ich,  das  ich  mich  ^ 
sinnen    erweren   muoHt.     Aber   ich   verheissen    nch  by  minerfl 
tröw,    thuot  üch  neyfäwar    etwaz  zeleyd ,   das  ich  üch  rächen 

tu  wyll  mit  allem  minem  vermögen.  Aber  band  ir  neyläwas 
achüchens  ah  mir,  so  verhaltend  mirs  ntlt.<  *  Lieber  fründ,< 
sprach  der  künig,  »ich  hab  nun  mit  üch  geschimpft.  Ich 
weylä  öwern  will  wol ,  ir  banden  mir  wol  ertzeigt;  darumm 
hab  ichö  üch  vergunneu  und  wyll,  das  ir  her  und  meyster  iun 

«  minem  land  sigend.«  Des  im  Rengnold  grossen  danek  seyt. 
Demnach  wnrdoud  all  nuirer ,  zimberlüt  und  Steinmetzen  inu 
allem  land  beschickt ,  also  das  iren  wol  fünÖ'tzig  und  zwey 
hundert  wurdend»  die  horttend  nie  uff  werchen,  mitz  daz  das 
schlofi  gemacht  was.     Do  das  schlos  uti  gemacht  was,  do  lieü 

30  Rengnold  das  schloß  umm  niuren  and  beschliesseu  mit  hochen, 
atarcken  ranren  mit  etlichen  starcken  thürnuen ,  also  das  im 
kein  stnrm  uüt  thuon  mocht.  Darzuo  lieü  er  all  werinnen 
HO  wol  und  werlichen  zuo  rüsten,  daz  sy  nüt  besser  sin  niocbtend, 
Do  das    scliloß    gentzlich    ußgemachfc   und  verbracht  was,   do 

u  was  Rengnold  und  sine  bruoder  vast  fro.  Do  der  künig  Johans 
vernam,  das  das  schlos  gemacht  was,  do  kam  er  es  besuchen. 
Rengnold  gieng  im  engegen  und  fuort  inn  off  den  grossen 
thurn  des  Schlosses,    damit  uud  er  den    tzirckel  des  Schlosses 


71 

dester  bala  gesecheii  tnöcht.  Deiu  künig  gfiell  das  schlos  vast 
wol,  innsunderheyt  der  schön  brunnen,  der  an  mitten  inim 
schloß  was.  Cnd  sagt  zuo  Rengnold:  »Lieber  fründ,  wie 
muofi  djü  schlos  nanimen  haben?  Ein  edlen  söt  es  haben, 
dunckt  mich,  von  siner  schöne  wegen.«  »Her,«  sagt  Reng- 0 
nold,  »es  hat  nach  kein  nammen.  Darumm  byt  ich  üch,  das 
ir  im  nammen  gebend.^  ^Wärlich,«  sprach  der  künig,  »das 
schloß  und  end  ist  lustig  und  schön ;  darumm  wyll  ich ,  das 
Muntabant  hejsse.«  Demnach  ließ  der  kiinig  inn  sinen  landen 
▼erkünden,  das  alle  die,  so  inn  die  stat  Muntabant  komen  lu 
wettend,  fry  sin  müeßtend  aller  schulden  zechen  jär  lang.  Do 
die  lantzlüt  die  fryheyt  des  Schlosses  vernämend,  do  bettend 
ir  gsachen  kommen  rytter,  edel  und  unedel,  burger,  jung  und 
alt,  koufflüt  und  ackerlüt,  also  das  die  stat  so  voll  ward  mit 
allerlein  Yolck,  das  inn  allem  land  kein  stat  was,  die  so  wol  16 
besetzt  were,  als  Muntabant  was.  Dann  es  kämend  sechs 
hundert  rieh  burgern  dar,  und  wärend  wol  fünfftzig  wirtz- 
büssern  und  fünffhunderi  antwerchslütten  da.  Inn  kurtzem 
ward  Muntabant  so  rieh  und  statlich,  das  es  ein  wunder  was. 
Der  künig  Johans  hat  Rengnolden  [bl.  193]  so  lieb,  das  er  2u 
imm  die  herschafft  Valliera  gab,  die  ertruog  jerlichen  tussend 
marck  silbers.  Do  die  fürsten  gsächend,  das  inn  der  künig 
so  lieb  hatt,  do  wärend  sy  vast  zornig  und  kämmend  zuo  im 
und  sagtend:  *Her,  luogend,  waz  ir  thüegend!  Muntabant  ist 
vast  starck,  und  Rengnold  ist  ein  söllicher  rytter,  das  sins  2> 
glichen  inn  der  weit  nüt  ist.  Wurd  er  mit  üch  unneyiä  inn 
einicherleyn  gstalt,  so  möcbt  er  üch  grossen  schaden  thuon.« 
>Ir  sagend  war,«  sprach  der  künig;  »aber  Rengnold  hat  so 
ein  edel  hertz ,  das  er  nüt  unnerlichs  wyder  uns  gedencken 
wyrt.«  »Her,«  sagt  ein  alter  rytter,  j^wend  ir  mir  volgen,  ao 
80  wyll  ich  üch  sagen,  wie  ir  Rengnolden  her  belibend.« 
> Lieber  fründ,«  sagt  Johans,  »sagend  an,  ich  byt  üch.«  »Her,« 
sagt  der  rytter,  »gebend  im  üwer  Schwester  zuo  der  ee;  also 
mögend  ir  sicher  vor  imm  sinn,  das  er  üch  nüt  wyderwerttig 
sin  wyrt.«  *  Lieber  fründ,  ir  gend  mir  guotten  rätt;  ich  will  35 
im  thuon ,  wie  ir  mir  gerätten  band.  Ich  by tt  üch ,  das  ir 
inn  dysser  sach  handien  wellend.«  »Her,«  sagt  der  rytter, 
idiewil  ich  üwern  willen  weyß,   so  wyll  ich    flyß  an  keren.'^ 


72 

Demimch  reytt   er  wyder    geu  Bordyas    iiiitl    raUscLlaget  iini 

dem  rytter,    wie  ay  die  sach   zuo  eiid    bringen   wettend,     üff 

den  ersten  tag  des  uianotz  Meyeii  reytt  Rengnold    von  Mun- 

tabant  gen  Bordyas  den  könig  Johans  besechen,  und  nam  mit 

im   sin    bruoder   Allard.     Der    künig    entpfiengs    mit   grossen 

f runden.     Nach  dem  ymbils  forschet  der  k-ünig  den  schach   mit 

Rengnolden  zespillen.     Und  wie  sy  sputend,    do  kam  der  alt 

rytter,  dem  was  inn  befelch  geben  vom  künig,  die  ee  zemachen 

zwüschend  Rengnolden  und  siner  Schwester,  der  hieß  Gödfryd 

ifl  von  MüUinnoo.     Der  sprach:   'Ir  beren,  hörend,  waz  icb  sagen 

l  will:  ich  schlieff  die  vergangen  nacht,  nnd  mich  dunckt,  Reng- 

:  nold  sease  uff  einem  berg  und  alles  volck  inn  dyssem  kilngkrich 

!  neygte  sieb  gegen  im,  und  der  künig  gebe  im  eiü  bereyttuen 

L  sperwell.     Darzuo  dnocht  mich,  as  kemme  gegen  dem  wasaer 

SÄ  Geronda  ein  wild  schwin,  das  fnort  ein  so  gros  gebrecht,  daz 

j  niemman  vor  imm  beliben  mocht.     Doch  griffend  sy  dry  man 

an,  aber  sy  fuor  durch  sy,     und  do  daz  Rengnold  ersach,  do 

\  kam  er  gegen  ir  uff  Bayard  und  atreitt  mit  ir  und  geschandt 

^  sy  vaat  ilbel.     Inn  dem  erwachet  ich.*^     Do  der  alt  rytter  diu 

Iw  geredt  hat,  do  .stuoud  ein  seh  ri  her  uf,  der  hieß  Bern  hart,  der 
was  va8t  wyß,  und  sprach;  tlr  heren,  liept  ilch  mich  zehoren, 
so  will  ich  üch  die  bedöttnulä  dis  troumü  sagen.  Wnssend, 
das  der  berg,  daruf  Rengnold  saü,  bedüt  das  schloß,  so  er 
hat  lassen  machen ^  und  daz  volck,  so  sich  vor  im  neygt,  be- 
tö  dut  das  volck,  die  darinn  kommen  sind  wannen,  und  die 
schäncke,  so  imni  der  künig  gab,  bedüt,  das  er  im  sin  Schwester 
zuo  der  ee  geben  wirdt.  Und  das  wildschwin  bedütt  etlichen 
kristen  oder  heydischen  fürst ,  der  wirt  kommen  den  künig 
bekriegen ,  und  Keognold  wirt  inn  mit  gwalt  entschütten, 
•0  Darumm  ich  iinwirdiger  darvon  zereden  riette,  das  die  ver- 
mechelschatft  zwüschend  Rengnolden  und  des  künigs  Schwester 
j  bescheche ;  also  wurdend  »y  bed  wol  gegen  ein  andren  ver- 
wantt.«  Do  der  schriber  die  bedütnuü  des  rytter  (jiödfridtz 
troumm  ußgeleytt  hat,  do  sprach  der  künig,  die  vermechel- 
BB  schafft  gfielle  im  wol.  Do  Rengnold  dysse  wort  verstuond, 
do  sprach  er:  »Her,  ich  sagen  üch  grossen  danck  unim  die 
gab,  no  ir  mir  thuond»  Aber  ich  bit  Cich,  deLS  ir  ein  wenig 
gedult  habend,  untz  das  ich  miner  bruodern  und  vettern  rätt 


73 

gehept  hab.«  »Bruoder,«  sprach  Allard ,  »du  thuost  übel, 
das  du  erst  rätfc  haben  wiit.  Du  soit  des  künigs  willen  gentz- 
lich  erfüllen,  dann  es  gfalt  mir  und  minen  brüedern  vast  wol. 
Dann  wenn  dir  der  künig  schon  sin  Schwester  nüt  geben  wett, 
sunders  ein  schlachte  junckfrow,  so  soltest  du  im  dennecht  ^ 
▼olgen.c  »Brnoder,«  sagt  Rengnold,  »ich  yerheyssen  dir,  das 
ich  dinem  rätt  volgen  wyll.c  Damit  kart  er  sich  wideruram 
gegen  dem  künig  und  sprach  zuo  im:  »Her,  ich  bin  bereytt 
üwern  willen  zethuon.«  Also  nam  inn  der  künig  by  der 
band  und  gab  im  sin  Schwester ,  dardurch  der  heyrätt  zuo  lo 
beden  sytten  beschlossen  ward.  Der  künig  kam  zuo  siuer 
Schwester  inn  ir  kammer  und  fand  sy,  da  macht  sy  ein  tzüttel 
eines  spers  vast  hüpsch.  Der  künig  gruotzt  sy,  und  sy  stuond 
uff  gegen  im  and  [thet]  im  die  reverentz  an.  »Schönne  Schwester,« 
sagt  er  zuo  ir,  »ich  hab  dich  vermechlet  wol  und  erlich.«  i& 
Do  sy  inn  yerstuond,  do  ward  sy  schamrott  und  sprach  zuo 
im:  »Her,  wemm  band  ir  mich  geben?«  »Schwester,«  sagt 
der  künig,  »ich  hab  dich  geben  Rengnolden,  dem  edlen  rytter.«: 
Do  die  magt  verstuond,  das  Rengnold  was,  do  ward  sy  vast 
fro,  wann  sy  was  im  hold,  und  sprach:  Her,  ich  will  üch  ao 
gehorsam  sin.«  Der  künig  nam  sy  by  der  hand  und  fuort 
sy  inn  sal  und  sprach  zuo  Rengnold  vor  all  sinen  fui*sten: 
>Sänd,  manlicher  rytter,  minn  Schwester!«  »Her,«  sprach 
Rengnold,  »ich  dancken  üch  zuo  tussend  mallen.«  Damit 
wurdend  sy  tzammen  geben  (wann  der  kühig  wott  nüt  länger  20 
beitten)  vast  erlichen  vom  bischoff  von  Burdyas.  Demnach 
fuort  sy  Rengnold  gen  Muntabant.  Do  sine  bruoder  und  Magis 
ir  zuokunft  vernämmend,  do  wurdend  sy  vast  fro  und  sässend 
uff  ire  pfert  und  ryttend  innen  engegen  gegen  Bordyas.  Da 
bekämmend  sy  innen  und  ryttend  mit  ein  andren  gen  Munta-  30 
bant.  Da  fieng  die  fröud  so  groß  an,  als  ob  gott  were  dar 
kommen.  Das  vest  weret  wol  ach  tag.  Nach  den  ach  tagen 
reitt  der  künig  wider  gen  Bordias  vast  frölich  von  wegen  der 
ee;  dann  er  gedächt,  Rengnold  wurde  im  behulffen  sin.  Das 
beschach;  dann  syt  der  vermechlung  was  kein  rytter  in  Gast-  35 
gunnia,   der  das    kinny    getörst  ufi    heben.     Aik   wärend  iren 

* 
19  der  stQnd  hs. 


74 

öch  etlich  g^iii,  dit*  dein  kiitii^  uiiL  '^eliortäumin  «iti  wutte nd  ; 
aber  Uei]*^Miold  itiuchi  sy  ghorsatiiin,  darum iii  imi  in engk Itcher 
inii  Uastguniiia  entsaö.    Nun  weod  wir  wyder  von  Karly  sagen. 


Wie  Kiirly  vernamra,  Kenguold  und  sine  bruodern 
^  werend  inn  Uastgunnia»  darumui  er  detn  künig  Jt3haus 
enbott,  er  söt  imm  sine  tyend  schicken,  oder  er  wette 
inn  bekriegen,  und  was  der  kunigJohaos  den  botten 
zeautwurt  gab,  und  wie  Uuolland  an  häff  kam,  und 
wie  inn  Karly    wider   die   heyden  scbickt.    [bl.  U14], 

10  Vjs  hegab  sich  uff  ein  zyt,  das  Karly  ino  rlas  küngkrich 

Niiwerra  reyt  und  mit  im  der  hertzog  Ansea  und  Gergis  von 
Tannemarck  und  ander  fursten.  und  uff  der  heimfart  reytt 
er  uinvytt  von  Bordyas  au  heu  aber  da8  wasaer  (Jeninda;  da 
eraach  er  das  schloß  Muntabant.     Das  besacti  er  ein  guot  vvyll 

lü  und  sagt  zuo  im  selbs :  s>Ach  gofet,  was  hüpscben  Schlosses  ist 
hie!  Ich  gloub,  der  künig  Johauß  habe  es  nuwlicheu  lassen 
machen.  Nun  mag  es  nüt  gainn,  so  ers  an  ein  söllichs  eud 
g&elzt  hat,  das  er  nüt  inn  willeo  sig  etlichen  zebeknegeu.c 
Damit  beruoft  er  ein   lantzrytter  und  sprach  zuo  im:  >Sageud 

»0  mir  an»  wie  heiiät  dis  schln(3?i  .Her^*  sagt  der  rytter^  >es 
heyßt  Muntabant.'^  Er  hatt  grossen  lust  zereden;  dann  hett 
er  geschwigen,  so  werß  darby  belihen.  Kr  seyfc  das»  das  im 
und  andren  grossen  schaden  brächt;  dann  er  aeyt  im,  die  fier 
sun   Ämon    bettend    das   schloi    lassen    machen,    und  wie  der 

i*  künig  Rengnolden  sin  scb wester  zuo  der  ee  geben  liett,  Do 
Karly  das  verstuond,  do  ward  er  vast  zornig  und  wüßt  nüt, 
waz  er  thuon  nach  sagen  sott  Kr  sprach  zuo  sinen  fürsteu  : 
>Ir  bereu,  ich  will  uch  wunder  sngeu  :  ich  hab  mine  fyend, 
die  fier  sün  Amon,  inn  dyssem  land  fanden.     Nun  wol  uft',  ir 

»0  Anses  und  Uergis,  suochend  den  kiinig  Johans  und  sagend 
im,  das  er  mir  die  fier  sün  Amnion  gebe,  mine  fyend,  die  er 
uflfenthalt  wider  micir.  Und  will  erlB  nut  thuon,  so  sagend 
im  ab    von    minet wegen.     Und    sagend   im ,    ich   well  inn  dry 

13  über  h^        30  den]  dem  bs* 


75 

oder  fier  nianoiten  inn  Gastguiinia  »in ,  stett ,  schlosser  und 
törflfer  zerstören,  und  werde  er  mir,  so  well  ich  inn  on  gnad 
ertöden  lässen.c  »Her,€  sagt  Gergis,  »wir  wend  gern  rytten, 
aber  uüt  allein ;  dann  wir  wend  mit  uns  nenimen  Senses  und 
Uostes,  die  sind  wyß  und  manlieh.«  Karly  sagt,  es  gfielle  :> 
im  wol.  Also  niachtend  sj  sieb  uff  die  sträs  und  frägtend 
dem  künig  so  lang  nach,  das  er  innen  tzeigt  ward  zuo  Mun- 
tabant;  da  fundend  sy  inn  unden  an  dem  schloß  und  wott 
wyder  gen  Bordyas  rytten;  Rengnold  gab  im  das  gleytt.  Do 
sy  Gergis  gsacb,  do  erkant  er  sy  wol  und  gruotzt  den  küoig  lu 
und  sprach  zuo  imm:  »Her,  gott  geb  üch  ein  guotz  lang 
laben!«  Der  künig  dancket  im  und  hieß  sy  gott  wilkommen 
sin.  »Uer,«  sagt  Gergis,  »der  keyser  Karly  hat  uns  zuo  üch 
geschickt ;  der  enbüt  üch  by  uns,  das  ir  im  sine  fyend  schickend, 
die  ir  inn  üwerm  land  enthaltend.  Und  ob  irß  nüt  thuou  i& 
wend,  so  sagend  wir  üch  [ab]  von  sinetwegen.  Und  sagen  üch, 
daz  er  inn  dryen  mannotten  inn  Gastgunnia  sin  wyrt  üch  inn 
Bordyas  belegren  und  üch  all  üwer  land  nemmen,  und  werdend 
ir  im,  so  wirt  er  üch  am  lyb  straffen.  Nun  band  wir  üch 
unser  befelch  gesagt.  Darumm  bittend  wir  üch  umm  ein  ant-  :^o 
wurt.«  »Gergis,«  sprach  der  künig,  »es  ist  war,  ich  hab  sy 
behept,  darumm  das  sy  mich  entschüt  band  inn  minnen  notten; 
dann  ich  was  vertriben,  wenn  sy  nüt  gsiu  werend.  Und  uraui 
die  groß  j^uothet,  so  sy  mir  bewyssen  band,  hab  ich  Reng- 
nolden  min  lipliche  Schwester  zuo  der  ee  geben.  Ich  were  jö 
\vol  grussamm,  wenn  ich  sy  inn  irs  fyendtz  händ  gebe,  die- 
wyl  sy  mir  so  wol  gediennet  band.  Ich  will  ee  sterben ,  ee 
das  ich  sy  hingeb,  nach  liden  wett,  das  innen  etwaz  Übels  be- 
scheche.  Karly  wurd  mich  selbs  für  ein  verretter  halten. 
Darumm  werdend  ir  dem  keyser  sagen,  das  ich  ee  min  küngk-  io 
rieh  daran  binden  wyll,  dann  das  ich  sy  hin  gebe.  Das  ist 
min  antwurt.«  Do  der  künig  geredt  hat,  do  sprach  Rengnold: 
»Gergis,  ich  verwundern  mich,  das  uns  Karly  nüt  mit  fryden 
lassen  wyll.  Er  hatt  uns  uß  Franckrich  verjährt  arm  und 
eilend ,  des  ich  grosse  schand  hab.  Und  als  ir  wol  wüssend,  35 
wott  ich  im  eines  rächten  sin  vor  sinen  Fürsten ;  aber  es  gfiel 
im  nüt,  sunders  verjagt  uns  von  Muntfort.  Und  nach  ist  er 
nüt  zefriden,  sunders  er  will  uns  och  uß  Gastgunnia  vertriben; 


76 


darum  tu  ur  übtfl  tUuot,  d\u\n  ich  bin  iiucli  bereitb  im  glior- 
sauim  zesiD.  Und  scihlachfc  ers  ab  durch  siu  hoffart,  so  will 
ich  wol^  das  er  wusae,  das  er  uns  nöfc  so  lycbtlicb  fachen 
muola^  als  er  venueiutt.     Uud  sagen   ücb  zoo,  das  ich  jdu  mer 

6  dann  zechen  mallen  ertzurnnen  will,  ee  wir  gfangen  werdend* 
Der  kfini<^  hat  uns  dylä  schloü  lassen  niacheu,  das  lieyßt  Mnn- 
tabaut;  das  ist  viist  starck ;  es  sind  5ch  nianlicb  rytfcer  darinn, 
die  mir  nüt  feilen  werdend  ino  minen  nötten.  Und  sagend 
Karly ,  sytmal  ich  nüt  mit  im  verreinbaret  werden  mag,    das 

iü  icb  iiß  alles  das  zeleyd  thnon  will,  so  mir  niüglich  sin  wyrLi 
»liengnold^-?  sagt  Gergis,  »du  retst  oärsch.  Vermeinstii  uns 
zerschrecken  ?  Mit  wortten  wirato  das  nnt  thuoiu  Du  weist 
wo!,  das  dich  Karly  zerytter  geschlagen  halt,  und  du  im  sin 
Vetter  zetod  geschlagen    hast.     Darum m  gedenck  nun  uut  frid 

16  mit  im  ze  haben.  Vermeinstu  sicher  zeain,  darumm  das  du 
ein  vest  schloß  hast?  Der  künig  Johans  wirt  nüt  lachen;  dann 
ee  zwen  manott  für  kommend,  wend  wir  an  mitten  inn  siueui 
land  sin  und  das  gentzlich  zerstören.«  »Für  war,  Gergia,« 
sagt  Rengnold ,   >weyt^  icb,  wenn  Karly  inn   Gastgunnia  sinn 

2ofbl.  195]  wirt,  das  er  und  sin  volck  inn  kurtzer  zyt  wettend, 
das  sy  an  andren  enden  werend.  Der  redt  yetz  lut;  wenn  es 
au  ein  ernst  wyrt  gän,  so  wirt  er  lysßer  reden.*  »liengnold,« 
sprach  Gergis,  >kbuond  im,  wie  ir  wend.  Aber  werdend  ir 
Karly,  so  wirt  er  ücb  grussammklichen  straffen.     Icb  bah  ücb 

3s  min  befelcb  gsftgt;  darumm  rytt  ich  wider  hinweg.«  Sy  ryttend 
wyder  zuo  Karly  und  ertzaltend  imm  des  künig  Jobans  und 
liengnolden  antwurt.  Darumm  Karly  zyttret  von  zornn  und 
sprach:  »Nunn  wyrt  man  soeben,  wie  wol  sy  Gastgunnia  be- 
schirm meu  werdend  gegen  mir,«     Damit  macht  er  sieb  nff  die 

austräte  über  Gerunda  und  reytt  sovast ,  das  er  \^en  Paris  kam* 
Mornendes  beruoift  er  sine  Fürsten  und  sprach  zuo  innen:  *lr 
heren,  icb  hab  üch  berüetft  uch  zesagen  die  grolä  schmacb, 
so  mir  der  küng  Johans  bewylit;  wann  er  utfantbalt  die  fier 
snn  Amnion  mir  zeverdrnlä.     Und  ir  wüssend,  waz  sebades  sy 

•fi  rair  zuo  gef liegt  band.  Ich  verbant  sy  uß  Franckricb ;  aber 
über  das  machteud  sy  divs  schlos  Muutfort  inn  niinem  land, 
Daruß  vertreib  ich  sy  öcb.  Nun  sind  sy  inn  Gastgunnia  by 
dem  künig;  der  sagt,  er  welle  sy  gegen  mir  bescbirmmen ;  darzuo 


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77 


i  er  Rengnolden  sin  Schwester  geben  xuo  der  ee.  Darum m 
ich  ücb  all  bitten,  das  ir  mir  hälfTen  wellend. t  Do  er  dis 
geredt  hat,  de  gab  im  iiiemniand  kein  antwurt;  dann  der  krieg 
^^mißfieü  innen  allun,  Do  Karly  gsucb^  das  im  niemniand  nut 
^■lieantwurt  gab,  do  sprach  er  zuo  Anses:  »Was  lättend  ir  mir?«  r. 
^>Her,«  sagt  Anses«  >wend  ir  mir  yolgen,  so  will  ich  üch 
gooiten  ratt  geben :  rüstend  öweni  züg  inn  füntf  jären,  wann 
I  Äwer  volck  ist  de«  kriegs  müed^  damit  und  sy  ein  wenig  ge- 
^ftrnowen  mögend.  Demnach  so  mögend  ir  kriegen  nach  riwerni 
^^ willen  ;  so  wirt  dann  mengklicher  mit  giiottem  willen  kommen  c  iti 
Do  Karly  dis^en  rMi  verstuond,  do  ward  er  vast  zornig.  Und 
als  er  Anses  antwurt  geben  wott,  so  kumpt  inn  sali  ein  jüng- 

klißg  grosser  schöne,  der  brächt  mit  im  triesig  schönner  schiitnern. 
Der  juDgling  kam  für  den  keyser  und  gruotzt  inn  vast  rilch- 
iigklichen.  »Lieber  fntnd,«  sprach  Karly,  »sind  gott  wit- 10 
koQiuien!  Wer  sind  ir?«  »Her,^  sprach  der  jiingling,  »ich 
hei§  Ruolhmd  and  bin  uä  Brettannia  bürttig ,  des  herizog 
Hilions  sun,«  Do  inn  Karly  verstnond,  ward  er  vaat  fro  und 
nmmfieng  inn  und  sprach  «uo  im:  »Byfi  mir  gott  wilkommen, 
ein  sau  miner  Schwester!  Ich  will  dich  morn  zeritter  schlacben;  «0 
wann  da  nniost  dich  gegen   Itengnolden  versnochen.*    »Her,c 

Pipracb  Kuolland,  »ich  wfll  üwer  gebott  verbringen  nud  sagen 
dch  xno »  das  Kengnold  not  gespartt  werden  mnoLi.  Er  hatt 
min  Vetter  Berchtolden  ertödt,    des  ich  vast  zornig  bin,  und 

j       will  sinen  tod  rächen,  mag  ich,  oder  ich  will  sterben*«    Mar-  sir. 

^^fiendes    schhiog  Karly   sin    vetter    zerytter    mit  grossen  eren. 

^HUnd  als  man  das  vest  begieng,  da  kam  ein  bott,    der  sprach 

^^Euo  Karly:  >Iler  keyser,  die  üwern  zno  Köln  grüetzend  üch 
itod  ihuond  üch  zno  wilssen,  das  die  hejden  sy  angriffen  und 
fast  geschediget  band  und  verbränt;  darumm  sy  üch  hittend  w 
nmm  hilf,-*  Do  Karly  dysse  wort  veratuond,  do  duckt  er  sin 
hopt  und  »inet.  Do  das  Rualland  ersach ,  do  sprach  er  zuo 
im:  »Lieber  her,  warumm  sind  fr  so  trurig?  Gebend  mir  volck, 
60  will  ich  die  heyden  vor  Köln  dannen  triben.«  Do  Karly 
Rnollanden  verstuond,  do  ward  er  vast  fro  und  ummfieng  inn  s& 
nnd  sagt  zno  im:  »Lieber  vetter,  gesegnet  sig  die  stund,  inn 
deren  dn  geboren  worden  bist !  Wann  ich  hoff ,  du  werdest 
mir  vyl  müeg  über  haben.     Darumm  will  ich,    das  du  dahin 


78 


zitchesti.*  Er  ordnet  im  zwcmtztg  tusseiid  wol  gerüster  strittern. 
Dosy  genist  wurend,  do  aati  Riiollaud  uff  sin  pfert  und  sprach 
Kuo  eiaem  vetter:  »Her,  ich  betilch  iich  unserem  heran,* 
»Lieber  vetter,«  sagt  Karly,    >ich  beßleU  dir  min  valck.     Und 

5  far  dahin  inini  namnien  gottes,  der  sig  dir  behulffen  !<  »Her,« 
sprach  KuoUand,  >hand  kein  sorg,  wir  wend  uns  manlich 
halten  mit  der  hilff  gottes.«  Nach  dysser  red  macht  er  sich 
ntf  die  sträß  mit  sinem  volck.  Und  ryttend  sovast,  das  sy 
nebend  Köhi    kämmend  ;    da    staltend    sj   ireu    haU.     Do  be- 

in  gegnetteud  innen  etlich  heyden,  die  ryttend  wider  gegen  dem 
läger  mit  grossem  röub,  mit  ochsen  und  schaffen  und  gfangneu, 
dennen  thettend  sy  groLn  martter  an.  Do  die  Krysten  ire 
fyend  gsachend  ,  stächend  sy  inn  ire  pfert  gegen  innen,  also 
das  sy  all  nnimkamend,  und  erloütend  die  gfangnen  und  den 

u  roub.  Do  die  heyden  vor  Köln  der  Kryateu  gschrey  erhorttend, 
do  sftssend  sy  uff  ire  pfert  und  kämmend  gegen  innen.  Do 
die  Krysten  sy  gj^ächend  kommen,  do  ryttend  sy  wider  gegen 
ireni  halt,  nnd  die  beiden  yltend  innen  nacli,  Do  Hnoiland 
gsach,  das  zyt  wa^  darinn  Äeschlachen,  do  reytt  er  uß  sinem 

50  halt  und  schluog  so  ungenieß  iitf  die  heyden,  er  und  sin  volck, 
das  sy  ein  grosse  zaü  zuo  der  erden  stächend.  Der  stritt 
fieng  vast  grussanim  an ;  wann  ir  bettend  sovil  beiden  gsächen 
ligen  tod,  das  mau  kunim  vor  innen  gan  kond,  Ruolknd 
stach  öin  pfert  gegen  der  beiden  kiinig,  der  hieij  fc^corfal,  und 

96  stach  inn  üuo  der  erden  und  erwuseht  inn  by  sinem  hälm  und 
nam  inn  gfangen  und  fuort  inn  hinweg,  Do  die  heyden  iren 
bereu  gfangen  gsach end,  do  machtend  ay  sich  inn  die  flucht 
Und  do  sy  liuoUand  gsach  fluchen,  do  schrey  er  sin  volck 
an:    »Ir  heren,  wol  an,   innen   nach!    Dann  ich  byt  ucb,  das 

u  ein  einiger  nüt  enttrünne»  Ir  werdend  sy  licbtlicb  ertöden, 
diewyl  ich  iren  künig  inn  minen  henden  bah.«  Do  die  Krysten 
Rnollauden  erborttend,  do  wettend  sy  innen  nach  yllen ;  aber 
der  heydJsch  kunig  sprach  :  »Ir  beren,  ich  bit  iich,  das  ir  ein 
benii^en  habend;  wann  sy  aiud  gnuog  überwunden,  ao  ich 
186  gfangen  bin;  sunders  gebend  innen  fryd  und  bringend  mich 
Karly.  Und  wenn  ir  sovil  bewegen  bringen  mögend,  das  er 
mir  die  gros  myssetbät  vert/.icht ,  so  ich  wider  inn  gothän 
hab,  so  will  ich  imm  nun  für  liin  gehorsanun  und  nndortbenig 


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79 

sin  mit  allen  trüwen.«  »Ry  miner  triiw,«  sagt  Ruolland,  »ir 
redend  rechte  »Es  ist  war,«  sprach  Anses,  »wir  wand  es 
gemn  thuon  nach  sinem  begeren.«  Alsogäbend  sy  den  heyden 
frydf  die  foorend  wyder  inn  ir  land,  deßglichen  och  die 
Krysten  mit  dem  heyd  EkK)rfaI.  Und  ryttend  sovast,  daz  sy  6 
gen  Paris  kämmend.  Do  Karly  vemam,  das  ßuoUand  kam 
nnd  die  heyden  überwanden  und  iren  kiinig  [bl.  196]  gefangen 
hat,  do  ward  er  yast  fro  nnd  reytt  im  engegen  und  enpfieng 
inn  mit  grossen  eren.  RuoUand  sprach  zuo  im:  »Her,  sänd 
da  Ecarfol,  den  band  wir  gfangen !  Er  hat  uns  gsagt,  er  well  io 
ein  Kryst  werden,  wenn  ir  im  vertzichen  wend,  und  öch  ghor- 
samm  und  underthenig  sin.c  »Vetter,  er  ist  nüt  fromm,c 
sagt  Karly,  »darumm  wyll  ich  mich  vor  im  hüetten.«  Karly 
gebot,  das  man  inn  gfangen  leytte  und  wol  bewart  wurde. 

Wie  RengQold  und  Magis  gen  Paris  reytten  uflF  den  i6 
roßlouff,   und    wie  Rengnold    durch   ein  huorig    und 
darnach  oueh  von  irem  wyrt  erkänt  ward,  und  wie 
sy  darvonn  kämmend. 

Demnach  als  Ecarfol  inn  gfäncknus  geleyt  was,  do  be- 
ruofft  Karly  den  hertzog  Anses  und  sprach  zuo  im:  >Waz2n 
dunckt  (ich  mines  vettern  halb?«  »Her,«  sprach  Anses,  »von 
ßuollanden  darflf  mann  wol  zesagen;  wann  syt  Krystus  gepurt; 
ward  nie  kein  sollicher  rytter  geboren.  Er  hatt  die  beiden 
überwunden  und  iren  künig  gfangen.  Hett  er  ein  guott  pfert, 
so  wurdend  ir  nut  vyl  fyenden  haben  ,  die  nüt  gnad  begeren  2i 
wurden.«  »Ich  bin  vast  fro;  aber  sagend  mir,  wo  man  ein 
guot  pfert  finden  möcht.«  »Her,«  sprach  Anses,  »wend  ir 
mir  volgen,  so  wyll  ich  üch  guotten  rätt  geben.  Land  uß 
rüeffen  inn  all  üwern  landen,  ir  wellend  utf  dem  Munt  Marder 
alle  pfert  gsächen  louflfen,  so  inn  üwern  landen  sind,  und  das,  so 
so  am  basten  louflFt,  das  werd  uwere  kronnen  gwtinnen  und 
funffhundert  marck  silber  und  hundert  syden  thüecher.  Also 
mögend  ir  das  best  pfert  erkennen  inn  uwerem  küngkrich  ; 
das  mögend  ir  dann  üwerm  vetter  kouffen.  Darnach  so  gebend 
all  üwern    fürsten    urlob    nutz    uff  Sant  Johannes    tag  nechst  35 


82 


Do  Anses  gsach^  das  sy  umm  sust  da  wärend ,  do  sprach  er 
zuo  Gergis:  »Her  tiergis,  der  keyser  thuot  ans  wie  den  naren 
und  halt  una  för  schlächt  und  für  liederlicb  lät,  das  er  uns 
hie  ]^üi  beliben  umm  sufct.«     »Her^t  sprach  Gergis,  >ir  sagend 

e  war.  Gott  verflüech  mich,  belib  ich  länger  da!*  Und  ab  «y 
ummkeren  wottend ,  do  luoget  der  hertzog  Anses  der  sträß 
nach  und  gsach  Kengnolden  nnd  Magia  korannen.  Do  sprach 
er  zuo  Feicker  von  Morilloa:  »Da  kommend  zwein  zeroi  da- 
har.c     Do  er  ey  eraach,  do  schrey  er  mit  lutter  stimm ;  »By 

10  miner  trüw ,  hie  kurapt  Rengnold.  Nun  mag  er  yetz  inn 
keinner  gstalt  enbtrunnen ,  das  er  nüt  zuo  Muntfalckon  er- 
hänckt  werd.«  >By  miner  trüw,«  sprach  der  hertzog  Anses, 
>ir  sagend  war;  wann  daz  pfert,  so  vor  anhar  gät ,  gsicht 
Bayarden  glich,  wenn  esder  farwb  were.t      Damit  nam  Feicker 

16  sin  sehwert  inn  sin  band  und  reyt  vast  nach  zuo  Rengnolden 
und  gsach  inn  an.  Und  do  er  gsach,  das  er  nüt  Rengnold 
was»  do  erschrack  er  und  reytt  wyder  bindersichi  und  Reng- 
nold und  Magis  rittend  für.  Do  Anses  gsach,  das  sy  für 
rittend,  do  reitt  er  gegen  innen    und  sprach  zuo  innen:    »Ir 

toheren,  wer  sind  ir  und  war  wend  ir?«  »Her,€  sagt  Magis, 
»ich  bin  von  Eperon  burttig  tind  beila  Josye,c  »Fründ,«  sprach 
der  hertzog  Anses,  »könnend  ir  mir  nüt  von  Rengnolden,  dem 
sun  Amon,  sagen?*  >Ja^«  sprach  Magis,  »by  miner  trüw,  er 
ist  zwen  tag   mit  nnfi  geritten  und  ist  nut   ein  rayl  wyt  von 

26  hinnen.*  Der  hertzog  Anses  sprach:  »Wer  ist  der,  der  mit 
uch  ritt  und  also  still  schwigt?  Ich  gloub,  er  hab  etwaz  boü 
imm  sinn,«  »Her,«  sprach  Magis,  *er  ist  min  sun  nnd  kan 
nüt  frantzösjsisßh  reden ,  wann  er  ist  im  nydern  Brettannia 
ertzogen    worden,«     Do  der    hertzog  Anses   dysse    wortt  ver- 

sostuond,  do  sprach  er  zuo  Rengnold:  »Gsell,  weystn  nüt  von 
Rengnolden,  dem  sun  ÄniouV«  Rengnold  sprach  zuo  im:  »Y 
ray  »cay  point  francois  en  Bretant  parier  cbual  a  Paris  cou- 
ronce  roy  Yon  draps  honiis  gaigner  niist^«  und  redt  also  sin 
sprach  wider  sins,  damit  und  inn  Ansea  nüt  erkantte  an  der 

86  red.  Do  Anses  Rengnolden  also  hört  reden ,  do  fieng  er  an 
lachen  und  sprach  zuo  im:  > Hundert  tussend  tütfei  band  dich 
guot  frantzössisch  g eiert  reden»  Ich  w*eyß  nüt,  was  du  sagst. 
Du  verglichest  dich  bas  einem  narren,  dann  einem  bischoff»* 


I 


I 


Damit  liefi  inn  Anses  mit  friden.     Also  rittend  s?  für  eoyast, 
das  Bj  gen  Paris  kämmend,     und  als  &j  tnn  die  stat  ryttend, 
do  begegnet  innen  ein  bodser  hüerrig^  der  bekant  Rengnolden; 
dammm  er  überlut  schrej :  »Hie  ist  Rengtiold,  der  siin  Ammon!« 
Do  die  lüt  das  erhorttend,  do  löffend  sy  harfün     Und  do  der  a 
böfi  schaick    sovyl  lütten    gsacb    kommen ,   do   ward   er  nacb 
fraffner  wann  vor  und  erwust  Bayard  bim  zoumra*     Aber  do 
das  Bayard    befand ,   do   huob   er   sine   vordem    füeß  tiff  und 
achloog  den    hüerrig   an  die    brüst,    das  er    im  sin    hertz  inn 
schtnog  nnd  tod  zuo  der  erden  fieL     Do  die  lüt  das  ersachend^  i^ 
do  fluchend  sy  wyder  inn  ire  bü^er.     Und  Bayard  gieng  für 
and.  Magis    im  nach ,    und    wurdend    nüt  bekänt.     Sy  rittend 
durch  die  «tat  nutz  uff  den  alten  merckt,  das  sy  kein  herberg 
überkommen  mocbtend ;  wann  die  wirt^büsser  warend  alle  voll 
Tolcks.    Des  sy  ser  erschtäckend.     Sy  wurdend  inn  eines  schuo-  i6 
machers  hus  beherbergt,  der  was  eines  bössen  willens,  wann 
er  sprach  zuo  Magis;   »Nun  sagend  mir,  wer  der  rytter  sig? 
Wer  er  elter,  dann  er  ist,  so  meintte  ich  inn  zerkennen ;  wann 
[  er  gsicht  Rengnolden,  dem  sun  Ammon,  glich. c     »Wirt,€  sagt 
Magis,  »er  ist  min  sun.«     »Warlith,«  sprach  der  wirt,   »üwer  ao 
'tun  ist  ein  scbönner  jungling;  aber  ich  gloub,  ir  fatzend  mich.« 
NuDD  gsachend ,    waz  Übels  Rengnolden  und  Magis  begegnet. 
Dann  als  Magis   mit   dem    wirt  redt ,    nampt    er  Rengnolden, 
»0,t  sagt  der  wirt,  »ir  band  mir  gnuog  gsagt;  er  ist  Reng- 
Dold  on  feiten,  der  Bercbtolden,  des  keysers  vetter«  ertodt  mit  15 
einem    schach.«     Do  Rengnold    dyis   verstuond,   do  zyttret  er 
von  büene    und  zog    f<in  scbwert  ulä    und    sprach:    »Wirt,  du 
hast  mißhandlet;    wann  ich  gsach   Renguolden  nye  und  weyß 
Döt,  wer  er  ist»«      »Sehwigend!«    sprach  der  wyrt,  »ich  kenn 
Äch  wol ;   wann  by    minem  liopt   so  sind   ir  Rengnold.«    Und  so 
wott  damit  uß  sinem  hui  loutfen.     Aber  Rengnokl   erylb  inn 
oiid  schluog   inn  mit   slnem  scbwert  durch  das  hupt,    das  er 
inn  spielt  untz  uff  die  zenn.     Do  daz  Magis  ersach^  do  ward 
er  vast  leydig   und  sprach:    »Keognold,    waz  ist  das?    Hastu 
die  sinn  verloren?  Gedenckt  got  niit  unser,  so  sind  wyr  ver^  3^ 
loren*«      »Ich  mag  sin  oüt^«  sa^zt  Rengnold;   »geh  wieß  gange,     < 
80  hat  dysser   sinn  Ion.«     Magis    gieng    schnell    inn  stal  und 
leiit  ßayarden  den  sattel  uff  und  hieß  inn  daruf  sitzen;  dar- 


84 

nach  saß  er   uff  sin  rappen ,    und  acUiedend  u&  der  herberg. 

Do  die  wirttin  und  ire  kinder  gsächend  das,  so  Rengnold  thln 
hat,  do  fiengend  sy  an  schryon;  aber  Rengnold  und  [bl.  198] 
Magis  rottend  so  schnell  hinweg,  das  niemmund  wuiat,  war 
i  Bj  kämend^  und  verstiesaend  sich  under  die  andren  nnd  wurdend 
nie  erkänt.  Sy  ryttend  untz  «uo  Sant  Marthis  thär,  da  be- 
Ubend  sj  die  nacht  an  essen  und  trincken. 


Wie  Rengnold  den  pryß  gwann  uff  dem  roßlouff'  und 
Karly  sin  kronn  hinweg  fuort, 

10  Do  es  tag  ward,  do  sassend  sy  uff  ire  pfert  und  wartlend 

des  kejsers  und  der  andren  heren.  Der  saß  uff  sitf  pfert,  und 
die  andern  heren  ach,  und  reyt  uff  Senna  inn  das  rietL  Keng- 
nold  und  Magi«  yltend  innen  nach.  Ond  Bayard  hanck  vaat, 
aber  Magis  hat  inn  mit  fly&  hincket  gniacht.     Do  der  keyser 

16  dahin  kam»  do  gebot  er,  das  sin  kronn  gseis&t  wurd  zend  des 
louffs  und  die  fönff  hundert  marck  Silber  und  die  hundert 
ßiden  tüecher.  Das  beschach.  Do  es  altes  gerust  was,  do 
sassend  die  rytter  uff  ire  pfert;  wann  niengklicher  vermeint 
das  best  pfert  zehaben*     Der  keyser  gebot  Anses,  Gergis  und 

SD  Gedellon  von  Peyern ,  das  Bj  gewapnet  rytter  netnmend  und 
das  louffen  wol  verwarttiud ,  das  kein  unflatt  bescheche  und 
keiner  dem  andren  unrecht  thett.  Das  beschach.  Die  ritter, 
80  öch  rännen  wottend,  fiengend  an  Rengnolden  besächen,  der 
nff  Bayard  saß^  der  vast  hanck,   und  Hengend  an   lachen  und 

26  einen  spotten  und  einer  zuo  dem  andren  sagen:  Ȇysser  wirt 
den  pryü  gewännen  und  die  kron.c  Etlich  sagtend :  »Hüettend 
üch,  das  er  ucb  nüt  schlache!<  Die  andren  sagtend:  »Erwyrt 
den  tilffel  gwilnnen.«  Ein  ritter  sprach  zuo  Rengnolden  :  *Ir 
band    im    recht   thäu ,    lieber  rytter ,    das  ir  ilwer    gnot  pfert 

10  har  bracht  band ;  wann  ir  werdend  den  pryß  gwilnnen.«  Reng- 
nold verstuond  die  ungeschickten  reden  wol,  so  man  über  inn 
sagt;  darumm  er  das  hertz  so  groß  hatt,  das,  wenn  er  nüt 
gfürt  hett  den  pryß  zeverlieren,  so  hett  er  ein  unflatt  angfangen- 
-     Darumra  er  sich    still  hielt,    daz  er    kein  wort  sprach.     Und 

8i  do  der  keyser  die  reden  verstuond,  so  man  zuo  Rengnolden 
sagt,    do  ward    er  yast   zornig   und    sprach   zuo  innen:    »Ich 


85 


büiten  üch  by  ?erlieriiiig  miner  hulde^  das  ir  keinem  rytter 
kein  untsucht  bewyssend;  wann  ich  wils  nut  gehept  haben.c 
Do  der  hertzog  Anses  und  Gergis  gsächend ,  das  zyt  was  ze- 
louff<^a ,  do  liesaend  ey  die  truniraetteii  blässen.  Do  fieng 
mengkl  icher  an  zelouffen.  Do  Kfagis  gsach  ,  das  yedernaatio  & 
läff,  do  saS  er  ab  sinem  pfert  und  entband  Bayarden  den  Fuoß, 
Bo  er  im  hinckei  gntacht  hafc*  Aber  ee  er  im  den  entband, 
wärend  diewyl  die  andren  vast  wyt,  Do  Rengnoid  gsach,  daa 
es  zjt  was  den  andren  nach  zelouffen,  do  stach  er  inn  Bayard 
ond  sprach  2uo  im:  »Bayard^  wir  sind  wytt  da  hinden.  Du  lo 
mochtest  wol  da  binden  beliben ;  dann  wirstu  nüt  der  forderst 
sin,  so  wyrstu  nachred  haben.«  Do  namm  Bayard  und  thett 
die  naslöcher  aflF  und  huob  den  kopfF  uS  und  strackt  den 
haJa  and  nam  sin  louf  so  starck ,  das  es  thuocht,  das  ertrich 
tittrette  under  im.     Er  erylt  sy  glich  und  für  lüff  sy  so  wytt,  is 

idas  man  inn  nüt  gsächen  raöcht  vor  dem  stonk     Do  die,  so 
den  louff  verhuottend,  Bayarden  gsächend  also  looffen,  do  er- 

^schräckend  sy  all  und  sprach  einer  s^uo  dem  andren:  »Luogend 
dem  wyssen  pfert,    wie   es   so   starck   loofft,   und   unlang  so 
hincket  gieng!  Eis  ist  warlich  daz  best  pfert.«     Do  Karly  das  a« 
gsach,  do  sprach  er  zuo  dem  hertzog  Richart  von  Normandia: 

[•Gsäcbeud  ir  ye  aovil  guotter  pferden  by  ein  andren,  als  hie 

'Bij3d?€  Richart  Sprach :  »Neiun,  her.  Aber  der  wyß  ist  innen 
allen  vor  geloffen.  Ach  gott,  wie  glichet  er  sich  Bayarden 
so  wol!  Wenn  er  not  wyß  wer,  so  seytt  ich,  er  werfi.  Der  ia 
inn  rytt,  ist  licht  und  kön.i  Rengnoid  bracht  sovyl  zewägen, 
das  er  alle  roJä  für  rantt*  Do  er  am  end  des  louSs  was,  do 
namm  er  die  krön  und  thett  sy  unim  sinn  armm  (das  galt  und 
die  »yden  ließ  er  liggen)  und  reytt  für  Karly.  Der  sprach 
zno  im  lachend:  > Lieber  fründ,  ich  bit  Üch,  band  still !  Wend  so 
ir  min  krön  haben ,  so  band  sy.  Und  will  üch  umm  üwer 
pfeft  90  grossen  schätz  geben  ^  das  ir  üwer  laben  lang  nüt 
armm  werdend,«  >By  gott,«  sprach  Rengnoid,  >dyß  reden 
werdend  üch  nüt  hälffen*  Nunn  hab  ich  üch  wol  betrogen; 
wann  ich  wyll  genn  an  andren  enden  kouffmanachatz  triben.  35 
Ich  halt  üch  für  kindtsch.  Ich  hab  üch  sotiI  malten  ertzürnt 
und  üwers  voicks  sovil  ertödt  Ich  bin  Rengnoid  ,  der  üwer 
hinweg  füert,    Suochend  ein  ander  pfert,  das  ir  RuoUauden 


86 


gebend;  dann  Bayard  wyrt  äch  nüt,  nach  öwer  krön  och.c 
Damit  stach  er  inn   Bayard    und   fuor   so   schnell    hinweg  als 

die  sträl.  Do  Karly  Rengnolden  Yerstanden  bat»  do  ward  er 
vast  zornig  und  achrey  uberlufc  :    tWol  nachar,  ir  heren,  wol 

B  nachar!  Wann  es  ist  min  fyend ,  der  snn  Amon  mit  dem 
stoltzen  gmüet«  Do  die  rytter  Karly  versfenondend,  do  stächend 
sy  inn  ire  pfert,  Rengnold  nach.  Aber  ir  nachylien  was  nmm 
sust;  wann  Rengnold  was  schon  so  wytt,  das  sy  nut  wnßtend, 
war  er  kommen  was.     Uengtiold  kam  an  die  Senna  und  reytt 

10  [bl,  199J  all  gmachest  dardurch  schwümmend;  wann  Bayard 
was  sinn  brüchig,  er  was  einest  inn  vyl  grosser  yll  dardurch 
geschwumnien.  Do  Rengnold  darüber  was,  do  saß  er  ab* 
Diewyl  kam  Karly  an  das  ander  ortt  und  sprach  zuo  Reng- 
nold: >0  Rengnold,  gib  mir  min  kronii  wyder!  Ich  will  uch 

ta  ssechen  mal  mer  gen,  dann  sy  wert  ist,  und  will  dir  zweyjSr 
fryd  geben,  das  ir  gen  Dordonna  mögend  rytten  üwere  muotter 
besächen,€  »By  gott,«  sprach  Rengnold,  »ich  thuon  nüt  nmm 
Äwere  red,  Uwere  kronn  wirt  üch  niemmer  mer ;  ich  will  sy 
verkonffen  und  niine  rytter  damit  betzallen.     Den  karfunckel- 

so  stein  muol^  niT  min  paJlast  gsetzt  werden ,  damit  und  inn 
mengklicher  gsächen  mog.*  Do  daz  Karly  verstuond,  do  wüßt 
er  nüt,  wa»  er  sagen  sott  von  zornn.  Demnach  saß  Rengnold 
ufF  Bayard  und  macht  sich  uff  die  sträfi  durch  ein  heimlichen 
strich,  durch  den  er  formallen    och  gerytten  was.     Do  Magie 

u  vernam  ,  das  Rengnold  über  die  Senna  was ,  do  reytt  er  von 
Paris  znnim  sebnellisten,  so  er  moeht,  Rengnolden  nach.  Und 
do  er  zuo  im  kam,  sprach  er  zuo  im:  »Vetter,  gedeock  ze- 
rytten;  dann  hie  zebliben  ist  nüt  unser  fuog.«  Do  Ällard 
gsach  sin  hruoder  und  Magis  kommen,  do  sprach  er  zuo  sinera 

aovolck;  »Wir  mögend  nus  wol  harfür  thuon;  ich  gsich  min 
brnoder  und  Magis  kommeu.«  »Ach,«  sprach  Richart,  »ich 
gsich  sy  inn  grosser  yll  kommen;  ich  gloub,  man  yll  innen 
nach.  Nun  land  uns  all  uff  unsere  pfert  sitzen ,  das  w^ir  sy 
entschüttend!*    Sy  spräcbend  all:    »Jä,<     Inn  dem  kämmend 

86  Rengnold  und  Magis  zuo  innen  und  sprächend:  »Gedenckend 
zeritten;  wann  lang  da  zebliben   möcht  uns  schaden  bringen. 


I 
I 


12  gescbwtintieii  ha. 


16  mögend  b«. 


87 


Ich  Vier  Karlys  krön,  die  halt  mir  Bayard  gewunoen.«  Dei 
Allard  ¥tist  fro  was^,  Sy  machten  aych  uff  die  sträß  tiud  ryttend 
soTasi,  das  sy  gen  Muntabant  kämmend;  des  die  frow  vasi 
fro  was.  Bengnold  sprach  zuo  sinnen  ryttern  :  »tisgieng  mir 
iibel;  wann  ich  ward  von  unserra  wirt  erkäntt,  der  wobt  & 
mich  verrätten  haben ;  aber  ich  zerspielt  im  den  kopfF.  Und 
kirnend  uü  sinem  büß  under  das  ander  Tolck.  Do  man  die 
tnimmetien  bliei,  das  man  louffen  sott,  do  luffend  wol  zwent^ig 
tusaend  pfert;  ich  beleyh  da  hioden  wol  eines  arm briistscbutz 
wyt,  aber  (gott  hab  lob!)  ich  für  rantz  all  ond  gwann  den  i» 
priS  nod  Karlys  kronn.t  Do  Rengnolden  rytter  die  mere 
Tcrstuondend,  wärend  sy  ?ast  fro* 


Wie  der  keyser  inn  Gastguunia  zog  mit  einem  grossen 

zSg  und  Kengnolden  und  sine  brüeder  inn  dem  schlos 

Muntabant  belegret. 

Hie  sagt  die  hystoria:  do  Rengnold  Karlys  kronn  ge» 
wannen  hak,  do  reyt  wyder  gen  Paris  und  sprach  zuo  sinnen 
fursten:  *lr  herren,  wie  mag  ich  mich  doch  ao  lleiignohlen 
rächen,  das  er  mir  min  kronn  genommen  hat?  Wann  er  ist 
also  gehertzt,  das  ersy  wirt  lassen  zerbrächen,  und  wyrt  den  so J 
karfnnckelstein  uff  sin  schloi  setzen  lassen  ^  damit  und  inn 
mengklicber  gsachen  mog;  das  mir  nun  ein  grosse  nacbred 
tin  wirt.«  >Her,<  sprach  Rnolland,  »wend  ir  üch  ao  lieng- 
nolden  rächen,  so  belegrend  inn  und  verherend  dem  künig 
Jobiins  sin  land.  Und  mag  er  gfaugen  werden,  so  straffend  s& 
ion,  das  es  ein  byspil  sig.c  >  Vetter,«  sprach  Karly,  ^es  muos 
also  beschechen*«  »Her,«  sprach  Anses,  »länd  vom  zorn ;  dann 
wend  ir  mir  votgen,  so  will  ich  üch  ein  semlichen  rätt  geben, 
das  ay  all  zerstört  werdend.  Her,  forschend  üwer  Fürsten,  das 
mengklicber  geru^^t  sig  zur  liechtmel^  uechst  kommend  nnd  ^o 
sich  mengklicber  mit  spis  yerseche  uff  sibeu  jär;  dann  ir 
wellend  so  lang  Tor  Muntabant  ligen,  untz  das  Rengnold 
g&ogen  wyrt.  Dann  so  mögend  ir  üch  an  im  rächen  nach 
Üwerm  willen.«  Do  Karly  des  hertzog  Anses  rätt  verstuond, 
do  sprach  er  zno  im:  »Anses,  das  ist  nüt  der  erst  guott  rätt,  .v% 


den  ir  mir  geben  hand*  Ich  will  im  also  thuon,*  Damit 
scliickt  er  hotten  inn  nll  sin  keysaerthiiom  jjebietten,  das  alle 
die,  öo  brüchig  werind  hämisch  betragen ,  wol  geriist  werend 
uff  die  liechtmeia  nechst  kdnfftit^  kommend  mit  spis  uff  eiben 

ß  jär  vor  Muntabaut  zebiiben.  Do  die  forsten  Karlys  will  ver- 
nämend ,  do  rüstend  sy  sieh  ziio  und  kämend  gen  Paris  und 
ertzöugtetid  sich  Karlj  nnd  Ruol landen.  Und  von  wegen  der 
grossen  zall  volcks,  so  dar  kämen d,  mochtend  sy  nüt  zuo  Paris 
beherbergen,  aunders  herbergettend  sich  iun  Seona.    Do  Karly 

w  gsach,  das  all  sin  forsten  kommen  wärend,  do  hies  er  sy  für 
inn  kommen  und  sprach  zun  innen :  »Ir  heren ,  ir  wüssend 
wol,  wie  ich  fiertzig  künig  errobert  hab,  die  mir  ghorsamy 
bewissend,  an  allein  der  könig  inn  Gastgnnnia,  der  uffenthalt 
die  fier  süti  Amon.  Und  ir  wüsseud  wol  die  gros  unneer,  die 
iiAsy  mir  bewyssen  band;  des  ich  mich  gegen  Üch  erklag,  und 
bit  üch»  das  ir  mit  mir  wellend  konmien  mir  hälfFen  min  scbniäch 
und  schaden  rächen;  wann  ir  sind  es  schnldig.c  Do  sprach 
Doon  von  Nantueyl :  »Her,  wir  werdend  uff  dys  [bl.  200]  mäU 
nüt  züchen,  dann  wir  mögend  nüt.     Ir  wüsgend  wol,  das  wyr 

j0  kiirtzlich  ulä  Hyspanuia  kommen  sind ,  darmnm  wir  nach  all 
müed  sind ;  darzuo  sind  inn  disser  gselschafft  vyl  füraten  und 
heren,  die  nach  nüt  inn  Iren  landen  gewelat  sind  by  iren 
frowen  und  kinder,  Ond  ir  wend,  das  wir  inn  Gastgunnia 
zücbend  wydor  den  küoig  Johaus  und  wider  die  fier  siin  Ämon, 

16  Ich  sag  üch ,  das  mir  die  zwo  wunden  ^  so  ich  inn  Hispannia 
entpfangen  hab,  nach  nüt  gnessen  sind,  daruram  ich  yetzmäl 
nüt  rytten  mag.  Und  darumm  ertzöugend  üch,  das  ir  üwer 
volck  lieb  habend:  vertzüchend  nntz  uff  Pfingsten  und  gebend 
allen  fürsten  urlob,  das  sy  heimm  ryttend  ein  wenig  ruowen. 

«0  Wenn  dann  zyt  wirb  zekommen ,  so  wirt  mengklicher  mit 
guottem  wyllen  kommen  und  mit  üch  inn  Gastgunnia  züchen 
oder  an  andere  end.«  Do  Karly  dyßse  red  verstuond,  do  ward 
er  vast  zornig  und  sprach:  »Und  sott  ich  enÜierpt  werdeu, 
so  will  ich    dennecht    inn  Gastgunnia   züeben.     üod    will  all 

15  min  jung  kriegßvolck  mit  mir  nemmen,  die  wyll  ich  vast  er- 
lich  ZOO  rüsten  und  innen  geben,    wes  sy  bedörffend ,  sytmäl 


I 
I 

I 


18  werdendl  wendend  hs, , 
30  wesj  WZ  liB. 


verquickung  von  Verdend*  und  'wend*. 


80 


and  ir  niQed  siüd.«  tHer,«  sprach  Anses,  »ir  sagend  recht; 
ivann  die  jungen  werdend  all  frölich  sin  eich  zeversiiochen.« 
lÄlso  will  ich  6ch,<  sagt  Karlj,  »Der  kilnig  Johans  niuos 
von  innen  verjagt  werden;  so  will  ich  dann  Gastgiiiinia  den 
jungen  rytter  geben. €  Und  als  Karly  dysse  wortt  redt,  do  » 
was  ein  specher  da,  Aer  gehört  RengnoMcn  zuo;  der  hört  alle 
dysse  wort.     Und  do  erß  als  wol  verstanden  hat,  do  kam  er 

Igen   Muntubaut   zno  Rengnoldeii    und    sprach    zuo  im:    »Her, 
^ussend^  da»  Karly  vasfc  zornig  über  den  könig  Johans  ist  und 
über  ücb,  üwere  brüeder  und  Magis.     Er  hatt  all  sin  keysser-  lo 
tfauomb  gemant  und  all  sin  underthanneu,  aber  es  hat  niemmen 
firellea   kommen.     Er  schwuor,  er  wett  nun  die  jungen  rytter 
mit  im  nemmen,   deonen  wett  er  das  gantz  Land  Gastgunnia 
geben. c     Kengnold  gieog  iün  sal ,    da  faud    er  sine  bruodeni 
und  Magis  by  sinen  rittern  und  sprach  zuo  innen:   tich  bring  i& 
öch  nuwe  mere.     Wüssend,    das  Karly    ans    kompt  belegren, 
und  bringt   mit  im   all  sin   macht,     Enthertzigcöd    öch    nüt! 
Ich  will    gsaeben,  wie  sich  Ruolland  und  Ollyfier    wider   uns 
halten  wellend.     Nun  gedenckend^  das  wir  sy  manlichen  eni- 
pfichend!«     »Bruoder,«:    sprach  Ällard,    >hab    kein  sorg,    sy  ao 
müessend  entpfangen  werden.«      Üiewyl  gedacht  Karly  an  den 
rätt^   80  im  Anses  geben  hat,    und  beruofft  sine  forsten  und 
sprach:  >Ir  herreu,  ich  gib  uch  urlob  und  sagen  uch,  das  ich 
tno  Ostern  gmeinnen  rätt  haben  will;  darumni  luogend  ,  das 
ir  kommend.     Dann  ich  will  den  künig  Johans  besächen,  und  u 
^tpi  er  mir  die  fier  siiu  Aman  nüt,  so  will  ich  im  sovil  schmach 
''«nthuon^    das   es    ein    Jammer    sin    wyrt.«     Nach    dysser  red 
Dämmend  die  beren  urlob  und  rittend  inn  ire  land.     Und  im 
nrlobnemmen  sprach  Karly  zuo  innen:  »Ir  heren,  gedenckend 
uff  die  zytt  wider  zekommen  ,  als  ich  ücb  gsagt  hab!    Wann  bo 
Seh  sagen  uch  zuo,  das  dennen,  die  nüt  kommend,  kumm  ich 
wider  u&  Gastgunnia,    min  zuokunfft  iiingedenck  sin    muoß.« 
Ryehart  reitt  gen  Norniandia,  Halojuon  gen  Brettanuia,  Göd- 
frid  gen   Avignon  und    Hug    der  alt   und    die  andren    all  yet- 
Ucher  inn  sin  land,     Do  nun  die  zyt  hie  was  wider  zekommen,  sä 
do  rust    sich    mengkltcher    zum    basten,    so   er    mocht     Zum 


322  Aiuw]  t. 


90 

alter  ersten  kam  Richart  von  Normandia  mit  schönner  rjtter- 

ßchaft  und  preaentiert  sicli  Karly,  Demnach  kam  Salomon 
von  Brettannia  mit  schtjnner  gselschaftt.  Darnach  kam  Dessiers 
nla  Hi&pannia  und  brächt  mit  im  vy\  wolgerüster  rittern  und 

tt  die  bast  gerüsten  inn  allem  zug.  Demnach  kam  der  gr&flF 
Gödfrid  von  Ävignon  und  brächt  mit  im  all  sin  vermögen. 
Darnach  kam  Biirthole  utä  Tütschland  mit  sehönner  gselschafft; 
wann  er  brächt  mit  im  die  Xi&  Yrläland  und  wol  tussend  guotter 
schlitzen,    welh'che  amm  den  tod    nüt  geflochen  werind ,    und 

10  presentiert  die  Karlj' ;  der  entpfieng  sy  erlichen.  Demnach 
kämm  der  bischoff  Türpin  inn  schönuer  gselschaft,  der  pre- 
aentiert steh  Karly ;  der  was  sin  er  zuokunft  vast  fro,  wann  er 
was  ein  frommer  man.  AUe  die  forsten  und  heren ,  die  ire 
land  von  Karly    inhattend,    kämmend   gen   Paris  und  preaen* 

16  tierkend  sich  Karly;  der  entpfieng  sy  mit  grossen  fröuden.    Ii^  fl 
flond  wüssen ,    do  der  züg  versamlet  was  ,   das  es  so  thÜr  zuo 
Paris  was,  das  es  ein  erbermd  was;  wann  ein  me&  koru  galt 
fiertzig  tertsch    und   zwentzig    haller.     Und    wer   der   keysser 
länger  da  beliben,  so  were  das  gmeinn  volck  hunger  storben. 

20  Aber  der  keyser  fieng  an  mustern,  zevernenimen,  wie  vil  volcks 
er  hebt»  Und  do  er  gemustert  hat,  do  fundend  sy,  das  er  wol 
tryssig  tnsaend  gebartten  ryttern  hat  an  die  jungen ;  deren 
wärend  wol  hundert  tussend.  Demnach  beschickt  der  keyser 
Hurdlanden    und    sprach  zuo   im:    j^ Lieber  vetter,    ich  befilch 

16  dir  njiu  züg  und  bitt  dich,  das  du  inn  ordenlichen  füerest.c 
»Iler.c  s]>riich  Huolland,  »ich  wiü  min  vermögen  thuon.t  Er 
hies  im  den  Loriflann  geben  uud  scliied  von  Paris.  Und 
ryttend  sovast,  das  sy  gen  Bläß  kämmend.  Karly  Hei  u& 
röeffen ,   das  mengklicher   spis   zuo  fuortte   und  trüegend  inn 

so  das  läger,  und  waz  eines  hallers  wertt  were,  daramm  müefit 
innen  zwenn  werden,  Sy  kämen d  über  Geronda.  Und  do  sy 
darülier  wärend,  do  machteud  sy  ein  Ordnung  und  zugend 
gegen  Muntabant  und  leyttend  sich  darunim.  Die  Frantzossen 
fiengend  an  einer  zuo  dem  andren  sagen:  »By  minem  eyd,  das 

15  ist  ein  Test  schon  schlos!  Gwünnend  wir  nüt  anderächwann, 
hie  werdend  wir  wenig  gvvünnen*'i.     Do  die  huffeo  umm  Mun 


Id  zwentig  hs. 


91 

tabani  geordoet  wärend,  do  sprach  RuoUand  zuo  Karlj  :  »Her, 
mich  duBckt,  wir  sollend  stilrnitneQ.«  Karly  sprach:  ^Nach 
DÖt;   wann  ich  will  vor  wussen,   ob  sy  sich  ergeben  wellend 

I  oder  nüt.     Dann  wend   sy  sich    uff  geben  ,    so   fcarff  man  nüfc 

'▼yl  «tryttens.c     Er  schickt  aitier  ryttern  einer  gen  Muntabfint,   6 
der  saß  uff  einem  essel  ungewapnet   Und  kam  an  das  tbär  des 

|Bchloss6s.  Da  ward  er  inn  gelassen  und  ward  für  [bL  201] 
Rengnoldeo  [gfüert],  Do  inn  der  rytter  gsach,  gruotzt  er  inn 
und  sprach  zuo  im:  »Rengnold,  der  keysser  enbüt  uch  by 
uiirr  wenn  ir  ücb  nff  sin  gnad  ergeben  wellend  und  ira  uwern  »o 
bmoder  Richard  gebend,  mit  im  nach  sinem  willen  zeläben  * 
und  wenn  trs  nüt  thuon  wend,  so  will  er  üch  mit  gwait  dar 
ZOO  bringen  und  üch  schantlichen  köden  lassen,«  Do  Reng- 
nold  den  rytter  Terstiiond  ,  do  lacliet  er  und  sprach  zuo  im : 
»Lieber  fründ,  sagend  Karly,  ich  sig  not  der  mann,  der  ver- m 
rettery  begang;  wenn  ichs  thett^  er  wurd  mich  selbs  darumm 
acbälten.  Aber  ich  bitte  inn,  das  er  uns  begnade  ;  so  wellend 
wir  im  ghorsatnm  sin  und  inn  für  unsern  rechten  heren  haben, 
darzuo  im  das  schlos  übergeben  inn  sinnen  gwalL  Aber  ver- 
rächtet  er  uns,  so  vertniw  ich  gott  so  wol,  das  er  uns  beholffen  ao 
81U  wyrfc.*  Do  der  rytter  Reugnolden  antwiirt  hat,  do  reytt 
er  Ton  stund  an  wyder  zuo  Karly  und  ertzalt  imm  Rengnolden 
mtinung  von  wort  zuo  wort  an  feilen.  Do  Karly  Rengnolden 
antwurt  Terstuond,  do  besiutt  er  sich  lang;  wann  er  bekant, 
im  er  nüt  dann  gnotz  sagt.  Er  beruoft  uff  das  den  hertzog  n\ 
Ao^es  und  Uergis  und  sprach  zuo  innen:  >Ir  heren,  Kenguold 
enbüt  mir,  er  wells  nüt  thuon.  Und  ulä  der  selbigen  ursach 
will  ich,  das  man  das  schloß  stünnnie  von  stund  an,<      »Her,« 

I  sprach  Anses,  »mich  dunckt,  als  ich  yerstanden  bab,  Rengnold 
habe  ein  erliche  antwurt  geben.  Ich  rätt,  ir  nemmend  sy  iiffuD 
gnud  üf;  wann  sy  mögend  üch  nach  erlichen  diennen  und 
werdend  dester  mer  entsässeu.  Aber  diewils  üch  nüt  liept, 
80  könnend  wyr  nüt  darfür.  Das  schlola  zestürmuien  rätt  ich 
nut;  dann  es  ist  vest  und  starck,  und  wüssend,  wer  darinn  ist 
Land  irlä  stürmmen ,  so  werdend  sy  hinufa  fallen  durch  die  w 
heimlichen  end  und  üch  grossen  schaden  thuon,  des  ir  leydig 


11  s,  mim. 


92 


werdend.  Aber  wend  ir  mir  volgen ,  m  belegrend  das  schloß 
so  nach,  das  kein  mentscb  weder  hinuß  nach  hininn  kommen 
mög^  er  werde  jrfangen«  Also  mögend  ir  das  schloß  gwuaen 
durch  hiinger ;  änderst  wirt  es  üch  nüt«     Karly  erkant  wol, 

B  das  Anses  witilich  redt,  und  sprach  zno  im;  »Ich  will,  das  im 
also  bescliäch,  wie  ir  ertzelt  band.*  Also  ließ  er  inn  all  sinem 
her  nß  rüeflen,  das  sich  mengklicher  zennechst  an  das  schloß 
legertte.  Er  ließ  im  selbs  sin  stelt  och  nf  achlachen  zenechst 
au  das  thär.     Do  das  j^erÜefft  ward,  do  bettend  ir  in  kurtzer 

ii>  zyt  raer  dann  zechen  tussend  zelten  unim  das  schloß  Mnntabant 
gsachen  nff  scblachen,  Do  der  gantz  züg  beherbergt  was,  do 
schied  Ruolland  iiß  dem  läger  mit  zwey  tussend  manlichen 
wol  ge wapnetten  rittern  uü  dem  rechten  Kranckrich  und  reyt 
nÖ*  die  ander  sytten  an  Muntabant  im  ein  end,  das  hieß  Bal- 

16  lantzon ;  das  was  ein  ander  waaser  gros  und  tuff ,  inn  dem 
wärend  vyl  visch.  Da  ließ  er  sin  zeltt  ufF  scblachen  nnd  was 
so  gar  voll  hoffart,  das  er  sin  traeken  ließ  uff  sin  zeit  setzen. 
Und  ließ  all  sin  er  gsellen  zälten  umm  sine  ufschlachen,  Sy 
wärend  an  einem  end,  da  sy  das  gantz  bind  gsächen  mochtend 

so  und  die  zwey  wasser,  so  Mnntabant  n  mm  geben  hattend»  näm- 
lich Dordonna  und  Gyrunda,  Do  Ruolland  das  end  so  vest 
gSHch ,  do  verwundert  er  sich  darab  und  sprach  zuo  sinnen 
gsellen:  »Ir  heren,  ich  verwundern  mich  nüt,  daz  die  fier  sön 
Amnion    min    vettern    bekriegend,    diewil    sy    so   ein  guotten 

86  nnderschlouff  band.  Ich  glonb  nut,  das  wirß  erroberend.c 
»Gsell  Ruolland,«  sprach  Ollyfier,  »dn  hast  unrecht;  wann 
wir  gwunnend  doch  Lossanna  mit  gwalt  und  wnrtfend  nyder 
den  grossen  thurn  Dennobla.  Und  darumni  sag  icb,  Muntabant 
werde  uns  woL     Und  wenn  sich  Rengnold  und  sine  brüedern 

$0  nüt  ergebend,  so  wirt  es  innen  übel  ergän.^  »Ich  sagen  dir 
zuo,  das  sy  es  nüt  thuon  werdend,«  sprach  RuoUund,  »sonders 
werdend  uns  semliche  forcht  machen»  das  die  aller  maolicheaten 
zuo  Paris  begerttend  zesinn.  Rengnold  ist  manlich  und  wyfi, 
deßglichen    sine    briledern    uch ,    und    band  manlich  rytter  by 

sa  innen.  Darumm  ich  sag  und  weyß,  das  sj  nüt  erroberet 
werdend»  diewyl  sy  spis  band.« 


31  werdend]  aua  pWyrV  gebesaert  hs. 


4 
4 

^ 

I 


Wie   Rnolland    mit  sinnen   gsellen   uflf   die    weydnig 

reytt,  und  Rengnold  diewyl   uß  Muntabant  fiel  und 

innen  grossen  schaden  thett. 

Do  Roollanden  zeit  nff  geschlagen  was,  do  besach  er  das 
Wasser  and  gsach,  das  voll  vöglen  was.  Do  sagt  er  zao  Türpin :  ft 
»Her,  gsachend,  wie  wir  so  an  einem  gnotten  end  h'gend; 
länd  uns  gen  weydnyen  mit  unsern  falckenlc  »Her,€  sprach 
Türpin«  »so  gänd  im  nammen  gottes.c  Also  saä  Ruolland  uff 
sin  pfert  und  namm  mit  imm  trissig  der  fürnnemisten  heren, 
und  n&mmend  ire  faicken  und  ryttend  der  mererteyl  unge-  lo 
wapnet,  allein  ire  schwertter,  an  das  wasser.  Da  fiengend  sy 
sovil  TÖglen,  das  sy  ein  sonmm  latiend.  Tärpin  und  Gergis 
rittend  nüt,  snnders  belibend  das  läger  verhüetten.  Und  warend 
Tor  iren  zelten;  da  ertzalt  innen  ein  alter  rytter,  wie  Troya 
die  gros  gwunnen  und  zerstört  ward.  Diewyl  schickt  Reng-  i6 
nold  ein  specher  inn  RuoUanden  läger,  zevernemmen  sin  thuon. 
Do  der  specher  di£  [bl.  202]  alles  gsächen  hat,  do  karom  er 
wyder  zno  Rengnold  und  ertzalt  imm,  wie  Ruolland  und  Ollyfier 
ufiP  die  weidnyg  an  das  wasser  gerytten  wärend  mit  tryssig 
ryttern.  Der  nieren  was  Rengnold  vast  fro  und  beruofft  sine  20 
bruodern  und  seyt  innen,  wie  Ruolland  und  Ollyfier  und  trissig 
der  besten  ryttern  uff  d weydnig  gerytten  wärend  uff  die  wytte 
Ballantzon  an  das  wasser.  »Vetter,«  sprach  Magis,  »wir  mögend 
sy  wol  ummbringen,  wenn  wir  wend ;  dann  sy  sind  vast  hoch- 
ferttig.  Ist  es  dir  ingedenck,  das  dir  ein  bott  seytt  by  einem  as 
mänott,  das  Karly  die  alten  ritter  da  heiraman  gelassen  hett 
und  hett  nun  die  jungen  genommen,  dennen  hett  er  das  gantz 
Gastgunnia  uä  teylt.  Durch  disse  ußteyllung  sind  Ruolland 
und  Ollyfier  inn  so  grosse  hoffart  gestigen  ,  das  sy  vermeinend, 
inn  aller  weit  sig  kein  mentsch,  der  sy  torff  angriffen  nach  30 
ansächen.  Aber  wend  ir  mir  volgen,  so  wend  wyr  sy  zornig 
machen.«  Rengnold  ließ  sin  hörn  blässen.  Das  bließ  man 
niemer  on  ursach;  dann  wenn  man  es  bließ,  so  wapnet  sich 
mengklicher  yllentz.     Do  yederman   gewapnet   was,   do   saß 

* 
5  Wässer  hs.  83  niemer]  aus  »nttf  gebessert  bs. 


94 


Rengnold  uff  BayarJ,  der  thett  ein  sprung  wol  trissig  schuoch 
wyfc;  daruach  sprach  er  zuo  sinem  volck;  »Ich  byt  üdi,  dag 
ir  öch  80  man  lieh  haltend ,  das  wir  nüb  zweymäl  imimhar 
jiiüessend.«      Nach    dysser    red    ritteiid    sy    hinuß    durch    den 

&  heimlichen  gang.  Und  iren  was  wol  fier  tuasend.  Sy  kämmend 
den  neclisten  gen  Ballantzon.  Do  Rengnold  Ruollanden  zelten 
ersach,  do  sprach  er  äuo  sinem  ?olck:  >lr  heren,  waz  schönnen 
gwünß  ist  hie!  Wenn  wir  inn  torffend  angriffen,  so  glonb  ich 
nüt,    das   wir    s^o    nütsöllend    werend,    das  wir   inn  dähinden 

10  lassend;  dann  unsere  fyend  wurden  unser  spotten,«  »Her,« 
sagtend  die  sinnen,  »länd  uns  maolich  rytten  !  Dann  wir  torfflend 
den  tüffel  angriffen,  wenn  ir  by  uns  sind. c  Ich  will  üch  von 
dem  ertzbischoff  Turpin  sagen,  der  beliben  was  das  läger  be- 
waren.    Der  forcht  im  übel,  dann  er  wti§t  wol,  mit  wemni  er 

16  zeschaffen  hat;  darnmni  er  inn  grossen  sorgen  wa.^,  das 
Ruolland  nach  Olliffier  nüt  inim  läger  wärend.  Er  gsach  die 
kräyen  und  tnllen  ob  der  vesty  fingen  ,  die  fuortend  ein  groß 
gschrey ;  dardnrch  er  im  übel  entsaß  und  vermeint,  es  werend 
ire  fyend.     Er  luogt  ängferd  durch  das  hoUz  und  ersach  sine 

Äo  fyend,  des  er  ser  erschraek.  Er  ruofft  Gergis  und  sprach  zuo 
im:  »Her,  unim  gotz  willen  wapnet  üeh ,  dann  unsere  fyend 
sind  hie!«  Do  üergia  Türpin  verstuond,  do  ward  er  vast  zornig 
und  gieng  inn  sin  zeit  und  lielä  sich  von  stund  an  wapnen 
und    ließ    uff    blässen»     Do    die    Frantzossen    die    trnmmetten 

»6  hortend  blässen,  do  staltend  sy  sich  redlich  inn  Ordnung. 
Diewil  ward  Gergis  gewapnet  und  sali  uff  siu  pfert  Broffnrt. 
Do  fand  er  schon  ein  teyl  des  lägers  gewapnet  Gergis  sprach 
zuo  innen:  »Ir  heren*,  gedenckend  üch  manlichen  zeweren, 
dann  unsere   fyend  sind  biet«    Kengnold    erschraek  übel,    do 

10  er  hört,  das  sich  daz  läger  rodet.  Er  sprach  zuo  sinem  volck: 
Ar  bereu  ,  man  ist  unser  innen  worden.  Nüb  dester  minder 
wend  wirß  angryffen.«  Das  gfiell  innen  wol*  Rengnold  sprach 
zna  MttgisT  »Min  vetier,  nim  tussend  ritter  und  belib  inn 
dissem  boltz,  und  wenn  du  gsichst,    das  wir  hilff  noiturfftig 

w  sind ,  so  kumm  uns  entschütten. t  »Gern,«  sprach  M^is. 
Demnach  stach  er  inn  Bayard  und  reytt  über  Ballantzon, 
Und  der  erst,  der  im  begegnet,  das  wavS  Amery,  der  gräf  zuo 
Mickol;   den  stach  er  mit   sinem  sper   durch  den  üb,    das  er 


I 


96 


lod  «HO  der  erden  fiel,  und  Rengiiold  sprach:  »Unglück  hat 
öch  inn  Gasigunnia  gföert.c  Uemnach  zoch  er  sin  schwert 
u6  und  scfalnog  sovyl  ryttern  nyder ,  drts  es  ein  wunder  was. 
Do  Rengnold  die  fyend  so  erschrocken  gaach,  do  sprach  er; 
»Wo  lat  Ruolland?  Wenn  er  sich  edel  uampfce  vor  mir,  ich  6 
wett  im  ertzeigen,  das  er  nüt  war  seytte.t  Do  sprach  Türpin 
sao  im:  »Du  sagst  weder  war  nach  recht.«  Und  sporet  durnit 
sin  pfert  gegen  Rengnold,  und  er  gegen  imni ,  also  dav;  ire 
sper  zerbrechend.  Rengnold  namm  sin  schwert  und  gab  im 
ein  80  hertten  streich ,  daz  sich  roJI  und  mann  bog.  Und  lo 
Rengnold  sprach  zuo  im:  »Vatter,  sind  ir  der  Törpin ,  den 
mao  M>  wol  rüempt?  tiy  miner  trüw,  üch  were  baiä  inn  üwern 
pamlinen ,  dann  das  ir  harkonimen  sind  mich  zeschedigen  !< 
Do  Türpin  Rengnolden  verstuond»  do  wott  er  unsinnig  werden 
Qud  nam  sin  schwert  nnd  rantt  uff  Rengnolden.  Inn  dem  i& 
grjffend  bed  huffen  ein  andren  an.  Da  wurdend  sovyl  rittern 
gfelt,  Terwont  und  ertödt,  das  es  ein  groß  erbermd  was  ze- 
aaehen«  Inn  dem  kam  Gergis  von  Theunemarck  uff  Broffurt, 
[da»]  achweri  inn  der  band,  und  scbluog  Kicbard,  Rengnolden 
bruoder,  also  das  sin  pfert  zuo  der  erden  fiel,  und  imin  fiel  ao 
8tn  hälm  ab.  Richart  stuond  schnell  uf  und  zog  sin  schwert 
ofi.  Und  Gergis  rejtt  für  und  schrey :  »Mnntjoya,  Sant 
Deojssinsic  Do  Rengnold  sin  bruoder  Richart  ze  fnoß  gsach^ 
do  ließ  er  Bayard  gegen  Gergis  louöen  und  gab  im  ein  sem- 
I liehen  streich,  das  er  zuo  der  erden  fiel.  Do  er  inn  am  herd  ^ 
igsach,  do  nam  er  Broffurt  by  dem  2u<^el  und  sprach  zuo  im: 
»Gergis,  du  hast  übel  getbän,  das  mir  min  bruoder  gfelt  hast. 
Do  wejst,  das  du  min  nacher  fründ  bist  und  uns  beschirmen 
fotteat  wider  mengklichen ,  und  du  tbuost  uns  mer  zeleyd 
dann  ander,  das  du  nun  not  thuon  söttest.  Nüt  desterminder  so 
nim  din  pfert;  dann  nach  verdiennen  bab  ich  dir  gelonnet. 
Ich  gib  es  dir  wider,  also  das  du  mir  diennest  ein  ander  mal, 
wenn  ich  sinn  bedarff.*  »Vetter,«  sprach  Gergis,  »ich  ?er- 
heyssen  es  dir.«  Rengnold  gab  im  sin  pfert  wider  und  huob 
im  den  stägreiff^  do  er  uff  sai.  Gergis  gab  Rengnolden  dar-  ss 
inach  den  Ion  im  felssen  Muntbrant,  als  ir  hören  werdend. 
Do  Gergis  wider  zeroß  was,  do  zog  er  sin  schwert  ula  und 
kam  under  die  Gastgunner,  also  das  sy  all  vor  imm  fluchend. 


Do  Magia  gsach,   das  es  zyt  was,   do  fuor  er    uü  sinem  hi 
über  Ballantzon  und  rantt  also  under  die  Frantzossen,  daa 
die  flucht  namniend,  und  die  Gatst^iiimer  jagtend  innen   nac 
Demnach  ryttend  sj  wider  iiio  daa  läger  und  namraeud  all 

5  das,  so  sy  darinn  fnudend*  Magis  kam  inn  RuoUanden  zt 
und  nnrani  [bl.  203]  den  tracken^  der  uff  der  zeit  stuond.  Ui 
rytteod  wider  gen  Mnntabaut  mit  grossen  fröuden.  Mag 
satzt  Ruollanden  traeken  uif  den  grossen  thurnn  zuo  Muntabat 
Do  Karly    den    traeken    gsach ,   do  meintt   er,    [iuollaiid  hc 

10  MiHitabant  mit  gwalt  gwunnen;  aber  es  was  änderst  ergange 
Nun  wend  wir  von  Ruoilaud  und  Ollifier  sagen.  Die  kararoei 
von  der  weydnig  ab  den  wassern  mit  iren  gsellen  und  kämniei 
fröli{»-h  däbar,  dann  sy  hattend  vyl  vöglen  gfangen.  und  e 
sy  ab    der   weidnig  kämmend,    begegnet  innen   Uambolt,    d 

lö  fry  ritter;  der  sprach  mo  innen  mit  grossem  zorn:  »Ir  hai 
gnuog  vöglen  gfangen ,  her  IluoUand  und  ir,  Üllyfier.  G 
denckend,  daz  ir  giiot  kouflüt  aigend^  das  ir  üwern  fang  w 
verkoiiÖVnd !  Dann  ich  gloab  nut,  das  ir  uwern  fang  so  th 
verkoutiVn  werdend,  als  er  iich  kostet»     Hand  ir  vögel  g fange 

30  so  hat  uch  Kengnold  und  sine  brnodern  rytter  und  pfert  € 
tödt  nnd  gfangen ;  dann  uwer  triick  ist  uff  dem  thurn  z 
Muntabant.  Des  ir  vast  fro  sin  sond  und  den  fler  sun  Am< 
guotz  darumm  sagen.*  Do  RuoUand  dysse  wort  verstuor 
do  fält  es  wenig ,    er  were    von    sinnen    kommen.     Er  saß 

3b  sinem  pfert  nff  einen  stein  und  fieng  der  sach  an  nach  sinne 
desgltchen  ODifier  Och.  Do  im  RnoUand  ein  will  nach  g 
sinet  hat,  do  beruoft  er  den  bischoff  Türpin,  Ciergis  von  Tenn 
marck  und  liicbart  von  Normandia  und  sprach  zuo  innen:  » 
herreu,  umm  gotz  willen  rättend  mir  ufF  disse  thät !  Ich  da 

aa  not  mer  für  Karly  kommen  ;  ich  furcht,  man  Rage  im  andei 
dann  die  warheyt.  Und  syt  das  mir  d isser  nnfal  zehand 
gangen  ist,  will  ich  nüt  mer  mit  den  Krysten  kriegen.«  »Hei 
sprach  Türpin,  »enttriehtend  üch  nüt!  Wann  das  ist  krie 
gwonheit:    einest   gätfe    es    eim    übel  ^    änderst    woL«      iHei 

»sprach  Ruoüund»  »ir  gebend  mir  guotten  rätt  nnd  mnot,  u 
will  mich  nff  üwer  meinnung  stillen.«  Türpin  und  Ger( 
brächten d  aovil  ze wägen,  das  er  wider  uff  sin  pfert  saß ,  n 
ryttend  mit  ein  andren  inü  läger.     Es  yltend  Kuollanden  u 


97 


dann  haodert  edelman  nach  zefuofi,  die  haitend  ire  pferfc  ver- 
loren. Sj  riiteod  ion  des  hertzog  Anses  zeU;  da  belibend  sy 
Ewen  tag,  das  »y  nüt  xehäf  torfi'tend  kommen,  Diewil  Riaol- 
hnd  und  Üllifier  Ion  des  hertzog  Anses  zeit  wärend,  rejit 
Törpin  ZUG  Karly  inn  sin  zeit  Er  gruotzt  inn  vast  erlichen.  & 
Der  kejser  dancket  im  und  sprach  zuo  itn:  »Her  Törpin, 
atiid  gott  wilkominen!«  »Her,«  sprach  Türpin,  »gott  sig  üwere 
hoott  ßch  battend,  das  üch  geliebe  mir  zevertzichen,  wenn  ich 
etwas  sag,  das  üch  mysfalt.«  »Sagend,  waz  ir  wend,«  sprach 
Rarly.  >Her,€  sprach  Türpin,  »wüssend,  das  uns  die  fier  sün  »o 
AmoD  überwunden  band  und  genommen  all  unser  hali  und 
band  Tyl  gfangnen  hinweg  gfüert  und  der  mererteyl  unsers 
Toleks  ertodfc.  t  Do  Karly  den  bischoff  Turpin  verstuond,  do 
was  er  ein  guot  wi),  als  ob  er  toub  were,  und  sprach  zuo  Tiirpin 
mit  grossem  zom:  *Nun  band  ir  das  funden,  so  ir  gsuocbt  ** 
band,  das  ht  hoffart ;  die  band  ir  eben  recht  funden.«  Karly 
bemofft  von  stund  an  sinne  fürsten  und  sprach  zuo  innen : 
»Ir  heren ,  ich  bab  üch  gfordert  üch  zesagen  den  unfal,  der 
ans  begegnet  ist,  Wüssend ,  das  die  fier  sün  Amraon  unsere 
rytter  überwunden  band.  Des  ich  betrüept  bin ;  dann  ich  «o 
wett  groß  guot  darfür  geben,  das  nüt  beachechen  were.  Aber 
man  sol  des  vergessen ,  das  nüt  mag  gewänt  werden ,  zunim 
bftsten ,  so  man  mag.  Doch  bit  ich  uch  all  fruiitlichen  und 
by  dem  eyd,  so  ir  mir  geth^n  band,  das  ir  mir  rattend,  wie 
ich  mich  inn  dysser  such  halten  solle,  und  wie  mir  das  schloß  >* 
Mnniabant  werden  mög,«  Do  Karly  geredt  hat,  do  sprach 
der  hertzog  Anses:  »Her,  ir  begerend  ratt,  wie  ir  das  schloß 
gwütinen  mögend.  Kein  mentsch ,  der  Vernunft  inn  im  hatt, 
könd  es  Üch  nüt  gerätten  wie.  Aber  ich  will  üch  guoiten 
rätt  geben:  enbüttend  dem  künig  Johans,  das  er  üch  üwere  s« 
fyend  übergebe,  üwern  willen  mit  innen  zeverbringen,  und  will 
erfi  nüt  thuon ,  so  wallend  ir  im  sin  land  verwUesten  und 
kein  erbermd  Ober  inn  haben.«  »Anses,«  sprach  Karly, 
»nun  band  ir  mir  guotien  rätt  geben,  und  will  inn  %uo  end 
bringen.«  •• 


E«laiOStkllldar. 


Wie  lieognold  und  sine  brnodeni  verratteo  und  ver- 

kouft   wurdead   durch  deo   kimig  Johans  von  Gast- 

gunnia  und  sinen  fursten* 

Karlj  beruoft  eiu  herold,  zuo  dem  sagten  »Wolluf  bald 

6  und  rytt  gen  Thallossa  und  sag  dem  künig  Johans,  icb  sig 
inn  Gastgunnia  kommen  mit  den  zwölf  fCiräten  und  mit  hundert 
tuesend  stryttern.  Und  sag  im ,  wenn  er  mir  miue  [fVend] 
nüt  übergebe,  so  well  ich  im  all  sin  land  verwüesten  und 
verbrennen,    und  werd    er  mir,  so  well  ich  im  sin  kronn  ab 

10  dem  höpt  nemmen;  so  wirt  er  dann  ein  abgesetzter  künig  ge- 
nempt.«  »Her,*  sprach  der  herold,  »üwer  gebot  soll  be- 
öchechen.«  Damit  macht  er  sieh  uff  die  sträß  gen  Tballossa; 
da  fand  er  den  künig  Johana  inn  schön ner  gselscbafft.  Der 
herold  j^ruotzt  inn  von   Karly ;    darnach    sagt    er    sin  befelch, 

16  als  im  befolhen  was,  Do  der  künig  den  berold  [bK  204]  ver- 
fiiuond,  do  duckt  er  sin  hopt  gegen  der  erden  und  wüßt  nüt, 
was  er  sagen  sott.  Do  er  ein  will  gsiunet  hatt,  da  sprach 
er  zuo  imm:  »Vertzüch  achtag,  so  will  ich  dir  dann  min 
meinung  sagen,«     »Gernn,  her,«  sprach  der  herold.  Der  künig 

ao  Johans  gieng  inu  sin  kannner  mit  acht  gräffen  und  beschlusseud 
die  thür  wol  zuo.  Darnach  sässend  sy  all  uff  ein  neu  banck, 
und  der  kilnig  sprach  also  zuo  innen;  i^Ir  heren,  ich  bit  ücb 
by  der  trüw ,  die  ir  mir  schuldig  sind,  daz  ir  mir  guotten 
rätt  gebend,  der  zuo  eeren  dietiiie,  und  not  nach  rainem  willen, 

25  sunders  waz  recht  ist.  Nun  wüssend,  das  der  keyser  Karly 
inn  min  land  zogen  ist  mit  hundert  tussend  mannen,  und  en- 
büt  mir,  wenn  ich  im  die  fier  sün  Aman  nüt  übergeb,  so  well 
er  mir  weder  stett  nach  Schlösser  lassen  uffrecht,  und  werd 
icli  gfangen,  so  well  er  mir  die  krann  ab  dem  bopt  nemmen 

Bü  und  mich  ein  abgesetzter  künig  schälten.  Min  vatter  bat  nie 
nüt  von  im  ingehept,  da»  will  ich  ouch  nüt  thuon.  Vyl  lieber 
will  ich  mit  eren  sterben,  dann  inn  schänden  zeläben.«  Do 
der  küng  usgeredt  hat,  do  stuond  ein  gräf  ufl',  der  hieÜ  God- 
fryd,    der  was  des  künigs  vetter,   und  sprach  zuo  im:    »Her, 


I 


I 


34  kaBigfl  bs. 


99 


ich  Terwundern  mich  üwer^  daz  ir  rätt  begerend  ein  Tßrretter 
zewerden  und  semlich  rytter  zeverätteu,  als  die  fier  siin  Amon 
wod.  Ir  wüssend,  das  Rengnold  üwer  schwä^er  ist;  wann  ir 
band  im  üwere  Schwester  vor  all  üwern  forsten  und  früfiden 
geben.  Ir  wjissend,  waz  guothet  er  ücb  bewyssen  hat;  wann  & 
unlang  batt  er  den  meehtigen  könig  Martzallus  [öberwiinden] 
Qod  jagt  inn  wol  fier  niil  wji  und  hüw  im  den  kopff  ab,  den 
gab  er  uch.  Do  verhiessend  ir  im,  ir  wettend  inn  beachirmmen 
wyder  mengklichen*  Min  her  und  vetter ,  band  ir  willen  im 
DÜt  zehalten  das,  so  ir  im  verheyssen  band,  so  lieissend  inn  10 
UDd  sine  bruodern  inn  andere  land  züchen ;  da  mögend  sy 
etlichem  fü raten  diennen  ,  der  innen  mer  gootz  thuon  wyrt 
dann  ir  innen  thuon  wend.  Und  bitten  öch ,  min  her  und 
Tetter,  das  ir  innen  nüt  thüegend,  das  öch  zuo  schaden  und, 
usoeren  dienne  und  üch  uflFgehept  werde.*  Demnach  redt  der  u 
gr&f  von  Ainou  und  sprach  zuo  im:  »Her,  wend  ir,  das  wir 
ücb  rätt  gebend,  so  werdend  wir  uns  volgen.c  *Nim  sagend 
frischlicb,c  sprach  der  künig,  »das  üch  guot  düuckt.«  »Her,< 
sprach  der  gräf,  >ir  band  wol  gehört  sagen  und  ist  war,  daB 
der  hertzQg  BeflFes  von  Agreraunt  Lohar  ertodt,  darnmm  er  *o^^ 
mit  dem  keyser  überkam.  Darnach  ward  er  och  ertodt  mn 
dem  äuoBsonischen  wald  von  Gannellon.  Zuo  deren  zyt  wärend 
itengnold  und  sine  brQeder  nach  vast  jung,  und  was  nach  nut 
vo©  innen  zewüssen.  Aber  do  sy  groß  wärend ,  do  wott  es 
innen  Karty  büessen;  aber  sy  wottend  kein  buoä  darumm  ^& 
etiipfJachen.  Und  ire  fyendtscbaft  weret  so  lang,  dasdardurch 
grosse  übel  entspröngend;  wann  Kengnold  ertodt  Berchtold, 
Karlys  vetter,  mit  einem  schach.  Her,  ir  wüssend,  das  Karly 
80  mecbtig  ist,  das  er  nie  kein  krieg  understuond,  den  er  nüt 
zuo  end  brecht.  Darumm  ich  öch  rätt,  ir  übergebend  im  «0 
Rengnold  und  sine  brüeder  und  Magis ;  so  werdend  ir  erlöüi 
q6  grossen  aorgen.c  Darnach  redt  der  graf  von  Muntbandäf, 
der  sprach:  »Her  fcönig,  wenn  ir  das  tbnond,  so  der  gräf  von 
Arno  sagt,  so  werind  ir  und  wir  verreiter.  Dann  do  er  zuo 
äch  kam^  do  sagt  er  üch  vor  uns  allen,  ee  das  er  die  Sporen  3» 
ab  tbet,  er  hett  krieg  mit  Karly;  nüt  desterniinder  behuobend 
'r  inn.  Und  er  bat  üch  och  darumm  gelonnet,  wann  er  hat 
ücb  von  üwern  fy enden  ertöüt.     Und  darumm  sagen  ich  üch, 


100 


her,  das  ir  nüt  wirdig   sind  ein    krön  zetragen ,   wenn  ir  von 

todes  forcht  wegen  aemliche  ritter  verriettind,  als  Rengnold 
und  sine  brüeder  sind.  Ir  Imnd  nach  weder  stett  nach  Schlösser 
verloren.     Thuond  ir  im  änderst,    so  wyrt    es  uch  geruwen.c 

ft  Darnach  redt  der  alt  gräf  Anthony  und  sprach:  »Her,  volgend 
dissem  rätt  nut,  dann  es  wurd  üch  zelet^t  gerüwen.  Ich  weyß 
Rengnotden  meinung  bala  dann  keiner,  der  hie  ist.  Uch  ist 
wol  zewüssen,  das  Kengnold  eines  heren  sun  ist,  der  nun  ein 
stat  hat.     Und  Kengnold    ist  al wegen    so  hoiFertig  gsin ,    das 

10  er  nie  hat  wellen  sineni  heren ,  dem  keyser  Karly,  ghorsamm 
sin ;  wann  er  ertodt  Berchtolden  durch  sin  grossen  überm uot, 
darumm  inn  Karly  uß  Franckrich  vertriben  hat.  Nun  ist  er 
inii  Oastgunnia  kommen  ,  und  ir,  her  könig,  band  im  ilwere 
Schwester  geben,  darKUO  grosse  gült;  dardurch  er  so  hoffertig 

IQ  worden  ist,  das  niemmand  vor  ioim  hinkommen  mag,  und 
achtet  weder  üch  nach  üvvern  liäf  nut  für  ein  haller.  Darum m 
ich  üch  by  minem  höpt  schweren  ,  wenn  er  mag,  das  er  üch 
das  laben  neomien  wyrt,  das  im  öwer  küngkrich  werde.  Darumm 
ich  üch  rätt,  das  ir  inn  und  sine  brüeder  Kurly  übergebend ; 

soso  thuond  ir  als  ein  wysser,  sogestillend  ir  Karly  sin  zorn.c 
Demnach  redt  der  hertzog  Guymard  von  Bayonna  und  sprach: 
»Her,  ich  sagen  üch,  das  der  giäf  Anthony  faltschlich  lögt 
und  uch  bössen  rätt  gipt.  Wann  Kengnold  ist  des  hertzog 
Äoions  siin  von   Uordonna,    das  ist  ein    vast  groü  gesch lacht. 

«Karly  ließ  iren  vetter,  den  hertzog  Beffee,  unrechtlich  er- 
toden;  Re.ngnold  thet  die  räch  an  Berchtolden  mit  grossem 
recht,  und  das  nach  mer  ist,  wann  er  muoßt  sieh  sinen  er- 
weren.  Darumm  ich  sag,  das  kein  künig  wirdig  ist  ein  krön 
zetragen,  der  verrettery  begän  wylL<      Darnach  redt  Gumars, 

»0  ein  alter  gräf,  und  sprach:  »By  gott,  her  Guumrd,  ich  gloub, 
ir  habend  die  siun  verloren,  das  ir  dem  küüig  rättend,  das  er 
Rengnolden  ufienthalt  vryder  Karly,  dardurch  Gastgunnia  zer- 
stört werden  möcht,  daz  üch  wenig  bekürnern  wnrd*  Gumard, 
ir  lügend  fultschlich ,    und  werind  wir  an  andren  enden  dann 

9»hie^  so  wett  ich  Üch  ertzeigen,  wer  du  werind.  Dann  ich 
wett  dem  könig  als  wenig  sin  unner  fördern  als  ir,<     Darnach 


I 
I 


I 


2  aemlkhi  he. 


^Mt  der  alt  gräf  Hector  and  sprach:  >Her  känig,  ir  beerend 
rätt  von  dem,  der  im  selbe  nut  rätten  kan.  Dann  als  GutHard 
aagi,  ist  im  nüi  ako;  wann  Rengnold  hat  durch  sin  boQWt 
Karly  bekriegt,  wann  er  ertodt  Berchtolden  dorch  sin  iiber- 
mnot.  Nun  ist  er  zuo  ilch  inu  Gastgunnia  kommen ,  und  ir  & 
band  [bL  205]  im  üwer  schwesfcer  geben  ,  des  ir  ein  grosse 
torheyt  begrengend,  und  buwteiid  im  das  schloß  Muniabant 
an  das  aller  sterckesfc  end  inn  allem  tiwerm  kunigkrich.  Nun 
ist  Karly  kommen,  der  hatz  beleg ret.  Darumm  rätt  ich  uch, 
das  ir  dcb  mit  Karly  ?erreinbarend  und  im  Rengnold  gebend  lo 
zumm  beltisten ,  so  ir  mögend ;  dann  es  isfc  vyl  weger  fier 
rytter  verloren  dann  üwer  küngkrich.  Nemiuetid  im  üwere 
ch wester  wyder  und  gebend  sy  einem  mechtigern  heren,  dann 
»ngoold  ist.  Wo  findend  ir  ein  andren  rytt-er,  der  ein  aem- 
Jchen  fyend  hab  als  er?  Darumm  rätt  ich,  daz  ir  zumm  aller  i5 
^Itisten,  so  ir  mögend,  etwaz  Ursachen  findend,  durch  die  ir 
engoold  and  sine  brnoder  und  Magia  Karly  übergeben  mögend  ; 

^Waon  ir  mögend  das  wol  an  nachred  thuon.«      »Lieber  Tründ,« 
sprach  der  känig,    »ich  bin  bereyt  zefchuon ,    waz  ir  mir  ge- 
ritten band.     Wann  ich  gflicb  heitter,  daz  ir  mir  den  besten  >o 
rätt  geben  hand,  und  u§  dem  mir  mer  guotz  entspringen  mag.« 
Do  der  kdnig  Johans    ersach,    das    der    mererteyl    der    heren 
eins  einhelligen    rätz   wärend»    er    sötk  Rengnolden    und   sine 
brüeder  Karly  übergeben,  do  ti*-ngend  im  die  ougen  an  über- 
louffen,  imd  sprach  zuo  im  selbs:    »By  gott,    Rengnold,    ich  ^a 
bin  dinnen  wunderbartichen  beladen.     Nun  wyrt  sich  unsere 
liebe  scheiden.     Wann  du  wirst  umra  das  laben  kommen,  und 
ich   wird  gottes    huld    verlieren    und    min  eer;    dann    üch  ze- 
verätien,  mag  ich  kumlich  gnad  by  im  finden.     Aber  es  gylfc 
mir  glich,    wann    es  rauos  sin.«     Nun  wüssend,  das  gott  ein  »o 
schön    wunderzeichen  ertzeigt;    dann  die   kammer,    inn  deren 
der  rätt  beschach,  was  wyü,  verrendert  sich  und  ward  :*chwartz 
wie  koUen.     »Ir  heren,«  sagt  Johans,  »diewill  sich  der  merer* 
tejfl  under  uch  verreint  hatt,  daz  ich  die  fier  sün  Ammon  hin 
geben  soll,  so  wyl  ichs  thuon ;    aber  ich  weyiä  wol ,   das  min  ss 
seil  niemmer  mer  gnad  finden  wirt,    und  wird  all  min  laben 


II   daonj  das  hs. 


17  ubergebendt  d  durchatrichen  hs. 


lan^'^fin  verretter  geschulten  wie  Jodas.«  Damit  giengend 
diB>Bereii  uß  dem  rätt,  jetlicher  inn  ain  herljerg,  Do  der 
^ifÄü/ig  uß  der  kamer  was,  do  Srttzt  er  sich  off  einen  banck  und 
fieng  an  der  sach  nach  ainuen,  und  fi eilend  im  die  trehen  uß 

6>den  ougen  uß  erbermd   umm  Retignolden    und  sine  bröedern, 

'    die  so  frümm  und  nmnlich  wärend.     Do  er  gnnog  gsinet  und 

gweinet  hat,    do  beruofft  er  sin  schriber  und  sprach  ziio  im: 

»Kommend»  her  Fetter,  sehribend  mir  Karly,  ich  enbutte  im 

lieyll  und  frün tschaft,    und  well    er  mir   mine  land   inu  fryd 

10  lassen ,  so  verheysse  ich  im  die  fier  sün  Amon  zegeben  vor 
zechen  tagen.  Und  nittesse  sy  finden  inn  der  ebny  zuo  Va- 
collers,  bekleyt  mitscbarlotkmäntlen,  mit  hermlinuen  gefüedert, 
und  uff  efilen,  und  müessend  inn  iren  henden  rossenestly 
tragen,  das  man  sy  erkenn,  nod  will  sy  lassen  beleytten  mit 

ib  acht  gräffen.  Und  enttrünind  sy  ira  also,  so  well  ich  kein 
schuld  daran n  habende  Der  schriber  schreib  den  brieflF.  Und 
do  er  gschriben  was  und  besiglet,  do  beruoft  er  sin  raarschalck 
und  sprach  kuo  im:  »Nun  wolluf»  sitzend  uff  nwer  pfert  und 
rittend  zno  Karly  inn  das  läger  för  Mnntabant  und  grHetzend 

ao  mir  inn  und  gebend  im  dyssen  brief  und  sagend  zuo  ira:  well 
er  mir  min  land  quittieren,  so  well  ich  tbuon  ,  waz  er  well, 
sust  nüt.«  Der  marschaick  saß  uflf  sin  pfert  und  reyt  Ton 
Thalossa  mit  dem  herold^  und  rottend  für  Muntabant  für  Karlys 
zeit.     Da  saß  der  raarschalck  ab  und  gieng  iiin  inn  und  gruotzfc 

26  Karly  vast  früntlich  von  dem  künig  Johans  und  gab  im  den 
brief  und  sprach  zuo  im;  »Her  keyser,  der  künig  Johans  en- 
büt  üch  by  mir,  wenn  ir  im  sin  küngkrich  sichern  wellend, 
80  well  er  thuon  allen  inlialt  dyß  briefs,  sost  nüt.c  Do  Karly 
disse  wort  verstuond,  ward  er  vast  fro  und  beruoft  sine  fürsten 

«und  sprach  zuo  innen:  »Tr  heren,  gänd  wider  uß  miner  zeit, 
wann  ich  will  mit  dissem  hotten  handien. «  Do  sy  hinuß 
wären d,  do  schloß  er  den  brief  nff  und  laß  inn  von  wort  zuo 
wort.  Und  er  fand  darin  das,  so  er  am  liepsten  begert,  das 
was  die  verrettery ;  des  er  von  grossen  fröiiden  an  fieng  lachen, 

Bft  »Her,«  sprach  der  marschaick,  »her,  ich  byt  üch,  findend  ir 
üd  im  brief,  das  üch  mißfall,  so  schaltend  mich  uüt.f  Karly 
sprach  zuo  im:  »üwer  her  schript  früntlichen,  Thuot  er  daz, 
so  er  mir  enbüt,  so  wyrt  er  min  guotter  fr  und  sin,  und   will 


103 


mn  wyder  inengkHchen  beschirmraen.«  »Her,«  sprach  der 
marschalck,  »80  gebend  mir  börBfen  darumm.c  >lch  wills  öch 
gern  geben:  Am  ist  der  son  Maria,«  ^fr  liand  gDuog  geredt^c 
spnu^h  der  tnarschalck,  »und  b<»ger  keins  andren. <t  Karly 
beruofb  sin  «chriher  und  sprach  zuo  imm:  »Schribend  mir  dem  » 
kiloig  Johan«  ein  brief^  ich  enbiltie  im  heill  und  früntschaft, 
und  wenn  er  das  thöeg,  so  er  mir  enbotteu  hatt,  ao  well  ich 
^m  sin  herschafft  meren  mit  ficrtzechen  gnotten  schiöa&ern, 
lind  geh  im  gott  xuo  bürgen.  Und  ich  schick  inim  fier  schar- 
lottmäntell,  mit  hermlinnen  gefüedert,  den  verrettern,  wenn  m 
»T  inn  den  wald  Vacollers  rittend.  Wann  sy  müessend  da 
erhänckt  werden.«  tHer,«  sprach  der  schribör,  »üwer  will 
muo§    beschechen.«     Der    brieff    ward    gemacht    und    besiglet 

I»on  Karly  und  dem  marschalck  geben  ;    zno  dem  sagt  Karly : 
^Send  dyssen  brief,  den  gebend  dem  kiinig  Johans  und  griietzend  i6 
mir 
tad 


lir  ionU    Karly   üeä    im    zechen    tussend    marck  gold  göben 
ad  gab  im  den  ring  ab  sinnem  finger,  des  im  der  marschalck 

"großlich  dancket.  ür»d  sa^  von  stund  an  wider  uff  sin  pfert 
und  reytt  gen  Thalossa  und  gruotzt  den  kunig  ?on  Karly 
und  gab  im  den  brieff  und  die  mäntfcel  Do  des  kunig  Johans  to 
bott  hinweg  was,  do  beruoft  Karly  Felcker  von  Morilbn  und 
Gergis  von  Tenneraarck  und  sprach  zuo  innen:  »Ir  heren,  ich 
hab  öch  beschickt,  wann  ich  will,  das  ir  ein  wenig  von  miner 
heimligkeyt    wüssend.     Aber    ich  sag  es    üeh  nff  üwere  triiw, 

irs  niemman  sagend,   iintz  das  die  sach  verbrächt  wirL«  sa 
^HeTi«  sprach  Gergis,   *8ond  sy  verschwigen  bliben,  so  sagentz 
[bh  20ö]  uns  nüt«      »Wärlicben  »c    sprach   Karly  zuo  Gergis, 

.»ir  sind  sinn  wol  wyrdig  alles  zewüssen ,  wann  ich  bekenn 
Ich  für  fromm  gerecht  rytter.c  *Her,<t  sprach  Gergis,  »danck 
habend ;  aber  ich  sag  üch ,  das  ich  nüt  wdssen  wylLc  Do  ^ 
sprach  Karly:  >Ir  mtiessend  es  wüssen.  Ir  müessend  tun  die 
ebny  Vaucoulers  mit  drü  hundert  wol  gewapnetter  ryttern, 
da  werdend  ir  die  fier  sün  Ammon  finden,  Darumm  gebüt  ich 
fich,  das  ir  mir  sy  tod  oder  läbendig  bringend.«  »Her,«  sagt 
Gergis,  »wir  gsächend  sy  nie  dann  gewapnet,  Wie  wend  wir  ^6 
•y  erkennen?«    Karly  sprach:    »Ir  werdend  sy  wol  erkennen; 


6  kanig  hs. 


12  sehriben  hs. 


104 


wann  yet! icher  wirt  ein  scharlottniantel  an  haben,  mit  herm- 
linnen  ^efüedert,  ond  werdend  rosgenest  inn  iren  bänden  tragende 
»Her,«  sprach  Gergis,  »dyü  sind  guatte  zeichen.  Wir  wend 
üwer  gebot    verhringen,€     Sj    belibend    nüt    länger,    saiaders 

ft  achiedend  uß  dem  läger  zumm  aller  heimlichesten,  so  sy  kondend, 
und  ryttend  inn  die  ebny  Vacolers  und  verhieltend  sich  inn 
einem  tbrholtz.  Ach  gott,  warumm  wiilateud  die  fier  süu 
Ämon  dysae  tödliche  verrettery  niit!  Wann  sy  werind  nüt 
kommen  wie  kuttler  uff  eßlen,  sunders  sy  wereud  uff  guotten 

10  pferden  kommen  wol  gewapnefc  wie  manlich  rjtter.  Hebt  gofct 
nnt  ein  uffjsäehen  uflF  sy  gehaben ,  so  werend  sy  dem  tod  nüt 
enttrunnen.  Do  «ich  Gergis  und  Felcker  verhalten  haltend, 
do  sprach  Felcker  zuo  sinem  voick:  »Ir  heren,  ich  sol  Reng- 
nolden  billich  fyend  sin,  wann  er  ertodt  min  vetter  Bercbtolden 

16  mit  grossem  unnrecht.  Nun  bin  ich  recht  kommen,  nanu 
ich  wird  mich  au  im  rächen.  Ich  will  üch  sagen  wie.  Wixssend, 
das  sy  der  kuuig  Johaus  verrätten  hat,  und  sond  barkommen 
ungewapuet,  dann  allein  ire  schwertter.  Und  darumm,  wann 
sy  kommend,  bit  ich  üch,  das  sy  üch  nüfc  enttrlnend.c 

äo  Wie  der  kuoig  Johans  Reognolden  uberredt,  das  er 
sich  begab  inn  die  ebny  Vacolers  zerytten  uflF  eßlen, 
er  und  sine  bniodern. 

Der  könig  Johans  was  zuo  Thalossa;  der  bernofft  sin 
fichriber  Godard,  do  er  Karlys  briefiF  enp fangen  hat,  und  sprach 

16  zuo  imm:  »Besächend,  waz  dysser  brief  sage.t  Der  ßchriber 
brach  das  sigel  uf  und  besach  den  innhalt  des  briefs  und  fand, 
wie  Rengnold  und  eine  briieder  söttend  verrätten  und  hin 
geben  werden ;  darumm  der  schriber  an  fieng  weinnen.  Und 
wer  es  nüt  beschächen  u§  forcht  des  künigs,  so  hett  erß  gern 

30  goffnet.  Do  der  künig  den  schriber  gsach  weinnen,  do  sprach 
er  zno  imm:  »Hiiettend  üch  by  üwerm  laben,  das  irs  niemand 
ofluend  dann  mir,  und  mir  nüt  verhaltend,  waz  mir  Karly 
schript!«  »By  miner  trüw,c  sagt  Godard,  »es  sind  groß  Sachen 
zesagen.«     »Nun  sagend  mir  den  innhalt,*  sprach  der  künig, 

»6  »Jä,c  sprach  Godard,  »her,  ich  wils  üch  sagen.  Damit  fieng 
er  an  ertzellen ,   wie  im  Karly  enbot,    wenn  er  das  thett,  so 


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1 
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105 


er  im  enbotten  het,  so  wptt  er  im  sinn  herachaft  meren  mit 
fiertxecben  schlossern,  »und  gipt  uch  ziio  bürden  unsern  heren. 
und  schickt  üch  fier  uiänttel»  gefüedert  mit  hermlionen,  den 
verrettern ,  damit  und  sy  bekaiit  werdend  ;  wann  Karl y  wyll 
DÜt,  das  ander  schaden  habend,  dnnn  allein  sy  fier.  Und  en-  6 
bot  öch,  das  sin  volck  inn  der  ebny  VacoUera  sigend  mit 
grosser  macht,  nämlichen  Felcker  von  Morillon  und  Gergis 
Yon  Tennemarck  mit  drö  hnndert  wol  ge wapnetter  ryttern ; 
da  warttind  sy  die  fier  siln  Ämon  ^  die  sollend  ir  innen  inn 
ire  bind  geben.«  Do  der  künig  Job  ans  den  inn  halt  des  brieffs  lo 
Terstuond  ^  do  saß  er  von  stimd  an  uff  sin  pfert  und  namm 
bondert  rytter  mit  im  and  kämm  gen  Muutabant,  die  ver- 
rettery  seuo  end  zebringen.  Do  sin  Schwester,  Rengnolden 
giBacbelf  des  kunigs,  irs  bnioders,  zuokanft  vernamm»  do  kam 
ly  im  engegen  und  nara  inn  by  der  band  und  wott  inn  utnm-  is 
facJien,  wie  sy  des  gewonnheyt  hat.  Aber  der  künig,  der  voll 
verrettery  stäcket,  kart  sich  nebend  sich  tind  sagt,  die  zenn 
tbeitind  im  wee,  und  man  rötte  im  ein  bett  bereytten,  wann 
er  wett  ein  wenig  rnowen.  Das  sagt  er,  daz  er  sin  verrette ry 
deeter  bau  bedecken  möcht.  Das  b esc h ach.  Do  es  bereytt  >o 
was ,  do  leyt  er  sich  darann  und  fieng  an  hin  und  har  ge- 
dencken  vyl  ding  und  sprach  zao  im  selbs:  >Ach,  lieber  her 
gott,  wie  hab  ich  gehandlet  gegen  den  frümsten  inn  der  weit! 
Die  hab  ich  untnllichen  verrätten,  und  werdend  an  feilen  morn 
erhänckt.  Ich  bitten  got,  das  er  erbermd  über  ^y  habe  dorch  äs 
mu  barmhertzigkeyt.  Nun  mag  ich  wol  sagen,  das  ich  Judas 
nun  furhin  glich  sin  wird,  und  wird  die  liebe  gottes  verlieren 
und  min  eer.  Aber  ich  muoß  im  also  thuon  ^  syt  ichs  ver- 
beyseen  hab  und  miner  fürsten  will  ist ;  wann  sy  hand  es 
mir  gerätten.  Des  ich  inn  grossem  kumtner  bin,«  Inn  dem  so 
ab  der  verrettersch  künig  der  grossen  [bK  207]  verrettery 
nach  gedacht,  so  er  ann  den  fier  sün  Amou  begän  woit,  kämm 
Reognold  ab  dem  gejegt  mit  sinnen  bruodern  sampt  hundert 
ryttern,  und  faattend  fier  wildy  schwin  gefangen,  Do  Reng- 
nold  vermmim,  das  der  künig  Johans  kommen  wtis,  do  ward  so 
er  vast  fro  und  sprach  zuo  sinem  kämerling:  »Uring  mir  min 
hörn  Bondar ;  wann  ich  will  fröud  blässen  von  wegen  mines 
heren  zuokunft.«     Das  ward  im  gebeJL     Kengnold  sprach  zuo 


106 


sinen  hrooderii:  »Nun  tiemme  ein  yetlicher  das  sin,  nnd  land 
uns  fröud  blä^^en  von  wegen  unsere  heren  zuoknnft!«  Damit 
namm  yetlicher  sin  honi,  und  bliessend  so  liit,  das  das  seh  los 
darab  ertondt,  also  das  man  vermeint,  das  schloß  sott  nyder 

&  fallen.  Do  der  kanig  Johans  das  getfaön  erhört,  do  siuond 
er  iif  vom  bed  und  kam  au  das  venster  um  der  kammer  und 
sagt  zuo  imm  selbs:  »Ach,  wtiz  Übels  begän  ich  an  dyssen 
ryitern!  Ach,  wie  füerend  ir  fröud  inu  so  grossen  ängsten, 
die  ich  gegen  öch  fiirnimm;  wann  ich  hab  üch  faltschlichen  ver- 

10  rätten  wie  ein  faltscher  verretier,  der  ich  bin.  Wann  der 
meiitsch,  der  sin  frönd  verratt,  sol  kein  eer  niemraer  iner  iiin 
dysser  weit  haben  nach  iiin  der  andren,  snuders  sol  verloren 
werden  mit  lyb  und  mit  sei;  wann  er  hat  gott  verlän  und 
sich  dem    tüft'el   anhängig    gemacht.«     Nach   dysser  red  leytt 

iK  er  sich  wyder,  so  gar  bekümmert  inn  sinem  hertzen,  iner  dann 
kein  mentsch  sinn  möcht.  Rengnold  und  sine  brnodern  giengend 
hinuf  inn  die  kammer  zuuim  künig.  Do  er  sy  gsach,  stuond 
er  uf  und  bott  innen  die  band  und  sprach  zuo  innen :  »Ver- 
wundernd   öch  nüt,  daz  ich    nüt   frölich  bin;    wann  ich  bin 

1*«  übel  beladen  mit  wee,  und  ist  wol  füufzechen  tag,  das  ich 
uüt  hüb  mögen  essen  nach  trincken,*  »Her,«  sprach  fteng- 
nold,  »ir  sind  an  einem  guotten  end  gsnnd  ze  werden;  wann 
wir  wend  öch  diennen  mit  all  unserm  vermögen.«  »Got  danck 
üch  ,«f   sprach    der   käuig»     Und    beruoft   j>in    luarscbalck  und 

■a  sprach  zuo  im;  »Bringend  die  fier  scharlottmänttel ,  die  ich 
minen  guotten  fründen  hab  lassen  machen.«  Der  niarschalck 
thet  des  künigs  gebot.  Und  so  bald  er  mit  kam^  sprach  der 
küuig  zuo  innen :  »Ich  bitt  üch  ,  das  ir  dis  mUnttel  tragend 
von  minetwegen.«     tHer,«    sprach  Ällard,    >dyß    sind   schon 

30  schäuckinnen  ;  wir  wentz  von  öwertwegen  tragen,«  Ach  gott, 
bettend  sy  gwüfit,  wie  die  sach  stuond,  sy  hettentz  nüt  treytt! 
Ach  gott,  waz  Schadens  sy  entpfiengend,  das  sy  also  bekleyt 
wärend  !  Es  wärend  die  zeichen,  dardurch  sy  inu  todes  nott 
kämmend,     Uo  sy    die    mäntel  an    hatten d ,    do  gsach  sy  der 

w  küoig  an  mitt  gros^sem  erbermd  und  tieng  an  weiuüeu.  l)ie- 
wyl  ward  das  essen  bereyt,  und  ässend.  Do  «y  gessen  hattend, 
do  nam  der  künig  Rengnolden  by  der  hand  nnd  sprach:  »Min 
lieber  schwäger    und  trüud,    ich    will  dir  sagen  miner  heim- 


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107 


[liehen  «achen  einy,  die  du  nüt  weist,  Wöß ,  daz  ich  zuo 
iMnntbaDdel  gsio  bin  und  hab  mit  Karly  geredt.  Der  zeich 
mich  etlicher  verettery,  darumm  das  ich  üch  inn  minem 
küngkrich  ufTenthalt;  damram  ich  min  pfand  dar  botten  hab 
vor  aü  sinnen  forsten,  aber  es  was  kein  mentsch  so  frisch, 
der  mir  darwyder  törft  sagen»  Darnach  hattend  wir  vyl  reden 
mit  ein  andren  und  rettend  von  guottem  fryden  und  verrein- 
bamng.  Zelettt  ward  Karly  willig  fryd  zenmchen  mit  dch 
von  mioet wegen,  als  ich  öch  sagen  will,  das  ist^  das  ir  morn 
früe  inn  die  ebny  Vacollers  ritten d  migewaptiet  uff  üwern  «» 
efilen,  bekleytt  mit  den  mäntlen,  so  ich  iich  geben  hab ,  und 
sond  rossenest  inn  üwern  bänden  trafen.  Und  ich  will  acht 
gräffen  beschicken,  die  müessend  mit  ach  rytten ,  die  sind 
all  mines  geschläcbtz.  Da  werdend  ir  den  keyser  finden  und 
all  sine  forsten  ;  da  wirt  er  iich  vertzichen,  wenn  ir  inn  unim  i* 
gnad  bittend,  und  üch  all  uwer  land  allentklichen  wider  geben.« 
Do  das  Rengnold  verstuond,  do  sprach  er:  »Her,  niiim  gotz 
willen  nüt!  Ich  entsitz  mir  vor  Karly,  wann  er  hasset  uns 
iddlicheii,  als  ir  wüssend,  und  sagen  üch,  wenn  er  uns  er- 
gryffit  das  er  uns  entlichen  töden  wirt.«  »Lieben  fr  und,«  20 
sprach  der  verretterach  künig,  »band  kein  sorg!  Wann  er  hatt 
mir  uflF  sin  trüw  geschworen  vor  all  siner  herschafft,  das,  so 
ich  üch  gsagt  hab,  zehalten.«  >Herf<  sprach  Reognold,  »wir 
wend  üch  gehorsamm  sin.«  >0  gott,  waz  ist  das,  so  du  sagst!« 
sprach  Allard.  >Du  weyst  wol,  daz  Karly  zum  dickern  mall  s6 
geschworen  hat,  mög  er  uns  betratten,  00  well  er  uns  schant- 
lichen  töden  lassen.  Ich  verwundern  mich  dienen,  das  du 
dich  begist  ungewapnet  inn  sine  händ  zeritten.  Gott  sig  mir 
Düt  gnedig,  wenn  ich  an  min  hämisch  rytt*«  iBruoder,« 
sagt  Rengnold,  >du  redtst  übel*  Uott  welle  nüt,  das  ich  minem  10 
heren  nüt  gloube.«  Damit  kart  er  sich  wyder  gegen  dem 
künig  und  sprach;  »Her,  wir  wend  an  feilen  rytten,  geb  wuz 
ans  daruß  entspring.  Gott  hatt  uns  wol  gehulffen,  das  wyr 
mit  Karly  verrein t  sind,  wider  den  wir  so  lange  zyt  tödlichen 
krieg  gfflert  band.  Aber  ayt  das  ir  den  fryden  gmacbt  band,  »& 
bin  ich  urbüttig,  im  alle  geUorsamme  zebewyssen,  so  mir  müg- 
lich  ist,«  Nach  dissen  wortten  gieng  er  von  dem  könig  und 
gieug  inn    siner    frowen    kamaier,    da  fand   er  sine  bruoderu. 


108 


Do  die  frow   iren    gmachel  gsach    kommen ,    do  katnii)  sy  im 

eügegen  und  unimfieng  inn  mit  grosser  liebe.  »Frow,«  sprach 
RengnoM,  »ich  soll  dich  billich  Hob  haben,  wann  din  bruoder 
der  künig  hat   sich  gmtälich  gearbejtfcedt    und  ist  von  Karly       i 

ft  geschulten    worden   von   niinetwegen.     Aber  er   hat  80?yl  ze-  fl 
wägen  brächt  (got  hab  lob ! j    das  er    den  fryden    gmacht  hat  " 
zwüschend  im  und  uns,  dtts  weder  Ruolland  nach  Ollyfier  nie 
hand  mögen  zewegen  [bl.  208]   bringen  nach  all  sine  fürsten« 
Er  will  uns    öcIj  all  unsere    land  wider  gebeu,   dardurch   ivir 

10  wider  zuo  gnotteu  ruoweu  kommen  werdend»«    Die  frow  sprach  : 
fleh  danckeü  unserm  heren  mit  guottem  hertzen.     Aber  sagend 
mir,  wo  wirt  der  fryd  beschlossen?!     »Frow,c   sprach  Reng- B 
ijold  ,    »ich  wils  dir  sagen:    wir  müesseod    Diorn  früe  all  fier 
rytt<*n    inn    die    ebny  Vacollers    (da    wirt  der    frideo  gmacht) 

10  ungewapnet ,    dann  aüeinn  unsere  schwertter,  uff  eJalenn  und 
niü  essend  rosenest  inn  unsern  bänden  tragen  inn  fryd  es  zeichen  ; 
da  sond  wir  Karty  finden  mitt  sinnen  fursten  unsere  eyd  zent- 
pfächen.«     Do  die  frow  dysse  wort  verstuond,  do  ward  sy  als  fl 
zornig,  das  sy  schier  von  sinnen  kaumi,  und  sprach  zuo  Reng- 

«onold:  »Min  her,  wend  ir  mir  votgen,  so  ryttend  nüt.  Wann 
die  ebny  Vacollers  ist  sorgklich  ;  wann  es  ist  ein  hocher  berg 
da  und  groß  wätd  darninm,  da  nun  der  kleinst  wald  mer  dann 
zechen  mil  werefc.  Wend  ir  guottem  i^ätt  volgen,  so  setzend 
ein  tag  an  ein  ander    end  zuo   im  zekomnien  äff  Bayard ,    da 

16  werd  dann  der  fryd  gmacht  oder  der  krieg.  Und  Und  Magis, 
üweni  Vetter,  zwey  oder  drii  tussend  ge wapnetter  ryttern 
nemmen,  die  verhaltend  sich  iou  der  neche,  damit,  ob  ir  iren 
notturfftig  werdind,  das  sy  üch  entschütten  mögend.  Wann 
ich  besorg,  verrettery  sig  vorhanden.     Darumm  ich  üch  bitten, 

so  80  vast  ich  mag ,  das  ir  üch  wol  bevvarrind.  Wann  mir  hat 
die  verschinnen  nacht  vast  erschroekenlicheu  getroumpt,  ä^z 
was:  mich  duocht,  ich  were  an  den  venstern  imm  paDast  und 
gsäche  uß  einem  holtz  wol  fier  tusseud  schwinn  lonffen  dahär, 
die  ertodtend,  w^az  innen  begegnet,  und  gsech  den  thurn  nyder 

«ft  fallen,  und  gsach  inn   dem  ein  pfiJ  ongeferd  da  har  kommen,  ■ 
der  traf  üwern  bruoder  Allard    so  herttenklichen  ,    das  er  im 
ein    arm    durch    stach.     Darnach    kämmend    zwen   engel   Ton 
himel,   die   hancktind    uwern  bruoder  Richard    an    ein  opffel- 


109 

boamm.    Do  schrey  Richart  mit  liitter  stimm  :  >0  min  bruoder 

Reng:Dold,  kumm  mich  entschötten  Ic    Und  ir  ryttend  jllentz 

ZQO  im  uffBajard,    Abi^rerfiet  underüch  nyder,  uml  mochtend 

inn  nüt  eniscbütteti ;  des  ir  groß  leyd  fiiortteod.     und  danirara 

rätt    ich  üch ,    ir    ryttend    nüt.t      »Frow,*    aprach    Rengriold,   & 

»acbwigi    Wann    ich    achten   den    für   närsch ,    der  troummen 

gloupi.«      Ällurd  sprach:   »By  der  truw,  die  ich  gott  sclmldig 

^^bio,    will    ich   nüt    rytten.«      »Nach    ich  och  ,<    sagt  Itichart, 

^^Acb,  darch  gott,€  sagt  Guchart^  »wend  wir  doch  rytten,  so 

^Mii]d  aos  DÜt    rytten    wie    nütsöllend  li1t,    stinders    wie  rytter  to 

^■Wol  gewapnet  uff  unserD  pferden.«      >By  gofct,«   sprach  Reng- 

Dold,  >ir  mögend  sagen,  waz  ir  wend ;    aber  ich    wyll  rytten, 

geb  waz  mir  begegne.c     Damit  gieng  er  u&  der  kamnier  und 

kam  EPO  dem  kiinig  und  sprach  zno  im:  »Ich  verwundern  micli 

fDiner  bruoderu ,    die  weod  nüt  mit  mir  rytten  ,    darumm  das  16 

Lsy  ire   pfert   nüt   nemmen    sond.     Darumm   bit  icli  öch,    das 
yetlicber  sin    pfert  nemmen  mög;    so  behebend    ir  üwpr  aclib 
gri^en.«      »leb  wils  nut  thtioni«  sagt  der  kiinig.     »Karlyent- 
aiizt  üch  so  übel,  das  ich  im  bürgen  geben  hab,  ir  müessend 
kein  hämisch  tragen  und  uß  keinnen  pferden  sitzen.     Ryttend  so 
IT  inn  anderer  gstalt,  so  wyrt  Karly  vermeinnen,  ich  well  inn 
verrätten ;    so  wyrt  er  mir  all  min  küngkrich  zerstören ,  und 
das  Wirt  der  Ion  sin,  den  ich  von  üch  haben  wird.     Ich  hab 
mich  gemneget    üch  mit  Karly   zeverreinbären ,   und  darumm 
^^80  ryttend  also,  wend  ir*     Wend  ir  dann  nüt,  so  landtz  under-  20 
^Mregen  U  »Her,«  sagt  Rengnold,  »syt  und  im  also  ist,  so  wend 
^^wir  rytten.«      Damit  gieng  er  wyder  zuo  sinen  bruodern  und 
suo  siner  frowen    und  sprach    zuo  innen:    »By  got,    ich  mag 
d«9  urlob  nüt  gebaben.     Ich  bit  üch,  mine  bruodern,    das  ir 
Ich  nüt  fürchtend  ,    wann  der  künig  Johans   ist  ein  frommer  bo 
it;  verriett  er  uns,  es  wurd  im  zuo  unstutten  kommen.   Kr 
ans  beleytten  lassen  mit   acht  gräffen ,  die  mechtigesten 
ine«    landes.      Ich    hab    nie    kein    untrüw    an    im    gespürt,« 
Bnioder,«    sagteud  sine  bruodern,    »wir  wend  gern    mit  dir 
tten,  die  wils  dir  geliept.«     Do  sy  sich  verreint  hattend,  do  »& 
^engend  sy  gen  schlaffen.     Do  Rengnold  den  tag  gsach,    do 
ttuond    er    uf   und    sprach  zuo  sinnen    bruodern  :    »Stand  uff, 
bruodern,  und  rüstend  üch,  wann  es  ist  zyt !  Dann  ist 


110 

Karly  ee  da,  so  wyrt  er  übel  zefriden  sin.«  »Wir  wend  bald 
bereyt  sinn,«  sagtend  sy.  Do  sy  geröat  wärend,  do  sässend 
ay  uff  ire  essel.  Mit  innen  ryttend  die  acht  gräffen ,  die 
wuMeud  die  verrettery  wol.     Sy  m achtend  sich  uif  die  aträß. 

R  Aber  die  fier  bruodern  wärend  güofczeerkennen  by  den  rnJintlen* 
Do  sy  der  küaig  gsach  hinweg  rytten,  do  ward  im  mer  dann 
fier  mallen  äramiichtig;  wann  wie  wol  er  sy  verrätten  hat, 
m  hat  er  erbermd  über  sy;  wann  das»  so  er  gethän  hat,  waa 
durch  bössen  rätt  beschechen.     Kr  sprach:    >Ach,    lieber  her 

logott,  waz  hab  ich  gethän?  Hat  ye  kein  tnentsch  so  grosse 
verrettery  begangen  als  ich  ?  Nein,  wärlicheu ;  wann  ich  bab 
die  fruinmesten  rytter  verrätten  inu  aller  wält,«  »Her,« 
sagtend  sine  dienner,  »ir  band  unrecht,  daz  ir  so  groß  leyd 
föerend  ;  wann   üengnold  ist  wyÜ,  darnmm  erla  bald   niercketi 

lÄ  wyrt«  »Ach  got^«  sprach  der  künig,  »heachech  es  also,  wie 
ir  sagend,  so  wurd  ich  frölicher  sinn,  dann  het  ich  die  zechen 
besten  stett  inn  Franckrich  gwunnen.  Ach,  Magis,  wie  wirstu 
so  betrüept  und  leydig  sinn,  wenn  du  di§  jämnier  verneramen 
wyrst !  Rengnold  hat  ein  grosse  torheyt  gethän  ,    daz  er  dich 

Äo  nüt  rat'Ä  gefragt  liüt  inn  dißser  sacb ;  wann  du  bettest  nüt 
gelytten,  das  er  also  geritten  were.  Ach,  war  will  ich  armmer, 
wenn  sy  unimkoniniend?  iMagis  wirt  mich  on  gnad  [bb  209] 
ertoden.  Ks  wyrt  Öcb  recht  sinn;  wann  der  verrettery  tript, 
insunderheyt  gegen  sinem    guotten    friind  ,    der  sol  nüt  laben, 

»ft  nach  nieromer  mer  eer  haben,«  Damit  fiel  er  inn  ämacht 
nyder.  Sine  dienner  hattend  inn  wyder  uf  und  tröstend  inn 
zumm  basten,  so  ay  kondend. 


Wie  Kengnold  der  acht  grafiFen  eioer  ertodt,   do  er 
sine  fyeiid  gsach  gegen  im  konimen,  J 

so  Nunn    facht  an   die   erbermklich    hyst^rya   von   den  6er 

HÜn  Ammon,  die  ryttend  inn  iren  tod  durch  des  faltschen  ver- 
retterscben  künigs  Job  ans  rätt*  Und  oß  ursach  deren  ver- 
rettery, so  er  an  innen  begieng,  verlor  er  das  küngkrich  Gast- 
guunia  und  den  nanien,  das  nietimier  mer  kein  künig  da  sin 

8  10^  sy  bi,  25  amächt  hfl. 


tu 


it;  dann  syi  der  selbigen  zyt  bar  ist  kein  bekrontfcer  küni^ 

er    iun    Gas^^unya    worden.      Rengnold    und    sine    bruodern 
ttend    gegen  Vacollers.     Und    als  sy    rytteiid ,    fieng  Allnrd 
ze«ingen  vast  wol  ein  nüwes  liedly;    Guclmrt  und  llicbart 
hnlffend  imm.     Aber  ich  sag  üch,    das    nie  kein    lyrren  nüch   & 
psalroen  so    güettygklichen    thontteucl ,    aU  die  dry    brooderö 
suogend.     Ach,  was  erbermd  es  umm  dis  edel  rytter  w»s,  die 
ryttend   and  sungend  inn  iren  tod !  Sy  thettend  als  die  äffen, 
ie  da  singend  dtue  jär,    so  sy    sterben  sond.     Rengnold  reyt, 
in  höpt  gegen  der  erden  geneigt,    und  gsach    sine  bruodern  lo 
,  die  so  grosse  iröud  fuorttend,  undspmch:  »Ach  gott,  mit 
gebepteu   bänden  gegen  himei  durch  din  orenltricher  und 
Iger  namm  bit  ich  dieli  ^   das    dn  mich    und  mine  bruodern 
wärest    vor    dem  tod    und    gfangenschuft !    Wann  ich  weyü 
nüt^  wo  hin  wir  riitend ;  aber  mich   dunckt,  wir  ryttend  inn  ^^ 
;ro^e    geiärligkeyt.c     Do  er  sin    gebett    verbrächt    hatt,    do 
nrdend  imm  sine  ougen  naß  ui  forcht,  sinneu  bruodern  be- 
;heehe  etwas  Übels  yon  sinetwegen;  wann  es  gfiel  innen  nät, 
an  das  end  zeritten  ungewapnet.     Do  Allard  siu  bruoder  ^e- 
h  weinnen,  do  sprach  er  zuo  im:   »Ach,  min  bruoder,  waz  «o 
itt  dir?    leb  bab   dich    inn    grossen    sorgen    gsachen,    aber 
gsach  dich  nie  so  bösae  gstalt  füeren  als  yetz;    wauu    ich 
ab  dich    gsächen  weinnen    erst.     Des   ich    mich  verwundern; 
u      ^wnnn  ich  weyß  wol ,   diis  du  nüt    on  grosse   ursacb  weinest.« 
^^Kengnold  sprach:    »Lieber  bruoder,    mir    brist  nut«     Allard  ^& 
^Sprach:    >By  der  trdw,   die  ich  dir  schuldig  bin,  du  weinest 
^nüi  on  ursacb.     liüt  ist  der  tag,  daz  wir  mit  Karly  soud  ver- 
reint  werden ;    darumm  bit  ich  dich ,   das  du  von  dissem  leyd 
Uaieal,  und  lää  uns  frölich  rytten  und  sing  mit  uns!«   »Gernn^c 
sprach  Rengnold;    damit  heng  er  an  zeningen  so  wol,  das  es  ^ 
ein  lust  was  inn    zehoren.     8y  ryttend    so  vast  uff   ircn  e&len 
ingeud  und  schwätzend,  das  sy  inn  den  wald  Vacollers  kämend» 
un   will  ich    üch  von    der  gstalt   des  tobeis    sagen,      Ks  was 
j|n   fel§  VBst  böß  daruff  zekommen  ,    der  was   ummgeben  mit 
r  grossen  wälden,  dH  der  miust  mer  dann  ein  grosse  tagreyß  aa 
lg  was.     Und  wärend  fier  grosse  wasser  darumm;  das  gröst 


22  aigeod  he, 


112 


hieß  Geronda,  das  ander  Dordouna,  daz  dryt  Lora,  das  fierd 
Ballantzonn.  Und  wärend  weder  stett  nach  Schlosser  nach 
wanuungen  inn  zechen  raillen  niennert  darby*  Darutnm  was 
die  verretterj  dahinn  gesetzt,    wann    das    tobet    was  wyt  von 

ß  lütten*  und  was  och  da  ein  sträJa  mit  fier  wegen ,  der  ein 
gieug  ion  Franc k rieh,  der  ander  inn  Ili.spannia,  der  dryt  inn 
Gallitzia,  der  fierd  inn  Gaatgnnnia,  nnd  an  y etlichem  der  fier 
wegen  watend  wol  fönfl'  hundert  mann  yerhalten,  Kenj^nolden 
und  sine  briieder  zefachen  lebendig  oder  tod.     Also  kämmend 

10  sy  inn  ge.selschaft  der  acht  gräffen,  so  innen  der  künigJuhans 
zno  geben  hat,  die  wnfitend  wol  von  der  verrettery.  Do  ay 
Gergis  von  Thennemarck  ersach,  do  erschrack  er  und  sprach 
zuo  sinem  volck:  >Ir  heren^  ir  sind  mine  iinderthännen  und 
frnnd,  ir  wüssend,  das  Reiignold  min  fründ  ist;    darnmin  ich 

u  sinn  tod  nüt    begeren  sol,    und   bit   öch  all,   das   ir  im  nach 
sinen  brüedern  nut  th [legend.«     Sy  sagtend  all,  sy  wettend  sin 
gebot   thuon.     Diewyl    ryttend    Rengnold    und   sine    bruodern 
für  ungehindert  und   ryttend  inn  die  tieffe  des  tals.     Und  dofl 
sy  darin n    kämmend ,    futidend    sy    nieraraeri ;    des    sy    ser  er- 

»0  schräckend,     Do  das  Ällard  ersaeh,  do  sprach  er  zuo  Richard : 
*Waz  ist  das?   Ich  gsich  wol,    das  wir  verrätten  sind.     Waz 
dunckt  dich?    Ich    entsitz   mir   ab   Rengnolden,«     >Hab  keinfl 
sorg!«    sprach   Rychart,    »uns  wirt  nüt   dann  alles  guotz  be- " 
gegnen,  ob  got  will.«      »By  miner  truw,  min  bruoder,  das  hertz 

25  zyttret  mir;  ich   hab  all  min  laben   lang  nie  so  grosse  forcfat 
gehept,    wann  alle  harer  giind  mir  obsieh  ,    dar u mm  ich  mir 
vor  verrettery    besorgen»     Und    das   das    b5st    ist:    ich  entseß 
mir  nütf  wer  Rengnold  gewapnet  uff  Bayard  [bl,  210]  und  wirS 
öch.«     Er  sprach  zoo  Rengnold:  »Bruoder,  weß  warttend  wir 

ao  hie,  diewyl  wir  niemmen  findend?  Werind  zwentzig  ge wap- 
netter ryttern  hie^  sy  wurdeud  uns  hinweg  flieren  wie  thierer 
wyder  unsern  wylien.  Du  wottest  uns  nach  diner  frowen  nüt 
vnlgen,  darumm  ich  furcht,  du  werdest  nüt  der  wyll  haben, 
das  es  dich  verrüwe.     Wer  unser  frommer  vetter  bie,  und  du 

w  utf  Bayard  sessest,  so  fürchtend  wir  Karly  nach  all  sin  macht 
gar  nüt.     Ich  bit  dich^  laß  uns  wider  hinweg  rytten.     Es  istj 

24  t.  aam* 


113 

wärlicb  ein  thorheyt  länger  hie  zebeliben  ;  wann  ich  erkenn, 
das  uns  Karly  bar  bat  heyssen  kommen  als  tbierer,  mit  sebar- 
lott  bekleyt,  und  kan  nüt  ändert  gedencken,  dann  der  künig 
Jobans  bab  uns  verrätten.c  »Wärlicb,  bruoder,  du  sagst  wär,€ 
sprach  Rengnold ,  »icb  bab  sinn  war  genommen.  Nun  land  5 
uns  wider  bindersieb  ryttenic  Und  als  sy  wyder  bindersieb 
ryiten  wettend,  gsacb  Rengnold  nebend  sieb  und  gsacb  wol 
tussend  gewapnetter  ryttern  gegen  innen  kommen  inn  grosser 
yll  und  Felcker  von  Morrillon  zeforderst  mit  nyder  geheptem 
sper  gegen  Rengnolden.  Do  inn  Rengnold  gsacb  kommen,  10 
do  bekant  er  inn  woU  by  sinem  schilt.  Do  ward  er  als  zornig, 
daz  er  nüt  wu£t,  waz  er  thuon  sott,  und  spracb:  »Ach  gott, 
waz  wend  wir  armm  sünder  anfachen  ?  Ich  gsich  wol,  das  wir 
hüt  sterben  müessend.c  »Bruoder,€  sprach  Allard,  »waz 
sagstupc  »By  miner  trüw,<  sagt  Rengnold,  »icb  gsich  hie  iß 
grofi  jämmer:  hie  kumpt  Felcker,  der  will  uns  ummbringen.« 
Do  sy  Allard  gsacb,  do  fält  es  wenig,  das  er  nüt  unsinig  ward 
und  nüt  zuo  erden  fiel  von  grossem  leyd.  Do  Riebart  und 
Gncbart  das  ersächend,  do  fuorttend  sy  gros  leyd;  wann  sy 
zerkratztend  ire  antlyt  und  zogend  ir  bar  u&.  Allard  spracb:  so 
»Ach,  lieben  brnodern  Guchart  und  Richart,  hüt  ist  der  tag, 
das  wir  sterben  mtiessend  durch  bösse  verrettery.  Ich  bekenn 
wol,  das  uns  Rengnold  verrätten  hat.  Ich  hett  nieramer  mer 
vermeint,  daz  verrettery  inn  ein  so  edels  hertz  kommen  were, 
als  das  sin  ist.  Er  hat  uns  har  gfüert  wider  unsern  willen,  a6 
darumm  das  er  die  verrettery  wol  gewußt  hat.  Ach,  Reng- 
nold, Araons  von  Dordonna  sun,  wer  sei  yeramer  mer  einem 
mentschen  vertrüwen,  diewyl  du  unser  bruoder  bist,  und  band 
dich  für  unsern  heren,  und  du  hast  uns  wider  unsern  willen 
inn  tod  j^füert  und  hast  uns  schantlichen  verrätten.  0  Richart,«  30 
sprach  Allard,  »züch  diu  schwert  uia!  Wann  der  verretter  muoli 
gwüßlich  sterben  mit  uns.«:  Damit  zAigend  sy  all  dry  ire 
schwertter  uß  und  kämmend  gegen  Rengnolden  inn  nieinung 
inn  zetöden,  zornig  wie  löwen ;  wann  sy  vermeinttend  fürwär, 
er  bette  sy  verrätten.  Do  sy  Rengnold  gsach  kommen ,  do  35 
thet  er  nüt  der  glichen  sich  zeweren.  »Ach,«  sagt  Rychart, 
»was  ist  das,  so  ich  vermeint  zethuon  ?  Ich  wett  inn  nüt  unim 
aller  weit  gold    ertöden.«     Allard    und  Guchart  sagtend    och 

Haimonakinder.  ° 


114 


also,  vast  lejdig  umra  daz,  so  sy  gethän  haben  wottend.  Ällard 
sprach:  »Ach,  lieber  bruoder,  warumm  hasbu  uns  verratten? 
Wir  sind  weder  EngelUinder  nach  »Schotten,  simders  sind  all 
bniodern  von  einem  vatter    und  von  eioer  muotter  und  band 

6  dich  für  unsern  heren.  Durch  gott  sag  uns,  wannen  diase 
verrettery  kiimni !  Wir  sind  von  erlicbem  stammen  von  Gerold 
von  Rossillons,  von  Doon  von  Nantueyl,  von  des  hertzog  Beftes 
und  von  Gödtfrjdtz  von  Thennemarcks,  die  nun  ein  einige  ver- 
rettery nie  erdächt  haud ;  wie  hastu  sy  türffen  ino  sinn  nemmen  ? 

10  E«  ist  warlich  an  dich  übel  gehandlet»«  »Brnoder,«  sprach 
Rengnold,  >ich  hab  umm  üch  grösser  leyd  dann  urani  mich: 
ich  hab  üch  liar  gfüert  wyder  üwern  willen.  Aber  ist  es  gotz 
will,  so  will  ich  üch  wider  ummbar  bringen»  Befelchend  uns 
mit  gnottenj   bertzen  unser m  beren  ynd  gedenckeud  uns  red- 

16  lieh  zeweren  umm  üwer  eer  und  entsitzend  den  tod  nüt;  w^ann 
zesterben  mag  nieniraen  feilen ,  aber  er  mag  wol  eer  über- 
kommen»« »liruoder,«  sprach  Kichart,  >wiltu  uns  hälflfen?« 
>J&,«  sprach  Rengnold»  »des  sorgend  üch  Düt!t  Do  er  dyß 
geredt  hat,  do  kurt  er  sich  umm  gegen  den  gräfen  und  sprach 

io  zuo  innen :  >Ir  beren ,  der  künig  Johans  hat  üch  mit  uns  ge- 
schickt uns  zebeleytten,  uud  sind  harkommen  inn  üwer  Sicherung 
unsere  laben  verlieren»  Und  darumm  bit  ich  ucb,  das  ir  uns 
hiilffen  wellend,«  »Rengnold^«  sprach  der  gräf  von  Anio, 
»wir  hand    uns  hie    nüt  zesnmmen,   sunders    werdend  fluchen 

Iß  zum  beltisten  und  schneilisten  ,  so  wir  mögend,  unsere  laben 
zefristen»*  Do  sprach  Rengnold:  ^Hy  mineni  höpt,  ir  sind 
all  verretter !  Dariimm  will  ich  üch  allen  die  köpff  ab  schlachen.« 
>Bruoder,€  sprach  Allard,  twas  warttestu  so  lang?  Sy  sond 
bilHch  sterben,  diewyl  sy  verretter  »sind.«     Do  Hengnold  disse 

so  wort  verstuond,  do  zog  er  sin  schwert  uß  und  achluog  den 
gräffen  von  Anio  damit  utF  den  kopff,  das  er  im  den  zerepielt 
untz  uflF  die  zenn.  Das  was  och  billich ;  wann  er  was  der 
gsinn,  der  dem  künig  Johans  die  verrettery  geritten  hat;  im 
ward  och  zumni  ersten  gelonnet*     Do  er  tod  was,  do  fluchend 

S6  die  andren  sibeii.  liengnold  ylt  innen  nach,  aber  sin  esel 
fiel  under  imm  nyder»  Inn  der  warheyt  zuo  sagen,  was  Reng- 
nold so  lang  und  grolä,  das  inn  kein  roü  tragen  mocht  dann 
alleinn  Bayard;    wann  er   was   mer    dann  acht  schuocb  lang» 


I 


115 

Er  stuond  schnell  wider  uff  und  sprach:  »0  Bayard,  min  guot 
pfert,  waramm  bin  ich  nüt  uff  dir,  wol  gewapnet!  So  wett 
ich  min  tod  thür  verkoaffen.  Ach,  es  soll  min  tod  niemmen 
klagen,  diewil  ich  inn  mir  selbs  zuo  gefüegt  hab.<  »Bruoder,€ 
sprach  Gochart,  >waz  wend  wir  thuon  ?  unsere  fyend  kommend  6 
da  har.  Dnochie  es  dich  guot,  so  laß  uns  durch  das  wasser 
uff  dyssen  yelssen  rytien ,  so  mögend  [bl.  211]  wyr  uns  wol 
fristen. €  Rengnold  sprach:  »Waz  wurd  uns  das  fluchen  hälffen, 
wenn  wir  uns  nüt  möchtend  gefristen?  Ich  will  gewüßlich 
nüt  fluchen ,  ich  will  vyl  lieber  mit  eeren  sterben ,  dann  inn  lo 
schänden  laben. c  »Bruoder,<  sprach  Allard  zuo  Brcngnold, 
»laß  ans  abstän  und  nider  knüwen  und  got  unsern  schöpffer 
umm  hilf  und  gnad  an  rüeffen,  damit  und  er  uns  gnedig  sig 
an  nnserm  leisten  end.«  Rengnold  sprach:  »Du  retst  recht 
und  wyßlich.c  Damit  stuondend  sy  ab  und  ruofftend  gott  i6 
umm  hilff  und  gnad  an.  Und  do  sy  mit  grossem  begird  gott 
an  gerfieft  hattend,  do  ummfiengend  sy  ein  andren;  darnach 
sässend  sy  wider  uff  ire  essel,  und  Rengnold  sprach  zuo  sinnen 
bmodem  :  »Lieben  bruodem,  haltend  üch  manlich,  diewil  im 
also  ist ,  das  wir  nüt  enttrünnen  mögend. c  Und  do  Allard  20 
Rengnolden  also  hört  reden,  do  ummfieng  er  inn  mit  weinnenden 
ougen  und  sprach  zuo  im:  »Bruoder,  unser  ist  par  und  par, 
und  ich  bit  üch,  das  wir  ein  andren  nüt  verlässend,  diewil 
wir  das  laben  band.«  »Bruoder,«  sagtend  sy  zuo  im,  »wir 
wend  ein  andren  hälffen  mit  all  unserm  vermögen.«  Darnach  25 
zoch  yetlicher  sin  manttel  ab  und  wicklettentz  umm  ire  armm 
und  nämend  ire  schwertter  inn  ire  händ  und  fiengend  an  ire 
kry  schryen.  Rengnold  schrey  »Muntabant,«  Allard  »Jhesus,« 
Guchart  »AUantzon«  und  Richart  »Dordonna.« 

Wie  die  tier  sün  Amon  von  den  Frantzossen  angrytfeu  30 
wurdend ,    und    wie    Rengnold    Felcker  von  Morillon 
ertodt,  und  wie  Richart  uff  den  tod   verwundt  ward. 

Do  Felcker  von  Morillon  die  fier  sün  Ammon  gsach  kommen 
ungewapnet  on  einichen  hämisch   und  uff  iren  eslen  so  man- 
lich, do  erschrack  er  darab  und  schrey  llengnolden  zuo:    >Ir  36 
sind  inn  üwern    tod    kommen.     Ich    sagen    üch,    das  üch  der 

8* 


116 


varratfcen  hat,  der  uch  am  liepsten  hat:  das  ist  der  küni^ 
Johans.  Aber  band  gediilt:  ich  wyl  üch  ein  strick  an  hals 
legen.  Nunn  hast  du  jeiz  diu  pfert  Bayard  nut,  den  du  sovil 
gerytten  hast.     Wiltu  dich  ergeben  oder  wereii  ?  Din  %ver  wirt 

5  dich  wenig  nutzen,«     »Ft^lcker,«  sprach   liengnold  ,  »du  retst 
wie  ein  tfaier,     Vermeinstu,    das  ich    mich  Karlj   ergeh  nach  fl 
dir?  Ich  will  dir  vorhin  din  kopff  zerhowen ;  du  muost  innen 
werden,  wie  min  schwert  schnitt.     By  got,  Felcker,    dn  bist 
zeschälten,  das  du  uns  also  raördersch  ummbringen  wyt;  wann 

lö  es  ist  das  schantlichest  werch,  so  ein  ryfcter  thnon  mag,  ver- 
retterj  zebegän.     Aber  thuond ,   als  guot    frumm  edeOüt  und   ^ 
ritter  thuon  sollend!  Wiltu  uns  lassen  gän,  so  wend  wir  be-  H 
reytt   sinn  Karlj    ghorsamni    zesin ,    so    will   ich    dir    Bayard 
schäncken,  den  ieli  nüt  umm  aller  weit  gold  geben  wett,  des- 

i&  glichen  min  achlos  Muntabant.     Und  füerfe  keiser  Karly  krieg 
wider  dich  vonn  unsertwegen,  so  wend  wir  dir  mit  fier  hundert  fl 
ryttern  hilft! ich  sinn»     Und  wiltu  das  nüt  thuon,  so  thuo  ein 
anders,  als  ich  dir  sagen  will  j  so  kunipstu  ufs  allen  nachreden, 
dardurch  du  nüt  ein  verretter  geschulten  wyrst :  er  well  zwentzig 

10  rytter  der  besten,  so  du  hast,   und  stell  die  uff  ein  plan  wol 
gewapnet,   so   wend    wir   fier  mit   innen    strytten   also  unge- 
wapnei,    wie  wir  sind,    uff  unsern   eßlen.     Und    mögend  uns 
diiie  rytter  überwinden,    so  wend   wir  innen   unsern  tod  Ter-  fl 
tziehen.     Und   ob   gott    wette,    das   wyr  sy  überwundind,   ßo  ^ 

SB  soltu  uns  all  fier   wider  inn    unser  schloß  ritten  lassen.     Das 
ist  das,  so  ich  an  dich  beger  inn  almässen  und  dir  zuo  eeren,  fl 
und  not  mer.     Und  ihuostu  es  nüt ,    so  wyrstu  all  din  laben 
lang  ein  verretter  und  untrüwer  rytter  geachtet  und  gehalten.« 
>By  gott,€  sprach  Felcker,  >din  bredigen  wirk  dich  nüt  nützen.  H 

so  Ich  wett  wärlich  nüt  tussend  marck  gold  nemmen  für  das, 
das  ich  dich  inn  semlicher  gstalt  fuuden  hab.  Nun  ist  din 
Vetter,  der  lystig  Magis,  zewyfc  von  dir,  das  er  dir  nüt  ratt 
geben  kau;  darzuo  histu  zewyt  von  dinem  volck,  dariimm  du 
nüt  magst    von    innen    entschüt    werden,«     »By  niiner  trüw,« 

■6  sprach  Hengnuld,  »syt  das  du  nüt  andere  erhermd  Über  uns 
haben  wilt,  so  werend  wir  uütsöllend  lüt,  wenn  wir  uns  nüt 
warttind.«  Do  Allard  gsach^  day  sy  sich  weren  mnoßtend,  do 
sprach  er  zuo  Keognold:  »Bruoder,  wie  wend  wir  uns  schicken 


117 

zewer  gegen  dyssen  yerrettern?«  »Allard,c  sprach  Rengnold, 
>du  and  Gucbartt  mfiessend  die  nachhuot  haben,  und  ich  und 
Richart  wend  die  farhuot  haben.  Land  uns  mit  ein  andren 
inn  sy  ritten  und  manlich  inn  sy  schlichen !  L&nd  uns  hüt 
thuon,  das  es  ein  gedechtnuß  sig!  Ir  gsächend  wol,  das  wir  ft 
änderst  nüt  enttrünnen  mögend. c  »Lieber  bruoder,c  sagt  Alard 
zao  Guchart,  »wir  wärend  wol  betrogen,  das  wir  vermeinttend, 
unser  bruoder  hett  uns  yerrätten.  Er  thette  es  nüt  umm 
aller  weit  gold.c  »By  miner  trüw,c  sprach  Guchart,  »nun 
bin  [bl.  212]  ich  vast  fro ,  das  unser  bruoder  Rengnold  inn  lo 
unser  hylff  ist;  dann  diewyl  er  inn  laben  ist,  wend  wir  uns 
redlich  weren.  Aber  wenn  er  tod  ist,  so  beger  ich  nüt  mer 
ze  laben.«  Nach  dyssen  reden  mischlettend  sy  sich  under  ire 
fyend.  Deren  wärend  wol  drü  hundert  ritter ;  nüt  dester  minder 
wurdend  sy  nüt  sigloß,  sunders  wie  manlich  und  trüw  bruodern  i6 
ertzeigtend  sy  iren  fyenden  angsicht  der  ryttem.  Do  Felcker 
Rengnolden  gsach  kommen,  do  kam  er  gegen  imm  mit  nyder 
geheptem  sper  und  stach  Rengnolden  durch  sin  scharlott- 
manttel,  so  er  umm  sin  arnim  gewicklet  hat,  also  das  er  im 
durch  den  schänckel  stach,  uud  fiel  zuo  der  erden,  er  und  sin  20 
essel.  Do  Allard  den  stich  ersach,  do  sprach  er  zuo  sinnen 
bruodern:  »Ach,  wir  band  unsern  bruoder  Rengnolden  ver- 
loren, der  all  unser  hoffnung  was.  Nun  mögend  wir  nüt  ent- 
trünnen ,  das  wir  nüt  gfangen  oder  ertödt  werdend.  Es  ist 
vyl  weger ,  wir  ergebend  uns  uflF  dis  mal ,  dann  das  wir  uns  25 
werind ;  dann  syt  im  also  ist,  so  mag  uns  unser  wer  nüt  ge- 
bälffen.c  Do  Rengnold  Alard  verstuond,  do  sagt  er:  »0  du 
büsser  schalck,  waz  sagstu?  Mir  brist  nach  nüt,  got  hab  lob ! 
Ich  will  mich  thür  rächen,  e  ich  sterb.c  Und  stuond  damit 
wyder  uf  und  namm  das  sper  inn  bed  band  und  zog  sy  uß  so 
sinem  schänckel  mit  grossen  schmertzen.  Und  zog  sin  schwert 
ui3  und  sprach  zuo  Felcker :  »Wiltu  thuon  wie  ein  frommer 
ritter,  so  stand  ab  zeluoß!  So  wyrstu  gsächen,  waz  ich  kan.« 
Do  inn  Felcker  verstuond ,  do  kart  er  sich  gegen  imm  umm 
und  vermeint  inn  mit  sinem  schwert  uflf  das  höpt  zeschlachen ;  ss 
aber  Rengnold  kart  sich  ein  wenig  nebend  sich,  und  traf  inn 
nüt.  Inn  dem  erylt  Rengnold  Felckern  und  gab  im  ein  sem- 
lichen streich  uff    sin  helmm,  das  inn    nüt  verhüetten  mocht. 


zenn  zernpiel 

lo  er  imi   gsach  fallen,  sag^t  er  zuo 

verretter,    diu    nel    liabe    inemmer    mer    verzichung, 

fare  iiin   abgrundt   der  hell!«    Und    iiamoi  damit  siu 

6  pfert,  das  was  vast  guot,  und  sali  daruf  und  uiiram  sin  ^cbilt 
lind  sinn  sper,  das  er  itum  inn  sin  schänckel  ^esto^isen  hat, 
und  sprach  zuo  sinnen  hruodern :  »8ind  on  sorg!  Dann  diewyl 
ich  inn  Eben  bin  ,  muoß  Qch  iiöfc  beschechen.  Unsere  fjend 
mögend  wol  sagen,  sj  habend  ein  bosaen  uachpuren.«   Keng- 

10  nold  saö  imfc  nach  sinoni  wjllen  uff  dem  pfert,  wann  die  steg- 
reifF  wärend  im  zekurfcz ;  aber  er  hat  anders  zeschaffen,  dann 
sy  zelängern.  Und  do  er  gerüst  was,  do  h'efa  er  daz  pfert 
louffen  und  hat  sin  aper  nyder  gegen  dem  gräf  Agfedon,  also 
das  er  im    daa  yssen    durch  den    lib  <stach ,    und    tod  zuo  der 

ift  erden  fiel.  Darnach  zog  er  sin  seh  wert  u\k  und  schlaog  ein 
rytter,  daz  er  inn  nutz  uff  die  zenn  zerspielt.  VVaz  sol  ich 
üch  sagen?  Wussend,  das  Rengnold  inn  der  selbigen  stund 
fier  gräffen,  dry  hertzogen  nnnd  eynliflf  ritter  ertodt.  Und 
schrey   »Muntabantlc    so   vast   er  mocht,    und    schluog  damit 

20  Ruoprecbt,  den  heren  von  Dyasion  ,  der  was  des  hertzog  von 
Burgundias  sun,  so  herttenklichen  ,  duz  hälm  und  höpt  zuo 
der  erden  fiellend.  Demnach  ertodt  er  nach  einer  nebend  imm 
mit  grossem  sehmertzen.  Do  er  die  grossen  gethätten  be- 
gangen hat,  do  gsach  er  iimm  eich   und  gsach  aine  bruodern 

26  nüt  mer;  des  er  aer  erschrack.  »Ach  got,<  sagt  er,  »war  sind 
mine  bruodern  hinkommen?  Ich  furcht»  wir  werdend  ein  andren 
nüt  mer  gsächen.«  Inn  dem  gsach  er  Alard  gegen  im  komen, 
der  hat  ouch  ein  pfert  gwunnen,  ein  schilt  und  ein  sper,  und 
Gnchart  mit  im.     Und  sprach  zuo  Rengnold:    »Bruoder,    biß 

so  gautz  sicher,  das  wir  dich  nüt  verlüssen  wend  untz  inn  tod!« 
Do  die  fier  bruodern  wider  tzsammen  kommen  wärend,  do  be- 
giengend  sy  ein  groß  bluotvergiessen  ob  den  Frantzossen,  das 
innen  keiner  torfft  genachnen  ;  wann  alle  die»  so  sy  eryltend, 
muoßtend  sterben.     Darab    die    fyend    ser  erschräckend,    und 

SB  sprach  einer  zuo  dem  andren:  »Warlich  übertrift  diß  alle 
wunder.  Ich  mein ,  sy  sigend  tüffel  und  nüt  rjtter.  Nunn 
länd  uns  innen  ein  sturmm  geben  zuo  allen  ortten !  Dann  labend 
sy  lang,  so  werdend  sy  uns  grossen   schaden  tbuon,<     Damit 


I 

I 

1 

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119 

rittend  ej  so  herttenkliehen  uß  sy,  das  syfi  von  ein  andren 
zertranttend.  Aber  Rengnold  fuor  durch  sy  all,  und  Allard 
im  nach.  Riebart  flocb  gegen  dem  felssen  Muntbrant.  Und 
Guchart  beleib  zefnofi,  wann  sy  haltend  im  sin  essel  under 
im  erstochen  und  inn  Übel  verwundt,  und  ward  gfangen.  Und  6 
bundend  im  band  nnd  füefi  und  leittend  inn  uff  ein  roßly  inn 
gstalt  eines  sacks  mit  kern.  Ir  send  wüssen,  das  man  im  wol 
nach  kommen  were  von  wegen  der  bluotztropffen,  so  uß  sinnen 
wnnden  fiellend.  Und  fuortend  inn  also  scbantlichen  wie  ein 
dieb  scblachend  und  sagtend  zuo  im ,  sy  wettend  inn  Early  lo 
bringen,  der  wurde  inn  häncken  lassen  Berchtolden  tod  ze- 
rächen,  den  Elengnold  ertödt  bet.  Do  Rengnold  gsach,  das 
man  sin  bruoder  so  scbantlichen  hinweg  fuort,  do  ward  er 
schier  toub  nnd  sprach:  »Ach  got,  waz  wird  ich  thuon?  Läßt 
Karly  min  bruoder  häncken,  so  wird  ich  niemmer  mer  fröud  i& 
inn  minem  bertzen  haben  und  wirden  niemmer  mer  an  kein 
häf  kommen,  wenn  ich  inn  nüt  entschut,  das  man  mir  es  nüt 
mit  dem  finger  zeige,  und  werdend  sagen :  »Gsächend  da  Reng- 
nolden,  den  sun  Ammon,  der  sin  bruoder  häncken  ließ  und 
torft  inn  nüt  entschütten  ic  Warlich,  c  sprach  er  zuo  Allard,  ao 
»bruoder,  ich  will  ee  sterben,  dann  daz  ich  min  bruoder  nüt 
entschüt.c  »Bruoder,€  sprach  Alard,  »nunn  ryt  vor  dannen, 
8o  wil  ich  dir  nach  rytten.«  Do  er  das  verstuond,  do  warff 
er  sin  schilt  hindersich  und  begab  sin  lib  also  manlich  dar 
wie  ein  low;  wann  eß  galt  imm  glich  umm  sin  laben.  Wann  36 
ir  gsächend  nie  kein  zimberlütt  [bl.  213]  so  lutt  streich  inn 
holtz  geben,  als  Rengnold  uff  sine  fyend  gab;  wann  er  zer- 
hüw  kopff  und  schänckel,  also  das  es  ungloublich  zesagen  ist. 
Und  muo&tend  im  sträs  geben,  sy  wettend  oder  wettend  nüt. 
Es  gäbend  im  vyl  weg  Gergis  zelieb;  wann  sy  wußtend  wol,  so 
das  er  der  fier  sün  Amon  fründ  was.  Do  Rengnold  durch  sy 
kam ,  sagt  er  zuo  dennen ,  die  sinn  bruoder  Guchart  hinweg 
fuortend:  »Land  den  rytter  gän,  ir  yerretter!  Wann  ir  sind 
nüt  wyrdig  inn  an  zerüeren.«  Do  sy  Rengnolden  gsächend, 
do  erschräckend  sy  so  übel ,  daz  sy  die  flucht  nämend  und  ss 
»agtend:  »Hie  kumpt  alle  weit!«   Do  das  Rengnold  ersach,  do 

« 
12  zerachen  hs. 


120 

sprach  er  zuo  AUard :  »Gang,  bruoder,  entbind  iinserii  bruoder 

und  heyß  inii  uff*  ein  pfert  sitzen ,  und  kommend  mir  nach  ! 
Wann  die  verretter  sind  sigloü;  Karly  wirt  irer  zuokunfft  nüt 
fro  ain.«  »Brooder^c  sprach  Allard,  »ich  wils  thnon,«  Sy 
ryttend  zuo  Guchart  und  entLmndend  inu.  Und  saß  uflP  ein 
pfert,  ein  schilt  um  hals  und  ein  sper  inn  sin  hand. 

Wie  llicliart  uff  «leo  tod    verwundt    ward,   imtl  wie 

er  sich   an    dem  räch ,    der  ino  verwundt  hat ,    und 

wie  sine  bruodern  groß  nott  erlyttend. 

»  Also  ryttend  die  dry  broodern  mit  ein  andren ,   und  der 

fierd  etreyt  allein,  das  was  llicliart,  der  man  lieb  est  nach  Iteng- 
nokh  Aber  sy  hattend  im  sin  essel  under  im  erstochen,  und 
was  übel  wund;  aber  er  hat  iüntf  gr äffen  und  fiertzechen  rytter 
ertödt.     Und  was  so  ifbel  wund,  daz  er  sich  kiimni  mer  werren 

u  mocht,  Sünders  verbarg  sich  omm  den  felssen  nmmhar.  Inn 
dem  kam  Gerold  von  Falckoffet,  Felckers  vetter;  den  hat  er 
tod  funden,  des  er  gro&  leyd  fuort  und  sagt:  »O  edler 
rytter,  wann  ist  es  ein  grosser  schad  umm  din  tod!  Der  ist 
nüt  min  fründ ,    der  dich  ertödt  hat;    aber   ich   will    din  tod 

jo  rächen.«  Damit  kam  er  an  den  felssen  und  hat  sin  sper  nyder 
gegen  Richart  und  stach  im  durch  den  manttel,  den  er  umm 
den  armm  hat,  und  sties  im  daz  sper  inn  Hb,  also  das  er  zuo 
der  erden  fiel  und  im  die  kutlen  haruß  fiellend.  Und  Gerold 
sprach:    »Nun    sind  die  Her    silri  Amraon  zerteylt ,    wann  ich 

BB  hab  innen  ertödt  den  manlichen  Richart;  die  andren  werdend 
öch  ertödt  oder  gfangen,  gipt  mir  got  gsuntheyt,  und  will  sy 
Karly  bringen,  der  wyrt  sy  lassen  häncken,  so  bald  er  sy  hat« 
Do  tiichart  ein  wenig  wider  zeräcbt  karam ,  do  stuond  er  uf 
und  namm  sin  kutlen  inn  sine  händ    und  stieia    sy  wider  inn  i 

30  sinn  lib  und  zog  sin  seh  wert  nfi  und  sprach  zuo  Gerold:  >Üu 
verretter,  dir  muoß  din  Ion  werden.  Es  miioß  minen  bruodern 
nüt  ufgehept  werden,  du  habest  irnn  bruoder  ertödt,  das  dir 
der  Ion  nüt  darumm  worden  sig.«  Damit  schluog  er  Gerolden 
uff  sin  hälm;   aber  der  streich  schlipfft  ab  so  herttenklichen, 

aß  daz  er  im  die  achÜlen  und  den  armm  ab  hüw.  Er  namm 
ein  andren  streich ,   also  das  er  inn   tod  zuo  der   erden  falt 


121 

Und  sprach  zuo  im:  »Gerold,  es  were  dir  weger  gsin,  du 
werest  nie  harkomroen.  Du  hast  dich  vast  gerüenipt;  aber 
da  magst  dich  nun  fürhinn  nüt  mer  berüemmen,  du  habest 
der  fier  sün  Amon  einer  ertodt.«  Do  er  djß  geredt  hat,  do 
fiel  er  inn  ämmacht  nyder.  Und  do  er  ein  wenig  wider  ze-  & 
rächt  kam,  do  fieng  er  an  sin  bruoder  beklagen  und  sprach: 
»Ach  Rengnold,  uff  den  hüttigen  tag  wirt  sich  unsere  guotte 
gselschaft  scheyden!  Ach  du  schloß  Muntabant,  ich  befilch 
dich  unserm  heren;  dem  geliebe  durch  sin  götliche  erbermd, 
daz  din  her,  min  bruoder  Rengnold,  wider  dahin  kommen  mög  lo 
inn  laben!  0  du  nütsöllender  künig  inn  Gastgunnia,  warumm 
hastu  uns  verrätten  und  yerkoufft?  Du  soltest  es  nüt  gethän 
haben.«  Darnach  sprach  er  mit  weinenden  ougen:  »0  vatter 
der  eeren,  ich  bit  dich,  entschüt  mine  brüeder !  Wann  von  mir 
mögend  sy  kein  hylf  mer  haben,  wann  ich  bin  am  end  mines  15 
läbens.  Ach  yatter  Amon,  wie  yyl  jämers  band  wir  von  dir, 
da  du  wol  darvor  werest  gsin!  Ach,  waz  leydes  wyrt  unsere 
muotter  haben ,  wenn  sy  vernemmen  wirt  irer  sünen  tod  U 
Yetz  will  ich  üch  von  den  andren  dry  bruodern  sagen.  Die 
siryttend  vast  manlich  wider  ire  fyend  ;  aber  ire  wer  hett  innen  20 
wenig  gehulffen,  das  sy  ni1t  all  ertodt  oder  gfangen  werend 
worden ,  wo  nüt  ein  ängen  weg  gsin  were  by  einem  velssen, 
dahinn  man  nüt  zuo  innen  kommen  rooeht,  dann  fornnen  zuo- 
har.  Rengnold  sprach  zuo  Allard :  »Bruoder,  war  ist  Richart 
hinkommen?«  »Warlich,«  sprach  Alard,  »ich  hab  inn  sidhar  25 
nüt  mer  gsächen,  syt  das  wir  nebend  der  thannen  stryttend. 
Ich  bitten  gott ,  ist  er  tod,  das  er  die  sei  habe.«  »Ich  will 
wüssen,  wo  er  sig,«  sprach  Rengnold.  »Bruoder,«  sagt  Alard, 
»wiltu  mir  volgen,  so  luogst  nüt.  Wir  mögend  im  nüt  ge- 
hälffen ,  [bl.  214]  wann  die  nott  ist  zegroß ,  und  gloiib,  wir  30 
werdend  och  umrakommen  vor  nacht.«  »Ach  got,«  sagt  Reng- 
nold, »wend  wir  unsem  bruoder  verlänV«  Alard  sprach:  »Ich 
weyli  im  nüt  zethuon.«  vDaz  ist  niirsch  geredt.  Wann  ich 
will  von  des  todes  wegen  nüt  lassen ,  daz  ich  nüt  luoge ,  wo 
er  sig,  und  sott  ich  alleinn  rytten;  wann  ich  wyll  inn  tod 1 35 
oder  läbendig    finden,   geb  wo   er  sig.«     Damit   stach    er  inn 

♦ 
6  zerftcht  zao  recht  hs. 


122 

t  und  reyt  an  den  felssen,  Do  inn  die  gsächend ,  so 
Richarden  dahino  gejagt  batteiid,  nnd  sine  »wenn  bruodern, 
do  niachtend  »y  sich  inn  die  flöcht.  lieiijiTiiold  reyt  ein  wenig 
ob  sieb    und  ersach   Ifichart,    der  lag    am    herd    niid  hat  sine 

&  thermm  an  sinnen  armmen,  und  umni  inn  Jagend  vyl  todter 
lütten,  die  er  ertüdt  hat.  Do  inn  Ueng  nold  ersach,  do  nach  et 
er  sich  zao  im  und  saL^  ab  und  ku&t  inn  mit  weinenden  ougen, 
do  er  gsach,  daz  er  aldo  wund  waa,  und  sprach  7Aiö  im:  »Ach, 
lieber  brnoder,  nun  ist  unsere  gseischaft  und  Jugend  verloren 

10  durch  verrettery!  Wer  hett  vermeint,  daz  inn  einem  so  edlen 
hertz  verrettery  gsin  were,   als  inn  des  künig  Johans?    Ach, 
minn  bruoder,  diu  lyden  ist  mir  vast  leyd:    ich  bin  sinn  ur-fl 
flach.     Nun  well  gott  nüt,  daz  ich  enttrüue,    syt  daz  du  tod 
byst;    doch   byt  ich  inn,  daz  ich  diu  tod  rächen  niög  an   den 

u  verrettern,  ee  ich  sterbe,«  Als  Uengnold  sin  bruoder  Kichart 
beklagt,  do  gsach  er  bindersich  und  gsach  mne  zweu  bruodern 
sigloß  zuo  im  kommen,  die  schruwend:  »Bruoder,  waz  thuostu? 
Sitz  uff  din  pfert  und  knm  uns  entschütten,  oder  wir  sind 
tod.*     Do  liichart  Allarden  verstuond ,  do  thet  er  die  ougen 

to  uf  und   sprach    zuo  Rengnold :    >Waz   thuostu  hie,    bruoder? 
Besieh   dyssen    velssen ,    der    ist    vest    und    ist   voll    steinoen ; 
möchtend  wir  daruf  kommen,  so  gloub  ich,  wir  möehtend  uns  fl 
wol  enthalten  vor    unser n  fyenden*     Wann    es  mag  nüt  gsin, 
das  unser  vetter  Magia    unsern  handel    nüt  vernem ;    darum  tu 

«  hoffen  ich,  er  werd  uns  kommen  entschütten.  Wett  got,  daz 
er  bie  were!«  >Nun  sag  mir  au,  lieber  bruoder,  wie  ist  dir? 
Dunckt  dich,  daz  du  nach  genässen  sollest?^  »Ja,*  sprach 
Richart,  »wenn  du  euttrünat,  aust  nut ;  wann  mit  allem  wee, 
so  ich  bab,  hab  ich  so  grosse  forcht,  dir  bescbech  etwaz,  daz 

SD  ich  wol  sterben  möcht.«      Do  Uengnold  Richarden   verstuond, 
do  ruoft  er  Älard  und  sprach:  »Allard,  nimm  Richarden  und 
trag  inn  inn  den  felssen!  So  wend  ich  und  Guchart  weg  macheu.«  fl 
»Ich  wils  tbuon,«  sprach  Alard.     Damit  saß  er  ab  und  nanim 
Richarden  inn  sine  armm,  und  Rengnoid  und  Guchart  machtend 

36  im  weg,  und  brach tend  sovil  ze wagen,  daz  sy  inn  den  velssen 
kämmend.     Aber  Uengnold  begieng  da  wunder harliche  rytter-  M 
schafft,    das  all  sine  fyend  erscbräckeud ;   wann  er  ertodt  an  " 
dem  end  wol  tryssig  rytter.     Kein  wild  sehwinn,   tyger,  low 


128 

Dach  begiengend  uie  sovyl  mit  iren  lyben  als  Rengnold ;  wann 
es  galt  im  glich  umm  sin  laben;  wann  er  was,  als  were  er 
ansinnig.  Do  sy  inn  dem  velssen  wärend,  do  fiengend  sj  sich 
an  schnell  weren  ;  aber  ich  weiß  nüt,  wie  syß  erharcn  mochtend, 
wann  sy  hattend  kein  schirmm  dann  den  feksen.  Und  als  6 
sich  die  dry  bmodern  mit  grosser  nottwarttend,  do  kämm  Gergis 
ron  Thennemarck  sampt  sinem  volck  inn  geselschaft  Mungon 
von  Ficka  und  des  gräf  Guymardtz,  die  schruwend  Rengnolden 
zuo:  »Rengnold,  du  muost  ufif  den  hüttigen  tag  sterben.  Du 
wert  thorrechtig ,  do  du  dem  künig  Johans  glouptest ;  wann  lo 
er  hat  üch  verrätten.c  Do  Allard  ein  so  grosse  zal  volcks 
gsach  kommen,  do  ward  er  vast  zornig  und  sprach  zuo  Guchart: 
»Gsich,  wie  uns  grossen  schmertzen  zuo  gerüst  ist!  Werind 
unser  fänffhundert  wol  gewapnetter,  so  wurd  unser  nüt  einer 
enttrünnen.c  >Sicherlichen,€  sprach  Richart,  »gedenckt  gott  i» 
unser  nüt,  so  sind  wir  tod.c  Demnach  sprach  Alard  zuo 
Renguold:  >Ach,  lieber  bruoder,  verlieh  uns  ein  gab  umm 
gotz  willen  !c  »Lieber  bruoder,«  sagt  Rengnold,  »waz  begerend 
ir?  Ir  ge»chend  wol,  daz  ich  üch  niennertmit  gehälffen  mag, 
und  muoß  üch  hütt  gsächen  sterben  vor  minnen  ougen.  lo 
Sagentz  frölichlc  >Bruoder,€  sagt  Alard,  »man  spricht  inn 
einem  gmeinnen  sprüchwort,  es  sig  weger  ein  schaden  ent- 
pfangen  dann  zwenn;  das  sag  ich  darumm:  kunipstu  umm, 
so  wirt  der  schaden  und  verlurst  niemmer  mer  widerummhar 
brächt,  wann  es  wirt  dich  niemmen  mögen  gerächen;  aber  m 
umm  uns  wirt  es  nüt  ein  grosser  schad  sinn,  wann  du  wirst 
uns  wol  rächen.  Und  darumm  bittend  wir  dich,  lieber  bruoder, 
amm  alle  die  dienst,  so  du  uns  zethuon  begerttest,  daz  du 
hinweg  ryttest,  und  wir  hie  belibend.  Und  wenn  der  tod 
kumpt,  wend  wir  inn  willigklich  ufif  nemmen.  Und  bittend  so 
dich,  das  du  gen  Muntabant  ryttest,  und  läfs  dich  wapnen  und 
sytz  uflf  Bayard  und  bring  unsern  vetter  Magis  mit  dir;  also 
magstu  uns  entschütten.«  »Bruoder,«  sprach  Rengnold,  »da 
retst  torlichen.  Ich  wetz  nüt  thuon  umm  aller  weit  gold. 
Ich  were  wol  schantlich  und  böß,  wenn  ich  dir  volgette.  Sott  w 
ich  üch  inn  so  grosser  nott  lassen V  Ich  will  ee  in  tussend  stuck 

* 
15  enttrunnen  bs.        19  uch  hs.  20  oügen  hs. 


124 


zerhowen  werden.  Wir  wend  enttrünneii  oder  sterben  mit 
und  by  ein  aodreu.  Nun  well  uns  unser  her  Jhesuchrist  iiß 
disser  nott  entledigen ,  der  tod  und  lUiirbfcer  für  uns  geljtten 
hat!«    Inn  dem   kämm  der    gräf  Guymard  dabar,    der  sprach 

ft  zuo  Rengnold:  »Rengnold,  du  bist  gfaugen,  oder  ir  müeasend 
sterben,  darumm  das  ir  dem  künig  Johans  glÖpt  band  Daz 
was  ein  torbeyt  an  ücb  ,  wann  er  hsit  üch  Karly  zekouffen 
geben,  der  öch  so  gar  basseL  Ir  band  inn  lieber  gehept  dann 
üwern  vetter  Magis.    Er  hat  öch  die  groü  liebe  wol  vergylten, 

jo  die  ir  imm  ertzeigt  band.  Sag  an,  Rengnold,  wiltu  dicb  er- 
geben oderweren?«  Rengnold  sagt:  [bl.  215]  *  Du  reist  nmm 
suat,  Icii  wylJ  mich  nüt  ergeben,  icb  will  vyl  lieber  sterben 
wie  ein  rytter  dann  erhänckt  werden*«  »Rengnold,«  sprach 
Gergis,  »wie  soll  ich  thuon  ?  Ich  darf  dir  iiut  ghälffen-     Er- 

16  gib  dich!«  »Gorgis,«  sprach  Rengnold,  >by  dem  gott,  der 
mich  gescbaflfen  hat,  ich  will  mich  niemmer  ergeben.«  >lr 
heren,«  sprach  der  gräf  Guymard,  »land  syß  angriffen!  Waz 
wend  sy  thuon?  Sy  mögend  uns  nut  lang  wyder  stän,«  »Ir 
mögend  sy  wol  angriffen,    wenn  ir  wend;    wann  ich    will  sy 

20  nüt  angryffen,  dann  sy  sind  miue  fründ.  Doch  will  ich  innen 
Scb  nüt  hälffen,  wann  ich  %vill  min  eyd  nüt  feltschen,«  Damit 
reyt  er  wol  eins  armmbrustz  schütz  wyt  bindersich  und  fieng 
an  ein  so  gros  leyd  füeren,  als  ob  er  ggecbe  alle  weit  enden 
vor  im,  und  sprach:    >Ach,  lieber  vetter  Rengnold,  wann  ist 

Äft  es  ein  so  grosser  schad  unim  dich!  Und  ich  arbentselüger 
muofi  dicb  gsäcben  sterben  und  darf  dir  tiöt  glmlfferi;  des  ich 
bekümmert  bin.« 


I 

I 
I 


Wie  sich  die  fier  gebniodern  inn  dem  velssen  uffent- 

bieltend,  iintz  innen  hiljff  kämm. 

Das  buoch  sagt,  das  sich  Gergis  redlich  hielt  des  tags, 
wann  die  fier  sün  Amon  enttrunnend  durch  sin  willen;  dann 
hetfc  er  ghulffen  ,  so  werend  sy  inn  keiner  gstalt  enttrunnen. 
Aber  (als  man  spricht  gmeinlicben)  gnot  bluot  mag  nüt 
lieggen.     Vor   dem    felssen    wärend  fier  gräffen,   die  griffend 

♦ 
18  IrJ  B.  anm. 


125 

die  fier  sün  Äraroon  an  mit  grosser  gselschaft  an  iier  enden, 
deren  Rengnold  die  zwey  verhnot;  wann  Kichart  mocht  im 
nüt  gehälffen.  Guchart  yerhuot  die  andren  zwey  end ;  wann 
Ällard  was  übel  wand  durch  den  einen  schänckel  worden  mit 
einem  pfil  und  hat  sovast  blüett,  das  er  zuo  der  erden  fiel.  6 
Und  do  er  gsach,  daz  er  sich  nüt  mer  weren  mocht,  do  sprach 
er  :  »O  lieber  bruoder  Rengnold,  ergebend  uns!  Wann  Richart 
und  ich  mögend  üch  nüt  mer  gehälffen.c  »Bruoder,€  sprach 
Rengnold,  >waz  sagstu?  Nunn  ertzeigstu  yetz,  daz  du  nütz 
wert  bist.  Hett  ich  nüt  vermeint  zenttrünnen ,  so  hett  ich  lo 
mich  hüt  am  morgen  gfangen  geben.  Du  weyst  wol,  wenn 
wir  inn  Karlys  hend  kommend,  das  uns  alle  weit  nüt  wjder 
kooffen  mocht,  das  er  uns  nüt  häncken  ließ.  Darumm  will 
ich  mich  inn  keiner  gstalt  nüt  ergeben.  Älard,  hilf  uns  im 
nammen  Jhesus!  Wann  wir  torffend  sinn  wol.<  »Du  sagst  i6 
wär,€  sagt  Alard,  »aber  du  magst  nüt  giouben  ,  daz  ich  so 
schwach  binn  und  mQed;  wann  ich  binn  uff  den  tod  verwundt.c 
>Daz  ist  mir  wärlich  leyd,€  sprach  Rengnold.  Der  Reng- 
nolden  hett  gsachen  die  grossen  steinn  nemmen  und  uff  sine 
fyend  werffen,  der  hett  gsagt,  er  were  nüt  wund  nach  müed  so 
gsinn.  Do  Richart  daz  groß  gschrey  verstuond,  so  die  fuorttend, 
so  den  felssen  sturmptend,  do  huob  er  das  höpt  uf  und  sprach 
zuo  Rengnold:  »Bruoder,  ich  will  dir  hälffen.  Aber  ho w  mir 
Ton  minem  hembd  und  verbind  rair  rain  sytten,  daz  mir  mine 
therm  nüt  uß  minem  buch  fallend ,  so  will  ich  mich  zewer  26 
stellen.«  Do  inn  Allard  verstuond ,  do  schampt  er  sich  übel 
und  namm  wyder  stercke  inn  sich  und  kam  an  die  were  und 
sprach  zuo  Gergis:  »Vetter,  wie  haltstu  dich  mit  dineni  ge- 
schlächt?  Ich  sag  dir  wärlich,  daz  es  dir  übel  vergulten  wyrt, 
entschütstu  uns  nüt ,  und  wirt  dir  an  allen  enden  uf  gehept,  30 
du  habest  dine  fründ  lassen  ertöden.«  Do  inn  Gergis  ver- 
stuond, do  ward  er  vast  bekümmert  und  hett  groß  guot  geben, 
daz  er  sy  hett  dörffen  entschütten.  Er  kam  an  den  felssen, 
ein  Stacken  inn  siner  band,  und  sprach  zuo  dennen  ,  die  den 
felssen  sturmptend:  »Ryttend  hindersich ,  untz  daz  ich  mit  »6 
innen  ein  wenig  gereden ,  zeerkunnen ,  ob  sy  sich  ergeben 
wellend  oder  nüt.  Dann  es  ist  vyl  weger,  wir  habend  sy 
läbendig  dann  tod.«     »Her,«  sagtend  sy,  »wir  länd  sy  üch  in 


126 


I 


I 


huot  von  Karlys   wetzen,  t     Er  reyt   zenecfast   an    den    felssen 

uud  ruofft  sinnen  vettern  und  spracli ;  »Lieben  vettern,  rnowend 
und  verschnnffimd  ein  wenig;  sind  ir  wund,  so  verbindend 
Üwer  wunden,  und  vermachend  ilch  wot  mit  steinnen  und  werend 

b  üch  mit  all  äwerm  vermögen !  Dann  mag  öch  Karly  beträtten, 
so  wirt    er  üeh  on  erbermd  töden  lassen.     Ich  weyß,    wennß 
Magia   vernimpfe»    daz    er    uch    kommen    wyrt    entscliütten.«   _ 
»Vetter,«  sagt  Ällard,  »dir  mnoü  wo!  gfdonnet  werden,  mögend  f 
wir  neyßwann  enttrünuen,«     »Du  sagst  war,«    «prach    Reng- 

lonold;  »dann  mag  ich  enttrünnen,  by  dem  got,  der  tod  und 
martfcer  für  uns  leyd,  aller  weit  gold  mag  inn  nut  verhüetten, 
daz  ich  inn  nüt  mit  minen  henden  ertöde.  Ich  hassen  inn 
wyrfi  dann  die  frömden  ;  wann  er  ist  der,  so  uns  sott  hiilffen 
wider  luengklichen ,    und  er  ist  der ,    der    uns    am    mengesten 

16  zeleyd  Üiuot.«  »Vetter,«  sprach  Gergis ,  »ich  kau  im  nüt 
Ihuon;  wann  ich  muoüt  Karly  schweren  vor  aller  herschaft, 
daz  ich  üch  nüt  bälffen  [bl.  216j  wett  inn  keiner  gstaU,  Und 
umm  das,  so  icb  tlmon  ,  bin  ich  sicher,  das  mir  Karly  nät 
darumm  dancken  wyrt.«     Es  was  öch  war,  dann  er  ward  ein  M 

ao  verretter   geschulten,      It^ngnold    verband    sinen    brnodern    ir  ■ 
wunden  xumm  basten  ,    so  er  mocbt»     Aber  ßiciiartz    wunden 
was  so  grussamm  'zesächen,  daz  es  ein  erbermd  was;  wann  all  ■ 
sine  therm m    giengend  im    über  die   wunden  uü,     und    do  er 
sy  verbunden  hat,  do  verband  im  AUard  sine,  so  er  im  schänckel 

3&  hat.  Do  sy  ein  wenig  geruowt  hattend,  gieng  Rengnold  im 
velasen  nmmhar  und  saralet  steinn,  duz  sy  sich  weren  köndend, 
und  versorget  all  wer  innen,  da  sine  brüeder  sinn  sottend.  Do 
die  Frantzossen  gsaehend,  das  Gergis  zelang  da  wott  sinn,  do 
fiengend  sy  an  sagen :  »Her  Gergis,  ir  bredigend  zelang.  Sagend 

so  uns,  ob  sy  sich  ergeben  wellend  oder  nut«  »Nein,«  sagt 
Gergis,  »diewyl  sy  daz  Hiben  band  «  *Hy  unser  trüw,  wir 
wend  sy  angriffen,«  sagten d  die  Frantzossen,  Gergis  sprach  : 
»Ich  sagen  üch  zuo,  daz  ich  innen  hälffen  wilh«  Do  der  gräf 
Gaymard  Gergis  verstuond,   do  sprach  er  zuo  im:    »Wir  ge- 

sfr  biettend  uch  nß  geheyß  des  keyssers,  daz  ir  inn  stritt  kommend 
mit  uns,  als  ir  verheyssen  band*  Eis  sind  och  vyl  rytter,  die 
von  üwertwegen  nüt  stritten  wend>«  »Ir  heren,«  sprach 
Gergtü,  »ich  bit  üch  timm  gnad.     Ir  isüssund  woi,  daz  sy  mine 


127 

Tettem  sind.  Ich  bit  üch,  das  ir  sy  mit  friden  lassend,  so 
will  ich  üch  groß  gäben  geben.«  »Gergis,«  sagtend  die 
Prantzossen,  »wir  wentz  nüt  thuon ;  wann  wir  wendtz  Karly 
bringen  und  im  sagen  daz,  so  ir  tban  band;  so  wirt  er  üch 
Übels  darumm  verjechen  sin  laben  lang.«  Do  Gergis  dysse  5 
wort  yerstuond,  do  ward  er  vast  zornig  und  sprach :  » By  der 
irüw,  die  ich  minnen  fründen  schuldig  bin,  ist  etwar  under 
ficb,  der  so  frisch  sig  sy  zefachen,  daz  er  sy  KatIj  über  gebe, 
dem  will  ich  den  kopff  ab  howen,  geb  wie  es  darnach  gang.« 
>6ergis,€  sprach  der  gräf  Guymard,  >wir  wentz  darumm  nüt  10 
underwegen  län,  daz  wir  sy  nüt  fachend,  und  wenn  wir  sy 
hand ,  so  wend  wir  gsachen ,  werfi  uns  nemmen  well.  Wir 
wentz  Early  wol  können  sagen.«  Damit  griffend  sy  den  velssen 
an.  Rengnold  und  sine  brüeder  warttend  sich  manlich.  Do 
Rengnold  sovil  volck  gsach,  do  sagt  er:  »Ach  iVlagis,  lieber  15 
Tetter,  wo  bistu,  daz  du  nüt  unser  jämmer  weyst,  du  kemmest 
ans  snst  entschütten.  Aber  du  weist  es  nüt,  des  ich  gantz 
zornig  bin.  Ach,  wie  bin  ich  so  närsch  gsinn,  daz  ich  dich 
nüt  rätz  gfräget  hab !  0  Bayard,  seß  ich  ufif  dir,  ich  wett  inn 
dissem  velssen  nüt  beliben,  sunders  Karly  niUe&te  sin  der  besten  20 
ryttem  verlieren.«  Und  gehuob  sich  damit  übel  umm  sine 
brnodern ,  die  er  so  übel  wund  gsach.  Damit  griffend  die 
Frantzossen  sy  vester  an  dann  vor.  Und  wo  Rengnold  nüt 
j^sin  [were],  so  werind  sy  uff  daz  selbig  mal  gfangen  worden. 
Uo  der  stürm  ein  end  hat,  do  saß  Rengnold  ulf  die  were  vast  25 
mQed,  also  das  er  sich  kumm  uffentbalten  niocht.  Es  was  ein 
wunder,  wie  er  sovyl  stürmmen  erlydeu  möcht.  Do  Gergis 
sine  vettern  gsach  so  übel  zuo  gerüst,  do  fieng  er  ann  iunen- 
klichen  zeweinnen.  Und  als  er  weinet,  do  bedächt  er  sich 
eines  sins.  Er  ruoft  einem  rytter,  Gerold  geheissen,  und  sprach  30 
zuo  im :  »Gerold ,  sind  mir  umm  gotz  willen  gnedig !  Dann 
thuond  ir  daz  nüt,  so  ich  üch  sagen  will,  so  kumm  ich  zuo 
Schanden. <  »Her,«  sprach  Gerold,  »sagend,  waz  ir  wend,  es 
Dmo£  beschächen,  und  söit  ich  daz  laben  verlieren.«  »Got 
dauck  üch !«  seyt  Gergis.  »Nun  will  ich  üch  sagen  ,  waz  ir  35 
thuon  sond,    und  zumm  beltisten,  so  es  sin  mag.     Nemmend 

* 
2  grosß  hs.  29  badächt  hs. 


128 

fiertzig  der  besten  rittern  inii  in  inner  gselschaft  und  rittend 
schnell  off  den  berg,  so  ir  da  gstichend,  und  haltend  da  styll 
und  luogend  gegen  dem  schloß  Muntabant,  ob  nejßwfir  däbar 
komme.     Dann  verninipfc  Magis  sin  er  vettern  jänimer,  so  wirt 

ft  er  sy  kommen  entschritten  und  uns  grossen  schaden  thuon. 
Wann  er  hat  ein  wunderbarlich  knnst  inn  im;  wann  durch 
sinn  Vernunft  gwan  Rengnold  den  pris  uff  dem  louffen  zuo 
Muntmarder,-*  Also  nara  Gerold  viertzig  der  besten  ryttern 
und  rittend  nff  den  berg.     Da  breitend  sy  ire  wacht,  nüt  vast 

16  wol  Karlys  voick  zuo  nutz;  aber  Uergis  erdacht  den  lyst 
niennerunim,  dann  allein  damit  siue  vettern  nüt  mit  sovii  volck 
zeschaffen  haben  müeßtend,  und  gedächt  nie  an  daz,  so  sich  begab. 

Wie  Magis  demnach ,  als   im  Oodard   die  verrettery 

ertzelt  hat,  so  der  küiiig  Johans  an  sinnen  vettern 

ift  begangen  liat,  brächt  er  innen  semHche  hilf,  daz  er 

sy  darvon  bracht. 

Die  hystoria  sagt:  doGodard  Renguo!den  und  sine  brüeder 
inn  iren  tod  gsach  ryfeten,  do  hat  er  groß  erbermd  und  leyd. 
Und  das  umm  zwo   Ursachen  ;  insunderheyt  die  ein  unnu  sinn 

«oberen,  den  kilnig  Johans,  der  die  verrettery  begangen  hat, 
die  ander  was  nmm  den  [bl.  217J  grossen  schaden»  so  es  was, 
das  mann  so  nianlich  ryfcter  töden  sott,  als  die  fier  sön  Amou 
wärend;  darumni  er  innenklicben  anfieng  weinnen.  Und  also 
wie  er  weinnet,  kouipi  Magis  duhar;  der  wott  inn  die  kuehy 
(das  essen  zeyllen,  wann  der  künig  Johans  wott  essen,  Do  der 
ßhriber  Magia  gsach^  do  sprach  er  zuo  im:  »Ach  Magis,  wie 
gäfc  es  üch  so  übel !  Dann  wo  uch  got  nüt  dar  vor  ist,  so  band 
ir  daz  liepst  guot  inn  dysser  weit  verloren,  daz  ist  Rengnold 
und  sine  brüeder,  die  hat  der  kiinig  Johana  schantlielien  ver- 

30  rätten.«  Und  ertznlt  im  damit  alle  verrettery,  Do  Magis  das 
verstuond,  do  kam  er  aller  dingen  von  sinnen  und  sprach  zuo 
Godard,  dem  schriber  :  -  Durch  gotz  willen  gand  vor  mir  dannen ; 
dann  all  mine  glyder  zytfereud  mir,  und  mag  nüt  ufF  minnen 
fiieasen  gstän.    Das  hertz  sagt  mir,  sy  sigend  tod  oder  gfangen.^t 

u  Do  er  disse  wort  geredt  hat,  do  enpfieng  er  so  groß  leyd, 
daz  er  inn  änmKicht  fiel  zuo  der  erden.     Do  er  wider  zuo  im 


129 


kämm,  do  ward  er  so  zornig,  das  er  nut  wiißt,  was  er 
irhüon  sott*  Er  erwust  ein  messer  und  wott  sich  damit  inn 
die  bmst  stächen ;  aber  er  mocht  mit,  wann  Uodard  erwust 
inn  bj  den  henden  und  sprach:  >Äch,  edler  rytter,  haöd  er- 
bertnd  über  üch,  thuond  üch  seiba  nüt  den  tod  an,  wann  öwere  » 
sei  wurde  Terdampt.  Sunders  sitzend  uff  üwer  pfert  und 
nemmend  alles  volck  mit  uch,  so  ir  band,  und  sytzend  uff 
Bajard,  der  so  schnell  louft,  und  rittend  zumni  schnellisteu, 
80  ir  mögend^  inn  das  tobel  Vacollers!  Und  wenn  ir  dahion 
kommend ,  so  gsachend  ir  wol ,  ob  ir  sj  entschütten  mögend  lo 
oder  nüt;  sind  ay  nach  inn  läben^  so  schatfend  ir  nach  gnuog.« 
»Godard,«  sprach  Magis^  nlwer  rätt  ist  guot«  Und  fieng 
damit  an  weinnen  und  sprach :  *Ach  Rengnold,  wie  ist  es  so 
ein  grosser  seh  ad  umni  dich !  Ich  loben  got,  wenn  ir  tod  sind, 
das  ich  uüt  zwenn  tag  nach  tich  laben  will.«     Er  gebot,  daz  i6 

ch  mengklieher  wapnette,    das    er   dem    könig  Johans    nach 
linner  scbwe^ter,    Rengnolden  frowen  ,    nüt  darvon  sagt,  und 

^reamlet  sy  im  uodern  haf ;  da  ertzalt  er  innen  die  verrettery. 
Jnd  do  die  rytter  dysse  mere  faorttend,  do  fiengend  sy  an  so 

08  leyd  frieren,  daz  es  ein  erbermd  zehören  was.     Und  klag-  ao 
end  die  frommen  heren,    die    inn  iren    tod    geritten  wäreud^ 
da«  es  wenig  falt,  daz  sy  nüt  vertzwyflettend ;  dann  einer  klagt 
Rengnolden,  der  ander  Allard,  die  andren  Guchart  und  etlich 
Richard,    und   sagtend:    »Lieben    heren,    wann    ist   es    so  ein 
grosser  schad  umm  üch  !    Ach ,    wer  wirt    uns  die  erlich    und  25 
schönnen  hämisch    geben    und  die    guotten    pfert,   die  ir  uns 
geben  band?*     Diewil  kam  Magis  zuo  dem  marckstaller,    der 
Bftjarden  rätt  thet,  und  sprach  zitoim:  »Lieber  fründ^  sattel 
BayardI  Ich  will  inn  mtneni  vetter  Rengnold  bringen.«   >Her,« 
sagt  er,  »ich  tarfs  nüt  thuon;    wann  min  her  gebot  mir,  daz  so 
niemman  daruf  sesse,  untz  daz  er  wider  kenime.c     Do  Magis 
den  marekstaller  verstaond,  do  ward  er  übel  zefriden  und  gab 
im  mit  der  fast  ein  so  hertten  streich ,  dRS  er  zuo  der  erden 
fiel,    und    gieug   zuo  Bayard    inn  staL     Aber   do    inn   Bayard 
ermeh,  do  tieng  er  an  die  orren  schmucken  und  schinog  binden  w 
äff  BOTftst,  da£  er  im  nüt  dorft  gnachen.     Do  Magis  Bayarden 
•0  DnrÜewig  gsach,  do  namm  er  ein  stäcken  und  schluog  inn 
uff  den  kopff,  also  daz  er  uff  die  knüw  fiel.     Du  er  sich  gsach 

Aaliuoaikiadttr.  9 


130 


so  übel  züo  rüsten^  do  entsaü   er  imm  nach   mer  zeüberkoraen 
und  hat  aich  still.     Und  Magts   satlet    inn    und  zoumpt  inn ; 

darnach  wapnet  er  sich  nnd  satä  iiSF  inn.     \kj  Magis  uff  Bayard 
salä,  do  glirhet  er  sich  wol  einem  nianlichen  rytter ;  wann  er 

6  waa  der  schönsten  und  künstricliesten  rjttern  einer,  so  man 
do  zemäl  finden  mocht.  Do  Magis  und  sin  volck  gerüst  wärend, 
do  m achtend  sy  sich  uff  die  straß.  Iren  wärend  wol  fünff- 
tuasend  wol  gerüster  mannen  nnd  by  siht^n  hindert  schützen. 
Und  ryttend  den  nechsten    durch  daz  fory    holtz    inn  grosseüA 

10  yll.  Magis  klagt  stetz  sine  vettero,  wann  er  wuüt  nüt,  ob  ay 
tod  oder  läbendig  warend ,  und  sprach  zuo  im  selbs:  »Ach 
Rengnold,  gott  sig  uwer  huot  und  behllette  üch  vor  dem  tod 
und  gtancknuß !«  Nun  wend  wir  wider  von  llengnohl  nnd 
sinnen   b modern  »agen.    Die  waren d  inn  dem  felssea  Mnntbrant 

16  vast  betrllept^    waun  ay  gsächend  sich  in  grosser  nott»     Und 
also  wie  der  fromm  rytter  Rengoold  ruowet  uff  der  were  dei»fl 
velsses  und  da  sin  et,  waz  er  thuon  sott,  do  kart  er  die  gsicht^ 
gegen  dem    forinnen  holtz    und    gsacb  Magis   dabar    kommen 
mit  siuem  volek^  dass  schwert  inn  siner  band,  uff  Bayard;  derfl 

MO  gieng  nüt  den  trüb,  sunders  luff  wie  ein  birtz  eines  yetlicben 
Sprungs  tryssig  seh  noch  wyt.  Do  er  AJagis  gsach  kommen 
und  sio  Yolck,  do  sprang  er  uff  von  frouden  und  vergab  des 
grossen  wees^  so  er  den  gantzen  tag  erlytten  hat,  und  sprach 
zuo  sinnen  bruodern :  »Mine  bruodern,  nun  sind  frülich;   wann 

Äö  hie  ist  Magis,  der  kumpt  uns  entschütten!  Nun  ertzeigt  er 
wol ,  daz  er  unser  fründ  ist  Von  got  werde  der  gesegnet, 
der  im  unser  nott  ertzelt  but!<c  ^Bruoder,«  sagt  AUard,  »kumpt 
er  filr  war?«  »Jä,€  sagt  liengnold,  »by  miner  truw.«  •War-' 
lieh,«  sagt  ALard,  »nun  klag  ich  mich  nüt  mer.«     Do  Kicbart 

u  dysse  wort  verstuond,  do  duocht  inn,  im  troumpte  das,  so  aine 
bruodern  sagtend ;  wann  er  waa  schon  ertÖbet  von  dem 
schmertzen,  po  er  leyd,  lind  hat  sich  ein  wenig  uf,  aber  daz 
bescbach  mit  grosser  müe,  und  sprach  zuo  sinen  bruodern: 
*Micb  dunckt,    ich  habe  Magis    gbört   nemmen,    oder  es  hat 

s&  mir  troumpt.c      »Bruoder,€    sagt  Rengnold ,    »wir  band  hilf; 
wann  Magis  kumpt,    der  bringt    uns  Muntabantz  vermögen.«^ 
Do  Uy Chart  die   mere   erhört,    do    ward    im    animächtig   von 
fröuden.     Do  er  wyder  ul^  der  [bl,  218J  am  macht  kämm,  sagt 


191 


»Nunn  bin    ich    genessen    und  entpfiiid    weder    wee  nach 

sßhniertzen. «      »Bruoder,«    sprach  Rengnold,    »wie   wend  wir 

ihtion  ?   ErbHchend  die  Frantzossen  Maj^is,  bo  werdend  sy  fluchen, 

das  ich  Dunn  nieDoerumm  wett^  daz  wir  aät  an  innen  gerochen 

^wurdend,     Laöd  uns  über  den   Telsaen  ab  gän    und  den  stryt  « 

^Bpfaclirfh ;  diewyl  wyrt  er  komtnen.     Also  mögend  bj  uns  nüt 

^HpttrQDnen.«     »Bruoder,«    sagt  Älard ,    >du  retst  recht;    wir 

^Brend   im  alao  thiion.«      Damit  ^ietigend    sy  über    den  velaeen 

ab;  aber  Richart  beleih  darinn,  wann  er  mocht  »ich  nüt  ge- 

roden.    Do  die  Frantzogseu  sy  gsächend  kommen,  do  sagt  einer  lo 

EUG  dem  andren :    »Sy    kommend    sich    gen    ergeben.     Landtz 

uns  oüt  iöden,  sunders  gfangen  nemmen  und  sy  Karly  bringen  Ic 

■Bamit  sagtend  sy  zuo  Hengnold  :    »WiJtu  nüt  sterben,  so  er- 

^^pb  dich  !  SSo  wend  wir  all  Karty   hatten,  daz  er  erbermd  (Iber 

Qch  hab.€     Da  ay  Gergis  gsueh  hinab  kommen,  do  vermeint  i& 

sy  wettend  »ich  ergeben;    des  er  vast   leydig  ward.     Und 

raeh  -^uo  innen:    »Ich  halten  uch  fär  narren,  daz  ir  üwern 

ilaaen  verländ,  der  üwers  läbens  ein  nlf enthalt  ist,«   »Gergis,« 

sagt  Rengnold,    »wyr  sind  nüt   so  närsch ,    als  du  Termetnst, 

ioaders  wyll,   ^^  <^^i  fluchest.     Dann    by  der    trüw ,    die  ich  m 

alten  Amon,  minem  vatter,   schuldig  bin,  helibst  länger 

:,  aa  Wirt  es  dich  gerüwen;   dann  mag   ich  dich  beträtten, 

iU   ich  dir  tzeigen^  waz  ich  kan.«     Inu  dem  gsaeh  Gergis 

[egen  dem  Törinnen  holtz  und  gsach  Magis  kommen  mit  Reng- 

noldeo  volck  inn  grosser  yll;  des  er  vast  fro  ward.     Und  sprach  '^t, 

loo  aittem  volck:    »Lieben  heren ,  wie  wend  wir  thuon?    Der 

tüffel  hat  Magissen    ertzelt,    das  wir    hie  sind;    da  kumpt  er 

uÖ   Bajard   mit  schonner  gselsehatit.     Darumm  sich  der  schad 

uff  mia  wenden  wirt.<     Diewil    kam    Magis    mit    sinner  gsel* 

lehaft  und  sprach  zuo  Gergis:  »Ich  halten  dich   für  unnwyJa,  to 

das  du  harkommen    bist  verrettery    begän.     Ich  bin    kommen 

Reogiiolden  und  sine  bruodern  verbürgen*     By  gott ,    Gergis, 

vxioipt  dir  nüt,  daz  da  sy  verrätten  söttest,  und  irs  geschlächtz 

biat*     Din  vatter,  der  hertzog  Gödfryd  von  Thenneaiarck,  hat 

ttie  kein  verrettery  begangen.     Ich  vtrunnderu  mich,  wie  du  3& 

aemlichfl    verwilget   habest,      Din    vatter    iieü    dich   zuo    8ant 

Ommer  zepfand  Karly,  des  bis  tu  eigen  omm  fier  guldin  pfenning 

leo.     Gergis,  Gergis,    du    bist    Geroldtz    von    liossillons, 


132 


Doons  von  Nantueil  und  Beffes  von  Agreinuntz  fründ ,  die 
wärend  all  fromm  lüt;  Ämmon  von  Dordonna  ist  ir  bnioder, 
der  ist  Rengoolden  vatter.  Und  du  wjt  änderst  sin  daim  din 
geschlächt.  Üarumra  ich  dir  uff  den  tod  ab  sagen. t  Damit  ^ 
^  stach  er  Gergis  so  herttenkliclien^  das  er  im  daz  sper  an  derfl 
brüst  ZOO  stucken  zerstieß;  des  Gergis  schier  unsinnig  ward. 
Und  wott  uff  Magis  rytten ;  aber  er  mocht  uüt,  wann  Bayard 
ersach  Rengnolden  und  luff  gegen  im,  Magis  wett  oder  wett 
nüt     Und  do  er  vor  im  was,  do  knüwet  er  nyder.     Und  Magis 

10  saß  ab  im  und  ummfieng  Rengnolden^  Alarden  und  Gucharden 
och  und  sagt :  »Wo  ist  der  klein  UychartVc  »Wtter,«  sprach 
Rengnold,  ^er  ist  da  obnen  beliben  so  gar  wund,  das  es  ein 
erbermd  ist.  Es  ist  yetz  nüt  inn  der  zyt  vyl  zereden,  sonders 
läud  uns  gedenckend  redlich  zewerchen!    Gib  mir  rainn  pfert 

iRimd  hämisch!«  »Gern,«  sagt  Magis.  Also  ward  Rengnold 
gewapnet  und  saü  uff  Hayard  und  sprach  zuo  sinen  bniodern : 
»Lieben  bruodern ,  wapnend  üch  schnell!«  Und  stach  damit 
Bayard  mit  den  sporen  von  fröuden  (wann  er  vermeint  niemmer 
mer  daruf  zekommen)  und  thet  ein  so  hertten  ritt  uff'  Gergis, 

tö  das  er  inn  zuo  der  erden  stach.  Und  sprach  zuo  irn:  >  Vetter, 
nun  hastu  den  Ion  umm  die  guothet^  so  du  uns  bewyssen  hast. 
Aber  daz,  so  du  thän  hast,  daz  hastu  gethan  wie  ein  ver« 
retter  und  bösser  friind.  Darumui  hüet  dich  vor  mir,  wann 
ich  sag  dir  ab,     By  dem  gott,    der   die  weit   geschaffen  hat, 

16  will  ich  dich  niit  sparende  »Vetter  Rengnold,«  sprach  Gergis, 
»wir  wend  uns  vor  üch  Inletten.«  Wer  do  Rengnolden  hett 
gsächen  so  tapffeflichen  under  die  Frantzossen  rytten,  der  het 
sich  verwundert  Magis  kam  dahar  uff  einem  pfert,  daz  er 
gewunnen  hat,   gegen  dem  gräf  Guyniard    und  stach  inn  tod 

so  zuo  der  erden.     Darnach  zog  er  sin  seh  wert  ula    und  sehluog 
ein  andren  rytter  och    tod    zuo  der  erden.     Do  er  die    zwenn 
streich  gethan  hat,  do  schrey  er  »Muntabant  und  Agremuntl^fl 
und  sprach:    >Ir    fryen    rittern ,    schluchend    maulich    uff  die 
Frantzossen,  die  die  besten  rytter  inn  aller  weit  ertiiden  wend! 

8Ä  Ir  band  üwer  manbeyt    wol  ertzöigt,    ir    nütsöllenden  lütten, ■ 
daz   ir   kommen    sind    fier    ungewapnet   rytter    angrytfen.     Ir 


27  sieb  80  t»  bs.     $.  aaiu. 


ISS 


mfiessend  sin  thür  engälten. 
redlich  dariDnlc 


Wol  an,  ir  mine  früiid,  schlachend 


He  Rengnold  Gergis  uberredt,   das  er  wyder  über 
das  wasser  schwampt  und  mit  im  streyt, 

[bL  219]  Damit  fieng   der  strjtt    vast  liert  an ,    also  daz  s 
fyl  FrantÄOsaen  ummkainnjend.     Und  do  sy  gsächen  ,    daz  sy 
den  schaden  nüi  mer  erlyden  mochtend,  do  machiend  sy  sich 
inn  die  flucht,  und  Gergis  mit  innen,  gegen  dem  wasser  Der- 
donna.     Und    Gergis   schwampt   Broftbrt   dardurch.     Und   do 
er  dardurch   kam,  safi  er  ab.     Und  Rengnold  sagt  zno  im  inn  lo 
ipotz  wyß:  f Gergis,  du  bist  ein  vischer  worden.     Hast  angel 
zeverkonffeu?    Ich    will    ein  sach    mit  dir  annemen  ,    daz  ist: 
weder  wiltn    wider    hie  über    kommen,    oder   sol    ich  zuo  dir 
kommen?    Kumpstu    har  dbern ,    so    sichern  ich    dich  Tor  all 
minem  volck,  ännecht  von  mir,     Oder  du  seit  mich  vor  Karlys  i6 
volck  sichern ,   so  will  ich  zuo  dir  kommen    mit  dir  stritten. 
Du  huoren  kiud,  hösser  buob,  du  hast  Karly  din  trüw  gfelfest, 
daz  da  uns  nüt  hast  lassen  fachen  nnd  ertoden.     Du  bist  unser 
veüer;    wie  hastz    du  mögen    im  hertzen   haben,    daz  du  ims 
hast  wellen  lassen  also  mürden    vor  dioem  angsicht   und  nns  to 
nüt  hast  wellen  beschirm men,  sunders  du  hast  uns  selbs  wellen 
mit  verrettery  ertöden ,    das  dir  nun  übel  an  stät.     Aber  got 
ab  lob,    du  hast    uns  guotten    sold    gelassen;    wann   Felcker 
n  Morillon  und  der  gräf  üuymard  belibend  da,  die  werdend 
ans  niemmer  mer  bekriegen,  und  mer  dann  fier  hundert  ander  s& 
rjtter.     Du  wirst  Karly  bösae  mere  bringen.     Du  und  Ruol- 
land  werdend  im  bosse  rächnung  geben ;  got  geb  im  ein  un- 
I     gliSckbaffiigs  jär,  läit  er  üch  nüt  all  häncken.c  Die  Frantzossen 
k^rschrlckend  übel,  do  sy  semlich  verwissungen  von  Rengnolden 
^Barttend,  und  wärend  vast  fro  und  sagtend :   >Got  sig  gelopt  ^^ 
^Hiaser  worttanic    Und   sprechend   zuo    Gergis:    »Nun   findend 
ir  den  Ion  yetz  umm    üwer  guothet;    dann   bettend  ir  üwern 
ij&  wellen  an  keren,  so  werend  sy  gfangen  worden. c     Do  sich 
Gergis  also   gsach    geschulten  werden    von    beden  teillen  ,    do 
ward  er  vast  zornig.     Sy  rittend    von    im,    und    belibend  nut  30 
mer  dann  zechen  rytter  by  im.     Do  Gergis  gsach,  daz  sy  inn 


134 

verliessend,  do  erkant  er  wol,  dassy  es  im  zuo  Verdruß  thettend, 
und  sprach  zuo  im  selbs:  »Ach,  lieber  her  got,  wie  hab  ich 
so  grossen  datick  erreicht!  Es  ist  wol  war,  das  man  gewon- 
lieh  böü  umm  gootz  gipt.«  Er  sprach  ziio  Reugnolil :  >Dnn- 
(Änigs  thier,  du  schiltst  mich  unbillich;  dann  wer  ich  nüt 
'gsinn,  so  werend  ir  schon  erhänckt,  nacb  Magis  wer  niemmer 
zur  zyt  kommen.  Du  hast  mich  ein  verretber  geschulten;  aber 
du  lügst,  dann  ich  hab  nie  kein  verrettery  begangen,  nach 
will  keine  begän ,    ist   es  gotz    will*     Du    linst    mich    och  ein 

tu  Viecher  geschulten,  des  ich  wol  unsinig  werden  mnoß;  aber 
by  der  tröw,  die  ich  got  schuldig  bin,  furchte  ich  sust  niemmen 
dann  dich,  so  wett  ich  hin  ubcrn  kommen  dir  ein  semlichen 
streich  geben,  daz  du  sagen  müelatest,  es  were  ein  meyster- 
sireich.«      *Gergis,  du  w^rst  not  alles  thuon,  so  du  sagst,  uß 

15  forcht  diner  glydern.t  »Ich  will  by  minem  bartt,«  sagt  Gergis 
und  reyt  datnit  wider  durch  daz  wasser.  Und  do  er  uff  das 
land  kam,  rust  er  sich  zuo  stryt  also  naß.  Do  inn  Rengnold 
gsach,  do  hat  er  erbermd  und  sprach  zuo  im:  »Vetter,  ich 
hab    zuo    dysser    stund    nut    willen    zestrytten ;    dar  umm    rytt 

20  wider  hiudersich!  Ich  erkenn  wol,  daz  du  mir  gehulften  hast,« 
»Ik^ngnold,  spott  minen  nüt!«  sagt  Gergis,  »du  hast  mich 
ein  verretter  geschulten  vor  vyl  ryttern  ;  rytte  ich  wider  hin- 
weg, so  möcht  man  Karly  sagen,  ich  het  inn  valtsch liehen 
verrätten.     Min  sper  ist  nach  gantz ;  daz  were  mir  ein  grosse 

aft  schand,  wenn  ichß  not  uff  dir  zerbreche  oder  uff  diner  bruoderu 
einer  Wann  der  hertzog  Felcker  und  der  gräf  Gmuard 
bettend  ursach  sich  ab  mir  zeklngen  iun  der  hell ;  deläglichen 
möcht  ich  gegen  Karly  kein  entschuldigung  nüt  finden,  wenn 
ich  also  hinweg  rytt.     Es  ist  war,    ir  band  uns  fier  hundert 

30  namhaffter  ryttern  ertodt.  Darumm  ich  dir  kurtzumm  sagen, 
daz  ich  nüt  hinweg  will  rytten  an  stritt;  wann  du  vreisfc  wol, 
wenn  ich  also  hinweg  ritte,  daz  mir  Karly  unneer  bewyssen 
wurd.  Er  hett  och  rächt*  l>arumm  ich  vyl  lieber  sterben 
will  dann  also  hinweg    rytten.      Und    ob   gott    geordnet    bat, 

sft  daz  du  mir  das  laben  nemmen  wirst,  so  vergib  ich  dir  min 
tod;    dann   mag   ich   dich   errobern ,   so    will    ich   dich  Karly 


3  man  ba«  11  die]  wiederholt  hs.        ichüldig  ha. 


135 


briDgeQ ,  geh  wie  es  gang.«  Do  Rengoold  Gergia  rerattjond, 
do  ward  er  unrinnig  ron  zorn  und  sprach  isuo  imm:  »Gergia, 
ich  sag  dir  ab  uff  den  tod.  Und  hüet  dich  vor  mir!«  >Und 
du  vor  mir,«  sagt  Gergis.  Do  sy  ein  andren  ab^rseyt  hattend, 
i       do  stächend  sy  inn  ire  pfert  und  ranttend  uff  ein  andren,  also  6 

daz  das  erttrich  under  innen  zyttreL     Und  iraffend  ein  andren 

i       mit  den    aperen ,    daz  sy    zerbrächend ,    und  begegnettend  ein 

\      andren  mit  den  schilten^  daz  sy  bed  über  ire  pferb  ab  Seilend, 

^^■and  wurdend  bed   wund.     Uo    sich    die   zwen    man  lieh    rytter 

^Bmn  berd  gesächend,    do  siuondend  sy  schnell    wyder    uf    und  ni 

^Fiogend  ire  achwerfcter  u&  und  liengend  ein  ?ast  hertten  stryt 

an,  daz  es  ein  erbermd    was  zeeächen.     Aber  hörend  von  den 

«wey  pferden.     Do  sy    sich  ledig    gsächend ,    do  kämmend  sy 

an  eiD  andren    und  bissend    und    schluogend    ein    andren  vast 

äbeL     Do  das  Gergis  eraach ,    do  ward  er  vast  zornig;    wann  n 

er  wu&t  wol,  daz  ßayard  das  stereker  was*     Darumm  er  gegen 

innen  lüf  und  wott,  sy  von  ein  andren  triben;  wann  er  forcht, 

Bayard  todie  im  sins.     Do    daz  Eengnold    eraach ,    da  sprach 

er  zuo  im:  >Waz  ist  das,  so  du  thuon  wyt?  Das  zimpt  einem 

rytter  not,  daz  er  ein  thier  schlache.     Mich  diinckt,  du  habest  w 

gnuog    mit   mir    zeschaffen ,    das    du    min    pfert    nüt    dörffest 

i^blachen.c    Damit  schluog  er  uff  Gergia  ein  so  hertten  streich, 

das  er  inn    zno    der   erden    achluog,    und    zerschneid    im    wol 

i^[bL  220]  hundert  ring  vonn  sinem  pantzer  und  verwandt  inn 

^bbel.     Und  hett  sich  daz  schwert  nüt  ummkert  inn  Eengnolden  25 

^Baad,  ao  wer  Gergis  niemmer  mer  läbendig  enttrunnen.  Und 

^^lengnold  sprach   zuo  im:    »Gergia,    laß  Bayard  sinn!    Wann 

da  wyrst  mit  mir  gnuog   beschaffen  haben»«     Do  aich  Gergia 

also  verwandt  entpfand,  do  ward  er  vast  zornig  und  kart  sich 

gegen  Renguold  und  nam  sin  schwert  und  sprach :  »0  Cour-  ao 

^^ann,  ich  hab  dich  so  gar  lieb  gehept,.  wann  du  hast  menig 

^Bofferitig  gedemüettiget     Do  wir  gen  Ach    ryttend  ^    do   ver* 

Buocbtend  RuoUand  und  ni enger  iner  ire  schwertter  uff  einem 

grabatein.      Und  ich  huw  innen  nach  dich  zeversuochen,    und 

du  giengest  ein  halben  achaoch  darinn.     Da  zerbrach  ich  dich,  3» 

des  iclt  vast  leydig  ward*     Aber  umni  die  tagend,  die  ich  inn 


186 


dir  wüßt,  ließ  ich  dich  wyder  ersetzen;  darumm  hastu  den 
naromen  Courfcan.  Rychst  du  mich  not  an  dissem  valtscheii, 
untriiwen  buoben ,  so  wil  ich  dir  nieiiiiDer  mer  vertruweiLi 
Und  acbluog  damit  Reiignolden  uff  sin  hälm  so  ein  hertten 
streich»  das  er  sich  darab  duckt.  Do  das  Gergis  ersach,  do 
sprach  er  zuo  im:  >By  gott,  Rengnoldj  nun  hab  ich  dir  wyder 
geben  daz,  so  du  mir  geliehen  hattest;  yetz  sind  wir  wett. 
Witt  du  es  wyder  anfachen Vt  »By  miner  triiw,  ja,<  sprach 
Rengnold;  »wann  ich  begeren  sust  anders  nüt.*     Damit  luflfend 

Ko  sy  gegen  ein  andren  und  fiengend  ein  andren  stryt  an.  Aber 
Älard,  Magis  und  Gtichart  kämmend  mit  all  irem  voick.  und 
do  sy  Gergia  gsacb  kommen^  do  ward  er  vast  leydig.  Und  kam 
2U0  Broifart  und  saß  daruf  und  reytt  wider  durch  Dordonna 
&Q  Sattel;  wann  die  gürt  wärend  zerbrochen^  do  sy  gestochen 
iB  hattend.  Do  Gergis  uff  der  andern  sytten  was,  do  sprach  er 
zuo  im:  tGergis,  lieber  fruud ,  kumm  wider  har  übern  din 
Sattel  reichen;  daz  were  ein  sehaud  ,  wenn  du  also  hinweg 
ryttest.  Lob  gott^  das  du  also  ufi  minnen  henden  enttrunnen 
bist;    dann    werest  du    länger   beliben ,    so  bett   ich  dich  inn 

'  tö  Sem  liehe  end  gfQert,  da  du  nie  gsin  bist,  oder  ich  wett  das 
laben  verloren  haben, <  »Rengnold,«  sagt  Gergia,  »du  tröwpst  1 
wytnus.  Es  zimpt  einem  guotten  rifcter  nüt  also  zetröwen. 
Wenn  din  Tolck  nüt  gsin  w^ere,  so  het  ich  dich  Karly  brächt 
vor  nachte  »Gergis,  Gergis,«  sprach  Rengnold,  idu  hast 
S5  wol  ertzöugt,  daz  du  ein  guotter  ritter  bist,  das  du  über  das 
Wasser  kommen  bist  mit  mir  strytten,  Wettestu  minen  wartten, 
wenn  ich  über  das  wasser  kemme  den  stritt  widerumra  an- 
fachen?« »Ja,  by  miner  sei!«  sagt  Gergis,  >und  thuost  du  es,  i 
so  will  ich  sagen ,  du  sigest  der  best  rytter  inn  aller  weit.« 
sc»  Do  Rengnold  disse  wort  verstuond,  do  stach  er  Bayard  mit 
den  Sporen  und  wott  biuübern  rytten.  Aber  Akrd,  Magis 
uüd  Guchart  wottend  inn  nut  ritten  lassen,  und  Ällard  sprach 
zuo  im:  >Waz  wottest  thuon?  Du  bist  zeübermüettig.  Der 
dir  guotz  thuot,  der  verldrt  sin  arbeyt.  Du  weyst  wol,  wo  | 
SÄ  Gergis  nüt^gsinn  were,  so  werend  wir  tod,  und  das  uns  Magis 
hylff  nüt    genützt   hett.     Laß  inn    rytten,    das  bit  ich  dich.« 


15  er]  fl.  anm.        31  binubern  hs. 


137 

»Lieber  vetter,  rytt  hinweg  iim  gotz  nammen !«  sagt  Allard. 
und  sprach  zuo  Rengnold :  j^Lieber  bmoder,  mich  dunckt,  e« 
were  gtiot^  daz  wir  wider  hinderaich  zuo  dem  felssen  ryttend, 
luogen^  waz  unser  armmer  bruoder  Ftichart  thüeg*  Land  unsere 
fyend  ryiten,  wann  wir  hand  sj  gnnog  gsehedigen,«  »Reng-  6 
Dold«€  sprach  Gergis,  >ir  hand  uns  sigloi^  grnacht;  aber  by 
niioes  vatters  sei !  wir  wend  wider  kommen  uff  üch  mit  sovyl 
folck,  das  ir  uns  nut  enttrüntien  werdend.«  lÜu  tröwst 
tcboii|€  sagt  Rengnold.     »Wir  hand  ein  schloß,  da  wir  üwer 

iirot  gewartten  wend.     und  geh  wie  es  gang,  so  ist  der  ver-  lo 
brat  al wegen    uff  üwer   sytten   gsin    untz    har     Ir   werdend 
Karly  guotte  mere  bringen.« 
L 
er  ! 


fie  RuoUand  uad  Gerges  an  ein  andren  kämmend, 
Iso  das  im  Gergia   sin   geschltlcht  ertzalt,    und  ein 
andren  wottend  geschlagen  haben   vor  Karly. 


Do  Gergis  gnuog  mit  Rengnolden  geredt  hat,  do  reytt 
er  siDem  volck  nach.  Und  reytt  sovast,  daz  er  für  Muntabant 
inn  da«  läger  kam,  und  saß  vor  Karlys  zeit  ab.  Oo  Ruolland, 
^jL)llyfier,  der  hertzog  Anses,  8alonionn  voü  Brettann ia,  Kichart 
^BoQ  Normandia  und  der  gräf  Gedelon  Gergis  gsächend  kommen,  90 
^M>  sprach  einer  zuo  dem  andren  :  »Ach,  wie  wend  wir  thuon? 
^^Vir  werdend  uff  den  hüttigen  tag  die  fier  sön  Amou  gsächen 
'  biuicken,  die  sind  unsere  nache  fr  und  ;  dar  durch  wir  enttheredt 
erdend.«  Do  Karly  gsach ,  daz  Gergis  wider  kommen  was, 
lo  sprach  er  zuo  im;  »Gergis,  wo  sind  die  fier  sün  ÄmonV^s 
und  ir  sy  gfangen  oder  ertödt?«  >Her,«  sprach  Gergis, 
»wüssend^  daz  sy  nüt  gfangen  sind  und  nüt  kind  sind  also 
fachen ;  wann  sy  sind  nach  inn  laben.  Ich  sag  üch ,  her, 
laz  wir  sy  fundend  inn  der  ebne  Vacollers  all  fier  bekleyt 
mit  scharlottmäntlen ,  mit  hermlinnen  gefüedert^  uff  eßlen,  30 
und  truogend  inu  iren  [bl.  221]  henden  rosBeneat,  Der  künig 
Jobans  hat  tich  sin  zuosagung  wol  ghalten ;  wann  er  hat  sy 
also  dahinn  geschickt,  wie  er  tIch  verheyssen  hat.  Aber  ir 
kooheyt  ist  also  gsinn,  daz  Rengnold  Felcker  zum  ersten  er- 
stach, und  saß  uff  sin  pfert.  Darnach  tribend  wir  ey  hinder-  3& 
tieh  wol  ein    armbrustschutz    wyt;   aber  sy    fundend  zuoletst 


138 


ein  velssen  inn  gestalfc  eines  källers,  da  warttead  sy  sich  lange 
zjt.  Da  ward  Richart,  ir  bruoder,  ertödt  Die  andren  werend 
och  ertüdt  oder  g fangen  worden,  wo  ir  vetter  Miigis  mit  giin 
were,   der  kam    ej  entschötten  wol  mit  föufftussend    ryttern; 

5  do  hand  [sy]  uns  überwunden.«  »lat  es  war,«  sagt  Karly, 
»daz  sy  also  entirunnen  sind?*  »Her»«  sprach  Gergis^  »jä.< 
Do  er  dysse  wort  verstuond,  do  ward  er  vast  leydig  und  sprach: 
»ThUegend  das  böst,  so  sy  mögend,  dennecht  müessend  sy  mir 
werden,«      »Her,«  sprach  (lergis,  »wenn  Magis  nnt  gsin  were, 

10  so  werend  sy  not  enttrunnen.«  »Gott  geh  ira  ein  böß  jär,« 
sprach  Kar ly,  »dann  er  hat  innen  znrain  dickern  mallen  wider 
mich  gehnlöen.  Ich  weyß  wol,  wenn  ich  sy  gfangen  het,  das 
er  sj  erlassen  wurd.  Darnmm  ich  inn  tödlichen  hassen.  By 
niineni  harU»  sy  müessend  mir  werden,  geb  wie  lang  ich  wartten 

lömüefi!«  »Her,«  sagt  Gergis,  »Ilengnold  hielt  sich  also,  das  er 
des  andren  Streichs  ein  ritter  spielt  untz  uff  den  satteL  Cnd 
sagen  üch,  daz  ich  vast  fro  bin,  das  ich  von  sinen  henden 
enttrunnen  bin ;  dann  von  drü  tussend  ryttern  sind  nüt  raer 
dann  drü  hundert  enttrunnen,«     Do  Ruolland  dysse  wort  ver- 

so  stuond ,  do  ward  er  übel  zefriden  und  sprach  inn  grossem 
zorn:  »By  gott,  her  Gergis,  ir  sind  vast  hantlich  gsin;  dann 
ir  hand  kein  gsellen  gehept,  die  es  also  wol  geschaffen  habend 
als  ir.  Aber,  by  gott,  ich  gsach  nie  ein  so  grossen  lurren, 
als  ir  sind.     Es  kam  och  nie  kein  guotter  rytter  uß  Thenne- 

u  niarck.  Wie,  band  ir  keine  ougen,  die  ein  man  dorffend  an- 
sehen ?  Aber  es  ist  anders  vorhanden;  wann  ir  hand  sy  ge» 
spart,  darnmm  daz  sy  üwere  vetter  sind.  Nun  werd  der  keysser 
vertlüecht,  läßt  er  üch  nüt  alle  glyder  zerhöwen;  dann  sy 
werind  gfimgen  worden,  wenn  ir  nüt  gsin  werend.«     Do  sich 

ao  Ger^is  also  hört  schälten ,  do  ward  er  unsinig  und  sprach 
manlichen  zuo  Ruolland:  »Her  Ruolland,  ir  liegend  faltsch- 
lichen ;  dann  ich  bin  der  nüt,  so  ir  sagend.  Ich  wett  nüt  umra 
Rller  weit  gold  verrettery  began.  und  darnmm  ist  min  pfand 
hie    mich  zeweren,  lib   an  lib,    das  ich  nach    minn  gschlächt 

u  nie  wyder  Karly  mifighandlet  hand.  Und  will,  daz  ir  wüssend, 
da«  ich  von  besserm  gschlächfc  hin  dann  ir.  Gerold  von  Ilos- 
sillon  ist  minn  vetter»  der  hat  mich  jung  ertzogen;  Doon 
von  Nantueil,   der   hertzog    Beffes  von    Agremunt,   dyß    dry 


139 


wärend  bniodern  und  mine  vettern.    Gödfrid  von  Thennemarck 
was  min  Vfttter,     Ich    bin    och    von  Richartz    von  Normnndiu 
ßescbläeht  und  von  der  fier  sün  Araon.   Der  ertzbischoff  TiJrpin 
ist  och   rain  vetter.     Nun  ertzellend   mir    üwer  gschlächt  och, 
öwer  hachthuoni    zevernemmen!    Dann    ich  will    mich   bj  got  & 
gegen  üch  weren    mit  der  schniden    mines  schwertz   nnd  will 
ftch  zeigen,  ob  ich  fmmm  sip  oder  nüt,  oder  ich  miVeßt  änderst 
foo  leyd    sterben.«      Ruolland    ward    wunder barlichen    zornig, 
do  er  Gergis  also  hört  reden ;  darum m  er  gegen  irn  tratt  und 
Termeint  iun  zeschlachen.    Aber  do  inn  Gergis  gsacb  kommen,  lo 
do  Hain  er  «in  schwert  inn  die  band  als  ein  manlicher  ryUer 
und  sprach  zno  Ruolland:    ^»Sind  nüt   so  frisch,    daz  ir  band 
an  mich  legend!  Dann  by  der  tröw,  die  ich  dem  scbnldig  bin, 
der  mich  geschaffen  hat,  ich  will  Tich  den  kopff  ab  schniden.« 
Do  Knrly  dyfi  zwenn  berren  also  inn  nneinigkeyt  gßach,  ward  u 
er  vBSt  zornig,     Al§o   stuond  uff   der  hertzog  Anaes    und  der 
graf  xAmmon  und  sagtend  zuo  Ruolland:   >Her  Kuolland,  waz 
ist  daz,  90  ir  tbnon  wend?  By  unsern  böptern,  die  saeh  wirt 
nüt  also  gän ,   wie  ir   vermeinend  ;    wann  Gergis   ist  nüt  der, 
als  ir  inn  achtend.     Ir  sond  inn  mit  seh  lachen  nach  schälten*  30 
und   wenn  es  nüt  dem  keyser  zuo  dienst  bescheche,  die  sach 
wurd  änderst  zuo  gän  ,    dann  ir    gedenckend.     Gergis   ist  ein 
semlicber  rytter,  als  dann  alle  weit  wey&t.     Es  ward  nie  kein 
mentsch  inn  einem  gescblächt  geboren,  der  verrettery  begieng, 
snnders  sind  die  besten  rytter  inn  Franckrich,   Wir  verwnnderend  u 
uns,  wie  Karly  von  üch  lyt  semliche    grosse  hoffart  zehaben. 
Will  ers  lyden,  so  werdend  \vir&  nüt  lyden,  geh  waz  danmcb 
komme.«     Do  Karly  dysae    unneinigkeyt    gsach  under    sinnen 
fürsien,    do  ward  er  vast    leydig   und  sprach:    >0  Ruolland^ 
Heber  vetter,  hab  gedult!  Land  die  sach  ruowen  nutz  mornn,  »0 
so  will  ich  die  sach  erfaren.     Und  hat  Gergis  ueyßwaz  miß- 
handlet gegen  mir,   so  muoß    es  im    thür  werden;    dann  alle 
weit  wirt  inn  nut  mögen  bewaren,  daz  ich  im  nüt  den  kopff 
laß  ab  schlachen.«      »Her,«    sagt  Gergis,    »es  gtalt  mir  woL 
Es  ist  kein  man  inn  Pranckrich  so  starck  nüt,  wenn  er  sagen  a*i 
wett,    ich  habe  verrettery  an  üch  begangen    oder  an  andren, 

* 
12  96]  wiederboH  b«. 


140 


das  ich  inn  nilt  beatritte  und  im  nüt  ertzeige,  das  er  falfcsch- 
lichen  lügt.  Aber  liept  äch  mich  zehören,  so  will  ich  üch 
die  warheyt  sagen.  Wilsaend,  do  ich  zuo  dem  velssen  Munt- 
brant  reyt,  da  die  fier  aön  Anioo  wärend ,   do  gsach  ich,  das 

ft  unser  ein  so  grosse  zal  was  wider  fier  rytter,  Do  halff  ich 
innen  nüt;  ich  was  och  nüt  wider  sy ,  simders  reyt  wider 
hindersich  und  lie§  die  andren  machen  und  luoget  dem 
grossen  schmertÄen  zuo;  wann  ich  gsach  niine  fründ  sterben 
und  mocht  iuuen  nüt  gehiUflfen.     Nun    hah  ich    üch  die  war- 

10  heit  gsagt  und  alles  daz,  so  ich  gethän  hab.  Und  findend  ir 
die  sach  änderst,  so  will  ich  gestrafft  werden.  Aber  by  der 
triiw,  die  ich  got  schuldig  binn,  find  ich  sy  neyßwann  mer 
[bL  222]  an  ortten  und  enden,  da  ich  innen  gehälffen  mög, 
so  will  ich  innen    hälffen ,    nnd    sott    ich  den    köpf  verlieren. 

ifr  All  weit  sott  mich  hassen,  darumm  daz  ich  innen  gefeit  hab 
inn  iren  nötten  ;  wann  sy  sind  niine  vettern.  Und  ir,  her 
keyser,  band  innen  sovil  lydens  angethän ,  das  üch  bentiegen 
sott.  Aber  ich  will  innen  niemraer  mer  feilen,  diewyl  ich 
laben.     Ruolland  hat  zehäftig  gylt,  daz  er  mich  vermeint  ze- 

»0  schlacheu.  Aber  ich  will,  das  er  wüü ,  wenn  er  Eengnolden 
gsech  utf  Bayard  aytzen,  so  wurd  er  inn  not  für  ein  bnoben 
achten  und  wurd  einen  nüt  dörffen  beytten  umm  aller  weit 
gold.«  Do  Ruolland  Gergis  verstuond,  do  sagt  er  zuo  im: 
»By  got,  ir  lobend  inn  vast   und  machend  inn  manlich.     Ich 

tb  bitten  got,  daz  er  mir  begegne  uff  [Bayard]  gewapnet,  zuo  er- 
kunnen,  ober  ein  so  mechtiger  rytteraig,  wie  ir  inn  machend. c 
Wüssend,  daz  got  Ruollanden  bit  erhört;  wann  er  fand  Eeng- 
nolden uff  Bayard.  Und  sag  üch,  das  inn  Ruolland  nüt  für 
ein  kitid  hielt»    sunders  für  den  besten  rytter   inn  aller  weit. 

80  Nun  weud  wir  widfr  von  Magis  und  sinen  vettern  sagen. 

Wiv  Magis  sine  vettern  wider  gsimd  macht ,  und 
wie  Ruolland  und  ÜUytier  den  kunig  Johans  Hengend 
inn  einem  kloster. 

Die   hystoria   sagt:    do  Rengnold   die  Frantzosseu    iiber- 
w  wunden  hat,  do  ryttend  sy  wider  inn  den  felssen  Munt  braut, 
da  sin  bruoder  Kicbart  [was].     Und  sprach:    i^Ach,    wie    sol 


I 
I 

I 


141 

Ich  thuon ,    so    ich    min    brüoder   Richart   verloren    hab,    den 

liebeten  fründ^   den  ich  hat!«    DiewiU  er  so  groß  leyd  fuort, 

kam  Magis  dabar  ufF  Brotkarra,    sinnem  ptert,   das  best,   so 

man  Dach  Bajard  finden  mocht,  und  hat  ein  triimel  von  einem 

sper  inn  siner  band*     Do  er  Rengnolden  gsach    so  groß  leyd 

[füeren  und  Richarden  so  wund  gsach,  do  ward  er  vast  leydig. 

und  besach  die  wunden ,    die  was  yast  grussamm.     Er  sprach 

Sfiao  Rengnold :    »Lieber  vetter,    verstand    raich    und    laß   von 

idissem  leyd!  Chi  weyst,  das  wir  vettern  sind,  darumm  wir  ein 

l  andren  schützen  und  beschirmnien  &ond.     Ich  hab  üch  menig  lo  ' 

mal  entschut  und  geholfifen ;    wann    alles  übel ,   so  mir  Karly 

wylJ,  ist  von  üch  bar.     Er  lieS  mir  min  vatter  ertöden  ,    des 

ich  in    roinem    hertzen    groß  leyd   hab.     und  wiltu    mir  ver- 

|lieys9en^    mit  mir  zekommen   Karly    überfallen    niines  vatters   • 

jA  rächen,  so  verheyssen  ich  dir  Richarden  von  stund  an  gsund  is 

zemachen.«     Do  Rengnold  dysse  wort  veratnond,  do  nnimfieng 

er  Magis  und  sagt  zno  im:  >Minn  lieber  vetter,  mach  mir  min 

braoder  Kichart  gsund,  bit  ich  dich,     und  vi^iltu  anders,  das 

ich  ihnon  soll,  daz  will  ich  mit  guottem   willen  thuon;   dann 

Lieh  bin  dir  sinn  schuldig  zethnon.«     Do  Magis  Keiignolden  so  ao 

trurrig  gsach,    do  hat  er   gros   erbermd    und  sprach    zno  im: 

»Nun  hab  kein  truren,  lieber  vetter!  Wann  Richart  umoü  dir 

gsund  werden  von  stund  an.«     Damit  sab  er   ab  sinem  pfert 

und  naniro  ein  fläschly  mit  wyssem  winn  und  wuosch  Richarden 

^wtmden  damit  vast  wol  und  thet  alles  bluot  thannen^  so  dar- a6 

imm  was.    Ir  sond  uch  not  verwundern,  wo  er  die  ding  nemme, 

^to  er  bedorfft;    wann    er  was   der    auptillist    mentsch,  so    utF 

ertrich  waü.     Darnach  namm  er   im  sine  kutlen    und  thet  im 

sy  inn  lib    und    veruäytt    im    die    wunden    gar  meysterlichen. 

Damach  nara  er  einn  salb,    damit  salbet    er  im    die  wunden,  so 

t  [Jod  so   bald  sy  gesät bet  was,  do  was  sy  als  wol  geheillet,  als 

lob  nie    kein    wunden    da  were    gsin*     Darnach    nanira    er  ein 

[tranck    und    gab    es    Richarden    zetrincken.     Und    do   er    ge- 

[truncken  hat,   do  sprang   er  gesund    uff   und    ssigt  zuo    sinen 

bruodem :    »War  sind  unsere   fyend  hinkommen,   sind  sy  uns) 

enitrunnen?€   »Bruoder,«  sprach  Rengnold,  »wir  band  sy  über- 


3  da«J  da  be. 


142 


wonrlen  (got  hab  dancki)  mit  Magis  hilf,  der  bat  uns  unsere 
laben  gefriet.     Wir  sond  inn  billich  liebhaben.«      »Bnioder,« 

sagt  Richart,  »du  sagst  wür^c  Darnach  sprach  Allaril  zuo 
Magia:   »Lieber  vetter,  hejl  mich  ocb,  bit  ich  dich;   wann   ich 

5  bin  übet  wund  inn  rainnem  scbänckeL«  »Ich  bin  och  wund,< 
sagt  Rengnold.  »Und  ich  Öch*€  sprach  Guchart.  »Gib  uns 
allen  gesundtbejt  durch  goii  willen!«  Magis  sprach  zuo  innen  : 
> Liehen  vettern,  sind  frölich  !  Wann  ir  müessend  inn  dysser 
stund   gsund    werden.«     Er    nani    des    wissen  wins,    damit  er 

id  Richarden  sin  wunden  gewaschen  hat,  und  wuosch  innen  ir 
wunden ;  darnach  salbet  er  innen  die  vaat  wol ,  und  wärend 
genessen.  Do  sy  all  genesseu  wärend,  sässend  sy  uff  ire  pfert 
und  wottend  wider  gen  Muntabant  rytten.  und  als  sy  mit 
grossen  IVÖuden  beinn  ryttend,  do  schied  ein  specher  vou  innen, 

16  der  kam  gen  [bl.  223]  Muntabant  zuo  dem  künig  Johans  und 
sprach  zuo  im:  ^Her,  wussend,  daz  Kengnold  und  sine  bniodern 
enttrunnen  sind,  und  band  Karlys  volck  überwunden  und  band 
Feicker  von  -Morillonn  und  den  gräf  Gumard  umbracht  und 
vjl  ander  rytter,    deren   zal    ich   nüt   weyß.*     Do  der  künig 

SU  Johans  dysse  niere  erhört,  do  verwundert  er  sich  und  erschrack 
übel  und  sagt:  »Üaz  sind  boase  mere.  Wie  mag  es  gsinn, 
fundend  sy  Karlys  halt  nüt?*  »Her,*  sprach  der  specher,  »ja. 
Es  were  innen  übel  gangen,  wenn  Magis  nüt  gsinn  were ;  der 
hat  sy  entschüt,    dardnrch  KarJys    volck  überwunden  worden 

«ist,  und  sind  wenig  enttrunnen.«  »Ach  arbentselliger,«  sprach 
der  künig  Johans,  >wie  soll  ich  tbuon?  Wartten  ich  Reng* 
nolden  und  siner  bruodern,  so  bin  ich  tod<  loh  bab  den  tod 
wol  verschulten;  dann  Judas  nach  der  keyser  vonn  Romm  be- 
giengend  nie  so  grosse  verrettery,  als  ich  begangen  hab,  daz 

sn  ich  die  besten  rytter  uff  den  tod  geben  hab,  so  inn  aller  weit 
sind.  Ach,  inino  liebe  sclnvester,  uff  den  hüttigen  tag  wirt 
sich  unsere  liebe  scheyden.  Land  uns  hinweg  rytten,  mine 
lieben  fründ,  und  bringend  uns  die  be:äten  ptert,  so  ir  band ! 
Danu  niüchtend    wir  sovil  zewägen    bringen,    daz  wir  inu  daz 

»  farry  holtz  kommen  möchtend,  so  werend  wir  enttrunnen ;  da 
wettend  wir  uns  enthalten  inn  Sant  Lazerua  kloster.t  Nun 
was  ein  specher  da,  der  hieß  Pinard,  der  was  zwölff  scbuoch 
lang  und  mocht  louffen    wie  einn  pfert*     Dysser  Pinard  hört 


143 


alles  daz  ^  so  der  kunig  Johana   zuo  sinnem  volck  geredt  hat. 
Ucid  do  ers  altes  ghört  hat^  do  schreib  erü  iitf  eio  permment. 

['Uod  lüff  von  Muntabani  durch  daz  forry  boltz  und  kanmi 
ino  Karlys  läger  inn  RuoUanden  zelt^  zuo  dem  sprach  er: 
»Her,  ich  will  üch  mere  sagen,  da  ir  wol  gewünoen  mögend  * 
QDd  dereD  vast  fro  werdend  sin.c  »Lieber  f rändle  sagt  Huol- 
laiid^  »waz  meren  sind  das?  Sag  es  uns,  daz  bit  ich  dieh.c 
»Her,€  sprach  Pinard,  »wusaend,  daz  der  künig  Johnns  unge- 
vrapoet  hinweg  tjiichi^  er  und  sinn  voick  ,  und  tüerend  weder 

k^oumrn  nach  easel  mit  innen ,    dann   alleinn    ire  guatte  pfert.  w 

fUnd  rytt  in  eien  kloster,  daz  heylat  zuo  Saut  Lazerus,  da 
will  er  den  orden  arineraen.«  »By  niiner  irüw,«  sprach 
RuollaDd,  »ich  will  inn  gen  fachen  mit  fier  tussend  ryttern 
und  will  Rengnold  und  sine  bruodern  rächen  und  will  sy  all 
häncken  lassen.«  >Her,<  sprach  Pinard,  »es  ist  nach  men  i5 
Wann  ich  hab  Kengnolden  und  sine  bruodern  funden  amm 
ftirtt  Ballaotzon,  und  füerend  unsers  volcks  ?yl  gfangen  mit 
innen.«      »Frund,«   sprach  Kuolland,   »du  hast  ein  grosse  gab 

|Terdient.<  Ruolland  sprach  zuo  Ollyfier:  »Ollyfier,  sitz  schnell 
uflP  din  pfert  und  laß  uns  mit  uns  nemnien  Ydelon  von  Beyern,  *o 
Kichart  ?om  Normandia.  Und  ir,  Gergis,  werdend  mit  uns 
kommen,  so  glaubend  ir  Rengnolden  mmiheyt.  Und  weud  nut 
mer  dann  fier  tussend  ritter  mit  uns  nemmen  ;  wann  liengnold 
bat  fänff  tussend,  also  mögend  wir  mit  innen  strytten  on  tor- 

iteyLt      »Gewu&lichft  sprach  (iergis,  »will  ich  rytten,  daz  ich  S6 
gaache,  wie  ir  inn  fachend.«    Do  sy  alle  ding  geordnet  hattend, 
aaasend  ny  uff  ire    pfert  und  machtend  sich    uÖ*  die  strafe. 
?r  gros    buob    fuort   sy    den    nechsten    an    furtt  ßallantzon* 

llJer  künig  Johans  und  sin  volck  ryttend  durch  daz  forry  holtz 
und  kamend  inn  Sant  Lazerus   kloster;  da  haltend  sy  deu  apt  r^o 
nHim  den  orden.     Diewil  kämmend  fiuolland  und  Ollyfier  inn 
daz  kloster.     Do  sy  der  apt  gsach  kommen,  du  kam   er  innen 

leugegen  und  sprach  zuo  RuoMand :   »Her,  sind  uns  wilkommen! 

[Liept  üch  nüt,  das  wir  vermögend?«   ^Her  apt,«  sprach  Ruol- 

[laud,    »wir    danckend    üch.     Wüssend,    das  wir   ein  verretter  3ft 
•nochend,  den  man  nempt  kunig  Johans,  der  ist  hierinn ;  wann 
wir  wend  inn  fachen.«     >Ir  enwerdend,«  sprach  der  apt,   >her, 
liept  es  üch;    wann  er  ist  inn  der   frybeyt.     Darum  werdend 


144 

wir  inn  gegen  meiigklichen  beschirmnien.«  Do  Ruoüand  den 
apt  verstuoad,  do  erwust  er  inn  by  der  kutten  und  Ollyfier 
den  pryor^  und  stiessend  sy  bed  so  adellichen  an  ein  sull,  daz 
Bj  innen  die  oiigen  nü  den  hüpfcern  stiessend,     Ruoüand  sprach 

t  zuo  dem  apt:  >Nunn  wollufif^,  gend  mir  den  tuffelschen  künig, 
der  Judas  bruoder  ist,  oder  ich  will  üch  ertöden;  wann  er 
mno§  kein  verrettery  mer  begän.«  Do  der  apt  Roollanden 
verstuond,  do  macht  er  sich  inn  die  flucht.  Und  RuoUand 
zog  sin  Bchwert  uß  und  lüfl^  inn  die  kilchen;   da  fand  er  den 

19  kdnig  Johana  in  der  kutteii,  Do  er  inn  gsach,  Jo  erkant  er 
inn  wol;  wann  er  hat  inn  vormallen  by  Karly^  sinnem  vetter, 
gsächen.  Er  erwust  inn  und  sprach  zuo  imm ;  »Her  rnünch, 
könnend  ir  Üwere  lätzgen  wol  ins  tiiffels  namnien  ?  Kommend 
mit  mir  inn  der  bössen  stund,  so  werdend  ir  Karly  gesächen ; 

lö  wann  er  wirt  Öch  lassen  häncken  wie  ein  bewertter  verretier. 
Wo  sind  die  fier  sün  Ämmon,  die  ir  im  sottend  geben  haben? 
Ir  niüessend  betzalk  werden  der  verrettery,  so  ir  begangen 
hand.  Ich  will  aelbs  Kengnolden  und  sine  bruodern  rächen. c 
Damit  satzt  er  inn  uGf  ein  pfert   und  ließ  im  die  ougen  ver- 

n  binden  und  satztend  inn  hiudersich  ufl'  ein  pfert.  Der  kilnig 
Johans  thet  nüt  dann  Rengnolden  und  sine  bruodern  klagen 
und  sprach:  »Ach,  wie  übel  thet  ich,  do  ich  inn  ein  »o  töd- 
liche verrettery  verwilget!  Ich  sott  billich  zechen  mallen 
sterben,  wann  ich  hab  den  tod  wol   verschulten.«     Er  sprach 

«&  zuo  Biner  rytiern  einem:  »Lieber  frtind,  rittend  gen  Muntabant 
und  sagend  Rengnolden,  daz  er  mich  komme  entscbütten ;  wann 
er  sig  minn  schwäger.  Und  daz  er  min  boüheyt  nufe  ansäche, 
sunders  die  fryheit;  dann  lä&t  er  mich  töden,  so  wirt  er  sinn 
ewigklichen  geschulten,  und  sine  kind  werdend  sinn  geschmecht. 

10  Und  mag  er  mich  erretten,  so  will  ich,  [bl.  224]  daz  er  mir 
die  Zungen  laß  uß  ryssen  ;  wann  ich  hab  es  wol  gegen  im  ver- 
Bchulten.c  »Her,«  sagt  der  rytter,  »ich  will  not  rytten;  wann 
ich  weyß  wol,  daz  er  nüt  kommen  wyrt.«  »Er  wyrt,«  sprach 
der  künig;    *ich  weyß    sovil   umm  inn,    daz  er  nüt    darwider 

w  reden  wyrt.c  >So  will  ich  rytten,«  sagt  der  rytter,  Diewill 
sprach  Ollyfier  zuo  Ruoüand:  »Osell,  waz  wend  wir  mit  dissem 


2  derj  den  ha.        34  kunig  ha. 


145 

künig  thaon?c  »Gsell,«  sprach  RaoUand,  »wir  wend  inn  Early 
bringen.  Ich  weit  aber  gern  vor h inn  die  fier  sün  Ammon 
finden.c  »0  gott,€  sprach  Gergis,  »verlieh  KaoUanden  sin 
willen,  damit  sinn  hoffart  ander  getruckt  werde!  Wann  ich 
weyfi  wol,  daz  sinn  hoffart  nüt  under  getruckt  mag  werden,  & 
dann  durch  Rengnold.«  Nunn  wend  wir  von  Rengnolden  und 
sinnen  bruodern  sagen. 

Wie  Rengnold  und  sine  bruodern  sampt  irem  vetter 
Magis  wider  gen  Muntabant  kämmend  und  darnach 
den  kunig  Johans   erloßt  und  Ruollanden  und  Olly-  »o 
fieren  überwand. 

Hie  sagt  die  hystoria,  das  Rengnold  und  sine  bruodern, 
do  sy  Magis  irer  wunden  geheilt  hat,  wider  gen  Muntabant 
rittend.  Und  frow  Klara,  Rengnolden  frow,  kam  innen  engegen 
mit  ir  zweyen  sünnen  Johans  und  Ammon.  Die  hattend  so  i6 
vast  geweinet,  daz  sy  nüt  mer  gs&chen ;  sy  was  och  selbs  ent- 
figurt  von  weinnen ;  wann  sy  wüßt  wol,  wie  der  künig  Johans 
imn  heren  und  sine  bruodern  verrätten  hat,  und  vermeint,  sy 
werend  tod.  Do  die  Jüngling  sy  gsächen  kommen,  do  lüffend 
sy  irem  vatter  an  die  schänckel  und  ummfiengend  im  die ;  so 
aber  er  sties  sy  mit  den  ftiessen ,  daz  es  wenig  falt,  er  hetz 
ummbrächt.  Und  sprach  zuo  siner  frowen:  »Frow,  fluch  von 
mir  hinweg,  gang  zuo  dim  verretterschen  bruoder ,  du  muost 
min  liebe  niemmer  mer  haben;  wann  es  ist  nüt  an  im  er- 
wunden ,  daz  wir  nüt  tod  siud.  Nun  gang  im  zefuoä  nach  2& 
und  an  gselschafft ;  wann  du  muost  mir  des  minnen  nüt  hin- 
weg tragen.  Wann  du  bist  des  grösten  verretters  Schwester 
uff  ertrich.  Und  dine  kind  will  ich  erhäncken ;  wann  ich 
furcht,  sy  wurdend  verretter  wie  ir  vetter.«  »Her,  umm  gotz 
willen  gnad!«  sprach  die  frow;  »wann  ir  wüssend,  daz  ich  30 
üwers  rytz  sorg  hat  und  hab  es  üch  zumm  dickern  mal  wider 
rätten  und  seyt  üch  ,  ir  söttend  minem  bruoder  nüt  volgen ; 
wann  ich  hat  des  sorg,  so  beschechen  ist.«  Damit  fiel  sy 
inn  ammacht.     Do  sy  der  edel  Guchart  j^sach  fallen,   do  hat 

* 
16  gsäcben  ha.  19  do]  du  h». 

Haimonskinder.  10 


146 


er  sy  uff  und  sprach  zuo  ir:  *Frow,  band  kein  unmuofc!  Daoii 
feit  öch  Rengöold  schon,  daz  wetid  wir  nüt  thoon  ,  sunders 
wend  Gell  behiilfl'eo  und  lierätten  siii.«  Hicliart  spracli  zuo 
Guchart:  »Laß  una  gen  uoseru  brooder  bätten,  das  er  unser 
&  Schwester  vertziche;  wann  sy  hat  kein  schuld  daran.  Hettend 
wir  Iren  gfolget,  so  wereod  wir  nüt  gerytten.  Wir  sond  yetz 
an  die  achdnnen  schünckinnen  gedencken,  die  sy  uns  zumtu 
dickem  mal  geben  hat.  Nunn  land  uns  iren  yetz  den  loo 
geben,  wann  ay  bedarf  sinn  yetzmäl  wol.     Man  spricht  gmeiii- 

10  liehen,  inn  der  nott  gsäch  man,  wer  tVund  «ig,«  »By  niiner 
triiw,<  sprach  Allard,  »du  sagst  wär,c  Damit  giengend  sy 
zuo  Rengnold»  und  Ällard  sprach  zuo  im:  »Lieber  bruoder, 
biß  nut  so  zornig  J  Du  weyst,  daz  din  frow  keinn  schuld  an 
der  verrettery  hat,  so  ir  bruoder  uns  bewyssen  hat,  und  bettest 

iB  iren  gefolget,  so  werend  wir  nüt  gerytten.  Darunim  bittend 
wir  dich,  daz  dn  irtsn  vertzicheat«  Rengnold  sprach:  »Ich 
vertzichen  ir  von  uwertwegen,«  Do  daz  sine  bruodern  er- 
horttend,  wurdend  sy  vast  fro  und  kämmend  zuo  ir  Schwester 
und  sagtend  zuo  ir:  »Frow,  band  kein  unmuot!  Wann  wir  band 

n  üwern  fryden  gmacbtc  Und  fyorttend  sy  damit  filr  Reng- 
nold. Und  do  er  sy  gaach ,  do  ummfieng  er  sy  und  küßt  sy 
nait  grosser  liebe.  Damit  fieng  die  froud  an  züo  Muntabant. 
Daz  essen  ward  bereytt ,  und  sasaend  zuo  tisch.  Lind  als  sy 
ob  tisch  wärend^  do  kämm  des  künig  Johans  rytter  für  Keng- 

iü  nold  und  gruotzb  inn  und  sprach  zuo  im:  »Her,  der  känig 
Johans  enbüt  üch  by  mir ,  daz  ir  inn  kommend  entschütten, 
oder  er  ist  sust  tod ;  dann  Ruolland  und  OUyfier  fuerend  inn 
gen  Muntfackon  erbäncken.  Thuond  es,  her,  nmm  gotz  willen 
und  gsäcbend  syn  boßbeyt  nüt  an,  sunders  üwere  frumnikeyt! 

80  Wann  unser  her  vergab  Maria  Magdalenna  und  Logys  ire 
sund.  Er  weyßt  wol,  daz  er  den  tod  an  üch  verschulten  hat.« 
»Got  verflüeche  den,€  sagt  Alard,  »der  den  fuoß  dar  strecke 
und  der  inn  mit  eimm  einigen  här  erkouffe!  Verflüecht  werd 
Ruolland,  wenn  er  inn  nüt  häncken  läßt!«    Do  Rengnold  den 

86  rytter  verstanden  bat,  do  neygt  er  sin  höpt  gegen  der  erden 
und  sinet  eine  lange  wyL     Und  do  er   gnuog  gsinet  hat ,    do 


I 
I 


I 


« 


7  tchäckinneii  ba.        17  uwertw.  ha. 


147 

gsach  er  sine  braodern  an  (wann  ein  guot  hertz  mag  nüt 
liegen,  wenn  die  nott  kampt)  und  sagt  also  zuo  sinen  [bl.  225] 
braodem  und  sinem  volck:  >lr  heren,  ir  wüssend,  wie  ich  zuo 
Paris  enttherpt  ward  mit  grosser  schuld  uff  einem  pfingsten- 
yest,  als  Early  offnen  h&f  hielt.  Da  was  ein  schönne  gsel-  & 
schafft  von  mechtigen  fürsten  und  heren ;  wann  es  wärend  drü 
hundert  nammhaffter  ryttern  d&  und  hundert  künig,  hertzogen 
und  griffen  und  raer  dann  fünfftzig  bischoff  und  yil  ander 
heren.  Do  ward  der  hertzog  Beffes  von  Agremunt  erstochen, 
der  so  ein  frommer  rytter  was ,  als  mengklicher  weyßt.  Ich  lo 
forschet  ablegung  von  Karly  vor  all  sinnen  fürsten,  des  er 
mich  gröblichen  beschalckt,  des  ich  vast  zornig  ward.  Und 
es  beleih  nüt  darby,  daz  ich  von  Karly  beschelckt  ward ;  wann 
es  beschalckt  mich  5ch  sin  vetter  Berchtold,  als  er  und  ich 
im  Schach  zugend ;  darumm  ich  daz  schachbrätt  namm  und  15 
im  ein  semlichen  streich  damit  durch  sin  kopff  gab,  daz  ich 
inn  ertodt.  Und  Karlys  vettern  nach  einnem  gab  ich  ein 
streich  mit  der  fust,  daz  er  tod  zuo  der  erden  fiel;  der  wott 
min  bruoder  Richart  erstochen  haben.  Und  do  daz  Karly 
vemam,  do  gebot  er  mich  zefächen ;  aber  min  geschlächt  wott  so 
das  nüt  lyden.  Wann  es  ward  ein  grosse  uffruor  daruß,  wann 
es  ward  mengen  streich  geben.  Do  die  unruow  ein  end  hatt, 
do  safi  ich  uff  Bayard  und  satzt  miner  bruodern  einnen  für 
mich  und  die  zwenn  hinder  mich  und  kämm  gen  Ardannia; 
da  ließ  ich  ein  schloß  machen.  Dahinn  kam  mich  Karly  be-  26 
legren.  Und  min  vatter  muoßt  im  schweren,  daz  er  mir  nüt 
behulffen  sin  wett,  deßglichen  och  all  mine  fründ,  also  daz  ir 
keiner  so  frisch  was,  der  mich  ein  tag  dörfte  beherbergen. 
Lieben  bruodern,  ir  wüssend  wol  von  der  grossen  armuot,  die 
wir  lange  zyt  erlytten  band.  Und  do  ich  gsacb,  daz  ich  niennert-  30 
hin  kommen  mocht,  do  kämm  ich  inn  dyiä  land  zuo  dem  künig 
und  sagt  im,  wie  ich  krieg  mit  Karly  het;  aber  er  ertzeigt 
mir  grosse  liebe  und  eer ,  also  daz  er  mir  sin  Schwester  gab 
und  ein  hertzogthumm  und  ließ  mir  Muntabant  buwen.  Üar- 
zuo  hab  ich  inn  nie  ungerecht  fanden.  Aber  Karly  ist  so  35 
ein  mechtiger  künig,  und  wüssend  wol,  daz  er  mengen  man 
überwunden  und  enttheret  hat.  Der  künig  Johans  hat  uns 
darumm  verrätten,  das  er  inn  so  übel  entsessen  hatt,  darumm 

10* 


148 

er  nüt  zeschälten  ist;    daun  er  het  Karly   nüt  mögen  wyder- 
stän*    Darumm  daz  er  uns  über  gab,  daz  beschach  durch  bössen  ■ 
rätt,   80  im  etlii'h    siner  heren  geben    hand.     Got  schuoff  nie 
kein  so  frommen  mentschen^  dem  nüt  durch  bösen  rätt  etwann  ^ 

K  mißluDge.     Wie  mÖcbt  ich  inn  Terlän,  diewil  ich  im  nüt  ab  H 
gesejt  hab?    Mich  dunckt ,   ich  sig  im    guotz  schuldig  gegen 
böJi.     Darumm  bit  ich  üch,  das  ir  üch  rüat^n  wellend;  wann 
ich  will  inn  entschütten.     Es  were    niinen  kindeu    ein  grosse 
schand,  daz  ir  vetter  gehänckt  wurde  wie  ein  dieb ,   und  wer  | 

10  uns  ein  grosse  unneer ,  wann  er  ist  unser  her.  Hat  er  un- 
recht gethäuj  so  sond  wir  recht  thuon  und  sond  der  guothet 
nüt  vergeaaen^  so  er  uns  gethäu  hat*  >By  miner  trüw,< 
sprach  Alard,  »so  wyrst  an  mich  ritten,  dann  ich  kumm  da- 
hinn  nüt.     Kein    verretter    sol    entschüt   werden.«     »Und  ich 

lö  och  nüt,«  sprach  Guchart,  »duz  ist  gwüJa.-«  liichart  sprach: 
»Ir  werdend,  syt  es  Rengnolden  gfalt,  wann  er  ist  unser  her, 
EJarum  bit  ich  üch,  daz  ir  im  ghorsamm  sigend.c  Do  sieb 
KengQold  bewilget  hat  den  küoig  Johana  zentschütten  wider 
Atard  und  (lucharden  willen »  do  fiengend  all  Oastgunner  an 

»oschryen:  ^Gesegnet  sig  die  stund,  inn  deren  der  edel  Reng- 
noltl  geboren  ward!  Wann  es  verglichet  sich  imm  kein  inentach 
inn  frummkeyt  und  raanheyt.  Her,  wir  übergebend  üch  daz 
land  üastgunnia,  diewil  ir  inn  laben  sind.  ^So  ver,  gnediger 
her,  lydend  nüt,  das  der  könig  erhänckt  werde ;  dann  daz  were 

95  dem  küngkrich  Gasfcgunnia  ein  grosse  schand,  das  mann  iinsern 
künig  erhanckte.«  ^fciy  miner  truw,«  s-prach  Kengnold ,  »ir 
sagend  wär.4  Damit  Idielä  er  sin  hornn  dru  raäl ,  und  alle 
die,  so  daz  hornn  horttend  blässen,  wap nettem!  sich  von  stund 
an.     Und  do  sy  all  gerüst  wärend,  saß  Rengnold  uff  Bayard. 

»0  Und  warend  iren  zerofa  wnl  sechs  tussend  und  tussend  zefuoü. 
Do  sy  für  Muntabant  nlä  kämmend,  do  sprach  Kengnofd  zuo 
innen :  ilr  heren,  ir  wüssend,  daz  üwer  her  inn  todes  nötten 
ist;  darumm  bit  ich  üch  all,  das  ir  inn  manlich  entschüttend.« 
Darnach  sprach   er  zuo   sinnen    brnodeni:    »Lieben    bruodern, 

M  ir  wüssend,  daz  mich  Ruoliand  tödlichen  hasset  und  nüt  durch 
min  schuld,  snnders  durch  nyd.     Darumm  bit  ich  üch,  daz  ir 


7  rösten  ha. 


h 


140 


iDinnen  acht  habend;  wann  ich  sagen  üch,  daz  uflF  den  hüttigen 

tag  Ruollanden  hoffart  oder  mine  under  getriickt  wjrt,*     Do 

llard  Rengoolden  verstuond,  do  sprach  er  zuo  im:   »Byß  on 

rg,  diewyl  wir  daz  laben  band,  daz  wir  dich   nüt  verlassen 

Dd.€     Damit    machtend   ay  sich  uff  die   sträs   und  ryttend  & 

8iy?aJ9t,   isA  sj   RnoUanden   volck    ersächend.     Do    Ren^nold 

»ine  fyend  ersaeh  ^   do  stalt  er  sin  voick  inn  Ordnung^  als  er 

wol  kond.     Do  RuoIUnd  soyyl  volck  gsacli  kommen»  do  ruoft 

er  dem  bischof  TQrpin  und  Gedelon    von  Peyern    und  sprach 

mo  innen:  >Ir  heren,  ich  gsich  da  vyl  kriegßvolck  kommen,  i« 

l-_  Mocht  es  Rengnold  und  sine  bruodern  sinn,  deren  ruomm  so 

^MToa  ist,   und  ir  vetter  Magis,    der  lystig    rytter?«    »Gsell,^! 

^bt»ch  Türpin,  >sy  sindtz  on  feilen,   und  sagen  üch,  daz  wir 

^^os  nüt  bewaren  mögend  on  stryt,«     f)o  Gergis    Rengnolden 

güeh^  do  hat  er  sine  hend  gegen  himel  «ff   und  sprach :    »0  i^ 

i,   gelopt  sigest  du,    daz  du   verhängt  hast,  daz  Ruolland 

Rengnolden  und  sine  bruodern  und  Magis,    ir  vetter,   funden 

lat  I   Ich   bin  warlicii  als  fro,  als  hette  man  mir  tussend  marck 

«Iber  geben;  wann  Ruolland  hat  all  sin  begeren  funden.  Nunn 

ill  ich  gsachen,  wie  er  sich  manlich  halten  well  gegen  innen.*  «o 

lamach  kert    er  sich  gegen   Ruolland    umm    und  sprach  zuo 

»Gsell  Ruolland,    nun  band  ir  alles  daz,   so  uwer  hertz 

igert.     Ich  bin  warlich  vast  fro,  daz  wir  sy  [bl,  22o]  funden 

laod.     Wir  weud  gsächen,   wie  ir  sy  fachen  werdend;   dann 

Jn5g^d   ir  sy    labend  ig    und  nftt    tod  gfächen    und  sy  Karly  25 

bringend,   so  wirt  er  öch  grossen  danck  sagen,   so  wirt  üch 

Bajard,  den  ir  so  lang  begert  band,   «0  wyrt    der  krieg  öch 

geendet.«     »Gergis,  Gergis,€  sprach  Ruolland,  ^ahm  sind  ver- 

rachtUDgen«     Aber,  by  got,  ir  werden«!  gslichen,  ee  daz  nacht 

wirt,  wer  den  andren  fachen  werd.«   »Nun  wyrt  mann  gsächen,«  ao 

•prach  Gergis,  »waz  ir  thuon  werdend.«     Do  liuolland  gsach, 

dax  er  »trytten  rauotat,  do  ordnet  er  sin  volck,  als  er  wol  kond. 

Do  K/CDgnold  gsach,  daz  Ruolland  sin  volck  ordnet,  do  sprach 

er  zuo  sinen  bruodern:    > Lieben  heren,    idi  will  vor  dannen 

rytteu  Ruollanden    hoffart   nyder    trucken ,   die  ist   vast  gros,  »& 

aU  mengkticher  weyßt     Und  bitt  uch  all,  daz  ir  üch  redlich 

haltend.«     Do  sine  bruodern   verstiiondend ,  das  er  mit  Ruol- 

Urulpti  stritten  wott,  do  wurdend  ay  vast  leydig  und  sagtend ; 


150 

*Ach  bruoder,  wilty,  Hazwirall  verloren  werdend?  Du  raagsi 
niit  ee  ummkonimen ,  dorm  wenn  du  mit  Ruollanden  stritat ; 
wanu  er  ist  zekoo  und  mag  nüt  durch  jssen  verwundfc  werden. 
Wir  bittend  dich,  daz  du  rüewig  sigest.f      » Liebeu  bruodern,€ 

h  sprach  Renguold,  »ir  band  VAfit  recht  gsagt.  Ich  weyß  wol, 
das  Ruoiland  manlieh  ist  und  daz  sins  glichen  nüt  ist  Aber 
ich  hab  rechte  und  er  bat  nnnrecht,  daz  mag  im  nuchteyl 
und  schaden  bringen.  Und  darurani  will  ich  niennerumm  er- 
lassen, daz  ich  nut  tnit  im  stritt.     Doch  will  er  fryd,  so  muoQ 

10  er  inn  haben,  desglichen  och  krieg;  dann  ich  will  vyl  lieber 
mit  eren  sterben  dann  länger  also  zeläben.  Darumm  gedenckend, 
daz  ir  unsere  fyend  redlich  angriffend,  und  mengklicher  sin 
bestes  thüegj  wann  wir  hand  zeschaflFen  mit  vyl  manlichen 
ryttern.t     »Vetter,«    sprach  Alagis ,    >dn  machst   ein  zelange 

wbredig:  gedenck  redlich  anzegriö'en,  ir  müessend  redlich  ent- 
schüt  werden,  istz  gotz  will«  Damit  macht  sich  Reugnold 
harfür  uff  Bayard,  Do  Ruoiland  Reugnolden  gsach  komen 
und  siu  volck  so  wol  geordnet,  do  zeygt  er  sy  Olliffier  und 
sprach  zuo  im:    »Gsell,    was  tlunckfc    dich  mit   dissem  volck V 

«j  Ach  got,  wie  sind  sy  so  wol  geordnet!  Renguold  w^eißt  mer 
umm  kriegen  dann  kein  rytter  inn  aller  weit.  Und  ist  ao 
güettig,  daz  kein  rytter  so  armm  nut  ist,  wenn  er  zuo  im 
kumpt,  daz  er  not  wilkommen  sig,  und  kuuipt  er  zefuoß,  daz 
er  inn  nut  ufiF  ein  pfeit  setz  und  macht  inn  rych,«     >löt  daz 

16  nüt  ein  grosse  guothet?«  sprach  Ollyfier»  ]►  VVärlich  jä,<  sprach 
Ruoiland,  >er  thuot  im  recht,  wann  er  möcht  sust  minem 
Vetter  nut  wyderstäii.  Er  ist  ein  edler  rytter.  Und  mich 
dnnckt,  er  habe  vyl  mer  volcks  dann  wir;  darumm  er  uns 
wol  gwiinnen  mag,  luogend  wir  mit  für  uns;  danner  und  sine 
'•obruodern  sind  lystig.«  j^Ruolland,«  sprach  Olliffier,  »du  sagst 
w&r;  aber  du  weyst  wol,  daz  die  Gflstgunner  als  ein  zaghafft 
volck  ist,  als  uff  ertrich  ist.*  »Ee  ist  w&r,t  sagt  der  bischoff 
Türpin;  »sy  haud  aber  ein  so  guotten  gleytzman,  daz  bessern 
inn  aller  wält  nüt  ist.     Der   manlich    man   enthalt   sin  volck 

»6  nebend  im  und  ist  ein  Spiegel  und  byspil  der  andren  sich  red- 
lich zebalten.«     Do  Ruoiland  bort,  daz  man   Rengnolden  uod 

14  machet]  magst  hs. 


151 

sin  Tolck  floyast  lopt,  do  ward  er  schier  unsiimig  und  stach 
damit  inn  sin  pfert  and  reyt  gegen  Rengnolden.  Und  do  inn 
Rengnold  gsach  kommen,  do  kam  er  gegen  imm.  Und  do  er 
inn  stachens  wytte  zno  im  kam ,  do  saß  er  ab  und  lejt  sin 
sper  an  herd  und  band  Bayard  an  ein  boumm  und  gurt  sin  6 
Schwert  Flamberga  5ch  ab  und  gieng  zuo  Ruollanden  und 
knüwet  für  in  nyder  und  kufit  im  sine  füefi  und  sprach  zuo 
im:  »Her  Ruolland,  ich  byt  üch  umm  gnad  durch  die  erbermd, 
die  unser  her  hat  am  stammen  des  krützes  umm  sin  liebe 
muotter,  do  er  sy  Sant  Johansen  enpfalch.  Ir  wüssend  wol,  lo 
daz  ich  Qwer  fründ  bin.  Und  darumm  bit  ich  üch,  daz  ir 
unsern  fryden  yerschaffend  gegen  üwerm  vetter,  so  will  ich 
fich  Bayardf  min  guot  pfert,  geben  und  min  schloß  Muntabant, 
so  wend  wir  Franckrich  ewigklichen  verschweren  und  wend 
über  mer  sampt  unserm  vetter  Magis  die  unglöubigen  bekriegen.  i6 
Lieber  yetter,  thuond  daz  best!  Dann  mögend  irs  zewägen 
bringen,  so  wurdend  ir  ein  guotten  gsellen  an  mir  haben. c 
Ruolland  hat  groß  erbermd,  do  er  Rengnolden  verstuond,  und 
sprach  zuo  imm:  >By  got,  Rengnold,  »ich  darf  im  nüt  darvon 
sagen,  wenn  ir  im  nüt  Magis  übergebend,  c  »Ach,€  sagt  Reng-  20 
noid,  »ich  thuons  umm  kein  sach  nüt;  Magis  ist  nüt  ein 
mann  umm  frid  hinnzegeben.«  Und  namm  damit  sin  seh  wert 
und  kämm  zuo  Bayard  und  saß  wider  daruf  und  namm  sin 
sper  inn  sinn  band  und  reyt  wider  zuo  Ruolland  und  sprach 
zuo  im:  »Ruolland,  du  solt  wüssen ,  daz  ich  dich  niemmer  26 
von  forcht  wegen  umm  gnad  hätten  wett,  sunHers  ist  be- 
schechen  dir  zuo  eren,  das  du  minn  fründ  bist.  Aber  syt  daz 
ich  gsich,  daz  du  so  hofferttig  bist,  daz  du  nüt  umm  min  bit 
thuon  wilt,  so  will  ich  ein  sach  mit  dir  träfFen,  damit  das  du 
nüt  sagen  könnest,  Rengnold  habe  dich  umm  gnad  hätten  uß  so 
forcht.  Du  hast  vyl  volck  hie  und  ich  och  (got  hab  danck!) 
und  wenn  sich  unser  volck  zuo  stryt  stelt,  so  mag  es  nüt 
gsinn,  daz  sy  nüt  geschediget  werdend  uff  beden  sytten.  Aber 
gfalt  es  dir,  so  wend  wir  zwenn  alleinn  strytten  mit  ein  andren, 
und  wird  ich  überwunden ,  so  bring  mich  Karly ;  und  mag  35 
ich  dich  überwinden,  so  wyrstu  mit  mir  gen  Muntabant  kommen 
mit  dem  geding,  daz  dir  kein  schmach  beschechen  muoß.« 
»Wiltu   das   thuon ?c    sagt  Ruolland.     »Ja,«    sagt  Rengnold. 


>By  minem  höpt,«    sagt  Riiolland  ,    »du    wirst«  mir  globeii.c 
ipjä,€  sagt  Rengnold,   >by  dem  tf^yl,  des  ich  wartten   im  hiuiel 
zehaben^c  er  weit  es  im  halten.     *Ivengnold,«  sagt  Uuolland, 
»ich  will  gen    urlob   nemmen   von  minen   gsellen.«     »Gang,c 
seyt  Bengnold,    »und  [bL  227]  belib  not  lang.«      Damit  reyt 
er  zuo  sinnen  gselien,  die  IVägtend  inii,  waz  Rengnold  seytte, 
ob  er  mit  im  geredt  hett     »Ja,«  sagt  KuoUand.     »Und   wa« 
dunckt  üch  sinethalb?«  sagtend  ay.    >  Wärlich,*  sagt  RuoUatidt 
»er  ist  ein  manlicher  rytter;  wann  er  hat  rair  uß  hotten  ze- 
it» stritten  lib  an  lib,<      »Ruolland,«  sprach  Ollyfier,  »du  magst 
im  thuon  nach  diuem  willen ;  aber  ich  rätten  dir,  du  ihüegesiz 
nüt     Dann  diewil  ich  laben,   will  ich  Rengnolden  fyend  nüt 
sin  alleinn    umra  sin    frommkeyt;    wann  er  ist   ein  güettiger 
rytter.«     Do  der  ertzbischof  TQrpin ,  Hector,  der  sun  Eodoo, 
lö  und  die  gräffen  dys  erhorttend,  do  sagtend  sy  zuo  Ruoiland; 
»Wast  ist  daz ,  so  ir  thuon  wend?    Thnond  es  nüt  umm  gotz 
willen,  wann  Rengnold  ist  öwer  und  unser  frönd  ;    tödend  ir 
inn,  so  werdend  wir  üch  niemnier  mer  hold  sinn,     Land  Reng- 
nolden ni  bietten  sinn  und  land  uns  sin  volck  angriffen  ;  dann 
20  es  ist  weger,   üwer  volck   werd  ertodt,  dann  da/*    üwer  einer 
ertödt  werde.«     »VVend  ir,    daz    im    also    beschech?«    sprach 
Ruoiland.     >Jä,  vetter.«     »Es  gfalt  mir  wol,«  sprach  Ruoiland 
und  sagt  zuo   sinem   volck:    »Lieben    heren,    gedenckend  üch 
redlich  zeweren!«     »Her,«  sagtend  sy,  »hand  kein  sorg!«   Da- 
to mit  schrey  Ruoiland   vMantjoya  Sant  Denysseus!«    und  greyff 
Rengnolden  volck  an.     Do  Rengnold  gsach,  daz  die  Frantzossen 
sin  volck  angriffend,    do  stach   er  inn  Bayard    und  reytt  inn 
die  grosteu  huffen  der  Frantzossen   und  stach    ein  ritter,   das  M 
er  tod  zuo  der  erden  fieL     Darnach  stach  er  nach  einnen,  daz  " 
80  er  im  sin  sper  durch  den  Hb  stach,  und  fiel  tod  zuo  der  erden. 
Darnach    zog  er  sinn  schwert    ui    und  sehrey    >Mnntabant !« 
und  Bchluog  sovil  Frantzossen  nyder,  daz  im  keiner  dorft  ge- 
uuchnen,  sunders  fluchend  vor  im  wie  dieschäf  vor  den  wölffen, 
Rengnold  brächt  sovil  zewägen  mit  sinner  brnodern  hilf,  daz 
s.'i  sy  der  Frantzossen  ersten  huffen    zertrau ttend.     Do  der  klein 
Richart  gsach,  daz  die  Frantzossen  zerträut  wärend,  do  sehrey 
er  überlut   tDordonna!«  und  reyt  inn  die  grösten  huffen  und 
ertodi  iren  vyL     Und  sprach  zuo  Renguold:  »Bruoder,  schlach 


I 


I 


153 

redlich  drinD,  waun  sj  sind  siglofi.  Verschaff,  daz  die  hoffer- 
tigen  Frantzossen  dinen  nüt  spotten  könnend  !c  Do  Rengnold 
Richarden  yerstnond,  do  fieng  er  an  lachen  und  stach  inn 
Bajard  und  schluog  uff  die  Frantzossen  vester  dann  vor;  dann 
er  thet  kein  streich,  das  er  nüt  ein  Frantzossen  ertodt  oder  6 
rerwnndt.  Do  die  Frantzossen  gs&chend,  daz  der  schad  uff 
SJ  gieng,  do  ruofftend  sy  RuoUanden  und  sagtend  zuo  im: 
»Her  Ruolland,  waz  thuond  ir?  Warunim  kommend  ir  uns 
Düt  entschütten?  Wir  sind  all  tod,  entschüttend  ir  uns  nüt.« 
Do  Raolland  sin  volck  inn  semlicher  martter  gsach,  do  stach  lo 
er  inn  sin  pfert  und  thet  sich  inn  stryt  und  reyt  ummhär 
schryend:  »Rengnold,  wo  bistu?  Ich  bin  hie  den  stryt  zethuon, 
den  du  mir  versprochen  hast.«  Do  sich  Rengnold  hört  nemmen, 
do  stackt  er  sin  schwert  inn  und  namm  ein  starck  sper  und 
kämm  zuo  Ruolland  und  sagt  zuo  im :  >  Wo  bist ,  Ruolland  ?  15 
Furchst  micb,  daz  du  so  lang  hinweg  bist?  Ich  sag  dir  ab  uff 
den  tod.  HQet  dich  vor  mir!«  »Und  du  dich  vor  mir!«  sprach 
Ruolland.  Damit  stächend  sy  ire  pfert  und  gäbend  ein  andren 
hertt  stich.  Do  die  Frantzossen  und  Gastgunner  daz  ersächend, 
do  ryttend  sy  hindersich,  der  zwey  ryttem  stritt  zesächen.  20 
Do  Salomonn  von  Brettannia  und  Heetor,  der  sun  Eodon,  den 
gsächend,  do  wurdend  sy  ser  betrüept  und  kamraend  zuom 
bertzog  Anses,  zum  bischof  TQrpin  und  zuo  Ollyfier  und  sagtend 
zuo  innen:  »Ir  heren,  sind  ir  blind?  Wie  lydend  ir,  daz  vor 
üwern  ougen  der  best  rytter  ertödt  werd ,  der  inn  aller  wält  25 
ist?  Ach  Karly,  waz  schmertzens  wirst  du  haben,  wenn  diu 
Vetter  von  Rengnolden  ertödt  wirt !  Daz  wirt  wärlich  grossen 
schmertzen  zesächen  sinn.«  Und  sprach  damit  zuo  Ollyfier: 
>Ich  bitt  dich,  gsell,  so  lieb  als  dir  Karly  ist,  daz  du  zuo 
RuoUanden  rittest,  und  sag  im  von  unsertwegen,  er  soll  nüt  so 
mit  Rengnolden  stritten  mit  dem  schwert,  sunders  nemme  ein 
sper  und  zerstäche  sy  uff  im ,  damit  und  er  der  verheissiing 
gnuog  thüege,  so  er  Rengnolden  gethän  hat.  Dann  wenn 
er  inn  mit  dem  schwert  umbrechte,  so  wurdend  wir  inn 
niemmer  mer  lieb  haben.«  »Lieben  gsellen,  band  Reng- 35 
nolden  kein  sorg  !<  sagt  Gergis,  »dann  ir  erkennend  inn  nüt 
wol.  Er  ist  nüt  ein  kind,  daz  er  so  lichtlich  zersch  recken 
sig,  als  ir  vermeinend.     Ijand  inn  machen ;  dann  by  der  trüw, 


154 


die  ich  öch  schuldig  bin  ,  Riiolland  wirt  vast  müed  werden, 
ee  er  widerkumpt,  und  wirt  wol  als  ein  groaaeu  willen  haben 
vomm  strytt  zelässen  als  Rengtiold,  also  daz  lüiollaiid  wett, 
er  were  nie  da  gsinn  umtn  die  best  stat,  so  Karly  hat.*   »Gergis,« 

5  sagt  Heckor,  »du  retst  ula  nyd.  Strytteat  du  mit  Kuoüand, 
du  wurdest  änderst  reden,  dann  da  retsL«  und  sprach  damit 
zuo  OUyfier:  »Gsell,  stell  den  stritt  ab!«  Also  reyt  Olljfier 
zuo  liuoUand  und  sagt  ioi  der  heren  befelch.  iGsell ,«  sagt 
Ruoiland,  »gott  zerstöre  sy  !  Wann  sy  neniraend  mines  vetter 

n>  Karlys  begereu.«  Rengnold  sprach  zuoRuolland:  »Kuolland, 
underiäst  daz  schwerb,  so  sagen  ich  dir  weder  danck  nach  lob: 
ich  fiirclit  dich  nüt.  Lälä  uns  unsern  strytt  enden  U  RuoUand 
wotz  nüt  thuon,  sunders  thet  daz,  so  im  sine  gseüen  enboUen 
hatten d.     Wann  er  namrn  ein  sper  nnd  rautt  nfl'  Rengnolden, 

ift  80  yast  er  mocht ,  und  Rengnold  gegen  imm.  Und  traifend 
ein  andren,  also  daz  ire  sper  zuo  stucken  giengeud  ,  und  he- 
gegnettend  ein  andren  mit  iren  schilten  so  starck,  daz  Ruol- 
land  zuo  huöen  fiel  mit  ainem  pfert  Und  Rengnold  fuor 
für  und  schrey  »Muntabant!«   Ich  sag  ilch  für  war,  das  Ruol- 

ao  land  ab  keinem  stich  nie  g fallen  was  dann  uff  daz  mal.  Do 
er  eich  am  herd  gsach»  do  was  er  übel  zefriden.  Und  stuood 
schnell  wider  ulf  und  zog  ain  schwert  uß  und  kämm  an  sinn 
pfert  Gallantin  und  sprach:  »Bosses  thier,  es  feit  wenig,  daz 
ich  dich  nüt  ertöde,    daz  du  falst    von    eines    buoben  stichs.« 

S6  >Hälif  mir  got,<  sprach  Rengnold,  [bL  228]  >du  hast  unn- 
recht:  wann  din  pfert  hat  lang  nie  gnuog  gessen,  darumm 
mag  es  nüt  arbeytten.«  Damit  saä  er  ab,  darumm  daz  Ruol- 
land  zefuoia  was,  Do  Bayard  sin  heren  ab  imm  entpfand, 
do  iüff  er  an  Galantin  und  schlung  inn  mit  den  hindern  füessen, 

so  daz  er  im  schier  den  scliänckel  zerschluog.  Des  Ruolland  vast 
zornig  ward  und  luff  uff  Bayard  inn  nieinung  im  den  kopff 
abzeschlachen.  Do  Rengnold  daz  eraach,  do  sprach  er  zuo  im: 
^Waz  ist  daz?  Es  zirapt  dir  nüt  ein  thier  zesch lachen.  Kumm 
an  mich,  ich  will  dir  gnuog  zeschaffen  geben,  daz  du  mUed 
f.jD  wirafc  sin,  wenn  du  Ton  mir  kumpst  Ker  din  schilt  gegen 
mir,  so  wyrsiu  sächen,  wie  Flamberga  schnitt.«      > Rengnold, c 

♦ 
6  ward  erst  ha. 


I 


155 


sprach  Ruolland,  *tr5w  mir  nüt  sovasfc;  dann  ee  es  nacht  wirt, 
wirat  du  sächen ,  daz  dir  nüt  gfallen  wiit.c  Der  wortten 
zittret  Rengnold  von  hUene  und  luff  uff  Ruollanden  und  schluog 
inu  uff  äin  hälni ,  also  daz  er  im  den  zerschneyd ,  und  der 
streich  Bei  uff  den  schilt  und  zerhüw  ein  grossen  tejl  darvon,  ^ 
aber  er  verwundt  inn  nüt.  Und  Rengnold  sprach  xuo  im: 
»Waz  dunckt  dich  mines  schwertz  halben?  Höwt  es  wol  oder 
nät?  Ich  hab  nüt  gar  gfelt  Nun  hüet  dich  wol;  wann  ich 
bin  nüt  so  kitidtsch,  wie  du  mich  mach  st.  4  Do  H  Holland  den 
hertten  streich  entpfand,  so  im  Rengnold  geben  bat,  do  ward  10 
er  vast  zornig  und  namm  Durandal,  sin  guot  seh  wert,  inn  sin 
band  and  lüff  uff  Rengnold.  Rengnold  hat  den  schilt  harfür, 
and  Ruofland  gab  im  ein  so  hertten  streich  daruf,  daz  er  inn 
an  mitten  von  ein  andren  zerspielt.  Und  sagt  zuo  Rengnold: 
^Kun  hab  ich  dir  daz  wider  geben,  so  du  mir  geliehen  hast;  ib 
wir  «ind  yetz  wett.  Nun  will  ich  gsächen  ,  wer  wider  au- 
fächen  werd.c  »By  miner  trüw,«  sagt  Rengnold,  ^verMüecht 
w«rd  ick,  wenn  ich  yetz  schone!  Wann  ich  hab  vorhinn  nun 
geschimpffet.  Din  fryheyt  wirt  dich  nüt  nützen  gegen  mir, 
da?,  ich  din  hoffart  nüt  nyder  trucke.«  i^Thuost  du  daz,  so  »0 
thnost  wunder,«  sagt  RuoUand.  Und  also  wie  sy  den  stryt 
wider  anfachen  wottend,  do  sprach  Magis  zuo  Rengnold: 
»Vetter,  sytz  wider  uff  Bayard  und  laß  RuoUand  och  wider 
uff  daz  sin  sitzen.«  Ir  sond  wüssen ,  daz  Gergis  nüt  so  fro 
gsijiD  were,  der  im  ein  stat  geben  het ,  als  er  was  umm  daz  25 
Rengnold  Ruollanden  gfelt  hat,  Do  die  zwen  rytter  wider  uff 
ireo  pferdeu  warend,  do  fieng  ein  vast  grussanimer  stryt  an, 
daz  68  ein  erbermd  zesächen  was ;  wann  einer  ertodt  den  andren 
on  gnad,  RuoUand  hat  daz  hertz  so  grolä«  darumm  daz  inn 
Rengnold  gfelt  hat,  daz  er  mit  lutter  stimm  schrey :  »Wo  bist  so 
du,  Rengnold,  hinkommen?  Kumm  wider,  laß  uns  unsern  stryt 
enden!  Wann  man  kan  nach  nüt  sagen,  wellicher  der  best 
rytter  ander  uns  zweyen  sig.«  Reugnold  sprach:  »Du  hast 
war.  Aber  strittend  wir  hie,  so  lidtz  unser  volck  nüt.  Aber 
Vk&  uns  über  daz  wasser  inn  daz  forry  holtz,  daz  ist  ein  vast » 
lufitpar  end,  da  mögend  wir  strytten,  daz  wir  nüt  gscheyden 
werdend.  Und  dem  gott  das  glück  geb,  der  hab  die  eer.« 
»Daz  gfalt  mir  wol.<     Damit  stächeod   sy   inn   ire  pfert  and 


156 


wottend  inn  daz  forj  holtz ;  aber  OUyfier  hat  acht  daruf  und 
erwTist  Ryoltariden  by  deoi  zoum,  und  Rengnald  reyt  für.  In 
dem  luo^et  er  fürsich  und  ersach  den  kunig  Johana  und  wol 
achtzig  rytter,  die  verhoobtend  itin    und  fiiortend  inn  schant- 

ö  liehen  hinweg.  Üo  Rengnold  den  fcünig  Johans  gsach ,  do 
ward  er  vast  fro  und  sprach:  *Ach,  her  gott,  gelopt  sigest 
du,  daz  du  mir  ein  so  schönne  sach  verguiKien  hast!«  Damit 
zog  er  sin  schwert  uß  und  sprach  zuo  dennen,  so  den  kiinig 
fuorttend:    »Land    den    künig  Johans  gän ,    ir   bössen  lütten! 

xü  Wann  ir  sind  nüt  wirdig  inn  anzerüeren,*  Und  rantt  damit 
inn  sy  und  schluog  ein  rytter  uff  den  bälmni,  daz  er  tod  zuo 
der  erden  fieL  Do  daz  die  andren  ersächend,  do  macht end  sy 
sich  inn  die  flucht,  und  sagt  einer  zuo  dem  andren:  >  Wetten 
tütfel,    wannen    kumpt  dysser  grussammer  manu?    Fluchend, 

Jö  fluchend,  verflliecht  werde  der  von  got,  der  sinnen  warttet!« 
l*amit  fluchend  sy  inn  alle  tieffe  des  fory  holtz  und  liessend 
den  künig  Johans  da,  Rengnold  kämm  zuo  im  und  loßt  und 
entbant  inn  uflf  und  sprach  zuo  im:  »0  bösser  künig,  wie 
hand  ir  daz  gmüed  gehept,  mich  und  mine  bruodern  so  schant 

ao  liehen  zeverrätten  ?  Es  hat  nüt  an  üch  erwunden,  daz  wir  nüt 
tod  sind.  Waz  habend  wir  üch  zeleyd  gethrtüV  Aber  ich  will 
üch  den  kopfiF  ah  scli lachen  und  üch  den  Ion  geben,«  Do  der 
könig  Johans  Rengnolden  gsach,  do  knöwet  er  für  inn  nyder 
und  sprach:   »Es  ist  wol   billieh,  das  mann  mich  ertöd;   wann 

36  ich  hab  die  grussam mest  verrettery  an  üch  begangen,  so  nie 
begangen  ward.  Aber  ich  bitt  dich  uinm  gotz  willen ,  syt 
daz  sinn  muolä,  daz  ich  sterbe,  daz  du  mir  selbs  den  kopff  ab 
schlachest.  Darnach  laß  min  zungen  uli  ryssen »  mit  deren 
ich  die  verrettery  begangen  hab,  und   läfi  sy  die  hund  essen; 

»0  wann  ich  hab  es  wol  verschuUen  und  grossere  niartter,  Zuo 
dem  allem  hand  mich  gebrächt  der  gräf  von  Äniou  und  der 
gräf  Anthony.  Nun  mach  ein  schnell  end  mit  mir,  ich  bit 
dich;  dann  ein  so  bösser  verretfcer,  als  ich  bin,  sol  nüt  laben. 
Mir  ist  vyl  lieber,  du  tödtest  mich,  dann  der  grnssamm  Karly.c 

3ft  Rengnold  sprach  zuo  im:    »WoUuff,  sitzend  schnell  uf,  üwer 

Jon  muoß  üch  werden.«     Nun  wend  wir  wider  von  den  Fran- 

tzossen  sagen,  wie  sy  überwunden  wurdend. 

* 
25  verretter  ha,  —  an  ha. 


I 


157 


^Wie  Uuolland  und  Gergis  inn  uniieimgkeyt  kämmend, 
imd  wie  Richart  gfaageu  ward. 


unn  sagt  die  hystoria,  ab  Rengoold  ui^  dem  stryt  und 
über  dax  wasser  gerytten  was  inn  daz  forry  holtz  inn  willen 
mit  Ruollanden  zestritten ,    daz  diewyl   RuoUand    und  Olljfier  a 
d  Gergis  mit  Alard,  Guchart,  Kicbart  und  Magissen  sirittend 
i  ireni  volck,     und  der  stritt  was  so  hertt  uff  beden  sytten, 
daz  da  grossen  schaden  beschach.    Aber  zuo  letst  kam  [bh  229] 
die  siglosae  uff  Knolland.     Und  kam  darzuo^  daz  Ruolland  und 
OUyfier  ab  züchen  moolatend,  und  die  dry  bruodern  und  Magis  lo 
behieltend  den  pryß.    Und  also  wie  RuoUand  ab  zog,  do  hänckt 
er  sin  hÖpt   von  schamui,    und  Gergis    sprach  zqo  im:    »Her 
Holland,  wer  hat  üch    üwern  schilt  al§o  verkert?    Ich  gaich 
er  pfert  wund   im  schänckel    und  uff   dem  arg;    es  ist  uff 
r  gerechten  sytten  gfallen,  und  ir  och,  es  beschintt  sich  wol  u 
üwer  siten.     Mich  dunckt,  ir  haben   Rengnolden,  den   sun 
lOti,    funden.c     Do  RuoUand  Gergis   verstuond,   do  zog  er 
schwertt    uß   und  reyt  uff  Gergis.     Aber  OUyfier  behuob 
in,  und  der  gräf  Gedelon  ntimm  Gergis:  also  wurdend  sy  ge- 
det.      Inn  dem   kam  llichart,  der  schrey   KuoUanden   nach  :  ao 
ytter»  ker  din  schilt  umm,  so  wend  wir  ein  stächen  thuon.c 
itter,*    sprach   RuoUand^  »ich   wils.«      I>aniit  kämmend  sy 
en  ein  andren,  al»o  daz  liuollaud  Uichaidon  ab  stach*    Al)er 
Btuond  schnell  wider  uf  und  kämm  an  sinn  pfert  und  wyder 
of»      und    zog    sin    Schwert    nJä    und  wartt  sich    adellichen  aa 
;en  all  sinen  fy  enden.     Do  liuolland  er  kaut,  das  er  der  sün 
inmon  einer  was,    do  entpfieng  er  so  grosse  fröud  ,  daz  inn 
loeht,  er  were   im  Paradis.     Und    sprach:    »Ir   mine  fründ, 
ttrtintt  er  üch ,    so  will    ichs   dem    keyser   sagen.«      Do  die 
'rantzossen  gsächend ,    daz   Kuoliand    Richarden    fachen   wott,  lo 
do  yltend  sy  all  uff  inn  und  wurffend  raer  dann  tiertzig  schwertter 
ufiF  inn.      Und    wurffend    im    sin    pfert    under   im    zetod ,    des 
Richart  »er  erschrack,     önd  stuond    schnell  uff   und    schluog 
den  gräf  Anthony  von  Boyanna,  also  daz  er  inn  übel  verwundt. 
Hu  mal  der  Brettanyar  gsach  den  streich  und  schhiog  Ificharden,  vj 
uud  Richart    gab    im    ein    semlichen    streich,    daz  er  und  sin 


158 

pfert  uff  den  tod  verwandt  werdend.  Do  RnoUand  daz  er- 
sach,  sprach  er  »uo  im:  »Nun  ergib  dich,  ritter,  und  1yd  nüt, 
das  man  dich  ertödte;  wann  daz  were  ein  grosser  schjid.c 
»Rytter,«    sagt  Richart,    lich  ergib  nrich  dir  und  siist  keim 

K  andren.«  Damit  gab  er  im  sinn  schwert.  Und  Ruolland  namS 
gernn  und  hieü  inn  uff  ein  essel  sitzen ,  und  fuorttend  inn 
also  hinweg.  Ach,  waz  Schadens  wer  daz  gsinn,  wenn  er  er- 
hänckt  were  worden!  Er  kanira  ini  vaat  nach;  dann  wenn  got 
und   Magis    im    not    gehnlffen    bettend ,    so    wer   er    er  hänckt 

10  worden.  Dysser  unfal  gaach  Richarden  knecht;  der  stach  inn 
sinn  pfert  und  reyt  über  das  Wiisser  zuo  Kenguolden  und  sprach 
zuo  im:  »Her,  ich  bring  uch  bösse  raere,  Wussend,  daz  Ruol- 
land Richarden  gfangen  hat  und  füert  inn  hinweg.«  Do 
Rengitold  dysae  wort  erhört,  do  gwann  er  so  groß  leyd,  daz 
iuer  schier  die  sinn  verlor.  Und  sprach  zuo  dem  knecht:  »Sag 
mir,  minn  fründ,  sind  sy  wyt  vono  hinnen?«  >Her,<  sagt  der 
knecht,  »ja,  ir  mögend  sy  nüt  mer  eryllen.«  Do  daz  ßeng- 
üold  verstuond,  do  ward  er  betrüepter  dann  vor.  Inn  dem 
gaach  er  Allard  und  sin  volck  kommen,     Do  Alard  Rengnolden 

aft  so  gros  leyd  gsach  füeren,  do  sprach  er  zuo  imm:  »Bruoder, 
waz  ist  dir?«  »Alard,«  sprach  Rengnold,  »wir  band  Richarden 
verloren.  Wann  Ruoltand  füert  inn  gfangen  hinweg  und  ist 
so  witt,  daz  wir  inn  nüt  entschütten  mögend.«  Do  Allard 
und  üuchart    dyase    niere  horttend,    do   fuortend  sy  ein  gros 

jifi  leyd,  daz  es  ein  wunder  was  zesächen.  >Ach,«  sprach  Reng- 
nold, »wer  ist  der,  der  also  unsere  gselschafft  zerstört  hat? 
Ach,  Heber  bryoder  Richart,  wie  ist  es  so  ein  grosser  achad 
umm  dich!  Hetteat  du  din  zyt  erlept,  so  bettest  du  uns  all 
über  troffen  inn  manheyt;    wann   du    bist   von   diner   niauheyt 

50  wegen  gfangen.«  »Bruoder,*  sprach  Allard  zuo  Rengnold, 
»du  bist  an  dem  allem  schuldig,  daz  du  uns  wider  unsern 
willen  har  fuortteat  den  verretter  entschütten.  Wir  werdend 
inn  niemmer  mer  läbendig  gsachen.«  Und  sprach  zuo  Guchart: 
»Lieber  bruoder,  zücb  din  seh  wert  ulä    und  how  dyssem  ver- 

9»  retter  und  bössen  künig  daz  hopt  ab,  von  des  sinn  wegen  wir 
unsern  bruoder  verloren  band.«  »Bruoder,«  sprach  Rengnold, 
>ich  bit  dich  by  der  bnld,  so  du  zuo  mir  hast,  duz  du  dem 
künig  Johans  kein   untzucht  bewyssest,  wann  er  hat  sich  mir 


159 

ergeben,   snDden  fQerend   inn  gen  Muntabant   und   land  inn 
wol  TerhQetten!  So  will  ich  da  beliben  uff  Bajard  mit  minem 
gaotten  schwert  Flamberga  aileinn    und  will   inn  Karlys  zeit 
rytten    minn    bruoder  Richarden    erlössen ,   oder   ein   andren 
gfangnen  fachen,  oder  ich  will  mit  im  sterben. c     Und  stach   s 
damit  Bayarden   mit  den  sporen.     Aber  Allard    und  Guchart 
erwQstend  inn  und  behuobend  inn,  und  Allard  sprach  zuo  im: 
iBy  gott,  du  wirst  nüt  rytten;  dann  es  ist  vyl  weger,  Richart 
sterbe  dann  du,  wenn  es  beschechen  sott.«     Und   als  die  dry 
bruodem  ir  leyd  fuorttend,  kämm  ir  vetter  Magis  zuo  innen,  lo 
und  do  er  sy  gsach  so  gros  leyd  föeren,  do  erschrack  er  übel 
und  sprach  zuo  innen:  iWaz  brist  üch,  mine  vettern,  daz  ir 
80  groß  [bl.  230]   leyd   füerend?«    »Vetter,«    sprach    Allard, 
»wü6,    das  Ruolland  Richarden   gfangen  hinweg  fQert.     Und 
Rengnold   will    nunn  inn  Karlys   zeit  rytten ,   und  du  weyst,  iß 
wenn  er  d&hinn  rytt,  daz  wir  inn  verlieren  werdend.«   »Reng- 
nold,€  sprach  Magis,    »daz  wer  nüt  wyßlich  gmacht,  daz  du 
dahinn  ryttest;    wann  din  rytten   wurd  nüt  nützen.     Sunders 
1&&  uns  wyder  gen  Muntabant  rytten ;  so  will  ich  ritten,  und 
ist  Rychart  nüt  tod,  so  will  ich  inn  wider  bringen,  und  wer  20 
er  inn  zechen  gfancknus  beschlossen.«    »Vetter,«  sprach  Reng- 
nold,   »ich  will  din  underthän  werden,    thuost  du  es.«      »Ich 
wils  thuon  on  feilen,«  sprach  Magis.     »Land  nunn  von  üwerm 
leyd;  wann  ich  will  inn  üch  wider  überanttwurten,  istz  gotz 
will.«      Damit  machtend  sy  sich  uff  die  sträß  gegen  Muntabant  25 
zuo.      »Ach,«  sprach  Rengnold,  »bruoder  Richart,    wie  ist  es 
80  ein  grosser  schad  umm  dich ,    bistu  tod !    Es  übertraf  dich 
nie  kein    rytter    mit   raanheyt,    und  aber    nach  so  jung  bist. 
Und  hälff'  mir  got,    ich  klagen  din  grosse  frummkeyt  vester, 
dann  ich  thüege,  das  du  min  bruoder  bist.«     Mit  dysser  klag  so 
kämend    sy    gen    Muntabant.      Und    frow    Klarra    kam    irem 
gmachel  engegen    mit   ir  zweyen    sünnen,   und  yetlicher  hatt 
ein  Stacken  inn  sinner  band.     Und  do  sy  den  künig  gsächend, 
do  sagtend  sy  zuo  im:    »Vetter,    werend  ir    nüt  gfangen,   so 
müeMend  ir  sterben.     Warumm    band    ir    unsern  vatter    und  35 
sine  bruodem  verrätten,  die  üch  so  erlich  gedienet  handV   Ir 
sind  warlich  wyrdig  schantlichen  zesterben.«      Do  Allard  sine 
vettern  also  bort  reden,  do  küßt  er  sy  und  sprach:  »Ach  gott, 


160 


wie  sind  wir  so  gar  jserstortli  Do  die  frow  Allarden  red  er- 
bort, do  sprach  sy  zuo  im:  »Lieber  brooder,  sagend  mir  amm 
gotz  willen  die  ursach  üwers  leydtz!«  >Frow,c  sprach  Allard ^ 
iwir  band  unsern  bruoder  Richarden  verloren:  RuoUand  bringt 
ft  inn  Karly  gfangen*  Gedenckt  got  sinnen  ndt^  so  gsachend 
wir  inn  niemmer  mer.«  »Ach,  wie  weud  wir  ihnen,«  sagt 
die  frow,  »so  Richart  verloren  ist?«  Sy  fieng  an  so  gros  lejd 
föeren,  das  alle  die,  so  sy  gsachend,  erbermd  haltend,  Nonn 
wend  wir  von  Magis  sagen.  ^1 

"  Wie  Magis  ino  pilgrys    veyß   inn  Karlys  zält  kämm 
luogen,  ob  Richart  nach  läpte  oder  nut. 


1 


Die  hystoria  sagt,  do  Magis  gen  Muntabaiit  kommen  was 
so  zornig,  daz  er  vester  nüt  mocht,  von  Richartz  wägen,  dann 
so  bald  er  ab  gsaß ,    gi^^ig  ^^  itin    sin  kammer   und  zog  sich 

15  nackett  ab  nnd  nani  ein  krutt,  das  a^  er,  das  macht  inn  ge- 
Schwallen.     Darnach  namm  er  nach  ein  krnit,  daz  behielt  er  H 
nnder  der  zungen ,    und   ward  schwartz  darvonn    wie  ein  koU 
und  verkart  die  ougen  im  kopff  umni,  als  ob  er  sterben  wett. 
und  beklejrt   sich    inn    söllicher  gstalt,    das  mann  in  nüt  er- 

so  kennen  mocht,  und  leyt  zwenn  groß  schoocb  an.     Und  do  er  fl 
also  zuo  gerüst  was,  do  namm  er  ein  pilgrystab  inn  sin  band      ' 
und  gieng  so  schnell  hinweg,  daz  inn  kein  pfert  hett  mögen 
eryllen.     Und  kämm  gen  Muntbandell  für  Karlys  zeit,  ee  daz 
Ruolland  kanui),  und  hielt  sich  da  still,  daz  er  nie  kein  wortt 

^t>  rett.  Und  gsach  den  keyser  an,  der  was  inn  siner  zeit.  Und 
haiiek  an  dem  einen  fuoü  und  leinet  sich  uff  sinn  stab.  Do 
Karly  iiß  siner  zeit  gieng,  do  sagt  er  zuo  im:  »Der  künig  der 
eren,  Aar  tod  und  martter  leyd,  erlöfi  üch  vor  schantlicheni 
tod  und  verrettery!«    »Fründ,«^  seyt  Karly,   »gott  zerstöre  dich ! 

*»  Wann  ich  wird  niemmer  mer  keinem  vertruwen  von  des  dieb 
Miigissen  wägen ,  wann  er  hätt  mich  raentg  mal  betrogen ; 
dann  wenn  er  will,  so  ist  er  ein  bruoder»  ein  gryf  oder  rytter, 
also  daz  ich  mich  vor  im  nüt  hOetben  kan.  Liept  es  got,  so 
will  ich  mich  ein  mal  au   im  rächen,  geh  wie  lang  ich  beytten 

3fc  uiuolä.«      Do  Magis  den   keyser  aUo  bort  rt»den,  do  sprach  er 
»Her,  ob  Magis  ein  dieb  ist,  die  andren  arnimen  sind 


zuo  im  : 


161 

darumm  Düt.     Ich  bab  vy]  grosser  iiotturft  zuo  gsunfchejt, 

dD  Xüo  T^rrettery.     Es    beschint   sich    wol   nnt  niinem  Hb» 

ich  nät  vy\  boU  handien  kau.     Her,  ich  kumui  von  Jheru- 

Uem  nnd  hab  den  tempell  Salomorm  besuchen  und  will  gen 

ooim ,    istz  gotz  will.     Ich  gieng    ^e&tertt  über  Ballanizonn   r. 

fid  kam  geu  Gerunda,     Und  karam  inn  ein  holtz  selb  zechend 

ad  kämmend  über  Muntabant  iif;    da    fnndend    wir  inürder, 

|]e  ertodtend   mir  nsiun  volck  und  iiaiiiDiend  mir  alles  daz,  so 

ich  hat*     Und  ich  kanmi  kam  darvon.     Und  do  ich  von  innen 

kämm,  do  fragt  ich  das  landtvolck,  wa^  lütten  sy  werend,  die  lo 

^niir  üiiri    volck    ertödt  bettend.     Und  sy    sagtend ,    es  werind 

^Hie  fier  sün  Äinmon  und  ein  grosser  dieb,  der  hieß  Magis.  Und 

^Bck  fraget  sy,  warumm  sy  so  scfaantlich  läptend,  diewil  sy  so 

pK^el    werend.     Und   sy    sagtend    mir ,    es    bescbeche    von    der 

grossen  armuot  wegen,  so  sy  littend  zuo  Mnntabant.    Ich  gsach  ii 

nie  grosfiammern  menkschen,  als  der  Magis  ist:   er  band  mir 

mine  band  nff  den  rügen  und  sehlnog  mich  so  übel ,  duz  ich 

vermeint  zesterben.     Er  hat  mich  also  zuo  gerüat,  wie  ir  niieb 

g^achend.     Her,    ir  sind   der   frümmest    künig   inn  der  walt 

ood  sind  her  inn  dissem  laud;    [hl.  231]  ich   bitt  üch,  das  ir  20 

lir  recht  haltend   über  die  Her  sün  Amnioo  und   über  Mugts, 

en  boflsen  diebeu.*    Do  Karly  dysae  wort  verstnond,  do  sprach 

zuo  im;    »PiJgry,    ist  daz  war,   so  du  sagst V*    »Ja,  her,« 

firach  Magis.     ^Wie  heist  duP^  sagt  Karly.     »Her,  ich  heyü 

[todon,<  sagt  Magis,   »und  bin  uß  Brettannia  bürttig  und  hin  s& 

mechtiger    D)ann  inn  minera  land.     Darum m    bit  ich  ilch 

>n  des  helgen  grahs  wägen,  das  ir  mir  zumm  rächten  hällFend.« 

^ilgry,€  sprach  Karly,  *  warlich,  ich   mag  mir  selbs  uüt  ge- 

Wann  het  ich  sy,  so  sagen  ich  dir,  daz  sy  kein  recht 

ynQeßt,  daz  ich  sy  nui  ertöden  ließ,«      *Her,«  sprach  rio 

»diewill  ir  mir  nüt  zumm  rechten  hälffen  mijgend,  so 

^ell  mir  der  gotb  hälffen,  der  im  himel  ist.«     »Her,«  sagtend 

ie  fürsten,    »dysser    pilgry   dunckt    uns    einn  fruminer  luan 

Jon;    es  besehint   sich  an    sinner   gstalt.     Gebend  imm  üwer 

Imosseu ,    liept  es  üch.«     Also    gebot    Karly,    das    mann    im  as 

sig  phind    Pfenning    geb.     Und  Magie    nammß    und    leytz 


1  groue  be. 
HaJjBOOtkiodftr. 


3  handlan  h«.        5  got  ha. 


162 


ino  mnn  ermell  und  sprach  zuo  imm  selbe :  >  Du  hast  mir  de 
dinnen  geben;   da   hast    aber    gethän    wie  ein  iiar.     Ich  wils 

dir  vasfc  thör  wider  geben,  ee  ich  von  hinnen  scheyd,*  Dar- 
nach forschet  er  zessen  amm  unsers  liejllantz  Jhesus  willen  ; 
wann  er  het  syt  geatert  nüt  gessen.  *Bj  nainer  trüw,€  sagt 
Karly,  »dir  niuolä  gnnoj^  werden»«  Damit  ließ  er  im  zessen 
gnnog  bringen.  Und  Magis  saü  nyder  und  aß  gnuog,  und  ^ 
Karly  sprach  zuo  im:  »Nun  yU,  lieber  pilgry,  dir  niuo&  gnuog  ■ 
werden,«     Daz    thet    Magis.      Und    redt    nut ,    sunders    gsach   ~ 

^10  Karly  atetz  inn  daz  angsicht,  Do  daz  Karly  ersach ,  sprach 
er  zuo  im:  »Sag  mir,  pilgry,  waranim  du  mich  also  besechest.c 
»Heri«  sprach  Magie,  »ich  wils  üch  sagen.  Wüssend,  daz  ich 
vast  wyt  gewandlet  binn  ;  aber  ich  hab  nie  kein  kryst  nach 
heyd  gsächen ,    der   so    ein    hüpscher  fürst    nacli    so  früntlich 

ifiwere,  als  ir  sind.  Darumm  ich  üch  teylhaiftig  machen  inn 
all  minnen  gebiitten.«  «VVarlich,  pilgry,  daz  gfalt  mir  wol, 
und  sagen  dir  grossen  danck,<  sagt  Kiirly,  Die  Fürsten  sagtend: 
»Her,  der  pilgry  hat  üch  ein  schönoe  schäncke  geben;  nun 
vergältend  es  im.^     >Her,«  sprach  Magis,   »ich   beger  keiner 

10  andren  belonung;  wann  ich  bin  kräncker,  dann  mir  giiot  ist,« 
Inn  dem  als  Karly  mit  Magis  redt,  kämm  Riiolland  und  Olly- 
fier  mit  Richarden*  Do  üergis,  Hector  und  der  hertzog  Ansea 
gsächend,  daz  Roolland  inn  Karlys  zeit  wott  mit  Richarden, 
do  sagtend  sy  zuo  im:  j>G8ell,  hassest  du  Richarden,    daz  du 

afi  inn  Karly  übergeben  wilt?«  »Ir  heren,«  sagt  Ruolland,  *wie 
sol  ich  irathuon?«  »Lais  inn  gän,«  sagtend  sy,  iund  sagend, 
es  Big  ein  andren  gsin.«  »Ich  wils  thuon,  mag  ich,«  sagt 
RuoUand,  Dysse  wortt  bort  ein  knecht;  der  kam  zuo  Karlj 
und  sagt  zuo  im:    »Her,   ich  bring  öch  frembde  mere.     Wir 

10  band  mit  Rengnolden  gestritten  am  furtt  Ballantzon,  Der 
hatt  sich  wol  gegen  uns  enthalten,  aber  er  hat  mer  verloren 
dann  gwunnen;  wann  Ruolland  hatt  Richarden  gfangen,«  Do 
Karly  dysse  mere  verstuond,  do  sprang  er  uf  von  fröuden  und 
gieng  u&  siner  zält.    Und  gsach  Ruollanden  mit  Richart  kommen 

sß  und  sprach;  »By  gott,  vetter,  es  beschintt  sich  wol,  daz  du 
da  gsin  bist,  er  were  sust  nut  gfangen  worden.«  Er  sprach 
zuo  Richart:  »Du  huoren  kind,  by  der  trüw,  die  ich  gott 
schuldig    biu,    du    muost    ertiänckt    werden!    Aber    du  muost 


168 

Yorhinn  wol  gepinget  werden.«  »Her,«  sprach  Riehart,  »ich 
hab  kein  sorg,  daz  ich  erhanckt  werd,  diewil  min  frommer 
brnoder  Bengnold  und  die  andren  mine  bruodern  und  min 
yeiter  Magis  inn  laben  sind.  Thuond  ir  mir  etwaz  zeleyd,  ir 
band  kein  stat,  scblofi  nach  yesty,  die  üch  beschirmen  mochtend,  & 
daz  sj  üch  nüt  eriodtind.«  Do  Early  Richarden  bort  so 
fraffenlichen  reden,  do  ward  er  vasfc  zornig  und  namm  ein 
Stacken  inn  bed  band  und  schluog  Riebart  damit  uff  den  kopff. 
Und  do  er  sich  geschlagen  entpfand,  do  erwust  er  Karly  by 
dem  Hb,  und  rungend  so  lang  mit  ein  andren,  daz  sy  bed  zuo  lo 
erden  Seilend.  Do  das  Gergis  und  Salomon  gsächend,  do 
namniend  syfi  yon  ein  andren  und  sagtend  zuo  Karly:  »Uer, 
ir  band  übel  gehandlet,  daz  ir  ein  gfangnen  schlachend.« 
»Wärlich,«  sprach  Richart,  »er  hat  mich  geschlagen.  Ea  be- 
schintt  sich  wol,  daz  er  die  gwonheyt  hat  untrülich  zeband-  i6 
len.  Daz  ist  nüt  das  erst  mal  nach  das  hinderst.«  Do  Magis 
gsach,  das  Karly  Richarden  gschlagen  hat,  do  ward  er  so 
zornig,  daz  es  wenig  fält,  er  het  Karly  mit  sinem  stab  ge- 
schlagen. Do  Karly  gsach,  daz  er  so  freffen  was,  do  spracb 
er  zuo  imm:  »Richart,  gott  zerstöre  mich,  wenn  du  mir  ent-  ao 
trünst!  und  muost  inn  kurtzem  erhanckt  werden.«  »Her,f 
sprach  Richart,  »ich  will  üch  vorhinn  gsächen  schinden,  ee 
ir  mich  gsächend  erhäncken.  Ir  werdend  nüt  so  frisch  sinn, 
daz  irs  thüegend.<  »Nüt  desterminder  wyrstu  mir  nüt  ent- 
trünnen,«  sprach  Karly,  »daz  du  es  nüt  werdest,  ee  morn  für  25 
komme.  Wett  gott,  daz  ich  als  wol  Magis  und  dine  brüedern 
hett;  wann  sy  müeßtend  dir  gselschaft  halten. ^  Als  Rychart 
mit  Karly  redt,  luoget  er  hinder  sich  und  ersach  Magis,  des 
er  vast  fro  was.  Darumm  er  zuo  Karly  sprach:  »Wo  inuoß 
ich  erhanckt  werden?  Sagend  es  mir!«  Karly  sprach:  »Zuo  so 
Mnntfackon,  so  gsächend  dich  dine  bruodern.«  »Her,«  sprach 
Richart,  »es  ist  nüt  billich ,  daz  ein  semlicher  man  erhanckt 
werd,  als  ich  bin.  Aber  machend  fryd  mit  uns,  so  thuond  ir 
recht;  es  wyrt  üch  sust  nach  leyd  werden,  als  ich  gloub.« 
Do  Magis  dysse  mere  verstuond ,  do  beleih  er  nüt  länger,  ^r, 
sunders  macht  sich  u&  der  zeit  und  gieng  so  schnell,  daz  er 
gen  Muntabant  kämm.  Do  inn  Rengnold  gsach  kommen  on 
Richart,    do    enpfieng    er   so    groü   leyd,    daz    er    nyder  fiel. 

U* 


164 


Ällard  und  Giichart  sagten d  zuo  im:  »Wie  wend  wir  thuon?* 
•8chwigpiid,«  sprach  er,  »|(ott  zerstöre  öch !  Wann  durch  üchfl 
ist  Richarb  verloren,     Hettend  ir  im  nach  yjeylt,    so  were  er™ 
Düt  gfangnen  worden;    aber  ir  [bl,  232]    dorftend  nüt  nacher 

5   rytten^  und  ir  band  nüt  wellen,  daz  ich  inn  rytt  eut$cbiitten^| 
ich  were  zytÜch   gnuog   kommen.     Nuun    band    wir  inn  ver- 
loren und  werdend  inn  nienimer  nier  gsächen,  wann  ich  gsich 
Magis  alleion  kommen.     Wer   er    nach    inn  laben ,  so  het  erfl 
inn   mit    im    brächt.«     Die   drj    brnodern    fuorttend    so  gros 

10  leyd,  das  es  duocht  zesächen,  die  gantz  wält  sott  enden.  Die- 
wyl  karam  Magis,  und  do  er  daz  groß  leyd  gsach ,  so  sine 
vettern  fuorttend,  do  ward  er  ser  betrüept  und  sprach  zuo 
innen:  •  Lieben  vettern  ,  waz  brist  üch  ^  daz  ir  so  groß  leyd 
fÜierendVc    »Acb    vetteret    sprach    Rengnold ,    >wo    ist  unser 

m  bruoder  hinkommen?«   >Vetter,«  sagt  Magis,  »er  ist  nach  innfl 
laben.     Karly  hat  gsagt,   er  w^ell  inn  zuo  Muntfackon  häucken 
lassen,  und  hat  gsagt ,    er  furchte    micb  so  übel,    das  er  inn 
nüt  lang  behalten  well,     üä  sind  tryssig  pfund  pfenning,  die 
hat  mir  Karly  geben ,    und  hat  mir  lassen  zessen  geben    und 

tozuo  trincken.  Nun  will  ich  gsachen,  ob  du  Richarden  lieb 
habest  und  ob  du  ein  g notier  ritter  sigest ;  dann  man  muoß 
inn  mit  gewalt  entschütten*«  Rengnold  ward  vast  fro  wider, 
do  er  Magis  erhört,  und  sprach:  »Diewyl  er  nach  inn  laben 
ist,  so  bin  ich  wider  erfröwt,<      Damit  ihet  Magis  sin  kappen 

Bö  ab  und  aß  ein  krutt,  darvoon  er  wyder  entsohwal,  und  wapnefcÄ 
sich.     Und  do  er  gwapnet  was^  do  presenttiert  er  sich  Reng- 
nolden ;  desglichen  och  sine  bruodern  und  all  sin  volck.    und  ^ 
ryttend  gegen  Muntfackon.     Und  do  sy  eines  armbrustschutzf 
nach  darzuo  kämmend,    do  sagt  Rengnold  zuo   sinnem  volck: 

80  »Ir  heren,  band  ir  mich  ye  lieb  gehept,  so  gedenckend,  daz 
min  bruoder  erlölät  werd  vor  dem  schantlichen  tod.«  »Her,« 
sagtend  sy,  >wir  wend  all  unsern  fiyf*  ankeren,«  »Bruoder,« 
sprach  ÄUard,  >land  uns  absitzen  und  uns  verhalten;  dann 
wurdend  wir  ersäcben,   so   mnchtend    inn  die  Frantzossen  er- 

w  fcöden*«  »Bruoder,«  sprach  Rengnold,  »du  retet  wyßlich.« 
Damit  sässend  sy  ab  und  verhieltend  sich  inn  ein  thanwald, 
Ir  band  wol  ghört,  wie  sy  inn  die  ebny  Vacollers  gschickt 
wurdend,    und  waz  sy  da  erlyttend,  und  wie  sy  darnach  den. 


I 


A 


165 

küoig  Jofaans  entschuttend,  nnd  wie  Rengnold  mit  Rnollanden 
gstrytten  hat,  dardurch  er  vast  müed  was.  Und  wärend  dnr 
tag  on  schiäffen  gsinn;  darumm  man  sich  nüt  verwundern 
darft,  das  sy  entschlieffend.  Wann  sjr  kondend  so  bald  nüt 
ab  gestän ,  sy  entschlieffend ;  daz  nun  Richarden  schier  zao  ^ 
nustatten  kam,  als  ir  horren  werdend. 

Wie  Karly  sine  fursten  einen  nach  dem  andren  batt, 
daz  sy  Richarden  hancktind,  und  wieß  keiner  thuon 
wott  dann  Kippus  von  Rippaniunt,  und  wie  inn  Reng- 
nold erloßt   und  Rippus    an  sin   statt  hanckt  sampt  lo 
etlichen   siner  hälffern. 

Der  keyser  Early  was  inn  sinner  zeit,  der  beruoft  den 
hertzog  Anses  and  Richart  von  Normmandia  und  sprach  zuo 
innen  :  >lr  heren,  ich  bitt  üch,  das  ir  mir  rättend.  Ir  wussend, 
daz  Richart,  der  sun  Ammon,  grosses  Vermögens  ist;  ich  be-  i6 
sorg,  Rengnold  werd  inn  kommen  erlossen,  wenn  ich  inn  er- 
häncken  schick.  Darumm  muoß  ich  ein  mann  haben,  der 
Rengnolden,  sine  bruodern,  nach  Magis  ndt  entsitz.«  Inn  dem 
luoget  er  nebend  sich  und  ersach  Beringer  von  Vallos,  dem 
ruoft  er  und  sprach  zuo  im  :  »Beringer,  du  bist  minn  lechen-  ao 
mann  und  hast  von  mir  inn  daz  halb  Schotland  und  Gallos; 
du  bist  mir  dienst  schuldig  mit  all  dinem  vermögen.  Ich  will 
dich  und  dine  nachkommen  fry  sagen  aller  diensten,  sover  daz 
du  Richard  hänckest.  Und  kumpt  Rengnold  inn  entschütten, 
bit  ich  dich,  daz  du  uff  mir  sytten  sigest.«  Beringer  sagtias 
»Nun  gsich  ich  wol,  daz  ir  mich  nienerthinn  achtend,  daz  ir 
mich  forschend  semlichs  zethuon.  Es  befrömdet  mich,  daz  ir 
mir  semlichs  zuo  muottend :  wenn  ichß  thuon  weit,  so  söttend 
irß  mir  weren.  Dann  ich  wils  nüt  thuon.«  Do  der  keyser 
gsach ,  daz  Berringer  nüt  thuou  wott ,  do  ruoft  er  dem  gräf  so 
Ydellon  und  sprach  zuo  im,  er  wett  im  die  stat  Mackon  geben, 
weit  er  Richarden  richten.  Ydelon  sprach  zuo  imm,  er  wetz 
nüt  thuon,  sunders  wett  Richarden  beschirmmen  mit  all  sinem 
vermögen.  Karly  sprach  zuo  Richarden:  »Gsell ,  du  rauost 
dennecht  sterben.«     Darnach  sprach  er  zuo  Gergis  von  Thenne-  35 

25  mir  =  miner. 


166 


iiiarck :  »Gerges,  manii  hat  mir  gsagt,  du  habest  verreitenich 
gegeu  mir  ghandlet  itio  der  ebny  Vacollera.  Naon  will  ich 
gsächeü,  ob  du  Rieliarden  häncken  wellest;  so  wyll  ich  dir 
die  «tat  Leon  gebeu  und  dich  und  diue  erben  quittieren  allerg 

6  ilieusten,  so  du  mir  schuldig  bist  c     >By  miner  truw,c  sprachfl 
Gergis,  »ich  wiLs  nut  thuon ,   wann  Richart   ist  minn  vetter. 
Und  sagen  üch  ,    welHcher  Richarden  hänekt^    daz  ich  im  ab 
sag  uff  den  tod,  und  will  inn  beschirnmien  wider  mengklicheiK« 
»Gang  hinn,*  sprach  Karly,  *das  du  [bl.  233]  von  gofct  vor- 

10  fliiecbt  werdest!  Dennecht   niuoß  er  erhiinckt  werden.«     Dar-^ 
nach  beruoft  er  den  ertzbischof  Turpin    und    sprach  zuo  im  r^ 
»Her,  ich   will   öch    zuo    babst  machen,    wend   ir  Richarden 
häncken,«      ^Her^Jt  sagt  Tiirpin,  »ir  wilssend  wol,  daz  ich  ein 
predicant  bin  uud  mir  nüt  zrmpfc;  dann  wenn  icbß  thette,  so 

i&  wurd  ich  min  wyrdigkeyt  verlieren*  Darzuo  ist  Richart  min 
vetter;  vermeinnend  ir,  das  ich  mine  frürid  hänckeu  s5U  *?* 
>Also  hälff  üch  gott,«  sagt  Karly;  >wauii  ir  länd  es  mer 
underwägen,  darnoim  daz  er  uwer  frund  ist,  dann  umm  gotas 
nach  durch  üwer  wyrde  vvillen.c     Darnach  sprach  er  zuo  Salo- 

to  monn  von  ßrettannia :  s^Salonionn,  du  weyst,  das  du  Brettann ia 
vonu  mir    zuo  lecben  inu   hast.     Ich    will    dir    die  gräfschaffc      i 
Annio   geben,    wiltu    Richarden    häncken.«      *Her,«     sprach'fl 
Balonimon,    pUept  üch    mir  anders   zegebietten ,  so  thuondtz; 
wann  daz  will  ich  mit  thuon ,  und  sagen  uch,  daz  Richarden 

»ft  kein  Übels  beschechen  muoß,  mag  ich,«  »Salomon,c  sagt 
Karly,  >so  bist  du  ein  verretter,  syt  daz  du  nüt  minn  willen 
thuon  wyt.«  Und  sprach:  >R,ichart,  ich  will,  daz  du  wüssest, 
daz  du  erhänckt  werden  muost  zeleyd  all  dioer  früuden.«  *Ich 
enwirden  iillicht,«  sagt  Richart,     Karly  kart  sich  u mm  gegen Ä 

8ü  Kuolland  und  sprach  zuo  irani:    »Lieber  vetter,  ich  bit  dich, 
daz  du  inn  hsinckest;  wann  es  [ist]  billich,  daz  du  es  thüegest,      , 
diewil  es  niemmen  thuon  wilL     Du  hast  inn  gfangen,  darumniB 
du  inn  billich   hänckeu    sottj    so    will    ich   dir  Köln   uff  dem 
Rinn  geben.«     »ller,«    sprach   Ruolland,    »»wenn   ichü  thette,  ^ 

iftBO  wer  ich  ein  verretter;  wann  ich  hab  inn  gesichert,  ee  ichfl 
inn  fieng,  im  möeßte  nÜt  beschechen.     Und  länd  ir  inn  töden,  ~ 


I 


17  mer]  mir  hs. 


167 


,00  Wirt  mir  kein  meniscb  niemmer  mer  vertrüwen;    daruuim 
ah  mengklichen  byt,  daz  idd  keiner  erbancke,  dann  ich  wtird 
^Terscbmecbt.     Und  sagen  üch  ,   läud  ir  inn  häncken,   daz  ich 
zno  Rengnolden  rytten  will    micb  imm  ergeben ,    und  will  er 
mir  vertzichen,    so  will    ich   im    verheyssen    zehalffen    wydcr   & 
mengklichen  mit  drü  tussend  wol  geruster  mannen.«   >  Vetter,« 
sprach  Karly,   »verfliiecbt   werdest  dn   von  gotU    Und  do  er 
gsacht    daz  er  sin  willen  nüt  verbringen  mocbt,   do  ward  er 
ao  zornig,   daz  er  nüt  wnßt,    waz  er  thuon  sott     Er  sttiond 
yßt  und  sprach:  >Ir  heren,  ir  wussend  wol,  das  ich  des  künig  10 
Peppinus  snn  bin  und  der  kdnig[in]  Bertha.     Min  vatter  ward 
tun  Franckrieh  ertzogen.     Nach  sinem  tod  floch  ich  inn  Hia- 
pmniB  zno  Gatlaffra  nff  daz  mer;  d^  begieng  ich  so  yyl  rjtter- 
chaft,    daz  ich  rytter  w^ard  und  gwann    Gallaranna,  die    ver- 
leg fünffachen    bekrontter  kilnig    von  minetwegen ;   die  nam  la 
ch  zno  der  ee.     Und  kam  inn  Franckrieh  und  vermeint  min 
^Itilngkrich    mit   gnottera    friden    zehaben.     Aber    uff   den    tag 
miner  zuoknnft  wurdend  die  zwölf  fürsten  eyü  mich  zetöden. 
Aber  gott  der  almecfatig  schickt  mir  ein  engel,  der  sagt  mir, 
ich  sott  mich  verbergen.     Und  wüßt;  aber  nut  wo  hinn ;  aber  to 
?ott  fuort  mich  zuo  Baasinn,  ein  grosser  dieb,  der  fuort  mich 
i0  ein  holl.     Diewil  rMtschluog  mann  minuen ;  aber  Bassiun 
es  mir  als,  und  fieng  all  niine  fjend  mit  sinner  hilf  und 
eng  die  strSf.     Daz  will  ich  üch  uch  thuon,  ist  neyßwan 
emner,  der  wyder  min  willen  thuon  wilL     Und  bin  inn  willen  m 
üch   zebatten    einn    yetlichen    by    sinem    nammen ,     zesticben, 
wellicbe  mine  fründ  und  gerecht  an  mir  sigend.«     Damit  kart 
er  sich  umm  gegen  Astolf,  dem  sunn  Eodoon,  und  sprach  zuo 
im:   »Ästolf»  kumm  harfur!  Ich  hab  dich  geeredt  und  ertzogen, 
und  hast  von  mir  Lungrann  inn.     Nach  will  ich  dir  die  gräf-  io 
liftft  Clerarount  und  Muntferrant  geben,  daz  du  den  huoren 
an  häückest.€     >Her,<  sprach  Astolf,  >ir  wüsseod,  das  minn 
ier  die  land  alle  inn  hat»  von  dennen  ir  sagend.     Ich  binn 
luollanden  strytgselL     Und    wenn   ich  die    land    inn  het,    so 
luinn  vatter  inn  hat,  so  will  ich  uwer  gebot  verbringen.«    ^Hy  «» 
»t^«  eagt  Karly,  >du  muostz  thuon. <^     »Her,«   sprach  Astolf, 
daz  ernst,  ao  ir  sagend?*    »Jä,<  sagt  Karly,    >by  minem 
ptjl«     »Her,<  sprach  Astolfo,  *wenn  ir  mir  hälffen  wend, 


168 


so  will  ichß  tlmon,  suat  not*  Do  inn  Karly  also  hört  reden, 
do  namm  er  ein  aüicken  und  warf  inn  im  nach.      Und  Astolt 

weich ,  und  der  stäcken  traf  RnoUanden ,  daz  der  stück  zer- 
bracli.     Do  die  forsten  daz  ersächend,  do  giengend  ßy  uß  der 

6  zält.  und  do  daz  Karlj  ersach ,  sprach  er  zuo  dem  herfczog 
Anses:  »War  wend  niine  fursfcen?«  »Her,«  sprach  Aases,  »sy 
sind  hin  nß  gangen,  und  mit  on  nrsach  ;  wann  es  zimpt  einem 
semlichen  künig  nüt,  als  ir  sind,  sine  forsten  zescblachen.  Ir 
werdend  sinn  geschulten.«     Karly  rnoft  Richarden  von  Munt- 

10  ruolland  und  sprach  zuo  im:  ^^Kumni  harfür,  Ilichart  von 
Muntruolland !  Du  weyst,  rUiz  du  miner  lüclienniannen  einer 
bist,  den  ich  am  liepsten  bab.  Darumni  muost  du  mir  Richarden 
erhäncken.«  Richart  von  Muntruolland  sprach:  »Ich  wils  gern 
thuon,    wann  ich   bin  üwer  dienner    nnd  sol    tiwer  gebot  nüt 

ir.  versagen.  Aber  wend  ir,  daz  ich  Richarden  häncke,  so  niüessend 
ir  mit  mir  kommen  mit  tusaend  wol  gewapnetter  mannen;  so 
will  ich  inn  bäncken,  an  well  ich  es  end  ilch  geliept»  Und  ob 
Rengnold  und  sine  bruodern  kommend,  daz  ir  mich  beschirmend. 
Bedenckeud  üch,    minn  her,  ob  irla  thuon  wellend*«      »Gang 

ao  hin,  du  lurr,  got  verflüeche  dicli !«  sa^^t  l\arly.  Darnach  rnoft 
er  dem  hertzog  Anses  und  sprach  zuo  im:  *WaB  rätz  gebend 
ir  mir?«  »Her,«  sprach  Anses,  »ich  will  inn  üch  guot  geben, 
wenn  ir  mir  volgen  wend.  Her,  ir  witssend  wol,  daz  Reng- 
nold und  sine  bruodern  und  Magis,  ir  vetter,  die  besten  rytter 

iB  inn  aller  wält  sind,  als  mengklicher  wol  weyßt.  Dysser  krieg 
hat  lang  gwertt,  wol  sechs  jär,  und  siiid  vyl  gnotter  ryttern 
ummkommen,  Darumm  schickend  nach  Allard,  Guchart  und 
Magie,  daz  sy  üwer  dienner  werdend,  so  wellend  ir  innen  im 
bruoder  Richarden  wider  geben ;  und  daz  ir  u§  Rengnolden 
und  Alarden  uwere  rett  machend.  Und  wenn  sy  gsäehen 
werdend  die  [bl.  234]  grolä  eer,  so  ir  innen  bewyssend,  werdend 
sy  üch  mit  guottem  willen  diennen,  daz  ir  innen  dancksagen 
werdend.  Und  sichern  üch,  daz  man  üch  dester  würsser  ent- 
aitzen  wyrt;    dann  wenn  ir  die  fier  bruodern    und  Magis  inn 

35  üwerm  dienst  band,  so  ist  keinn  fürst  inn  alter  walt,  der  öch 
döi-ffe  angriffen.  Und  ye  länger  ir  den  krieg  wyder  sy  füerend, 
ye  mer  ir  verlierend.  Oarzuo  so  sind  sy  unser  fründ ,  daz 
wüssend  ir  wol;  darumm  wir  sy  nüt  hassen  könnend.^    »Anses,* 


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4 


169 


;t   Kariy,    »ich  wils  mit  thuon  ,  wann   ny   Imnrl   übel  an   mir 
handlet:    darumni  will  ich  Uichardea    erlmnekeu.«      »Her,'' 

[sprach  An$es,  »ir  en werdend,  isizgoUwill;  wann  wir  werdend 
es  weder  dulden  nach  lyden*  Ich  will  üch  ein  guotten  räfct 
geben^  wenn  ir  mir  volgen  wend.  Sytojal  und  ir  doch  wend,  & 
&x  Richart  sterbe^  so  läud  inn  inn  ein  gfänekntis  leggen  under 
dAZ  ertrich  und  gend  im  nüt  zessen ,  so  stirpt  er  hungers. 
So  werdend  ir  nut  geschulten. c  »Anses,«  sagt  Karly ,  »ir 
ifpoiteod  minen,  ich  niercks  wol.  Ir  wüssend  wol,  das  Magis 
00  ein  grosser  zouberer  ist,  daz  ich  nüt  darvor  sin  macht,  das  10 
er  Richarden  nüt  von  stund  an  erlöüte.  Darumm  will  ichs 
Dut  thuon.«  Inn  dem  kam  Gergis,  der  sagt:  »Anses,  ir 
tniicbeDd  ein  zelange  bredig.  Land  Karly  machen ;  wann  ye 
mer  mann  inn  hit,  ye  brjsser  er  ist.  Nunn  will  ich  gsüchen, 
wer  Richarden  lieb  hab,  ulf  den  hüttigen  tag,  und    ist  neyß- 15 

I  war,  der  im  etwaz  zeleyd  thuon  well,  dem  sag  ich  ab  uff  den 
tod.«  und  gieng  «iamit  uü  der  zält,  mit  im  Astolf,  Richart 
van  Norniandia,  der  biftchof  Türpin,  Ydelon  von  IVyern,  und 
liessend  ir  volck  wapnen»  Und  do  sy  gewapnet  wärend,  wäreud 
iren  zwölf  tussend.  Do  sagt  Gergis  zuo  Karly:  >Nunn  wirt  20 
inn  gMichen,  wer  so  frisch  sin  werd,  der  Richarden  häocke. 
wirt  inn  einen  füeren  ,  der  niemmer  mer  wider  kommen 
wjft.«  Dnd  gieng  damit  inn  die  zält,  inn  deren  Riehart  was; 
der  bat  hend  und  füeß  gebunden  und  die  ougen  verbunden. 
Und  do  er  inn  also  zuo  gerüst  gsach,  do  hat  er  gros  erbermd  %t> 

I  und  wott  inn  erlöasen.  Aber  er  besintt  sich  und  sprach  zuo 
im  selbs,  er  wetz  nüt  thuon,  aunders  wette  dem  end  wartten. 
Richart  sprach  zuo  im  inn   binsin  Ruollanden:  »Lieben  heren, 

'ich  erkenn  wol,  wenn  es  inn  üwerm  vermögen  were,  daz  ir 
inir  darvonn  hulffend ;  des  ich  üch  dancksagen.     Aber  syt  es  so 

lAliorsiiin  muo&,  daz  ich  an  galgen   gefQert  werd,  ist  es  weger, 

riell  armer  unglückhalTtiger  sterbe  alleinn,  dann  daz  üch  etwaz 
übeU  beschechen  sott  von  minetwegen.  Üammm  sind  üch 
darvor,  daz  ir  nüt  inn  Karlys  Ungnaden  kommend.  Gänd 
igend  im,    daz  er   mit  mir  handle   nach  sinem  willen.«      Üo  sb 

I  Uergia  Richarden  verstuond,  do  sprach  er  zuo  im  inn  grossem 

icom:  >Waz  ist  daz,  so  du  sagst,  du  nar?  Wilt  du  erhänckt 
werden?  Sagend  wirß  Karly,  alles  goM  utF  erttrich  wurd  dich 


170 


I 


nüt  mögen    erkouffen.*     *Eb   gilt   mir  glicsh,«   gagt    Richart, , 
»bescheche,    waz  inöge.«     Und  kart  sich    riatuit  gegen  Euol- 
kud  und  sagt  zuo  ioi :  >RuolIand,  ich  sag  dicli  ledig  und  ver- 
gib dir  hie  uod  vor  got  der  sicherheyt  halb,  so  du  mir  geben 

*  hast,  do  du  mich  gfangen  hast*  Do  itm  Gergis  verstuond, 
do  sprach  er  zuo  Ruolland:  »Gloub  im  nüt,  wann  er  redt 
wie  ein  betrüepter  mann,  und  och  nut  on  ursach ;  sunders 
haltend  im  die  ZAiosagung,  so  ir  im  gethäu  haiid.<  »Gergis,« 
sagt  Ruolland,    ^hab  kein   sorg;   wann  ich    will  im  alles  daz 

Inhalten,  so  ich  im  verheyssen  hab,«  »Gergis,c  sagt  Richart, 
»bjß  on  sorg  umni  gotx  willen!  Wann  ich  hab  Magis  bie 
gsächen;  ich  gloub  nüb^  daz  er  minnen  vergessen  werd.  Es 
wyrt  mich  der  an  galgen  füeren,  der  den  kopff  verHeren  wirt.c 
>  Vetter,«    sagt  (Tergis ,    »ist  es  war,    daz   du  Magis  gsächeti 

ib  habest?«  »Ja,«  sagt  Richart    »Gesegnet  sig  gott^c  sagt  GergiS|fl 
»iimm  dyssemere!«   Damit  giengend  die  fiirsten  all  wider  zuo 
Karly  und  sagtend  auo  im:  »Her,  wir  bittend  öch  umm  gnad; 
wann  alles  daz,  so  wir  gethän  band,  hand  wir  gethän  darumm, 
ob  wir  unsern  vetter  Richart  bettend  mugen  erlösten.     Aber 

so  syt  daz  es  ilch  nüt  geliept  und  wend,  daz  er  erhiinckt  werde, 
so  wend  wir  sion  üch  nub  mer  gedencken.*  Do  sprach  Karly; 
>Yetz  redend  ir  recht,  und  vergib  üch  allen  wjder.«  Und 
bei'uoft  damit  Rippus  vonn  Rippamunt  und  sprach  zuo  im; 
»rtyppufl,    wilt   du   mir  sovil    zelieb    thuon ,    daz   du  lüchart 

S6  häncken  wellest,  so  will  ich  dir  gros  guot  geben,  und  muost 
min  kammerling  sin  din  laben  lang.«  »Her,«  sagt  Rippus, 
»ich  binn  bereit  üwern  willen  zethuon ;  wann  Rengnold  ertodi 
min  vetter  amm  fnrt  Ballantzon.«  »Nunn  wyrst  nütz  wertt  sinn, 
wenn  dn  dich  nüt  rächst  uff  dh  mal,«  sagt  Gergis.     Do  Rippus 

>o  dys  erhört,  do  ward  er  vyl  sicherer  dann  vor.  Und  knüwet 
für  Karly  nyder  und  kuüt  im  sine  [fuelä]  und  sprach  zuo  im  : 
»Her,  ich  binn  bereyt  üwern  willen  zethuon.  Aber  ir  werdend 
mir  zuosagen  und  verheyssen ,  wenn  ich  Richarden  gehänckt 
hab,  daz  ir  mich  wyder  mengklicben    beschirmmen    wellend.« 

85  »Ich  wils  vast  gernn  thuon,«  sagt  Karly.  Und  sprach  damit 
zuo  all  sinnen  forsten:  »By  miner  trüw,  ich  will,  daz  ir  inn 
sicherend,  daz  ir  im  kein  Übels  zuo  füegen  wellend  nach  lassen 
zuo  fliegen  von  Rtchartz   wegen.«     Daz    thettend   die  fürsten 


171 

gernn.  Do  Ripus  den  eyd  von  den  fürsten  hat,  do  gieng  er 
inn  sin  zalt  und  ließ  sich  wapnen  nnd  m&  uff  sin  pfert  und 
reytt  für  Karly.  Der  sprach  zuo  im:  »Ripus,  nimm  tussend 
ryiter  mit  dir,  daz  sy  dich  beschirmmend.  Und  ob  Magis 
oder  Rengnold  kumpt,  so  hänck  sy  öch.«  »Her,€  sagt  Rippus,  5 
>üwer  gebot  sol  beschechen.c  Also  übergab  imm  Karly  den 
frommen  Richarden.  Und  do  er  inn  hat,  satzt  er  inn  uff  ein 
kleins  esselly,  ein  strick  an  hals,  und  fnort  inn  also  u&  Earlys 
zali.  Und  sprach  zuo  im:  »Her,  wett  gott,  daz  die  andren 
sün  Ammon  inn  der  maß  werind  wie  Richart;  wann  ich  wett  10 
ach  wol  rachen.c  Do  die  Frantzossen  Richarden  gsächend  so 
scfaantlichen  fäeren ,  do  [bl.  235]  fuorttend  sy  so  gros  leyd, 
das  es  ein  wunder  was  zesachen.  Ripus  reyt  sovast,  daz  er 
genn  Muutfackon  kämm.  Und  do  er  den  galgen  ersach,  do 
sagt  er  zuo  Richart:  »By  minner  trüw,  Richart,  da  ist  din  is 
herberg,  da  du  enden  muost  durch  mine  hend  mit  grosser 
schand.  Hut  muoß  mines  vettern  Felckers  von  Morillons  tod 
gerochen  werden.  Nun  istMagis  wyt  von  dir;  wann  er  mag 
dich  nüt  bewaren,  daz  ich  dich  nüt  erhäncke,  im  und  dinnen 
bruodern  zeleyd.«  Do  inn  Richart  so  hochmüettigklichen  hört  ao 
reden  und  gsach,  daz  er  so  nach  bimm  galgen  was  on  ent- 
schüttung,  do  forcht  er  imm  übel.  Und  bedacht  sich,  er  wett 
Ripus  inn  reden  halten,  und  sprach  zuo  im:  »Rippus,  umm 
gotz  willen  byß  mir  gnedig  und  laß  mich  ledig,  so  will  ich 
dir  zwey  hundert  raarck  silber  geben  und  dich  zuo  einem  26 
grossen  heren  machen. c  »Wärlich,  Richart,«  sagt  Ripus,  »du 
redtst  umm  sust;  wann  ich  wetz  nüt  tbuon  umm  die  zechen 
besten  stet  inn  Franckrich.«  »Rippus,«  sagt  Richart,  »sjt 
daz  du  minn  lib  nüt  inn  befelch  haben  wyt,  so  hab  doch  min 
sei  inn  befelch,  und  bit  dich,  sovast  ich  mag,  daz  du  mir  ein  so 
briester  lassest  bringen,  daz  ich  bichte.«  »Wärlich,«  seyt 
Rippus,  »daz  gfalt  mir  wol.«  Also  hieß  er  im  ein  priester 
kommen,  daz  sol  ein  bischof  geweßt  sinn ;  dem  bichtet  er  und 
seyt  zechen  mallen  mer  sünden,  dann  er  gethän  hat  sinn  laben 
lang.  Er  thetz  darumm ,  zesachen ,  ob  er  kein  entschüttung  35 
haben  wurd.  Do  er  gsach,  daz  sin  entschüttung  nüt  kam,  do 
vertzwiflet  er  und  sprach  zuo  sinem  bichtvatter:  »Gend  mir 
minn  buoß !«   Damit  gab  er  im  buoß  nach  der  zyt  sines  läbens. 


172 


Darnach  gab  er  ira  den  sagen  und  gieng  von  im  tiiit  weinenden 
Ollgen,  Do  Rippos  gsach ,  da«  Richart  biclitet  hat,  do  leyt 
er  ini  den  strick  an  tiab  und  beschloß  den  letsch  und  stalt 
inn  uÖ'  die  lejttern,     Do  sich  Richarb  ufif    der  leittern  gsaeh 

ft  nnd  im  Rengnold  nüt  a^ehilf  kam,  do  yerschatsst  er  sich  ze- 
sterben  nnd  sprach  zno  Rippns:  »Min  fründ,  ich  bit  dich 
umm  gotz  willen,  daz  dn  mich  laben  lüsseat,  nntz  daz  ich  ein 
gebett  thuon,  daz  ich  inn  miner  kindtheyt  gelernet  hab ,  da- 
mit gofc  töiner  sei  gnedig  sig.«      »Ich  wils  nüt  thuon,«    sagt 

10  Kipus,  »da  ninost  tauig  länger  frist  haben,*  ^Her,<  sagtend 
die  sinnen,  >ir  sondtz  thuon,  wir  bittend  üch,  damit  daz  sinn 
sei  sälltg  werd,  Ir  werdend  sinn  gegen  got  geniessen.«  Also 
gab  er  Richarden  vertzng,  des  er  thorlich  thet  Do  Richart 
vertziig  hat,  do  kart  er  sich  gegen  Orient  und  thet  sin  gebet 

lö  mit  guottem  hertzen  (dann  er  meint,  er  müeüte  sterben)  und 
sprach  also:  i» Ewiger  gott,  der  durch  sinn  güette  geschnof  die 
sunn,  den  njäii,  den  himel,  daz  ertrich  und  alle  ellament,  und 
Bchuoöest  den  mentscheu  in  diner  gstalt  und  gäbest  im  ein 
wib,    die   im    behulflen    were;    darnach    thet    dn  inn  inu  daz 

so  irdisch  paradis  und  über  gäbest  innen  zuo  essen  von  all  den 
fruchten,  so  darin  wärend ,  dann  alleinn  von  einnem  öpffel- 
bonm ;  aber  darumm  Jaz  sy  dinem  gebot  ungehorsamm  wärend, 
wurdend  sy  von  dem  engel  verjagt  nnd  off  diu  arbentselligs 
erttrich  gestossen,  da  sy  lange  zyt  wärend,  ir  spyla  und  narrung 

»ft  arbentselligklichen  gewünnend  mit  grosser  müeg  und  arbeyt: 
got,  der  du  durch  diu  unneotliche  tagend  erbermd  hattest 
über  die  raentsch liehen  creatturen ,  wotte«t  Noe  erlössen  von 
dem  grossen  sündHula  und  hießt  in  die  arch  machen  und 
darinn  gän    mit   sinem   hußgsind   und   hießt    inn  och   darinn 

80  thuon  ein  par  voiin  yetlichem  thier  nnd  gefogel ,  und  durch 
din  grosse  güette  Jonas  erloßtesfc  nß  dem  buch  des  wallvischs, 
darnach  erbermd  hattest  über  unser  ersten  vätter  und  irer 
nachkommen,  welche  verdampt  wärend  durch  Adatns  süud ;  sy 
zuo  erlössen  uß  der  tüfflen  gwalt,  kämmest  du  harab  mentsch- 

8&  lichs  fleisch  au  dich  nemmen  inn  der  jnnckfrow  Maria,  hunger 
und  turst  lydend;  darnach  daz  du  uns  din  liebe  ertzeigtest 
und  uns  zeunderwyssen,  daz  wir  ein  andren  vertzichen  sollend, 
vertzeichst  du  Maria  Magdulenna  ir  süud,  do  sy  dir  dine  füeß 


i 


173 


eil  mit  Iren  trehen  und  dich  salbet  mit  irem  edlen  salb; 

ier  verretter  Judas  so  grossen  nyd  entpfieng,  daz  er  dich 

tn  raltschen  Juden  zekouffen  gab,  die  ertodtend  diuh  unner- 

erlichen  :    ^^arer  got^  als  war ,   als  du  für  uns  geiytteo  hast 

avjl  Übels,  daz  es  kein  raentsch liehe  zung  ermessen  kond,  und   & 

als  warlich  ich  dyß  alles  gloub,  und  vertzicht  dem  frommea 

Schacher  all  sine  sünd,  als  du  am  krütz  hangetiest,  und  nach 

ititer  martter  dine  kreft  erUeigtest  dem  riiter  Logus^  der  da 

Utnd  was,    der  da  veraaeiut   recht  thuoii ,   dich   iun  diu  edly 

bitten  stach  mit  einem  sper,  dardiirch  bluot  und  wasser  baruß  iq 

an,  und  fiel  im  von  dinem  edlen  hluot  uff  sine  ougeu,  und 

gsächend,  bit  ich  dicb,  daz  do  mich  erlassen  wellest  u& 

der  nott,  inn  deren  ich  bin.     Ach  ir,  miue  briiodern,  und  du, 

min  Vetter  Magis,  warumm  entschüttend  ir  mich  nüt?  Ir  band 

minnen  vergessen;  darumm  ich  mich  got  beiilcb.«     Und  fieng  i& 

ifimit  an  weinnen  rast  innenklichen   und  sprach  zuo  Rippus: 

iRippus,  thuo  mit  mir  nach  dinem    willen.«     Wir  weud  von 

Jityard,  Kengnolden  pfert,  sagen.     Es  ist  war,  das  Bayard  da* 

fesch rey  erhört  der  lütten,  so  Rippus  by  im  hat.     Er  gaach, 

laz   Rengnold  schlief;  darnmin  er  inn  stieß  so  liert  mit  siiiem  ao 

[iO&  inu  schilt,    daz  er  inn   erwackt.     Und  Rengnold  sprang 

prschrockenlichen  uf  uud  luoget,  waz  were.     Und  g.sach  gegeu 

Muntfackon  und  gsach,  daz  liichart  schon  uff  der  leyttern  was. 

Do  vertzog  er  nüt  länger ,  suuders  saß  uff  iiayard  und  rantt 

sinem  bruoder  zuo.     Ällard,    Guchart   und  Alagis  ervvaehtend  » 

och,  und  Magis  sagt  zuo  sinem  pfert:    »VerSüecht  sigest  du, 

büß  thierl    Warumm    hastu    mich  so  lang    lassen  schlaffen  ?€ 

Ind  saß  damit  uf,     Do  Rippus,  der  Richarden  erwürgen  wott, 

sine  bruodern    gsach  kommen,    da  erschrack  er  so  übel,    daz 

er  nüt  wüßt,    waz  er  thuou  sott.     Und  sprach    [bl  230]  zuo  so 

Richart:    *Richart,    du  bist  erlößt;    wann   ReugnoM    und  all 

sinn  macht  kummend  dich  eutschütten.     Üarumm  bit  ich  dich, 

daz  du  mich  inn  befelch  h^ibest ;    dann  dariimm    daz  ich  dich 

^^ab  wellen  häncken,  ist  besehechen,  das  der  unn  willen  d  au  neu 

^Bhäu    wurde,  so  Karly   gegen   sinen    fürsten    hat,     leb    wüßtes 

^Krol,  daz  du  entschüt  wurdest,«     *  Rippus,«  sagt  Richart,  »spotfc 

^^tninnen  nüt,  wann  es  ist  mir  ein  zethürer  spott«      >By  miner 

trüw,«   sagt  Rippus,    »ich  sag  die  warheyt,     Gsich ,   hie  sind 


174 


Ich  begeren  dir  out  zethuon ,  g^ni^  wider  htnab.  Und 
biß  mir  gnedig,  daz  bik  ich  dich.«  Richart  erschrack  vast 
übel,  do  er  Rtppiis  verstuoiid,  und  kart  sin  hopt  utum  und 
ersaeh  Rengnolden.   Und  do  er  inti  ersach,  sagt  er  ziio  Rippus: 

h  »Ich  will  Rengnolden  niemmer  mer  für  minn  bruoder  haben, 
wenn  er  dich  out  an  dysseii  galgen  hHiickt«  Diewil  was 
Rengnold  da»  der  sprach:  »Half  mir  got,  Rippus,  du  bist  tod  ; 
du  muoat  an  disseti  galgen  erhänckt  werden  an  niines  brooders 
stat.  Darvor  raag  dich  nienimen  bewareo.^    Diewil  kam  Magis, 

to  der  sprach  zuo  Rippus :  jO  Rippuij,  du  verretter,  du  bist  al- 
wegen  bereyt  gsinn  uns  zeschedigen,«  Damit  leyt  er  sin  aper 
gegen  iminn;  aber  Rengnold  sprach;  »Vetter,  riier  inn  not 
an!  Ich  wett  nüt  uium  grosses,  das  inn  ein  andren  ertodte 
dann  ich.«      Und  nau^m    damit   sin    sper    und   stach  es  durch 

1»  Rippus,  daz  er  tod  für  die  leyttern  njder  fiel.  Und  sprach 
zuo  sinnen  bruodern ;  *Hüettend  wol,  daz  sinea  volcks  keinner 
enttrune,  daz  sj  not  ertödt  oder  gfangen  werdend!«  Reng- 
nold saß  ah  und  entband  Richarden  sine  hend  und  sprach  zuo 
im :   vlinioder,  wie  stät  es  umm  dich  '?*    ^  Rruoder,«  sagt  Riebart, 

20  *mir  brist  nüt,  wenn  ich  Dun  barnisch  hebt.«  .>Du  muost 
überkommen,«  sagt  R>engoohl  und  lieü  Rippus  entwapnen  und 
gab  den  Richarden.  Und  satzt  iun  uff  sin  guot  pfert  und 
gab  im  sinn  echilt  und  panner.  Und  Rengnold  nara  den  strick, 
so  Riebart  am  bals  gehept  hat,  und  leyt  inn  Rippus  an  hals 

2ß  und  steig  die  leyttern  uff  und  zog  inn  uf  also  tod  und  hanckt 
inn  an  Riehartz  stat  und  wol  fünffzecben  der  förnemniisten 
siner  faiselscbalt  Do  er  sy  gehänckt  bat,  sprach  er  zuo  Richard; 
»Bruoder,  dys  raüeasend  die  wacht  halben  an  diner  statt.«  Do' 
daz  beschechen  was,  sprach  Magis  zuo  Rengnold:   »Vetter,  wie 

30  bistu  so  recht  erwachen?«  »V©bter,i  sagt  Rengnohl,  iBayard 
hat  mich  geweckt.«  Do  sprach  Magis:  »Daz  ist  nüt  die  erst 
guothet,  so  er  uns  bewysaen  hat,  Got  sig  gelopb,  daz  er  uns 
ein  semlich  pfert  gschaffen  hatt!< 


I 


I 


176 


Wie   sich    Richart    sinen    früoden    ertzeigt,   daz   sy 

echend,  daz  er  nach  läpte,  iiud  wie  einu  hertter 

iritt  beschach,   und    wie  Magis  gfangen   ward    von 

Ollyfier. 

>Ir  herren,«  sagt  Rengnold,  »was  wend  wir  wytter  thuon?  & 
Wir  bandtz  wol  geschaffen  ,    das  wir  Iticharden    eriöit  band. 
Ich  rütien ,  ^wir  rjtienrl    wider   gen  Muntabant  gen  ruoweii ; 
wann  wir  bedorffend  sinn  vast  wol,  daz  wössend  ir  wol.     So 
wend  wir  die  straf  an  dem  veretterachen  künig  Joliaiis  begän^ 

Ider    uns    so    faltßch liehen    verrätten    hat.     Darnach  wend  wir  lo 
nrätt  werden^  wie  wir  Karly  überfallen  wellend.«^     Do  aprach 
Itiebart:   >Bruoder,  neinn,  liept  es  dir.     Wann  dn  weyst  das 
groß  lejd  nüt,  so  unsere  fründ  gfüert  band   von  minefc wegen 
im  läger;  wann  sy  kaEnmeod  von  minetwegen  mit  Karly  inn 
grosse  Uneinigkeit,  darunun  daz  er  mich  wott  erhäncken  lassen*  i& 
Daramm  bit  ich  dich ,   das   du  mir  urlob  gebest   mich  innen 
mo  «rtseigeo;  wann  ay  wurden d  grosse  fröud  haben,  wenn  sy 
mich  erlogt  gsäcfaend««      »Bruoder,€  sagt  Hen^nold,  »die  snnn 
ist  schon  wyt  nyder,  darunim  ich  dinnen  fiircht.     Aber  wiltu 
doch  rytten,   so  nimm  tier  hundert  wol  gerüster   ryfctern  mit  ao 
dir,    die    verhalt   unwyt   von  dir.     So    will   ich  hie   sinn  mit 

Pinera  volck.     Und    nimm  minn    guot    bornn  Bondy  mit  dir, 
id    darfstu    hilf,    so  bläu;    so    will   ich    dich    entschütten.« 
>Briioder,<    sprach  Richart,  >daz  gfalt  mir  wol.«     Also  gab 
im  Rengnold  sinn  hörn  und  fier  hundert  ritter,  und  macht  sich  a* 
^^tf  die  sträta  mit  RippU8  panner    und  kam  inn    Karlys  läger. 
^^)er  stuond  gewapnet  vor  sinner  zält,    er  und  sin  volck,  und 
taogtend  ufiF  den  weg  gegen  Muntfackon,    Und  ersach  Kippus 
L^^oner.     Do  Gergis    Richardeu  gsach    kommen,    do   vermeint 
^B>^t  ^P  were  Kippus,  und  sprach:    »Ach,   Richart,  es   beschint  so 
«ich  wol,  dax  du  liitzel  frunden    gehept  hast!     Dine  bruodern 
ond  Magis  hand  dich  verrotten. *^    Und  stach  damit  inn  Broffort, 
n  pfert,  und  kämm  gegen  Richart,     Do  Karly   gsach,    daz 
ergis  gegen   Rippus  reyfc,    do  sagt  er  zuo  sinem  volck:    »fr 
icreu,  ryttend  nacher!  Nun  wirt  mann  gsUchen,  wer  mir  hold  30 
ig.      Kippus  kumpt  dahar,    und  Üergis  will  inn   verrettersch 


176 


ummbringen.     Aber  tlmot  er  ini  etwaz,  so  will  ich  ein  sem- 
liche straf  begän,  (bis  er  weU«  er  heiz  unH  er  wegen  gellisden.«  U 
Danait  Biächeiid  die  Frautzossen  inn  ire  pfert  Gergis  nach,  und  ™ 
Karly  och.     Aber  Gergila  sprach  zuo   Richart:  »Half  mir  got, 

6  Rippus,  du  bist  tod;  wann  du  luiiost  [bh  237]  den  loun  haben, 
döz  du  min  vettern  erhänckt  hast.  Der  keyser  wirt  dir  ein 
bösaer  beschirmnier  sinn.*  Üo  Richart  Gergis  also  bort  reden, 
sprach  er  zuo  im:  »•  Vetter,  ich  bin«  Ricliart  und  nüt  Rippus 
und  sagen  dir,    das  mich  Ketignold  ,  mino    bruoder,    wol  ge- 

10  rochen  hat;    wann    er    hat    inn    erliänekt      Darnmni    bin    ich 
kommen    mich  dir    und    niinen    fründen    ertzeigen;    wann  ich 
weyß    wol,    daz    du    vast    fro   wirst    sinn.^      »Du  lügst,    ver- fl 
retter,<  sagt  Gergis,   »du  enttrünst  mir  nüt  also. <    Do  Richart" 
Gergis  also  zornig  gsacb,  sagt  er  zuo  im;  »Vetter,  kiinat  aiich 

iti  nüt?«  »Neinu,  wärlich,«  sagt  Gergis,  »wann  du  füerst  liippus 
panner.  Ich  will  dich  bloß  gsüchen ,  wann  ich  gloubs  aust 
nüt*<  >Du  muost  mich  gsiicheo,«  sagt  Richart  und  schloß 
damit  sinn  hälm  uf,  Do  inn  Gergis  gsach ,  do  ward  er  vast 
fro  und  sprach  zuo  im:  ?» Vetter,  wie  band  ir  Rippus  gethän?« 

ao  »By  miner  trüw,'«  sprach  Ricliart,  >er  ist  ertzbischof  im  leid 
worden;  wann  min  bruoder  Rengoold  hat  inn  erhänckt.^  »By 
miner  triSw,^  sprach  Gergis,  »er  hat  im  recht  gethän,  Vetter, 
hüet  dich,  wann  Karly  ist  da.  Ich  l)efilcb  dich  got.*  Also 
reyfc  Gergis  wider  hindersich   gegen  Karly,    der  sprach  zuo  im: 

85  »Warum m  bistu  Rippis  vor  mir  engegen  geritten ?>£  *Her,€ 
sagt  Gergis,  »werend  ir  mir  nüt  so  nach,  ich  wett  im  den  kopff 
ab  howen*  Niuin  so  darf  ichs  mit  thuon;  im  mnoß  nüt  von 
mir  beschechen.«  Karly  sprach:  »Ich  will  inu  beschirmmen 
wyder  raeugklichen.«      Und  reyt    damit  zuo  Richart  (wann  er 

«0  vermeint,  er  were  Rippus)  und  sprach  zuo  im;  »KippLis,  mion 
fründ,  hab  keinn  sorg !  Wann  ich  will  dich  wider  mengklicben 
beschirramen.«  Richart  sprach  zao  im  :  »Ich  bin  nüt  der  ver- 
retter  Rippus,  aunders  bin  Richart,  der  sun  Ammon,  Magis 
Vetter,    den    ir    so   lieb    band.     Ir   schluogend    mich    büt  am 

&9  morgen  mit  einem  stäcken ;  darumm  hat  üch  min  bruoder 
Rengnold  Rippus  an  minn  stat  gehänckt  und  by  fünffzechen 
zuo  im,  im  gselscbafft  zuo  halten.  Ich  sagen  üch  ab.  Nuiiu 
bewarend  üch  vor  mir!«    Do  Karly  diese  wortt  verstuond,  do 


I 
i 


I 


r  vast  zornig  und  stach  sinn  pfert  mit  den  Sporen  gegen 

rtiehart    iind    er    gegen    im,    also   daz    ire   spar    zuo  stucken 

sprungend,  und  begegnettend  ein  andren  mit  den  schilten,  daz 

Richart  zuo  der  erden  fiel.     Er  stuond  schnell  wider  nf  vast 

zornig    und   zog   sin   scbwert  uö    und    achliiog    Karly    uff  sin   & 

hälm.      üud  der  streich    fiel    uff  Karlys    pfertz  arü    und  huw 

inn  entzwey ,   also  daz  Karl  j  zuo  der  erden  fiel ,    des  er  vast 

zornig  ward.     Er  stuond  schnell  wider  uff  und  zog  sin  schwert 

n&  and   achlaog  Richarden    uff  sin  hälui ,    das  er    sich  darak 

bog.     Also    erhuob    sich    ein    heriter   stryt   zwuschend    innen  lo 

beden.     Und    Karly   schrey    »Muntjoya  Sani  DenisstusU    Do 

daz  Rtchart  erhört,   nanim  er   sinn  hornn    und  bließ  so  lutt, 

das  ßengnold  erhört.    Do  stächen d  sy  inn  ire  pfert  und  kämen d 

tnn  entachütten«     Do  sy  zuo  im  kämmend,  do  schrey  Rengnold 

sin    kry    »Muutabant!«    Allard    >PaverannaU    Guchart  >Bal- »* 

^ntzonlc  Qnd  Kichart  »Ardannia!«  Magis  kam  an  ein  rytter, 

|er  hie&  Mang,  änderst  Samson,  her  zuo  Perrafritta  geheyssen, 

Iso  daz    er  inn  tod    zuo    der  erden  schluog.     Und  Kengnold 

ch  einen,  Allard  och  einen,  und  Guchart  schluog  ein  uff  sinn 

tälm,  daz  er  inn  für  des  pfertz  fuoß  schluog.     Und  rantt  da-  ao 

mit  off   ein  andren  rytter,    und    gabend   ein    andren  so  hertt 

siicbf  daz  sy  bed  zuo  der  erden  Bellend.     Und  brach tend  sovil 

rwegen,  daz  der  ritter  gfangen  ward,  der  hiei  Hug  uü  TüUch- 

nd,  und  fuorttend  inn  genn  MunUbant     Do  Rengnold  gsach, 

dfiz  die  sunn    so  wyt  undern  was ,    do  hat  er  sorg   umm  sine  u 

bruodern  und  sprach:   >0  göettiger  got,  durch  din  urstend  bit 

ich  dich ,    bebQet  mich    und  niine  bruodern  vor  dem  tod  und 

giancknus!«  Inn  dem  kämm  Karly  dahar  so  schnell,  »ils  sinn 

L^fert  louffen    mocht,    gegen   Rengnold,    uud  Rengnold  gegen 

I^Biit  darum m  daz  er  inn  nüt  erkant.     Und  trauend  ein  andren  so 

al«Q  inn  ire  schilt,  daz  ire  sper  zuo  stucken  spratztend,  und 
'  siiessend  ein  andren  mit  Atn  liben,  daz  sy  bed  zuo  der  erden 
fiellend.  Sy  stundend  schnell  wider  uf  und  zugend  ire  Schwerter 
nfi.  Early  fieng  an  »Montjoya  Sant  Denisseuslt  scbryen; 
darnach  sagt  er:  iWird  ich  von  einem  rytter  überwunden,  so  aa 
sol  ich  nut  ein  küuig  heyssen  nach  ein  kronn  tragen.*  Do 
inn  Rengnold  verstuond,  do  erkant  er  inn  wol  und  tratt  hinder- 
sich   uüd  sprach:  lO  ich  hab  übel  getbäri:  as  ist  Karly,  mit 


L 


:    sii< 


178 


1 


dem  ich  gestrjtten  hab.  Ach  gott,  as  ist  wol  fönffisechen 
jär,  das  ich  nie  mit  im  geredt  hab!  Aber  ich  will  yetz  mit 
im  reden ,  und  sott  ich  sterben ;  ich  will  im  yetz  abtragung 
thoon.«     Und   sprach    damit  zuo  Karlj   und  knöwet    für  inn 

5  nyder:  »Her,  umm  gotz  willen  gend  mir  ein  anstand,  untz 
das  ich  mit  uch  gereden !«  »Gern,«  sagt  Karly,  :iaber  ich  weyfi 
nüt,  wer  ir  sind.*  »Ich  dancken  üch  vaat,<  sprach  Kengnold« 
»Her,  ich  bin  Rengnold  und  bit  üeh  nmm  gnad  durch  die  er- 
bermd,   die  got  hat  am  krütz  onim  sin  liebe  muotter,   do  er 

lö  sy  Sant  Johannaen,  sinem  junger,  befalch,  daz  ir  erbermd  über 
mich   und   mine   bruoder   habend.     Ir  wü-'isend,  das  ich  üwer 
lecheoman  bin,  und  ir  band  mich  verjagt  uß  öwerni  land  undf 
von  dem  minuen,  es  ist  funtfzechen  jär;  dardurch  so  vyl  man-  ^ 
lieber  ryttern  ummkommen  sind,     Darumm  bit  ich  üch,  her, 

16  daz  ir  erbermd  über  uns  habend,  diewil  wir  üch  gernn  gehör*  ■ 
samm  sin  wend    und  üwer  liebe    begerend  zehaben ;    so  wend 
wir  üch  trüw  und  glouben  verheissen.     Geliept    uch  semlich s 
nüt  zethnon,  so  vertzichend  nun  minen  bruodern ;  so  will  ich 
Franckrich  verschweren  niinn  laben  lang  nnd  will  zunim  helgen 

80  grab  parfuofi  mit  minem  vetter  Magis  wider  die  ungläubigen 
kriegen.«  Do  Karly  Kengnolden  verstuond,  do  sprach  er  zuo 
im:  »Rengnold,  du  retst  umra  sust.  Du  begiengt  ein  zegrosse 
torheyt,  do  du  so  fraffel  wertt,  daz  du  min  vetter  Berchtolden 
ertöttest,    denn  ich    so  lieb  hat.     Und  yetz    kunipst   mir  von 

S6  frjd  sagen  und  umm  gnad  hätten.  Ich  sag  dir  für  war,  daz 
du  nieramer  mer  mit  mir  fryd  haben  wirst,  wenn  da  daz  nüt 
thuost,  so  ich  dir  sagen  will.  Und  wiltu  es  thuon,  so  wirst 
du  und  dine  bruodern  mit  mir  fryd  haben  [bl.  238]  und  wiü 
üch  üwere  land  wider  geben  und  mer  darzuo,  sust  nütt.  Das 

80  ist,  daz  du  mir  Magis  gebest  minn  willen  mit  im  zeverbringen ; 
wann  ich  hassen  inn  vester  dann  kein  ment«ch  uff  ertrich.c 
»Her,«  sagt  Rengnold,  »wenn  ich  inn  üch  gebe,  waz  wettend 
ir  im  thuon?«  Karly  sprach;  »Ich  sag  dir  für  war,  daz  ich 
inn  wett  lassen  züchen    an  eines    roß    schwantz    und  im  dar- 

3ö  nach  die  glyder  zerbowen  und  verbrännen  lassen.«  Do  sagt 
Rengnold  zuo  Karly:  »Her,  wettend  ir  kein  erbermd  über  inn 
haben?«  »Neinn,«  sagt  Karly.  »Gwüß,  lier,«  sprach  Rengnold, 
»so  werdend    wir   niemmer  mer  eyß;    wann  ich    sag  üch  für 


179 


^zTXTvItfid  ir  all  miue  bruodern  inu  gfancknus  und  sj  töden 

wettend ,    so  wett  ich  üch  Magis    nüt  geben    ay  zentledigen.« 

schwigiff    sprach  Karly,    »hüet   dich   vor  mir;    wann  du 

irst  sust  nüt  fryd  mit  mir  haben.«     »Her,*  sagt  Rengnold, 

daz  ist  mir  leyd  \  aber  syt  das  ir  mir  absagend,  so  will  ich  s 

mich  weren  inn  hoffhung,  gott  verlasse  mich  nüt«     Do  Karly 

Rengnolden  verstuond ,    ward  er  vast  zornig    und  kam  gegen 

im.     und  do  inn  Rengnold  gsach  kommen,  do  sprach  er  zuo 

im:    »Gnad  umm  gotz  willen!    Lydend  nut,   daz  ich  band  an 

üch  l^ge;    dann  wenn  ich    mich  töden  ließ,    so  wer  ich  ein  i^ 

oütäoUender.c     Karly  sprach:   »Daz    weren    wirt    dich  wenig 

nützen. <     und  schluog  inn  damit  mit  Joyossa,  sinem  schwert, 

uff  sin  schilt  y   also  daz  er  im  ein  stuck  darvon  achneyd;  des 

r&eognold  rast  zornig  ward.     Und  reyt  barfür  und  nmmfieng 
Karly  by  der  weiche  and  luod  inn  für  inn  nff  Bayardtz  hals  is 
und  wott  inn  hinweg  füeren.     Aber   do  er    sich  gfangen  be- 
fand, do  fichrey  er  überlut  »Montjoya!«  und  sagt:  »Ach,  lieber 
Vetter  RnoUand,  wo  bist  du?   Und  ir,  mine  forsten,  wend  ir 
mich  also  hinweg  lassen   fUeren?    Das    wirt    üch  schmechlich 
ain.c     Rengnold   schrey   och    sin   kry   und   sprach:    »Ach   ir,  so 
mine  bruodern,  und  Magis,  kommend  mich  entschütten!  Wann 
ich  hab  ein  fang  gethän ;  möchtend  wir  inn  hinweg  bringen, 
80  wnrdend  wir  fryd  haben.«     Inn  dem  kämmend  die  ffirsten 
Karlyentschütten;  desglichen  kämmend  Rengnolden  brnodern 
und  Magis    och   wol    mit  fier    hundert  rittern.     Do  die  man-  s5 
liehen  rytter  uff  beden  sytten  versamlek  wärend,  besefaach  ein 
rtter  stryt;    wann    sy    ertodtend    ein    andren    on    erbermd. 
Qolland  kam  uft  Rengnolden  und  gab  im  ein  söUichen  streich 
sin  hälm,  daz  er  darab  erstunet,  und  sprach  zuo  im:   »Du 
t  ein  grosse  torheyt  underatanden,  daz  du  den  keyser  ver-  s<» 
leiQst  also  hinweg  zefüeren.     Do  weyst,  das  er  ein  zeschwere 
burdy   ist.     Du    wirst   inn    hie   lassen.«     Do  Rengnold   dysse 
irt  yerstuond  und  den  hertten  streich  entpfand,  so  im  Ruol* 
d  geben  hat,  do  zyttret  er  von  zorn  und  namm  sin  schwert, 
le  wol  er  Karly  vor  im  hat,  und  kam  gegen  RuoUand  und  as 
räch  zuo  im:  »RuoHand,  kumm  harfur,  so  wyrst  innen,  wie 


17  uberlat  bs. 


12* 


180 


min  Schwert  schnitt«  Aber  er  rauoßt  Karly  wider  gän  lassen, 
la  dem  kämend  sine  bruodern ,  die  ranttend  uff  RuoUanden 
und  gäbend  im  sovil  zeschaffen ,  daz  er  die  flacht  nemmen 
muoßt,     Do  Rengnold  gsach,  daz  im  Karly  und  RuoUand  ent- 

B  tninnen  wärend,   do  ward  er  vast  zornig  und  sagt  zuo  sinen 
bruodern:    »Lieben  bruodern,  ir  band  übel  gethän»     Werend 
ir  by  mir  gsin,  m  wer  uns  Karly  nufc  enttrunnen,«   »Bruoder^^i  — 
sagtend  sine  bruodern,  >daz  ist  uns  leyd ;   wann  wir  haud  so  U 
guuog  zeschaffen  gehept,    daz  uns  wol  ergangen  ist,  daz  wir 

10  enttrunnen  sind.  Bläi  diu  horn^  daz  sich  iinser  volck  wider 
samle;  wann  die  nacht  nachet»  Laß  uns  wider  gen  Muntabant 
rytten,  wann  wir  band  mer  gewnnnen  dann  yerloren««  Reng- 
nold thet  daz,  so  im  sine  brnodern  riettend,  Do  Karly  gsacb, 
daz  Rengnold  ab  zog,    do  ward  er  vast  f ro  ;    wann  er  gsach, 

ifr  das  sin  volck  daz  bösser  teyl  hatten d.  Und  zog  ab  und  kämm 
inn  sinn  läger.  Do  er  ab  gsaß ,  sagt  er  zuo  sinen  forsten : 
»Es  gät  uns  übel,  daz  uns  Rengnold  ui  dem  Feld  gschlagen 
hat.«  »Her,*  jagt  Buollaod^  »es  hat  an  üch  nüt  erwunden, 
daz  wir  nüt  entheret  sigend,  daz  ir  mit  Rengnolden  gestritten 

w  band,  Het  er  iich  ertodt  oder  gfangen,  so  bet  der  krieg  ein 
end  gehept,  der  so  lange  zyt  gewert  hat,  daz  es  mir  leyd 
ist*«  Do  Rengnold  ^sach ,  daz  Karly  ab  zog,  do  aamlet  er 
sin  volck  wider.  Do  er  über  den  buche!  Muntfaickon  was, 
do  sprach  er  zuo  sinem  volck:  >Ir  heren,  machend  üch  uff  die 

»  sträß  g6gen  Muntabant!  So  wend  mine  bruodern,  Magis  und 
ich  zehinderst  ritten ;  wann  die  Frantzossen  sind  zornig,  das 
wir  sy  überwunden  band.  Ruolland  und  Ollifier  werdend  unser 
nüt  spotten. t  >Bj  miner  trüw.«  sagt  Allard,  »du  retst  recht.« 
Damit  macht  sich  ir  volck  uff  die  sträß,  und  sy  belibend  da- 
to binden ,  untz  daz  ir  volck  über  Ballantzon  kam.  Do  der 
mererteyl  darüber  was,  do  nani  Rengnold  drü  tussend  mann 
von  sinem  volck  und  sagt  zuo  den  andren:  »Ryttend  gen  Mun-Ä 
tabnnt!  Wann  ich  will  gen  Karly  überfallen,  geb  waz  mir 
daruß  entspring,  und  will  im  ertzeigen,  daz  ich  der  man,  der 

■sinn  tarf  suochen.c  Damit  reyt  er  mit  sinem  volck  sovast, 
daz  er  inn  Karlis    läger  kam.     Do  er  sin  zält  gsach,  sagt  er 

2  Im  bs.        18  an  hs. 


I 


181 


sineiD  volck:  »Ich  bit  üch,  daz  ir  ücli  wyßlicli  haltend,« 

»Bmoder,«    sagt  Richari,    »wer  nach  pryß  stellen  well,    der 

8ol  DJlt  lang  YertzächeD.c     Und  stach  damit  sin  pfert  mit  den 

Sporen  and  rantt  inn  Karljs  läger  imd  zerhow  die  seiller  und 

falt    die  zält  nyder    mit  dem  adler,    der   was  ?on  finem  gold  & 

gmacht,  und  schrey  »Muntabaut!«  Do  Karlys  volck  djü  gschrey 

»erhört,  do  erschreckend  sy  übel.     Rengiiold  sprach  zuoMagis: 

HvYetter^  hilf  mir  disse  pütt  hinweg  ftleren,  so  wir  gwimnen 

^pbAnd-c     >6em.  Yetier,«  sagt  Magis.   Und  saß  damit  ab  sinem 

~  pfert  und  nam  den  adler  und  sprach  zuo  sinem  volck:  *Nunn  i» 

jachlacheod  redlich  drinn  !<   In  dem  kämmend  Karlie  volck  uff 

die  fier  sünn  Amnion  so  starck,    das  es  ein  erbermd  was  ze- 

aachen.     Do  Magis  den  adler  versorget  bat,  do  kam  er  wider 

Eoo  Karlys   zält    und  sprach  zno  im:    »By  minem  hopt,    her 

keyaer ,    ir  band   ttns  übel   geschediget.     Aber  üch   mnoß  inn  la 

dysser  stund    gelonet    werden  ,   daz  ir    weder  uns  nach  ander 

nteramer    mer    bekriegen    müessend.«     Cnd    warf   damit  sinn 

sper  gegen  im.     Aber  Karty  kart  sich  nebend  sich ,   und  daas 

sper  gieng  [bL  239]    inn    daz   bett,   wol   drytbalben   schuocb 

dardurch«     Do  Early  daz  ersacb,   do   forcbt  er  im  übel    und  ao 

schrey  sinn  kry.     Do  daz  Magis  erhört,  do  gsach  er  umm  sich 

and    gsach   sinner    vettern    keinner;    wann    sy    wärend  schon 

hinweg.     Magis  was   zelang  inn  Karlys   läger  belibeu  ^   wann 

Rengnold  was  schon  über  Ballantzon.     und  Kuolland  was  uff 

Karlys   gschrey    kommen   gantz    erschrocken.      Aber    do    inn  sb 

Magis  gsach j  do  beleih  er  nüt  länger,  sunders  stach  sin  pfert 

mit  den  sporen  einen  vettern  nach.     Und  do  er  über  Ballantzon 

kam^  do  begegnet  im  ein  gsekebaft  ryttern,  die  kämmend  an 

ion.     Aber  Magis  stach  ein    durch  sinn  schilt,   daz  roß  uud 

man  zuo  der  erden  Seilend;    darnach   kam  er   an  Millou  von» 

^^Pallia  und  gab  im  ein  söltichen  streich,  daz  er  zuo  der  erden 

^■el,    verwundt    uif  den  tod.     Und   schrey  >Mimtabant!<    und 

^Higi:  tAcb,  Rengnold,  wo  bist,  daz  du  mich  nüt  entschütst? 

^MTerlürst  mich,   so  wirst  du  grossen  verlurst  haben* <     Diewil 

|Bcam  OUyfier,  der  griett  an  Magis ;    der  begieng  grosse  man-  b& 

beit   und   gab  im  so  ein  bertten  stich  mit  dem  sper,   daz  er 

inn  zuo    der  erden  stach,    verwandt   inn   die  bruet.     Do  sich 

Magis  wund  und  abgestochen  befand,  do  ward  er  vast  zornig. 


182 


Und  diiiond  scbnell  wider  n(  und  zog  sin  seh  wert  uß.  Aber 
die  nacht  waa  so  vinster,  daz  eiimer  den  andren  out  gaächen 
mocbL  Do  Olifier  j^sach ,  daz  sich  Magis  so  redlich  wartt, 
sprach  er  zao  im:  »Rytter,  ich  weyß  iiüt»  wer  du  bist;  aber 
ergibst  dicb  not,  so  will  ich  dir  den  kopff  abhowen*«  »Wer 
sind  ir?«  sagt  Magis,  »Rytter,  ich  heyß  Ollyfier  von  Oennow.c 
Do  daz  Mftgis  erhört,  sprach  er:  »Ach,  edler  rytter,  ich  ergih 
mich  üch  mit  deui  geding,  daz  ir  mich  Karly  niit  über  gebend; 
dann  über  gebend  ir  mich  im,  so  hin   ich  tod  und  verloren.« 

10  »By  miner  trüw,«  sagt  Ollyfier,  »das  wird  ich  nüt  ihiioii ;  wano 
ich  törft  lieh  Karly  niit  verhalten.  Aher  ergend  üch  mir,  so 
verheyssen  ich  üch  zehälffen  mit  all  minem  vermögen,  üwern 
fryden  zemachen  mit  Karly.«  *Ritter,«  sprach  Magis,  »ich 
ergib    mich    üch    nff   vertrüwen,^     Und    gab  im    sin  seh  wert* 

u  Ollyfier  namß  nnd  satzt  inn  uff  ein  kleiiiß  rößly  und  fuort 
inn  inn  Karlys  zält;  da  fundend  sy  inn  nüt  uü  iirsach  ,  daz 
er  80  zornig  was»  Do  Ollyfier  Karly  uüt  fand,  do  forcht  er 
übel»  Magis  enttrunne  im  durch  sin  zouberryen;  darnmm  er 
zuo  im  sprach:  »Magis,  ir  wüssend,  daz  ich  üch  kriegßrächt- 

20  lieh  gfaijgeo  hab  und  minn  gfaiigner  sind*  Darumm  will  ich, 
daz  ir  mir  lobend ,  daz  ir  nüt  von  hinnen  welleud  on  min 
erlöptnnß.«  »Gernn,^:  sprach  Magis  und  verhieß  datnitOllyfieren 
alles,  daz  er  wott.  Do  Olli  her  sichernng  von  Magis  hat ,  do 
ließ  er  inn  entwapnen    und    sin   wunden  verbinden ,    und  gab 

3&im  ein  manttel  nmm  nnd  ließ  [in]  ann  sin  bed  liggen.  Nun 
wend  wir  von  Rengnolden  sagen.  Der  sprach  zuo  sinnen 
bruoderu:  »Ir  heren,  gedenckend  zeritten;  wann  daz  beliben 
moeht  uns  schaden  bringen.«  Und  macht  sich  damit  uff  die 
sträß.     Richart  sprach  zuo  Rengnold:  »Bruoder,  wir  band  ein 

80  guotte  püt  gwunnen,  got  hab  lob!  Wann  Karly  wirt  mengen 
tag  darumm  trurrig  sinn.«  *  Wärlieh,*  sagt  Rengnold,  *du 
sagst  war.«  »Ach  got,*  sprach  Alard,  *wo  ist  Magis ?€ 
>Bruoder,«  sagt  Richart,  ^hab  sinnen  kein  sorg;  ich  gloub, 
er  sjg  schon  zuo  Muntabant.«    »Gott  beleytte  inn!*  sagt  Reng- 

»  nold.  Nun  wend  wir  nff  hören  von  den  fier  sün  Amon  ze- 
sagen,  die  ryttend  gen  Muntabant,  und  wend  von  Karly  sagen. 


« 


1 

I 


12  ttwern  hs. 


183 


Karly  sin  kronn  uö*  gab,  und  wie  Magis  eöttrann 
und  Karlys  kronn,  sinn  schwert  und  Och  der  zwölf 
fursten  schwertter  mit    im   genn  Muntabant  tniog. 

H  Do  Karly  entwapnet  was ,  äo  ward  im  ammächtig  von 
Terd,  daruiiim  daz  er  überwunden  was  worden.  Do  er  wider  5 
Q^  der  ammacbt  was,  do  forschet  er  sine  fursten.  Und  do 
Bf  all  by  im  wärend,  do  tbet  er  sin  klag  also:  »Ir  heren,  iob 
bab  üch  lange  zyt  ander  mir  uffenthajten,  daz  ücb  kein  mentsch 
des  üweni  nie  genommen  bat,  nach  ney&waz  dörffen  tbuon. 
Nunn  dunckt  mich  wol ,  darumm  daz  ich  alt  und  uunn  ein  10 
halber  mentsch  bin  und  nut  mer  00  starck  bin,  als  ich  gernn 

Iflin  weit,  und  on  üch  nut  künig  mag  beliben,  so  wend  ir  mich 
f  erlassen   vonn   der   sün  Ämon  wegen ;    des    ich  ser  betrüept 


hiuUy    und   och  billich.     Wann  Rengnold    hat   mich   gfangeu 


;hept  und  ufi  dem  feld  [gejagt].  Warlich,  ich  bstän  übler  dann  i& 
ein  unsinniger ,  das  ir  mir  den  ruggen  kertt  band  von  iret- 
wegen.  Und  sjt  im  also  ist,  so  heger  ich  nüt  mer  zeläben 
und  gib  üch  die  kronn  wider  Und  gebend  sy  Rengnoldeu 
und  machend  iun  zao  künig  in  Franckricb.«  Do  die  forsten 
Karlj  borttend  so  jemmerlicben  reden,  do  erschräckend  sy  so  so 

ibel,  daz  keiner  so  frisch  was,  der  ein  wortt  dörft  reden,  und 
gaaeh  einner  den  andren  an  mit  grosser  schamm.  Dann  alleinn 
der  hertzog  Anses  der  sprach  zuo  im:  *Her  keyser,  das  well 
niemmer  mer,  daz  ir  daz  thüegend !  Dann  daz  were  üch 
id  ons  ein    grosse  schand.     Ich    weyß  wol,    daz    wir  gegen  26 

ich  mißhandlet  band,  daz  wir  Renguolden  recht  geben  band. 
Ir  »ond  aber  och  ansechen,  das  daz,  so  wir  gethän  band,  nüt 
u&  bosheyt  [bL  240]  kumpt;  wann  wir  verraeiofctend  fryd  ze- 
machen.  Aber  syt  daz  wir  gsächend,  das  ir  nüt  fryd  mit  den 
8un  Ammon  haben  wend,  so  neniineod  üwere  krön  wider  und  so 
sind  nüt  so  zornig  über  uns ;  so  verheissend  wir  üch  Munta- 
bant inn  zenemmen  vor  einem  mänott,  oder  wir  wend  all 
sterben.«  Karly  sagt;  »Land  mich  mit  fryden!  Wann  ich 
sag  öch ,    daz  ich  üwer  künig  niemmer  mer  sinn  will ,    wenn 


30  habend  hn. 


184 

ir  nnr  nüt  Rengnolden  oder  Magis  gebend, «  Ollyfier  erscbrack 
übel  ab  disser  red  und  spracb  zuo  Karly:  »Her,  nemrneud 
üwere  krön  wider  und  sind  her!  Und  wer  not  üwer  gebot 
Ihuot»  den  straffend  ion  sollicher  gstalfe,  das  ein  andren  bispil 

&  darab  nemme.^      »Otlifier,c  sagt  Karlj,  »dn  reist  umm  sust;fl 
wann  ich   wils   nüt   thuon ,   wenn    ich    not   Rengnolden   oder 
Magis  tod  oder  läbendig  hab.<      »Her,«  sprach  Ol lyfier,  >ver- 
tzichend  uns,  so  will  ich  ach  Magia    geben.«     »Her  OUyfier,«  ■ 
sagt  Karlj,   »ich  bin  nüt  ein  kind.*      »Her,«    f^prach  Ollifier, 

10  »verheyssend  ir  mir,  daz  ir  üwere  kronn  wider  wellend  neininen, 
so  will  ich  inn  üch  von  stund  an  bringen,«      »By  miner  trüw,« 
sprach  Karly ,    tso   will   ichs  thuon.     Üanu    wenn  Magis  nüt  A 
were,  die  siln  Anioti  möchtend    mir  nüt  widerstan;    dann  het 
ich  ay  inn  gtancknus  und  geschworen  sy  lassen  töden,  so  ward 

n  er  mir  sy  verstälten  vor  niifcternacht.«  »Her,«  sprach  Ollyfier, 
»ich  will  inn  on  feilen  bringen.«  Damit  gieng  er  inn  sinn 
zält  zuo  Magis  und  sprach  zuo  im:  »Magis,  du  muoät  zumm 
keyser  kommen.«  »Ollyfier,«  sprach  Magis,  »du  hast  mich 
verratten.     Aber  land  uns  nüt  desterminder   gan  im  nammen 

logotz!«  Do  Ollyfier  inn  die  zält  kanom,  do  sprach  er  zxko 
Karly;  »Her,  ir  band  mir  verheyssen,  wenn  ich  üch  Magis 
gebe,  80  wellend  ir  üwere  kronn  wider  nemmen  und  uns  ver- 
tzichen**  »Warlich,«  sagt  Karly,  »es  ist  war.  Und  haltst 
du  mir  din  zuosagen,   so  will   ich  dir  die   minn  och  halten.« 

IS  »Nunn  send  inn,  her!«  sagt  Ollifier,  »ich  über  gib  inn  üch, 
üwern  willen  mit  im  zeversch äffen.«  Do  Karly  Magis  ersach, 
sagt  er  zuo  im:  »By  miner  [trüw],  nunn  hab  ich  ein  teyl  miner 
begirden.  Du  faltscher  dieb,  nunn  hab  ich  dichl  Die  hoüart, 
so  du  an  mir  begangen  hast,  mnoli  dir  surr  werden.     Das  du 

ao  mir  den  guldinnen  ad  1er  entfüertt  hast  und  alle  die  diebstal, 
so  du  begangen  hast  an  mir,  müessend  dir  vergulten  werden.« 
»Her,«  sprach  Magis,  »ir  mögend  mit  mir  handien  nach  Üwerm 
willen.  Aber  ich  rätt  üch,  ir  lassend  mich  ledig  und  machend 
fryd  mit  uns;    wann    ir   gwünnend    nüt   an    mineni    tod:    ich 

M  wurd  wol  gerochen.  Machend  ir  fryd  mit  uns,  so  werdend 
ir  by  üch  haben  den  kernn  aller  rytterschaft.«     »0  du  dieb,c 


26  uwerQ  hs. 


185 

aagt  Karly,  »wie  ffirchst  dn  dir  so  übel!  Daz  wirt  dich  n&t 
halfen-c  »Her,€  sagt  Magis,  »ich  bin  kein  dieb.  Nunn  weyß 
ich  wol,  wenn  ir  mich  ertödt  hand,  daz  ir  mir  dann  n&t  mer 
thnon  mögend,  und  ir  werdend  minnen  zornig  vor  fier  und 
swentzig  standen.«  »Magis,«  sprach  Karly,  »nunn  schwig  so  6 
fraffenlich  reden !  Dann  du  muost  ein  bösse  nacht  haben.  Dine 
fettern  mögend  dich  vor  dem  tod  n&t  bewaren,  all  dinen 
souberryen  zele7d.€  Nunn  wend  wir  wider  ein  wenig  von  den 
sün  Amon  sagen.  Do  Rengnold  u£  Earlys  läger  was,  do  reyt 
er  und  sinn  volck  sovast,  daz  sy  gen  Muntabant  kämmend,  lo 
Da  kam  inen  frow  Klarra  engegen  und  sprach  zuo  irem  heren : 
»Her,  sind  mir  gott  wilkommen!  Hand  ir  Richart  erlöst?« 
>J&,€  sagt  Rengnold,  »got  hab  danck!«  »Got  sig  gelopt!« 
sagt  die  frow  und  umfieng  Richarden.  Rengnold  fraget  Magis 
nach.  Die  frow  sagt,  sy  wüfite  nüt  von  im,  »min  her.«  Do  i6 
Rengnold  daz  erhört,  kart  er  sich  gegen  sinnen  bruodern  umm 
und  sprach:  »Lieben  bruodern,  erkunnend,  ob  unser  vetter 
konunen  sig.«  Von  stund  an  giengend  in  Allard  und  Richart 
suochen  an  siner  herberg  und  frägtend  im  nach  by  zwey 
siner  diennem.  Die  sagtend,  sy  bettend  inn  nach  nüt  gsächen ;  m 
des  sy  ser  betrüept  wurdend.  Und  seyfctend  es  Rengnolden, 
der  erschrack  übel.  Wer  do  die  fier  bruodern  gsächen  hett! 
Wann  sy  ryssend  ir  har  uß  und  zerkratztend  ire  antlyt.  Do 
die  guot  frow  das  gros  leyd  gsaeh ,  so  ir  gmaehel  und  sine 
bruodern  fuortend,  do  fiel  sy  inn  ämmacht.  Rengnold  sagt :  26 
»Ach,  lieber  vetter  Magis,  wie  hastu  dich  von  uns  verstoUen ? 
Gott  beware  dich!«  Und  sprach  damit  zuo  sinem  volck:  »Ich 
bit  üch,  lieben  fründen,  daz  ir  frölich  sigend  ;  wann  daz  leyd 
füeren  ist  umm  sust.  Ich  will  zuo  Sanfc  Lazerus  rytten  den 
apt  fragen,  ob  er  nüt  von  im  wüsse;  wann  daz  hertz  sagt  so 
mir,  ich  werde  gwüsse  mere  von  iui  vernenimen  vor  fier  und 
zwenizig  stunden.«  »Du  retst  wyßlich,«  sprach  Aliard,  »aber 
wir  wend  mit  dir  rytten.«  »Gwüß,«  sprach  Rengnold,  »werdend 
ir  nüt  rytten.«  Damit  saß  er  uflf  Bayard  und  reitt  von  Mun- 
tabant. Und  reyt  über  daz  wasser  Ballantzon ;  da  fand  er  sa 
zwenn  buoben,  die  hattend  ire  pfert  uß  Earlys  läger  gerytten 
trancken.  Do  sy  Rengnolden  gsächend ,  do  sagtend  sy  zuo 
im :  »Wer  sind  ir,  daz  ir  also  alleinn  sind  ?«   »Lieben  sünnen,« 


186 

sagt  Rengnold,  »ich  bin  von  Rippua  Tolck  und  bin  enttninnen, 
do  inn  die  fier  sün  Ammon  zuo  Monifakon  erhänckt  band.  H 
Waz  tbüot  mann  im  läger?«  »Rytter^«  sagtenrl  die  buoben, 
>Kttrly  macht  goot  gscliir  und  hat  all  sinn  leyd  vergessen, 
80  er  umm  üwereii  heren  hat;  v«rann  man  hat  im  Magis  gebende 
»Nun  sagend  mir  an,«  sagt  Rengnold,  >isfc  Magis  tod  ?«  *Her,* 
sagtend  die  bnoben ,  »er  ist  nach  inn  laben. ^  Do  Rengnold 
die  mere  vernam,  do  sprang  er  uif  von  fröuden  und  gnadet 
den  buoben.     Und   sprach  zno  im  selbs:    *Diewil    er  nüt  tod 

10  ist ,    so  hab  ich  kein  sorg,    daz  er  nach    hüt  sterben   miieß.«  ^ 
Also  ryttend  die  buoben  hinweg,  und  Hengnold  beleib  alleiiin  ( 
da.     Und   sioet  hin    und    bar   und   sprach:    »Lieber  her  got, 
nnnn  weyß  ich  nüt,  waz  ich  thuon  soL     Dann  ob  ich  Karly 
überfal  inn  sinem  nachtessen,  so  ist  die  nacht  finster,    und  wirt 

u  vermeinoen,  ich  hab  ein  gros  volck  by  mir,  und  wirt  fürchten, 
er    verliere  Magis;    darunim    er    inn    ertöden  wirt»     Aber  syt 
daz  ich  so  lang  gewarttet  hab,  so  will  ich  nach  länger  wartten,*  ^ 
Nuun  wend  wir   von  Karly   sagen.     Do  Karly  gsach ,   daz  er  ^ 
Magis  hat,  do  beruoft  er  sine  forsten  und  sprach  zuo  innen: 

i^  pir,  mine  hereu,  [bl  241]  ich  bit  öch  ,  sovast  ich  mag ,  daz 
ir  mir  ein  galgeu  uf  richten  lässend;  wann  der  dieb  Magis 
muoß  vor  dem  nachtessen  erhänckt  werden.  Wann  ich  will 
inn  nüt  über  nacht  bebalteu.«  »Her,<  sprach  Anses,  »syt 
daz  ir  inn  wend  töden  lassen ,   so  sond  ir  inn  änderst  töden. 

u  Wend  ir  mir  volgen?«  »Und  wie?«  sprach  Karly.  »Warlich, 
her,  ich  ratten  üch ,  daz  ir  Magis  uram  kein  sach  nachtz 
hänckend;  wann  die  fier  sün  Araon  Avurdend  üwer  spotten 
und  wurdend  sagen,  ir  habend  inn  nüt  dörfen  tags  töden  lassen 
von  forcht  irer.     Darumm,    her,   so  beittend  untz  mornn,  so 

34)  habend  ir  kein  nachred.  Und  wenn  ir  inn  wend  hänckeu 
lassen,  so  schickend  sovil  volcks  mit  im,  ob  die  sün  Amon 
kemmend  inn  entscbütten,  daz  sy  öch  gfangeu  and  mit  im 
erhänckt  werdind.t  ^Anses,*  sagt  Karly,  »ir  spottend  rainnen, 
Enfctrünt  mir  dysser  dieb,  so  bin  ich  entherdt.«     »Her,«  sprach 

Ä6  Magis,  »fürchtend  ir,  daz  ich  hinweg  well,  so  will  ich  üch 
bürgen  geben,  daz  ich  nüt  hinweg  will  on  üwer  urlob»«   »Wer 


21  dar  ba. 


187 

will  dich  verbürgen  ?c  sagt  Karly;  »ist  neyfiwar,  der  das  dorffe 
undersUln?«  »Her,«  sprach  Magis,  »ich  will  gnuog  finden.« 
Und  luoget  damit  umm  sich  nnd  raoft  Ollyfier  und  sprach 
ZQO  im:  »Her  Ollyfier,  ir  verhiessend  mir,  do  ich  mich  (ich 
ergab,  ir  wettend  mir  hälffen  gegen  Karly.  Nnnn  bit  ich  6 
üch,  daz  ir  mich  verbiirgend.«  »Gern,«  sprach  Ollifier,  »ich 
verbilrg  inn  uff  minn  laben.«  »Und  ir,  Ruolland,  wend  ir 
mich  Seh  verbürgen  umm  gotz  willen?  Und  ir,  her  Anses, 
Gergis ,  Astolf ,  her  Türpinn ,  ich  bit  üch  all ,  daz  ir  mine 
bürgen  sigend  von  Rengnolden  wegen. ^  »Magis,«  sagt  Anses,  lo 
»wilt  du  uns  verheyssen  by  diner  trüw,  das  du  nüt  hinweg 
wellest  on  urlob?«  »Ja,  by  miner  trüw!«  sagt  Magis.  Also 
sprach  Anses  zuo  Karly:  »Her,  wir  verbürgend  Magis  uff 
unsere  laben,  daz  er  nüt  hinweg  muoß  on  üwer  urlob,  und 
inn  üch  mornn  wider  geben.«  Do  sprach  Karly:  »Luogend, » 
daz  üch  der  verretter  nüt  verr&tte.  Yertruwend  im  nüt  ze- 
vyl,  wann  er  ist  der  gröst  schelmm  uff  ertrich.«  »Her,« 
sprach  Ollifier,  »des  band  kein  sorg  !<  »Ir  heren,«  sagt  Karly, 
»diewil  ir  inn  verbürgend,  so  gib  ich  inn  üch  inn  üwere  huot 
mit  söllichem  geding:  wenn  ich  [in]  mornn  nüt  hab,  so  sond  ir  so 
all  üwere  land  verloren  haben.«  »Her,«  sprach  Ollifier,  »wir 
verheissendtz  üch,  wie  ir  gsagt  band.«  »Ir  heren,«  sprach 
Anses,  »diewil  wir  inn  verbürget  band,  so  land  uns  inn  er- 
fröwen  und  trösten;  wann  er  ist  vast  betrüept«  »Ir  heren,« 
sprach  Magis,  »syt  üch  geliept  hat  mir  so  grosse  eer  zethuon,  20 
so  bit  ich  üch,  daz  ir  mir  lassend  zessen  und  zetrincken  geben ; 
wann  mich  hungert  und  türst  zetod.«  Do  Karly  Magis  ver- 
stuond,  do  sprach  er  zuo  im  lachend:  >ünd  wilt  du  essen?« 
»Ja,"  sagt  Magis,  »wenn  ich  zessen  hab.«  »Nun  hörend  dyssen 
tüffel,«  sagt  Karly,  »der  zessen  forschet,  und  so  ein  kurtze  30 
zyt  zeläben  hat.«  »Her,«  sprach  Ollifier,  »wenn  ein  mentsch 
gnuog  gessen  und  truncken  hat,  so  ist  er  dester  frölichcr; 
darumm  wir  üch  frtintlichen  bittend,  daz  ir  im  gäbend.«  Da- 
mit saß  Karly  zuo  tisch  und  hieß  Magis  nebend  inn  sitzen 
und  leyt  im  für ;  wann  er  dorfft  daz  gantz  nachtessen  weder  35 
essen  nach  trincken  von  forcht,  daz  inn  Magis  nüt  vertzou- 
bertte.    Aber  Magis  aß  und  tranck  redlich,  wann  inn  hungert. 


188 

Do  OlUfier  das  ersach,  do  lachet  er  nnd  ettipflPt  Eiioilanden 
und  sprach  zuo  im:  »Hastu  den  keyser  gsächen,  wie  er  nüt 
hat  dorffen  essen  von  forcht,  Magis  vertzoubertte  inii  ?it  »Sicher- 
lich,« sprach  Ruolland ,    »es  ist  war.«     Nach  dem  nachtessen       , 

!»  sprach  Early   zuo   siuem   marschatck:    »Ordnend    mir   trissig  fl 
tortschen,  daz  sy  die  gautz  nacht  brünnend,        >Jä,  her,«  sagt 
der  niarschalck.     Do  Karly   daz  geordnet  bat,    sprach  er  zuo 
sinen  färsten:  »Ich  bit  üch,  daz  ir  all  mit  mir  wachend  dem 
dieb  MagiB,    und    länd    hundert  rytter    wapnen ,    die  mit  uns 

10  wachend.     Und  spülend  im  schäcb  und  im  briitt,  damit  mann 
nüt   entschlaf.      Und    bestellend    die    wacht    mit    tusaend    der 
besten  ryttern,  damit,  ob  uns  Magis  enttrtlun,  daz  in  die  uf  fl 
haltind.'      Demnach  saß  er  uff  sin  bet  und  hieß  Magis  nebend  ™ 
iun  sitzen,  desglichen  die  andren  fürsten  och.     »Her,«  sprach 

16  Magis,  »wo  sol  ich  ruowen?f  *Wie,«  sprach  Karly,  »wiltii 
rnowen?t  »Ja,«  sagt  er,  »liept  es  üch,«  »By  miner  trüw,€ 
sagt  Karly,  »du  wirst  ein  böla  ruowen  thuon;  wann  du  muost 
luornn  am  tag  erhänckt  werden, <  >Her,«  sprach  Magis,  »ir 
band  unnrecht.     Warumm  bab  ich   öch  bürgen  geben ,   dann 

to  alleinn  darumm,  daz  ich  so  unlang  zeläben  bab,  dardnrch  ir 
mich  seh  1  äffen  und  ruowen  lassend.«  »Wärlich ,«  sprach 
Karly,  »ich  will  gernn,  daz  dine  borgen  ledig  aigend.  Aber 
du  bist  darumm  nut  uß  minnen  henden.«  Kr  ließ  im  ein 
schiincfcelyssen  bringen ,   daz   ließ    er  im    an  sin  fließ  leggen, 

u  und  ein  lange  kettennen  umm  sin  ruggeu ,  und  an  ein  stud 
hindt^n.  Und  lieJi  im  ein  groß  halsyssen  an  hals  legen;  den 
schklssel  behielt  er  selbs.  Do  Magis  also  zuo  gerüst  was, 
sprach  Karly  zuo  imm:  »By  minner  truw,  Magis,  du  wyrst 
nüt  enttrünnen  «     »Her,«    sagt  Magis,    »ir   spottend   minnen 

80  woL     Aber  ich  sag  üch^  das  ich  daz  schloß  Muntabant  gsächeu 
will,  ee  daz  mornn  tag  werd.«     Do  Karly  daz  erhört,  do  wott      i 
er  unsinnig  werden.     Und  stuond  nf   und  namm   sin  seh  wert  fl 
und   wott   im    den    kopff  abschlachen.     Aber    Ruolland    tratt 
harfür  und  sprach;  *ller,  irsond  ucb  siner  red  nüt  annemmen,  ^ 

»fr  dann  er   redt   wie   ein   vertzwiffletter   mentsch.     Wie  möchts  fl 
gsin ,   daz    er  enttrunne!«    »Lieber  vetter ,   ich  weyß  es  nut.  ~ 


1  ollg^er  hs. 


189 

leb  will  inn  mit  fryden  l&ssen  nntz  moron ;  so  muofi  er  er« 
hanckt  werden. c  »Her,€  sagt  Ruolland,  »ir  redend  recht.« 
Damit  fiengend  alle  die  an  zespillen  and  kurtzwillen ,  so  da 
w&rend.  und  als  sy  lang  kurtzwillet  battend,  do  kam  innen 
der  scbläf.  Do  daz  Magis  ersaeb,  do  fieng  er  an  sin  kunst  5 
bmcben,  also  das  jedermann  entscblief.  Und  Karly  entscblief 
selbe  so  bert,  das  er  bindersieb  äff  sin  bett  fiel.  Do  Magis 
gsacb,  daz  jedermann  entscbliffen  was,  do  brucbt  er  ein  andre 
kirnst,  die  was  so  von  grossen  krefften,  daz  die  yssen,  so  er 
an  fäessen  bat  und  nmm  sieb  and  am  bals  bat,  an  berd  10 
fiellend.  Und  er  stuond  nf  und  gieng  zao  Karly  and  gurtt 
im  sinn  sebwert  Joyossa  ab  und  namß  [bl.  242]  an  sinn  armm. 
Damacb  kämm  er  zuo  Ruolland  und  gurtt  im  Daran del  ab 
und  Ollyfier  Hocbenklerra  und  Gergis  Gurtann  und  allen 
fürsien  yetlicbem  daz  sinn.  Damacb  kämm  er  über  die  guffer,  15 
darinn  Karlys  kronn  und  all  sinn  scbatz  lag,  und  namß  als 
darufi.  Darnacb  namm  er  ein  krut  und  reib  Karly  sin  mund 
damit  und  nassen  und  entzoubert  inn ;  darnacb  stieß  er  inn 
mit  dem  finger  und  spracb  zuo  im:  »Her  keysser,  stand  uf! 
Ich  seyt  ücb  gestert  zuo,  icb  wett  nüt  binweg  on  urlob.«  so 
Und  fuor  damit  ufi  der  zeit  und  macbt  sieb  uff  die  sträß  den 
nechsten  gegen  Muntabant  zuo.  Do  Karly  Magis  verstuond, 
do  stuond  er  uf  Sb  zornig,  daz  erß  vester  nüt  sin  raoeht.  Und 
kam  zuo  den  fürsten,  die  moebt  er  nüt  erwecken.  Do  er  daz 
ersacb,  do  besintt  er  sich  eines  krutz ,  so  er  einest  über  mer  25 
brächt  bat ,  und  reyb  innen  allen  damit  mund ,  nassen  und 
ougen ,  daz  sy  von  stund  an  uf  stuondend ,  gantz  erstaunet, 
und  gsacb  einer  den  andren  an.  Und  der  erst,  der  da  redt, 
daz  was  der  bertzog  Anses;  der  sagt  zuo  Karly:  »Her,  wo 
ist  Magis?«  >By  miner  trüw,«  sprach  Karly,  »ir  werdend  inn  so 
mir  wider  geben;  wann  ir  band  inn  mit  flyis  hinweg  gelassen.« 
»Gergis,«  sprach  Ruolland,  »hast  du  im  hinweg  gehulffen  ?« 
»Neinn,  by  got!«  sagt  Gergis.  »Ich  gsach  inn  wol  hinweg 
gän,«  sagt  Karly.  »Her,«  sprach  Ruolland,  »darunim  sottend 
irs  uns  gseit  haben;  wann  er  müeßte  nüt  hinweg  sin  kommen.«  35 
Und  luoget  damit  an  sinn  sytten  und  hat  sin  seh  wert  nüt; 
darumm  er  ein  grossen  sünftzen  ließ  und  sprach:  »By  minem 
höpt,  icb  bekenn ,   daz   uns  Magis    vertzoubert  hat ;    wann  es 


190 


hat  unser  keiner  sin  seh  wert, 
tzalt  und  umm  geiriben«« 


Nunn  hat  er  uns  all  wol  be- 


Wie  Karly  sin  botschafft  gen  Mimtabant  schickt  zuo 

Rengnold  im  sagen,    daz  er  im  sinn  kronnen  wider 

schickte,  nnd  wie  Rengnold  gfaogen  ward,  als  er  den 

hotten  daz  gleyt  gab. 


I 


Do  die  zwölf  fursteo  gsächend,  daz  sy  all  ire  schwertter 
verloren  hattend,  do  wurdend  sy  leydiger,  dann  mann  gsagen 
könde.     Huollaud  sprach:    »By    miner   trüw,  Magis   hat   ein 

lö  schöne  büt  gwünen,«  Do  Karly  gaach,  daz  sine  guffer  offen 
wären d,  do  luoget  er  darin n  und  ward  vast  zornig,  do  er  sinn 
kronn  nüt  vand  nach  der  mererteyl  sines  Schatzes,  Und  sprach: 
>0  du  dieb  Magia ,  wie  hab  ich  so  wenig  an  dinem  föchen 
gwunnenli:    Wer   der  fürsten   lejd  gsächen  het ,    der  het  nüt 

Iß  mögen  lachen,   Magis  gieng  so  schnell,  daz  er  ober  daz  wasser 
kam ;    da  fand  er  Rengnold    vast    betrüept  umm  inn.     Do  er  fl 
inn  ersach,   erkant  er  inn  wol  und  sprach  zno  im;    »Rytter,  ™ 
wer  bist  du,  der  zuo  dysser  stund  da  rytt?c   Rengnold  sprach 
zuo  im:  »Du  weyst  wol,  daz  ich  Kengnold»  din  vetter,  bin««  fl 

ao  Und  sa&  damit  ab  Bayard  nnd  umrafieng  Magis  und  sprach : 
»Min  Vetter,  got  sig  gelopt,  das  du  erlößt  bist  u§  Karlys 
hend!*  »Vetter,«  sprach  Magis,  »grossen  danck!  Nunn  sytz 
uff  din  pfert,  so  wend  wir  gen  Muntabant,«  Rengnold  saß 
uf  und  sprach  zuo  Magis:  »Vetter,  waz  treyst  du?«   »Vetter,« 

»^sprach  Magis,  »as  ist  Karlys  kronn,  sin  schwert  und  der 
zwölf  forsten  schwertter. i  »Du  hastz  wol  geschaffen,  vetter,« 
sprach  Rengnold.  >Jä,<  sprach  Magis  und  ertzalt  im  damit 
alles  daz,  so  Karly  mit  im  gbandlet  bat.  Damit  machtend 
sy  sich  uff  die  sträß  gegen  Muntabant  zuo.     Da  hegegnettend 

80  innen  Rengnolden  dry  bruodern  ;  die  wurdend  vast  fro,  do  sy 
Magis,  im  vetter,  gsächend,  und  loptend  got.  Allard  sprach 
zuo  im:  »Lieber  vetter,  wo  bist  dugsinnPc  *Allard,t  sprach 
Magis,  »Ollifier  hat  mich  gefangen  gehept  und  Karly  fiber- 
antwnrtt.  Der  wott  mich  erhanckt  haben;  aber  (got  hab  danck!) 

w  ich  bin  enttrunnen.«     »Vetter,  es  ist  dir  wol  ergangeni«  sagt 


191 

Allard.  Sy  kSmend  gen  Müntabant,  da  fuorttend  sy  grosse 
frönd.  Mornendea  beruoft  Magis  sine  vettern  und  sprach  zno 
innen:  Ar  heren,  ich  schänck  üch  den  gnldineen  adler  und 
edel  gesteinn,  so  wir  vor  gestert  gwunnen  band,«  Des  sy  im 
grossen  danck  seyttend.  Rengnold  sprach :  »Vetter,  ich  rät,  & 
wir  setzend  den  adler  uff  den  spita  des  grossen  thurns,  damit 
daz  inn  Karly  und  all  sin  voick  gsächen  mögend»*  »By 
niianer  trüw,€  sagt  Magis,  >du  retst  recht,«  Also  ward  der 
gnldinn  adler  off  den  grossen  thnrn  zuo  Müntabant  gsetzt. 
und  wenn  die  sunn  darann  scheinn,  so  gab  er  so  heytter,  lo 
das  mann  inn  inn  fünf  millen  gsach.  Do  inn  Karly  und  sin 
Tolck  gsSchend,  do  wurdend  sy  vast  zornig.  Do  Karly  gsach, 
das  die  sau  Amon  sinnen  spottettend ,  do  beruoft  er  sine 
fürsten  und  sprach  zuo  innen:  >Ir  herren ,  es  ist  uns  vast 
übel  ergangen  inn  Gastgunnia;  wann  ich  hab  mion  kronn,  ie» 
adler  und  schwert  verloren  und  ir  all  och  üwere  schwertter, 
and  sind  uß  dem  feld  gejagt  worden,  dardnrch  wir  grö&tichen 
^edchraecht  sind.  Darumm,  ir  mine  heren,  bit  ich  üch,  daz 
mir  hälffen  wellend  uns  rächen;  wann  sy  bewissend  üch 
Js  wol  sehand  als  mir  und  me.  Die  fürsten  sprächend  :  ^Her,  ao 
wir  sind  berayt  üwer  gebot  ze  thoon.c  >Ich  will,*  sprach 
Karly,  ^daz  ir,  Gergis,  Anses,  her  Türpinn  und  Ästolf  gen 
Montäbant  ryttend  [bl.  243]  Kengnolden ,  sinnen  bruodern 
ood  Magis  sagen,   daz  sy  mir  min  kroonen,  rainn  adler  und 

re  schwertter  wider  gebend;    so  well  ich   innen  zwey  järas 
rid  geben.«     »Her,«   sprach   Gergis,    »ich   will   üwer   gebot 
ioob;    aber   ich    sorg,    Rengnold    beheb  uns  gfangen,«     »0 
iergis,<  sprach  Karly,  >ir  fürchtend  inn  vast  übel.«     E)o  die 
Herren  Karlys  will  horttend,  do  belibend  sy  nüt  länger,  sunders 
machtend  sich  uif  die  sträfa  gegen  Müntabant  zuo.     Do  sy  an  so 
daz  thär  kamend,  do  sprach  der  portner  zuo  innen:  >Ir  heren, 
wer  sind  ir?«    »Lieber  fründ,«  sprach  Gergis,   »wir  sind  Karlys 
botten.     Gang  sag  Kengnolden,  Anses,   der  bischof  Tnrpinn, 
Ästolf  und  Gergis    von  Thennraarck    wellend   mit  im  reden.« 
Also  gieng  der  portner  zoo  Kengnolden    und  sprach  zuo  im:  » 
>Her^  es  sind  fier  rytter  vor  ussen,  die  wend  mit  üch  reden.« 


36  ucb  hfl. 


192 


»Wer  sind  sy?t  sagt  Rengnold.     »Her,*  sprach  der  portner, 
»der  ein  hejßt  Atises,  der  ander  Tflrpin,  der  dryfc  Astolf  und 

der  fierd  Gergis  von  Thennemarck.«     »Wie  kommend  naanlicU 
rytter,«    sagt  Rengnold   zoo    sioen   bruodern.     »fcli    bit  üch, 

«  daz  wir  innen  ertzeigend,  das  wir  not  kinder  sigend.c  »Vetfcer,f 
sagt  Magis,  *du  retst  recht.  €  Damit  giengeod  sy  innen  en- 
gegen  an  daz  tfaar  und  thettentz  uff  und  liessend  sy  harinn 
und  entpfiongentz  mit  grossen  eeren.  Rengnold  sprach  zuo 
innen:  J^Ir  heren,  sind  yns  got  wilkomnien!«   »Vetter,*  sagtend 

10  die  botten,  »grossen  danck!*  Damit  fuortend  sy  die  heren  inn 
pallftst;  da  wurdend  sy  vast  erlichen  entpfangen  von  Reng- 
nolden  frow.  Rengnold  satzt  ay  uff  einnen  banck  und  sprach 
zuo  innen:  »Ir  beren,  ich  bit  üch,  daz  ir  mir  sagend,  warutnm 
ir  kommen  sind.<     t^Uii  weyst  wol,  vetter,«  sagt  Gergis,  »daz 

ifl  wir  dich  alwegen  lieb  gehept  band;  dann  wenn  es  inn  nnserm 
vermögen  gsin  were,   so   bettest  du  guotten  fryd    mit  Karly, 
Wann  er  bat  uns  zumm  dickern  mal  uff  gehept,    wir  sigend  _ 
wie  du,     Rengnold,  du  sott  wtissen,  daz  uns  Magis  gar  enth*  f 
erdt    hat;    wann    wir  hattend  inn  all  verbürget  gegen  Karly 

«0  uff  unser  tröw,  und  er  ist  hinweg  gangen  on  unser  urlob 
über  sin  zuosagung»  Und  daz  nach  böeser  ist:  er  bat  des 
keysers  kronn,  sinn  scbwert  und  och  unser  der  zwölf"  forsten 
achwertter  verstollen*  Darumm  öch  Karly  by  uns  enbüt,  daz 
ir  im  sinn  kronn ,   den    guldinnen    adler    und    unsere    guotte 

»6  achwertter  wyder  gebend;  so  will  er  üch  zwey  jar  fryd  geben. c 
Nach  Gergis  red  stuond  Magis  uf  und  sagt  nü  Rengnolden 
befelcb  zuo  innen:  »Ir  beren ,  ir  sind  uns  wilkommen.  Und 
liept  es  üch,  so  sagend  yetz  mll  nüt  mer  von  d isser  matteryen ; 
ir  werdend  disse  nacht  hie  bliben,  und  morn  so  wirt  raan  uch 

30  antwurt  geben.«  Rengnold  sprach  zno  Gergis:  i^Glalt  üch 
Magis  red?«  »-Ja,*  sprach  (lergis,  >8yt  daz  es  dir  gfalt««  Do 
Magis  daz  erhört,  do  kämm  er  zumm  marschalck  und  zeigt 
im  an  die  spis,  damit  mann  die  botten  eren  sott,  und  sprach 
ZUG  im,  geh  wie  im  were,   daz  sy  so  gnuog  bettend,    daz  d& 

»6  nüt  gebreste,  und  daz  der  gros  koptf  für  Änses  gstelt  wurde, 
*den  ich  zuo  Reins  gwann.^  »Her,«  sprach  der  marschalck^ 
»band  keinn  sorg,  ir  müessend  gnuog  haben.«  Demnach  gieng 
Magis  wider  zuo    den    bereu.     Do    sprach  Itongnold   zuo  im : 


193 


»Vetter^  ich  bit  dich,  daz  du  darzuo  thüegest,  daz  wir  gouog 
habend.«  Vetter,«  sprach  Magia,  *ich  hab  versecheu,  waz 
besehächeu  soL«  Des  ward  Rengnold  vast  fro,  und  fieng  an 
it  sinnen  vettern  schwätzen  von  ?il  dingen.  Do  daz  es8en 
reyt  was,  do  nammend  sy  die  fier  rytter  nnd  fuorttend  sy  & 
n  ESA  gen  easen.  Do  sy  darinu  kamend,  ließ  innen  Magis 
T  geben,  und  namm  Anses  und  satzt  inn ,  nnd  frow 
Klaira  nebend  inn;  darnach  satzt  er  den  bischof  Türpinn  und 
'  Reognolden,  darnach  Gergis,  Alard,  Guchart,  Astolf  und  Richart. 
Do  sy  all  süssend ,  do  Sengend  die  trachten  an  kommen  eine  lo 
nach  der  andren  inn  guotter  Ordnung.  Do  sy  gessen  hattend, 
I  sprach  Anse^  zuoKengnold:  »Lieber  vetter,  ich  bit  dich,  daz 
^■In  dich  verfassest  uns  antwurt  zegebee.«  »Ir  heren,«  sprach 
^HengDold,  »ich  will  sovil  thuon,  daz  Karly  ursach  haben  niuoß 
^■efnden  zesinn.  Wann  ich  will  alles  daz  thoon ,  so  er  will,  u 
^Baz  ich  fryd  haben  mög.«  Also  ließ  Rengnold  Karly s  kronn 
^^nd  Schwert  bringen  and  der  zwölf  forsten  och.«  Do  sy  Gergis 
L  psaeh,  do  fieng  er  an  lachen  und  sprach:  »By  minner  trdw, 
Hbengnold,  daz  ist  ein  schönne  bütt.«  Do  Ricbart  gsacb,  daz 
^Btengnold  den  adler  wider  hinweg  geben  wott,  do  sagt  er:äo 
^RiBy  got,  bruoder,  es  wirt  nüt  be^chechen^  daz  du  wider  gebest 
r  das,  80  ich  uffrechtlich  gw^unnen  hab  mit  kriegsrecht« 
^Bruoder,«  sprach  Rengnold,  >ich  bit  dich,  lä&  mich  machen.« 

EmBj  miner  trüw,«  sprach  Richart,  *ich  wils  nüt  thuon.«    >Ir 
leren f«   sprach  Anses,   »wir  sond   des   zefriden  sinn,   so  uns  ta 
Rengnold  gipt;    wann    er  thuot    gnuog,«     Also   nammeod  sy 
K&rlys  kronn    and  all  ire  schwertter.     Do  sprach  Gergis  zuo 
ptengnold :  >  Vetter,  ich  rätt  dir,  du  kommest  mit  uns.«   »  Vetter,« 
sprach  Rengnold,  »ich  besorg  mir,  der  keyser  ließ  mich  etwann 
übermüettigklichen  ertöden.«     »Kamm  frölichl«  sprach  Anses,  so 
twann  wir  wend  dich  beleytten.     Diewil  du  by  uns  bist,  solt 
An  dir  nüt  fürchten.«     >Ich  wils  thuon,«  sagt  Rengnold,  »uff 
üwer  Sicherung.«     Do  frow  Klarra  gsach,    daz  Rengnold  tuit 
den  herren  rytten  wott,  do  knüwet  sy  für  sy  nyder  und  sprach 
2UO  innen:    »Ir  heren,    ich  dancken  üch,  soTast  ich  kan,  der  »ä 
guotbet  and  eren,  so  ir  Magis  tbän  band.     Darzuo  bitten  ich 


17  Ewolf  hs. 


13 


194 


fich,  soTast  ich  kau,  daz  üch  geliebe  min  heren  und  gmachel 
inn  befelch  sehaben.c  »Krow,«  sprach  Gergis,  >haiid  kein 
sorg,  daz  im  etwaz  beacbeche ;  wann  ich  wetz  nüt  lyden,  und 
söfctend  mir  alle  glyder  zerhowen  werden. c     Damit  sassend  sy 

fi  uff  ire  pfert  (Rengnold  oamm  Allard  und  zechen  ritter  mit 
imm)  und  machtend  sicli  uff  die  sträß.  Do  ay  über  Ballantzon 
wärend,  sprach  Gergis:  >Ir  heren,  ir  wüssend,  wie  der  keyser 
ein  böß  gmüet  hat.  Wend  ir  mir  volgen ,  so  wend  wir  vor 
annhar   rytteti  liengnolden    urlob   nemraen.«      »Gergis,«    sagt 

10  Anaes,  »du  retst  wyßHch.  Wir  wend  gen  mit  im  reden,  und 
Rengnold  aol  hie  wartten  by  üch ,  her  Turpin  und  Astolf, 
untz  daz  wir  wider  kommend. c  [bl,  244]  »Ir  heren, c  sprach 
Hengnold,  »ich  will  thuon,  waz  ir  mir  räitend;  aber  haltend 
mir  daz,   ao  ir    mir   verheyssen  band.«     » Rengnold, t    sprach 

lä  Änsea ,  »wir  wend  vorhinn  sterben ,  ee  dir  etwaz  beschechen 
müeß.«  Damit  machtend  er  und  Gergis  sich  uff  die  sträß 
gegen  Karlys  läger,  und  Rengnold  beleih  by  Turpin  und  by 
Astolf,  Nuuo  hörend,  waz  Spinol,  Karlya  specher,  tbet.  Ir 
sond  wüsaen ,  daz  disser  Spinol  uff  dem  furtt  Hallantzon  was 

%ü  und  hat  ghört,  waz  die  heren  gseit  hattend.  Und  verstal  sich 
von  innen  und  kam  zuo  Karly  und  sprach  zno  im:  iHer,  ich 
bring  üch  mere,  deren  ir  fro  werdend  sinn.  Wösaend,  daz 
ich  Rengnolden  und  Allard  uff  dem  furtt  Ballantzon  gelassen 
hab  by  herren  Tilrpinn  und  by  Astolf»  und  der  hertzog  Anses 

sft  und  Gergis  kommend  zuo  üch,  uch  umra  urlob  hätten,  ob  «y 
inn  uff  sicberheyt  bringen  sollend.«  »Ist  daz  war?«  s^t 
Karly«  »Ja,  her,«  sprach  Spinol*  »By  minem  höpt,«  seyt 
Karly,  »dir  muoi  gelonet  werden.  Aber  hüet  dich  wol,  daz 
du  niemmen    nüt    durvonn  sagest    by  dinem    laben;    wanii  ay 

ao  müessend  gfangen  werden.«  Und  luoget  damit  umm  sich  und 
eraach  Ollyfier  und  sprach  zuo  im  :  »OlJyfier,  nimm  von  stund 
an  on  vertzug  zwey  hundert  rytter  und  rytt  uff  den  fürt  Bal- 
lantzon, da  wirstu  Rengnolden  und  Allard  finden  \  die  bring 
mir.     Und  thuost  du  im  also,  so  heger  von  mir,  waz  du  wilt, 

»6  so  muoß  es  dir  werden.«  rHer,«  sprach  Ollyfier,  »ich  will 
üwer  gebot  thuon.«  Alao  nam  er  zwey  hundert  rytter  und 
macht  sich  uff  die  sträß  gegen  dem  furtt  Balantzonn,  Die- 
wil  kämmend   der   hertzog  Anses  und  Gergis   für  Karly  und 


19S 


^^ruoiztend  inn  yast  erlichen  ;  aber  Earlj  sa^i  uul  ein  wort 
^Kqo  innen.  Do  Gergis  daz  ersacb,  do  sprach  er  zuo  im:  »Her, 
^Kras  früntscbaft  ertzeigend  ir  ums?  Ich  verwundern  mich  uwer, 
diewil  wir  da  dannen  kommend,  dahinn  ir  uns  geschickt  band, 
das  ist  gen  Muntabant  gsiuu.  Da  band  wir  mit  HengDolden  & 
geredt;  der  ist  gentzlich  bereitt  zethnon,  waz  ir  wend,  und 
hat  uns  uwere  kronnen  und  unsere  schwertter  und  dwern 
adler  wider  geben, c  > Gergis,«  sagt  Karlj,  »war  band  ir  lieng- 
Dolden  getbän?  Ich  bin  bericht,  ir  habend  inn  mit  üch  brächt,« 
»ller,<  sprach  Gergis,  »es  ist  war,  wir  band  inn  iiff  unser  lo 
trüw  bar  gfüert ,  bürgen  umm  den  anstand  zenemmen,  so  ir 
im  geben  band,«  »By  got,«  sagt  Karly,  »ich  wils  nut  thuon. 
DaDn  wyrt  er  mir,  aller  weit  gold  wirt  in  nüt  mögen  be- 
waren,  daz  ich  inn  nüt  schantlicheo  ertoden  lasse.«  >Her 
keyser,«  sprach  Anses,  'ein  ho  boche  parson,  als  ir  sind,  sötte  is 
njlt  semliche  wort  reden  umm  aller  weit  gold.  Gnädiger  her, 
legend  üch  nüt  so  ein  grosse  schand  uf!  Thuond  ir  daz,  so 
ir  sagend,  so  sagen  ich  üch  für  war,  daz  Gergis,  her  Türpin, 
Astolf  und  ich  ßengnolden  beschirmmen  wend  mit  unserm 
Termogen  ,  diewil  wir  in  uff  unser  trüw  har  gfüert  band.*  ao 
•  Man  wirt  g8achen,f  sagt  Karly,  »wie  ir  im  hälffen  werdend.« 
>Her,c  sagt  Gergis,  »bewyssend  ir  uns  untzucht,  so  wend  wir 
üeh  by  gott  unsere  dienst  ufgebeu  und  üch  schädigen  mit  all 
tmaerm  vermögen,«  Do  Ollyfier  gen  Ballantzonn  kam,  begab 
es  sich  durch  unglück,  daz  er  Kengnolden  also  kurtz  begreyf ;  S6 
wann  er  was  zefuoß,  daz  er  nüt  wyl  hat  uf  zesitzen.  Des  er 
so  zornig  ward,  daz  er  schier  nnsinig  ward,  und  kart  sich 
umm  gegen  Turpinu  und  Aatolf  und  sprach  zuo  innen:  *Ir 
band  mich  fiiltscblicben  verrätten.  Ich  het  es  üch  nüt  ver- 
trüwen.«      •  Vetter,«    sprach   Törpin,    »ich    schweren    dir   by  30 

P-"*"ir  trüw,  daz  wir  von  dem  nüt  gewü&t  band.  Ich  ver- 
sen  dir,  daz  wir  dich  beschirmmen  wend,  untz  daz  uns 
re  glider  zerhowen  werdend*«  Rengnold  sprach  zuo  OUy- 
ner:  »Ollifier,  nunn  magst  du  mir  vergälten  die  guothet,  so 
ich  dir  beweyß,  do  dich  minn  vetter  Magis  ab  stach  zuo  Munt-  36 
fort.  Du  weist,  daz  ein  guothet  der  andren  begert.  Dann 
do  du  am  herd  wert,  halff  ich  dir  wider  uff  din  pfert« 
l_»Vetter,€  sprach  Olli6er,  »es  ist  war.     Ich  sageu  dir  zuo,  daz 

13* 


id6 

ich  vast  leydig  binn ,  daz  ich  dich  hie  funden  bab.c  Diewil 
Rengnold  und  Ollifier  mit  ein  andren  redtend,  kam  Rnolland 
dahar,  der  sprach  ;  »By  got»  Rengnold,  da  bist  yetz  gfangen 
und  erwüsL«     In  dem  kämm  Gergis  dähar,  der  hat  RuoUanden 

»  nach  gylt,  so  vast  sin  pfert  looffen  mocht.  Der  sprach  zuo 
im :  >By  niinnem  höpt,  her  Rnolland,  ir  werdend  Rengnolden 
nut  thnon;  wann  Anses  und  ich  band  inn  har  gfüert  ufF  unsere 
trüw,,  die  bürgschaft  umra  den  anstand  nemmen,  den  im  der 
keyaer  geben  hat,    als  ir  wüssend.     und  sag  uch,  her  Ruol- 

lö  land,  thuond  ir  im  etwaz,  daz  irs  uns  och  thuond.*  > Gergis, c 
sprach  RuoUand,  »ir  werdend  im  böi  beschirmmer  sin.«  »Rnol- 
land,« sprach  Olliüer,  »ich  sag  dir,  grifsfc  du  Rengnolden  an, 
daz  wir  im  all  hälifen  wend.  Ich  bit  dich ,  daz  du  inn  mit 
fryd  lassest;    wann   er    hat    mir  einest   ein  grosse  früntschaft 

lÄgethän,  die  will  ich  im  yetz  vergälten.  Wir  wend  inn  für 
Karly  f deren  und  inn  hätten,  daz  er  inn  früntlich  halte,  und 
uns  all  flyssen  sin  fryden  zemacheii.«  »Ir  heren,«  sagt  Gergis, 
»Ollyfier  redt  recht.  Wir  wend  aächen,  waz  er  im  thuon 
weil*     Dann  by  got,   thuot   er  im  etwaz,   so  wend   wirfi  nüt 

so  lyden,«  Mit  dyssen  wortten  käoimend  sy  mit  Rt^ngnolden 
für  Karly,  Do  Rnolland  und  Ollifier  Rengnolden  zuo  Karly 
fuorttend,  sond  ir  wüsaen,  daz  der  hertzog  Änses,  her  Türpin, 
Gergis  nach  Astolf  not  von  im  wottend.  Dann  do  inn  Ollifier 
Karly  geben  wott,  do  tratt  Gergis  hariiir  und  sprach;    »Her 

aß  keyser,  ir  wussend,  wie  ir  uns  fier  geschickt  haud  inn  bot- 
schaffcz  wyß  gen  Muntabant,  Rengnolden  sagen,  wenn  er  üch 
Üwere  krön  und  unsere  achwertter  wider  geben  wett  und  den 
guldinnen  adler  Seh,  so  wettend  ir  im  zwey  jär  fryd  geben 
und  wider  ab  züchen  mit  liwerm  volck.     Ir  sond  wöasen,  daz 

30  Rengnold  alles  daz  thän  hat,  waz  wir  von  li  wert  wegen  begert 
band.  Und  band  inn  har  brächt  inn  üwerm  gleyt,  und  wir 
band  im  verheyssen,  im  milesse  nat  bescbechen,  als  wenig  als 
uns.  Nüt  dester  minder  band  ir  inn  lassen  fachen,  daz  uns 
nun  bedurret,    die  wil    er    üch    uwere   kronnen    und  [bL  245] 

•5  unsere  schwertter  und  den  guldinnen  adler  wyder  geben  hat. 
Witter  verhiessend  ir  im  sicherheyt.  Ich  sagen  üch  zuo,  thuond 
ir  im  et  waz  zeleyd,  daz  ir  von  aller  weit  geschulten  werdend. 
Aber  wend  ir  frummklicb  baodlen,   so  land    inn  wider  ledig. 


197 

w«tin  er  wider  gen  Mnntabant  kumpt,  so  thuond  dann 
iu  bost,  so  ir  mögend.«  >Gergis,*  sagt  Karly,  »von  dem 
ngmd  mir  nüt;  wann  ich  wils  nüt  thüon,  gab  waz  ir  Ter- 
hejSMn  hmbend^  und  will  nät  mit  im  thuon  wie  mit  dem  dieb 
Migii.«  ft 

Wie  R^ngnold  mit  Ruollanden  streit   und  inii  über- 
wand und  gen  Muotabant  gfangen  fuort. 

Do  der  keyser  dys  geredt  hat,  do  kart  er  sich  iimm  gegen 
Rengnold  und  sprach  zuo  im:  »Rengnold,  Dunn  hab  ich  dich. 
Tetz  gedenck,  das  da  nüt  der  wil  ha^t  mich  ^ebetriegen  und  lo 
Terrälten,   als  der  dieb  Magis  thet;    wann  ich    will  dir  dine 
{lyder  zerhowen  lässeo.c     »Her»«  sagt  Gergis»  *ir  enwerdend, 
gotz  wilLc     >Gergis,<  sagt  Karly,  »wilt  du  min  tödlichen 
fyend  wider  mich  beschirmmen  ?€    »Her,<    sagt  Gergis,  »ich 
will  üwere   fyend  not  gegen   üch  beschirmmen ;   aber  ich  sag  i6 
ach  fuxwär,  daz  ich  minn  fninimkeyt  gegen  mengklichem  be- 
schirmmen will*     »Her,«    sprach  Reognoldi    »ir  band  mich 
verretter   geschalten.     Ir  send   wüssen,    daz   ich    inn  nie 
liiin  bin  nach  keiner  von  minem  geschlächt.     und  weyß  kein 
DenUch  uff  ertrich ,    wenn  er  seytte ,    ich   were  ein  verretter  lo 
ad  daz  ich  verrettery  an  üch  begangen  hab,  daz  ich  nüt  mit 
stritte.«     >By  minner  trüw,<    sagt  Karly,    »ich    wils  be* 
mit  etrit.«     »Her,!  sprach   Rengnold,  »yetz  redend  ir 
wie  ein  künig.     Und  hie  ist  min  pfand,  daz  gib  ich  und  sag, 
dait  ich  ein  frommer    mentsch    bin ,    de&gliehen   all  minn  ge-  u 
Schlacht.«     »Rengnold,«    sagt  Karly,    *wenn    du    mir  bürgen 
gibst,   so    will    ich   din    pfand   nemmen,   suat  nüL«     »Her,« 
sprach  Rengnold,  »bürgen  will  ich  üch   gnuog  geben.«     Und 
rt  sich  damit  umm  gegen  Gergis  und  sprach  zuo  im:  »Her 
lergia,  knmm  harfür,  und  ir,  Anses,  her  Türpin  und  Ästolf,  ao 
Verbürgend  mich !  Wann  ir  sondiz  all  billich  thuon ;  wann  ir 
müssend,    daz    ich   nie   kein    unnfrunimkeyt    begangen    hab.« 
^Beognold,«  sprach  Anses,  »gernn  wend  wir  dich  verbürgen.« 
Do  sprach  Rengnold  zuo  Karly:  »Her,  hie  sind  mine  bürgen, 


Terbnrgend  h«. 


188 


die  ji;ib  ich  lidi.     Sagend,  ob 


;ni]Og  hftbefid«^£      *!&,< 

Karly,  »ich  begcr  mit  mer.«     »Her,«  sprach   Rengnold,   »wer 

den  sfcrit  mit  mir  thuou?«    >By  luiner  tröw,«   sagt  Karly, 

►ich  will  um    st;lbs  thuoiu*     >Her,A    sagt  Kuollftod,    »ir  eii- 

5  werdend.  Wann  ich  will  inn  thuon  von  üwertwegen*«  »Her,* 
sprach  Rengnold,  ^stellend  dai%  wen  ir  wend.«  Und  saß  da- 
mit uff  Bayard  und  reyt  gen  Muutabant,  und  rittend  mit  im 
der  hertzog  Anses,  Gergis,  Astolf  und  Allard»  sin  bruoder. 
Und  innen    kämmend    engegen  Magie,    Guchart  und  Hiebart; 

10  der  fraget  sy,  wie  es  innen  ergangen  were.  vWy  miner  tröw^t 
sprach  Rengnold,  ^wir  wärend  vast  ftbel  kommen.«  Und  er- 
tzalt  damit  Magis  und  sinnen  bruodern»  wie  es  innen  ergangen 
waa,  und  alles  daz,  so  er  ghandlet  hat.  Den  heren  ward  groß 
eer  anbotten  zuo  Muntabaiit.     Mornendes    rüst  sich  Renguold 

i5zunim  stryt  und  namm  urlob  von  sinem  gmachel  und  von 
sineu  bruodern  und  sprach:  ^Ir  heren,  ich  läs.«^en  dyü  schloß 
inn  üwer  huoi.  Nunn  weyß  ich  nüt,  wieß  mir  ergän  wirt; 
darumm  bit  ich  üch ,  daz  ir  dis  schloß  wol  bewarend;  dann 
ich  sag  üeh  furwar,    kum  ich  umm ,    daz    ir   sin  wol  dörffen 

io  werdend.  Hie  Kind  Anaes  und  Gergis,  die  werdend  mit  mir 
kommen;  wann  sy  sind  mine  bürgen  gegen  Karly.«  ♦By 
miner  triiw,«  sprach  Alard ,  »du  retst  umm  smt.  Dann  wir 
wend  mit  dir,  den  stryt  suchen,  und  hast  du  hilf  mangel,  so 
wirst  du  guot  häiffer  an  uns  finden.^      »By  Sant  Pal,«  sprach 

»Gergis,  »Alard  redt  recht.«  Do  Rengnold  daz  ersacb,  do 
sprach  er  zuo  Magis:  Min  vetter  ,  ich  bit  dich,  daz  du  hie 
blibest  und  dir  alles  lassest  befolhen  sinn,  ayt  daz  mine  bruo- 
dern mit  mir  wend.«  »Vetter,«  sagt  er,  »gernn.  Und  sagen 
dir  zuo,  daz  Muntabant  wol  verhöet  werden  rauoß.«    Do  Reng- 

>o  nold  sin  sach  geordnet  bat,  do  macht  er  sich  uff  die  sträß 
inn  geeelschaft  siner  bruodern  und  der  obgemelteu  heren.  Do 
sy  gen  Muntfalkon  kämmend,  dahin  der  stryt  gsetzt  was,  da 
stuond  Rengnold  ab  und  warttet  RuoUanden.  Do  Ruolland 
den  tag  ersach,   do  stuond    er  uf    uml    rust  sich  zuo.     Karly 

S6 sprach:  »Lieber  vetter,  ich  befilch  dich  got,  daz  er  dich  be* 
leytte  und  inn  siner  huot  habe  und  beware  vor  dem  tod  und 
gfänckeus.  Wann  du  weysfc,  daz  Rengnold  recht  hat  und  wir 
groJ3  unrecht;    darumm   ich  nät  umm  den  halben  teyl  miues 


IM 


ich  weit,  daz  dir  etwaz  bescheche.«  »Her,«  sprach 
BnoUimd,  »üwer  rüwen  ist  zespäi;  dann  syt  ir  wu&tend,  daz 
ir  uarecht  baitend ,  so  sottend  ir  den  strit  DÜt  versprochen 
haben.  Aber  syi  daz  die  sach  so  wyt  kommen  ist ,  so  kann 
ich»  nüt  anderwegen  lassen,  daz  es  mir  mit  zuo  grossen  a 
schänden  'kemme.  Nunn  bälff  mir  gott  durch  sinn  gnad!« 
Und  macht  sich  damit  nW  die  sträE  g^R^Q  Mtintfalkoün.  Und 
do  er  Hengnolden  gsach,  do  sagt  er:  >ßj  got,  Kengnold,  ich 
sageii  dir  zno,  wenn  du  u£  dissem  scbra[nlcken  scheiden  wirst, 
[bh  246]  daz  du  nienimer  mer  mit  mir  nach  mit  andren  stritten  lo 
,wyrst,<  Do  Hengnold  Ruollanden  verstnond,  do  kämm  er  im 
igegeo  und  sprach  zuo  im:  »Ruolland,  es  zimpt  einem  sem» 
liehen  rjtter  ndt^  als  du  bist,  mich  also  zeverachten.  Ich 
sagen  dir,  daz  ich  gantz  bereyt  bin  mich  zeweren.  Aber 
wilto  fryd ,  so  will  ich  inn  och,  und  wilt  du  stryt,  so  will  it 
ieb  tnn  och.«  »Bengnold,«  sprach  Ruolland ,  »ich  bin  nilt 
harkommen  fryd  zebaben,  sunders  hüet  dich  vor  mir,  so  thnost 
du  wyiälich,«  >Knolland,€  sagt  Renguold,  »und  du  dich  vor 
mir  öch ;  wann  ich  bin  gwyß ,  daz  ich  uff  den  hüttigeu  tag 
^^in  hoSart  undertrucken  will ,  die  so  grolä  ist.«  Und  stach  30 
^Hamit  in  Bayard  und  kam  gegen  RooIIaod,  und  er  gegen  im, 
Hftlso  daz  ire  sper  zerbrechend.  Und  stiessend  ein  andren  mit 
den  ßchilten,  daz  Rengnold  zuo  der  erden  fallen  muost ,  der 
Sattel  zwuschend  sinnen  schancklen ,  und  Ruolland  kämm  uB 
sinnen  stägreyf.  Do  sich  Rengnold  am  herd  gaach ,  do  saß  5i& 
er  schnell    wjder  uff  Bayard   an    sattel    und  gab  Ruolland en 

feein  hertten  streich,    das  er    inu   übel    verwundt*     Do  sich 
olland  also  verwundt  befand,  do  nara  er  sinn  seh  wert  und 
lüff  vast  grussammklich  uff  Rengnolden,  und  er  öch  gegen  im. 
Also  fieng  do  ein  grussammer  stryt  an  zwüschend  den  zweyen  «0 
ry  ttern ;    wann  ich  sag  üch ,   daz  sy   kein  stuck  an  iren  har- 
nt scheu  und  schilten  gantz  liessend,  also  daz  alle  die,  so  innen 
^buo  Inogtend,  erbermd  hattend.     Do  Anses  dissem  wunderhar- 
^Hichen  stryt    gnuog   zuo  gsächen  hat,    do    sprach  er  überlut: 
^^O  her  keyser,  verflüecht  sig  üwer  grussammkeyt!  Wann    ir  3& 
wend    die   zwenn  besten  rytter   inn   aller  wält  ummbringen.« 
Do  Rengnold  gsach,  daz  einer  den  andren  nut  errobeni  mocht, 
do  sprach  er  zuo  Ruolland:    »Ruolland,   wilt  mir  volgen,  so 


200 

wend  wir  ab  stän ,   damit  daz  wir  unsere   roß  nüt  ertödind.c 

»Warlich,«  saj^t  Ruolland,  y>dn  retst  recht, <  Und  sässend 
damit  ab.  Und  Ruoiland  sprach:  :>Rengnold,  minn  wirt  man 
gsächen»   wellicher  uoder  uns   beüben  werd,<     Damit  löffend 

ft  aj  uff  ein  andren  so  griissammklich,  als  werend  sy  zwenn  löwen. 
Do  Ruolland  gsach,  daz  er  Reiignolden  nüt  überwinden  mocht, 
do  iimfieng  er  ion  by  den  armmen,    und  fiengnold    itin  och; 
also  tribend  sy  ein  andren  lange  zyt  ummhar  und  anbär,  daz  ■ 
keiner  den    andren    feilen  mocht.     Ich  sag  üch  für  war,    das 

10  einer  wol  ein  halbe  myl  gangen  wer,  ee  daz  einer  den  andren 
gän  lieiä.  Do  sy  gs^chend,  das  einer  den  andren  nüt  feilen 
raocht,  do  Hessend  sy  ein  andren  gän  und  trattend  hindersich 
den  äfcteni  wider  nemmen ;  wann  sy  wärend  vnst  möeJ,  also 
daz  sy  sich  kumlich  entheben  mocbtend.     Und  ire  heim,  schilt 

u  und    hämisch    wärend    gar    zerhowen    und    zerschlagen.      Do  fl 
Karly  gsach  ,    daz    keiner   den  andren  öberwinden  niocht  und 
albed  übel  gescbediget  wärend,  do  forcht  er  Kuollanden  übel 
und  spracii :  »0  ewiger  got,  der  himel  und  ertrich  geschaffen 
hat   und  die  junckfrow  Sant  Margretta  erloßteat    uß  dem  Hb 

ao  des  tracken  und  Jonas  uß  dem  buch  des  mervisehs ,  ich  bit 
dich,  daz  dir  geliebe,  min  vettern  von  dyssem  stryt  zerlössen 
und  mir  ein  semlich  zeichen  schicken ,  dar  durch  ich  sy  mit 
beder  eeren  von  einn  andren  bringen  mög.c  Do  Rengnolden 
bruodern  inn  so  müed  gsächend,  do  forcbtend  sy  ainer  person 

H  und  bättend  unsern  heren ,  daz  er  innen  irnn  lieben  bruoder 
Rengnolden  bebuotte  vor  dem  tod  und  gfiingknus»  üod  do 
sy  ir  gebet  gethän  hattend  ,  do  ertzeigt  got  ein  vaat  schön 
wunder tzeichen ;  wann  es  erhuob  sich  ein  so  grosser  nebel, 
daz  einer   den  andren    nüt  gsächen  niocht.     Do  sprach  Ruol- 

10  land  zuo  Rengnold:  »Wo  bist,  Rengnold?  Es  ist  nacht,  ich 
gsich  nüt«  »Wariich,*  sagt  Rengnold,  »»und  ich  öch.c  »Reng- 
nold,« sagt  Ruolland,  »ich  bit  dich  nmm  ein  früutscbaft,  so 
will  ich  dir  die  ein  andern  raäl  wider  vergälten ,  wenn  du 
mich  bitst,^     Rengnold  sprach  :  :? Ruolland,  ich  bin  bereyt  ze- 

»jithuoD,  warumm  du  mich  bitst,  aber  daz  min  eer  bebalten 
werd.*  »Grossen  danck,c  sagt  Ruolland.  »Ich  bit  dich,  daz 
du  mich  gen  Muntabaut  füerest.«  > Vetter,*  sprach  Rengnold, 
»wenn  du  daz  thuon  wettest,  so  ward  ich  vast  fro  sin.«     »By 


201 


trüw,  ich  wils  tliuon  ,<^  sagt  RuoIIand*     »Vetter^«  sagt 

_B6iigiiold ,    »got  der  vergälte    dir  die  eer,   so  dir  geliept  mir 

Btbaon;  wann  ich  habß  not  unim  dich  verdiennet,«     »Vetter,« 

[^rach  RaollaoJ  ,  »ich  wilß  thuon ;    wann  du    hnst  recht  und 

eb  onrecbt.«     Do  Ruolland  dia  geredt  bat^  do  gsach  er  wider  & 

als  wol  wie  Tor.     und    ersach  Galantin ,   sin   pfert ,    tmd  saß 

daruf ,    und   Rengnold  uff  Bayard ,    und  rittend  gegen  Muuta- 

bant     Do  Karlj  daz  ersach^    erschmck   er   übel   und  scbrey: 

>b  heren,  gsächend !    Ich  weyß  nüt,   waz  daz  ist:    Rengnold 

füert  Ruollanden  hinweg.«     Und  karam  damit  zuo  sinera  pfert  lo 

^^nd  saß  darof  und  sagt;    »Nunn  wyrd  ich  gsiicbeo,   welliche 

^Biine  frilnd  sin  werden. <      Do  inn  sin  volck  erbort,  do  stächend 

^^m  inn   ire   pfert   Rengnold en    nach.     Do  Gergis    Ren^fnolden 

^^nach,  der  Ruollanden  mit  im  fuort,  do  ward  er  vast  fro  nnd 

HIprach  zue  im:    »Vetter^    du    hastz    wol    gscbaffen,    daz   sich  la 

Ruolland  guotz  willens  ergeben  hat.«     »Gotsig  sinn  gelopt!« 

:      sagt  der  hertzog  Anses.     »Rengnold^«    sagt  Gergis ,  »ryttend 

I      gen  Montabant,    so  will  ich   Karly   engegen    rytten    und    inn 

uffenthalten,  daz  ir  diewil  gen  Muntabant  mögend  kommen.« 

iGergis,*  sprach  Ruolland,  »du  redtst  recht.*     Damit  rytteud  20 

j      Rengnold  und  RuoUaud  so  vast,  daz  sy  gen  Muntabant  kämmend. 

Da  ward  Ruollanden  mer  eeren  ertzöugt,  das  nut  möglich  ist, 

das  man  einem  fürsten  mer  ertzougen  möcht.     Diewil    kämm 

Gergis  für  Karly  und  brächt  sovyl  zewägen  mit  siner  schönnen 

red  und  gesprecb,    daz  er  inn  uffenthielt.     Do  er  das  gethän  25 

hat,    do  stach  er  inn  sin  pfert   und  reyt  gen  Muntabant  den 

andren  nach.     Er  mocht  wol  ryttend  on  uffhebung,  wann  er 

waa  Rengnobien  bürgen  einer.     Do  Karly  daz  ersach,  do  ylt 

er  im  nach  untz  für  daz  thär  zuo  Muntabant  und  scbrey  über- 

^Bptt:    »By  got,  Rengnold,  daz  alles  wyrt  dich  wenig  nützen;  so 

^^ann  diewil  ich  laben,    wirst   du    nüt  fryd    mit   mir    haben.« 

Und  reyt  damit  wider  gen  Muntbandal  inn  sin  lager.     Do  inn 

sin  [bL  247]  volck  gsach  kommen,  do  kämmend  sy  im  engegen 

nnd  sagtend  zuo  im:    »Her,    wo  ist  Ruolland?^    -^Er  ist  gen 

luntabant,«  sagt  Karly.     >Icb  büt  ücb,  daz  ir  min  läger  von  && 

and  an  umm  Muntabant  schlachend.     Und  du,  OUyfier,  sott 

oriflan  tragen,    und  Richart  von  Normandia    sol    unser    her 

Eieren.«     Do  Karly  dis  gebotten  bat,    do   üeng    sin  volck  an 


202 


kälten  und  hiltten  njder  feilen.  Do  alias  uf  j^eladen  was,  do 
reyt  Richarfc  von  Normman^ia  für  Muntabant  mit  der  filr- 
liuot.  Und  Karly  liei  sin  zält  uff  seh  lachen  zenecbst  an  daz 
thär.     Dax  ei^ach  der  wikhter  zuo  Muntabant,   der  kam  zuo 

ft  Magis  und  sprach  zuo  im:  »Her,  wussend,  daz  Karly  kommen 
ist  mit  all  sinem  her  und  hat  sin  zeit  uff  geschlagen  znechst 
an  daz  tbär.€  »Istz  war?«  sagt  Magis.  »Ja,«  sprach  der 
Wächter,  *on  feilen.«  »Nunn  wol  an,«  sagt  Magis,  »Karly 
suocht  sin  schaden;    den  wirt  er   haben  vil  ee,    dann  er  ver- 

10  meint«.  Er  kam  zuo  Eengnold  und  ertzalt  im,  wie  Karly 
mit  all  sinem  zug  kommen  were  sich  für  daz  thär  legen.  iJo 
Rengnold  daz  erhört,  do  kam  er  zno  Ruolland  und  sprach: 
»Vetter,  wilfa,  daz  Karly  sin  läger  an  unser  schlos  geschlagen 
hat     Aber  ich    sag   dir  zuo,    wens   niit   von   dinetwegen  be* 

ib  schech,  ich  weit  im  ertzeigen,  daz  er  mit  recht  gethan  bet.c 
1  Vetter,«  sagt  Rtiolland,  »grossen  danck !  Aber  mich  dunckt, 
ich  soll  zuo  im  schicken  Anses,  (lergis  und  Türpin  im  sagen, 
du  habest  mich  Ton  sinetwegen  nut  wellen  gfangeti  legen, 
sonders    habest   mir    grosse  eer  enbotten,    als  mir  zuogehört, 

fo  und  du  und  all  dine  bruodern  erbiettend  üch  im  gborsara  ze- 
sin  üwer  laben  lang.«  »Du  reist  recht,«  sagt  Rengnold,  »ich 
bin  bereyt  zethnon ,  waz  ir  wend.«  »Rnolland,«  sagt  Anse«! 
»ich  darf  näi  rytten.«  »Ir  dörffend,«  sagt  Ruolland,  i>er  ist 
üch  nüfc  fyend. ^^      »Anses,«    sagt    Gergis,    »wir    wend    rytten. 

26  Wend  ir  mir  volgen?«  8y  wurdend  sinn  eyß  zerytten.  Do 
die  dry  fiirsten  inn  Karlys  zält  kämmend,  do  gniotztend  sy 
inn,  und  der  hertzog  Anses  sprach:  *Her  keyser,  Ruolland, 
üwer  Vetter,  grüetzt  tlch  vast.  Den  hat  Rengnold  inu  Mun- 
tabant mit  eererbiettung,  als  wer  er  sin  bruoder  und  rechter 

30  her,  von  üwertwegen*  Und  begert  fryd,  so  will  er  Ruol landen 
gän  lassen  ou  brantschatznng  und  sich  üch  ergeben  saiupt 
sinen  bruodern  und  Magis,  doch  ire  laben  vorbehalten,  und 
wend  üch  ghorsamra  sin  ir  liiben  lang  mit  all  irem  vermögen.« 
Do  Karly  Anses  red  verstuond  ,    do  zittret  er  von  zornn  und 

SÄ  sprach  zuo  im  und  zuo  den  andren:  »Fluchend  von  mir!  Ich 
verwundern  mich,  wie  ir  habend  törffen  zuo  mir  kommen. 
Ich  sag  ucb,  daz  er  mit  fryd  mit  mir  haben  muofs,  ich  hab 
dann  Magis,  mit  im  zehandlen  nach  minem  willen. <     Üo  die 


208 

herren  Karly  yersiuondend ,  do  giengend  sy  ufi  der  zalt  und 
riitend  ¥rider  gen  Muntabant.  Da  fragt  bj  Rengnold  und 
Kuolland,  waz  sy  geschaffen  bettend.  >Ir  beren,«  sagt  Anses, 
»man  darff  nüt  zefrägen ;  wann  er  wils  nüt  thuon,  wenn  mann 
im  n&t  Magis  gipt,  sin  willen  an  im  zebegän.«  »Ir  beren,<  5 
sagt  Jlengnold,  >daz  ist  mir  leyd,  daz  Karly  so  ein  hert  hertz 
hat.  Ich  sag  üch  für  war,  daz  im  Magis  nüt  wyrt.c  Nach 
disser  red  giengend  sy  gen  essen.  Do  sy  gessen  hattend, 
giengend  sy  gen  schiäffen.  Rengnold  sprach  zno  Magis :  »Vetter, 
ich  bit  dich,  daz  du  hinnacht  wol  wachen  lassest ;  wann  wir  10 
dörffend  sinn  woI.<  »Vetter ,€  sagt  Magis,  »hab  kein  sorg; 
wann  daz  schlofi  muo£  wol  bewart  werden  mit  der  hilf  gottes.« 

Wie  Magis  Karly   uff  Bayard   gen   Muntabaut  fuort 
und    inn   ßengnolden   übergab   und   darnach  hinweg 
schied ,    darumm   daz   er  Bengnolden    nüt   vor   dem  u 
fryden  sin  wot,   und   wie  Rengnold  Karly   und   sine 
fursten  wider  ledig  hinweg  rytten  ließ. 

Do  die  heren  nyder  wärend,  do  kam  Magis  inn  Keng- 
nolden  stal  und  satlet  Bayard  und  saß  duruf.  Und  ruoft  dem 
portner  und  sprach  zuo  im:  »Thuo  mir  daz  thär  uf,  wann  20 
ich  will  ein  wenig  hinnuß.  Und  wart  minnen,  wann  ich  will 
Dut  lang  belibeu.«  Er  kämm  inn  Karly  zält  und  brucht  sin 
kunst  und  entschlefft  alle  die,  so  inn  der  zält  wärend,  und 
kam  zuo  Karlys  bet  und  nam  inn  und  satzt  inn  uff  Bayard 
und  fuort  inn  gen  Muntabant.  Und  truog  iun  inn  sin  kammer  26 
und  leyt  inn  an  sin  bet.  Darnach  zunt  er  ein  torschen  an 
und  stalt  inn  an  daz  bet  zenechst  an  sin  höpt.  Darnach  gieng 
er  inn  Rengnolden  kammer  und  sprach  zuo  im:  »Vetter,  waz 
wettestu  eimm  geben,  der  dir  Karly  inn  dine  hend  geb?« 
>By  miner  truw,«  seyt  Rengnold,  »ich  hab  nüt,  daz  ich  nüt  so 
gebe,  daz  ich  inn  hierinn  hette.«  »Vetter,  wilt  du  mir  ver- 
heyssen,  daz  du  im  nüt  thuon  wellest  nach  lyden,  daz  im  von 
ander  lütten  etwaz  bescheche,  so  will  ich  inn  dir  über  gebefi.« 
»Ich  verheisses  dir,€  sprach  Rengnold.  »Nunn,  so  kumm 
mit  mir!«    sagt  Magis.     Und  fuort  inn  inn    sin  kammer  und  35 


204 


«eigt  im  Karly  iun  sinem  bet  Hgend  und  Bprach :  »Vetter, 
hie  hastu  Karly.  Nun  luog,  daz  er  dir  nÖt  enttruane.«  Do 
Magis  Karly  Rengnolden  über  geben  hat,  do  gieng  er  »uo 
Bayard    und    nanim  strow   und  reyb  im  sin  [bU  248]    ruggen 

ft  und  kopff  damit;  darnach  knßt  er  iim  und  nam  urlob  von 
im  mit  weinenden  ougen»  Darnach  namm  er  ein  bruodorrock 
und  ein  pilgrystab  und  kam  zumm  portner  und  gab  im  sine 
kleyder,  so  er  vor  treyt  hat,  und  gieng  also  von  Muntabant 
on  urlob.     Und  gieng  sovast,  daz  er  über  Dordonna  kam  inn 

10  ein  vast  dicken  wald ;  darinn  gieng  er  nutz  zuo  mitteni  tag. 
Und  gsach  ängferd  ein  felssen ,  ob  dem  gsaeh  er  ein  altz 
bruoderhä&ly.  Er  kam  dahinn  und  vand  daz  end  vast  liistpar  und 
im  vast  gfellig,  wann  darvor  wtia  ein  schönner  bruiinen.  Er 
gieog  darinn  und  knüwet  nyder  und  bat  got,  daz  er  im  gnedig 

iB  were  umra  all  sine  sünd.  Und  als  er  sin  gebet  thet,  do  kämm 
inn  der  an  dächt  so  gros  an,  daz  er  lopt,  er  wett  an  dem  end 
beliben  und  got  diennen  und  nüt  anders  essen  dann  wild  krut 
und  wurtzen.  Und  bat  got,  daz  Rengnold  und  sine  bruodern 
fryd  mit  Karly  möchtend  überkommen;    so  wett    er  nun  für 

to  hio  sine  sönd  bllessen,  so  er  begangen  het  inn  der  zyt,  do  er 
eines  vatters  tod  hat  welleo  rächen  ,  des  hertzog  Beffes  von 
Agremuntz,  den  Ganuellon  in  dem  suossonischen  wald  mit 
verrettery  ertödt  hat,  Nunn  wend  wir  wider  von  Karly  und 
Rengnolden  sagen.     Do  Magis  Karly  Rengnolden  über  geben 

85  hat  und  hinweg  was  gangen ,  als  ir  gehört  band,  do  beruoft 
Rengnold  sine  bruodern  und  sprach  zuo  innen:  »Lieben  bruo- 
dern, sagend  mir,  wie  wir  uns  mit  Karly  halten  wellend.  Ir 
wuÄsend,  daz  er  uns  nunn  ein  lange  zyt  übel  gesehediget  hat 
onn  einlebe  ursach.     Darumm  dunckt  mich,    wir   sollend  uns 

so  an  im  rächen,  diewil  wir  inn  inn  unsern  henden  band.« 
vBruoder,«  sagt  Richart,  »wiltu  mir  volgen^  so  last  du  inn 
an  hals  erhäncken;  wann  nach  sinem  tod  wyrt  kein  mentsch 
sin,  den  wir  fürchten  dörffend**  Do  Rengnold  sines  bruoders 
rätt  erhört,    do  hanckt  er  sin  hopt    und  fieng  an  gedencken^ 

SS  w&z  er  thuon  sot.  Do  daz  Richart  gsach,  sprach  er  zuo  im; 
>Waz  denckst  du,   lieber  bruoder?   Hab  kein  sorg,   wer  daz 


« 


4 


10  nÜQ  ha« 


205 


ampt  Terbriuge:    ich  wils  thuon    and    von  stund  an,   wilt  du 
mir    ian    übergeben*«     Nach    dysser    red    huob  Rengnold   sin 
hopt  uf  und  sprach  :  >  Lieben  bruodern,  ir  wüssend,  daz  Karly 
QBser  rechter  her  ist.     Zumm  andren  gsächend  ir,  wie  Ruol- 
limd,  Anse^,  Türpin   nnd  Astolf  hie  sind,    unsern  fryden  ze-   5 
maeheo;   ej   erkennend   wal,    daz   Karly   unrecht   hat.     Und 
wenn  wir  inu  ertodtind,  es  sig  rechtlich  oder  nnrechfclich,  m 
wxurd  uns  mengkl icher  uberlouffen,  und  krieg  wurd  uns  niemmer 
mer  feilen.«     Do  Rengnold  dyß  geredt  hat,  do  sprach  Ällard ; 
»Du  redtst   recht     Aber    du   gsichst   wol,   daz   wir  nüt  fryd « 
mii  im  gehaben  mögend.     Mich  dimekt,  wir  sollend  inn  nach 
ein  mal  von  im  forschen,  und  will  er  inn  uns  nüt  geben,  so 
länd  uns  inn  behalten,  das  er  uns  ndt  mer  bekriege.c     >BröO- 
der,«    sagt  Guchart,    >dii  redtst  recht;    aber   daz    hertz  sagt 
mir,  er  werdyß  niit    thnon*     Doch  länd  unsern  bruoder  Reng-  «1 
noIden  machen  nach  sinem  willen,  und  alles,  daz  er  will,  werd 
gethän  und  gehalten. €    »By  niiner  tröw,«  sagt  Alard,  »Guchart 
redt  recht. c     Do  sy  sich  ver rein t  hattend  zethuon  nach  Reng- 
nolden  willen,  do  liessend  sy  den  keyser  schiäffen  und  giengend 
inn    RnoUanden    kamnier.      Und    Rengnold    sprach    zuo    im ;  m 
♦  Vetter  Ruolland,  stand  uf,  ich  bit  dich,  und  weck  die  andren 
'  heren  öch  uf;  wann  ich  will  üch  etwaz  sagen.«     Do  Ruolland 
R^ngnolden  zuo  der  stund  gsach,  do  verwundert  er  sich  und  wackt 
sine  gsellen  uf.     Da  sy  uf  wärend,  sprach  Rengnold  zuo  innen; 
>lr,  mine  heren,    ir  sond  wössen ,  daz  ich  ein  gfangnen  hab,  «» 
durch  den  ich  zuo  fryden  kommen  mag:    daz  ist  Karly,    din 
Vetter,«     Do  Ruolland  daz  erhört,   do  erschrack  er  vast  übel 
nnd  sprach:    »Rengnold,  nunn  verwundern  ich  mich,  wie  daz 
xno  gangen  sig;    wann  er  ward  nie  so  müed,    daz   mann  inn 
gfangen  hab.     Sagß  uns ,    wie   daz   zuo    gangen    sig ,    bit  ich  ao 
dich.-i      »Du  solt  wössen,«  sagt  Reut^nold,  »daz  Magis  hinnacht 
gewerchet  hat  (nilt  weyß  ich  wie),  daz  er  inn  harinn  brächt 
hat,  und  hat  inn  an  ein  schon  bet  geleydt  inn  siner  kamnier ; 
ää  schläft  er.«     Der   meren    erschräckend  Ruolland   und  sine 
.gsellen    übel.     »Ir    heren,«    sagt  Anses,    »wie    mag    daz  zuo  s» ' 
[gangen  sinnt   <^^  i^°  Magis   gfangen  hab?    Ir  wüssend,  daz 
ler  sich  tag  und  nacht  verhüetten  läßt  gar  woL«    »Ir  heren,« 
tsagt  Gergis,   »got  thuotz  altes  von  Rengnolden   wegen,   wann 


206 


der  krieg  hat  zelang  geweret.  Der  wirfc  nun  end  nemmen, 
des  got  gelopt  aig;  wann  es  ist  dardurch  menger  guotter 
rjtter  umkommen.«  Damit  fuort  sy  Rengnold  inn  die  kaniroer, 
darinn  Karly  schlief,  so  hertt,  daz  sy  itin  iiüt  erwecken  niochtend; 

ft  des  die  heren  erat  erschräckend,  Rtiolland  sprach:  »Reng- 
nold ,  wo  ist  Magia?  Ich  bit  dich,  daz  du  inn  bar  heyssest 
kommen,  daz  er  minn  vettern  erwecke;  so  wend  wir  all  für 
inn  nyder  kuüwen  und  inn  umm  gnad  bytten.  Ich  bit  dicb^ 
Rengnold,  umm  gotz  willen,  daz  du  nüt  dester  stöltzer  sigest 

i(»  mit  im  mit  reden,  dammm  daz  du  inn  inn  dinem  gwali  hast,c 
»By  miner  trüw ,  RuoUand^c  eagt  Rengnold»  »ich  wett  ee 
sterben,  ee  ich  ein  untzüchtigs  wart  mit  im  reden  weit, 
sunders  ich  und  mine  bruodern  wend  uns  im  übergeben,  unsere 
leben  vor  behalten,  damit  wir  fryd  mit  im  habend.     Ich  will 

»6  gen  Magis  suochen*«  Und  gieng  damit  und  suocbt  in ,  aber 
er  fand  inn  nät ;  des  er  ser  betriiept  ward.  Do  der  partner 
vernam,  daz  Rengnold  Magis  suocht»  do  sagt  er  zuo  im:  ^Her, 
ir  suochend  inn  umm  aust,  wann  er  ist  hin  weg.  t  tWie,c  sagt 
Rengnold,  »weist  du  es  wol?«    >Jä,  her.     Ich  h ab  im  hinacht 

so  daz  tbär  möessen  uff  tbuon,  und  reyt  hin  uß  uff  üwerni  pfert 
und  beleyb  unlang,    do  brächt  er  mit  im  ein  langen  grossen 

:  mann.  Dnlang  darnach  kam  er  inn  bössen  kleydern  und  hieß 
mich  im  daz  thär  wider  uf  thuon  und  gieng  hinweg.  Und 
hab  inn  aythert  nut  nier  gsiichen.«      Do  inn  Rengnold  erhört, 

3A  do  wüßt  er  nüt,  waz  er  sagen  sott ;  wann  er  erkant  wol,  daz 
er  hinweg  was,  darumm  daz  er  nüt  mer  inn  Karlys  Ungnaden 
sin  wot.  Et  gieng  [bl.  249]  wyder  zuo  den  beren  und  ertzalt 
innen,  wie  Magis  hinweg  was;  darumm  es  wenig  fält,  daz  er 
nüt  die  atnn  verlor,   desglichen    och   sine   bruodern.     Richart 

so  sagt:  »Ach,  lieber  vetter  Magis,  wie  wend  wir  nun  fürhin 
tbuon,  so  wir  dich  verloren  hand  ?  Wir  mögend  wol  sagen, 
wir  aigend  überwunden;  wann  du  bist  unser  erlösser,  ent- 
Hchütter,  hoffnung,  zeflucht,  schirmm  und  unser  füerer  gsin. 
Es  ist  unlaug,    daz  ich    ein  achantUchen    tod  entpfangen  het, 

8&  wenn  du  nüt  gsin  werest.  Ach,  alle  ungnad,  so  Karly  gegen 
dir  hat,  ist  von  unsertwegen.«  Und  beyla  damit  die  zenn  uff 
ein  andren  von  grossem  zornn  und  zog  sin  Schwert  u§  und 
wot  Karly  ertödt  haben.     Aber  Rengnold  zog  inn  hindersich, 


207 


und  Anses  sprach  zuo  im:  »Richart,  daz  wer  schantlich,  daz 
du  ein  acbläffenden  mentschen  ertodtesb.  Wann  istz  gotz 
will,  so  wend  wir  guot  frjd  machen^  ee  wir  vou  hineu  scheydend.c 
Anses  und  Gergis  sagtend  Richart  sovyl,  daz  er  innen  ver- 
hiefi,  er  wett  Karlj  nüt  thnon;  doch  lies  er  nüfc  von  sinnem  & 
lejd,  darntnni  daz  er  sin  yetier  Magis  verloren  hat*  Ilichart 
bat  nüt  nnreeht,  daz  er  greis  leyd  nmm  inn  fiiort;  wann  sy 
bettend  sinnen  vast  wol  dorffen ,  als  ir  hören  werdend,  Do 
der  berizog  Anses  daz  groß  leyd  gsacli,  so  sine  vettern  nmm 
Alagis  fuortendf  da  sagt  er  zuo  innen:  »By  got,  lieben  vettern,  so 
ir  band  unrecht,  daz  ir  so  groß  leyd  füerend.  Ich  gaach  nie 
DÜI  nait  leydfüeren  gwünnen.  Darumm  bit  ich  üeh,  daz  ir 
uch  gestillend ,  und  land  uns  vom  friden  reden,  damit  der 
krieg  abgestelt  werde,  der  so  lange  zyt  gewprt  hat,'^  >By 
got,«  sagt  RnoUand,  >ir  thnond  liederlich  ;  darzao  wir  niüessend  i& 
erstlich  gnad  von  im  haben,  ee  wir  im  von  fryd  sagend-  Wann 
ich  bab  mich  darnmni  ergeben,  damit  der  fryd  gemacht  wurd.« 
»Vetter,!  sagt  Anses,  »du  retst  recht»  Wie  wend  wir  aber 
mit  im  reden ,  diewil  wir  inn  nut  erwecken  mögend  ?«  Inn 
deiD  als  die  herren  mit  ein  andren  redtend,  stuond  er  uf  und  so 
gsach  nmm  sieb  und  erscbrack  übel,  do  er  gsach,  daz  er  zuo 
Uantabant  was  inn  Rengnolden  gwalt.  Do  ward  er  vast 
lornig  und  fuort  semiich  leyd,  daz  alle  die,  so  da  wärend, 
rermeinttend,  er  wett  unsinig  werden.  Und  schwiior,  diewyl 
er  zuo  Montabant  were,  wett  er  nüt  frid  mit  innen  mBchen,  ^5 
und  Qütz  daz  er  Magis  liet,  mit  im  zethnon  nach  sinnem  willen, 
Do  Riebart  Karly  verstiiond,  sprach  er  zoo  im:  >Her,  wie 
dorffend  ir  semlichs  reden,  imd  gsiichend,  daz  ir  gfangen  sind, 
aod  tröwend  uns  dennecht.  Ich  sag  ücb  zuo,  het  ich  nüt 
irerbeyssen  ücb  nüt  zethuon  ,  so  wett  ich  ücb  yetz  den  kopff  so 
abschlachen.«  »Schwig,  du  thor,*  sagt  Rengnold,  >läi  inn 
01D  willen  sagen!  Und  länd  uns  inn  umm  gnad  bitten,  daz  er 
uns  vertziche.  Wann  der  krieg  hat  zelang  gweret.  Verflüecht 
»ige  der,  der  inn  angfangen  hat;  wann  es  sind  vyl  übel  daruiä 
entsprungen. €  Also  geatillet  er  sinne  bruodern  und  sagt  wytter  w 
£uo  innen:  >Ir,  mine  bruodern,  ich  bit  ücb,  daz  ir  mit  mir 
kommend  gnad  begeren  von  unserm  natürlichen  beren.«  *Reng- 
Dold,«    sagt  Ällard,    »wir  wend  thuon,    waz   du  wilt.«     »By 


208 


miner  triiw,«  sagt  Anses,  *ir  herren,  ir  thuond  wyßlich;  uch 
Wirt  nuk  dann  guotz  daruß  entspringen.«  Also  kämmend 
Rengnold  und  sine  bruodero  für  Karly  und  knöwtend  ßr  inn 
nyder,  desglichen  och  Rnolknd,  Gergis,  Türpinn,  Anses  und 
Astolf.  und  Rengnold  sprach:  >Gnediger  her  keyser,  sind 
UD8  nmm  gotz  willen  gnedig!  Wann  ich  und  mine  bruodern 
ergebend  uns  üch ,  unsere  laben  vor  behalten,  und  wend  üch 
ghorsamni  Hin  mit  all  unserm  vermögen.  Ach,  gnediger  her, 
band  um  in  gotz  willen  erbermd  über  uns  durch  die  erbermd, 

10  m  got  mit  Maria  Magdalenna  hat,  do  sj  im  die  ftiefi  wuosch 
im  büß  Simonis!  Und  wend  ir  mir  nüt  vertzichen,  so  ver- 
tzichend  doch  m innen  bruodern ;  so  will  ich  liber  mer  züchen, 
da  will  ich  inn  unsers  herren  terapell  dienneiL«  Do  Karly 
Rengnolden  verstuond,  do  zuntt  er  uf  von  zomn  und  sprach : 

IG  »Ich  wils  nüt  thnon,  wenn  ich  nÜt  Magis  hab,  min  willen  an 
im  ze verbringen.«  »Ach,*  sagt  Reugnold,  »nunn  hab  ich  ge* 
hört,  des  ich  wol  vertzwiflen  mocht;  wann  ich  wett  mich  ee 
lassen  häücken,  ee  ich  inn  raines  vettern  tod  verwilgeo  wett: 
er  hat  es  uiit  umm  uns  verdienet.«     »Rengnold,«  sagt  Karly, 

so  >gedeuck  darnnim  nüt,    daz    ich   din    gfangner    bin,    daz  ich 
thüeg,    waz  du  wellest.«      »Her,«  sagt  Rengoold,   ^es  ist  mir 
lieber,  ir  habend  unnrecht  dann  wir.     Wie  könd  ich  uch  Magis  ■ 
geben,  der  ist  all  unser  laben,  hoffnung,  zeflucht  uud  trost? 
Darnmm,  her,  bit  ich  üch,    daz  ir  wellend  abstän;    wann  er 

ft&  wirt  üch  nüt.  Darzuo  weyü  ich  nüt,  wo  er  ist.«  tO,«  sagt 
Karly,  »got  verflüech  inni  Wann  er  ist  hie  innen,«  »Neino, 
her,  on  feien,«  sagt  Rengnold  und  kart  sich  damit  gegen  den 
andren  herreu  und  sagt:  »Ir  he  reu  ,  ich  bit  üch  umm  gotz 
willen,  daz  ir  nnsern  heren  den  keyser  bättind ,  daz  er  uns  ■ 
'10  gnedig  sig  und  vertriebe, «  Do  der  hertzog  Anses  Rengnolden 
verstuond,  sprach  er  zoo  Karly:  »Her,  ir  wüssend ,  daz  ich 
Rengnolden  bürg  bin,  desglichen  öch  die  andren»  Mich  dnuckt, 
wir  sigend  unser  ptirgachaft  ledig.  Mich  dunckt,  her,  ir  sollend 
Rengoolden  zuosagung  aiinemen ,  daz  nüt  nach  grössere  übel 
liö  daruß  entspringend;  wann  all  tiwer  volck  ist  des  kriegs  raüed.« 
Do  die  heren  Anses  red  horttend,  do  sagtend  sy  all  einmundig: 
»Her,  volgeud  An^ses  rätt;  wann  thuond  irß  nüfc,  so  wirt  e« 
üch  gerüweu.«     Do  Karly  sine  fürsten  erhortj  do  ward  er  vast , 


sog 


xoraig ;  wann  im  was  sin  hertz  so  gar  erhertiet,  daz  er  kein 

räU  haben  woit.     Und   «chwuor  by  got,    er  wetz  nüfc  thuoD. 

Do  Rengoold  daz  erhört,    do  ward    er  gar  scbalckhaflig  und 

räch:    ilr    all  min    heren  ,    ich  will,    daz  der   keyser  minn 

llen  wü6.     Syt    daz   ich    kein  gnad  by   im  finden  mag ,   so  & 

t  ich  üch,  daz  ir  mich  nüt  schälten  wellend  nunn  für  hinn, 

ich  min  recht  fürdere;    wann    ich    wils   fürdern    inn  allen 

Iten,    wie    ein  frommer    rytter  thiion  ßolL     Und  ir,    her, 

i5geod    wol    hinweg  rytten ,    wenn    ir  wend;    wann  ich  will 

Ich  kein  Unzucht  bewyssen ,    darnmm  daz  ir  min  rechter  her  lo 

«nd.     üud    wenß   gotz    will  sig,   so  werd   der  frid  gmacht.* 

i  250]  Die  forsten  verwunderttend  sich  ab  ßengnolden  grosse 

ütigkejt.    »Ach  got,€  sagt  Anses,   i»hastu  ßengnolden  miltig- 

yt  gfiäeben  ?<   Do  Richart  sin  bruoder  verstanden  hat,  sprach 

Euo  im:    »Bruoder,  waz  wit  thuon?    Du  gsicbst,  daz  er  so  i* 

iffertig  ist,  das  er  nüt  thuon  will,  so  im  sin  rätt  seyt,  sunders 

irowt  uns  ye  länger  ye  mer.     Lä.st  inn  wider  gän,  so  sieliern 

ich  dich,    daz   er  uns    gröfilichen    schedigen  wirt.     Ich  weyß, 

wenn  er  uns  hett,  wie  wir  inn  hand,  daz  er  uns  schau tlichen 

öden  ließ.     Darumm  thuost  du  ein  torheyt,  daz  du  iuii  ali^o  to 

inweg  wyt  lassen.     Wenn  du  wettest,  so  möchtest  du  unseru 

frideo  yetz  wol  machen;    aber  mich  dunckt,  du  suochest  nut 

^nn  din  tod.     Ich  bitten  got,  wenn  du  inn  also  hinweg  lassest 

du  eines  hössen  todes  ersterbest.«^    Do  Rengnold  sin  bruoder 

bort  reden^  do  ward  er  übel  ertzürnt  und  sprach  zuo  im:  ^^ 

wTg,  du  bösser  buob;    wann  er  muos  dir  zeleyd  hinweg. 

ml  wenn  got  will,  so  werd  der  fryd  gmacht*^     Darnach  ruoft 

!Dgnold  siner  edelluten  einnem    und  sprach  zuo  im:    /'Gänd 

sehnell    zuo   mimm    stalmeyster    und  sagend  im,    daz   er  mir 

I^jtyard  bringe  on  vertzug;  wann  min  her  nmoß  daruff  inn  ao 
in  läger  rytteu.*  Do  Richart  daz  erhört,  do  gieng  er  hiu- 
(reg,  Eornig  wie  ein  low.  Diewil  kam  der  edelmau  mit  Bayard. 
Dad  Rengnold  namm  inn  bimm  zügel  und  sprach  zuo  Karly : 
»Her,  nunn  mögend  ir  uf  sitzen,  wenn  ir  wend.«  Do  Karly 
daz  erhört,  do  saß  er  ufF  Bayard  und  reyt  hinweg  on  ver- 35 
tzug,  Rengnold  gab  im  daz  gleyt  untz  an  daz  thär.  Do  die 
Frantzossen  irnn  herren  gsächend  kommen ,  do  wurdend  sy 
rast  fro.     Und  entpfiengend  inn  vast  erlich  und  fragtend  inn, 

Bcimonakliidler.  14 


VfCU 

Lgöd€ 


4 


wie  es  im  ergangen  wer,  oh  er  fryd  zuo  j^esaj^t  het.  >Ir 
herreDi«  sagt  er,  »es  gät  mir  wol,  got  hab  danck!  Ich  hab 
den  fryden  nüt  gmacbt  und  will  inn  mit  macheo ,  diewii  ich 
laben,  wenn  ich  den  verretter  Magia  nüt  hab,  min  willen  an 

b  im  sevcr bringen. c     >Her,<    sagtend  eÜich  siner  föraten,  >wi«fl 
sind  ir  darvon  komraen?*    »Wärlich,<t  sagt  Karly,   »Keiignold 
hat  mich  hinweg  gl äjiseo  wider  siner  bmodern  willen.«   »Her,c^ 
sagtend  sy,    »hand  ir  Riiollanden  nnd  die  andren  Fürsten  niltf 
gesächen  ?<    J-Jä,    ich    hab;  sy  hand    mich  all    uff    geben  Ton 

10  Rengnolden  wegen.  Aber  mag  ich  sy  beträtten,  so  will  ich 
innen  den  Ion  geben.«  Und  saß  damit  ab  Bayard  nnd  scluckt 
inn  Rengnolden  wider.  Do  Rengnold  Bayard  wider  gsach,  do 
ruoft  er  RuoUandeu  und  den  andren  nnd  sprach:  >Ir  heren, 
ich  erkenn    wol ,    daz    ir   Karlys    ungnad    behollet    hand    von 

15  mtnetwegeo,  da^  mir  leyd  ist;  darumm  sag  ich  üch  ledig  aller 
ansprächen,  so  ich  zuo  üch  haben  raöcht:  ryttend  hinweg,  wenn 
ir  wend!«  Do  Anses  Ueiigoolden  verstnood,  do  daucket  er  im 
tVüntlicheu  und  sprach:  »Her  Raolland,  Und  uns  Karly  nach 
ryiten,  diewils  Rengnolden    gfalt«      »Anses,«    sagt  Ruolland, 

20  »wottend  wir  Ren;jnolden  Terlässen,  den  niinn  vetter  unrecht- 
lich bekriegt?«  tRuoUand,«  sa«xt  Anses,  »ich  rütteu,  wir  ryttend 
Äunjni  keyser  inn  fragen ,  wie  inn  Rengnold  hab  ledig  ge- 
lassen. Dann  sagend  wir  im  vom  fryden,  so  thuot  erü  nut; 
aber    wenn    er    an  Rengnolden    grosse    frun tschaft  gedencken 

flft  Wirt,  so  wirt  sich  sin  heriz  mildterni  und  mag  nüt  gsinn^  das 
er  im  nüt  gnad  bewysse,  and  wirt  erkennen,  das  er  unn recht 
hat  undeiuzehert  hertz  hat.«  *\V^riich,*  sagt  üergis,  »Anses 
redt  vast  wißlich.«  Damit  forschettend  sy  ire  pfert.  Und 
do  sy  gerüst  wärend  uff  besitzen,  do  kämm  Rengnolden  gmachel, 

ao  die  sprach  zuo  innen:  >ir  herren^  ich  bit  üch  durch  den 
nammen  gottes,  daz  ir  niina  heren  und  siner  bruodern  fryd 
milchen  wellend  gegen  Karly.  Ir  wüssend,  daz  er  sy  on  ur- 
sach  bekriegt,  Ir  hand  gsachen  die  groß  frön  tschaft,  so  irn 
min  her  ertzeigt  hat;  dann  wer  er  nüt  gain,  so  het  inn  Riebart 

aö  ertudt«  iProw,«  sagt  Anses,  »hand  kein  sorg;  wann  istz 
gotz  will,  so  muoß  der  frid  gmacht  werden  vor  dry  tagen.« 
Damit  sassend  sy  uff  ire  pfert  Rengnold  und  sine  bruodern 
gäbend  innen  daz  gleyt  untz  zumm  thar;  da  sprach  Rengnold 


211 

zao  innen:  »Ir,  mine  heren,  ich  befilch  üch  got  und  bit  üch, 
daz  ir  minen  inngedenck  sigend.c  Sj  sagtend  all,  sj  wettend 
iren  mfiglichen  flyß  an  keren.  Und  nammend  damit  urlob 
Yon  im  and  befalchend  inn  got  nnd  ryttend  damit  inn  Karlys 
lager.  & 

Wie  der  keyser  Karly  Muntabant  stürmmen  ließ, 
und  wie  er  den  sturmm  verlor,  und  wie  er  so  lang 
darvor  lag,  das  der  mererteyl  volcks  darinn  himger 

starb. 

Do  der  keyser   sine    Fürsten  gsach  kommen ,  do  zeigt  er  lo 
dy  sinnen  fursten.     >By  got,€  sagt  Gedellon,  »wir  band  Ruol- 
landen  wider  nnd  sine  gsellen.«     >Jä,c  sagt  der  keyser,  »daz 
^  got  verflüech  U  Diewil  kämmend  sy  für  Karly  und  knüwtend 
für  inn  nyder,   und  der  bertzog  Anses  sprach  zuo  im:    »Her 
keyser,  wir  kommend  üch  umm  gnad  hatten  und  daz  ir  uns» 
▼ertzichen  wellend ;   dann  syt  daz  wir  gsachend ,  daz  üch  der 
ffyd  nftt  angenemm  ist,  band  wir  die  sün  Ammon  yerlässen, 
und  müessend    yon    uns  kein  hilf   mer  haben. c     »Ir  herren,« 
sprach  Karly,   »ich  vergib  t5ch  allen,  so  fer  daz  ir  mir  [bl.  251] 
liälffend  Muntabant   stürniuien    tag   und  nacht  so  lang,    untz  20 
daz  ingenommen    werd.«     »Her,«    sagt  Anses,    »gern;    aber 
^enß  uns  mißrät  wie  vormallen,  so  sagen  ich  üch,  daz  es  üch 
zuo  grossem  schaden  kommen  wyrt.     By  miner  trüw,  der  fryd 
were  vyl  besser  dann  der  krieg,  nach  minem  beduncken.«    Do 
<lie  fursten  Anses    red    verstuondend ,   do    sagtend  sy  all  mit  20 
lutter  stimm  :    »Her  keyser,  umm  gotz  willen  thuond  daz,  so 
"ch  Anses  rätt;    wann  er  gipt  üch  guotten  rät.«     Do  Karly 
smer  forsten    geschrey    erhört,    do   kam    er   zuo  Anses,    der 
knuwet  vor  im,  und  huob  inn  uf,  desglichen  och  die  andren, 
^ud  sprach  zuo  innen:    »Ir,  mine  heren,  ir  wüssend,  daz  ich  so 
uch  vertzigen    hab    mit   guottem  willen.     Aber  ich  will ,   daz 
^f  wüssend,  wenn  ir  rainen  fyenden  hälffend,  daz  ich  üch  am 
üb  straffen   will.     Und  sott  ich  min  laben  lang  hie  sinn  ,    so 
'uöessend  sy  von  mir  verstört  werden.«     Und  sagt  nach  mallen, 

« 
1  üch*]  ueh  hs.        24  beducken  hs. 

14* 


212 


tr  weil  oäi  tot  Muntabaofc  dannen  züchen,  er  bette  es  daon 
gwQBaen  und  sine  fyend  gfaugen  ;  dann  so  wett  er  8j  grussato- 
Uiohtti  siräffen  und  weit  den  verretter  Magis  yerbrännen 
Ubioai«  »Her,«  sagt  EuoUand ,  »ich  sag  üch  für  war,  daz 
Ma^is  hinweg  ist;  wann  er  furcht  üeh  so  übel,  das  er  sich 
YOr  üeh  nüt  darf  finden  läasen.«  -Ach  got,<t  sagt  Karlj, 
»wenn  wirt  er  mir,  daz  ich  min  willen  an  im  verbringe?  Den 
90  werdend  die  sün  4mon  frjd  haben. <c  Und  gab  damit  all 
ainneti  fürsten  urlob  untz  moroeDdea.     Moniendes  stalten  d  sy 

^If  ir  volck  inn  Ordnung  für  Karlis  zälL  Des  er  vast  fro  ward, 
do  er  sy  gsach,  und  sprach  zuo  innen:  »Ir  heren,  ich  hab 
iVluntabant  also  belägret,  dariimm  ich  nüt  daryor  dannen 
tAi*hen  will,  nntz  das  icbs  gwunnen  hab,  das  nun  Hchtlicb 
Mkhuon  ist;  wann  ich  gloub,  sj  habend  wenig  spis  mer  j  dar- 

1»  luo  band  sy  den  verretter  Magis  verloren,  der  was  all  ir  hofif- 
tiun>f.  Parnrnm  sag  ich  ücfa,  das  sy  mit  lang  harren  mögend*  t 
l>o  die  herron  horttend,  daz  er  Rengnolden  sovaat  tröwt,  do 
ym»  keinner,  dem  es  nut  misfiel;  wann  der  nierteil  wärend 
Kt*nguohlen  hold  nmm  sin  frumkeyt.     Und  der  bertzog  Änses 

Mnpmcb:  >Iler  keyser,  ir  sagend,  die  zuo  Muntabant  habend 
tiAt  tteosen,  und  ir  wellend  nüt  darvor  dannen  scheyden,  untz 
dii  irs  gwiitinen  habend,  und  daz  sig  lychtlich  zethuon:  ich 
ang  lieh  Kilo,  wend  ir  so  lang  hie  bliben,  untz  daz  ir  sy  uß 
gehüngernd ,  duz  ir  länger  hie  bliben  werdend ,  dann  ir  ver- 
I  iiif»int«nd.  [ler,  ich  bit  üeh,  volgend  minem  rätt!  Erstlich 
g?«»rht»ud  au  die  früatschafb,  so  üeh  Rengnold  bewyssen  hat; 
dann  wtT  er  nüt  gsinn,  all  üwer  richtmn  hett  üeh  nüt  mögen 
«rhWHun  uü  Richart  sines  bruoders  band.  Gedenckend  och 
an  die  groli  demliettigkeyt,  so  er  üeh  alwegen  ertzeigt  hat, 
'lö  insundcrhpyt  do  er  üeh  sin  pfert  gab  daruff  hinweg  zeritten! 
Her,  wenn  ir  an  alles  gedenckend,  so  findend  ir,  daz  üeh  kein 
mentsch  nie  so  ein  grosse  früntschaft  gethän  hat,  als  üeh 
Kengnoid  bewyssen  hat.  Darzuo  sind  sy  so  raanlich  ritter, 
als  mengklicber  weyldt.     Ich  sagen  ücb  zuo,  her,  daz  sy  üeh 

na  s<)llichen  schaden  zuo  füegen  werdend,  ee  ir  Muntabant  er- 
robenid,    daz    ir    lange    darnach    trnrrig    werdend  sin.     Her, 


« 


m  hft. 


213 


ichend  an,  wie  wir  üwer  f^ält  ußnutzlich  verthuoiirl !  Es  were 
üch  erlicher,  ir  verthettend  daz  ob  den  heyden  dann  ob  den 
8iln  Amon.  Wann  die  heyden  sind  yetz  inn  ruowen  und 
füerend  gros  froud  von  wegen  dyß  kriegs ;  bj  band  och  rächt. 
Ach,  es  sind  sovyl  manlieher  ryttern  ummkommen,  daz  es  a 
fiefa  erbarmmen  sött.t  Karly  erschraok  vast  übel  ab  dysser 
red,  und  im  rerrändert  sich  sin  geblüeit,  und  ward  bleich 
wie  ein  wyß  thuoch.  Und  sprach  zno  im  ino  grosser  schaick- 
heyt:  »Her  Anses,  by  der  trüw,  die  ich  got  schuldig  bino, 
ist  neyiwar  mer  so  frisch^  der  mir  sag  von  fryd  machen,  den  lo 
i?ill  ich  niemmer  mer  lieb  haben  and  will  inu  an  sinem  Hb 
str&ffen.  Wann  ich  will  sy  haben,  geb  waz  mich  koste,  oder 
ich  will  niemmer  mer  vonn  hinnen  scheiden,^  Do  die  heren 
Karly  verstuondend,  do  erschräckend  sy  vast  übel  Und  Gergis 
sprach  zuo  im:  »Her,  het  Rengnold  Richarden  machen  lassen,  15 
ßo  wurdend  ir  innen  yetz  not  tröwen*«  Do  Karly  Gergis  ver- 
stiiond,  sprach  er  zuo,sinem  volck:  ^Wolluf,  ir  heren!  Ich 
will,  daz  Muntabani  gsttirmpt  werde.«  Do  die  Frantzossen 
daz  erhorttend,  do  stallend  sy  sich  inn  Ordnung  und  tmogend 
leyttern,  hämmer  und  bickel,  die  muren  damit  zebnichen,  Do  1 
ay  Karly  wol  gerust  gsach,  do  gebot  er  innen,  daz  schlos  ze- 
stürmmen.  Do  Rengnold  sine  fyend  gsach  kommen,  do  ruoft 
er  Alarden  und  sprach  zuo  im:  »iMin  bruoder,  nim  Bondy, 
min  hornn,  uod  bläß,  das  sich  unser  volck  wapne;  wann  die 
Frantzoflsen  kommend  uns  augritfen.«  Alard  namm  daz  hornn  25 
und  bließ  es  drä  mal.  Do  die  kriegslüt  daz  erhortend,  do 
rastend  sy  sich  von  stund  an  und  staltend  sich  zuo  wer  uff 
die  mnren.  Not  desterminder  kämmend  die  Frantzossen  mn 
die  graben  und  staltend  ir  leyttern  an  die  muren.  Aber  die 
im  schloß  wurffend  sovyl  steinnen  uff  die  fyend ,  daz  sy  die  30 
dbel  sehedigettend,  also  daz  iren  vyl  tod  im  graben  belibend. 
Rengnold  und  sine  bruodern  begiengend  so  groß  nmnbeytten, 
daz  keinner  ir  streich  ertzugen  mocht,  also  daz  sy  die  uff  den 
leyttern  in  graben  faltend,  all  tod  oder  wund.  Do  Karly  dfiz 
ersach,  do  ward  er  vast  zornig.  Und  erkant  wol,  daz  er  Mun-  u 
iabant   not   mit  gwalt  gwOnnen  mocht;    darumm  er  daz  ab- 


1  wir]  9.  aom.        31  übel  Im, 


214 

ziechen    blässen    ließ ,    des    die  Fnintzossen    vast    fro    wareiid» 
Aber  Karly   ließ  ein  senilicb  pfand  im  graben,   des  er  Ungi 
zyt  df^rnach    leydig  was.     Und  ßchwuor  hy  gott,  er  weit  Dill 
darvor  dainien  zuchen,  imtz  daz  er  liengnoldeu  inn  Muntabun 
hungers  todte.     Und  gebot,  duz  an  yetlicbs  thär  zuo  Munta- 
bant  zwey  tussend  rilter  g^l^y^  wurdend,  daz  sy  verhuottend, 
daz  nieüiinand  hinnuß  kemrne,  er  wurd  gfangen  oder  ertödt, 
Do  Rengnold  daz  ersauh  ,  do  knilwet  er  nyder  uft"  sine  kfluw     t 
nnd  buob  die  hend  gegeo  [bl.  252]  himel  und  sprach:   >Ach,fl 


i 
I 


>o  himelacher  got  und  vatter,  ich  bit  dich,  daz  du  uns  hiilffen 
wellest  umui  fryd  mit  Karly  ,  und  bewar  uns  vor  dem  tod!* 
Do  Eichart  Uengnolden  bit  erhorb,  do  sprach  er  äuo  im: 
»Hruoder,  bettest  mir  gevolget,  so  werind  wir  yetx  iun  fryden; 
wann  Karly  wer  vast  fro  gsinn  daz  zethuon,  daz  er  sinn  laben 

)ö  hett  mügen  fristen.  Du  weyst,  daz  inn  uns  unser  vetter  Magia 
durch  keinner  andren  meinuniig  wegen  uberantwurt  hat,  dann 
allein,  das  wir  zuo  friden  kemmend;  aber  du  hast  es  näi 
wellen  thuon.  Ich  furcht,  es  werd  uns  übel  erschiessen, «  Ir 
sond  wässen,  daz  Karly  so  lang  vor  Muntabant  lag,  das  die, 

10  so  darinn  wärend,  grossen  mangel  an  spis  hattend»  Und  kämm 
darzuo,  daz  sy  keinn  spis  ilberkonimon  niochtend  weder  unim 
gold  nach  umm  galt  Dardurcli  dem  voick  ämniächtig  ward 
uft'  den  gassen  zuo  Muiitabant;  wann  der  hunger  was  so  groß, 
das  ein  bruoder  die  spis  vor  dem  andren  verbarg,  der  vatter 

9«  dem  kind  nnd  der  snn  der  mootter,  Daz  arm  vokk  starb 
jilnnner liehen  uff  den  gassen,  dardurch  zuo  Muntahant  so  ein 
hüaaer  gscliraack  was  von  den  todten,  so  allenthalben  lägend, 
dax  iiitnnmen  beliben  mocht.  Do  ßengnold  daz  ersach,  do 
fuort  er  gro(3  leyd.     Und  liefi  ein  gruoh  machen,  dar  inn  lieü 

10  er  die  todieii  leggen.  Do  Kichart  daz  gros  janimer  ersach 
und  sin  bruoder  Rengnold  in  so  grosser  betrüeptnus  gsach, 
do  niocbt  er  nüt  schwigen,  daz  er  nüt  zuo  im  sagte:  »By  got, 
bruoder,  nunn  gät  es  uns  Äbler  dann  ye.  Es  were  yetz  guot, 
du  hattest  mir  gevolget;  dann  bettest  mich  Karly  toden  lassen, 

SA  so  werend  wir  nüt  inn  dysser  arbentselligkeyt,  din  volek  wer 
och  nüt  hungers  gstorben,  Acb^  warumm  klag  ich  ander 
lüt?  Ich  sott  mich  selbs  klagen,  diewyl  ich  och  sterben  und 
inn  dyß  loch  gelegt  werden  mnoß ,    als  der  minst  uuder  uns. 


i 


S15 


O  Magis,    lieber  vetter,    wo    bist   yetz?    Du  verlast   uns  inii 

odfcteii.     Werest  by  uns,  ao  sorgtend  wir  niit  liunger  zesterben, 

wir    enUesseud    üch  Karly  nät,   du   wurdest   ues    giiuog  spis 

geben,      Nunn    müesseiid    wir   yetz    hiinger    sterben.      Wann 

Karly    hasset    ans  vester   dann  die  heyden  ;    darumtn  wir  nüt  & 

hoffen  könnend,   daz   er   erbermd   über  uns  hab.     Er  ist  der 

grussamniisch  küuig  uff  ertrich.«     Karly  veruamm  von  etlichen 

lütten  den  grossen  hunger,  so  zuo  Muntabant  was;  des  er  vaat 

fro  waa.     Und  beraoft  sine  fürsten  und  sprach  zuo  innen:  »Ir 

heren,  nnnn  mögend  mir  die  sQn  Amnion  not  enttrünnen,  dax  lo 

By  nüt    inn    kiirtzem    erhänckfc    werdend ,    und  der  boübaö'tig 

iBicbart   gescbleickt   an    einem    rofischwantz.      Innen    wirfc  ir 

[itercke  wenig  hälffen;  wann  (got  hab  danck!)  ich  hab  Mun- 

ibant  60  übel  geschediget,  daz  sy  mit  nier  zessen  band,    Sy 

lerdend  mir  yetz  wyder   iren   willen,    wann    der  merteyl  irsw 

^oleks  ist  hungers  gstorben,  und  sterbend  teglichen.     Ich  ver- 

büt  och  ücb  allen,  da/,  mir  keiner  darvonn  sage,  das  ich  nüt 

ttinn  willen  an  innen  verbringe.«     Do  die  fürsten  Karly  also 

bortend  reden,  do  wärend  sy  übel  zefriden  und  hancktend  ire 

höpter  gegen  der  erden,  daz  sy  nüt  ein  wort  redtend,  uß  forclit,  ao 

ij  überkemmend   des  keysers   ungnad.     Ir   sond   wüssen,   das 

der  bertzog  Amroon  sine  eigny  kind  bekrieget  inn  deren  zyt, 

lls  ly  Karly  dnrrechiet;   wann   er  hat   es  imm  raüessen  ver- 

heyssen,  als  ir  ghört  band.     Und  do  er  die  tröwung  hört,  so 

Karly  sinnen  siinnen  thet,    do  ward  er  vast  zornig,    wie  wol  u 

sy  ▼erschworen  hat;    wann  er  erkant  wol,  daz  sy  den  tod 

*  lyden  muoßtend.     Aber  wie  wol  er  krieg  wyder  sy  fuort,  den- 

Becht   wärend  sy  im  lieb;    wann    die   natur    mag    nüt  liegen, 

Darumm  er  so  groß  leyd  ab  der  tröwung  hat,    das  es  wenig 

.Mt,  er  were  tod  nyder  gfallen.     Und  sagt  zuo  Karly:    »Her  »o 

keyser,  ich  bit  üch,  daz  ir  mine  sün  mit  recht  füerend.    Hab 

ich  sy  verschworen,  nüt  destermioder  sind  sy  von  minem  ge- 

blüet  erboren.«     »Schwigend,«    sagt  Karly,    »wann    ich  will, 

daz  imm  also  beschech,     Rengnold  ertodt  minn  vetter  Berch- 

U)lden,  den  ich  so  lieb  hat.«     Und  kart  sich  damit  umni  und  35 

gsach  die  fürsten  mit  ein  andren  reden ;  darumm  er  zuo  innen 

iftgt:  »Ir  herren,  läod  von  üwerm  schwätzen;  wann  ich  will 

keins  mentschen  willen  Wanderwegen  iä38en,  daz  ich  nüt 


216 

miim  willeu  verbrioge«  Ir  wiissend,  da%  es  drii  jar  sind,  do 
wir  dis  scblos  belegret  band,  und  band  nie  kein  aturmni  ge- 
thän,  daz  wir  nut  unsere  volcks  vil  verloren  li abend.  Darumra 
gebüt  ich  allen,    daz  yefclicher   geschofi   machen  lasse,    damit 

6  man  daz  scblos  feilen  mög.  Und  du,  niinn  vetter  Ruolland, 
wirst  der  geschoß  siben  nmchen  lassen  ,  Ollifier  secbs,  Anses 
fier,  ber  Türpinn  och  fier ,  und  ir,  hertzog  Aramon,  werdend 
och  drü  machen  lassen. «^  »Wie  könd  ich  daz  thuon ,  her?« 
sagt  Amnion,    »ir  wüsaend,  daz  sy  mine  sün  sind,  und  wenn 

la  ich  sy  gsecli  sterben,  so  wurd  ich  unsinnig.«  Der  red  ward 
Karly  vast  zornig  und  sprach:  >By  dem  got,  der  mich  ge- 
schaifen  hat,  ist  nej&war,  der  das  widerred,  so  ich  gsagt  hab, 
so  will  ich  im  den  kopff  ab  ho  wen  mit  dyssem  ach  wert.« 
^Her^'^  sagt  Änses,    »ertzürnnend   üch  nüt!    Wann  alles  daz, 

16  80  ir  gsagt  band,  muoß  beschechen.«  Do  die  fürsten  des 
keyeers  gebot  horttend,  do  lieasend  sy  die  geachofi  zuo  rösten. 
Und  do  sy  gemacht  wärend,  do  aeyttend  sy  es  dem  keyser. 
Daz  warend  gescliot^,  damit  man  ein  grosse  zall  steinnen  scboß. 
Von  stund  an    wurdend  sy  grust,    und   schoß   man   80?il  inii 

ao  duz  schloß,  daz  es  inn  kurtzera  ilbel  gschediget  ward;  dar- 
durch  grotd  gschrey  darinn  was  von  frowen  ,  die  verbürgend 
sich  under  daz  ert trieb  von  forcht  der  steinnen.  Daz  jaramer 
lyttend  sy,  untz  daz  sy  gar  nüt  mer  zessen  hattend ;  dardurch 
so  grossen  hunger  imm  schlolä  was,    daz  man  mit  wulät,    wo 

«6  hinn  mann  die  todtnen  hin  thuon  sot;  wann  die  gruob  [bL  253] 
was  glich  voll.  Ach,  wer  die  jungen  rytter  gsäcben  bett! 
Die  giengend  an  stäcken  inn  Muutabant  u  mm  bar,  so  schwach 
wärend  sy  worden  vonn  hungera  wegen.  Daz  nnun  ein  groß 
erbermd  waa;    dann    ee   sy    belägret    wärend,    wärend   sy  so 

so  mechtig  und  fräch,  daz  sy  niemmend  überwinden  mocht.  Aber 
sy  wärend  so  gar  erschwachet,  daz  sy  uff  den  gassen  giengend 
stürchlen  und  ässend  wie  die  söwen*  Do  Rengnold  daz  grofi 
jämer  an  sinem  volck  ersach,  do  fuort  er  vast  grolj  leyd, 
darumm   daz   er   nut   darfür    kond ,   und    sprach:    ^Ach    got, 

86  waz  sol  ich  thuon?  Nun  gaich  ich  wol,  daz  mich  minn  atercky 
nut  nützt;  wann  ich  muoß  sterben.  Wann  ich  weyß  nüt,  wo 
ich  apyö  nemmen  soL  Acb,  minn  vetter  Magis,  warumm  weist 
du  unser  jämm er  nüt?*    Do  frow  Klarra   gaacb,   daz  sich  ir 


217 

pl  so  dbel  gehuob,  do  sprach  ay  zuo  im :  »Min  hör,  ir 
band  unrecht,  daz  ir  üch  so  übet  gehabend ,  ir  machend  uns 
tmiiiiii30ttig.  Ir  wfissend  wol,  daz  nach  luer  dann  hundert  pfert 
hin  sind.  Ich  btt  üch ,  daz  ir  eins  toden  liii^send ,  daz  wir 
lifisen  habend  und  och  üwere  kind;  wann  sy  haiid  ion  zweyen  & 
Ugeo  niit  gesseo,  nach  ich  öch,«  Und  sj  fiel  damit  inn  äm- 
raaeht  nyder  für  irs  gmachels  füefi  von  hungers  wegen.  Reng- 
nold  huob  sj  of.  Und  do  sy  wider  zerächt  kamra,  do  sprach 
gy  weinnend:  >Ach,  ewiger  got,  wie  sol  ich  betröepte  thnon? 
Wann  daz  hertz  ist  mir  allerdingen  öud,  und  feit  wenig,  daz  lo 
tch  die  sei  nüt  uif  gib,  so  gar  schwach  binn  ich  von  des 
grossen  faungers  wegen.  Ach  ir,  mine  kind,  wer  het  yemmer 
I  mer  vermeint,  daz  ir  hunger  sterben  söttend!«  Do  Hengnold 
sin  frow  gsach  sieh  so  übel  gehaben,  do  fuort  er  grolä  leyd. 
Und  gieng  inn  stal  und  ließ  ein  pfert  toden  und  sieden*  Aber  ts 
es  weret  nüt  lang.  Ir  sond  wüssen ,  daz  alle  die  roß,  so  im 
schloß  wärend,  eyß  nach  dem  andren  gessen  ward  nntz  an 
tiery,  daz  wärend  Bayard  und  Rengnolden  bruodern  drü.  Do 
der  manlich  Rengnold  gsach,  daz  er  gar  nut  mer  zessen  hat;, 
do  sprach  er  zno  sinnen  bruodern:  »Ir,  mine  bruodern,  wie  ao 
wend  wir  thuon?  Wir  band  nüt  mer  zessen  dann  unsere  fier 
pfert*  Land  ons  eins  toden,  so  hat  unser  volck  zessen.«  »By 
niinem  höpt,«  sagt  Ilichart,  >daz  muoß  das  minn  nüt  sinn, 
Wyt  essen,  so  laß  dins  töden  ;  wann  minß  muoß  nüt  gessen 
werden.  Und  bist  du  inn  jäiner ,  daz  ist  billicb;  wann  wir  aa 
sind  durch  din  hoffart  da  hinn  kommen,  darumm  daz  du  Karly 
hinweg  ließt  rytten.  Wann  hettestn  rair  gfolget,  dyßjämer 
wer  uns  nüt  begegnet.«  Da  was  der  klein  Ammon,  Reng- 
nolden  SUD,  der  sprach  zno  Richart:  »Ach,  minn  vetter,  die 
ding,  60  man  nüt  mer  gwänden  mag,  sol  man  vergessen  zumm  so 
basten,  so  mann  mag.  Vast  ungeschickt  ist  es,  die  vergangnen 
ding  ze  anden.  Volgend  minera  vatter;  ir  thuond  unnrecht, 
das  ir  inn  also  ertzürnnend.  Und  hat  er  an  sinnera  für- 
nemmen  gfelt,  so  hat  erß  wol  büeßt.  Und  nach  :  ob  üch  schon 
Karly  lang  geschediget  hat,  du?,  wirt  Ollicht  gott  ansuchendem 
nnd   üch   inn  kurtzer   zyt  hälffen.     Und  ich  gloub  gwüßlich, 


4  hin  =  hie  inne. 


7  amtuacht  bs. 


218 


er  werde  es  thiion.«  Orol.i  erbermd  hat  Kichart  utum  sin 
Vetter,  do  er  tun  m  wylilich  reden  hört,  und  umfieng  inn  and 
Spruch  zuoKeiignoJd:  'Brooder,  laß  min  roß  toden,  wenn  du 
wytt,  so  j Säet  din  völckly  alles;  wann  min  vetter  Amnion  hat 

5  da%  essen  wol  verdient  umm  den  gnotten  rätt,  so  er  mir  geben 
hat  FiäfHüden,  wellichs  du  witt  on  Bajard ;  wann  der  schad 
were  zegros;  ich  wett  ee  sterben,  dann  daz  Bayard  tödt  wurde,« 
AIho  ward  Richartz  roü  tödt  nnd  gessen,  Do  Kengnold  gsach, 
das£  sy  nüt  mer  ziissen  hattend,  do  wüßt  er  not,  wie  er  wytter 

i'  thnon  sott,  Wan  er  was  leydiger  umm  sin  völckly  dann 
umm  sich  selbs  nnd  sprach:  »Ach,  wie  soll  ich  thnon?  Ich 
bin  gschlagen  on  streich.  Wer  es  mir  nüt  weger,  ich  het 
minem  brnoder  gfolget;  wann  ich  were  nüt  inn  dissem  grossen 
jämer.     Nonn   gsich    ich    yetz    wol ,    daz  mich  Karly  so  lang 

lä  gejagt  hat,  nntz  daz  er  mich  inn  sine  garnn  brächt  hat,  und 
nüt  enttrünnen  mag.  Ich  sol  mich  ab  üwer  keinnem  klagen; 
wann  ich  hab  die  ruott  selbs  gmacht ,  mit  deren  ich  jetz 
gschlagen  bin.  Min  rüweu  istzespat.«  Do  liichart  sin  brnoder 
verstuond ,    do    hat   er   groß   erberrad    und   sprach   zno  sinen 

«<>  bruüdern:  >Ir,  mine  bruodern  »  waz  wend  wir  tlmon  ?  Wir 
müesseud  uns  ergeben,  wann  wir  band  kein  knift  mer.«  >Waz 
wit  du  thuon?«  sagt  Rengnold.  »Wyt  du  dicli  dem  grus- 
sauiuiisteu  künig  ergeben,  der  utf  ertrich  ist,  der  uns  schant- 
lichen  erhäncken  wnrd.      Were  erbermd  inn  im  ,  so  wett  ich 

S5  mich  im  gern  ergeben;  aber  es  ist  kein  erbermd" da,  Darunmi 
bin  ich  der  meinnng,  wir  ergebend  uns  nüt,  wir  wend  vor- 
hinn  mine  kiud  essen  nnd  darnach  wir  ein  andren.  Wend  ir 
Bayard  essen,  so  bin  ich  sin  wol  zefryden,  daz  wir  stetz  fürtter 
kommen  mögend;    wann  ein   tag   orlaugerung    ist  vil  wertt.« 

ao  Aber  geb  waz  er  seytte,  so  hat  er  denneeht  daz  gmtiet  nut 
Bayardeu  zessen.«  »Bruoder,-^  sagt  Alard,  >es  gtalt  uns  woL« 
Do  ßengnold  gsach,  daz  sy  sin  guot  pfert  töden  wottend,  do 
hat  er  so  groß  leyd  im  hertzen,  daz  es  wenig  fält,  daz  er  nüt 
zno  der  erden  fiel.     Und  sprach:      Lieben  brnodern ,  wend  ir 

8ö  Bayard  easen ,  der  uns  so  vyl  mallen  verhüet  hat  vor  dem 
tod?  Ich  bit  lieh,  daz  ir  mich  vor  imm  tijdind ;  dann  ich  möcht 
inn  nüt  gsaehen  tödeu*<<  Do  inn  die  hertzoginn  verstuond, 
do  wüßt  sy  nüt,  waz  sy  thuon  sott,  und  sprach  zuo  im ;  lÄcb, 


■ 


I 

i 


219 

edler  her,  wie  sond  üwere  kind  thaon?  Wend  ir,  daz  sy  hunger 
sterbend  von  üwers  pfertz  wegen?  Sy  band  inn  dryen  tagen 
nüt  gessen.  Inn  knrtzem  werdend  sy  sterben,  und  ich  öoh, 
wann  min  hertz  ist  mir  schier  tod;  darumm  ir  mich  inn 
kurtzem  werdend  gsacben  sterben,  han  ich  nüt  hilf.«  Do  die  5 
kind  ir  muotter  also  horttend  reden,  do  sagtend  sy  zuo  irem 
yatter:  »Her,  gebend  uns  umm  gotz  willen  Bayard ;  wann  er 
wirt  doch  öcb  hunger  sterben.  Es  ist  weger,  er  sterbe  dann 
wir.c  Do  Alard,  Guchart  und  Richart  ire  vetter  erhorttend, 
do  sprach  Richart  zuo  Rengnold:  »Ach,  bruoder,  1yd  umm  10 
gotz  willen  nüt,  daz  dine  kind,  gmachel  nach  wir  hunger 
sterbend  U  Do  Rengnold  sin  bruoder  [bl.  254]  erhört,  do  sprach 
er  zno  innen:  »Ir,  mine  bruodern,  syt  daz  ir  wend,  daz  Bayard 
tödt  werde,  so  tödtend  inn.«  Also  giengend  sy  inn  stal  und 
fandend  Bayard,  der  ließ  ein  grossen  sün£ftzen.  Do  Rengnold  lo 
daz  ersach,  do  sagt  er,  er  wett  sich  selbs  töden,  ee  Bayard 
tödt  vmrde.  Do  sine  sün  daz  erhortend,  do  giengend  sy  zuo 
ir  muotter  weinnend. 

Wie  Rengnold   inn    sines   vatters    zält    nachtz   reyt 
umm  spis,  der  gab  im,   und  wie  er   innen  spis  inn  ao 
daz  schloß  schoß,  darumm  im  Karly  urlob  gab. 

Do  Rengnold  gsach,  das  sine  sün  hinweg  wärend,  do  gab 
er  Bayard  ein  wenig  höw ;  «darnach  gieng  er  zuo  sinnen  bruodern. 
l'Ud  fand  Allard ,    der    hat  sin  sun  Johans   an    der  band  und 
Richart  Ammon    und  Guchart   die   hertzoginn ,    und  sagt  zuo  25 
innen:    »Ach,  ich  bit  üch,  sind  niuottig  untz  inn  die  nacht; 
so  verheyssen  ich  üch,    daz  ich  uns  umra  spyß  luogen  will.« 
»Bruoder,«  sagt  Allard,  »wir  raöessend  wol,  wir  wellend  oder 
wellend    nüt.«     Do    die    nacht    hie    was,    do  sagt  Rengnold: 
>  Lieben  bruodern,  ich  will  zuo  unserra  vatter,  suchen ,   ob  er  30 
uns  welle    hunger    sterben    lassen.«      »Bruoder,«    sagt  Alard, 
»ich  bit  dich,  thuos.«      »Ja,«  sagt  Rengnold,    >und  bring  ich 
üch  nützessen,  so  will  ich  üch  Bayard  übergeben.«     Und  ließ 
[sich]  damit  vast  wol  wapneu  und  saß  uflF  Bayard  und  reyt  heim- 
lich hinuß.     Und    es  begab  sich,   daz   er   sin    vatter  Aramon  sg 
vor  siner  zält  alleinn  fand,  der  spechet,  ob  er  etwaz  uü  dem 


220 


schloü  vernemmen  möcht.  Do  Rengnold  sin  vatter  gsach,  do 
sprBch  er  ziio  im:  »Wer  bisku,  daz  du  in  dysser  atnod  alleinn 
unimhar  gast?«  Do  Araon  Rengnolden  erhört,  do  kaot  er  inn 
wol  und  waa  vast  fro ;    aber  er    thet  nüt  derglichen ,  simdera 

fi  sprach  ziio  im:  /Und  wer  bistu,  daz  du  inn  disser  stond  uinra- 
har  rjtst?*  Do  Rengnold  sinn  vatter  hört  reden  ,  do  erkant 
er  inn  wol  und  sprach  zuo  im:  »Her,  hand  umm  gotz  willen 
erbermd  über  uns!  Wir  wend  all  hunger  sterben;  wann  min 
volck  ist  schon  als  tod,  und  hand  not  raer  zessen  dann  Bayard  *, 

10  den  töd  ich  mit  gern,  wann  er  hat  mir  und  minnen  bniodern 
zumm  dickern  mal  daz  laben  bewart.     Ach ,  vatter ,   wend  ir 
uns  nüt  gnedigsin,  so  sind  es  minnen  kinden  und  ir  muotter,       , 
die  sovii  schniertzes  von  iretwegen  hatt     *Äch,  lieber  sun,c  fl 
sprach  Ammon,  »ich  kan  dir  niennertmit  gehälffen.    Darnnira      \ 

16  rytt  hinweg ;  wann  du  weyst,  daz  ich  üch  hab  m Dessen  ver- 
Bchweren,  darumra  ich  nüt  meineyd  kan  werden.  Ich  bin  öch 
ser  betrüept,  daz  ich  ilch  nüt  hylf  darf  geben.«  *Her,<  sagt 
Rengnold,  *ir  redend  übel,  sond  ir  nüfc  zürnen.  Wann  ich 
sag  üch  wärlich ,    gend    ir   uns  nüt  hilf,    daz  wir  vor  dryen 

K»  tagen  hunger   sterben    werdend:    wann    inn   dryeo  tagen  hat  fl 
unser   keiner   nüt   gessen.     Darumm   ich  nüt   weyß ,    wie  ich   ™ 
thuon  8ol.     Ach»  ir  sind  unser  vatter,  darumm  ir  uns  söttend 
hilflich  sinn.     Ich  weyß  wol^  wenn  uns  Karly  hat,  daz  er  uns  fl 
wirt  schanklich  häncken  lassen,    daz  nunn  üch  nüt  erlich  sin 

16  wyrt,  Darumm,  min  her  und  vatter,  sind  uns  umm  gotz 
willen  hilf  lieh  und  belibend  nüt  also  uß  üwerra  förnemen ! 
Ir  wüssend  öch  wol,  daz  Karly  größlichen  unn recht  hat,  daz 
er  uns  also  durrechtet.«  Do  Amon  sinn  sun  verstuond,  do 
hat  er  so  groß  erbermd,    daz  es   wenig  fält,   daz  er  nüt  zuo 

soder  erden   fiel.     Und  sprach:    »Minn  sün,    du  hast  war,   daz  fl 
Karly  groß  unnrecht  an  üch  bat.     Und  darumm  so  stand  ab  ™ 
und  gang  inn  min  zalt  und  nimm  alles  daz,  so  du  wyt.c    Do 
Rengnold  sin  vatter  verstuond,  do  saß  er  ab  und  knüwet  für 
inn  nyder  und  daocket  im  früotlichen;    darnach    gieng  er  in 

56  die  zält  und  luod  Bayard  mit  brot  und  fleisch ,  also  [daz]  er 
raer  truog,  dann  sust  zechen  roß.  Do  er  Bayard  wol  mit 
apis  geladen  hat,  do  namm  er  urlob  vonn  sinnem  vatter  und 
kart    wider   gen  Muntabant.     Man    darf   nüt   zefrägen,    waz 


221 


_  loiten  wilkommens  er  hat  von  sinnen  bmodern,  frow,  kitider 
und  Tolck ;  wanii  do  sy  gsächetid ,  daz  er  soTyl  spia  brächt, 
do  fiellend  sy  alle  von  fröuden  inn  am  macht,  Do  ay  Reng- 
Qold  gaach,  do  meint  er,  sy  werind  hungers  gstorben ;  des  er 
groä  leyd  fuort.  Und  diewil  er  sin  leyd  fuort,  kämmend  sy  » 
alle  wyder  uß  der  ämacht^  des  er  ser  erfrowt  ward,  und 
gab  innen  zessen  [ond]  all  sinnem  volck,  Do  sy  gessen  hattendi 
giengend  sy  gen  ruowen  an  allein  Rengnold,  der  hielt  wacht. 
Momendes  ädsend  sy  die  rast  der  spis,  so  sy  nach  hattend. 
Do  es  wyder  nacht  ward,  do  hieß  Amon  ,  der  siner  sünnen  lo 
nüi  Tergessen  raocht ,  sinn  häfmeyater  kommen  und  sprach 
zao  im:  >Ir  wüssend,  wie  ich  mine  süu  hab  müessen  yer- 
scbweren ,  daz  mich  nun  übel  trnckt,  das  ichß  gethän  bab. 
Zumm  andren  hab  ich  gbört  sagen,  mann  erkenn  inn  nötten 
sinnen  fränd.  Ir  wössend,  daz  mine  sün  inn  grosser  armuot  i& 
sind*  Und  wie  wol  ich  sy  verschworen  hab,  so  sol  ich  innen 
dennecht  not  feilen.  Wir  band  dru  geschoß,  die  mich  Karly 
hat  beyssen  machen^  mine  kind  damit  zeschedigen ;  die  hatid 
wir  sovast  geschediget ,  als  wir  band  mögen,  Nim  wirt  es 
[1>1.  255]  müessen  sin,  daz  wir  innen  bäiffiod,  oder  sy  sind  so 
tod.  Und  ich  will  ücb  sagen  wie.  Verscliatfend  ^  daz  ir  inn 
die  geschoi  brot  legen  lässend  und  wol  gesaltzen  fleysch  und 
frisch  by  der  ville  an  stat  der  steinnen,  und  schiessendtz  in 
daz  schloß.  Dann  ob  ich  sterben  sott,  will  ich  sy  deunecht 
Dtemtner  verlassen ,  diewil  ich  etwaz  hab*  Es  ist  mir  leyd,  ^^ 
Adz  ich  innen  sovyl  zeleyd  gethän  hab;  wann  all  wlilt  söt 
mich  darumm  schälten;  man  bet  öcb  recht.«  >Her,<  sagt 
der  häfmeyster,  >ir  redend  recht;  ir  band  sovil  getbän,  daz 
üch  mengklicher  darumm  verracbtet.«  Also  ließ  der  holF- 
mdster  die  geachoß  mit  spys  füllen  und  gebot  dem  gescboß-  ^^ 
meyster,  daz  er  sy  inn  Muntabant  schusse.  Ir  sond  wüssen, 
das  vyl  lütten  im  läger  den  alten  Ammon  schultend,  darumm 
daz  er  gegen  sinen  sünnen  schoß;  wann  sy  meinttend ,  es 
werind  stein.  Mornendes  früe,  do  Rengnold  uf  was,  do  gieng 
er  im  schloß  umrahar  ond  fand  die  spis ,  so  innen  ir  vatter  »» 
bin  ino  geschossen  bat;  des  er  rast  fro  ward.  Und  sprach: 
>0  got,  gesegnet  sigest  du!  Nunn  gsich  ich  wol,  daz  alle  die, 
o  inn  dich  hoffend,  nüt  verlassen  werdend.<'     Und  ruot't  da- 


222 

mit  sinnen  bruodern  und  frowen  und  sprach  äuo  innen : 
>GsäcIiend»  lieben  bruodern ,  wie  unser  vatter  erbermd  über 
uns  gehept  bat!«  Also  liei  er  die  spis  satnlen  und  behalten, 
und  aasend  nach  lusfc.     Sy  dorfftend    sinn  och   wol ;    wann  sy 

&  haltend  so  großen  hunger ,    daz   es   ein    grosse  erbermd  was.  I 
Tr  vatter  ließ  sovyi  spia  inn  Muntabant  schiessen,  daz  sy  dry 
mänott  gnuog  zessen  hattend.     Nun  vernanini  Karly»  wie  der 
alt  Amnion  sinen  slionen  spis  geben  het;    des  er  vast  zornig 
ward.     Und  hieß  Amon  von  stund    an  für   inn  kommen    und 

^0  sagt  Äuo  im :  »Amon,  wie  band  ir  dörtfen  so  frisch  und  fräßen 
8in,  daz  ir  tinnnen  tödlichen  fyenden  haud  zessen  geben?  Ich 
weyü  alle  ding  wol,  ir  mögend  üch  nüt  entschuldigen.  Aber 
by  der  triiw,  die  ich  got  schuldig  binn,  ich  will  mich  rächen; 
wann  ir    müessend    den    koptf   verlieren    vor  nacht»«      *Her,« 

"«i  sprach  der  hertzog  Ammon,  »ich  will  nüt  loiignen.  Aber  ich 
sag  üch,  und  snttend  fr  mich  töden  und  inn  ein  filr  werflFen 
lassen,  daz  ich  mine  sün  nut  verlassen  wyl,  diewil  ich  etwaz 
hab.  Her,  mine  siin  sind  weder  dieben,  mörder  nach  ver- 
rekter,    sunders    sind    fruuini   rytter.     Her,    gedenckeod  mine 

2»  aiin  mit  inn  semlicher  gstalt  iimm  zebringen;  ir  band  dysse 
tborheyt  zelang  getriben,  ilch  sott  ben[legen.€  Do  Karly  Amona 
red  erhört,  do  ward  er  so  zornig,  daz  imm  sine  ougen  brunnend 
wie  brennende  li echter,  und  falt  wenig,  er  het  Ammon  gschlagen, 
iJo  daz  der  hertzog  Anses  ersach,  do  tratt  er  harfür  und  sagt: 

^  »Her,  schickend  Amon  heinim ;  wann  ir  band  inn  zelang  hie 
ghept.     Ir  ujögend  wol  wiissen,  daz  er  nafc    1yd en  möcbt,  das 
sine  siin  unimkemmend,  und  darumm  sond  ir  inn  nut  schälten 
nach   scblachen.«     Do  Karly  Anses  verstnond ,    do    sprach  er' 
zuo  im:    »Anses,  ilwer   meinung   gfatt  mir  woL«     Utnl  kart 

90  sich  damit  umm  gegen  Ammon  und  sprach  zuo  im:   ^Ryttend 
hinweg!    Wann    ir  haud    mir   mer  Schadens    zuo  gfüegt  dann 
nutz.«     »Her,€  sagt  Amon,  »ich  will  üwer  gebot  gern  thuon.«  | 
Und  saß  damit  uff  sinn  pfert  und  sagt  zuo  den  zwölf  fiirsten: 
»Ir  heren,  ich  bit  üch,  daz  ir  mine  sün   inn  befelch    habend; 

3f'  wann  sy  sind  uwers  geblüetz.  Dnd  hüet  sich  Karly  vast  wol ! 
Dann  lu^t  er  mine  sün  töden,  und  sott  ich    ein   Sarrassenner 


34  uch  hs. 


223 

werden  und  inn  Affricku  wannen  min  laben  lang,  so  will  ich 
im  den  kopff  ab  schlachen.«  Und  reytt  damit  hinweg  inn  sinn 
[Jaod,  Tast  leydig,  darumm  daz  er  aine  sün  inn  so  grossem 
jänier  gelassen  hat.  Do  Karly  gsach,  das  Amon  hinweg  was 
und  Muntabant  ge^pi^t  hat,  do  ward  er  vast  zornig  nnd  sprach 
zno  sinnen  forsten:  *Ir  herren,  ich  bütt  öch,  daz  ir  all  unsere 
gescboß  wider  brächen  lassend;  wann  [ich  hab]  Muntabant 
durch  sy  verloren.«  Also  liessend  die  fürsten  die  geacholi  von 
stund  an  zerbrächen,  als  innen  der  keyser  gebotten  hatt ;  dar- 
dorch  Rengnold  lang  inn  guottem  fryden   beleih. 


10 


Wie  Rengnold  und  sin  volck  aß  dem  schloß  kämmend 
und  gen  Dordonna  fuorend,  und  wie  daz  Karly  ver- 

namm .  und  wie  er  Montabant  inn  iiamm    und  dar- 
1  nach  gegen  liordonoa  zog. 

Aber  do  sy  lang  inn  riiowen   wären d  gsin,  do  fieng  innen  is 
die  spis  mecbtig  an  zeschwinnen,    de^   liengnold  ser  betrüept 
wurd.     Dnd  thet  sinn  klag  und  sprach:    »Ach  gott,  waz  sol 
ich  tbnon?  Ich  bekenn,  daz  wir  uns  nüt  iner  enthalten  mögend, 
und  Karly  wirt  unser  kein  gnad  haben ,    daz    er    uns  nüt  all 
schuntlichen    tödeu    lasse.     Ach,    vetter  Ma^ia ,    wo    bist  tlu?ao 
Were§tu  by  ans,  so  entzsessend  wir  uns  nut  und  werend  nüt 
inn  dyssem  grossen  Jammer. <t     liin  dem  kaimn    Allard  dahar 
(der  was  so  schwach,  daz  er  sich  kumm  enthalten  mocht    uff 
sinnen  füeaseu)  und  sagt  zuo  Rengnold:  ^Bruoder,  urani  gotz 
willen  läi^  Bayard    töden !    Wann    wir    mögend    nut  [bl.  256]  «& 
jner  ou  essen  sinn.«      Do    Rengnold    sin    bruoder    erhört,    do 
füori  er   groß  leyd.     Und    nam    sin  seh  wert  t    und  kämm  zuo 
Bayard  und  wott  inn  töden.     Aber  do  inn   Bayard  gsach ,  do 
fieng  er    an   gros  vest   füeren.     Do  daz  Rengnold  ersach  ,    do 
sprach  er  zuo  im:  >ü  Bayard,  du  framfi  iiiier,  ich  wer  war-  so 
lieh  wol  grussamm,  wenn  ich  daz  gemüedt  het  dich  zetoden.« 
Do  Johans  sines  vatters    red    verstuond ,    do  sagt    er  zuo  im : 
»Her,  westj  warttend  ir,  daz  ir  Bayard  nüt  tödend,  diewil  er 
doch  sterben  mnoü?  Wann  mich  hungert  zetod,  und  sag  öch, 
hab  ich  nüt  etwaz  zessen,    daz  ir  mich  inn  kurtzera  werdend  35 
gsachen  sterben«  desglichen  och  alle  sanipt;  wann  wir  mögend 


224 


nüt  länger  laben,  so  gar  sind  [wir]  erhungert«     Do  Itengnoldi 
sinn  sun  erhört ,   do  hat   er    groß   erbermd ;    wann  er  mocbt  i 
Bajard  nüt  toden ,    darumm  daz    er  im  ao    groß    veat  macht 
Und  wil&t  also  nufc,    waz   er    thuon  sott,    und    sinet  hin  und 

&  har.  und  do  er  lang  gsinet  hat,  do  ward  er  zerätt,  Bayard 
müeßte  nüt  sterben.  Und  forschet  ein  becky  und  lieB  Bayarden 
darinn,  der  bluot  vast  Und  do  daz  becky  voll  waa^  do  ver- 
bant  er  im  die  wunden,  und  Allard  namm  daz  bluot  und  truog 
es  zuo  rüsten.     Und  do  es  gsotten  was,    do  aß  yetlicher  ein 

10  wenig,  Und  ässend  also  inn  fier  tagen  nüt  mer,  wann  sy 
hattend  nüt.  Do  es  ward  am  fünften  tag,  do  wottend  sy 
Bayarden  wyder  lassen ;  do  wott  er  nüt  raer  blüetten.  Do 
da/,  die  hertzogin  ersach,  do  fieng  sy  an  weinnen  und  sprach : 
»Her,    land  Bayard    umni  gotz  willen  töden  ,   syt  daz  er  nufc 

ifi  mer  blOetten  wtU,  so  essend  wir  inn,  oder  wir  sterbend  sust 
hungera.R  »Frow»«  sagt  Rengnold,  »ich  wils  nüt  thuon. 
Bayard  hat  uns  guotte  gselschaft  ghalten  im  laben,  das  muoß 
er  och  inn  tod  thuon;  wann  wir  wend  mit  ein  andren  sterbende 
Die  sun  Amnion    wärend    untz   dahinn    kommen,    daz  sy  nüt 

m  dann  des  tod  warttetend,  dem  wärend  ey  vast  nach,  Inn  dem 
kam  ein  ritter  im  schloß,  der  sprach  zuo  Rengnold:  »Her, 
waz  wyrt  daz?  Ich  gsich  wol,  daz  ir  und  Muntabant  zerstört 
werdend,  diewiJ  ir  nüt  änderst  darzuo  thuond.  Kummend  mit 
mir,  so  will  ich  üch  ein  weg  zeigen,  durch  den  wir  wol  hin- 

16  weg  mögend  kommen  on  sorg.  Hand  ir  sinn  vergessen,  do 
ir  Muntabant  liessend  buwen,  daz  ir  ein  weg  machen  liessend 
under  dem  erttrich,  der  gätt  untz  inn  daz  Forry  holtz  ?  Ich 
>veyß  wol,  wo  er  ist;  kommend  mit  mir,  so  will  ich  inn  üch 
zeigen.«     Do  Rengnold  den  ritter  verstuond ,  do  ward  er  «er 

so  erfröwt  und  sprach:  »Nun  hab  ich  all  mines  leydtz  vergessen.« 
Und  gieng  damit  mit  dem  rytter  und  fundend  den  weg,  des 
Rengnold  vast  fro  ward,  und  gieng  den  nechsten  inn  stal 
und  satlet  Bayard;  der  was  so  schwach  worden  ab  dem  lassen, 
daz  er    kum    ein    tryfct   niocht  gän.     Und  macht  sich  uff   die 

»E»  sträß  inn  daz  erttrich  mit  all  sinem  volck  inn  guotter  Ord- 
nung. Do  sy  ein  guot  wyl  im  holl  gangen  wärend,  do  stnond 
lleng[nold]  styl  und  sprach  ;  >Wir  hand  übel  gehandlet,  wann 
wir  band  den  künig  Johans  inn  der  gfäncknus  gelassen*  War* 


225 


lieh,  ieh  will  inn  gen  reichen  ;  er  ward  sust  hunger  sterben, 
,  uns  Dunn  ein  grosse  sund  sin  wurde.«  »By  gott ,«  sagt 
iRichart,  >er  bäts  wol  verdien nei.  Mann  soll  über  kein  ver- 
freiier  erbermd  haben.«  »Braoder,*  sagt  Rengnold,  »dn  hast 
fiiQDrecht*€  und  kart  damit  wideriimm  und  kam  inn  die  s 
Igfancknus  und  namm  den  künig  Johans  daruß*  Üo  inn  die 
beri20ginn  gsaeh  kommen,  do  sprach  sy  zno  im:  »Ober,  got 
geb  üch  vil  Unglück !  Wann  ir  sind  unsers  Unglücks  ein  ur- 
taeb.  Es  ist  mir  leyd.  das  ir  nut  vor  fier  jären  gstorben  nnd 
lerffüUet  sind.«  »Frow,«  sagt  Rengnold,  »lät^  inn  beJiben,  daz  10 
'  bit  ich  dich !  Wann  er  nmal^  nach  nüt  sterben ,  mag  ich 
achter  ;  wann  ich  bin  sin  gescbwornner,  dariimm  ich  inn  sol 
uffenthalten  und  im  ghorsamm  sinn  sol ,  wie  wol  er  gegen 
[uns]]  mißhandlet  hat,«  Sine  bruodern  sagtend  zuo  im,  er 
redte  rächt  und  thette  daz,  so  er  schuldig  were;  er  raüeßte  *ß 
[5ch  Ton  innen  nüt  mer  geschulten  werden.  Damit  machtend 
«y  »ich  ufi'  die  sträß.  Und  tzünttend  vyl  tortschen  an  ,  daz 
sy  gsachen  raöchtend*  Und  giengend  sovast,  daz  sy  uiä  dem 
hol  kämend  inn  daz  Forry  holtz,  do  es  tag  was ;  des  sy  vast 
fro  w4rend,  und  och  darumm,  daz  sy  Karly  enttrunnen  wärend,  ao 
R^ngnold  sagt  zuo  sinen  bruodern:  3>  Lieben  brnodern  ,  mich 
duDCkt.  wir  sigend  nach  by  Bern  hart,  min  es  fründtz,  bruoder- 
htifily.  Ich  rätten,  wir  kerind  dahinn  und  belibend  da«  untz 
dss  es  nacht  wirt ;  darnach  wend  wir  gen  Dordonna  zuo  unserm 
hejren  und  vatter  und  zuo  unser  lieben  frow  rauotter,  die  so  m  ' 
groß  leyd  umm  uns  hat.  Wann  ich  rätten  nüt,  das  wir  tags 
dahinn  kerind;  darzuo  mag  es  nüt  sin,  daz  der  bruoder  nüt 
etwaz  zessen  bab,«  > Bruoder, c  sagt  Allard,  »du  retst  räclit.<( 
Damit  m achtend  sy  sich  uff  die  strälü  und  kaoiuiend  glich  zuo 
dem  brnoderhüßly.  Aber  als  sy  durch  daz  holtz  giengend,  do  ao 
tzerthettend  sy  sich  wie  die  wilden  tbier  und  ässend  graß  und 
wurtzen,  als  ob  es  öpfiFel  werind  oder  pirren,  so  grossen  hunger 
battend  sy.  Do  sy  by  dem  bruoderhü^ty  wärend,  do  klopifet 
Rengnold  an.  Und  do  inn  Beruhart  erhört,  do  thet  er  von 
stund  an  uf.  Und  do  er  Rengnolden  gsach,  ward  er  vast  fro  n 
und  umrofieng  inu  und  sprach  zuo  im:  »Her^  sind  mir  gott 
wilkommen !  Wannen  kommend  ir?«  lienguold  sprach:  »Minn 
fründ  Bern  hart,  wüti,  daz  ich  minn  schloß  verlassen  hab  spyla- 

liftlmotitkloder.  1  ^ 


226 


iirnngels  halben,  und  will  gen  Dordonna;  wann  ich  weyü  sust 
nüt  zethiion.  Ich  bit  dich«  hast  etwaz  zeäsen,  daz  du  es  uns 
wellest  geben  umra  gotx  willen ;  wann  wir  sind  so  bungerig, 
da»  wir   hungers    sterben    wendet     Der    red    hat  der  bruoder 

&  gros  erberniil^  harwyderuDim  fröwd,  darunini  daz  er  sy  ggach 
uiä  Karlys  bend  enttruntien  sinn.  Und  gieng  damifc  zuo  der 
hertzoginn  und  sprach  zuo  ir:  >Frow^  sind  mir  got  wilkommeril 
Ich  bit  ücb,  das  ir  üch  niit  entzitzend ;  wauti  ir  äind  an  ein 
sicher   end   kommen    zeruowen.«     Und  gieng  damit    inn  sinn 

10  ksmerlj  und  brächt  brot  und  winn  barför,  sovyl  er  liat,  und 
sprach  zuo  Kengnold:    i^Uer,  nemmetid  verguofc  !    Hie  ist  die  ^ 
spys,  [bL  257]  so    mir   gott  geben  hat.     Ich  will  üch    zessen  ^ 
geben,  Karly  zeleyd*«    »Grossen  dancklc  sagt  Hengnold;  ^aber 
wenn  die  nacht  kumpt,  so  wend  wir  gen  Dordoona,  den  ent- 

15  zitz  ich  Karly  wenig.«    >Her,«  sprach  der  bruoder,  »ich  bitten 
gott,  daz  er  üch  die  gnad  verliehe.«     Dyssen  gantzen  dag  be-*  fl 
leib  Rengnold  und  sinn  volck  im  bruoderbuß  ;  der  dienet  innen  " 
mit  all  öinem  vermögen.     Und  gab  sins  essels  haber  Bayarden ; 
der  was  so  eilend,   daz  er  weder  essen  nach    trincken  mochL 

10  Do  die  nacht  hie  was,  do  schied  Rengnold  hinweg  und  be- 
falch  den  bryoder  gott;  der  gab  innen  den  segen.  Und  sy 
fuoreud  sovast  darvonn ,  daz  sy  gen  Dardonna  kämend.  Da 
vernam  er,  wie  sin  her  und  vatker  und  sin  frow  muotter  von 
k^yd  gstorben  wärend ,   des   er    und    sine   bruodern  groß  leyd 

jw  fuorttend.  Do  die  bürg  er  vernämend ,  duA  ir  her  komtiieu 
was,  do  wurdend  sy  vast  fro  und  kämmend  im  engegen  inn 
schön ner  geelschafft  und  fuorttend  inn  inn  das  schloß.  Und 
fuorttend  so  grosse  fröud  inn  der»tatf  als  ob  got  hinab  kommen 
were.     Do   die   lantzheren    vernammend ,    daz    Rengnold    und 

Bo  sine  bruodern  gen  Dordonna  komen  wärend,  do  käiuend  sy 
illantz  ziio  innen  und  tbettend  innen  groß  eer  an.  Nunn  wend 
wir  vonn  Karly  sagen.  Der  was  vast  zornig  und  leyd  ig, 
darumm  daz  er  die  sün  Amnion  nüt  errobern  mocht.  Nunn 
begab  es  sich  eines  tags,    das  er  reyt  und  luogen  wott,    wie 

36  man  sich  zuo  Mnntabant  hielte.  Und  luoget  obsich  und  gsacb, 
daz  nüt  ein  mentsch  utf^  den  muren  was,  des  er  ser  erschrack. 
Und  reyt  damit  wyder  inn  sin  zalt  und  forschet  von  stund 
an  sine  fursten    und  sagt  zuo  innen:    *lr  berren,    es  ist  wo' 


227 


ag,  daz  ich  nie  kein  mentschen  uff  den  muren  ziio  Mun- 
ialiant  gsäcbea  bab.  Ich  gloiib,  sy  sigend  all  tod.*^  ^^e^,« 
sagt  Aßses,  »es  were  goot,  daz  man  die  warheyt  wülita. 
Schickend  dahinu  laogen,«     Also  saß  Karlj  selbs  uff  sin  pfert 

innd  all  eine  forsten  und  ryttend  für  Muntabant  und  thettend  ^ 
Verglichen    daz  schloß  zestfirnimen.     Aber  Hengnold    was  ze- 
wytt  es  zeschirmmen.     Do  nun   Karly  gsach  ,   daz  sich  uiem- 
maiidU  ertzeigi  daz  schloß  zeschirmmen,  do  vermeintt  er  eigen fc- 
lieheti,  es  were  yederman  hunger  stürben«     Er  ließ  ein  lange 
leyitern    bringen    und    an  die   muren  leynnen  ^    und  Ruolland  ^^ 
steig  Ton  stund  an  hinuf  ^    darnach  Gergis ,  Ollyfier    und  der 
hertzog  Anses.     Und  do  sy  uÖ   der  muren  wärenJ^    luogteud 
sj   hin    ino    und    gsachend    weder    mann    nach    wiber,      Älao 
giengend  »y  inn  die  stat  hinab  und  thettend  daz  thar  uf  und 
tiessend  Karly  inn  han     Und  do    er  hinn    inn  kam ,   do  fand  ^^ 
er  süt  eiu   mentscb,   im  er  aich   aer  verwundert.     Er  kam 
Linn  pallast,   da    fand    er  och  niemmandtz,    des  er  sich  vester 
fterwundert  dann  vor-  Und  sprach:   >Wärlich,  daz  sind  wunder- 
b«irliche  ding.     Kengnold  ist  gwüßlieh  hinweg  mit  all  sinem 
folck.     Das  alles  bat  gethän  der  dieb  Magis ,   änderst  niöcbt«<3b 
es  nüt  gsin.t     Nach  dysser  red  gieng  Karly  zent  dem  schloß 
hinweg  und  suocht»  ob  er   Flengnolden  finden   niöcht  oder  et- 
lich  siner  bruodern.     Und  gieng  so  lang  ummhar  im  schloß, 
das  er  den  weg  fand,  durch  den  Kengnold  und  sin   volck  hin- 
weg   wärend    kommen.     Und    do   er    das  loch    gsach ,    do  er-  ^ 
schrack  er  übel,     und  ruofb  Gergis  und  sprach  zuo  ira  :   »Gergis, 
hie  ist  die  sträß,    durch  die  die  verretter  hinweg  sind.     Daz 
alles  hat  mir  der  ?erretter  Magis  gethan ;    wann   er  hat  mir 
dyfi  loch    zeleyd    gmacht*«      »Her,^    sagt    der  hertzog  Anses, 
Air  schaltend  Magis;    aber   djik    holl    ertzeigt,   als  ob  ea  vor  so 
I hundert  jären  gmacht  sig,«      Do  Karly  dysse  wort  verstuond, 
fdo  fieng  er  an  lachen  oß  zorn   und  verfluocht  alle  die,  so  daz 
hol  gmachet  hattend ;  wann  er  gsach  wol,  das  er  von  des  hole 
wegen  an  sinem  begeren    gfelt  hat     Und  sprach  zuo  sinnem 
volck:  iNunn  bald  ersuochend  daz  hol,  zevernemmen,  wo  hin  w 
23  gange ;    wann  ich    wirden  niemmer  mer  frölich ,    untz  daz 
|iohs  weyß.<     Do  Ruolland  den  keyser  verstuond ,  do  hieß  er 
ryl  tortschen  antzünden  und  gieng  darin n  mit  vyl  Frantzossen. 

15* 


228 


Und  giengend  so  lang,  das  sy  kämmend  dem  hol  fan]  ein  end, 
und  RnoUand  gieng  harfür  uß  dem  hol  und  luoget,  wo  er 
were*  Aber  er  wufit  niit,  wo  er  was ;  darumm  er  zuo  sin  nein 
volck  sagt;    *Ir  heren»  mich  diinckt ,  es  were  ein  grosse  tor- 

fi  heyt  Rengnolden  wytter  zesuochen  ;  wann  er  weyßt  disse  gegne 
wol  und  wir  nüt,«  »Her,*  sa^^tend  aine  gsellen,  »ir  sagend 
w&r.  Land  uns  wider  zuo  Karly  im  sagen ,  was  wir  fonden 
Labend,«  Damit  kämen d  sy  wider  zuo  Karly  ;  der  sprach  zuo 
RuoUand:    »Vetter,  waz  hast  du  funden?    Hast  des  hola  uß- 

10  gang  funden?*  »Her,«  sagt  Ruolland,  »ja.  Ir  sond  wüssen, 
diiÄ  lieh  liengnold  enttrunuen  ist.«  Do  Karly  erhört,  daz  im 
die  sün  Amon  enttrunnen  wärend,  da  ward  er  so  zornig,  da« 
er  nüt  wüßt,  waz  er  thet.  Er  schickt  sine  hotten  inn  alle 
land,  ob  er  et  waz  von  innen  vernemmen  mocht;  demnach  ge- 

u  bot  er,  daz  sin  volck  gen  Miintahant  kemmend*  Daz  heschach, 
und  lägend  sechs  tag  darinn,  Diewyl  kam  der  botten  einer 
wider  und  kam  für  Karly  und  gruotzfc  inn  und  sprach:  tHer,  ich 
hab  die  snn  Ämraon  funden  zuo  Dordonna,  die  haltend  grossen 
häf  und  gäben  d  vast  kost  lieh  gaben  mengklichem  und  fuerend  fl 

to  gros  vest.  Ich  verwundern  mich  ,  wo  sy  so  grossen  schätz 
genommen  habend.  Und  da  ist  och  der  künig  Johans  uß 
Grastgunnia.  Wytter  sag  ich  üeh,  daz  ßeognold  ein  gros  volck 
versamlet  und  inn  willen  ist  sieh  gegen  öch  zeweren,  gryffend 
ir  inn  an,«     Der  meren  ward  Karly  vast  zornig  und  schwuor, 

«  er  wett  niemraer  mer  inn  keinem  bett  ligen »  untz  daz  er 
Dordonna  belegret  heL  Und  gebot  damit  sinnen  forsten,  daz 
mengklicher  sine  kleinott  ion  schlüege  und  sich  uiF  die  sträß 
gegen  Dordonna  machtend.  Do  die  heren  des  keysera  gebot 
erhorttend ,    do  niachtend    sy  sich  nff   die  sträß    und  ryttend 

io  so  vast,  daz  sy  gen  Muntargal  kämmend;  da  beleyb  Karly  über 
oaeht.  Aber  er  ließ  die  gantz  nacht  wol  wachen  uß  forcht 
Rengnolden»  Do  der  tag  hie  was,  ließ  Karly  sin  volck  inn 
Ordnung  [bl,  258]  stellen  ,    nnd  zugend   gegen   Dordonna  zuo. 

27  B.  kh  inn  achl,]  e.  aDm. 


< 


229 


Wie  lieugnold  und  siae  biuodern  mit  Ivarlj  stryttend, 

and  wie  der  hertzog  Richart  von  Noi  mandia  gfaogeu 

ward,  und  wie  Karly  Dordonna  belegret. 

Do  Rengnold  verDamm,    das  inn  Karly    kanim  belägreu, 
schwuor  er  hoch,  er  wett  sich  nüt  belegren  lääseo  wie  zuo  & 
iotabant,    sunders    wett  mit  Karlj   Bbritten.     Uod  wurd  er 
im  ijiü  sine  band,   so  weit  er  imin  den  Ion  geben;    wann  er 
wett  nüt  die  erbernid  haben,    so  er   vor  naällen    gehept  hatt, 
>[]£  uraaeh,  daz  er  m  grusamm  und  on  erbermd  ist«c   »Briioder,c 
ngi  Riebart,  »nunn  gsich  ich  yetz^  daz  du  rytterlichen  retst  19 
By  der  trüw,  die  ich  dir  schuldig  bin,  ee  uns  Karly  belägre, 
will  ich  mer  dann  hundert  ummbringen.     Und   verlät  uns  got 
iiut,  so  wend  wir  ud8  also  halten  ,    dm  Karly   sin  laben  lang 
leydig    and    trurrig    sin    wyrt.      Wann    er    hat    eines   purren 
sytteo:  ye  mer  man  inn  byt,  ye  minder  er  thuot.«   >Bryoder,<  is 
«agt  AUard,  »du  redtst  wol,   und  will  dir  guotz  dam  mm  ver- 
jeehea  min  laben  lang.«     Ir  sond  wamsen ,    daz  Rengnold,  do 
er  gsach,  dax  inn  Karly  kamra  belegren,    gar    nüt  erschrack, 
sunders  gebot  sinnem  volck  ,  daz  sy  sich  wapnettend.     Deren 
was  by  fiinflhunderttend.      Und    reyt  mit    innen    ui    der  stataol 
iDQ  sehÖnner  orduung.    Darnach  sprach  er  zuo  sinnen  bruodem  : 
3  Lieben  bruodern,  hiltt  ist  der  tag,  daz  wir  all  öterben  werdend, 
oder  wir  müessend  sovyl  zewiigen  bringen,  daz  der  krieg  ge- 
endet werd  und  zuo  fryden  kommend.     Darum m  byt  ich  üch, 
80  Tast  ich  mag,    daz   ir  üch    manlich  ertzeigen  wellend,   als  26 
ich  die  hotfnung  zuo  üch  hab.     Wann  es  ist  uns  erlieher,  wir 
werdend  im  stryt  ertödt,  dann  daz  wir  erhänckt  werdind  wie 
dieben.     Darumm  bit  ich  üch,  daz  ir  mir  nach  volgen  wellend; 

bwann  ich  will,  daz  wir  die  angriffer  sigend*«  »Bruoder,«  sagt 
Alard,  ^din  will  soll  beschecben,  des  hab  kein  sorg.«  Keng- so 
nold  laß  hundert  der  besten  ryttern  \i&  inn  siner  gselscbaft 
und  sprach  zuo  innen  :  »Ir  heren,  ich  bit  üch,  daz  ir  by  mir 
aigend  imro  fordersten  glyd,<  »Her,«  sagtend  die  rytter, 
»gern«  und  wend  üch  nüt  verlassen,  diewyl  wir  daz  laben  inn 
cörplen  band.«  Do  Reognold  sin  volck  geordnet  hat,  do  ver- as 
i£Og  er  nüt  länger,  sundera  thet  sich  harfür  uff  Bayard,  der 


230 


fuort  ein  gros  j^ebrecht.  Do  Karly  Rengnolden  ersach  mit 
sineni  yolck  komnieii  inn  so  sebönner  ordnniag,  do  sprach  er 
zuo  iin  selbs:  »Wetfc  den  tüffel,  wo  band  sj  yetz  sovyl  volcks 
wider  überkoDimen?  leb  gloiib,  es  sig  ein  tüfflerig;  w^ann  sjr 

&  sind  50  meehtig,  daz  sy  tntcb  nientierthinn  achtend.  Daz  alles 
nmoß  innen  nüt  bälffen,  daz  ich  innen  mit  den  Ion  gebe,  ee 
das  wenig  zytz  verscbinnc^^  Also  ließ  er  sin  volck  ordnen. 
Do  der  hertzog  Anses  gsach,  daz  Karly  so  zornig  was,  das  er 
mit  Rengnolden  strytten  wott,   do  sprach   er   zuo  im;   »Her, 

10  waz  ist  das,  so  ir  thuon  wend?  Ks  ist  ein  grosse  torheyt,  daz 
ir  mit  im  strytten  wend.  Pryd  mit  ira  machen  were  daz 
besser;  wann  ich  weyß,  daz  er  alles  daz  tbuon  wyrk,  so  ir 
wend.  Stryfctend  wir  mit  im,  so  werdend  ir  m enges  gnotten 
rytters  tod  ein  nrsacb  sinn,*      »Anses,«  sagt  Karly,    ?länd  daz 

16  ruowen ;  wann  ich  wilsumm  [keines]  mentseben  willen  thuon,  der 
da  labe,  ich  wett  mir  ee  die  glyder  zerbowen  lassen.«  Do  Anses 
sinn  red  verstnond  ,  do  ward  er  vast  zornig  und  redt  nüt 
witter  mit  im  darvonn  zuo  der  selbigen  stund.  Der  keyser 
rust  sich  zuo  strytten  und  reyt  stetz  fiir.     Do  inn  Hengnold 

to  gaach  kommen,  do  sprach  er  zuo  Richart,  sinem  bruoder: 
»Bruoder^  ich  will  gen  mit  dem  keyser  reden,  zeerkunuen,  ob 
er  uns  vertzichen  well.  Dann  will  erß  thuon,  so  will  ich 
gentzlich  inn  sinnem  willen  laben  ,  und  verseyt  er  mir  den 
fryden,  so  verheyssen  ich  dir,  daz  ich  inn  niemmer  nier  bytten 

S6  will.«  »Bruoder,€  sagt  Richart,  *du  redtst  recht.  Ryfct  hin 
und  thuo  im  nach  dinem  willen. <  Also  beyttet  Rengnold  niit 
länger,  sunders  reyt  zuo  Karly  und  sprach  zuo  im  r  »Her,  wir 
bittend  dch  umm  gotz  willen  umm  guad  und  fryd,  damit  daz 
dysser  krieg,  der  so  lang  geweret  hat,  einn  end  habe;  so  wend 

ao  wir  üch  mit  guottem  willen  diennen  und  ghorsamm  sin.« 
>Flilch  hie  dannen,  du  filtz,*  sagt  Karly,  »daz  dich  got  ver- 
Hüeche!  Alle  weit  mag  dich  nut  bewaren  vor  dem  tod.«  »Her,« 
sagt  Rengnold,  *ob  got  will,  nüt;  wann  ich  will  mich  red- 
lich weren.     Wann  syt  im  also  ist,    so  mu essend  ir  von  uns 

sfi  nüt  gespart  werden.«  *Ir  herren,«  sagt  Karly,  »ich  will  üch 
niemmer  mer  redlich  achten,  wenn  mir  der  verretter  enttrüot,« 
Do  daz  Rengnold  erhört,  sagt  er:  »Her  keyser,  ich  sag  üch 
ab.«     Und  rantt  damit  uö'  ein  rytter   und  stach  inn  tod  zua 


« 


231 


der  erden;  demnach  rejt  er  wider  zuo  einen»  volck.  Do 
Richart  liengnolden  gsacb  kommen^  do  kämm  er  im  engeren 
und  fragt  ino ,  ob  sy  fryd  oder  krieg  bettend.  *Bnioder,c 
sagt  Hengnold,  »gedenck,  dm  wir  uns  redlich  [bl,  259]  werend, 
wann  wir  band  nüt  fryd,«  'Bnioder,-:  sagt  Richart,  »got  b 
getegiie  dich  dysser  meren  1  Wann  ich  gedenck  uff  den  hüttigen 
tag  Karly  trurrig  zemachen.*^  Do  Karly  gsach,  daz  zyt  was 
an  stegryffen,  do  sprach  er  zuo  Anses:  »Anses,  iienimend  min 
pamier  and  gedenckend  redlich  darinn  zeschlachen ,  wie  ein 
guotter  rytter  thuon  soll  ^  daz  bit  ich  üch.«  »Her,«  eagt  to 
Anses,  >efl  bedarf  nüt  vyl  bättens,  wann  ich  bin  es  schuldig 
zethaon.  Aber  es  ist  mir  leyd,  das  ir  im  nnt  änderst  gethao 
hand^  das  ist,  daz  ir  fryd  graacht  bettend;  wann  der  krieg 
bat  zelang  geweret.«  »Anses,«  sagt  Karly,  >ich  verbüt  öch, 
das  ir  mir  nüt  mer  yonim  frydeo  sagend ;  wann  ich  wils  nüt  i& 
thaon.«  *Her,<  sagt  Anses,  »daz  ist  mir  leyd.«  Do  Reng- 
nobl  Loryflan  gsach  kommen,  do  sporet  er  Bayard  und  rantt 
in«  baffen  und  stach  ein  rytter ,  daz  er  tod  für  sine  füefi 
nyder  fiel.  Demnach  reyt  er  wyder  zuo  sinem  volck  und  trost 
sy.  Demnach  reyt  er  wider  uff  sine  fyend  und  ertodt  fier,  so 
Und  do  er  an  fönflften  kämm ,  do  zerbrach  sin  sper.  Dem- 
nach zog  er  sin  seh  wert  uü  und  schluog  ein  rytter  damit  uff 
sin  beim,  daz  er  inn  untz  uff  die  zenn  zerspielt,  demnach  ein 
andren,  also  daz  er  im  den  kopff  uff  die  erden  sprangt.  Und 
achrey  damit  iDordonna!*  und  sprach  zuo  sinnem  volck:  »An  26 
sy,  ir  fryen  ryttern !  Wann  wir  wend  uff  den  hüttigen  tag 
die  groß  schmach  rächen  ,  so  uns  Karly  so  lange  zyt  be- 
wyasen  hat  on  ursach,«  Do  inn  sine  bruodern  verstuondend, 
do  ranttend  sy  uff  ire  fyend ,  also  daz  yetlicher  siben  rytter 
falt  des  selbigen  ryttes.  Der  do  zeniäl  da  were  gsin,  der  het  «o 
die  sün  Amnion  gros  ry tterschaft  gsächen  begän.  Dann  die- 
wyl  sy  by  ein  andren  wärend,  mocht  innen  Karlys  volck  nüt 
wyderstan ;  wann  sy  stächend  sy  nyder  wie  die  tbierer.  Do 
Karly  den  grossen  verlörst  gsach  und  schaden ,  so  imm  die 
SUD  Ammon  thettend,  do  rant  er  gegen  Rengnolden  ryttern  aß 
ein  Dem  und  gab  im  ein  semlichen  streich  mit  Joyossa,  sinnem 
achweri,  daz  er  tod  nyder  zuo  der  erden  fieU  Er  begieng 
,  vooden     Der   tag   was  erbermklich    zuo  beden  sytten ;    dann 


«u^ 


änileii    ander  Rengnolden    volck  kanmiend,    er-- 
if  tritt   vyL      Oo    die    süri  Ainiiion    deo    seharuiuts^ 
im  aoKliletteDd  sy  sich  so  man  liehen  luider  Karlf^ 
a   m  innen  weg    geben  mnolitend.     Der  stryt  werefc 
-.«•    .'=^   ^idmmtjt  unU  zao  mittein  tag,    das  man  nilk  v^^ßt^ 
r  ^i  deo  sig  beheben   wurd.     Aber  do  die   nonizyt^ 
du  fiiekt  Kengnolden  volek  hindersich ;  wann    Karly^ 
mA  m»  Tolck  dann  Heugnold.     Do  daz  liengnold   er- 
^  ^  kMUBi  er  zuo  dem,  der  sin  panner  truog^    und  sagt^ 
m:  »MiJi  ffüod,  ryttend  gegen  Dordonna  ;  wann  wir  hanÄ 
g^lr^tten.«      »Her,«  sagt  der,   ]>üwer  gebot  soll   be— 
liiid  macht    sich  damit    gegen   Dordonna,     Reng- 
Mili  ^^  ftii^   broodern    hieliend    die    nachhuot.     Do   Karly^ 
I  Keiagnohl  abzog,  do  schrey  er  üfjerhifc:   » Wol  nacher, 
'!    Wann   öy    sind    überwunden.«     Durch  disse 
menger  guotter  rytter  sinn  Jäben;    wann  die  sän 
«ifiodiend  mer  dann   hundert  mit  grosser  martten    Und 
I,  Rengnolden  bruoder,  fieng  den  hertzog  Richart  voo 
imiuidia  und  fuori  inn  inn  Dordonna.     Do  Rengnold   und 
ittl  mM  Yalek  inn  der  stat  warend,  do  besehlossend  sj  daz  tbär 
^mi  miWupDeitend  sich.     Do  Knriy  gsacb,  daz  im  sine  fyend 
iaftImftOtti  w&reud  und  Hichari  von  Naraiandia  gfangen  battend« 
ifo  WMrd   er  va^i  zornig  im  bertzen ;    wann  er  forcht,   ßeng- 
wJA  wturd  inn  ertöden.     Do  er  gsaeh ,    das  er   im  nüt  thuon 
t,   do  gebot  er^    das  mann    die  stat  Dordonna    umtn   und 
belegrette.     Das  ward  geihän.     Also  schwuor  Karly,  er 
w^l  d»  dannen  nut^   untz  daz    er  die  stat  gwunnen    und  die 
«ta  Araon  het  lassen  erhäncken.     »Her,*  sagt   Ruolland  ,   »ir 
wissend,   daz    ich    den  sün   Änion    am    aller    megesten  zeleyd 
it  gfIfaJUi  hab  und  das  ich  üeb  nie  von  fryden  gsagt  hab.   Aber 
nun  förbinn    gebüt    mir  recht,    ich    soll    üch    darvonn  sagen* 
Her,    it    wäsaend,    daz  ir  dm    fier  ritter    luniftzechen  jär  be- 
kriegt band,  und  hand  allwegen  den  grössern  schaden  gehept. 
Und  bettend  ir  so  lang  die  heyden  bekriegt  als  sy,  so  bettend 
m  ir  die  gantz  heydensehaft  erobert.     Und  das   nach  bösser  ist: 
ir  wüßsend»  das  Richart  von  Normandia  gfangen  ist,  der  besten 
ryttern  einer,    so  ir  band.     Dag  nnn  schädlich  ist;    dann  lät 
inn  Rengnold  toden,  so  werdend  ir  daz  Franckrich  gantz  un- 


233 


roewig  gaacheu;  wann  er  ist  von  grossem  gsch lacht.  VVer 
ieh  an  KeDgnolden  stat^  so  weit  ich  inn  ertöden^  sjt  das  ich 
Qüt  fryd  mit  üeh  haben  mochi.  Darumm,  her,  wend  ir  mir 
folgen  umni  üwer  eer  und  nutzes  witleu,  ao  enbütteod  Beng- 
uolden:  well  er  üch  Richarden  wider  schicken,  so  wellend  ir  5 
fryd  mit  im  machen.  Ich  weyfi,  daz  ers  gern  thuon  wyrt 
rOfid  alles  da^,  so  ücb  gfellig  ist  im  und  sinnen  bruodern  ze- 
^gebieiten.t  »Vetterte  sagt  Karly,  >wyt  nüt  anders  sagende 
»Neinn^  her,«  sagt  Ruolland.  »So  schweren  ich  dir  by  miner 
sei,  daz  sy  niemraer  fryd  mit  mir  haben  müessend.  Ich  bab  *o 
keinn  sorg  für  Richart  von  Normandia;  wann  Reiignold  lieü 
im  ee  die  oogen  u&  stachen,  ee  er  im  etwaz  thetie,«  Ab 
Karlys  red  wurdend  die  forsten  vast  zornig;  wann  sy  forchtend^ 
Richarden  bescheche  etwaz.  Rengnold  und  sine  bruodern 
wärend  inn  Dordonna  inn  grossen  fröuden.  Er  hiel^  Richart  15 
von  Normandia  für  inn  bringen  und  sagt  zuo  im:  *  Richart, 
ir  wüssend  den  grossen  gwalt,  so  Karly  mit  uns  bracht. 
Darumm  sag  ich  üch :  machend  ir  den  fryden  tmt,  so  will  ich 
üch  all  üwere  glyder  zerhowen  lassen,«  Richart  sagt:  »Ich 
bin  inn  üwerm  gwalt;  darumra  ir  mit  mir  schaffen  mögend  ao 
nach  öw^erm  willen.  Wann  ich  will  Karly  nüt  verlassen,  die- 
wil  ich  laben.«  Do  inn  Rengnold  also  hört  reden,  do  hiela 
er  ion  inn  ein  scbönne  gHinckniis  leggen  und  im  geben  alles 
daz,  so  er  begertte.  Also  was  der  hertzog  Richart  gfangen, 
Do  Karly  gsach ,  daz  er  mit  stürm men  an  Dordonna  nüt  25 
gw&imeu  mocht,  do  [bL  260]  Helä  er  gescho&  machen;  aber 
geb  wie  vyl  steinnen  sy  darinn  schussend ,  so  was  es  nram 
bubU  Und  überfieüend  Karly  alle  die  mal,  so  es  innen  gfellig 
waflf  und  alle  die,  so  sy  fiengend,  behieltend  sy,  damit  sy  zuo 
fryden  kommen  mochtend.  Inn  deren  zyt  starb  der  kunig  so 
Johans  ulä  Gastgunia,  und  Rengnold  lietj  inn  vast  erlichen 
bestatten,  als  einem  künig  zuo  gehört,  Nuiin  wend  [wir] 
wyder  ein  wenig  von  Magis  sagen. 


234 


Wie  Magis  zweiin  koufliTKin   IViiid,    die   sibeu  dieben 

beroiipt   hatteod ;    deren    todfc   Magis   füiiff   und   gab 

den  küutlutteu   das  ir   wyder,    und  kämm   gen  Dor- 

donna  ziio  sinnen  vettern. 

&  Vj&  begab  sich  eiaer  nacht,  ala  Magis  entschlief  iiin  sinnem 

bruoderliüläly ,  do  diiocht  ioo  inn  sineDi  schlaff  er  wer  zuo 
Miintabaiit  und  gseche  Hengnolden  und  sine  bruoderii ,  die 
kemniend  im  eugegen  und  beklagtend  sich  gegen  im  ab  Karly^ 
der  wett  innen  Bayard  nenimen.     Aber  Rengnold  het  inn  by 

10  dem  zounini  erwust  und  wott  inn  nüt  gän  lassen*  Und  fuort 
so  gros  lejd  inn  sinem  troumm,  daz  er  darab  erwachet.  Und 
stuond  uf  und  sagt,  er  wett  nüt  ruowen ,  untz  das  er  sine 
vettern  gsächen  het.  Also  beschloß  er  sin  brnoderhöfily  und 
nanmi  sin  stab  und  macht  sieh  uff  die  sträts.     Und  kam  inn 

16  ein  grosses  hoitz  nmm  nonnzyt;  inn  dem  fand  er  zwen  man, 
die  fnorttend  groß  leyd.  Er  kainm  zuo  innen  und  sprach  : 
>Got  «ig  mit  üch!«  Und  der  ein  sagt:  vVVärlich,  got  ist  not 
mit  uns,  sunders  der  tüffel.  Wir  sind  inn  einer  unglöck- 
haftiger  stund  inn  dyß  holtz  kommen.«     »Waz  betriSept  üch?« 

ao  sagt  Magis,  »Vatter,«  sagt  der  ein,  >dä  forunen  sind  siben 
mörder,  die  band  uns  beropt  und  unser  gselien  einer  ertödt, 
darumm  daz  er  sich  gegen  innen  gwertt  hat.c  Do  Magis  die 
kooflüt  erhört,  do  hat  er  gros  erbermd  und  sprach  zuo  innen : 
»Kummend  mit  mir,   so  wyl  ich    die  niörder  hätten,    daz  sy 

aß  üch  daz  üwer  wider  gebend,  und  thuond  syß  nüt ,  so  will 
ich  so  herttenklichen  mit  innen  stryfcten,  daz  ich  vernemmen 
will  mit  minem  stab,  ob  sy  hert  kopff  habend. €  Do  die  kouf- 
lüt  Magis  erhortend,  gsächend  sy  inn  an,  und  der  [ein]  sagt: 
»Wetten  tüffel ,    waz  ist  das,  so  du    sagst?    Iren  sind  siben, 

Bü  und  du  bist  allein n  und  nacket;  darzuo  magstu  din  stab  kumm 
beheben  nach  gän.«  ^Schwig,«  sagt  der  ander,  »laß  den 
narren  gäu;  wann  er  weyßt  nüt,  waz  er  seyt.  Gsich,  wie  er 
den  kopff  schütlet«  Und  der  ander  sagt  zuo  im:  *Bruoder, 
gang  din  sträß  und  laß  uns  mit  fryden ,    oder   din  Ion  muoß 

h  einer  nacht]  aus  ^etnee  tags'  gebessert  bs.  25  uch  bs. 


i 
I 


235 


r  werden.«  Magis  spriicli :  >Du  hast  unnrecht;  ich  kan  dir 
nüt  uberwindlingen  guotz  thuoo.»  Also  gieng  er  sovast,  daz 
er  die  morder  erylt,  und  sprach  zuo  innen:  »Ich  bit  äch,  dass 
ir  mir  sagend ,  warumm  ir  dysse  koufflüt  beroupt  habend. 
Ir  wussend  wol ,  daz  es  not  üwer  ist  Ich  bit  üch ,  daz  irß  b 
innen  wyder  gebend;  so  wirt  Üch  got  gnedig  sinn.«  Do  inn 
die  mörder  verstuondend,  do  wurdend  sj  vast  zornig,  und  irer 

[oberer  sagt  ZUG  im:   »Gang  hinweg,  du  buoren  kind,  oder  ich 
gib  dir  ein  senilichen  »treich  mit  dem  fuo&,  daz  ich  dir  den 
bach  zerstoß,  c     Do  Magis  gsach ,   das  der  morder  weder  got  i« 
na^rh  inn  forcht,    do  hnob  er    sinn  stab   nf   und    gnh  im  ein 
temlichen  streich,  daz  er  tod  zuo  der  erden  HeL     Do  die  mörder 
ireo  heren  tod  gsächend,  do  griettend  rj  all  an  Magis;  aber 
er  hielt  sich  also,   daz  er  iren  iünff   ertodt    inn  kiirtzer  zyt, 
und  die  andren  zwenn  fluchend  durch  daz  holtz  hinweg.    Und  ia 
Hagis  fichrey  innen  nach:  >0  irmördern,  kerrend  wyderuram 
und  gend  öwer  diebstal  wyder!*     Do    die    koufflüt  Magis    er- 
horitend,  do  kämmend  sy  zuo  im  und  fundend  die  dieben,  so 
sy  beniopt    hattend,    tod»     Do    sagtend    sy   zuo    ein    andren: 
»Da*  ist  ein  manlieher  bruoder.«     Und  wärend  vast  fro  und«» 
knüwettend  für  inn  nyder  und  bättend  inn  iimm  gnad,  darnmm 
daz  sy    inn    geschulten   hattend.      »Ir    heren,«    sprach  Magis, 
»band  ir  mir  übel  geredt,  daz  band  die   mörder  nach  mer  ge- 
tb^o,  wann  sy  schultend  mich  ein  hlierrig  und  huoren  kind ; 
aber  innen  ist  der  Ion  worden.     Ich  bin  vast  leydig,  das  mir  S5 
die  zwenn  enttrunnen  sind*     Stand    uff   und    nemmend  üwere 
hab  und  byttend  got  für  mich  !  Aber  ich  bit  ilch,  sagend  mir, 
ob  ir  nut    vom   keyser   wussend ,    ob  er  Muntabant    gwunnen 
I      bab  und  die  söti  Ammon  gfangen,*      *Her,<   sagtend  die  kouf- 
^ftlnt,  »Karly    hat  Muntahant   gwunnen;    aber  er    bat   die  sün  so 
^^ Ammon  nüt  gfangen,    wann    sy    sind  hinweg   kommen  durch 
ein  hol  under  dem  erttricb  gen  Dordouna.     Da  hat  sy  KarJy 
Düwlichen  belägret    und    will    nüt    fryd    mit    innen    machen*« 
*Wärlicb,<   sprach  Magis,   »daz  ist  mir  leyd.«      Do  Magis  bort, 
daz  Karly  Ilengnolden    inn  Dordonna    belägret    hat ,    do  eut-  as 
p£alch  er  die  koufflüt  gott  und  gieng  so  vast,  das  er  den  nechsten 


4  dys«ea  hs*         28  vom]  von  ha. 


236 


inn  Karlys  läger  kainTii.     Und  leynnet  aich  uff  sin  etab  wie  ein 
schwacher  mentsch.     Do  inn  die  kriegslilt  gsächeud  aLso  gän, 

do  gaächeiid    ay    inn    an    und    sagten d:    »Dysser    bruoder  gat 
VHst  übel,  er  wyrt  [bl.  261]  nüt  wytt  gän.«     *By  minem  eyd,t 

6  sagt  einer,  -i^das  mocht  wol  Magis  sino ;  der  bat  sich  al^o  be- 
kleyt  iinszebetriegen.«  »Kr  istz  nüt,«  sagtend  etlich,  »Magis 
ist  nüt  mer  inn  Eben.«  Inn  dem  nachet  Magis  dem  thär 
und  fand  örsach,  daz  er  hinn  inn  kam.  Und  gieng  inn  pal- 
last; da  fand  er  ßengnoldeo,  der  hielt  häf.     Als  nunn  Magis  fl 

10  im  pallnst  was,   do  gieng  er  inn   grossen  sali,   inn  dem  sine  " 
vettern  ässend  und  frow  Klarra  und  ire  zwenn  sün  und  vast 
^yl  rytfcern,     Do  Magis  daz  ersach  ^   do   stalt    er  sich  an  ein 
grosse  stud  vor  Rengnolden  und  fieng  an  sine  vettern  besädien, 
die  er  so  lieb  hat.     Do  inn  der    niarsehalck  gsach,   do  gebot  ^ 

i&  er,  daz  im    gnuog  zeasen   und    zetriocken    geben  wurd.     Da:£  ^ 
beseiiach,     Do  Magis  die  spyia  gaacb,   so  man   im  brächt,  do 
sprach  er:    »Lieben  frunden ,  ich  bit  (ich  durch  den  narameu 
gottes,  das  ir  mir  seh  war  tz  brot  gebend  und  wasser  inn  einer 
schüilen ;  den  so  wird  ich  gespiüt,  als  mir  zuo  gehört.  Wann 

ao  ich  darf  keiner  andren  spyß  messen.«  Also  bracht  man  im 
sin  begeren.  Also  tiamm  er  daz  seh  war  tz  brot  und  macht 
snppen  daruß  inn  einer  schüßlen  und  alä  nach  lust,  Do  Reng- 
nold  gsacb,  daz  er  so  schlächtltch  läpt,  do  hat  er  groß  er- 
bermd  und  [nam]  ein  blatten,  so  vor  im  stuoud  voll  wiltprett, 
i  und  schickt  sy  im.  Und  er  namß  und  sagt:  »Got  geb  im 
den  Ion  !c  Und  stalt  sy  für  sich  nyder,  aber  er  aß  nie  nüt 
darvonn.  Do  Rengriold  daz  ersach,  do  verwundert  er  sich  und 
sprach  zuo  im  selbs:  »Ach  got,  wer  ist  dysser  frommer  mentsch, 
daz  er  so  ein  schlächt  läbeu  füert?  Wer  er  nät  so  mager,  ao 

8u  seytte  ich,  es  were  Magis.     Aber  ich  gloub,  wer  erß,  er  wurde 
sich   zeerkennen    geben,  t     Elengnold    luoget  Magis  aovast  an,  ^ 
daz   er   vomm  essen  ließ*     Do    die  tisch    nffgenomen  wärend»  H 
do  kam  er  zuo  im  und  sagt:    »Lieber   bruoder,    ich    bit  dich 
by  der  eer  des  gottes,   dem  dieonest,   daz  du  mir  sagest,  ob 

M  du  Magis  sigest  oder  nüt;    wann    du  gaicbst  im  vast  glych,*        , 
Do  Mngis  Rengnolden  erhört,  do  mocht  er  sich  nüt  mer  Ter-  fl 
halten,  sunders  sagt  zuo  im:  »Vetter,  ich  bin  Magis  und  bin 
dich  und  dine  bruoder n  kommen  beeechen  und  bin  üwer  gsunt 


237 

Rengnold  hört,  daz  er  Maji^is,  sin  vetter, 
B,  der  mentscb  uff  ertricb,  den  er  am  liepsten  hat,  do  umni- 
fieng  er  inn  and  sprach  zuo  im:  »Min  vetier,  ich  bit  dich^ 
j  da£  du  disfte  klejdang  abthöegesi ,  so  du  an  hast ;  wann  ich 
ihab  kein  fröad,  diewyl  ich  dich  inn  djssen  kleydern  gaich.«  s 
]»Vetier,t  sagt  Magis,  »ich  thuons  ndt;  wann  ich  hab  Ter- 
hcjuen,  ich  well  miun  laben  lang  keitin  andere  beklejdung 
tragen  nud  dch  nüt  anders  essen  nach  trincken  dann  brot  nnd 
wylde  krötter  und  wasser.  Ich  hab  mich  gentzlich  got  er- 
geben.« Do  inn  Rengnold  erhört,  do  gedächt  er,  a^  were  i*> 
nüt  Magia;  wann  er  kantt  inn  nüt  wol,  darumm  da»  er  so 
mager  was.  £r  het  inn  och  niemmer  nier  erkent,  wenn  nüt 
eiD  wunden  gsiun  were,  die  er  hat  nebend  dem  einnen  oug. 
Und  sprach  zuo  im:  »V^etter,  ich  bit  dich,  daz  du  mir  sagest, 
wannen  du  kommest  und  wo  du  gsinn  sigest.«  »Vetter,«  sagt  ia 
Magis,  >8yt  das  du  von  minem  laben  wüsaen  wytt,  ao  wyll 
ichE  dir  sagen,  Wiifa,  daz  ich  ein  bruoder  bin  worden  und 
hab  die  wält  verlassen  got  zediennen ,  daz  er  mir  mine  sund 
vertziehe^  so  ich  minn  laben  lang  begangen  hab.  Wann  es 
|sind  Ton  minetwegen  Tyl  iütteu  umtukommen,  daz  ich  nunn  m 
btlessen  muoß.«  Ab  der  red  hat  Rengnold  groß  erbermd. 
Und  ruoft  binnen  bruodern  und  sprach:  »Kommend,  ir,  miae 
bruodern  ,  so  gsächend  ir  Magis.c  Do  inn  sine  bruoder  er- 
borttend,  do  sprungend  sy  uf  von  fröuden  und  kamraend  und 
ummfiengend  Magis.  Daz  thet  och  die  hertzoginn  und  ire  »» 
sün.  Inn  der  gantzen  stat  ward  Magis  zuokunft  vernommen, 
darnmm  inn  vyl  käuimend  besäehen.  Aber  er  was  so  gar 
rerkert,  das  ein  erbermd  was  zesächen,  Rengnold  sagt  zuo 
Ilichart:  tBruod«r,  gang  und  reych  unserm  vetter  ein  guotten 
[rock  und  schuoch!«  Darnach  sagt  er  zuo  siner  frowen  :  »Frow,  so 
'U£  im  ein  hemd  bringen  !^<  Do  inn  Magis  verstuond,  sagt  er 
SQO  im:  »Vetter,  ich  sag  dir  iun  der  warheyt,  daz  ich  ver- 
heyaaen  hab  kein  tbuoch,  schuoch  nach  hembder  zebruchen. 
Aber  ich  bit  dich,  gib  nur  ein  lädersack  und  grossen  huot 
und  ein  wol  beschlagnen  pylgrestab,  so  hast  du  mir  wol  ge-  « 
diennet,  so  will  ich  dann  wyder  hinweg.«     Rengnold  ward  ab 


23  Do  inn  ,  .  J  uraprunglich:  do  s,  ht.  dyß  e.  hs. 


238 


der  red  vasi  leydig.  »Rengnold,«  sagt  Mogis,  >lä&  von  dinnem 
leyd ;  wann  ich  hab  mich  got  ergeben  ,  damit  und  ich  rainn 
sei  zuo  ruoweu  bring.  Ich  will  über  raer  faren  got  diennen 
drö  oder  fier  jär,  hilffb  mir  got  dahin n  ;  darnach  will  ich  üch 

6  wider  kommen  besechen  und  darnach  wyder  inn  min  bruoder- 
hößly  und  da  min  lüben  verschlissen,«  Do  inn  Renguold  er- 
hört, do  ward  er  nach  betrüepter  und  sprach:  »Vetter,  oiruDi 
ein  guot  pfert  und  galt,  wann  ich  hub  sinn  gnuog;  daz  byt 
ich  dich.*     i^Neinn,«  sagt  Magis,  »ich  will  not  neramen;  dann 

10  wann  ich  brot  hab ,  so  ist  es  gnuog.  Wann  min  hofifiiung 
ist  ÄUo  got;  den  bit  ich,  daa  er  mir  verliehe  gaund  wydenimni 
zekonmien.  *  Er  bat  Reognolden,  dax  er  im  dax  machen  ließ, 
darum m  er  inn  gebätten  het.  Dax  thet  Rengnold ,  do  er 
gsach«  daz  er  nüt  änderst  mit  im  handien  kond.     Mornendes, 

n  do  Magis  all  sinn  ding  hat,  do  nanim  er  urlob  von  yedernmn 
mid  macht  sich  ußF  die  sträß.  Rengnold,  sine  brüeder,  frov? 
Klarra  und  ir  sun  gebend  im  daz  gleyt  untz  zno  der  atat 
thär,  und  nammend  urlob  von  ein  andren  mit  weinnen.  Also 
befalch  er  sj  got  und  macht  sich  uff  die  sträß.     Aber  er  kam 

«mit  wyt,  er  ward  mit  Karlys  volck  umnigeben.  Einer  »agt 
zuo  den  andren:  »Daz  ist  der  bruoder,  den  wir  geatert  gsächend 
für  gän  ;  aber  er  ist  ietz  baß  bekleyt.  Warlich,  er  möcht 
wol  Magis  sinn,  der  uns  so  meng  mal  verspottet  hat<^  »War- 
lieh,«  aagtend  etliche   »er  iatz.     Tödtend  inn ,   ao   thuoud  wir 

26  Karly  ein  gfallen,«  »Wir  sontz  nüt  tliuon,«  sagtend  etlich 
dargegen  ;  »wann  Magis  was  vyl  jünger,  wann  der  ist  schon 
über  die  hundert  jär.  Es  mtig  nüt  aiu  ,  er  ist  ein  frommer 
man.  Der  [bL  262]  wurde  ein  grosse  sünd  begän  ,  der  im 
etwaz  zeleyd  thette.«      Als  sy  disse  wort  redtend,  gieng  Magis 

3<J  für  und  losset  innen  und  gieng  stelz  für  entweryß  durch  d»i2 
läger,  daz  inn  nienimantz  uf  hielt  Damit  wend  wir  yetzm^l 
uff  boren  von  Magis  sagen,  der  fuor  über  mer,  und  wend  von 
Karly  sagen,  der  Dordonna  belegre t  hat. 


1 


I 


• 


289 


Karly  sin  botschaft  zuo  ßengnolden  schickt  im 

a ,   daz  er  im  den    hertzog  Richart  vvyder  ledig 

ließ   und    im  Magis  uberantwurtte,  so  wett  er  fryd 

mit   im    machen.     Und    wie   Reugnold    den    hertzog 

tichart  weit  erhäncken  lassen,  und  wie  er  im  zwen 

dienner  ertödt. 

Die  hystoria  sagt,  daz  Karly  irn  läger  vor  Donlonna  vaat 
mig  was  unim  den  hertzog  Richart.  Darumui  er  zuo  sinnen 
raten  sa^t:    >Ir,   miiie  hereii    und  friind,   ir  gsiichend  wo!, 

Idas  es  uns  übel  gät;  wann  Rengnold  hat  itiir  Eiehart  von 
Normandia  nüt  wyder  gschickt ,  daz  er  billich  thuon  sott.« 
pUer,«  sagt  Ruolland,  »ich  verwundern  mich  uwer  red*  Wäri- 
iend  ir,  daz  er  inu  ach  wyder  schickte,  wenn  ir  im  not  ver- 
tKicheDd  ?  Er  hat  sich  zu  mm  dickern  gegen  ücb  gedemüettiget 
fiwem  willen  ^ethaon ;  aber  ir  band  im  nie  wellen  vertzichen, 
DAmmm  ver wandernd  üch  nut,  ob  Rengnold  zornig  ist.  Wan 
ermessend  ir  recht  eigentlichen  die  eer  und  früntschaft,  so 
^^f  ach  ertzeigt  bat,  do  er  üch  inn  sinem  gwalt  hat,  und  i>eh 
^^nie  früntsebaft ,  bo  er  ücb  täglichen  bewj^t,  so  werdend  ir 
^Kuiderst  gegen  im  thuon.  Aber  diewyl  er  gaicbt ,  das  er  nüt 
^Bjpiad  by  üch  finden  mag,  so  wirt  er  ueb  schaden  zuo  füegen, 
^rte  Tast  er  mag*  Und  ir  mögend  den  schaden  teglicben  gsächen  ; 
wann  er  bat  üch  den  besten  rytter  gfangen ,  so  ir  band,  das 
»1  Rychart  von  Normandia.  Den  gib  ich  für  tod.«  *  Vetter,« 
sprach  Karly,  >ich  weyü  wol,  das  inn  Rengnold  nüt  tödfc  hat, 
suoders  halt  inn  vast  güetlieh  nach  sinneni  willen.«  »Her,€ 
»pracb  der  hertzog  Änses,  »mann  nmoi  fryd  machen.  Ich 
w^ill  daz  sagen,  so  mich  recht  dunckt.  Her,  thuot  üch  Reng- 
nold sebaden,  ist  nüt  unbillicb;  wann  er  hat  ücb  so  vyl  mallen 
gebatten,  daz  ir  im  gnedig  werind,  und  ir  band  inn  nie  wetlen 
boren,  sonders  band  üch  ahvegen  gros.samm  ertzöugt  und  band 
nie  weilen  r&tt  volgen*  Hat  er  Richarden  von  Normandia 
DÜi  lassen  töden ,   so  ist  er   wol  dorrachtig.     Aber  ich  gloub 

27  muß  ha. 


Sä 


der  red  vtisi 
leyd ; 


^ViklH« 


.\j  Karly    dea  hertzoj^  Ans 
tf  er  w&r  sagt,  and  fieng 


^^  jtfoen.     Inn  dysser    red  kamend 
^-^aiz   ^Uer,    Anse?  sagt  üch  war; 
«tt  er  zornig  über  üeb  dg.«     Do 
^  m  «fschrack  er  vast  übel  und  sprach 
^Efflft,   Gergis    und    zuo    Astolf:    >Ir 
t  fm  Dordonna    ryttend   ßengnolden 
^im  wyder  gebe  und  mir  Magis  ähecA 
K  teil  fryd    rait  im  machen    uod  welP 
ire  land  wider  geben,  »und  will  sine 
ÜH   min    laben    lang.«      i^Her,«    sagfc 
«B»  vergebens ;    wann  ich  weyß  wol, 
^  j/^tm  hinweg  ist,  und  wenn  inn  Reognold 
^jlBt  4t  iiAt«  wo  er  were.«     »TQrpinn ,«    «agt 
^p^nA  l&Tttlii   waz  er  sagen  well,  und  werdend 
^^  ^  ^g^KUg.  Rycharfc  thuot.«      iHer,«  sagt  Türpin, 
_^P^  f^  liairhuchen.c     Also   machtend  sich   die  dry 
g4  ^totf  iü4  kimmend  gen  Dordanna  an  daz  thär ; 
^^4  9  ^Aw»  vann  Rengnold  hat  sj  gsächen  kommen. 
^  tei  mm  ^Hi  nechsten  euoim  pallast     Do  Rengnold 
1^  .^  i0  beren  kommen  wärend,  do  sat^t  er  sich  uff 
^  }figt  •ift  fuoß    uff  den    andren    und  schwuor  by 
oi^^ie  ttiwIUrt   er  wett  nüt  umm  Pryd   batteii,  wann 
w09yl  b«igert     Diewyl  kämmend  die  botfcen.    Und 
NU  tftajTHrHT^Ti  gsach,  do  gruotzi  er  inn  und  sprach: 
^   tMAf  ^büt  dir    by  uns,    daz  du  im   Richard t  von 
r  gebest.     Und  wytter  enbüt  er  dir,  wenn  ir 
•  li^  %i^ik  f^iMM  wellend,  so  werdind   ir  fryd  haben,  und  will 
lit  htui  wider  geben  und  dir  dine  zwen  süo  ertzüchen 
I  qr4l^  Ablachen.«     >Ir  heren,«  sagt  Rengnold,  »sind 
«ttkooitiaen  t  leb  verwundern  mich  Karlys,  daz  er  mir 
niinii  yederman  weyßfc,    daz  ich  Magis    nüt  hab; 
,/.i   von   sinetwegen    verloren.      Wett  got ,    daz  ieli 
i  iiv»l  het  wie  Richart  von  Normandia!  Dann  wett  er 
M^iH  tJHjtA  ttMUtlitn,   so  sag  ich  üch,   daz  er  mir   sin  kopff  zuo 
ylinl  Muntt  mtte&te;  dann  wurdend  wir  fryd  haben.     Ich  ver- 
Karly  were  vyl  früntlicher,  dann  er  ist;  het  ich  gvvülit, 


241 

daz  er  so  rnch  were  über  mich,  ich  weit  mich  wol  an  im  ge^ 
rochen  haben.  Aber  minn  rüwen  ist  zespät.  Ich  bit  üch, 
rjttend  und  sagend  im,  ich  habe  Magis'nüt,  snnders  ich  habe 
inn  durch  inn  yerloren.  Und  ob  ich  inn  schon  het,  so  mQeßt 
er  im  uüfc  werden.  Und  dammm  daz  ich  Magis  von  sinet-  & 
wegen  verloren  hab ,  will  ich  [bl.  263]  mornn  Rycharden 
häncken  lassen  im  zeleyd,  nnd  mnofi  keinn  andre  fryst  nüt 
haben,  wiewol  er  mines  gschlächtz  ist.  und  verbütten  üch, 
daz  ir  niemmer  mer  har  kommend  nach  keinn  mentsch,  der 
Karlj  zuo  ghöre ;  wann  ich  sag  üch  zuo,  daz  ich  allen  dennen  lo 
ire  köpff  ab  howen  will,  die  da  kommend.  Diewil  man  doch 
inn  der  iorheyt  sin  will,  so  sol  mann  die  uff  enthalten.«  Do 
Gergis  daz  erhört,  sagt  er  zuo  Rengnold:  > Vetter,  ich  byt 
dich,  daz  du  uns  Richard  von  Normandia  sächen  lassest,  da- 
mit wir  Early  sagen  könnend,  daz  wir  inn  gsächen  habend.«  15 
> Vetterte  sagt  Rengnold,  »ich  verstau  dich  wol.  Ir  werdend 
ion  niemmer  gsächen ,  er  sig  dann  erhänckt.  Darumm  so 
^tend  schnell  hinweg;  dann  by  der  trüw,  die  ich  minner 
frow  muotter  schuldig  binn ,  ryttend  ir  nüt  hinweg ,  so  will 
ich  üch  an  üwem  lyben  schedigen.«  Do  die  heren  gs&chend,  ao 
dazKengnold  so  zornig  was,  do  dorftend  sy  nüt  mer  da  bliben, 
sunders  nanimend  urlob  vonn  im  und  ryttend  wyder  zuo  Karly. 
>^6r  sprach  zuo  innen  :  ^Ir  heren,  sind  got  wilkommen!  Hand 
ir  Richarden  nüt  gsächen?«  »Her«,  sprach  Türpinn,  »Rengnold 
enbüt  üch,  diewyl  er  uff  Bayard  sytzen  mög,  müeß  uch  Magis  25 
Düt  werden;  wann  er  hat  inn  durch  üch  verloren,  und  sich 
brächen,  enbüt  er  üch,  müeß  Richart  mornn  erhänckt  werden; 
"^glichen  will  er  all  üwerm  volck  thuon,  die  er  ankommen 
'Dag.  Wytter  sagt  er,  het  er  üch,  wie  er  Rycharden  hat, 
^Dd  ir  im  nüt  fryd  geben  wettend ,  so  müestend  ir  im  den  so 
kopff  ze  pfand  lassen.«  Do  RuoUand  Turpins  red  verstuond, 
^0  sprach  er  zuo  sinnem  vetter :  »Her,  mich  dunckt,  ir  wer- 
Q^nd  Richarden  niemmer  mer  gsächen  durch  üwere  hoffart. 
"ir  findend  inn  der  helgen  gschrift,  daz  got  die  frucht  ver- 
flöecht,  die  niemmer  ryf  ist.  Also  wyrt  es  üch  och  ergän ;  35 
^ann  ir  wend  nüt  ryf  werden,  nach  zuo  keinnem  fryden  ver- 

• 

31  TarpiDs]  darunter  *An8es*  durchgestrichen. 

Uaimonskizider.  16 


242 

wilgen  ^egeji  den  sün  Amnion ,  die  üch  so  vyl  mallen  frilnt- 
lichen  gebetten  band,  Feh  sag  üch,  wyrt  Rychart  erhänckt, 
das  ir  üwer  eer  verlierend.'^-  Der  red  ward  Karly  vast  zornig 
und  sprach  zuo  sinen  fürsten  :  »Ir  herren»  ir  vermeinend  mich 

*  zerschrecken  ;  aber  ich  iäü  mich  nät  so  Ijchtlich  erschrecken. 
Ich  sag  üch  zuo^  tuet  Rengnold  Richarden  etwaz,  so  will  ich 
all  sin  gscblächt  erhänckea  lassen.«  Do  Gergis  bort,  das 
Karly  Kengnolden  geschliicht  wott  erhancken  lassen,  do  ward 
er  vast  zornig  und  sprach  zuo  Türpin:    *Her,    wie   gfalt  üch 

»oKarlj,  der  da  sagt,    er   well  uns    all  häneken    lassen?    Aber^ 
got  vertlüeche  mich,  wenn  mir  neyawaz  an  sinem  zornn  liggefS 
Dann  hat  uns  Rengnold  nüt  gelogen ,    so  wyrt  er  Rychardeu 
häncken  lassen  an  söl  liehe  end,  daz  inn  der  keyser  wol  gBachen 
wyrt.«     Do  Anses  den  keyser  so  zornig  gsach,  sprach  er  zao 

Iß  im:  »Her,  durch  gotz  willen  verstand  minn  red!  Ir  sond 
wüssen,  daz  wirseer  erschrocken  sind  und  nüt  on  ursach,  darumm 
daz  ir  uns  also  tröuwcnd*  Ich  verwundern  mich  RengnoldeD 
nüt ;  wann  er  ist  so  zornig  über  üch ,  das  er  Magis  vonn 
üwertwegen  verloren    hat,    das  niemman    zorniger   sin  könde. 

w  Und  sagen  üch ,    da,s   er    den    hertzog  Richart   wyrt   häncken 
lassen  von  des  grossen  leydtz  wegen,  so  er  hat     Und  bäuckt  ^ 
er  inn,    waz  mögend  ir  sinn,   und  uns  aber  sovast  tröwend  ?B 
Darumm  rätten  ich  minnen  gsellen^    wir  rytfcend  hinweg  nnd 
ücli  lässend  den  krieg  ufi    machen.      *WärIich,c    sagtend   die 

16  heren  all,  »Anses  redt  recht <.  Do  Karly  sine  fürsten  so  zornig 
gsacb,  do  wuit  er  nüt,  waz  er  thuon  sott,  dann  das  er  innen 
urlob  gab  untz  mornendes.  Und  er  gieng  nyder ,  aber  er 
moeht  die  gautz  nacht  nüt  schlaffen,  dann  inn  ainneui  bet 
unimhar  keren  on  ruowen;  wann  er  wufat  nüt,  waz  er  thuon 

3«  äolL  Do  es  niornendes  ward,  forschet  er  sine  fürsten  wyder 
und  sprach  zuo  innen:  >lr  bereu,  waz  rattend  ir  mir,  wie  äoI 
ich  mich  halten ?«i  »Her,<x  sagt  Anses,  »der  suocht  umm  sust 
rät,  der  nüt  volgen  wyll.  Warum m  fragend  ir  uns  umm  rät, 
diewjl  ir  nüt  volgen  weod?    Wend  ir  minem  rätt  volgen,  so 

»&  will  ich  üch  den  guot  geben.  Her,  machend  fryd  mit  Reuj,?- 
nolden,   so  wyrt  üch  Rychart   wyder,   so    behalte 


tuot]  darunter  pl&ßt*  sichtbar  hs,        22  ir]  b.  anm. 


248 


inn  guotter  liebe;  wann  dysser  krieg  mjsfalt  mengkli- 
c  »Änses^c  sagt  Karly ,  »schwigend!  Ich  wjls  iiüt 
thtioQ.«  >Her^«  sagt  Kuolland^  >ir  haod  uDnrecht;  daan  land 
ir  Richarden  erbäncken ,  der  üeh  so  wol  gediennet  hat,  so 
wyrt  ee  üch  ein  grosse  schand  sinn.  Und  ich  sagen  üch  zuo  6 
^y  S^^i  gsich  ich  inn  häncken,  das  ich  inn  der  selbigen  stund 
von  uch  und  uß  öwernt  dienst  seheyden  wyll ,  und  wyll  so 
wyt,  das  ir  niemmer  mer  nüt  von  mir  vernemmen  müessend.« 
iRuolland,-^  sagt  Ollyfier ,  »gedenck  nüt,  daz  ich  nach  dir 
belyb.«  Der  red  ward  Karly  vast  zornig,  also  d»z  er  nüt  ein  to 
wort  reden  kond.  Ir  sond  wüssen ,  daz  der  gantz  zug  unn- 
^^ruewig  ward  u&  ursach,  daz  sy  forchtend,  Rengnold  liesse  den 
^■hertzog  Kyehart  erhäncken;  wann  im  was  niengklicher  hold. 
^■Defi  selbigen  morgens  beruoft  Rengnold  sine  bruodern  und 
^Esprach:  >Minne  bruodern,  es  gät  uns  vast  übel,  darumm  daz  u 
1  wir  DÜt  mit  Karly  fryd  haben  mögend.  Und  die  wyll  im  also 
I  ist,  so  wyll  ich  inn  leydig  und  zornig  machen  by  der  trüw, 
die  ich  dem  alten  Amon,  unserm  vatter,  schuldig  binn*    Wann 

I ich  weyiä    wol ,    het  er  uns ,    das    er   kein    erbermd    über  uns 

^BkabeD  ward.  Darumm  bin  ich  inn  wyllen^  den  bertzog  Ri- so 
^Bchart  von  stund  an  vor  im  erhäncken  zelilssen;  wann  ich  gloub, 
^TBr  werd  sinn  unsinig,  wenn  er  inn  gsächen  wirt.v  >ßruoder^< 
sagt  Alard«  »ich  wils  gernn  thuon.ff  »Es  gfalt  mir  wol,« 
^■pagi  Rengnold.  »Läis  den  galgen  machen  uff  den  bochen 
Bftbarnn,  damit  inn  Karly  und  sinn  volck  gsächen  mögend. c  aft 
r  Das  beschach»  und  der  erst,  der  in  ersach,  das  was  RuoIIand. 
^M>er  sprach  zuo  Karly:  »Her,  gsächend,  sy  wend  Rycharden 
^^erhänckeu.  Ach,  er  hat  sin  zyt  übel  ungleyt  üch  zedieunen: 
I       ir  lonnend  im   übel,     Ir  ertzöugend  [bL  264]  den  andren  bösse 

bjspyl,  die  üch  dienDend.«  »Acb,<  sprach  Ollyfier,  >nunn  so 
^MTTrt  der  fromm  hertzog  schantlich  erimnckt;  wann  der  galgen 
^Bat  schon  uf  gericht«  ^8chwig!<  sprach  Karly,  ^^sy  ttiuond 
^Bes^  daz  sy  mich  er^^chreckind  und  fryd  überkommend.  Aber 
\  sy  werdend  inn  darumm  nüt  haben.  Ich  weyfi  och  wol ,  das 
ay  im  nüt  thuon  werdend. «t  Inn  dem  luoget  Ollyfier  gegen  ab 
der  stat    (wann  im  lag   die  saefa    aer   im  hertzen)    und  gsach^ 


7  üß  hs. 


16* 


244 


das  man  die  leyttern  uff  <!talt,  Do  spnicli  er  zuo  Ruolland  ! 
»Ach,  RuoUand,  minu  fründ,  )?8icli  die  leytteni,  die  ist  schon 
uff  gerichtl  Ach^  er  hatt  ain  zyt  übel  anglejt  Karly  zediennen.c 
>Her  Ollyfier,    ir  sagend   whr,^  sagt  Ruolland ;    ^-got  sig   im 

5  beholffen!'«  Do  die  lejtfcern  an  galgeii  gestelt  was,  do  ruoft 
Rengnold  zechen  siner  dienner  und  sprach  ziio  innen :  »Ir 
gsellen,  gand  und  reychend  den  hertzog  Rjclmrt!  Wunn  er 
muoi  von  stund  an  erhäuckt  werden. 'v  Sy  sagtend:  ^Jä,  her.« 
Und  giengend  damit  inn  die  kammer,  da  fundend  sy  inn  im 

10  achach  spyllend  mit  Johans,  Rengnolden  siin.  Und  erwustend 
und  sagtend  zuo  im:  »Her,  kommend  harfiir!  Wann  ir  miies- 
send  erhänckt  werden  von  stund  an.«  Do  sy  Richart  verstuoud, 
do  gsach  er  sy  entwerryla  an  und  wott  innen  kein  antwurt 
gen,  Sünders  sprach  zuo  Johans:  ^Minn  frilnd,  mach  für  dich  !« 

if>  Do  die  knecht  das  gsächend,  do  erwnsteud  sy  inn,    einer  da, 
der  ander  thert,  und  sagtend:   ^ Stand  uf!  Wann  ir  müessend 
Kariy  zeteyd  erhänckt    werden.«     Do  Rjchart   gsach ,    das  er 
gfangen  was,  do  erwust  er  ein  hälffenbeinyls  fröwlj  und  gab^ 
der   knechten    einem   ein    so    hertten   strejch    damit   an  siniifl 

so  sternnen,  das  er  nyder  fiel.  Nach  dem  nam  er  ein  rytter  und 
Bchluog  ein  andren  damit  uff  den  kopff,  daz  er  im  den  zer- 
schluog.  Darnach  schluog  er  nach  einen  mit  der  tust,  das  er 
im  den  hala  zerschluog,  daz  er  tod  nyder  ßel.  Do  die  andren 
ire  gaellen  also  zuo   geröst   gsächend,    do    fluchend  sy.     Und 

»s  Rychart  schrey  innen  nach:  >(tand  hinweg,  ir  buoben  !  Üaz 
öch  got  verfll\ech ! «  Demnach  sagt  er  zuo  Johaus,  der  was  gar 
erschrocken:  *Mjn  sun,  mach  für  dich!  Wann  du  muost  ge- 
mattet werden.  Ich  gloub,  das  dis  buoben  truncken  stgend, 
daz  sy  mich  also  füeren  wottend.  Aber  es  ist  innen  übel  uß 
l*fo  gach lagen.«  Do  inn  Johans  so  zornig  gsach,  do  fcorft  er  nüt 
dar  wyder  gsagen,  sunders  naniiu  sin  ritfeer,  das  er  sich  gonmpte 
vor  matten.  Aber  er  moclit  nüt.  Do  er  inn  gemattet  hat, 
do  ruoft  er  einem  knecht  und  sprach  zuo  im;  »Gang,  nimm 
dyfi  tod   puren  und  wyrf   sy   zumni  venster  uß!«   Der  knecht 

«&  thet  es  von  stund  an ,  wann  er  getorst  es  nüt  underwegen 
lassen  ul  forcht.  Allard  was  usserthaib  dem  schloß  and 
warttet  Rycharden;  da  gsach  er,  das  mann  todt  löt  zumm 
Tenster  uIb  warf  im  thurnn ,    des  er  vtist    zornig  ward.      Und 


245 


gteiig  ZQO  liengnold  und  »prach  2uo  im:  »Bruoder,  ich  gloub, 
Rycbart  well  sieh  nüt  fachen  lassen,  Gaich ,  wie  er  unser 
Tolek  ertodt  und  -^umm  thurnn  u&  geworffeu  hat.«  »Bruoder^c 
fp»ch  Rengnoldt  »läü  uns  gen  unserm  volck  zehitf  kommen,  er 
wyrfe  sy  misi  all  ertödeo.c  Inn  dem  kämmend  die  Üücbtigen,  die  » 
aagtend  atuo  Rengnold:  »By  gott,  Rycbart  will  sich  not  fachen 
lassen;  wann  erhatdry  unser  gsellen  ertödt«  Do  Rengnold  dyß 
erhört,  do  acbwaor  er  by  got,  wenn  er  out  des  tags  fryd  mit 
fckarly  het,  so  mOeüte  Hychart  erhänekt  werden,  geb  waz 
damä  entsprunge.  Nach  dysser  red  gieng  er  mit  sinnen  bruo-  i« 
dem  ZTio  Hychart  inn  thurno  sanipt  fiertzig  gewapuetter  ryt- 
tern  inn  fachen.  Und  sprach  zuo  im:  »Warumm  band  ir  mir 
mto  folck  ertödt?«  »Vettej,«  sagt  Richart,  »ich  wils  äch 
sagen.  Ks  ist  war,  duz  zechen  buoben  kämmend,  die  leyttend 
band  an  mich  und  sagtend,  ir  bettend  es  innen  geholten.  Daz  i(» 
liab  ich  not  wellen  j^louhen;  darunim  hab  ich  iren  dry  ertodt, 
wann  ich  mocht  mich  sinn  nüt  über  haben.  Aber  duockt 
ucbt  daz  ich  unrecht  getbän  hab,  so  sträüeud  mich.  Het  ich 
Aeh  gfangeUf  als  ir  mich  band,  ich  het  ücb  dysse  schand  nüt 
XQO  gf&egt  Es  ist  nüt  biüich,  daz  mich  die  puren  tüdtind;^ 
darujum  band  die  purren  des  engulten,  des  sy  sich  angenom- 
meo  band.  Es  kan  mich  sinn  niemmen  gschälten.«  »By  got,« 
sagt  Rengnold,  »Richart,  ir  mögend  sagen,  waz  ir  wend ;  aber 
ban  ich  nüt  uff  den  hüttigen  tag  fryd  ,  so  wyll  ich  dich  an 
msmliche  eud  bäncken  lä^iseo,  daz  dich  Karly  wol  sächen  mag  as 
Qod  dir  not  mag  zehylf  kommen,«  »By  miner  trüw,<  sprach 
Kychart,  »ich  hab  kein  sorg,  daz  irs  thüegend,  diewyl  Karly 
lapt;  wann  ir  dörffend  nüt.«  Der  red  ward  Rengnold  vast 
zornig  und  sagt  zuo  im:  »By  got,  du  muosfc  innen  werden, 
ob  ichs  thuon  dörf  oder  nüt.«  Damit  lieü  er  inn  fachen  und  ^ 
bioden  und  zumm  galgen  füeren  und  sprach  zuo  im:  >Rycbarfc, 
ttann  gedenck  under  zweyen  daz  hesser,  das  ist,  das  verschaf- 
feat,  daz  ich  fryd  überkomme  oder  daz  du  Karly  über  gebest 
und  mir  hylflich  sigest.  Dann  wo  du  deren  eytwedterß  nüt 
thuost,  80  wyll  ich  dich  von  stund  an  erhikicken  lassen  und  >* 
wyls  nüt  ouder  wegen  lassen,  darumm  daz  du  mines  gschlächtz 

6  will  hs. 


246 


bist.     Aber  wiltu  mir  beholffen    ein  ^   so  mnost  von  stund  an 
ledig  werden.*     Do  Richart  Rengnolden  veratuoad,  sprs&ch  e^H 
2U0  im:   »By  got^  Rengnold,  du  redtst  wie  ein  kind,    Meinstu, 
daz  ich  das  thüeg,  so  du  9a«(3t,  von  forcht  des  todea?    War- 
ft lieh,  ueinn;  wann  der  kejser  ist  min  natürlicher  her,  und  ob 
er  schon  untzimlich  an  mir   fart,    aol    ich    inn    dennecht    nüt 
verloognen.     Wann  handlet  er  übel  an  mir,  wjrt  er  wol  am^ 
jüngsten  tag  finden.     Aber  wiltu  recht  thuon,  so  lych  mir  eia( 
hotten;   der  rauoß  zuo  Karlj  und  sinnen  forsten,  üeerkiinnen, 
10  ob   sy    mich    wellend  so   schantüchen    sterben    lassen.«      ''BjJ 
mijier  trüw,^  sagt  Rengnold,   »daz  gfalt  mir  wol.« 


Wie  der  fryden  graacht  ward  zwuscheud  Karly  und 
den  süii  Ammon,  und  wie  Reugnold  [bh  2(i5]  über 
roer  fuor,  und  wie  Karly  Rengnolden  brileder  ent- 
lö  ptieng  imd  ilarnach  uff  brach  und  gen  [Luttich]  kam, 
und  wie  er  Bayarden  uflf  der  brug  da  selbs  inn  die 
Mussei  ließ  werffeu,  eiu  grossen  mullysteinu  am  hals, 
und  wie  er  euttrann  und  nut  ertranck  und  Reng- 
nolden brüedern  wyder   ward,  j 


I 


so 


Rengnold  beruoft  siner  diennern  einer  und  sprach  zno 
im:  »Gang  und  thuo  das,  so  dir  Rychart  sagen  wyrt«  > Lieber 
fr  und,«  sagt  Rychart,  »gang  zuo  Karly  und  sag  im,  ich  hätte 
inn,  hab  er  mich  ye  lieb  gehept,  das  er  Rengnolden  vertxicbe, 
und  will  erß  nüt  thuon,  das  er  har  werUich  luoge,    so  wyrfc 

26  er  mich  schantiichen  gsächen  erbäncken  \  Deüglichen  sag  Rnol- 
landen  und  sinen  gsellen,  habend  sy  mich  ye  lieb  gehept,  daz 
sy  Karly  bittend,  das  er  mich  nüt  so  schantlich  erhänckeo 
lasse.«  *Her«,  sagt  der  bott ,  t^ich  will  üwer  hotschaft  wot 
enden,«      Und  fuor  damit  hinnweg  und  gieng  inn  Karlys  läger; 

Bo  den  fand  er  inn  siner  zält  vasi  unmuottig.  Der  bot  gruotst 
iim  und  sprach  zua  im:  *Her,  der  hertzog  Hychart  enipfilcht 
sieh  inn  üwere  göettige  gnad  frünÜichen  und  bit  uch,  habend 
ir  inn  ye  lieb  gehept,  das  irß  im  yetz  ertzeigend.     Wann  erj 

15  LütttckJ  lücke  in  der  bs.,  ergänzt  nach  253,  17. 


I 


^ 
^ 


247 

nn  wol :  dann  wann  R^^ngtiold  dyß  tnga  uüt  fryd  aber 
knnipt,  werdend  ir  inn  gsächen  schantlichen  erfaancken.  Wann 
da  mögend  ir  den  galgen  wol  ggiclien.c  Darnach  sagt  er  zuo 
ßuolland  ond  zuo  den  fürsten:  >Ir  beren,  der  hertzog  Rychart 
byt  üch  all,  babent  ir  inn  je  lieb  ^hept,  daz  ir  den  keyser  6 
hütend,  da2  er  fryd  mit  Bengnoldeo  mache,  oder  er  wyrt  säst 
mtiessen  sterben.«  Do  Kuolland  daz  erhört,  sprach  er  zuo 
Kariy:  »Her^  iydend  tiinm  gotzwillen  nüt,  daz  er  erhänckt 
werde,  dardorch  ir  geschulten  würden d.  Ir  wussend  wol,  daz 
er  der  zwölf  oberaten  forsten  einer  ist  und  der ,  so  öch  am  lo 
basten  gediennet  hat  inn  üwern  gescbäften.  Mjichend  fryd 
mit  Rengnotd ;  wann  es  wer  uch  ein  grosse  scband^  wenn  ir 
Bn  also  sterben  liessend.«  Do  die  heren  Ruollanden  verstuon- 
do  sagtend  sy  all  zuo  Karly:  »Her,  volgend  öwerm 
Tetter  an<m  gotzwillen!'  Do  Karly  sine  forsten  erhört,  do  iß 
schwnor  er  inn  grossem  zornn,  Rengnold  tnüeüte  nüt  fryd  mit 
haben,  er  gebe  im  dann  Magia.  »Hand  des  hert/og  Ky- 
rtz  kein  sorgl  Wann  Kenguold  lies  im  ee  sine  ougen  uß 
en»  ee  er  im  etwaz  thette,«  »Her,«*  sprach  der  bischof 
örpinn,  >mieh  dunckk,  ir  sigend  nüt  f»inu  dnneu ;  wann  ir  10 
end  scbonn,  daz  er  vernirtteillt  ist  zumni  tod.*  »Türpin,< 
Karly,  »ir  redend  torlich,  Wüssend  ir  mit,  daz  er  Reng- 
nolden  frund  ist?  ich  weyö  wol,  daz  er  im  nüt  thuot.c  »Ir 
band  recht,«  sagt  Ollyfier,  »daz  ir  sagend,  er  werd  im  nttt 
tbnon.  Ich  weyß,  het  er  üch,  er  wurd  ilch  öch  erbaückeu*c  » 
»Her  Ollyfier,«  sagt  der  bot,  »ich  sag  üch  by  roiner  tröw, 
daz  Rengnold  gesteri  not  anders  thet  dann  den  hertzog  Ri- 
cliart  hätten,  daz  er  Karly  Terschwüere,  so  wett  er  inn  laben 
lassen.  Aber  er  hat  es  not  wellen  thuon.«  Und  sprach  damit 
«ao  Karly:  »Her,  liept  es  üch,  so  sagend  mir,  waz  ich  Ry- so 
charden  sagen  solle.«  >Fründ,«  sprach  Karlv,  »du  solt  im 
uigen,  dttz  er  im  nüt  entsitze;  watm  Rengnold  dörf  im  n&t 
Uiuoii.«  Do  er  Earlis  red  yerstuond,  do  mocht  er  nät  schwi^ 
gen,  daz  er  nüt  zuo  im  sagte:  ^Her,  ir  sind  zeübermtlettig. 
Fürwar,  Rengnold  achtet  äwer  hoffart  wenig,  und  sagen  ücb,  S6 
daz  AUard  nunn  miner  zuokunft  warttet  und  nüt  hunderb 
tussend  kronnen  nemme ,  daz  er  inn  nüt  erhanckte««  Damit 
nnacht  er  sich  uff  die  sträß  gegen  Dordonna  on  urlob  nemmeo. 


248 


Do  die  füraten  gsächend,  daz  der  bot  hinweg  gieng  on  anfe- 
wurfc,  do  wiirdend  sy  vast  zornig.  »Ach  got,<  sprach  Gergitj 
twett  der  tüifel,  wie  ist  der  keyser  so  bert,  daz  er  nüt  fry4 
machen  w*yll !    Ich  weyß  wol,  daz  inn  Reogiiüld  wirt  hÜBckeil 

a  lassen.«  >GergiR,«  sagt  Ruolland,  »du  sagst  war;  aber  gol 
half  mir  iiieramer  mer,  wyrt  er  erhänckt,  wenn  ich  by  deiil 
keyser  belyb.  *  Und  sprach  damit  »uo  sinnen  gsellen:  »1| 
heren,  wie  weud  wir  thnon?  Wend  wir  Rycharden  also  er- 
liäncken  lassen,  nnsern  gsellen,  der  durch  sin  raanheyt  gfangen 

10  ist?    Ach,  yefcz  werdend  wir  inn  gsächen  scliantlichen  sterben^ 
das  nunn  ein  groß  Jammer  sinn  wyrt*<     RuoUand  gieng  zw 
Karly  als  ein  vertxwyfletter  mann  und  sprach  zuo  im:  »Hei 
ich  gib  üch  minn  dienst  uff.«     Darnach  sagt    er  zuo  Gergis 
»Gsell  Gergis,    waz  wilt  du  thuon?     Wilt  mit  mir  kommen 

15  Land  uns  dyasen  tüffel  da  lassen;  wann  er  ist  aller  dingei 
ertoubet,  darunim  daz  wir  im  so  ghorsamm  sind  und  inn  sovyl 
mallen  gebätten  band;  des  er  sich  hoffertig  achtet. <^  »B; 
ojinem  höpt,<  sprach  Gergis,  »RuoUand,  du  sagst  war.  Ich 
will  nüt  mer  beliben,   sunders  will  mit   dir,    syt  daz  er  will, 

ifo  geschechen  lassen,  daz  ein  so  maniicher  rytter  erhtinckt  werddj 
als  Hychart  ist,  der  im  so  triilich  gediennet  hat«  Do  di 
(Jllyfier  erhört,  do  sprach  er:  »Ir  [bL  266]  heren,  ich  wil 
mit  lieh  hinweg.«  »Und  ich  och,«  sagt  Anses,  desglichei 
Astolf,  Hug  von  Burgundia,  Beringer,  Doon  von  Nantoweyl, 

25  Salomon  von  Brettania.  Do  Türpin  daz  ersach,  do  sprach  er 
»»Her,  es  ist  üch  böfi  dienneü,  by  miner  trüw!  Wann  um 
wol  dien  neu  lonnend  ir  übel ,  als  ir  daoo  Rycharden  ertzoi* 
gend,  der  üch  so  frummklichen  gedienet  hat.«  Do  Karly  sini 
forsten  so  zornig  gsach,  sprach  er  zuo  innen:   »Ir  heren,  harn 

■0  mnm  Richarden  kein  sorg,  wann  imm  beschichfc  nüt.*      »Her,< 
sprach  Anses,  »ir  band  unrecht,  das  ir  semlichs  sagend;    wir 
gsächend  docli  den  galgen,  der  ist  schon  uf  gericht.    Darum 
bitten  ich  got,  daz  ich  eines  bössen  todes  ersterbe,   belib  icl 
mer  by  üch.«     Und  gieng  damit  uü  keysers  zält ,    desglichei 
iie  andren  fürsten  och,  und  liessend  ire  zälten  nyder  von  stund 
au.     Do  daz  Kariys  volck  ersächend,  do  wurdend  sy  vast  ui 
rüewig.     Und  kam  darzuo,  daz  nüt  ein  einiger  fürst  inn  Karl 
läger  beleih,  dann  allein  die  armmen  edellüt  und  gmeinn  volck 


IT 

3 


«nti  das  lager  ward  ^etniDdert  mer  dann  um  in  fierUig  tus- 

oil  strvltero ,    die  machtend  «ich  uö'  die  strati  hinweg.     Do 

Id  80  ein  grosse  zal  Toicks  mit  ein  andren   gsnch  koni* 

SiieDf  do  sprach  er  zuo  dem  hotten,  der  by  Karly  gsin  was: 

»Sag  mir,  waz  dir  Karlj  gsagt  bab!«     iHer^c  sagt  er,  »Karly  & 

will  kuriz  uinm  nut  fryd  mit  üch  machen,  sunders  enbnt  öeh, 

diz  ir  nüt  so  frysch  sigend,  daz  ir  Richarden  etwax  thüegend.* 

Rengnold  den    hotten  verstuond ,   sprach  er   zuo  Richart: 

Kanu  magsto  gsichen ,    wie  dich  der  keyser  lieb  hat.     Von 

inet  wegen  sind  die  fürsten  so  zornig  über  inn,  daz  sy  hinweg  lo 

end;    ich  gloub,    es    belibe  niemmen  by    im    dann  der  gräf 

annellon    und    sin    gschlächk;    wan  ira  zälteu  sind  nach  uf- 

iht«     Do  Rengnold  wu&t«  daz  die  fursten  zornig  über  Karly 

Irend,  do  verkart  sich  sin  gemüet  und  sprach  zuo  Kychart: 

Durch  gotz  willen,  vetter,  bit  ich  dich,  daz  du  mir  vertzi-  ia 

est  die  groß  seh  mach,  die  ich  dir  bewissen  faab,«     »Vetter,« 

sagt  Rtchart,    »ich  schilt    dich  nüt;    wan  ich  weyß  wol,  daz 

tiarly  daz  alles  gmacht  hat  durch  sin  grussam mkeyt.t    Reng- 
kotd  band  inn  wyder  uf;  des  sine  brnodern  vast  tro  wärend, 
lie    wol    sy    forhinn    des    willens    wärend    gsin    inn    zetöden.  ao 
demnach    sprach  Rengnold    zuo  im:    »Vetter,    wir    wend    da 
Qogen,    waz  Karly  thuon  wellet     Do  Karly  gsach,    daz  sine 
fUmten  hinweg  ryttend,  do  ward  er  so  zornig,  daz  er  ein  halb 
Np^T  aufieng  zegnagen^    so  er    inn    der    band    hat.     Demnach 
njMtt  er  einem  rytter,   zuo  dem   sagt   er:    »Sytzend    bald  uffaö 
üwer  pfert  und  ryttend  minnen  forsten  nach  und  sagend  innen, 
By  sollend  wyder  kommen,  so  well  ich  alles  thuon,  so  sy  wel- 
lend, und    well  Rengnolden  ?ertzichen.<     »Her,«    sprach    der 
rytter,    «gesegnet  sig  die  stund,    inn   deren   üch   got   dyssen 
wiUen  geben  hat!«     Und  sa^  damit  uff  sin  pfert  und  reyt  den  so 
forsten  nacL     Do  Rengnold  den  rytter  gsach  so  Rchnel  rytten, 
do  sprach  er  zuo  Rychart:  »Vetter,  ich  gsich  ein  rytter  kom- 
men vast  schnell,  der  ist  uß  Karlys  zeit  geritten ;  ich  gloub, 
er  rytt  den  fürsten  nach,  daz  er  sy  wyderumm  heysae  kommen. 
Wir    werdend    ufi     den    hüttigen    tag    fryd    überkomen ,    ist  ao 
es  gotz  will«    »Vetter,«  sprach  Rychart,  »du  wyrst  fryd  haben 
wyder  aller  deren  willen,  die  inn  wendend.  Ich  soll  mine  gsellen 

10  über  hs,       07  gselle  hs« 


warft  ^B 


•7»    vnr    schantlichom    tod    bewart 

fi    haiid.<      Tnn    dem    errjlt 

14*  «gt   sao  tonen:    ^Ir   heren ,   der 

.   •■ir.   du    ir  wjder  kommend »    er  well 

i^m   nm  üwert  wegen.     Um  in    gotx    willen 

MMMtt«  wsmi  er  hat  nie  uff  gehört  weinnen 

>  ^ttt<m  sind.«     »Änses,^   sprach   Ruol- 

bar  rytten!    Ich    hab    den  fryden 

«oMii^ieh  krieg  wyrt  nunn  ein  end  haben^ 

.^  liai.«      Der  red  ward  Anses    fast    fro  und 

^«a   btmel    und    sprach:    /der  Jhesuchrisi, 

B  ikä  Karly  daz  gniLied    geben  hast!*     Nach 

ui  üe  beren  wyderumm.      Do  daz  [{engnold 

_  mo  Rychart:    »Vetter,    die    beren  kerrend 

^  YMi  iir^  ^A  jlo«l>,  der  fryd  werd  uif  den  hüttigen  tag 
\»  K%rly  sine  forsten  wyder  gsach  kommen ,  do 
.^^  ^^  -1111-0  ii^ijteo  und  sprach:  »Ir  beren,  ir  sind  yoII 
^ii^^fgi.  ^iflNrt«  te  ir  mich  zuo  frjdeti  zwingend  wider  min 
^11^^  Ir  «taMud«  wie  ich  inn  so  gar  hassen,  das  ich  inn 
^A^lMfl  IMKU.  Dnrnmni,  wend  ir,  daz  ich  fryd  mit  im 
^,-  1^  myi  teh,  duz  er  über  mer  hinweg  fare»  übel  bekleyt^ 
^ll^rfL  ^^  ^^^  Uayard  gebe.  Thuot  er  im  also,  so  hat  er 
|Mi^  «m4  iiAt  Darumm  thüeg  üwer  einer  die  botscbaft.c 
^Ulf^«  mfj^  4tidea,  »ich  will  rytten,  ist  es  dwer  will.c  >Es 
i^fljk  WiHit  m^X^  ngt  Ktirly.  Also  reyt  er  gen  Dordonna.  Do 
ilA  K^*iW^*l  gmoh  kommen ,  do  kämm  er  im  engegen  und 
^i^iwültmt  i^'^  *  rlarnacli  sprach  Anses  zuo  im:  ^Rengnold, 
K^i'lv  ficibdt  dir  heyl.*  >Got  danck  im,«  sagt  Rengnold, 
'\  hab  ich  da2,  so  ich  lange  zyt  begert  hab.  Wird  ich 
«« ^t^  tiab^o^  Anses?«  >Ja,'X  sagt  Anses,  »inn  söllieher  gstalt, 
Ikia  kk  dir  «igmi  wyll:  du  wyrst  zefuota  über  mer  faren,  öbel 
|«k)l^ii  diu  spis  suochend  umm  gotz  willen,  und  wirst  liarly 
Hi^jArdMi  UUmh.  Wenn  du  daz  thuost,  so  wirst  fryd  haben, 
wyll  din  erb  dtonen  bruodern  wider  geben. t  > Anses,« 
Kmignold,  »sind  mir  gott  wilkommen!  Ich  bin  gantz 
b^r^Yi  d«^  keysers  gebot  zethuoo,  und  will  er  anders,  so  will 


i 


4 


i 


251 


ichs  thoon.  Und  bio  bereyt  morn  hinweg  zegän. *  Do  Anees 
und  Richart  RreDgnolden  veratuondend,  do  wäreüd  sy  vast  fro, 
daramm  das  er  Karly  ghorsamm  sin  wott.  Rengnold  gieng 
CN3  Tertoig  inn  stal  und  namm  Bayard  und  gab  d^u  Anses; 
deninaeh  nam  er  die  panner  nnd  atackt  sy  ziimm  grossen  thurnn 
ofi  znmm  zeichen  de«  frydens.  Do  daz  Karly  ersach^  do  zeigt 
erß  Kuollanden.  »Ach  gott,<  [bl.  267]  sprach  (üiolland,  »wie 
ist  Rengnold  so  von  edler  naiur,  daz  er  den  f'ryden  inn  0ÖI- 
licber  gstali  angenommen  hat!«  »Ruollaod,«  sagt  Gergis, 
>ReDgnold  ist  ein  lämbty  vollen  miltigkeyt,*  Diewil  kam  10 
Anses,  der  brächt  Bayarden;  den  gab  er  Karly  und  sprach: 
>Her,  Rengnold  ist  bereyt  üwern  willen  zeyolstrecken  und 
will  momn  hinweg  faren.«  »Dax  gfalt  mir  wol,«  sagt  Karly; 
»aber  sagend  mir,  waz  thnot  Rychart?c  »rier,<i  sagt  Anses, 
»iff  ist  frisch*  Und  ist  by  Rengnolden  beliben ;  wann  er  will  i* 
im  das  gleyt  geben ,  wenn  er  hinnweg  gät  «  Rengnold  was 
guotter  dingen.  Kr  sprach  zuo  sintien  broodern:  »Ir  heren, 
ich  bit  ücb,  daz  ir  nüt  trurig  sigend  unim  niio  hinscbeyden ; 
wann  ich  hab  diesen  fryden  in  er  durch  üvvertwillen  angenoni- 
roen,  dann  von  minetwegen.  Ich  bit  üch»  daz  ir  üch  wol  10 
haltend  inn  minem  abwessen.t  Nach  dysser  red  gieng  er  inn 
dnn  kammer  und  zoch  sich  ab  und  leyt  ein  bruoderrock  an 
and  ein  gros  par  schiioch.  Der  hertzog  Richart  was  stetz  by 
iro;  dem  befalch  er  sine  bruodern,  frow  und  kind.  Demnach 
gieng  er  zuo  der  hertzogin;  deren  ward  ämüchtig,  do  sy  inn  aa 
aldo  bekleyt  gaach.  Und  Rengnold  sprach  zuo  ir:  >Frow, 
sind  nüt  so  bekümmerk  umui  gotzwillen,  wuno  ich  wyll  bald 
widerkoinmen.  Mine  bruodern  werdend  by  uch  beliben.  Dar- 
oiDm  bitten  ich  got,  daz  er  üch  vor  dem  tod  beware.«  Und 
küßt  und  ummfieng  sy  damit.  Do  inn  die  hertzogin  gsach  lo 
hinweg  [gän],  do  fiel  sy  nach  einest  inn  ämmacht.  Do  sy 
wider  zuo  ir  selbs  kam,  sprach  sy:  ^Ach,  iniun  aller  liepster 
gtniiohel,  got  beware  üch!  Wann  ich  weyß  wo),  daz  ich  üch 
niemmer  mer  gsäcben  wyrd.c  Demnach  als  Rengnold  urlob 
vonn  sinem  gmachej  genommen  hat,  do  macht  er  sich  uff  die  sä 
sträfi.     Der   hertzog  Rychart,    sine    bruodern    und   sin   volck 

16  was]  darunter  darchgeatrichenes   tistc   hs.  18  ich]   wieder- 

holt bs.        31  ammäcbt  hs. 


252 


gähend  im  daz  g^eyt  vast  wyt  mit  grossem  erbermd,  AIho 
sagt  Rengnold  zno  innen:  »Ir  hereo,  ich  bit  üch,  das  ir  wy- 
deriimm  kerend ;  dann  diewil  ich  by  Üch  biu  ,  mag  ich  Döt 
f ml  ich  sin,     Kerend  wider  umm    im    uammeu  gottes    und  trö- 

6  stend  minn  gmachel,  die  befilch  ich  üeh  sampi  minnen  süQuen.c  H 
Ir  sond  wö^sen,  das  keiner  von  im  urlob  nemen  kond,  so  gar 
betrüepi  wärend  sy,    dann    allein   Allard,    der    sagt   zuo  im: 
tMin  lieber  bruoder,  ich  bit  dich  fruntücheDi   daz  du  gedea- 
ckest  bald  wider  zekommen ;  wann  din  hinscbeyden  fchuot  mir 

10  so  wee,  daz  es  wenig  feit,  da^  ich  nut  stirb.     Ich  wird  niemmer 
mer  fröHeh,  untz  daz  du  wyder    kumpst,«     Und  nmfieng  inn 
damit  und  namm  urlob  vonn  im  mit   grossem  leyd,    darnach 
der  hertzog  Richart     Zuo  dem  sagt  Ueiignold:    5> Vetter,    ich  ^ 
befilch  dir  mine  bruoder,  min  frow  und  miiie  kind ;  wann  sy  " 

1*  sind  iiwers  geblüetz,  ir  wüsaendtz  wol.«  i»Vetter,«  sagt  Ry- 
chart,  >ich  verbeyssen  üch,  daz  ich  innen  hälffen  will  mit  all 
uiinem  vermögen  an  allein  wyder  den  keyser.  Darumm  hab 
iren  kein  sorg,  wann  sy  müessend  kein  mangel  haben.*  Dauiit 
schied  Eengnold  hinweg,   nnd  Ktcbart  von  Normmandia  und 

äo  liengnolden    bruoder    karttend    wider    gen  Dordonna   zuo   der 
bertzoginn.     Die  fuort  so  gros  leyd,    daz  es  ein  erbermd  was 
ECfiächen;  aber  der  hertzog  Rychart  nam  ay  by  der  band  und 
trost  und  seyt  iren  so  vyl  schöuner  wortten,  daz  sy  ein  wenig  M 
von  irem  leyd   ließ.     Darnach    sprach    er   zuo   sinen    vettern ;  " 

iÄ  >Ir  beren,  rüstend  üeb,  so  wend  wir  zuo  Karly.«  »Ja,«  sag* 
tend  sy,  i^vetter.«  Und  giengend  damit  und  leyttend  ir  aller 
schönsten  kleyder  an,  so  sy  hattend;  demnach  sässend  sy  ufl* 
Ire  pferfc  und  ryttend  inn  Karlys  liiger.  Üo  sy  Karly  gsacti 
kommen,  do  gebot  er  all  sinnen  fiiraten,  daz  sy  innen  engegen 

80  ryttend,  »Ach  got,«  sagt  Ruoliand,  »nunn  kommend  die  dry 
bruodern,  vast  betröept.  Wärlieh,  sy  band  wol  ursach,  wann 
sy  band  ir  entschüttung  verloren,«  Diewyl  kämend  die  dry 
bruodern  für  Karly  und  knüwettend  für  inn  nyder»  Und  Al- 
lard sprach  zuo  im:  »Her,  Rengnold,  unser  bruoder,  läßt  üch 

3ft  grüetzeu  als  sinen  natürlichen  heren  und  schickt  äch  den  her- 
tzog Rychart,  der  ist  hie.  Und  bit  üch,  daz  ir  uns  inn  be- 
felch  haben;  wann  er  ist  hinweg  ober  mer  üwer  gebot  enden,« 
»Sind  mir  got  wilkommen!«    sagt  Karly;  »wann  syt  daz  uns 


253 

got  verreiot  hat,  so  wü«»send,  daz  ich  öch  för  mine  frtind  halten 
II*  Und  kunipt  üwer  bruoder  wider ,  so  will  ich  iim  als 
lieb  haben  ^  als  ich  iniun  vetter  Haolland  hab;  wann  er  ist 
sin  wol  wärtt«  >HerT«  sagt  Allard,  »gott  sende  iofi  una 
wider  dnrch  sinn  ^nad!^  Demnach  sagt  Karly  zuo  dein  her- 
teog  Richart:  »Richart,  ich  byt  üch,  daz  ir  mir  vertzichetid; 
wiinii  ich  bino  not  wytziger  gsin^  daz  ich  üch  hab  wellen  die 
scbmäch  lätseo  bewygsen.«  »Her,«  sagt  Rychart,  »es  ist  üch 
als  Tertziget],  »over  daz  ir  Kengnoldeu  gmachel,  sine  bruodern 
tind  sine  sün  inn  befelch  habend;  wann  sy  band  mir  grossei 
frflntschaft  hew3rBseo,<  » Richart, €  sagt  Karly,  »ir  sond  wiissen, 
das  ich  sy  not  verlassen  wyll,  diewil  ich  laben,  Önd  wenn 
R«ngnolden  süii  erwachsend,  so  will  ich  sy  erlichen  äuo  rytter 
8cblachen.<  » FT  er,  grossen  danck!«  sagt  Richart.  Nach  dysser 
red  gebot  Karly,  daz  yedernian  abznge.  Daz  beschach.  Und  u 
er  tafi  och  uff  sin  pfert  und  macht  sieh  uff  die  sträs  and  kam 
gen  Ldttich;  da  lag  er  iibernacht  uS  der  Musselbrog,  Mor- 
uendes  früe  ließ  er  im  Bayard ,  Rengnoiden  pfert,  bringen. 
l>o  er  vor  im  was,  sprach  er:  »0  I^ayard,  Bayard  ,  du  hast 
mich  xnmm  dickern  mal  ertzürnt;  aber  es  ist  darzuo  kommen  iq 
(got  hab  danek!),  daz  ich  niich  an  dir  rächen  kann  umm  duz 
lejd  and  lyden,  so  du  mir  zuo  gefQegt  hast,  und  dir  thiir 
werden  muoi.<  und  gebot  damit,  daz  mann  im  ein  mully- 
atein  an  hals  hänckte  und  inn  ab  der  brngg  hinab  inn  die 
Massel  wurffe.  Daz  beschach.  Und  Bayard  gieog  au  boden,  2» 
des  Karly  grosse  fröud  hat,  nnd  sprach:  >Nnnn  hab  ich  daz 
verbrächt,  so  ich  begert  hab:  du  bist  tod ,  magst  nüt  daz 
waaecT  als  uß  trincken.«  Do  die  fursten  [bl.  268]  Kurlys 
groaae  gru^arakeyt  ersächend ,  das  er  sich  an  einnem  thier 
raeh ,  do  warend  sy  übel  zefryden ,  und  Tfltpin  sprach  zuo  *o 
Uergis:  »Wie  gfalt  üch  Karly?  Kr  hat  wol  ertzoogt  uff  dis 
mSü  ein  teyl  siner  thorheyt.<  'Her,^  sagt  Gergis,  »ir  sagend 
w&r;  er  hat  ein  vast  grosse  torheyt  begangen ,  daz  er  ein  döl- 
lichs  thier  hat  ummbrächt. -^  >Gsel,«  sprach  OUyrier  zuo  Ruol- 
land^  »warlich,  din  vetter  ist  touh.«  »Du  sagst  war,«  sagt« 
Roolland,    »ich   erkenns   woLt      Do    Bayard    inn    daz   wasser 


S5  an]  ober  der  zeile,  darauf  'inn'  ha. 


± 


254 

geworflfen  was,    do  kftm  er  an  boden.     Der  mocht   ounn    mit 
wjder  htnuf  kommei]  vor  dem  mällystein,  so  er  am  hals  hat. 
Yedoch  schbog    er    sovast    uff  den    stein  mit  sinnen  füessen,  fl 
daz  er  zerbrach.     Und  kam  hinuf  und  sdiwamm  zuo  land  utf  ^ 

»  der  andern  sytten.  und  do  er  nfn  land  kam,  schut  er  daz 
Wasser  ab  im  und  fien£C  an  schrjeu;  darnach  luf  er  inn  den 
grossen  wald  Ardanoia,  Da  ward  er  darnach  wjder  gfan^en 
und  Kengnoldeu  brnodem  uberauhvurt  Do  Karlj  gsach,  das 
im  Bayard  enttrunnen  was,  do  fuort;  er  so  gros  leyd,  daz  er 

itt  8chit*r  von    sinnen    kämm;    aber    die    fürsten  wärend   all    fro. 
Also  enttrann  Bayard   uü  Karlys  band,     Nach  dem  allem  gab 
Karly  all  binnen  fiir^teo  und  voick  urlob  heimm   zuotzuchen,  ■ 
des  sy  vasft  fro  wärend;    wann    sy    wärend    vast   beging,   ire 
laud,    wib  und   kinder   zesächen.     Nun  weud   wir  von  Eeng- 

ifi  noiden  sagen* 


Wie  Reugnold  Magis  zuo  Coustaunoppel  fand,  und  wie 
sy  mit  ein  andren  gen  Jhernsalem  giengend  und  die 
stat  belägret  fnndend  von  Krysten,  und  wie  sy  wider 
gvvunnen  und  der  kunig  erlößt  wurdend  von  ßeug- 
nolden  und  Magis. 

Die  hysioria  sagt,  das  demnach  als  Rengnold  von  Dor- 
donna  gächeyden  was,  sovast  gieng,  das  er  gen  Constantinoppei 
kämm,  und  beherberget  sich  by  ein  frowen,  die  was  eines 
frommen  läbens.     Die   gab    im  zessen  daz,    so    ir   got   geben 

S5  hat;  demnach  wuosch  sy  im  sine  fließ,   wie  sy  dann  zethuoQ 
brüchig   was  den    pilgrlnn;    demnach    namm    sy    inn     by   der  fl 
haud  und  fuort  inn  inn  ein  kammer  und  sprach  zuo  im:  »Minn 
Iroinmer  man,  ir  werdend  hie  scbläffen;   wann  inn  der  andren 
kammer  ligt  ein  andren  pilgramm,  der  ist  vast  kranck.*   *Frow,€  fl 

«0  sagt  Rengnold,    »ich  bit  üch  ,  daz  ir  mich  den  piigry  sächtso  " 
lässeud.«     ^Gernn,«  sagt  die  frow    und  fuort    inn   damit   zuo 
dem  piigry.     Uo  inn  Rengnold  gsach,  do  erkant    er  inn    wol, 
daz  es  sin  vetter  Magis  was,  des  er  vast  fro  was.     Und  sprach  M 
zuo  im:  »Lieber  fründ,  wie  stät  es  umm  üch?«    Do  inn  Magis  ™ 

Säbort  reden,  do  sprang  er  uJk  dem  bet,  als  ob  er  nie  kranck , 


255 

gsin  were ,  und  ammfieng  Rengnoldeti  mer  dann  zehnndert 
mallen  und  fragt  inn,  was  glucks  inn  här  gfüert  het,  ob  er  fryd 
mit  Early  überkommen  het.  >Jä,  vetter,  inn  der  gstalt,  als 
ich  dir  sagen  will.c  Und  ertzalt  im  damit  allen  vertrag,  so 
er  mit  Karly  ghept  hat;  des  Magis  vast  fro  was  und  lopt  6 
got.  Und  sagt  witter  zuo  Rengnold:  »Vetter,  ich  bin  genessen 
Yon  wegen  der  guotten  meren,  so  du  mir  gsagt  hast;  darumra 
bin  ich  der  meinung,  wir  gangend  mit  ein  andren.c  Do  die 
guot  frow  gsach,  daz  die  pilgry  so  gros  väst  haltend,  do  ge- 
dächt sy  wol ,  sy  werind  erlich  lüt ;  darunim  sy  zuo  innen  lo 
sprach:  »Ir  heren ,  ich  gsich ,  daz  ir  ein  andren  erkennend. 
Darumm  bit  ich  üch,  daz  ir  mir  sagend,  wer  ir  sigend.c 
>Frow,«  sagt  Magis,  »ich  wils  üch  sagen:  wir  sind  zweu  armm 
rytter,  ufi  Franckrich  vertriben,  und  sind  brüeders  sün.»  Der 
meren  was  die  guot  frow  vast  fro.  Die  zwenn  vetter  wärend  i6 
vast  fro,  daz  sy  ein  andren  funden  hattend.  Mornendes  näm- 
uiend  sy  urlob  von  der  guotten  frowen  und  machtend  sich  ufip 
die  strää.  Dnd  giengend  sovast,  daz  sy  zenechst  für  Jherusalem 
kämmend»  des  sy  gott  grossen  danck  sagtend.  Und  als  sy 
ein  wenig  fürhas  kämmend ,  do  erstehend  sy  ein  gros  her  »o 
umm  die  stat  liggen  mit  Krysten;  die  wottend  den  amiroll 
von  Persia  zerstören,  der  hat  die  stat  mit  verrettery  inge- 
nouinien.  Do  Rengnold  daz  her  vor  der  stat  gsach,  sagt  er 
zuo  Magis:  »Vetter,  ich  verwundern  mich,  ob  daz  Krysten  oder 
heyden  sigend.«  »Und  ich  och,«  sagt  Magis.  Und  als  sy  mit  25 
ein  andren  rettend  ,  do  kämm  ein  alterman  zuo  innen ,  der 
kämm  uä  dem  läger.  Zuo  dem  sagt  Rengnold:  »Got  grüetz 
üch,  frommer  man!  Sagend  mir,  waz  lütten  vor  der  stat  li- 
gend.«  »Es  sind  Krysten,«  sagt  er,  ^die  band  die  stat  be- 
legret,  darumm  daz  sy  der  amirol  von  Persia  ingeuoinnien  hat  so 
mit  verrettery.  Wann  der  amirol  hat  sich  bekleyt  inn  pil- 
gris  wy^  und  vyl  mit  im ,  und  ist  einer  nach  dem  andren 
hin  inn  kommen.  Und  do  sy  all  hin  inn  kämmend,  bliessend 
sy  ein  hornn  und  zugend  ire  schwertter  uß  und  stryttend  so 
mechtig,  daz  sy  her  inn  der  stat  wurdend,  ee  sich  der  künig  ss 
Thomas  gewapnette  und  sin  volck;  der  ist  gfangen  mit  etlichen 

9   väst]   vest  hfl. 


256 


siner  hereu.  Daruiiim  die  landtz[bL  269]hereii  und  landt- 
volck  die  Peraer  inu  der  stat  belägret  band,  inn  hoffüung,  sy 
werde  bald  wjder  gwunnen.«  Nacb  djsser  red  machtend  sj 
sich  uff  die  sträß  inn  daz  läger.     Do  sj  darin  wärend,  gsach 

R  yederman  Rengnolden  an ,  der  was  so  ein  schönner  pilgry, 
Rengnold  sprach  zuo  Magis:  »Vetter,  wir  mQesseiid  ein  hutly 
inaclien  aoi  egg  dysser  muren,*  Also  bort  Magis  nÖt  uf, 
untÄ  daz  er  ein  hütly  gmacht  hat.  Üiewyl  sy  ir  hötly  mach- 
tend,  fiel  der  amirol  ni  der    stat  mit  drü  tus8end  stryttern, 

^^  Do  der  gräf  von  Ranias,  Galleran  von  Sayetta  und  Gödfryd 
von  Natzeret  daz  ersächend,  do  sässend  sy  uff  ire  pfert  Der 
gräf  von  Jaffet  was  der  erst  geröst,  ylt  uff  die  Törcken  und 
schrey  »Jaifet!*  und  schediget  die  Perser  vast  übel.  Do  die 
Krysten  gewapnet  wärend  ,    do  fieng  ein  bertter  stryt  an  uff 

16  beden  syben.  Die  fier  Krysten,  der  graf  von  Jaffet,  der  gräf 
von  Ramas,  Galleran  von  Sayetta  und  Gödfrid  von  Natzeret, 
hieltend  sieb  vast  manlich,  insuuderheyt  Gödfryd  von  Natzeret; 
wann  alle  die,  so  er  traf,  schickt  er  inn  die  hell.  Do  daz 
der  amirol  ersach,  do  nam  er  ein  sper  und  reyt    gegen  Göd- 

so  fryd,  nnd  er  gegen  im,  also  daz  ire  sper  zuo  stucken  sprutztend. 
Und  begegnetteud  ein  andren  mit  iren  üben,  daz  der  am i roll 
zuo  erden  fiel;  des  er  vast  zornig  ward.  Und  stuond  schnell 
wider  uf  und  zog  sin  seh  wert  ula  nnd  stalt  sieb  zuo  wer.  Und 
Gödfryd  gab  im  so  ein  hertteo  streich^  daz  er  schier  zuo  erden 

26  fieL  Inn  dem  erwust  er  inn  by  sinnem  hülm  und  wott  inn 
mit  im  füeren;  aber  er  mocht  nüt,  wann  der  amirol  schrey 
sin  kry  »Per«a,  Persia^!«  darumm  inn  sin  voick  erloüL  Do 
Kengnold  gaach ,  daz  der  stryt  so  grussaaim  was,  sprach  er 
zuo  Magis;  >Acb,  vetter,  het  ich  min  barnisch,  so  wett  ich 
[80  nnserra  volck  lialffen.«  ^Vettere,  sagt  Magis,  »ich  mocht  wol 
lyden ,  daz  wir  barnisch  betten,«  »Ach,«  sagt  Rengnold, 
*warumm  hab  ich  not  Bayurd  und  Flamberga,  min  schwertlc 
Vast  übel  wärend  die  zwen  vettern  zefriden,  daz  sy  not  gerüat 
wärend  zuo  strytten.     Diewil  sy  mit  ein  andren  red  hieltend, 

s&  hieltend  sich  die  Krysten  so  manlich,  daz  der  amiro]  abblassen 
ließ.     Do  die  Krysten  gsächend,  daz  die  heyden  siglos  wärend, 


« 


^  ablassen  ha. 


257 


n 


do  jlt€nd  sjr  iauen  nvkch  ond  ertodtend  ireii  sovyl,  daz  es  ein 
wunder  was.     Und  begab  sich  uff  dein  weg,  daz   die  heydeii 
für  Rengnolden  Imtlj  rittend,    und    falteud  es  im  umra.     Do 
g8ach  Ueognold  umm  sich  und  fand  nüt  anders,  daz  er  stritten 
kand^  dnim  ein  siangen;    die  nam  er  zuo  beden  heuden,  und  t 
wie  die  hejden  för  rjttend,  schluog  er  all  streich  zweu  nyder, 
also  daz  er  Iren  des  tags  mer  dann  hundert  ertodt     Do  Magis 
gsach,  daz  sich  Kengnold  so  wol  hielt,  do  namm  er  sin  pilgry- 
stah  und  fieng  au  also  in  die  hejden  zesch lachen,  daz  er  iren 
fil  ertodt,     Inn  dem   kämmend  der  gräf  von  Ramas  und  <töd-  i^ 
frjd  von  Natzeret,  die  jltend  den  heyden  nach;  die  ersächeud 
die  grossen  manhejtien,  so  ßengnold  und  Magis  begiengend; 
des  sy  sich  verwunderttend.     >Ach  got,<  sagt  Godfryd,    »wer 
mögend  sy  sin?    Ich  gloub,    got    hab  sy    uns    bar    gesentt.« 
»Her,«  sagt  der  gräf  von  Hamas,  >icb  räfcten,  wir  fragend  sy,  »ft 
wer  sy  aigend.«     Diewyl  kämmend   die  heyden  wyder  inn  die 
siat.     Deninach  kam  der  gräf  von  Hamas   zuo  ßengnold  und 
Magis  und  sprach  zuo  innen:    >Ir  heren,    ich  bit  üch»  daz  ir 
mir  uwere    nanimen    sagend.«      *Her,€    sagt    Renguold,    >daz 
will  ich  ücb  gern  sagen:  ich  heyls  ßengnold  von  Muntabant.«  so 
Do  der  gräf  von   Hammas  hört,    daz    er  ßengnold   von  Mun- 
tabant  was,  do  ward  er  vast  fro  und  sprach  zuo  im:  »0  edler 
rytier,  sind  uns  got  wilkommen!    Ich  bit  üch,  daz  ir  mit  mir 
kommend   inn    min   zält    mit   üwerm    gaellen.     Wer   ist  er'?< 
»8er,«  sagt  ßengnold,  »er  ist  nainn  vetter  und  heyfit  Magis.«  2» 
Do  iun  der  gräf  verstuond,  do  tbet  er  im  groß  er  an.     Also 
erizait  im   ßengnold,    uü    waz    ursach    er    über  mer  kommen 
were.     Darnach  ertzalt  im  der   gräf,    wie  der  konig  Thomas 
gfiangen  was  worden,  und   bat  inn,    daz    er  ir  boptniau  were.  ^ 
Diewyl  kämmend  all  heren    ufi  Surria ,    die    wärend    vast    fro  ao 
ab   Rengnolden  zuokunft  und  bättend   inn  all  ,    wie    der    gräf 
von  Itammas  getbän  hat,  daz  er  ir  oberster  were;  daz  innen 
Bengnold  nun  verhieß.     Demnach  fuortend  sy  inn  und  Magis 
ittn  des  gräf  von  Hamas  zält.     Do  sy  darin n  kämmend,  nam- 
mend  die    heren  nrlob   von    im  und    giengend    inn  ire  zalten,  u 

8  gnaxih]  glich  hu.     Vielleicht  ist  auch  V^icht'  zu  lesen.         10  fil] 
fiel  hs. 


258 


got  dancksagend,  darumni  daz  er  innen  80  ein  guotten  ftSerer 
gschickt  hat.  Do  jedermann  hinweg  was,  da  ließ  er  innen 
gnot  hämisch,  schwertter  und  pfert  ?,uo  rüsten,  damit  und  »y 
gerüsfc  werend,  wenne  die    oottiirft  erfordertte;    aber  sy  wot- 

b  tend  nüt  andere  Meyder  nemraen.     Do  sy  zenacht  gessen  hat- 
tend,    bernoft    der  graf  toü  Ranias  die    heren  von  Suria  und 
sprach  ziio  innen:  *Ir  heren,  nun  gedenckend  iich  redlich  ze- 
halten, syt  daz  uns  got  hilff'  geschickt  hat     Daruinni  dunckt       . 
mich^  wir  sollend    got  grossen  danck  sagen  ^    darumm  daz  er  ^t 

10  unser  ingedenck    gsin  ist**     Des  graifen    red   gfiel  den  heren  ^ 
wol.     Also  danckettend  hj  got  die  gantz  nacht,  durnmm  daz 
er  innen  die  zwen  pilgry  gschickt  hat,     Mornendes  kämmend 
ay  geröst  inn  Rengnolden  zält  und  fragten«!  inn,  waz  zethuon 
were.     Diewil  die  heren  zerätt  wurdend,    wie  sy  die  stat  an- 

i&  griffen  wettend,  fiel  der  amirol  hiriufi  mit  zwey  tussend  stryt- 
tern.  Also  saß  Rengnold  nff  sin  pfert,  Magi«  och  sampt  allen 
Ivrysten,  und  gryöend  die  beyden  an.  Der  erst  hnffen  der 
heyden  fuort  ein  küaig,  der  hiela  Margaris,  der  was  her  de-s 
thums  ZOO  Tolletta;  der  fuort  ino  einem  schilt  [bL  270]  ein 

20  tracken  einer  grussammen  gstalt.  Der  kam  gegen  Rengnotd* 
Und  do  er  inn  gsacb  körnen  ,  sagt  er  ziio  dem  gratfen  von 
Rammas:  >Üysser  kumpt  sin  tod  reichen  inn  grosser  ylL« 
und  rantfc  damit  gegen  im  ,  also  daz  er  im  sin  sper  durch 
8inn  brusfc  stach,  nnd  fiel  tod  zuo  der  erden.  Und  Rengnold 
•  sprach:  »Got  verflüeche  dich!  Far  hinn  und  halt  dinen  vor- 
faren  gsekchaft  in  der  hell  I*  Darnach  zog  er  sinn  schwert 
uü  nnd  schluog  ein  heyd  damit,  also  daz  er  tod  zuo  der  erden 
fiel,  darnach  nach  einnen,  dem  hüw  er  den  koptf  von  achslen. 
lUnd  schrey  damit  »Muntabant!«  sin  kry.  Magis  hielt  sieb 
I  so  man  lieh ,  daz  sich  die  Krysten  verwnndertfcend.  Do  der 
gr&f  von  Ramas  der  zwey  ritteru  manheyt  gsach,  do  sprach 
er:  >0  got,  gelopt  werdest  du!  Nnnn  hoff  ich»  die  stat  Jhe- 
rusalemm  werde  gwunnen  und  der  küoig  Thomas  erlöl^t^« 
Und  rantt  damit  utt*  ein  heyd,  daz  er  tod  zuo  der  erden  fiel, 

M  und  schrey  darnach  mit  luiter  stimm:  »Schlachend  redlich  H 
darinn,  ir  heren!  Wann  die  heyden  sind  über  wund  en.c  Do  ~ 
die  heyden  gsächend  den  grossen  schaden,  so  innen  die  Krysten 
thettend,  do  fluchend  sy  gegen  der  stat,     Do  der  amirol  Barbas 


259 

sin  voick  gsach  fluchen,  do  ward  er  vast  zornig.  Und  im 
begegnet  Gallerann  von  Sayetta,  den  schlnog  er  tod  zuo  der 
erden.  Demnach  reyt  er  sinem  yolck  nach  inn  die  stat.  Und 
die  Krysten  yltend  innen  nach,  also  das  sy  mit  den  heyden 
in  die  stat  kämmend,  nnd  ertodtend  alle  die  heyden,  so  sy  .*> 
ankamniend.  Do  der  amirol  daz  ersach,  do  wot  er  vonn  sinnen 
kommen  nnd  verfluocht  Machmet.  Und  reyt  vonn  stund  an 
inn  Davidtz  thum  zuo^em  künig  Thomas,  zuo  dem  sagt  [er]: 
»Kinig  Thomas,  hälffend  ir  mir  nüt,  daz  ich  hinweg  gelassen 
wird  selbs  trydt,  so  will  ich  üch  von  stund  an  ertoden.c  Der  künig  lo 
Thomas  sprach  zuo  im:  »Land  mich  mit  minem  volck  reden.« 
l>az  ließ  er  im  nach.  Der  kunig  Thomas  gieng  an  daz  venster 
nnd  ersach  den  gräffen  von  Rammas  und  die  andren  herren 
kooimen ;  dennen  mofb  er  und  sprach  zuo  innen :  >Ir  heren,  der 
amirol  Barbas  enbüt  üch ,  wenn  ir  in  nüt  wyder  inn  sin  15 
küngkrich  wellend  lassen  rytten  selbs  dryt,  so  will  er  mich 
ertöden.  Darumm  bit  ich  üch ,  ir  weliend  inn  gän  lässen.c 
Do  die  heren  des  künig  red  verstundend,  do  sagtend  sy  all: 
»0  her,  wir  sicherend  inn,  wie  er  begert,  nun  daz  ir  erlößt 
werdend.c  Also  gieng  er  und  seyt  dem  arairoll,  er  were  er-  so 
lo&t:  des  er  ser  erfröwt  ward.  Und  giengend  mit  ein  andren 
ab  dem  thurn.  Da  ward  grosse  fröud  gfüert  zwüschend  dem 
küng,  Kengnolden,  Magis  und  den  heren  von  Suria,  insun- 
derheyt  do  der  künig  vernam,  daz  er  durch  Kengnolden  und 
Magis  manheytten  erlößt  was  worden;  darumm  er  innen  frünt-  26 
liehen  dancket.  Darnach  kämmend  sy  inn  pallast;  da  ward 
Kengnolden  und  Magis  erlich  eer  bewyssen  mer  dann  hundert 
tag,  und  liei  sy  diewyl  daz  hellig  grab  und  land  besächen. 
Diewyl  nammend  die  lantzheren  urlob  vom  künig  und  von 
Rengnold  und  Magis  und  ryttend  heimm  in  ire  land.  so 

* 
1  flachen  hs. 


17 


260 


« 


Wie  Rengnold  und  Magis  von  Jherusalem  schiedend 

und  inn  das  kuDgkrich  Piillia  kämmend  >  da  vertri- 
beud  »y  den  amirol  Barbas ,  und  wie  sy  demnach 
wyder  inn  Franckrieh  kämmend,  und  wie  Uengnold 
Ä  sine  zwen  suu  Karly  schickt,  daz  er  sy  zuo  rytter 
schluog,  und  wie  sy  mit  Felekers  von  Morillous  sun 
stritten d  und  sy  uberwundend, 

Do  rteiignold  and  Magis  ein  zyt  hy  küni^  Thomas  gsin 
wärenH,  do  nämeod  ay  urlob  von  im;  wann  sy  wotfcend  wyder 

10  inn  b'ranckrich.  Der  kunig  gab  innen  gros  guot ,  als  silber, 
gold  nnd  gäit^  und  Tust  innen  ein  geh i ff  zuo.  Do  daz  gerust 
was,  gab  innen  der  kunig  daz  gleyt  untz  zum  porfc  Jaffet 
sampi  sinen  heren.  Do  ay  zum  schif  kämmend,  oam  Reog- 
nold  urlob  von   innen    ond    fiior   hinweg,     und    fuorend    also 

i&  redlich,  daz  8y  am  nüntten  tag  zuo  einer  stat  kämmend  ,  die 
hieß  Palerma,  das  was  im  kunigkrich  Pullia,  Der  künig  was 
inn  sinnem  pal  last  inn  der  stat;  der  gsach  daz  schiff  landen, 
darumni  er  yllenkz  hinab  reyt  zuaim  mer  inn  geselscliaft  ainer 
ryttern*     Do  er  Rengnolden  gsach,  do  erkant  er  inn  wol,  und 

so  Rengnold  inn  och,  darunim  sy  ein  andren  groß  er  an  Uiettend, 
»Rengnold,«  sprach  der  kunig,  »ich  bit  üch,  daz  ir  mir  hälffen 
wellend  inn  minem  krieg ;  wann  der  amirol  von  Persia  ist 
ion  min  land  kommen.  Ich  streyt  gestert  mit  im  ^  aber  er 
schluog  mich  uß  dem  feld;  er  wirt  mich  morn  kommen  be- 
fiölägren.*  *Her,<  sagt  Rengoold,  »ich  will  uch  mit  all  minem 
vermögen  hälffen*«  Damit  fnort  inn  der  künig  inn  sin  pal-  fl 
last,  da  thet  er  im  groß  eer  an,  Mornendes  ryttend  sy  mit  ~ 
atler  macht  gegen  dem  amirol  und  stryttend  inn  soIHcher 
gstalt  mit  im,    daz    der   amiroll  sigloß   ward    [bL   271]  nnd 

•0  kumm  inn  sin  schiff  enttrann;  des  die  Krysten  ser  betrfSept 
wärend.  Demnach  ließ  der  köng  die  todten  vergraben  und 
reyt  wyder  inn  die  stat  sampt  Keuguolden  nnd  Magis,  got 
lobend  umm  den  sig,  so  er  innen  verliehen  hat     Do  sy  6ertag 

7  iiberw.        11  rtist]  über  der  zmie  »lie«  ba.;  a.  anm. 


4 


261 


fby  dem  küuig  Symon  gsiii  wärend,  do  iiaiiiend  sj  urlob  von 
im.  Der  was  vaai  trurrig  umm  ir  fainscUejdetL  Er  gab  innen 
köstlich  sehancktnDen  und  ließ  innen  ir  schif  wyder  mit  spyg 
Tersacben.  Üo  daz  beschach,  nämeud  sy  urlob  vom  künig  und 
«inen  heren;  der  gab  innen  das  gleyt  nntz  zunmi  schifF,  Dar-  & 
nach  reyt  er  wider  inn  die  stat.  Und  Kengnold  und  Magis 
fuorend  soTa^st,  daz  ey  inn  kurtzeni  gen  Dordonua  kämmend, 
Do  h'engnolden  brüeder  sin  zuokunfl  vernäraend  und  och  Ma- 
gi«^  wnrdend  sy  ser  erfröwt  und  kamend  innen  engegen  und 
entptiengeud  ay  mit  grossen  fremden.  Also  fragt  Renguold  i§ 
rou  stund  an  ,  wo  sinn  lieber  gmacbel  were  and  sine  kind. 
»Bruoder,«  sagt  Alard  mit  einem  grossen  süufftzen,  »hab  iren 
dorg;  wann  es  stat  wol  umm  sy.  Sy  sind  zuo  Munta- 
t,  dasG  band  wir  wider  lassen  buwen  inn  dinem  ab  wessen.« 
Der  red  ward  Renguold  »er  erfröwt  und  dancket  got  und  «ö 
tieng  an  guotter  dingen  sin.  Aber  do  er  gsach,  daz  sine  bruo- 
dem  so  trurrig  wärend,  do  erschrack  er  und  sprach  zuo  Alard: 
9  Bruoder,  ich  verstän»  daz  bösse  raere  verbanden  sind,  Darumui 
verhaltz  mir  nute  Do  inn  Allard  verstuond,  do  iuffend  im 
die  ougen  über,  und  sprach :  ^Bruoder,  diewil  du  die  warheyt  20 
wüsaen  wytt,  so  will  ich  dir  die  sagen*  Üarumm  wülä.  daz 
diu  frommer  gmacbel  tod  ist;  wann  syt  dinem  hinscbeyden 
hork  sy  nie  uf  weinneUf  geh  waz  wir  iren  sagtend,  und  ver- 
brani  all  ire  kleyder  und  hat  ir  leyd  so  lang  gfdert,  daz  sy 
de«  gstarben  ist«  [lo  Rengnold  sin  bruoder  verstuond,  do  a« 
foort  er  nnnsaglich  gros  leyd  and  sprach :  »0  Karly,  ich  so! 
dich  bitlich  hassen:  durch  dich  hab  ich  min  gmachel  ver- 
loren,« Magis  fuort  och  gros  leyd,  wann  sy  was  im  vast  lieb 
gain.  Inn  dem  kämmend  sine  zwen  sün,  die  knuwtend  für 
in  nyder;  darumm  im  sin  hertz  zerbrächen  wott,  und  hatz  mJ 
uff  und  umfiengs,  Kurtzlich  demnach  macht  sieb  Rengnold 
und  Magis  uff  die  sträs  und  kämmend  gen  Mnntabant  sampt 
sinen  broodern,  Do  die  burger  zuo  Mnntabant  irs  heren  zuo- 
kunfi  vernämend,  do  kämmend  sy  im  engegen  und  pntpfien- 
gend  in  mit  grossen  früuden,  desglichen  Magis;  wann  er  was  w 
innen    vast   lieb   alwegen   gsin,     und  als  sy  zuo   Muntabant 

8  ond  och  M.]  am  rande  lia. 


262 


4 


[wärend],  bäfetend  die  fier  bruodern  iren  vetter  Magis  so  lang, 
daz  er  willig  was  nun  für  hin  by  innen  zebliben  ;  des  sj  ser 
erfröwt  wurdend.  Rengiiohl  seliickt  inn  deren  zjt  sine  xwenn 
siin  Karly,  der  scliluoj^    sy  vmi  erlicli   zuo    rytter.     Darnach 

f*  stryttend  sy  mit  Feicker  von  Mirillons  sun,  der  ein  hieß  Cou- 
stantz,  der  ander  Rohart  Und  die  iirsach  ,  dam  min  ay  mit 
innen  strittend,  was  dariinjtn,  daz  Felckers  siln  sa*rtend,  Ueng- 
nold  het  iren  vatfeer  verretterseh  umnibrachb  inn  der  ebne 
Vacollers.     Danumn  Itennjiiold ,  Magis   nnd  sine  brnodern  gen 

10  Paris  kämmend    und  vonn   Karly    erlich   entp fangen  wurdend* 
Nach  dem  kanipff  wurdend   die  zwenn  verretter  Constaniz  und 
Rohart  erhänckt*     Do  daz  Gannellon  gsach,  fuort  er  groß  leyd 
und  sprach  zuo  Ilardres,    Beringer  und  zuo  den  andren  sinnen  -' 
friinden:   *Gsächend  ,    waz  schmach  nns  Karly  bewyßt     Aber 

16  wend  ir  mir  volgen,  so  mnoß  die  schmach  nach  wol  gerochen 
werden.«?  Er  seyt  war,  der  *  Terretter  Gannellon;  wann  er 
verriett  Rnollaod  nnd  ander  edel  rytter  am  Kontzefal,  als  ir 
ira  ersten  bnoch  wol  verstanden  hand.  Nach  dyssen  dingen 
begert  Rengnold  und  sine  Ijrüeder  urlob  von  Karly,     Das  gab 

20  er  innen  vadt  nngernu ;  doch  bat  er  sy ,  daz  sy  bald  wider- 
kemmend  zuo  im.  Daz  verhies  er  im  und  hielt  es  im,  wann 
er  kam  alle  jär  fier  mallen  zuo  im.  Do  sy  gen  Muntabant 
kämmend ,  verstal  sich  Magis  von  innen  heimlichen ,  daz  sy 
niemujer  mer  vernemmen  kondend,  wo  hinn  er  kam  ;  des  Reng- 

36  nold  nnd  sine  brüedern   nnd  sün  ser  betrüept  wurdend.    Do  ea 
ward   nach  der  Schlacht    am   Rontzefal ,   do   ordnet  und  teylt 
Rengnold  sinnen  bruodern  und  sünnen    ire  und  sine  land  nß,        i 
damit  nnd  sy  nach  sinuem  tod    nüt  inn    uneinigkeyt  mit  ein  H 
andren  kenmiend.    Demnach  ward  er  übel  mögend  und  kranek, 

3ü  also  daz  er  inn  kurtzer   zyt     darnach    sinnen    geyst  got   dem 
almechtigen  uff  gab;    des    sine    sün    nnd    brüedern   gros  leyd 
fuorttend.     Nach  der  begreptnus  fuorend  sine  brlleder  wyder  fl 
inn  ire  land   und    laptend  och    inn   erlichem  wessen ,    als  inn  ^ 
andern  bystoria  geschribeu  stat. 


Got  dem  almechtigen  sig  lob  und  dauck  gsagt, 
amen!    Im  1531  jär. 


268 


ANMERKUNGEN. 

1,  9  keysser  K.]  so  in  der  regel,  woför  in  F  ebenso  regel- 
mäßig Voy  Charlemaigne^  2,  15  alsj  d.  i.  alles  4,  13  *] 
quintaine        5,  1  sohultend]  menassant  (s.  z.  9)  9  trouw- 

tend]  wahrscheinlich  als  'trouwtend^  zu  lesen.  Die  Schreibung 
oü  für  oa  kommt  allerdings  sonst  nicht  vor;  vgl.  auch  tröwt 
13,  24  6,  2  1.  in  tüffels  n.  ?  F:  de  par  le  diable  33  1. 
das  er  iun  nüt  e.  ?  Vgl.  118,  1;  121,34;  126,  11;  127,  11 
118W.  P:  quil  ne  le  fist  pendre  7,  6  zuo  im]  a  luy  mesmes; 
s.  Fußnote  zum  texte  12  f.  Inn  .  .  .  sagen]   en  ce  point 

parlans  dunes  choses  et  daultres  chevaucherent  tant  les  mes- 
sagiers  27  inn   pallast]    au    donjon   du   chastel.    *Don]on^ 

scheint  D  nicht  verstanden  zu  haben  zu  haben,  denn  er  läßt 
es   stets   unübersetzt  8,  5    manlicher]   d.   i.   manlicherer 

11  siner]  1.  irer;  der  fehler  mag  daher  rühren,  daü  dem  Über- 
setzer wegen  des  franz.  'pour  le  peuple  substanter'  das  wort 
'volk'  vorschwebte  25  als  ein  .  .  .]  comme   larron   faulx 

traistre  et  desloyal  a  ton  seigneur  30  farwb]  kompromiß 

zwischen  historischer  und    phonetischer   Schreibung  9,  9 

hüettend  d.  g.]  gardez  pour  dieu  18  und  sagt]  touteifoys 

par  maltalent  il  luy  dist  29  von  schalckheitj  de  maltalent 

10,  17  cnwyrt]  die  negation  'en'  findet  sich  nur  noch  vor 
'werden'  im  hauptsatze;  vgl.  80,  18;  160,  29;  169,  3;  197,  12; 
198,  4         23  räche]  konj.  prät.  34  die  zechen]  die  einen 

zehn  11,  4  1.  und  werdend  im  sagen?  F:  et  luy  direz 

12,  25  bestatten]  mit  auffälligem  ä  (=  ä).  lOin  Schreibfehler 
ist  wegen  233,  32  ausgeschlossen;  vgl.  auch  'stat*  im  glossar 
zu  Morgant  13,  14  und  wend  .  .  .  annemen)  et  se  le  roy 

luy  fait  guerre  de  nostre  puissance  luy  ayderons.  Das  stimmt 
besser  zum  folgenden         16,  15  sy]  nämlich  Mie  stat'  Troya 


18,  10  versaiiihing]  asseniblee 
anni.  zu  Morgaiit  266,  81  24  erwärmet  |  e«ctianffez  19,  22 
ober  inn  [und]  uns]  He  uoim.  Darnach  wäre  *iiin*  viu  streichen 
und  der  zusatz  unnötig  25)  xwey]    dix;    Ü  las  *deux^  (wie 

Morgank  258,  15).  Vgl.  20,  3  27  ascht]  für  die  ausspräche 
bemerkenswert  22,  23  inn  S.  wald]    en  la  vallee  de  sois* 

Sans;  s.  z«  Morgant  296,  11  28  ist  tiickist  sich  •/,  rj  est 

tnouit  vindicatif  a  soj  veoger  23^  81  t  mine  L  v,]   iiion 

treschier  nepueu  regnault  se  a  dieu  plaisoit  par  sa  grace  que 
tu  peussefl  scavoir  .  . ,  Die  2,  Bg.  (/..  32)  rührt  davon  her,  daß  I) 
die  z.  31  vorgenommene  iindernng  bereits  vergessen  hatte:  ». 
fu&note  zum  text  24,  3  L  wyder  stän?  20  stach  den  her- 
tzogen  .  ,  .]  frappa  de  sa  laoce  la  poictrine  du  cheval  au  duc 
tellement  que  dessoubK  luy  le  trehuscha  22  h  stuond  wyder 
uf?  24  inn]  le  (cheval)  25,  4  klagend]  d  an  flexivischee 
n  angetreten  wie  132,  14;  229,  20  usw.  13  das  =  das  es 
26,  1  bereytten]  porter  20  l  gs.  nüt  were;  F:  si  ne  fnst 
pour  la  eonipaignie  28  und]  zu  tilgen  27,  4  die  wärend] 
lesquelz  (nämh  les  eschez)   estoient  5   die  schänbstein  ü,] 

leschiquier  estoit  dor  niassif,  Z.  11  ist  'eschiquier*  richtig 
übersetzt         28,  3  mit   sineni  scbwert]  de  sa  lance  7  Du 

wirst  g.  L]  eertea  tu  en  mentiras  22  unserem]  nion ;  vgl. 
z.  26  29,  26    [thuon]    vielleicht   auch    'geben*    (s.  z,  4) 

30,  8  I.  mannen  ich  üch  31,  17  von  R.  soldner]  fehlt  V 
und  der  hertzog  R-  w.  t]  et  qne  richard  frere  de  regnault 
aToit  tue  regnier.  Der  Übersetzer  hat  sieb  gesagt,  daü  der 
schildner  Richards  namen  nicht  wissen  kann»  daher  seine  an- 
derungen.  Aber  z.  21  folgt  er  trotzdem  wieder  F  32,  11 
an  venstern  L]  Rengnold  hatte  nach  F  befohlen:  faictes  fermer 
la  porte  et  lever  le  pont  et  nous  en  allons  appnyer  es  fene- 
stres  pour  nous  recreer  a  veoir  ces  gena  qui  viennent  contre 
nou8  33,  15  ist  es  ö*  w.]  gehört   nach  F  zum  vorherge- 

henden satze  34  f.  in  Anses*  Worten  fehlt,  was  nach  83,  17 

zu  erwarten  ist  und  34,  7  f.  voraussetzt:  die  forderung  der 
anslieferung  Richards.  S,  einh  34,  2  wenn  das  .  .  .]  si  ee 
nestoit  (pource)  que  je  vous  aivue  je  vous  leisse  .  .  5  1. 

von  rechtz  wegen  10  desterm.]  fehlt  F         17  das  recht 

th.]  la  maistresse  porte  26  ein  heimlicher  u.]   tine  faulce 


4 


I 
4 


265 


m&  zyi  was]  nach    F  liatfe  Reti^iiold  mit  dem  iiberfall 

XQwartiii]  wollen,  bis  die  feinde  sieh  ein  wenig  ausgeruht  hatteu 
36,  9  f-  er  ist  ,  .  .]  cest  Ihomme  de  toas  noz  ennemyfi  qui  pis 
nons  fait  et  qui  pIns  noQS  a  doinmngez  22  das  ==  das  es 

36,  3  wydris]  d,  i.  'wider  ans^  in  uuiiidartlicher  laiitform,  mit 
rednkiion  des  vokala  im  enklitischen  pronomen  {-U  aus  ün 
=s  öns)  und  schwand  des  sonanten  in  der  unbetonten  mittel- 
ailbe  32  den  verrettern]  näoiL  den  Fran/.osen,  die  den  lenten 
Rengnolds  nicht  stand  halten;  Tgl.  F:  niandez  phisieiirs  de 
Toz  gen5  et  leur  mandez  qnilz  prengneiit  tous  les  traistres  qui 
maintenant  ae  faignent  contre  voz  ennemis  et  sans  delay  les 
faictes  pendre  et  tons  vife  eiKiorcher.  Quant  les  francoys  ouy- 
rent  ce  que  foucques  disoit  au  roy  ilz  ne  firent  autre  demeure 
maia  y  picquerent  leurs  chevaulx  et  fraperent  sur  les  gens  de 
regnault  tellenient  quilz  les  Hrent  reculer.  D  bezieht  Mie  ver- 
retter^  auf  die  feinde  37,   18  den]   le  (cheva!)  25  Du 

moebteat  .  .  .]  vous  vous  pnnrriez  Hien  tenir  de  nous  venir 
veoir  81  soQvent  26  wlenuecht]  raundarti  38^  14  achhiog 
mm  , ,  J  nach  F  durchsticht  er  ihn  mit  der  lanze.  S,  nachher 
'dcD  sticb^  33  das,  d.  i.  das  es  41,  21  gschrey)  darnach: 
et  je  les  mettray  dedans  le  chastel  42,  5  wol kommen  {s, 

fufinote)  ist  in  den  text  einzusetzen ;  vgl.  Schweiz,  idiotikon 
m  285  18  wann  sy  wärend  .  ,  .]  pource  quilz  navoient 

cesse  tont  le  jour  de  batailler  22  tliet  wie  d.  f.  J.]  steht 

iö  F  besser  nach  *Herman*  (z.  21)  43,  8  schlos]  forteresse 

da  donjon;   s.  zu  7,  27  9  im  undern  schlos]    en    la  baase 

oourt^  wofür  nachher  (z.  16)  färhaf  11  durch  die  g.]  parmy 
la  maistresse  rue  17  schlos]  donjon,  ebenso  z.  18.  22  (das 
recht  schloa)  24  nd]  1,  ud,  d.  i.  üd  (aus  *iuwehtO;  vgl 

102,  36  und  Morgant  149,  37  28  ein  graben]   une  fosae 

soubz  terre  das  heimlich  th,]  la  fanke  porteile;  s.  34,  26 
44^  10  Ijedeckt]  couverte  de  sang  16  desglichen  die  f.]  et 
leva  le  pont  levis  du  chasteau  (Fb);  s,  x.  20  18  iren  man] 
den  mann,  auf  den  sie^s  abgesehen  hatten  45,  38  byst] 
nacbahmung  des  Iranz.  passivs  46 ,   3   von  dir]  en  vous 

14  Rüstend]  prenez  18  amitten]  wofür  sonst  anmitten  (z.  b. 
71,  2),  entspricht  Schweiz,  (d)dmitta  aus  enmitten,  emmitten 
mit  kürzung  des  mm  vor  der  tousilbe.    a  ist  bezeichnung  des 


unbetonten  e  wie  in  dem  liiiufigen  as  für  es  (z.  b.  10,  17] 
72,  14;  73,  36)  29  also  das  die  bächly  ,  .  <]  que  les  ruy« 
seaux  coulloyent  du  sang  dea  homnies  et  des  chevaiilx  47,  V 
naclien]  aua  iiach-hiii  48,  3  fromirienj  poures  33  durol 
nu  s.  wegen]  verquickung  von  'durch  min  «.'  und  'von  m.  I 
wegen*  49,  30  einer  puachlen  stn]  ung  plain  poing  de  paill 
50,  29  als]  d,  i,  alles  gätwlich-  31  ryttj  pas  51,  6  inn 
le  (cheval)  7  der  hieJa  ö,  M,]  s;  einL  14  ein  trjtt  e.  K 
ie  pas  dune  petite   ri viere  qui  leur  fist  grant  ayde         17  da 

_au  passer  de  ceüe  ri  viere  21  irenj    gen.  pl.  52,  3  | 

kber  sy  Iiand?  V:    maii  ilz   ont  .  .  53,  8  es  ward   .  ,  J 

oncques  si  rielie  portee  ne  fut  faiete  par  le  corps  dune  dam^ 

l64,  18  sejller]  bei  pluralen  auf-er  fehlt  die  datiTendung  nichl 
Belteu  27  das  wir  .  .  .]    que  nous  ne  prenons  aulcun  boi 

conseil  de  nostre  affaire  55,  1  bunger  st.]  aus  'Hungers  st 

(gesprochen  hungersterben)  durch  falsche  auflösung  der  verbin^ 
düng.  Die  a-lose  form  wird  dann  aiicli  auf  andre  verbindiingei 
übertragen,  z.  b.  hunger  zesterben  215,  2  6  die  red  enttecki 
li,]  avez  ouvertes  les  parolies  10  insnnderh,]  et  mesmemem 
23  und  an  ,  .  .]  anakolnth  35  w«  inn  der  g,  st.]  en  la  bonni 
heure  56,  21  geredt]  geredet  haben  wird;  über  das  pmfii 
ge-  8.  Schweiz,  idiotikon  II  49  22  erk*  well]  congnoistri 
57,  11  uß  grossem  erbermdj  so  noch  lf>6,  35;  251,  1;  sonstl 
(soweit  das  geschlecht  erkennbar  ist)  fem.,  z,  b,  116,  35;  121,  9| 
178,  8j  208,  9;  222,  5 ;  229,  8  32  als,  d.  i.  als  sy  58,  13 
das  ir  nüt  ,  ,  J\  qui  ne  pouez  avoir  monnoye  ne  gens  ou  qneli 
qiies  priaonniera  qui    vous  donne(ut)   grant  avoir  24  haU 

tend]  portastes  29  weinnen]  souspirer  34  tzogen  gw.' 
(fussiez)  allez  gaigner  59,  30  sin  land]  plural  32  er- 

Bünfftzet]  attendrit  60,  36  den]  schätz,  aus  'Schatzkammer^ 
zu  entnehmen  61,  6  das,  d.  i»  das  es  7  pferden]  homraea, 
die  Rengnold  (nach  einer  von  D  Übersprungenen  angäbe  in  P) 
aua  den  väterlichen  schätzen  angeworben  hatte  14  dry  s.  g/ 
troys  somniters  (chargez)dor  62,  5  ryttend  d.  M,]  passe- 

ren t  meuae  63,  5  inn  eydtz  w.  e.  k.]  en  sernient  de  roj 

15  geruow]  für  gerouw^;  vgl.  'beruopt'  235,  19  für 'beroiipt* 
'bouben*  für  'buoben*  u,  a,  26  diewyll  der  8,  d.  ist]  pen* 

dant  que  bledz  sont  espiez        34  er]  il,  näml.  la  gaette,  doi 


267 

aber  D  darch  'die  wSchter^  wiedergegeben  hat  64,  14  und 
schloogendj  R.  und  seine  brüder  (s.  z.  8)  25  nyderlagj  ra.; 
Tgl.  Schweiz,    idiotikou  III   1165  66,  4  inn]  le  (cheval); 

z.  5  kein  aollichen]  nng  si  bon  (cheval)  6  u&  forcht]  pour 
esbahir  regnault  21  hals]  crains  36  fryschfcest]  s.  zu 

19,  27  67,  14  truren]  soucy;  ebenso  z.  15  18  iren]  in 
F  ist  nur  von  einem  gefangenen,  dem  heidnischen  könig,  die 
rede,  daher  vielleicht  'irem^  zu  lesen  26  geschickligkeyt] 

largesse  68,  4  zechen  thonnen  g.]  dix  sonimiers  chargez 
dor;  8.  zu  61,  14  70,  21  schüchensj  suspition  22  nun 
^  Dinwan  23  banden]   =   band  in,  mit  Schwächung  des 

enklitischen  pronomens  32  all  werinnen]   les  branches  et 

le»  barbacanes  71,  8  das,  d.  i.  das  es  72,  16  if.  sy,  irj 
'die  8ü^?  73,  19  das,  d.  i.  das  es  36  das  kinny|  mund- 
a^!        75,  8  schloß]  röche  23  was]  estois;    s.  anm.   zu 

Morgant  124,  34  77,  20  ein  sunj  vgl.  Braune,  Beiträge  XI 
527  33  trurigj  pensif  78,  11  röub]  1.  roub  (wie  z.  15); 
denn  ön  ist  wohl  nichts  anderes  als  eine  vermengung  von  o 
(ans  0),  das  auch  allein  den  diphthong  ou  bezeichnen  kann, 
nnd  on  19  das,  d.  i.  das  es  79,  15  reytten]  doch  wohl 
Schreibfehler  für  'rytten%  da  in  der  i-reihe  ausgleichung  des 
plnr.  prafc.  nach  dem  sing,  bei  unserm  autor  sonst  nicht  vor- 
kommt. Ueberhaupt  kenne  ich  dafür  nur  ein  einziges  beispiel, 
das  allerdings  gerade  das  verb 'reiten'  betrifft;  s.  Hans  Sachs 
XX  451,  17  (Bibl.  des  litter.  ver.  193)  22  darff  .  .  zesagen] 
s-  zu  Morgant  146,  10;  224,  7  35  nechst  k.  k.J  prochaine- 
went  venant  80,  3  den  platz]  les  lices  6  oben  am  u.] 
*u  bout  des  lices  11  RuoUanden]  pour  donner  a  r.  18 
^Q  enwirst]  s.  zu  10,  17  36  nebend]  aupres  de         81,  1 

^ald]  val;  s.  zu  22,  23  12  1.  Mögend  sy  nüt?  V:  poiir- 

^Oöt  ilz  pas  36  der  punkt    ist    hinter   'strälä'   zu   setzen 

^2,  14  wenn  es  d.  f.  w.J  sil  feust  de  la  couleur  28  im  n. 
^^']  der  ländername  nach  deutscher  art  n. ,  trotz  des  franz. 
en  la  basse  br.'  33  redt  also  .  .  .]  contrefaisoit  son  langaige 
"3,  15  eines  b.  w.]  de  malle  part  27  hüene]  mit  auffal- 

ligem üe  neben  'hoen'  2,  24  84,  12  uff  S.  inn  das  r.]  sur 
saine  an  la  praerie  14  hincket]  d.  i.  hinkend,  mit  schwund 
des  n  in  der  scbwachtonigen  silbe         15  zend  des  1.]  au  bout 


80B 


des  lices;   s.  zu  80,  6  82  groß]  enfle  33  gfört]  wie 

Morgaot  52,  3  =   gYörchfc;    vgJ.  Schweiz,   idiotikou  1  993  f,J 

85,  2  wann   .  .  haben]  si  vous  le  faicies,  je  me  courrouceray. ' 
Betr.    die    deutsche    wenduiig    vgL  Schweiz,    idiotikou    II  875 
3  das,  d.  i,  das  es  6  entband   B.  den  f.]  vgl,,   was  F  an 

früherer,  von  D  unterdrückter  stelle  (zu  83,  16)  erzählte: 
(Maugis)  print  ung  fil  de  soye  et  le  cira  Wen  et  sen  vint  a 
bayard  et  luy  lia  la  pasture  du  fil  86,  23  durch  ein  h,  str.jj 
par  ung  sentier  88,  4  nechat  k,  k,]  s.  zu  79,  35  9  inti  | 
S.]  dehors  sur  seine.  I)  scheint  hier  'seine^  für  einen  Orts- 
namen zu  halten ,  trotzdem  er  (z.  b.  nach  86,  9)  das  richtige 
wissen  mnla  89,  7  als  =  alles  12  nun  ^  niuwan  22 
Anses]  irrtümlich  mit  Fd  (nayniee)  statt  'Doon  von  Nantueil' 
(vgl.  88,  18  ff.),  wie  denn  auch  Fb  hier  hat  S,  einl.  90,  8 
Yrßland]  irlande  19  hynger  storbenj  das  fehlen  des  ge-  vor 
dem  part.  ist  vielleicht  dadurch  zu  erklären^  daß  das  ganze 
als  Zusammensetzung  mit  betontem  verb  (schweiz,  'hünger- 
st^rben*,  s.  idiotikou  II  1448)  empfunden  wurde.  S.  noch  zu 
55,  1  22  tr.  tussend  gebartten  r.  .  .]  trente  mille  cheraliers 
de  prinie  barbe  sans  les  che  valiers  auciens  qui  estoient  bieu 
cenb  mille  26  ich  will  uk  v.  th.]  jen  feray  mon  pouvoir 

91,  11*]  ergänzet  il  aura  mercy  de  vous  30  erliche  «.] 
bei   ofire              35    die   heimliehen    e.]    les   faulces   posternes 

92,  12  raanlichen]  tous  homnies  de  prinie  barbe;  s,  zu  90,  22 

93,  5  das,  d,  1.  das  es  11  allein  i.  schw.]  sinon  leurs 
espees  14  Tr.  die  gros]  s.  zu  16,  15  22  uff  dweydnig] 
mundart!         27  nun  =  niuwan  das  gantz  g.]  s.  zu  82,  28 

94,  9  werend]  serons  95,  12  inn  üwern  ps.]  en  une 
eglise  a  dire  voz  psaultiers  34  hnob]  tint;  s.glossati 
96,  36  will  .  .  .  stillen]  vous  prometz  qne  a  vostre  pm- 
dence  me  attendray  97,  21  das,  d.  i.  das  es  98,  3  sinen]  ' 
statt  ^sine\  als  ob  die  präpositton  Von^  vorherglenge  24  L 
mir  zuo  eeren  d.?  F:  a  Ihonneur  de  moy.  Vgl,  99,  14 
99,  6  [überwunden]  desconfit  17  wir]  K  'ir'  21  über- 
kam] apointa  100,  8  nun  =  niuwan  33  Gumard]  lorafl 
dist  guymard.  G.  de  Bayonne  (s.  z.  21)  spricht  also  wieder, 
was  der  Übersetzer  nicht  beachtet  hat  35  wer  du  werind] 
hier  erscheint  der  häufige  Wechsel  zwischen  2.  sing,  und  plurJ 


W874 

wo' 

sie 


9CDI 


anrede    auf    die  spitze  getrieben.    F:    que    tu    es  ung 
vieillarfc  radsote         101,  16  eiwaz  Ursachen]  aulciine  occasion 
ich    bin  .   .   .J   je    suis    merveiüeusement   charge    de    vous 
2,  7  schriher]  chappellHin  13  rossenestly]  fleiirs  de  rose 

immer)         21  quittieren]  acquiter         B4  lachet! ]  soubrir 
i03,  6  schriber]  chamberlan         10  den  verrettern]  pour  veatir 
iraistres.    Den  selben  dat.  s,  80,  11  11  wald]  val;  s, 

zu  81,  1  26  sond  ayj  als  ob  es  vorher  'heimligkeyten*  hieße 
29  danck  habend]  über  bliese  formel  8,  Schweiz,  idiotikon  II 
.874  104,  9  kuttler]  poultroos.  Die  ünderung  ist  offenbar 
bsichtigt,  da  dem  Übersetzer  die  bedeutung  von  'p^^'^^^^^' 
wohlbekannt  war  (s.  zu  109,  10).  Das  kuttlerge werbe  scheint 
sich  darnach  keines  sonderlichen  ansehens  erfreut  zu  haben 
U  gehaben]  über  diese  (noch  heute  in  Schweiz,  niundarten 
f kommende)  participiultorm  s.  Schweiz,  idiotikon  II  871 
15  recht  kommen ,  wann]  venu  a  point  que  je  me  vengeray 
de  luy  18  dann  allein]  vgl,  93,  11  es  sind  gr.  s.  ze- 

sagen]  cest  moulte  forte   cbose  a  dire         105,  9  da  warttind 
sy  die  i.  s.]   sonst   gilt  der  gen,,  auch  dativ  17  die   zenn 

th.  im  wee]  nach  F  wollte  ihn  nämlich  die  Schwester  küssen, 
er  aber  *tourna  la  bouche'  (kart  «ich  liebend  sich)  und  ent- 
schuldigte sich  mit  Zahnschmerzen,  D  hat  absichtlich  geäu- 
t;  s.  einl.  106,  20  lünfzechen  tag]  quinze  jours;  deutseh 
are  Vierzehn  f.  35  mit  grossem  ej  s.  zu  57,  11  107, 
24  waz  iat  das,  so  .  .]  quest  ce  que  .  .  109,  10  nütsöllend 
h]  poultrons;  s.  zu  104,  9  17  behebend]  retiendrez  .  .  avec 
vöüs  29  das  urlob]  bezieht  sich  auf  die  in  F  vorhergehende, 
von  D  unterdrückte  frage  der  brüder  an  R,  'comme  il  avoit 
iploicte  et  Sil  meneroit  bayard  son  cheval*  110,  26  hattendj 
her  die  in  unsrem  text  so  ziemlich  durchgehende  Vermischung 
*haben  (han)*  und  'heben^  s.  Schweiz,  idiotikon  II  889  f. 
den  Damen  .  .  .]  le  nom  de  la  dignite  de  non  jamais  y  avoir 
roy  111,  5  kein  lyrren  nach  ps.  so  g*  th.]  vieilles  (vielles  b) 

ne(p)salterionB  ne  dirent  si  melodieüsement  8  die  ryttend  und 
inn  !•  t.]  vont  chantant  a  leur  mort  die  äffen]  le  signe, 
was  der  Übersetzer  mit  le  singe'  verwechselt  hat.  Was  er  sich 
wohl  dabei  gedacht  haben  mag?  32  wald]  s.  zu  103,   11 

112»  5  fiträß]  carreiourt         18  tals]  hier  ist  nun  Val'  richtig 


ivon 


270 

übertragen        24  Bj  miner  tröw]  nach  ausweis  yon  F  wortel 
Gucharte;  hinter  liruader'  isb  'sprach  G-*  (dist  guichard)  ein- 
zuschalten      113,  37  was  ist  da.«,  so  .  ,]  s.  zu  107,  24       114,  10 
an  dich  übel  g.]  trop  graude  me»pnson  a  voue         115,  16  mit 
groaaem  begirdj  mit  auffälligem  geschlecht  (m,  oder  n.?)     Vgl, 
Schweiz,  idiotikon  II  416,  wo  das  wort  einmal  als  nn  belegtM 
wird,    S,  aoeh  zu  57,  11         29  Allantzon]  1,  Ba-;  F;  balancon" 
117,  16  ertzeigtend  ,  .  .  ryttern]  monstrerent  a  ieurs  enneraya 
visaige  de  Chevaliers         29  rächen]  vendray;  D  las  wahrschein- 
lich Vengeray^         30  sy]  ta  (lance)         33  stand  ab  ze  fuoliJJ 
descendez  a  pied  118,  W  nüt  nach  s.  w.J  pa«  bien  a  son  aisfi 

119,  36  Hie  kumpt  a.  w,]  vecy    finer   le  monde!  120,  22 

die  kutlen]   =  'die  thernini*  z.  h.  122,  5        121,  22  einängen' 
weg  .  ,  by  einem  v,]   nrig  destroit  de  roehe  122,  9  gsel- 

schaft  und  j*]  beaiilte  et  nostre  jeimesse  26  die  gänsefüß- 
chen  sollten  vor  'VVett  got'  stehn  ,  da  dort  nach  ausweia  von 
F  die  rede  Rede  Rengnolds  beginnt,  Uebrigens  sagt  dieser 
nach  F:  pleust  a  dien  que  Doua  y  fnssions  (näniL  auf  dem 
feigen;  s.  z,  21),  wovon  D  mit  absieht  oder  aus  unachtsatnkeii 
abgewichen  ist  123,  1    hinter  'nach^  ergiinze  nach  F  (ne 

onrs)  das  wort  'ber*  10  w^ert]  2.  sing,  prät  ind.;  vgl  hießt 
172,  28.  29;  verzieht  173,  6;  begiengi  178,  22  asw.  Ueber 
die  bild imgsweise  s.  Weinhold,  Mhd,  grammatik  §  357  (s.  349) 
124,  17  land  syßj  =  'L  sy  nns^;  vgK  zn  36,  3,  Dagegen 
'Landtz  uns*  131»  11  18  Ir  mögend  .  .  .J    spricht  Gergia 

125*  2  die  zwey]  die  einen  zwei ;  s.  zu  10,  34  36  gereden] 
s.  zu  56,  21  126,  23  giengend  ,  .  uß]  luy  passoyent  par 

la  playe  127,    13    wentz  ,  .  können  s.]   le  scaurons  dire 

20  sin  der  b,  r.]  beachte  die  Stellung  des  possess.  geneijivs! 
29  do  bedächt  er  s.  e.  s.]  il  se  pensa  düng  bon  sens  128,  7 
vernnnft]  scieuce  12  und  gedächt  .  ,  ,]  et  ne  pensoit  pas  a 
ce  quil  advint  15  brächt  er  .  .]  anakoluth  19  der  Strich- 
punkt ist  nach  'insunderheyt'  zu  setzen  25  das  e.  zeyllen] 
pour  haster  le  menger  129,  16  das  er  .  .  nüt  d,  s.]  ohne 
,  .  etwas  davon  zu  sagen  130,  1  zeüberkomen]  beweis  für 
untrennbare  Zusammensetzung;  s*  Schweiz,  idiotikon  III  271 
20  gieng  nüt  den  trab]  nalloit  raie  le  pas  132,  8  ersach] 
sentit         14  gedenckend]  s.  zu  25,  4         27  das   überÜüsaige 


271 


*fiieh^  dw  hs-  (s,  faßnoie  ztim  text)  rührt  daher,  daß  der  über; 

sttoer,    dem  franz.  'se  meila*  entsprechend,  zuerst  Vieh  so  t. 

d.  F.  niisehlen^  aehreibeu  wollte  133,  14   übern]  wohl 

OS  *iiberen ,  uberhin*,  aber  mit  verblaßter  berleiittmg,  indem 

es  keine  bestimmte  richtung  mehr  ausdrückt,  diese  vielmehr 

durch  vorgesetztes  'har*  (s.  noch  136»  16)  oder  'hin*  (134,  12; 

136,  31)  bezeichnet  werden  muß,  S.  zu  177»  25         15  ännecht] 

vgl,  die  ofiFenbar  ganz  nahestehende  form  'anet,  onet*  Schweiz. 

Idiotikon  I  262         135,  19  waz  ist  das,  so  . .]  s,  zu  107,  24 

!3  nfl  einem  gr.]   a«  perron  136,  5  das  er  .  ,  .]  quil  le 

i  chaiiceter  15  er]    näml.  Kengnold;    der  vorangehende 

uiporabatz  lautet  in  F:  quant  regnault  vit  hroifort  sans  seile 

7,  8  Du  tröwst  schon]  or  nienassez  tont  beau        11  Ir  wer- 

od  .  .  bringen]  vous  ne  porterez  pas.    Doch  ist  einschal tung 

n  *uöt*   nicht   notwendig,   da  die   ironische  ausdnicksweiae 

cbtigt  sein  kann        34  erstach]  stimmt  nicht  zu  118,  1; 

"eccist        138,  1  inn  gestalt  e.  k.]  a  mode  de  caverne      5  do 

band  [sj]  1.  'die  hand^;  F:  lesqueiz  nous  ont  16  andren] 

ier.  Der  sinn  ist  wohl  der  selbe  ;  mit  jedem  streich      25  das 

a  nach  'Wie^  ist  zu    tilgen  139,  14   mich   g.  hat] 

endra  17  waz  ist  daz,  so]  s.  zu  107,  24         26  von 

üch  .  .  .  haben]  vons  souflre  prendre  si  graut  orgueil        141,  8 

verstand]    kann    2.    sing,    oder    plnr.  imp.  sein;    F:    entendez 

a  raois  27  der  suptillist  m,]  le  phis  subtil  iiigromancien 

143,  36  kloster]  darnach:  et  en  prendrons^  Ihabit  et  ainsi  ponr^ 

rons  nous  estre  sauvez.  Je  congnois  tant  de  regnault  quil  ne 

Dous  fera  nul  mal  quant  il  nous  trouvera  moines.     VgL  143, 

12,  31        143,  3  das  f,  h<]  le  bois  de  la  serpente  ou  il  ren- 

contra  regnault  et  «es  freres  et  maugia  qui  sen  retournoyent 

a  montatiban  et   emmenojent   avec    eulx    grant   raultitnde    de 

prisooniers.  S,  z.   IG  28  gross  buobj  näml.  Pinard  34 

not]  riens;  wir  erwarten  'etwas*         37  fachen]  pendre ;  D  las 

preodre,    S.  zu  Morgant  162,  31         144,  2  kutten]  chaperon 

£*  Wehen]  cloistre        27  er  sig  rainn  schw,J  il  est  nion  horame; 

^  148,  10        28  die  fryheit]  bezieht  sich  wohl  auf  143,  38; 

▼gl  aber  F  (quil  ue  prengne  pas  garde  a  ma  maulvaistie  mais 

Ä  la  franchise)  und  14G,  29        145,  16  statt  das  hslicbe  *gsü* 

cheü*  in  ^gsachen*  zu  ändern  ,    wäre   es  wohl   besser  gewesen, 


272 


'mochteud'  dahioter  einzuachaUen  147^  17  Karl  ja  vettern 

n,  e.]  löujsefc  ung  autre  nepueu  de  ch.  Von  dieser  tat  ist  in 
oiisreiu   texte  nirgends   sonst  die  rede  24  die  zwenn]  die 

andern  zwei;  s*  7m  125,  2         148,  2  Uaninim  dazj  se         23 
So  ver  .  .  ,]  »i  que  pour  (dieu  b)  tres  doulx  sire  ne  sonffrez  .  «■ 
149,  7  als  er  w,  kj    iilte  formelhafte  wendung.    Z.  32  kehrt 
sie  wieder  28  ver  räch  tungen]  reproches  29  daz,  d.  i.  ^ 

daz  es        150,  2  eej  mieolx:        21   kriegen]  akkus,  plun        25  f 
gnothet]  bonte        162,  4  von  minen  gs,]  de  oltvier.    Darnach 
wäre  'minem*  zu  les^en ;  vgl.  aber  z.  6         16  Waz  ist  daz,  so] 
8,  zu  107,  24  153,   19  hertt  stich]  mit  dem  Schwerte;  s. 

35,  30  flF.  27  Daz  wirt  ,  .  ,]    nach  F  spricht  von  hier  an 

Anses  (nayme«).  Daher  z.  28  der  sing,  'sprach*  gegenüber 
'sagtend'  z.  23  32  sy]  ia  (lance)  38  inn]  les  154,  9 
nemmend]  tollent  10  R.  sprach]  s.  einl,  11  weder  d.  ■ 

nach  lob]  ne  gre  ne  grace  13  wotz  nut  th.]  näml.  mit  dem 
Schwerte  gegen  Rengnold  kämpfen  enbotten  hattend]  s.  153, 
30  ff.  155,  15  vgl  136,  6  f.  18  schone]  tue  fains  19 
fryheyt]  Franchise  24  uff  daz  ein]  sur  son  eheval  25  der] 
qui  "wenn  einer*  29  groß]  enfle  156,  7  sach]  adventnre 
11  uff]  parrny  15  warttetj  darnach:    car  qui  se  fera  tuer 

a  son  ea^cient  son  ame  naura  jamais  pardon  17  loM  .  .  *  ■ 

uff]  le  deslya  et  luy  deshenda  ses  yeulx  158,  28  din  zyt 

erlept]  vescu  vostre  age  35  von  des  sinn  wegen]  par  qui* 
Ist  'sinu^  aubst.,  oder  liegt  eine  verquickung  von  Von  des  we- 
gen' und  'von  sinen  wegen*  vor?  159,  19  lata  uns  .  ,  rytten] 
vous  en  allez ;  die  Übersetzung  ist  im  hinblick  auf  das  folgende 
sinnlos  34  vetter]  vassal  1(>Ü,  12  ö.  der  schlecht  gebaute 
satz  ist  dem    original    nachgebildet  16  geschwullen]   gros 

eomme  ung  crapault  161,  6  selb  zechend]  moy  et  dix  hora- 
mes;  D  also  nicht  genau  7   über  M.  uf]  par  dessouhz  in,      , 

162,   1  inn  sinn  e.]  en  son  cbaperon        10  inn  all  m.  g«]  defl 
tous  les  pardons  et  voyages  que   jay    gargnez  17  Karly] 

darnach:  et  maugis  len  revestit  de  son  bourdoo.  Das  ist  die 
*scbiincke*,  von  der  z.  18  die  rede  ist.  S.  einl.  164,  4  gfangnen] 
wie  Morgant  213,  18  10  es  duocht  zes,]  il  sembloit  a  veoir 
32  wir  .  .  .  ankeren]  nous  ferons  nostre  devoir.  Die  gleiche 
Übersetzung  71,  38;    133,    33  165,  24   daz   du  •  .  .]  que 


273 


nez  Qia  querelle.  *mir'  (aus  miner)  iniindartiich        166^  4 
cinittiereo]  quitter         21   die  gräfschaft]  la  duche;  der  über- 
tzer  erinnert  sich  wohl  des  'gräten  von  Ariiou*  (z.  b.  156,  31) 
i^  ich  enwirden]  s.  zu   10,   17         33  uff  dem  Rio]  sur  le  rin 
lö7,  13    ztjo  If.  uff  daz  mer]    a  laffre  (Ahifre  b)   sur  la  rner; 
«.  einl         38  [böpt]  chief         168,  8  Ruollanden]  (au  b)  ru- 
il!         11  lächenmannen]  die  schrei buntf    mit  ä  (neben  der 
%ern  mit  e)  weiöt  auf  ein  altes  *lehen  (neben  leben)*    8. 
.^cbweiit.  Idiotikon  III  1237  22  ich  will  .  .  ,]  je   le  voua 

^Bdouray  bon       30  uwere  rett]  des  douze  per«  de  france       169»  3 
^■r  eiiwerdendj  s.  zu  10,  17  30  Aber  s.  es  aber]  das  eine 

^kber*  ist  ^u  streichen  170»  7  l)etrGepter]  trouble  171,  10 
inn  der  uiäßj  en  ce  point  31  brie^ter,  bichtej  s.  einL  38 
Imofi^]  absolution  172,  8  thuon]  vielleicht  aus  'gthuon,  ge- 
thuon'  (wie  das  part.  'thän*  aus 'gethän^) ;  vgl  125,  36  10 
tallig]  8.  Morgant  55,  19  19  thet]  nihd,  taete.  Man  beachte, 
wie  in  diesem  gebet  ältere  und  jüngere  formen  der  2,  sing, 
prtt,  iüd.  starker  verben  gemischt  sind.  S.  zu  123,  10  inn^j 
les  21  dannaileinn]  vgl.  104,  18  26  tugend]  bonte  (so 
unmer)  173,  22  whz  =  waz  es  37  thurer]  dure!  174, 
W  Uöettend  w.]  s.  9,  9  20  nuo  =  niuwau  22  den] 

baraiBch,  aus  Vntwapnen'  zu  entoehraen;  8,  auch  z.  20  30 
«0  reeht]  si  a  point  176,  22  Vetter  .  .  .]    nach    F  worte 

Richards  177,  6  arla]  eschine  9  das  er  g»  d.  b.]  quil  le 
fi«t  chanceler  13  daz  =  daz  es  22  Und  bräcbtendj  nach 
P  kommt  Rengnold  Guchart  zu  hilfe  25  undern]  vgl.  'öbern* 
(2tt  133,  14)  35  Wird  ich  .  ,  .]  si  je  suis  poiir  ung  Cheva- 
lier Oultrage  178,  6  gereden]  s.  125,  36  18  nun  =  niuwan 
22  bfgiengt]  e.  zu  123,  10  179,  29  daz  er  d.  e.]  quil  le- 
»^noa  tout  180,  1  Aber  er  ,  .]  s.  einl.  16  ab  gsafi] 

pluffquaniperf.  30  ir  voick]  la  pluspart;  s.  das  folg,  34 

'•  Jerman  bin  181,  19  dryth.  seh.]  deux  pieds  28  ryt- 
^fß]  des  gens  de  charleraaigne  35  der  begieng  gr.  m.]  ge- 
hörUach  V  zu  ^Magis'  182,  6  von  G.]  s*  einl  17  zornig] 
deficoDforte;  s.  183,  4  183,  15  [gejagt]  chasse  184,  27 
[tröwj  foy  186,  1  Daz]  ce  que  tu  dis  36  buoben]  pagea 
38  sünnen]  enfana        186,  25  Wend  ir  m.  v.]  gehört  nach  F 

BilMouldAder.  IB 


274 


als  bedinguiigssatz  faim  vorhergehen  den ;    die  Satzzeichen 
demgemäß  zu  ändern         187,  16  verrätte]  enchante  188, 

19  ff.  dann  ftlleinn  ,  ,  ,]  sinon  pour  m  peu  que  jay  a  vi  vre 
que  jaye  mes  vouleiiten  ponr  me  laisi^er  reposer  et  dorniir 
ou   acqnittez   nies    ostaif^es;   s,  das   folg.  25   unim  s.   r.] 

entonr  les  raina  31  daz*  =  daz  es  189,  12  und  nnm& 

an  s,  a.]  et  la  sai^nifc  sur  ses  rains  190,  12  der  merert.]M 

le    raeilleur  192,    11    inn    pallast]    au    donjon ;    s.    safl 

7,  27        26  uß  R.  befelchj  par  conge  de  r.         193,  7   wasser 
geben]  zum   waschen  der  liände*    Sonst  hat  H  diese  handlung 
in  der  regel  mit  atillschweigen  übergangen.    8,  einl.         22  so 
ich  ...]«.  181,  5         194,  9  urlob  u.]  i.  z.  25  f.         195,  3    - 
waz  fr]  quel  seuiblant        25  durch  nJj  par  fortune         35  zuoi 
M,]    es    plains    de    vaucouleurs.     Die    rettende    tat  ,    auf   die 
Hengnold  hier  anspielt,    ist   in    unserm    texte   sonst  nirgends^ 
erwähnt        37  wert]  s.  zu  123,  10        196,  17  Gergis]  le  duc     ^ 
naviries-    Dieser  ist  aber  gar  nicht  zugegen,    daher  die  ände- 
rung         29  und  wider  .  .  .  volck]  die  betrefiende  stelle  in  F 
hat  D  oben  (192,25)  weggelassen         36  ir]  L  Vir*;  8.   193, 
81   ff,  Fd:  proniismei^        197,  2  von  dem  s.  m.  n.]  nie  parier 
pour  neant       12  ir  enw.]  s,  zu  10,  17.    Ebenso  198,  4       198t  .^ 
14  unbntten]  s.  zu  46,  18        199,  13  mich  also  zev,]  de  mojf 
nit'nasser  ainsi  201,  27  ryttend]  s,  zu  25,  4  36  sott] 

ibin'b  assiniilation  aus  Vdt*,  wie  Vit*  aus  Vilt*  usw,  202, 
14f,  wen»  nüt  ,  .  .]  vgl,  34,  2f,  20  uch]  F  gibt  Kolands 

auftrag  in  direkter  rede,  D  in  indirekter,  fallt  aber  hier  aus  fl 
dt*r  rolle.      Freilich    kann    'ilch'   auch    reflexivprononien    sein 

21  iIvvtT  b  1. 1  ««aijlves  leurs  vies;  s.  z.  32  25  Wend  ir  m. 
v,|  ist  nach  F  bedingungssatz  zum  vorhergehenden  203,  4 
dartV  ,  .  zefrägenl  s.  zu  79,  22        204,  6  bruoderrock]  escharpe 

22  wnld]  valee;  s.  zu  103,  11  205,  15  werdyßj  mundarti 
20Ü,  21  ^rohKen]  gros  207,  2  Wann]  et  dautre  part  15 
darjf.uii|  ist  «um  vorhergehenden  sat/e  zu  ziehn;  vgl.  F  (vous 
y  penuez  Inschemeut)  und  das  glossar  unter  'tuon'  208,  4 
F  nennt  hier  irrtümlicherweise  auch  Olivier  209,  13 
niiltigkejt]  'franchise  'humilite  210,  20  wottend  wir] 
voulez  voijs  211,  21  da?-  =  daz  es  213,  1  wie  wir  ,  .  ,] 
eon»me  nous  gastons  les  champs   et    despendez   vosire  arj 


275 

Darnach  ist  'ii^  staU  Vii^  za  lesen        12  waz  =  waz  es       33 
ertzügen]  endnrer        214,  5  hnngers  todte]  wohl  nach  *hun- 
gers  sterben^  gebildet        6  tnssend]  cens        16  durch  .  .  we- 
gen] s.  za  48,  33  22  galt]   argent;   die   Obersetzung   der 
allitterierenden  formel  zu  liebe         215,  7  grussanimisch]  das 
fehlen  des  t  erklart  sich  aus  assimilation  desselben  an  das  fol- 
gende k*     W^en  des  seh  s.  zu  19,  27  216,  4   geschoü] 
engins        217,  4  hin]  ceans        10  oud]  diphthong?       218,  6 
Lä&  toden  .  .  .]  nach  F  spricht  von  hier  an  Allard         18  bin] 
sais;  s.  zu  45,  38           220,  9  als,  d.  i.  alles  18  sond  ir 
n.  7.]  ne  vous  desplaise        38  darf  .  .  zefrägen]  s.  zu  203,  4 
221,  7  [und]  et         9  die  rast]  1.  rast;  F:  le  demourant.    S. 
[)wb.  8,  819        19  wirt  es  m.  s.]  convient        23  by  der  ville] 
a  grant  plante        24  st.  sott]  näml.  de  faim         222,  23  brün- 
Dende  1.]  chandelles        223,  5  und]  s.  glossar        7  [ich  hab] 
jaj         224,  2  wann]  et  dautre  part.  S.  zu  207,  2         10  Und 
ässend  .  .  .  nüt  mer]  regnault  et  toute  sa  conipaignie  furent 
quatre  jours  entiers  quilz  ne  mengerent  aultrechose         21 
ein  ritter  im  schL]  nng  vieil  homme  qui  estoit  de  leans       25  ff. 
Hand  ir  .  .]  s.  einl.        225,  12  ich  bin  sin  gschw.]  je  luy  ay 
fait  hommage.    Da  *geschw/  am  schlug  einer  zeile  steht,  liegt 
der  verdacht  nahe,  es  sei  darnach  ein  wort  (etwa  'underthän') 
ausgefallen         14  [uns]  nous          31  graß  und  w.]  les  herbes 
226,  17  der]  das  bezieh ungs wort  ist  aus  'bruoderhuß'  zu  ent- 
nehmen        18  haber]  de  lavoyne        22  ff.  Da  vernam  er  .  .  .] 
8.  einl.         227,  17  pallast]  donjon;  s.  zu  7,  27        30  ertzeigt, 
als  ob  .  .]  demonstre  estre  faicte           34   an  sinem  b.  g.  h.j 
avoit  failly  a  (par)venir  a  son  attente        228,  1  dem  hol  [an] 
e.  e.]  au  bout  de  la  cave           27   sine  kl.  inn  sohl.]  troussast 
ses  bagues          229,  20  fünffh.]  s.  zu  25,  4          230,  10  waz 
ist  das,  so]  s.  zu  107,  24          18  zuo  der  s.  st.]    gehört  nach 
Fzum  folgenden  satze        231,  7  daz  =  daz  es        232,  5  zuo 
Drittem  t.]  a  heure  de  nonne.    S.  z.  6           24  im  nüt  th.  k.] 
nichts  dagegen  tun  konnte        29  am  a.  megesten]  1.  mengesten, 
^ie  126,  14.    Der  n-strich  über  der  zeile  fehlt  dann  und  wann, 
zb.  146,  7;  199,  9;  s.  noch  zu  Morgant  140,  1  31  recht] 
rÄJson          233,  17  gwalt]  tort        26  geschoßj  engins  32 
bestatten]  s.  zu  12,  25          235,  1  ich  kau  dir  .  .  .]  je  ne  te 

18» 


276 


puis  bien  faire  par  force  236,  8  hiuD  iDti  k,J    uänil.  eK3^ 

demandant  pain  pour  dieu  14  gebot  er]  cuydant  que  c^^ 

fust  utig    hermite  24  [nam]    priot  34    dem    diennestTh 

=  dem  d[u]  d.  Der  konsooaDt  dea  proDomens  ißt  mit  deitr^W 
falgenden  d  verschmolzen  ,  ohne  daß  die  dadurch  entstandene^ 

fortis  durch  die  schrift  bezeichnet  würde;   vgl  dächt  (^  ge 

dicht)  u,  ä.  237,  23  Do  inn  .  .]  qiiant  ses  freres  ouyreu^M 

ees  parolles;   s.  die    fuiäuot*?    zum  texte  28  das  =^  das  e^^ 

34  ein  lädersack  und  gr;  h.]  une  chape  et  ung  large  chaperor^^ 
238,  S  zuo  riiowen]  a  salut  27  er  ist]  quil  ne  soit  239-e— 
14  zumm  dickem]  'mal*  wird  sonst  nicht  weggelassen  2t>dF 
güetlich  tu  8.  w.]  bien  aise  tout  a  son  plaisir  241.  31  Tur— ^ 
pinsj  i^ber  das  durchgestrichene  'Anaea*  (s.  Fußnote  zum  texte)i^B 
?gl.  die  einK  -42,  22  wir]  qiien  pouons  nous.  Das  hsliche=sÄ 
'ir'  (s.  fuiänote  xum  text)  gibt  keinen  sinn  35  so  will  ich  . .  *]^| 
wia  168,  22  244,  7  grellen]  gallans  18  fröwlj^]  dame'^ 
de  quoy  il  vouloit  matter  yoiinet  20  sternnen]  Lstirnnen;    ^ 

F:  front  rytterj  roc  (türm);  dem  Vytter*  mlS&te  'cavalier,  — 
entaip rechen.     Das  selbe  z.  31  32  er*]  Hiebard         246,  7 

Wann  tiandlet  er  .  ,  .]  car  le  tort  quil  aura  de  moy  il  le  trou- 
vera  au  jour  du  jugement  24  har   wertzich]   scheint  als 

Uiarw^rts-sich'  zu  lesen  und  den  häufigen  'hindersieb,  nebend- 
*ioh*  usw.  nachgebildet  32  güettige  gn,  fr.  .  .]  bonne  grace 
tri  vom*  «uplie  trea  humblement;  'fr.'  (die  regelmäßige  über- 
•etiung  von  *hnniblement*)  ist  also  an  die  falsche  stelle  ge- 
mten  247,  33  do  mocht  er  .  .  ,]  il  ne  se  peut  tenir  quil 
n«  luy  dist  36  nunn  —  niuwan  37  krounen]  escus 

*J4N,  1  on  antwurt]  stimmt  nicht  zu  247,  31  f.;  vgl.  F:  et 
emporioit  mauvaiae  responce  34  uß]  =  aß*s,  u&  des  249, 
87    dio  inn  w.]    qui    la    (paix)    destournent  250,  19    ian] 

RiMvguoUl  261,  5  die  panner]  la  hanniere        zumm  gr.  tb, 

uß]  mr  la  grant  tour  10  vollen]   s.  Schweiz,  idiotikoo  I 

780  23  ein  gros  p,  seh.]  ung  gros  souliera  sans  cbauases 

252,  1  mit  grossem  e,]  s.  zu  57,  11  253,  7  wytzigerj  flek- 
tiertes prädikatives  adjektiv  22  das  leyd  und  lyden]  la  fe- 
lonnie  et  le  courroux  254,  7  Da  ward  er  ,  .]  s.  einl.  16 
Constannoppel]  nach  z,  22  zu  schließen,  Schreibfehler.  Doch 
konnte  immer  bin    eine  volkstümliche   Verstümmelung   des  na- 


277 

mens  darin  YoriiegeD  255,  2  was  glucks]  quel  adventure 

256,7  egg]  coing  257,  5  Stangen]  fourche   qui   sou- 

steDoit  leur  löge  258,  15  zwey]    dix;    D  las  deux.    S. 

za  19,  23  260,  11  rust  .  .  .]   fist  aprester  une  nef ;   D 

wollte  dementsprechend  zuerst  schreiben:  ließ  innen  ein  seh. 
zno  rasten  (s.  fu&note  zum  texte)  261,  86  ff.    Und   als 

87  .  .  .]  s.  einl. 


278 


NAMEN-  UND  WÖRTERVERZEICHNIS. 

Vorbemerkung*     Bei  wörtem ,    die  in  der  gleichen  bedeu tiiH| 
Morgant  vorkommen ,    fehlt   in  der  regel   die  bedeutnngBangabe, 
deuitcben  nainenafornien  sind  soweit  mögtich  die  entsprechenden 
KÖsischen  (aus  Fd)  in  klammem  beigefügt     W5rter  mit  sjnkopie 
präfix  aind,  wenn  die  sjnkope  nicht  allgemein  nhd.  ist,  mit  vollem  p 
angesetzt,    &  ==  e;  y  ^=  i. 


A  [^  8.  e). 

ab  präp.  a)  ab  ein  and  reu  houwen 
24.  24,  b)  fro  ain  ab  257»  31; 
leidig,  zomig  werden  ab  57,  23 ; 
233, 12 :  237,  36 ;  erbermd  haben 
ab  237,  21;  klagen,  sich  (he)- 
klagen  ab  2,  9;  40,  30;  134/27; 
218,  16;  234,  8;  aich  biegen  ab 
18,  l ;  177,  9 ;  fallen  ab  einem 
Btreieh  l5^,  20;  erwachen  ab 
234,  11  Q.  8    w. 

ab  adv.,  trennbar  zusammengesetzt 
mit  verben:  »bhiaen  *zum  ab-, 
rückzug blaaen"  2&6, 35.  -gürten: 
dm  flchwert  151,  5;  189,  IL  13. 
-laden  :  den  troß  48,  2.  -stechen : 
einen  *zuo  der  erden  stechen  (im 
Zweikampf)'  181,38.  'stellen:  den 
fltrit  154,  7;  den  krieg  207.  14. 
-thuon:  die  kleiduog  237.  4. 
•aüchen :  abaoL  38,  5*  6  u,  ö. ; 
reÜ  'sicli  auskleiden'  20,36  ;  21 , 3 ; 
160,   14;  251,  22  n.  e.  w, 

ablegung  f.  'amendement*   147,  II, 

abtragung  f  :  einem  iL.  thuon  'faire 
amende  a  qn*  178,  3. 

abweaen  n  '  abwesenheit*  251,  21  ; 
261,  14. 

Äch  (Ais  en  AltemaigDe)   13&,  32, 


achtag  pl   'acht  tage,  woche'j 

73,  32;  98,  18;  227,  L 
Adam,  der  erste  mensch  173, 
adel liehen  adv.  'stark,  krö-ftig*  i 

stiessend   bed   so  a.    an    ei. 

144,  3;   er  wart  sich  a,  151 
Aifricka  223,  1. 
Agfedon    (Auguedon)  ,   graf, 

Kengnold  getötet  11^,  13* 
Agremuüt  (Aigreraont),  s.  Bo 
Albrecht  (AuWrt),   graf  (her 

Troya  16,  4)  IG,  19;  36,   M 
Albunos  (Albunois)  i   der  gt&ü 

A   34,  21. 
Alexander  der  große  3,  29 ;  S 
all :  ay  fluchend  inn  alle  tieff 

holtz  156,  16, 
Allantzon,  verschrieben  für  Bi 

tzön  11 5^  29  (b-  anm  ), 
Aüard  (Alard),   Rengnolds  b 

1,  3,  22  u.  8.  w. 
Alias  (Alays),  wach ter  auf  Moi 

33,  26.  29. 
allentk  liehen     adv.     'entierei 

107,  16, 
allerdingen  adv.  'gänzlich ,  f 

44,  34:  12^,  31;  217,  10  u, 
allgemach  adv. :   irup,  allgxni 

47,  36;  86,  10. 


279 


^iliorry  (Alanry),  ans  Ganelonige- 

schlecht  22,  4. 
aliDOMenn  161,35;  almisa^n  116,26. 
th  adv    {mhd.  allea)  *gaxiK  and  gar* 

aJbo  adv. :  er  küßt  sin  tun  a.  bluot- 

tigl3,2;s  noch  116, 21;  134,17; 

171.  25  i  195,  25. 
«tzii  adv.  3.  16. 
Amanns  ( Amanoia),  vetter  Gerolde 

?an  RoBsillon  \S,  31. 
Amerj  (Aimerj),  gräf  suo  Nickol 

^,  37. 
der  Amtrol  von  Persia  «rAdmiral 

de  Pcrae)  255>  21;  260,  22  u.  ö.; 

s.  BarbaB. 
yim(m)acht  f.  11,  32;  128,  Bßn.  ö.; 

aß  der  L  üa  183,  6. 
Am(m>on  von  Dordonna»  der  alt  A. 
^^  lAimon    de   Dordonne),    herzog, 
^P  ßengnold«  rater  1,2   6,  21 ;  2,  34 
1i        0,  8.  w.    Die  sfin  Ammon,  ate- 

hende  be^eichnung  der  Haimons- 

kinder. 
Ammon    (Aj^monnet)  i    Bengnolds 

lohn  145,  15;   217,  28;    218,  4; 

21».  25  u.  5. 
Ammon  (Ajmerj),  graf,   am  hofe 

Karb  139,  17. 
Ammon  (Amunoy) ,    ritter   im  ge- 

folge  der  HaimooBkinder  36,  21. 

Iftfi  pi^p.  a)  einen  an  siner  herberg 
naoohen  185.  19;  einen  aD  halti 
erh&ucken204.32;  »  noch  42,  }6  ; 
67,  12  (neben  61,  31);  122,  5; 
203,  25  (neben  204,  1)  b)  untz 
an  fiertzächen  52,  2.  c)  am  tag 
(aa  point  da  joar)  188,  18;  hüt 
am  morgen  125,  11.  d)  es  ist  an 
dich  übel  gehandlet  114.  IQ  (s 
änm.);  da«  wa^  ein  torhejt  an 
Qrh  124,  7  ;  das  beger  ich  an 
dich  116,  26. 
am  mdj. ,  trennbar  mit  verben  xu- 
lammengeaet^t:  -gm:  to  gki  dich 


gluck  an  13,27.  -legen:  er  hat 
ain  zyt  fibel  anglejrt  243 ,  28* 
-lügen :  einen  52,  16.  -nemen : 
gaelflchafft  a.  55,  14 ;  red.  iiem- 
mend  üch  der  «ach  mit  an  (mischt 
euch  nicht  darein)  l  13, 36 ;  ir  iond 
uch  siner  red  nßt  a.  (nicht  da- 
rauf achten)  188,  34.  S  noch 
iack  -rüeren :  einen  nüt  a.  *ihm 
nichts  zu  leide  tun*  38,33;  I74J2, 
-BchJaehen ;  die  zyt  45.24.  -BÄchen 
59,38;  144.27;  146,29;  212,26; 
217,35.  'RtanrlieGend  wjrß  länger 
a.  34, 36.  -thuon :  sich  selbs  den 
tod  a.  129,  5.  •fachen:  es  a, 
136,8.  -zeigen;  die  spis 'angeben* 
192,  32. 

andacht  m.  *devotion*  204,  16. 

anden  swv. :  vast  ungeschickt  ist 
es ,  die  vergangnen  ding  ze  a. 
(reprendre)  217,  32. 

ander:  zum  andren  205,4;  221,14. 

anderöchwann  adv.  'anderswo* 
90,  35. 

aoder&fc  ad v. 'ändert*  5,3;  14,4.8; 
96,  30;  154,  6  n.  ö.j  *ein  ander 
mal*:  einest  gat  es  eim  übel,  a, 
wo]  96,  34 ;  *80nat*  139,  7  u.  ö. 

ännecht  'außer'  133,    15  (s.  anm.). 

ängferd  ad?,  'von  ungefähr'  94,19; 
204,  11. 

angriffer  m.  229,  29. 

anhan  adr  :  A.  gsach  ummhar  und 
a,  68,  21;  unwytt  von  Bordyae 
anhen  74,  13. 

anhar  adv,  :  ej  tribend  ein  andren 
um m bar  und  a  200,  H.  S.  noch 
Voranhar*, 

anheimsch  adj.  60,  31  ^ 

anhängig  adj.  i  er  hat  sich  dem 
tüffet  a.  gemacht  106,  14, 

Anio,  grafschaft  (duche  d'Anjon) 
166,  22  (8.  anm.);  der  grÄf  von 
A.  (le  comte  d'Anjou)»  im  dienate 
des  königs  von  üastgutmia  99,  16 


^^^^^^^^^H                           ^^ 

^^^^^^^^^^^^iB  -rt.  9 

167,28;  168^2;  l«K,fl 

192,  2;  19B,  9;  124S.9I. 

^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^K^ 

J^iignon  8.  Gddfrid.       ^ 
B.  i.  auch  P                  ^ 

^^^^^^^^^^^^L 

^^^^^^^^^^^^^^^ 

^^I^^^^^^^B 

Babefort  (ßaabefori),  t  Hi 

^^^^^^^^^^^1 

Bajard  (Baj&rt),  BemgaM 

^^^^^^^L 

3,  27:  4,  5;  28,  2  »^  •.  1 

^^^K  ^Mmom  imms&^m. 

Bajonna  (Bajoiuie).  i.  Qvy 

^^^.-^m^.^kmlkmn^}. 

bald :  zam  (aller)  beltut» 

^^  ymttm.9L 

16;  114.  25;  127,  36  IL  1 

Hl  i^ifrfini'l'iiiittr 

Baldowin  von  Mellent  (Bim 

^  ilMlBffMii  100^. 

Mdlant),  'im  lampartJsdM 

umgekommen  8,  2U 

.     ».  US.  «0 

Ballantzon  (BalaDOon),  fsfl 

%u»|««ricBteitie* 

93,  23;    94.  6:    96,  2; 

,_ 

143.  17  u.  ö. 

..m^  jai0,>BAmutaengftü 

Barba«  (Barba«),  'amirol  ▼< 

0i,tQimam$  i«  «iMide  eu 

sia*  258,  38;  259,  15;  26 

_^^«  0*kC 

Bartbole  aß  TuUcbland  (E 

^      *^^  ^    »•  T;  58,   SO; 

d'Allemaignei,  TaaaU  Kar 

H^ScIt».» 

Bartholome  ^ßarthelotUKarl 

25,  27  ;  a.  Berchtold. 

Baasinn  {Baain),  'ein  grom 

167,  21.  22. 

cS^Ö;  »«^34;  31,32; 

beckj  D.  224,  6. 

^      >|,»;5S;!M;5S.^.29; 

beduncken  n   22,  20;  211, 

Äi^«;Ä»a47,24;n7.l6: 

beduren  bwv.  :    daz   uns   b 

«4.  r  a  »Mk  Tttriag. 

dnrret  196,  34. 

Mte  (4>ll«k  ü»ilt  €^  19. 

bedfitnuß  f.  72,  22.  33. 

Befff  es    von    Agremunt    { 

Mil$r,9;   m.  W:    164,   28; 

d'Aigremont),   beriog  2, 

4ib»  «rnlmM  tdmtt  wyt  124, 

3.  31;  4,  I8;7,  31j  8,  S 

tt. 

U.   8.   W. 

'                       m^llirliif-    adv.     'mof  kULgUche 

begaü  8tv. :  nyderla^  64, 26 1 

wtte^n.e. 

vergiesaen  118,  31;  sin  n 

49Mki  ^u  MUuidm  (Arnoul  de 

an  einem  203,  5, 

8M«lfti»fo\  tu  ZmtU  beer  1, 17* 

begeben  etv.:   refl,  mit  gm 

iimcko«  (TmwOTX  fladt  62. 19. 

abb.  tat«  'sich  zu  etw,  v< 

«»  ^  #•  K\    IT:   7*   14;   73,  36; 

entBchließen*  2,  33;  107, 

m.  Ä*:  IT$,1;  190.  2Ä;  287,10. 

begeren  n.  *daa  begehrte'  i 

4i|«t(AH'>«i>:  M^YÜand,  da«  man 

begird,  a,  anm.  zu  115,  16. 

ji  Mwpi  aoi  ao^  33. 

begnaden  swv.:  dnen  *bega 

A«*M«K  <ii>r  mm  Bodonn  (£>tou 

40,  17. 

1<iil»MkMi)  U,  $l{  18,  10: 

begreptnu8  f.  262.  32. 

881 


behalten  ttr.  ^aufheben,  yenrahren* 

26.21;  222,  3. 

beheben  stv.  *bebalten;  fest-,  sa- 

rflckhalten'  61,  30;  99,  36;  109, 

17;    157,  18;    159,  7;    234,  81 ; 

einen  gfangen  b.  191,  27;  den 

aig  b.  232,  6. 

behelfen  sty. :  einem  behulffen  (und 

beritten)  sin  9,2;  73,34;  78,5; 

91,  20;  146,  3;  147,27;  172,19. 

^Herbergen   ewv.:    abaol.   88,   9; 

refl.  254.  23. 
^^ern,  s.  Ydelon. 
^«Meydung  f.  237,  7. 
*^^teegen  «wv.:  einen  1,  5;  5,  32; 
6,  29;  181,  17;  215,22;  232,32. 
*^^laden  stv. :  ich  bin  dinnen  wnn- 
derbarlichen   beladen   (merveil- 
leoaement    Charge    pour    vons) 
101,  26. 
^eliben  Btv.  'auf  dem  platze  bleiben* 

05,  l;  133,  24;  200,  4. 
^ellanda  (Beanlande),  8.  Arnold. 
Vielonnng  f.  23,  7;  24,  31  n.  ö. 
V>enflegen  n. :  ein  b.  haben  78,  34. 
V)eraten  etv.,  8.  behelfen. 
fierchtold  ( Barthelot},  Karls  vetter 
26,  38;    27,  3;   28,   15;    29,  1; 
40,13;  45,1  u.  ö.  S.  Bartholome. 
TDereiten    swv. :    falken  26,  1 ;    ein 

bereyttnen  sperwell  72,  13. 
V>erichten  swv. :  bericht  sin  195,  9. 
Beiyer  (Berruyer)  80,  33.    S    noch 

Berrinn. 
Beringer  (Berenger),  genösse  Gane- 

lons  22,  5;  262,  13. 
Ber(r)inger  von  Yallos  (Berengier 
de  Valois),  vasall  Karls  165,  19. 
20.  25.  30;  248,  24. 
Bemhart  uß  Burgundia  (Berrard  le 
Boargruignon) ,   im   beere  Karls 
38,  7. 
Bemhart   (Benard),    Schreiber   im 
dienste  des  königs  von  Qastgun- 
nia  72,  20. 


Bemhart  (Bernard),  ein  einsiedler 

225,  22.  34.  3a 
Berrinn,  b.  Lamprecht. 
Bertha(Berthe),Karl8  matter  167,1 1. 
beschechen   stv.:   er  bekant  wol, 

das   [es]  umm   inn   beschechen 

was  24,  25. 
beechelken  swv.  'schelten,  beschim- 
pfen* 26,  31;  147,  12.  13.  14. 
beschinen   stv.:  es  beschint   sich 

157,    15;    161,  2.  34;    162,  35; 

163,  15. 
beschiß  m   'betrag"  80,  16. 
beschließen  stv. :  wo  wirt  der  fryd 

beschlossen?   108,   12;    s.   noch 

41,  17;  73,  11. 
besechen  stv.  'besachen*  37, 26.  28. 
besinnen  swv.:  refl.  mit  gen.  'sich 

erinnern*  189,  25. 
best  sap. :   am,   zum  basten  4,  4; 

48,  2;   89,  36;   97,  23;  126,  21; 

217,  31;  247,  11;   das  best,  sin 

bests  thnon  (im  kämpfe)  150, 12; 

151,  16. 
bestan  stv.:  ich  bstan  übler  (bin 

übler  dran)  dann  ein  unsinniger 

183,  15. 
bestatten  swv.,  s.  anm.  zu  12,  25. 
hätten  (part.  perf.    gebätten) :   in 

bedeutung  und  konstruktion  eins 

mit  'bitten*  19,  34;  20,  6;  146,  4; 

151,  26;  178,25;   196,  14  u.  s.  w. 
befelch  m.  'auftrag*  19,  26 ;  49,  9 

u.  ö. ;    einem  etwas  in  b.  geben 

'auftragen'  72,  8;    einen,  etwas 

in  b  haben  42, 3 :  61,  24;  171,  29 ; 

173,  83;  194,  2  u.  ö. 
befelhen  stv. :  einen  befolhen  haben 

19,  25;  einem  befolhen  sin  81,19. 
befinden  stv.  'merken ,  empfinden* 

83,  8;  179,  16;  sich  verwundt  b. 

199,  28. 
befrömden  swv. :  es  befrömdetmich, 

daz  ir  mir  semlichs    zuo  muot- 

tend  165,  27. 


^^^p                                    ^H 

^^^^        bewaeren  awv. :  ein  bewertter  ? er- 

73.  29;   74,  13;  75,  9;B 

^^m           retter  IH,  15. 

02,  15;  73,  26. 

^^^■^       bewilgen   awv. :   refl.   'einwilligen" 

Borgas    (Bourgons) ,     heidi 

H^                  148,  18. 

könig  62.18:  64.33;  65,1 

^B              by  präp,  vor  zahlen  *an,  ungefähr* 

67, 4 ;  68. 1 ;  Borgens  63, 

^^t                 7,  22;    10.  4;    30,   36;    130*  8; 

20.  29;  64,  15.  21, 

^^M           176,  36;    temporal  Vor^  93.  25; 

bös  adj  ;   in  bösaen  kleydQi 

^^^H           instrumental :  do  umfieng  er  inn 

22;  das  böstthuon  34.8; 

^^^H          bjT  (mit)  den  armen  200,  7;  sa- 

138.  8;  197.2;  ein  fei B  vi 

^^^H          gen  la«ien  by  19,  8 ;  enbieien  by 

daruflf  gekommen  111,  84 

^^H           75,   14;    192,  23;   erkennen    by 

bosbaftig  adj.  215,  11. 

^^H           57.  l;    110,  5;    einen  bütten  by 

Bouillon  (Bouillon)  2,  13;  1 

^^^^r          einem  nmraen  167,  26.     S.  noch 

15.  30;    17.  19;   20,  17;    1 

^V                 yile. 

(Bilton)  1,  18;  s.  Gallerai 

^B              bieten  (büten)  atv,  =  gebieten  85,1 ; 

boum  m.  *8arg^  11,  7;  12,  32; 

H                  201,  35;  223,  6  u.  ö. 

Bo(ii)rdella  ^es  (Bourdelle).  i 

^B              Billy on,  s.  Bouillon. 

frid,  Saraaon. 

^m               bißen  stv, :  und  beyß  die  zenn  uflt 

brantschatzung  f  'rancon*  2 

^H                  ein  andren  von  groOem  som  206, 

Bremö,  s.  Symon. 

■ 

biet  n  :   im  seh  ach   und  im 

^1             bysin  (binsin)  n.  169,  26. 

spilen  188,  10. 

^H              byspi!  u.:  der  manlicb  man  ist  ein 

Brett  annia  (Bretaigne),  land 

^H                  Spiegel  und  b.   der  andren  sich 

161.  25;    im   nydem  Br.  1 

^B                  redlich  zebalten  150,  35  ;  (einen 

S,  noch  Salamon. 

^B                 strafen)  dkis  es  ein  b,  sig87,2G; 

Brettanyar  a,  HnmaL 

H                 bOBJse  b.  ertzDugen  243,  30. 

brinnen  (brünnen)  stv. :  sine 

■             bUeen  stv. :  fr5ud  bt.  105, 37 :  106,2 ; 

brunnend  wie  brQnnende  li 

H                dM  abziecbeu  bl.  214,  1. 

222,  22. 

B             blatte  f  236,  24. 

Briäco  (Briacan),  insel,  auf  d 

■              Bläß  (Bhiiä),  Stadt  90,  28. 

jard  au f^fe zogen  wurde  B, 

^B             bloß  adj.  i  ich    will   dich   bl  (mit 

Broffort  (Broifort),    das  pfei 

^B                 aufgeschlagenem  visier)  gsücheu 

Gergis  133,  9;  175,  82;  B 

■                  176,  16. 

18,  17;  136,  13;  BroÖurt  9 

^m             blüeten  swv.  'bluten'  25, 10;  125,  5 ; 

f»5,  18.  26. 

■                 224,  12. 

Brotkarra  (Brotquerre) ,  das 

^B              bluotruntz  adj  :  einen  bl.  mncheii 

des  Mftgia  141,  3. 

H                 29,  23. 

brachen  awv. :  ein  kunst  br. 

^B             bluotvergieasen  n.  118,  32. 

189,6.8;  203,22;  verrefcte 

^B              Boyanna,  s.  Anthony. 

70,  16;  reden  br.  40,  22; 

^B              Boys  (Boy^)f  ^<  Jeatätiaiii. 

br.  233,  17. 

^B              Bondar  (Bondter),  Hengnolds  horu 

bruchig  adj  :  br.  sin  (eine«  d 

■                  1 05, 37 ;  Bondy  (Bondie )  1 75,  22 ; 

wohnt  sein*  80.  1 1  ;  88>  3 ;  2. 

■                 213,  23. 

bruüderhüaly  n.  204, 12;  225,  S 

^B             Bordias  -yas   (Bourdeaulx).    atadt 

bruoderrock    m,    'kutte*   20 

■  ^          63.  25;    67.  18;    68,  19;    72,  1; 

251,  22. 

283 


el  m.  liügel*  180,  3a 
Pl»aei>en  iirr. :  do  woit  et  innen  K. 

b.  (CH.  loor  voulot  faire  mnende) 

99,  25. 
Saltion,  1.  Bouillon. 
^uob  m.  *page'  18S,   36;    *garcon* 

HO,  21 ;  209,  26;  'ribault*  58, 13; 

14S,  28 :  244,  25 :  245,14  i  glonton' 

89,  4. 
iDordy  f  l)Örde'  179,  32, 
Surdy^.  8.  Bordiu. 
Kurgu&din  (Bourgogne),    n,    B€m- 

h«rt.  Hag,  Ruoprecht,  Samson. 

<:, »,  K, 

D,  r  »nch  T. 

<1»  conj.:  wie  vil  jamers  band  wir 
Ton  dir,  da  du  wol  darvor  werest 
gfiint  321,  17. 
^^dadannen  adv,  'von  da  her,  weg* 
M    195,  4;  232,  27. 
^Hdabeiman  adv.  *dabeim*  93,  26. 
^B^äbinden  adr. :  d.  beliben  46,  37  ; 
^     85, 11  ;  87,  9;  180,  29;  etwas  d. 
Viaaen  94,  9. 
dank  m.:    d.  babendl    103,   29  is 

luiin«)* 
daaktagen  bwy.  :  durchweg  als  ein 
wort  geschrieben,  s.  b.  168,  32; 
169,  30;  258,  L 
dann  conj, :  wend  ir  d.  niit,  ao  landtz 
onderwegen !  109,  25  j  ir  verne- 
mend  d.  (es  sei  denn,  daß  .  «) 
81.  29  («.  noch  202,  38);  wir 
gsäcbend  sy  nie  d«  gewapnet 
193,  35;  UDgewapnet,  d.  allein 
(lie  Bchwertter  101,  18;  108,  15; 
s  noch  143,10:  172,21;  1K3,!2. 
Diimeniark  (Dannemarche)  18, 17; 
20.  16;  31,  19;  '^2,  12;  .Sl.  19; 
T-  3,  23;  15,  35;  38,37;  74,  12; 
Th-  15,  29;  Tenuemarck  36,  II; 
96,27;  103,22;  123,7;  Tb-  95,18; 
114,8;  131,34;  139.1;  8.  Gergi». 


Dannemarker  T-  m.  31,  20* 

dannen  adv. :  d.  tbuon  *be8eitigen, 
entfernen'  141,  25;  173.  34. 

dar  ad?.,  vor  verben;  -begeben: 
ain  Hb  (habandonner)  119,  24. 
-stellen:  stellend  dar  (zum  Zwei- 
kampf), wen  ir  wend  198,  6. 
-strecken:  den  fuoÜ  146,  32. 

daran  (Iran  12,  5)  adv.  :  unden 
d(a)ran  6,  22;  32.  30;  (ich  will) 
ee  min  küogkrich  d.  binden, 
dann  das  ich  sy  hin  gebe  75,  3h 

darin  (trinn  23,  15)  adv.:  d  gän 
135.  35;  d.  schlachen  23,  15; 
50,  l;  78,  19;  133,  2;  153,  1; 
181,  11;  231,9;  258,  35  tt.  b.  w. 

darob  ^trob  12,  5)  adv.:  ich  wyll 
trob  lind  trän  sin  (mir  alle  mühe 
geben),  das  er  gesiriifft  werd  12,5. 

darron  adv. ;  einem  d.  helfen  169,30 ; 
einen  d.  bringen  50,  25;  51,  21; 
126,  16. 

darvor  adv.  Vorher*  20,  17. 

darfür  adv. :  darumm  da'£  er  nijt  d, 
kond  (nichts  dagegen  tun  konnte) 
216,  34. 

darzuo  adv.;  es  kumpt  d.,  das  .  . 
157,9;  214,21;  248,37;  253,20; 
d.  thuon  193,  1 ;  207, 15  (s.  anm.)) 
224,  7 

das  (daas)  conj,  *so  daß*  81,  8; 
8l\  IG  n.  Ö.;  'weil*  32,  2;  45,  3. 
8;  58,  13;  70,  17;  151,  27; 
158,  31;  180.  19  u.  Ö. ;  Mamit' 
60,24;  86,  16;  100,  18;  167,31; 
193,  16  n.  ö. ;  Venn*  203,  31 
(vgL  noch  148,  9,  25;  207.  1); 
ir  sagend  wyßlich,  doch  das  ich 
ein  hotten  hab  33,  2L  (ähnliih 
200,  35;  vgl  auch  40,  3);  hiit 
ist  der  tag,  das  ich  üch  wird 
hätjcken  lassen  47,  II;  im  aus- 
rufaatz:  das  du  von  gott  vpr* 
flüocfat  werdest  I  166,  9, 

dauß  adv.  65,7  ;  vgl.  daumm  67, 16. 


^^^P^                                          284                            ^1 

^M            dlfomnen  ady.  ^4,  20, 

Bächen,  die  gants  wftlt  aött 

^M            Saut     DenyasiuB     (Saint  *  Denia), 

164.  10. 

^^^H          Schutzheiliger  FrankreichB  16/11 ; 

Durandal     (Burandal) ,     Rc 

^^H          95,  2S;   177«  IL  34;    Denjaseua 

Schwert  155, 11;  Durandel  1 

^^^           152»  25. 

durreohten  swv.  *per»ectiter*  2 

H            dennecht  mU,  59,  19 ;  TS.  5 ;  165,35 ; 

220,  28. 

^M                207^  29  u,  B.  w.  (bo  immer). 

dürfen ,    t-    (dörffen ;     part 

^H            Dßtinobla  (Denoble) :  der  gro  ß  tham 

clörffen  9,  27;    202,  36;   2 

H                D.  92,  2d. 

V.  au.  Vagen»  8,  87 ;  9,  2' 

^m            derglichen  adv. :  d,  thuon  113.36; 

22,  15;    37,  4;    93,  30;    9- 

■               220,  4;  227.  5  u.  5. 

97,3;  147,  28;  180,35;  20 

H            dert  adv.:  tliert  244,  U>. 

36;    darnach   ein   inf.    mi 

^H            DeeBiers  uE  HispanniR  (Desiera  d'Es- 

244,  30;  mit  ze-  79,  22;  Ä 

^m               paigneX  yaeall  Karle  90,  3* 

220,  38.                            m 

^m           dick   adv.r    znm    dickem   239,  U 

M 

^H               (0.  anm.) 

£  (&).               m 

■           diebatal  f.  ?  'das  j^eBtohlene'  235, 17. 

eben  adv.  *nur*:  von  500  r 

^^^^      dienea  bwy,  i  (ein  rat)  der  auo  eeren 

hatt  er  e.  nach  fünfftzig  1 

^^H         dienne  98,  24 ;    (etwa«)  das  üch 

e.  recht  97,  16, 

^^^B         zua  achaden  und  unnereii  dienne 

echter,  in  bedingungaaätzeti 

^^P 

mögend  uns  wol  und  man] 

^^^       ding  n. :  gaotter  dingen  »in  251»  17  j 

weren ,   wenn  wir  una  e.  ' 

■                261,  16. 

wend  50,  17 ;  er  muoß  nao 

^B            Dyaaion  (Dyjon),  s.  Rnoprechi 

sterben,  mag  ich  ächter  2S 

^m            dorn  allen  adv.  51»  9. 

ee  adv.  comp,:   du  magst  i 

^M           Boon  von  Nantueil  (Doon  de  Nan- 

(mienlx)  umkommen,  dann 

^H               tueil),  bmder  des  berzoga  BefFea 

du  mit  R.  stritflt  150,  2. 

^M               von  Agremuiit2,  8;  5,22;  16,6; 

ee  f.:  die  ee  machen  ÄwiiBchi 

■                17,  14;    19,  5;    2S,  23;    25,  23; 

72,  8, 

■               88,  18;  114,  7;  132,  l;  248,  24. 

eegmachel  m.  5,  5;  n.?  8,  1 

^B            Dooo,  graf  zua  Mane  (Doon  comte 

egg  n-  'coing'  256,  7. 

H               du  ManB)  1,  17. 

eigentlichen  adv.  *propremen1 

^H            Dordonna  (Dordonne),  stadt  1,  2. 

8;  ^bien*  239,  17. 

^^K          21;  2,  34;  B,  3;    13,  14;  51,32; 

ein  pron.  77,  20  (s.  anm.). 

^H          55,  21;  223,  12  ü.  s.  w.;  8.  Am- 

einest  adv,  'einmal*  96,34;  2 

^^H         mon.  Schlachtruf  Eicbarda  115, 

'einst*  68,  25;    86,  11;    181 

^^V         29;  152.  37. 

196,  14  u,  Ö, 

V           Dordonna,   fluO  92,  21;    112,    1; 

einich  zahlpron.    'irgend  ein 

■                133,  8;  1S6,  13;  204,  9. 

34  u.  Ö. 

H            do2emäl  adv.  130,  6;  231,  30. 

einmündig  adv,  'aus  einem  m\ 

H            ducken    swv. :   dag   höpt   77  ,  31 ; 

do  sagtend  ay  all  e.  208, 

■               98.  16;  refl,  136.  5. 

eins  leyß):    e.  sin  45,  27;  5' 

^m            dünken  (prat.  duocht,  thuocht)  swv. : 

62,  18   tt.    ö,j  ©.  werden  i 

^^^          es  thuocht,  dag  ertrich  zittrette 

167,  18  n.  ö. 

^^^K^      ander  im  85,  14;   es  duocht  ze- 

eitweder  pron.  'einer  von  be 

285 


ro    du    deren    ejrtwedterß    mit 
tbaost^  90  . .  246,  34 ;  «keiner  von 
beiden*:  (wirl  wend  UDaettweder^i 
teyls  anBeinen  (neutriil  bleiben) 
IS,  14. 
Ecorfal    lEscortault),    heidnischer 
könig  78,  24:    79,    5^    Ecarfol 
79,  10.  19;  Ecorfol  80,  10. 
cllwn^nt  n.?  *element*  172,  17. 
Emeffros  (Ksmetfroy),  ritter  Karld, 
von  R^gnold   getötet   48.  35; 
50,  34;    M.  12.  31;    52,    3.  32; 
&S.  27;  MeffroB  51,  5. 
ead  n.  »ort'    47,    37;    50,    16.  18; 
«8,  24,  28 ;  76,  21  u.  ö, ;  *6nde^ : 
ein  «ehnell  e.  machen  156,  32; 
damit   gott  uns  gnedig  aig  an 
on^erm  letaten  e.  115,  14;  etwa» 
Eoo  <*.  bringen  'mettre  en  efFect* 
72.  2;  Ö7,34;  105, 13,  einen  krieg 
negreich  durchfahren*  99,   80; 
lend  des  louffs  84,  15. 
enden  iiwv  ;  ein  gebot  e.  (anaföhren) 

252,  37. 
Engelländer  {Anglois)  m.  114,  3. 
Iaiie(r)tha]b  pr&p.   mit  dai    'jen- 
leiti*:     ftnuerthalb     der    Messa 
32,  32;    ännetbalb  dem  wo^aer 
68,  21. 
npfachen  stv,:  foreht  e.  56,  25; 
leyd  e    163.  38. 
^«athalten  atv. :  den  atrytt  e.  (raain- 
Lenir)  50,  7;   der  manlich  man 
enthalt  (fait  arrester)  ain  vokk 
Hebend  im  150,  34. 
itheben  atv.:    refl,    'ßich  aufrecht 
Halten*  200,  14. 
«miierxigen  «wv. :  refl.  'mntloB  wer- 
^^  €len*  89.  17. 

^B^lHch  adv.  'expreesement'  8,  16; 
^^  entliehen  *Kicherlich'  107,  20. 
eötiichten  swv. :  refl.  'erachrecken, 

außer  faaaang  geraten'  96.  33. 
_eiittrÖ5ien   «mr, :  refl.    'ae   deacon- 
fortei-  61,  32, 


entschiefen  swv.*  einachläfem'  203, 

23. 
entschfittter  m.  206,  82. 
entachottung  f.  'hilfe,  rettung*  171, 

21.  35,  36;  252,  32, 
entschwellen  atv.  ,desenfler'  164,25. 
entfigurt  adj,  Mefigure*:  sy  waa  e. 

von  weinnen  145,  ItJ. 
entwer(r)yü  adv. :  fer  gieng)  e.  durch 

daz    länger    (a    travera    de    lost) 

238,  30;   er  gsach  ay  e.  [de  tra- 

vers)  an  244,  13. 
entzoubern  swv. :  einen  189,  18, 
Eodoii(n]  (Oedon)  15,  31;  152,  14; 

153,  21;    167,    28;    a.    Aalolfo, 

Hector. 
Eperon  (Eaperon)  82.  2L 
erbermd  m,  oder  n.?  57,  11;  106, 

35;  252,  1;  a.  anm.  zu  57.  11. 
erberen  stvr. :   von   minem   geblüet 

erboren  215,  33, 
erblechen  n.  40,  10. 
erentrich  adj, ;  din  erenttricher  und 

beiger  nam  111,  12, 
ererbietnng  f.  202.  29. 
erhalten   stv.:    eine    red    'aufrecht 

halten*  52,  14. 
erharren    awv.:    ea   e.    'auahalten' 

123,  4, 
erherten  &wv. :  ^in  hertz  was  lo  gar 

erherttet  (endnrcy)  209,  1, 
erhungert  part.  adj.  54,24;  224,1. 
erklagen  awv. :  refl,  mit  gen.  'eich 

beklagen  über'  88,  15. 
orkoufen    awv.   'loskaufen*    8,    13; 

170,  1. 
erknnnen  swv.  140,  25;    185,  17; 

230,  21;  246.  9  n.  ö. 
erlägaen  stv.  'unterlassen*  J50,  8. 
erleben   awv  :   bettest  du  din  zyt 

erlept   (vescu    Tostre  age)    158, 

28. 
erlilngerung  f.  'aufschub*  218,  29. 
erlöptnuB  f.  182.  22, 
ermürdeu  swv.  21«  30. 


286 


ernst  m« :  wenn  ei  nn  ein  e.  wrrt 

gän  76,  22. 
er<r)obeni  §wt.  :  einen  *  Überwinden* 

40.  20;   41,  4:    199,  a?;   226,  33 

erschießen  sty.  *eoteprtngen* :   (ee) 

mag  uch  niit  dann  nbeU  damß 

e.  947 ;  ^aasschlag-en* :  ich  fürcbt, 

es  werd  uns  übt*l  e*  214,  18. 
erschmcken  n.:  band  kein  e,!  64,7, 
erBcbrockenlicben  adv.  *0cbreck1icb* 

108,  31. 
erscb wachen  «wv.  'ach wach  werden* 

216.  31. 
ersetzen  »wv. ;  ein  isserbrocbenea) 

Schwert  Murcb   ansetzen  wieder 

ganz  machen*  136,  L 
erst   zahlw. :    znm    ersten    *zuerst* 

114,  tJ4;  adv.  'vor  kur7,em,  eben 

noch*  111,  23. 
ersinnen    swv.    'betäubt    werden*: 

ein  aöllichen  atreicb  tiff  nin  bülm. 

daz  er  darab  eratanet  <quil  les- 

tonna  toot)  179,  29  j  part  perf 

erstunnet  'esbahi*  189,  27, 
ertonbet  parb.  adj.  'betäubt'  130^31 ; 

er  ist  aller  dingen  e.  (tout  aasote) 

248.  16. 
ertOnenswT.:  (blasen)  das  das scblos 

darab   ertondt   (en   retentissoit) 

106.  4. 
ertragen  st?,  'ertrag  bringen';  (die 

herrHchaft)  ertruog  j  er  liehen  tus- 

send  marck  silbersi  71^  21. 
erfulen :  part.  perf  erfüllen  ^A,  18 

(vgl.  225,  10). 
erwärmet  part  adj.  'erhitzt'  18, 24. 
erwinden  stv. :  ea  ist  nnt  an  im  (es 

hat  nüt  an  ficb  156,20;  180,18) 

er  wunden,  daz  wir  nnt , .  145, 24. 
trwiirgen  swr.  'estrangler'  173,23. 
erteigen  swv. :    dyß    hell  ertzeigt, 

aU  ob  .  ,  227.  30. 
en^ugen  (auch-öi*)  swv.:  refl.  mit 

dat.  'se  presenter»  88,  7j  erisöu- 


gend  üch,  da«  ir  fiwer  voick  lieb 

habend  88.  27. 
erzögen  swv. :  (die  Haimonskinder) 

begiengend  so  groß  manheytten, 

daz  keinner  ir  streich  e.  (endo- 

rer)  mocht  213,  J3. 
erzürnen  swr. !  refl.  *zomig  werden* 

2,  21;  216.  14. 
etwann  adv,   148,  4. 
etwar  pron    35,29;  56,  13;  127,5. 


Galantin«    Rolands   pferd  154 1  89 

(Melentis),29;  201,«^;  (Vaillantee). 
üftlUranna  (Galienne),    gemahlin 

Karls  167,  14. 
Gallaffra  (f Ga]lafre),  könig  in  Spi^ 

nien  167,   13. 
Gal!er(r1an  {-im)  ?on  Bouillon  (Gal- 

lerant  de  B.),  vasaü  Karls  (her- 
zog 16,  13)  1,  18;  2,  13;  15.30; 

16,  13;    17,  18;   20,  16;   Galler- 

rant  IH,  9. 
GalliM-an  von  Sayetta  (Galerand  de 

Sageltes),  christlicher  ritter,  vom 

amirol   ßarbas  getötet  256,  10. 

16;  259,  2. 
Gallitzia  (Galice).  land  112,  7. 
Galtos  iGallesl,  land  165,  21. 
Galt  er  von  Pierrella  (Ganltier   de 

Pierrlee).    ritter  in  Karls  beere, 

dur«b  Beflfes  von  Agremunt  gc- 

tötet  17.  30. 
Gannellon     (Ganelon,    Gaenelon, 

meist  Guen  es),  der  verr&ter21,31 ; 

22. 4.  9 ;  23.  4. 13 :  99, 22 ;  204,  22; 

249,  12;  262,  12.  16. 
g;irn  t>-  •  Inldl.  218,  15. 
Garnier  (Garnier),  graf,  im  beere 

Karls  30,  22. 
Gaflfgunnia(GaBCoigiie).  königreich 

Gl,  3;  62,  8.  10.  14;  63,  18  u.  ö. ; 

-gunya  Ul,  2. 


287 


6a«t^niier  m.  95, 38 ;  %,  3 ;  148. 19 ; 
150,  81 ;  153,  19. 

Gtetinos  (G&stitiois),  land  62,  6. 

ÖÄudentz  (Gaul Her),  ritte r  im  ge- 
folgt des  herzog«  ßeffea  9,  7. 

geb,  in  Verbindung  mit  folgeudem 
fragepronomen  '—  auch  immer': 
geb  iraz  21Ö.30;  geh  wie  48,34; 

83.  36;  138,  14  ;  163.  34;  233,27. 
gebart  part,  adj.  'brirtig*  90,  22. 
geben  stv. :  einem  blatz,  weg,  strA» 

g   deichen'  35,  28;  51,  14;   119, 

25.  30;  232,  4  u.  ö.;  »treicb  inn 

holtz  g    119,  27;   nun  Und  uns 

innen  ein  sturmm   g. !    1 18,  37  ; 

einem  hilf   g.  29,   4;    220,    17; 

(der  goldne  adler)  gab  so  heyttt?r. 

di^5  ,  ,  191,  10;  den  gib  ich  fur 

tod  239,  24 
gedechtnaß   n, :   band  g, ,   da«  .  , 

20,  4;  Lind  uns  hnt  thuon,  da^ 

eo  ein  g.  sigi  117.  5. 
G^ellon    von    Pejero    (Guidebn, 

Ydelon  de  Bavierea,  ein  mal  (zu 

84,  20)  de  Bourgongnei,  graf, 
tasail  Karls  84,  20;  137,  20; 
149,  9;  157,  10;  211,  11;  Gu- 
dellon  von  R  15,  30;  Ydulon 
143,  20;   165,  31.  32;  169,  18. 

i  gedenken  swv. :  aj  gednchtend  deren 
(der  rede!  dem  keisser  frirhin  mU 
mer  (kamen  ihm  gegenüber  nicht 
pbr  darauf  zurück)  26,  25  ;  wir 
rend  ainn  üch  mit  mer  g.  170,  21, 
gegem  pr&p.  'im  vergleich  äu'  10,8. 
gegüawerf.:  uch  Kuoderg  stielten 

35s  n, 

gekirrecht   adj.   'behaart'    53,  25; 

54,  23 
g^herst  pari  adj.  'beherzt'  87,20; 

g-  ino  «trytt  7,  34, 
gehören  bwt.  =  hdren  23,  3. 
gehonamy  (gb-)  l  5,  12;    12,   11 

a.  d. 
gebnaet  a:  'gebäude*  43,21.   Ygl 


Schweiz.  Idiotikon  II  1746  (gt- 
hüs). 

geleitsman  (gleytz-)  m.  'guide'  150, 
33. 

gelten  »tv. ;  e»  gylt  mirgl^^ch  101,29; 
8,  noch  123,  2, 

gemÜet(gmQed  156,  I9)n/eoiirjige' 
15rt,   19;  218,  30;  223,  31   u.  ö, 

gen,  vor  infinitiveu  Xuni)  zu*:  a) 
gan  gen  39.22;  109,  30;  203,8. 
9;  221,  8;  kommen  gen  131,11; 
rjtten  gen  39,32;  175.  7;  einen 
fQeren  gen  67,  31;  193,  6;  b) 
wollen  gen  7,  18;  46,27;  85,35; 
113,13;  152,  4;  180,33;  194.10; 
206,  15;  225.  1;  230,  21;  land 
una  uns  gen  wapneni  64,  3;  vgl. 
noch  43,  36;  93,  7;  146,  4  ;  245.  i, 

genacbnen  «wv.  *ßich  nähern*  37,5; 
44,  6;   118.  33;  152,  32  u.  Ö. 

genesen  fgw-)  stv,;  die  zwo  wun- 
den Bind  nach  mit  gn essen  88,26, 

Gennow  (Vienne),  e.  Olifier. 

genuog(gn-)  einer  verheiaäung  g, 
thuon  153,  33. 

geriten  stv. :  an  einen  g.  *ibn  an- 
greifen' 11,  5;  181.  35;  235,  M 

gerecht  adj.  :  \kW  der  gerechten 
sjtten  157,  15. 

Gergia  von  Dannemarck  (Ogier  le 
Üannoia.  de  Dannemarche) ,  am 
hofe  Karl«  .3,23;  15,  29;  16.24 
ij,  8,  w, ;  Gerigi«  32,22;  Gergea 
137,  13;  166,  L 

Sant  Germanua  (Sainct  Germain), 
bei  Paria  15.  26. 

Gerold  von  Eosaillon  (Girard  de 
Rouaaillon),  herzog .  bruder  des 
her<£og«  Beffe4S  von  A.  2,7  ;  5,22; 
15,  15;  16,  6;  17,  U;  18,  13; 
19,  2;  114.  6;  131,  38. 

Gerold  von  Falckoffet  i  Girard  de 
Valcouvent),  vetter  Febker«  von 
Morillon ,  von  Richard  getötet 
120,  16,  23,  30.  33;  121.  1, 


288 


Gerold  (Girard),  ein  ritter  in  Karlß 
beere  127,  30.  31.  33;  128,  8. 

Geronda  (Gironae),  fluß  G8,  20; 
69,  8;  72,  15;  90,  31;  112.  1; 
Geninda  74^  13;  76,30;  161,6; 
Gyrunda  9J,  2L 

geschenden  swv.  'verwonden'  72,18. 

geschickligkeyt  f.  largesse'  67,26. 

geschii'  (gsch-) :  (einem)  guot  gschir 
machen  42»  17;  57,  31:  iB6,  4. 

geachofAineyster  m,  'maiatre  de^s  eti- 
gina  (geschoß  216.  4;  233.  26)* 
221.  30. 

geiKjhrej  (gsch-)  n.  10,  3  ;  15,  8. 

gesoliworen  :  icli  bin  sin  (dea  kö- 
nigs)  geBchworner  (je  luy  aj  fait 
hommaige)  225,  12;  &.  anm. 

gesechen  igß-)  stv.  =  sechen  (all- 
gemein). 

gestalt  l^t-)  f. :  ich  gsach  dich  nie 
80  bÖBße  g.  t'üeren  (bo  übel  ge- 
berden) als  yetz  111/22;  iu  söl- 
licher  g.  15,  16;  26,  21.  36;  in 
keiner  g.  38. 14  ;  59,  28 ;  in  aHen 
gstalten  209,  8. 

gestan  stv.  ^anstehen,  dauern'  15.21. 

geBtert  ad  v.  161,  5 ;  189. 20;  260,  23 
(«0  immer), 

gestillen  swv. :  tr.  ^beruhigen*  100, 
20;  refl.  207,  13. 

getnrren  an.  v.  Vagen*  78,  36; 
244,  35  ;  aonst  meiflt  durch  'dür- 
fen' abgelöst. 

gefangenschaft  (gf-)  f.  111,  14. 

gefarligkeyt  f.  'periF  111.  16. 

gefögel  n.i  ein  par  von  yetlicbem 
thier  und  g.  172,  30. 

gewarten  swv.:  eines  137,  10. 

gewiinnen  (gw-)  atv.  'überwinden' 
150,  20. 

Sant  Gilg  (Sainct  Gitlei .  gtadt 
62,  19, 

Gyrunda,  s.  Geronda. 

glich:  einem  gl.  gaeohen  82»  14; 
83,  19;   236,  35;    'aleobald.  so- 


fort* 65,    32;    85,  15;    216. 

225,  29, 
glichen  nwv  :  refl,  mit  dat.  43,  9; 

85,  24  n.  ö. 
glyd  n.:  im  forderatengL  229,33^ 
glitten  swv.  17,  24;  42,  35, 
gnaden  swv.  Manken*  1?6,  8, 
gnagen  atv.?:  tr,  241*,  24. 
Godard    (Godard) ,    ach  reiber   dei 

königg  Johans   von    üastgunnia^^ 

104.  24;  128,  13;  129,  3. 
Godon    (Godon) ,    pseudonym    für| 

Miigiä  161.  2^. 
Götlfrid  (Geoffroy),  herzog,  am  hofe 

Karl«  26,  30. 
GÖdfrid    von     Avignou    (Geoffroy 

d'Ä.l,  graf,  vasall  Karls  89,  33;   _ 

90,  6.  ■ 

Gödfrid  von  Bo(a)rdella  (Geoffroy 

de  Büiirdelle),  vasall  Karls  2,12; 

8,  2L 
Gödlrid  von  Lungun  (Geoffroy  Lon— ^ 

gnn),  yasall  Karls  30,  22. 
Gödfryd  von  Mfillinen  (Godeffroy 

de   Möulins),  ritter .    im  dienst 

dea  kOnigs  von  Gastgunma  72,  9, 

?13;  graf,  vetter  aesköujgs  98,33. 
Gödfryd  von  Nataieret  (Geoffroy  de^ 

Nazareth),  christlicher  ritter  256,. 

10.  IG.  24  ;  257,  10.  13. 
Gödtfrydt  von  Thennemarck  114,8, 
Gödfryd    nB    FrieWand   (Godeban 

de  Frißo),  vasall  Karla  16,  13. 
gottwillkommen  adj. :  sind  mir  g.l 

61,ll;8.noch77,  15.  19;  185.12; 

192, 9 ;  225,  86 ;  226,  7 ;  240. 32; 

241,28;  250,35;  252,88;  257,28. 

Vgl.  Schweiz,  idiotikon  lü  285, 
gonmen  swv. :   refl,    'sich   in  acht 

nehmen^  244.  31.  M 

Griff on  von  Hottenfeill  (Griffon  de   ■ 

Haultefueille) ,    Ganelona    vater 

24.  19.  22.  29. 
groß    adj, !    ich     wett   mit   nnun 

grosses    174.    13;    R     hat   du 


st^^ 


289 


hertx  80  gr.  (eDfle)  84,  32 ;  155, 

29. 
^(rrüetsen  swy.,  so  immer,  z.  b.  8,9; 

252,  a5;  255,  27. 
S^-nssamkliob  adv.  199,  29. 
Gncbart    (Onichard) ,    Rengnolds 

brader  1,3;  25,34;  31,4a.B.w; 

Gnrcbarden  30,  38. 
S^adeilon,  s.  Gedellon. 
S*  Ca  eitigklichen  ad?. :  g.  (melodiense- 

ment)  ihönen  111,  6. 
Q-"«aymar  (Gnjmer),   ein   scbiltner 

JLbxIb,  von  Bengnold  getötet  88,1. 
Cv  m3ymardvonBayonna(Gaymardde 

Bajonne),  vasall  des  königs  von 

Gastgünnia    100,    21;    Gumard 

100,  30.  33;  101,  2. 
Ci-^ymard  (Gnjmard),  graf,  im  beere 

^arls,  von  Magia  getötet  123, 8 

124,  4.  17;    126,  34;    127,   10 

ld2,29;  133,24;  Gnmard  134,26 

142,  18. 
^^  «imara  (Hnmard),  graf,  im  dienste 

dei  königs  von  Gastgonnia  100,29. 
^^«ottemont  (Gatemanlt),   s.   An- 
thony. 
Sxftothet  f.  'gate  tat,  wohltat'  99,5; 

132,21;  150,25;  174,32;  195,36 

u  ö. 
^^"uttellin  von  Senna  (Guitelin  le 

Sesne),  heidnischer  anfübrer  1,14  ; 

2,8. 
irttffer  m.  (?)  'coflfre*  189, 15 ;  190,10. 


^aben  an.  v. :  ich  wils  nüt  gehept 

haben  85,  2  (s.  anm.). 
^Ällerwert  n. :  -wir wend  weder  nmm 

inn  nach  nmm  sin  tröwen  mit 

eines  halben  hallerwertz  dester- 

minder  thuon  34,  10. 
^t  m. :  den  h.  stellen  78,  9. 
halten  stv. :  sich  b.  mit  Verbalten 

gegen*  48,  36. 
luud  f.:  syt  das  mir  disser  nnfal 

Haimonskinder. 


sebanden  gangen  (zugestoßen) 
ist  96,  31. 

bandlen  swv. :  ich  will  mit  dissem 
botten  h.  (parier  secret)  102,  31. 

bantlich  adj.  'hardy*  138,  21;  adv. : 
b.  strytten  15,  18. 

bar  (pl.  bärer  112,  26)  n.:  (gott 
verflüeche  den)  der  inn  mit  eim 
einigen  b.  erkonffe!  146,  33. 

Hardres  iHardres),  genösse  Gane- 
Ions  22,  5;  262,  13. 

harren  swv.  'stand  halten*  212,  16. 

barübem  adv.  133,  14  (s.  anm.); 
136,  16. 

harfur  adv.,  mit  verben  zusammen- 
gesetzt :  -brechen,  vom  tage  30, 18. 
-ban  'vorhalten'  155,  12.  -kom- 
men 36,  3;  167,  29;  179,  36; 
-loufen  83^5.  -machen :  refl.  150,17. 
-rytten  179,  14.  -thuon:  refl. 
86,  30.  -treten  188,  34  u.  s.  w. 

barwertzich  adv.  *par  deca*  246,24 
(s.  anm.). 

barwyderum  adv.  'anderseits  wie- 
der* 226,  5. 

heben  stv.  'halten*  56,  6;  95,  34 
u.  ö. 

bein  adv.  =  heim  142,  14. 

beyrät  m.  73,  10. 

heiter  adv.:  ich  gsich  h.  (klar, 
deutlich)  101,  20. 

Hector  von  Troya  60,  4. 

Hector  (Hector),  graf,  im  dienste 
des  königs  von  Gastgünnia  101,  l. 

Hector,  der  sun  Eodon  ^Hector  le 
fils  Oedon),  vasall  Karls  152, 14; 
153,  21;  154,  5;  162,  22. 

Hellyas  (Helle),  ritter,  vom  herzo«^ 
Beffes  getötet  24,  18. 

hellig  adj. :  müed  und  h.  47,  29. 

henken  swv  :  das  hopt  204,  34. 

herbergen  swv. :  refl.  48,  2 ;  62, 16 ; 
88,  9  u.  ö. 

herd  m.  'boden*  18,3;  50,19;  95,25; 
151,5;  154,  21;  189,  10;  195,37. 
19 


290 


BoMA  ftoaSflmift  (Hemier  de  1a 

düiiM),  TtaTätemcher  ritt«r  41 » 7 ; 

tt  7:  4S,  3;  44,  19;  45,  IL 
tet  mIt.  10,  24;   48,  32;    47.  S; 

183*  5;  178,  20;  189.  7;  206,  4. 
bert  &.:  im  bertzen  haben  40,22; 

1^  19;  im  bertzen  Hgen  242,86. 
kilüf  ftdT.  140,  19. 
^Mumeo    adv.   Von   hier    weg' 

kMber  «dv.  *hier  herQher'  133,  13. 

hilf  f. :  ich  bin  vasi  fro,  das  R.  inn 
unser  h.  ist  117,  IL 

kilflieh  adj.  einem  h,  ein  116,17; 
820,  23.  26;  245,  34. 

bin  ftdr.»  jEH8ammengesetzt  mit  Ver- 
ben: -kommen:  (Hengnold)  ist 
so  hoft'eriig  worden»  daa  niem- 
mand  vor  im  L  mag  100,  13* 

hinder  adj.:  das  ist  nüt  das  erst 
mU  nach  das  binderst  iletzte) 
163, 16*  Subst, :  G.  stieß  im  sin 
•chwert  durcb  den  hindern  hin- 
inn  24.  30. 

hindersich  adv.  'zurück*  i  rytt,  rot- 
tend bj  125,  35;  134,  20;  daz 
wir  wider  h.  ryttend  137,  3  (». 
noch  36,  9;  39,  17;  124,  22; 
140.  7;  153,  20);  h.  gsÄchen 
122,  16;  h.  rucken  232,  7;  k 
treten  m,  20;  177,  37;  200,  12; 
k  triben  24,  6 ;  h.  wichen  36,34; 
h.  suchen  65,  7;  einen  h.  (ver- 
kehrt) uff  ein  pfert  setzen  144,20. 

hinübern  adv.  134,  12;  136,  31. 

hinuß  adv.:  h.  fallen  'einen  aus- 
fall  machen*  91,  35;  258,  15. 

birte  f>;  es  were  der  hirtten  (an 
der  seit)  uSsehdren  stritten  38, 6. 

Hispan(n1a  (Espagne)  81,21 ;  88,20; 
112.  6;  167.  12. 

hoch  ad?* :  do  schwnor  er  h. ,  er 
wett  .  .  229,  5. 

Hoobenklerra  (Eaulteclere) ,  Oli- 
fiers  Schwert  189,  14. 


hochmQet^klieheii 
bocbthnom  n.  'grmiidesBe 
hQn  (hoen)  adj. :  ir  sOtten 

also  ertzunmen  nach  l 

2.  24. 
Hostes  (Hosies),  ün  beere  1 
Hottenfein  (Haaltefneilk 

fon. 
büene   f.    *zom^:    nttrex 

83,  27;  155.  3. 
hQerrig  m.  VibauU*  83,  3. 

büerring  37,  30;  buori 
hüeten  swv.  'sich  hüten; 

9,  9;  174,  16.  J 

Hng  der  alt  (Hngnefl),  m 

89,  84. 
Hug  von  Babefort  (Goyc 

fort),  vasall  Karls  30, 
Hug    von    Burgundia    (C 

Bourgon^e) ,    im    hei 

4L  22.  33;  42,26;  24^ 

43.  10.  " 

Hug  von  Muntpallier  (Gt 

de  Montpellier),  graf, 

Karls  30,  20;    81,  5»   *: 

34,  18. 
Hug  von  Nanttea  (Guy  d< 

vasall  Karls  15.23;  18, 
Hug  uO  Tütschi  and  (Hug« 

maigne),    ritter  im  he 

177,  23. 
Hugo  (Gtijon),  ein  ritter 

derHaimonskinder.  vor 

getötet  37,  9. 
Hugo   (Hugues),    im    hee 

von  Rengnold  getötet 
buld  f.:  h.  ban  zuo  einei 
Hu  mal  der  Brettanyar  (. 

Breton),  im  beere  Karl 
Huon  von  Manny  (Huon  c 

graf,  vasall  Karls  IS,  2 
huorenkind  n.  'filz  de  puta: 

162,  37;  235,  8.  24. 
buorensun    m.    dasselbe 

27,  7j  167,  3L 


291 


bnot  f.:  sich  in  h.  halten  und  gnot 
/         wachten  haben  30,  26. 

1^      hoffe  m.:  zuo  huffen  fallen  154, 18. 
^delon,  8.  Gedellon. 
jemand  pron.  53,  6  n.  0. 
jetzmäl  adY.  42,  3;  58, 18;  146,  9; 

192,  28;  238,  31  u.  ö. 
jien  8W7. :  das  essen  y.  (haster  le 

nenger)  128,  25. 
Jilentz  adv.  11,  7;  23,  2;  93,  84; 

260,   18  u.  ö.;  fllantz  226,  31. 
im  (dat  von  *e8*):  bei  thnon5,26; 
9, 15  ;  15,2;  33, 15;  36,8;  150.26 
Q.  8.  w.  (sehr  häufig);    ich  will, 
da^    im  also   beschech  215,  34; 
syi'ziial  und),   diewyl   im    also 
ist  80, 6;  58, 25;  115, 19 ;  230,34; 
243.    16 ;  ich  binn  imm  zalt  yer- 
rettexy  zetriben  37,  35. 
imbiG    m.:  zimbiß  essen  57,  31. 
in  pr&p. :  inn  fier  mill  wegs  (vier  m. 
weit)  25,  10;  (man  sah  den  adler) 
inn    fünf  millen    191,   11;    und 
wärend  weder  stettnach  Schlösser 
inn   zechen  millen    112,  3;   inn 
stehen  millen  112,  3;  innsinem 
naclitessen  186,  14;    es  ist  yetz 
nüt  inn  der  zyt  vil  zereden  132,13 ; 
die  sunn  was  im  zyt  under  zegän 
18»  23;  etwas   begeren   inn  al- 
mÄasen  116,  26;  inn  frydes  zey- 
cben  19,  28 ;  108,  16. 
in  CiÄ)  adv.,    vor   verben :  -legen : 
dftZBper  49,33.  -schlachen:  einem 
das  hertz  i.  83,  9 ;    die  kleinott 
i.  228,  27.     -stecken    39,    20 
153,  U. 
indem  adv.  9,  7;  72,  19;  118,27 
165,  17;  243,  35;  261,  29  u.  ö. 
ingedenk  adj. :  i.  sin  eines  d.  211, 2 
258,  10;  etwas  ist  mir  i.  *ich  er 
innere  mich  daran'  89, 32 ;  93,  25 
inhar  adv. :  L  lassen  227,  15. 


insnnderheit  adv.  ^insbesondere' 
1,23;  8,7;  18,  30;  71,2;  128, 19; 
212,  30  n.  ö. 

Yrßland  (Irlande)  90,  8. 

Tsacher  von  Nemours,  vasall  Karls 
15,  30. 

Jaffet  (Jaffes):    der   graf  von    J. 

256,  12.  15 ;  260,  12. 
Jhenisalem  161, 3;  254, 17 ;  255, 18 ; 

258,32;  260,  1. 
Jesseamm   von   Boys   (Jesseaulme 

de  B.),   ritter    im   gefolge   des 

herzogs  Beffes,  von  Oanelon  ge- 
tötet 24,  5. 
Jhesns  115,  28;    125,  15;    162,  4; 

Jhesuchrist  124,  2;  250,  11. 
Sant    Johannes    (Sainct     Jehan), 

jünger  Jesu:   dat.    S.   Johansen 

151,  10;  178.  10. 
Sant  Johannes  (Sainct  Jean) ,    der 

täufer  21,  34;   79,  35;    80,  14; 

nfif  den  künfftigen  S.  J.  21,  25 ; 

an  S.  J.  abend  81,  1. 
Johans  von    Sant  Omer   (Ton   de 

Sainct  Omer) ,   im   beere  Karls, 

von  Richard  getötet  37,  7.  9. 16. 
Johans  (Yon),  könig  von  Gastgun- 

nia,  Rengnolds   schwager,    der 

Verräter  62,  8;    63,  14;    64,  6; 

233,  31  n.  s.  w. 
Johans  (Tonnet,  Ton),  Rengnolds 

söhn  145,  15;  219,  24;  223,  32; 

244,  10. 
Joyossa  (Joyeuse),    Karls    schwert 

179,  12;  189,  12;  231,  36. 
Jonas,  der  prophet  172,  31 ;  200,20. 
Josue   (Josuayre),  pseudonym    für 

Magis  82,  21. 
Judas,  der  Verräter  42,  22 ;  102, 1 ; 

105,  26;  142,  28;  144,  G;  173,2. 
Julius  Cesar  IG,  9. 

K  (c). 

Karly  (Charleraaigne),  kaiaer  1,  4. 
19* 


292 


5.  6.  9.  23  u.  s.  w.  S.  anm.  zu 
1,  9. 

CaiTa  (le  Caire)i  ^adt  62,  19. 

kammerJmg  m.  'kämmerer*  170, 26; 
känierliiig  (varlet)  105,  36. 

Cedree  (Cedre),  beidniscber  könig 
3,  18. 

keyaerthuomb  n,  'kai8err€ich*88,2; 
er  hatt  all  sin  k.  gemant  und 
all  ftin  underthannen  89,  10, 

keren  swv,  'sich  begeben*  225,  23, 
27  u.  ö.j  zeletot  kart  die  verlurst 
uff  Rengnold  sytten  50,  7. 

Ceaar,  a.  Julias, 

kindtscb  adj.  ^kindiBcb*  85,  36; 
155,  9, 

kiuiiy  n,  73,  36. 

Klar(r)a  (Clere).  des  königB  Jobans 
Schwester,  Rengnolds  gemablin 
145, 14  j  159,31;  185,11;  193,8; 
216,  38;  236,  11;  238,  17. 

Cleramunt  |  Clere mont),  grafachaft 
167,  31. 

Köln  CCoulongne],  atadt  77,  28.  34 ; 
78,  9.  15:  K.  uff  dem  Ein  166,33. 

kommen  ßtv. :  do  kam  innen  (Qber- 
kam  sie)  der  schlaf  189,  4;  dar- 
nach kämm  er  über  (öffnete  er} 
die  guffer  189,  15. 

Constantinoppel  (Constantinoble), 
fltadt  254,  22;  Constaunoppel 
254,  16. 

Constantz  (ConstanB),  söhn  Felckers 
Ton  Moriüon  262,  5,  11. 

köpf  m. :  wenn  es  imm  inn  köpf 
kumpt  (Sil  luj  montoit  en  la 
teilte),  ao  wurd  er  kommen  81,  3L 

koufcn  8WV. :  (seine  Widersetzlich- 
keit) niuoß  im  yetz  thnr  zek. 
geben  werden  23,  17» 

koufmiinscbatz  ra, :  k,  triben  85, 35. 

Courtann  iCourtiwu>,  des  Gergie 
ichwert  135,  30;  136,  2;  Cur- 
tanii  189,  14. 

lotyen  (nom.  ag.)  f.  52,6;  yl.  94,17. 


kriegiach    adj. ;    inn     kriegyRcl 

Bachen  5,  30 ;  33,  2. 
kriegsrecht  n. :  etw.  gw (innen 

kr.  ipar  force  darmes)  193,  22. 
knegsrechtlichadv.:  einen  kr.fa 

182,  19, 
Krystua  79,  22. 
knmliehen  adv.  25,  13. 
kfmstrich  adj.  'subtil*  130,  5. 
kurz  :  in  (binnen)  kurzem  82» 

80,  27;  219,  4;  228,  35;  261, 

ea  begab  aich,  daz  er  Rengnolc 

also  k.   (ohne  weiteres)  begr©3 

195,  25. 
kurzlich  adv*  Vor  kurzem'  24, 

58,  20;  k.  demnach  'kurze 

nachher*  261,  31. 
kurzum  adv.  6,  3 ;  249,  6, 
kutlen  pl.  'eingeweide  eines  m4 

scheu'  22,  33;  120,  23.29;  141,  ^ 
kutler  m.  104,  9  (s,  anm.) 


Laden  atv.  (doch  s.  93,  Ü 
'autladen*  179,  15;  'beladen*;  « 
vil  vöglen ,  das  sy  ein  sounrm 
lattend  93,  12;  (Rengnold)  la* 
Bayard  mit  brot  und  Sei»^ 
220,  35, 

1  am  partisch  adj,  8,  19, 

Lamprecht  von  Berrinn   (Lamb 
Berruyer),  vasall  Karla  %  12,1 

landaber  m.  'baron  du  pays'  226,  0 

lau  dal  öt  pl  'les  geos  du  pa| 
71,  12. 

landarytter  m.  'che valier  da  pa 
74,  19. 

land  Volk  n.  'lea  gens  du  pays*  161,! 

hingest  adv,  61,  29. 

Langrann  (Langrea),  Und  167,  30 
Langren  20,  17;  a.  Othet.         m 

Laon  (Laou),  stadt  13,  16.  17.    ^ 

hissen  ßtv. :  ein  snnftzen  1.  189,  37 
219,  15;  einem  l  'zu  ader  lassen 
224,  6.  12.  33. 


298 


US  (Sainct  Ladre)  142,36 ; 
30;  185,  29. 
m.  237,  34. 

allerlein  71, 15 ;  einicher- 
27;  keinerlein  29,  27. 
rießland  (Leon  de  Frise), 
arls  18,  9;  20,  17. 
n),  Stadt  166,  4. 
•schlinge*  172.  3. 
Sektion,  144,  13. 
wir   sind   da   1.   (bien 
5,  33. 
m.  10,  1. 

EU^. :  Schlacht  und  1.  lüt 
dv.  41,  6  ;  207,  15. 
r.  'lügen*  124,  34. 
:  (die  Haimonskinder) 
lie  selbig  nacht  im  schlos 
i  venstern  1.  32, 11  ;  gott 
le  mich,  wenn  mir  neys- 
nem  zomn  ligge !  242,1 1 . 
gis),  der  Jesu  die  seite 
ch  20,  4  ;  146,  30 ;  Logus 

lier) ,  Karls  söhn ,  vom 
efifes  getötet  4, 12;  6,19 
8;  9,  4;  10,  9;  11,  1 
4,  6;  17,  37;  19,  18 
4,  31 ;  44,  35 ;  99,  20 
,  28. 

(Lombardie),  land  1,  12. 
ongun),  8.  Gödfrid. 
(loriflan)  m.,  die  heilige 
•,  27;  201,  37;  231,  17. 
ire;     1.     Loire?),    fluß 

re).  fluß  62,  6 ;  80,  32. 
Lozenne)  92,  27. 
ettlauf  80,  4;  85,  17; 
n*  84,  16;  85,  27. 
wettlauf' 84,  21 ;  128,7; 
rönnen  *gaigner  le  pris' 

. :  Inogend  dem  wyssen 
18;  luogend  mir  umm 


dis  guot  pfert !  87, 1 1 ;  vgl.  noch 
219,27;  er  mag  uns  wol  gwünnen, 
luogend  wir  nttt  für  uns  150, 29. 

lur  m.  :  häufiges  Schimpfwort, 
gewöhnlich  =  couart,  glouton 
36,  18;  47, 10.20;  50,36;  58,12; 
138,  23 ;  168,  20  u.  ö. 

lustbar,  -par  adj.  32,  31 ;  47,  37 ; 
155,  36. 

Lüttich  (le  Liege),  stadt  (246, 15); 
253,  17. 

Machen  swv. :  der  brieff  ward  ge- 
macht (geschrieben)  103,13;  den 
platz  m.  (herrichten)  80,4 ;  (einem) 
weg  m.  122,  32.  34  ;ir  lobend  inn 
▼ast  und  machend  inn  manlich 
(stellt  ihn  als  m.  dar)  140,  24 
(s.  auch  26) ;  ich  bin  nüt  so 
kindtsch,  wie  du  mich  machst 
155, 9 ;  das  wer  nüt  wyßlioh  ge- 
macht (getan)  159,  17  (s.  noch 
249, 18) ,'  mach  fdr  dich  (hastez 
Yous)!  244,  14.  27;  du  machst 
dich  zeschälten  37,24  (vgl.  60, 1) ; 
sich  in  die  flucht,  uf  die  straß  m. 
(allgemein) ;  sich  gegen  dem 
schlos,  uß  dem  pallast  m.  33, 25 ; 
59,  2. 

Machmet  (Mahom),  der  heideugott 
259,  7. 

Mackon  (Mascon),  stadt  165,  31. 

Magis  (Maugis),  söhn  des  herzogs 
Befl'es  von  Agremunt,  'ein  meyster 
der  Bchwartzen  künsten*  1,4; 
3,  31 ;  8,  2.  6  u.  s.  w. 

mal  n. :  ein  andern  m.  200,  33  ; 
meng  m.  238 ,  23 ;  fier ,  zechen 
mallen  76,  5;  110,  7;  171,  34; 
262,22;  (so)  vyl  mallen  39,  33; 
85,  36 ;  218,  35  ;  239,  29  ;  ze  (zuo) 
hundert ,  tussent  luiillen  4,8; 
63,  9 ;  73,  24  ;  255,  2  u.  ö. ;  zumm 
dickern  m.il  107,  25;  220,  11; 
253,  20,  midien  138,  10;  146,8; 


294 


uff  dar»  difi  mal  88,18;  117,25; 

154,  20 ;  170»  29 ;  253,  32  u,  ö.; 

off  ein  mal  ^einmal,  einst'  1,  10. 
Mang,  ^änderst  Samson »   her  zuo 

Ferra fritta*  ( Mango  n,  aaltrement 

Sanaon,  seignear  de  Pierref ritte), 

ritter  im  beere  Karle  177,  17. 
Ma&Qj  (Maine),  8.  Huon. 
Maus  (Maos),  s.  Doon. 
mardwtaller  m.  *pa)efrenier'  129»27. 
Morgaris    ( M  argaria ) ,    heidnischer 

könig,  *her  dea  thums  ztto  Toi- 

letta*  258,  18. 
SantMargretta(Saincte  Marguerit^) 

2O0,  19. 
Maria  (Marie),   die   mutter   Jesu 

103,  3;  172,  S5. 
Maria  Magdalenna»   die  aünderin 

146,  30 ;  172,  38 ;  208,  10, 
Sani  Marihi  (Sainct  Martin):  euo 

S.  Marthis  thär  84,  6. 
ttiarwelateinnen     adj.     'marmorn* 

25.  17. 
Martseallus   (Marcelle),    mächtiger 

könig  99,  6. 
mliü  f :  wett  gott,  daz  die  andren 

8un  Ammon  in  der  m,  (en  ce  point) 

werend  wie  Richart  171,  10, 
matten    bwv.    *matt    machen    (im 

Schachspiel)*  244, 28 ;  sich  goumen 

vor  m.  32, 
matteryef.  *matiere*  6,8;  192,28. 
meclitig    adv,     ^aehr    stark'  :    m. 

schwinnen  223,  16, 
Meylland  (Milan),  Ma«  man  Aspe» 

nempf  30,  29. 
meiaterstreich  m.  'coup  de  maiatre' 

134,  13. 
Mellent  (Melant),  a.  ßaldowin, 
Melun  (Melun),  stadt  80,  86. 
menigadj.  185,31  u.  ö»;  meag(er,'en) 

27,2.23;  50,5;  135,33;  147,36; 

am  mengesten  126,  14;  232,  29 

(s.  anm>). 
merertejl  m.  93,  10;  97,  12;  101. 


22   33;  180,  31  a.  ö. ;  adv.; 

m.  *meist*  54,  3. 
merkt  m.  'marktplatz'  83,  13. 
mertejl  m.  67.25;  68,  2;  212,  X  8; 

215.  15. 
meß  n. :  ein  meß  kom  (somme      de 

bled)  90,  17* 
Me88a(Meiise),  Bnö  28,33;  30,  ^7; 

32,  30.  32  ;  Meussa  62,5.  S.  n«==»cli 

Muasel.  ^M 

Mefiros  (Effroja),  ritter  im  ger<^  '^^l 

des  herzoga  Amon  51,  7,  S,  n^=3clt 

Emefiros. 
Millon  (Milien) .  herzog,  Rolii^  ^^ 

Tater  77,  18. 
Millon  von  Pul  lia  (Milien  dePoniK-^ 

im  heere  Karls  181,  30. 
miUltem  swv. :  sin  hertz  wirt  t 

ra.  210,  25. 
Mirillon,  s.  Morillon, 
mischlen  awv. :  tr.  81,  6;  sich '^^»Jn- 

der  die  fyend  m,  117,  13;  2Z^  ^3. 
miühandlen  swt.:  ab«ol.  'unreÄi^^t 

haben,  sich  irren'  83.  28. 
mishandlung  t   Vergehen'  21, 
mit  präp. :  sterben  mit  und  by  ^  ^n* 

andren  124,  1 ;  ein  gros  her  c^^ife 

Krysten  255,  21 ;  mit  allem  v^ 

(zu  a.  w.  hin),  so  ich  Inib,  Im 

ich  30  grosse  forcht  122,  28;  a*^^ 

'damit*  106,  27. 
mögen   an,  v. ;   ich    mag  sin  m 

(kann  nichts  dafür)  29.13;  40, 1  -* 

83,  86;   was    mögend   wir  air^ 

342,  22. 
Mont-  8.  Munt- 
mörder   m.    Uarron'   234,    21. 

235,  3.  7,    S,  noch  mürder. 
mördersch  adv. :    einen    m.   umc 

bringen  116,  9. 
raordpiell  n,  10,  18, 
Morillon  (Morillon),  a,  Felcker;  M 

rillon  262,  5. 
raornendea  adv   (ao  immer), 
mulesel  ra.  51,  34. 


295 


Mouline),  s.  Gödfryd. 
>rt   (Montpellier),   stadt 

S.  noch  Muntpallier. 
iron   Ficka  (Mongon   de 

im  beere  Karls  123,  7. 
t    (Montaaban) ,    scbloß 

71,  9;    72,  3;   78,   27 

l    (Montargueil) ,    stadt 

äl  (Monbandel),  ort  in  der 
m  Muntabant,  wo  Karl 
^r  anfgescblagen  hat 
;  Mnntbandel(l)  107,  2; 
;  der  gräf  von  M.  99,32. 
iMon  joye):  M.  Sant  Denys- 
düachtmf  der  Franzosen 

152,25;  177,  11;  Mont- 
;  179,  17. 

t  (Montbron) ,  felsen  in 
le  der  ebene  von  Yacollers 
119,3;  130,  U;  140,3.35. 
(MonÜyon),  stadt  30,17; 
10,  19. 

ler  (Montmartre),  bei  Pa- 
29;  128,  8. 
er    (Montpellier) ,    stadt 

(8.    Hag) ;    Montpellier 

and  (Roland),  s.  Richart. 
:on  (Montfaulcon ,  -fau- 
3htBtätte82,  11;  180,23; 
J;  199,  7;  Muntfackon 
;  163, 31;  164, 16;  171,14; 
;  175,  28 ;  186,  2. 
,nt  (Montferrant) ,  graf- 
167,  31. 

(Montfort),  schloß  28,36; 
31,  25;   32,  15;  34,  25; 
40,  9 ;    58.  21 ;    75,  37 ; 
;  Montfort  29,  30. 
WT.  133,  20. 
i.  'brigand*  161,  7. 
Meose),    fluß    246,    17; 


Mnsselbmg  f.  253,  17. 
mustren  swy.  :  absol.  90,  20. 

Nach  adj.  und  adv. :  (Karl)  gebott, 
das  man  das  schloß  nach  necher 
belegrette  34,  17  (vgl.  92,  2); 
den  (aller)nech8ten  [weg]  4,33; 
48,  19 ;  55,  12  a.  s.  w.  —  nach- 
gän:  dem  tod  40,  23.  -sinnen 
(SWY.)  96,  25.  26. 

nachen  swy.  :  sich  n.  zao  122,  6. 

nachen  adv.  (aus  nachhin)  47,  19. 

nachhar  adv.  65,28 ;  nachar  86, 4. 5 ; 
nahar  232,  15 ;  nacher  164,  4 ; 
175,  85 ;  282,  14. 

nachtessen  n.  89,  23 ;  186,  14.  22. 

nacket  adj.  ^unbewaffnet'  234,  30. 

Nantes,  s.  Hug. 

Nantueil,  s.  Doon.  Nantoweyl 
248,  24. 

nasloch  n.  85,  13. 

Nawerra  (Navarre) ,  königreich 
74,  11. 

Natzeret,  s.  Gödfryd. 

nebend  präp.  mit  dat. :  n.  Paris 
4,  2;  n.  Agremunt  25,  11;  mit 
acc. :  n.  Dordonna,  Köln,  Melun 
55,  21;  78,  9;  80,  36. 

nebendsich  adv. :  n.  gsächen,  luogen 
113,  7;  165,  18;  sich  n.  koren 
105,  17;  117,  36;  181,  18. 

nechstkünftig  adv. :  uff  Sant  Jo- 
hannes tag ,  die  licchtmeß  n. 
kommend  80,  1;  88,  4;  vgl. 
87,  30. 

neyßwan  adv.  'irgendwo*    167,  24. 

neyßwann  adv.  59 ,  30 ;  126,  9 ; 
140,  12. 

neyßwar  pron.  70,  19;  128,  3; 
169,  15  ;  187,  1  ;  216,  2. 

nemen  stv. :  (Allard)  namm  wyder 
stercke  inn  sich  125,27  ;  do  namm 
Bayard  und  thett  die  naslöcher 
uff  85,  12;  sin  louf  n.  85,  14; 
ein  andren   streich    n.    120,  35; 


296 


die  flucht  n.  96,  3;  180,  3j  den 
Ttttem  widör  n.  200,  13;  grossen 
Wollust  ab  etwa**  ii.  8,  4. 

nemmen  (aus  nemnen)  awv.  'nen- 
neo*  153,  13. 

Nemours,  b.  Yeacher, 

närscba<3j.  109,6;  127,18;  131,  19  j 
adv.  76,  11;  1*21,  33. 

Nevers  (Nevers):  der  grnf  von  N., 
im  beere  Karls  34,  19 ;  38,  27. 

Nickol  (Nicol),  s.  Amery, 

nider  adv.,  mit  verben  zusammen- 
geaefczt:  -gan  42,  18;  242,  27. 
-kan:  daz  sper  113,  9;  117,  17; 
12ü,  20.  'lan  :  die  zälten  248,  3&. 
-sin  175,  29;  203,18.  -trucken: 
eines  hoffart  149,  35;  155,  20. 

nid  erlag  m.  64,  25  (a,  anm). 

nie  adv. :  zur  Verstärkung  der  ne- 
gation  236,  26. 

nieman  pron.  55,  81  ;  72,  16  u  ö, ; 
niemen  1 12,  19 ;  123, 25 ;  194,  29 ; 
245,  22;  niemand  29,  28;  33,9; 
44.  6:  48,  31  ;  54,  21;  55,  32; 
84»  4  n,  ö. ;  niemend  216,  30; 
niemantz  (gen,  14,  3)  227,  7. 17; 
238.  31. 

nienert  adv.  'nirgend'  112,  3. 

menertbin  adv. :  do  ich  gsach,  daz 
icb  n.  (zu  nichts,  auf  keinen 
grünen  zweig)  kommen  mocbt 
147,  30  ;  ich  schätzt^!  mich  n., 
wenn  .  .  10,  22 ;  einen  n.  achten 
165,  25;  230,  5. 

nienertmit  adv.:  ich  miig  üch  n. 
geh&lffen  123,19;  ähnlich  220, 14. 

nienerum  adv.  r  Gcrgia  erdficht  den 
l^-Bt  n  (in  keiner  andern  ab- 
sieht), dann  .  .  128,  U  ;  das  ich 
nun  n.  (um  nichts ,  um  kernen 
preis)  wett  131,  4;  vgl.  noch 
150,  8. 

nochmällen  (nach-)  adv,  'nocbmala' 
211,  34. 

Noe  172,  27. 


Norm  and,  g.  Thüring. 

Normandia.  b.  Richart. 

nun  adv.   a)  nun  —  yetz ;    n. 
kenn  ich   yets  wol   54,   32; 
mag  er  yetz  inn  ke inner  g^t 
entrannen  82, 10 ;  b.  noch  1334 
146,  8,    b)  nun  ist  er  min  leclji 
man  ,    er  welle    oder    welle  4 
20,  12;   n.  magfstu   als  woT  i^ 
kommen  als  ich  40,  17  ;  n,  w# 
ich  nüt ,    wieß    mir   organ  nj 
198,  17;  a.  noch  122,  13;  18^ 
c)  in  relativeatzen  17,  28 ;  36, 
51,  17;   53,    1;  87.  22;   95, 
131,4;  133.  22;  165,5;  212, 
22U  13;  232,  37;  248,  U  u, 
da  nun  1,  12;  108,  22. 

nun    adv.    *nnr*    89,    12;    93, 
100,8;  155,  18;  174.20;  178J 
183, 10  ;  247,  36;  nun  daz  259,) 

nüUöllend  adj.  9,  23 ;  35. 1 ;  54, 8 
58,  30.  36;  65,  19;  116,  $ 
132,  35.  i 

niiwlichen  adv.  'de  nouveau'  235,  i 

nützen  bwv.  :  die  wer  hett  inn  ^ 
nig  genützt  38,  36;  ich  satf 
dir,  daz  tsy  kein  reeht  n  moi 
(que  raison  ne  lenr  aaroit  mestöl 
161,  29.  i 

Ob  präp. :  ob  tiacb  «in  146,  i 
8j  begienj^end  ein  groß  blmi 
vcrgiesaen  ob  den  Frantzoai 
118,  32;  ea  were  iich  erlichl 
ir  vcrtbettend  daz  (guot)  ob  4 
heyden  dann  ob  den  sun  hm 
213,  2 ;  einen  beschützen  ob  ull 
dingen  61,  21.  ] 

ober:  irer  oberer  {anffthrer,  hd 
sagt  zuo  im  235,  8 ;  die  nngli 
bigen  ,  deren  oberster  hieß  | 
1,  13;  (sie  baten  liengnold)  4 
er  ir  oberster  were  257,  32.    I 

obnen  adv.  'oben*  132,  12. 

obsich  adv. ;  all  harer  gänd  mi^ 


297 


112,  26;  o.  luogen  226,  85 ;   o. 

rytien  122,  4. 
Ollyfier  von  Oennow  (Olivier  de 

Vienne) ,    Rolands    streitgesell 

89,  18;  92,  26;  98,  18;   182,  6 

n.  6. 
SantOinineT(SaiiictOmer)  131,87; 

H.  noch  Johans. 
ongeferd  adv.  =  ängferd  108,  85. 
^fel  m.  88, 6 ;  225,  82 ;  öpfelboam 

108,  88;  172.  21. 
ordnen  swr. :  (Karl)  ordnet  sin  far- 

hoot  dem  gräf  H.  80, 19 ;  s.  noch 

78.  1 ;  188,  5. 
Orient,  himmelsgegend  172,  14. 
Orlianti   (Orleans),   siadt   62.  6; 

80,  81 ;   n£F  den  Orliantser  weg 

81,  28  (86). 

crt  n. :  sno  allen  ortten  (von  allen 
teiten)  118,  87;  Wer«  86,  13; 
einen  an  ein  o.  nemen.  siechen 
(prendre  apart)  68,  36 ;  69,  30. 

Otbett  von  Langen  (Odet  de  Lan- 
gres),  vasall  Karls  20,  17. 

^nd  adj. :  das  hertz  ist  mir  aller- 
dingen 6.  217,  10. 
offen  adj. :  offner  haf  (coart  pla- 
niere) 25,  80 ;  147,  5. 

P  (s.  auch  B). 

Sant  Pal  (Sainct  Pol)  198,  24. 

Palerma  (Palernie),8ta(lt  'im  kiingk- 
rich  Pullia*  260,  16. 

Pampellunnia.  stadt  3,  19. 

par  n.  172,  30 ;  unser  ist  p.  und 
p.  115,  22. 

Paradis  157,  28;  172,  20. 

Paris  (Paris),  stadt  1.  11;  4.  2 ; 
6,  82  u.  8.  w. 

parlement  n.  'parlement* :  de  hielt 
er  ein  p.  mit  sinem  voick  63.  21. 

Pateranna  (Baveraine):  Schlacht- 
ruf Allards  177,  15. 

Peyem  (Bavieres).  s.  Anses,  Ge- 
dellon. 


Peppinus     (Pepin) .    Karls    vatei 

167.  11. 
pennent  n.  *parchemin*  148,  2. 
Perrafritta,  s.  Mang. 
Perronna  (Peronne):    der  her  von 

P.    und    von  Sant  Quintin  (En- 

gnerran   seigneur   de   P.    et   de 

Sainct  Qnentin).  von  Beifes  ge- 
tötet 17,  2. 
Perser  m   256.  2.  13. 
Persia  (Perse),   s.  Amiroll ;   Persa 

256,  27. 
persönlich  adv.  5.  9 ;  7,  24. 
Petter  (Pierre),  schreiber  des  königs 

von  Oastgunnia  102,  8. 
Pierrella,  s.  Oalter. 
pilgry  (dat.  pl.  pilgrinn    254 .   26) 

m.  161,23;  162,8;  254,30n.ö.; 

pilgramm  254,  29. 
pilgrystab  m.   160 ,  21 ;    204  ,   7 : 

pylgre-  237,  35. 
Pinard  (Pignaud),  spfther  142,  37  ; 

143,  8.  15. 
pir  f.:  pl.  pirren  225,  32 
Ponson  (Ponson),  ritter  im  gefolge 

des   herzogs   Beffes   und   seiner 

brüder,  von  Gergis  getötet  16,33. 
Pottiers  (Poitiers),  stadt  62.  7. 
predicant  m. :  ein  pr.  (prestre)  nennt 

sich  Tilrpin  166,  14. 
presentieren    swv. :    einem    etwas 

68,  33 ;  refl.  90,  2.  10 ;    164,  26. 
Priamus  (Priant),  könig  von  Troja 

59,  37. 
PuUia  (Pouille),  land  260,  2.  16  ;  s. 

noch  Millon. 
pur  m.  'villain*  244,  U;  245,  20.  21. 
puschel  f.  :  ir  sind  nttt  einer  pusch- 

len  strow    (ung    piain  poing  de 

paille)  wertt  49,  80. 
piingätenvest  n.  147,  4. 

Quintin,  s.  Perronna. 
quittieren  swv.  'acquiter*  lü2,  21; 
'quitter*  16G,  4. 


298 


Eamas  (Eamea):  der  grdf  von  R., 
ohriatlicher  ritter  256»  10.  16; 
257,  10;  258,  6;  259,  13. 

RamboU  {Renibault).  'der  fry  ritter*, 
im  gefolge  Eolandfi  96,  14. 

rantzonnen  swv.  'gegen  lOsegeM 
frei  laeaen*  68»  8. 

rappe  m,  *moreii.u*  (von  dem  pferd 
des  Magia)  81.  17;  84t  1> 

riit  m.:  ich  verwundero  mich,  daa 
wir  ntit  etwaz  ratz  band  inn 
unBern  geachüfften  64 ,  27  (b, 
aiim.) ;  r.  hau  72  ,  38 ;  73.  2  ; 
209,  2 ;  sin  (Karh)  r.  'die  ge- 
gftmtheit  Heiner  ratgeber*  209, 16 
fö,  noch  168,  30):  (einem  pferde) 
r.  tbuon  129,  28. 

rÜtscblagea  awv.  (mit  st.  prät. 
167,  22) :  r  mit  einem  72,  1 ; 
diewil  r?ltt€chlaog  man  minnen 
(on  conspiroit  ma  mort)  167,  22, 

rätvolgen  swv.  *eineii  rat  befolgen* 
5p  31;  239,  32. 

recbnung  f. :  einem  r.  geben  Vechen- 
schaft  ablegen*  8,  18;  133.  27. 

recbt  adj.  i  das  r.  thar  ( la  mai- 
afcreRse  porte}  34,  17.  —  Daa 
rechte:  einem  zum  rächten  hälfen 
(zu  Beinern  rechte  verhelfen) 
161,  27  i  als  ir  wol  wüasend,  wott 
ich  im  einea  rächten  mn  (zu 
recht  stehn)  vor  ainen  fursten 
75,  36. 

recht  n. :  ich  bitfc  ücb,  daa  ir  mir 
r.  haltend  dber  die  (me  faciez 
raison  des)  6er  aün  A.  161,  21. 
einen  mit  r,  füeren  (mener  adroit) 
215,  3L 

recht  adTr/ätur  rechten  zeit"  104,15; 
174,  30. 

red  f.:  r.  halten  i reden)  256,  34; 
einen  in  reden  halten  171,  23. 

reden  swv. :  einem  libel  r.  2S5,  23. 

reichen  awv.  'holen'  136,  16;  225,1; 
den  tod  r,  (querirj  253,  22. 


Rein»  (Rains),  stadt  192,  36. 
Renger    (Regnier) ,     herzog    (Mer 

fromm  grM  30,  21),  vasali  Karls 

30.22;  31. 13. 14;  Rengner31,17; 

Rengier  31,  18;  32,  L 
Rengnoldvon  Muntabant(RegnaiiR 

de   Montanban) ,    ältester    söhn 

Amona  von  Dordona  1,  3;  3, 14; 

4,  4  u.  8.  w» 
rannen  swv. :  abaoL  'um  die  wette 

rennen*  84,  23. 
rast  f.  221,  9  (e,  anm.), 
reverentz  f. ;  einem  die  r.  miicben 

39,  17. 
Ric hart  (Richard),  der  jüngste  hra» 

der  Rengnolds  ('der  klein  R.*)  1,3; 

23,  80;  31.  10  n,  s.  w. 
Eichart  von  Mantmolland  (Richard 

de  Roland),  vaaall  Karls  168,9.18« 
Richart  von   Normandia  (Richard 

de  Normandie),   herzog,    vasall 

Karls  15, 22;  16,2;  17,9;  30,23; 

85,  21  i  89,  83 ;  90,  1  u.  s.  w. 
richten  awv.  'hinrichten*  165,  82. 
rychtuom  f.  55,  22. 
riet  n.  'prairie'  84,  12, 
Ein  rEin),  flnö  166,  34, 
Rippua  von  Uippamunt  (Rippug  de 

Eippemont),  vasall  Karla  165,9; 

170,  23;  171,1;  172,2;  173,  16; 

174,  3;  175,  26;  176,  5;  186,  1; 

Rippis  176,  25. 
rytt  m.  145,  31 ;  231,  80. 
roden  awv. :  refl*  42,  25;  94,  30; 

13L  la 
Rom  15,  9 ;  161, 5  ;  der  kejser  von 

R  142,  28. 
Rohart  (Eohara),  aohn  Pelckera  von 

Morillon  ,   bruder  von  Conatantz 

262,  6.  12. 
Rontzefal     (Eoncevauix) :    am    R, 

262,  17,  26. 
roßbär,  -par  f.  Uictiere*  51,  32 ;  er 

ließ   die   r*    uff   zwen    mulessel 

leggen  33. 


299 


KossiUoD,  8.  Gerold. 

roGlouf  m.  Vettrennen  mit  pf erden* 

79,  16;  80,  13;  84,  & 
r08<8>na8t  (plnr.  -est,  dim.  -esily) 

m.  'rosenzweig*  102,  13;  104,  2; 

107,  12;  108,  16;  187,  31. 
rucli  adj.  *hideiix'  56, 28 ;  ein  mches 

laben  54,28;  r.  (aigre)  nn  Aber 

einen  241,  1. 
rüewig  adj.  88,  85 ;  86,  5 ;  87,  25 ; 

150,  4;  283,  1  n.  G. 
nigge  m. :  einem  den  r.  keren  *ihn 

verlassen*  188,  16. 
Ruoll and  (Roland),  söhn  des  herzogs 

Millon  und  der  Schwester  Karls 

1,  4 ;  74,  8 ;  77,  17  u.  s.  w. 
Kaoprecht  (Bobert),   *der  her  von 

Dyssion',  söhn  des  herzogs  von 

Borgondia,  von  Rengnold  getötet 

118,  20. 
niowe  f. :  zno  gnotten  mowen  kom- 
men 108,  10. 

Sach  f.  *adYentare*  156,  7;  ein  s. 
annemen,  treffen  mit  einem  (faire 
ung  party)  133,  12 ;  151,  29. 

Sayetta  (Sagettes),  s.  Galleran. 

salb  n.  81,  9;  141,  30;  173,  1. 

Salomon  von  Brettannia  (Salomon 
de  Bretaigne),  vasall  Karls  (kö- 
nig  26,  29)  2,  10;  15,  24;  18,9 
20.  16;  89.  33;  90.  2;    137,  19 
153.21;  163,11;  Salamon  1,17 
der  schön  S.  14,  23. 

Salomon:  der  tempel  S.  161,  4. 

salthür  f.  42,  35. 

samen  m.  'saat*  63,  26. 

Samson  von  Bordelles  (Samson  de 
Boardeloys),  im  gef olgeRengnolds 
34,  32. 

Samson  von  Borgnndia  (Saoson  de 
Boorgongne),  vasall  Karls  13.  6. 

Samson,  s.  Mang. 

Sarrassener  (Sarrazin)  222,  36 ;  sonst 
mit  *heyd*  Übersetzt. 


Savary  (Savary),  ritter  im  gefolgo 

Lohars  6,  24 ;  7.  6. 
Schach  n.  *schachbrett'  25,  28;  im 

schach  spilen,  züchen  27,  1.  4; 

147,  15;  244,  10. 
schachbratt  m.    147,    15;    dafür: 

schächzabelbrett  27,  II. 
schachspyl  n.  29,  22. 
schächstein  m.  27,  5. 
schalkhaftig  adj.  'zornig*  209,  3. 
schalkheyt  f.  *felonnie*  213,  8. 
Schampannia  14,  11;  s.  Troya. 
scharlott  n.?  'scharlach*  113,  2. 
scharlotten    adj.   'von   Scharlach* : 

ein  seh.  mantel  60,  34. 
scharlottmantel  m.  102,12;  108,9; 

104,  1 ;  106,  25. 
schamintz  m.  ? :  stryt  oder  seh.  39, 81. 
schaffen  stv.   'ausrichten'  20,  33; 

129.  11 ;  203, 3  n.  ö. ;  es  wol  seh. 

63,  15;  138,  22;  175,6;  201,15; 

mit  einem  zesch.  han  30, 25  u.  ö. ; 

einem  (im  kämpfe)  zesch.  geben 

154, 34 ;  wir  schiedend  uß  unserm 

land  arm  und  vertriben,  das  mir 

wenig  zesch.  gab  (dont  peu  me 

challoit)  65,16 ;  ich  bin  inn  fiwerni 

gwalt,   darumm  ir  mit  mir  seh. 

mögend  nach  nwerm  willen  233, 

20. 
schetm  m.  'betrüger*  187,  17. 
schänkelysen  n. :  ein  seh.,  daz  ließ 

er  im  an  sine  füeß  Icggen  188,24. 
schicken  swv.:  sich  zewer  ach.  1 16,38; 

Bch.  nach  einem  17,  20;  108,27. 
schier  adv.  'beinahe'  119,  14. 
schiitner  m.  'achildknappe'  5 ,  80 ; 

31,  15;  38,  1,  2  n.  ö. 
Schlacht  adj. :  ein  schiächte  (ßimplo) 

junckfrow    73,   5;   ein   Bchlächt 

(estroicte)  laben  füeren  236 ,  29. 

S.  noch  liederlich, 
schlächtlich  adv.:  schl.  (pourement) 

laben  236,  23. 
schleiken  swv.  'schleppen*  215,  12. 


300 


schmecken  swv. :  ichmeckende  krAt- 

ter  (herbes  odorantes)  60,  32. 
schmücken  awv. ;  (Bayard)  lieng  an 

die  onren  sclim .  (eBtramdre)l29,35. 
aehnarchlen     bwv  :     (den     herzog 

BeffeBi    hettend   ir   ^suchen   ain 

farwb  endern  und  achn.  oIb  ein 

untrüwer,  grusaammer»  achalck- 

hafftiger  mentsch  8,  3L 
[schon  adv. :  ir  hörend  schon  (doch, 

ja)»  daz  ei-  verrarteillt  ist  zu  mm 

tod  247,  21 ;    in  konzeseivsätzeD 
^     78,  4;  146,  2, 
schön   adv« :  du  tröwat   »chön  (or 

meniissez  tout  heau)  137,  8. 
achoneuBwv.:  absoL  viTÜüecht  werd 

ich ,   wenn  ich  yctz   schone  (me 

faina)!  155,  18. 
Schotte  fEecosaoia)  m.   114,  3. 
Schotland  (Escosse) ;  daz  halb  Seh. 

165,  21. 
'  ach w igen  atv.  ? :   nunn   ach w ig  so 

fräifenlich  reden  l  185,  5. 
segnen  flwv. :  o  got,  gesegnet  dgeat 

du!  221.  37;  rel  39,  9;  64,  28. 
selbig  pro  11. ;  der  a.  67,  32, 
selb:  8,  zechend  161,6;  aelbs  dryt 

259,  10.  16. 
'  Beligadj  :minem  SUD  L  ael Ligen  12,30. 
aend  (sknd)!  73,23;  79,  Ö;  103,15; 

184,  25- 
|Seniift(8eitie),  fluß84, 12;  86,9.25: 

88, 9,  8.  noch  Guttellin,  Her  man, 
Sen86s(SenBez),  im  beere  Karls  75,4. 
setzen  swv. :  einen  in  leyd,  truren 

8,  12»  20  ;  67.  15  ;    ich  will  (ich 

sagen,  wie  das  schloÜ  gesetzt  was 

32, 29  ;  ein  wol  geaetzt  end  68,24 ; 

ein  tag  s.  108,  23. 
sichern  swv. :  er  moos  mit  g^esichert 

werden  des  todtz  (vor  dem  t,)9,30 
sidhar  adv.  121,  25. 
sigloäe  f.  157,  9. 
%mon  (Symon),  ritter  im  gefolge 

des  herzöge  Beftea  5,  16,  35. 


Symon   (Symon),   ritter  im   beere 

Karla,   von  BdIfes  getötet  18, 
Symon  von  Bremß  < Symon  le  Bre- 

moys),  im  gefolge  der  Haimons- 

kinder  38,  7»  9,  10. 
Simon:  im  hua  Simonis  208,  U. 
Symon  (Simon),   könig  von  PuHia 

261,  1. 
am  an,  v.  fpart.  perf.  'geweßt'  and 

^gesin') :   nun   ist  nut  dann  eich 

redlieh   zehalt^n   49,  36;   etwas 

a.  lan  *aiif  sich    beruhen   lassen* 

152, 19;  tÜß  Bayard  ainn  (in  ruhe)! 

135,  27 ;  der  farwb  ain  82,  14* 
sinn  m.  r  etwas  ins.  nemen  114,9; 

'liflt*:    do  bed^icht  er  sich  eines 

ains  127,  30. 
ainsglichen :  ich  glonb,  das  inn  der 

krystenheyt  nut  s.  sig  6,  23;    & 

noch  71,  25  ;  150,  6. 
ayt  präp. '   s»  der  aelbigen  zyt  har 

111,  L 
eythert  adv.  ^  tidhar  206,  24. 
so  adv. ,   hinter  andern    ailvv^  zur 

Verstärkung:   darzuo   so  77,    1; 

dann  ,    denn  so  41 ,    l ;    87,  33  ; 

212,  2.  8;  morn  so  192,  29;  ein 

relativpron.  vertretend  78  ,    37  ; 

111,  9  n.  B,  w. ;  conj.  Ma*  70,15; 

74,  17 ;  78,  34. 
Boiaaonner:    inn    S.    wald    (en    la 

vallee    de  Soiaaons)  22 ,    24.     8. 

noch  auosaoniach. 
sollen  an    v.  ^taugen*  54 ,    34 ;    es 

zimpt  dir  nut,    da%    du   sy  ver- 
rotten aötteat  131,  33. 
soum  m. :  dry  s.  gold  61,  14. 
spat  adj    218,  18;  241,  2. 
Spinol  (Piniible),  ein  apäher  Karla 

194,  IB.  19.  27. 
spysmangcl  m.  225,  38. 
spits  m. :  uff  den  sp.  den  grossen 

thurns  191,  6. 
aprengen  swv.;   den   kopff  uff  die 

erden  spr.  231,  24. 


II 

6.   n 


301 


sprütsen  swy.:  xuo  stacken  spr., 
▼om  Speer  177,  81  ('springen*  3). 

stallen  smr. :  ein  pfert  *in  den  stall 
ton«  27,  81. 

stalknecht  m.  42,  30. 

stalmeyster  m.  209,  29. 

ätampes  (Estampes):  dergräf  von 
St,  im  beere  Karls,  von  Allard 
getötet  35,  8;  Stampas  88,  13. 

stechen  stv.:  in  ein  pfert  st.  (mit 
den  sporen  44,  28)  36,  20;  37,15 ; 
152,  27;  176,  8;  201,  12  o.  6. 

stellen  swy. :  nach  pryß  st.  181, 2. 

Steffen  (Estienne),  ritter  aus  dem 
gefolge  des  herzogs  Beffes  19,29 ; 
20,  9.  13. 

stigen  stT. :  in  grosse  hoffart  st 
93,  29. 

stillen  swT.:  refl.  *sich  beruhigen* 
96,  86. 

sto^n  stv. :  das  für  inn  die  hüser 
st  43,  19. 

stxM  f.  86,  8. 

strich  m. :  (Bengnold)  macht  sich 
uff  die  sträß  durch  ein  heim- 
lichen Star,  (par  ung  sentier)  86,24. 

strjtgsell  m.  'kampfgenosse'  167,34. 

stuck  n. :  zwey  stuck  18,  2. 

stud  f.  236,  13. 

stund  f. :  länd  uns  rytten  wolluff 
inn  der  guotten  st. !  55 ,  35  (s. 
anm.). 

Stupfen  swy.:  einen  'heimlich  an- 
stoßen* 188,  1. 

stürchlen  swv.  'straucheln*  216,  32. 

stürmen  swt.  :  das  schloß  91,  33. 35. 

sun  m. :  in  der  allgemeinem  be- 
deutung  von  'enfant*  185  ,  38 ; 
244, 27  (beidemal  in  der  anrede). 

sunders  adv.  'besonders*  2,  16. 

sündfluß  m.  'sQndflat*  172,  28. 

sünftze  m.  189,37 ;  219, 15;  261, 12. 

suochen  swv. :  die  spis  s.  umm 
gotz  willen  (von  einem  pilger) 
250,  32. 


suossonisch  adj. :  in  dem  s-en  wald 
(au  val  de  Soissons)  99,22 ;  204,22. 

suppe  f. :  er  nam  daz  schwartz  brot 
und  macht  suppen  daruß  inn 
einer  schüßlen  (en  faisoit  des 
soupes  dedans  un  hanap  de  boys) 
236,  22. 

suptil  adj. :  (Magis)  was  der  sup- 
tillist  roentsch  (le  plus  subtil 
nigromancien)  141,  27. 

Sur(r)ia  (Surie),    Syrien  257,   30; 

258,  6;  259.  23. 

sust  adv.  'sonst*  (so  immer). 

T  (s.  auch  D). 

tallig    adv.:   du   muost   t   länger 

frist  haben  172,  10  (s.  anm.) 
TaloRsa  (Toulouse) .  stadt  62,  19 ; 

63,  20;  Th-  63, 29 ;  68, 10 ;  98, 5. 

12;  102,  23;  103,  19;  104,  23. 
Tanne-,  Thennemark,  s.  D-. 
thanwald  m.  164,  36. 
tapferlichen  adv.  132,  27. 
tharm  m. :  pl.  therm  'eingeweide* 

22,  33;  125,  25;  126,  23. 
teil  n. :  mins  teyls   'was  mich  be- 

triflPt*  6,31;  des  andren  teyls  18,17; 

das  bösser  t   han  'den   kurzem 

ziehn  (im  kämpfe)*  10,  10;  38,5; 

180,  15. 
tertsch  m.  ? :    ein    meß    kom  galt 

40  t  (soulz)   und  20  haller  (de- 

niers)  90,  18. 
tobel  n.  'Schlucht*  111,  38;  112,  4; 

129,  9. 
tod  m. :  einen  zetodschlachen  27,15, 

werfen  157 ,  32 ;    mich   hungert 

und  turst  zetod  187,  27. 
Tolletta  (Totelle),  s.  Margaris. 
Thomas  (Thomas),  könig  von  Je- 
rusalem 255,  36  ;  257,  28;  258,38; 

259,  8 ;  260.  8. 

thorhüetter  (thar-)  m.  41,30 ;  42,25. 
torrechtig  adj.  5,  11 ;  th-  128,  10; 
dorrachtig  239,  38. 


ao2 


thorschluseel  (thär')  m.  42,  26. 
torUch  m.  188,  6;  225»  17;  227.3ÖJ 

torsch  33,  6;  203,  26. 
torwartter  m.  7,  18. 
toub  adj,  97,  U  j  119,  4 ;   'aMoty 

253,  35. 
trab  m. :    (Bayard)  gieng  nut  den 

tr.  (nalloit  mie  le  pas],   dUDder^ 

lüff  wie  ein  hirU  130,  20* 
traben  swr.  54,  9, 
tr&mel  ra.  ?  'ironcon':    ein  tr.  von 

einem  sper  141,  4. 
treffen  atv.,  b.  sacb, 
triben    stv. :   Bemlich   reden    boUü 

nüt  tr.  66,  8. 
trjtt  mr.    ein  tr.    (le   pae)    eines 

bachB  51,  14. 
Troya    in    St^barapannia    (Troje), 

Stadt  14,  11;  15,  17;  16,  4, 
Trovii   (Troye)   die    ^os   93,   14; 

Hect-or  von  Tr.  60,  4, 
troß  m,  *le  chariage,  les  sommiers* 

4Ö,  17.  26.  34;  den  tr.  abladen, 

uffbinden  48,  2.  6. 
trösten  awv. :  byß  getrost  (getrost)  1 

46,  8;  refl.  mit  gen.  5,  34. 
tröwnng  f,  215,  24.  29. 
trucken  awv. :    icb  hab  mine  atin 

inüeaBen  verscbweren,  das  naich 

nun  übel  t  ruckt  221«  13. 
trurig  adj^  'pensif  77,  36, 
tückisch  (-ißths.)  adj.  22,28 (».anm.), 
tulle  f.  *doble'  94,  17. 
thuon  an.  v. :  mit  einem  Bub^t.  zur 

umaclireibung  eines  verbs :   wer 

tb   10,  32;  ein  Btäcben  th.  157,21 ; 

die  räch  th.  100,26;  ein  \MS  ruo 

wen  th.  188,  17;    eine    gab    th. 

72,  37 ;  einem  gehoraammy   th. 

5|  12;    einem  eine   trDwang  th. 

215,  25;  einem  flcbaden  th.  36,36; 

38,  21  u.  ö. ;  (sagt  mir)  wie  der 

sach  zeth.  sig  \que  nous  devons 

faire)  54.  38 ;  refl.  sich  inn  stryt 

th.  153,  n. 


thür  adj,;  m  WM  m  th.  zuo  Pariti, 

daa  es  ein  erbermd  was  90,  IG« 

Tfiring  von  Ardannia  (Thierry  TAr- 
dcnois),  herzog,  vasall  Karls  13,5. 

Töring  (Thierry),  ritter  im  beere 
KarlB,  von  Allard  getötet  36,14. 
16  (Th-). 

Thuring  der  Norm  and  (Thierry  le 
Norm  and),  vaaall  Karls  38,  27. 

Tiircken  (Tiircz)  256,  12. 

Tttrpin  (Turpin),  (ersi)biflcbof,  va- 
sall Karls  18,  10:  90,  11;  93,  5 

tt.    8.    W- 

tarsteiiklich  adv.  9,  33. 

TCitscbe  m    16,  29. 

Tütachland,  a.  Barthole.  Hug. 

tuffel  m. :  (er  sprach)  uy  aött  [inj 
trtffel^  nammen  schwigen  6,  2; 
er  wyrt  (beim  rennen)  den  t. 
gwiinnen  84,  28;  wir  törffbend 
den  t.  angrifieu.  wenn  ir  by  uns 
sind  94,  12;  laud  sy  rytten  in 
hundert  tussend  fc.  I  47,  30;  hun- 
dert tussend  t.  band  dich  ^ot 
frantzössisch  gelert  reden  82, 36  ; 
wett  den  (wetten,  wett  der)  t.1 
flucbformel  156,  13;  230,  3; 
234,  29;  248,  3. 

tüffterig  f.  'dy abier ie*  230,  4. 

Übel   adv.   'sebr^  28,  38;   46,  31 ; 

64,2;  lO^MU;  125,26;  17i,22u.ö. 
übelmögend  adj.  54,  15 ;  262,  29- 
fiber  prüp. :  ü.  das  'trotzdem*  76, 36 ; 

(Magis)   ist   hinweg   gangen    ü. 

(oultre)  sin  suosagung  192,  21. 
fiberantwurten  ew?.  28,  1 ;   29,  5 ; 

159,  24 ;  190, 33 ;  214, 6  j  239, 3 ; 

240,  9;  254,  8. 
libergeben  stv.  'im  stiche  lassen' 

245,  33;  'geben*  172,  20. 
übergülden  awv.  27,  5» 
überhaben    stv. ;    einem   etwas   ü. 

77,  38;  refl.  mit  gen,  245,  17. 
überkoniiuen  stv.  i  mit  einem  *sicb 


303 


vereinbaren*  ^,  21 :  etwaa  ^ge- 
winnen ,  erhalten  ,  bekommen* 
31,  28 ;  55,  Ib ;  65,  18 ;  83,  14 ; 
ISO.  1  n.  Ö. 

iTberloufen  str. :  einen  'überfallen* 
20S,  % ;  do  fi engend  im  die  ougen 
An  ü.  101,  24, 

übertrang   m. :   einem  ü.    aothuon 

nberwindlingen  adv.  235,2  (b.  anni). 

überwindnng  f,  1,  15. 

übenüchen  stv. :  einen  14,  L  27. 

üd  pron.  *irgend  etwas'  102*  36; 
mdr.  43,  24  (nd). 

iiiDm  prftp. :  ich  wejß  sovil  u  inn, 
di2  , ,  144, 34 ;  daz  dn  uns  bällFen 
welJeft  u.  fryd  mit  K.  214,  U  ; 
ich  bin  vaat  zornig  a.  min  siin 
I«.  11,  23;  nun  ist  einer  u,  den 
&ndren  tod  26,  10;  nut  tbuon  u. 
einen  (nicbt«  auf  ihn  geben)  11,5; 
86,  17;  15t,  28. 

nmm  adr.t  -geben:  (Ollifier)  gab 
im  ein  manttel  u.  182, 25.  -triben : 
mum  hat  er  una  all  wol  betzalt 
und  nmm  getriben  (moo<|ae2) 
190,  2,  -feilen  257,  3*  -verkeren: 
(Magii)  verkart  die  ougen  im 
kopff  nmm   160,  18. 

niomhar  adv. :  nmm  den  f eisen  u. 

120,15;  bei  verben  der  bewegung: 

-gan  221,  35;   -keren    242,  29; 

I     -ijtten  153,  11.    S.  noch  wider- 

^     ummhar. 

nnd  conj. :  a)damit  und  30, 26;  53,12; 
56.  30;  60,  11;  70,  38;  77.  8; 
Ö6.  20;  105.4:  115,  13;  153,32; 
238,  2;  258,  2;  262,  28  u.  a. ; 
demnach  and  29,  7 ;  53,  27 ;  ee 
und  34,  10;  Bjt  nnd  109,  26; 
ajimal  nnd  26,6;  42,4;  49,32; 
169,  5  u.  ö. ;  Rolang  nnd  6,  11; 
sovil  und  60, 9.  b)  konzessiv äätze 
einleitend  85, 19 ;  131, 33 ;  159,28; 
187. 30  i  207,28 ;  242, 22,  c)  kon- 


ditionala&tKe  einleitend  121,  35: 

222, 16,  36  u.  ö. ,  d)  vor  direktem 

fragesatz  187,  28. 
nnd  er   adv. :   -trocken   145 ,   4.  5 ; 

149,  2;  199,  20. 
underlaßen  stv, :  daz  schwert  154|1 1 . 
undern  adv, :  do  R.  g»ach,  daz  die 

sunn  80  wyt  u,  was  177,  25. 
nneinigkejt  f.  42, 1;  139,  15;175,  15; 

uneingkeyt  27,  6. 
uneins :  mit  einem  nnnejß  werden 

71,  26, 
unerberlichen  adv.  173,  3. 
ungemeti  adv.  'rudement*  78,  20. 
ungeschickt  adj.  84,  31 ;  217,  31. 
an  gestaltig  adj.  Vernnstaltet^  53,25 ; 

56,  15;  57,  18;  58,  L 
ungluckhaftig  adj.  9,  6;    133,   28. 
unlang  adv.  Vor  kurzem*  2,  2. 
unmuot  m    'schrecken,   betrübnis' 

146,  L  19. 
unmuottiga^j.  *matlos':  ir  machend 

uns  u.    (TOns  uous  descouragez) 

217,  3. 

unnutzlich  adv. :  galt  u,   vertbuon 

218,  h 

unrOewig  adj,  129,  37;  232,  38; 
243,  1 1 ;  248,  36  u.  ö. 

anmow  f.  'meslee'  147,  22. 

untrulich  adv. :  n,  handien  Taire 
cbetivete'  163,  15. 

undatt  m.  'meslee'  84.  21.  33. 

unfrummkeyt  f.  197,  32. 

nrbüttig  adj    'erbfltig*  107,  36, 

urlob  n.  'erlaubnis*  109,  29;  186,36; 
194,  25;  einem  u«  nemen  'ihm 
eine  erlaubnis  auBwirken'  194, 9, 

ureachf.  'occaaion*  101, 16;  *maniere* 
236,  8, 

ursächer  m.  51,  27, 

uß  präp  :  uß  schuld  2,  5  ;  aß  ge- 
heyü  des  keyssers  126 ,  35;  uli 
Rengnolden  befelch  (im  auf  trag 
Rb)  192,  26.  —  adv.,  bei  verben: 
-beliben      'ausbleiben*     30,    14. 


^ 


304 


-bieten :  einem  'hemuBfordern' 
!S2,  9.  19,  'g;m :  dü  j^iengend 
By  ein  stat  uB  (esleoreBt  une 
place)  28,3^.  -hungern  33,  12; 
212»  23.  -macben  :  das  »ch los 
28,  :j5 ;  den  krieg  242»  24.  -reden 
'zu  ende  reden*  Ö8t  33.  -rfitten  * 
einen 'vertilgen,  vernichten*  I  l,SO. 
•schlachen  r  es  ist  innen  ilbel 
uligschlagen  244,  29.  -  sin  'aua- 
hleiben*  11,  25.  -spechen:  die 
Btraesen  53>3L  4eilen :  dennen 
hett  er  (Karl)  daa  gantz  Gast- 
gunnia  uBteylt  93,  ^ ;  8.  noch 
262,  26. 

nssert  präp.  12,  31- 

uCihär  aciv,,  bei  verben  :  wir  wettend 
die  vokk  noch  n.  Iriben  43,  26, 

nßlonfin  'ende  der  rennbahn*80,6 
(=  end  des  louffa  85,  27). 

ußteilung  f  93,  28, 

uf  prS.p.  a)  mit  dat  :  Köln  uff  dem 
Rinn  166,  33  ;  uff  dem  aelbigen 
niBt  1.  25.  b)  mit  acc. :  (Karl) 
reyt  nff  Senna  inn  das  riett  &4J2; 
er  bervöft  uff  das  (darauf  hin) 
den  herlzog  A.  91,  25;  rattend 
mir  uff  disse  that!  66,  29;  ich 
will  mich  uff  uwer  meinnung 
stillen  9G,  36  ;  ich  ergib  mich  üch 
uff  vertrtiwen  182,  14  »  ich  ver- 
bürg inn  uff  min  laben  187,  7  ; 
wir  band  inn  uff  unser  truw  har 
gfüert  195,  10.20;  ob  sy  inn  utt" 
aicherheyt  bringen  sollend  194,26 ; 
daz  icb  die  besten  rytteruffden 
tod  geben  hab  142,  30;  da«  ir 
uns  hälffend  unser  land  wyder 
errobern  uff  Karly  59,  5  n.  ».  w. 
—  adv. ,  bei  verben  :  -binden  : 
einen  Meslier'  24*J,  19.  -blaBsen 
'zum  aufbruch  blasen*  94,24.  -ent- 
binden :  einen  Meslier'  156,  18. 
-enthalten :  einen  'auf- ,  inrück* 
halten*  2Ü),  19;  'ilim  aufenthalt 


I 


I 


geben'  74,  32  u.  5. ;  diewil  tziati 
doch  inn  der  torheyt  «in  will, 
80  sol  mann  die  n,  (aufrecht  hal- 
ten) 241, 12  ;  refl.  *gich  aufhalten* 
58,  18;  das  ir  fich  möchte nd  er- 
liehen  u.  (entretenir)  58 ,  35 ;  i 
(Bayard)  mocbt  sich  der  wurt^en 
baß  u*,  dann  die  andren  (pferde) 
mit  weyssen  oder  babcr  bettend 
mögen  54,  11.  -geben:  reff.  91  »4 
(^  sich  ergeben  3),  -ban  {z,  b. 
146,  1;  261,  30),  -haben,  -heben 
(alle  drei  durcheinander  ge- 
braucht): eyt  der  vormechlimg 
was  kein  rytter  in  G.,  der  d&a 
kinny  getörat  u.  73,  36;  einem 
et^^^aa  u.  'vorwerfen"  (mehrfach) ;  | 
aich  uf  ban  'sich  au  frichten*  130,32. 
*  legen ;  legend  uch  nüt  so  eia 
grosse  seh  and  ufl  195.17.  -nemen : 
die  tisch  'lever  \es  tables'  236,  32.  ^ 
-seh lachen :  ( Bayard)  schluog  hin-  ( 
den  nff  sovast«  daz  er  (Magis)  im 
not  dorft  gnacben  129,  35.  -sin 
'estre  leve'  205  ,  24 ;  221 ,  34. 
'sich  aufmachen*  4,  26;  55.  18. 
•wecken  205  ,  21.  23.  -ztindefi : 
do  zunt  er  uff  (il  rougist)  von 
schalckbeit,  zornn  9,29;  208,14. 

ufenthalt  m  ;  (der  leisen)  der  üwers 
läbens  ein  u   ist  131,  18. 

ufhebung  f.  201,  27. 

ufnen  bwv.  :  gott  uffne  dich  inn 
frummkeytt,  eeren  und  inn  mau- 
beyt!  3,  26;  gott  uffne  imm  er, 
manhey^tt  tngend  und  priÜl  3,36. 

ufrechttich  adv. :  das ,  so  ich  u. 
{lojaulment)  gwunnen  bab  mit 
kriegsrecht  193.  22. 

ufrnor  f.  6,  36;  m    27,  20. 

ufsächen  n» :  ein  u.  ban  uf  einen, 
etwas  5,  21;  55,  3;  104,  11. 

P.  V, 

Falckoffet,  a.  Gerold, 


« 


305 


ftUbragg  f.  44,  16. 
fang  m.  96,  17. 18 ;  einen  f.  thuon 

179,  22. 
faren  str.  86,  2;   96,  1;    189,  21; 

ob  er  schon  nntsimlich  an  mir 

fart  (mit  mir  yerfährt)  246,  6. 
fatsen  bwt.:  einen  *gaber*  88,  21. 
feiß  adj. :  Bayard  was  f.  and  wol- 

mOgend  54,  10. 
feien  smr.  (pr&t   falt):   zesterben 

mag  niemmen  f.  114,  16 ;  (Karl) 

gsach  wol,  das  er  an  sinem  be- 

goren  gfelt  bat  227,  34. 
Felcker  von  Morillon  (Fouqnes  de 

Morillon),  Karls  vasall,  Spießge- 
selle Qanelons  22,  4.  29;  82,24; 

34,  18;  86,  12;  81,  26  u.  s.  w. 
Felcker  (Fouqnet),  ritter  im  ge- 

folge  Oerolds  von  Bossillon,  von 

Gergis  getötet  18,  19. 
Felcker  (Faulcon),  ritter  im  gefolge 

des  berxogs  Beffes,  von  Ganelon 

getötet  23,  20. 
feilschen  swy.  :  einen  eydf.  124,21; 

die  traw  f.  133,  17;    laß  ich  sy 

mit  fryden,  so  feltsch  ich  mich 

gegen  Early  48,  29. 
▼er :  conj.  so  ver  daz  ^sofern,  wenn* 

22,  11;  165,  22;  253,9;  s.  noch 

148,  23. 
verachten    swv.:   es  zimpt   einem 

semlichen  rytter  nüt,  mich  also 

zev.    (de   moy  menasser    ainsi) 

199,  13. 
verachtoDg  f.:   das  sind   verrach- 

tungen  (reproches)  149,  28. 
verbalsamen  swv.  13,  7. 
verbürgen   swv.:    einen    131,   32; 

187.  1.  6 ;  197,  31. 
vereinbaren  swv.:    sytmal  ich  nüt 

mit  im  verreinbaret  werden  mag 

76,  9. 
vereinbarnng  f. :  reden  von  guottetn 

fryden  und  v.  107,  7. 
vereinen  swv. :    so  muoß  er  niem- 

Haimoiukindor. 


mer  mer  mit  mir  verreint  wer- 
den 12,  2. 

verendem  swv.:  dardurch  sich  all 
ir  geblüet  verrendert  (luy  tonma 
le  sang)  57,  1. 

vergeben  stv. :  icb  sag  dich  ledig 
und  vergib  dir  hie  und  vor  got 
der  sicherheyt  halb ,  so  du  mir 
geben  hast  170,  4. 

verglichen  swv.:  sich  einem  v. 
60,4;  82,38;  148,21  u.  ö.;  sich 
zuo  einem  v.  37,  4. 

verg^ot :  nemmend  v.  (vorlieb) ! 
226,  11. 

verhalten  stv. :  refl.  'sembuscher* 
164,  33.  36  u.  6.;  *sich  zurück- 
halten* 236,  36. 

verbanden  adv.  42,  6;  261,  18; 
vor-  138,  26. 

verhüeten  swv. :  refl.  37,  30. 

verkeren  swv. :  einen  v.  'ihm  durch 
Zauberei  eine  andre  gestalt  ver- 
leihen* 81,11  (=  verendem  12); 
einem  den  schilt  v.  (verunstalten) 
157, 13;  verkert  Meffigure*  54, 22; 
237,  28  u.  ö.;  refl.  do  verkart 
sich  sin  gemüet  (änderte  sich  sein 
sinn)  249,  14. 

verkoufen  swv.:  den  tod  thür  v. 
23,  12;  115,  3. 

verlieren  stv. :  der  dir  guotz  thuot 
der  verlttrt  sin  arbeyt  136.  34 ; 
verloren  werden  (zugrunde  gehn) 
150,  1. 

verlierung  f. :  by  v.  miner  hulde85,l. 

verlur«t  m.  7,  1 ;  17,  17;  137,  10; 
181,  34;  231,  34  (so  immer);  f. 
50,  7. 

vermachen  swv. :  sich  mit  steinnen 
V.  126,  4. 

vermechelschaft  f.  'heirat' 72,31.  34. 

vermechlung  f.  daas.  73,  35 

vermögen  an.  v. :  vyl  volck  v.  (auf- 
bringen können)  6,  28;  liept  \wh 
nüt,  dan  wir  vermögend  ?  143,34. 
2i) 


308 


friech  adj.  'en  bon  point*  251,  15. 

fro  adj,:  comp    fröwer  51,  4. 

fröwly  n,  *dame  ira  achacbspiel* 
244,  18. 

Mnd  m.  'parent*  151,  11;  166,10  u.fl 

Mntechaft  f,  'courtoiaie*  19t>,  14 ; 
2O0,  32;  210,  24,  34;  212,  26; 
239,  17;  'huniilite*  239,  19, 

füeren  8WV.:  einen 'behandeln ♦  mit 
ihm  umtrehn*  215,  31;  244,  29; 
fremd  f.  106,  8;  leyd  f,  171,12; 
Allardßa  pfert  fieng  an  ein  wyld 
weeaen  f.  mit  den  andren  pferden 
42,  32.     S,  noch  gestalt. 

fEletern  awv. :  ein  raantel,  mit  herm- 
linnen  geföetterdt  60,  34,  gefüe- 
dert  104,  2;  105,  3;  137,  :iO. 

ftiog  m.:  (länger)  zebliben  ist  nni 
UDBer  f.  46,  12;  86,  28, 

für  prap.  t  für  Rengnolden  hütly 
(an  —  vorbei)  257,  3  ;  für  Mun- 
tabant  uß  148,  31;  vor  verben: 
-gan  Vorbeigehn*  54,  14;  238, 
22,  29.  -kommen  163.  25,  -legen: 
einem  Vervir  qn  a  la  table*  187,35. 
-nemen :  inn  so  grossen  Ängaten, 
die  ieii  gegen  iich  tTirnimm  (pour- 
chaeae)  106,  9.  -rytten  46,  23; 
156,  2;  230.  19,  .famn  154,  18, 
-zu eben  46,  19. 

fürderaswv-:  dem  kfmigRin  uaner 
f.  lüO,  36 ;  ob  ich  min  recht  för- 
dere  (qnierB  mon  droit)  209,  7. 

fiirer  adv.  70,  14, 

farbin  adv.  'fortan*  26,  25;  aonat: 
nun  f,  4,6;  10,11;  65,20;  78,38; 
102,27;  105,27;  121, 3 1  204,19; 
206,  30 ;  209,  6. 

furloufen  etv, :  einen  laufend  Über- 
holen* 85,  15. 

füniemen  a*  2a,  27  j  217,  33;  220, 
26  u,  ö. 

fürpytter  m.  39,  35. 

fiirrennen  awv. :  einen  Vennend 
überholen'  85,  27 ;  87,  10, 


fOrBich  adv, :  f.  luogen  156,  3. 
fiirtter  adv.  =  fürder  218,  28. 


Wachen  sw?,:  einem  'bei  ihm  wache 

halten'  188,  8. 
Vacollera  (Vaucotilenrs) :  die  ebny 

V- 102,  11;  103,11;   104,6;  105,6; 

107,  10:  108,  14;  111,  3;  129,  9; 

137,  29;  164,  37;   166,  2;  262,  9; 

Vaucoulors  103,  ?12. 
waldstat  f.  25,  4  ;  67.  6. 
Viilliera   (Valiere);  die  herschafft 

V.  (in  Gaatgnnnia)  71,  21. 
ValloH  (Valois),  b.  Beringer. 
wann:  ausnifs&tze  einleitend  23,30; 

120,  18;  124,  24;  129,  24;  nach 

comp,  'als'  83,  7. 
v\  arbey  t  f. :  in  der  w,  'in  Wahrheit' 

l.  9;  2,  29;  6,  27.  35;  25,  6  n,  Ö. 
warten  bwv.  r   einen  *auf  einen  w,* 

105,  9  ;  dem  end  w-  (attendre  a 

la  fin)  169,  27. 
Wasser  n.  Vi  viere' 47, 26. 32;  68,21; 

11 1,36  uö,;  ab  den  wassern  96,1 2, 
weiche   f. ;    (Rengnold)   umm  fieng 

Karly  by  der  w,  (raina)  179,  15. 
weidnyen  awv,   'jagen' :    l.'Lnd    uns 

gen  w.  mit  unaem  falcken !  93,7. 
weidnyg  f.  'jagd  anf  vögel*  93,1.19; 

96,  12. 
wellen   au,  v. :    zur  Umschreibung 

dea  fut.  56,  22;  127,  3;  144,  6; 

240,  16;   'im  begriffe  sein':   wir 

wend  all  hunger  sterben  220,  B; 

ebenso  326,  4. 
wellich  pron,  relat  29 ,  4 ;  47 ,  7  ; 

90,  9;  155,  32;  166,  7;  167,  27; 

168,  17;  200,  4;  201,  U;  218,  6; 

232,  6. 
weit  f/.  hie  kumpt  alle  w.  {die  ganze 

feindliche  streitmacht?)  119,86. 
wenn:  vor  direkten  fragen  56,  33, 

212,7;  vor  bedingnngsaätsen  57,22; 

151,  20  u.  ö. 


809 


werch  n.  116,  10  (werck  86,  2). 

werchen  swv. :  absol.  70, 28;  132,  U ; 
205,  32;  tr.  das  yssen  w.  63,22. 

were  (pl.  werinneii)  f.  70, 32;  125,27; 
126,  27. 

werlichen  adv. :  all  werinnen  wol 
and  w.  soo  rasten  70,  33. 

wert  adj.:  nütz  w.  *coiiart*  58, 12; 
125,  10;  170,  28. 

weit  adj.:  yets  sind  wir  w.  136,  7 ; 
155,  16. 

Sant  Victor  (Sainct  Victor)  nebend 
Paris  4,  2. 

wider  adv.:  der  hertiog  mocht  dem 
grossen  volck  nüt  w.  24,3  (s.  anm.). 

widemmm  adv. :  w.  keren  50,  31 ; 
w.  kommen  238,  11 ;  249,  34  a.6. 

widemmmhar  ady. :  w.  bringen 
*siirOckbringen'114, 13;  der  scha- 
den nnd  Yorlurst  wird  niemmer 
mer  w.  bracht  (recouvree)  123, 24 ; 
w.  rytten  250,  8. 

widersins  ady.:  (Rengnold)  redt  also 
sin  sprach  w.  (contrefaisoit  son 
langaige)  82,  34. 

widrig  adj.  21,  15 ;  58,  20. 

wie  conj.:  =  daz  33,  29;  147,  32; 
tempor.  =  als  31,  31;  257,  6; 
also  wie  'eben  als'  128, 24;  155,21. 

wiennecht  f.  37,  26. 

wiewol  conj.  225,  13. 

wyl  f.:  der  w.  haben  112,33;  197. 10 
(w.  haben  195,  26). 

wille  m.:  eich  guotz  willens  (gut- 
willig) ergeben  201 ,  16 ;  eins 
bOssen  willens  sin  88,  16;  nach 
einem  willen  (tont  a  son  aise, 
plaisir)  118,  10;  239,  26;  in  willen 
sin  74,  18;  167, 25;  243,20;  willen 
han  99,  9. 

willkommen  n.:  waz  gaotten  wil- 
kommens  er  hat  von  .  .  221,  1. 

wirtzhns  n.  83,  14. 

wyß  (wlse)  f.:  inn  botschaftz  w. 
4,  12;  196,  26;  inn  eydtz  w.  63, 5; 


inn  pilgrys  w.  160,  10;  255,  31 ; 

inn  spotz  w.  13B,  11. 
wissen  an.  ▼.:  er  weyßt  disse  gegne 

wol  228,  5. 
wyte  f.:  do  er  inn  st&chens  w.  zuo 

im  kam  151,  4. 
wyter  adv.  comp.:  w.  läßt  üch  der 

hertsog  von  A.  sagen  19,  35. 
wytains  adv. :   du   tröwpst   w.  (de 

loing)  136,  22. 
wo  conj.  Venn,  sofern*  2, 10;  5,  23; 

18, 15;  51, 14. 22;  127,  23;  128,  27 

n.  6. ;  tempor.  28,  23. 
woldienen  n.:  umm  w.  lonnend  ir 

übel  248,  27. 
wolkommen    adj.  =  willkommen 

42,  5  (s.  anm.). 
wolmögend  adj.   'sejoume'  54,  10. 
wort  n. :  (einen  brief)  von  w.  zuo 

w.  lesen  102,  32. 
wunderbarlich  adj.122,.36;  227,18u.ö. 
würsser  adv.  comp.  168,  33. 


Zelt  f.  33,  7;  96,  6;  160,  25;  203,  23; 

219,  36. 
zent  präp. :   zent  dem  schloß  hin- 
weg (parray  le  chasteau)  227,21. 
zenzler  m.  'flateur*  52,  17. 
zerecht:  z.  kommen  'wieder  zu  sich 

kommen ,   sich  erholen*  28  ,  2ü ; 

57,  15;  120,  28;  217,  8. 
zering  adv  :  (sie)  luogtend  z.  umm 

das  schlos  45,  15. 
zerschlachen  stv.:    einem  den  hals 

z.  (mit  der  faust)  244,  23. 
zerthuon  an.  v.:  refl  'sich  zerstreuen' 

225,  31. 
zerzücben   stv. :    (in   dftin   liandgo- 

menge)  wurdend  vyl   hären  zer- 

tzogen  und  rocken  zerrys3en27,'2 1 . 
zesammen  (zammen)  adv  :  z  bringen 

15,12;  z. geben  (trauen,  vermählen) 

73,  25. 
zeflucht  f.  'Zuflucht-  206,  :}3;  208, 23. 


310 


Zirkel  m.:  derz.  (oircuit)  deBBohlosses 
70,  38. 

zji  n.  und  f.,  8.  erleben,  in. 

zytlichadv.:  z.  gnuog  kommen  164,6. 

züchen  stv.  *in8  feld  ziehn*  13, 13. 

züg  m.  14,  9;  77,  7;  90,  16;  202, 11; 
243,  11  a.  G. 

zuo  präp.  neben  *ze':  ansprachen 
zuo  einem  han  210»  16;  (eine 
Stange)  zuo  beden  henden  nemen 
257,  5.  —  ad?.,  vor  yerben:  -be- 
schließen: und  beschluBsend  die 
thür  wol  ZOO  98,  20.  -geben  51,12. 
-luogen  (häufig),  -muoten  165,27. 
-rüsten  54, 35  u.  ö.  -sagen:  einem 


189,  20.  -sechen  199,  34.  -ihnon: 

das  thar  44.  20. 
zuochen  ad?,  (aus  zaohin):  das  wir 

▼ast  z.  (beinah)  all  iod  sind  24,14. 
zuohar  ady.:  fomnen  z.  Von  TOm* 

121,  23. 
zuoletst  ad7.  137,  36  n.  ö. 
zuosag  f.  184,  24. 
zuosagung  f.  21,  86;  41,  17;  137,82; 

170,  8;  192,  21;  208,  84. 
zuosatz  m.  "gamison*  45,  17. 
zürnen  swv. :  es  z.  6,  25. 
züttel  m.:  z.  (penoncel)  eines  spers 

73,  12. 


BIBLIOTHEK 


DES 


LITTERARISCHEN    VEREINS 


IN  STUTTGART. 


CCVII. 


TÜBINGEN. 

GEDRUCKT    AUF    KOSTEN    DES    LITTEBARISCnKN    VEREINS. 

1895. 


PROTECTOR 
DES  LITTERARISCHEN  VEREINS  IN  STUTTGART 
SEINE  MAJESTÄT  DER  KÖNIG. 


VERWALTUNG: 

Präsident: 
Dr.  H.  Fischer,  professor  an  der  Universität  Tübingen. 

Kassier: 
Kansleirath  Roller,  universitäts-actnar  in  Tübingen. 


GESELLSCHAFTSAÜSSCHÜSS : 

Dr.  Baechtold,  jsrofessor  an  der  Universität  Zflrich. 
Gebeimer  regierungsratb  Dr.  Barack,  oberbibliothekar  in  Straßbnrg. 
Professor  Dr.  BGhmer  in  Lichtenthai  bei  Baden. 
Dr.  Hertz,  professor  au  der  technischen  hochschule  Mflnchen. 
Direktor  Dr.  v.  Heyd,  oberbibliothekar  in  Stuttgart. 
Dr.  Martin,   professor  an  der  Universität  Straßbnrg. 
Dr.  K.  V.  Maurer,  professor  an  der  Universität  München. 
Dr.  Sievers,  professor  an  der  Universität  Leipzig. 
Dr.  Stein mey er,  professor  an  der  Universität  Erlangen. 
Dr.  Strauch,  professor  an  der  Universität  Halle. 
Dr.  Tobler,  professor  an  der  Universität  Berlin. 
Geheimer  regierungsratb  Dr.  Wattenbach,  professor  ander  Univer- 
sität Berlin. 


HANS  SACHS 


HERAUSGEGEBEN 


VON 


A.  V.  KELLER  und  E.  GOETZE. 


DREIUNDZWANZIGSTER  BAND 
HERAUSGEGEBEN  VON  E.  GOETZE. 


GEDRUCKT  FÜR  DEN  LITTERAHISCHKN  VEREIN  IN  STUTTGART 

TOBINGEN  1895. 


ALLE  RECHTE  VORBEHALTEN. 


DRUCK  VON  H.  LAUPP  JB.  IN  TÜBINGKN. 


Dieser  band  enthält 


1 .  alle  diejehigen  werke  des  Hans  Sachs ,   die  zu  seinen  leb- 
zeiten  zwar  gedruckt,   aber  nicht  in  die  Nürnberger  folioaus- 
gäbe,   die  vorläge   fOr  band  1  bis  21  unserer  Sammlung,   auf- 
genommen wurden, 

2.  alle  diejenigen  werke  des  dichters,  welche,  obwohl  in  seiner 
bandschrift  erhalten,    bisher  überhaupt   noch    nicht  gedruckt 

oder  nur  vereinzelt  veröffentlicht  sind. 


Zweite  abteilang. 
Die  meistergesänge  bleiben  auch   hier  noch  ausgeschlossen. 


Hans  Sachs.    XXI II. 


[BL  U]  Den  erberti  und  achtpam  Hans  nnd  Stefan  Braunen, 
j^epruedem*  pede  pnrger  zw  Nürnberg,  wünsch  ich  hail  und 
glueck  mit  erpiettung  meiner  willigen  dienst. 

FranciBCus  Petrarcha  spricht  in  seinem  puech  von  paider- 
ft   lay  glueck^   das   alle    werck  der  menschen   aint  mit   der   zeit 
vergencklich,  aber  dcM:;h  vil   nier  die-jenigen,  so  nit  zwsamen- 
f^halten  oder  gepessert  werden,    plöczlich  nntergen  und  ver- 
fallen.    Auch  schreibt   Seneca,    der    weis  haid,   es  sey   kein 
schentlicherer  schad,  den  der  aus  hinleasikait  verwarloßet  werde» 
lö  Aas  der   arsach   bab   ich    euch    gneter    mainung  angeret  von 
wegen   der   holtseligen    and    höfflichen   gedieht   ewers   lieben 
prueder^  Niclaa  Praunen,  welche  ich  west  hinter  im  verlassen, 
^^  noch    in    den    ersten  dicht-zetteln ,    hin    und   wider  zerplettert 
^Hnnd  zerstrewt,   doch    in   seiner  hantgeschrift,  welche  er  doch 
^Hin  seiner  pittern  langwirigen  kranckheit  sam  zw  ainer  ergecz- 
^"  likait  mit  hochera  fleia  pesch  rieben   het:   solche   seine  gedieht 
aiis  den  dichtzeteln  örnlich  widerumb   abschreiben  1  issen  und, 
wie  man  spricht,  aus  den  hadern  zw  schüetteui  auf  das  seine 
^m  lange    arbeit,   müe   und  fleis    nit   also  durch  hinlessikeit  ver- 
^K  toren  wuerd  und  verginge,    weyl   er    selber    mit  aigner    haut 
den  podagrischen    träum   angefangen  hat  ornlich    und  fleiEig 
abxwschreiben.     Weil  aber  die  kranckheit   des  zipperleins   im 
auch  in  die  öbern  gelieder  stieg,  ist  er  pezwungen,  seine  ge- 
dieht, wol  gemacht  und  peschlossen,  aber  doch  unabgesch rieben 
16  hinter  im  zw  verlassen  in  den  verirtten  und  verwirtten  dicht- 
Eetteln.     Nach  dem  ich  aber  von  euch  durch  flei&ige   pit  an^ 


1  Hahi  SAeha«ai  handiobrift    In  d«ui    der   künigL  bibUotbAk   tu   Berlin  go* 
[  bOrigen  b&nde,  b«t.  Ms.  Üorm.  foL  644*     Zuorfll  vorOffentlkht  von  Victor  Miobale 
tn<I«r  NUnib«rg«r  foiUobrift:   Um»  SjMba- Forschungen,  NUrnb«rg  1804.  8.  a,  l  t 


nbM 


gesprochen  wurde,  solche  seine  gedieht  selbert  anter  die  hant 
zw  nemen  und  [bl.  II']  zwsaineo  abschreiben  und  ordenlich 
verfertigeD,' weil  ich  diese  seine  gedieht  oft  siüeckweis  (wen 
ich  in  in  seiner  krunckheit  pesuchet  het)  pey  im  gesehen  und 

r»  gelessen  het,  derhalb  ich  vil  leichter  daraus  mich  richten  künde, 
den   ein  ander;    weil   er   auch  mich   als   seiner   gueten  freun 
ainen  in  aeineni  podagrischen  träum  fiir  aiii  person  eingeföer 
het,  doch    mit    verkertem    namen ,    nemlich  Xasius.     Ob    dei 
aber  pedacht  ich  mich  kurcz,   seiteinmal  mir  von  im  als  von 

10  meinem  lieben  herr  gfatem  und  freunt   vil  woliat  widerfaren 
was :  im  zw  ringer  widergelfc  als  verpflieht,  nam  ich  die  pürden 
auf  mich,  im  zw  ainer  löblichen  gedechtnus  seine  gedieht  ab- 
zwschreiben  nud  in  ain  werck  zw  pringen,  in  dis  gegen  wertig  ■ 
puechleiü.     Wiewol  wen  im  got  sein  gesund  und  leben  lenger  er-  ™ 

Iß  streeket  het,  so  het  er  seine  gedieht  vil  edler,  pesser  und 
artlicher  an  tag  pracbt*  Derhalben  hab  ich  sein  angefangen 
abschreiben  in  dem  podagrischen  träum  also  pleiben  lassen 
und,  wo  ers  gelassen  ,  angefangen  zw  sehreiben  von  wort  zw 
wort,   wie  ers  den  in  den  ledigen  plettern  zw-sain  und  auf- 

20  einander  verzaichnet  het,  an  alles  ab-  und  zwthun,  das  ich 
auch  etliche  namen  der  hister,  mir  uupekant,  seiner  scbrift 
nach  nur  abgemalet  hab,  wie  mir  des  alles  seiner  hantgeschrifl 
exeniplar  zeugnus  geben,  und  solichs  alles  mit  grosser  müe 
und  ungespartera  fleis  ?erp rächt*     Verbofl'  nun,  so  es  pey  ein- 

S6  ander  im  werck  sey,  kost,  müe  und  arbeit  nit  üebel  angeieget 
sein.  Wan  in  seinem  podagrischen  träum  seczet  er  höffiich 
gegen  einander  das  reich  dc^r  heilligen  armuet  mit  iren  holt- 
seligen  anhangenden  duegenten,  als  ireni  hoffgesind,  dargegen 
das    regiment   der   jdiuten   reichtuni   mit   iren    selbgewachsen 

ao  schiiüden    lästern ,    darin    er    fein  poetischer   art    mit  schönen 
[bL   111]  sentenczen  vast    alle  hendet ,    gaistlich    und  weltlich, 
mit  irer  natürlichen  varb  abmalet,  darin  sein  hoher  verstaut ] 
und  vernünftiger  gaist    als  eins    van   natur  geschickten  nians  I 
(doch  ungelerten  layen)  gespüeret  wii't,  wie-wol  er  das  etwas  i 

36  mit  lang-  und  uberflüessigen  Worten,  auch  etwan  ain  ding  zumb  ] 
öftern  mal  ereifert:  denck,  das  derhalb  von  im  geschehen  sein,  ] 


ts  8 


ein  ding  wol  in  die  herczen  ein-zw-pilden,  oder  aber,  das  in 
die  kranckheit  oft  ein  monat  oder  zway  neberfallen  und  ge- 
worffen  hat,  das  er  stil  halten  und  sein  gedieht  nit  strax  zw 
ent  hat  (in  frischer  gedechtnos)  fueren  mttegen.     Das  er  aber 

A  an  TÜ  ortten  rawch  und  scharpff  schreibet,  denck  ich,  die 
schmerczlichen  kranckheit  ursach  sein,  die  im  sein  gemüet  oft 
rerpittert  hat,  wie  er  den  selbert  klagt,  oder  aber  vil  mar, 
das  er  also  disputirlicher  weis  die  lauter  warheit  an  alle  hewch- 
lerey  an  tag  zw  pringen  gesehen  werde,  welche  warheit  doch 

!•  neid  gepiret,  wie  den  sein  unterthiiel  dis  puechleins  lautet ;  hat 
also  geschrieben  als  ein  eyffriger  liebhaber  der  warheit,  wie 
man  den  auch  spQeret  in  dem  dialogo  vom  kopff  und  pieret, 
der-gleich  auch  in  dem  deutschen  paSquillo  vom  römischen  reich, 
welche  zway  gedieht  ich  auch  binden  angehangen  hab. 

15  Derhalben  ist   euch   solichs   puechlein    der  gedieht  euers 

pmeder  Niclas  Praun  seligen,  darin  ir  sein  hercz  und  gemüet 
so  augenscheinlich  abconterfet  findet,  als  sam  er  noch  leb, 
wol  in  eren  als  ein  tewer  clainot  aufzwpehalten,  im  zw  ainer 
loblichen   gedechtnus    der   nachkumen    all   ewers  geschlechts. 

10  Darmit  got  pefolchen ! 

Anno  salutis  Hanns  Sachs,  ewr 

1549  guetwilliger. 

30  Marci 


10  Der  antertitel  lautet:  Teritüs  odium  parit.  17  6  augenscboiD-  am 

eode  der  seile,  ohne  daß  auf  der  nächsten  Hob  folgt. 


Eitt  gesprech  eyner   biileriii  und  eines  ligenden 
oarren  iBter  ihren  rossen. 

Sie  Bpriolit; 

Ich  bin  eia  schöne  bulerin, 
Der  list  ein  ßcharpffe  schmlerin. 
Bai  dt  ich  auff-steh,  ist  ei  ineyn  sit, 
Das  ich  hin  ftir  den  Spiegel  trit, 
Meyn  har  nnd  angesicht  zu  pntzn, 
Bestreychen  und  gar  höflich  raiitzn, 

10  Meyn  hals  mit  schnära  und  ketten  ziern, 
Mit  wolrichenden  wasser  schmiem, 
Meyn  hend  müssen  geschraucket  seyn 
Mit  korall  en  und  finge  Heyn, 
Dann  ist  meyn  herdt  gerichtet  zu, 

in  Darauff  ich  narren  fahen  thn. 

Ich  lach  nnd  wayn  auch,  wenn  lob  wU, 
Darmit  lock  ich  der  narren  vil. 
Mit  meyn  lieblichen  augenblicken 
Kann  ich  der  narren  viel  verstricken; 
Mit  süß-  und  schmaichelhaftiug  wortn 
Fell  ich  die  narren  an  viel  ortn, 
Trenck  aie  mit  gifft  ans  meiner  schaln, 
So  müssen  sie  das  gloch  bezaln, 
Unter  meyn  füssen  ich  sie  hab, 

2ft  Wer  nicht  anß-geyt»  der  ist  schabab; 
Wann  ich  hin  her  von  Brnck  ans  Flandern 
Und  gib  ein  narren  nmb  den  andern. 
* 

1  Ivmil  Weiler,  II&ub  ßftobs-bibUograph^o ^  nr.  46  [E].  Der  94  »ebwAok, 
mit  de  tu  laiauitaen  der  obige  ipraeh  snerBt  TerDffentUoht  wurde ,  iit  am  32 
September  ]ü47  gedichtet.  Kid  anderer  eiDfeldmok  det  geipräobo«  ttAiniiil  au« 
dem  jabro  1554. 


Der  Barr  fprieht: 

Ich  armer  narr,  was  hab  ich  than, 

Das  ich  mich  lieb  laß  über-gahn : 

Der  metzen  lieb  nnd  bnlerey, 
6  Durch  ihr  gespenst  und  fantasey? 

Wer  mich  ye  dammb  straffen  wolt, 

Dem  wardt  ich  tot-feyndt  and  abholdt ; 

Wann  ich  war  blindt,  blindt,  aberblindt, 

Bis  ich  yetz  an  der  letzt  empfindt, 
10  Das  sie  helt  weder  lieb  noch  trew. 

Deß  hab  ich  yetzt  grosse  nachrew, 

So  ich  erkenn  ihr  falsche  art, 

Die  nye  ehrlich  noch  löblich  wardt. 

Nn  wil  den  stal  ich  machen  zn, 
16  So  mir  ist  hin  kalb  nnd  die  kn 

Und  alles  nnglück  inn  dem  hanß 

und  dem  schimpff  gar  der  boden  anß. 

Deß  leyd  ich  spot  zn  meinem  schadn 

Und  muß  in  meiner  kappen  badn 
so  Mit  dncken,  schmnckn  hinten  nnd  forn, 

Die  schellen  klingen  mir  nmb  dohrn. 

Des  lig  ich  da  trawrig  elend 

Und  weyß  meyns  nnglücks  gar  kein  end. 

Weyl  da  siehst  also  liegen  mich, 
26  Stoß  dich  an  mich  nnd  hüte  dich! 


7    £  feyndt.  1 7  ?  gar]  fehlt  E. 


Der  118  psalm 

in  (leui  thon:   Herr  Cristi  der  aiuJg  goteB-sun. 


Ir  Cristen,  lat  uns  singeD 
Mit  herczen  und  mit  mand. 
Des  herren  lob  verbringen, 
Den  pgaliii  von  herzen- gnind, 
Dem  großes  lob  bat  geben 
All-lLie  in  seinem  leben 
Doctor  Martin  Lnter. 


[bl  123] 


1» 


Und  in  Bern  paalmen  neunet^ 
Der  in  liab  in  truebsal 
Ser  oft  tröst,  er  pekeiniet. 
Und  er  ist  in  der  zal 
Der  hundert-achzeliende 
Also  von  wort  zw  wort. 


Dem  herren  thnet  dancksagen; 
Wan  er  ist  gancz  freu ntl ich, 
Sein  guete  in  den  dagen 
Die  weret  ewiclicli. 
Israel  sag  der-gleiche: 
Sein  gnet  wert  ewicleiche 
Im  himmel  und  auf  erd. 


Ewiclich  wert  sein  giiete» 

Sag  das  haus  Aaroe, 

* 

1   Im  fleobt^hnten  in«iBtergO0»(ighuobo»  hU   \t2*  bis  134'. 
4&2  bl«  U6.  ^fAob   15  fehU  m  8  di«  reimMÜ«. 


Vorgl.  bftDii   18, 


Jjl 


9 

Es  sagen  im  gemüete 
All,  die  in  flierchten  thon: 
Des  herren  güete  reiche 
Die  weret  ewicleiche; 
Wan  der  herr  ist  freuntlich. 


In  angst  meff  ich  zum  herren, 
Und  der  herr  hört  mich  schir 
Und  dröstet  mich  fon  ferren, 
10  Der  herre  ist  mit  mir; 

Wan  sein  hant  fäer  mich  flehte. 
Dammb  furcht  ich  mich  nichte, 
Was  kan  der  mensch  mir  thon? 

6 

16  Der  herr  ist  in  der  nehen 
Mir  mit  der  hilfife  sein, 
Ich  wil  mein  laest  noch  sehen 
An  allen  feinden  mein. 
Es  ist  gar  gnet  zw  pawen 
[bl.  123']    Auf  den  herren  vertrawen 
Und  auf  die  menschen  nicht. 


Aaf  got  ist  gnet  vertrawen 
Und  anf  die  fnersten  nicht. 
25  Ich  aber  wil  zerhawen 
Auf  gottes  Zuversicht 
Die  schar  der  haiden  eben, 
Die  mich  ringweis  umbgeben, 
Die  wil  ich  pringen  umb. 

30  8 

Wie  binn  sie  mich  umb-geben, 
Und  dempfen  wie  das  feur, 
Ich  wils  zerhawen  eben 
In  gottes  namen  dewr. 
35  Man  sties  mich,  ich  solt  fallen, 


26  S  saersioht. 


Der  lierre  ißt  mein  machte, 
Mein  psaliti  nnd  liaO  im  krieg, 
Man  BLUget  dag  und  nackte 
Mit  frenden  ven  dem  sieg 
In  der  gerechten  lande: 
Des  lierren  reclite  hande 
Peweieset  sterck  und  kraft. 


10 

Des  herren  rechte  hande 
Ißt  erhöhet  im  krieg. 
Er  pehelt  in  dem  lande 
16  An  mein  feinden  den  sieg. 
Ich  wird  nit  ßterhen  eben, 
Sander  dem  herren  iebeHi 
Verkünden  seine  werck. 

11 

20  Mich  zaechtigt  wol  der  herre, 
Dem  dot  micli  doch  nit  geit^ 
[bl  124]    Thuet  mir  auf  die  thor  ferre 
Seiner  gerechtikeit, 
Das  ich  hinein-gen  mage 

u  Und  dem  herren  dancksage 
Und  seiner  grosen  gnet. 

12 

Das  ist  dea  herren  pforte, 
Die  ghrechten  werden  schier 
a«  Hineiu'gen  nach  aeira  worte. 
0  herr,  ich  dancke  dir. 
Das  dw  mich  machst  demüetig 
Und  hilfst  mir  also  güetig 
Durch  dein  parmherzikeit. 

$6  13 

Der  stain,  den  die  pawlewte 
Verworffen  all-gemein, 


u 

Der  ist  doch  worden  hewte 
Ein  köstlicher  eckstein. 
Das  ist  vom  herren  gschehen 
Und  ¥nmderlich  zu  sehen 
6  Vor  nnserm  angesicht. 

14 

Das  ist  des  herren  tage, 
Den  der  herr  machet  fein. 
Last  frewen  nns  an  clage 
10  Und  frölich  dinen  sein! 
0  herr,  hilff  in  den  dingen ! 
0  herr,  las  wol  gelingen! 
Gelobt  sey  ewiclich, 

15 

16  Der  kampt  ins  herren  namen. 

Der  segen  euch  pefewcht 

Ins  herren  hans  alsamen. 

Der  herr  got  uns  erlewcht. 

Das  last  nns  alle  frayen. 
20  Schmücket  das  fest  mit  mayen 

Pis  aben  am  altar! 

16 

Dw  thest  mir  gnad  peweisen, 
[bl.  124*]  Mein  got,  des  danck  ich  dir. 
35  Mein  got,  ich  wil  dich  preisen. 
Danckt  all  dem  herren  schir; 
Wan  der  herr  ist  freuntliche, 
Sein  gnet  wert  ewicliche. 
Im  sey  lob,  er!  amen. 

Anno  salatis  1552. 


Wer  bat  ye  i^rösser  clag  erhört?: 

Der  tyrann  mich  er scIi rock  lieh  Sport, 

Dringt,  zwingt,  schet^t,  raupt»  brent,  darzn  iiiordtj 

Der  wochrer  dreugt,  schiiidt  anf  alle  orth; 

Idoch  tröstet  mich  gottes  vvort» 

Gott  wer  mich  rechen  hie  und  dort. 

Ach,  wie  hat  sich  mein  glück  verkertl 

Mich  hat  verwundet  und  versert 

Das  wort  gottes,  das  scharpffe  echwert. 

Ich  lig  gantz  trostlos  auf  der  erd. 

Dem  esel  bin  ich  gantz  nnwert, 

Der  vor  mein  stym  gar  geren  hört 

Und  alles  thet,  was  ich  in  lert, 

Der  mich  sanft  drug  und  lieblich  nert 

Und  mir  mein  schetz  gantz  reichlich  mert» 

Das  ich  mein  zeit  in  ru  verzert. 

ItÄund  der  esel  mich  ausschert 

Und  sein  futter  vor  mir  zu-spert, 

Mensohliöhd  Tarnnnft. 

Esel,  schau  nmb,  es  leyt  im  schwanck 
Gleissnerey,  die  dir  thet  gros  dranck. 
Noch  leydest  du  gar  bitter  zwanck 
ft&  Von  gwält  und  wucher  anne  wanck; 
Die  haben  dich  an  irem  stranck 

I  Im  drtUoD  (Terlarüiitjn)  epniohbuobe,  bt.  7b,  tt&nd  der  «pruoh  mU  obig«m 
tilol  aufgcBcbnebeo.  Der  elDioldmok  [K]  (tiont  hior  als  vorige;  VfirgL  Wullerf 
Dans  Saolii-btbliogrftpbli)  nr.  203  e.  86   uü<]   136.  14   £  ror  tot. 


18 

und  reyden  dich  machtloß  nnd  kranck, 
Und  verdienst  doch  nmb  sie  kein  danck. 
Was  hil£ft  des  wort  gottes  gesanck? 
Dn  bleybst  beschwert  wie  im  anfanck. 
6  Dammb  schlag  anff!    Mach  eß  nit  lanck, 
Ob  dn  sie  stürtzest  mit  eim  ranck, 
Dann  würd  gering  dein  schwerer  ganck. 

Tirannisolier  gewalt. 

Esel,  dn  byst  darza'gebom, 
10  Da  da  solt  bawen  weytz  nnd  körn, 

Und  dn  doch  essen  distel-dorn! 

Dammb  gehe  hyn  on  alles  morn! 

Wilt  nicht  mit  lieb,  so  mnst  mit  zorn; 

Wann  ich  sitz  gwaltig  auff  dir  fom 
16  Und  schlag  dich  dapffer  nmb  die  om, 

Stnpff  dich  darzn  mit  scharpffen  sporn. 

Dn  bist  mein  eygen  nnd  geschworn, 

Dn  mnßt  tantzen  nach  meinem  hörn; 

Der  vemnnfft  rath  ist  gar  verlorn. 

20  Vinantsiseher  wnoher. 

0  esel,  schon  selb  deiner  heyd, 

Das  ich  dich  in  das  fleysch  nit  schneyt. 

Ich  schyndt  und  scliab  zu  beyder  seyt, 

Dammb  würd  ich  von  Rhom  verjeyt. 
26   letz  hastu  mich  dragen  lang  zeyt 

Gedultigklich  an  widerstreyt. 

Sag,  was  dein  gumppen  yetz  bedeyt. 

Du  wirst  dardurch  gar  nit  gefreyt, 

Wie  starck  dir  die  vemnnfft  eyn-sclirey t ; 
30  Gewalt  mich  über  rucken  dreyt 

Und  nymbt  mit  mir  gleyche  beyt. 

Deshalb  ich  sicher  auff  dir  reyt. 

Der  arm  gemein  esel« 

Keyn  ärmer  thier  auff  erd  man  find: 
35  Ich  muß  arbeytten  in  regen,  wind 
Und  gewinen,  was  all  weit  verschlint, 

24   An  der  seito  steht:  Titut  Livias   1.  35  ?  in]  fehlt  B. 


^^p^^^^HH^H 

^^H 

1 

^^^^^H                   Des  haberstros  inaB  mir  kaum  gynt. 

^1 

^^^^^B                   Es  sitzen  auti'  mir  zwey  böse  kind: 

^^1 

^^^^^B                   Das  fo^er  schlecht  mich  muh  den  gnnt. 

^^1 

^^^^^m                   Seyn  schar pffe  sparen  ich  entpfint; 

^^1 

^^^^H                5  Der  hinder  mich  Lebendig  schint, 

^^1 

^^^^^1                   Das  bket  täglich  von  mir  rint. 

^^1 

^^^^^H                   Ach,  Gereclitigkeyt',  hüff  mir  geschwint, 

^^1 

^^^^^H                   Ehe  ich  in  dem  jamer  erplind, 

^^M 

^^^^^1                   Schlag  nmb  mich  und  werd  nnbesint. 

^M 

^^^^^H                                 Hat^Uclie  gereohtigkeyt. 

^M 

^^^^^H                   Acli^  esel,  ich  erbarm  mich  dein, 

^H 

^^^^^1                   Ich  merck,  dein  not  die  ist  nit  kleyn; 

^^M 

^^^^^B                   Ich  thet  dir  meiner  hilfe  schein, 

^^1 

^^^^^H                   So  Bchneyd  nymer  das  Schwerte  mein, 

^^1 

^^^^H              15  Dannt  ich  Tarquinnm  bracht  peyn. 

^^1 

^^^^^B                   letz  muß  ich  selb  gefangen  sein 

^^1 

^^^^^1                   Von  Wncher,  Tyranney  imreyn. 

^^1 

^^^^^1                   Ir  hertz  ist  verhert  wie  ein  stein, 

^^H 

^^^^^1                   In  dartif  gar  nyniand  reden  eyn, 

^H 

^^^^^H              20   Dein  nnd  mein  eilend  ich  beweyn. 

^^1 

^^^^^H                   Darumb  so  klag  es  gott  allein; 

^^^1 

^^^^^H                   Der  kan  aaß  not  dir  helfen  fein. 

^^1 

^^^^^H                                      Bai  wort  gottes. 

^1 

^^^^^1                   Esel,  dich  hat  Vernunft  verplent, 

^H 

^^^^^H              35  Das  du  dem  Gwalt  wilt  widerstent, 

^^1 

^^^^^H                   Den  got  zu  straff  deiner  stind  hat  gesent. 

^H 

^^^^^B                  Darumb  so  sey  nit  wider-spent, 

^^1 

^^^^^H                   Drag  dein  selb  crentz  in  dem  eilend 

^^1 

^^^^^H                   Und  bleyb  geduldig  biB  ins  end: 

^^1 

^^^^^H              .10   Wer  aber  wind,  der  wirt  gekrönt. 

^^1 

^^^^B                   Halt  dn  gott  still,  biB  ehr  dir  wend 

^^M 

^^^^H                   Wucher,  tyranisch  regiment; 

^H 

^^^^^H                    Laß  im  die  räch  in  seiner  hend; 

^^^1 

^^^^^B                   Die  räch  ist  sein,  die  schritt  bekent. 

^^1 

^^^^f              86  Die  gweltig  ehr  mit  kraft  zutrent: 

^1 

^^^P                4  £  sporn.      15  An  dar  leite  itehi  in£:   Valoriu«  MftXiiMui  t. 

24  Kb«ii>0 

V                HoiQ.   13.       25    Ebenso:  Büro.  2.        26  Eaaift  ^,        27  M»tth.   5. 

28  Laoe  t 

^^^         30  Mikt.   24.        3Ü   Apoca.    2.       31    P«ii!.   37.          33  Horo.    12. 

34  DouL   3t 

^^B         35 

15 

Pharao  stürtzt  ehr  in  meeres-gmnd, 
E5nig  Eglon  würd  tödtlichen  wund, 
König  Achas  blnet  leckten  die  hund, 
Da  larahel  ir  yeder  schund. 
Also  noch  heüt  zu  diser  stand 
Erreth  gott  sein  volck  anß  dem  Schlund 
Der  tyrannen,  wie  grausams  thunt, 
Auch  von  des  wuchere  schwinden  fund 
Macht  gott  sein  armes  volck  gesundt, 
Als  auch  der  Gleyssnerey  geschwnnd, 
Bald  sie  gott  rüret  durch  sein  mund; 
Gott  helt  getreulich  seinen  bund. 

1526. 


1   Ezodi.  14.       2  Jadionm  3.       3  3  Reg.  22.       7  Psal.  37.       8  Job.  24. 
11  Efaie.  40.  12  Deal.  7.     Das  generalreg uter  giebt  an,   daß  der  sprach 

96   Ten   enthalte.      Dabei    sind    die    ersten    sechs    verse   nicht    mitgesäblt;    sie 
bilden  die  Oberschrift 


16 


Beimen  zw  der  abcontrafactur  des  ktlnstreicheii 

maiers  zw  SQroberg  Albrecht  Diierers. 

Schaw  au,  ob  dw  erkennen  wild 

Das  oben  abconterfeit  pild. 
ft  Ist  Albrecht  Döerer,  der  pernembt 

Maler  zw  Nürnberg,  hoch  gepliiembt. 

Des  hant  hal  ubertrotfen  weit 

All  ander  maister  seiner  zeit, 

Auch  nit  allain  in  dieser  knnst, 
lü  Sonder  in  der- gleich  künsteu  sonst. 

Des  war  er  pey  füersten  ond  herren 

Erlich  gelmlten,  nacli  und  ferren, 

Und  pey  all  kanatlichen  wercklewten, 
[bK  200]     Die  noch  sein  knnst  loben  und  drewten 
IG  Und  der  geprawchen  als  ain  grund. 

Wie  seine  werck  gehen  nrkund, 

Die  man  noch  hat  in  groser  acht. 

Auch  hat  er  von  der  knnst  gemacht 

Etlich  pliecher  in  seinem  leben, 
20  Die  «einer  knnst  gros  zeugnus  geben, 
_  Dar  durch  ain  namen  hat  erworben, 

Dieser  knnstreich  man  ist  gestorben 

Gleich  secliß-und- fünfzig  jare  alt, 

Alö  man  nach  Criati  gepurt  zalt 
26   Füntzehnndert-acht-nnd-zwainzig  jar, 

Am  sechsten  des  Mayen  vnrwar. 

Änno  aalutifl  1528,  am  14  tag  Maj. 

1  Im  ncbitehntfin  apniclibache »  bL  308'  bis  30y  [$].  Ein«e1druok  aieb 
im  lobtuübande  dievor  eummlung,  dem  nftcbaten  [E],  Charliss  8ctiweiU«r,  Etüde 
aur  In  Vie  et  \&x  (KaxT^a  do  Hans  j^achs.  Nanej  1887.  ».  Abi,  2  8  Albrech. 
3  ob]  E  to.  der]  fehU  E.  8  E  ku  sdoer.  11  E  ward.  13  E  meroklewteci, 
14  B  dewteo.  81   h»t]  E  gro0.     S  ui»Ur  dem  datum  24  [v9Tt], 


17 


Ein  gesprech  mit  den  9  mnese,  wer  doch  nrsprflnck- 
lieher  arsacher  sej  der  anfraer  im  Tewtschlandt 

Als  man  zeit  füenfzebündert  jar  ^ 

Und  drey-ünd-fnenffzig  jar  vürwar 
6  Nach  des  herren  gepaert,  ich  sag, 

Eben  gleich  an  meim  gepnrtztag, 

Das  war  der  5  tag  Novembris, 

Den  ich  hab  aof-gemerckt  gewis, 

Dranff  ich  het  pschloßn  nnd  zw-gericht 
10  Das  zwainczigst  paech  meiner  gedieht, 

Wort  ich  gleich  des  dichtens  vertrossen, 

Und  wnert  entlich  pey  mir  peschlossen, 

Cfar  abzwlassen  von  meim  dichten, 

Zw  rue  farpas  mein  leben  richten, 
15  Weil  ich  dardarch  erlanget  mer 

Neides,  weder  nuez  oder  er. 

Nun  in  solchen  gedancken  dieff 

Ich  die-selbigen  nacht  entscblieff. 

Im  traam  mich  warhaftig  pedewcbt, 
20  Wie  das  mein  kamer  wüert  erlewcht 

Sam  mit  eim  himelischen  Hecht. 

Mich  dawcht,  ich  wuerff  auf  mein  gesiecht 

Und  erplicket  neun  frewlein  mild, 

Gancz  zart  und  engelisch  gepild. 

* 

1  Im  neaDt«ii  ipmebbaoh,  bl.  1  bis  5  [S].  ilans  Saohs  hatte  im  achten 
(TerloreneD)  spruobbaohe,  bl.  54  »ge.ipreoh  der  gotter  von  aufnir  Deatschlands« 
geiehrieben.  10    Das  dreiiehnte    meistergesangbach    hatte    Haii.<)    Sachs    am 

19  Angast  1553  abgesoblossen  ,  das  achte  pprachbach  in  den  ersten  tagen  des 
KoTember  1553.  Er  nennt  es  das  swansigste,  weil  das  erste  meistergesangbuch 
mit  dem  ersten  spniehbaohe  nicht  nar  lasammenftebanden  war,  sondern  weil  beide 
snaammen  der  fortlaufenden  blattsahl  wegen  wirklich  nur  einen  band  ausmachten. 
Hans  Sachs     XXIIT.  2 


18 


Zirckel-rtind  sten  umb  mein  petstat, 
All  in  fliegender  seiden-wat. 
Hoch  erschliiechzt  and  trawricliclien, 
Ire  angesiclit  sam  gar  erpliclien. 
G  Ir  wirdikeit  icl»  mich  entseczt. 
Als  ich  ir  recht  war-nam  zw-leczt, 
Da  warn  es  die  neun  knnst-güttinen, 
Die  mir  aine-mals  waren  erschinen, 
Als  ich  in  pluender  jngent  noch 
10  Ains  tags  von  Wels  gen  Sakzparg  zog« 
[bl.  1']    Alda  ich  mich  ia  het  ergeben 

Zw  dienat,  die-weil  ich  het  mein  leben, 
Zw  solcher  tewtscher  poetrej, 

Cllo  f  die  erat  g5Uin. 

16   Clio,  die  erste  göttiri  frey, 

Fing  an  and  gnetlich  zw*  mir  sprach: 
sFreuntj  warum b  wiltw  lassen  nach 
Von  dem  tewtsch  loblichen  geticht, 
Die-weil  dw  uns  doch  pist  verpflicht 

ao  In  dinst,  wie  dw  uns  hast  versprochen» 
Dein  lebenlaiig  gaticz  unzwprochen, 
Was  ursach  hebt  dich  icz  der-massen, 
Von  dem  suessen  gedieht  zw  lassen, 
Weil  dw  doch  in  gancz  deutschem  lant 

sb  Dardarch  in  eren  pist  pekant?^ 

Der  dichter. 

Da  durch-prach  ich  gar  mit  schäm röttin, 
Sprach:  „Ir  erwirdigen  kunst-göttin, 
Das  grewiich  alter  reittet  mich ; 

30  Wan  hewt  des  tages  pin  gleich  ich 
Gerad  alt  neun-nnd-fiinffzig  jar. 
Schwach  ist  mein  vei'^tant  woren  gar, 
Aach  gancz  knrcz  worden  mein  gedechtnns, 
Gancz  treg  nnd  stamlet  mein  gesprechtnns, 

36  Stnmpff  ist  worden  mein  sinreich  Lim, 
Darin  der  Schwindel  thaet  regirn. 
Die  guelden  quell  ist  gar  verl offen, 


8    Sieh 
32  8  wore. 


bjiTid  7,  B.  202    bi«    210.  20  S  »«rpiprochtn.         24    S  WUM 


19 

Die  in  der  jngent  mir  stand  offisn, 
Aach  eint  mein  sagen  danckel  wom, 
Zitrent  die  hent  and  daab  mein  om. 
Weil  alle  kreft  nan  sint  so  schwach, 

6  So  mas  ich  pillich  lassen  nach; 
Wan  ich  hab  each  nan  eben  zwar 
Gtedienet  ganczer  virzig  jar. 
Darin  hab  ich  gedieht  mit  glaeck 
Etwas  pis  in  4000  stüeck, 

10  Als  meister-gsang  und  comedi, 
[bl.  2]    Gaistlich  and  weltliche  tragedi, 

Kampff-gesprech  and  vil  fastnacht-spil, 
Lob-spr&ech  and  der  histori  viel, 
Allerley  art  zw  ernst  und  schimpflf, 

16  Aach  gaete  schwenk  zw  frewd  and  glimpf. 
Derhalb  mich  pillich  ledig  zeltl'' 

iBterpe,  2  gOttin. 

Ewterpe  sprach:  „Dw  pist  erweit 
In  nnsrem  dinst  dein  lebenlang; 

so  Wan  var  des  alters  ubertrang 
Hab  wir  dir  künstlich  regel  geben, 
Hilff,  sterck  and  drost  durch  all  dein  leben. 
Drumb  geb  wir  dir  kain  Urlaub  nicht, 
Dw  magst  noch  guet  artlich  gedieht 

26  Machen,  ob  dw  geleich  pist  alf 

Der  dichter  spricht. 

Ich  sprach:  «Es  ist  gancz  lab  und  kalt 
Worden  all  lieb,  will  und  pegier 
Zw  dem  gedieht  iczünd  in  roler, 

30  Nicht  allain  von  des  alters  wegen. 
Nach  dem  det  ich  so  hart  nit  fregen. 
Sunder  das  als  so  üebel  stet 
Und  so  gar  untrewlich  zw-get 
In  meim  geliebten  vaterlant 

86  Mit  krieg,  gfencknus,  mort,  raub  und  prant 
Von  dem  teutschen  adel  und  füersten, 
Die  nicht  wie  for  nach  er  ist  dtiersten; 
Dreiben  so  unfüerstliche  stüeck. 
Das  mich  solclier  untre  wer  düeck 

2* 


E 

l                         20                             ^^^^1 

^^^^^^^H          Nicbt  allein  vertrewBt  mer  zw  dichten,                   ^^M 

^^^^^^^^m          Sünder  pey  den  datten  und  gschicliten                      ^^H 

^^^^^^^^1          Vertrewst  niieh  schier  lenzer  zw  leben."                  ^^B 

^^^^^^^V                            Melpomene^      gdttin.                                 ^^M 

^^^^^^H        6  Melpomene  die  drit  sprach  eben:                               ^^M 

^^^^^^H           «HaBt  erst  ein  recht  nrsach  zw  dichten,                  ^^M 

^^^^^^               Solch  pöse  sttieck  gar  zv  vernichten.                        ^^M 

^^^K          [bl.  2']     Das  sich  solch  detter  müeBten  Schemen,                     ^^| 

^^H                        Darfon  lassen  und  sich  anemen                                 ^^M 

^^^^^             10   Der  fiierstling  redlikeit  und  dtiefcent.                         ^^M 

^^^^H                  Derlialb  Boltw  wie  in  der  juegt^nt                              ^^M 

^^^^H                 Gar  nit  ablassen  vom  gedieht/                                 ^^M 

^^^^H                                          Ber                                                     ^H 

^^^^^H                  Ich  Bpracb:  ,»0,  man  leit  es  icK  nicht;                     ^^H 

^^^^H             16    Auch  ist  zw  dichten  gar  geferlich,                            ^^M 

^^^^^H                  Die-weil  man  leit  die  warheit  sehweriieh.                 ^^H 

^^^^^H                 Vorauß  in  diesen  lezten  t^gen,                                  ^^H 

^^^^^B                  Weder  zu  gehreiben,  Bingen,  noch  sagen                  ^^^ 

^^^^H                  Von  solchen  pösen  pneben-stüecken :                          ^^M 

^^^^H             so   Man  niues  stihchweigent  das  vertrüecken                  ^^M 

^^^^H                  Oder  reden  mit  hewchlerey                                         ^^M 

^^^^^H                  Und  schmaichlent  fuechschwenczen  darpey.                ^^M 

^^^^^H                  Ich  het  warlicli  sunst  wol  ein  luest,                          ^^M 

^^^^^H                  Nach  der  leng  auszYstreichen  sneat                           ^^M 

^^^^^H            w  Von  solchen  stuecken  nnferschembt,                          ^^M 

^^^^H                  So  tiranisch  nnd  nngezembt                                       ^H 

^^^^H                  Iczund  im  Tewtschiant  haben  gang,                           ^H 

^^^^^H                  Hat  vast  gewert  acht  jare  lang,                                ^^M 

^^^^^H                  0,  ir  kunst-gottin,  hoch  vernünftig,                           ^^H 

^^^^^H             30  Die  ir  erkent  vi!  ding  zw-künftig,                              ^^M 

^^^^^H                   Sagt^  wer  ist  doch  der  principalf                               ^^M 

^^^^^H                  Von  dem  dis  an  gl  neck  als  zw*  mal                            ^^M 

^^^^H                  Über  das  gancz  Tewtschiant  thiiet  kumen?                   1 

^^^^H                  Ich  hab  den  grünt  doch  nie  vernumen;                           1 

^^^^H             sft   Ainer  sagt  das,  der  ander  dis,                                          1 

^^^^H                  Doch  pleib  ich  im  zweiffei  ungwis,                                 1 

^^^^H                  Weil  die  kugel  walezt  also  wnnderlicli                          1 

^^^^^       8  T  iloli.    8  >n.     Vargl.  band  11,  i.  371  f.        33  8  gtoew.              ^^ä 

21 

Icz  hin,  den  her.    Dramb  pit  ich  sonderlich, 
Mir  an-zw-zaigen  waren  grond.' 

Thalia,  4  gdttin. 

Thalia  thet  auf  iren  mand, 
5  Sprach,  die  posen  stüeck  knmen  detten 
Von  einflns  des  hochen  pianetten 
Jovis,  der  gweltig  thuet  regiren. 
[bl.  3]     ^Siehst  nit,  wie  das  sieben-gestim 

So  dnnckel  ist  and  gar  verpliechen? 
10  All  seine  kreft  sint  im  entwichen. 
Des  regiert  icz  Jovis  allein/ 

Der  dichter  spricht. 

Ich  sprach:  „Wie  mag  das-selbig  sein, 
Die-weil  doch  Jovis  ist  senftmüetig, 
16  Vor  all  ander  planeten  güetig. 

Ein  freant  gancz  menschlichem  geschlecht? 
Wie  kunt  er  solch  mort  und  onrecht 
Verhengen  über  dewtsche  lant?" 

Polimnia,  die  5  maese. 

20  Polimnia  antwort  zw-hant: 

„Dw  mnest  es  selb  mit  angen  schawen!*' 
Mit  dem  die  nenn  götlichen  frawen 
Füersten  mich  anf  gar  fogel-schnell 
Im  pett  hin  darch  die  wolcken  hell 

96  Vnr  Jovis  sal.    Also  dawcht  mich. 
Wie  das  ich  sech  gancz  sicbticlich 
Jovem  siezen  anf  seinem  tron. 
Ein  nralt,  eysgrabe  person, 
Düer,  holaagent  aller  gestalt, 

80    Wie  man  den  got  Satnrnam  malt, 
Bach  auch  pey  im  die  kraecken  lainen. 
Dmmb  det  ich  änderst  nit  vermainen, 
Den  das  der  got  Satnrnns  wer. 

Der  dichter  spricht. 

36  Ich  sprach:  „Ist  das  herr  Jupiter, 
Der  hochest  got  in  seinem  reich? 
Sicht  er  doch  gancz  Satnrno  gleich, 


22 

Der  seine  kiiader  fressen  tlmet, 
Weil  »dch  aeiii  tron  mit  meiiädien-pluet 
Pesudelt  i&t  hindeu  und  foren; 
Sein  angslcht  scheint  vol  neid  und  zoren 
5   Über  das  gancz  menschlich  geschleclit* 
Er  ist  Saturnüs,  ist  mir  recht, 
Der  an  im  hat  solch  aigenscbaff* 

[bl  3'J  Irato,  e  e^dttiür  spriclit. 

Erato  sprach:  ^Es  ist  warbaft 
10  Der  got  Javi^sj  siehst w  nit  ston 
Gotter  und  gottin  vor  seim  tron, 
Warten  auf  seinen  dinste  dar?" 

Bar  dicliter. 

Erst  plickt  ich  auf  und  sach  die  schar 
lt.   Gotter  und  göttiii  aEe  sambt, 
Da  ain  ides  vertrat  sein  ambt: 
Ein  göttin  sach  ich  nnder  dem, 
Die  war  Jove  gar  angenem, 
Die  war  vür  ander  gar  gewaltig, 
n   Rieht  aus  sein  anschleg  manigfaltig, 
In  allen  hendelu  gar  gescheftig, 
Sielt  sich  t'reuntlich  und  war  doch  heftig. 
Ich  fragt,  wer  diese  göttin  wer, 

Terpii&ore^  7  mneae. 

36   Terpstcore  die  sagt  mir  her: 
»Die  g5tin,  sam  gaiatlich  pedait, 
Ist  die  arg  und  schnöd  fraw  Schalkeit, 
Die  ist  in  diesem  regiment 
Gewaltig  ser  an  allem  ent, 

30  Die  ser  vU  ungelüecks  anrieht, 

Was  iczund  im  Tewtschiant  geschieht, 
Doch  als  vermentelt  and  verdecket.*^ 


0er  dichter. 

Ob  dieser  red  wart  ich  erschrecket, 
S6  Fragt:  „Wer  sint  die  zwo  gÖttin  schon, 
Die  zv-necbst  stent  pey  Jovis  tron, 
Die  ain  plidch,  holaaget  und  mager, 


28 

Die  ander  gelb,  dünpacket,  hager, 
Die  im  stet  liegen  in  den  oren?' 

Urania  I  die  8  gdttin. 

Urania  antwort  in  zoren: 

6  .Das  ist  fraw  Untrew  and  fraw  Neid. 
Diese  g5ttin  haben  alpeid 
Dem  Jovi  sein  angen  verplend, 
[bl.  4]    Das  er  sich  schier  selb  nit  mer  kent, 
Noch  sein  gaettig,  götlich  natnr, 

10  Sander  achtet  and  trachtet  nnr 
Aaf  falsch  pratic  and  arge  list, 
Was  im  deglich  einplassen  ist 
Das  anzi£fer,  welches  zw-mal 
Dort  amb  in  schwainet  onezal, 

15  Dem  kämet  er  ser  haimlich  nach.*' 

Der  dichter  spricht. 

Entsezet  ich  hinwider  sprach: 
«Wo  pleibt  den  die  Oerechtikeit, 
Bedlikeit,  Trew,  Fried  and  Warheit, 

90  Weisheit  and  ander  g5ttin  mer, 
Das  sie  nit  retten  Jovis  er, 
Austreiben  dieses  schnöd  geschwüerm, 
Das  schedlich  and  heiisch  gewüerm, 
Und  nemen  selb  anter  die  hent 

25  Das  hoch  himelisch  regiment 
Und  helflfen  das  Jovi  verwalten, 
Aaf  das  das  Tewtschlant  werd  erhalten 
Und  pracht  wider  zv  fried  nnd  rw?" 

Caliope,  die  9  kanstgOttin. 

30  Caliope  antwort  darzw: 

„Dw  redest  recht  and  wol  darfon. 
Sicbstw  nit  hinter  Jovis  tron 
Zwischen  den  wolcken  sam  ein  klueft? 
Da  siehst  siczn  sam  in  ainer  graeft 

35  In  ainem  stock  in  herter  gfencknas. 
Mit  ketten  angeschmit  in  zwencknns, 
Die  gaeten  göttin,  als:  Ghrechtikeit, 

33  8  wolekn. 


24 


Redlikak,  Trew,  Fried  nnd  Warheit, 
Die  Weisheit  nnd  Parraherzikait, 
Die  Liebe,  Senftmut  uad  Frnnckhelt, 
Künn  regen  weder  foea  noch  hent 
5  Und  pewaineo  Tentaclilanda  ellent 
Und  sind  alles  herzlaidea  vol.* 

[bL  4'}  Der  diohter  Bpriolit. 

Ich  sprach  zw  in ;  ^Ich  sich  sie  wol. 
Wer  ist  die  schar,  die  ir  thnn  hüeten, 
iD  Mit  raesen,  dobeii  nnd  mit  wüeten, 
Sie  peinigen  an  nnterlas?'' 

Callope,  9  gOttin. 

Caliope  mir  antwurt:  ^Das 
Ist  Hochmut,  Geicz  nnd  Tiraney, 
ib  Rachsal,  Petriig  und  Heüchlerey, 
Aigner  nnez,  Gewalt  nnd  unrecht/ 

Der  dioliter. 

Da  saget  ich  hin-wider  schlecht : 
„Heischt  Jovis,  der  höchst  gott  geert, 

ao  In  seinem  reich  so  gar  verkert? 
Helt  die  gueten  götter  gefangen 
Und  thnet  sich  so  verwegen  hangen 
An  die  schentling  hellischen  götter, 
Der  alle  weisse  waren  epbter, 

as   Fey  den  kain  er  ist  zv  erwerhen, 
Sint  nur  gmainem  nücz  zv  verderben? 
Weil  die  halten  in  irer  hent 
Jovis  das  hohe  regiment, 
Ist  ZV  pesorgen  wol  anf  ert, 

30  Das  wenig  frid  im  Deütschlant  wert, 
Weil  Jupiter  regirt,  der  got. 
Da  wünschet  ich  und  wolt  anch  got, 
Das  Satnrnns,  sein  vater,  körn 
Und  iro  das  reich  wieder  einöm 

36  Und  seczet  sich  anf  seinen  tron. 
Wie  er  im  vor  atich  hat  geton, 
Anf  da«  Teütschlant  erledigt  wüert 


4  S  rofo. 


17  S  aiO«ft. 


2b  8  arbarbflD. 


JT  8  Wiel. 


25 

Von  seiner  herschoD^  schweren  püert.*' 
Solch  mein  wnnsch  wnrt  im  angezaiget 
Zw-hant  sein  doner-axt  er  naiget 
Und  schos  herab  ans  seinem  sal 
6  Anf  mich  ein  fewring  wasserstral, 
Dancht  mich,  das  gleich  die  erd  erkracht. 
Im  angenplick  ich  auf-erwacht 
[bl.  5]    Und  lag  da  in  eiskaltem  schwais, 
Vor  grosen  angsten  war  mir  hais. 

10  Der  pesehliieB. 

Und  ich  gedacht  mir:  Ist  das  war, 
Weil  dieser  schnöden  gotter-schar 
Sint  in  dem  hohen  regiment. 
So  nembt  das  nnglüeck  lang  kein  ent 

16   Hin  nnd  wider  in  deutscher  grencz, 
Das  doch  als  gschicht  mit  di£ferencz, 
Verdeckt  mit  ainem  gneten  schein, 
Sam  sol  es  als  ghrechtikait  sein. 
Doch  wer  den  handel  dar  ermes 

so  Und  leget  den  anter  ein  pres, 
Der  presset  heraus  dieser  zeit 
Nichs  den  lawter  löttig  schalckheit, 
Falsch  pratic.  läeg,  list,  renck  und  düeck 
Und  unferschembte  schelmen-stüeck. 

26  Derhalbn  hab  ich  ie  dis  gesiebt 
Aach  pracht  in  dis  reimen-gedicht, 
Der  nenn  maese  lieblich  gesprech, 
Das  man  die  gheimnüs  drinen  secb, 
Wer  nrsach  sei  anglüecks  aaf  ert. 

30  Weil  sie  das  von  mir  habn  pegert, 
Fach  ich  gleich  an  mit  diesem  spruech 
Das  ain-and-zwainzigiste  paecb. 
Got  wöll,  das  Ichs  zv  ende  pring; 
In  seiner  bant  stend  alle  ding, 

36  Der  wöll  aach  selber  sehen  drein 
Und  dewtsches  landes  scbaeczer  sein 
Und  wöll  solch  poses  regiment 


28  S  ghemoOfl. 


26 

Mit  der  zeit  selb  machen  ein  ent 
Dnrch  weg,  allsdn  im  wolpekant, 
Auf  das  wider  in  deutschem  lant 
Gemainer  nncz  zw-nem  und  wachs. 
Das  wünschet  zv  Nürnberg  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1558,  am  5  tag  Novembris. 
804  Yen. 


27 


Dreyerley   klagred   dreyer    weibsbild:    Lucrecie, 
Thisbes  and  Virginie. 

[bl.  1']    Lacretia  bin  ich  genant, 

Ein  BSmerin,  gar  weit  erkant. 
ft  Colatinns,  mein  lieber  herr, 

Der  war  von  mir  gereiset  fern. 

Dieweil  kam  Sextns  anß  dem  beer, 

Mir  stellet  nach  weiblicher  ehr, 

Dann  er  an  einem  abent  spat 
10  Kam  in  mein  hanß  und  herberg  bat. 

Die  sagt  ich  im  (nnd  billich)  zu. 

Als  ich  zu  nacht  lag  in  der  rhw, 

Macht  er  ein  packt  mit  meiner  meidt, 

Nam  gelt,  sagt  im  allen  bescbeldt 
15  Und  schloß  im  anff  die  kammer  mein. 

Diebisch  schlich  er  zn  mir  herein, 

Mit  senfften  werten  mich  sehr  bat. 

Zu  geben  seinem  willen  stat. 

Als  ich  nicht  wolt,  zog  er  sein  schwtTt, 
2ü  Mich  zu  ermorden  mit  gefert 

Oder  sein  willen  zu  verbringen : 

Den  todt  erkiest  ich  in  den  dingen. 

Er  schwur,  mein  knecht  auch  zu  erstechen, 

I  Im  iw«iten  (verlorenen)  sprnchbuche ,  bl.  273  hatte  Hans  Sachs  die 
hutoriA  anfgeschrieben:  »Ein  clagred  laorecie  ß9  vers«.  Im  rogister  des  fünften 
epmehbaches  steht  das  Eeioben  bei  diesem  titel,  wonach  der  spruoh  damals 
pchon  gedruckt  war.  In  die  folioaasgabe  ist  diese  fassun^  des  Stoffes  nicht  auf- 
genommen worden,  wohl  aber  ist  ein  einxeldruck  erhalten.  Er  dient  hier  als 
Torlage.  Ludwig  Fränkel,  Zur  frage  nach  Hans  Sachs  quellen  und  Stoffen: 
Mitteilangen  aus  dem  German.  nationalmuseum  189 2.  s.  99  f.  bespricht  ihn. 
Vergl.  band  22,  s.  448  bis  449. 


In  zu  mir  legen,  wolt  den  sprechen, 
Idi  bet  mein  ehe  mit  im  gebrochen, 
Darumb  er  uns  beid  het  erstochen. 
Da  ich  hört,  das  ich  sterben  solt, 
6  Mich  auch  der  elir  berauben  wolt 
[bL2o.bez.]  Nach  meinem  todt  dnrch  falschen  schein, 
Da  verbraclit  ich  den  willen  sein, 
An(f  das  mein  nnschnid  kern  zn  liecht 
Wann  nach  der  echentlichen  geschieht 

10   Mein  frenndtschafft  ich  eillendt  besandt 
Und  dise  ding  vor  in  bekant 
Mit  wainent  k  leg  lieh  er  geper» 
Wie  ich  beg weltig  worden  wer 
Von  Sexto,  des  königes  snn, 

i&   Das  wolt  ich  an  mir  rechen  than 
Und  het  die  räch  bis-her  gespart, 
Das  mein  Unschuld  wurdt  offenbart. 
Mein  freunde  mir  der  w*<>rt  gelaiibten, 
Mit  WüFten  alle  an  mir  staubten, 

so  Das  ich  mir  selb  nichts  argea  thet. 
Dis  aber  ich  als  wider-redt 
Und  sprach:  Seit  ich  nun  ruchtbar  bin 
Hey  allen  edeln  Römerin, 
Äuflf  das  mir  keine  folge  nach, 

36   Wil  ich  an  mir  begehn  die  rachl 
Und  erstach  mich  mit  einem  messer, 
flacht:  ehrlich  sterben  ist  mir  besser 
Den  schentlich  leben  hie  auff  erdt 
Im  ehbrnch,  öffentlich  vermerdt. 

3ö  Und  wart  darnach  ehrlich  begraben. 
Dag  mein  geschieht  beschrieben  haben 
[bh  2']     Herr  Valerius  Maxi  rann, 

Dergleich  auch  Thitus  Livins 
In  einem  spiegel  reinen  frawen, 

36   Darinn  sie  mögen  wo!  anschaweu, 
Zu  hüten  sich  vor  frerabden  gestio 
In  iren  hensern,  ist  am  besten. 
Dann  frembder  mender  beywonnng 
üeit  reinen  frawen  bOii  belohnung, 

40   Das  sie  fallen  in  tödtlich  lieb. 


14  7  ktlDiget.     E  kdoig. 


29 

Man  spricht:  die  stat  macht  offt  den  dieb. 
Ist  eine  gleich  in  eiiren  fest 
Und  sich  wol  zu  verwaren  west, 
Ist  besser  doch  allein  nnd  frey; 
G  Dann  es  stet  groß  gefar  darbey, 
Bringt  etwann  ein  böß  wert  darvon, 
Ob  sie  gleich  ist  onschnldig  on, 
Des  ir  doch  ein  böö  grücht  erwachs 
Dorch  frembde  gest.    So  spricht  Hans  Sachs. 

10   Sin  klagred  ThisbeB  ob  irer  nnbesannen  nnzeytigen  Hob. 

[bl.3o.bez.]  Thisbes  wart  mir  mein  nam  erkom, 
Zn  Babylonia  gebom. 
Da  ich  ein  Jüngling  mir  erweit, 
Die  lieb  mein  hertz  mir  teglich  qnelt. 

ift  In  gleicher  lieb  der  Jüngling  was, 
Nechst  an  meins  vaters  hause  saß, 
Das  nar  ein  wand  war  zwischen  nns. 
Darinn  erspehet  ich  ein  klans, 
Dardurch  wir  heimlich  möchten  reden. 

10  Da  ward  beschlossen  von  nns  beden, 
Die  eh  einander  wir  verhiessen, 
Die  eitern  wir  nicht  wissen  Hessen, 
Trugen  die  Heb  heimlich  verborgen, 
Die  wuchs  ie  mehr  abent  und  morp:en. 

25  Ein  anlaß  ward  von  nns  gemacht, 
Wie  das  wir  auflf  die  andren  nacht 
Wolten  gehn  für  den  wald  hinab 
Zu  Nini,  des  königes,  grab 
Zu  einem  weisen  maulberbaum. 

80  Zu  dem  ich  kam  und  beitet  kaum, 
Wenn  mein  liebhaber  zu  mir  kern. 
Der  mond  gieng  auff,  und  bald  nach  dem 
Eine  wilde  löwin  kam  geloffen 


10  Im  sweiteD  (verlorenen)  spmohbaohe,  bl.  274  hatte  Hans  Sachs  die  historiu: 
»Ein  clagred  thisbes  72  vers«  aufgeschrieben.  Tn  die  foIioau»gabc  iut  dieser 
sprach  nicht  aofgonommen  worden.  Aber  ein  einzeldruck,  der  nuch  deiu  rcpristt  r 
des  fünften  spmcbbuobes  vorhanden  war,  derselbe  wie  beim  vorigen  stUckc,  ist 
erhalten.  Er  dient  hier  als  vorläge.  Vergl.  band  22,  ?.  312  bis  313.  Ciesta 
BomADonim  231. 


M 


Mit  blnting  manl  am  actgel  offeD, 
Die  etwann  het  ein  tbier  zerrissen, 
Vor  zoren  ire  augeu  glissen, 
[bl.  3'1    Ich  flocli  in  ein  hole  spelnncken. 

6  Als  nnn  die  lewin  het  getrancken, 
Fandt  sie  mein  mantel  auff  der  strasaen. 
Den  ich  het  hiudter  mir  gelassen, 
Zerrii  den  und  loff  ein  gen  wald. 
Piramas  aber  kam  gar  bald 

10   Und  kennet  der  lewin  fniJpfadt, 
Fand  anch  mein  raantel  an  der  Btal 
Zü-riasen  und  von  blut  gerött. 
Da  meinet  er,  ich  wer  gedött 
Von  der  lewin,  das  er  erschrack, 

16  Gab  «einem  hertzen  irianchen  schlack, 
Sprach:  Urob  dein  leben  pracht  ich  dichl 
Darmit  sties  er  sein  schwert  durch  sich, 
Sein  blut  sprUtzt  und  den  banmb  benetzt. 
Alö  mir  die  fnrcht  vergieng  zo-letzt, 

aa   Mein  lieb  zu  suchen  bey  dem  prunnen, 
Dm  fand  ich  gar  mit  blut  beruunen 
Halb  todt  ligen  mit  bleichen  muud. 
Wainent  ich  im  zu-sehreieu  kund: 
0  Pirame,  o  Piramel 

36  Antwort  I  ich  bin  dein  lieb  Thisbe. 
Sein  tödlich  äugen  er  auff«warlf 
Und  sach  mich  an  sehnlich  und  scharpff, 
Stil  schweigent,  er  also  vei-schied. 
Den  grimmen  totit  durch  Heb  er  lied. 
[bL4o.bez.]  Todt  druckt  ich  in  an  meinen  arm 

Und  sein  seh  arpff  seh  wert,  von  plutnoch  warm, 
Stach  ich  durch  mich  in  leides  que) 
Und  jagt  auti  mein  trawrii^e  seeL 
Die  fürt  hin  meins  lebens  verLrus, 

a.   Wie  das  schreibet  Ovidius 
Zu  Warnung  jungen  leuten  wol, 
Das  sich  ir  iedes  hüten  sol 
Bey  zeit  vor  heimlich  lieb  und  gnnst; 
Das  ist  die  aller-peste  kunst. 

40    Wie  man  deoii  spricht:     Die  beste  hut 
Ist,  die  im  der  mensch  selber  thnt; 


31 

Dann  bald  man  ist  der  lieb  nach-hengen, 
Mit  wort  and  weis  sich  ein  that  mengen, 
Als-denn  sie  überhand  gewindt, 
Denn  geht  man  an,  als  sey  man  blindt. 
6  Damach  hilfft  weder  hat  noch  wehr. 
In  dschantz  schlecht  man  ofiFt  gat  and  ehr, 
Daraas  denn  aller  anrät  wachs. 
Lieb  ist  laids  anfang,  spricht  Hans  Sachs. 

SiB  kla^red  Virginie,  der  jonekfrawen. 

[bl.  4']    Virginia  heis  ich  mit  nam, 

War  eins  bargers  tochter  za  Rom, 

Züechtig,  erber,  doch  schöner  gstalt. 

Appins  Claadinns,  der  alt, 

Hein  za  anzüchtiger  lieb  begert. 
16  Als  er  von  mir  blieb  angewert 

Und  im  sein  lieb  gentzlich  abschlng. 

Da  rieht  er  an  das  mit  betrag: 

Ein  alter  bößwicht  kartz  hernach 

Mich  für  sein  leibeigen  ansprach 
20  Und  mit  mir  für  gericht  hin-kam. 

Dem  mich  Appins  an  all  schäm 

Zn-sprach,  mit  im  za  füren  heim. 

Welcher  schalck  mich  hernach  in  kheim 

Dem  Appio  wolt  uber-geben, 
26  Mit  mir  nach  seim  willen  za  leben. 

Als  mich  mit  gwalt  der  füret  hin. 

Von  meim  eigen  vater  ich  bin 

Erstochen  worden  mit  eim  messer; 

Dann  er  vermalut,  es  wer  mir  pesser, 
30  Ich  nem  mit  todt  ein  keusches  endt. 

Denn  das  ich  lebent  wart  geschendt. 

Also  ich  za  der  erden  sanck 

Abkrefftig,  in  anmacht,  todt-kranck. 

So  gab  ich  aaff  mein  keuschen  geist, 
36   Wie  Thitas  Livias  beweist. 

1554. 

S    E  dsehats.       9  Emil  Weller,  Hang  Saebs-bibliogr.  nr.   102.      Siob  s,  27 
und    29  nsd  band  22,  s.  294  bis  296.         23   R  kbem. 


Die  ander  schlachte  so  margraff  All>reclit  verloren 
hat  mm  1553,  den  ü  September. 


Nach  dem  und  margTaflf  Albrecbt  hat 
Zw  Geutteti  pey  Pratinscbweig,  der  stat. 
Gehabt  mit  rowtern  sieben  fannen, 
Hat  mit  gehalten  nit  weit  von  dannen 
Auf  eiin  perg  den  vortei!  ein^nmnen 
Und  hat  entpotn,  zu  im  sol  kiimen 
Herzog  Hainrich  von  Prauuschweig  fein, 
Da  halt  er  und  wiill  warten  sein, 
Und  sol  sich  mit  im  im  feld  schlagen. 
Da  hat  er  gfnnden  kamen  zagen; 
Wan  herzog  Hainricli  hat  gennnien 
Sain  raiesig  zewg,  ist  zw  im  kamen, 
AI  da  hat  sich  zv  paider  seit 
Erhaben  gar  ein  harter  streit, 
Von  scliiessn  und  stechn  ein  lawt  gedi)s. 
Von  rossen  ain  gschray  und  gestös, 
Pia  entlich  auf  der  lincken  Seiten 
Des  margraffen  haiiffen  in  dem  streiten 
Wart  zaghaft  nnd  die  flnecht©  gab. 
i>er  ander  dail  der  zueg  anch  ab. 
Erst  beugten  die  Braunschweicker  nach, 
In  die  fluechtigen  schos  und  stach , 
Pis  in  die  praunschweickiscb  lantweer. 
Und  sint  der  Margref fischen  mer 
In  der  flneclit  und  der  walstat  nnden 


1    Iva  Doiint«ii  «pruobbuobe  f  h\,   7  bia   7'.      Bvl  Stuf^u    ITiiiaor  or«ebieD  der 
ipruäh    auf  eiosm  follobUtta  mit  haliiobDiU.      VorgJ*  Scbu^rrs  «robiv    1878,    7, 


38 

In  die  Becfashiuidert  dot  gefdnden. 

Unter  den  anch  dot  fünden  wart 

Klas  Bemer  nnd  Johann  Pickhart, 

Und  andere  ritmaister  mer 
5  Ans  dem  margref^chen  heer 

Sint  in  der  sehlacht  zn  poden  gangen, 

Anch  vil  g^eter  lewt  worden  gfangen 
[bl.  7']    Anf  des  margraffen  Seiten,  nnd 

Anch  vil  rewter  hart  worden  wnnd. 
10  Doch  hat  ans  den  gotlichen  gnaden 

Herzog  Hainrichs  volck  wenig  schaden 

In  obgemelter  Schlacht  gennmen, 

Ist  sighaft  frölich  haimhin  knmen. 

Doch  roargraff  Albrecht,  wie  wir  lesen, 
16  Ist  nicht  in  dieser  schlacht  gewesen, 

Snnder  anf  dm  perg  in  der  neben 

Gehalten  nnd  hat  zw-gesehen. 

Pald  sein  rewter  flohen  anß  dem  feld. 

Da  gab  er  anch  das  versen-geld 
so  Und  anf  eim  leichten  ros  pehent 

Hinein  in  die  stat  Prannschwelg  rent. 

Also  die  schlacht  in  dieser  fHst 

Warhafticlich  ergangen  ist. 

Got  geh,  das  g^eter  fried  erwachs 
S6   Ans  der  schlacht,  so  wünschet  Hans  Sachs. 

Anno  salnÜB  1553,  am  25  tag  NovembriB. 
* 
20  S  leiohen. 


Hm«  Saahi.    XXni. 


34 


Ein  gesprech  der  götter  wider  den  aiifrüerischen 
fueröteu   margraff    Albreclit    und    ander   fuerstea    und    stet 

Deutschlands. 

Als  man  zeit  funfzehundert  jar 
6   Und  vier-and-firnffztg,  gleich  als  war 

Wider  all  pillikeit  und  reciit 

Abgsagter  feint  margraff  Albrecht 

Des  pischoff  Wtirzperg  und  Bamberg 

Und  auch  der  reichstat  Nurenberg, 
10  Und  ser  pluetürstig  mit  in  krieget. 

Doch  80  oft  man  im  ob  gesieget, 

Erlegt  und  aus  den  fdd  im  sclilueg, 

Doch  almal  an  langen  verztteg 

Gernestet  er  pald  wider  kam 
16   Und  pracht  ein  groses  volck  zusam 

Zw  ro8  und  fues  ueber  die  mas, 

Weil  er  doch  rings  venuiiegens  was. 

Das  wundert  micli,  und  anf  ein  nacht 

Lag  ich,  der  sach  lang  nach-gedacht. 
20   Wie  so] ich s  nur  het  ainen  sin. 

In  den  gedancken  schlteflf  ich  hin. 

Mich  da  weht,  wie  ich  secli  ain  gesiebt 

Im  schlaff,  wie  ich  mit  küercz  pericht. 

Fraw  Eacio* 

m  Fraw  Raeio  die  kom  zu  mir, 

Stgt:     „Wol  auf!  ich  wil  zaigen  dir 
Als,  was  zu  wissen  dw  pegerst, 
Das  dw  vürpas  zu- frieden  werstl* 


I   Im  nennt«»?!  yprtiohbiieho.  bh  1S2  bi«  t38. 
7,  •.    284  bis  295. 


Vergl,  Sflfanorra  ftrahir   1878. 


35 


Uod  pnBd  mir  die  zwen  flüegel  an, 
Die  Dedalus,  der  kanstreich  man, 
Seim  sun  Icaro  bei  gemacht. 
Danuit  flüe^  ich  pey  flngter  nacht. 
i   Doch  flog  fmw  Racio  mir  for, 
Der  ich  nachfolget  ant'  dem  gspor 
Gancz  yogel-schnell  an  alles  irn 
[bl.  132']     Hinanff  znmh  lewclUenden  gestiro 
Pia  vür  den  höchsten  sal  Jovis. 
10  Darin  sach  ich  dar  and  gewig 
Jovem  siezen  auf  seim  tron 
Kaiserlicher  gestalt  mit  zepter,  krön, 
Als  ob  er  halten  wolt  gericht. 
Nach  dem  daucht  mich  in  dem  gesiebt, 
li   Wie  das  vür  den  got  Jovem  drat 
Minerva  in  schneweiser  wat, 
Die  göttin  der  Weisheit  alda, 
Aach  kam  mit  ir  Jasticia, 
Die  ti-neg  ein  wag  und  ein  plos  schwert. 
»»  Pneckten  sich  vor  im  zu  der  ert, 
Jnpiter  in  sein  zepter  naiget^ 
Sich  ganz  freontllchen  in  erzaiget 
und  hies  sie  anfsten  alle  ped. 

Minerva  y  die  gdttin  der  Weisheit* 

n  Da  fing  Minerva  an  ir  red: 
„0  Jupiter,  herczlieber  vater, 
Mensch lichs  geschlechtz  höchster  woldater, 
Wen  wiJtw  dein  herczlich  erparmen 
Doch  mitailerj  den  deutschen  armen, 

w  Die  doch  zq  dir  anfrneffen  stet 
Kit  irem  opfer  und  gepet 
Ümb  hilff  in  irer  krieges-not 
Wider  den  plnetürstigen  got 
Martern,  der  in  thnet  grosen  zwang 

16  und  hat  anch  tinn  geweret  lang 
Icz  da,  den  dort,  nnden  und  oben 
Hat  er  nngloecks-kagel  gescholicn 
Mit  grosem  verderben  TeiUschlande. 
Derhalb  pit  ich,  thw  im  peystandt, 

<»    Weil  es  dir  vertrau l  alles  gner^ 

3* 


SM 

Und  ist  tmVtr  deiin  schirm  und  schacz 
Dir  miterUioti,  grl^oream  ood  will%.* 

JottieiA^  die  g^reekükeit. 

Jnstjcia  spracb  recht  ond  pilHg: 
[bl.  1^]     9  Höchster  gepiet^r,  tbnestw  das, 
Pist  aach  schneidig  an  aoterias 
Zw  scfatieczeQ  dein  anterthan  frey 
Vor  moetwilliger  tiraoney* 
Li  arm  tt  des  reicha  ein  merer  aeist, 

10   Wie  deia  berlicher  nam  answeist* 
Wo  gar  ZQ  lang  verzüegeatw, 
Harti,  dem  platltoDt,  sehest  zw, 
Der  aas  mntwil  zw  dieser  zeit 
Wider  all  recht  und  pillikeit 

16  Teutschlant  mit  anfrner  verhern. 
So  ward  es  dein  gütlichen  em 
Zw  nachtail  raichen  und  darfon 
Den  menschen  kamen  ain  argwon, 
Sam  k5me  aus  deiner  verhencknns 

•0  Solieh  mort,  ranb,  prant  nnd  gefenckous. 
Das  wer  deinr  mayestat  ewig  schant 
D erhalb  streck  dein  g wältige  bant 
Ans  ond  hilft!  es  ist  hohe  zeit.*^ 


Jnpiter  sagt* 

sft  Japiter  sprach:  «Zw  paider  seit 

Hab  ich  ghört  eur  oracion. 
Wißt,  ich  hab  lengist  hilff  geton 
Tentschlandes  pit  and  riieffent  stim, 
Pin  anch  willig  zw  helffen  im. 

10   Hab  ab-gfordert  Martern,  den  got. 
Er  aber  veracht  mein  gepot. 
Der-halb  weit  mit  dein  schwert  in  zwingen 
Und  in  palt  zw  geharsara  pringen^ 
Wo  Neptnnufl  nit  irret  mich, 

u   Der  wider  mich  hart  seczet  sich. 
Mit  dem  ich  icz  zn  scliaffen  hab. 
Idocli  hab  ich  gefertigt  ab 
Den  künen  beiden  Herculem, 
Das  er  sol  sein  peystendig  dem 


37 

Peknmerten  hocli-dentschen  lant, 
[bL  133']    Weil  er  vor  mit  heldreicher  hant 

Die  weit  und  auch  das  mer  thet  sawbem 

Von  mancherley  mördern  and  raabem. 
6  Er  würgt  den  wnetrich  Anthenm, 

Emathionem  nnd  Cacnm, 

Den  grewling  küng  Bosiridem, 

Den  grawsamen  Gerionem; 

Die  Gentaaros,  halb  roe  nnd  mon, 
10  Hat  er  auch  aas  der  weit  gethon, 

Den  wilden  eher,  lehn  and  trachen, 

Aach  anders  gewürms  ent  det  machen, 

Und  von  der  gleich  schedlichen  pösen 

Thieren  det  er  die  weit  erlösen. 
16  Secht  znl  der  sol  mit  seiner  hant 

Erlösen  aach  das  deutsche  lant 

Von  dem  platürstigen  Harte. 

Secht,  darch  den  ich  im  icz  peyste, 

Ich  hoff,  er  sol  im  schaffen  rw.** 

20  Minerva  spraeh. 

Minerva  sprach:  „Wie  gecz  den  zw, 
Das  sie  noch  stez  nach  hilff  dir  schreyeu, 
Das  dw  sie  solt  von  Harte  freyen, 
Sam  ste  es  geferlich  amb  sie?" 

26  Japiter  sprach. 

Japiter  sprach:  ,Wen,  wo  und  wie 
Es  amb  sie  ste,  wol  wir  in-werden. 
Mercari,  schwing  dich  pald  auf  erden 
Und  pring  mir  herauf  Herculem! 
30  Erfaren  wöl  wir  wol  von  dem, 
Wie  es  unden  umb  Teutschlant  ste, 
Die  weil  es  umb  hilff  schreit  als  e." 

Mercorios. 

Mercurius  sein  gffuegelt  fäesklaid 
36  Legt  an  und  macht  kurz  sein  abschaid, 
Durch  die  sphera  der  claren  lueft 

3   S  sawben.         12  8  gwOrms.         30  ?  tod.     8  an.         36   S  spera. 


w 

^1 

^^V                         Hinunter  zw  der  erden  klneft                                        V 

^^H        [bl.  134]     Da  er  aa^richtet  sein  gescbiek                                   ^^| 

^^^^E                          und  pracht  in  eiuüiu  aagenplick                                ^^| 

^^^^^H                                                                     ^^M 

^^^^^B               &   Herculem  in  seinr  leben-hawt,                                   ^^H 

^^^^^B                  Deti  ich  vm  lierczen  geren  scliawt                           ^^| 

^^^^^H                   In  ^rabem  part.     Der  naiget  sich                            ^^M 

^^^^^H                   Vor  Jove  gar  demüeticlich                                         ^^^H 

^^^^^H                   Und  sagt:  „0  höchster  Jupiter,                                 ^^H 

^^^^^H              10   Warutiib  luist  mich  perüeffeti  iier                             ^^H 

^^^^^H                  Aus  schwerem  gescheft  von  der  erden  V'^                 ^^H 

^^^H                                                       ^H 

^^^^^B                  Jods  Bpracb:  Jch  wil  inen-werden,                        ^^| 

^^^^^H                   Ob  dw  pis-ber  zu  diesen  stnudeti                              ^^| 

^^^^^H              15   Martern  noch  nit  hast  überwunden,                          ^^H 

^^^^^H                  DcB  gwalt  doch  gegen  dir  ist  klain?^                      ^^^ä 

^^^^^m                                                                                       ^^H 

^^^^^H                   HercnleB  aotwort  im:  ^0  na3^n,                                 ^^H 

^^^^^H                   Dw  hocbster  gepieter  grosmeelitig,                            ^^H 

^^^^^H              flo   Mars  hell  sieb  rumretig  und  precbttg,                       ^^H 

^^^^^H                   Hab  in  zum  virden  mal  geschlagen, 

^^^^^H                  In  Bampt  seinem  her  tbnn  verjagen, 

^^^^^1                  Er  ist  fraidig  zw  krieges-scherz, 

^^^^^B                  Kat  vor  steh  selb  ein  verzagt  herz, 

^^^^^1              26   Hat  almal  zalt  mit  verseii-geJt, 

^^^^^H                   Mit  üueebt  geraumet  mir  das  feit, 

^^^^^1                  Verlasen  geschuez  und  mundicion 

^^^^^H                  Hinter  im  und  getrumpft  darfon. 

^^^^^H                  Hab  also  Marti,  dem  tirannen, 

^^^^^H             sü  Abgwnnn  in  sibenzig  fanneti. 

^^^^^H                  Sa  oft  ich  an  im  gwtn  den  sieg, 

^^^^^H                  Hoff  ich,  es  hab  aiu  ent  der  krieg, 

^^^^^H                  Und  hab  in  überwunden  gar, 

^^^^^m                  Zw  stund  pringt  er  ain  andre  schar. 

^^^^^H              M  Mit  den  mas  ich  mich  wider  schlagen. 

^^^^^B                  Und  wen  ich  sol  die  warheit  sagen, 

^^^^^B                  So  ermant  mich  gleich  sein  darmit, 

^^^^^H                  Als  da  ich  mit  der  schlangen  strit, 

[bl.  134']    Welche  wol  hundert  häapter  het: 
Wen  ich  ir  ains  abhanen  thet, 
So  waechsen  ir  zway  an  der  stat. 
Der-halb  ich  durch  ein  weisen  rat 
6  Die  selbig  schlangen  an  dem  ent 
Ins  fewer  warff  und  sie  verprent. 
Dardurch  ich  erst  gewan  den  sieg. 
Ich  glaub,  ich  mues  in  diesem  krieg 
Marti,  dem  got,  auch  also  thon.^ 

10  Jupiter. 

Jupiter  antwort  im  :  «Sag  on, 
Hat  sich  Mars  durch  sein  gros  verlnest 
Almal  so  pal  d  wider  gerüest, 
Sam  sey  er  des  ungluecks  ein  spöter? 

16  Im  helffen  leicht  die  hellsehen  götter? 
Mit  volck  und  gelt  im  stewren  da 
Plutus  und  auch  Proserpina 
Und  ander  arg  heiische  gaist, 
Die  wider  mein  reich  sint  verpaist, 

20  Voller  mordes  und  rauberey, 
Vol  arglistiger  zawberey, 
Welche  mit  hagel  und  ungwiter 
Stez  machen  menschlich  leben  piter 
Durch  falsch  pratic  und  hiotertüeck, 

26   Den  posen  almal  halten  rüeck; 
Doch  on  all  redlich  ursach  das 
Aus  lauter  piter  neid  und  has, 
Ungunst,  feintschaft  und  untrew, 
Die  sie  tragen  au  alle  schew 

30  Dem  glueckhaften  menschlichen  gschlecht.' 

Hercules. 
Hercules  sprach:  „Ja,  dw  sagst  recht; 
Nit  die  heiischen  göttr  allain, 
Sunder  die  himlischen,  ich  main, 
36   Welche  peschüeczen  soln  dein  reicli, 
Und  auch  die  göttin  der-geleich 
Thuet  als  unter  dem  korb  zu-stechen." 

[bl.  135]  Jupiter  sprach« 

Jupiter  sagt:  ^Ich  mus  versprechen, 


^^^ 

^^^^BHH 

w 

40 

1 

^^^^^m                 Die  himligchen  götter  tbant  sein  nicht; 

^B 

^^^^^1                  Es  wer  wider  ir  gt^tlich  pflicht. 

^H 

^^^^^H                  Soll  solch  pös  g&dhr&j  nber  sie  gen, 

^^B 

^^^^^H                  Wie  würden  sie  vor  mir  pesten  ? 

^^B 

^^^^^H              fr  Darnmb  schweig  nur,  sie  thuBt  sein  nicht. 

^^^^1 

^^^^^H                                             Heronles. 

^1 

^^^^^B                 Hercules  sprach:  ^Nem  dar  pericht! 

^H 

^^^^^H                 Ich  hab  zerstört  Marti  vil  tempel; 

^^M 

^^^^^H                  Da  hab  ich  fttnden  zumb  exempel 

^^M 

^^^^^H             10   Vil  misteria  und  haimlikeit 

^^fl 

^^^^^H                 Der  götter,  so  mit  im  lang  zeit 

'^^1 

^^^^^H                 Gelaichet  habn.     Doch  als  auf  laugen! 

^^H 

^^^^^H                 Siut  mir  gnet  gewest  unter  äugen, 

^^1 

^^^^^H                 Den  wolff  nur  zaiget  auf  dem  rüeck, 

^^fl 

^^^^^H            16  Im  helfen  treibn  vil  p^iser  stüeck. 

^^B 

^^^^^H                 Of  Mars  het  sunst  lengst  aus-gepachen/ 

^1 

^^^H 

^1 

^^^^^H                 Jupiter  sprach;  „Von  diesen  Sachen 

^H 

^^^^^H                 Retstw  den  gittern  zu  genaw; 

^^1 

^^^^^H            20  Den  ich  in  vil  ein  pessere  traw, 

^^B 

^^^^^B                 Das  wer  irr  gottüng  er  zu  dieff.'' 

^H 

^^^^^B                        Heronlei  legt  prieff  auf,  spriolit. 

J 

^^^^^B                 Hercules  legt  auf  etlicli  prieff. 

^1 

^^^^^B                 Sprach:  ^Schaw^  da  lies!  Hie  tindst  den 

gruDd."          ■ 

^^^^H 

J 

^^^^^B                 Jupiter  nam  die  prieff  zu  stund 

^^ 

^^^^^B                 Und  sie  gar  haimlicb  überlas. 

^^M 

^^^^^H                  Darob  er  sich  anroten  was 

^^M 

^^^^^H                  Und  sie  darnach  Minerva  gab« 

^M 

^^^^H 

H 

^^^^^B                 Minerva  las,  erschluchzt  darab, 

^1 

^^^^^B                 Und  darnach  sprach  sie  überlaut: 

V 

^^^^^B                  „Wer  het  dieser  untre w  getrawt, 

1 

^^^^^B                  Das  die  g5tter  und  die  göttin 

1 

^^^^^B            3^  Wem  so  gar  verwegenes  sin, 

j 

41 

Das  sie  nnferwart  irer  eer 
Mars  und  sehn  aufrüerischen  beer 
[bl.  135']     Haimlich  thnn  so  grosen  vürschaeb!? 

Herewles. 

6  .Ein  pueb  ist  wie  der  ander  pneb/ 
Sprach  Hercoles,  „darff  weng  pewem ; 
Gleich  nnd  gleich  gselt  sich  zamen  gem. 
Dw  waist,  atem-  und  scblangen-gschmais 
Findt  sich  gern  zam  in  einem  krais. 
10  So  ist  Mars  nnd  sein  helffer  flnechs 
Anch  sieben  hosen  aines  dnechs. 
Wer  redlich  ist,  sein  müesig  get.« 

Mtnerra« 

Minerva  im  antworten  det: 
ift   ,So  sag  mir  doch,  ans  was  arsach 
Ueben  sie  am  yaterlant  räch, 
Weliches  in  doch  ist  pefoln. 
Das  sie  das  selb  peschüezen  soln 
Vor  ander  frembder  nacion?'' 

20  Hereules. 

«Waistw  nit,  glaeck  ist  neid  hon  P'^ 
Sprach  Hercnles,  „der  neid  sie  plant. 
Das  sie  dem  yaterlant  feint  sent, 
Weil  es  icz  stet  in  hohem  glüeck, 
2&  Peweisen  sie  im  solche  düeck. 
Wais  snnst  kein  arsach  diser  zeit.** 

Minerra. 

Minerva  sprach:  »Wie  gros  dorheit 
Die  himlischen  götter  pegan, 

30  Das  sie  dem  Marti  hangen  an 
In  seiner  verwegen  aniVaer! 
Er  kriegt  ie  znm  verderben  nur 
Aus  mordischen  neidigen  trnecz, 
On  allen  rumb,  er  oder  nucz, 

36  Wie  sein  zaichen,  der  scorpion. 

26  ?  Wais.     8  Wu. 


w^ 

^H 

^^^^^H                  Gleich  des  natur  ist  er  aacb  lion                                  ■ 

^^^^^H                   Sanipt  alle  den,  m  irü  anbangen,                               ^^M 

^^^^^m                  Ancli  weiig  nuecz,  er,  üocli  rtimb  eriaii^en.              ^^H 

^^^^^1                  In  Wirt  Mars  entlich  h}iien  schlecht,                         ^^M 

^^^^^^               (•  Gleich  wie  der  dewffel  seinem  Icnecht,                      ^^| 

^^^^^  [bl.  136]     Wirt  sie  noch  selb  verderben  imd  fressen.               ^^M 

^^^^^■k                   Die  poeten  habn  im  a:w- ^messen                               ^^H 

^^^^^H                   Den  wolff,  der  auch  frist  üeeh  nud  lewt                 ^^H 

^^^^^H                  Zw  warten  kainer  andern  pewt,                               ^^1 

^^^^^H              10    Das  sie  atii  dail  schoTi  habn  ein-^nnmou^                 ^^H 

^^^^^H                   Die  unib   leib,   er  und  giiet  siiit  knineu.                   ^^| 

^^^^^H                  Dem  andren  solcbs  ancb  noch  vor-stet."                  ^^1 

^^^H                                                   ^H 

^^^^^H                   Jasticia  ersew^zen  det,                                              ^^^1 

^^^^^H              ib   Sprach:  „Jnpiter,  wie  magstw  docli                          ^^H 

^^^^^H                   Solicbe  untrew              noch^                                         ^^H 

^^^^^H                   So  guet  ueber  menschlich  geschlecht                        ^^H 

^^^^H                   Wider  all  piltikeU  nud  recht                                    ^^H 

^^^^^1                   Von  Marte  and  ilen  gittern  der-gleich,                   ^^H 

^^^^^H              30  So  doch  gehiSren  in  dein  reich?                                ^^H 

^^^^^H                   Des  wirst  aampt  den  götern  auf  erd                              V 

^^^^^H                    Pey  meuscblichem  gschlecht  gar  unwcj'd                  ^^fl 

^^^^^H                   Als  die  zumb  tail  Itelffen  die  zeit                            ^^H 

^^^^^H                   Zw  ^oklier  iingereehtikeit                                          ^^H 

^^^^^H              3ifi    Und  anfrüerischer  tiraney                                           ^^H 

^^^^^H                   Durch  falsch  pratic,  heimlich  mewtrey                      ^^| 

^^^^^H                   Oder  aufii  wengst  si^n  mit  rw                                   ^^M 

^^^^^m                  Und  sehen  durch  die  huger  zv,                                  ^^| 

^^^^^H                   Und  habeu  des  ein  wolgeiallen.                                 ^^| 

^^^^^B              so  Das  dw  sampt  uns  kuust  wol  tn  allen                     ^^H 

^^^^^B                   Wenden  wie       im  grünt  ist  war.                           ^^H 

^^^^^H                  Derhalb  so  hilft  menschlicher  schar!                            V 

^^^^^H                  Vertam  Martern,  den  krieges-got,                                   S 

^^^^^B                   Sampt  seiner  plueiürstigen  rot,                                  ^^M 

^^^^^m              M   Die  im  dueckischer  weis  anhangen»                          ^^H 

^^^^H                   Auf  das  Tearschlant  müeg    frid  erlangen.               ^^M 

^^^^^m                   Wo  dw  die  hiltt^  lenger  verzewchst«                          ^^H 

^^^^^B                   Das  ansehen  der  götter  schewchst,                           ^^H 

^^^^^H                   So  werden  die  meuBchen  sein  spöter                               B 

^^^^^1              10   Hellseher  und  hiiulischer  göter,                                      ■ 

43 

Uns  nicht  opfern  noch  dinen  mer. 
[bl.  136'J    Dardnrch  komb  wir  umb  götlich  er 

Pey  dem  ganczen  mensdilichen  gschlechf 

Jmpiter« 

6  Jnpiter  sprach:  ,Dw  sagest  recht, 
Das  üebel  solt  ich  straffen  pillig, 
Und  ich  pin  darzn  anch  gnetwillig. 
Doch  mos  ich  noch  Martis  verschonen 
Sambt  den  götem,  so  im  pey-wonen, 
10  Voraus  icznnd  zw  dieser  zeit 
Neptnnns  mir  am  wege  leit; 
Der  got  des  mers  der  ist  anch  mechtig/ 

Horeolee« 

Hercales  sprach:  „Pis  in-gedechtig 
16   Der  nntrew,  so  Mars  an  dir  thet, 
Dich  vor  schier  gar  vertrieben  het, 
Mit  Neptnno  dir  det  gros  schaden; 
Den  dw  wider  anambst  zu  gnaden, 
Der  über  die  versünung  allen 
so  Wider  von  dir  ist  abgefallen 
Zw  Nepthuno.     Der  halb  ist  zeit 
Zu  prauchn  die  streng  gerech tikeit 
Am  Marti,  dem  argen  plnthund, 
Sambt  allen  götem,  so  helffen  dund. 
26  Der  verschon  weiter  nit  auf  erdt!* 

Josticia  sprach. 

Jasticia  pot  im  das  seh  wert. 
Sprach:  .Ist  Mars  wider  von  dir  gfallen, 
So  straff  in  sampt  den  göttern  allen, 
30   Die  im  haimlich  anghangen  sein 
Sambt  Neptuno.     Wir  all  gemein 
Seczen  zu  dir  leib,  guet  und  pliiet/ 

Minerva. 

Minerva  die  sprach  wolgemaet: 
86   „Das  thw,  Jove,  dw  liöchster  got, 
Straff  Martem  und  sein  arge  rot! 
Den  Wirt  erkennen  menschlich  gschlecht. 


^^^^^^^^^^^^^^^His 

^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^H 

^M 

w 

44 

1 

^^r^ 

Das  dw  piat  gneti^,  trew  tmd  ghrecht, 

^1 

^^^       [W.  1371 

Ein  lielfFer  der  anraeffenden  armen, 
Straffer  der  pösen  un  erparmeo. 
Darmil;  wirt  faln  der  ^ain  argwoo, 

■ 

^^^^^H 

Den  man  den  hat  auf  dein  person 
Geschöpft  au8  deim  langen  verzaeg. 
Den  Wirt  man  ueberÖöessig  gnneg 

■ 

^H' 

Dir  zwfor  und  uns  götern  mer 
Tliün  opfer  and  götliche  er 

H 

^^^^^H 

Zw  dankparkeit  geschehner  sacii/ 

Jupiter. 

Jnpiter  darauf  ernstlich  sprach: 
„Ana  enrra  vürsichtig  weisen  rat 
So  darf  ich  nnn  gemelte  tat 

1 

^^^^^H 

Nit  lenger  anf-ziken  dismal 
Ich  wil  ein  feuring  doner stral 
Auf  erden  schicken  und  erschrecken 
Martern  und  die  götter  anfwecken, 
Sie  forchtsam  und  verzaget  machen, 

1 

^^^^^^H 

Das  hercz  nemen  zu  kriegea-sacben. 
Wern  die  kopff  zihen  aus  der  schlingen, 
Auf  das  in  nit  t!me  miselingen. 
Sie  kennen  mich  wo!  zu  dem  dail. 
Dir,  Hercnle,  sey  glueck  und  haill 

1 

^^^^^H 

Martern  noch  schlach  und  neberwind! 
Fach  und  mit  starcken  ketten  pind 
Sein  lielffers-helffer  gwalticlich ! 
Ir  tempel  und  hewser  zerprichl 
Darzw  wil  ichs  entsezen  mer 

1 

^^^^^^H 

Von  gütlichem  gewalt  und  er 
und  von  meinem  reich  gar  austreibn» 
Auf  das  forthin  miig  stellen  bleibn 
Vor  in  Deutschlant  in  fried  und  rw,* 

Hercules  spraeli. 

^^^^^P 

Hercules  antwort  im:  „0  dw 
HocliBter  got,  gieb  mir  zu  erkennen 

■            [bl-  ^^7'] 

Him lisch  und  heiisch  götter  nennen, 
Die  Marti  Iiaimlich  hangen  on; 

^^^1              2ft  6  iUrokn  kettn. 

J 

45 

Ich  mOcht  sonst  etling  gwalt  anthon. 
Das  selbig  thet  ich  ie  nit  gern.*' 

jHpiter. 

Jupiter  thet  in  pald  gewern 
»  Und  gab  dem  got  Mercnrio 
Ain  lang  geschrieben  zetel  do, 
Daran  götter  nnd  göttin  standen, 
Die  mit  Marti  waren  verpnnden. 
Als  man  anfing,  die  echter  las, 

1«  Der  pesehlaes. 

Als  ich  wolt  neher  dreten  pas, 
Die  namen  zn  hören  aigentlich, 
Da  sties  ich  an  ain  petpret  mich 
So  hart,  darfon  ich  anferwacht, 

16  Erschrack  nnd  mir  haimlich  gedacht: 
Das  ist  ein  wnnderlich  gesiebt. 
Was  das  pedent,  das  wais  ich  nicht. 
Alm  iden  ich  sein  nrtail  las. 
Doch  haimlich  gedacht  ich  mir  das: 

so  Got  wirt  ein  mal  gnet  mitel  senden, 
Solich  mutwillig  anfrner  zn  enden^ 
Das  der  gotlos  hanf  wert  gestraft, 
Der  so  vil  nbels  hat  geschaft 
Ein  Zeitlang  her  im  teatschen  lant 

S6  Mit  gefencknüs,  mort,  raub  nnd  prant, 
Das  der  arm  hauff  erledigt  wert. 
Der  nur  frid  nnd  rechtes  pegert, 
Anf  das  rw  nnd  fiid  wider  wachs 
Im  Dentschlant.   Das  wünschet  Hans  Sachs. 

so  Die  person  im  spmch: 

1.  Jupiter,  der  höchst  got 

2.  Mercarins,  der  göter  pot 

3.  Hercules,  der  unüberwintlich  held 

4.  Minerva,  göttin  der  Weisheit 
[bl.  138]    5.  Jnsticia,  die  gerechtikeit 

6.    Bacio,  die  vemonft 

Anno  ealntis  1554,  am  27  tag  Junii. 
400  vers. 


46 


Ein  pasciiiilks  von  dem  schlos  zw  Blassenburg. 

Nach  dem  sich  (ias  schlos  Blassenburg  margraff  Albrecht  des 
Jüngern  naeh  langer  pelegernng  ergeben  hat,  nnd  das  gerüech  seiner 
pefestigUBg  und  sierk  im  ganczen  lant  mechtpar  wart,  trieb  mich 

B  der  fuerwicz,  wie  aoder  lewt  mer,  gemeltes  schloB  zw  schawen,  kam 
also  auf  den  14  tag  Jalil  anno  1554  gar  spat,  wie  der  mon  mit 
vollem  schein  aufgangen  war,  dahin  und  ging  den  necbsten  pe gier- 
lich hinaiiif  pis  zw  dein  graben  und  pesciiawet  die  starck  werhaft 
pefestignng  der  gepew  mit  Verwunderung,    Und  wie  ich  also  stund, 

10  sach  ich  ainen  langen  man  den  perg  aufgen,  gleich  gektaidet  einem 
römischen  cortisan,  der  ging  den  nechsten  anch  pis  an  den  ewser- 
sten  graben ;  er  aber  sach  mich  nit,  ich  entseczet  mich  aber  gleich- 
wol  ob  im.  Als  ich  in  aber  recht  pesach ,  da  w^ar  es  [bl.  144]  der 
römisch  pasquillus.     Der  reaspert  sich  nnd  fing  mit  starcker  stim 

16  also  on  zw  schreyen : 

Fasquillns. 
Plassenburg,  Plassenburgy  stestw  den  noch? 

PlasBenbnrg. 

Nach   dem   liürt   ich  ans   den    k eiern    nnd  g weihen   des  schlos 
30  ein  dieffien  sewfzen  ausgen ,   doch  an  alle  andre  stim  nnd  antw»ort> 
Pasqnillns  aber  rneft  znmb  andren  mal 

PasqaiUns. 
Plassenburg,  Plaesenhurg,  stestw  nach? 


« 


Flwsenbarg. 

Nach  dem  hört  icli   ein    clegliche   stim   aus  dem   schlos    also 
igen:    ,0  pasqnille,    knmbstw  anch   mit  deinen  honworten,    mich 


1     Tm    neunten  »pmchlbtiebe ^    Hl.    H.^'    h\9    \4(i*. 
187&.  7,  i.  395  bis  800. 


VftrgL    Scknorra     ftrehtv 


47 

zw  qnelen  in  meinetn  grosen  anfal  ?  Ich  piii  von  meineta  g-nedigeu 
hera  verlassen,  der  mich  doch  füer  und  tuer  mit  grosem  verheissnen 
drost  (.zw  retten.)  aufgehalten  hat;  doch  alle»  fei  Pin  nun  hart 
gedrenget  in  frembde  hant  des  newen  bondes  knmen,  wais  nun 
ft   nit,  wie  der  mit  mir  handien  wirt. 

Pasquillns« 

Was  solt  man  pillicher  mit    dir  handeln,    den   dich  mit  fewer 
gen  himel  aaf-schicken  ? 

PlaAsenburg:. 

10  Ana  wad  Ursachen?  was  uebels  hab  ich  getlion,    das  ich,  wie 

dw  sagest^  mit  fewer  gen  himel  auf- geschicket  werden  solt? 

Fasquillus.  m 

Was  fragstw  doch?  was  pistw  dein  lebenlang  nuecz  gewest? 

Plaasenbiirg. 

li  Ich   pin   meins  gnedig:en   hern    und   all   der  seinigen  ein    weit 

^membt,  wolerpawt  fiii*stlich  haus  gewest  vor  all  seinen  feinden 
pegwaltgang  ein  sichrer  schnecz. 

Pftsquilins« 

Ja|  ein  nest  der  rauher,   märder  und  aller  feint-seligen  vogel 
19  ftinige  fest  und  zwfersicht,  vor  allen  redlichen  und  aufrichtign  ein 
■6Uiief»fwinGkel. 


[bl.  1441  Plasfl&nburg, 

Auch  pin   ich  gewest  die   prandenburgiäch 
aUer  notarft. 


reiche    fandgnieb 


^  Pas  quill  ÜB. 

Dw  sagst  recht  ain  fantgraeb;  wan  in  dir  hat  man  gefunden 
allerlay  kanifmatina-vvar  iind-güeter,  so  lange  zeit  hin  und  wider 
im  lant  verloren  sint  worden. 

Flasseiihurg. 

Dw  verstest  alle  ding  hintersich.  Ich  verniain  also  mit  den 
w<>rten:  ich  sey  die  prandenburgisch  speiskamtner  mit  uberflüesöigem 

aufbeben,  die  ainem  füersten  wol  anstet. 

* 

%4  T  aolarft,     i?  notouft 


48 


PaBqnilliiB. 

Dw  retst  recht  ein  speiskammer;  wan  dw  gar  nberflüeÄsii 
aufe:ehaben  Last  auf  allen  Strassen  kapffer,  zin,  pley,  dticli,  samat 
und  seiden  in-nnd  außerhalb  dem  gelaid»  uiit  ranberey  und  plackerey, 
das  einem  füersten  üebet  austet.  Derhalb  pist  nie  guet,  sunder 
nur  schedüch  gewest  und  des  fewers  wol  wert,  auf  das  forthin 
die  ötras  deinthalben  sichrer  werd. 


Plasaenbarir- 

0  pasquille»   ich  maiu,   der  dewffel  r^d   aus   dir.     Wie  pitter 

*"  und  we  thuet  die  warbeit!     Ich  kau  ie  nit  laugen,  pin  mit  warer 

dat  uberzewget.     Ich  aber   wil  mich  peäsern  und   nun  fortliin  dem 

pund  nnterthon  sein,   mich  erlicli  nnd  wol  verhalten,   auf  das  iclt 

lenger  pey  leben  plt^iben  mueg;  wan  nimerthwn  ist  die  peste  paes. 

PaB^olllaB. 

15  O  Pias,  dw  lest  deiner  poek^prung  nit  deiner  natiir  und  langher 

gepraehten  gewonheit  nach.    Dvnöm&t  deinem  pesiczer  den  zaumb, 
und  gingest  wider  deinen  grasigen  weg^  wie  dein  art  ist.    Und  ich  i 
secz  im  fall,  ob  gleich  dein  pesiczer  redlich  frumb  und  aufrichtig  plieb. 
BO  bet  doch   dein   herr   margralf  Älbrecbt   sambt   den   seinen  kein 

*"  [bL  145]  rue,  sunder  wuert  durch  sovil  list,  pralicund  mewtrey  (ob, 
er  gleich  mit  gwalt  nit  knnt.)  anrichten,  pis  er  dich  widerumb  peim  I 
ssaum  ergrieff.    Als  den  wuerden  die  leczten  tag  erger  wan  die  ersten 
und  raichet  zw  merck lieber  verderbnus  deiner  uachtpaurn  und  zw 
grosem  spot  dem  pund  und  verclaineruug  pey  idermon.    Der  halben 

^  nur  hinunter  mit  dirl 

PlaBBeuburg. 

Ach  nain,  ich  verhoff,  der  pund  werd  nur  mein  pefestigung  ains 

dails  prechen  und  mich  aln  ein  fürstlich  haus  aufriebt  pleiben  lassen 

als  gar  nnschedlich,  dem  ganzen  lant  zw  ainer  zier  und  dem  15b- 

80  liehen  pünd  zw  sunderm  nuecz  und  eren. 

PasiiuilluB, 

Das  wer  meins  pedünkens  von  den  pundes-herren  unfurftichtig  | 

gebandelt.    Wen  man  allain  dein  pefestigung   prech  und  dicb  steu  i 

lies,  wie  pald  wüerd  mit  der  zeit  (die  alle  ding  verändert.)  dein  pe-  j 

8»  feBtiguog  widerumb  erpaut?  Den  würstw  no€h  erger,  den  vor.    Der- 


I 


7  S  dvintfaabsn. 


33   S  Tflrderb  am  «Dcla  d«r  MÜe,  obua  d#ß  nm 


49 

halb  Dur  hinweck  mit  hawt  und  har  mit  dir !  wie  man  spricbt ;  ein 
doter  man  peist  nimant.   So  darffman  sich  nitmer  vor  dir  pesorgen. 

PlaiMnbnrg. 

leb  hoff  ie  nocb ,  man  werd  mein  verschonen  alg  aines  woler- 
ft  pawtea  faei^tlichen  bans  nnd  mich  nit  so  jemerlich  precben«  »ander 
parmbenig  sein  and  gefauten  zaren  gnetlich  ersiczea  iassen* 

FaiqaUlaa. 

Schweig  and  gedenck  dir  solicbg  nicht  1  Ursach,  lies  dich  der 
pond  stenf  so  wnerden  noch  alle  margraffen   anf  dich  pochen   nnd 

I«  tmesen  und  wüerst  mit  der  zeit  ein  nrsach  sein  zw  einem  newn  krieg, 
wie  Cartago  der  stat  Rom.  Derhalb  nnr  mit  dir  hin !  weil  anch  dein 
berr,  nnferschonet  so  vil  erllcber  wolerpanter  heusser  on  alle  redliche 
nrsach  proeben  nnd  ansgepreot  hati  Und  dein,  dw  mnbschlod,  solt 
verschonet  werden  ?  Das  wer  [bl  145']  ie  ain  kindische  parmherzikait 

t&  von  den  pondes^herren  I 

fPlasseabnrg. 
Ich  hoff  aber,  der  new  pnnd  werd  so  filier  raargraflfen  nngunst 
von  meinent- wegen  nit  gern  anf  sich  laden,  sonder  diesach  in  pesäcrn 
padftoht  nemen. 
^ft  PasqoiUns. 

O  mein  Plassenbnrg,  der  margreffischen  gnnst  zw  erlangen  hat 
man  sich  lengiat  verwegen,  der  man  pis~her  wenig  entpfnnden  hat, 
weil  dein  herre  aambt  seinen  heifTers-helfern  ntchs  unterlassen  hat 
zw  verderbnng  irer  lant  und  leut.  Und  man  solt  dein  gansticlich 
\  verschonen  ?  Dag  wtird  dem  erliehen  ptind  zn  ein  zagheit,  forcht  und 
verklainerang  zw-gemesen  werden,  nicht  allain  füraten  nnd  stet,  snnder 
auch  pey  dem  gemainen  man,  der  hiczig  über  dich  das  urteil  feit. 
Wie  dw  gemessn  hast,  aol  dir  wider  gemessen  werden. 

Plassenbnrg. 

||Q  Mainstw  aber  nit»  ander  fnersten  nnd  herren  werden  ain  klain 
^fallen  daran  haben,  ain  fueraten  also  gar  zw  vertreiben  von  lant 
u&d  leaten,  anch  seine  stet  und  schlÖsser  ein-zw-nemen  und  mich 
^  Min  hanptschlos  auch  nit  zw  verschonen?  Ich  sag  dir,  es  wirt 
dem  loblichen  pund  vil  neid  und  has  ainstrecheii.  Der-halb  wir 
i4iÄ  (.als  mein  leczte  hoffnung.),  hoff  ich,  zw  mein  wolfart  raichen. 


tl  8  «rloh«n. 


so 


PaBq[iiillciB* 

Ach,  mein  PlassenUing »  ain  trmuer  fiierst  aines  redlichen  aof- 
riditigeo  gemaetz  kan  solic!i  deins  herren  lant-fridproecbigen ,  aof- 
rnerißcheD  krieg   nit  piJlig^eii ,   weil  in  kaiserlicli  majestat  eelb    in 

6  die  echt  gethon  und  im  ganzen  Hämischen  reicli  als  ain  echter  erkJeret 
hat.  Znmb  andern  kan  er  anch  nach  weneger  deins  herren  vertreibn, 
auch  seiner  stet  nnd  Schlosser  ememnng,  sonderlich  dein  als  eines 
raubsdilüs  austilgnng  nn pilligen,  Derhalb  ist  ea  an  gfar  und  sorg; 
ligßtw,  so  ligstw;   weil  du  aber  stest,  raus  man  [bL  146]  sieb  der 

10  oberzelten  posen  stueck  und  dneck  noch  imer  vor  dir  pesorgea.  Der- 
halb non  schwebel,  pulver  nnd  pech  in  dich  und  mit  Sodoma  and 
Goniorra  und   deiner   Schwester  Holien-lantsperg   und  Rawen-kolc 
gen  hiroel  geschicket  I  nnd  ie  e  ie  pesserl 


Plassenburg. 

j6  0  pasqnille,  schweig!  mir  Stent  alle  meine  bar  gen  perg  ob  dem, 

darfon  dw  sagst.  Ich  hab  mich  des  lengtet  verwegen,  pald  ich 
höret  meiner  paider  Schwester  verderben»  Idoch  aoecb  ich  noch  fri- 
stnng  in  mancherley  weg  dnrch  meine  guete  alte  goeiier,  «euch  auch 
icznnd  die  allerpestn  saitn  auf,  das  ich  vor  nie  gethon  hab.    Wo 

eo  aber  ie  nichs  hiiffet  und  mnes  ie  zum  dot  gericht  werden,  so  schrej 
ich  räch  über  den  newen  pund  und  neber  all  meine  verderber,  die 
mich  unschuldigen  ^sambt  meinem  frumen  fuersten  also  in  grünt  ver- 
derben. 


I  PasqtdHuB* 

95  Es  ist  gleich  das  fiech  wie  der  stal,  sagt  der  dewffel,  jaget  "er 
seiner  mueter  websen  in  hintern.  Ir  seit  paid,  dw  und  dein  herr, 
80  frum  nnd  nnschueldig  wie  Judas  Yscariot,  Berhalb  entfacht  wol- 
verdinte  straff!  Dein  herr  hat  vil  dawsent  armer  lent  gemacht  und 
an  zai  volcks  verfnerl  und  pluecz  vergossen  hat,  nnd  dw  hast  dein 

so  lantßchaft  umb  dich  bernmb  geplündert,  verprent,  die  lewt  gefangen, 
gescheczt,  erstochen,  gehencket,  den  loblichen  pnnd  veracht,  verspot, 
hongesprochen ,  und  sein  kriegsfolck  hart  peschedigt.  Und  so  dw 
nun  nit  weiter  kanst,  so  schreystw  zeter  nnd  waffen  ueber  gewalt, 
sam  geschech  dir  gros  gwalt  nnd  unrecht.    Nun   ich  versieh  mich, 

s5  die  pußdes-herren  werden  dir  nicht  unrecht  thon  ,  snnder  fuersich- 
ticlich  handeln,  dich  schlaffen,  dar-mit  deinem  herren  und  all  den 
seinen  das  hercz  nenien  nnd  dannit  den  krig  abschneidn  und  den 
[hl  146']  krieg  darmit  gluecklich  enden.    Amen. 


51 


PliiMBlnurg. 

Nach  dem  enewifeet  das  schlos  Plassenburg  mit  einem  dieffen 
senfEer,  das  es  gleich  im  pnecholz  ein  widerhal  gab,  und  gab  weiter 
kainn  antwort.   Nach  dem  schnetet  paaqnillas  den  kopff  lachet  and 
ft  ginge  sein  stras. 

Also  hab  ich  solich  gesprech  ir  paider  auf  das  aller-knerzest 

versaiehnet,  doch  nit  gar  nach  der  scherpff,  wie  sie  es  ansprachen, 

sonder  etwas  milter,  darmit  ich  mich  nit  in  ongnaden  versandet. 

Solichs  hab  ich  meinen  g^eten  herren  nnd  freunden  im  pesten  mitailen 

it  wollen  anno  salntis  1564,  am  14  tag  Joli. 


Anno  salntis  1554,  am  16  tag  Juli. 


kB 


Die  üiiDüessig  fraw  schalckheit. 

Eins  tags  vergangen  in  dem  aiimer, 
Äl3  in  dem  Teutschlant  angst  und  kumer 
Fast  auf  acht  jar  het  than  refierti, 
fi   Ging  ich  in  nniniiet  ans  apaciern, 
[bl  172]       Die-weil  es  aicli  zw  fried  und  rw 

Doch  gar  nirgent  wolt  schicken  äw; 
Was  man  dar-zwischen  handeln  tbet, 
Doch  neb  er  all  kain  vvnerkung  het, 

10   Solch  nngeliieck  zw  untersten: 
Sani  wolt  es  als  zw  trüemern  gen, 
Stell  es  sich  im  lant  nberal. 
In  den  gedancken  ich  zwmal 
Ging  im  wald  zw  der  pne  eben -kl  in  gen 

ifi  Und  höret  zw  der  fögel  singen, 
Und  also  lancksam  fiies  vür  fnes 
Kam  von  dem  weg  in  ain  wiltnus, 
Fer  hin-hinter  an  weg  nnd  atras 
In  ain  dal,  das  verwachsen  was 

SU   Mit  paumen,  hoch-dickem  gestrews, 
Darin  das  wild  het  sein  gehews. 
Als  ich  hin-ging  in  dem  gedrecht, 
In  ein  gesteüdig  ich  anspecht 
Ein  weibspild  sizen  anf  aim  stam 

86  Sam  mat  und  nuied  ainig  allain 
Und  mit  schwaia  nberal  perunen; 
Ir  autllz  lencbtet  wie  die  snnen 
Hoitselig,  sams  fraw  Venös  wer. 
Als  ich  di*at  aber  neher  der, 

so  Sas  sie  in  ainem  gülden  stueck 
* 

1   Im  Döunteti   ■prnohbttobe,  bl.   171'  bi«    176. 


58 

und  hei  zwen  flnegel  in  dem  rüeck 
Aller  ding  wie  ein  fledermauB; 
Unden  het  de  ein  schwänz  hinaos 
Eben  gleich  ainem  lintworm. 
s  Den  verpargs  mit  hoffiichem  fnerm. 
Ich  enchrack  in  dem  herzen  mein, 
Dacht  doch,  das  weih  ist  die  merfein 
Fraw  Heinsina,  die  greffln  zart, 
Welche  also  yerflüechet  wart, 
10  Das  sie  ir  lebenlang  allein 
[bl.  172']      Mnes  also  in  der  wiltnns  sein. 

Der  diokter. 

Ich  vast  ein  hercz  nnd  drat  hinzw 
Und  sprach:  .Ich  peschwer  dich,  das  dw 
ift  Mir  hie  anzaigest,  wer  dw  seist, 
Ein  warer  mensch  oder  ain  geist, 
Aach  was  dein  thnn  nnd  lassen  sey.** 

Iraw  Bckalekkeit. 

Fraw  schalckheit  antwort  wider  frey: 
20  ,Ich  wil  mich  hie  dir  gar  nit  nennen. 
Dw  solt  mich  pillich  selb  wol  kennen, 
Die-weil  mich  künig,  faerstn  nnd  hem 
Mich  als  ein  göttin  thnn  verem, 
Der-gleich  in  stetten  dentscher  lant 
25  Pin  allen  stenden  wol  pekant, 

Pey  den  ich  teglich  hab  mein  wandel, 
Mein  gescheft  nnd  emsigen  handel, 
Das  nichs  so  ciain  wirt  ansgericht, 
Das  man  mich  darzw  pra wehet  nicht.*' 

80  Der  dichter. 

Ich  sprach:  „Hastw  so  vil  zw  thon 
An  nnterschaid  pey  ider  mon, 
Wie  kanstw  den  nberall  sein?** 

Fraw  sohalokheit. 

85  Sie  sprach:  , Siehst  nit  die  flüegel  mein? 
Darmit  schwing  ich  mich  hin  and  wider 
Zw  allen  stenden  anf  and  nider 


64 

Icss  da,  den  dori^  das  in  meim  ambt 
Werd  nichs  verwarlost  und  versambt, 
Sünder  ak  orolidi  ausgericht.'^ 

Der   dichter* 

A  Ich  sagt:  „0  wolst  verhalten  nicht 
Mir,  waa  sey  dein  erlicher  wandel, 
Weil  dw  mnst  Bein  in  allem  bandet 
Dw  wirst  vi  leicht  sein  die  fraw  Glueck, 
[bl.  173]       Die  hilfllich  ist  in  allem  stneck 
jtj   Paide  ober-  und  unterthonen, 

Pej  wem  sie  ist  mit  gnaden  wonen. 
Pist  fraw  Glueck,  m  gieb  dich  zn  kennen  I" 

Fraw  Bchalfikbeft. 

Sie  sprach:    ^Ich  wil  mich  dir  nit  nennen. 
ib  Darumb  las  ah  von  deiner  frag!*^ 

Ber  dichter. 

Ich  Bpracb:  „3o  pit  ich  aber,  sag! 
Dw  pist  vil eicht  Minerva  weit, 
Ein  götin  der  edlen  weißheit, 
30  Die  hilft  erhalten  alle  Stent, 
Vorana  die  hohen  regiment? 
Pistw  die,  so  zaig  dich  mir  on, 
Die  gepür liehe  er  zw  thon, 
Der  dw  wol  wirdig  pist  auf  erd.*» 

%b  Fraw  sohalkeit. 

Schalckheit  sprach  :  „Las  mich  unpeschwerd, 
Weiter  nach  meim  namen  zu  fragen!*' 

Ber  dichter* 

Ich  sprach:  „So  pit  ich,  thw  mir  sagen, 
30  Was  ist  dein  ambt  pey  menschling  gschlecht? 
Aus  dem  wkt  leichtlich  ansgeapecht 
Dein  nam,  nach  welchem  mich  thuet  düersten/ 

Fraw  schalckheit. 
Schalckheit  sprach:  „Pey  herren  und  fnersten 
36   Pin  gwoncklicb  ich  anf  aln  reichstegen» 

35  t  ftla]  fehlt  6. 


55 

Pey  den  pfintDÜBen  und  vertregen, 
Dergleich  in  handlang  nnd  ratschlegen. 
Da  thw  ich  mich  gewaltig  regen, 
Der  kaines  wirt  verpracht  an  mich.^ 

6  Ber  diehtar« 

Ich  sprach:  „Der  gar  kaines  frag  ich, 
Sünder  was  sey  dein  wnrcklich  dat^ 

[bl.  173'J  Fraw  schalcUieit. 

Fraw  schalkheit  sprach:  «Wo  in  dem  rat 
10  Etwas  wirt  vnrgenamn  die  zeit 
Zw  handien  nach  gerechtikeit, 
Zw  nnez  and  wolfart  deatschem  lant 
Trewlich  and  mit  hohem  verstaut; 
Und  wen  man  es  gleich  wil  peschliessen, 
16  So  thw  ich  riegel  nnterschiesen, 
Das  solichs  nit  von  staten  ge 
Und  pleibt  den  hangen  gleich  wie  e. 
Und  wo  man  schon  peschliessen  thaet 
Gmainem  nncz  zu  wolfart  and  gaet, 
ao  So  rieht  ich  doch  an  frw  nnd  spat, 
Das  mans  nit  angreuft  in  der  that, 
Sander  pleibt  nnr  in  werten  hangen, 
Wies  her  ein  lange  zeit  ist  gangen. 
Schaw,  das  kan  pey  den  färsten  ich.^ 

2ß  Der  dichter. 

Haimlich  det  ich  das  creaz  var  mich 
Und  dacht:  gwis  wirst  der  dewflfel  sein. 
Doch  wil  ich  pas  forschen  allein, 
Sprach:  „Was  thaest  pey  den  füersten  mer?" 

30  Fraw  sehalckheit. 

Fraw  sehalckheit  sprach:  sich  hilff  in  ser. 
Das  sie  hoffhalten  gros  und  prächtig, 
Sam  seint  sie  gwaltig,  reich  and  mechtig, 
Darzw  ich  sie  pereden  kon, 

35   Weil  ich  mein  naecz  aach  hab  darfon; 
Aach  ser  günstige  herren  hab." 

Der  dichter. 

Ich  sprach:  „Durch  pracht  nembt  aber  ab 


56 

Die  hersßhaft  an  guet  und  reicbiumj 

FrAW  schaleklieit. 

ScbaTkheit  spracli :  „Zu  hilff  ich  in  kam 
[bL  174]       Darcli  die  firiancsser,  die  so  schwind 
6   Durch  mich   aucli  ab-gerichtet  sind, 
Die  machen  gelt  durch  vil  anfeecss, 
Das  man  daB  lant  ausawg  und  echecz, 
Darmit  sie  gelt  zw  wegen  pringen/ 

Der  dicltter« 

10   Ich  Bpracb:   „WenB  abr  nit  kan  erBcbwiognf 
Die  lantfichaft  nicht  mer  zw  geben  hetteo?*' 

Fraw  sch&lckheit, 

Fraw  schalckheit  sprach:  „Pey  den  reichsteten 

Entlehenn  pey  den  piirgern  gelt 
j6   Auf  verschreibung  der  pfaiit  gemelt. 

Da  hilff  den  steten  ich  on  rite. 

Das  sie  ins  salcz  geben  dar  zw 

Und  satehi  in  den  gaul  gar  hoch. 

Oft  zalen  sie  doch  selb  das  gloch, 
311   Das  in  der  hauptsum  wjrt  nit  vil; 

Wan  ich  kümb  zwischen  kugl  und  zil, 

Riclit  etwan  ainen  lerman  an. 

Das  es  aber  die  stet  thut  gan; 

Wan  ich  pered  die  fuersten  schlecht, 
26   Was  sie  nur  tliun,  aey  alles  recht. 

Dmmb  haben  mich  die  fneraten  holt.^ 

Der  dichter. 

Ich  sprach:  „Aina  ich  gern  wissen  wolt, 
Was  thuestw  zu  hoff  pey  dem  adel?« 


30  Fraw  Bohalokheit. 

Fraw  öchalckheit  sprach:  ,jWen  sie  auch  zadel 
Haben  an  gelt,  so  thw  ichs  leren, 
Das  sie  sich  in  dem  stegraijf  neren 
und  rais  duen  auf  der  stras.** 

S4  Der  dichter* 

Ich  sprach:  ^Dae  st  neck  ercler  mir  pas; 


57 

Wan  ich  hab  es  noch  nit  vernamen/ 

Fraw  sekaloUieit. 

Sie  sprach:  ^Dw  pist  gen  hoff  nie  kamen, 
[bl.  174']      So  dw  nit  waist,  was  dieses  sey. 
6  Im  stegraiff  nern  haist:  ranberey, 
Wegn  aofhawn:  kanfflewt  fangen. 
Solchs  als  hilff  ich  haimlich  erlangen, 
Und  mos  als  anf  laugen  geschehen; 
Die  faersten  den  dorch  die  finger  sehen. 
10  Also  halt  ich  ob  in  mein  hant, 
Das  es  pleibt  ungestraft  im  lant. 
Schaw,  solchs  ich  pey  dem  adel  ansricht.'' 

Der  dichter. 

Ich  sprach:  „Ich  pit,  verhalt  mir  nicht, 
16  Thw  mir  anfs  clerlichst  anch  pedewten, 
Was  thaest  za  hoff  pey  den  amptlewten, 
Am  hofghricht  und  in  der  canczley, 
Pey  castnem,  vöckten  and  anch  pey 
Köchen  und  kellnern  hin  and  wider  ?<* 

90  Fraw  sohalekheit. 

Sie  sprach:  ,Ich  rieht  an,  das  ain  ider 
Haimlich  anf  seinen  hänfen  schart, 
Seim  ampt  mit  aagendinst  auswart. 
Das  er  mäncz  in  seim  seckel  hab 
25  Und  nemen  haimlich  schenck  und  gab. 
Wer  da  wol  schmirt,  der-selb  fert  wol. 
Wirt  gleich  des  faersten  käst  nit  vol, 
Da  fragen  die  amptleat  nicht  nach.*" 

Der  dichter. 

80  Ich  lachet  des  and  wider  sprach: 

„Was  ist  in  steten  denn  dein  praweh?'' 

Fraw  sehalckheit. 

Fraw  sehalckheit  sprach:  „Da  thw  ich  anch 
In  steten,  was  ich  zu  hoff  hab  thon. 
85  Die  reichen  parger  rieht  ich  on 

Ifr  8  ololiehst. 


^F\ 

^^^^^P^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^H 

^^^m                                                              ^1 

^^^^^B                 Auf  waecher  uod  auf  den  vnrkauff,                          ^^M 

^^^^^1                  Auf  sclmind  tinanz  der  kanflewt  liauff,                     ^^H 

^^^^^^                  Auf  all  vorteil  den  bantwercks^uioti,                          ^^H 

^m                               Die  pawro  ich  aucii  abrichten  kon                            ^^H 

H           [bl.  175]    Q    Auf  allen  dolpiscben  pescbies.^                                   ^^^ 

^^K                                                  Der  diokter.                                         ^^H 

^^^^^L                  Ich  Bprach:  „Sag  rnir  auch  hh  vertris,                      ^^M 

^^^^^M                 Fist  auch  pey  ^aistlicbeii  und  gierten  ?*                  ^^M 

^^^^m                                                                          ^H 

^^^^^H             to   Fraw  scbalkheit  sprach:  „0  der  verkerten               ^^M 

^^^^^1                  Hab  ich  auch  vil  unter  meiin  fannen.                       ^^M 

^^^^^B                  Einander  schmehen  und  verpannen,                           ^^M 

^^^^^H                   Die  pöseit  die  friuiten  vertreiben,                                ^^H 

^^^^^H                  Das  i^ie  pey  gwalt  nnd  giieteni  pleibeu,                   ^^M 

^^^^^m            i&   Hilf  auch  den  auf  der  frumen  eeiten,                       ^^M 

^^^^^M                 Daa  eie  wider  einander  streiten                                 ^^M 

^^^^^B                  Mit  gar  nnötigeni  gezenck»                                         ^^M 

^^^^^H                  Dnrclt  spiczfUnd  und  neidtge  renck                            ^^| 

^^^^^H                  SUecben  ir  nucz  und  i'Um  vll  mer,                             ^^1 

^^^^^B             20   Den  gottes  herreu  loh  und  er.                                   ^^M 

^^^^^B                  Also  ich  pey  fürgtliebem  stant,                                   ^^M 

^^^^^m                 Purgem  und  pawreu  auf  dem  laut                           ^^M 

^^^^^m                 Sambt  pey  den  gierten  unnosäig  pin,                         ^^M 

^^^^^H                  Icz  inne  ich  daher^  den  dorthin.                                 ^^| 

^^^^^B             iU)  Des  bah  ich  mich  auf  diesen  morgen                        ^^M 

^^^^^H                  An  dieses  wueBte  ort  verporgen,                               ^^H 

^^^^^B                  Da  Ich  ein  weng  ansruen  mus;                                  ^^M 

^^^^^m                  Wan  ich  pin  müed,  nit  wol  zu  fnes,                        ^^M 

^^^^^m                 Weil  ich  icz  pi8  in  die  acht  jar                               ^^M 

^^^^^1             30  Gehabt  hab  wenig  rw  vürwarj                                ^^M 

^^^^^B                  Man  hat  gar  ser  geprauchet  mich,*^                          ^^M 

^^^^^B                                           Der  dichter.                                         ^^M 

^^^^^B                  Ich  Bpracb ;  „Wer  pist  dw  ?  Nenn  dech  dich!**               ^^^fl 

^^^H                                                     ^1 

^^^^^B             16  Schalckheit  sprach:  ^Schweig  nur  diser  pltl"           ^V 

^^V              30  ß  aieiM.         3&  S  Sehwig.                                                                                1 

50 


Ber  diohtar. 

Ich  sprach:  «Weil  dw  dich  nennest  nit, 
So  denck  ich  in  dem  herczen  mein, 
[bl.  nb*]     Dw  mnett  der  dewfel  selbert  sein 
6  Oder  anfs  wenigst  sein  geepenst/ 

Fraw  flcfcaloUeit. 

,Mich  wnndert,  das  dw  mich  nit  kenst,* 
Sprach  sie,  .das  ain  gwis  zaichen  ist, 
Das  dw  nit  vil  pey  lewten  pist, 
10  Dw  seist  mich  zwar  snnst  in  der  neben 
Vor  mer  gehört  habn  oder  gsehen.^ 
Sprach:  „Hastw  ghört  zw  kainer  zeit 
Pey  den  lewten  yon  fraw  schalkeit  V 
Die  selb  fraw  schalckheit  ich  gleich  pin.*' 

ift  Der  diohter. 

Ich  sprach:  „Dw  arge  dewffelin, 

Pistw  fraw  schalckheit?  Ey  thw  dich  schämen! 

Nötten  vwheltstw  deinen  namen 

Und  verbest  dich  mit  schönem  glancz 

so  Und  verpürgst  dein  schedlichen  schwänz, 
Darmit  dw  hast  all  Stent  vergift. 
So  vil  nnratz  im  Tentschland  gstift, 
Verderbt  al  Stent  and  erlich  hendel. 
Dw  pist  des  schnöden  nnglnecks  drendel. 

26  Nur  imer  weck  und  mit  dir  hin!** 

Fraw  schalckheit. 

Sie  sprach:  „Mir  feit  gleich  in  den  sin, 
Etlich  fuersten  sint  pey  einander 
Auf  ainer  taglaistung  aisander. 

so  On  zweiffei  die  peduerifen  mein, 
Bey  den  mns  ich  in  rettn  sein, 
Auf  das  ich  in  da  helff  erdichten 
Ein  newes  nnglueck  an-zw- richten. 
Den  wirt  ich  pas  sein  angenöm, 

35  Den  so  ein  engel  zu  in  köm; 
Wan  ich  kan  ire  diieck  gar  feiu 
Verdecken  mit  aim  gueten  schein. 


60 

Als  Bej  es  alles  wolg^ethoa. 
ÄIbo  bilff  ich  den  pnrgers-mon 
Plenden  durch  meme  liintertüeck." 

Mit  dera  erschüett  sie  auf  dem  rüeck 
[bL  176]    b  Ir  flüegel  und  auf  die  fues  spraug 

Und  sich  eitlich  gar  hoch  aufschwang 
Am  dieses  dieffen  waldee  grueft 
Gar  hoch  auf  in  die  elarea  iueft 
Über  all  pauDien,  hoch  und  lang, 
lu   Weüt  öicli  hin  gegen  nidergaiig. 
Wo  sie  hiß- kam ^  das  wais  ich  nicht. 

Der  dichter  peschlewat. 

Ich  stund,  nam  daraus  den  pericht, 

Weil  fraw  schalckheit  ist  so  gewaltig, 
16   In  allen  stenden  inaniglaltig, 

So  iet  nit  niügUcb,  das  auf  erd 

Frid,  rw  und  alle  wolfart  werd, 

Sünder  nur  krieg  und  tiraney, 

Landlifried-prechen  und  plackerey, 
n   Im  wuecber  liegen  und  petriegen, 

Gleichsam  in  ainem  kercker  liegen 

So  lang,  pis  wir  von  sÜDden-rnes 

Zw  got  uuB  keren  und  thun  pues, 

Das  got  den  seih  fraw  scbaickheit  stürcz 
36   Uud  dannit  als  nnglueck  abküercss 

Als  die  Wurzel  als  ungemachs, 

Got  geh,  das  pald  gschecb,  wünscht  Hans  Sachs. 


Anno  ialutii  1554 ,    am  13  tag  Septem  bris. 
276  vers. 


61 


Das  pritschen-gsang  zw  ainem  knnigs-maL 

Xiiiffftiig. 

Wol-her,  wol-her  als  hoffgsind  gleich, 
.  Was  gehört  in  dis  künig-reich ! 
6  Ich  wil  ein  troffiantes  lessen. 

Alle  die  strefflich  sint  gewesen, 

Haben  zw  hoff  an  irem  ambt 

Ir  gescheft  and  dinst  versambt. 

Die  wil  ich  pfiecken  nbert  panck 
10  Und  singen  in  das  pritschen-gsanck. 

Das  ir  mos  lachen  iderman, 

Und  wil  am  künig  heben  an : 

Kttnig. 

Herr  künig,  wen  ir  im  regiment 
16   Weislich  regiren  solt  all  Stent, 
So  thnet  ir  lieber  hirsen  jagen; 
Drnmb  mns  ich  euch  die  pritschen  schlagen. 

Bat  und  diener. 

Rat  nnd  diener,  seit  ein  weismon, 
20  Der  gar  wol  weislich  raten  kon. 
Siezt  doch  lieber  ob  dem  pretspiel; 
Danimb  ich  euch  hie  pritschen  wil. 

Hoihnaister. 

Her  hoffmaister,  ir  seit  nit  plint, 
26  Solt  schawen  anf  das  hoffgesind; 
So  schawt  ir  nnr  anfs  frawen-zimer; 
Dammb  mnes  ich  euch  pritschen  imer. 

* 

1   Im  DOüDien  spniohbaehe,  bl.   1VI4'  bis  195'.   Qedrackt  als  150  sohwank. 


Herr  kamennaifiter,  ir  &olt  gwertig  sain, 

Ins  küiiigs  kamer  samlen  ein. 
So  irneget  ir  vÜ  lieber  raus! 
Darumb  pritBcb  ich  euch  Dach  der  paus. 


Herr  secretari,  ir  babt  gescbeczt 
Die  pawrn  und  an»  der  scbuel  genchweczt, 
Das  nar  wer  euer  penlel  voll 
16  Darumb  icb  euch  aach  pritscben  soL 


SllbttrsehlioBor« 

Herr  silberscblieser,  ir  seit  vermesBen! 
Habt  den  schlaessel  an  der  kainer  vergessen, 
Scblüeet  lieber  frawen-zimer  zw! 
90  Drnnib  ich  euch  pillig  pritschen  tbw. 

Dootor. 

Herr  doctor,  ir  dnet  purgaczen  machen, 
Das  den  pawren  die  neatel  krachen 
Und  pferchen  gancze  kuebel  voll 
Drnmb  ich  euch  pillig  pritseben  sol. 

Jegermaitter. 

Herr  jegermaister,  ir  facht  nit  vil 
Und  habt  doch  aln  kostlich  wtndßpil, 
Ir  facht  e  ein  laus,  den  ein  liasenl 
30  Darumb  müat  ir  euch  pritschen  lasen, 

Credecoaer* 
Herr  credenzer,  ir  seit  zw  phent. 
Am  pfeflfer  habt  das  mawi  verprent, 
Habt  encb  auch  petraift  mit  dem  wein: 
M  Die  pritach  sol  euer  aigen  sein. 


68 


nnohseidor. 

Herr  f&rschneider,  seit  ir  entgegen, 
Ir  künt  wol  rösselwüerst  zerlegen, 
Die  rotoeck  und  die  leberwüerst. 
5  Dromb  icli  euch  mit  der  pritschen  pSerst. 

[bl.  195']  Kellser. 

Herr  keilner,  ir  seit  alzeit  vol 
Und  weasert  uns  den  wein  zw  wol. 
Habt  anch  oft  selb  das  kelttr-gschos ; 
10  Dmmb  pritach  iob  eacb  auf  den  ampos. 

Der  kooh. 

Pnck  dich  anch  her,  mein  lieber  koch, 
Und  las  dich  pritschen  yfir  das  loch; 
Die  snppen  dw  versalzen  hast, 
16  Dammb  so  drinck  wir  also  fast. 

Dar  narr. 

Mein  Jecklein,  pneck  dich  anch  hie  her. 
Das  ich  dir  mit  der  pritschen  scher; 
Dw  wilt  stecz  in  der  knechen  stecken, 
so  Der  köchin  anß  dem  hafen  lecken. 

Peeeliliiee. 

So  seit  ir  all  gepritschet  wol. 
Darpey  ein  ider  dencken  sol, 
Das  er  dem  küng  zn  aller  zeit 

26  Gnetwiliclidi  gen  hoffe  reit, 
Wie  hewt  znmb  käniglichen  mal. 
Doch  das  der  kfing  das  gloch  pezal ! 
Und  wen  das  jar  nnn  sey  heranib, 
Das  alles  hoffgsind  wider  knmb 

80  Zu  dem  löblichen  künig-reich. 
Das-selb  uns  allen  got  verleichl 

Anno  salntia  1555,  am  12  tag  Januari. 


64 


Der  hdtelmacher-geselleo  ordnEog  und  gwonheit 
der  gsellen-scheitek. 

An  ainem  snnta^  es  geschaclt 

Und  das  ich  auf  den  abent  sach 
6   Vil  junger  geeelen  gen  ans 

Am  fischpach  aas  eins  wirtes  hang 

Frolicb  und  gar  öer  gneter  ding. 

Ob  den  ich  gleich  ein  luest  entpfing 

Und  gedacht  in  dem  herczen  mein, 
10   Sie  werden  gwia  ains  hantwercks  sein. 

Ich  nam  ain  herz,  fragt  ain  der  mer, 
fbl,  200]       Was  hantwercks  die  geselschaft  wer. 

Der  antwort  mir  auf  mein  pegern. 

Wie  das  sie  heftehnacber  wem, 
ifi  Ich  pat:  ,Gu6t  gsel,  verzeieh  mir  das, 

Erzel  mir  auch  her,  wie  und  was 

Arbeit  ir  macht  angefer 

Unterscbiedllchl*  Da  antwort  er: 

«So  wis,  das  wir  machen  mit  fleis 
20  Hecklein  und  schlaifflein»  gelb  und  weis, 

Orir>lfel  und  auch  üngerlein, 

Auch  guete  heftlein  gros  und  klein, 

Heftlein  mit  giclikömer  und  geflindert, 

Mit  großen  knöpfTeo^  unferbindert, 
»   Gnet  gwondne  heftlein  mit  fleis, 

Heftlein  mit  spiczeu  gelb  und  weis, 

Auch  schlechte  heftlein  aller  hant. 

Solch  arbeit  wirt  in  alle  laut 
* 

1  Im  neiiDl«!!  ipruehbaohf,  bl.   199'  bis  201'» 


i 

J 


65 


Von  den  kanfleüten  teglich  verfiiert, 
Wo  ide  gatang  hin  gepüert. 
Solch  unser  arbeit  praucht  man  imer 
In  manchem  fürstling  frawen-zimer, 

5  Darmit  sich  frawen  and  janckt'rawen 
Schmücken  nnd  zim^  sich  lasen  schawen 
In  achlayer^  stanchen  nnd  gepent. 
Schaw,  solichs  unser  arbeit  seot.'^ 
Ich  sagt;  ^Ener  arbeit  ist  anfs  minst 

10  Gericht  auf  werder  frawen  dinst. 
Das  mues  ein  h5ffljch  hantwerck  sein, 
K&n0tlicb,  gscbmeidig,  artlich  und  fein. 
Ich  pit,  wolst  weiter  zaigen  on, 
Was  habt  ir  heut  peyoander  thon?** 

n  Er  sagt:  ^Wir  haben  scbenck  gehalten 
Paide  mit  jungen  und  mit  alten 
0«ellen.     Die  halt  wir  all  vier  wochen 
Auf  unser  herberg  unzwprochen. 
Nach  solcher  schenck  mus  an  nacb-fragen 
tl.   200*1      Der  jungst  gsel  al  vier  woebn  urabsagen 
In  alln  werckstaten  zirckel-nind. 
Welcher  versaumbt  aufgseczte  stund 
Oder  gar  nit  k5in,  der  mues  dargegen 
Ein  gwanheit  in  die  puechsen  legen, 

M  Das  ist  als  vil  als  zehen  pfening. 
Wer  der  viergaeln  ainr  widerspening, 
Zw-schicker  oder  uerten-gsell, 
Kern  nit  zu  rechter  zeit,  der  söl 
Einlegen  ein  zwifache  pns* 

M  So  man  gehorsam  halten  mu3> 
Wer  ehafter  not  nit  da  kan  sein, 
Der-selb  legt  zehen  pfening  ein." 
Ich  sprach ;  ,Ach,  verbalt  mir  mit  nichten, 
Was  thüet  ir  an  der  schenck  ausrichten?** 

16  Er  sprach:  gWir  lesn  die  Ordnung  eben, 
Die  uns  ain  erber  rat  hat  geben, 
Das  sich  in  den-selben  artickeln 
Mit  strafiT  sich  kainer  thw  verwickeln. 
Den  frembden  gsellen  wir  da  schenckn 

40   Die  nerten,  unser  im  pestn  denckn. 
Doch  welcher  gsel  die  schenck  einüm 

U^fit  3»cttt     XXIU.  5 


Und  im  virteil-jar  wfder  kenij 
Der  niuest  sein  Bchenck  wider  auflegen, 
E  er  ain  arbeit  an  det  regen," 
Ich  fragt:  „Wie  fiel  tbuet  ainr  verzeclieu?* 
6   Der  jang  gsell  tliet  hiii-wider-sprecben : 
pUber  vir-nnd'Zwaiiizig  pfening  nit ; 
Ea  helt  unser  Ordnung  den  sit. 
Ein  ertrungk  zu  vereren  wo), 
Doch  nit  ueber  ein  gleslein  vol, 

10  Auch  hat  ider  gsel  macht,  daa  er 
Ein  gueten  gseln  mag  pringen  her 
Änt  ßchenck,  doch  das  der  siz  mit  rw, 
Sein  werr  an  der  echenck  von  im  thw; 
Wan  wir  inuesen  die  werr  voran 
[h}.  201]       Der  schenck  auch  alle  von  uns  thon 
Pey  straff  zwayer  gwonheit,  verste  t 

•    Auf  das  es  fein  ornlich  zu-ge, 

Pis  das  die  sclienck  gar  hat  ein  enf 
Ich  Bagt:  ^Ach,  sag  mir  an  pehent, 

ao  Kumbt  ir  nur  all  vier  wochen  her?** 
Gnetwilliclich  so  antwort  er: 
„All  suntag  die  zwen  zw-schick-gseln 
Nach  mitag  sich  auft  herbrig  stein, 
Ein  ganze  stand  da  warten t  wern 

26   Der  gseln,  so  ziischickena  pegem. 

Wen  ainr  zw-schickens  pegert  von  den, 
Soiens  hin  zu  sei  in  meister  gen, 
FragB*  obr  liab  redlich  Urlaub  gnnnien ; 
Und  findens  in  den  als  ain  frumen^ 

M   Solens  im  wider  aira  maister  zu-gnosen. 
Den  sol  der  gsel  int  pnecheen  stosen 
Ein  mas  wein,  und  haiiii  iiit  werckstat  gen. 
Den  Bol  der  maister  geben  den 
Zw-fichicker-gselen  zwo  mas  wein, 

Mf.   Die  muegens  vertrincken  allein. 

Auch  sol  kaii)  gsel  in  der  wochn  austen, 
Seim  maister  auB  der  werckfitat  gen 
On  redlich  nrsach,  wie  vor  gsprochen* 
Auch  sol  man  kaim  gseln  in  der  wociien 

tu   Umb  arbeit  sehen :  wers  uberfüer, 


67 

TJmb  ain  halben  gaelden  gstraffet  wüer. 
Wen  aber  her-kambt  ain  frembder  gsel 
In  der  wochen,  dem-selben  Bei 
Man  nmb  arbeit  so  pald  nmaehen. 

6  Fint  er  kain  arbeit,  thw  ich  jehen, 
So  schenckt  man  im  den  wider  ans 
Und  plait  in  zn  dem  thor  hinaus. 
Mit  zway-nnd-sibenzig  pfening  fein 
Schenckt  man  im  also  ans  nnd  ein; 
[bl.  201']      Zw  solcher  schenck  in  die  vir-gseln 
Vier  zwolffer  zu  Steuer  nemen  sein. 
Auf  das  auch  zuecht  und  redlikeit 
Pey  uns  erhalten  werd  allzeit, 
So  ist  ein  straff  darauf  pestet : 

16  Welcher  gsel  ainen  gotsch¥ruer  det, 
Mus  an  alle  gnad  legen  ein 
Ein  gwanheit  in  die  puzen  nein. 
Auch  wo  ein  gsel  den  andren  vast 
Etwan  mit  schmechworten  antast, 

so  Der-gleich  wo  ein  gsel  an  dem  ent 
Sein  aigen  hantwerck  da  verpfent 
Vor  den  gselen  pey  schelmen-schelten, 
Mus  zwo  gwonheit  in  puechsen  gelten, 
So  oft  und  er  das-selbig  det. 

26  Dergleich  in  unser  Ordnung  stet, 
Das  man  kain  zech-  oder  straffgelt 
Keinem  gselen  hie  ob  gemelt 
Sol  lenger  porgen  den,  gedenck! 
Den  von  ainr  schenck  zwr  andern  schenck. 

30  So  hastw  snma  sumarum 

Ordnung  und  gwonheit  umadum 
Der  heftelmacher-gselen-schenck. 
Darpey  unser  im  pesten  denck!* 
Ich  sagt:  „Wo  ir  halt  alt  und  jung 

36  Ob  dieser  löblichen  Ordnung, 
So  habt  ir  ain  erlich  gselschaft, 
Wolgezogen  und  tugenthaft." 
Ich  nam  urlob,  ganz  freädenvol; 
Die  löblich  Ordnung  gfiel  mir  wol, 

40  Und  hab  der  gselschaft  zu-gericht 
Zu  eren  dises  lobgedicht, 


68 


Darmit  ir  ramb  grün,  plüe  und  wachs 

Und  fhicht  pring,  das  wünscht  in  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1555,  am  6  tag  Febrnari. 
150  [ven]  nach  dem  register. 


Schenck,  gesez  nnd  hantwercksgewonheit  der  ge- 
sellen and  junger  der  ringmacher. 

Eins  snntags  wolt  ich  haben  rast, 

Zw  abentz  kam  zum  gnelden  ast 
6  Peim  weissen  tüem,  da  ich  fand 

Ein  gselschaft,  mir  doch  nnpekand, 

Gar  znechtig  siezen  pey  dem  wein. 

Ans  den  ainen  fragt  ich  allain: 

.Mein  gneter  frennt,  ich  west  doch  gern, 
10  Was  die  vnr  erlich  gselen  wern, 

Die  also  stil  nnd  znechtig  zechten 

An  als  gezenck,  mnren  nnd  fechten.^ 

Er  sprach :  .Es  sint  ringmacher-gselen.*' 

Ich  pat:  «Thw  weiter  mir  erzelen! 
\b  Haltens  ain  hochzeit  hie  an  geprenck?^ 

Er  sprach:  «Sie  halten  gsellen-schenck ; 

Wan  es  ein  geschenckt  hantwerck  ist.^ 

Ich  sprach:  »Wie  geren  ich  auch  wist 

Ir  löblich  hantwercks-gewonheit 
20  Mit  irer  schenck."     ,Vor  kurzer  zeit,* 

Sprach  er,  „ein  erber,  weiser  rat 

In  solche  schenck  vergüenet  hat, 

Dis  all  sechswochen  halten  sein 

Zw  gut  dem  hantwerck  und  den  gseln, 
25  Und  hat  in  auch  darüeber  geben 

Gsecz  nnd  Ordnung.     Die  mercket  eben! 

Ein  ider  gsel  in  dieser  stat 

Und  junger,  so  gsellen-lon  hat, 

Müesen  kumen  zu  dieser  schenck 
30  On  alle  anszüeg  und  ein-klenck. 
•  * 

1    Im   nennteii  spruchboche ,  bl.   224'  bis  227. 


_  70 

[bt  225]       Wer  ausplieb,  juoger  oder  gsel, 
Zw  pus  ain  ^^  seh  lein  geben  sei 
Den  urten-gseln  alle  mal. 
Wo  sich  aber  zw-triieg  ain  fall, 

ß  Das  ainer  ungeborsani  wer, 

Das  grösdilein  nit  wolt  schicken  her, 
Dem-selben  die  urten-gseln 
Nach  kainr  arbeit  nrabschaw^en  sein, 
Haben  doch  macht,  das  sie  mit  recbt 

10   Das  gröscblein  fordern  dtirch  ain  statkneclit. 
Anch  hat  verornt  ain  erber  rat, 
Das  man  all  schenck  in  dieser  stat 
Zwen  gseln  erwel  und  junger  zwen, 
Der  sehenck  und  zwschickn  vorzwsten; 

16   Anch  welet  man  all  halbe  jar 
Zwen  alt  gesellen,  die  förwar 
Die  pnechsen  und  das  gelt  verwalten 
und  hnntwerckS'Ordnnng  helffen  halten, 
Ainem  ganzen  hantwerck  zu  frnraen 

30   Und  frembden  gseln,  so  herkumen. 

Auch  darff  kain  gsel  noch  junger,  auf  trawen! 
Kairo  gselen  nnib  arbeit  unibschawen. 
Er  ßey  den  nrten-gsel  erweit. 
Und  welcher  ist  darzw  pestelt, 

an   Sol  all  suntag  auf  der  berberg  sein 
Pey  ainera  \irtl  gedenck-wein 
Den  gsellen  umb  arbeit  zw  peschawen. 
Wer  schneidig  wer,  liet  eich  verhawen 
Mit  aim  gr<>seblein,  wie  oft  duet  gscheben, 

30  Dem  Bolens  nmb  kain  arbeit  pseben 
Pey  ainejn  virtel  gedenck-wein, 
Pis  er  legt  seine  gröschlein  ein. 
Wo  abr  ein  gsel  sich  des  vermes, 
ünpeBcbickt  zn  aim  maister  ses, 

sfr  Der  sol  sambt  dem  maister  mit  gferden 
|bl.  225']      Fnni  purgermaister  gfordert  werden. 

Der  sie  paid  straif  nach  gstalt  der  sadi. 
Wo  auch  gsel  oder  junger  hernach 
Im  selb  haimlich  ain  maister  pstelt 


1 1    7  verornt-     S   verunt. 


71 


Nach  dem  die  nrten-gseten  weit 
Zamb  roaistr  »chickn  umb  arbeit  ein, 
Ißt  achuldig  eio  viril  gedenck-wein, 
Das  er  fort  massig  ge  der  reock. 
6.  Ancb  80  müefisen  an  ider  scheDck 
Die  orten- jgrselen  zaigen  on. 
Wem  sie  umb  arbeit  psehen  hon, 
Als  pald  die  groschlein  legen  auf, 
Das  mans  int  puechsen  titos  zu  hauff. 

19  Aöcb  wen  ein  frembder  gsel  kuiubt  ber. 
So  der  hantwerck-gwanbeit  peger, 
Sein  in  entpfangen  die  uerten-gseln, 
Ein  mas  wein  mit  im  vertrincken  sein; 
Und  wo  der  gsel  den  arbeit  het, 

15   Die  necbsten  scbenck  erwarten  thet, 

Sei  man  im  schencken  nach  hantwercks-prawch. 
An  keiner  gchenck  so  sol  man  anch 
Vertrincken  nur  fanff*and-zwainzg  pfenig, 
Es  wem  den  gselo  und  jnnger  so  wenig, 

10  Und  wen  man  aim  gsetn  gescbencki  hat 
Und  darnach  arbeit  in  der  stat, 
Sol  pey  der  necbsten  scbenck  auch  sein 
Pey  alnem  virtel  gedeuck-wein. 
Ancb  wen  vor  gniaincz-gseln  ein  gsel 

15  Sagt,  das  er  hin-weck-ziben  wel, 
Das-selb  doch  aaf  die  zeit  nit  tbet 
Oder  das  em  junger  geret 
Vor  den  gseln,  er  wolt  gsel  wern» 
Thet  de«  ancb  nicht  auf  ir  pegern, 

so   Der  paider  sol  ider  schuldig  sein 
Zw  geben  ein  virtl  gedenck-wein. 
^L  226J       Wo  aber  ein  gsel  bin-ziehen  det, 
Ein  virtl  jar  bie  gearbeit  bet 
Oder  noch  ain  I engere  zeit 

w   und  pegert  baotwercks-gewonbeit, 
Ais  den  die  nrten-jnnger  und  -gseln 
Nach  hantwercks'praucb  aÜBcliencken  solii. 
Wo  aber  gsel  oder  jiiuger  bitizüegj 
Dem  vater  etlicb  schneid  entrüeg 

40   Oder  int  puechsen  scbueldig  plieb« 
Den-selben  man  hernach  aiietrieb. 


72 


Wo  raan  in  in  dem  lant  erfüer, 
Von  im  gar  nichs  gehalten  wüer, 
Mit  im  scheiickt  weder  jiingr  noch  gsel, 
Pis  er  sein  achueld  za-frieden  steL 

6   Auch  hat  geornt  in  dieser  stat 
Eid  weiser,  fiiersichtiger  rat, 
Das  sich  paid  jünger  und  geseln 
Pey  der  schenck  zuchtig  halten  sein 
On  alles  gotschweren  und  spili 

10  Zw-drincken  weder  weng  noch  vil, 
Verineidn  all  schampare  wort. 
Kain  weer  hat  kalner  an  dem  ort, 
Kainer  daiiF  von  seim  ort  anfsten, 
Ün  nrlaiib  hin-und-wider-gen, 

ib   Und  wo  sich  ans  jungen  und  alten 
Kit  recht  ist  in  den  stuecken  halten, 
Sol  an  der  schenck  verl'allen  sein 
Den  gseln  ein  virtel  gedenck-wein. 
Ein  Stab  ligt  auf  der  gselen  disch: 

3a  Welch  gsel  ans  Verachtung  so  frisch 
Den -gelb  igen  8tabe  anrnert, 
Ein  virtel  weins  zu  gebn  piiert. 
Welch  junger  in  anruert,  zu  pns 
Darnach  ein  ge«el  werden  mus. 

2b   Auch  hat  ein  erber  rat  darneben 
Den  gselen  diese  freyheit  geben: 
|bl.  226']      Wo  sieh  ainer  alt  oder  jung 
Auserlialb  aines  ratz  ordnnng 
Vergrieff  so  grob  und  ungeschaffn, 

30   Das  sie  macht  haben  in  zu  straffn, 
Das  zttcht  pey  uns  erhalten  wert. 
Idoch  welicher  gnad  pegert, 
Das-selbig  pey  den  gselen  stet.* 
Frolich  den  gselen  ich  anret: 

16   „Icli  lob  die  gselschaft  auserwelt, 
Die  ob  sokli  gneler  Ordnung  belt, 
So  in  ain  erb  er  rat  hat  geben, 
So  ghorsam  und  tugenthaft  leben, 
Das  sie  gar  kain  gotsciiweren  leiden, 

m   Zw-driDcken,  zanck  und  spil  vermeiden. 
Pey  den  ist  hailfart,  wol  und  glueck.* 


78 

Ich  fragt:  «Hat  auch  ain  maisteratneck 
Das  erber  hantwerck  der  ringmacher?'' 
Er  antwort  mir:  «Ja  wol  zwifacher, 
EfiDstlicher,  den  manch  hantwerck  hat, 
6  Weil  ans  dieser  löblichen  stat 
Wirt  nnser  arbeit  aller  hant 
Verffiret  fast  in  alle  lant. 
Darob  ein  erber  rat  helt  raeck.** 
Ich  sprach :  «Was  macht  ir  den  vär  stneck?*' 

10  Er  antwort:  «Ein  reitwetschger  ring 
Mit  dreyzehen  gschmeidn  aller  ding, 
Eonstlich  mit  rigel  and  mit  schlosen, 
Anch  ain  daschen-ring  onferdrossen 
Mit  ainem  aosgehawen  pogen, 

15  Mit  siben  zu  gschnieden  nmbzogen, 
Anch  ainen  messen  frawen-ring, 
Artlich  rain  geschmäckt  aller  ding 
Mit  acht  gschmeiden  nnd  zwayen  knockn 
Eim  gfeilten  pogen.    Ir  wart  frolockn, 

so  Wen  ir  secht  solch  künstlich  arbeit, 
227]       So  rain  gegerbt  nnd  anspereit, 

So  zirlich,  schon  nnd  hoch  geacht, 
Als  obs  ain  gold-schmid  het  gemacht. 
Die  raaister-stneck  darff  kainr  farwar 

36  Machen,  er  hab  den  vor  sechs  jar 
Das  hantwerck  geler t  und  getrieben.'' 
Ich  sprach:  «Die  gselschaft  thuet  mir  lieben 
Mit  irem  praweh,  Ordnung  und  schenck." 
Des  hantwercks  ich  im  pesten  denck ; 

30  Hab  zw  gedechtnus  der  geschieht 
In  gemacht  dises  lob-gedicht. 
Das  ir  löbliche  gselschaft  wachs 
An  er  and  gnet,  das  wünscht  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1555,  am  28  tag  May. 


74 


Der  gaist  mit  den  klapportü  kettn  mit  dem 

phtlosaplio. 

Plinins  der  ander  peweist» 

Wie  za  Athen  poliert  eiü  gaist 
5  In  ainera  haus  vast  alle  nacht, 

Ein  ghriimppel  mit  den  ketten  macht, 

Das  niinant  het  kain  roe  im  hans. 

Der-halb  floch  iderman  daraus, 

Nim  wont  da  ein  philosophus, 
[bh  266]       Genennet  Athenodorus, 

Der-selb  in  das  öd  hause  zneg; 

Des  gaietz  ge&penat  ve rächt  der  elneg. 

Als  der  die  erst  nacht  darin  plieb 

Allain  in  aim  gemach  nnd  schrieb, 
15  Nach  dem  hört  er  ein  lawt  gecleng 

Mit  eysen  ketten.     In  die  leng 

Es  im  ser  großen  grawsen  pracht. 

AI«  e8  nun  war  umb  miternacht, 

Da  kam  im  dis  gedös  so  nach 
20   irijer  das  gschwöll  in  sein  gemach. 

Nach  dem  gspenst  sach  umb  der  weis  mon, 

8ach  den  ersch rocklichen  gaist  ston, 

Mit  vier  eysren  ketten  verstricket, 

Der  gancz  ernstlichen  auf  in  plicket 
26    Dnd  wincket  im  mit  im  zu  gon. 

Da  nam  sein  liecht  der  weisse  mon. 

Folgt  dem  gaisL  nach  aus  seim  gemach; 

Der  gaist  wider  nach  im  umbsach 

Und  wincket  im  hinab  die  stiegen; 
• 

l    Im  dquqLod  spmcbbuohe,  bU   266'  bii   206'.     Krwait«ruDg  fliflb  bAod    29^ 
1.  313  bia   316  asd  vargL  «.   &6&.  8  8  D«r  halff. 


75 

Der  weis  ging  im  nach  nnferziegen 
Die  stiegen  ab.    Unden  ins  haus 
Da  fiel  der  gaist  mit  grosem  saus 
In  die  erden  und  pald  verschwnnd. 
6  Der  weis  mon  merckt  das  ort  zwstund, 
Zaigt  es  früe  an  der  herschaft  sein; 
Die  lies  an  dem  ort  graben  ein, 
Da  fand  man  ains  mans  dottenpain, 
Mit  ketten  gepnnden  allain, 

10  Der  etwan  da  gelegen  war 
Vergraben  haimlich  manig  jar. 
Das  gepain  der  weis  man  auf-hueb 
Und  es  gar  erlichen  pegmeb. 
Nach  dem  wart  es  still  in  dem  haus. 

16  Ein  Cristen-mensch  hie  1er  daraus, 
[bl.  266'J      Das  im  kain  gspenst  nit  schaden  kon, 
Wo  er  herzlich  gelawbet  on 
Got  und  vertraut  im  alles  guetz, 
So  ist  er  sein  puerg,  schilt  und  schuecz, 

ao  Das  im  kain  schad  noch  unrat  wachs 
Von  kaim  gespenst.  Das  glaubt  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1555,  am  17  tag  Sepiembris. 


76 


Der  arm  altreus  mit  dem  reichen  geyzigen  porger. 

Ein  reicher  man  zw  L nebeck  gas, 

DoüIl  karg  und  geiczig'  darzy  was, 

Wnechert  und  acbiint  ser  überaus, 
5  Der-aelbig  het  in  seinem  haus 

Ein  armen  altrewsen  uralt, 

Den  vexirt  die  armut  mit  gwaU, 

Die-weil  er  het  vi!  klainer  kind. 

Der  arbeitet  mit  seini  gesind 
10   Den  dag  und  in  die  nacht  gar  lang. 

Doch  er  alzeit  gar  frolich  sang 

Und  het  ain  leichtsinigen  niuet, 

Als  ob  er  het  eer  groseß  guet. 

DaB  verwundert  den  reichen  vaet; 
16   Ains  tags  Jen  armen  Ined  zv  gast, 

Erpat  ims  wol  mit  tranck  und  »peis. 

Darnach  fragt  in  vertrawter  weis, 
[hl.  276'J      Wie  er  doch  künt  so  frolich  sein, 

Weil  in  riet  die  armut  gern  ein , 
20   Zw  harter  arbeit  in  det  dringen, 

Wie  er  doch  tag  und  nacht  in ö cht  singen. 

Der  arm  sprach:  „Solt  icli  trawrig  sein? 

Got  pschert  mir  durch  die  arbeit  nieiu, 


1  Im  Tifluoton  fpniohbuoho,  bL  270  bis  277.  Hob.  Nftum«0D,  Uober  «inig« 
bauflscbririen  dev  Hnna  Sacb»,  Progr.  Loipiig  1843.  i.  34.  ßlmtUcbe  fabetn 
und  acsbwänke  nr.  1&4.  VorgL  MG  12,  bl,  268'  in  der  enuerweise  H.  Vogels: 
Der  purgor  mit  dorn  Bohuoeter  »Ein  p arger  bq  lüebeok  gai«iwen*  1552  Februar 
12,  wo  aaeb  die  quelle  n.  Waldi«  (4,  81)  iid gegeben  wird :  gedr.  Goedeke 
diobtuDgen  dea  11,  &.  I^  g.  301,  Koebmah  buhaDdelle  H.  Sneht  de»  stofT  in 
der  naorgen-  (maieD-)  weiie  Fchillers:  Der  relcb  mit  dem  armen  attrewaen  »Ein 
releber  ititia  tu  lUebeck  b&s«  1552  Norember  12  (MG  l^,  bL  IV).  An  dJeie 
beATbeitnng  lehnt  tiob  die  obige  spruakforni  an.  Außer  den  ¥on  K.  N&omann 
und  Ton  H.  Kon  Angonihrten  iteUen  vergl.  Ktrebhofs  Wendunmtitb  2^  137  und 
A.   L.  Stiefel  In  der  XUrnberger   fedtiehrift   tS04  ■     120. 


J 


77 

Das  ich  mich,  weib  und  kind  erner, 
Wie-wol  ich  gar  ringlichen  zer. 
Snpen,  krawt,  prey  thnt  mir  wol  klecken, 
Das  macht  die  arbeit  mir  wol  schmecken ; 

6  Ich  hab  kain  sorge,  die  mich  nag, 
Wan  ich  gar  nicht  verderben  mag. 
Wan  mir  in  alle  dem  penüegt, 
Was  mir  got  teglichen  znfuegt. 
Dem  sag  ich  auch  danck,  lob  and  er 

10  Und  sing  frolich  ie  lenger  mer.' 
Den  reichen  wandert  sein  pescheit, 
Wart  pewegt  in  parmherzikeit 
Und  det  dem  armen  zv  gedencken 
Hundert  gneter  golt-gnlden  schencken, 

16  Das  er  sich  neren  m5cht  dest  pas. 
Der  arm  gar  hoch  erfrewet  was, 
Danckt  im  and  schied  gar  frolich  ab, 
Weib  and  kint  frewt  des  reichen  gab. 
Nach  dem  der  altreas  stecz  nach-son, 

so  Wie  er  das  gelt  mocht  legen  on. 
Das  er  nicht  mit  der  zeit  dramb  körn, 
Sander  sich  meret  and  aafii5m. 
Und  oft  die  ganczen  nacht  darch-wacht 
Und  den  handert  galden  nach-dacht. 

36  Im  pracht  das  gnet  sorg,  angst  and  schmerz : 
Er  het  nicht  mer  sein  freyes  hercz. 
Der-halb  er  aach  gar  nicht  mer  sang. 
Als  das  weret  acht  tage  lang, 
[bl.  277]       Das  gelt  er  in  ain  secklein  nom 

so   Und  darmit  zv  dem  reichen  kom 
Und  sprach:  ,So  nem  widerumb  zw 
Dir  dein  gelt,  die  grosen  unrw! 
Lieber  ist  mir  mein  freyer  mnet, 
Der  mich  in  armnet  drosten  daet, 

S6  Den  dein  reichtam,  der  hie  anf  ert 

Das  gmüet  engst,  krencket  and  peschwert. 
Ich  wil  in  meiner  arbeit  leben, 
Zw  gnet  nemen,  was  got  thnet  geben, 
Aaf  das  mir  kein  anrw  aafwachs 

40  Darch  zeitlich  reich  tum."     Spricht  Hans  Sachs. 

Anno  salntis  1555,  am  3  tag  Octobris. 


79 


Hinab  und  stiller  schwieg. 
In  der  gmeft  ans  eim  pmnen 
Dranck  er,  wart  nnpsonen. 
Nach  dem  stieg  er  heranff, 

6  Und  vor  des  yolckes  haoff 
Offenlich  an  den  orten 
Mit  8ch5n  gereimpten  werten, 
Mit  gepnndnem  gedieht 
Den  frager  ontericht, 

10  Was  saget  gottes  münd. 
Als  den  das  volck  dastund 
Und  thet  preissen  nnd  loben 
[bl.  280J      Apolinem  dort  oben. 
Mit  hicziger  an-dacht 

16  Ser  kostlich  opfer  pracht 
Da  hin  ans  allen  landen. 
Der  thempel  ist  gestanden 
Mit  des  dewffels  petnieg, 
Pis  künig  Xerxes  zueg 

so  In  Kriechen-lant,  peranbt 
Diesen  thempel  (gelaubt!) 
Und  in  darnach  verprent. 
So  nam  das  gspenst  ain  ent, 
Und  der  pös  gaist  verschwünd, 

26  Kein  weisag  man  mar  fünd. 
Secht  an,  ir  lieben  Cristen, 
Wie  mit  geschwinden  listen 
Der  dewffel  hat  gefangen, 
Die  haiden  hinter-gaugeu 

30  Und  geplent  lange  jar. 
Darfor  uns  got  pewar 
Und  las  an  allem  ort 
Lewchten  sein  götlich  wort, 
Das  sein  erkentnns  wachs 

36  Im  glauben,  wünscht  Hans  Sachs. 

Anno  salntis  1555,  am  30  tag  Octobris. 
3  S    Drarnok. 


m 


Eßcolapiiim  erschlueg  ein  doner-stral,  und  prachi 

ein  räch  die  ander  räch. 

Johan  Herolt  ein  fabel  schreibt, 

Die  um  zu  ainer  warnang  pleibt, 
t>  Nach  dem  and  Ascatapins, 

Ein  man  einreicher  verstentnns, 

Der  war  ein  sun  Apolinis, 

Von  dem  er  lert  die  kanst  gewis, 

Nemlich  die  kunat  der  arczeney, 
[bL  280' J      Das  er  von  krankheit  allerley 

Die  meDschen  auf  er  iiiaclil  gesund: 

Die  plinden  er  erleuchten  kund, 

Auch  etlich  auterwegt  vom  dot, 

Darumb  Plueto,  der  hellen  got, 
16  Esculapiuni  hart  verclagt 

Vor  Jove,  dem  got,  unde  sagt, 

'Wie  sein  reich  ging  ob  dem  zu  gmnd; 

Manche  sei  precht  er  zu  der  stund 

Widerum  heranff  aus  der  hei 
90  Auf  erden  ins  leben  aus  quel. 

Derh alb  würd  die  hei  gar  öd  werden 

Und  wiird  vol  menschen  die  gancz  erdeOp 

Ob  der  clag  der  höchst  Jupiter 

Erzürnet  und  auch  mit  gefer 
26  Schos  er  ain  fewring  doner-stral 

Auf  die  erden  herab  zu  tal 

Und  erschlüge  die-selben  stund 

Esculapium  gar  dotwund, 

Den  gaeteo  arczt,  das  er  lag  dot. 
30  Als  aber  Apollo»  der  got» 

Sein  lieben  snn  dotiich  ansacli, 


1  Im  neunUn  Bpracbbu^hQ ,    fal, 
1.  449   bli   453   uDd  vorgL  a.   &3G. 


38ü   bis   2S1.     Erweiteroiig  tleb  band 
12  S   erleuchtti. 


81 

Ergrimet  er  za  strenger  räch, 
Den  dot  seins  lieben  Buns  zu  rechen. 
Doch  kont  er  Joyi  nichs  aprechen; 
Er  war  im  zn  mechtig  nnd  hoch. 
6  Dammb  sein  grimig  räch  er  zoch 
Anf  die  Ciclopen  frech  nnd  arck, 
Ainaigig,  grosee  leibs  nnd  starck: 
Die  er  zn  überwinden  dacht 
Und  sie  in  ainer  nacht  nmbracht,    * 

10  Die  weil  nnd  sie  die  donerstral 
Hetten  geschmit,  darmit  zn  dal 
Joyis  sein  snn  erschossen  het 
Darob  Jovis  erzfimet  thet 
Und  seiner  doner-schmider-knecht 
[bl.  281]       Widemmb  rechen  thet  mit  recht 
An  Apollino,  dem  got  alt, 
Und  nnmb  im  sein  göUichen  gwalt 
Und  mnst  in  menschlicher  gstalt  schlecht 
Damach  dienen  wie  ein  hansknecht 

M  Anf  erden  hie  etliche  jar. 
Diese  fabel  die  zaigt  nns  dar. 
Das  der  neid  ist  ob  allen  dingen 
Anf  erden  yil  nnglneckes  pringen : 
Anfencklich  er  ein  räch  pewegt, 

i6  Die-selbig  räch  wider  eregt 
Nach  dem  wider  ain  ander  räch, 
Den  folgt  die  drite  anch  hernach, 
Die  dnet  die  virden  räch  anch  pringen. 
Der-halb  ist  gnet  vor  allen  dingen, 

80  Das  man  den  nechsten  in  senftmnet 
On  räch  gnetlich  pey  leben  thnet, 
Dnet  nberhoren  nnd  nebersehen. 
Wie  den  ein  alt  Sprichwort  thnet  jehen : 
Wer  neberh5m  nnd  -sehen  kon, 

S6  Der  hencket  eysren  thüre  on. 
Darmit  er  pessert  wol  sein  hans 
Und  knmbt  mit  frid  nnd  eren  aus, 
Entget  dardnrch  yil  nngemachs. 
Senftmnet  ist  gnet,  so  spricht  Hans  Sachs. 

Anno  salntis  1555,  am  1  tag  Novembris. 

Ham  Saelit.    XXUI.  6 


Der  jung  getrew  fuerst  Anchurus  in  Plirigia, 

Zw  der  zeit  als  künig  Midas 

In  Phrigia  regiren  was, 

Auf  ein  zeit  sich  pegeben  hat, 
ö  Das  ehi  ertpiden  käme  epat, 

Und  raiB  sich  aaf  der  erden  Schlund, 

Vil  hewser,  fiech  nnd  lewt  verechlünd. 

Der  künig  sucht  der  gotter  rat 

Zw  wenden  solch  grawsame  dat; 
10   Die  klueft  ie  lenger  weiter  war. 
[bl.  282']      Dem  künig  wart  geaetwort  dar, 

So  pald  er  wnrif  in  kliift  hinein 

Das  aller-pest  und  liebest  sein. 

So  vil  widernmb  zu  das  loch, 
in   Der  kiinig  dacht:  das  liebest  doch 

Das  siut  mein  kostliche  klainat! 

Und  lies  sie  tragen  an  der  stat 

Hinaus  zn  dem  erechrockling  loch 

Und  warff  sie  hinein  ab  gar  hoch, 
ao   Idoch  half  solichs  alles  nlt; 

Die  graehen  fiel  nit  zn  darmit, 

Sund  er  wart  dieff  und  weiter  mer. 

Des  wart  der  küng  petrnebet  ser. 

Doch  Auchurns,  des  künigs  san, 
a^   üedacht  in  seinem  herzen  nun: 

Mein  vater  liebt  die  klainat  seer, 

Denoch  liebt  er  mich  noch  vil  nieer. 

Aas  dem  gar  clerlichen  erscheint^ 

Das  mich  die  gotter  habn  gemeint, 
30    Darumb  mus  ich  in  den  erdschlünd, 


t   Im  QstiDtfto   ipraohbiiche,   bl.    282  bst  283»     VergL  band  16,  s.   294 


297. 


88 

Sol  werden  erlöst  za  der  stund 
Mein  anserweltes  yaterlant 
Dmmb  gab  er  sich  darein  znhant 
Und  als-pald  zu  dem  vater  kam, 

6  Ein  frennUich  nrlaab  von  im  nam 
und  gesegnet  in  zncht  und  er 
Anch  sein  liebe  gemahel  mer, 
Die  Thimothea  war  genant. 
Nach  dem  wapnet  er  sich  znhant 

10  Und  sasse  darnach  auf  sein  pfert, 
Sprengt  in  den  dieffen  schlnnt  der  ert. 
Zn-hant  vil  ein  die-selbig  stand 
Der  grosen,  dieffen  gmeben  schlnnd 
Und  wart  eben,  wie  es  vor  war. 

16  So  wnrt  erlöst  das  lande  gar 
Und  wnrt  anch  fiech  nnd  lewt  eret 
Und  kfinig  Midas  pawen  det 
[bl.  283]      Zw  gedechtnns  anf  den  schlnnt  zwar 
Dem  got  Jovi  ainen  altar, 

10  Das  man  darpey  gedencken  solt 
Seines  snns,  der  so  herzen-holt 
Het  gehabt  sein  lieb  yaterlant, 
Anf  das  sein  trew  würt  wolpekant, 
Der  darfür  gab  das  leben  sein. 

86  0,  das  all  tentsch  füersten  gemein 
So  lieb  betten  ir  yaterlant, 
So  wärt  es  haben  lang  pestant, 
Das  on  das  zn  trüemem  gen  mus, 
Schreibt  Diodoms  Sicnlns. 

so  0,  das  mit  der  zeit  wider  wachs 

Der  faersten  trew,  das  wünscht  Hans  Sachs. 

Anno  salntifl  1555,  am  2  tag  Novembris. 

m 

12  8  die  die. 


6* 


84 


Der  peschlues  oder  valete  in  dis  9  spruech-puech. 


Als  man  zeit  funfzeliilndert  jar 
Und  fnnffnndfnEzig  jar  viirwar 
Nach  des  herren  Cristi  gepnrt, 
G  Mein  hercz  in  mir  zu  rate  wnrt 
An  dem  fünften  tag  Novennbris, 
Gleich  an  meim  gepurtz-ta^  gewis, 
An  welchem  tag  ich  geleich  war 
Alt  eben  ain-und-sechzig  jar, 

10  Und  snmiret  zw-sam  mein  knnst, 
Dar  zw  ich  het  von  jugent  gunst, 
Nemlichen  das  maistergeeang. 
So  vil  ich  des  het  von  anfang 
Peaclirieben  nnd  selber  gedieht, 

15  In  funfze  paecher  zn-gericht, 

Wie  wol  das  leczt  puch  nngepnnden 
Und  iinfolent.    Da  hab  ich  fnnden 
[bl.  299^]      Der  ganczen  snm  vtrdansent  par 
Und  vier-und-dreisig  par  yurwar, 

to  Welche  geseczt  waren  in  schönen 
Zwayhundert-virzig  maifiterdönenj 
Allerley  art  knrcz  nnde  lang» 
Wie  man  den  prawcht  maister-gesang. 
Nach  dem  hab  ich  anch  zam-sniDlrt 

3tft   Mein  gepundne  gedieht  ornirt 
An  obgemeltem  tag  und  stund, 
Welcher  ich  in  mein  püecheni  fünd 
Stueck  faer  staeck  eben  gleich  sechshundert 
Und  vier-und-achzig  ausgesnndert: 

ao   Als  gajstljch  Spruch  zu  gottes  glori, 


l    ItD  noaoten  fpruohbuohc,  bL  299  hh  299'. 
Septembni 


2  S   funMhUaitcrL 


85 

Hofflich  poetrey  und  histori, 

Lobspraech,  gesprech  nnd  comedi, 

Vil  fasnachtrspil  und  tragedi, 

Comparadon  und  parabel, 
6  Dw-gleichen  schwenck,  posen  und  fabel, 

Der  etlich  Btnck  in  drack  Bint  kamen. 

Doch  sint  in  der  sumb  ansgennmen 

Vil  reimen-wercks,  so  von  mir  wnm 

Gemacht  za  pildnns  und  fignm, 
10  Der  ich  ie  knrczhalb  nit  thet  peschreiben, 

In  die  snm  meiner  werck  einleiben. 

Mit  dem  valete  unferdrossen 

Hab  ich  dis  nennde  püech  peschloBsen, 

Doch  in  dem  October  vergangen 
16  Das  zehent  sprach-pnech  angefangen. 

Got  wöll,  das  ichs  vor  meinem  ent 

Mit  gedieht  glneckselig  volent 

In  mas,  wie  ich  obgmelte  gedieht 

In  zway-nnd-yirczg  jam  hab  zn-gericht. 
so  Das  got  lob  nnd  er  daraus  wachs, 

Den  menschn  1er  nnd  frend,  wünscht  Hans  Sachs. 

Anno  Balntis  1555,  am  5  tag  Noyembris. 


Ein  fasnacht-spil  mit  4perB0ii:  Die  knplet  seh  wie- 
ger mit  dem  alten  kautfinaii. 

Der  alt  kanffmaii  drit  eim^  sprioht: 

Hewt  mua  ich  in  Franckforter  mes; 
Auf  das  ich  aber  nichs  vergee, 
Hab  ich  mir  gmacht  ein  meiiiorial: 
Die-weil  mir  aar  wil  gen  zw  dal 
Mein  Uandel,  klain  wü  sein  mein  gwin, 
Wie-wol  ich  nichs  versaninb  darin, 
l*och  ich  im  er  einrin  in  schneid, 
Das  p ringt  mir  haimlich  ungedueld, 
llie-weil  doch  ist  die  schneid  nit  mein. 
Hab  wo)  ein  weih,  get  sauber  rein, 
Die  kost  mich  wol  fiel,  und  noch  mer, 
Idoch  thuet  sie  nicht  wider  er 
Und  heU  mich  ancb  wol  ueberaus; 
Wan  ich  mein  schwiger  hab  im  haus, 
Die  sie  zeucht  und  belt  unter  der  ruetn- 
Den  traw  ich  paiden  alles  gtietn. 
so  Da  kumen  sie  gleich  paid  herein. 

Die  traw  und  schwieger  gent  ein.    Liaabeta^  die  fraw,  spricht: 

[bl.  172J       Secht,  mein  herr,  wölt  ir  itz  auf- sein  ? 

Ich  wünsch  euch  vit  gluecks  auf  die  rais! 

I  Im  itsbnlflD  BpnKshbQcbe^  h\,  171^  bii  178'.  liedruckt  hU  74  f««tnii«ht- 
f^piol.  VergJ.  dmiu  oooli  das  7  bAtudohen«  ».  XVI  aad  A.  L.  Sttef«lt  Hcrtcuitiiii 
1802.  36.  r  bb  f*  mil  den  naohiragen  iui  37  Jahrg..  ».  223  und  225.  Ein« 
IbnÜDh«  Hit  me  in  der  er«tpu  geiobiobt«^  die  bi«r  H.  Fneh*  benuitt«^  fatid  ich 
in  sinoiii  melitergesangbtiebe  iui  friicbon  tone  Hans  V'ogelg :  Da«  Uetig  woib 
»Eiiliimalt  war  efn  alter  kaaTmoo«  1548  äepiomber  25  von  eiuem  uabekaonteii 
dichter  (DrMdn.   biob.  H    5»  203)  20  7  kunieR,     8  kutun. 


87 

Der  alt  kanfhioB: 

Nan  halt  wol  haus!  Ich  each  verhais, 
Thnet  mir  auf  der  rais  wol  gelingen, 
Wil  ich  euch  paiden  der  mes  pringen. 
5  Mein  schwigr,  euer  dochter  allein 
Last  each  die  weil  pefolhen  sein! 
Got  pehüet  euch  vor  herzenlaid, 
Itznnd  get  gleich  das  ander  glaid. 
Der  herr  sey  mit  each  allenpaiden! 

10  Die  seh  wieger  eprieht: 

Glneck  zu,  glaeck  zw,  lieber  her  aiden! 
Seit  nor  an  sorg,  weil  ir  seit  aas, 
Wir  wollen  erlich  halten  haus. 
Wie  wir  vor  almal  haben  thon. 
16  Daran  solt  ir  kain  zweiffei  hon. 

Her  alt  kaoffmon  get  ab.  Lisabeta  stieht  im  ain  geeken  naoh,  spricht : 

Schaw,  mnetr,  wie  stet  dem  alten  pock 

Binden  so  artlich  an  sein  rock! 

Dmmb  thw  ich  sein  rock,  mag  ich  jehen, 
20  Binden  vil  liebr,  den  voren  sehen; 

Wan  binden  hat  sein  rock  vil  valten. 

Foren  frag  ich  nichs  nach  dem  alten; 

Wan  er  ist  ghranzelt  and  nngschaffen, 

Murret  und  mancket  gleich  eim  äffen, 
25  Er  gront  und  prumet  wie  ain  per 

Stetigs  im  banse  hin  und  her, 

Wil  auch  nit  leiden,  das  ich  mich  putz; 

Wen  ich  nur  aus  zum  fenster  gntz, 

So  lest  ers  unperedet  nicht. 
30  Da  mir  oft  haimlich  we  geschieht, 

Voraus  wen  ich  nachtz  bor  hoffirn 

Mit  lauten,  singen  und  hoffirn 

Den,  welchen  mein  herz  hat  erweit, 
[bl.  172'j      Der  mir  füer  alle  weit  gefeit. 

« 

5    7    BohwigT.     S    schwiger.  11    8  haiden.  17    ?  rauetr.     S    muter. 

Se   t  liebr.     8  Heber.  22  ?  Foren.     S  Fom.  26    ?  Stetig«    im  hau«o.     S 

(Da«  erste  wort  aoleserliob)  im  haus. 


^^^^^^^^^^r 

^^^^^^^3 

^■1 

^^^^^88         ^^^^1 

■ 

^^^^^^^V          D6t  onr  der        sein  äugen                       1 

^^^1 

^^^^^^^H           So  weit  ich  mich  elich  zu  rw 

^^^^^H 

^^^^^^^^P           Mit  meinem  Pongratz  zu  haus  setzen  l 

^^H 

^^^^^^^^1            Mitler  zeit  ibus  ich  mich  ergetzen 

^^M 

^^^^^^^M        6   Mit  im  der  frewden,  wen  ich  mag. 

^B 

^^^^^^^^H                              Lnxin»^        mneter: 

^1 

^^^^^^^^m            *^^)  ^^^^  dochter,  deinr  jaDgen  tag 

^H 

^^^^^^^^^^P            Nit  dich,  wie  ich  auch  liab  gethon. 

^^M 

^^^                 Ich  het  aach  aineu  alten  mon, 

^^M 

i^^^^^B             10  Der  mir  nit  vil  frawd  macheu  det^ 

^^M 

^^^^^^^B                  Darumh  ich  auch  ein  pnelen  het 

^^M 

^^^^^^^B                  Haimlich  tmd  stil  mir  auserkorn, 

^^m 

^^^^^H                  Das  nie  kain  mensch  ist  innen-worn; 

^^M 

^^^^^H                  Wan  ich  hüt  mich  einzogen  stil, 

^^M 

^^^^^H             16  Pein  lewten  nit  anschweifig  fil. 

^^M 

^^^^^H                   Heim  alten  ich  an  allen  orten 

^^M 

^^^^^B                  Ser  frenntlich  was  mit  schmaichelworten, 

^^M 

^^^^^B                  Zog  im  das  helmlein  durch  das  maul, 

^^M 

^^^^^^^K                  Macht  günstig  mir  den  alten  gaul, 

^^M 

^^^^^H             20  Das  er  mir  üeber-wol  tbet  trawen. 

^^M 

^^^^^H                  Ich  glaub,  het  er  schon  zu  thun  achaweo, 

^^M 

^^^^^1                  Das  ich  geprochen  het  mein  e, 

«  ^^^^^H 

^^^^^H                  Er  hetz  nit  glaubt;  darpey  versteh 

^^B 

^^^^^B                  Mein  dochter,  halt  auch  also  dich, 

_^^ 

I^^^^^H             26  So  pheltzt  pej  eren  dich  und  mich, 

^^1 

^^^^^H                 Das  man  uns  helt  füer  pider-frumb. 

^B 

^^^^H                                   j^isahota,  die  dookter: 

^B 

^^^^^H                  Ach  mueter,  und  sprich,  das  doch  kumb 

I 

^^^^^1                 Der  aller-liebst  auf  dieaer  ert, 

^M 

^^^^^v             30  Des  mein  herz  alle  zeit  pegert, 

^H 

^^^^^H                  Das  wir  haben  ein  gueten  muet. 

^^^ 

^^^^^1                  Wer  wais,  wen»  uns  mer  wirt  so  guetl 

^B 

^^^^^B                             Lnxina,  die  mueter,  spricht: 

^1 

^^^^V                 Oe  dw  in  keller,  piing  su  drincken; 

■ 

^^^^^V            M  Ich  wil  gen  naus  und  wil  im  wincken. 

1 

^^^^F               a    ?    me'm«m.     S    oieim.           15    T    «usohwcifig.     S    &u»oh  .  .  . 

*  *  g  (^nMfmM 

^B               «iiaril,          33  S  h«t0U. 

89 

Dort  get  er  eben  nnden  füer, 
[bl.  173]      Ich  wil  gen  öffiien  die  hinter-thäer. 

Sie  ffeat  paid  ans.    PoBgrati,  der  jangrlingy  kampt  und  ret  wider 
sieh  selb  und  spricht : 

6  Der  alt  kanffman  ist  ghriten  ans, 

Kumbt  nit  so  pald  wider  zu  hans. 

Hitler  zeit  mus  ich  da  hanshalten, 

Mit  meinem  herzlieb  frenden  walten 

Paide  mit  essen  nnd  mit  drinckn, 
10  Weil  mir  die  alt  heranff  det  winckn. 

Als  ich  an  gfer  ging  nnden  fiier, 

Schlos  sie  mir  anf  die  hinter-thtier, 

Da  schlich  ich  stilschweigent  herein, 

Das  mich  sach.  weder  gros  noch  klein. 
u  Das  hab  ich  nnn  lang  zeit  getrieben, 

Ist  pisher  noch  verschwiegen  plieben. 

Nit  wais  ich,  wies  ein  mal  würt  gan, 

Wen  mich  ergrieff  der  alt  kauflfimon ; 

Wan  die  alten  stecken  vol  düeck. 
90  Nnn  ich  wags  imer-hin  anf  glüeck, 

Weil  mich  das  weib  hat  lieb  nnd  wert, 

Hab  von  ir,  was  mein  herz  pegert: 

Sie  klait  mich,  geit  mir  darza  gelt, 

An  Irewden  mir  gar  nichsen  feit. 
25  Ach,  wie  künt  mir  den  pas  gesein  ? 

Da  get  die  aller-liebst  herein. 

Lisabeta  knmpt,  nmfeoht  in,  spricht : 

Pis  mir  wilknmb,  dw  mein  Pongratz, 
Mein  drost,  mein  lieb,  mein  höchster  schätz ! 
30  Wie  knmstw  so  selten  zn  mir? 

PoBgratiy  der  jfingling: 

0,  ich  wer  geren  stez  pey  dir! 
So  mag  es  laider  nit  gesein, 
Die-weil  lebet  der  alte  dein, 
86  Des  leit  mein  herz  angst,  laid  nnd  zwanck. 

2  ?  Cffoen.     8  Offen.         16  S  piller. 


90 


IiiBalietft  Bpriolit: 

Er  hat  mir  gschriebn,  er  sey  dot-kranck. 
Er  bab  verwegnen  sicti  seins  Lebens. 

[bl.  nS'J  PongratSy  der  jftngling,  spricht: 

5   Ich  furcht,  all  hoffnung  sey  vergebens, 
Er  Wirt  oft  kranck  und  teglich  kreist, 
Er  puelifert,  hnestet,  echzt  und  feist, 
Waist  nit,  ein  altes  spricliwort  gicht: 
Was  ßtez  krachet,  das  pridiet  nicht? 
10   Daniiiib  dürtf  wir  uns  nit  versehen, 
Das  sein  dot  uns  mit  lieb  wert  gschehen, 
Das  wir  zara  komen  in  die  ee. 

Bie  schwiger  kumpt  ge] offen  und  eclireit  lantt : 

O  liebe  dochter,  ach  und  we, 
ih   Dein  man  klopft  an  der  liaustüer  on. 

Lisabeta  spricht: 
0,  wo  8ol  wir  den  dich  hinton? 

Lnzina,  dia  mnetery  spricht: 

Ey,  «per  in  ein  die  katner  dein, 
30  So  wil  ich  den  alten  lassen  ein. 

Der  jttngliDg  verpirgt  sich*    Bie  alt  get  ab,  pringt  den  alten  kAttl 
man*    Bas  weib  entpfeoht  in,    spricht: 

Mein  herr,  wie  kiimbt  ir  so  pald  wider? 

Der  alt  kanfmon  spricht: 

M  Der  stain  hat  mich  geworlfen  nider; 

Mein  sei  wer  mir  schir  gangen  aus» 

Da  eilt  ich  wider  haim  zu  lians. 

Pet  mir,  das  ich  mich  leg  zu  rw 

Und  deck  mich  darnach  aoch  warm  zu! 
ao  Liebs  weib,  ich  pin  von  herzen  kranck. 

LnxJna,  die  schwiger,  spricht; 
Mein  aiden,  setzt  euch  anf  die  panck, 

?  &uch]  fciblt  8. 


91 

Last  euch  so  not  zu  pet  nit  sein. 
Ge,  dochter,  trag  ein  leilach  rein, 
Der  wir  haben  gemacht  vir  par, 
Die-weil  der  alt  herr  ansen  war, 
6  Das  er  anch  sech,  das  wir  nit  feyren 
und  ronessig.  in  dem  hans  nmb-leyren, 
Snnder  von  nns  wert  eingezecht. 

P>1.  174]       Das  weih  priagt  eia  leilaoh,  das  lihens  pej  den  aippfeln 
aof,  den  alta  tot  sein  angen.    Die  soh wieger  spricht: 

10  Mein  lieber  aiden,  alhie  secht! 

Die  leylach  hab  wir  ins  haus  tracht, 

Gespnnen,  gewärckt  nnd  gemacht 

Mit  nnsem  henden  alle  ped. 

Nnn  lanff,  lanff  hin  an  widerred, 
1$  Und  dem  alten  herm  das  pet  mach! 

Die  seiden  deck  deck  im  zwifach 

üeber,  das  er  erwarm  zw-stond, 

Der  stain  sich  leg  nnd  werd  gesund. 

Her  jfliigliBg  seUeiokt  Tor  dem  leilaok  ans,  die  zwo  gent  ans  zo 
>o         petten.    Der  alt  kauffmon  spricht: 

Wie  ist  mein  hans  versorgt  so  wol 
Mit  hansrat,  so  zochens  mirs  vol 
Mein  schwiger  and  mein  frames  weih 
Und  warten  mir  ans  meinem  leib. 
S6  Got  wöll  in  geben  gleichen  Ion, 
Was  gnetz  sie  teglich  an  mir  thon! 

Die  zwo  kamen  wider.     Das  weih  spricht: 

Das  pet  das  ist  peraitet  zw; 

Knmbt,  mein  herr,  legt  euch  an  die  rw! 

Sie  ffteren  den  alten  ab,  kamen  all  paid  widr.    Das  weih  spricht: 

0  mneter,  wie  war  mir  so  angst! 
Ich  hab  pesorget  wol  vor  langst, 
Es  wer  ein-mal  nnglneck  zu-schlagen. 

Lnxina,  die  mneter: 

S6  0  liebe  dochter,  pey  mein  tagen 
Hab  ich  erstanden  vil  der  schrecken. 


98 

Docii  war  ich  so  voJ  listen  stecken 
Und  almal  ein  riebeyseö  fund» 
Darmit  ich  mich  peschüetzeti  kund, 
Macht  meim  alten  ain  plaben  dnnsL 
[hh  174']  6   Dw  mnst  dich  auch  fleissen  der  kunst, 
Dartnit  dw  dich  peachüetzen  seist, 
Wie  dw  der  stuck  vil  von  mir  weist. 
Mnst  nnerschTDcken  sein  alzeit, 
Fürsichtig",  weil  sich  oft  pegeit 
10  Solch  nnl'al  in  der  pulerey, 

Lisabeia,  die  doohter,  sprielit: 

Ich  main,  das  aufgestanden  sey 

Der  alt.     Hör,  er  scIi leicht  dort  herein. 

Der  alt  kumpt,  dregt  ein  regiater«     Die  schwiger  spricht: 

15   Ach,  sagt  an^  liebr  herr  aiden  mein, 
Wie  das  ir  nit  pleibt  in  dem  pet? 

Der  alt  kanffman  aprioht: 

Der  stain  mich  gleich  verlassen  det; 

Ich  wil  nans-reiten  in  den  garten, 
so   Vor  nachtes  dnrft  ir  mein  nit  warten, 

Wil  dans  mein  rechnnng  aberschlagen. 

Oh  imant  knrabt,  thot  nach  mir  fragen, 

So  sagt,  ich  sey  geriten  hin. 

Wan  ich  dem  Eeichart  schuldig  pin 
26  3000  golden  zn  richten  atis^ 

Er  drot  mir  auf  den  thuren  naws, 

DarfT  mich  ein  weil  nit  lasen  sehn. 

Iiisabeta  spricht: 

Mein  lieber  herr,  was  thuet  ir  jehn? 

$ii   Reit  hin,  last  «ucb  nichs  fechten  on ! 

Wir  w5ln  thon,  wie  wir  almal  thon, 

Ber  alt  kauffmon  get  ab.    Fongratz^  der  Jüngling,  kneipt,  sprioht: 

Ich  spacirt  vor  dem  thor  von  weiten, 
Säch  den  alten  in  garten  reiten. 
86   Darumb  ktimb  ich  geschlichen  ber. 

1  8  Uli. 


0,  wie  stmid  ich  heut  in  gefer 
Hinter  dem  pet  in  deiner  kamer, 
Ich  zitert  vor  angst  nnd  vor  jaroerl 
Ich  glanb,  wer  mich  gestochen  het, 
6  Kein  plntz-dropffen  ich  geben  thet. 
[bl.  175]      Ich  main,  ich  stnnd  in  nngemach. 

Wie  recht  kambt  ir  mit  dem  leylach! 
Darhinter  schlich  ich  gmach  herfäer 
Unden  ans  durch  die  hinterthüer, 
10  Welche  ich  nach  mir  sten  lies  offen. 
Dnrch  die  pin  ich  wider  rein-gschloffen, 
Das  ich  ain  stnnd  mecht  sein  pey  dir. 

Liaabetai  das  weib  : 

Den  ganzen  tag  sint  sicher  wir, 
16  Wie  ich  den  von  im  hab  vemnmen, 
Den  tag  wöll  er  nit  wider-kumen, 
Pis  die  finstre  nacht  thnet  her-gon. 
Potz  leichnam-angst,  wer  klopfet  on? 

Die  mneter  lawft|  kumpt  wider,  spricht: 

so  Es  ist  der  herr!  0  Pongratz,  flicht, 
und  in  die  knechen  ench  verkriecht 
Hinter  das  holz,  so  wil  ich  gon 
Und  dem  alten  groner  anfton. 

Der  jllngliBg  lauft  aus  der  schwiger  hinden-nach.  Die  fraw  spricht: 

25  Ich  wil  dem  altn  ein-jagn  ein  schais 
Und  in  setzen  in  ein  angst-schwais, 
Wil  wider  ans  dem  haas  in  treiben. 
Das  er  nit  wais,  wo  er  sei  pleiben. 

Die  alt  schwiger  kumpt  mit  dem  alten  kanffman.  Die  fraw  spricht: 
30  0  lieber  herr,  gebt  pald  die  flnecht; 

Die  statknecht  haben  euch  gesaecht 

Und  wolten  euch  in  schnltnrn  legen. 

Ich  sagt,  ir  weret  nit  entgegen, 

Sander  ir  weret  aaßgeriten 
36  Auf  ein  mes,  nach  der  kaafflewt  siten. 

Sie  haben  aber  euch  darebaus 

Gesucht  obn  und  unden  im  haas 

Und  sagtn,  sie  woltn  heint  kamen  wider. 


94 


Der  &lt  kanffmoi  spriclit: 

Es  hat  mich  wol  geantet  sider, 
Der  Reiclihart  wert  nit  warten  lenger. 
Darxn  pesorg  ich  oit  deat  wenger 
Mich  vor  aadern  glauhigen  allen, 
[bl.  175']      Sie  wer«  mir  darnach  auch  einfalleD 
Und  werden  mir  nit  lenger  warten. 
0>  wer  ich  wider  daaa  im  garten  1 
Nun  ist  pesdilossen  schon  die  »tat. 
10  Ich  pit  dich,  gib  mir  trewen  rat, 
Wo-hin  ich  sol  verpergen  mich, 
Das  vor  den  schergn  sej  sicher  ich 
Die  nacht  pis  an  den  lichten  tag. 

Llaabeta^  das  weib,  apricht: 

lö  Mein  man,  ßteig  in  den  danbenschlag 

Und  Imh  darin  die  nacht  dein  rwl 

Und  dw,  mueter,  sper  ansen  zu, 

Aul'  das,  went  Schergen  wider  körnen, 

Das  sie  kein  argwon  darpey  nenien 
ao  Zw  snclien  dich,  mein  man,  darin. 

Ge,  mneter,  ge  pald  mit  im  hin! 

Sper  anß  zw,  e  sie  kamen  wider  I 

Der  alt  k&affmon  spricht: 
Mit  gueter  nacht  ntin  leg  dich  nider. 

Der  kanffmoD  get  mit  der  schwiger  ab.     B&b  weih  aührelt  hinaiia: 

Nun  kiimb  dw  herein,  mein  Pongratz, 
Mein  aaserweiter  trost  and  st^hatz! 

fongrats,  der  jttngling,  knmpt,  spricht  das  weibi 

An  sorg  sey  wir  die  nacht  dnreh-ana, 
so   Mein  alten  hab  ich  daidigt  nans, 
Der  geit  in  daubenschtag  die  finecht, 
Hab  gsagt,  in  haben  statknecht  gsuecbt 
Und  wollen  in  schnltnren  legen. 
Nnn  dürff  wir  uns  wol  for  im  regen 


18  ?  kutopt]  fohlt  8. 


95 

Und  wollen  güet&A  mnetea  sein, 
Mein  alten  lassen  sitzn  allein 
In  dem  kotigen  dawbenhans. 
Pongratz,  mein  herzlieb,  ge  hinans, 
6  Mach  an  dem  thenen  ein  geschrey, 
Als  ob  widernmb  knmen  sey 
Das  gbricht,  wöll  in  int  eisen  schlagen, 
Und  thw  mit  lanten  werten  fragen, 
[bl.  176]       Ob  mein  man  noch  nit  knmen  sey, 
10  So  wil  ich  geben  antwort  frey. 

PoBgrati  drit  ein  wenig  fnrsich ,  schreit : 

Fraw,  zaigt  an,  wo  ist  euer  mon? 
Er  mns  mit  nns  in  thoren  gon. 

Linbeta  sprioht  Uwt: 

16  Mein  herr  ist  hewt  geriten  ans, 
Noch  nit  wider-knmen  zn  haws, 
Wie  ich  vor  anch  gesaget  hab. 

Pongratz,  der  jftngling,  spricht: 

Fraw,  wir  werden  nit  lassen  ab; 
to  Der  man  ist  ans  verkuntschaft  hinen, 
Wir  wöln  in  snchn.    So  wir  in  finen, 
So  mns  er  mit  in  thnren  gen. 

Das  weib  sprioht: 

Glaubt  ir  mir  nit,  so  snecht  halt  den 
26  Im  hans,  was  wölt  ir  mich  mit  kern? 
Ich  wil  euch  alle  gmacb  anf-spern, 
Ir  wert  in  aber  ie  nit  finnen; 
Wan  er.  ist  in  der  stat  nit  hinnen. 
Wie  ir  den  vor  anch  habt  vernumen. 
so  Hett  gar  nit  prauchen  wider-kamen. 

Das  weib  sprioht  gemach  : 
Schweig,  nun  sint  diese  nacht  mit  rw 

30   l&ßt  S  w«g. 


»6 

Vor  meinem  alten  ich  tind  dw. 

Hab  ich  nit  pra weht  ein  schwinden  ranck? 

Fongrftta,  der  jüngrliBg: 

Ja,  mein  herzlieb,  hat)  imer  danck, 
6  Dw  kanst  dirs  zu  dem  scherz  genngr* 
Wer  macht  dich  so  listig  and  klueg, 
Das  dir  der  ranck  so  schwind  äel  ein? 

IiiBabeta,  das  w@ib,  epricbt: 

Ej,  e»  hat  mich  die  mueter  mein 
10   Geleret  so  vil  list  nnd  renck, 
Das  ich  im  äugen plick  erdenck 
Ein  lueg,  das  ich  mein  alten  petrewg, 
Pey  der  nasn  hin  und  wider  pewg. 

Fongrats,  der  jftitgliiif : 

16   Daraus  an  zweifiel  ist  zu  wissen, 
[bl  176']      Das  sich  dein  mneter  auch  hat  pissen 
In  jungen  tagen  mit  den  katzen. 

Lisabeta,  daa  weib ; 

Ja,  wers  für  ainfaltig  thuet  schätzen» 
so   Der-selbig  feiet  weit  daron. 

Die  mneter  knmpt  und  spriobt: 

0  we  dochler,  es  kunipt  dein  mon, 
Ist  aus  dem  dawbn- schlag  ledig  worn, 
Prumbt  die  stiegen  herab  in  zorn, 
u  Furcht,  er  hab  euch  hierin  veruiercket 
Und  im  eey  sein  argwon  gestercket. 
0  Pongratz,  thuet  sein  nit  erwarten  l 
Springt  zum  laden  naus  in  den  garten  I 
Schleicht  durch  die  Muter^thiier  darfoni 

ao  FoDgratSi  der  jftnglinGr: 

Das  wil  ich  unferzogelich  thon* 

Pongratz  lauft  eiilent  ans.  Der  alt  kaalfmoii  drit  ein^  spricht  zornig d 
Was  hat  im  haus  gethon  der  jung, 

23  6  dswben, 


97 

Der  itz  hinab  in  frarten  8pmng 
In  hosn  nnd  wamas  an  ain  rock? 

Die  alt  eehwiger  sprieht: 

Ach  aiden,  es  war  unser  pock, 
6  Der  hat  mir  ein  milchhaffen  prochen, 
Den  hab  ich  zu  den  hörnern  gstochen, 
Mein  lieber  aiden,  mit  aim  pesen. 

Der  alt  kauffmon  spricht: 

Schwiger,  es  ist  kain  pock  gewesen, 
10  Sundr  ain  gsel,  het  rot  hosen  on. 

Lisabety  das  weih: 

Ey  .  .  .  .  endlich,  lieber  mon, 
Ist  ie  kain  mensch  kumen  ins  haus, 
Seither  die  statknecht  gingen  aus. 
16   Was  sol  wir  dir  lang  schweren  hart? 

Der  alt  kanifmon: 

Ey,  schweig,  der  pock  het  kainen  part. 
Sunder  war  umb  das  maul  gar  glat, 
[bl.  177]       Darzw  er  auch  nit  hörner  hat. 

20   Das  euch  paide  pock  plant  und  scheut! 
Wie  habt  ir  mich  all  paid  geplant 
Mit  euren  schmaichelhafting  wortan, 
Dia  ir  mir  gabt  an  allen  orten! 
Und  ich  hab  dir,  dw  iltes-hant, 

26  In  meinem  haus  so  wol  vertrawt. 
Itz  aber  merck  ich  wol,  das  zw 
Dar  huerweis  hast  gaholflfen  dw. 
Notten  so  nem  ich  deglich  ab 
An  meiner  reichtnm,  gut  und  hab. 

30   Ein  sack  hastw  verdinat  mit. 

Das  man  dich  drenckt  nach  cuplers  sit, 
Weil  dw  varpflicht  dein  flaisch  und  pluet. 

Die  alt  schwiger  spricht: 

Mein  her  aiden,  schlachz  aus  dam  muat! 

36  Thuet  mir  und  ewer  frumen  frawen 

* 

12  S  By  jo/es.         31  T  oaplert.     S  oapres. 

HuM  SMh«.  xxm.  7 


98 

KaJnB  solchen  argen  zu-vertrawen 

Und  last  uns  anpeköinert  mitl 

Bar  alt  kanffmom 

Was  äugen  sehen,  das  lewgt  nit. 

A   Ich  hab  le  gsehen,  das  der  jung 
Ztimb  laden  nab  in  garten  sprüng, 
Dniiub  wil  ich  nab,  ergrewif  ich  in, 
So  wil  ich  in  gar  richten  hin 
Ond  darnach  dich,  dw  hnrnsack,  plewn, 

10   Das  dich  dein  Imrweis  mag  gerewn, 
Dir  Ionen,  wie  dw  hast  verdint. 

Die  alt  eohwiger  fert  faer^  sohreit,  feit  in  an: 

Ey,  Schlacht  ir  Bit,  sie  tregt  ain  kint, 

Weil  sie  ist  dieser  »ach  nnschnldig. 
IS   Ey,  mein  herr  aideu,  seit  gednltig 
Und  Schlacht  solch  pds  gedancken  aasl 

Der  alt  kamfiTmaii  lest  fem  weib^  spricht  zu  der  seh  wieger : 

Dw  alte  hner,  ghelz  aas  meim  haus! 
jbL  177']      Odr  ich  wuertf  dich  all  stiegen  ab, 
au   Die  ich  im  ganzen  hanse  hab. 

Das  weih  feit  in  &ii|  spriolit: 

Ey,  Crist  gesegn  dich,  lieber  mon, 
Ich  fiirciit,  es  sey  dich  kiimen  an 
Die  dob&ucht,    Schaw,  wie  pist  erplichen! 
u  Dein  sin  tind  Vernunft  ist  gewichen. 

Mr  wil  eicli  to»  ir  reifieHy  sie  schreit: 

0  liebe  mneter,  hiW  in  halten 
Und  las  dein  kretting  segen  walten. 
Den  dich  geleret  hat  egester 
30   Unser  Otilig,  die  petschwester, 
Das  er  im  selb  kain  schaden  thw. 

Die  sohwiger  feit  in  an  und  spricht  i 

Ey  lieber  aiden,  pleibt  zu  rw; 

Ir  seit  gar  an  der  dobsnecht  kranck. 


10  &  hmu». 


31  8  fto  ia. 


M 

Legt  each  pald  nider  auf  die  panck, 
So  wil  ich  den  dobsegen  sprechen. 

Her  alt  kauffnan  wil  sieh  Ton  fai  reiasen,  säbelt  aer  nnd  apricht: 

Weicht,  weicht  von  mir  and  last  mich  rechen 
6  An  dem  lecker  onden  im  garten, 
Den  wil  ich  hawen  darch  die  schwarten. 
Das  die  snn  noch  mns  durch  in  scheinen. 

Baa  weib  feit  amb  in,  apricht: 

Mit  allen  trewen  wir  euch  meinen. 
10  Mneter,  bilff  nider-drueckn  mit  gwalt; 
Sprich  neber  in  den  sogen  palt! 

Sie  dmecken  in  nider  aof  die  panok,  die  alt  apricht  den  sogen 

nber  in: 

In  doribns  et  lappibns 
15  In  dölpis  et  dildappibus 
Dich  offen  mnlieribns! 
Dw  semper  pleibst  ein  asinus. 
Sorge  et  stampf  hin  fdes  fdr  fns, 
Dobsncht  nnnqnam  dich  lasen  mns. 

90  Sie  laaaon  in  anüiten,  er  spricht: 

Mich  dönckt,  mir  sey  ein  wenig  pas, 
[bl.  178]       Doch  wil  ich  gwis  erfaren  das, 

Ob  mich  hab  trogen  mein  gesiebt, 
Das  eim  oft  durch  das  plerr  geschieht. 

2h     Der  alt  kanifmon  get  ab.    Die  alt  schwiger  spricht: 

Kan  der  alt  solch  grob  proeken  schlicken, 
So  wirt  er  warlioh  nit  ersticken, 
Ob  wir  im  der-gleieh  possen  reisen, 
Mit  schmaichel-hafting  lüegen  speissen. 

30  Der  alt  kanffmon  knmbt,  spricht: 

Ach,  ir  habt  war  gesaget  das, 
Es  get  im  garten  amb  im  gras 
Unser  pock  pey  geschworem  aid. 
Daramb  pit  ich  each  alle  paid, 
3ft  Wolt  mir  verzeyhen  mein  sehmachwort, 

1* 


101 


Der  kinder-mörder. 

Hört  zw  ain  erschrocklich  geschieht, 
Warhaft  gschehen  and  nit  erdicht 
Zw  Obemehen  im  Elsas, 

6  Drey  meil  von  Strasparg  ist  gschehen  das 
Nach  OBtern  am  nechsten  freytag 
In  diesem  jar,  vnrwar  ich  sag, 
[bl.  193']      Das  ein  hecker  Adam  Stegmon 

Hies  sein  weih  frwe  int  reben  gon 

10  Mit  irem  eltsten  sun,  der  war 
Albrecht  genent  und  alt  nenn  jar. 
Der  man  pliebe  zw  hans  allein 
Mit  dreyen  klainen  kinden  sein: 
Ain  dochterlein,  alt  sieben  jar, 

15  Annalein  das  genenet  war, 

Das  ander  kneblein,  vier  jar  alt. 

Hies  Gabriel,  das  drit  gezalt 

Hies  Mertlein,  duet  man  im  prieflf  lessen, 

Ist  zwo-und-zwainzg  wochen  alt  gwessen. 

20   An  den  kinden  Adam  Stegman 
Durch  eingebn  des  laiding  sathan 
Hat  drey  schröcklicher  raort  pegangen, 
Hat  am  dochterlein  angefangen, 
Das  erstlich  in  ain  arm  stach, 

2«   Das  maidlein  im  entloif  darnach, 
Ergrieif  ers  in  seiner  schlaflfkammer 
Rawft  im  paid  zopff  aus,  in  dem  jammer 
Wert  sich  das  maidlein  an  dem  ent, 
Da  verwund  er  im  paide  hent, 


1    Im  lehnten  epraohboobe,  bl.   193  bis  104'.      Vergl.    band    8,  8.   750   bis 
752.      Wabracheinlicb   wftren  beide  stüoko  versificationon   zu   bolzHcbnitten. 


102 


Ktint  sich  nit  mer  weren  darnach, 

Er  im  sein  gor^el  gar  abstacli. 
Nach  dem  der  knab  herhalten  mnest, 
Den  stach  er  peim  hals  in  die  pruest, 

r,  Damach  ine  gmecht  und  iE  die  stirn, 
Pia  er  sein  leben  thet  verlirn. 
Darnach  zumh  klainen  kind  sich  macht 
In  der  wiegen^  das  in  anlacht, 
Das  hat  er  gestochen  nachmals 

10   Hinter-werz  fön  ff- mal  durch  den  hals, 
Darnach  ein  stich  auch  in  den  pawch, 
Das  im  ausging  das  ingwaid  awdi. 
Das  auch  sein  leben  enden  thet. 
[hL  IM]      Als  er  die  mört  volendet  het» 

i&  Da  setzt  er  sich  füer  sein  haustüer. 
Als  etlich  nachtpawrn  gingen  füer, 
Fragten  Adam:  „Wie  tbuestw  leben?« 
Da  hat  der  mörder  antwort  geben; 
„Wie  aolt  ich  lehn?  Ich  ghör  an  galgen!'' 

20  Sie  sprachen:  i,Waninib?"  sani  mit  palgen, 
Sprach  er:    „Ich  hab  umpracht  mein  kind. 
Kumht  rein,  schawt  die  warheitl^  Da  sind 
Sie  ab  seiner  rede  worden  entsetzt, 
Sint  neiu-gangen  mit  im  zwletzt, 

I«   Haben  den  grosen  jamer  gsehen. 

Nach  dem  sich  auch  öein  weih  det  neben, 
Sach  ire  kinder  im  pluet  rot 
Alle  liegen  er  permlich  dot; 
Da  sanck  sie  nider  in  am  acht, 

30  Das  man«  gar  kaumb  zw  kreften  pracht. 
Der  mörder  sprach  zum  sun  Albrecht: 
^Schaw,  snn,  halt  dicb  fruncklich  m\i  recht, 
Das  dw  nit  werbt  ain  schelm  wie  ich! 
Gehör  an  galgen,  huet  dw  dich!** 

M  Nach  dem  bat  in  die  obrikeit 
Gfencklich  angnumen  zu  der  zeit 
Und  die  ermorten  kinder  gar 
Zam  gelegt  auf  ain  dodenpar, 
Auf  den  kircboff  tragen  in  neben, 

tu   Da  sie  hat  jung  und  alt  gesehen. 
Darnach  am  samstag  die  kind  haben 


108 

Nach  mitag  in  die  erden  graben. 
Der  mörder  aber  ligt  noch  gfangen, 
Der  solche  drey  mort  hat  pegangen. 
Wie  and  wen  der-selb  wirt  gericht, 
5  Wirt  auch  noch  pracht  in  dis  gedieht, 
Palt  man  erfert  den  rechten  gmnd. 
[bl.  194']      Got  der  spar  uns  alle  gesund, 

Das  kain  solch  üebel  pey  ans  wachs. 
Das  wünschet  ans  allen  Hans  Sachs. 

Anno  salvtit  1556,  am  1  tag  May. 
Mach  dem  ragiitor  80  verte,  in  wbkliehkeit  78. 


104 


Ei\len8pigel  wart  ein  muler. 


EwleiiBpigel  ^eu  Marpurg  kam 

Zum  landgraven  und  sich  anam, 

Wie  er  der  künstlichst  nialer  wer, 
ö   Zaigt  etlicli  jj^nialte  dnecher  her 

Dem  fueraten  zw  künstlicher  prob. 
[bL  297']      Der  gab  Ewleiispiegel  gro^i  lob 

Dnd  gab  im  tu  er  ain  weiten  sal. 

Sprach:   .Maister^  uns  auf's  künstlichst  mal 
IQ  Herein  die  gschicht,  wie  muri  die  stat 

Troya  vor  zeit  pelegert  hat, 

Verprennet  und  genzUch  zerstört, 

Wie  manch  kuener  hell  wurt  erniort.'- 

Ewlenspigel  d*5r  nam  das  an, 
lö   Sprach:  „Gebt  mir  hundert  guelden  dron, 

Das  ich  färb  kawiF  und  gsellen  halt/ 

Nnnn  ein  die  hundert  gttelden  palt. 

Sprach:  „Doch  ich  ob  der  arbeit  mein 

Wil  gar  nicht  ueberloffen  sein, 
io  Piß  ich  das  werck  zq  ende  pring." 

So  wart  peschlossen  alle  ding. 

Ewlenspiegel  peschloB  den  sal, 

Malt  doch  nichs  darin  nberal, 

Snnder  schlemmet  nnd  spilt  im  pret 
* 

1  Im  lehDUn  »pruobbuohei  bU  297  bis  298'.  Zuerit  v«  raffen  (lieht  von 
Chtkrlea  5«hweUzor,  Etado  iiir  In  Vio  ot  le«  <Eiivre«  de  Hudb  Saoh«.  Xancj 
18B7.  ^'  f,  447;  dfttm  nU  171  Mhwii^Dlt.  V^orgl.  doD  ruBitterge«AQt!  ^i*  ^^r 
ftbonteuorwoiäe  Hadb  FolE«n:  Ewlerurpiegel  wart  oin  mtilor  »Ewlenipiegel  gen 
Murpurok  knui«  U6d  Mftri  32  (MG  1&>  bL  t2b) ,  godr.  Sohw«itter  t^  «*  o. 
«.  44Ü,  Quftllo :  KuttiUBpiegel«  27,  bistoriu  (Ualler  aeudruok«  or<  5b/56  ».  38), 
L^  Stihiveitsor  nicbl,     8  ob. 


105 

Mit  sein  gesellen  frwe  and  spet. 
Von  hoff  het  er  speis  and  getranck. 
Als  das  weret  ein  monat  lanck. 
Der  füerst  ein-mal  za  sehen  gert 
5  Das  künstlich  gemel,  wol  pewert. 
Ewlenspigel  sprach  aaf  der  fart: 
„Mein  gemel  aber  hat  die  art, 
Nimant  kans  sehen  in  der  frist, 
Den  wer  elich  geporen  ist.*' 

10   Der  füerst  ging  in  den  sal  zw-hant; 
Aaf  dem  ghraest  Ewlenspigel  stant, 
Zaigt  im  mit  ainem  steblein  glat: 
„Secht,  da  stärmbt  man  Troya,  die  stat! 
Da  ligt  Hector,  der  küene  helt, 

15  Den  Achilles  in  dot  hat  gfelt! 
[bl.  298]       Secht,  da  get  aach  Paris  zw  grant; 
Dort  aber  ligt  Patroclas  want; 
Da  Wirt  küng  Priamas  erstochen. 
Secht,  da  wirt  die  mawer  abrochen, 

20  Dar-darch  füret  man  nein  das  gros 
Gezimert,  nebergneltes  ros! 
Secht,  dort  prinnet  das  knncklich  hans! 
Secht,  hie  fürt  man  gfencklich  heraas 
Hecnba,  die  zart  künigin! 

25   Secht,  dort  schieffen  die  Kriechen  hin!" 
Der  lantgraff  da  verglalfet  stant, 
Sach  doch  nichs,  den  ein  weisse  want, 
Der-gleich  das  ander  hoffgsind  sein 
Sach  anch  die  weissen  want  allein. 

30  Doch  schwieg  ider,  thet  der-geleich, 
Sam  sech  er  das  gemel  kunstreich; 
Ein  ider  gedacht:  Wen  ich  Sprech, 
Das  ich  solichs  gemel  nit  sech, 
So  köm  ich  der  er  in  gefer, 

35  Sam  mein  gepnrt  nnelich  wer. 
Der  lantgraff  ainen  narren  het. 
Der  die  want  auch  an-gienen  thet. 
Der  schray  auf  unterm  hoffgesind: 
„Solt  ich  gleich  sein  ein  hnereukind, 

40  Sich  ich  doch  nur  ain  weisse  went!* 
Da  lacht  iderman  an  dem  ent. 


106 


[bl.  298'] 


Auf  kam  das  Sprichwort  diese  zeit : 
Die  narren  sagen  die  warheit, 
Treff  anter  oder  ober  on. 
Ewienspigel  droit  sich  darfan, 
Forcht  seiner  schalckheit  nngemachs, 
Die  er  alzeit  trieb,  spricht  Hans  Sachs. 


Anno  salatis  1556,  am  24  tag  Septembris. 


107 


Die  8nma  all  meiner  gedieht  anno  salntis  1556, 
am  30  Septembris. 

Hewt  früe  thet  mich  ain  doctor  fragen, 

Was  ich  pis-her  pey  meinen  tagen 
5  Doch  neben  meiner  hent  arbeit 

Von  anfang  meiner  jngent  zeit 
[bl.  318']      Doch  faer  ain  knrzweil  het  getrieben. 

Ich  sagt:  ,Mein  herr,  mir  thet  nie  lieben 

Pnelen,  spilen,  hadern,  noch  zechen, 
10  Noch  ghradikeit,  das  mag  ich  sprechen, 

Fechten,  springen,  noch  saitenspiel, 

Pirsen,  noch  schiesen  zn  dem  ziel. 

Mein  knrzweil  aber  ist  gewesen 

Von  jogent  anf  pnecher  zw  lesen, 
15   Gaistlich  und  weltlich  aach  darpey, 

Histori  and  auch  mancherley 

Schön  artlich  poetische  fabel. 

Schimpflich  geleichnns  und  parabel: 

Das  mich  vnr  all  ding  frewen  thet. 
2ü   Nach  dem  ich  grosen  Inest  aach  het 

Zw  dem  dewtschen  maister-gesang. 

Darzw  pracht  mich  in  dem  anfang 

Ein  weber,  Linhart  Nunenpeck. 

Da  fast  ich  in  meins  herzen  seck 
26   Zu  dem  gsang  so  herzlich  inpranst 

Und  nebt  also  die  loblich  knnst, 

Pis  ich  drat  in  das  zwainzigst  jar 

Meins  alters  ich  zn  Münichen  war, 

Da  fing  ich  selb  zu  dichten  on. 
80  Pey  der  knrzweil  meins  herzen  krön 
m 
1   Im  lehnten  ipniohbaeha,  bL  818  bif  320. 


r 

108                                           ^M 

Hab  ich  nach  dem  mein  zeit  vertriebeu,                          ■ 

Pin  nun  pis-her  darpey  pelieben."                             ^^M 

Der  doctor  det  micli  weiter  fragen                           ^^| 

Und  pat  mich,  das  ich  im  solt  sagen,                      ^^| 

r^  Wie  vil  ich  den  meiner  gedieht                                 ^^| 

Maitsier-gesangs  liet  zu-gericht                                    ^^| 

In  Biima  durch  mein  ganzes  leben.                             ^^| 

■ 

319]       Da  antwort  ich  dem  doctor  eben:                               ^^B 

„Der  sint  viertawsent  aiiegesimdert                                J 

10   Und  darzw  auch  noch  gleich  ein- hundert,                  ^^H 

Und  darzu  ain-iind-achzig:  par                                    ^^H 

Hab  ich  mit  munt  und  baat  vurwar                         ^^^H 

In  zvvay-aud'\  irzig  jaren  eben                                    ^^| 

Der  weit  frey  an  den  tag  gegeben."                         ^^H 

16  Er  wuudert  sieb  der  grosen  zal                                ^^M 

Und  fraget  mich  aber  ain  mal,                                   ^^H 

Von  was  materi  die  gedieht                                        ^^H 

Des  maistergsang  het  zu-gericht.                               ^^H 

Da  antwort  ich  im  wideriim:                                      ^^H 

flo   ^Äller  art  ist  der  lieder  8itm.                                    ^^M 

Äins  tails  schriftlich  ztt  gotes  glori;                          ^^M 

Ein  grose  simi  weltlich  histori,                                   ^^H 

Schiiellctiii^t,  fabel  und  poetrey,                                  ^^M 

Zwcht'ler  ans  der  philosophey,                                   ^^M 

2j>   Hotlflich  nnd  abgesiolen  renck,                                   ^^H 

Gnet  lecberlich  poH8en  und  schwenck.                       ^^H 

Die  par  bah  ich  gesetzet  schon                                  ^^H 

In  zwayhuTidert-und-sechzig  thon  ;                              ^^H 

Doch  unter  diesen  thonen  sein                                   ^^H 

a<>   Dreyzehen  tbon  ganz  aigen  mein/                            ^^| 

Noch  nier  det  mich  der  doctor  fragen,                        ^^| 

Üb  ich  den  auch  jjey  meinen  tagen                                H 

Nit  etwan  auch  het  zu-gericht                                       fl 

Spröech  von  gepundenem  gedieht                              ^^H 

3ß   Da  antwort  ich  im:  „Herr,  fdrwar                            ^^M 

Ich  hab  die  ob-gemelteii  jar                                         ^^M 

Gemacht  vier-und-firzig  coraedi,                                  |^^| 

Darzu  acht-und-dreissig  tragedi                                        ^ 

Und  darzu  sinel  und  fasnacht-spiel                                   ■ 

33  6  Soolkuuft.                                                                                                              1 

109 

[bl.  SlO*]      Vier-nnd-sibenzig ;  darzw  fiel 

Kampf-gesprech  gedieht  wnnderpar, 

Allerley  materi  vurwar, 

Vil  gspreeh  zu  zaecht  der  thnmen  jagent, 
5  Auch  vdder  laster  und  nntnegent, 

Lobspmech  nnd  darzu  vil  histori, 

Pasquill  und  dialogi, 

Hofflich,  künstlich  poetisch  seh  wen  ck, 

Possen,  fabel,  abghrieben  renck. 
10  Der  stneck  vil  kamen  sint  in  draeck. 

Ir  sint  in  snma  alle  stneck 

Etwas  wol  iieber  die  sechshundert. 

Die  hab  ich  fleissig  ausgesundert 

Geschrieben  in  zehen  puecher  wol. 
15  Mit  dem  spruch  ist  das  zehent  vol, 

Peschlosen  auf  den  hewting  tag, 

Und  darzn  auch,  vurwar  ich  sag, 

Hab  ich  auf  hewt  an  alhi  gepruech 

Peschlosen  das  fünfzehent  puech 
20  Meiner  gedieht  mit  maistergsang. 

Als  man  her-zelet  von  anfang 

Cristi  purt  funfzehundert  jar 

Und  sechs-nnd-funfzig,  das  ist  war, 

Am  dreisigsten  tag  Septembris, 
25  Da  ich  alt  was  war  und  gewis 

Zway-und-sechzig  jar,  gleich  ich  sag, 

Weniger  sechs-und-dreyssig  tag. 

Got,  dem  herren,  sey  lob  und  er! 

Ich  wir  fort  nit  vil  dichten  mer; 
30  Die  guelden  quell  ist  vast  verloflfen. 

Idoch  pin  ich  zu  got  noch  hoffen, 

Das  sich  fort  ausprait,  mer  und  wachs 
fbl.  320]       Die  löblich  kunst,  das  wünscht  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1556,  am  30  tag  Septembris. 
100  vers. 

• 
13    6  seBhandert.  17  Da«   fünfsehnte  meistergesangbaeh  enthält  auf  bl. 

350'  bifl  351'  in  der  morgen  weis  des  Hans  Sachs:  Die  saotia  all  seiner  gedieht. 
D^T  maistergesang  stimotit  in  rielen  rersen,  vor  allem  in  den  Zahlenangaben  mit 
d«m  obigen  sprnohgediohte  von  demselben  tage  ttberein. 


110 


ürey  misieff  dreyer  freBiden  künig  zw  ainem  er- 

weiten  kfinig  auf  obersten  in  sein  kQnickreich.  I| 

Der  erat  prieff  tod  dem  kOnig  aus  YndiKu  Imut  aUo: 

Wir,  ktinig  Felix  zw  Yndian 
fi    Ans  gotes  gnaden,  zaigen  on 

Dir,  künig,  das  wir  ain  junckprunen 

Haben,  kumbt  aus  ehii  perg  gerunnen. 

Der  hallet  gar  mancherley  schaden: 

Weiich  mensch  darinen  tliuet  jjaden  — 
10   Er  hab  fawla  flaisch  oder  den  stain, 

Die  plab  haestn  oder  den  zipperlein. 

Den  mewchler  oder  druncken  zn  vil 
fbl  114]       Odern  grim  gwunen  ob  dem  spil, 

Die  eyffereucht  oder  das  senen. 
Iß   Daß  lawffent  oder  mit  posen  zenen 

Oder  sunst  krant'kheit,  was  das  sey  ^ 

Ist  der  junckprun  ein  giiet  arzney. 

Der- gel  eichen  den  gar  nralten 

Gernnczellen  und  un gestalten, 
20  In  dem  prunen  sich  anch  verjiiengen, 

Das  sie  daher-gent  in  den  sprüengen 

Gancz  freudenreich  und  wolgeperig, 

Sani  weren  sie  erst  zwainzig-jerig. 

D erhalb  ob  dw  best  in  dein  reich 
tb   Unter  ddni  lioffgsind  der-geleich 

Alt  oder  kranck,  inagstw  her-schicken 

In  Yndiam,  sieh  zu  erquicken. 

Den  woU  wir  gnelteu  wilu  peweysen, 

Zu  hoff  sie  trenckeo  nnde  ^peieen. 


t    Int  elfLen  apraobbach«,  b],   ]IZ*  bis   115, 
ttoUr  Dr.   174  gttdraokt.  13  3  gewaaei). 


lo  den   ftibttln  und  ttihw  iL  alten 


111 

Hab  wir  dir  sambt  krancken  und  alten 
Im  p68t€n  wöllan  nit  verhalten.     Vale. 

Der  ander  prieff  von  dem  kinig'  aas  Zip  per  n. 

Wir,  küng  aus  Zipperu  von  gotes  gnaden, 

A   Thant  dich,  berr  künig,  in  Zippern  laden; 
Wan  es  ist  uns  eo  wunderpar 
Got  lob!  gewach&en  dieses  jar 
Der  aller-k östlichst  Zipper-wein. 
Als  wir  den  habn  geernet  ein, 

to   Sint  all  vesser  and  zaeber  vol, 
Das  wir  nit  kiinen  wissen  wol, 
Wo  wir  solen  hin-knmeu  mit. 
Weil  den  wein  pey  uns  drinckea  nit 
Die  düerckischen  Machometisten, 

16  (Ir  alkaron  verpewtz  mit  listen), 
114']      Auf  das  der  wein  kain  schaden  nt>m, 
Snnder  zw  nucz  den  menschen  körn, 
Pit,  wolst  zn  ans  schaffen  geschwind 
Ktlicb  ans  deinem  hoff-gesiud, 

to   Vor  den  man  saget  unf erhol, 
Wie  das  sie  mügen  zeciten  wol, 
Den  wein  etwan  gar  knollet  drincken. 
Das  sie  nachtz  haim  an  wenden  hincken, 
Etlicb  müegen  weintragen  woL 

t5   Sanken  sieb  ains  mal»  zwaymal  fol  — 
Der-selben  wölst  mir  schicken  zw 
Anf  das  erst  ein  rot  oder  zwii. 
Das  sie  uns  heltfn  die  fesser  lern. 
Hoif,  pitiich  werst  nns  des  gewern. 

40   Hie  schick  ich  dir  ain  scbalen  vol 
Zipper-weins,  magstw  kosten  wol 
Sambt  deim  hoffgsind,  and  schmeckt  er  dir^ 
MagBtw  anch  selb  knmen  zn  mir 
In  Zipp^m,  mit  jangen  and  alten 

Hb  Mit  den)  Zipperwein  fasnacht  halten. 

Der  drit  prieff  vom  künig  aoa  Soltweden. 
Wir,  küng  aus  Schweden,  entpieten  dir, 


18   S  tebwiDd. 


112 


Küni^,  unsern  gnies  und  wis,  das  wir 

Eiitpfangen  habn  ein  groseii  sctiaden; 
Das  clagen  wir  deinen  geniulen, 
Waii  am  zwainzigsten  Decembris 

b   Ist  uns  in  Schweden  zu  vertris 
Auf  den  ttig  von  der  liaisen  snnen 
Die  se  pis  in  den  grund  anspruneo; 
Die  Stockfisch  sint  all  worden  praten. 
Derhalh  weüe  al&o  ist  gei'aten, 

lo   Scliick  wir  dir  etlich  stueck  t^tockfiscb, 
Gepraten  also  gnet  und  frisch  ; 
Darmii  wolst  dises  künckreich  halten 
[b1.   115]       Und  kiinicklicher  frewden  walten, 

Wolst  die  mit  deiaem  hoffgsind  esseiL 

u  Doch  wölst  nit  stelen  in  vergeasen, 
Sünder  aus  deiner  deutschen  grencz 
Woist  uns  her-8chickn  zw  reverencz 
Lebentig  also  gsunt  nnd  frisch 
Ein  schock  grober  deutscher  stückfi»ch, 

ao   l)er  man  vil  vint  im  deutschen  laut, 
Am  leib  gros  und  klain  am  verstant, 
Darmii  wir  wider  pseczn  die  se, 
Auf  das  wider  von  State n  ge 
Der  Btockfisch-fanck  und  thw  sich  raem. 

26   Darfan  sich  nufe^ere  laut  thun  nern. 
Da»  wöl  wir  dir  im  pesten  dencken, 
Aufs  jar  mer  pratner  stockÖsch  schencken. 

Anno  salatia  1557,  am  5  tag  Januari. 


2   ß   mir. 


118 


Gesprech  Yon  der  himelfart  margraff  Albrechtz 

aono  1557. 

Als  man  zeit  foofzehandert  jar 

Und  siebnündfanfzig,  als  gleich  war 
r,  Jannari  der  sibent  tag, 

Ich  die-selb  nacht  gar  mnnter  lag, 

Und  pedacht  mich  hin  nnde  her, 

Weil  man  hört  so  yyl  poser  mer 

Vom  Düercken  nnd  andren  thirannen, 
10  Wie  die  zw-rüesten  ir  streitfannen, 

Vil  haimlich  pratic  wurden  gmacht 

Über  Dewtschlant,  drob  ich  gedacht, 

Pesser  wer  sterben  den  zw  leben, 

So  ward  doch  ainem  me  gegeben, 
16  In  seinem  grab  mit  fried  zn  liegen 

Vor  thiranney,  aofmr  und  kriegen. 

In  den  schweren  gedancken  diefif 

Ich  mit  aim  starcken  schlaff  entschlieff. 

Benins. 

so  Im  tranm  mir  Genins  erschin, 

1  Im  elften  spruehboehe,  bl  125'  bis  130.  Am  20  Januar  157ß,  Hans  Sachs 
var  am  abende  vorher  gestorben,  wurden  vier  blätter,  hl.  126  bis  129,  auf  befehl 
de«  Nürnberger  rates  herauflgeschnitten.  Vergl.  Schnorrs  arohiv  1H7H.  7,  g.  300. 
In  Nürnberg  [Nj  und  in  Berlin  [B]  befinden  sich  abschriften  von  dem  spruch- 
f^ediebte,  die  niobt  etwa  selbständig  von  dem  ori;;inale  genommen,  sondern  von 
einander  abhängig  sind;  denn  beide  haben  den  vers  nach  s.  116,  23,  der  dem  .«inne 
and  dem  reime  naeh  überflüssig  ist,  und  beide  weichen  in  (gleicher  weipc  von  den 
versen  ab,  die  in  S  noeh  erhalten  sind.  B  aber  ist  die  bessere  niederschrift:  sie 
i«t  hier,  wo  nicht  S  vorhanden,  vorläge.  Gedruckt:  Emil  Weller,  Der  volks- 
dkshter  Hans  8aehs  und  seine  diehtungen.  Nürnberg  1868.  s.  121  bis  133; 
darnaeh  Arnold,  Hans  Sachs  I,  s.  298  bis  307.  Nach  N:  LUtzelbergerFrüm- 
mana,   Hanf  Sachs.     Nürnberg   1891.  s.    133  bis   143. 

Haus  Saehs     XXIU.  ^ 


U4 


Sprach:    „Wolauff,  dw  muest  mit  mir  liiiK 
Ich  wü  dir  zaigeii  ain  krieg sfüersten, 
Den  alzeit  hart  nach  pluet  was  dliersten, 
Welcher  schier  das  gancz  deutsche  lant 
ft   Mit  krieg  erreckt  hat  durch  sein  haut 
Und  des  verderbt  ein  grosen  dail 
Oß  naecz,  im  selber  zw  anhail. 
|bl.  1261       DaniJ  er  mit  gewaltiger  haut 
Aus  seinem  aigenen  erb  laut 
10   VertribeJi  worden,  im  eleiit 
Der  &ein  lebeti  lieut  hat  geendt. 
Wolauff  imd  kom  bald  mit  mir  dar! 
Schau,  wie  sein  sei  gen  himel  far!*^ 


Also  daucht  mich  in  traomes-qual, 
ifi   Wie  er  mich  in  ein  dnnckel  thal 
Füret  und  zaiget  mir  da  on 
Von  weitteu  ein  lange  person, 
Die  vor  uns  ging^  gemach  abwartz 
In  eim  daßmichen  nebel  schwartz, 
äti   Welche  bei  ir  selb  klagt  und  wemert, 
Eehzet,  seufzet,  wainet  und  geraert; 
Darob  ich  ward  entsetzt,  erschrocken. 
In  dem  erhürt  wir  alle  glocken 
Oben  auf  erden  leuten  lang 
2b   Sambt  eim  klegücheu  todten-gsang, 

Hans   Sachs* 

Ich  sprach:  „Genius,  mich  bescliaid! 
Dem  volck  ist  uiiib  den  füersten  laid, 
Brüff  ich  bei  dem  klegMchen  gsang 
so   Und  auch  gleich  an  der  glocken  clang.^ 

Oeniofl, 

Genius  sprach :  „Man  leut  die  glocken 
Vor  grosen  freuden  und  frolocken, 
Das  er  nun  Mn  ist  auf  der  erdt. 
»b  Das  todten-gsang  und  klag-gebert 
Helt  man  gwislich  allein  darumb, 
Das  in  der  todt  nit  lengst  hinnumb.** 

(  BrraokI  ^  erregt.         26  («hit  B. 


116 

Hans  SmIib. 

Ich  sprach :  .Das  mag  sein  bey  den  banm 
Und  den  bargern  in  den  manm, 
Welchen  er  hart  zusetzen  thet, 
B  Beraubet,  brent  dörffer  und  stet. 
Den  försten  aber  ist  es  laid?!* 

Benias. 

Genius  sprach:  „Bei  meinem  aid! 

Die  forsten  haben  sich  zu-letzt 
10  Selber  vor  sein  ducken  entsetzt; 

Hat  wol  in  dises  krieges  spil 

Etlich  fnrsten  gekostet  vil, 

Die  im  haimlich  haben  hilf  than. 

Seitens  im  lenger  hangen  an, 
16  Er  het  sie  wol  sambt  im  verderbt 

Gleich  seim  land,  das  er  hat  ererbt. 

Derhalb  wünscht  in  kein  mensch  herwider, 

Der  weis  ist,  erenwert  und  bider. 

Weil  er  noch  het  gelebt  on  rhu, 
80  Nach  aufrar  trachtet  imer-zw.'^ 

Nun  wir  volgten  von  ferren  nach. 
In  dem  ich  ein  gros  volck  ersach 
Von  adel,  reutter  und  lantzknechten, 
Warn  gerüst  zu  schlagen  und  fechten. 

26  Als  nun  die  sei  kam  zu  in  dar 
Und  fast  miten  unter  in  war, 
Ungstüm  schray  der  häuf  obgemelt 
Diser  sei  zu:  Gelt!  gelt!  gelt!  gelt! 
Stilschweigent  ging  der  geist  sein  stras 

so  Durch  sie  und  dückisch  sehen  was. 

Hans  Sacks. 

Ich  sprach:  , Genius,  sag  mir  war! 
Was  ist  das  für  ein  grose  schar 
Von  den  nacketen  krieges-knaben, 
36  So  alle  da  gelt  wollen  haben?'' 

G^eniuB. 

Genius  sprach:    , Schau!   das  sind  schlecht 

Sl    and  36  fehlen  B. 


116 

Edellent,  reutter  und  lautzknecht. 
Den  er  verhieß  gros  sold  zn  geben, 
Die  weil  er  kriegt  in  ßeinem  leben: 
Soltea  all  gwinnen  er  und  gut. 

h  Die  reit  itziuider  die  armttt, 
Weils  in  ilzt  an  der  zalting  feit; 
Und  ward  manchem  kaum  das  latitgelt. 
Die  sckreien  itzt  mit  ungedult. 
Auch  hat  er  gemacht  grose  selmlt 

1«   Bei  färBten,  adet  hin  and  wider, 
Die  im  liehen,  ea  wolt  ein  ider 
Mit  seim  kriegen  werden  geleicU, 
Mit  im  werden  seiig  und  reich. 
Weil  es  nnn  hat  geschlagen  umb, 

i&  Ist  uiigeslümb  des  volckes  stimb; 
Ir  dinst  und  lehen  ist  verlorn. 
Derhalb  wütt  es  also  im  zom 
Und  zeucht  im  greulich  binden  nacb.'^ 


30 


Nach  dem  ein  groses  volck  ich  sach 
Von  weib,  kindern,  purgern  und  paurn, 
Sie  «tunden  da  in  grosem  tranm. 
Der  anzal  etlich  tansent  war. 
Als  nnn  der  geist  kam  zn  der  schar. 
Da  gingen  sie  entgegen  im, 
Schrien  gar  mit  cleglicher  stim: 
„On  ursach  bastii  uns  verderbt, 
Weib  und  kinder  hungers  gesterbt. 
Itzt  mustu  auch  für  grichte  gon 
Und  einnemen  verdienten  Ion/ 
Der  geist  ein  seufzen  sencken  was, 
Ging  stüschweigent  durch  sie  die  stras 
Und  schlug  Bcbaoirot  sein  äugen  under. 


H&ns   Sachs. 

Ich  sprach:  ^ Genius,  sag  besnnder, 
a6   Wer  diser  groser  häuf  mag  sein 
Von  volck,  jung,  alt,  gros  unde  cleinJ 


3^   BN    haben    nmch    t 
30  FruiuuiaDti  eia.      BN   m. 


2.H    die  toilv :    Üod    in 
3a   fehll  BN. 


eritt    r«cht    erlcenDeo    war. 


117 

Genius  sprach:  „Der  grose  hauffen, 
Die  in  mit  geschrai  nberlanffen 
Ans  den  stetten  und  ans  dem  lant, 
6  Die  liat  er  plagt  mit  ranb  nod  brant, 
Genomen  in  schaf,  kne  und  pferd, 
Mit  krieg  verderbt  oben  auf  erd, 
Brantschatzt,  darnach  auch  erst  verprent 
Und  gar  mit  nnfnrstlicher  hent 
10  Ir  vil  gehencket  nmb  nnschnlt. 
Des  Schreiens  räch  mit  nngednlt 
Za  got  im  himel  nber  in."* 

Nach  dem  kamen  wir  weiter  hin 

An  das  heUwasser  Stix  zn  thal; 
16  Darbei  stund  ein  onzelig  zal, 

Zerhackt,  verwondt,  noch  also  blntig, 

Tödtlich  blaich,  tranrig  nnd  nnmntig, 

Wie  ghenckte  k5pf  war  ir  anblick ; 

Mancher  het  noch  am  hals  ein  strick, 
10  Und  stunden  da  aller  gestalt. 

Wie  man  das  wüttend  here  malt. 

Als  nun  der  geist  zu  inen  drat 

Hin  an  des  hellwassers  gestat, 

Zu-hand  der  blutig  hauffen  schrir: 
26   ^We,  we  uns  ewiglich  und  dir! 

Im  würgen  seind  wir  erwürgt  wom 

Und  nun  ewig  mit  dir  verlorn.'* 

Der  geist  der  biß  sein  zen  zusamen 

Und  thet  echzigen  und  grisgramen, 
30  Ganz  stillschweigent  unter  in  stan, 

Sahs  mit  zornigen  äugen  an. 

Hans  Sachs. 

Ich  sprach:  „Genius,  sag  durch  gott! 
Wer  ist  die  gros  blutige  rott?<* 

36  Ctonius. 

Er  sprach:  .Das  ist  die  ganze  snmb. 

Die  in  dem  kriegen  kamen  umb: 

* 

b   V  htLt  er.      BN  er  hat.  10  ?  amb.       B  on.      N  mit.  17  und] 

fehlt  B.  32  und  36  fehlen  BN. 


118 

Kriegs volck  n.m  allerlei  geschlecht» 
Als  adel^  reutt^r  iiud  irititzkueoht, 
Die  er  zw  thiranney  vermant; 
Geistlich  und  weltlich  nit  verschollt  j 
Er  bliindert  kirdien,  klöster  nod  stifft, 
Ser  vll  mördens-UDglück  anetift 
In  dem  deutschen  land  hin  und  wideri 
Bis  man  in  etüch  mal  legt  nider: 
Da  er  disen  liaufTen  vertu r, 
Erstochen  und  erschossen  war, 
Schau!  der-selben  aee!  alda  sten, 
Und  der-gleichea  sambt  allen  den 
Knechten,  lies  hencken  ane  recht, 
Lont  in  wie  der  tenffel  Beim  knecht. 
Schau  I  dise  haben  all  gewart 
Auf  des  kriegstursten  himelfart, 
Mit  im  zu  farn  in  bimel  hoch« 
Gleich  wie  ein  kue  in  ein  meußloch/ 


In  dem  da  für  daher  Caron 

jo   Mit  seim  schif,  der  liellisch  scliifman. 
Das  er  die  seel  nach  der  geschiclit 
Fürt  über  inn  die  heel  für  gridit. 
Als  nn  der  fürst  eintreten  wolt, 
Da  sagt  zu  im  Caron :  ,Du  aolt 

3a  Nit  tretteu  in  das  schif  zu  mir, 
Bis  du  geleget  hast  von  dir 
All  unart,  sünd  und  untugent, 
Die  du  bisher  tribst  all  dein  jugent; 
Wann  diß  schifflein,  thu  ich  dir  sagen, 

30   Kan  solchen  last  gar  nit  ertragen. 
Darumb  würf  solch  laster  ungheuer 
An  dem  gestat  in  dises  feuert* 
Zu- band  ich  ein  gros  feoer  sacli 
An  dem  gestat;  dem  trat  ich  nach, 

a«  Das  ich  da  alle  ding  mocht  seben. 
Der  fürst  thet  sich  zum  fener  nelien 
Und  schütt  sein  trunckenheit  darein: 
0,  wie  ward  ein  gestenck  von  wein! 
Het  schir  erlescht  das  feuer  gros. 

10  Nadi  dem  von  im  ins  feuer  schoß 


119 

Sein  thiranischer  trotz  und  frevel, 

Das  brennet  gleich  wie  bech  and  schwefel. 

Warf  darein  sein  gotslestmng  anch: 

Bis  anf  gen  himel  ging  der  ranch. 
6  Stürtzt  anch  darein  sein  neid  nnd  haß, 

Darvon  das  fear  erst  flamen  was. 

Schwang  aach  darein  sein  grim  nnd  zom 

Und  mainaid,  so  er  hett  geschwom, 

Sambt  schmaichlerei  nnd  hindertück, 
10  Untren  und  der-gleich  böse  sttick. 

Darvon  ward  erst  gemeltes  fenr 

Noch  grösser  vil  nnd  nngehear, 

Das  an  himel  anfstnbn  die  ftincken. 

Nach  dem  so  thett  mich  auch  bednncken, 
16   Wie  er  ins  feuer  werffen  thet 

Etlich  schmachbücher,  die  er  het 

Darvon  hört  ich  das  fener  schmatzen, 

Ser  grenlich  foncken  und  anfspratzen 

Von  nnverschembten  grosen  lögen, 
so  Die  ein  blinder  hett  greaffen  mügen, 

Damit  zn  schützen  fürstlich  ehr. 

Und  sich  selbert  verkleinert  mer. 

Nach  dem  warf  er  darein  on  zal 

Laster,  hie  nngenent  znmal, 
26   Als  mordt,  brant,  mörderei  und  raub, 

Hochmut,  Zauberei  und  unglaub: 

Wurden  an  dem  gestatt  verbrent. 

Als  nu  solchs  alles  ward  voUent, 

Nach  dem  trat  der  gaist  in  das  schif, 
30   Traurig,  über  das  wasser  tief 

Zufaren  für  das  hellisch  gricht. 

Mich  aber  daucht  in  dem  geeicht, 

Wie  das  jenseit  des  wassers  ston 

Am  gestat  manch  herrlich  person, 
s6  Als  gros  mechtig  herren  und  fürsten. 

Die  nach  seiner  zukunft  war  dürsten. 

Schrien:  ,Kum  her,  du  bist  ein  rechter 

Landfridlicher  thirann  und  echter  I« 

Und  stunden  doch  sam  in  unmut, 
* 

10   T  dergleieh.     BN  dergleichen.     N  bOß.       38  Frommann  vermatet  land- 
feindliAber.     loh  halte  den  ansdraek  in  BN  aber  für  ironie. 


Bis  nber-fnren  in  fleni  blal; 
Die  winekteii  im  üüber  zü  in. 

Hasfl   Sfiolifl. 

leb  sagt:  „Genius,  sag  den  sin! 
ft   Wer  sind  jene  mechtige  herrn, 
Die  an  dem  gestat  sten  von  fern?" 


Er  Bpracb:  „Ist  Dionisiug, 

Sein  aon  und  Aristotimuö, 
lü   Cleomenns  und  Plialaris, 

Nicocrates  und  aiidi  Nabis» 

Nero,  Heliogabolus, 

Domianus,  Julianns, 

Comotus  nnd  Caligula, 
iB   Der-gleich  ander  thiranuen  da, 

Die  aU  vergoßsen  raenschenblnt, 

Welche  auch  alle  in  nninut 

Auch  vor  etlich  nnd  hundert  jaro 

Hieher  sind  gen  himel  gefarn. 
'jo  Da  Wartens  all  sein  in  gemein 

Und  der  gantzen  gesellechaft  sein,** 
Nach  dem  ersach  icli  das  hellhans, 
Gros,  weit,  erschrücklicli  überaus» 
WelJiches  hett  wol  tausent  pforten 

aft   Und  zugeng  gar  an  allen  orten. 
Nach  dem  sach  ich  das  gros  hellthor 
Ofifen,  und  hoch  hangen  dar  vor 
Cerberum,  den  grossen  hellhandt, 
Mit  seinem  weit  dri fachen  scMunt, 

30    Der  heulet,  tobt  und  wlittet  va^t, 
Freut  sich  des  zukünftigen  gast 
Und  auch  der  ander  vielen  meng, 
Die  man  für  über  mit  getreng. 

Hans  Sachs. 

id  Da  sagt  ich  zu  Genio  da: 

„Wie  geren  wolt  ich  rait-farn  da, 


34  r«bit  BN* 


121 

Wie  DamanciiiB  und  Minos 
Sprechen  ortheil  nber  den  häufen  gros, 
Darvon  ich  hab  bei  meinen  tagen 
Qelesen  vil  und  hQren  sagen, 
6  Von  disem  hellischen  gericht.<* 

Benini. 

Grenius  sprach:  „Mit  nichten  nicht 
Wünsch  dich  zu  dem  blutigen  häufen! 
Thu  von  der  hell  aufs  weitest  laufen! 
10  Darinn  ist  weder  freud  noch  wun, 
Sie  sehen  weder  mon  noch  sun. 
Müssen  ewig  im  ünstem  sein, 
On  erlösung  in  quäl  und  pein.** 

In  dem  sach  ich  das  hellisch  feur 
16  Mit  finstrem  rauch  gar  ungehenr 
In  dem  gantzen  hellischen  haus 
Oben  zum  gibel  schlagen  aus, 
Das  laut  prasslet,  knaltzet  und  kracht. 

Der  besoklns. 
[bl.  IdOJ       Darfon  ich  ploczlich  auf-erwacht. 

.    Da  war  mein  herz  und  gemüet  stecken 
Vol  Wunders,  angst  und  sorg  und  schrecken, 
Knnt  lang  zu  mir  selb  knmen  kanmb, 
Dacht:  Was  pedewt  nur  dieser  traumb? 

•J5   Nach  dem  det  man  nach  kurzen  tagen 
Im  ganczen  lant  warhaftig  sagen, 
Margrafif  Albrecht  verschieden  wer 
Den  sibenden  dag  im  Jener. 
Nit  wais  ich,  ob  mir  das  gesiebt 

30   Sein  himelfart  hat  untericht 
Oder  ob  der  träum  on  gefer 
Die-selbig  nacht  sey  knmen  her. 
Das  las  ich  weiser  leut  ansprechen; 
Ich  kan  es  selber  nit  aus-rechen, 

36   Das  mir  kein  Ungunst  daraus  wachs 

Fey  den  Merckischen,  wünscht  Hans  Sachs. 

Anno  salotiB  1557,  am  6  tag  Febniari. 
800  vers. 


122 


Das  pild  der  waren  fremitsehaft* 

Die  poeteti  haben  gedieht 

Ein  pild  der  frenntschaft  zu-geridit, 

Das-selbig  pild  war  ein  Jüngling, 

ft  Parhaubt  mit  der  claidnng  gericht. 
An  des  sauin  stand  geschrieben  eben 
Diese  zway  worter :  dot  nnd  leben ; 
An  seiner  stiren  stund  binliinter 
Diese  zway  wort:  sumer  und  winterj 

10  Das  pild  het  ein  offene  pruest, 

Im  leib  sach  man  das  bercz  mit  Inest, 
(bl  46' I       Darin  stund  gscbrieben  in  warheit 
Diese  zway  wort:  nahent  und  weit; 
Und  dieses  pild  ein  arme  pneg  ' 

i&  Und  zaigt  mit  einem  finger  clneg 
Auf  das  bercz  in  den  leib  hinein» 
Dem  pild  sei  gleich  die  frenutschaft  sein. 
Erstlich  frlBcb,  jung  und  sich  vernew 
Teglich  in  rechter  lieb  und  trew, 

so  Das  mit  der  zeit  nit  thw  veralten , 
Abnemen  und  entlieh  erkalten. 
Zum  andren  das  pild  parhaupt  war. 
Dewtj  das  die  freunlscbaft  offenpar 
Sol  erlich  sein  und  aufgericht, 

ib  Nit  schmaichelhaftig  and  erdicht 
Paide  in  Worten  und  in  daten, 
In  straffen,  leyen,  helfen,  ratten. 


1   Tai  i4!«hflton    Bpruehbuche«  bl.   45   bb  46.      Der  m«»M>rf««Aag    itn  roien*] 
tODo  dea  Man«  Snobs  :   UmB  pUd  dor  waren  freuntücbtirt  »Die  poeUn  haben  gedjobte« 
(MG   9,  bL    309)  lit  aaob    am    I&   November    1647  (^edielitet.       Er  «timntt    bif  | 
auf  di«  meUters&QgeriMjboti  weibltoheti  reim«  mit  dem  «pruobe  ab«reiB.       Vargl.  ^ 
band  7,  421   bia  423  and  die  anmerkimg  dasu  am  eod«  dieaai  23  baodea. 


123 

Züin  driten:  das  gering  gewant 
Dewt,  das  die  frenntschaft  sdieacht  nimant, 
Ob  der  fireont  nit  ist  reich  an  guet 
Oder  hat  nit  kunstreichen  muet 
5  Oder  nicht  ist  von  hohem  stamen, 
Von  hohen  ampten  oder  namen. 
Znmb  virden  die  wort  an  dem  klaid: 
Leben  nnd  dot  pedewten  paid, 
Das  ein  freont  mit  dem  andren  eben 

10  In  frewd  und  frolikait  sol  leben, 
Der-gleich  in  traebsal,  angst  nnd  not 
Pey  im  pesten  pis  in  den  dot, 
In  trew  und  lieb  gancz  nngeschaiden, 
Den  dot  auch  willig  far  in  leiden. 

»  Zam  fonften  zway  wort  an  der  stiren: 
Samer  und  winter  declariren, 
Das  ein  frennt  sol  frey  halten  rüeck 
In  glüeck  und  auch  in  ungelüeck. 
[bl.  46]         Darpey  war  frenntschaft  wirt  erkent; 

20  In  not  der  hewchler  sich  abtrent. 
Zum  sechsten  zaigt  das  pild  sein  herz, 
Dewt,  das  ein  freunt  in  ernst  und  scherz 
Anzaigen  müeg  sein  haimlikeit 
Seim  freunt  als  im  selb  alle  zeit, 

26  Das  es  pey  im  pleib  gar  verschwiegen 
Und  trewlich  pleib  verporgen  liegen. 
Zum  sibenden  zway  wort  man  sach 
Im  herzen,  lawten :  ferr  und  nach, 
Dewt,  das  kein  zeit  noch  stat  sie  schaid, 

30   Wie  vers  sint  von  einander  paid, 
Pleibens  pestendig  pis  ins  ent. 
Und  darnach  nach  diesem  elent 
Sie  dort  selig  in  frenntschaft  leben. 
Das  wol  uns  got  auch  allen  geben, 

36   Da  ein  ent  ist  als  nngemachs, 

Das  wünscht  von  Nürnberg  Hans  Saclis. 

Anno  salutis  1547,  am  15  tag  NovembriB. 
2  6    T   verporgen.     S  ▼ersehwigen. 


124 


Das  cristlich  leirteiit  hercz. 

Eins  mals  sach  ich  an  einer  want 
Ein  pildwerck,  tlas  ich  nil  verstant: 
Ein  herlich  weibspild  lag  im  gruml, 

6   Auf  dem  ein  schwerer  ampos  stund, 
[bl*  297*]      Auf  dem  ein  liisch  kolfewer  pron, 
\'or  dem  ein  mager  weibapild  ston, 
Die  hilt  ein  hercz  in  ainer  zanp^en. 
In  dem  ginenden  fewer  gt'angen. 

li)  Dargegen  stund  ein  weibes-pild 
Mit  eim  drifacUen  hamer  wild, 
Darmit  echlneg  sie  gar  nn  gehe  wer 
Auf  das  hercz,  welches  lag  im  lewer, 
Mit  grimig-,  ungefiiegen  schlegen. 

16  Doch  Btnnd  noch  ein  weibspild  dargegen, 
Die  senlich  auf  gen  himel  schawt, 
Darfon  es  reichlich  herab-thawt 
Auf  das  zerschlagen,  prinent  hercz, 
Sam  zw  küelen  sein  angst  und  echmercz, 

«0   Als  ich  fragt,  was  dis  grael  pedewt, 
Da  sagten  mir  v erstendig  lewt: 
Wer  hie  gotselig  leben  wil, 
Der  mu8  leiden  Verfolgung  vü. 
Der-halb  ein  solch  gotselig  hercz 

ab   Wirt  vol  anfechtung,  crewcz  und  schmercz 
Von  der  gotlosen  neld  uoghewr, 
Die  haltenß  in  der  trnebsal  fewr» 
Das  die  Verfolgung  auf  es  schlach, 
Schaden  au  leib,  er,  guet  entpfach 


1   Im  ««obeteti  spruabbuobü,   bl     207  bit  208.    VorgL  die  orwuilflriing 
i.  424  bii  436  and  die  »nmerkuDg  (l»zu  am  ende  dieie«  2S  bandet«     3S  S  gotlel|i 


125 

und  im  gancz  geferlich  nach-stelt 
Wen  nun  das  hercz  also  wirt  qnelt 
Von  den  gotlosen  nmb  nnschold, 
So  erhelt  es  doch  die  gedold, 
6  Liegt  nnden  nnd  lest  auf  ir  schmieden, 
Wirt  als  grosmüetidich  gelieden. 
Den  schawt  die  hofi&inng  anf  zn  got 
In  dem  crencz,  trnebsal,  angst  and  not, 
Im  als  dem  aining  helffer  drawt. 

10  Den  wirt  von  himel  ab  petawt 
[bl.  298]       Das  hercz,  mit  gottes  gnad  getrost. 
Das  es  wert  mit  der  zeit  erlöst 
Von  seiner  widerwertikeit. 
Cristns  sey  auch  vor  dieser  zeit 

16  Dnrch  dieses  ellent  jamertal 

Dnrch  leiden,  crencz,  angst  und  trnebsal 
Eingangen  in  sein  herrlikeit. 
Also  wert  im  nach  dieser  zeit 
Vür  dis  petrfiebt  zergencklich  leben 

20   Von  got  ain  ewig  seligs  geben. 
Da  fried  nnd  rfie  im  anferwachs. 
Das  wünscht  von  Nörenberg  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1550,   am  26  tag  Aprilis. 


126 


Ein  wiiiMlergepiiert  aines  kindei^  mit  aiiieiii   8er 

groseu  kopff. 

Ir  herren,  Mrt  ain  wuiider-that, 

Die  sich  kürzlicii  ziMpgeu  hat, 
fi   Als  man  zeit  finrfeehuudert  jar 

und  secliü-uiid-filntzjj?  jar,  uembt  war! 

Von  Dinckelspiiehel  auf  dem  laut 
[bl.  218]       Zwo  meil  ein  dorfl',  Weinperg  genant, 

Darin  ain  armes  efoick  nas, 
10   Han8  Ymert  der  mon  genetit  was 

und  Barbara  sein  elich  weib, 

Welche  mit  gros  schwangerem  leih 

An  dem  fünften  tag  Novembris 

Geporen  hat  war  und  gewis 
ir.   Ein  kneblein  schön  gelidmasirt 

Am  ganzen  leib,  wie  sich  gepiert, 

Menschlicher  art,  all  ain  das  hanht 

War  uebergros  erscliröcklich,  glaubt  t 

Voraus  den  jungen  schwängern  franeu 
a»  Üebernatürlich  an-zu-schawen, 

Het  doch  ain  klain  angsicht  daforn, 

Linhart  ist  es  getawffet  worn 

Von  pristers  haut,  nnd  ist  vurwar 

Itzund  alt  auf  drey  virteii  jar, 
1»  Doch  waint  nnd  schreit  es  tag  und  nacht 

Ganz  cleglich  und  fast  stetigs  wacht, 

Wie  das  vil  hundert  man  und  frawen 

Pezeugen,  die  das  kindlein  schawen. 

Was  der  gros  kopff  pedewten  thnet, 


1   Im  «Iftan  Npreobbacb« ,    bl.  217'  bii  21S'.      Em  n^itihi  oooh  v{«le   blldsr' 
bogetif  die  dArsielluLtigeti  aolober  vrondergebiirleii  entballaii. 


127 

Daron  das  kint  so  wenig  raet, 
Das- selbig  das  wais  got  allein, 
Dem  al  ding  nnferporgen  sein. 
Doch  als  vil  ich  der  sach  verston, 
6  Dünckt  mich,  das  gros  haubt  zaiget  an 
Den  heuptem  aller  öbrikeit, 
Sich  wol  färzosehen  die  zeit 
Vor  gottes  zoren,  straff  and  plag, 
So  kürzlich  aaf  sie  knmen  mag. 

10   Wan  got  zaigt  oft  künftig  gefar 
Zw  wamnng  seiner  yolckes-schar 
In  der  natnr,  san,  mon  und  stern. 
In  himl,  wasser,  Inft,  fener  und  em, 
[bl.  218'J      In  der  gepnert  menschen  and  thier, 

16  Aaf  das  man  sol  pnes  wnercken  schier, 
Von  dem  süntling  leben  abston. 
0  gottes  zoren,  prinne  on 
Und  e  enge  die  götlich  straff; 
Die  almal  die  gotlosen  traff, 

so  Die  gar  kain  pnes  nit  wolten  thon. 
Nan  rüeff  wir  Jesam  Gristam  on. 
Der  w5ll  sein  heilling  gaist  ans  geben, 
Das  wir  darch  ein  recht  cristlich  leben 
Der  straff  and  alles  angemachs 

26   Entgen,  das  wünschet  uns  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1557,  am  26  tag  JonL 
52. 


129 


6 


Krieg  het  ich  alzeit  hold; 
Dramb  hab  ich  fendrichs-Bold. 


5  Mit  paeln  und  spieln  zu  gwinnen 
Darff  aof-mercklicher  sinnen. 


Wer  handelt  nnferschembt, 
Gleichen  Ion  wider-nembt. 

10  3 

Nimer  gelt,  nimer  gsel, 
Droll  dich  hinab  gen  hei! 

HeroB-dans. 

Solch  kartn  fint  Schwab  nnd  Payer 
16  Pey  Endres  Obermayer. 

Der  grfien  kflnig. 

Ich,  künig  ans  Denmarck, 
An  lant  nnd  lewten  starck. 

Gmen-ober-mon. 

20  Der  rentschreiber  ich  pin, 
Schaw  auch  auf  mein  gewin. 

Grüen-onter-mon . 

Ich  pin  der  suedelkoch, 
Pias  mir  ins  offenloch. 

26  Grüen  panner. 

Ein  frewlein  zart  und  schüen 
Dregt  das  paner  von  grüen. 

9  grften. 

Die  kinder  in  dem  gras 
so  Scherzen  an  unterlas. 

%*^^m    8»oliS.     XXI U.  S 


r 

^M 

^^^^H                         8                            ^M 

i^^^^^H                              Da»  Bpil  lest,  luag  ich  jehen,                           ^^H 

^^^^^H                            Ain         iu  biriiern  sehen.                                 ^^M 

^^■'                                                   1 

^^^^H                         IV  Wer  halten  wil  al  schanezeti,                         ^H 

^^^^^^B                             Mnes  iu  aim  klttel  danczeu.                            ^^M 

^^^m                                                            ^1 

^^^^H                            Poeleii,  spiln  und  por^en                                ^H 

^^^^^^B                            Macht  vil  liaimliches  sorgen.                          ^^H 

^^^H                                                                                               ^M 

^^^^H                           In  die  gertten  spacirn                                     ^^M 

^^^^H                            Tlint  pas,  den  spiel  ver1ii*n.                            ^^M 

^^^m                                                              ^M 

^^^^H                            Schneiden,  tu  Ren  nnd  bajen                             ^^M 

^^^^H                        n  Thuet  pawern  wul  erfrayeu.                            ^^M 

^^^M                                         ^1 

^^^^^H                            Mancher  ob  dem  spiel                                      ^^M 

^^^^^H                             An  hicZ)  vor  angsteii  schwiczt                        ^^M 

I^^^^^H                                                graen                                                 ^^H 

^^^^^H                       20  Der  foUen  prueder  wappen                              ^^M 

^^^^H                             Macht  vjl  thoren  und  läppen.                          ^^M 

^^^^H                                               aiohel-küaig.                                    ^^M 

^^^^^H                            Ich,  küug  der  Fersen  prechtig^,                        ^^| 

^^^^^^H                             Au  lant  und  lenten  niechtig.                           ^^M 

^^^^^M                        ^              AfclLel-obermaii.                                 ^^^H 

^^^^^^H                            Der  pfeniDg-maister  was,                                 ^^M 

^^^^^^H                           Mein  selb  ich  nie  verglas.                               ^^M 

^^^^^M                                                            ^^1 

^^^^H                            Ich  pin  zu  hof  post-pot,                                  ^^| 

^^^^L^                  pr«obLig.                                                                                               ^^H 

131 
Pring  euch  gnet  potten-prot. 

Aiekel-ponner. 

Das  aychel-ponner  ich  trag, 
Am  glneck  ich  nit  verzag. 

[bl.  278]    6  9  ayokel. 

Mancher  kann  der  künst  viel, 
Wie  ein  saw  im  pretspiel. 

8 

Wem  kain  spiel  wil  geratten, 
10  Der  gwint  ain  solchen  pratten. 


Man  spricht  nach  alter  weis: 
Was  ain  Inest,  ist  sein  speis. 

6 

16  Der  dancz  nnd  anch  das  spiel 
Macht  nach-gedenckens  viel. 


Hüet  nmb  klain  nnde  gros, 
Das  kainen  der  pock  stos. 


Wer  ob  dem  spil  erplint, 
Acht  weder  weih,  noch  kint. 


Wer  das  spil  nit  thaet  fliehen, 
36  Mns  oft  streb-kaczen  zihen. 

Das  ayohel-daiis. 

0  leb,  dw  starckes  thier. 
Hilf,  das  ich  nit  verlier. 

Der  Bchellen-künig. 

30  Ich,  kting  ans  Indian, 
Nerrisch  hoffigsind  ich  hon. 


9* 


138 


Der  peschlnes  in  dis  11  pnech. 

Die  suma  all  meiner  gedioht. 

Eins  tages  fragt  mich  ein  alt  mon, 
Wes  ich  mich  het  gennmen  on 

5  Füer  kurzweil  mein  lebtag  pis-her 
Neben  meiner  hantarbeit  schwer. 
Ich  sagt:  ^In  meiner  ersten  jugent 
Sich  auch  in  meim  gemüet  zw-tmegent 
Naignng  zn  wolnest  mancherley 

10  Als  pnelen,  spil  and  schlemerey, 
Der-gleich  den  yast  die  jogent  wäet. 
Ich  aber  dacht  in  meim  gemttet, 
Solch  knrczweil  prechten  sünd  and  laster, 
Weren  vil  nnglaecks  ein  ziechpflaster 

15  Und  prechten  ein  nnerlich  wessen, 
Und  erweit  mir  pnecher  zw  lesen. 
Darin  ich  mancherley  erfüer, 
Darfon  klaeg  und  geschicket  wner. 
Dis  pflanczt  ich  fleissig  in  memori, 

20  Fing  an  and  las  manche  histori 
In  deatschen  paechem  allerley, 
Gaistlich  and  weltlich,  anch  darpey 
Schön  artlich  poetische  fabel, 
Verporgen  gleichnas  and  parabel. 

26  Das  mich  herczlich  erfrewen  thet. 
Nach  dem  aach  laest  zn  hören  het 
Gaet  künstliches  maistergesang, 
Welchem  ich  auch  nach-henget  lang, 
Pis  ich  drat  in  das  zwainzigst  jar 

30  Meins  alters,  zw  Mttnichen  war, 
* 

1    Im  elften  spracbbuehe,  bl.  394  bis  395. 


134 


Da  fing  ich  selb  zu  dichteo  an. 
Pey  der  kurzweil,  meiTi  lieber  mon, 
Hab  ich  nach  dem  mein  zeit  vertriebep, 
Pin  nun  pis-lier  darpey  pelieben/ 

6   Der  alte  man  mich  weiter  fragt 
[bL  394'!      Und  pat  mich  ser,  das  ich  im  sagt, 
Wie  vil  ich  den  meiner  gedieht 
Maistergeeangs  het  zw-gericlit 
In  suma  durch  mein  ganczes  leben. 

10   Dem  alten  thet  ich  antwort  geben: 
„Der  sint  viertawsent  ansgesundert 
und  darzw  eben  gleich  zwayhundert 
Und  darzw  noch  achzelien  par, 
Hab  ich  mit  haut  und  mnnd  für  war 

16  In  drey-nnd-virzig  jaren  eben 
Frey  ^iflFenlich  an  tag  gegeben/ 
Der  alt  man  wundert  sich  der  zal 
Und  fraget  mich  aber  ain  mal, 
Von  was  materi  die  gedieht 

ao   Der  gesang  ich  het  zw-gericht. 
Da  antwort  ich  im  widerutob: 
,AUerley  art  ist  diese  surab, 
Alna  tails  schriftlich  zu  gottes  glori, 
Ain  grose  sum  weltlich  liistori, 

25  Schuelkiienst,  fabel  und  poetrey, 
Zwditler  ans  der  philosophey, 
Höfflicb  und  abgeriben  renck, 
önet  lecherlich   poßsen  und  schwenck« 
Die  par  bah  ich  gesezet  schon 

Sil  In  zwaihundert-zwen-und-8ecbzig  thön. 
Doch  unter  diesen  thönen  sein 
Dreyzehen  thön  aigen  und  mein.** 
Weiter  thet  mich  der  alte  fragen, 
Ob  ich  nit  aach  pey  meinen  tagen 

JJ6   Etliche  Bpruech  het  zw-gericht 
Von  reinen  gepunden  gedieht. 
Hin-wider  antwort  ich :  „Vürwar 
Ich  hab  die  ob-gemelten  jar 
Gemacht  drey-und-fdnfzig  coinedi, 

40   Darzw  acht-und-virzig  tragedi 
Und  kurzweiliger  fasnachtspiel 


185 

[bl.  395]       Sieben-nnd-sibenczig,  darzw  vil 

Eampff-gesprech  gemacht  wunderpar, 
Allerley  materi  vfirwar, 
Vil  gsprech  zu  znecht  der  turnen  jagent, 
6  Auch  wider  laster  und  nntnegent, 
Lobspmech,  dagred  und  vil  histori, 
Pasqnili  und  dialogi, 
Höfflich,  artlich  poetisch  renck, 
Possen,  fabel  nnd  gnete  schwenck. 

10   Der  sprfiech  vil  knmen  sint  in  dmeck. 
Icz  sint  die  snma  aller  stneck 
Acht-nnd-zwainzig,  darzw  sechshundert. 
Die  hab  ich  fleissig  ausgesnndert, 
Geschrieben  in  ailff  pnecher  wol. 

16  Mit  dem  spmech  ist  dis  ailft  pnech  vol, 
Hab  das  peschlossen  anf  den  tag, 
Als  man  nach  Crist  gepnert,  ich  sag, 
Gleich  hat  zeit  fünfzehondert  jar 
ünd-siben-nnd-ffinfoig  fürwar 

90  An  dem  f&enften  tag  Octobris, 
Als  ich  meins  alters  war  gewis 
Eben  gleich  drey-nnd-sechzig  jar 
Wenger  aines  monatz  vürwar. 
Got  dem  sey  ebig  lob  nnd  er! 

25  Möcht  wol  fort  nit  vil  dichten  mer; 
Die  gnelden  qnell  ist  vast  verloffen/ 
Der  alt  sprach:  „Zn  got  soltw  hoffen, 
Er  wer  dein  kreft  dir  stercken  mer, 
Zw  dichten.*^    Dardurch  gottes  eer 

30  Und  des  nechsten  nncz  anferwacbs 

In  znecht  nnd  thnegent,  wünscht  Hans  Sachs. 

Anno  salntis  1557,  am  5  tag  Octobris. 
Got  sey  danck! 

6   S  Lobsprieh. 


136 


Ain  fasiiaclit-spiel  mit  4  person,  den  wQeeher 

und  auder  pescliwerd  petreffenL 

[bl.  53']  Jupiter,  der  got,  drit  ein  und  spricht: 

Es  Bchrett  das  gancz  meoseblicb  geschlecht 
ö   Zu  mir  über  gewalt  und  recht 

Und  üeber  wuecherliche  hendel, 

Wie  die  Bind  alles  unglüecks  drendel: 

Uiiden  aof  erd  aus  allen  ytenten, 

Die  nntertban  sambt  den  regenten, 
10   Adel  und  purger  in  den  mawren, 

Eauflent,  hantwercker  und  die  pauren, 

Arm  und  reich,  jung  unde  alt 

Schreit  als  zu  mir  auf  der  gestalt 

ümb  hilf,  ich  boI  mit  pliczn  und  diinder 
16   Za  straff  auf  erden  schlaben  runder. 

Und  geit  ie  ains  dem  andern  die  schneid 

In  zoren  nnd  mit  ungedueld 

Auf  ganczer  erden  mit  gewimel. 

Des  mag  ich  lenger  nit  zu  himel 
20   Pleiben,  sonder  pin  kumn  auf  erden, 

Den  rechten  grund  innen  zu  werden^ 

Wil  selb  verhören  die  partey, 

Wer  in  den  dingen  schneidig  sey, 

Den  wil  ich  nmb  sein  übel  straffen 
2h  Und  hilf  dem  uiischueldigen  schaffen, 

Derhalb  dret  her  auf  diesen  tag 

Und  clag  hie,  wer  zn  klagen  hab! 

Der  paner  drit  her  and  spricht: 

Hör,  dw  höchster  got  Jupiter, 

1    liti  iw^ilften  Aprucbbacb«,  bi   &I  bii  (7'«     Gedruckt   aU  78  fiutoiM>bti|»»«lii 


137 

VoB  mir  mein  hartsel  UDd  pescbwer! 
Wie  sol  mir  anoen  pawern  geciieen? 
leh  mos  ackern,  Bchneiden  und  meen, 
Dreschen  und  holzhacken  darzw, 
Hab  weder  tag  noch  nacht  kain  rw, 
Mich  peinigt  rent,  zinat,  güelt  nnd  fron, 
I  [bl.  54]       Mnes  schier  erneren  idermon : 

Adel,  pfaff,  petler  und  tanosknecht 
Snecht  alles  pey  mir  »ein  erbrecht; 

10  Wolff,  fuechs,  oiarder,  kraen  und  raten 
Wil  als  sein  narnng  von  mir  haben. 
Ich  arbeit  hart  und  lieg  nit  sanft, 
Von  grobem  prot  ib  icli  ain  ranft, 
Mein  dranck  ist  wasser,  milch  und  schotten ; 

u  Mna  doch  mein  idermau  las»n  spoten. 
Ain  kittel  grob  mich  auch  an-erbt, 
Der  krieg  mich  oft  in  gruud  verderbt, 
Freund  nnde  feint  mir  fallen  ein, 
Dreiben  mir  hin  ros,  kne  und  seh  wein. 

A>  Hab  ich  etwan  mein  gelt  eingraben, 
So  erwujschn  mirs  die  krieges-knaben; 
Auch  Wirt  mir  hans  und  hoff  abrent. 
Enttehen  ich  den  an  dem  ent 
Gelt,  darmit  ich  wider  auf-paw, 

tt   So  schirt  mir  der  leben- herr  gnaw, 
Das  im  das  koren  wirt  zu  essen, 
Und  ich  hab  kaumb  gnug  stro  zn  fressen, 
Hab  ich  den  ain  frist  nber-gangen, 
So  lest  er  mich  legen  gelangen, 

»  Dringt  und  drueckt  mich,  wis  im  ist  eben. 
Hab  ich  nit  ain  hartselig  leben? 
Dnimb,  Jupiter,  rueff  ich  dich  an. 
Hüff  dw  mir  armen  pawers-man, 
Die-weil  mich  stinst  iderman  mit 

M    Verechtlich,  gleich  mit  fnesen  drit. 


jH  m 


Der  hantwercks-man  drit  herfner  und  spricht: 

Ey,  pawer,  schweig  ein  weillen  still; 
Dw  clagest  ser  grose  nnpiU 
über  die  puerger  in  der  stat, 
Wie  sie  dich  alle  in  der  stat 


138 


fbl.  &5] 


Peschwereri  also  vil  und  hoch. 

Mein  lieber  pawr,  mich  pediinckt  doch, 

Wie  dw  ckgst  iingeplewten  ars. 

WillüB  nit  glawben^  so  erfars. 
fi   Ir  pawern  ligt  stecz  pey  dem  wein 

Und  Schlacht  im  jar  vi!  gaeter  seh  wein 

Und  est  der  sewseck  nach  der  paus; 

Ir  halt  in  allem  vollen  hatis. 

Im  Winter  gel  ir  int  rockn-staebn, 
10    Da  scherczen  maid  und  die  rospuebn  ; 

Zu  nacht  die  pawren-knecht  erst  fenstern, 

Habt  gnet  warm  atuebn,  so  es  thuet  glenstenu 

Im  snmer  stecket  ir  die  luayen, 

Kat  kirch weich,    hochzeit,  dency.  und  rayeu,^ 
ih  Kuegeln,  hannen,  steigen  und  lauffen. 

Ir  thuet  euch  lündisch  klaider  kauffen. 

Was  Bol  ich  treiben  vil  geschwecz?! 

Ir  pawern  samelt  euch  gros  schecz, 

Aus  habern,  gersten,  ruebu  und  krawt, 
90   Aus  koren  j  flachs  und  was  ir  pawt, 

Holcz»  ayr,  schmaltz  und  allen  dingen. 

Was  ir  nur  in  die  stat  thuet  pringen, 

Das  gilt  euch  alles  gelcz  genueg. 

Noeh  praucht  ir  u  uferst  an  t  und  trüeg, 
2ft   Seit  hertmewlig  und  anferst  an  den 

Und  grob  palde  mit  mund  und  banden, 

Ser  unghorsam  der  obrikeit: 

Und  dw  clagst  doch  zu  aller  zeit! 

Darunob  bd  schweig  und  schaw  mich  an; 
so  Ich  pin  ain  armer  hantwercks-man, 

Mein  hawt  raus  ich  gar  hart  dran  strecko, 

Noch  wii  mein  arbeit  mir  nit  kleckn, 

Das  ich  ausknm  in  meinem  haus. 

All  ding  ist  spiczig  überaus» 
•fi   Kiimbt  schier  als  in  die  tirden  heut, 

E  den  es  mir  wirt  zu-geweat. 

Vil  muea  ich  fon  ehalten  leiden, 

Mein  nachtpatiren  mich  hassn  und  neiden, 

Kawflewt  und  künden  mir  abseczen, 


2&  8  bertmemewlig. 


139 


M  55' 


Maid  uDde  koecht  sie  mir  verheczen, 
Verleger  und  kaufflewt  mich  (luecken, 
Hawszinst  and  lossang  thuet  midi  dniecken. 
Derhalben  naein  weigzewg  und  pet 
Zw  Sclmaitach  entern  Jnden  stet. 
Entriem  ich  etwan  gelt  darneben, 
Mns  ich  zw  ifachen  wüecber  geben. 
Dannit  so  wirt  ich  gar  pereit 
Gen  Straspurg  anf  die  bacbzeit. 
Schaw,  Jupiter,  dw  höchster  got, 
Derhalb  schrey  ich  ans  dieffer  not 
Zu  dir,  dw  wölst  mir  helffen  pald; 
Mir  gßchicht  gros  nnrecbt  und  gewald; 
Und  wobt  auch  straffen  alle,  die 
Mich  also  nnterdrüecken  hie. 

"^Bor  parg^er  o^er  kaaffman  drit  ein  ond  apriolit: 

Thw  gmach,  tbw  graadi,  mein  hantwercks-mon! 
Deinr  clag  hast  gar  zn  vil  gethon. 
Was  dw  aber  dein  iiorenht  klagst, 

to  Ist  nit  80  heftig,  als  dw  sagst. 
Deinr  hartsei  machst  dir  selber  vil : 
Wen  dw  ligst  pey  dem  wein  nnd  spil. 
Den  montag  zu  dem  suntag  feyerst, 
Etwan  mit  voller  rot  umbleyerat, 
Gest  umb  mit  vögeln  und  mit  dauben, 
Und  kawft  den  weibern  kostlich  schauben» 
Vil  newer  gattung  ir  auf-pringet, 
Darmit  ir  selb  ainander  dringet, 
Und  dat  anch  vil  lerjnnger  leren, 

so  Darmit  aichs  hauffen-werck  thnet  meren, 
Gebt  hin  zn  neyd  audi  an  einander, 
Pis  ir  verderbet  allesander. 
Den  thuet  ir  in  dye  krieg  hin-lauffen, 
Last  weih  und  kinder  ob  aim  hawffen 

w   Siezen  in  armuet  auf  und  nider; 
Und  wen  ir  den  kumet  berwider, 
Must  ir  den  reicbn  lanlTen  zu  gnaden 
Und  schweren  wuecher  auf  euch  laden, 
Und  wolt  doch  lehn  den  reichen  gleich. 

10  Doch  werde-n  euer  etlich  reich; 


140 


fbl.  56J 


Ir  habt  gnet  machen:  welcher  wil, 
Ir  arbeit  in  der  rne  nnd  stil^ 
unter  dem  obtacb  in  dem  Debatten, 
So  maeB  ich  in  der  weit  amb-watten^ 
5  Ain  armer  kauffman  ymer  zu, 
Pey  tag  nnd  nacht  an  alle  rne. 
Da  peinigt  mich  den  zol  und  mawt 
Und  glaitgelt,  fuerlon  nberlawt, 
Zu  Wasser,  laut  icb  far  und  reit 

10   Auf  mes  und  raerck  mit  ferlikeit 

Durch  perg  und  daL    Murder  und  rauber 
Räumen  mir  oft  mein  wetscbger  sauber 
Und  strayffen  mir  mein  gelüicb  ab, 
Was  ich  for  lang  gewunen  bab* 

16   Oft  wem  mir  wegen  auf-gebawen; 

Etwan  puelt  man  mir  auch  mein  frawen ; 
Aach  wirt  mir  »er  vil  schneid  entragen: 
Der-gleicb  mir  oft  vil  war  vertagen; 
Auch  stocken  etwan  gar  die  bendel, 

ao   Und  der-gleicb  solcher  nngluecks-drendel. 
Knm  icb  mit  der  zeit  umb  das  mein 
Und  rinn  also  gemachlicb  ein, 
Des  zw  klagen  thw  icb  mich  Schemen. 
Wjl  ich  den  etwan  gelt  entnemen, 

in   So  salzt  man  mir  das  pfenwert  wol: 
Per  cento  ich  zehen  geben  soL 
Wirt  noch  mit  schwerer  pnerd  peladen, 
So  pringt  ain  schad  den  andern  schaden. 
Soliches  alles  dag  ich  dir, 

»0  0  Jupiter,  zu  helffen  mir, 

Das  icb  mit  kiiiden  ond  mit  weihen 
Mng  ain  purger  und  kauffman  p leiben. 


Der  pawer  spricht: 

Hör  zu,  mein  purger  und  kauffmon, 
»6   Dw  pist  oft  selber  schueldig  dron, 
Weil  dw  oft  tbuest  daheim  verwalten 
Ein  grus  nberschwencklicb  baiislialten 
Und  lieltst  kostlicb  pancketerey, 
Als  ob  dein  discb-käng  Artus  sey. 
40   Auch  hapt  ir  Instgertn  und  herrn-aicz 


Ul 

Anh  kostlichest  staffiret  icz, 
Anch  faert  ir  gros  unnfiecz  gepew, 
Hansrat  aufs  zirlichst  gnet  und  new, 
Klaidnng  auf  all  new  fnnd  zn-ghricht. 

h   Und  was  ainr  von  dem  andren  sieht, 
Das  thnet  er  alles  nach  gancz  prechtig, 
Als  ob  er  sey  gros,  reich  und  inechüg. 
Schaw  dw  zw,  mein  lieber  kanffmon, 
Wer  solchs  den  nit  erschwingen  kon 

10  Und  im  darmit  entschlnepft  ain  faes, 
Pillig  man  sein  den  lachen  mues. 
Gschicht  dir  solichs,  ist  die  schneid  ie  dein. 
Dammb  so  las  dein  klagen  sein; 
Wan  dir  geschieht  ie  nit  uni*echt. 

16  Der  kantweroks-man  sprickt: 

Das  selb  dünckt  mich  auch  warlich  schlecht; 
[bl.  56']       Dw  pist,  der  aus  geiczigem  mnet 
Uns  alle  war  vertewren  thuet. 
Der-gleichen  dw  uns  die  hawszinst 

M  Staigerst  auch  alle  jar  aufs  minst. 
Das  als  vor  in  der  alten  weit 
War  wolfail  und  umb  ringes  gelt. 
Der-halb  dw  und  der  wuecherer 
Pringt  gancz  menschlich  gschlecht  in  gefer. 

25  0  Jove,  durch  dein  gotlich  gab 
Hil£f  uns  kauflewt  und  wuchrer  ab 
Auf  das  es  in  der  weit  pas  ste 
Und  sich  sanft  emer  gleich  wie  e. 

Der  Jupiter  sprickt: 

so   Ir  claget  all  drey  ser  und  vast; 
Ir  seit  peschwert  mit  überlast. 
Wen  ich  an-sich  euch  drey  partey, 
So  seit  ir  im  gmüt  ainerley 
Und  ist  gleich  ainer  wie  der  ander. 

86  Ir  seit  recht  strefflich  allesander; 
Wan  ir  macht  euch  ungluecks  unhail 
Selber  allain  den  maisten  dail 
Und  gebet  doch  mit  ungedüelt 
Ie  ainer  dem  andren  die  schneid 


142 


Und  Toraus  auch  dem  wucberer. 
Wie  er  euch  alle  drey  peschwer. 
Das-selhig  mag  leicht  gleich  wol  sein. 
Nun  hört  die  trewen  lere  mein: 
A   Halt  sich  euer  ider  in  seim  stand, 
Wie  im  gepiieri  mit  miiiid  und  liand! 
Fach  iiiche  über  sein  vermuegen  an! 
Des  wuchrers  kan  er  müessig  gon, 
Ner  sich  h\  der  stil,  als  er  böIH 

10   Nun  raerckt,  ob  ich  gleich  straften  wtiü 
Und  scheus  mit  ainem  doner-stral 
Unter  die  wnechrer  ab  zn  dal, 
Wiira  die  triimer  au  ench  auch  springen. 
[hh  57 J         Den  wuchrern  gleicht  ir  in  vil  dingen j 

ir*   Weil  ider  enecht  sein  aigen  nnecz, 
Seira  neehBten  zu  schaden  mit  trnecz. 
Dw,  kauftmau,  dreibst  vü  poser  stüeck 
Mit  poäer  war  nnd  ander  dneck, 
Hit  liegen,  driegen  und  popiczeu, 

M  Uberzelen  und  uberschmiczen; 

Dein  stueckwercker  druecken  darneben, 
Aufs  wolfailat  kaiiffn  und  dewerst  geben, 
Die  lewt  aufseczu  mit  schwinden  Sachen 
Und  darnach  panca  rotta  machen. 

•16   Maiuöt,  oh  solche  petriegerey 
Nit  eben  gleich  dem  wucher  sey? 
Und  der-gleichen,  dw  Tuantwercks-mon, 
Fiat  auch  der  poesen  stueck  nit  on: 
Vil  hanffen>wercks  dw  auslün  suedelät, 

30   Auf  das  geringst,  stüempelst  und  wiiedelst, 
Darmit  petreugst  die  leut  au  laugen 
Und  achwerest  in  das  ans  den  aügen, 
Wen  man  dein  arbeit  haben  aol ; 
Kanst  dich  auch  machen  nonücz  wol 

36   Und  dem  kauftman  auch  sawer  macheu. 
Dem  wnchrer  gleichsfcw  mit  den  Sachen. 
Der-gleich,  dw  pawer,  auch  vol  geicz, 
Dw  heltzt  hin-hinder  körn  und  weicz 
Und  fuerest  nichs  rein  in  die  stat, 

lü  Fis  es  zwifach  sein  tewrung  hat; 

Dw  lenterst  aacli  das  schmalcz  nit  rain, 


148 

Letst  auf  das  holcz  inwendig  klain, 
Handelst  auch  wol  dem  wnchrer  gleich. 
In  snma:  Wert  ir  all  drey  reich, 
So  triebt  ir  warlich  mit  gefer 

6  Das,  so  iz  treibt  der  wnecherer. 
Derhalb  rat  ich  ench  dreyen  noch: 
Trag  ider  mit  gednld  sein  joch, 
\bl.  57']       Weil  kainr  des  andern  kan  geraten! 
Wont  ainander  pey  mit  guetaten, 

10  Weil  ir  den  maistail  schneidig  seit 
Ider  seiner  hartselikeit! 
Doch  wil  ich  aber  nit  verschlaffen,* 
Die  grosen  wnechrer  anch  pald  straffen; 
Wan  wnecher-gnet  das  haftelt  nicht, 

15  Wie  man  pey  allen  wnchrem  sieht, 
Und  raicht  nit  an  den  driten  stamen; 
Zn  gmnd  gent  ir  kinder  alsamen, 
Müesen  ir  gnet  den  reichem  gebn, 
Und  sie  mnesen  in  armnet  lehn, 

to  Dmeckn  prot  essen  nnd  wasse  sawffen. 
Den  Wirt  erfrewt  der  arme  han£fen. 
Das  got  anch  siezet  am  gericht, 
Der  kain  nbl  lest  nngstraffet  nicht. 
Das  wnecher  nnd  all  geiczikeit 

26  Wert  ansgerewt  in  kurzer  zeit, 
Dardnrch  ent  nem  vil  nngemachs, 
Das  wünschet  uns  allen  Hans  Sachs. 

IHe  person  in  das  spil : 

1.  Jupiter,  der  Oberst  got 

2.  Kauffmon 

3.  Hantwercks-man 

4.  Der  pawer 

Anno  salntiB  1^7,  am  23  tag  Decembris. 
284. 


144 


(jesprech  kttnig  Alexaiidro  Magno  mit  Diogene, 

ilem  philoyaplio. 

Der  geschicbt-schreiber  Plntarchus 

Schreibt,  wie  Alexander  Magnus 
&  Eins  tags  kam  in  Athen,  die  stat, 

Darin  er  den  gefunden  bat 

Diogenern,  pliilosopbum, 

Der  secten  aineii  cinicnni. 

Der  dort  in  afner  kiiefen  sas 
H)   Und  Zettel  zu-sam  leimen  was. 
[bl,  liy]       Nun  bet  der  künig  vor  den  tagen 

Von  seiner  weistbeit  boren  sagen  ; 

Wie  er  verschont  kainer  person, 

Seine  menget  zu  zaigen  on. 
ib  Der-halben  er  hin  zu  im  drat, 

Alexander  KagnnB. 

In  also  angesprochen  hat: 

,Wer  pistw  doch?  das  zaig  mir  an,** 

Diogenes ,  pbOosophns. 

20  Er  untwort  im :   ^Ich  pin  ain  man 
Und  auch  ain  künicklicher  bund." 

Alexander. 

Alexander  im  antwort  rund : 

^Warumb  ein  hund  ?  das  weat  ich  gern.** 


I   Im   xwttlifton   flprnchhuche ,    hl.    HS'  bia    123'.       Godmokt  im  4  b&n^ob 
der  fiiiitii&oht»pie1i9 ,   9,  IX   hh   XVtL       Vern^l.  l>iiDd   7.  e.   258   hh   267   and 
44  fAi^tnmobt«f)iel«     In  eintolnen  verRen  Ktiuittit  6ik$  ge«|irLicli    dftQiii  wfirtlicb 
ein.  li  S  woitcit 


145 

,Der  antwort  wil  ich  dich  gewern.^ 
Sprach  er,  ,ich  peis  die  schnöden  lasier, 
Mein  peyhi  ist  der  argen  eczpflaster; 
Ich  kracz  in  aof  ir  drfies  nnd  pewln; 
Ich  rench  nnd  spüer  die  laster-fewln, 
Leck  sie  mit  meiner  scharpfen  znngen. 
Idoch  die  alten  nnd  die  jnngen 
Fliehen  mich  trewen  hnnd  all  paid, 
Zihen  nicht  mit  mir  auf  das  jaid, 
Zn  fahen  die  holtseling  tnegent. 
Der-halb  verdirbt  die  plüent  jnegent, 
Weil  sy  vol  pegird  nnd  affect 
Erplint  so  lesterlichen  steckt, 
und  verachten  mich  trewen  hnnd. 
Ich  pit  dich,  thw  mir  anch  hie  knnd: 
Wer  pist  den  dw?  mich  anch  pericht!' 


Alezander  sprach:  ,Eenst  mich  nicht? 
M  Ich  pin  Alezander  Magnas, 
Der  künig,  mein  philosophns. 
L^^'  119^     Ich  merck,  dw  pist  ainer  der  armen, 
Deins  elends  thw  ich  mich  erparmen. 
Dammb  so  peger  hie  an  mich, 
26  So  wil  ich  hie  pegaben  dich 
Mit  ainer  künicklichen  gab.^ 

Biogenea. 

Der  weis  sprach:  „Drit  ain  wenig  ab!* 
Der  küng  nnd  sein  hoff-gsind  ab-dratn, 
80  Mainten,  der  weis  wolt  sich  peratn, 
Was  er  an  künig  wolt  pegem. 

Alexander. 

Der  küng  drat  wider  zu  von  fem, 
Sprach:  ,Hast  dich  phratten  ob  der  gab?* 

•Strtwn. 
**^8hIu.  zxui.  10 


^fl 

BHI^^^^H 

146                                            ^^ 

Biogenis.                                                   ^^^^H 

Diogenes  antwort:  ^Drit  ab,                                           ^^^| 

Dw  nembat,  das  dw  mir  nlt  kanst  geben.**                    ^^^| 

Alexander.                                               ^^H 

6   Alexander  im  antwort  eben:                                                 ^| 

^Wae  sem  ich  dir?  das  zaig  mir  an.*                               ^M 

Btogenes.                                                     ^M 

^Dw  tbuest  mir  vor  der  suaen  ston/                                   ^H 

Sagt  Diogenes,  ^zu  den  daten                                                ^H 

10   Macbst  mir  sambt  deinem  hoffgsind  schaten,                          ^H 

fc            Auf  das  icb  an  der  snnen  schein                                       ^^^| 

1            Niclit  druecli:nen  kan  die  zettel  mein.*^                           ^^^| 

I                                     Alexander.                                              ^^^| 

W            Der  künjg  sprach:  „Sag  aber  mir,                                 ^^^| 

n  Was  8ol  zu  schenek  ich  geben  dir?                                  «^h 

^            Als-den  wil  ich  nit  Jeuger  sten."                                          ^| 

■                                       Biogenes.                                                 ^^^M 

1            Der  weis  sprach  :  „Tbw  nur  von  mir  gen  *                     ^^^| 

W           Deiner  gab  tUw  ich  nit  nach -trachten/                           ^^^H 

Alexander,                                                 ^^^| 

Der  kling  sprach:  »Thnest  mein  gab  verachten,            ^^H 

Die  icli  dir  als  der  mächtigst  herr                                      ^H 

Der  ganczen  weite  weit  nnd  ferr                                          ^| 

H  [bi. 

120J       2w-9tel,  und  kan  reich  machen  dich?*                                  ^| 

i»                                Diogenes.                                                         ^H 

_            Er  sprach:  „Dw  pist  ermer  wan  ich;                              ^^^| 

■           Das  kiinckreich  Macedonia,                                                ^^^| 

■           Welches  dir  hat  verlassen  da                                           ^^H 

W           Küng  Philtpus,  der  vater  dein,                                          ^^^| 

so  Das  kan  dir  nit  genagsam  sein,                                       ^^H 

Und  stelst  nach  andern  reich-  nnd  landen                      ^^^| 

Mit  krieg  und  gewaltigen  banden,                                     ^^H 

Dar  mit  zaigstw  dein  armuet  on.*"                                    ^^H 

U7 


Alexander. 

Der  kümg  sprach:  ^Mir  Eimbt,  mein  krön 
Stetigs  zw  aaffen  und  zw  meren.*^ 

Biogeiies. 

i  Der  weis  sprach:  „Gschecha  mit  recht  und  eren, 
So  bet  solch  menmg  ein  peBtant. 
Dw  aber  thuest  lewt  und  auch  lant 
Od  nrsach  Eod  an  recht  pezwmgen, 
Mit  raub,  rootl  nnd  prant  darzw  dringen 

10  und  püeckest  die  unter  dein  joch. 
Darmit  verderbstw  aber  doch 
Als  eis  lantzwinger  lewt  und  lant*^ 

Alexander. 

Er  sprach:  «Wen  ich  mit  küenor  hant 
Iß  Vll  lant  und  künckreich  zu  mir  pring, 
Mainst  nit^  es  sey  ein  löblich  ding, 
Dar-dnrch  mein  nam  wirt  gar  ondötUch?" 

Biogenes* 

Diogenes  sprach:  ,Es  ist  spotlich, 
10  Das  dw  vil  mer  in  deinem  krig 
Dorch  veretrey  erlangest  sieg^ 
Mit  pratick  und  vil  pösen  düecken 
Thuest  die  unscbuelding  unter-dröecken. 
Mainst,  man  gedenck  dir  das  in  eren?"^ 

m  Alexander. 

Der  küng  sprach:  »Mein  reich  thw  ich  meren, 
120*]      Die-weil  mir  pis-her  hat  das  glüeck 
So  trewlichen  gehalten  rüeck. 
Dem  ich  pillig  weiter  nach-heug/ 

Biogenes* 

Der  weis  sprach;  »Es  pleibt  nit  int  leng 
Das  glöeek;  wan  es  ist  wanckelmiietig: 
Ein  zeit  lang  erzaigt  es  sidi  güetig» 
Endlich  Wirt  es  wider  dich  sein, 
Verlewst  zu  dem  frembden  das  dein 

10» 


148 

Und  etwan  aucli  dein  lebn  darzn, 
Weil  dich  nit  lest  peniiegen  dw, 
Pegerst  nur  Im  er  mer  zn  gwinen, 
Dir  Wirt  noch  das  gancz  ertrich  zrinen. 
t  le  mer  dw  haBt,  i©  mer  dw  gerat 
Und  öchier  die  ganczen  weit  peschwerBt 
Mit  deicem  pluetigen  streitfannen. 
SoIchB  zimpt   aim  wüetrich  and  thirannen, 
Pißtw  ain  got,  so  soltw  thon 

10  Guetes  auf  erden  idermon: 

Schüecssen  und  Bchjrmen,  helffn  nnd  scliencken. 
Pist  abr  ein  inenscb,  so  solt  gedeiicken, 
Das  dw  warbaft  auch  selb  pist  dötlich. 
Derbalb  ist  es  thörlkh  und  spötlicb, 

iB   Das  dw  nit  lest  settigen  dich. 
Derhalb  so  piu  vil  reiclier  ich; 
Wan  ich  las  mich  an  dem  peuüegan, 
Was  mir  got  und  natnr  tlinet  fliegen» 
Hab  mantel,  dascheu^  stab  und  schw; 

»0  Nit  mer  leb  auch  pegei*en  thw» 

Derbalb  ger  ich  nicha  deiner  scbenck/ 

Alejcander. 

,Mein  Diogenes,  ains  pedenck,' 
Sprach  er,  ^icb  hab  uiechtigen  gwalt, 
26   Das  erhebt  mein  hercz  mauigialt 

Und  pringt  mein  nam  zu  rumb  und  eren," 

Diogenes. 

[bK  121]       Der  weis  sprach :  ^Deln  gwalt  thustw  meren 
Mit  gwalt,  wirt  raicben  dir  zu  schaden, 
30  Wo  dw  aber  berschest  mit  gnaden 
In  landen  deine  unter  thon, 
3o  plieb  gehorsam  idermon, 
Zu  allen  dingen  gar  gnetwillig.'* 


Alexander. 

86   Der  köng  sprach :  ^Hersch  ich  gleich  unpillig,' 
So  straff  ich  dammb  grawsamlicb, 
Das  iderman  mus  fnercbten  mich. 
Darmit  halt  ich  mein  volck  im  zaumb/ 


36 


t2r] 


149 

Diogenes* 

Der  weis  sprach:  „Gwalt  int  leng^  wert  kanm, 
Wie  den  fast  gschach  allen  tirunnen. 
Wen  man  den  pagn  ihnet  zn  liart  spannen, 
Wen  dw  strafst  dein  volck  hertidich, 
Das  sie  all  müesen  fuerchteo  dich, 
So  fnerchtens  dich  als  ain  allain; 
Dw  raaest  sie  fnerchten  all  gemain, 
Derhalben  igt  dein  stant  geferlich, 
Entgest  IT  aller  anfsacz  schwerlich, 
Wen  sie  dir  alle  sint  abliolt/ 

jLlex&nder. 

Der  künig  sprach:  ^Sag  an,  wer  walt 
Dnrch  ein  aufruer  mich  grewffen  an 
Oder  durch  mewtrey,  weil  ich  hon 
Gerüst  mein  qnardi  and  trabanten, 
ümb  mich  mein  freant  und  wolpekanten« 
Die  mich  verwaren  nacht  nnd  tag 
Daa  mir  kain  gwalt  geschehen  mag 
Weder  haimüch  noch  offenlich?** 

Diagenes* 

Der  weis  sprach:  „Wirt  nit  helffen  dich; 
Trewlos  sint  der  menschen  gemiieter. 
Man  spricht:  Wer  hüetet  vor  dem  hüeter? 
Die-weil  die  aller-nechsten  dein 
Gar  oft  dein  ergste  feinde  sein 
Und  dir  oft  anfs  heftigst  zn-seczen. 
Mit  gift  oder  dem  seh  wert  zu  lezen, 
Wie  gscbehen  ist  vil  kling  nnd  ftieraten,** 

Alexander. 

Alexander  sprach:  ^Hich  ist  düersten 
Nach  gwalt:  pin  ich  gwaltig  nnd  mecbtig, 
So  halt  ich  mich  kostfrey  und  precluig, 
Vor  mir  packt  lant  nnd  lewte  eich. 
Mein  Diogene,  aber  dich 
Ert  nimant,  dw  mnst  dich  hie  schmiegen, 
In  deiner  kneflTen  elent  liegen, 
Veracht  in  armnt  imer-zw;* 


150 


,Ich  piü  vil  gwaltigeiv  wan  dw," 
Sprach   er,  „darumb  verste  mich  recht; 
Wan  dw  pist  ain  knecht  meiner  kDecht. 
6  Derhalben  t!iw  iwr  von  mir  genl* 

Alexander* 

Der  kuiiig  gprach:  „Las  mich  versten^ 
Wo  pin  ich  aiu  knedit  deiner  knecht?" 

Dioffenei. 

10  Der  weiß  sprach:  «Küng,  verBt^  mich  schlecht  1 
Durch  lieb  der  weißheit  in  meim  lebea 
Hab  ich  alln  iaBferii  urlanb  geben, 
Als  hütTart,   geicz,  neid,  IiaB  und  zoni, 
Unkewsciieit,  fiielerey  und  rnmorn 

i&   Und  all  solch   unürnlich  pegirt, 
Welche  mich  vor  haben  regirt. 
Die  hab  icli  all  getretten  under 
Und  hersch  über  sie  selb  icznnder, 
Das  sie  müesen  sein  meine  knecht, 

M  Und  hab  auch  vor  in  allen  schlecht 
Ein  alcherheit  und  guete  rw. 
Mein  Alexander,  aber  dw 
Pist  eolchen  lästern  gar  ergeben 
[bL  122]       Und  dinst  in  durch  dein  ganczes  leben, 

g&  Die  dreiben  dich  hin  unde  wider 
An  alle  rw  auf  und  auch  nider, 
Dariimb  so  sprich  ich  wol  mit  recht, 
Dw  seyeat  ein  knecht  meiner  knecht, 
Weil  sie  all  herschen  über  dich, 

ao   Derhalb  pist  dürftiger,  wan  ich. 

Weil  foTcht,  sorg,  äugst,  ßchreckeuj  verzagnng. 
Zweiffei,  pegirt,  seafzen  und  clagung 
Dich  peissn,  des  ist  die  hersehung  dein, 
Niclis  den  ain  marter  und  ain  peiu. 

86   In  unrw  dein  leben  verzerst, 
Wie  dw  den  das  teglich  erferst. 
Ich  aber  leb  in  stiller  rw, 
Nimant  seczt  mir  geferlich  zu, 


151 

Hab  ein  rwig,  sicher  gewiBsn, 

Wirt  nicht  mit  sorg  nnd  angsteo  pissn. 
Ich  hab  nicha,  kan  anch  oichs  verlternp 
Pin  abgestorbn  all  mein  pegim, 
Peifer  weder  gwalt,  er,  noch  guet. 
In  dieser   willigen  armnet 
Darin  hat  volknmenlicb  placz 
Auf  erd  der  aller-edelst  scbacz, 
über  er,  gewalt  und  reich tumb." 

Alexander. 

Der  küniis:  sprach:  ^Ich  pit  didi  tritmb, 
Zaig  mir,  was  hastw  füer  ain  schacz  ?* 

Diogenes 
Diogenes  antwort  mit  tracz: 
I»   ^Der  Bcbacjc  ist  allein  die  weiBheit, 
Welicher  mich  zu  aller  zeit 
Erlosset  ans  aller  anfechtung 
ÜEd  mich  tröstet  in  der  durchechtung. 
0  küng,  weil  ich  die  Weisheit  hab, 
Pedarff  ich  gar  nit  deiner  gab. 
Drnmb  weich,  lialt  mir  nit  auf  die  snnn!*^ 

[H  in]  Alexander. 

Der  künlg  sprach:  «Ich  gieb  dir  gwunn. 
Ein  inechtiger  kiinig  pin  ich^ 

K  Idoch  lebstw  warhafticlich 

In  ainem  sichern,  ghrueten  leben  j 
Wan  ich  pin,  wie  dw  eagat,  nmbgeben 
Mit  groäer  forcht,  angst  und  nnrwe, 
Welch»  ich  allain  pedecken  thwe 

30  Mit  meiner  krön  nnd  gaeldem  ßtüeck. 
Und  mich  regiri  das  walzent  glüeck, 
Daraoff  stet  mein  gwalt,  gnet  und  er. 
Ich  danck  dir  weisßer  straff  und  ler, 
Mein  Diogene,  Ich  wil  dir  schenckn 
Ain  clainat,  darpej  mein  zn  denckn. 
Nem  hin  zu  hilff  der  armuet  dein  !* 

Biogenee* 
Der  weis  antwort:  „Fehalt  das  dein; 
Ich  darffs  nit.     Was  solt  ich  mit  da»? 


152 

Die- weil  ich  prot  und  öUper  hon, 
Wil  ich  darpey  nit  hungers  Bterben, 
Das  kau  ich  wol  an  dich  erwerben; 
Auch  ist  das  wasser  hic  nit  tewer, 
fi  So  darff  icb  weder  bolcÄ,  noch  fewer. 
Auch  kaiD  pet-gwant.    Hab  da  ein  haus, 
Da  dretbet  mich  auch  nimant  ans. 
Drnmb  uem  dein  clainat,  dw  darfst  sein  pas, 
Und  mich  mit  nnpeküemert  las!** 

jo  Alexander. 

Alexander  der  naiget  sich 

Und  sprach :  „Die  gotter  pewam  dich ! 

Mein  Diogene,  ich  wil  von  dir.*^ 

Diogenes. 

ifi    ^0  vil  noter  wer  dir,  den  mir, 
Das  dich  die  gotter  tbetten  warn ; 
Wan  dw  stest  in  grosen  gefarn 
Und  must  stet  leben  im  nnfrid,** 

Akxandtr, 

[bL  123]  30   Mit  dem  der  künig  von  im  schied 
und  rett  zu  seinem  hoffgeind  mer: 
„Pey  dem  got  Hercule  ich  schwer, 
Und  wo  icli  nit  wer  küng  Alexander, 
Sünder  wer  et  wan  ionst  ain  ander, 

26   So  west  ich  ie  kain  mensch  anf  erden, 
Der  ich  wolt  lieber  sein  nnd  werden 
Den  ebn  dieser  Diogenes, 
Wie-wol  eein  wort  sint  scharpf  nnd  res, 
Ist  er  doch  sein  pegirdn  abgstorben 

ao   und  hat  auf  erden  im  erworben 
Ein  gancz  sicher  nnd  rwig  leben, 
Und  ist  der  weisheit  gancz  ergeben. 
Der  seinen  weissen  scharpfen  1er 
Wil  ich  vergessen  nimer-mer." 


Besohlnes. 

Aus  dem  gesprech  ein  frierst  merck'woli 
Das  es  im  ste  löblich  nnd  wol, 


158 

Du  er  weis  lewt  halt  in  der  nech 
Und  oft  mit  in  halt  sein  gesprech, 
Die  im  an  alle  hewchlerey 
Anzaigen  sein  geprechen  frey, 
6  Wie  Diogenes  ob-gemelt, 
Von  den  er  leret,  was  im  feit : 
Das  kem  zu  nncz  seim  regiment. 
Welch  ffierst  aber  helt  an  dem  ent 
Hewchler  nnd  schmaichler,  die  in  schmim, 

10  Feder-klanben  nnd  im  hoffim, 
Pilligen  im  alles,  was  er  thnet, 
Lebens,  es  sey  pOs  oder  gnet, 
Snechen  darmit  den  iren  nnecz, 
Samlen  in  iren  sack  vil  g^ecz: 

11  Dnrch  sie  wirt  abr  ein  füerst  verffiert. 
Zw  handien,  das  im  nit  gepüert. 

Ans  dem  folget  yil  nngemachs 

Lant  nnd  lenten.    So  spricht  Hans  Sachs. 

bL  128']  Anno  lalntis  1558,  am  11  tag  Febniari. 

M  292. 

3  8  D«r  in.         4  8  Aniaig«.  16  S  aber.         20  Ki  lind  294  varse. 


164 


Keerze  anzaigung  der  Schlacht,  so  sich  zwischen 

kilug  riiilips  auB   Engelaut  ntid  knng  au»  Franckreicli  anno 

1558  am  13  Juni  in  Flandern  pegeben  bat. 

Naclidein   der  herre  von  der  Mas 

h   Gaebeniator  zu  Calis  was 

In  Franckreich  oberster  haaptmon 

Zv  faea  wol  mit  zwolff-dawsent  roon 

Und  mit  zway-dawsenten  za  roa 

Mit  sechs  cartaanen  und  geschos, 
10  Geruestet  nach  dem  aller-pesteu 

Und  zwisclien  GrefflingeD,  der  festen, 
fbl.  8']  Und  dem  m er  ist  in  Flandern  gfallen, 

Hat  darin  erobert  vor  allen 

Dünkircheu,  das  nicht  war  peseczt, 
i&  Mit  gwalt  das  gwunen  und  za-leczt 

Aach  sant  Minoci  perg  eingnnmen. 

Kala  gegen-wer  ist  im  pekumen; 

Wan  das  volck  gÜoben  war  vor  schrecken. 

So  nam  er  ein  vi!  schöner  flecken, 
20  Dorffer  und  clöster  an  dem  ent, 

Hat  die  plündert,  darnach  verprennt 

Genczlich  an  allen  widerstant; 

Es  war  kain  kriegsfolck  in  dem  laut; 

Und  pracht  ain  gaete  pewt  darfon. 
26  Als  des  knog  FhilipB  langet  on, 

Zw- haut  etlich  haupüewt  pesant 

Eyllent  zn  necbst  henimb  im  lant 


l  Im  dr«l»ofaot0O  ipraebbii«h«»  bl.  B  bl«  tO.  liedruoki  in  ß«hnorri  «rabiv 
I&7S.  7,  «.  13  bif  16.  Votgh  Kmd  W«11«r|  Die  eriien  »itumgea.  TUbiDgen 
1873  (tut,  fnt*  ni)  1.  IAO  f.  Die  iebl»clit  boi  GrifcTeHDg^b  wurde  sm  18 
Ja1ii  Diebe  Jani,   1^58  geioblik)(eii. 


155 


Vam  adel  und  riterschaft  wert 
Zway-dawsent-und-achlhundert  pfert. 
Die-aelben  faeret  man  zw-sam, 
Auch  praclit  man  des  fiiesfolcks  mit  nam 

»  Zn-fiamen  her  von  mancbem  ent 
Geniest  ganczer  drey  regiment 
Und  auch  der  Spanier  fanfninndert, 
Guet  hacken-schaeczea  aosgesnndert, 
Und  der  war  zu  fues  auf  nenn-daweet, 

vo  Der  keim  vor  den  Franzosen  ^rawset 
Von  anferzagten  kaenen  mannen, 
Znei^D  EDter  ain-nndreyssig  fannen. 
Als  nun  die  Franzosen  Lm  lant 
Gwnnen  mangel  an  proviant, 

ib   Da  haben  sie  sich  an  dem  ent 
Der  festen  Greffling  zn-gewent, 
Vier  venleio  zu  Diinkirchen  glasen, 
GreffliDgen  pelegert  der-masen, 
Doch  daraus  grosen  schadn  entpfangen 
dj      ao  Vom  gschüecz,  das  unter  sie  ist  gangen, 
In  auf  400  man  erschossen. 
Da  wichens  zw-rüeck  gar  vertrossen. 
Als  sie  nun  merckten  vor  der  hant 
Des  kjinigs  zewg  aas  Engelaot, 

26  Haben  sich  die  Franczosen  dort 
Gelegert  an  ain  glegen  ort, 
Sieb  wol  verschanczet  und  verwart, 
Das  sie  warn  an-zu-grewffen  hart. 
Der-halb  der  englisch  hawff  erweit 

30  Sich  gern  feint  in  schlacht-ordnung  stelt. 
Den  ganezen  tag  gar  unfertro&sn 
Wnrt  heftig  anter  sie  geschossn, 
Das  auch  mercklichen  schaden  thet; 
Der  englisch  haaff  kein  felt-gschiiecz  het 

ift  Solichs  geschach  auf  den  zwölften  tag 
Des  monacz  Janii,  ich  sag. 
Des  andren  tags  wart  man  zu  rat, 
Den  feint  angriffen  mit  der  that. 
Als  abgelawffen  war  die  flnet, 

40  Rneckt  nüeber  der  raysig  zeug  guet, 
Die  feint  aber  auch  lerman  schluegen, 


156 


In  ir  Bchlacht-ordnung  gegen-znegeu 
Gewalticlich  zu  fues  und  ros 
Und  liesen  ab  gen  ir  geschos 
Auf  die  Englischen,  das  es  erhal 

fi    Wol  auf  fdnif-  oder  auf  sechsraal. 
Das  auch  an  schaden  uit  abging, 
Derhalb  sicli  eylent  unterfing 
Der  raysig  zewg  auf  der  linckn  geittn, 
Weil  das  fuesfolck  noch  war  von  weittn ; 

lo  Doch  heftig  wart  zu  in  geschossen 

Grieff  der  raysig  zeug  fraidlg  on, 
Da  wert  sich  manch  riterlich  mon, 
Da  wurt  von  rossen  ain  gestös, 
[hl.  9*]     15  Von  haweDi  stechen  lawt  gedös. 
Die  FrancÄOsen  hielten  sich  vest^ 
Die  küeraser  thetten  das  pest, 
Pis  doch  leczlichen  an  dem  ent 
Der  Franczosen  zeug  wart  zertrent, 

ao   Das  er  sidi  wendet  in  die  flnecht, 
Ider  sein  leib  zu  retten  suecht. 
Nach  dem  kamen  erst  aneinander 
Das  fnesfolck  der  beer  paider-eander, 
Auch  manlich  mit  einander  draffea. 

1»  Da  ist  erst  mancher  man  entschlaffen« 
Die  Franczosen  gar  dapfer  stunden 
Und  sich  der  feint  aunialten  künden. 
Aber  der  Engelender  beer 
Ketten  zwölf  streitschif  auf  dem  mer, 

3ü   Sclinessen  binden  in  die  Franczosen, 
Das  sie  entlieh  die  schlacht  verlosen, 
Flühen  in  ir  wagen-purg  zu-rüeck. 
Der  ander  dail  zu  irm  ungliieck 
Der  gab  übers  wasser  die  fluecht. 

36  Den  der  feint  gar  heftig  nach-suecht, 
Wie-wol  sie  sich  auch  werten  rund, 
Doch  gingen  sie  vast  all  zu  grund. 
So  erlag  der  Franczosen  macht 
Gar  ungluecklich  in  dieser  schlacht» 


11   Die  reimieilv  f«hlt  in  6* 


157 

Verlner  als  gsehüeez;  andi  kam  darfon 

Nichs  von  aller  manidon. 

Der-gleich  all  rewter  and  fneafannen, 

Anch  angfer  pey  vier-dawsent  mannen 
6  Sint  anch  anf  irem  dail  nmbknmn, 

An  die  im  wasser  schaden  nnmn. 

Der-gleidi  anch  da  gefangen  was 

Der  Oberst,  der  herr  von  der  Mas 

und  sonst  noch  acht  drefflicher  herm, 
10  Anch  YÜ  von  dem  adel  von  ferm, 
f^^  10]        Anch  snnst  vil  geraysiger  mit 

Gefangen  gnnmen  nach  krieges-sit, 

Snnst  anch  fieber  fänfftawsent  knecht 

Wurden  gefangen  nach  kriegsrecht. 
16  EUidi  aber  der  raysing  spat 

Die  flnehen  anf  Calis,  die  stat, 

Die-selbigen  darfan  kamen. 

Der  Engelender  schaden  namen 

Zn  ros  nnd  fnes  anf  siebenhundert 
M  Sambt  etling  adel  ansgesnndert. 

Got  woU  ir  aller  sei  pegnaden, 

So  alda  haben  gnnmen  schaden, 

Dnrch  sein  mute  parmherzikeit 

und  woU  anch  geben  mit  der  zeit 
S6  Segen  nnd  fried  ans  milter  hant 

Der  obrikeit  dnrch  alle  lant, 

Dardarch  sein  gotlich  er  anfwacbs 

Sambt  gmainem  nnecz.    Das  wünscht  Hans  Sachs. 

Anno  salnÜB  1558,  am  27  tag  Augusti. 
182. 

* 

^«  7  Aagnsti.     8  Joni. 


1S8 


Ain  pritschen-gesaog  anf  ain  groben  karcken* 

Herzw,  lierzw,  ir  lieben  gselln! 

Helft  mir  niein  pritsclien-gsatig  erscliellii; 

Wan  wir  haben  hir  ainen  gspon, 
6  Der  kambt  her  von  saot  Grobion 

Und  wil  211  sant  Dölpian  gen. 

Des  sint  seiner  nothelifer  zwen, 

Die  haben  an  im  thnn  ain  zeichen, 

DaB  er  in  paiden  tlmet  gel  at  eben ; 
i<>  Wan  all  eeiBe  wort,  werck  und  that 

Im  alles  maiBterlich  an-stat^ 
[bl.  132]       Das  sein  mns  lachen  ydermon; 

Keine  Verstands  nembt  er  sich  nit  on, 

Hat  käin  Inest  zu  hofflieben  dingen, 
ift  Den  wo  er  bort  die  pfening  klingen, 

Da  reckt  er  hin  die  oren  sein; 

Darmit  hat  er  sein  freud  allein, 

Die  kraczet  er  zn-sam  mit  hawffen, 

Und  wo  im  einer  thnet  entlawffen 
M  So  ist  es  im  von  herzen  laid. 

Dammb  so  mnes  ich  dir  pey  aid 

Dein  grob,  dolpisch  und  karge  art 

Mit  der  pritschen  anf  dieser  fart 

Binden  von  deiner  kerben  ha  wen, 
»6   Gar  maisterllch  vor  man  nnd  frawen 

Dich  pas  pebobein  nnd  pescbneiden. 

Und  thnestw  das  gednltig  leiden 

Und  merckst  dis  pritscben-gsanck  von  mir^ 

So  Wirt  ain  waidlich  man  ans  dirl 


1    Im  clj-«itfthDt«Q  ipmctibueb«,    bl.   131'  bu    132'.      Gedraokt   in  SebiMirt 
»robiv    1878.   7^  ».    17   bii   18.     Sieh  aoab   hmnd  22,  i.  487   h\»  488* 


169 


Aim  uidttr  prüMkeB-gMag  auf  ainen  pveller. 

Wolanff!  wol  herl  seit  alle  fro! 

Wir  haben  nberkomen  do 

Ein  recht  natürlich  Venns-kind, 

6  Der  ist  in  pnelerey  erplind: 
Er  laoft  nmb  wie  ain  gailer  stier, 
Wie  er  nachcz  der  meczen  hoffier. 
Nachcz  in  oft  jagen  die  nachtraben. 
Er  maint,  sein  paelen  haimlich  haben, 

10  So  wais  nimant  den  ydermon, 
Mit  yingem  anf  in  zaigen  thon. 
Die  mecz  helt  in  yor  ainen  läppen, 
Stndft  im  an  hals  die  narren-kappen. 
Er  maint,  sie  thw  allain  in  lieben, 

16  So  hat  sie  auch  zn  im  noch  sieben, 
Und  welcher  geit  am  maisten  ans, 
Den-selben  lest  sie  in  ir  hans. 
Welcher  nit  angeit  schenck  und  gab, 
[bl.  132']     Der  ist  anston  and  gar  schabab. 

10  Daromb  rat  ich,  dw  lest  darfon; 
Wan  dw  gewinst  nit  vi!  daron. 
E  dw  erpnelst  ain  fazilet. 
Es  dich  ain  gnete  schauben  gstet. 
Danimb  wil  ich  auf  dein  arspacken 

05  Frölich  mit  diser  pritschen  hacken, 
Das  von  der  pritschen  dir  dein  schelleu 
Klingen  nnd  müesen  anf-gescbwellen, 
Und  wil  dir  mit  der  pritschen  schern, 
Ob  dw  ain-mal  wolst  wiczig  wem, 

00  Das  ain  piderroon  ward  aas  dir. 
Den  wirst  des  pritschens  dancken  mir. 

Anno  oalotis  1559,  am  7  tag  Januari 
60. 

24  S  ftlspaeken. 


160 


Der  purger-dancz. 

[bL  15d']  Bie  swen  fordinoaer  sagen : 

Las  mia  den  rayen  Bitlicb  fberen, 
Wie  es  ^en  purgern  tbnat  gepiieren, 
6  So  auf  die  lioch-zeit  aiiid  geladen, 
Das  wir  nicht  verthien  ungeoaden 
Fey  dem  junckheni  und  erbern  gesten, 
Sünder  nns  halten  nach  dem  pesten, 
Zn  er  dem  preutgam  und  der  prawt, 
10   Die  QUB  den  vortancz  habn  vertrawtl 

Das  erat  par;  der  ges«!: 

Wol  mir,  das  ich  erlebt  den  tag, 
Das  ich  den  vorsprung  haben  mag 
Mit  der,  die  mein  herz  hat  erweit, 
i&  Die  mir  allain  anf  erd  gefeit! 

Die  jtng-fraw: 

Jnnckher,  das  glaub  ich  nit  gar  wol; 
Ir  »tecket  frembder  liebe  vol, 
Euer  hercz  Ist  ein  dawben-hans: 
sü   Ein  lieb  flewgt  ein,  die  ander  aus. 

Ber  prewtgam  sagt: 

Wol  euch,  mein  prawt!  manch  jnnger  mon 
Hat  encli  zn  lieb  und  dienst  voron 
Manch  riterlicheB  sper  thnn  precheu 
3£   In  dem  hewtigen  gselen -stechen. 

t    Im  dretfflbotfln   tprtiehbiiobe »    bl<    158    bifl   169'.     SebDom  »rehif    I8T8. 
1,  f.   19   bii   21.    All  230  lahwask  gedruckt.     VorgL  data  •.  XX  d«a   rorwurta. 


161 

Die  pnwt: 

Ben  sag  ich  daock.   Mab  an  dem  dancz 
ledem  siecher  geaehieckt  ain  krancz. 
Icz  mir  aucb  dient  manch  junckfraw  schon, 
ft  Aueh  manches  irewlein  walgethon. 

Dtr  all  hiir: 

Zart  schone  fraw,  ich  denck  noch  wol. 
Das  ich  war  rond  und  frewden*vol 
Icz  thnet  der  altman  mit  mir  ringen, 
10  Kan  nicht  wie  jnng  danczen  nnd  springeD. 

Die  foa«  sagt: 

Herr,  ich  glanh  ser  wol  diesen  dingen; 
Man  spricht:  die  zeit  thnet  rosen  pringen; 
tbl.  Iö9]       Das  alter  knmbt  mit  mancherley, 

16   Pricht  vil  frewd  nnd  kurczweil  entzway, 

Dai  halaent  par;  sprioht  «r: 

Wolt  got,  das  dieser  nmefang 
Solt  weren  ain  gancz  monat  langl 
Das  erirewet  das  herze  mein, 
so  Ach,  wie  mocht  mir  nnr  pas  gesein  ? 

Die  janekiraw  antwort: 

0  jnnckher,  ich  piQ  nit  die  recht; 

In  gespot-weis  ir  mir  zu-sprecht. 

Ich  wais  aber  wol,  wen  ir  meint, 

3    Da  euch  die  Hechten  snnen  scheint. 

Dil  ander  halient  par;  sprieht  er: 

Ach,  wie  ist  mir  icznud  so  wol! 
Ich  hab  ain  ganczen  arm  vol, 
Der  wer  mir  lieber  aigen  mein, 
so   Den  der  gneyen  zol  an  dem  Rein. 

Die  jimokfraw  antwort; 

Gespi^tes  hab  ich  wol  gewaiit. 
Derhalb  thnet  es  mir  nit  mer  ant. 
Er  lebt  denoch,  hoff  ich,  atif  erden, 
36  Der  anch  pal«!  eelich  mein  sol  w^erden. 


162 


Des  naigest  par;  spriclit  er: 

Zart  fraw,  Dnn  sagt  mir  an  fürwar,  ' 

Wie  liat  euch  gfallen  mein  uew-jar, 
Das  euch  hewt  praclit  die  Schwester  mein, 
ß   Das  ir  dis  jar  mein  puel  solt  sein? 

Die  fraw  antwort: 

Jnncklier,  ser  wol;  ich  sag  euch  danck» 
Wil  euer  puel  sein  das  jar  lanck; 
Idoch  allain  in  znecht  und  eren, 
10   Frewd  und  frenntschaft  darmit  zu  meren. 

Das  7  p&r ;  sagt  der  gesel : 

Jnnckfraw,  kent  ir  niicli  lecliten  nit, 
Als  ich  zu  ettcli  pin  knmeii  mil 
Der  mnmerey?  Waren  verpueczt, 
[bl.  159']  16  Gleich  schwarzen  moren  anfgemneezt. 

Die  junok&aw  antwort; 

Jnnckher,  mich  dawcht,  ir  danczt  mit  mir. 
Het  nicht  ain  gnelden  ringlein  ir 
Hangen  in  enrem  rechten  or? 
vo   Ir  wart  ein  lang  gerader  mor. 

Bas  leoat  par ;  sprieht  sie  : 

Jnnckher^  ich  wolt  euch  frenntlich  pÜten, 

Wolt  mich  vom  tancz  auf  ewrem  acblitten 

Haimftieren  ?  Wan  es  hat  geschneit, 

S5   Der  sehne  dief  auf  der  gassen  Icit. 

Der  gesel  antwort: 

Ein  man  sol  sich  mit  dinst  nit  sparn, 
Er  Bol  reilten,  lauffen  und  farn^ 
Werden  frawen  zu  dinst  und  eren, 
30  Ir  lieh  nnd  gunst  darrait  zu  mereo. 

Der  dramel-sohlager  sam  pfeaffer: 

Gsel,  las  uns  machen  kurcze  rayen! 
Darmit  wir  manch  jung  hercz  erfrewen, 

13  t  lob.     S  lei. 


168 

Das  de  all  fordenz  müegen  hon 
Paid  erber  firawen  and  auch  mon, 
Züechtig  jnnckfrawn  nnd  jnng  gsellen. 
Wen  sie  romb-drincken  geben  wellen, 
So  wollen  wir  anch  knollet  drincken, 
Das  wir  an  wenden  haimhin  hincken. 

Anno  lalatis  1559,  am  8  tag  MarcL 
80 


ir 


Ein  gancz  gereimbte  karten. 

DiJ  d&ns:  der  ptppEgar. 

Xünd  man  das  verdeFtaen 
Aus-füeren  auf  rad- werben! 

5  3 

Kilnd  mau  des  UBglneckB  planen 
In  ainem  korb  ana-tragen! 

4 

In  dia  gerten  spacim 
10  Macht  nnnüecz  zeit  verliern. 

5 

Durch  pueierey  und  zecheii 
Thuet  er  und  guet  zerprechen. 

6 

ifr   Wer  gelt  heftig  nach-stelt, 
In  viL  yeräBecbung  feit. 


Wer  ob  schant  bat  kein  &cbeW| 
Vergleicbt  sieb  mit  der  sew« 

10  8 

[bl.  311']      üebriger  fdel  wolaeBt 

Macht  den  sewen  aln  wtieBt. 


Stet  und  schlöaer  aufgang 
35   On  krieg  oft  weret  lang. 


1    Im  drall« bDlen  «praetibueho,  bL   Sit  bit  S13,     Fi«b   ob«n  s.   ItSI 


4 


165 


10 

Das  genprech  der  pappagey 
Gleicht  sich  den  kinden  frey. 

DieklBgiii. 

6  Der  pappagayen  scherzen 
G^  wie  die  lieb  von  herzen. 

ObermoB« 

Pappagay  pein  lewten 
Ist  geren,  die  in  drevrten. 

10  Der  Ung. 

Pey  mir  in  Kalikat 
Pappagay  nistein  thnet. 

Das  granat-dais. 

Wer  gar  nichs  kan  versten, 
16  Mos  im  kindswagen  gen. 

3 

Saitenspil  and  stadim 
Schwechen  manchem  sein  him. 


so  Der  schwach  durch  list  oft  schwind 
Den  starken  abervdnd. 


Kirsten  and  daige  pim 
Thond  den  pawem  purgim. 

6 

Wer  on  sin  wicz  thaet  geparn, 
Thaet  im  narren-schiff  fam. 


)8  7  od  8  (vier  Milea)  hat  S  weggelaBaen. 


^^^^^^^^^^^H     ^^                         ^^1 

^^^V        [bl.  312]                                                                               ■ 

^^^^H                           Wer  oft  xum  arzet  gat,                                    ■ 

^^^^^H                            Umb  deo  es  üebel  etat.                                        ■ 

^^^H                                                                    ^1 

^^^^^H  5  Der  granat^opfel  praecb  ^^B 
^^^^^B                             Geit  ain  lieblicbeu  mecli.                               ^^M 

^^^^H                                             Die  ktlnirüi*                                      ^^1 

^^^^H  Die  groDad-apfel  rund  ^^M 
^^^^H                             Sind  dea  krancken  gesund.                            ^^M 

^^^^^m                     10                                                                ^^1 

^^^^^H  Ich  wil  pald  lerman  selilagen,  ^^M 
^^^^^m                            Die  krigalewt  zameit-jageu.                           ^^M 

^^^^m                                               Der                                                     ^H 

^^^^H  Gronat-apfel  lobleich  ^| 
^^^^^H                        15  WacbBen  in  metnem  reich.                            ^^M 

^^^^^H                                   RoBen*  oder  negelein-daiiB.                           ^^H 

^^^^H  Zw  der  orgel  ich  &chaw,  ^^H 
^^^^H                             Flu  doch  ain  grobe  saw.                             ^^1 

^^^H                                                             ^1 

^^^^^1  ai^  Wir  halten  das  wappen  ^^M 
^^^^^1                            Mit  irnsem  peren-dappeD.                             ^^| 

^^^H                                                                                                    ^H 

^^^^^B  Ein  Bchl}nes  fraweu-pild  ^^M 
^^^^^m                             Qu  duegent  ist  doch  wild.                            ^^M 

^^^H                                                    ^H 

^^^^H  Hör  auf  von  deinem  plasenl  ^^H 
^^^^^1                              Farzen  kau  ich  nit                                       ^^M 

^^^m                                                    ^1 

^^^^^H  On  zuecht  ain  Bchöne  fraw  ^^M 
^^^^^B                         10  Vergleicht  sich  ainer  saw.                           ^^H 

^^to.     .^^m^    ..^fl 

167 


Den  gensen  predig  ich, 
Ir  fldsch  erfirewet  mich. 


[bl.  312T  8 

6  Peren,  waidlewt  und  kind 
Selten  ains  sines  sind. 


9 

Rosen  und  negelein 

Sint  wolschmeckent  und  fein. 

10  10 

Die  nngeschaffen  kind 

Den  mnetem  auch  lieb  sind. 

Di»  koBgin« 

Der  wolgeschmack  in-wercz 
16  Erhebt  ein  schwaches  hercz. 

Der  obarmon. 

Ich  hab  verspilt  mein  fas 
Und  als,  was  darin  was. 

Der  kttng. 

20  Ich  pin  der  dnrckisch  kaiser, 
Nach  krieg  ein  gwaltig  rayser. 

Aiehel-dau. 

Wer  den  sewsack  wil  nemen, 
Den  stechen  auch  die  premen. 


Mit  leben  and  mit  pem 
Sol  kain  man  scherzen  gern. 


Wappen  and  ghrechtikeit 
80  Zirt  ain  herschaft  alzeit. 


^^^p^    168                             ^H 

^H 

Ich  Bchlewff  und  pin  verirt,                 ^^H 
MeiB  kling  stet  kürczer  wirt.               ^^H 

^H 

&  Vil  sawffen  und  nndewen                    ^^^| 
Kambt  nur  zw  gii€t  den  sewen.           ^^H 

^^M          [bL 

Ich  laeg  ir  untern  fliesen,                    ^^^| 
Maeg  meiti  nnznecht  wol  puesen.         ^^^| 

^H 

Mich  frewet  das  gesaog                        ^^H 
Viir  aller  geigen  klang.                        ^^| 

^m 

Eb  pirgt  sich  neid  und  has,                        H 
16  Wie  ein  schlang  in  dem  gras.              ^^H 

^H 

YJe!  alchel  auf  dem  gew                      ^^H 
Machen  guet  faiste  sew.                      ^^H 

Die  künlgin.                             ^H 

io  Aichel  vor  langen  jam                         ^^| 
Ein  speis  der  menschen  warn,              ^^| 

Her  oberman.                           ^^H 

Ich  pin  ain  grober  paur,                      ^^H 
Mein  narnng  wirt  mir  sawr.                ^^H 

26                    Ber  ktng.                              ^^H 

Ich  pin  geruest  zum  krieg,                  ^^| 

Hoff  zu  erlangen  sieg.                          ^^H 

AxiBO  salutia  I55d,   am  4  tag  Aagnsti,         ^^^| 

^^^^H 

^^^^              5  8  «rU.          29  Es  wir«Q   06  r«ne,    wonn  dl«  Iraidaii  rdnipftm7^| 

^^k           28  f.  niobt  faklt«ii,                                                                                         ^^1 

169 


Der  Filins  im  korb  zw  schmach. 

Man  sagt,  wie  vor  jaren  zu  Rom 

Oewont  hab  Filius  mit  nom, 

War  ain  perfiembter  nigromant, 
ft  Welcher  in  hoher  lieb  entprant 

Gen  ainer  jongen  Römerin. 

Daranff  legt  er  hercz,  maet  und  sin, 

Zw  erwerben  ir  gonst  nnd  lieb: 

VU  freontlicher  pnelprieff  ir  schrieb. 
10  Die  fraw  aber  war  eren-fmmb, 

Seiner  lieb  sich  gar  nichs  annmb, 

Hilt  er  nnd  trew  an  irem  man. 

Als  Filins  nit  wolt  ablon, 

Wie  oft  sie  sein  peger  abschlneg, 
16  Erdacht  die  fraw  ain  liste  clneg, 

Wolt  in  mit  sein  leichtfertig  Sachen 

Vor  yderman  zn  schänden  machen, 

Das  sie  mit  eren  sein  ab-kem, 

Die- weil  doch  snnst  nichs  halff  an  dem. 
30  Entpot  im,  er  solt  in  der  nacht 

Kamen,  gleich  in  der  ersten  wacht, 

So  wolt  sie  im  ain  korb  rab-lassen 

An  ainem  strick  pis  an  die  gassen. 

Darein  er  darnach  siezen  solt, 
»  Darin  sie  in  nanff-zihen  wolt. 

Filins  fro  der  potschaft  was, 

* 

I  Im  TiersebnUii  tpraohbaobe,  bl.  72'  bia  73.  Qedruokt  als  264  schwank. 
^^%l  auch  den  35S  und  3S8  sebwank  and  die  Nürnberger  featsobrift :  Hans 
^WoraebuDgen.  Nürnberg  18»4.  b.  181.  Am  1  Janoar  1651  dichtete 
°*  8aeba  im  pflngton  dea  Sigbart  den  Filina  im  korb  >Zv  rom  ain  maiater 
^UUvi«  (iiQ  13^  1,1.  37'  ))|g  3g^^  D2^  übertcbrift  ist  nach  dem  generalregiater 
t*l*btt.         6  8  eapruBt. 


170 


Kam  naditz  und  in  dem  korb  einsas. 
Zuhaut  die  fraw  in  hinauff-zoch 
fbl.  73]         In  dem  korb  auf  drey  gaden  hoch» 
Liea  hangeu  in  im  korb  darnach, 

6  Pis  das  der  helle  tag  auf-prach. 
Da  kam  des  volckes  meng  zu- haut, 
Saeh^  wie  da  hing  in  spot  und  schaut 
FiUns,  der  gros  hock  gel  ert. 
Sein  lieb  wurt  im  in  neid  verkert: 

10   Und  erlesckt  dnrch  sein  schwarcze  kunst 
In  der  etat  Eom  all  fewer  sanet. 
AUain  manig  fewrlger  flam 
Schluege  aus  dieser  frawen  Bcham, 
Pey  der  8o  tnuest  man  züenden  an, 

it  Wer  fewer  oder  Hecht  wolt  hon. 
Aus  der  fahel  hie  leren  sol 
Ein  frnmb  weib,  sich  zu  hüeten  wol 
Vor  aller  pueler  schmaichlerey, 
Fliech  ir  verhayssung  mancherley. 

30   Went  von  in  ab  gern ii et  und  hercz, 

Treib  mit  in  weder  schimpff  noch  scJvercz, 
Nem  von  in  weder  sckenck  noch  gab, 
Sunst  gecz  an  Bchaden  ir  nit  ab. 
Das  ir  nit  schand  darauB  erwachs, 

96  Den  trewen  rat  so  geit  Hans  Sachs« 

Anno  Balutifl  156Q,  am  3  tag  Januari. 
60  [vera] 


Itt  S  Tarh&iiiBUDg. 


171 


Die  hantwerckfl-daffel  der  kandel-giesser. 

Das  erber  hantwerck  dieser  stat 
Der  kandel-gieser  gemacht  hat 
Diese  daffel  zn  gedechtnas, 

6  Darpey  man  lang  pedencken  mnes, 
Maister  und  gselen  aller-samen 
In  em,  so  hernach  Stent  mit  namen, 
So  darza  habn  gholffen  und  ghratten 
Paide  mit  werten  nnd  mit  datten. 

10  Anf  diesem  plat  die  maister  Stent: 
Melcher  Koch  der  elter  genent, 
Endres  Zinck  mit  in  allen  was, 
Erhart  Seyczman  auch  fnerdert  das, 
Hans  Wagner  drewlich  darzn  riet, 

15  Daniel  Pawman  senmbcz  auch  niet, 
Sebolt  Distler  gab  darzv  rat. 
Albrecht  Harscher,  der  erstlich  hat 
Gemachet  hie  die  newen  stüeck, 
Gnes  anch  dis  daffel-pild  mit  glüeck. 

20   Francz  Preissensin  lies  im  das  gfallen, 
Hans  Siebenpnrger  mit  in  allen, 
Herten  Kraus  lobet  es  auch  wol, 
Hainrich  Fei  ward  des  frewden  fol, 
[bl.  112']      Sebastian  Sewferhelt  and  der 

36  Herten  Grüner  het  des  peger, 
Lewpolt  Heczndorffer  riet  darzw, 
Jörg  Koler  anch  an  alle  rw 
Und  der-geleichen  Wolff  Guet-pier, 


1  Im  TierMhoten  gprnebbnebe,  bl.  112  bis  113.  Gedruckt  in  den  mit- 
teiloDgen  aat  dem  germ.  oationalmaaeum,  bd.  II,  s.  79  f.  Vergl.  band  22, 
B.  268  bU  271. 


178 

Cniint  Ton  Hanober  preist  das 
und  anch  von  Oorlicz  Elias; 
KnncE  Ton  Erdfort  das  loben  thet; 
Jaeob  Ton  Etling  des  gfiülen  het, 

6  Mathes  Ton  Danczga  anch  zn-mal 
Und  Clemens  ans  dem  Jochims-dal, 
Parti  Ton  Tressen  halff  das  yol-strecken, 
Und  Hans  von  Kirchen  an  der  ecken, 
Hans  von  Nfirnberg  lobet  die  konst, 

10  Gristoir  von  Nürnberg  tmeg  des  gnnst, 
Gristoff  von  Frejbnrg  lies  ims  gftden. 
Hans  von  Haincz  sambt  den  gselen  allen, 
Den  glneck  und  hail  daraus  erwachs! 
Das  wünschet  in  allen  Hans  Sachs. 

15  Anno  salntis  1560,  am       tag  Juli. 

82  yexB. 

11  8  ditoC         16  Den  monataUg  hat  8  weggeUfMB. 


174 


Der  trawrig  träum  b* 

Als  ich  in  meineD  jungen  jam 
In  tiiegenden  nocli  unerfaren, 
Ein  jiincktTawen  icli  mir  erweit, 
In  erea  sich  zn  ir  geselt 
Mein  hercz,  doch  haimlich  in  der  stil, 
Thet  der-gleich  weder  weng  noch  vil, 
[bl.  113']      G^en  ir  kains  dinst  mich  nnterzueg» 
Mein  lieb  also  verporgen  trneg. 

10  Doch  wart  ich  noch  herter  verstricket. 
Weil  sie  mich  oft  frenntlich  anplicket; 
Darpey  ich  gar  wol  tnercken  thet, 
Daß  sie  mich  auch  ha  im  lieh  lieb  het. 
Dis  meret  mir  mein  senlich  pein, 

16   Kam  ie  lenger  diefer  hinein. 
Darzu  peweget  mich  aber 
Ir  erlicbe  zuechtige  geper; 
Ir  stilles,  erliches  gemüet 
War  gleich  meiiis  herczen  und  geplüet. 

M   Derhalb  ir  liebe  üb  er  wund 

Blein  gmnet  und  hercz,  mir  ting  und  pnnd 
Durch-drang  mein  hercz,  gepain  nnd  marck 
Und  uberweltigt  mich  &o  atarck, 
Das  ich  genczlich  kain  rw  uier  het; 

35   Ich  as  und  dranck  und  waa  ich  thet, 
Stund  doch  zu  ir  all  mein  gedanck, 
Ir  lieb  mich  machet  mal  und  kranck. 
Der-gleichen  mir  vor  nie  war  gscheben 
Mein  leben-lang,  mag  ich  wo!  jehen, 

m  Ich  forcbt,  ich  wer  pezaubert  worn, 


1   Im  riertelittUii  tprachbaehe,  bL   113  bij  116'. 


175 


Gedacht  mir  doch»  die  anaerkom 
Die  thet  so  üebet  üit  rd  mir! 
Ich  dacht  haimlich^  ich  wil  gleich  ir 
Mein  lieb  eröfnen  und  anzaigeti, 

&  Gedacht:  wirt  sie  sich  gen  mir  aigen. 
Den  wol  wir  unser  lieh  in  eren 
Blich  peschliessen  nnd  verseren. 
Daran  ich  gar  kain  zwayfPel  het. 
Wie  mir  mein  hercz  anzaigen  thet, 

la  Wart  ich  als  gnetten  von  ir  hoffen. 
Ging  zu  ir,  macht  ir  haimlich  offen 
[^l  114]      Mein  hercz  nnd  ir  mein  lieb  ansagt. 
Schamrot  sie  ersewfzt  und  mir  clagt, 
Sie  het  aich  vor  mit  eim  verlnebet^ 

16  Darob  wer  sie  herczlich  petrüebet, 
Sonst  wolcz,  das  sie  mein  aigeii  wer. 
Von  der  red  wnrd  mein  gmöet  so  schwer, 
Ir  sneae  lieb  in  meinem  herzen 
Wurt  mir  verkert  in  pitter  schmerzen, 

so   Weil  ich  die,  so  ich  herczen-holt 
Het,  ainem  andren  lassen  solt, 
Weil  ich  vermerckt,  mein  lieb  nnd  gnnst 
Wer  pey  ir  nit  gewest  nmbsnnst; 
Wan  sie  pekent,  her  in  vi!  tagen 

»A  Het  sie  mir  lieh  und  gunst  getragen 
Haimlich  vnr  all  matispild  auf  erd, 
und  auch  mein  herczlich  het  pegert, 
Weil  sie  in  anderhalbem  jar 
Nie  het  gewist  genczlich  vurwar, 

a»  Wo  ir  preutgam  im  laude  wer, 
Lebentig  oder  dot.    ,Doch  er 
Mir  newlicb  zn-geschrieben  hat 
Und  ist  her-kumen  iu  die  stat.* 
Erst  wnrt  petmehter  das  herze  mein 

n  Mit  solch  herber  marter  und  pein, 
Als  ob  mir  wolt  mein  hercz  zerprechen, 
ünmtieglich  ist  mir,  aus-zu-sprechen 
Die  tra wring  einfei  und  gedancken, 
Die  in  meim  herzen  dettn  umbrancken. 


*»  T  h.t]  fehlt  8, 


176 


Hit  solchem  liaimlich  pitern  leiden 
Solt  mein  lieb  gegen  ir  ab-schneideü. 
Die  nam  doch  ymer  fester  zu, 
Das  ich  lebet  on  raBt  und  rw 
5   Und  mir  oft  wünschet  seih  den  dot, 
Das  nur  ent  mm  mein  anggt  und  not. 
[bl.  U4']      Kein  frend  noch  knrczweil  kund  mich  dr^sten, 
Mein  hercz  thet  sich  in  trawreo  rösten. 
Äins  nachtz  ich  ungeechlaiTeii  lag 
10  In  solchem  we  sewfzender  dag 
Meinr  unglueckljaften  lieb  nacb-san, 
Pis  der  schlafif  nberhant  gewim, 
Das  ich  schwermtieticlich  entschlieff. 
Mir  traumbt,  wie  ich  lag  also  dieff 

15  In  ainer  grewiing  gfencknus  unden, 
Mit  ainer  ketten  angepunden. 
Ein  stral  dürch-^dmngen  het  mein  prnest. 
Mich  da  weh  t^  wie  ich  erfawlen  mnest 
In  der  gfencknus,  die- weil  sich  mein 

30  Niemaot  anumb  in  solcher  pein ; 

Wan  ich  dorft  es  auch  nymant  sagen, 
Mein  senent  IterczMch  leiden  clagen. 
In  dem  sach  ich  mit  liechtem  glancz 
Fraw  Eer  her-gen  petruebet  gancz, 

16  Die-selbig  füer  den  kercker  ston, 
Fing  ir  red  kleglicli  also  on: 
^0  gsel,  sag,  wie  hast  dich  vergangen, 
Bas  dich  fraw  Venus  hat  gefangen, 
Mit  der  jnnckfranen-Iieb  peth5ret, 

80  Die  doch  aim  andern  za-gehöret? 
Dw  liegst  verwund  und  überwanden, 
In  ir  grewiichen  gfencknus  puiiden, 
Welcher  gfencknus  dw  vor  warat  feint. 
Wie  liastua  übersehen  heint, 

9&  Das  dich  ain  solche  fremhde  lieb 
Hat  hinterschlichen  wie  ain  dieb? 
Hestw  auf  mich,  fraw  Er^  thnn  warten, 
Ich  wolt  dich  mit  ainr  schönen  zarten 
Jnnckfrawen  pegabt  habn,  auf  mein  trewt 


16  S  g1«wUng« 


177 

In  eliger  lieb  stet  and  new. 
[bl.  115]       WeU  dw  pist  fraw  Venus  anhenger, 
Kan  ich  pey  dir  nit  pleiben  lenger. 
Dein  gnet  gemech,  wolfart  nnd  glaeck 
6  Sambt  deim  reichtnm  ist  alles  flaeck, 
Wirt  sich  als  mit  mir  von  dir  schwingen.' 
Erst  erschrack  ich  ob  diesen  dingen, 
Sprach:  ,0  fraw  Er,  verlas  mich  nicht, 
Dw  waist,  das  ich  dir  pin  verpflicht, 

10   Pin  on  schneid  in  die  gfencknns  knmen, 
Hab  mich  ans  herczen-trew  angnnmen 
Der  jnnckfrawen,  in  zaecht  nnd  eren, 
Mein  lieb  mit  ir  elich  verzeren, 
Die-weil  sie  war  plfiender  jngent, 

16  Güettig  nnd  yol  sitlicher  tnegent 
Der-halb  mir  war  die  erentreicb 
An  sin  nnd  gmüet  eben  geleich, 
Znechtig  nnd  erberer  geper. 
Derhalb  stand  zn  ir  mein  peger. 

io  Als  aber  sie  yerlüebet  war 
Eim  andern,  macht  mirs  offenpar 
Die  zart  mit  trawriger  geper. 
Wie  ir  prewtkam  schon  kamen  wer. 
Des  erschrack  ich  gar  yniclich, 

26  Umb  trewen  rat  so  pat  sie  mich. 
Ich  gab  ir  herczen-trewen  rat: 
Weil  sie  im  die  ee  gelobt  hat, 
Das  sie  im  das  hielt  anzw-rissen; 
Es  macht  ir  sonst  ain  pös  gewissen. 

80   Wie-wol  ich  ir  diesen  rat  gab, 
Nam  doch  mein  lieb  nit  gen  ir  ab, 
Mein  hercz  knnd  ir  lieb  nit  anf-geben, 
Plieb  in  trawren  nnd  nnmuet  schweben, 
Weil  mir  die  liebest  war  gennmen: 

36  Pin  also  in  die  gfencknns  knmen 

On  schneid.    Fraw  Er,  dammb  ich  pit, 
Dw  wolest  mich  verlassen  nit, 
[bl.  11 5' J      Sunder  mir  gnedig  hilff  erzaig^en, 

Anf  das  ich  frey  werd  nnd  dein  aigen. 

40   Wo  nit,  so  mnes  ich  hin  verderben, 
Als  ein  trostloser  elent  sterben." 


ElADt  Saeh«.    XXIII. 


12 


178 


Fraw  Er  sprach:  ^So  las  dein  lieb  fallen, 
So  hilff  ich  dir  pald  auiS  dem  allen, 
Das  dw  wirst  ledig  deiner  gfencknas, 
Darin  dw  liegest  in  pezwencknus.** 

ß   Idi  an t wort:  „Ol  das  kan  ich  nicht , 
Waa  nnracz  mir  halt  drob  geschieht, 
Ir  lieb  kan  mein  hercz  nit  auf- geben, 
Die- weil  ich  hab  mein  leib  nnd  leben.'' 
Pald  fraw  Er  das  von  mir  verstund^ 

10  Im  angenplick  sie  gar  verschwnnd 
Und  lies  im  Unstern  kercker  mich. 
Erst  mich  gi-oser  nnmnet  durch-schlich. 
Die  ich  kan  ausgesprechen  kanmb. 
Mich  da  weht  in  diesem  schweren  tranmb, 

lö    Wie  ich  hilfflos  verlassen  wer, 

Mein  hercz  and  gmüet  war  mir  erst  schwer. 
Dacht,  nun  mns  ich  gefencklich  pleiben, 
Mein  zeit  in  der  hartsei  vertreiben. 
In  den  gedancken  hört  ich  fiier 

20  Dieser  grawsamen  kerckers-thüer 
Die  jivnckfrawen^  meins  herzen  trawt. 
Welche  doch  war  eins  andern  prawt, 
Die  drat  in  die  gfencknus  zu  rair, 
Zw  drösten  mich,  sprach:  „Wie  das  dir 

26  Mein  lieb  lest  krencken  das  hercz  dein, 
Weil  es  ie  kan  nit  mer  gesein. 
Das  ich  dir  elich  werd  zu  daiL 
Derlialb  wünsch  ich  dir  glueck  und  hail 
Zn  ainer  anderen  jnnckfrawen, 

30  Der  dw  dich  elich  thuest  vertrawen, 
Durch  die  dw  liebreich  werst  getrost, 
"lUi]       Aus  der  schweren  gfencknus  erlöst." 
Da  antwort  ich:  ^O  herczlieb  mein, 
Dein,  dein,  allain  wil  ich  nur  sein; 

m   Wan  ich  pin  dir  allain  ergeben 
Mit  er  und  guet,  mit  leib  und  leben, 
Kainer  andern  ich  nit  peger," 
Sie  antwort:  „Wen  es  gocz  wil  wer. 
Das  ich  dir  elich  wert  vertrewt, 
Wer  nur  auf  erd  die  hocliste  frew  t. 
Weih  abr  got  so  Imt  geschicket, 


179 

Ich  mit  aim  andern  pin  verstricket, 
So  grewff  auch  glnecklich  zu  der  ee, 
So  wirt  gestilt  dein  herczlich  we 
Und  wirst,  erledigt  ans  peschwerden, 

&  Fort  wie  for  frölich  lebn  auf  erden. 
Ich  danck  dir  aller  lieb  and  drew, 
Der  ich  mich  auch  von  herzen  frew. 
Weil  dw  vnr  all  ander  jnnckfrawen 
Dich  euch  weitest  mir  vertrawen, 

10  Wil  ich  mein  lebtag  dir  ingedenck  sein. 
Gtot  pscher  dir  ein  gemahel  fein 
Nach  deins  herczen  gemüet  und  willen; 
Die  dir  kan  alles  herczlaid  stillen, 
Wünsch  ich  dir!"    Darmit  sie  herging, 

16  Mit  armen  frenntlich  mich  nmbfing 
Und  gab  mir  ain  holtseling  knes, 
Der  mich  mein  lebenlang  frewn  mnes. 

Der  beBohlnes. 

In  dem  ich  ploczlich  anf-erwacht; 

20  Da  war  es  noch  stickfinster  nacht. 
In  schrecken  ich  mich  aaf-ermandert, 
Des  trawring  traames  mich  hoch  wundert, 
Dacht  mir:  im  dranmb  des  menschen  geist 
Heimlich  verporgne  ding  oft  weist. 

25   Der-halb  ich  im  mit  fleis  nach-son, 
[bl.  116']      Dacht:  daraus  ich  wol  lernen  kon, 
Das  mir  am  aller-näeczten  sey 
Im  traumb  die  bailsambst  arzeney, 
Das  ich  gemelte  lieb  aus-schlag, 

so   So  vil  ich  ymer  kan  und  mag, 

Das  nicht  daraus  volg  ungluecks  meer, 
Wie  mir  darin  das  riet  fraw  Er, 
Auf  das  ich  wuerd  frey  und  erledigt, 
Von  gemelter  lieb  unpeschedigt ; 

36   Der-gleicb  die  aller-liebste  mein. 
Die  mir  auch  riet  im  traumb  allein, 
Ich  solt  pald  grewflfen  zu  der  ee. 
So  würt  mir  hail  meins  herczen  we. 


1   S  aim  aim.  9  8  mich.  21   S  mit. 

12* 


180 

Wie-wol  mein  hercz  nain  darzu  sagt, 
Sander  noch  wainet,  sewfzt  und  clagt, 
Das  es  die  liebsten  mas  yerlon, 
Der  es  sich  het  ergeben  schon, 
Der  kon  es  ie  vergessen  nicht, 
Der  ich  macht  dis  cleglich  gedieht. 
Das  ir  glneck,  hail  and  f^ud  erwachs, 
Das  wünscht  ir  von  herczen  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1560,  am  5  tag  Juli. 
284. 


181 


Epitaphium  des  Zalpergers,  zn  Linez  pegraben. 

Jörg  Zalperger  in  Lincz,  der  etat, 

Erstlich  Wirtschaft  getrieben  hat, 

Erlangt  pey  moniclich  preis  and  er; 
6  Darzw  ist  er  gewesen  mer 

Zw  Lines  porgermaister  und  richter, 

Paider  ambt  ein  gerechter  schlichter. 

Darzw  er  spitalmaister  war 
[bl.  117]       Zw  Lincz  wol  28  jar, 

10  Den  er  yerwielt  mit  ganczen  trewen 

Mit  ein-knmen  and  den  gepewen, 

Die  armen  wol  hielt  mit  dranck  and  speis. 

Der  erber  man  Cristlicher  weis 

Vemfinfticlich  verschied  in  got, 
16  Wechselt  sein  leben  mit  dem  dot 

Den  29  tag  May  yarwar 

In  dem  59  jar 

Gleich  sechß-ond-fanfzig  jare  alt. 

Die  grebnns  hat  sein  frennt  der-gstalt 
20  Damian  Zigler  im  yolent. 

Got  geh  ans  alln  ein  frolich  urstent. 

Anno  salutis  1560,   am   G  ta<^  Juli. 
20  vers. 


Im  ▼iersehnten  spraehbuche,  bl.    116'  bis    117. 


188 


Der  mesrer  schwertancz  im  1540  jar. 

Als  man  zeit  fünfzehnndert  jar 

Und  virzig,  als  ich  eben  war 

Zw  Nürnberg,  pfenbert  ein-zn-kanffen, 
6  Da  wart  am  marckt  ein  grosses  lawffen 

Am  gailen  montag  vor  fasnacht. 

Was  Wirt  da  werden?  ich  gedacht. 

Nach  dem  hört  ich  pfeyffen  nnd  tramen 

Unden  am  marck  heransher  kamen; 
10  Den-selbigen  nach-folgen  war 

Ein  zierlich  wolgeklaite  schar 

In  samnet,  seiden  nnd  dafant, 

Ir  ieder  het  in  seiner  hant 

Ein  plos  Schwert,  hielten  ain  schwertancz, 
15  Artlich  nnd  wolgeschicket  gancz, 

Warn  ain-nndreissig-nnd-virbandert, 

In  zwayen  rayen  ansgesnndert, 

Die  danczten  rawff  vnr  das  rathans. 

Darfnr  machten  sie  nberans 
20   Den  schwertancz  mit  artlichen  stüeckeii, 

Schlössen  darnach  ein  lange  prüecken 

Mit  den  Schwertern  hart  aneinander. 

Daranfif  zwen  fachten  mit  einander 
ibl.    118J       Gar  künstlichen  und  maisterlich 

36  Im  langen  schwort,  darnach  sie  sich 

Gaben  in  einen  weiten  ring, 

Darin  zu  fechten  man  anfing 

In  allen  wern.    Ich  fragt  ain  alten: 

„Was  vür  lewt  diesen  schwertancz  halten  V 
so   Freontlich  antwort  mir  wider  der: 

„Das  erlich  hantwerck  der  meserer, 

Maister  nnd  gselen  nnd  ir  süen, 

m 
l    Im  TSerMhoUn  Bpraehbaobei  bl.   117'  bis   118. 


184 

Auch  die  zam  hantwerck  helfifen  thüen, 

Als  Bchlewffer  and  die  klingen-schmit 

In  dieser  stat,  die  gestert  mit 

Auch  hahen  gedanczet  zn  ern 

Vür  den  hewsern  der  sieben  hern, 

Und  halten  den  schwertancz  vnrwar 

Fast  almal  aber  sieben  jar 

Ans  vergnnst  aines  erbern  rat.' 

Ich  sprach:  „Lob  hab  Nürnberg,  die  stat, 

Weil  so  genaigt  and  günstig  sein 

Ein  erber  rat  irer  gemein. 

Dar-ans  erfolget  gwis  als  gaecz: 

So  mert  nnd  wechst  gemainer  naecz.' 

Auf  das  der  frochtparlich  anf-wachs. 

Das  wünschet  za  Nürnberg  Hans  Sachs. 

Anno  aalutis  1560,  am  16  tag  Juli. 
46  vers. 


3  ?  gestert.     6  gestent. 


185 


Ein  tragedia  mit  22  personell :  [bl.  162']  Artoxer- 

xes,   der   kfinig   Persie»  mit  seinem  manclierley  unfals  der 

seinigen,  nnd  bat  7  actus. 

Der  ernholt  drit  ein,  nai^t  sich  und  spricht: 

6  Hall  und  gelaeck  wünsch  ich  eoch  allen, 

Den  wir  hie  kamen  sint  zu  gfallen, 

Ein  tragedl  zu  recedim, 

Welch  warhaft  gschicht  thnet  prescribirn 

Der  geschichtschreiber  Platarchns, 
10   Wie  künig  Darios  Notas, 

Der  zehent  küng  in  Persia, 

Het  zwen  süen  and  erweit  alda 

Nach  im  Artoxerxem  Memnon, 

Den  eitern  snn,  zum  künckling  dron, 
16  Giram,  den  jungem  sun  alda, 

Zu  eim  fuersten  in  Lidia. 

Der  stelt  seim  praeder  nach  dem  leben, 

Der  in  doch  pracbt  in  gfencknüs  eben, 

Welchen  die  alt  kungln  erpat. 
20  Girus  nach  dem  mit  hilff  nnd  rat 

Den  küng,  sein  prueder,  uberzueg. 

In  dieser  schlacht  man  in  erschlueg. 

Das  doch  die  alt  kungln  hernach 

An  allen  detern  heftig  räch 
2«   Und  lies  auch  irer  schnuer  darneben, 

Der  küngin  Statira,  vergeben. 

1  Im  Tierseboten  spruohbnohe,  bl.  162  bis  184.  Vor^l.  band  2,  s.  124 
bis  128  und  band  21,  354  f.  Abkürzungen  von  eigennamen  und  vurscbretbungen 
darin  habe  ich  rervollständigt  oder  verbessert,  uhne  es  besonders  zu  boiuerken, 
eb«DSO  .  8  •  y  das  Tielmals  für  sprieht  steht,  ausgeschrieben. 


186 

Nach  dem  Artoxerxes  Memnoii 
ÄtoBsa  nam  zw  gtuahel  on. 
Als  er  aber  war  alt  der  jar, 
Welt  er  sein  eitern  siin  viirwar, 
Darmm,  zw  kiing.     Nach  den  dingen 
Wolt  der  den  vater  im  pet  umbringen, 
Der  in  lies  fahen  im  zw  räch, 
Sein  kein  abschnit  mit  aim  scharsach. 
[bL  lt>3]       Nun  het  er  noch  drey  elicb  siien. 

10   Oclms,  der  jungest,  frech  nnä  küen, 
Dacht,  auch  den  vater  nrnb-zw-priii^enj 
Doch  perett  er  eich  in  den  dingen 
Mit  AtosBÄ,  der  stiffmneter  sein, 
Die  gab  die  sacli  im  änderst  ein: 
Das  er  mit  liBt  sein  prneder  paid 
Umbringen  lies.     Vor  herczenlaid 
Der  alte  kiinig  darnach  starb, 
Und  Ochns  das  künckreich  erwarb, 
Der  doch  auch  dnrch  die  sein  nmbkani, 
Den  Ion  seiner  tiranney  natn- 
Nun  schweiget  Btil  und  habet  rw! 
Hüret  und  sehet  Üeissig  zw, 
Pis  »ich  das  als  volenden  thw. 


Der  herolt  naigt  sich  und  gat  ab.    Artoxerxes  und  Girns,  dil 
Y5      kttngttoheii  sUen,  geat  ein,  und  Artoxerxes  spricht: 

Cire,  küncklicher  prneder  mein, 

Dw  waist,  das  wir  all  paide  sein 

Von  kiinig  Dario  geporn, 

Welicher  mich  doch  hat  erkorn 
30  Zd  ainem  küng  vor  seinem  ent, 

Das  reich  mir  geben  in  mein  hent, 

Weil  ich  der  erst  geporen  pin. 

Derhalb  wil  ich  auf  morgen  hin 

Gen  Pasagardas  in  thempel  da 
M   Der  kriegeS'gottin  Minerva, 

Darin  der  Fersen  priester  mich 

Solen  einsegnen  heilliclich 

Zu  dem  persisclien  kiinigreich. 

Das  ich  das  herseh  pesten  diel  eich* 
**  Dir  aber  ist  verordnet  frey 


187 

In  Lidia  die  lantfoctey 
Und  darza  alles  lant  am  meer, 
1.    163']  .  Darin  dw  in  forstlicher  er 

Magst  auch  gewalticlich  regln, 
6  Nach  mir  der  oberst  gaebemim. 
So  hacz  unser  herr  yater  peschieden. 

CimSy  der  jftnger  kflnig-snii: 

Ich  pin  der  sach  nit  wol  zw-frieden. 

ArtozerzeSi  der  elter: 
10  Mein  lieber  pnieder,  warum  nicht? 

Cirms,  der  jtnger: 

Weil  mir  in  dem  zu  knrcz  geschieht. 

Dw  pist  wol  e  den  ich  geporn, 

E  nnser  herr  yater  ist  küng  wom. 
16  Dmmb  pist  nit  von  kfincklichem  stam. 

Nach  dem  aber  zam  kanckreich  kam 

Unser  herr  yater  und  küng  ist  worn 

In  Fersen,  da  wart  ich  gepom, 

Derhalb  ich  pilliger  köng  wer, 
20  Weil  ich  yon  künckling  stamen  her 

Pin  knmen,  dw  aber  gar  nicht. 

ArtoxerxeS)  der  elter: 

Prneder,  das  selb  mich  nit  anficht, 
Weil  mich  der  vater  hat  erweit 
26  Und  auch  der  ganczen  lan tschaft  gfelt, 
Den  retten  sambt  den  fnersten  allen. 
Mein  Cire,  las  dirs  anch  gefallen! 
Wo  nit,  ligt  mir  nit  yil  daron. 
Ich  wil  entpfahen  die  künglich  krön. 

'^^^^"^^es  get  ab.    Cirms  seezt  sich,  nembt  den  kopff  in  sein  hant, 
ret  mit  im,  spricht: 

Mir  wirt  gennmen  ans  der  hent 

Das  künicliche  regiment, 

Wais  doch,  das  mir  die  mneter  mein 

l'i    ^  Giro«. 


188 

Vergället  wol  künlg  zu  sein. 

Des  wil  ich  mein  hoffnung  nit  anf-geben, 

E  daran  wagen  leib  und  leben. 

PariBatideSf  die  kflnigiB,  get  ein,  spriclit: 

]%\,  164]  &   Cire,  mein  snn,  wie  so  petrüebet? 
Sag,  was  nnfals  dich  darzii  iiebet? 
Ghab  dich  wol,  sey  getröstet  nun! 
Dw  pist  mein  aller-liebster  san^ 
Wil  warhaft  dir  helffen  und  ratten 
10   Mit  Worten  und  allen  woHaten. 
Mein  smi,  mg  mir,  was  ligt  dir  on  ? 

Cirns,  der  jUuger  buh: 

Fraw  niueter,  weil  die  küngklidi  krön 
Mein  pnieder  morgn  entpfahen  wil, 
16   Uie  dw  mir  doch  gar  oft  nnd  vii 
Verhftisen  hast,  mir  in  mein  bent 
Zu  gebn  das  küncklich  regiment. 
Der  hoifhung  ich  peranbet  piu. 

Farisatides^  die  alt  kttnigin,  sein  maeler,  eprlclit: 

so   0  sun,  mach  dich  morgen  dahin 

In  tempel  iii  ain  fynstre  ecken! 

Da-eelb  thw  dich  haimlich  verstecken! 

Wen  dan  dein  praeder  ein  thuet  gon 

In  künig  Ciri  klaid  und  krön, 
SS  In  aller  künicliclier  er, 

Mit  den  priestern  on  seh  wert  und  wer, 

Den  ßchaw,  was  dw  zu  schaffen  hast, 

Und  in  den  kecklich  uberaBt 

Mit  sambt  den  pristern  in  gemein, 
10   Den  wil  ich  dir  wol  philfflich  sein, 

Das  dw  zu  künig  wirst  erclert. 

Doch  schaw,  das  uimant  ynen-wert, 

Cirua,  der  jflnger  Bim : 

0  fraw  mneter,  erst  nierck  ich  new 
86   Dein  niüeter liehe  lieb  und  trew 
lien  mir  füer  allen  deinen  kinden, 
Der  ich  so  herczlich  thw  entpfinden. 


189 

Ich  wil  nach-kamen  deinem  rat 
Auch  anenchrocken  mit  der  that. 

Sie  firend  paide  ab.    Cinu  get  allain  ein  mit  plosem  sohwert,  stelt 
sieh  in  ein  winekel  und  spricht: 

[bl.   164']  6  Da  wil  ich  mich  in  winekel  dacken, 

MAn  haubt  pedecken  nnd  mich  schmnecken. 

Wen  mein  prneder  den  knmbt  herein, 

Das  man  znm  küng  sol  weyen  ein 

Im  claid  Ziri  on  alle  weer 
10  In  krön  nnd  ktiniclicher  eer 

Nach  gwonheit  der  Persier-reich, 

Das  er  vor  den  pfa£fen  geleich 

Fawl  holcz  yersnech  fnr  kachen-speis 

Und  drinck  darzn  millich  schneweis, 
15  So  wil  ich  mich  den  an  im  rechen 

Und  mein  scharpf  Schwert  dnrch  in  anstechen. 

Den  Wirt  mein  mneter  an  dem  ent 

Mir  helffin  znm  kängling  regiment. 

Artoxerxes  get  ein  mit  dem  priester,  der  spricht: 
90  Herr  küng,  ziecht  ewre  klaider  abl 

Nembt  an  die  küniclichen  gab 

Von  dem  ersten  künig  Giro! 

Darin  dret  in  tempel  also 

Und  seczt  ench  anf  den  künckling  tron, 
S6  Den  wil  ich  ench  ein-segnen  thon. 

Der  k&nig  zewcht  sich  ab,  legt  die  elaidnng  künig  Ciri  an  sambt 
der  krön;  so  kflmbt  ain  ander  prister  geloffen,  spricht: 

0  künig,  schaw,  merck  anf  dich  eben! 
Es  stelt  dir  hairolich  nach  deim  leben 
80  Cirns,  dein  prneder;  hewt  am  morgen 
Hat  er  im  thempel  sich  verporgen, 
Dich  haimlich  darin  nrob-zn-pringen. 
Drnmb  schaw  selb  fleissig  zn  den  dingen! 

Artoxerxes  spricht : 

35  Ir  trabanten,  schawt  in  all  ecken, 
Wo  sicli  haimlich  hat  thnn  verstecken 
Mein  prneder!  den  grewft  an  und  facht 
Und  in  ketten  nnd  eysen  schlaciit! 


190 


Die  trabftQten  lanffes  &b.     [bl.  165]    Artoxerxes   der  Bprichl: 

Der  untrew  het  ich  nit  getrawt; 
Ich  hab  raer  auf  mein  prueder  pawt. 


Die  tr&banten  pringen  Cimrn  mit  einem  ploaen  schw^t. 

f»  spricht : 

0  dw  verlluecht  erloaer  raon. 
Was  Tiebela  Lab  ich  dir  gethon, 
Das  dw  durch  niordisch  ducke  eben 
Mir  haimlicb  Demen  wolst  inem  leben  V 


Artoxerxee 


10  Ciriis^  der  jung  pmeder : 

Die  ursach  tbet  ich  dir  erclern, 
Das  dw  öolt  küng  der  Fersen  wem 
Und  pist  nur  von  aim  füersten  worn. 
Ich  aber  von  aiin  käng  geporn. 
15  Der-halb  ich  pilliger  küng  wer 

Den  dw,  des  ist  mein  hercz  mir  ach  wer, 

DaS'selb  ich  pillig  bet  geroclien 

Und  mein  echarpff  schwert  durch  dich  gestochen, 

Artoxerxee  spricht: 

ao  Pald  fort  den  raorder  und  veretter, 

Diesen  verstockten  ubeldeter, 

In  die  aller-hei'tsten  gefencknns, 
-Das  er  morgen  mit  harter  zwencknus 

Werd  als  ein  prueder- morder  gericbt! 
26   Fürt  in  bin!  draus  wirt  änderst  nicht. 

Man  faert  Cirnm  ah,    ParisatideB^  die  kinigin,  kumpt,  spricht: 

Artoxerxe,  mein  lieber  snn, 
Ich  hab  aln  herezlich  pit  zn  tljun 
Fner  Giro,  den  &une  mein, 
w    Welchen  dw  hast  gefencklicb  ein- 
Geleget,  wilt  zum  dot  in  richten. 
ü,  das  soltw  ie  thnn  mit  nicbtenl 
Er  bet  dir  ie  solchs  i^rga  nit  tbon, 
Wie  dir  das  ist  gezaiget  on. 
[bL  165'] sö    Er  ist  der  leiplicb  pmeder  dein. 


191 

Artoxerxes,  der  nu: 

Fraw  maeter,  er  hat  das  leben  mein 
Mir  wollen  nemen  an  dem  ent, 
Wie  er  mir  selber  hat  pekent, 
6  Gancz  frefifenlich  an  alle  not. 
Des  rieht  ich  in  pillig  znm  dot. 
Derhalb  nit  weitter  für  in  pit; 
Er  mos  sterben  and  änderst  nit. 

Parisatidei,  die  kftnigin  y  feit  auf  Ire  knie,  spricht  mit  affgehaben 
10  henden: 

Hercz-lieber  snn,  mich  doch  erfrewi 

Gedenck  meinr  müeterlichen  trew! 

Ich  hab  dich  tragen  und  gepom, 

Pist  mit  mein  präestn  gesewget  wom. 
16  Wo  dw  list  richten  den  prueder  dein, 

So  kost  es  auch  das  leben  mein. 

Durch  got  wölst  mir  versagen  nit 

Mein  herczlich,  müeterliche  pit, 

Und  wölst  dein  prueder  ledig  lassen, 
20  Auf  das  er  pald  hin-ziech  sein  Strassen 

In  Lidia,  sein  f&erstenthumb. 

Dir  nicht  mer  unter  äugen  kumb. 

Artoxerxei,  der  snn^  sprich t,  hebt  sie  auf: 

Fraw  mueter,  dein  so  herczlich  pit 
s6  Kan  ich  dir  auch  abschlagen  nit. 

Deim  snn  sein  leben  sey  geschencket! 

Doch  sage  im,  das  er  gedencket 

Und  fort  pleib  in  seim  füerstenthnmb 

und  nicht  mer  her  gen  Susa  kumb; 
30  Wan  ich  traw  im  kains  gueten  nicht. 

Köm  er  zu  laut,  er  würt  gericht 

Durch  mich,  mein  räch  würt  gen  im  new. 

Parisatidesy  die  alt  künigin,  pewt  im  die  hent  and  spricht: 

Mein  sun,  kintlicher  lieb  und  trew 
35  Sag  ich  dir  danck,  weil  dw  allein 
[bl.    166]       Cirum,  mein  sun  und  prueder  dein, 

20   S  dein. 


^^^^^^HHCP"  ^^^  "m^^^^^^H 

^^^1 

^^^^^H          Haet  von  dem  dot  mir  wider  geben,          ^^^H 

^^^1 

^^^^^H          Darniit  erretet  aucb  lueiti  Leben,                         ^H 

^^^^H 

^^^^^^H          Das  mit  im  wer  verscbiedeD  eben,                      ^^ 

^^^H 

^^^^^H                              Sie  gent 

^H 

^^P                                Der  2  actus. 

^ 

^H      Cirns^  der  jung  fiierBt,  get  ein  mit  Tissapberno ,  dem  fUrsten, 

and        H 

^m                                                        spriolLt : 

H 

^B                        Artaxerxes,  der  prtieder  mein» 

H 

^^^H                   Hat  mich  gfeucklicli  g^eleget  ein. 

^p 

^^^K^       10   Wo  mein  müter,  die  künigin^ 

^p 

^^^^^^h           Im  das  nyt  bei  gbret  ans  dem  sin, 

^ 

^^^^^H           So  bet  er  mich  gar  richlen  lagReti. 

I 

^^^^^^P           Das  vertrewset  mich  nbermassen, 

1 

^^^^^^             Das  ich  im  das  (iit  kon  vergeben, 

^M 

^^^^^^       n   Wil  dran  aeczen  leib  nnde  leben, 

^M 

^^^^^B           Mit  im  anfahen  ainen  krieg 

^M 

^^^^^^H           Und  wo  ich  da  gewin  den  ܀ig, 

^M 

^^^^^^H           Wil  icb  im  einemen  geleich 

^M 

^^^^^H           Persia,  das  gancas  künigreicb. 

^M 

^^^^^^^       30   Des  icb  mein  leptag  hab  pegert, 

^M 

^^^^^^             Hoff  anch,  ich  wer  des  noch  gewert. 

■ 

^^^^^^H           Darzw  hilft  mir  die  küiiigin 

1 

^^^^^H           Haimlich  mit  gelt.     Der-gleiclien  sin 

^1 

^^^^^f            Snnst  anch  vit  gneter  tnersten  und  iierrii, 

^P 

^             u   Die  mir  anch  willig  dienen  wem. 

^P 

^^^^^^-             Tiäsaplierne,  was  rateatw? 

^H 

^^^^^H                           DissaplierBnS)  der  ntereti 

^H 

^^^^^^H           Gnediger  berr,  ich  ratt  darzw 

^^1 

^^^^^P           Pist  wol  als  er  der  kiingin  snn. 

^^H 

^^^^^r             SO   EetstWj  so  wil  ich  schreiben  thnn 

^^H 

^^^^^^             Dem  kling  der  Lacedemeniem, 

^^H 

^^^^^■^          Der  wirt  zn  bilif  dir  schicken  gern 

^^H 

^^^^^H'          Mit  Clearcho,  seinem  banbtmon, 

^^H 

^^B^^^            Etlicb  dawsent  geruester  mon. 

^^H 

^m~  fbl,  16B']5G   Dergkichen  wir  anch  hr^imlicb  wein 

^^H 

^ft                          Hin  nnd  wider  kriegslewt  peftteln, 

^^^^H 

^^L Doch  nit  zam-füeren  auf  aln  plon, 

1 

193 

PiB  das  ¥rir  wöUen  grewffen  on, 
Das  es  nit  merck  der  praeder  dein, 
Hoff  noch  dein  pester  fireunt  zu  sein. 
Und  zu  dem  krieg  pestel  nimant, 
6  SicE  Stil  mit  rw  in  seinem  lant, 
Das  Wim  ongwamet  überfallen. 

Cirmsy  der  jaag  ftterst: 

Ich  wfl  dir  folgen  in  dem  allen, 

Tissapheme,  o  freunde  mein. 
10  Las  dir  die  sach  pefolhen  sein! 

Schreib  den  Lacedemoniem  on 

Zu  schickn  zu  faes  vil  dawsent  mon! 

Die  wfl  ich  all  geraissig  machen, 

Streit-wegen  geben  zn  den  Sachen, 
*  16  In  auch  wissen  und  ecker  geben, 

Dorffer  and  stet,  darin  zu  leben, 

Sie  nicht  pesolden  nach  der  zal, 

Snnder  mit  grosem  nberschwal 

Von  rottem  golt  ir  solt  sol  sein; 
90  Pin  müter  den  der  praeder  mein. 

Kumb,  thw  haimlich  die  prieff  anschreiben, 

Das  meim  praeder  verporgen  pleibenl 

Sie  ffent  paid  ab.    Parisatides,   die  alt  kftnigin,  get  ein  and  ret 

mit  ir,  sprieht: 

36  Ich  hab  Giro,  dem  snne  mein, 

In  Lidia  geschickt  hinein 

Darischer  gaelden  drey  dana  fol, 

Darmit  er  im  pestelen  sol 

Ein  krieges-macht  dapfer  and  gros, 
so  Doch  haimlich,  aach  starmzeag  und  gschos 

An  allen  orten  in  der  stil, 

Darmit  er  aberzihen  wil 
[bl.  167]       Seinen  praeder  Artoxerxem, 

Das  er  sein  künigreich  einem. 
S5  Ich  hoff,  es  sol  im  glüecken  thnn, 

Weil  er  mir  ist  der  liebste  san. 
Hjmi«  SMht.    xxiii.  13 


194 


Artoxerxea ,   der  ktlnig' ,  ir  elter  smi  ^  get  ein  mit  seim  herolt  and 

spricht: 

Fraw  nmeter,  ich  hör  fi-embde  iiier, 

Wie  der  fiierst  Ciriis,  mein  prneder, 
5   Dein  ßEo,  in  groser  rüestung  sey 

Hai  ml  ich  mit  kriegsfolck  mancberley 

Und  will  mit  uberzihen  mich. 

Des  pin  trewlicli  j^e warnet  ich. 

Doch  hoff  icli,  sölchs  htiU  kainen  gmnd. 
10  Waistw  etwas,  so  tjiw  mirs  kmid  l  \ 

Hoff  ie,  er  werd  solichs  nit  thnn.  | 

Farisatidss,  die  alt  kinigin,  spricht: 

Artoxerxe^  mein  lieber  sun, 

CiriiB,  mein  sun^  thnet  Bolichs  niclit. 
]&   Wer  solche  ding^  dich  hat  pericht, 

Der-selbig  ist  nit  eren-wert, 

Allain  aus  uiitrew  er  pegert, 

Mit  solchen  veretriecheri  Sachen 

FeintBchaft  zwischen   euch  paiden  maelien. 
2u   Dnimb  glaub  es  nicht  1     Der  prueder  dein 

Hat  dich  lieb  auf  die  drewe  mein. 

Darumb  sey  dw  zu-fried  und  rwl 

Artoxerxes^  der  k&nig: 

Er  schreibet  mir  ie  frenntlich  zw 
»  Teglicheu  sehi  priefF  all-zii-maL 

Des  schlag  ich  all  mein  forcht  ssn  dal. 
Ich  vertraw  im  als  gueten  zu. 


Paris&tides^  die  alt  kttai^io,  spricht: 

Mein  lieber  sun,  das-selbig  thw, 
ao  Sey  gueter  ding  1     Kam  auf  mein  sal 
Und  ys  heint  mit  mir  das  nacbtmal! 

Sie  gent  paide  ab.    [bl,  167^]  Artasoras  und  Metrototes,   die  ffweo 
kemerling,  gent  ein.    Artasoras  spricht: 

leb  hab  heint  pose  mer  vernumen, 

36   Dem  kiinig  sey  g\^'i8e  post  kumen, 

Wie  Cirus,  sein  prueder,  mit  gfer 


196 

Der  zieeh  mit  grosem  folck  daher 
Auf  Babilonia  mit  allen, 
Wil  nnsem  künig  üeberfallen. 
Der  kfing  noch  nngertiestet  stet. 

6  Metrodotaa,  der  ander  keMerluig: 

Es  hat  die  kungln  in  peret, 
Sein  mneter,  hewt  aaf  diesen  morgen, 
Er  darff  sich  gar  nichsen  pesorgen 
Vor  Giro,  seinem  praeder  frey, 
10  Wie  der  sein  groster  freunde  sey, 
Das  er  nar  stll  za-irieden  pleib. 

Artaaorasi  der  kemerling : 

Die  alt  küngin,  das  nntrew  weib, 

Unserm  herr  kOng  ist  spinnen-feint, 
15  Giro,  irm  son,  sis  trewlich  meint, 

Rieht  an  vil  nntrew  frw  und  spat, 

Dardnrch  er  künglich  mayestat 

überkomb  und  den  k&ng  vertreib 

Und  pring  in  nmb  gwalt,  gnet  nnd  leib, 
so  Der  küng  zn  ftnmb  ainfeltig  ist, 

Das  er  nit  merckt  ir  nntrew  list. 

Artoxerzes,  der  kllnig,  knmpt,  spricht: 

Ey,  was  stet  ir?    Halst  pald  aaf-plasen! 

Schickt  postpoten  aaf  alle  strasen, 
25  Das  man  anfpiet  zw  res  and  fos, 

Die-weil  unser  praeder  Cirus 

Gerüestet  mit  vil  dausent  mon 

Mit  gwalt  anzewcht  auf  Babilon ! 

Pald  eylt  und  samelt  ain  gros  beer, 
80  Das  man  sich  stel  in  gegen- weer! 

Sie  gent  alle  eillent  ab.    [bl.  168]   Die  alt  kttngin  Parisatides  get 

ein,  spricht: 

Ich  main,  das  fear  sey  worden  prinnen; 
Der  künig  ist  des  worden  ynnen 
S6   Und  ruest  sich  auch  durch  alle  stet, 

Den  ich  doch  listig  hab  peret 
« 
24  6  Sieht. 

13* 


196 

Mit  gancz  hewchlender  schmaicblerey, 

Cims  sein  gröster  freunde  sey» 

Im  gencztichen  kain  feititscbaft  trag. 

Nit  mer  icli  in  pereden  mag. 

Statira ,  die  jang  kfinigiii  ^  ein  gmahel  ktLnig  Artoxerxis  y   gel  eia 

und  spricht: 

Fraw  schwiger,  saget  mir  an  scliew, 

Wo  pleibt  icz  eeer  g"laiib  iiinl  trew, 

Dae  ir  küDckliche  majeslat 
10  Vnr  Ciruni,  euren  sune,  pat, 

Das  er  im  fristen  wart  sein  leben, 

Bet  in  aus  gfencknns  ledig  geben, 

Der  den  küng  wolt  ermordet  hon, 

Der  icz  riclit  krieg  nnd  jamer  on, 
15   Uns  zu  pringen  umb  lewt  und  land 

Mit  gfencknus,  mort,  rawb  unde  prand? 

Daran  allaiii  ir  scJiueldig  seitj 

Oebt  hilff  und  rat  zq  aller  zeit 

Ewrem  sun  Ciro  zu  pössen  stüecken, 
20  Mein  gmahel  mit  zn  untertrnecken, 

Welcher  daeli  ewer  sun  auch  ist. 

Ir  steckt  vol  arg-,  uiitrewer  list. 

Euch  als  einr  mueter  stund  er] icher  vil, 

Das  ir  triebet  das  widerspil 
26    Und  predet  eur  siin  paidesander, 

Freiintlicli  zu  leben  mit  einander 

In  rechter  priiederlicher  lieb, 

Das  laut  und  lewt  pey  frieden  plieb. 

Das  wer  trewlich  för  sie  all  paid. 

Statira^   die  jang  künigin,   get  all.    [bL  168'|  Parisatidea,   die  alt 
kinigin,  recket  awen  finger  auf  und  aprichi: 

Pey  allen  göttern  schwer  ich  ain  aid, 
Das  dw  die  schinachwort,  mir  hie  gehen, 
Dw  aolt  pezalen  mit  deim  leben; 
36   So  vil  künste  ich  noch  wol  kon, 
Dich  haimlich  von  dem  pret  zu  thon, 
Weil  dw  so  trnczig  micli  ferst  on. 


Die  alt  ktinigin  get  ab. 


197 


Actus  3. 

Ciniy  ior  jui^  fn«rat|  get  gemest  ein  mit  Clearcho,  dem  kriolÜBolieii 
Umptmaa,  uid  Dissaphenio,  dem  fttersten,  lud  spfioht: 

Nnn  sey  wir  in  der  gegent  Cüma, 
5  Von  der  stat  Babilonia 

Gleich  sechghondert  stadia  weit. 

Da  woll  wir  warten  knrcze  zeit, 

Pia  mein  pmeder  zn  gegen-wer 

Her-knmet  anch  mit  seinem  her. 
10  Doch  sagt  man,  er  sey  gar  verzaget. 

Pey  mir  mns  aber  sein  frisch  gewaget: 

Ich  wil  die  feint  selb  rennen  on. 

ClearelmSi  der  Krieehen  hambtmon: 

0  herr,  das  solt  ir  gar  nit  thon, 
16  Euch  geben  in  der  schlacht  gefer! 
Mit  enrn  leibshnetem  meckt  aber  her 
Hinter  die  ghrüesten  kriechen  mein; 
Darhinter  müegt  ir  sicher  sein, 
Das  ench  kein  leibschad  widerfar. 

2o  Cimsy  der  jung  fnerst,  spricht: 

Ach  mein  Clearche,  nem  doch  war, 
Was  sagst?    Der  ich  peger  geleich, 
Zu  streitten  omb   das  persisch  kanckreich, 
und  solt  mit  forchten  sein  nmbgeben 
ibVf  j  ^^  Ujj^  nicht  dapfer  wagen  mein  leben 
In  dieser  dreffenlichen  schlacht?! 
So  wer  ich  ie  pillig  veracht 
Und  gar  nit  wirdig  und  nit  werdt 
Des  küngreichs,  des  mein  hercz  pegerdt! 
^o  Mein  Dissapherne,  is  nit  war? 

Dissaphemesy  der  ftterst,  spricht: 

Ja,  her  vetter,  doch  rat  ich  gar, 
Das  dw  des  streicz  dich  solt  enthalten, 
Sander  aller  fUrsichtikeit  walten, 
^&   Wie  der  streit  gschech  an  allem  ort, 


^p 

^^^"^           198               ^^^^^^^H 

^^^^v 

Hilf  schicken  iczünd  da,  den  dort,              ^^^^^^| 

^^^^^^H 

Wo  dan  die  not  am  grösteii  ist:                       ^^^^1 

^^^^^^H 

Darzu  dw  hier  gewidmet  pist.                              ^^^^B 

^^^^m 

Und  dw  las  deine  kriegslewt  streiten  I                     ^^M 

Gimii,  der  jung  ffierst:                               ^^| 

^^^m 

Ich  k^n  kaumb  des  angrjffs  erpeitten.                       ^^M 

^^^^1 

Pald  ich  ereich  den  prneder  mein,                            ^^M 

^^^^m 

Wil  ich  in  selb  anrennen  Beiih                                ^H 

^^^^m 

Dw  aber,  Clearche,  mein  hanbttnon,                          ^^M 

^^^^^H 

Orne  das  yolck  zum  streite  on;                                 ^^M 

^^H 

W&D  ich  verlaB  mich  gar  auf  dich.                          ^^M 

^^H 

ClearcknSj  der  Kriechen  haubtmon:                     ^^M 

^^H 

Gnediger  herr,  aufa  trewlichst  ich                            ^^| 

^^^^H 

Wil  füeren  unser  herspicz  on.                                   ^^M 

^^^^^P 

Wir  haben  kain  verzagten  mon,                               ^^M 

^^^^F 

Sunder  all  fraidi^  zu  der  schlacht,                           ^^M 

^^H 

Kumbt,   das  pald  Ordnung  werd  gemacht!               ^H 

■^^^3ie  g^ent  aUe  ab.   Artoxerxes,  der  knng,  gel  gernest  ein  mit  Teri*| 

^L^        bacse»  dem  füerBten^  und  Artasoras,  dem  kemerling,  und  spriekt:  1 

^^^^^1 

Cirus,  mein  prneder,  zewcht  da-her.                         ^J 

^^^^b 

Znnib  schlagen  ist  mein  hercz  gar  schwer;              ^H 

^^^^H 

Die  kriechen  sind  dapier  kriegslewt.                         ^^M 

^^^^^ 

Es  ist  mir  hewt  gelMen  ein:                                   ^^| 

■           [bU  1G9'] 

Wie  wen  wir  uns  enthielten  da                                ^^M 

^^^L 

lu  der  »tat  Babilonia?                                              ^H 

^^L 

Da  wer  wir  sicher  leib  und  leben.                           ^H 

^^B 

Teribasesj  der  ftierst:                               ^^M 

^^^H 

Ey,  Bolt  wir  in  die  flu  echt  ans  geben                     ^^M 

^^^^H 

Vor  euers  prueder  klainein  beer?                             ^^^H 

^^^^^B            "" 

Nun  ßint  unser  wol  zwaymal  mer                            ^^M 

^^^^H 

Ser  dapter  und  alte  kriegelewt,                                ^^M 

^^^^H 

Erfaren  wol,  das  mich  erfrewt.                                ^^M 

^^^^H 

Mit  den  wol  wir  die  feint  entpfahen                         ^^| 

^^^^B 

Und  uns  mit  frewden  mit  in  schlagen,                     ^^| 

^^^^E^ 

Erlangen  riterlichen  sieg.                                         ^H 

199 

ArtozerzM,  der  kinigi  spriolit: 

Nun  auf  dein  wort  wag  ich  den  krieg. 
Ich  wil  im  ersten  hawffen  sein, 
Anzwgrewffen  den  pmeder  mein, 
6  Die  gotter  wollen  ans  glaeck  geben! 
Mich  donckt,  ich  hör  erschallen  eben 
Der  feint  drometen  und  hertmmen. 
Artasoras,  schaw,  wo  sie  kamen! 

Teribaias,  der  ftrtt: 

10  Ich  hör  wol  ein  gros  feltgeschray, 
Als  ob  der  feint  ser  eylen  sey, 
Vermaint,  wir  soln  vor  seim  gschray  fliehen. 

Artaaoras  kompt  wider ,  spricht: 

Die  feint  on  alle  ordnong  zihen 
16  Gleich  aas  verachtong  ans  za  jagen. 
Macht  pald  ordnang!  wir  müesen  schlagen. 

Teribases,  der  fttersti  spricht: 

Weil  der  feint  ist  nit  weit  von  dannen, 
Die  gsichelten  wegen  sint  angspannen, 
20  Darmit  thaet  man  die  feint  anrennen, 
Ir  spicz  za  schrecken  and  zn  trennen, 
Das  wir  sie  darnach  grewffen  od, 
[bl.    170]       Damider  stechen  ros  and  mon. 

Die  feint  kamen  and  schreyen: 

25  Her!  her!  her!   her!  her!  her!  her!  her! 
Nach  Persia  stet  nnser  peger! 

Theribases,  der  faerst,  spricht: 

0  Cire,  dw  schentlicher  nion, 
Darfstw  die  Kriechen  fderen  thon 
30  In  Persia?  dein  vaterlant 

Za  verderben  mit  mort  and  prant? 
Za  vertreiben  den  praeder  dein? 
Das  wirt  aaff  hewt  dein  ende  sein. 

6  8  herr.         30  S  dem. 


200 


Da  get  dai  schlag:®!!  on,  jftg«n  eiDABder  lang^  amb ;   entlicli  sekleelit 

Ciras  sdio  prader  Arloxersea   nider,    sein   folck  flewoht.      Die  feint 

eillen  Dach.     Terihasiefi  hilft  dem  kunig  auf,  der  spricht  cle^lioh: 

Tlieribaze,  ich  pin  hart  wund 
G   VoE  nieiiB  pnieder,  von  herzen-gründ 

Pin  ich  sch&ch  und  gancz  kraftlos  gar. 

Ich  sich,  das  meinB  krigsfoickes  schar 

Von  Kriechen  vil  zu  grund  ist  gangeu. 

Cime  der  wärt  den  sieg  erlangen; 
10  Mein  volck  rieht  sich  als  in  die  flnecht. 

Sein  lehen  zu  eretten  s aecht. 

0  trewer  ftierBt,  was  sol  wir  thon? 

Teribaies,  der  fftrat,  spricht : 

Herr  küog,  ir  solt  euch  wolgehon. 
16   Wer  wais,  wer  noch  das  velt  pehelt, 
Wem  got  den  sieg  entlich  zu-stelt, 
Ea  get  die  finster  nacht  da-her^ 
Dar-dnrch  die  seh  lacht  geackieden  wer, 

ArtasorM,  des  künigs  kemerllng,  krnnht  geloffen  and  spricht: 

20   Herr  küng,  gebt  mir  das  potten-prot! 
[bL  ITO'I      Cirus,  euer  prueder,  ist  dot, 

Ligt  dort  gezabelt  in  dem  plnet, 

Fey  im  wainen  gancz  ungemuet 

Seine  ennchen  alsam  gar» 
a&   Schlagen  ir  pmest,  rawffeo  ir  har. 


Artaxerxes^  der  kflnig,  spricht: 

Ge,  nem  ein  rotte  oder  drey, 

Schaw,  obs  warhaft  mein  prueder  seyl 

Artaeorae  get  ab.    Der  kttoig  spricht: 

su   Das  wer  ein  glueck  ob  allem  glueck, 
Wen  uns  gelung  in  diesem  stoeck. 

Manieiitea,  der  alt  enaoh«  priegt  Ciry  hauht  and  rechte  faant, 

spricht : 

Her  küng,  euers  praeders  dot  gelaabt! 
u    Da  ist  sein  rechte  haut  nud  haubt. 


201 

Her  küDg,  dw  hast  gewisen  sieg 
Erlangt  in  deines  pmeders  krieg. 

Artoxerxes,  der  kftnig,  spriokt: 

Plast  aof,  wir  habn  victori  gwnnen. 
6  Der  feint  ist  dot;  sein  beer  entronen. 
Last  nns  in  die  stat  Babilon 
Herlich  ein-trinmpbiren  tbon, 
Da  woU  wir  gar  herlich  pegaben, 
Die  so  riterlieh  kempfet  haben 
10  Wider  die  ergsten  feinde  mein. 
Der-gleich  die  mein  pmeder  allein 
Haben  entleibt  mit  dodes-schmerzen, 
Welcher  mich  ans  nntrewem  herzen 
Hat  nberzogen  in  den  tagen, 
16  Im  fhrgnnmen  mich  zn  verjagen, 
Mein  kfingreich  ein-zu-nemen  schlecht, 
Wider  pillikeit,  fhg  nnd  recht. 
Weil  ich  ym  nie  kein  laid  hab  thon, 
Feeht  er  solch  schalckstück  gegn  mir  on. 
[bl.   171]  20  Das  doch  die  gotter  gwendet  haben 
Mit  iren  genedigen  gaben. 
Nnn  knmbt,  last  nns  Cirnm  pegraben! 

Sie  gent  alle  ab. 


Actus  4. 

Parisatides,  die  alt  kllnigin,  get  ein  in  aim  klagklaid  and  spricht: 

Cims,  mein  liebster  snn,  ist  dot. 
Des  schwer  ich  pey  der  snnen,  dem  got, 
Das  mir  nie  laider  ist  geschehen, 
Die- weil  ich  lebt,  mag  ich  wol  jeheu. 
so  Solchs  ich  an  allen  den  wil  rechen. 
Die  im  deten  sein  leben  prechen, 
Wil  an  dem  küng  so  vil  erwerben, 
Das  sie  all  des  dods  müesen  sterben. 


5  6   herr.         19  8  scbslokstUg.  20  gewendet. 


A.Ttoxerxes,  der  k&ng,  kaiiipt  und  spricht r 

Fraw  iiiueter,  fray  dick  ob  dem  sieg, 
Den  wir  erlangten  ob  dem  krieg 
Wider  Giro,  der  mich  iiberzueg, 
ß   Des  er  liet  weder  recht  noch  fneg. 
Darob  er  doch  zn  grnnd  ist  gangen 
Und  seiner  untrew  Ion  entpfangen 
In  seinem  nnpilligen  krieg. 

Farftatidofl,    die  alt  künigin^  sein  mneter: 

lö  0  ann,  ic!i  vergutid  dir  den  sieg. 

Doch  dunckt  mich  gai*  schentlich,   das  dw 
So  erlich  pelonest  darzw 
Mit  golden  anupand,  schwert  und  ketten, 
Die  dein  prneder  umbringen  deten, 

u   Des  spricht,  dir  nebel  idermon, 

Die  deter  reden  selb  spötlich  darfon, 
Sint  in  hoclimnet  dardurch  anf-plasen, 
Mit  rnmb  und  hoffart  iibermasen. 
Als  haben  sie  die  scb lacht  gewnnen, 

2n   Dw  abr  seist  ans  zagheit  entrunen, 
Wirst  selb  von  in  dardnrcii  veracht. 
[hl.  11 V]      Ich  pit  dich,  sun,  gieb  mir  des  macht, 
Zw  straffen  die-selbigen  deter, 
Werden  sunst  noch  deins  leibs  vereten 

ab  Artoxerxesy  der  kUmg,  spricht: 

Fraw  mueter,  sind  diese  ding  war? 
Nachrichter,  ge  in  thnrnicz  dar 
Mit  den  trabanten  und  da  facht 
Garem  nnd  im  das  liaubt  abschlacht! 

30    Ber  bencker  get  ab.    Der  kttnig  spricht:, 

Der  hat  Ciro,  dem  prueder  mein, 

Abghawen  die  gang-adern  sein 

Und  darnach  mit  dem  Schwert  durch-stociie 

Parisatidea^  die  alt  künigin: 
8i   Sein  dot  ist  nit  mit  dem  gerochen. 
Gib  mir  den  poswlclit  in  mein  gwaltl 


f»  ä  wid«r. 


203 

■:aii  prin^  des  krigsMon  Carem.     Der  kttnig  spricht: 
Der  is.    Die  straff  dir  vorpehalt! 
Die  alt  kani^in  spricht: 
Palt  füre  den  poswicht  hinans 
6  Und  stich  im  pald  sein  awgen  aas 
und  gens  dem  mordem  darnach  fom 
Zerlassen  knpfer  in  sein  om! 
Und  als,  was  dw  erdenckst  far  plag, 
Die  leg  im  an  anf  zehen  tag! 

10     Man  fort  in  dahin.    Der  kflnig  spricht: 
Nnn  dw  anch  Metrodatem  straff, 
Welcher  dorch-stochen  hat  den  schlaff 
Mit  seinem  spies  dem  snne  dein. 
Das  er  yil  von  dem  ganle  sein 

16  Im  anfang,  des  er  kam  in  gfer. 
Ir  nachrichter,  facht  und  pringt  her 
bJ.   1 7  a]      Metrodotem,  das  er  straff  erlang, 
Anch  sein  verdinten  dot  entpfang! 
Man  pringt  in.   Die  kUnigin  spricht: 

20  Nnn  faeret  den  ans  mer  aashin, 
Schmidt  in  ain  fischer-nachen  in, 
Schmirt  im  mit  honig  seinen  leib, 
Das  er  an  haiser  snnen  pleib. 
Das  in  premen,  mncken  nnd  schnacken 

S5  Von  seinem  flaisch  fressen  und  zwacken, 
Das  im  wachsen  mancherley  füerm. 
Im  leib  maden  nnd  ander  wüerm! 
Mit  solcher  plag  quelt  in  so  lang, 
Pis  im  die  sei  vom  leib  ansgang! 

^^       Ktn  fftert  den  armen  hin.     Die  alt  kttnigin  spricht: 
Mein  lieber  snn,  ich  bab  ain  pit, 
Die  wirst  mir  anch  versagen  nit. 

Der  kttnig  spricht: 
Was  is,  fraw  mueter?  zaig  mirs  on! 
35  Die  alt  kftnigin: 

Ich  pit,  dw  wolst  mir  schencken  thon 

Maniesatem,  den  enuch  alt. 

Der  nach  der  schlacht  abhawet  palt 


204 

MeJni  doteii  Btiii  sein  haiibt  und  Lant 
Und  kam  darrait  zw  dir  geranL 

Der  ktttiig  spriokt: 

Ja,  er  sey  dein  auf  diesen  ta^. 
B  Fraw  mueter,  ich  dir  oichs  versag. 

Mb  alt  ktliigiD  solireit: 

Naclirichter,  pring  mir  her  nach  dem 

Den  alten  Manieeatem. 

Artoxerxes,  der  kanlg-,  spricht: 

10  Wülstw  in  ancli  lassen  abthon? 
Was  zeichestw  den  alten  mon? 
Ich  pii  vitr  in,  des  docz  erlast! 

[b1.  172']  Pariaatides,  die  alt  künigin: 

Herr  küng,  was  kümert  dich  so  fast 

ifi  Umb  diesen  alt-,  stinckenden  mon? 
Lag  mich  mein  räch  anch  an  im  thon, 
Weil  er  mir  det  mein  herzen  lieben 
San,  hat  sein  haiibt  nnd  liant  abghieben, 
Gleich  sam  mit  frewden  dir  zn-pracht; 

au   Das-aelh  meim  herzen  hart  verschmacht. 

Man  prlmgt  den  alten  Manieeatem.    Die  alt  kttnigin  spricht: 

Fuert  hin  den  alten  schalck  vertrawt 
Und  Bchint  im  ab  sein  alte  hawt! 
Spant  in  aus  an  drey  aiche  plel 
35   Und  hencket  sein  menschliches  tel 
Ueber  sein  köpf  an  ainen  pfal, 
Das  er  anch  sterb  in  ang^t  und  qnal! 

Sie  foreo  in  ab,  weosen  die  messer.    Die  alt  ktkolgin  spricht: 

Herr  künig,  dw  mein  lieber  snn, 
M  Hab  noch  zu  dir  ein  pit  zu  thun, 
Das  dw  wolöt  frey  und  ledig  Ion 
Clearchmn,  der  Kriechen  hauptmon, 
Der  denerst  fuerst,  der  ie  thet  leben, 
Den  wolst  in  gnad  mir  übergeben. 


206 

Ber  kttnig  gpricht : 

Fraw  mneter,  der  haaptmon  sey  dein, 
Wie-wol  ein  heftig  feinde  mein. 

Die  alt  kflnigin  pewt  im  die  bant  nnd  spricht: 

6  Deinr  schenck  sey  dir  danck  ie  nnd  ymer. 
Nnn  wü  ich  gen  ins  frawen-zimer, 
Weil  meines  lieben  snnes  feint 
Mit  dem  dot  hin-gerichtet  seint. 

Die  alt  kftngin  get  ab.    [bL  173]  Statira,  die  jang  kangin,   knmbt 
10  8w  dem  kling  nnd  spricht: 

Herr  küng,  hercz-lieber  gmahel  mein, 

Man  sagt  zw  hoff,  die  nrteil  dein 

Sind  ¥dder8in8,  nnghrecht  and  schlim, 

Dw  vemrtailst  mit  herbem  grim 
16  Die  aller-trewsten  diner  dein 

Umb  nnschneld  zu  dem  dot  allein, 

Die  fäer  dich  seczten  leib  nnd  pltiet, 

Das  dir  raichet  zw  nncz  nnd  gaet, 

Dargegen  dw  die  feinde  dein, 
20  Die  dir  nach-stelten  all  gemein, 

Deim  ktinigreich  nnd  deinem  leben 

Thnestw  ans  gfencknus  ledig  geben: 

Clearchnm,  der  dir  vor  den  dagen 

Hat  zwainczig-dawsent  man  erschlagen 
26  Mit  den  fraydigen  Knechen  sein. 

Zw  der  dorheit  pringt  dich  allein 

Deinr  mneter  snese  schmaichlerey, 

Ist  dir  weder  holt  noch  trew  darpey. 

Mein  gmahel,  pedenck  dich  doch  pas 
so  Und  den  haaptmon  nit  ledig  las! 

Er  derft  dir  noch  solch  dein  genaden 

Vergelten  mit  verderbling  schaden. 

Der  kftnig  pewt  ir  die  hent  and  spricht : 

Se  dir  mein  trew!  diesen  hanbtmon 
36  Clearchnm  wil  ich  ablassen  thon, 

Sambt  andern  hanptlewtn  nemen   ir  leben, 
Wie-wol  er  meinr  mneter  ist  ergebn. 


[bl.  173'] 


206 


Die  JQDg^  künig'iii: 

Ich  lob  die  küniclicben  dat^ 
F)es  sie  preis,  lab  uud  ere  hat. 
WoU  got,  dw  künst  auch  wider  geben 
DeineD  dienern  ir  trewes  leben. 


Sie  gent  paide  ab*     PariBatides»   die  alt  kUngin,  gt%  ein  mit  Bi^ÖJ 
ir  kamerfraweii ,  und  spricht:  < 

Gige,  die  junge  ktinigin 
Hat  den  künig  perett  da-hin, 
10   Dem  Clearcho  zw  neraen  sein  leben. 
Den  mir  der  küng  sclion  bet  ergeben. 
Des  mm  die  jung  kiingiu  andi  sterben, 
Durch  meine  list  de»  tags  verderben, 

Qig%  die  kamerfraw: 

lÄ   Fraw  küngiu,  wie  küud  das  geschehen? 

Die  alt  kftngiti  zaigt  ir  den  schlag  am  messer  und  spricht! 

Das  wil  ich  dir  tVrnlicb  verjehen, 

Nem  bin  das  messer,  mit  dir  trag^ 

Thw  herb  gift  in  des  messers  schlag! 
30   Die  küngiu  bab  ick  sain  aus  gnaden 

Auf  hewt  zw  meinem  disch  geladen, 
'    Las  thintaces,  den  vogel,  prateo. 

Auf  den  schaw  eben  mit  den  daten! 

Wen  den  zerlegst  den  fugel  zu  hail, 
26  Gib  meiner  schiiur  das  vergift  dail, 

Den  Wirt  sie  den  dot  essen  dron, 

Ge,  bais  den  disch  peraiteu  scltoül 


Sie  gent  paide  ab  prangen*    Ärtoxerxes,  der  kUnig,  get  ein  nod 

reit  mit  im  selb: 

sü   Mein  gmahel  und  fraw  mueter  mein 

Iczund  gancK  ainig  worden  sein, 

Essen  bewt  pey*samen  zw  disch 
[bl.  174]       Und  sind  freilich  von  herczen  frisch. 

Des  frew  ich  mich  von  herzen  hoch, 
3i»  Hof,  es  werd  al»  guet  werden  noch» 


207 

Stotin,  die  j«Hr  kflagin,  kambti  sohleeht  ir  hent  imMmen   mnd 
rimekt  aof  den  seseel  nider,  spricht: 

0  herzen-lieber  gmahel  mein, 

Mich  hat  geladn  die  mneter  dein; 
5  Die  hat  mir  an  dem  disch  vergeben: 

Ich  mns  enden  mein  jnnges  leben 

Ans  warer,  lawter  lieb  nnd  trew. 

Die  dir,  mein  gmahl,  war  alzeit  new. 

Ich  pit  dich,  flench  die  mneter  dein; 
10  Wirt  deim  leben  nach-stelen  sein. 

Die  dir  anch  nie  holt  worden  ist. 

Solst  ie  non  ir  nntrew  und  list 

Erkennen,  die  sie  hat  verpracht. 

Es  entget  mir  mein  kraft  nnd  macht, 
16  Gancz  dotkranck  ich  von  herzen  pin. 

Pewar  dich  got!  ich  schaid  dahin. 

Bio  Biiekot  gar  nider,  eam  dot.    Der  kflnig  wint   sein    hent  nnd 
sprielit  gar  eleglich: 

Herczlieber  gmahel,  pist  verschieden? 
so  Hast  nmb  nnschaeld  dein  dot  erlieden 

Von  meinr  nntrewn  mneter  zu  räch? 

Mein  lebtag  mir  so  we  nie  gschach. 

Ir  kemerling,  tragt  die  leich  ab. 

Das  man  die  küniclich  pegrab 
26  Mit  dem  adel  nnd  priester-gsang! 

Darnach  haist  eylent,  das  man  fang 

Gige,  meinr  mnter  kamer-frawen ! 

Der  thw  ich  dises  mort  za-trawen, 
^4-']      Weil  sie  zu  disch  gedinet  hat, 

30  Sie  wais  umb  die  mordischen  that, 

Dar-dnrch  der  küngin  ist  vergeben. 

Das  sol  sie  auch  kosten  ir  leben. 

^^  ^e  tragen  die  dotten  kttnigin  ab.    Der  kfinig  spricht: 

0  mnter,  wo  pleibt  dein  mnterlich  trew? 
36  Dein  uutrew  nebst  an  alle  schew. 
Erst  sich  mein  hercz  durch  dise  tat 
Genczlich  von  dir  gebendet  hat. 


^  ^       Cedadn.         20  6  sobneld.         22  ?  so.     6  tr. 


208 


Man  pringt  Gii^e,  die  kaiiierfri.wBDf  ^efenoklich.   Der  kftnigr  spritflit : 

Gige,  dw  hast  mit  gift  vergeben 

Meiner  gmahel,  gnumen  ir  leben.  j 

Sag,  durch  was  weis  ist  das  geschehen? 

6ige,  die  kamerfraw«  saigrt  das  meser  dem  kttnig  nnd  spricht: 

Die  warheit  wil  ich  hie  verjehen. 
Die  alte  Itiingin  haben  wolt, 
Das  ich  dis  messer  vergiften  solt 
Am  schlag  und  ain  vogel  zerschneiden, 
10   In  den  fürlegen  allen  peiden 
Und  earetn  gmahel  zu  unhail 
Vurlegen  das  vergiftet  daii. 
Da  ist  enr  gmahet  dot  darfon, 
Des  ich  herczliche  rewe  hon. 

Iß  Artoxerzes,  der  kttnig,  spricht : 

Nach  lichter,  füer  sie  füer  das  dor 
Hin  zw  dem  geling  fels  darfor, 
Gancz  tingehewr  erschrecklich  hoch, 
StOB  im  kopff  in  des  felses  loch 
ao   Sanibt  dem  angsichi,  pis  das  sie  stirbt 
Und  iren  morders-lon  erwirbt 
Nach  straff  der  Fersen,  wie  vor  jarn 
[bl.  17&]       Solche  detter  zw  straffen  warn, 
Die  solch  that  hatten  nberfarn. 

£5     Man  fftrt  sie  ab.     Der  kttnig  Tolget  anch  nieli 


Actus  5. 

Der  khnig  Arten: erzes  get  ein  mit  Teribazei  dem  raorsten,  und  apriofai: 

Teribaze,  dw  deuer  tuerst, 

Gib  trewen  rat!     Die-weil  mich  diierst, 
an   In  meim  alter  zu  haben  rw, 

So  schlecht  erst  vil  onglnecks  darzw. 

Ein  unglueck  knmbt  nber  das  ander: 

Ich  nnd  mein  proeder  paidesander 

Haben  gehabt  ain  schweren  krieg, 
S5    Durch  glüeck  ich  kanmb  erlangt  den  sieg 


209 

Nach  dem  die  alte  kfinigin 
Mir  rieht  mein  liebste  gmahel  hin 
IGt  gift,  der  ich  gros  trawren  het. 
Wie-wol  ich  wider  nemen  det 
5  Mein  aigne  tochter  Atosam, 
Die  doch  ser  gros  kranckheit  einam, 
Irenthalb  ich  gros  opfer  het, 
Der  g9ttin  tempel  pawen  thet, 
Noch  halir  weder  g5ttin,  noch  arczt. 

10  Icz  knmbt  im  alter  erst  das  harczt: 
Ich  hab  fier  elich  sfin  anf  trawen 
Von  Statira,  meiner  liebsten  frawen, 
Die  Stelen  all  nach  meim  künckreich, 
Sint  zn  nnfrieden  all  geleieh. 

16  Ich  psorg,  sie  werden  sich  peladen 
Sambt  mir  fiiit  verderblichem  schaden, 
Darmit  ich  noch  mer  nnfals  hon. 
Bat,  wie  sol  ich  das  nnterston? 

Teribaeses,  der  fttertt,  spricht: 

10  Ich  ratt,  das  ir  den  eltsten  son 
[bl.   ITö*]      Ans  den  zw  kfing  wolt  machen  thnn 
Nach  each,  wolt  im  decz  icz  zu  gnet 
Lassen  tragen  den  künigs-hnet. 
Der  ist  nnn  pey  den  dreissig  jam, 
»  Im  regiment  anch  wol  erfam, 
Was  in  Persia  ist  der  prawch. 

Der  kftnig  sprieht: 

Ja,  der-selbig  gefeit  mir  auch, 
Darmit  die  andern  drey  zn  rw 
80   Pleiben.    Da  knmbt  er  gleich  darzw. 

Darims,  der  eltest  snn,  get  ein.    Der  kttnig  spricht : 

Mein  snn,  weil  dw  der  eltest  pist 
Unter  mein  sün,  dmmb  pilich  ist, 
Das  ich  dich  erwel  in  den  dagen 
86  Znm  küng,  den  knnckling  hnet  zn  tragen 
Mit  andern  küniclicben  ziren, 
Anf  das  dw  solst  nach  mir  regiren. 
Hab«  smIi«.  xxni.  14 


210 


DRriQB  kniet  iiider ;  der  küoig'  seczt  im  len  küuig-liiiet  Auf, 
DariQB  der  spriolit: 

Herr  vater,  dir  sey  lob  und  er! 
Ein  gab  peger  ich  von  dir  mer, 
&   Wolst  mir  geben  Aspasiam 
Zw  ainer  gmahel  lobedatn. 

IrtojierxeB,  der  vater,  sprioht : 

Ey,  warumb  die?  ich  wil  dir  eben 
Wol  aina  königes  dochter  geben 
10   Von  grosem  adl  und  holten  stam, 
Mit  lant  und  lewten  dir  ersam. 
Die  ist  von  schlechtem  stam  geporn. 

D&riQB,  der  aitn : 

Herr  vater,  die  hab  ich  mir  erkorn, 
ift   Sie  ißt  gneter  siteu  and  dnegent, 
Geperlich,  schöner,  zarter  jngent. 
Derhalb  wirst  mir  die  nit  abschlagen, 
[bl.  176]       Mein  erste  pit,  die  gsecz  timu  sagen. 

Der  kfloig  sprioht: 

aa  Nun,  ich  kau  dirs  abschlagen  nit. 
Die- weil  das  ist  dein  erste  pit 
Nach  lawt  der  persiscben  gesecz. 
Doch  wirt  das  rawen  dich  zw*lecz. 

Sie  gent  mit  eiuandfir  ab.   AriBBoran,  der  kemerliog,  ond  SparoDibazo, 
•jb   der  enaoh,  getit  eio,      Artarsoras  sprioht  s 

Der  künig  hat  Darin m  erweit 
Zum  kQng  und  hat  im  zn-gestelt 
Den  künigs-bnet,  und  im  darneben 
Aspasiam  zum  gmaliel  gehen, 
10   Doch  gestert  wider  im  gemimen 
Und  sie  genot,  das  sie  ist  knmen 
Ins  closter  Diane,  der  göttin. 
Da  mueä  sie  kewsch  leben  darin 
Ir  lebetilang  nach  nunen^sit. 


13  t  g0{Mkn].     8  »rporm. 


211 

8|>ftroiiil)ac8o ,  der  dniiöli  t 

Ej,  was  yermaint  der  kümg  mit. 
Das  er  sein  saa  mit  dem  petriebet, 
Der  Aspasiam  herczlich  liebet 
»  Geleicb  füer  seinen  sei  and  leib, 
Das  tnegentsam,  fnersichtig  weib. 
Es  win  im  gar  heftig  loisfallen. 

Artaaoras,  der  kemerltn^: 

Ich  kau  wol  mercken  pey  dem  allen, 
to  Das  er  sein  hercz  schon  hat  abgwent 
Von  dem  kilng,  wie  man  darpey  kent: 
Wen  er  thnet  fiier  den  künig  gen, 
Sicht  er  in  nit  mer  frenntlich  on, 
Sonder  mit  schlimen  sagen  gar. 

1»  SparonibacBO ,  der  ennoh: 

Ich  hab  des  hewt  genameß  war, 
Hab  aber  der  ursach  nit  gwest. 
M.   176']      Die  g5ter  schaGfens  auf  das  pest; 
Wir  kann  weder  helfen  noch  raten 
10  In  großer  herren  wort  und  daten. 

Der  jang  herr  knmpt;  kuoi,  las  nns  flihen 
Und  vor  dem  garen  gmach  abzihen. 

echleioken  paid  ab.      Darina ,    der  jiiEig  fUerat,  kampt  mit  T#ri- 
bacso,  dem  fttersteü,  der  spricht: 

s&  Mein  Dario,  dw  hast  mir  klagt, 
über  dein  vater  und  küng  gesagt, 
Wie  er  dir  dein  Aspasiam 
Gennmen  hat  an  alle  schäm, 
Doch  wider  der  Persier  gsecz. 
So  wirt  er  dir  noch  anch  zu-lecz 
Auch  drnczig  nemen  mit  der  zeit 
Dein  erst-gep^rt  ind  ghrechtikeit, 
Der  dir  doch  thet  die  krön  zn-steln. 
Und  wirt  deinr  prüeder  ain  erweln 
Zw  konig;  wan  er  ist  wanckelmüetig, 
Alt,  granisch,  wunderlich,  halb  wtietig. 


IT    8  «will. 


w 


212 

Waiat,  wie  der  küng  mir  audi  verspracli 
Sein  dochter  Aniistrim,  dar  Dach 
Hilt  mich  lang  auf  mit  der  hoffnung. 
Nach  dem  gab  er  mir  erst  die  jung, 
h   ÜBd  die  versprochen  mir  nit  gab. 
Darpey  magstw  wol  mercken  ab, 
Das  es  dir  anch  also  mag  gon. 

Barias,  dar  jaog  ktlaig: 

Mein  trewer  fdetöt,  was  raiiest  ich  thon, 
n)   Das  ich  des  reichs  verg wisset  wer? 
Mein  hercs  ist  mir  entseczt  und  schwer 
Ob  meini^  her  vaters  wancklen  Sachen, 

TaribaanSf    der  ftlsrst,  spriohi: 

Dw  must  ain  haimlieh  pürttitus  machen, 
ib   ümb-zu-pringeii  den  vater  dein, 
[hl.  177]       Darzw  wfl  ich  pehilflflich  sein, 
Wan  weil  er  in  dem  leben  ist, 
Des  kiingreichs  dw  nn sicher  pist, 
Wil  dir  wol  mer  ghüelffen  zu-steln. 

20  Barias,  der  jung  kiag: 

Sag  mir,  wie  aolichs  enden  wein? 

Teribiods,  der  füerat: 

Wen  heint  der  künig  ligt  zu  pet 
Und  das  von  im  die  wach  ab-get, 

aö  So  wollen  wir  in  ueberfallen, 
In  wüergen:  als  pleibstw  in  allen, 
Wie  dw  zu  küng  erwelet  pist. 
Das-selb  der  nehest  weg©  ist. 
Darauf  schwer  zu  dem  got  ain  aid, 

so   Zu  enden  das  an  untersch&id. 

Darlüfl  hebt  »wen  flnger  auf  nnd  spricht: 

Pey  der  snnnen,  dem  glanczenden  got, 
Fring  ich  mein  vater  zw  dem  dott 

le  f  i«h]  r»b]t  B.  l«  S  pbUtlffen. 


213 


SparoDib&Gzo,  der  eoacb»  kampt  eillent  nnd  spricltt: 

Her  kÜDig,  hiiet  dich  vor  geferden; 

Dw  öolt  noch  lieot  ermordet  werden 
10   Von  Dario,  deiui  eltsteu  sun, 

Die  pütttDUS  bort  ich  machen  thun. 


fe  geot  alle  paid  ab.    Der   kai^  get  ein   in   atoer  SGblafrhawbeii 

und   sp riebt: 

tich  pin  petriiebt,  wais  nit  warnnib, 
Und  gancz  sorgfeltig  umadnrab, 
5   Sol  mich  icz  legen  in  das  pet, 
Kein  schlaff  mein  augeii  noch  zu-get. 

Der  kttDg  legt  sein  ecblaffbaDbeu  Ins  pet  snn  bitttbteD  ttnd  epriobt: 

»Gei  hajs  die  w£Ccbt  pald  kamen  her, 
Das  sie  alda  verstecket  wer, 
[bl.  177'J  i&   Wen  diese  morder  werden  knmen, 
^L  Das  sie  werden  gefangen  gnnmen. 

Sparenibaeso«  der  ennob,  get  ab.    Ber  kinig  Artoxenes  Bprioht: 

kHat  den  mein  unfal  noch  kein  ent? 
Wil  mich  mein  snn  mit  aigner  hent 
10  Heint  in  meinem  gchlaffpet  nmpringen? 
Ich  hofff  es  sol  im  nit  gelingen. 
#  trabanten  knmeD,  versteokeD  eich*     Dariae  and  TeribaaeB 
sobleichea  ein      Der  künig  Bohreit: 

Die  mörderisclien  poswicht  facht 
u   Und  sie  in  eiser  keten  schlachtf 

Bis  ntorder  iiheo ,   die  knecht   eilen   naob.     Mrins   wirt  gefaigen 
imd  hin-gefaert»    Der  kiiig  bo breit: 

Ir  Persen,  pesiczt  ain  gericht, 
Wie  man  sol  richten  den  piiswichtl 

10  Artasoras,  der  kemerliug: 

In  Persia  ist  ain  gesecz, 

Wer  »ein  eitern  ermort  zn-lecz, 


#  8  noab  Doob.  14  Naob  dfiMem 

f«|  MiWa  le«r  gvbUobeti, 


ftm   «Dd«    ron  bl.  Ift  ilnd    in 


214 

Dem  8ol  mon  aatnen  hals  zu  räch 
AbBdineideE  mit  aiDem  scbarsach« 

ArtozerzeB,  d«r  kflnig,  spriolit ; 

Dm  gsecz,  pesclirieben  von  den  alten« 
Dem  wol  wir  ima  gleich-nieBsig  lialten; 
Heins  newen  urtaih  dis  pedarfT. 
Nacli-rlcbter,  nem  den  acharsach  scharif, 
Und  drit  in  die  gfencknuß  hinein, 
Schneid  ab  meim  snn  die  kelen  sein! 

Der  bencker  streicht  iein  aobir»aoh  ttiid  ^et  ab*    Der  kftaig  spricht ; 

Ir  liebn  PerEier,  zieht  frölich  hin, 
Weil  ich  icznnd  frej  ledij^  pin, 
Dot  Bind  die  mordischen  piSswicht. 
Mein  eltster  eon  ist  nnn  gericht; 
[bl.  178]  16  Teribaczes,  der  fürst,  ligt  dot, 
ErscbosBen  in  seim  plaete  rat 
Nun  wöi  wir  in  den  tempel  gon, 
Den  got  der  sünen  petten  on 
Üad  ain  herlicheB  opfer  thon. 

8i9  geot  all«  ab. 


Actus  6, 

Oohnsi   der  jflngst  siin  kttnig  Artoxerxia,  get  ein,  ret  mit  in 

Dod  spnoht; 

Mein  gliiek  get  auf  mit  vollem  schein 
2ö   Weil  der  kting,  der  herr  vater  mein, 

Mein  eltsten  prneder  Darinra 

Hat  gester  lassen  prmgen  um 

Von  wegen  seiner  übel  tat. 

Weil  er  in  nberloffen  hat, 
M  Nechtlicber  weil  in  umb-zu-pringen, 

Hat  er  mir  gleich  mit  diesen  dingen 

Hin  bofiTnting  zu  dem  reich  gemacht. 

Des  pin  gelegen  ich  die  nacht, 

Hab  der  sach  nacb-gedacht  mit  fleis, 
36   Dnrch  was  weg  nnd  fnrm,  dat  and  weis 

Ich  dise  bandlnng  solt  anfangen, 


■olb 


10 


178'] 


2t5 

Dae  ktinigreich  mit  su  erlaae^en. 
Daran  wil  ich  kain  list  nit  gpanu 
Wie-wol  ich  pin  der  jöngst  an  jarn 
Unter  den  zwayen  pruedern  mein, 
Icznnd  feit  mir  warhaftig  ein, 
Wie  ich  die  sach  sol  grewffeu  on. 
Ich  wü  gen  2a  der  küng-in  gon, 
Welche  ist  die  stipmneter  mein» 
Mit  der  wil  ich  ratschlagen  sein, 
Wie  ich  das  persisch  künigtumb 
In  meinen  gewalt  nberknnib. 
Ich  hoff,  sie  dailt  mit  hilf  und  rat, 
Wie  ich  den  tron  pesteige  drat. 


bne  get  ab.    Atossa,   die  kinigin^    get  ein,    die   aader  gemahtl 
lÄ    des  kdoigs,  und  rett  mit  ir  fielb  und  Bprioht: 

Mein  her  kiing  hat  nrnb-pringen  lassen 
Sein  el taten  snn,  welchen  der- m äsen 
Er  doch  zn  künig  het  erw^elt, 
Den  knnigs-bnet  im  zw-gestelt. 
Nnn  möcht  ich  gar  wol  güenen  thnn, 
Das  Ochns,  des  ktings  jüngster  sni, 
Wärt  zu  aim  künig  auserwelt, 
Und  im  das  küngreich  zn-gestelt 
Vom  künig  für  die  andern  zwen. 
Die- weil  ich  ie  von  herczen  den 
Lieb  hab,  im  holt  und  günstig  pin. 
In  prüostiger  lieb  gen  im  prin, 
Wil  im  zum  reich  belffen  nnd  raten 
Mit  vnrpit,  werten  und  mit  daten. 

Dlias,  des  künig  jtngster  bqd,  get  ein^  naigt  siob  nnd  sprkht: 

Fraw  mnter,  ich  hab  zu  dir  ain  pit, 
Hoff,  dw  werst  die  abschlagen  nit. 
Weil  mein  höchst  trawen  stet  zu  dir. 

Atossa,  die  jung  küiigin : 

36  Dein  freontlich  pit  anzaige  mir. 
Was  mir  ist  müeglich,  wil  ich  thon, 


3    B  gftro.  II  S  bmi  di«B«  reimiailfl,  dl«  ieh   ergloit  bsb«,  »in  ftofkog« 


^^^^^^™             216                ^^^^^^^B 

1           Obs  gleich  drelf  leib  und  leben  on,            '^^^^^^1 

1           Wil  ich  dich  detioch,  sut],  gewern.                     ^^^^| 

H                    Ochiiii,  des  kttnigra  jangster  sau:                         ^^M 

H           Mein  AtoBsa,  meins  herczu  pegem                           ^^M 

»  Wer,  das  das  künglieh  regiment                               ^^M 

Mir  geben  wütt  in  meine  hent,                                 ^^M 

Weil  Darias,  der  prned^r  mein,                               ^^M 

1      [bl. 

179]       Geendet  hat  das  leben  sein.                                        ^^M 

Als  der  eltest  unter  ung  tim                                      ^^M 

w   War  er  erweit  zu  dem  regirn.                                  ^^H 

Weil  dw  nun  hast  des  künigB  gnaden,                     ^^M 

Eaniät  mir  wol  was  erwerbn  on  schaden                 ^^M 

Und*  rattn,  wie  ichs  angrewffen  sol.                        ^^M 

Atossaf  die  jung  kttDigin :                             ^H 

tb  leb  wünscht  und  giüit  von  herczen  wol,                  ^^M 

Das  dir  zn-stiind  das  künig-reich                              ^^H 

Vom  vater  in  Persia  gleich.                                     ^^M 

Das  doch  schwer  zu  pegeren  ist,                              ^^M 

Weil  dw  der  jungest  sune  pist.                                 ^^M 

ao  Darzw  ftircht  künglich  mayeatat                               ^^M 

Sieb  hart  vor  vergangner  misdat                              ^^M 

Von  Dario,  seim  el taten  sun,                                     ^^M 

Wirt  fort  kain  küng  mer  welen  thun                      ^^M 

Unter  sein  sün,  weil  er  thuet  leben.                        ^^M 

Bft                    Colitis,  des  künigs  sttn:                               ^^H 

Wen  dw  mir  hilff  und  rat  thest  geben,                   ^^M 

Wie  ich  den  künig  precht  zum  dot,                          ^H 

Den  wärt  ich  kiing  an  alle  not;                              ^^M 

Wan  aUes  bo%sind  wil  mir  woL                             *^^| 

30   Gib  rat,  wie  ich  das  enden  sol,                                ^^H 

Es  sey  mit  gift  oder  dem  schwert,                          ^^M 

Das  mir  von  dir  anzaiget  wert                                ^^H 

Füegllch  zeit  und  pequeme  stat.                              ^^M 

Atosaa,  die  künigin:                                  ^^M 

96  0,  ich  rat  nit  zu  dieser  dat,                                     ^^M 

Das  der  küng  von  dir  wert  hin-ghricht;                 ^^M 

S  f  deooob.     8  do«b.          la  ?  «r]  fehlt  8.                                               .^H 

217 

Die  g5tter  liessens  ongeBtraft  nicht. 
Dw  waist,  wiB  ddm  praeder  ist  gangen, 
Der  anch  das  künckreich  wolt  erlangen 
Dnrchs  künigs  dot,  dardnrch  er  eben 
6  Verlor  das  künckrdch  sambt  dem  leben. 
Gleicher  onfal  m5cht  dir  zn-sten. 

[bl.  179^  Oohnt,  des  kftnigs  snn: 

Ich  wolt  mit  listiger  nmb-gen, 
Nit  dölpisch,  wie  der  praeder  mein. 
10  Wen  ich  den  nem  das  künckreich  ein, 
So  nem  ich  zn  ainr  gmahel  dich, 
Weil  ich  dich  lieb  inprünsticlich 
Von  gmnt  und  ganczem  herzen  mein. 

Atosta,  die  kftttigin: 

16  Mein  Ochns,  ich  las  also  sein. 
Das  dw  glnecklich  an  alle  not 
Den  künig  gleich  prechst  zu  dem  dot. 
Dw  warst  dramb  nit  so  künig  sein, 
In  das  kangreich  dich  dringen  ein, 

20  Weil  dein  zwen  praeder  leben  gwis, 
Ariaspis  nnd  Arsamis, 
Welche  paid  elter  sind  wan  dw. 
Der  aim  stelt  man  das  künckreich  zw. 
Wan  Ariaspis,  der  elter  gleich, 

2A  Ist  seim  vater  eben  geleich 

Freantlicher  art,  mitsam  and  güetig, 
Mit  wort  and  wercken  gar  senftmüetig, 
Derhalb  allem  volck  angenem. 
Das  wüert  das  reich  za-aigen  dem. 

30  Der-geleichen  waistw  gewis. 
Dein  ander  praeder  Arsamis 
Ist  sinreich,  ains  weisen  gemüetz, 
Mit  hohem  gaist  and  rains  geplaetz, 
Ganz  daglich  za  dem  regiment. 

36  Derhalb  petracht  dw  an  dem  ent 
Ein  andern  weg  zam  künig-reich, 
Der  dir  nit  feien  künd,  dem  gleich. 
* 
!•  8  W«it.         84  8  guif. 


^^H                             ^1 

^^^^^^              OcItQB,  des  kflnigfl  snn:                                ^^| 

Dw  redest  recht  nitd  wol  darfoD.                              ^^M 

Wie  soll  lehB  aber  grewffen  on,                                ^^| 

■ 

180]       Weil  ich  noch  dise  irruiig  hab,                                ^H 

5   Das  ich  kern  meiner  prneder  ab,                               ^^M 

DaB  sie  paid  abgingen  mit  dot?                               ^^M 

AlOMta,  die  kflnigin:                                 ^H 

Ja,  den  het  es  nmb  dich  kain  not,                           ^^M 

Daß  man  das  Icünigreicb  erwurb,                              ^^| 

10   Wen  ein-mal  der  alt  künig  etiierb,                            ^^M 

Der  den  iet  ^ar  uralt  vtirwar,                                  ^^M 

Yast  im  vier-und-neünssigsten  jar;                            ^^M 

Den  würst  an  scbwertsclileg  küoig  sein^                 ^^M 

Von  den  fiirsten  gesezet  ein,                                      ^^H 

16   Den  gTietf  wir  frolich  zu  der  ee.                              ^^f 

SchaWi  zu  dem  rat  ich,  mich  verste  }                       ^^M 

Das  ißt  der  richtig,  kuerzest  weg.                           ^^M 

Oobai,  des  kttnigs  snu:                                 ^^M 

Nun  ich  wit  Bein  in  dem  nit  treg,                            ^^| 

90   Sparen  kein  untrew  noch  arglist,                              ^^^ 

Was  haimlich  zu  verpringen  ist,                               ^^H 

Mein  prueder  zo  pringen  umba  leben,                       ^^H 

Der  Bach  wil  ich  iiach-trachten  eben                        ^^| 

Tag  und  nacht  mit  geschwindikeit,                           ^^M 

it   Pia  ich  das  vulent  kurzer  zeit,                                   ^^f 

Wo  ich  das  tueglich  mag  verpringen.                       ^^M 

Hoff  ie,  es  sol  mir  wolgelingen.                                 ^^M 

Doch  mein  fraw  küngin,  schweig  dai-zw,                 ^^M 

Das  sollchs  nit  auskumen  ihw,                                  ^^H 

80   Es  kostet  sunst  das  leben  mein.                               ^^M 

AtoBsa,  die  kiaigfi;                                   ^H 

Ey,  mainßt,  sult  ich  nit  weiser  sein?                        ^^M 

Nun  ge,  ich  wünsch  dir  glneck  darzw*                     ^^M 

Fürsiclitig  das  angrewffen  thw,                                  ^H 

3b   Das  dw  das  reich  peknmpst  mit  rw.                         ^^| 

Sie  gent  paide  ab.                                    ^H 

4  S  ijrciDf.                                                                                                     ^^H 

219 


Actus  7. 

[bl.  18(K|  Ooiwi,  der  argUilig,  gett  ein  nid  rat  ait  im  selb,  tpriebt: 

Ich  hab  das  werck  in  schwanck  gepracht 

Und  hab  gesent  nechten  zu  nacht 
6   Den  arglistig  alten  ennchen, 

Ariaspem,  mein  praeder,  zw  suchen, 

In  warnen,  im  sagen  knrczab, 

Der  alt  künig  pefolhen  hab, 

In  zn  fahen,  darnach  zw  dOtten. 
10  Daromb  sey  im  eylent  von  nöten, 

Das  er  aus  Persia  entweich. 

Auch  hab  ich  zu  im  der-geleich 

Im  mer  geschickt  wamer  der-mas. 

Aus  dem  wais  ich  gewis  und  das 
16  Er  im  laut  nit  peleiben  sol; 

Er  ist  forchtsam,  das  wais  ich  wol. 

Den  kumb  ich  sein  mit  eren  ab, 

Weiter  kain  sorg  mer  auf  in  hab. 

Der  alt  enueh  knmpt,  spricht: 

90  Die  gotter  geben  euch  glueckling  tag! 

Oehus ,  des  kftnigs  sub  : 

Wie  stet  die  sach,  mir  eillent  sag! 
Umb  Ariaspis,  den  prueder  mein? 

Der  alt  enuoh: 

26  Eur  prueder  kund  nit  trawriger  sein. 

Als  ich  fing  an  zu  warnen  in, 

Da  west  er  all  ding  schon  forhin, 

Verzweyffelt,  glaub,  er  wert  sich  bencken 

Oder  in  aim  waser  ertrencken. 
80  Ir  wert  pald  hören  guete  mer. 

Weicht!  Euer  prueder  get  dort  her. 


U  t 


220 


Otihun  gmt  im  tu  gelt  int  sdio  baat  und  spHoht : 

Nem  die  hundert  duckain  zu  Iod  1 
Geret  die  schauen,  dw  solt  njer  boo, 

[bl  181]    Die  sweu  gent  eilleot  ab.     Ariaspis^  dea  k&aigs  bud,  g«t 
&  trawrig*  ein,  ret  mit  im  selb: 

Was  zeicht  sich  der  herr  vater  mein» 

Das  er  mich  kiHick liehen  siitie  sein 

Wil  also  zum  dut  lassen  richten? 

Nnn  hab  ich  in  mein  tag  mit  nichteu 
ly   Petriiebet  aber  uebels  thon, 

Darmtt  ich  den  dot  verscbueldot  hon: 

Hab  nie  j^^stelt  nach  dein  regiment. 

Ich  wil  nii  kiimen  in  die  heiit 

Dem  bencker,  rair  selb  nemen  mein  leben, 
15  Mir  selb  mit  diesem  gifi  vergeben^ 

Da»  ich  mir  zu-peraitet  hab. 

Das  ich  nur  kumb  raeins  lebens  ab. 

Wil  gleich  das  g^ift  da  nemen  ein, 

Mich  sencken  in  das  pette  mein 
so   Und  darin  enden  das  mein  leben 

Und  mein  petniebten  ^^aist  auf-geben. 

£r  drinekt  and  get   ab  mit  schwaooketeii  dritten.      Ocbas  ^et  oId, 

sprioht: 

Nun  ist  der  aine  prueder  hin, 
3&  Idoch  ich  noch  in  sorgen  pin 

Ob  meinem  praeder  Arsarais. 

Zu  dem  hab  ich  war  und  gewis 

Arpatam,  ainen  klinen  held, 

Hewt  frw  noch  vor  mitag  pestelt, 
30   Der  wIrt  in  mit  dem  schwert  hin-richten 

Duckiscber  weis,  nach  den  geachicbten 

Heimlich  entrinen  aus  dem  land- 

Ich  hab  im  geben  auf  die  hand 

Dawsent  darisclier  gnlden  par, 
w   Das  er  kain  fleis  noch  mite  nit  spar. 

Den  wuerd  ich  nach  dem  vater  mein 
[b!.  181']      Der  ainig  erb  zum  künckreicb  sein. 

30  dM]  rtblt  S. 


221 


Oekot,  dM  Unifft  san,  get  ab.    ArMmis ,  des  kflni^  snn,  get  ein 
und  rett  mit  im  selb: 

Mein  praeder  Ariaspis  ist  gestorben, 
Grewlich  ains  gehen  dotz  verdorben. 
6  Und  nymant  wais  in  dieser  frist, 
Was  kranekeit  er  gestorben  ist. 
Doch  war  sein  leibe  nberal 
Vol  gift  nnd  schwarzer  doten-mal. 
Das  macht  mir  yil  entseczang  me. 
10  Ich  forcht,  die  sach  nicht  recht  zn-ge. 
Mein  pmeder  Ochos  steckt  vol  dneck, 
Furcht,  er  hab  anghricht  das  nnglüeck! 

Arpatas,  «in  jnnger  her,  get  ein,  stet  and  lost,  spricht  darnach : 

Was  seichst  Ochnm,  den  pmeder  dein? 
16  Solt  er  an  dem  dot  schneidig  sein 
Deins  pmeders,  gester  frw  verschyden? 

ArsaBis,  des  kttnigs  snn: 

Ja,  ich  pin  gleich  nit  wol  zn-frieden. 
Mein  hercz  kains  gneten  gen  im  ant; 
90  Arg  spiczfnndig  ist  sein  verstant. 
Er  ist  dneckisch,  hemischer  art, 
Sein  er  und  trew  nit  wol  pewart, 
Er  rieht  vil  haimlichs  anglaecks  zw. 

Arpatas ,  der  jung  herr : 

96  An  schneid  schmechst  deinen  praeder  dw, 

Den  dein  mtind  pillig  loben  sol, 

Weil  im  wil  alles  hoffgsind  wol. 

Was  er  pegert,  ist  es  pereit 

Mit  aller  nnterthenikeit, 
80  Als  wer  er  regirender  herr. 

Arsamis,  des  kftnigs  snn : 

Das  macht,  ir  hoffgsind  seit  nit  ferr 
[bl.  182]      Von  im  mit  herczen,  sin  nnd  maet, 
Last  ench  als  gfallen,  was  er  thaet, 
96  Seczt  trew  nnd  er  atift  abertüer. 

• 

4  S  wi«d«koll  gwtorben.         8  8  Vor. 


222 


Arpatas  ,  der  juDg  keir : 

Dw  kiinig-0un,  an  dir  ich  spüer, 

Das  dw  Ulis  hoffgsiüd  tlmeet  veraehteti. 

Arsamifi,  des  kinig^s  snn; 

h  Ja,  thw  im  selber  auch  nach-tracbten, 
Wie  vO  redlicher  unter  euch  sein, 
Gotfurchtigy  warbaft  ghrecht  allein  ? 
Sunder  der  mait^itail  sint  weinzecher, 
Spillerj  mainaidig  und  eprecher, 

10   Mörder,  raiiber,  dueckisch  mewchler, 
Orenplaöser,  schmaichler  und  heuchler. 
Gar  wenig  euer  ausgenuraen 
Stent  pey  dem  hewfleiu  der  erüng  frumen. 
Seit  fast  all  über  ain  laist  gescblagen- 

ib  Venus-tuegent  thuet  man  euch  uach-sagen^ 
Oleich  wie  Ocho,  dem  prueder  mein, 

Arpataa  sockt  sein  dolicli,  ipriekt: 

Ich  sich,  es  wü  nit  änderst  sein; 
Weil  wir  von  dir  verachtet  sin, 
90  Far  zu  deim  doten  prueder  hin! 

Ber  Arsfttnis  feit  und  sehreit.     Arpatae  lauft   ab.     Der  kij 
ein  mit  aeim  hoffgaiud: 

0,  wer  bat  diesen  mort  geton 

An  ArgamiSf  meim  lieben  sun, 

2b   Der  mir  im  angeicht  und  gemüet 

Am  gleichsten  war,  val  trew  und  güet 

Für  all  mein  süne,  die  ich  bet. 


[bl  182' j 


Ber  herult  epricht: 

Ich  sach  Harpatam  an  der  stet 
ao   Mit  plosem  dolich  lanffu  auf  dem  sal, 
Als  ich  hört  ain  cleglichea  gai 


S  8  mAUUl.        32  8  hst  Auf  hl,   182'  tu  AnfMis  di«  rflimsaU«  wi 


Der  kt&Big  Artaxerxit  ipriobt : 

Ach,  mein  hercz  warhaft  antat  dis. 

Gleich  wie  mich  die  sach  an  thnet  sehen, 

So  ifl  durch  veretrey  geschehen, 
s  Durch  Ochnm,  meinen  jüngsten  son, 

Der  vor  durch  arglistikeit  nun 

Ariaspis,  den  sune  mein, 

Durch  die  argen  vereter  sein 

Gen  mir  hat  also  forchtsam  gmacht, 
10  Das  er  sich  selb  mit  gift  umpracht. 

Weil  er  so  vil  mordischer  that 

An  sein  prfiedem  genebet  hat, 

Des  ist  mein  hercz  in  dot  petrtiebet. 

Weil  er  die  mordrey  hat  gefiebet 
\i  Zwischen  den  lieben  sünen  mein, 

Welcher  nun  drey  verschieden  sein,  .  .  . 

Den  yirden  ich  mit  urtail  und  recht 

Auch  wol  mit  dem  hencker  umprecht. 

Weil  ich  pin  aber  alt  und  schwach, 
90  Mag  ich  nit  neben  solche  räch, 

Weil  ich  mit  im  abdilgt  alln  samen 

Von  meinem  kttnicklichen  stamen. 

Dmmb  wil  ich  meim  gemuet  aprechen, 

Und  sclchs  die  götter  lassen  rechen 
S6  An  im  und  all  sein  argen  knaben. 

Die  schneid  an  diesen  döden  haben. 

Nun  tragt  mein  lieben  sune  ab, 

Das  man  in  künicklich  pegrab! 

Ich,  der  petruebte  vater  sein, 
so  Wird  auch  pald  enden  das  leben  mein 
In  unmuet  und  trawriger  pein. 

||»0  dregt  die   par   in  Ordnung  ab.    Der   herolt  knmbt  and   naigt 
sich  und  pescbleust: 

[bi.  133]       So  hat  die  tragedi  ain  ent. 

S6  Aus  der  werden  drey  stüeck  erkent: 
Erstlich  sol  man  mercken  pey  dem 
Mechting  kttnig  Artaxerxem, 
Welcher  hat  unter  seiner  haut 
Hundert-und-sibn-und-zwainzig  laut, 


■ 

^v                     ^^^^1 

^^^^1 

Welcbem  doch  kam  auf  seinen  rueek                 ^^^H 

^^^^^H 

So  mancherley  grewiich  nngiaeck                            ^^M 

^^^^^^1 

In  seira  kiing^reicli  pis  zum  ausgang  .  *  .                 ^H 

i^^^^^l 

So  merckt  ein  mensch  zu  d^ni  anfan^.                      ^H 

^^^^^1 

6   Das  kein  reichtnm,  macht,  noch  gewalt                    ^H 

^^^^^1 

Den  menschen  hie  in  rw  erhalt                                  ^H 

^^^^^1 

Vor  aller  wider wertikeit,                                              ^H 

^^^^^1 

Welche  einschleicht  zn  aller  zeit                               ^H 

^^^^^p 

Deglich  durch  ujancherley  unfal                                  ^H 

^^^^B 

10   Fon  feiud-  und  freunden  liberal,                                ^H 

^^^^B 

Zu  hoff  und  IvAm  von  ingeBind,                                  ^H 

^^^^H 

Auch  wol  von  aii^en  weih  ynd  kind,                         ^H 

^^^^^1 

Das  e  ain  un^lueck  hat  ein  ent,                              ^H 

^^^^B 

Ist  gchon  ain  andere  vor  der  hent.                           ^^M 

^^^^H 

\b  Derhalb  ist  dis  leben  zn-mal                                      ^H 

^^^^B 

Pillich  ein  elent  jamertal                                             ^H 

^^^^B 

Auch  pey  den  gwaltigen  und  reichen.                        ^H 

^^^^B 

Zum  andren  merck  mau  der-geleichen                   ^H 

^^^^^B 

Pey  Parißatides,  der  künigin^                                      ^H 

^^^^B 

so    Welche  durch  arglistige  sin                                        ^H 

^^^^fl 

Plutiirstig  und  uotrewer  art                                       ^^| 

^^^^fl 

Ir  sün  heczet  zu-samen  hart,                                     ^^M 

^^^^B 

Wo  ein  solch  pos  weih  in  der  hent                         ^H 

^^^^B 

Hat  gwalt  in  ainem  regiment,                                  ^^M 

^^^^B 

u   Da  beczt  sie  ymer  dnckbch  zw,                                ^^| 

^^^^B 

Ir  falsches  hercz  hat  nytner  rw,                               ^^| 

^^^^B 

Rieht  an  vil  ungmach&  überaus,                               ^H 

^^^^B 

Es  sey  zu  hoff  oder  zu  haus.                                   ^H 

^^^^P 

Zumb  driten  pey  den  fuersten  Giro,                      ^H 

I       ^[w- 

183']  30  Dario  und  auch  pey  Ocho,                                        ^H 

Die  alBo  nach  dem  regiment                                      ^^M 

1 

Griffen  mit  mörderischer  hent,                                   ^^| 

1 

Doch  entlieh  drob  gingen  zw  grund,                       ^H 

^^^^A 

Also  noch  hewt  zu  aller  stund:                                 ^H 

^^^B' 

u   Wer  noch  nach  herschaft  streben  sey                       ^H 

^^^^B 

Mit  gwalt,  an  recht,  durch  tiranney,                        ^H 

^^^^H 

Der  mus  auch  gwis  drob  gen  zw  gruud,                 ^H 

^^^^B 

Wie  vil  bistori  pezewgen  dund*                                ^H 

^^^^B 

Das  frid  und  wolfart  plue  und  wachs                       ^H 

^^B 

40   Pey  aller  liersehaft,  wünscht  Hans  Sachs.               ^H 

■ 

Der  horolt  g^t  ab«                                 ^H 

225 

Die  penon  ia  die  tragedi : 

1  Der  bereit 

2.  Artozerzes,  der  kfinig  in  Persia 

3.  Cime,  aein  pmeder,  f&rst  in  Lidia 

4.  Parisatides,  die  alt  künigin,  ir  mneter 

5.  Statira,  die  jnng  kfinigin,  ein  gemahel  Artoxerzis 

6.  Atowa,  sein  andr  gemahel 

7.  Darins    \ 

8.  Arsamifl  (   ^ 


9.    Axiaspii  | 


8Ün  künig  Artozerzis 

10.  Oebns 

11.  Teribaras,  ein  fflergt  des  küngs 

12.  Arpatae,  dee  fnersten  snn 

13.  Tissaphemfls,  ein  fnent  Ciri 

14.  Clearcbns,  sein  hanptmon 

15.  Phiaicus  )    «  v.    j  •    u      •    x 

16.  Aticn.     }    2  haidniBch  pnester 

17.  ArtaBoras 


i  2  kemerling 


la  Metrodotes 

19.  Sparonibacso )   ^    ,.  , 
^^  ^    .      .         }  2  alt  ennchen 

20.  Maniesates     j 


fbl    184]        21.  Oige,  die  kamerfraw  der  alten  ktlnigin 

22.  Theraz 

28.  Tracet 

85  24.  Der  hencker 


I  2  trabanten 


Anno  salntis  1560,  am  12  tag  Octobris. 
1266 


16  Nr.  16  aod  16  tret«n  gar  nieht  anf.  Deshalb  habe  ich  in  der  Uber- 
Msbrift  die  nierst  geiebriebeoe  Ziffer  22  aai  der  geünderten  24  wiederhergestellt. 
M*oebe  ttellen  in  die«er  bisher  ungednickten  tragoedia  lassen  die  durcharbeitung 
▼emiieten;    s.  b.    die  Qber   Atotsa    and    die    dritte  lehre.  27  Ich    habe    nur 

1214  Terse  ges&blt;  im  regiater  des  Tiersehnten  spruchbuehes  ebenso  wie  im 
geDeralregister ,  wo  das  tiQek  nnter  den  oomoedien  aufgeführt  wird,  steht  1206 
all   Terasabl  angegeben. 


XXUL  15 


227 

Noch  plieb  idi  unpekande, 
Es  achtet  mein  nymande, 
Het  ich  nit  groses  gaet. 


6  Weil  nmi  das  gelt  iczunder 
In  gancser  weit  regirt. 
So  ist  es  nit  ein  wunder, 
Das  lenger,  erger  wirt, 
£nt  nembt  znecht,  er  nnd  dnegent, 
10  Lieb,  trew  und  erberkeit 
Pey  alter  und  pey  jngent, 
Die  nur  nach  gelt  nrnb-lnegent 
Mit  allr  spiczfündikeit. 

[bl.  120]  6 

16  Wen  ich  ain  hendler  were, 
Gwün  deglich  groses  gnet, 
Prawcht  allerley  gefere, 
Wie  den  icz  mandier  thnet, 
So  wer  ich  hoch  gehalten. 

10  Weil  ich  nnn  der  nit  pin, 
Thuet  die  frenntschaft  erkalten 
Pey  jungen  und  pey  alten : 
Nor  ansl  schampadahin ! 

6 

26  Doch  las  ich  mich  penüegen 
An  freyem  eren-stant, 
Drin  mir  got  zw  det  füegen 
Zinst  und  rent  anf  dem  lant. 
Darin  ich  mich  wil  halten 

30  und  ger  nit  weiter  mer, 
Gleich  wie  die  erlich  alten, 
und  wils  got  lassen  walten. 
Dem  sey  lob,  preis  nnd  eerl 

Anno  salntiB  1561,   am    21  tag  ApriÜB. 


6  8  ergiri. 


15^ 


^^^^^^^^^^v           ^^^^^^^1 

^^^^^^f      Die  gegchicht  s.  Barbara.                ^| 

^^^^^^H         In  Nicamedia,  der  stat,                                                 ^H 

^^^^^^H                                                                                                ^H 

^^^^^^H          Der  füerRt  eri  die  abgötter  da,                                   ^^H 

^^^^^^V      b  Het  ein  dochter  hies  Barbara,                                     ^H 

^^^^^r                Die  ein  IiattnlJche  Cnstin  was.                                    ^^M 

^^^^^H                 Ains  dages  ir  vater  ant-sas                                         ^H 

^^^^H                 Zw  Maxencio,  dem  kaiser,  raik;                                  ^H 

^^^^H                 Die  weil  die  crist-gelanbig:  matt                                 ^H 

^^^^^H            iD  Die  pild  der  abgötter  zerpracli.                                  ^^M 

^^^^^M                 ^^^  ^^^  i^  Tater  kam  und  sack                                  ^^M 

l^^^^H                 Seine  gatter  zerstöret  gar                                          ^H 

^^^^H                 Und  »ein  docht«r  ain  Cristin  war,                             ^H 

^^^^^1                 Wolt  ers  in  grimeii  zoren  rechen,                              ^^M 

^^^^^m            \f>  Zuckt  sein  seh  wert  und  wolt  sie  ei*steclien.                ^^M 

^^^^^B                 Da  gab  sie  auf  ein  perg  die  Unecht,                         ^^M 

^^^^H                 Ir  vater  sie  zw  doUen  snecht,                                   ^H 

^^^^H                Fand  sie,  znegs  herab  pey  dem  bar,                         ^H 

^^^^^H                 Übergab  sie  dem  richter  dar.                                     ^^M 

^^^^B            sti   Der  sie  mit  rueten  bawen  lies,                                  ^H 

^^^^H                 Irn  leib  mit  krelen  hart  zwries                                  ^H 

^^^^^1                 Und  lies  ir  auch  ir  prnest  abschneiden.                     ^^M 

^^^^^H                Das  tbet  sie  als  gednltig  leiden,                               ^^H 

^^^^^^1                 Lobt  gut,  der  ir  gab  sterck  mid  kraft,                     ^^M 

^^^^^m            '2<s   Und  plieb  in  dem  glauben  stanthaft.                          ^^M 

^^^^H                Darob  erzürnt  ir  vater  hart                                       ^H 

^^^^^H                 Und  sein  dochter  enthaupten  wart.                            ^H 

^^^^^^P                 An  dem  virden  tag  Decembris                                    ^^M 

^^^^H                 Sie  selklich  ir  leben  lis.                                            ^H 

^^^^H            nn   Irn  vater  das  hlmlisch  fener  verprent,                      ^H 

^^^^H                 Und  nam  ein  unseliges  ent.                                        ^H 

^^^^^r                         Anno  saltttifi  1561 ,    am  30  tag  May.                        ^^^| 

^^^^^^^-       J   Im  viersebnleD  ipruohbtiohe,   bL   204^                                                          ^^H 

Histori  sancti  Erasmi,  ein  pischoff  der  statt 
Campanie. 

[bl.  205]       Als  Erasmus,  ein  pischoff,  sas 

In  der  stat  Campania,  was 
6  Ein  heillig  cristenlicher  mon, 

Als  ein  streng  gepot  lies  ansgon 

Kaiser  Diodecianns, 

Zw  würgen  all  Cristen  zw  pns, 

Erasmns  ans  der  stat  entpfloch 
10  Und  in  ein  Öde  wiltnas  zoch. 

Darin  ain  rab  in  speisen  war, 

Darin  er  got  dient  siben  jar. 

Nach  dem  es  sich  pegeben  hat, 

Das  er  kam  wider  in  sein  stat 
16  Und  predigt  ans  cristlicher  lieb, 

Von  menschen  die  dewffel  austrieb 

Und  vil  yolcks  zn  dem  glauben  pracht. 

Der-halb  fangen  in  zw  nacht 

Der  kaiser  lies,  in  nach  vil  fragen 
20  Mit  pley  zainen  nnd  kolben  schlagen, 

Mit  haisem  schweffei  nnd  harcz  pegiesen. 

Das  laid  er  willig  an  vertriesen, 

Vom  engel  doch  frey  ledig  wart. 

Doch  widemmb  gefangen  hart 
S6  Vom  kaiser  Maximiano, 

Welicher  in  lies  seczen  do 

In  siedent  oll,  pech,  harcz  und  pley. 

Noch  veracht  er  die  abgotrey. 

Da  lies  er  in  anf  die  erd  pinden, 
30  Die  derm  anß  seinem  leib  im  winden, 

Darmit  sein  sei  vom  leib  abschied 

Und  lept  pey  got  ewig  im  fried. 

Anno  salntis  1561,  am  30  tag  May. 

1     Im    Tieraebiiten    spraobbuohe ,    bl.     204'    bü     205.  9    S    entplocb. 

26  S  MAXiniano. 


230 


Der  englisch  grnes. 

Den  aechBten  monat  ge&endet  hat 
Got  gen  Nasaretj  in  die  stat, 
Den  engel  Gabriel  alda 
[bl  205'J  b   Zw  der  rain  jnnckfraw  Maria, 

Und  sprach  vol  gnaden:   j^Sey  gegrüesett 
Der  harr  ist  mit  dir^  ubersiiesset, 
Dw  gebenedeite  untern  frawen." 
Als  Bie  den  engel  an  was  schawen, 

lü   Erachracks  ob  seiner  red  allein, 

Dacht:  was  fiir  ein  grnes  mag  das  sein? 
Er  sprach:,  Fnercbt  dir  nit,  Maria, 
Pey  got  hast  gnad  gefunden  ja. 
Dw  wirdest  schwanger  werden  nun 

16  Und  auch  geperen  ainen  snn. 
Des  nainea  solt  dw  Jesu8  nennen, 
Wirt  in  ain  snn  des  höchsten  erkennen, 
Got  der  here  wirt  im  anch  eben 
Den  Btuel  sein  vater  künig  David  geben, 

30   Wirt  ein  küng  sein  ubers  haaa  Jacob, 
On  ent  wirt  sein  kiiogreich  in  lob.* 
Maria  sprach:  „Wie  sols  zw-gen, 
Die-weil  ich  wais  von  kainem  mon?* 
Der  engel  sprach  :  „Der  lieillig  gaist 

26   Wirt  über  dich  knnien  aller-raaist. 
Was  von  dir  wirt  ^eporen  werden, 
Wirt  gottes  snn  genent.  auf  erden." 
Sie  sprach:   „Ich  pin  des  herren  magt. 
Mir  geschech,  wie  dw  hast  gesagt/ 

30   Der  engel  von  ir  schied,  zwhant 
Entpfing  sie  Cristum,  den  hailant. 

Anno  Balutifl  1561 ,  am  30  tag  Maj. 


1    Im  riertehnlen  »pritohbuQbe^  bL   206  bis   205'. 


taria  mit  Elisabet.    Lüce  I. 

Maria  stand  aaf  In  den  dagen, 

Ging  aufit  gepirg,  Lucas  thuet  sageo, 

Kam  in  dag  haus  Zachariatj 

Und  Ellsabet  griiesen  was. 

Als  den  gmes  hört  das  heilüg  weib, 

Uaepfet  das  kiiid  in  yrem  leib. 

Sie  wnert  des  heilling  gaistes  vol, 

Rueft  lawt:  ,Nuji  sey  gesegnet  wol 

10   unter  alln  weibem  in  ewikeit, 
Deins  leibs  frucht  sey  gebenedeit! 
Von  wan  knmbt  das  zu  mir  herein, 
Knmbt  die  müeter  des  herren  meiu  ? 
Sich,  da  ich  hört  dein  grues  so  lind, 
Huepfet  in  meinem  leib  das  kind. 
Selig  pist,  da»  dw  glaubst  anf  erden; 
Den  es  wirt  als  volendet  werden, 
Was  dir  vom  herrn  ist  £U-gesagt,' 
und  es  sprach  Maria,  die  magt: 
^Mein  sei  erhebt  den  hen^n  zu-hant. 
Mein  gaist  frewt  sich  In  dem  Laylant. 
Er  hat  mein  demnet  angesehen; 
Alle  kind  wern  mich  selig  jehen» 
Gros  ding  hat  er  an  mir  gethon: 
Sein  barmher^ikeit  wert  iuron, 
Die  bcdferting  zerstrewen  tbnet, 
Erfüll  die  hungrigen  mit  guet, 
Wie  er  hat  geret  Abraham 
Und  darzw  seinem  ganczeu  sam.*" 

30   Maria  plieb  da  drey  monat, 
Darnach  wider  haim-keret  hat 


Anno  salutia  1561 «  am  30  tag  May. 
m 
1    Im  vierzehnten  ipruehbucb«,  bl,  20^'  bli  200.      5  3  Bi«ftbet.      19  8  pr»oh. 


i 


232 


Der  traiiiu  Paridis. 

PariB  von  Troya,  des  künigs  aun, 
Iio  wald  Ida  het  jagen  thnn 
und  sich  zu  rw  geleget  het. 
Da  im  schlaf  im  erscheinen  thet 
Mercnrius,  der  gotter-pot, 
[bl.  206']      Gab  im  ain  apfel  von  golde  rot, 
Darzw  ain  richter-etab  mit  ßinen; 
Zw-hant  drey  g5tin  da  erschinen, 

10   Mueter-naekat,  schon  auserwelt; 
Und  spracii :  „Paris,  dw  ktiner  helt, 
Da  feil  ortaiJ  mit  &inen  frey, 
Welche  die  schönest  göttin  sey. 
Der-Belbn  den  gnelden  apfel  gieb!* 

)5   Paris  sprach :  ^Des  ich  mich  petrieb  ; 
EngliBch  gepilt  sind  sie  all  drey, 
Waiö  nicht,  welche  die  scheinest  sey,* 
JuDOj  die  gottin  der  reichtunib, 
Sprach:  „üiebst  mir  den  apfel  darurab, 

ao  Mach  ich  ans  dir  ain  künig  reiche 
Das  auf  erd  ist  nit  dein  geleicb.* 
Minerva,  gJJtin  der  Weisheit, 
Sprach:  „Geist  mir  den  apfel,  die  zeit 
Mach  Ich  aus  dir  den  weisten  mon, 

2ö   Der  alle  künst  auf  erden  kon/ 
Venus,  die  drit,  gottin  der  lieb, 
Spradi:  » Paris,  mir  den  apfel  gieb; 
Die  schönst  weibspild  wirl  dir  zu-gstelt,' 
Paris  der  lieb  wolnest  erweit 

30   Und  fraw  Venns  den  apfel  pot, 


1  Im  riorsehfitoD  «pruehbucbe,  bl.   206  bis  200'. 


288 

Pracht  sich  dadurch  in  angst  und  not, 

Weil  er  verachtet  diese  zeit 

Gewalt,  reichtomb  sambt  der  Weisheit, 

Die  im  yil  nüeczer  wem  gewessen. 

Weil  er  die  lieb  im  thet  aoslessen, 

Wart  sie  nrsach  als  angemachs. 

So  gschicht  noch  manchem,  spricht  Hans  Sadis. 

Anno  salatb  1561,  am  81  tag  May. 


235 

Za  dir  stund  all  mein  trawen. 
Weil  dw  pist  von  mir  hin 
Und  nymer-mer  knmest  zu  mir, 
So  hoff  ich  knrczer  stände, 
Ich  werd  faren  zn  dir. 


[bl.  147]       Da  wir  den  nngeschieden 
Leben  in  g^otes  reich, 
In  jaebel,  frewd  nnd  frieden, 
10  Dort  ymer,  ewicleich 
In  himelisch  ewiger  rw. 
Des  peger  ich  von  herczen, 
Dw  mein  hercz-ainigs  .v. 

Anno  ealutifl  1561,  am  1  tag  Juli. 


Im  thon:  Es  ist  das  hall  nns  knmeii  her. 

Ain  lobgesang«    Der  pfalczgreffin  zu  Amberg  wider-kunft, 

Lob  sey  got  in  dem  hoehsten  tron, 
Der  uns  icz  widerume 
6   Mit  frid  und  frewd  lest  aeheu  on 
Unser  cnrfiirstin  frume, 

Welche  von  uns  vor  kurczer  zeit 
Absclüed  mit  groser  lierrlikeit 
Sambt  Iren  edlen  fiiersten. 

10  2 

Die  uns  hat  ser  vil  guecsj  gethon 

Mit  herczlichena  erparmen: 

Wer  aie  in  notten  rneffet  ou, 

Den  reichen  eambt  den  anneu, 
i&       Welch  seither  seufzen  oft  nach  ir 

Mit  herzen-Bonlicher  peg:ir 

Und  clagen  ir  abecbaiden. 

3 
Doch  frewen  wir  uns  widern mb, 
[bL  148]  ao   Das  sie  aus  gottes  gnaden 

Ist  kuuien  ins  cuerfuerstenthumb 
Gen  Haitieiberg  an  schaden 
In  hohe  er  und  herlikeit. 
Got  woll  ir  darin  langte  zeit 
26  Fristen  ir  werdes  leben 


In  aller  wolfart  und  geuntheit 
Sambt  irem  edlen  füersten 

I    Im  «i3«hf«liDten  mitiatergefiLngbuohe ,    bL     147'  bii    148, 
S  K«;  Job.     S  ho8eb9t«D.  33   S  rod  vad. 


3   1 


■«jr  sot. 


237 

In  Btettem  Md  zu  aller  zeit, 
Nach  dem  sie  auch  ist  dfiersten, 
und  nach  irm  forstling  regiment 
In  geben  ain  seliges  ent 
6  Und  das  ewige  leben! 


Das  pitten  wir  an  nnterlas 
Mit  hercalichem  pegeren, 
Und  wir  hoffen  zu  got  anch,  das 
10  Er  ans  andi  werd  geweren 

Durch  Jesnm  Cristnm,  seinen  snn, 

Der  am  crewcz  für  ans  gnfing  hat  thfin. 

Nan  sprechet  alle  amen! 

Anno  salotis  1562,  am  14  tag  Marci. 
12  S  gOog. 


238 


Epitaphinm  Panlns  Kastners  anno  salntis   1562. 

Ist  das  nyt  ain  clegliehe  klag? 

Febroari  am  neünden  dag 

Gab  ich  mich  in  wassers-gfar  on  not, 
6  Darin  ich  verschied  mit  dem  dot. 

Das  last  euch  alln  ein  wamnng  sein; 

Hie  lieg  ich  in  dem  grabe  mein 

In  starcker  hoffnong,  got  wer  mir  geben 

Nach  der  nrstent  ain  ewig  leben 
10  Durch  Jesnm  Cristam,  den  hailand, 

In  dem  himlischen  Vaterland. 

Anno  salutis  1562,   am  28  tag  Marci. 
1   Im  vieriehnten  spniobbnobe,  bl.  213. 


Die  reimen  auf  das  gesclieiicket  drinckscliier  herr 

Wolff  Kern. 


Der  erber  herr  Walff  Kern 
Auf  der  kauflewt  pegern 

b  Er  sich  pemüeet  hat, 
Pey  ainem  erbem  rat 
Za  gaetem  qqcz  pedacbt, 
Die  Tuarck-glocken  aaf-pracbt: 
Pald  man  die  zewhet  on, 

10   Sol  maQ  vom  marck  abgon. 
Der  ramdern  zal  fiirwar 
In  dem  &J  jar 
Am  16  Aprilis 
Lewt  msDS  erstmala  gewis, 

16   Pleibt  noch  in  stettem  prawcli 
Zw  gueter  Ordnung  aucb, 
Der-gleicb  er  sich  peieist, 
Er  nod  fretm tschaft  peweist 
Der  seinen  nacbparßcbaft, 

ȟ   Miltreich  und  doegentbaft. 
Der-lialben  an  dem  ent 
Die  unterschrieben  sent, 
Thtint  im  zti  eren  scliencken, 
Im  pest'Cn  ir  zn  dencken, 

»5   Diß  drinckscbir,  wol  gezirt, 
{bK  129|       Darmit  im  anczaigt  wirt 
Ir  güenstiges  gemüet, 
PitteD,  er  wok  in  güet 
Anemen  von  in  allen 

so   Mit  herzllcbem  wolgefailen, 
Wünschen,  got  wo  11  im  gebn 
Nach  dem  ain  ewige  lehn. 

Anno  aalütis  1563«  am  6  tag  Aprillii. 
60 
1    loi  ■«Qht«hBt«ti  •praehbuehe,!^   bl.    128'  bi«    129. 


^            240^^^^^^^H 

1 

^^^^^^^^B      Die       löffel-reimeB. 

1 

^^^^^^^^^^ 

^M 

^^^^^^^H           leb,  leb,  tlme  alk  dier  regiern, 
^^^^^^^H           Mit  gwalt  tw  ich  thiranfftiern. 

1 

^^^^^^^^H                                        B&B 

^1 

^^^^^^^B           Icli,  cameltier,  trag  schwere  lest, 
^^^^^^^V            Gros  seck  mit  gelt  dünckt  micb  daa  pest. 

H 

^^^^^^H 

H 

^^^^^^^^^            leb,  birscb,  pin  rescb,  wen  man  micb  jagt, 
^^^^^H              i9   Aber  zw  streitten  gar  verzagt 

■ 

^^^^^H                  Ich  pin  ein  stolcz  hoffertig  pfert 
^^^^^H                  Mit  Worten,  werck  und  mit  geperdt. 

■ 

^^^^^P                                         Der  elepbant 

^^^Hp              10  Ich  pin  ein  starcker  elephant, 

^^^^  |bl.  309]      Doch  nngechickt  mit  hercz,  round  nnd  bant 

1 

^fc                                                    Der  walteseU 

^M 

^g^                           Ich,  wald-eael,  eteck  voller  neid; 
H                                  Get  68  aim  wol,  so  is  mir  leid. 

■ 

H                           ^                              Der  berr. 

^M 

H                                Ich,  beer»  pin  racbgirig  vol  zorn. 
^ä                               Thne  stet  gron,  greinen  und  ramom. 

I 

^^^^^L                                            Der   woltf. 

^H 

^^^^^B                  ich  pin  der  diiecki»ch  schleichen t  woltf, 
^^^^^P             95  Mit  rauh  nnd  diebstal  mich  peholf. 

■ 

^^^^^^        1   Idi  •«ohsBhDlen  spniobbaohe,  bl.  308'blf  300'.        IS  7  und  mit. 

8    TOd.l 

^^^^^^^H 

J 

Ach,  musica,  die  etile  kunst^ 

Mein  hercz  trueg  dir  lieb  und  gros  giienst, 

Erlidie  kun&st,  dir  pin  ich  holt» 

Nicha  Iierzltebers  ich  haben  woit; 

Recht  fre wd  des  herzen  kanstw  geben ^ 

Ein  znechtig  nnd  eliches  leben, 

Ym  herczen  ein  au  de  cht  ig  gmüet, 

Cristlich,  aufrichtig,  voller  guet, 

Helt  änderst  der  lest  den  verstaut, 

Hell  uns  füer  Cristum,  den  heilant. 

Anno  aalutis  1563,  am  18  tag  Juti* 
20 


t    liu  «««hiMhot«»  N|)rucb biloba,  bl,  309'. 


nam  Michael  Keczman. 

Keiii  got,  ich  sag  dir  danck  und  eerl 
In  meins  leibs  leben  dw  mich  seer 
Cristlich  gederaüetiget  hast, 
Herczlich  mit  schwacbeit  überlast, 
Am  leib  sciimerczlichen  haimgesuecbt, 
Erbalteii  doch  der  eele  fmcht 
Lebent.    Nun  pli  ich  mit  gedueldt, 
Ereftig  mach  micb  durch  gaistes-bneld ! 
£8  stet  dc^ch  als  in  deiner  band 
Teglich,  wie  es  Job  macht  pekand. 
Zal  alles  gneten  bat  got  geben 
Mir  und  wider  hingnnmen  eben 
Alhie  in  meines  lebens  zeit. 
16  Noch  sej  sein  nara  gebenedeit  1 


244 


Der  nam  Norimbergensis. 
Der  121  psalm. 

Nach  den  pergen  anf  heb  ich  schier, 

0  herr,  mein  awgen,  darfon  mir 
&  Recht  kämet  hilff  vom  herren  werd, 

Yn  dem,  der  macht  himel  nnd  erd. 

Mein  fnes  wirt  er  nit  glitschen  lassen, 

Bewart  mich  trewlich  aller-massen. 
[bl.  310']      Er  schlaffet  oder  schlamet  nicht, 

10  Recht  bschaeczt  und  bschirmt  er  dich  anfiricht, 

6ot  pehüet  dich,  der  war  hayland, 

Er  nberschat  dein  rechte  band; 

Nacht  und  aach  tag  er  dorch  sein  guet 

Stetigs  vor  üebel  dich  pehäet 
16  Yn  deim  eingang  und  ansgang  weit 

Seliclich  pis  in  ewikeit. 

Anno  salutis  1563,  am  13  tag  Juli. 
28. 


1   Im  seohsebnten  spruchboche,  bl.   310  bis  310'.     Vergl.  band   18,   s.   473 
nnd  dazu  s.   561. 


245 


Der  nam  Johann  Sachso,  darin  anzaigt  die  zall 
seiner  gedieht. 

Ich  hab  gleich  6000  gedieht 
On  drithalb  hnndert  zw-gerieht 
6  Heiliger  schrift,  cristlicher  leer, 
Aach  weltlich  sprüech  zu  znecht  and  eer, 
Nemlich  manch  fröliche  comedi, 
Nach-spiel  aad  manch  trawrig  tragedi, 
Schöne  gsprech  and  lobsprüech  der  thaegent, 
10  All  laster  gschent  za  1er  der  jaegent, 
Glar  YÜ  histori  and  parabel, 
Hernach  lecherlich  schwenck  and  fabel  — 
Solch  als  gpraehweis  and  maistergsanck. 
0  got,  dir  sey  lob,  eer  aad  danck! 

15  Anno  salatis  1563,  am  14  tag  Jali 

12 

1    Im  seehsehnten  spraehboehoy  bl.  310'.      Charles  Sehweitser,    Etüde   aar 
U   Vie  et   les  OSuTras  de  Hans  Sachs.     Nancy   1887.  8.  s.   453. 


246 


Ain  schwäiick:   Müiiich,  potior  und  lanezknecht. 
drey  hoamu  ains  duecli!:;. 

Vor  etlin^  jaren  sich  zii-trtieg, 

Das  man  nach  ainem  Düercken-zneg 
&   In  dem  winter  der  lanczknecht  hauffeo 

Im  Ungerland  lies  widerlawffen 

Her-auflfer  in  das  deutsche  land, 

Mancher  het  weder  gelt,  noch  pfand» 

Wie  es  den  ist  der  lanczknecht  sit, 
10   Weil  sie  haben  so  sparens  nit. 

Den  milessens  lauften  auf  der  gart, 

Übel  essen  nnd  liegen  hart. 

Ans  den  ein  lanczknecht  gen  Passaw  kam 

An  dem  rossen-suntag  mit  nani 
u  In  ein  münch-kloäter  morgens  frw. 

Der  sacb,  wie  aldag  gingen  zw 

Der  peicht,  die  jnugen  und  die  alten. 

Da  dacht  er:     Nnn  tnties  sein  got  walten! 

Nun  wil  ich  anch  dem  münich  peichten 
ao   Und  mein  hercz  von  sünden  er  leichten, 
[bL  335]       Die  rewen  ser  von  herczen  mich, 

Und  die  ainig  säend  sünderlich, 

Das  ich  hinab-zog  in  den  krieg, 

Maint,  zu  erlangen  er  und  sieg 
25   Und  nberflnessig  reiche  pewt 

Wie  mich  verdröaten  die  kriegs-ambt-lewt, 

Da  heftig,  mechtig  reich  zn  wern, 

Verlies  zw  Nürnberg  meinen  hern, 

Pey  dem  ich  doch  guet  leben  het 


1    Itu  leobEchuten    ipruofabuohe  ^    bL     334'    bb  336'. 
godruekt.  35  B  roioh. 


Ali    335     »Qtiir»ii% 


247 

Fein  ordenlieh  za  disch  und  pet. 
Das  sich  im  krieg  vil  änderst  fand; 
Wan  ich  pring  ans  dem  üngerland 
Zw  pewt  nichs,  den  ein  elent  hawt, 

6  Darob  mir  warlich  selber  grawt, 
Darob  ain  daicken  ffir  ain  rock, 
Darin  der  lews  wol  anf  drey  schock. 
Mit  den  gedancken  hin  and  wider 
Kniet  er  auch  for  dem  müenich  nider 

10   Und  peichtet  im  mit  werten  her, 
Wie  er  ain  armer  lanczknecht  wer 
Und  künt  kains  krieges  mer  erwartten, 
Dmmb  Ineff  er  im  lant  nmb  zn  garten; 
Und  wo  er  zw  aim  dorff  einzneg, 

16   Den  pawren  er  die  hüener  schlneg; 
Wen  er  kem  für  des  panren  hans, 
Not  er  crenczer  nnd  ayer  raws; 
Fiel  anch  die  lewt  an  anf  der  strasen, 
Ein  ritter-zemng  im  zu  lassen; 

M  Pat  sich  zn  absolviren  den, 

Des  kriegs  wolt  er  fort  müessig  gen. 
bl.  335' J      Da  sprach  der  münich  tmcziclich: 
,Ich  kan  nicht  absolviren  dich, 
Weil  dw  nnr  zn  schaden  nnd  schant 

26  Umblawffest  in  dem  ganczen  lant 
Und  den  lewten  das  ir  abfrist. 
Darnmb  dw  gwis  des  dewifels  pist. 
Thw  dich  anf,  ertrich,  nnd  verschlick 
Den  lanczknecht  nnd  gen  hei  in  schick!'* 

30  Der  lanczknecht  sprach  zu  seinr  arskerben : 
,Thae  dich  anf  nnd  versclilick  den  herben 
Münich,  der  mich  dem  dewffel  geit!^ 
Und  fuer  gleich  auf  und  drat  peseit, 
Sach  wie  ain  petel-man  kniet  dar, 

36  Der  anch  dem  münich  peichten  war, 
Wie  er  petlet  mit  offner  hant 
In  den  stetten  nnd  anf  dem  lant, 
Stelt  sich  vil  ermer,  den  er  wer, 
Sam  het  er  vil  der  kranckheit  schwer, 

40  Und  wie  er  auch  pey  seinen  tagen 
Was  nit  wolt  gen,  mit  im  het  tragen, 


^^^v                           ^^^^1 

H          Auch  vil  pewtel  geschniten  ab                            ^^^^| 

H          Und  auch  mit  seinem  pilgram-Btab                            ^^M 

H          Heimgesucht  vil  lieilliger  stet,                                    ^^ 

V           Der  ev  doch  kaine  gsehen  het.                                           1 

a   Der  miinieh  sprach:  ^Heb  dich  hinaus!                           1 

Ich  kan  dich  auch  nit  richten  aus;                           ^J 

Dw  friät  das  flaiBch  und  pluet  der  armen,               ^H 

Petrew^st  all,  die  sich  dein  erparmeu.                      ^^M 

DroU  dieh  an  galgen  znmb  lanczkuecht!                   ^^M 

10  Ir  geit  paid  dem  dewtfel  gancz  recht;                       ^^M 

^[bl. 

336]       Wan  ir  dreipt  paide  petlers-Ieben;                            ^^H 

Garten  ist  gleich  dem  petleii  eben/                           ^^M 

Der  miinieh  redet  diese  wort                                     ^^M 

So  gar  lawtrays&ig  au  dem  ort.                                 ^^M 

n  Die  hört  der  lanczknecijt  alle  glat,                            ^H 

Und  wider  zn  dem  münich  drat,                                ^^| 

Sprach:  „Münich,  uns  zum  dewffel  dreibst;               ^^M 

Mit  eren  dw  wol  pey  uns  pleibst;                             ^H 

Las  dir  dein  wappen  auch  vistrn!                             ^^M 

1«   Wen  dw  im  lant  fhuest  thermanim,                          ^^H 

Tbuest  die  alten  pewrin  petriegen,                            ^^M 

Das  gelt  in  ans  dem  pewtel  liegen,                           ^^M 

Dich  in  gancz  gieysneri&cL  peweist,                          ^^M 

Sani  dw  der  aller-heiHgBt  seist,                                 ^^M 

25   Und  saust  auch  samelst  nberans                                ^^M 

Zn  deinem  kloster  und  goczhauB                               ^^M 

Und  verhallt  anch  das  ewig  leben                           ^^M 

Den,  so  dJr  in  dein  kloster  geben,                            ^^M 

Darmit  dw  die  einfeltiug  reichen                              ^^M 

80  Thuest  durch  dein  schniaichlerey  erschleichen,        ^^| 

Darmit  Btch  oft  in  grünt  verterben,                         ^^M 

Das  zu  armuet  kumen  ir  erben.                                 ^^H 

Sag  nnn,  was  uuderschaides  sey!                            ^^| 

Sint  wir  utcht  petler  alle  drey?                               "^^^ 

35   Mein  petlerey  da»  nenn  icii  garten  ;                          ^^M 

Der  petler  thnet  seins  pettels  warten;                     ^^M 

Res  samein  dw  dein  petel  neust                                ^^M 

Un  auder  Inegen  und  gespenst,                                  ^^M 

Darmit  dw  fuellest  über  tag                                    ^^M 

30  8  aeiü.                                                                                                             ^^M 

249 

Dein  kasteD,  der  kain  poden  hat. 
[bl.  336']      Würff  man  din  kaisers  schacz  hinein, 
Noch  klagest  dw  die  armnet  dein. 
Der-halben  dw  in  dieser  trist 

6  Wol  der  alier-gröst  petler  pist. 
Dein  pettel  dreibst  im  nberflaes, 
Die  armnet  nns  zwen  notten  maes, 
Das  wir  nnserm  petel  nach-gon 
Sambt  groser  fawlkeit,  die  wir  hon, 

10  Der  dw  anch  im  kloster  gewonst. 
Darpey  dw  wol  erkenen  konst, 
Das  wir  drey  hossen  sind  ains  dnchs. 
Dammb  dnr£f  wir  zwen  nit  deins  fluechs. 
Dw  mnst  anch  gen  hei  mit  nns  fam, 

15  Die-weil  wir  sind  dreyerley  gam, 
Gespnnen  doch  ans  ainem  flachs 
Mit  petlelwerck."    So  spricht  Hans  Sachs. 

Anno  salaÜB  1563,  am  7  tag  Angosti. 
124 


250 


Ucr  beschliies  in  diß  IG  pnecli  der  spruech,  darin 
aiit^eczaigt  wird  die  snnia  al   meiBer  gedtclit  auf  diese  zeit 

Es  sa^et  uns  das  4  capitel 

Im  triten  künig-puech  au  raitd, 
ö   Wie  künig  Salomo  Iq  seiin  leben 

Got  lat  ser  grose  Weisheit  geben 

Füer  alle  iirenBcben  hie  auf  erden, 

Das  Seins  gleichen  det  kainer  werden 

Mit  aineoi  m  hochen  ve  rata  ad 
10   An  zal  gleich  wie  des  meres  aaitd, 

Das  sein  weislieit  vil  groser  war, 

Den  sunst  der  ganczen  menschen  schar. 

So  woneten  in  Orient, 

Sein  Weisheit  groser  wart  erkent, 
16   Den  der  weissen  philosophy 

Und  alier  weisen  Egipti. 
[bl  448J       Aach  war  sein  Weisheit  vil  pericbter, 

Den  aller  poeten  nnd  dichter, 

Den  der  Esrahiler  Etban, 
so   Cakhal,  Darda  und  ancb  Homan  ,  , 

Für  die  alle  war  er  gerüempt, 

Sein  lob  der  Weisheit  hoch  gepliierapt. 

Drey-dansent  sprüech  hat  er  gedieht 

Und  auf  das  künstlichst  jeii-gericlit. 
ji*  Auch  seiner  gsan^^lleder  ^a-nial 

Der  waren  dawsent  au  der  zal 

Und  füenffe^  so  er  bat  gestelt 

In  sein  gedichten  bat  er  erzelt 

Vil  schöner  gleicbnns  and  figw 


1  Ito  »»obtebfiteii  tprootibuohe^  bl.  447'  Mi  44^.         2  S  w«rd«D, 


251 

Schir  von  art  aller  creatar. 

Von  den  ret  er  artlich  mit  ktierczen, 

Von  paamen,  plamen,  krewtem  und  wüerczen, 

Von  dem  zeder  in  Libanon 
6  Pis  an  den  ysopp,  welches  schon 

Wechset  heranser  ans  der  want. 

Der-gleich  rett  er  von  aller  hant 

Wilden  thieren,  fiech,  fogel  nnd  wüermen, 

Der-gleichen  von  mancherley  föermen 
10  Der  wnnderparlichen  merwnnder, 

Von  allerley  fischen  pesnnder 

Hat  er  gemacht  manch  schön  gedieht 

und  irer  natnr  nntericht. 

Derhalb  ans  allen  ktinigrelchen 
16  Und  ans  allen  yolckem  der-gleichen 

Kam  ser  vil  volckes  zn  der  zeit, 

Zw  hören  die  hohen  Weisheit 
bl.  448']      Eüng  Salomonis  mit  pegirt, 

Die-weil  Israel  regirt. 

so  Der  besehlnes. 

Ans  solchem  pmnen  der  Weisheit 

Ist  diesem  dichter  seiner  zeit 

Anch  gar  ain  klaines  dropflein  worn, 

Von  gottes  gnaden  auserkom: 
26  In  seinr  jugent  fing  zu  dichten  on, 

Doch  als  ein  ungelerter  mon, 

Trieb  das  49  jar  lang. 

Erstlich  dicht  er  maister-gesang, 

Der  waren  vierdawsent-zway-hundert 
so  Fünff-nnd-sibenzig  ausgesundert, 

Gaistlich  nnd  weltlich  mancher  art. 

Solch  gsang  von  im  geschrieben  wart 

In  sechzehen  püecher  eingschlossen. 

Darzw  dicht  er  auch  unferdrossen 
35  Zway-hundert-und  auch  10  comedi, 

Fasnacht-spiel  und  trawrg  dragedi, 

Der-gleich  vil  lobspruech  von  der  tnegent 

Zu  anraiczung  pluender  jugent, 

Erlicher  tuegent  nach-zu-trachten 
40  Und  die  schentling  laster  verachten. 


252 


Ans  deD  weiBen  piiiloaophi 
und  erlewchteix  poeten  liy 
Hat  er  das  gepracht  hq  den  tag 
Und  nach  der  histori-sclireiber-sag 

r.   Spruch  weis  mauch  selzame  hietori, 
Darin  gegeben  rumb  und  glori 
Den  frnmen,  gerecht-,  tugentbaft-, 
Und  die  lasterparen  gestraft. 
Aucb  mancherley  fabel  ued  sclxwenck, 

la  Karczweillig*  und  listige  reuck, 
[bl  449]       Doch  nit  zw  grob  und  tinferschembt, 
Darob  man  freud  und  kurczweil  nembt 
Und  doch  das  giiet  darpey  verate 
Und  alles  argen  rauesig-ge. 

16   Und  aller  gediclit  nmb  und  um 
Der  sind  in  suma  suroarnm 
FunfTdauseut  und  darzu  achthundert 
Und  darzu  siebe u  stüeck  ausgesundert. 
Die  sint  auf  dieBeii  tag  noch  plieben 

80  In  dreissig  puechern  eingeschrieben. 
Mit  dem  spruech  hat  er  unferdrosen 
Sein  secbzehent  spruech-puech  peschlosen 
Und  hoft  von  herczen,  sin  und  muet^ 
Sein  gedieht  wem  zu  ntiecz  und  guet 

25   Noch  kumen  alter  sarabt  der  juegent, 
Kach^zu-trachten  löblicher  tuegent, 
Und  aUer  laster  müesig-gon. 
Wen  solche  frnecht  kumet  darfou, 
Des  würt  er  sich  von  herzen  frewn, 

»0  Kein  miie  noch  arbeit  soll  in  rewu. 
Lob  sey  got,  der  im  in  aeim  leben 
Solch  holje  gäbe  hat  gegeben  ! 
Und  das  dardurch  griten,  plue  und  wachs 
Die  gottes-er,  das  wünscht  Haus  Sachs. 


fl6      Anno  salntiii  1563,  am  19  tag  NovembriB. 
100 

Got  iey  ewig  lob, 

1 7   S  e«Qbiihundert   Vnd    daraii    swülff.       Darauf    hat   Had»  Saoh»    gelQdtrt  ^ 
uhthufidert    und   d^rtu  sioben  and   »d  di«  solle  goechrisboii   &80  7. 


258 


Ain  schöner  perck-rayen  you  Sumer  und  Winter. 

An  sant  Michahels  tage 
Drat  in  mein  snmer-hans 
Det  grim  Winter  mit  klage, 
6  Wolt  darin  dreiben  ans 
Den  wuniclichen  Snmer 
Mit  kaltem  reiif  nnd  schnee 
Und  schray:  „Weich  mir,  dw  thumer, 
Pald  ans  dem  garten  gee!" 

10  2 

Der  Snmer  sprach:  „Dw  alter, 
Solt  ich  dir  weichen  nnr, 
Dw  grawsam-grimig  kalter 
Feint  aller  creatnr? 
15  Dw  verderbst  nnd  verherest 
All  edel  frnecht  gemein, 
Anfreczest  nnd  verzerest. 
Was  ich  hab  tragen  ein.* 


20  Der  Winter  sprach;  »0  Sumer, 

Ich  pin  als  gnet  als  dw; 

Dw  steckest  voler  kumer. 
[bl.  151']      Mit  meiner  kelt  die  erden 

Mach  ich  Ineck  nnd  geschlacht, 
26  Das  sie  mus  frnchtpar  werden, 

Snnst  wnrd  kain  frucht  auf-pracht." 

1  Im  NMhsehnUn  meistergesnngbuohe,  bl.  151  bis  153.  Vergl.  das  gespreoh 
iwi0ah«n  dem  Somer  and  dem  Winter  band  4,  s.  255  bis  262  und  dazu  band 
Jl,   406. 


^^^^H^          ^^^^^^1 

^                 ^^^^^^1 

^B        Der  Btimer  gpracli:  „Auf  erden                     ^^| 

^m        Manch  edle  creatar                                         ^^H 

^1         Dnrcli  micli  erzewget  werden,                       ^^| 

5   Vogel  nnd  dierlein  puer,                                ^^H 

Welche  dw,  Winter,  dötest,                           ^H 

Mit  deim  frost  grimtclich,                               ^^H 

Ir  vil  int  erden  nötest,                                    ^^M 

Drin  sie  verkriechen  Bich,**                              ^^| 

^H 

Der  Winter  sprach:  „Geperen                        ^^M 

Thiiest  nnzifferg  ge»chwüerm,                          ^^^B 

Die  iech  und  lewt  pe^hweren,                     ^^H 

Auch  vil  giftiger  wüerm,                                 ^^H 

m  Kröten,  edechs  und  schlangen,                        ^^^f 

Die  ich  alle  vertreib                                       ^^B 

Und  nem  me  all  gefangen.                             ^^| 

Das  lob  ich  mk  zw-scbreib.**                         ^^| 

^1 

90  Der  Sumer  sprach:  ,Dis  wddir                    ^H 

Zier  ich  mit  laub  und  gras,                           ^^H 

Mach  frnchtpar  ^ie  pawfetder,                        ^^M 

Erfrew  idennan  pas.                                         ^^H 

In  dir  hört  man  wolf  hewlen,                        ^^M 

^   Erfrörest  wnn  nnd  waid,                                 ^^| 

Mit  hnnger  fiech  nnd  lewt  mewien,                ^^^ 

Pringst  nichB  den  herzen-laid.*'                     ^^M 

Der  Winter  sprach  gar  gögel:                      ^^M 

30   f,Ich  pring  manch  gnete  kost»                         ^^H 

^^H 

152]       In  mir  fecht  man  die  f^gel,                            ^^M 

Ich  pring  den  süesen  most«                            ^^H 

Gens  nnd  faist  schweine-praten                       ^^H 

Mest  ich,  Winter,  dai*2W,                                ^^^H 

35  Ich  pin  nit  so  ojigbraten»                              ^^M 

Sunder  nüeczer  wen  dw.**                              ^^M 

255 


8 


Der  Snmer  sprach:  ,Spaciren 
Faren,  korczweil  nnd  schercz. 
In  die  gerten  refiren, 
6  Erfrew  manch  mneter-hercz 
Mit  schiesen,  lawffen,  ringen, 
Wilpad-rayen  und  -dencz 
Thaet  man  in  mir  verpringen, 
Gib  schmeckent  rosen-krencz.'^ 

10  9 

Der  Winter  sprach:  «Hoffiren 
Dat  man  im  winter  vil, 
Auch  stechen  nnd  thurniren, 
Anch  lastig  fasnacht-spiel 
16  und  aaf  dem  schütten  faren, 
Hochzeit,  vil  gasterey 
Und  fasnacht  wie  vor  jaren 
Pringt  korczweil  aller-ley." 

10 

20  Der  Snmer  sprach:  ,Ser  grewlich 
Verfrörst  prünnlein  und  see, 
Fiech  und  lewt  pist  abschewlich 
Mit  deim  reiff,  eis  und  schnee. 
Thuest  weg  und  stras  verfeien, 

2ft   Erfrörst  paum,  draid  und  wein, 
Homer-mülwerck  thest  stelen, 
Anch  die  schiffart  am  Kein/ 

11 

Der  Winter  sprach:  „Dein  hieze 
30  Pringt  schwer  fawlkeit  mit  ir, 
[bl.  152']      Phrawbst  die  lewt  sin  und  wicze, 
Machst  saner  millch  und  pier. 
Verdorrest  wun  und  waide, 
Machst  stinckent  flaisch  und  fisch, 
S6  Verseichst  der  weit  zu  laide 
Manch  kueles  prünlein  frisch/ 


256 


12 


Der  Sumer  sprach  :  ^Dein  ende 
Prißgl  pir^-schneleneu  vil. 
Dein  eispruech  gar  eilende 
e   Ertrencken  voicks  an  ziK 

Auch  thund  mechtig  gros  schaden 
Dein  isrewlich  wasser-gües. 
Ich  handel  nur  mit  gnaden. 
Der  well  ein  moeter  sües.* 

10  13 

Der  Winter  sprach:  „Die  dencken, 

Vil  grewlicher  pistwj 
Dein  wolkenprnech  erdrencken 
Land  nnde  lewt  darzw; 
ih   An  eil  dein  doner  nnd  pli  essen 
Manch  gepew  verwüestn  thon, 
So  es  darein  ihnet  sehnaiczen, 
Zündst  auch  die  weider  on. 

14 

10  Derbalb  räum  mir  den  garten 
Und  las  mich  dretten  eini 
Thw  auf  den  Mayen  warten. 
Den  drit  wider  herein!** 
Zn-hant  von  reiff  und  winden 

26   Wnn  lauh  nnd  gras  gancz  fal, 
Der  Sumer  thet  vei^schwinden, 
Lies  ain  cleglichen  bal 

15 

Also  got  alle  zeite 
fhL  153]  ao   Auf  erd  verornen  tbnet 

Dnrcb  sein  gotlicb  weisheite 
Dem  menschen  als  zw  guet, 
Das  wir  auf  erden  leben, 
Mit  speis  und  tranck  uns  ner, 
36  Des  sol  w*ir  got  Mn-geben 

Lob,  danck,  preis,  rumb  und  eer. 

Anno  fialutiB  15&5,  am  21  tag  May. 


18  r  weldor.     S  wolde. 


a&  ?  Dei,     S   UM, 


257 


Ain  hochzeit-lied 
im  thon:  Ich  traw  keim  alten  stechzeug  mer. 

Ich  wünsch  dem  prewtkam  und  der  prawt, 

Elich  vertrawt, 
5  Gelneck  nnd  hall! 

In  znecht  nnd  eren  anf-er-pawt 

Ir  thnegent  schawt 

Anf  paidem  dail! 
Erber  anfrecht, 
10  Von  gnetem  gschlecht 

Und  lobling  stam 

Ir  nrspmng  kam 

Mit  gedechtnns-wirdigem  nam. 


16  Got  geb,  das  sich  ir  lieb  nnd  trew 
Deglich  vemew 
In  dem  estant, 

Das  sich  ains  mit  dem  andren  frew 
On  all  nacUrew! 
[bl.    154']  20       Und  gottes  haut 
Geb  in  alzeit 
Sterck  nnd  gsnntheit, 
Halt  in  in  hnet 
Leib,  er  nnd  gnet, 
S6  Das  kein  nnrat  sie  reitten  duet. 


Anch  gottes  sogen  da  einker, 
Ir  gschlecht  sich  mer 

« 

1   Im  seohiehnten  epruohbnohe,  bl.  154  bis   154'.         28  S  sohlecht. 
Haas  SMhs.     XXIII.  17 


258 

Dnrch  leibes-fniecht. 
Die  sie  zihen  dnrcti  cristlich  1er 
Zu  gottes  er, 
Tnegent  nnd  znecht. 
6       Das  ir  stam  schlecht, 
Fmmb  und  anfrecht 
Leb  hie  in  zeit 
Und  zn-pereit. 
Zu  leben  dort  in  ewikeit. 

Anno  salutis  1565,  am  25  tag  Augusti. 
m 
b  8  lehleiobt. 


259 


Ain  puelied  ainer  erlichen  tagenthaften  jnnck- 
frawen  mit  irem  nameD. 

Ich  wünsch  ein  new  gnet  selig  jar 
Ans  meines  herzen  grnnde 
5  Der  thnegenthaften  jnnckfraw  dar, 
Der  schön  mir  hat  verwunde 

Mein  senent  hercz 
Mit  liebe-schmercz, 
Das  ieit  gar  angesande. 
[bl.   155]  10  Un  me  verzer  ich  nacht  nnd  tag 
Mit  senlichem  verlangen, 
Das  ich  der  holtseligen  clag, 
Die  mein  hercz  hat  nmbfangen. 


16  Liebliches  lieb,  erparm  dich  mein, 

Wan  ich  peger  nit  mere. 

Den  liebe  mich,  herzlieb,  allein 

In  trewen,  zaecht  nnd  ere. 
In  trewem  dinst 
so  Mich  alzeit  finst, 

Dammb  dich  zn  mir  kere! 

In  höchster  trew  darch  all  dein  güet 

Thw  ainen  trost  mir  geben, 

So  Wirt  erfrewt  mein  hercz  und  gmüet, 
16  Deinr  hoffnung  thw  ich  leben. 


Ach,  wie  mocht  ich  frewdreicher  sein, 
Den  so  ich  künd  erlangen 

« 

1    Im  aeehsebnien  meistergesangbaobe,  bl.    164'  bis    165^  13  S  harcz. 

17* 


261 


Ain  hochzeitlied  anf  des  Mueffels  dochter  hochzeit 

mit  5  stimeD. 

Ich  wünsch  dem  prentkam  und  der  prawt, 
Euch  vertrawt, 
6  Von  got  gelüeck  nnd  alles  hail. 


Bartel  Bomer,  des  prentgams  nam, 

Von  gnetem  stam 

Und  erbern  gschlecht  auf  seinem  thail. 


10 


Anna  Mnfflin,  die  junckfraw  zart, 

Hofflicher  art, 

Anch  von  gnet  erbern  gschlecht  und  stam. 


16  Den  wol  got  durch  sein  mute  hant 
In  dem  estant 
(Buntheit  nnd  wolfart  paidesam. 


Das  sich  pey  in  gschlecht,  guet  und  er 
20  Geluecklich  mer. 

Das  wünsch  wir  in  in  gottes  nam. 

[bl.   156]  Anno  salutis  1566,  am  20  tag  Januari. 

I    Im  teobzehnten  meistergeiangbiiobe)  b1.   155'.  13  S  erben. 


262 


Ain  puelied  mit  verkerten  namen, 

Ste  auf  liercz,  mnet  and  sine, 
Uilff  loben  gar  suptil 
Meins  herzen  kaiserine, 
6  Mit  gsang  and  saittenspil, 

2 

Nach  der  sich  sent  all  stunde 
Mein  sei,  gemüet  and  hercz, 
Welches  sie  hat  verwunde 
10  Mit  haiser  liebe  schmercz. 


Ach,  Cupito  hat  droffen 
Mein  hercz  mit  scharpfFem  stral. 
Doch  dw  ich  trostlich  hoffen 
15  In  schmerczen  und  truebsal, 


Herczlieb,  zw  dir  allaine, 
Dw  werdest  trösten  mich, 
Weil  ichs  in  trewen  maine, 
In  eren  zaechticlich. 


Ach,  thae  dein  hercz  auf-schliesen 
Gen  mir  in  zuecht  und  er, 
Deiner  lieb  zu  geniesen 
26  Ye  lenger  und  ie  mer. 

1   Im  seohiehntoo  meistergesangbaohe,  b1.   156  bis   150'. 


263 

6 

Nichs  frewdreiches  auf  erden 
Kund  meinem  herzen  sein, 
Den  808  in  lieb  moclit  werden 
Der  ainig  diener  dein. 


Ainig  allain  anf  trawen 
Hat  dich  mein  herz  erweit 
Ffir  all  ander  janckfrawen, 
10  In  lieb  zn  dir  geselt. 

[bl.  156']  8 

Ich  hoff,  wer8t  nit  verschmehen 
Mein  trew  diensthaft  gemüet, 
Mit  gnaden  mich  ansehen 
16  Dnrch  dein  jnnckfrewlich  gäet. 

9 

Liebhaben  mich  in  trewen 
In  masen,  wie  ich  dich, 
Unsr  paide  zn  erfrewen 
so  In  der  lieb  suesiclich. 

10 

Venus,  gottin  der  liebe, 
Ain  glueckseling  anfang 
Zu  nnser  lieb  ans  giebe, 
26  Das  sie  wer  ewig  lang. 

11 

In  trewen,  zuecht  nnd  eren 
Sey  dir  dis  lied  gemacht, 
Das  sich  die  lieb  thw  meren 
80   Zw  dawsent  gueter  nacht. 

Anno  salutis  1566,  am  3  tag  Aprilis 

Jalisna,    Hans  ergeben   die  anfangsbuchstaben  der  atrophen  rück- 
wärts gelesen. 


264 


Lobspniech  der  statt  München  in  Payern. 

MünclieD,  die  stat  im  Bayerland 

Am  fluß  der  Yger  weit  bekand, 

Hat  erstlich  iren  Ursprung  färwar, 
t  Als  man  zeit  nenn-hundert  jar 

Und  zwey-iind-seclitzig  nach  Cliristi  geburt: 

Von  hertzog  Heinricb  anfeng^lich  ward 

Gebaut  ein  pnick  ubert  Yser  dar. 

Als  Otto  der  erst  keiser  war, 
ui   Darzn  bawt  er  ein  stetlein  klein, 

Da  solt  fort  die  landstraßen  sein. 

Des  sich  beschwert  bischolf  Albrecht, 

Verklagt  den  bisclioflf  zu  Frey  sing  schlecht 

Bey  keiser  Otto  dieser  ding, 
ib   Weil  im  so  viel  drob  ab-gieng 

An  seinen  zöln  nnd  freiheit. 

Da  schaffet  der  keiser  zu  der  zeit, 
'  Das  man  fortbin  solt  die  landstraßen 

Nach  alter  gwonbeit  bleiben  lassen. 
20   Als  aber  hertzog  Heinrich  starb^ 

Sein  son  Ernst  das  hertzogthum  erwarb, 

Der  bey  dem  keiser  erworben  hat, 

Aoß  dem  stetlein  zn  machen  ein  stat. 


1  Im  itabsehot^n  (vorlorenon)  «pruohbuoh«,  bl.  28S.  ^nzeldritok  im 
bAjeriichen  natioDiiluiuseutn  In  MUttobon ;  dnrtiaob  tuerH  verOffotit liebt  tod 
Karl  TrBOtaiitDD  im  jabrbnob  fUr  MüD^beoer  ge««bichte  1891.  III,  «.  419  bb 
431.     met  ift  hier  rorltig«  (E)  2  K  der.  3.  8  E  Yf«r. 


265 

Das  verwilligt  der  keiser  eben, 

Doch  gen  Freysing  etlich  gelt  zn  geben. 

Mit  solch  keiserlicber  freyheit 

Hat  die  stat  Mönchen  vor  zeit 
6  Von  hertzog  Ernst  anfang  genommen 

und  ist  zn  solchem  anffhemmen  kommen 

Von  tag  zn  tage  immerdar. 

Als  man  tansent-zwey-hondert  jar 

und  siebentzig  jar  gezelt  hat, 
19  Theilt  in  zwo  pfahr  die  herliche  stat 

Bischoff  Conrad  zu  Freysing  weit. 

Nach  dem  zu  hertzog  Ludwigs  zeit, 

Welcher  römischer  keiser  war, 

Der  hat  die  stat  erweitert  gar, 
16  Hat  die  vorstat  und  vil  gebew 

Eingefangen  mit  der  statmawer  new, 

Barfhser  und  Augustiner 

In  der  stat  bawet  beide  clöster. 

Dieser  keiser  begraben  war 
so  Vor  unser  frawen  chor-altar, 

Wie  das  sein  keiserliche  krön 

Sampt  seinem  titel  zeiget  an. 

So  ist  stat  München  obgenand 

Die  namhafftigst  im  Bayerland, 
25  Darinn  die  burgerschafft  an  wandel 

Den  meisten  theil  treibt  kauffmanns-handel. 

In  der  gemein  find  man  noch  beut 

Scharff  künstner,  handwercker  und  werckleat. 

Darinn  sind  auch  herlich  und  weit  gassen 
50  Und  schöne  heuser  ubermassen, 

Die  gotsheuser  wol  geziert  und  gros 

Und  auch  ein  wolgebawtes  schloß, 

Darinn  ein  fürstlicher  hoff  weit, 

Ein  löwen-garten,  zu-bereit 
3A  Mit  thürnitz,  sälen  und  cantzeley, 

Mit  kamem,  kelern,  g weihen  frey, 

Lustig,  artlich  mit  allen  gemachen. 

Was  man  darff  zu  fürstlichen  Sachen. 

Da  jetzt  im  Bayerlande  weit 
40  Regierender  fürst  ist  unser  zeit 

34  ?  bereit.     B  breit. 


266 

Der  darchleuchtig  hertzog  Albrecht 
Mit  seinem  adel,  from  and  grectit, 
Da  im  land  alle  straß  gemein 
Werden  gehalten  sanber  nnd  rein. 
5  Das  dem  forsten  grän,  plöe  and  wachs 
Sein  fürstlich  lob,  wünscht  Hanns  Sachs. 
« 

Der  einieldruok    hat   das   datum  1571.      Haiui  Sachs  hat   mit  dieiem  lob- 
Spruche  sein  siebsehntes  sprnohbach  am  11  September  1505  abgesehlouen. 


267 


Ain  schöne  fabel. 

Hesiodas,  der  alt  poet, 

Ain  fabel  uns  peschreiben  tliet, 

In  krichiscber  spracb,  vor  vil  jaren, 
5  Wie  drey  kunstreicber  gotter  waren, 

Der  ider  ain  werck  machen  wolt, 

Das  gar  kain  dadel  haben  solt. 

Pallas  die  erst  machet  ein  haus 

Künstlich  und  artlich  neber-ans. 
10  Neptonos  aber  macht  ain  pferdt. 

Der  ander  got,  hoch  lobes  wert. 

Vnlcanns,  der  drit  got,  der  macht 

Aber  ain  menschen,  hoch  geacht. 

Als  nnn  die  drey  goter  zu  ent 
16  Ain  ider  het  sein  werck  volent, 

Da  prangt  ider  mit  seim  werck  fest, 

Als  ob  es  wer  das  schönst  and  pest, 

Und  der  andren  zway  werck  veracht; 

Des  wnrdens  zn  unfrid  nngschlacht. 
20  Zw-leczt  sie  entlich  dahin  kamen, 

Das  sie  zu  einem  richter  namen 

Momos,  ain  got  listiger  sin, 

Der  solt  ain  urteil  sprechen  in, 

Eainem  zu  lieb  oder  zw  leit, 
[bl.  38]    26  Sunder  nach  der  gerechtikeit: 

Welches  werck  ainen  dadel  het, 
« 

1  Im  aohtsehnteo  spniohbuohe,  bl.  37'  bis  39'.  In  sümtlichen  fabeln  und 
■ehwftnkan  anter  nr.  373  gedraokt.  Quelle:  Luoians  Hermotimos ,  cap.  2  0  ?. 
759  R.y  aber  wie  die  erwäbnuDg  Hesiods  rerrät,  nicht  in  einer  wörtlioben  Uber- 
Misang.  Vergl.  L.  G.  Gyraldai,  De  deis  gentium.  Basileae  1548.  s.  62. 
NaUüif  Comei,  Mythologia  lib.  0,  cap.  20  ,do  Momo'  b.  1024,  ausg.  1596. 
3   6  Tnd.         20  S  leeit. 


268 


[bl.  38' I 


Das-Belbig  er  anzaigen  tbet. 
Als  nun  geseczet  wart  der  tag» 
Kam  der  ricbter  nach  dem  fuerscbUg 
Pesicbtigt  erstlich  Pallas  haus: 

b   Das  war  gar  künstlkb  uberauB 
Erpawt  mit  marbel-stainen  quader, 
Inweüdig  g-edeffelt  tuit  Hader, 
Katner,  stueben,  küecben  und  aal. 
Mit  pildwerck  gezii*t  uber-al 

io  Auf  sewln  und  mit  grael^  wol  pesiinen, 
Mit  gwelb,  keler,  springenden  prunen, 
Mit  Hellten  fensteni  von  cristaDeii, 
Vim  kupfer- prall n  tiachwerck  ob  allen. 
Mit  festen  p forte»,  hohen  zinen. 

15  Das  psebaut  MornoB  ansen  nnd  inen 
Und  kund  im  gar  kein  dädel  geben. 
Nach  dem  pracht  her  Neptiinns  eben 
Sein  pferd  dem  ricbter  auch  zu  schawen, 
Von  varben  schon,  wol  gseczt  erpawen, 

10  Mit  grosen  uufj^n,  gespiczten  oren, 
Mit  weitem  maul,  praiter  pruest  voren, 
Mit  schenckeln,  wol  gefürmet  gancz, 
Mit  schöner  inen  und  langem  scbwancz. 
Nach  dem  saB  auf  das  res  der  weis, 

2&   Das  ging  da-hin  im  zeit  fein  leis 
und  war  gar  nber-senft  zu  reitten 
und  gar  zara recht  auf  paide  seilten, 
Und  gar  ain  senften  trab  auch  het« 
Hnertig  vil  schöner  sprüng  auch  thet, 

80   War  willig  zumb  auf-  und  absteigen, 
Das  der  ricbter  nit  kund  anzeigen 
Kein  dadel  oder  hinternua. 
Zumb  driten  pracht  auch  Vulcanns, 
Der  got,  auch  den  menschen  da-ber: 

SU  Der  war  adelicher  geper, 
Qerad  und  gar  artlich  formirt, 
Durch  eein  gancz  leib  geliedmaBirt 
Subtil,  ser  holtseliger  art, 
Mit  schönem,  krawsen  har  und  part, 

40  Von  gueter  färb  und  euesera  atten, 
Gstalt  aamb  erber  sittn  und  datten. 


269 

Als  der  lichter  schaivt  hin  nnd  wider 
Des  menschen  wolgestalte  glieder. 
Sprach  er  zu  Volcano  vermessen: 
,Das  alier-nötigst  hast  vergessen; 

s  Nemlich  hie  aaf  der  lincken  pmest 
Solst  dem  menschen  nach  allem  Inest 
Gemacht  haben  ain  offens  thfierlein, 
Dardnrch  man  het  künen  hinein- 
sehen sein  hercz,  gemüet  nnd  sin, 

lo  Was  er  verporgen  het  darin; 

Wan  der  mensch  kan  sein  gaeter  gstalt, 

Erlicher  sitten  manigfalt, 

Darzn  gancz  erberer  gepert, 

Ist  doch  als  nichs  zn  achten  wert, 

15  Wen  er  nicht  hie  in  dieser  frist 
Ains  aufrichtigen  herczen  ist.** 
Darmit  das  urteil  er  peschlnes. 
Darob  stund  schamrot  Ynlcanns. 

Zmmb  beschlnes. 

20  Aus  dieser  poetischen  fabel 
Ist  wol  zu  mercken  die  parabel, 
Das  des  menschen  hercz  unergrtiend 
Pleibet  von  aller  menschen  süend. 
Ser  weit  feit  die  visonomey, 

25  Auch  chiromancia  darpey, 

Des  menschn  hercz  nit  erkent  mag  werden, 
Wie  man  den  manchen  sieht  auf  erden, 
[W.  39]        Frolichs  angesichz  ist  zw  scherczen, 
Und  ist  doch  schwermüetiges  herzen ; 

30  Ain  ander  frolichs  herczen  ist, 
Doch  trawriger  gstalt  alle  frist, 
Verpirgt  sein  hercz  mit  hewchlerey, 
Das  pleibt  verporgn  sein  püeberey. 
Der-halb  kein  weis-,  gelerter  mon 

35  Keins  menschen  hercz  urteillen  kon. 
Drumb  sollen  wir  urteiln  nymant, 
Weil  die  hercz  pleiben  unerkant, 
Ein  ider  mues  selb  rechnung  geben 
Von  seinem  aign  herzen  und  leben. 

40  Drumb  sol  wir  den  nechstn  richten  nicht; 


271 


Hie  nach  werden  gezaiget  an 

Oberste  and  anch  anterthan, 

Kflnstner  and  auch  der  hantwercksmon, 

Was  ider  hat  aaf  erd  zn  thoD, 

6         Darpey  man  in  erkennen  kon, 

Ob  er  seim  stant  hab  recht  gethon. 

Der  kaiser. 

Komisch  kaiserlich  mayestat 

Halt  mit  sein  faersten  weissen  rat, 
10  Wie  er  mit  kaiserlichem  gwalt 

Das  römisch  reich  mer  nnd  erhalt 

und  aller  unghrechtikeit  wer, 

Dardorch  erlang  mmb,  preis  nnd  eer, 

Wie  kaiser  Jalius  Cesar, 
16  Welcher  der  erste  kaiser  war. 

Cüj 

1  Im  aehtsehDten  apmohbaohe ,  bl.  30'  bis  56.  Sigmund  Feyerabend  hat 
l&eS  in  Franokfort  am  Mayn  nnter  dem  titel :  Eygontliobe  Bosohreibung  Aller 
StSnde  aaflf  Erden  KeiobDungen  von  Jost  Amman  mit  den  versen  des  Hans  Sachs, 
di«  dasn  gedichtet  waren,  beranagegeben.  Sieb  E.  Weller,  llans-Sachs-biblio- 
graphie.  NOmberg  1868.  nr.  7.  Dort  beißt  es  schon,  daß  die  ,be8chreibung* 
eigentlich  eine  deutsche  bearbeitang  sei  von  Hartmann  Scboppors  HavoTcXia,  omnium 
artiaie  genera  continena.  Francofnrti  1564  mit  holiacbnitten  von  Jobst  Amman. 
Die  Ordnung  der  eintelnen  stände  bat  Sigm.  Feyerabend,  wie  er  in  der  vorrede 
sagt,  verändert.  Ich  gebe  links  unter  jeder  erklärung  die  blattbezeichnung  des 
dmekes  an  nnd  twar  die  des  vierten  blattes,  die  ja  immer  wegbleibt,  in  eckige 
klammem  eingeschlossen.  In  dem  Oothaer  sammelbande,  Xylogr.  13,  der  jetzt 
im  dortigen  mnsenm  liegt,  finden  sich  auf  bl.  5  bis  9  einhundertachtundseobBig 
bildchen  von  den  verschiedenen  berufsarten  mit  Überschriften.  Auf  den  bildohen 
ist  entweder  der  handwerker  bei  seiner  arbeit  oder  sein  hauptsächlichstes  hand- 
werksMUg  oder  es  sind  seine  erteugnisse  dargestellt. 


272 


Ber  romiscb  kdn^. 

''BOmiscIi  kiln^lfeli  mayestat  guet 
Die  nnghorsaiiien  straffeii  tlmet 
Und  erlielt  frid  im  ^antzeD  lant 

i  Mit  siegreicher  und  starcker  haut 
Am  Thiiercken  tiod  andren  thirannen, 
Wo  die  üuf-werifn  ireu  pluetfaimeü, 
Die  stiierezt  er  unters  romisch  joch, 
Wie  RoDiulus,  der  küiiig  hoch. 
[Ciiijl 

y  Der  fnerat. 

Der  ist  ain  recht  löblicher  füerst, 

Den  nach  der  gerechtikeit  diierat, 

Sein  unterüiofi  thnet  alles  gueez, 

Helt  in  veterlich  trewen  sclmec« 

[bl  4^3]    t&   Und  heU.  alle  stras  im  lant  «awber 

Und  dilgt  aus  die  morder  und  rauher, 
Die  lant  und  lewt  verderhen  seerr 
Der  tuerst  erzaigt  sein  fiiei-stlich  eer. 

D 

Der  eentalon. 

10  Ich  piu  ain  edler  centalon, 

Ein  gwaltig-,  reich-,  herlicher  mon, 
Auf  mein  geperde,  wort  und  dat 
Iderman  ain  aufsehen  hat. 
Der-halb  ste  ich  in  starckem  hoffen, 

3&   Das  regiment  durch  ghieck  sie  offen, 
Das  ich  zu  herzog  wert  erweit, 
Der  gwalt  mir  in  mein  hant  gestelt. 
l>ij 

Ber  bähst. 
Ich  erhalte  in  meiner  hent 

80  Anf  erd  das  gaistlich  regiment: 
Wo  entstet  yrrtumb,  keczerey, 
Das-selbig  ich  ansrewte  frey 
Mit  dem  heilling  wort  gottes  wert 
An  allem  ort,  auf  ganczer  ert, 

S6  Das  in  der  ganczen  cristen-heit 
Fried  pleib  in  glaubens-ainikeit* 
B 


273 

CardiamL 

Wir  sind  diener  des  BtalB  zo  Rom, 
Dem  heiUing  vater  gehorsam 
Mit  weis-,  vursichting  weisen  rat, 

5  Aaf  das  sein  heilüg  mayestat 
Auf  erd  mit  gloeck  and  hall  peste, 
Und  wen  er  den  mit  dot  ab-ge. 
Das  unser  ainer  werd  zuletzt 
In  den  bebstlichen  stuel  gesetzt. 
By 

10  Der  pisokoff. 

^0^2       leb  pin  gesezt  in  das  pistum, 
Das  ich  das  ewangeliam 
Und  gottes  wort  dem  volck  sol  predigen, 
Die  sünding  gwissen  dröstn  und  ledigen, 

16  Pannen  die  wider-spenstig  rot 
Und  den  armen  raichen  das  prot, 
Anf  das  der  glanb  und  gottes  er 
In  meiner  gmain  wachs  and  sich  meer. 
Büj 

Der  prister« 

so  Wir  sind  von  dem  pischoflf  erweit 
Und  der  crisüing  gmain  füergestelt, 
Sie  za  onterichten  and  lern 
Mit  gotes  wort,  sich  zu  pekem 
Von  Sünden,  wo  sie  gfallen  sent, 

»  Und  in  raichen  die  sacrament, 

Plaet  and  leib  Cristi,  daaf  and  paes, 
Wie  ans  dar  untericht  Pawlas. 
[Büy] 

Astronimus. 
So  pin  ich  ain  astronimas, 

so  Erkenn  zakanftig  finsternas 

An  San  and  man  darch  das  gestirn. 
Damach  kan  ich  den  practizim, 
Ob  knnftig  sey  ain  frachtpar  jar 
Oder  dewrang  and  kriegs-gefar 

86  Und  sanst  manigerley  kranckheit. 
Milesias  die  kanst  ans  geit. 
£ 

19  B  Di«  Pfaffen.  34  6  dewninb. 

"»•Baeh».    XXni.  18 


■ 

^^^^^^^B                              H^^^^l 

^^^H 

^^^^^^            ^^^  dootor  medloiiie.               ^^^^^| 

^^^^H 

^B        leb  pin  ain  doetor  der  arzney.                      ^^^| 

^^^^^H 

^B        An  dera  liarm  kan  ich  sehen  frey,                      ^B 

^^^^^B 

^"         Was  kranckheit  ein  mensch  thuel,  t»eladen,        ^M 

^^^p 

fi   DeiTi  kan  ich  helffn  mit  gottes  gimden           ^^^B 

^T         [bl. 

41]         Darch  ein  sirob  oder  recebt,                          ^^^| 

Das  seiner  kranckheit  widerstrebt,                ^^^| 

'^K 

Das  der  mensch  wirt  wider  gesand.              ^^^M 

^^^^^ft 

Arabo  die  arczuey  erfand.                             ^^H 

^^^^H 

^^B 

^^^^^B 

Der   appodeoker.                         ^^^H 

^^^^^H 

Ich  hab  in  meiner  appodecken                        ^^^| 

^^^^^B 

Vil  materi,  die  lieblich  schmecken:               ^^^H 

^^^^^B 

Zuecker  mit  wnrzn  ich  conücir^                    ^^^^| 

^^^^^B 

Mach  auch  purgaczen  nnd  clistir,                   ^^^B 

^^^^^H 

\h  Auch  zn  stercke  dem  krancken,  schwachen    ^^^B 

^^^^H 

Kan  ich  manchertey  labnn^  machen,              ^^^| 

^^^^^B 

Doch  altes  nach  des  arztes  rat,                     ^^^B 

^^^^^B 

Der  sein  prnnen  gesehen  hat.                         ^^^H 

^^^^H 

[D4J                                                           ^M 

^^^^^B 

Der  barbirer.                           ^^^| 

^^^^^B 

io   Ich  pin  pernefen  allenthalben                         ^^^| 

^^^^^B 

Mit  \i(  köstlich  haOsamer  salben                    ^^^H 

^^^^^B 

Frisch  wanden  zu  haiin  mit  gen  ade  n,            ^^^H 

^^^^^B 

Der-gleich  palnpmchj  manch  alten  schaden,        ^H 

^^^^^B 

Franczosen  nnd  den  Staren  stechen,               ^^^| 

^^^^^B 

fl&  Den  praot  leschen  und  zen  ansprechen,        ^^^| 

^^^^^B 

Der^gleich  balwirn,  zwagen  nnd  schern,        ^^H 

^^^^^B 

Auch  ader  lassen  thw  ich  gern,                     ^^^H 

^^^^^B 

^^B 

^^^^^B 

Der  waidmoB.                           ^^^H 

^^^^^B 

Ich  pin  ain  waidman  ringer  hant                 ^^^B 

^^^^^B 

M   Paide  zu  wasser  und  zu  lant.                        ^^^| 

^^^^^B 

Ich  schews  haimlichen  die  orhannen,             ^^^| 

^^^^^B 

Wen  Bie  falczen  auf  hoben  thannen;             ^^^| 

^^^^^P 

Die  raiger  fach  ich  mit  dem  falcken,             ^^^| 

^^^^^^ 

Die  sie  herab-felen  nnd  walcken ;                   ^^^H 

^^^B 

36   Antfogel  nnd  wiltgens  ich  schews,                ^^^| 

^_[bL 

41']       Meina  waidwercks  ich  oft  wol  genews.          ^^^| 

^^K 

IMiiUI                                                               ^H 

m 

275 

Dar  jegw« 

Ich  pin  meiiiB  fdentea  jeger  worn. 

Mit  meiii  hnndeii  und  jeger-horn 

Ich  peren  und  wild-Bew  auch  hecz, 
ft  Die  stich  ich  den  in  meiaem  necz ; 

Rech,  hinchen,  ftiechs,  wolff  and  die  hassen 

Mfiesen  die  hawt  hinter  in  lasen, 

Den  ich  nach-spfier  weld,  perg  nnd  dal. 

Esaw  trib  jegrey  zn  nnfal. 

Lg 
10  SehüTpatroB. 

Im  mer  pin  ich  ein  schiff-patron : 

In  dem  campast  ich  sehen  kon, 

Wo  wir  im  mer  irr  faren  sind; 

Wen  sich  erhebt  ein  stnrme-wind, 
16  Mit  grosen  welln  ans  wil  ertrencken, 

Den  ancker  wir  im  mer  einsencken, 

Pis  widemm  stil  werd  das  mer. 

Danans  pracht  des  schififens  1er. 

[biiö] 

Die  siigeiideB* 

M  6net  gesang  hab  wir  hie  gnotirt. 
Das  in  vier  stim  gesangen  wirt: 
Thenor,  discant,  alt  and  der  bas 
Mit  schaem  kfinstUehen  thext  der-mas, 
Das  lieblich  za-sam  concordirt 

15  Und  also  nber-snes  sanirt, 

Das  sich  ein  hercz  erhebt  darfon. 
Das  gesang  erfand  Amphion. 

[CUM] 

Die  pfewirenden. 

Mit  gar  lieblicher  melodey 
so  So  pfeyrffen  wir  hie  alle  drey 
42]        Mit  schwegel,  züncken  and  zwereb-pfewifen, 
Darmit  wir  gar  artlich  ergrewffeo, 
Die  thon  der  lieder  componirt 
Von  der  lieb,  darmit  wirt  hoffirt 

16  Der  zarten  frawen  rotter  mnnd. 

l  Pell  Jr    ein  jar    ein  groise  lal.  10   B  Sohiffmann.  15  E  wil] 

17  B  Aaff  daß  das  Schiff  vobwegUeh  steh  Biß  die  grausam  Fortan  vergehe. 
liogar.  22  S  dieät.  24  S  oonoodirt.  28   Drey   Pfeiffer. 

18* 


276 

Pan,  der  got,  die  pfewffen  erfiind. 


[bl.  42^ 


Die  gelg^euden. 
Die  geigen  wir  gar  künstlicb  ziehen, 
Das  all  schwermtitikeft  m\m  ßieben, 

5   Wtil  Bie  ercliDgeii  lieblich  gancz 
An  ainem  adelichen  daiK^: 
Mit  lejsen  driteo»  boftiicbetH  prangen 
Herczlieb  sein  herczlieb  thuet  umfangen, 
Das  bercz  and  grauet  erfrewen  inua 

lü   Und  danczeu  mit  gerlttgen  tues. 
€d|j 

Harpfeii-  und  lawten-spiler. 

Wir  schlagen  nach  der  tbablatnr, 
Nach  der  notten  rechten  mensner, 
Daa  die  lawten,  darza  die  harfif 
16  Geben  ir  concordancz  fein  scharff 
Hit  schwinden  lewfflein  anf  nnd  nider, 
Nach  gsangee-art  hin  nnde  wider 
Sing  wir  carmina  mit  dem  mund. 
Orpheus  die  schön  knnst  erfund. 

lo  Bas  posatioff* 

Das  posatietf  mit  sneßem  hal 
Schlag  ich  anf  pürgerlichen  sal, 
Da  die  erhem  der  gschlecht  sind  gsessen 
Und  ain  kostlich  hocbzeit^mal  essen; 
36   Das  in  die  weil  nicht  werd  zw  lang, 
Prauch  wir  die  leyren  mit  gesang, 
Das  sich  darfon  ir  herczen  eben 
In  wnn  und  fröÜkeit  erheben. 


Die  liertrnael, 

30  Mein  hertmmel  die  las  ich  prnmen, 
Pald  der  adel  auf  pon  thnet  kumen 
Zw  thnriiiren,  renen  und  stechen» 


2  E  Drey  flaigor. 
28   E   Hfl«rtrai»maL 


10  E   HarpfvD   und    Lauterir  19   E  Der] 


L433 


277 

In  schilt  nnd  heim  die  sper  zerprecheo, 
Der-gleich  wo  sie  zu  feld  anch  liegen 
Qegen  dem  feinde  in  den  kriegen. 
Mit  der  hertmmel  das  hercz  ich  weck 
&     Der  onsem  and  die  feint  erschreck, 
f 

Der  lawten-maoher. 

Gaet  lawten  hab  ich  lang  gemacht 
Ans  dennem  holz,  thün  nnd  geschlacht, 
Erstlich  aber  den  fnrm  gepogen, 
^o   Nach  dem  mit  saiten  aberzogen 
Und  angestimbt  mit  süsem  klang, 
Eben  gleich  fignrirtem  gsang, 
Wol  gefimist  krag,  podn  nnd  stem, 
Dar-zn  mach  geigen  nnd  qnintem. 
diij 

^«  Der  kanffmon. 

Ich  aber  pin  ain  handelsmon, 
Hab  mancherley  war  pey  mir  ston: 
Waerz,  arlas,  ^aech,  wollen  nnd  flachs, 
Samnet,  seiden,  honig  nnd  wachs 
^0  Und  ander  war,  hie  angenant. 
Die  faer  ich  ein  nnd  aas  dem  lant 
Mit  groser  sorg  nnd  ferlikeit; 
Wan  mich  anch  oft  das  anglaeck  reit. 
I 

Procarator. 

86  Ich,  procarator  vor  gericht. 
Oft  ain  gar  pöse  sach  verficht 
Durch  loica,  schwind  list  and  renck, 
Dnrch  aafzaeg,  aüszaeg  and  einklenck, 
Dar-mit  ich  recht  verlengen  thw. 

30   Schlecht  aber  zw-leczt  anglaeck  zw. 
Das  mein  partey  ligt  unterm  gaul, 
Hab  ich  doch  gfnelt  pewtel  und  maul. 
Ey 

K  die  spar.     8  die  tcbilt.         8  tbun]  E  gut.  13  S  gefiriiU 


278 


Hant-maler* 

Die  kßOöt  der  perspectiflf  icb  puer 
Pericbt  pin  und  conterfactar, 
Dem  menschen  ich  mit  varb  kftn  geben 
b  Die  i^stalt,  als  ob  des  pild  hab  leben. 
Stet^  Bchlofiser,  waser,  perg  und  weld, 
Äin  her,  Bam  leg  ain  fiierst  zu  feld, 
Kau  ich  auf  Aacher  waut  anzaigeo, 
Als  8te  es  da  leibhaftig  aigeo. 
Gij 

i^  GlasDialer. 

Äinen  glaamaler  haist  man  mich. 
In  die  gleser  kau  sclmielczen  ich 
Pildwerck»  raancli  herliche  person, 
Adelich  frawen  uude  mon 
IG    Sambt  iren  kindern  abgepilt 

Und  irs  geschlechcz  wapen  und  schilt» 

Das  man  erkeneu  kan  darpey, 

Von  wan  das  gschlecht  herkumen  aey. 

[Gm] 

Ueiaaer. 

30  Ich  pin  ain  raisser  fme  nnd  spet, 
Ich  entwürff  atif  ein  linden  pret 
PildnuB  von  menschen  oder  thier, 
Auch  gewecha  mancherley  monier, 
[bl.  43']        HiBtari  und  was  man  wil  haben, 

3b  Geschrillt  imd  gros  versal-piichstaben, 
Künstlich,  dm  nit  ist  anszusp rechen; 
Aach  kan  ich  wol  in  kupier  stechen. 


Fnrmaolizietder* 

Ich  pin  ain  farmen-schneider  gnet. 
so   AlSj  was  man  mir  foiTeissen  thuet 
Mit  der  feder  auf  ain  furmpret, 
Das  schneid  ich  den  mit  dem  geret. 

2  E  ptnpectifl.     S  prejpeoliff.  4  K  iub.     8  dureh. 


279 

Wan  mans  den  trneckt,  so  find  sich  scharf 
Das  pild,  80  der  reisser  entwarff. 
Die  stet  den  trneckt  anf  dem  papier 
Mit  schwarcz,  nnansgestrichen  schier. 
F 
6  PriAnaler. 

Ain  priffmaler  pin  aber  ich, 
Mit  ilnminiren  ner  ich  mich, 
Anstreich  die  pildwerck,  so  da  Stent 
Anf  papir  oder  pergament, 
10  Mit  färben  nnd  verhochs  mit  golt. 
Dem  patronim  pin  ich  abholt; 
Darmit  man  schlechte  arbeit  macht, 
Darfon  man  schlechten  Ion  entpfacht. 
[Fiüj] 

Pappirer. 

16  Ich  samel  hadern  zn  der  müel, 

Den  dreibt  mirs  rad  das  wasser  kael, 
Das  mir  die  zschniten  hadern  melt, 
Das  mel  in  waser  wirt  ein-kwelt. 
Draas  mach  ich  pogn,  auf  den  fälcz  pring, 

to  Dnrch  pres  das  wasser  daraas  zwing. 
Den  henck  ichs  auf,  las  traecken  wem, 
Schneweis  nnd  glat,  so  hat  mans  gem. 
Fij 

Sohriftffieser. 

Ich  gews  die  schrift  zu  der  trneckrey, 
[bl.  44]   25  Gemacht  ans  wismat,  zin  nnd  pley, 
Die  kan  ich  anch  gerecht  jastiren. 
Die  pnchstaben  zn-sam  orniren 
Lateinisch-  nnd  deutscher  geschrift, 
Anch  was  die  krichisch  sprach  an-drift, 
80  Mit  versalen,  pnnckten  nnd  ztiegen, 
Das  sie  zn  der  trnckerey  thnegen. 
Eiij 

Poechtraecker. 

Ich  pin  geschicket  mit  der  pres. 
So  ich  anftrag  den  firnis  res. 

19  £  iob]  fehlt  8. 


?ald  4er  poßtlirer  stangeu  znckt, 

Ist  ein  pogen  papirB  getrneckt, 

Dardnrcb  kumpt  manicli  pucb  au  ta^. 

Das  man   letcbtiich  pekimien  mag. 

Vor  zeitn  hat  man  die  püecher  gschrieUeo; 

Zu  Maincz  die  kUBSt  wart  erstlich  trieben. 

Fiy 

Paechpinder. 

Ich  pind   mancberley  puecber  ein, 
Gaiatlich  und  weltlich,  gros  und  klein, 
In  perment  oder  preter  pur, 
Und   schlag  daran  guete  klasur, 
Und  stampf  sie  auch  zu  ainer  zier, 
Und  sie  auch  im  antang  planier, 
Etlich  vergueld  ich  auf  dem  schnit, 
Da  verdien  ich  vil  geldes  mit. 
G 

Der  perg-knapp. 

Ich  treib  aller  knappen  pergwerck 
Im  tal  und  auf  sant  Annen-perck 
Mit  den  steigern,  knappen  und  pueben 
In  Stollen,  schecht  und  den  erczgrueben. 
Mit  graben,  zimern,  puelzn  und  pawen, 
Mit  einfaren,  prechen  und  ha  wen, 
Wirt  ich  fündig  und  flilber  pring, 
Tbl  44' j        So  Wirt  der  pergherr  gueter  ding. 
Idiüj) 

16  tfttens-makter* 

In  nieim  münczliaus  schlag  ich  geriebt 
Guet  müncz  am  keren  und  gewicht : 
6 neiden,  krona,  dakr  und  paczen 
Mit  gnetem  prech,  kiiuüitlich  zu  Hchaczen, 
i>   Halb  paczen,  crewczer  und  weispfenjg 
Und  gnel  alt  fhurniä  aller  menig 
Zw  giiet  in  rechter  gueter  lanczwerung 
Und  dreib  mein  heren  kain  geferuug. 

* 

SO  fi  SohftobL.     6  schMh, 


281 

eoltsekmid. 

Ich,  goltschmid,  mach  köstliche  ding: 
Silber  und  gnelden  petschaft-ring, 
Köstlich  geheng  und  klainat  rain, 
6  Verseczt  mit  edelem  gestain, 
Gaelden  ketten,  hals-  und  armpand, 
Schewren  and  pecher  mancher  hand, 
Auch  silberen  schüessel  nnd  schaln, 
Wer  mirs  gnetwillig  thnet  pezaln. 

>o  StaintokBeider. 

Ich  aber  schneid  edel  gestain 
Auf  meiner  schewben,  gros  and  klain, 
Als  granat,  saphir  nnd  demaet, 
Schmarackt,  rabin,  jacinken  gnet, 
16  Aach  calcidoni  and  paril, 

Schneid  aach  der  füersten  wappen  vil, 
Die  man  seczt  in  die  petschaft-ring, 
Sanst  aach  vil  wappn  and  ander  ding. 
Hiy 

Seyden-stiöker. 

so  Ich  aber   kan  wol  seiden  sticken, 
Mit  gold  die  praest  and  erbel  ricken, 
»I.   45]         Verseczet  mit  edlem  gestain; 

Aach  mach  ich  gnelden  hanben  rain, 
Krencz  and  harpant  von  perlein  weis, 

26  Kanstlich  model   mit  hohem  fleis. 
Anch  kirchn-geret,   casel  nnd  alben 
Kan  ich  wol  schmücken  allen t-h alben. 
H 

CK>lt8chlager. 

Silber,  golt  ich  za  pletem  schlag, 
3u  Die  zu  seim  hantwerck  prancben  mag 
Maler  nnd  priffmaler  darpey 
Und  ander  hantwerck  zn  malrey; 
Aach  mag  man  das  golt  maln  und  reiben, 
Mit  gnni  gaelden  schrift  za  schreiben; 

2b  8  Konitiob. 


■ 

1 

^^^^^      282             ^^^^^ 

■ 

^^H 

Der-gleich  mag  man  das  golt  auch  spineo» 

^H 

^^^^1 

Wnrcken  und  verneen  mit  sinen. 

^^H 

^^H 

[liiij] 

^H 

^^H 

Plldsohmioaer. 

^H 

^^^H 

Fild'schniczen  so  hab  ich  gelert. 

^^1 

■ 

5 

Vor  jaren  war  ich  hoch  geert, 
Da  ich  der  haiden  goezen  macht, 
Die  man  aiipet  nnd  Opfer  pracht, 
Die  ich  machet  aus  holz  und  ßtaiE, 
Aoch  von  cristallen,  sanher,  rain, 

1 

1 

10 

Gelidiuaßirt  und  wolge«Lalt, 

Die  mit  gold  wurden  hoch  pezalt. 

[eüij] 

Mfielner. 

Wer  körn  und  waiez  zu  malen  hab, 
Der  pring  mirs  in  die  müel  herab, 

j 

1 

16 

Den  Bchiiet  ichs  zwischen  die  müelötain 
Und  mal  ee  sauber  rain  und  klaio; 
Die  kleyeo  stel  ich  trewlich  zu, 
Hira,  arbeis  ich  auch  newen  thw; 
Der-gleich  thw  ich  auch  Stockfisch  plewn, 

1 

^^ 

10 

Wuerz  stoa  ich  auch  mit  ganczeu  trewu. 
[Liiij] 

H 

H 

45'] 

Der  peok. 

Zw  mir  her,  wer  hat  Irungera  not! 
Ich  hab  guet  weis-  und  ruecken-prot, 
Aus  koren,  waicz  und  keren  pachen, 

■ 

1 

S6 

Gesakzen  recht  mit  allen  sacheii 

Am  recht  gewicht  nnd  das  wol  schmeck; 

Semel,  preczen,  laub,  spulu  nnd  weck, 

Der-gleich  fladen  und  ayer-kuecheu 

Thuet  man  zu  ostern  pey  mir  suechen. 

M 

1 

H 

5u 

Der  flaiflchaoker. 

Hie-her,  wer  flaisch  nit  kau  geratten 
Zw  sieden,  sülzen  und  zu  praten 

I 

E 

3   K   ItoT 

L 

# 

Bliabftuw«r.      13  6  koto.       30  E  Dor  Mettger.     32  S  6« 

0i«(i«ii.^^^| 

Von  ochsen,  kelbern,  schaffen  und  schwein, 
Gnet  fayst,  die  frisch  abgstochen  sein, 
Gfiet  voricht,  kalbskopf,  fnes  and  krös, 
Wammen,  ochsn-megen  sint  nit  pös. 
ft  Welcher  mir  pargelt  zelet  anf, 
Dem  gib  ich  ainen  gueten  kanff. 
L 

Fiieker. 

Ich  fach  ser  gnete  fisch  an  mangel 
In  der  seg,  reasen  und  am  angel: 

10  Grandel,  sengel,  erlica,  kressen, 

Forhen,  esch,  rneppen,  hecht  nnd  pressen, 
Barben,  karpfen  thw  ich  pehalten, 
Orphon,  nennawgen,  el  and  alten, 
Kogel-hanpt,  nasen,  hawsen  nnd  hnechen 

ib  Und  krebs  mag  man  anch  pey  mir  saechen. 
c 

Xoek. 

Ich  pin  ain  koch.  Fner  erber  gest 
Ean  ich  wol  kochen  anf  das  pest 
Reis,  pfeffer,  ander  gnet  gemües, 
so  Vogel,  fisch,  snlczen,  res  and  sües; 
Für  den  paaren  and  hantwereks-mon 
Hirs,  gersten,  linsen,  erbeis,  pon, 
>I.  46]         Botseck,  waerst,  sappen,  raebn  and  krawt, 
Darmit  sie  aach  faellen  ir  hawt. 
Liij 

a6  Der  pierprewer« 

Aas  gersten  send  ich  gaetes  hier, 
Faist  and  snes,  aach  pitrer  manier, 
In  eim  prew-kesel,  tieff  und  gros. 
Darein  ich  den  den  hopfen  stos, 
80  Las  pier  in  prenten  kaelen  pas, 
Darmit  füel  ich  den  die  pierfas, 
Wol  gepanden  and  wol  gepicht, 
Den  girt  es  and  ist  zu-gericht. 
Miy 

* 
e  8  kneten. 


384 


Ein  weiogertner. 

IcJi  pin  ein  hecker.    Im  weinperek 
Hab  ich  müeselig-,  harte  werck 
Mit  iiüßt-eintrag:en,  fjrabn  und  ha  wen, 
h   Mit  pflanzen,  pfelätosen  und  pawen, 
Mit  anpinden  tind  reben-scbneiden, 
Pis  der  herbat  geit  trauben  pe^cheiden; 
Den  (ist  mun  und  atiHpre&t  den  wein 
Und  fiielt  in  ein  die  fesser  nein, 
ciij 

ti»  01iD  Hoher. 

Mancherley  öll  ich  zupereit 
Zu  essn  und  auch  zu  arzeney. 
Als  päumöl,  nuesöl  nnd  pinöl, 
Leinöll,  hanffoi,  leröl ;  da  söl 
iB   Ich  die  per  aaralen  nnfergessen, 
Zermalmen  und  darnach  anapressen, 
Darmit  das  511  ich  daraus  pring^. 
Minerva  erfand  diese  ding, 
cij 

Faetaer. 

so   Ich  pin  ain  puetner  nnd  mach  stolcz 
Aus  forhen-,  tennen-,  aichen-holcz 
Padwanen,  schiiialcz-küebel,  scheffel  and  gelti 
Die  pueten  und  wein-fesser,  weiten, 
Pier-fesser  machen,  pichen  und  piuden, 

aG    Waschzuber  thnt  man  pey  mir  linden. 
Auch  mach  ich  lägl,  fUsser  und  gtübcli 
Gen  F'ranckfurt,  Leiptzig  und  Lübig. 
aij 

[bl.  46']  Fermentar* 

Ich  kauf  schaffei,  pock  und  die  gais; 
ao  Die  fei  leg  ich  den  in  die  pais, 
Darnach  lirm  ich  sie  lauter  rain, 
Span  auf  diid  ram  ids  fei  alain, 

41 

t    K   l»er  Rebiunnu.  tS   Bemerke  den  rifiiu.         Mit   34   tohIM 

ftb:     die    drei    lotEten    rorfe    hat    II.    Sttoba    vergesten    in    sein  ipii 
fchreiheb;    ii«  «ind   hior  nucb  E  goUniekt,  l| 


m 


285 

Schahs  darnach,  mach  perment  daraus 
Mit  groser  arbeit  in  mein  hans; 
Ans  om  and  klaen  send,  ich  leim. 
Das  alles  verkanflf  ich  da-heim. 
b 

6  Der  ledrer. 

Efien-hent  die  henck  ich  in  den  pacb, 
Wfirff  sie  in  den  escher  darnach, 
Roshewt  nnd  kalbfei  anch  also, 
Damach  wnerff  ich  sie  in  das  lo, 
10  Das  sie  ir  rw  ein  zeit  erlangen. 

Damach  henck  ichs  auf  an  die  Stangen, 
Wisch  ab  saaber  mit  dem  barwisch 
Und  habs  fayl  anf  dem  lederdisch. 

IPiiy] 

Der  sehwaaeher. 

16  Herein,  wer  stiffl  nnd  schnch  pedarff! 
Die  kan  ich  machen  gnet  nnd  scharff, 
Püchsn,  armprost-halfter  nnd  watseck, 
Fewer-aimer,  raisdmehen-deck, 
Gwaditelt  reitstiflfel,  kneris-schnech, 

so  Pantoffel,  gefnetert  mit  dnech, 

Wasser-stiffli  nnd  schnch  ansgeschniten, 
Frawen-schnech  nach  hoflichen  siten. 

oy 

Dnehseherer. 

Hie  rein,  wer  dach  zn  scheren  hab, 
16  Es  sey  schwarcz,  graen,  rot  oder  plab, 
Mechliscb,  ländisch,  lirisch,  samet, 
Englisch  and  wie  das  namen  het, 
Aach  parchant  schniiczn  and  katanira, 
Schmalcz-fleck  ans-treiben,  mit  knnst  schmirn, 
[bl.  47]  so  Die  hos^n-fel  anch  reibn  und  schmiczen, 
Und  kittel-thach  das  mach  ich  gliczen. 

[QüUj 

Der  sekmeider. 

Ich  pin  ain  Schneider,  mach  ins  feit 

Den  krieges-faersten  ir  gezelt, 

« 

8  S  luüfoL         11  8  iob.  13  8  faul. 


286 

Macli  rendeck  zw  etecbn  und  tlinernjer, 
Auf  welsch  und  franzosiBcL  manier 
Klaid  ich  sie  gancz  höflicher  art, 
Und  auch  ir  frawen-zimer  zart 
b  Klaid  ich  in  Bamut-seiden  rain 
Uod  in  wnelen  tbucU  die  genmm, 
N 

Der   ioliwarsferber« 

leb  pin  der  schwarczen  färb  ain  snecher, 
Verb  den  kanffleutn  ir  schwaben-tlioecber 

10   Grün,  ^rab  und  scliwarcz  und  darzu  plab, 
Darzw  ich  auch  ein  mange  hab, 
Da  ich  nie  mang  fein  hell  und  glat, 
Auch  was  man  sunst  zw  verben  liat, 
Und  nmngen  fint  man  raicb  alzeit  

15  Gaetwilliclich  dar-zn  pereit. 
Nig 

Kftersner* 

Wol  herl  ich  fueter  rock  und  schauben, 
Mach  schnrczpelz,  pruetnch,  fehen-hanben 
Von  Zobel,  ni arder,  fech  und  luech&en, 
10  Von  hermleiD,  iltes,  wolif  und  fuecbsen, 
Von  welschen  kröpfen  und  galsfeln^ 
Von  wamen,  riieckeu^  kle  und  kein. 
Wer  mir  tbuet  seines  geltes  ginnen, 
Der  sol  mich  alzeit  willig  linnen, 

m 

u  Etleter* 

Kert  hie  herein,  ir  kauOeut  al ! 
Schawt,  ob  mein  arbeit  euch  gefal 
Von  gueter  wol,  sauber,  nicht  pilstet, 
[bl,  47']       WolgBcblagen,  gwalcket  und  getilczet, 
to   Wol  gefurmb,  allr  art  zu-gericht. 
Gezogen  huet  und  auch  gepicht. 
Auch  mach  ich  der  filcz&ocken  vil, 
Wen  der  winter  einprechen  wil. 
0 


Ifl  E  D«r  KUraobiiir. 


287 

BUdmmttL 

Ich  pin  ain  stainmecz  lange  zeit, 
Mit  stain,  winckel-mes  und  richscheit 
Ich  aufiricht  hewser  wol-pesonen, 
s  Mit  keler,  gewelb,  päd  und  pranen, 
Mit  gibelmaner  von  kwader-stain, 
Auch  Schlosser  und  thüeren,  ich  main, 
Secz  ich  aaf  festen,  starcken  grnnd, 
Hiberbins  die  knnst  erfand. 
Z 

10  Der  limer-mon. 

Ich,  zimerman,  mach  starck  gepew 
In  henser,  schloser,  alt  nnd  new, 
Ich  mach  auch  mancherley  müelwerg, 
Auch  wint^müel  oben  auf  die  perg, 
16  Auch  nber  wasser  starcke  praecken, 
Aach  schiff  and  flös  von  freyen  stocken, 
Ploch-hewser  za  der  gegen-wer. 
Dedalos  gab  mir  darza  1er. 
Ziy 

Bekreiiier« 

so  Ich,  ain  schreiner  von  Nürenberg, 
Mach  von  flader  schön  deffel-werg, 
Verschrotten,  verseczt,  werg  mit  zier, 
Leisten  and  sims  aaf  welsch  manier, 
Thraen,  schlairladen,  gwautpehalter, 

26  Petstat,  disch,  pretspil  and  giskalter, 
Gefimist,  kostlich  oder  schlecht, 
Ain  ides  amb  sein  pfenig  recht. 
[Ziiy] 

Seklosser. 

(bJ.  48]        Ich  mach  die  schlahar  klain  nnd  gros, 
Bo  Rigel,  penter,  schlaessel  nnd  schlos, 
Eysren  thraen,  prnnketten,  giter, 
Schot  aaf  die  schlöt  für  angewiter, 
Int  knchen  driffas,  eysen  preter, 
Den  kirchen-han,  zaigt  wint  nnd  wetter, 
« 

i  8  m«r.         9  B  Cadmui  erstlieh  die. 


^p 

P                         288             ^^^B 

^ 

Auch  ofenfües,  was  man  wil  hoB            ^H 

^^^^^^m 

Von  eisBen,  icb  wol  macben  kon.             ^H 

^^^H 

^1 

^^^H 

Zieffler.                           ^| 

^^^^^B 

Ain  7Atgler  bo  tliw  ich  mich  oeiLiieQ,        ^H 

^^^^^^^H 

Aus  letten  kau  ich  ziege)  premien,           ^H 

^^^^^H 

Glat  und  aocL  hofkelet  darpey,                ^H 

^^^^^H 

Daschen-zigel  auch  mancherley,                ^H 

^^^^^^H 

Daiititt  deckt  man  die  hewser  oben          ^H 

^^^^^^H 

Vor  regen,  sehne  nnd  windes-doben,        ^^^ 

^^^^^^^B 

Auch  vor  der  halsen  snoen  schein.           ^H 

^^^^^H 

Cinica  fnnd  die  knnat  allein.                     ^H 

^^^H 

fl 

^^^^H 

eia«8er.                         ^H 

^^^^^H 

Ain  glaser  war  icli  lange  jar,                  ^^M 

^^^^^^m 

Unet  drlnckgleser  hab  icli  fnrwar            ^^M 

^^^^^^^^m 

Paide  zn  |>ier  und  auch  zu  wein,             ^H 

^^^^^H 

Anch  venedisch  glasscbewben  rein           ^H 

^^^^^^H 

In  die  kirchen  und  pnrger-sal,                  ^H 

^^^^^^1 

Auch  rauten-gleser  al-Kn-mal.                    ^^M 

^^^^^^m 

Wer  der  pedarff,  thw  hie  eiu-kern»          ^H 

^^^^^^^K 

I*er  8ol  VOM  mir  gefuerdert  wern.           ^^M 

^^^^H 

H 

^^^^1 

H&ffner,                          ^H 

^^^^^1 

Den  laimen  drit  ich  mit  dem  fues           ^H 

^^^^^^m 

Mit  har  gerauscht,   darnach  ich  mos         ^H 

^^^^^H 

Ein  klumppen  werffen  auf  die  scbeyben,       1 

^^^^^^^1 

Die  mueB  ich  mit  den  fuesen  treiben,             1 

^^^^pjijjp 

Mach  heffen,  krueg,  kacbel  und  echerbeo,       , 

^^^^^ 

Thw  sie  den  glaeiren  und  verben ;           ^H 

1               [bl.  4S*] 

Darnacii  preun  ich  sie  in  dem  fewr,         ^H 

1 

Corebus  geit  die  kuust  zu  stewer.            ^^H 

^fe 

■ 

^^H 

Nagler.                           ^M 

^^^H 

Ein  nagel-Bcbmid  piu  ich  genant,             ^^M 

^^^ 

Mach  eysren  negel  mit  der  hant              ^H 

Allerley  art  anf  meim  anpos, 
Enrez  nnde  lanck,  klain  ande  gros, 
Püenegel,  schlos-negel  darzw, 
Fasneg;!,  schnech-zweck  ich  machen  thne, 
6  Halb-negel,  pfenig-negel  starck 
Fint  man  pey  mir  an  offiiem  marck. 
T 

Blatner. 

GKiet  stehle  harnisch  ich  schlagen  kon, 
Paide  manch  adelichem  mon 

10  Gancze  küeris  and  die  rosparr 
In  die  schlacht,  wol  versorget  garr, 
Auch  zu  thnemier,  stechen  nnd  rennen, 
Snnst  aller  art,  wie  man  mag  nennen, 
Für  den  gmain  hänfen  schlecht  gemacht. 

1»  Das  habn  die  Spartaner  anfpracht. 
Tiy 

PaneBermaoher. 

Ich  pin  ain  panczermacher  fremb. 
Ich  mach  die  stechlen  panczer-hemb. 
Auch  panczer-erbel  nnd  panczer-strich, 
90  Die  man  tregt  ofen  und  haimlich, 
Anch  von  panczer  gancze  ring-kregen; 
Aach  so  kan  ich  die  panczer  fegen, 
Wo  sie  mit  rost  anlanffen  thon. 
Midias  panczermachn  fing  an. 
X 

u  Hneffsehmid. 

Ich  hneflfschmid  kan   die  pferd  peschlagen, 
Darzn  reder,  kerren  and  wagen, 
Schwenczen  nnd  lassen  ich  wol  kon 
Den  pferden,  nnd  ansehen  kon 
.  49]   80  Am  hals,  hallen  niezen  nnd  rejden. 

Den  feyffel  nnd  das  angstel  schneiden. 
Den  zicloppen  den  trag  ich  gnenst, 
Haben  erfanden  die  schmidkanst. 
[TiiijJ 

3»  Dw  Sehmidt. 

ZXlII.  19 


290 

SaUer. 

Wol-her»  wer  settel  liab  zu  machen 
Den  edlen  und  zu  raysing  Sachen, 
Scbi>n  settel  für  das  frawen-zimer, 
tv  Darauf  sie  lioMich  prangen  ymer, 
Aucli  stechsetel  zu  dem  tbnrnir 
AUerley  art  tint  man  pey  mir^ 
Auch  settel  für  pawren-fuerlewt, 
Guet  roskumat  ist  auch  anpewt. 

y 

lö  sporer. 

Ich  mach  sporn  von  stahel  und  eisen, 

Gesell werczt  und  zint,  die  man  tbnet  preysen, 
Die  doch  den  gawl  nit  hart  verleczen; 
Welch  pferd  sich  dueckisch  widerseczeu» 
ift    Den  mach  ich  ain  scharpfes  gepis, 
Das  in  von  staten  dreibt  gewiß; 
Dem  pawren  mach  ichs  gröber  vil, 
Da  erB  nur  wolfeil  haben  wiL 
[Riig] 

Wagner. 

9n  Ich  mach  die  reder,  wegn  und  kerrn, 
Röl-wegn,  raiswegn  fuer  grose  herm» 
Kamer-wegen  den  frawen  clueg» 
Auch  mach  ich  den  pawren  den  pflneg 
Und  darzu  auch  schlaifl'en  und  egen, 

9B   Thus  als  mit  aicbem  holz  verlegen; 
Ich  arheit  hart  pey  meinen  tagen. 
Friges  erfund  erstlich  den  Waagen, 


[bl.  49] 


Kftndel'gieaer. 

Das  zin  mach  ich  im  fewer  Üiessen, 
Thw  darnach  in  die  model  giessen 
Kandel,  flascben,  gros  und  klein^ 
Daraus  zu  drincken  pir  und  wein, 
Schuessel,  platen,  deler  au  maa, 


0  S  aUcbieier. 


18  S  Dab  er. 


IT 


291 

Schenckandel,  giesfas  and  salczfas, 
Geschlagen  schaln  und  schnesselring 
und  snnst  ins  haus  vast  nücze  ding 

viy 

Pogner. 

ft  Gnet  armproster  kan  machen  ich, 
Mit  senln  aasgestochen  zierlich 
Mit  gwechs,  schneweisem  hörn  darchzogen, 
Mit  hörnen  oder  stehlen  pogen, 
Daranff  ¥rint-faden  gneter  sonnen, 
10  Die  nicht  sich  liderlich  zertrennen, 
Darmit  man  gwis  znm  zil  mag  schiesen: 
Der  knnst  Sims  wir  mit  geniesen. 
Xij 

PneehMn-Mhmid« 

Ich  aber  pin  ain  hacken-schmid, 
16  Die  pnechsen-ror  die  schmid  ich  mid 
Von  eysen,  knrcz  nnd  lang,  gar  fest, 
Aüsport  anf  das  giertest  nnd  pest, 
Der  kaines  ist  mir  fall  darpey, 
Pis  es  vor  wol  peschossen  sey, 
so  Auf  das  im  schnes  kein  ror  zw-spring 
Und  ainen  man  zu  schaden  pring. 

s« 

Pflechsen-sohifter. 

Die  eysren  ror  die  kan  ich  fassen 
In  hüelzen  scheft  künstlicher  massen 

26  Mit  verschrotem  werck,  sauber  rain, 
Mit  eingelegtem  helffen-pain, 
Knrcz  nnde  lang,  klain  nnde  gros, 
Die  man  füeret  za  fnes  nnd  ros, 
Wo-hin  raiset  ain  erlich  mon, 

30  Darmit  abweiset  ain  schnaphon. 
[aiiy] 


-^    glUUeat.     ?  gleitest.         22  E  BUohaeDsohftffter. 

19* 


292 


fbl   50]  Kupfer-sclmiid. 

Ich  itiadi  auf  hohe  thneren  knöpf, 
Aimer,  darmit  man  prnnen  schoplf, 
Padkeasel,  trog,  schöpfer,  padwanoen, 
rr  Fewerkueffen,  prewkessel,  pfannen, 
KlaiB  nnd  gros  keasel  zu  dem  waschen^ 
Hellieffen,  küelkesael»  Weinflaschen, 
Flaisch-scheffel ,  spuelnepf ,  waser-Btüeczen, 
Prennhuet,  zumb  waaser-preDnen  nüeczeD. 
S 

10  Olookengiesur. 

Ich  kaii  mancherley  glocken  giesen^ 
Auch  groBft  puechseii  zn  dem  seh  lesen, 
Auch  mdreer,  darinii  man  würft  fewer 
Zu  den  feinden  gar  ivii^ehewer, 
16   Auch  erin  heffn  auf  dreyen  paiu, 
Auch  erin  offen,  gros  uud  klain, 
Aus  glocken-ercz  künstlich  gemacht. 
Lidus  hat  diese  kunst  aufpracht. 
Pij 

FeckBchlager. 

so  Ain  peck'Schtager  pin  ich  genant, 
Mein  peck  fuert  man  in  weite  lant, 
AUerley  art,  gros  unde  klain, 
Aus  gtietetn  messiug  gschlagen  rain, 
GestempCt  mit  pildweTckj  gwech»  und  plumeti, 

26  Ains  tail  palirl  und  glat  her-knmen, 
Wie  gros  herren  und  pürger  hon, 
Auch  ring  füer  den  gemainen  mon. 
V 


[hl.  50^^ 


Roiaoluiiid. 

Pildwerck,  wappen  ich  gössen  hab 
Auf  manig  kostlich  fnersten-grab, 
Artlich  lewchter,  so  sten  und  hangen 
In  kirchen,  fiiersten-höffen  prangen, 
Rewchfesser  und  die  mesen-apmeczeo, 


16  8  aHo. 


298 

Die  man  thaet  in  den  prfiensten  nneczen, 
Mörser,  leimtegel  nnd  schaeselring, 
Pippen,  laskopff  nnd  ander  ding. 
[Siiy] 

Der  lirekel-Behmid. 

ft  Ich  mach  mancherley  werck-zeng-art : 
Sneptile  zirckel  und  dasart, 
Peiszangen,  zangen,  gschrawft  und  glat, 
Dre-eyssn,  gleteissn  in  vil  werckstat. 
Dem  holczdrexel,  goitschmid  und  schreiner, 

10  Eandelgieeer  und  balwirer 

Mach  ich  künstliches  werckzengß  vil, 
Rain,  gegerbet,  glat  nnd  suptil. 

Der  maMer-fehmid. 

Ich  mach  protmesser,  wol  peschalt, 
15  Köstlich  nnd  schlecht,  darnach  maus  zalt, 

Von  helflfen-pain,  pnchspanm  nnd  sandel. 

Mit  rot-  nnd  schwarczem  holcz  an  wandel. 

Mach  anch  lang  weer,  schwort,  dolich  nnd  degeu. 

Ean  eczen,  schaidmachn  nnd  schwort  fegen. 
20  Wer  dieser  meiner  arbeit  darff, 

Der  fint  mein  zaichen,  grecht  und  scharff. 

Riij 

Der  soUewffer. 

Ich  schlewff  ser  scharpf  anf  meim  schlewffstain 
Messer-klingen,  gros,  mitl  nnd  klain, 
s&  Hellen-parten,  dolch,  schwort  und  degen, 
Feillen,  Schlosser,  penter  alwegen. 
Allen  hämisch  zn  fnes  nnd  ros, 
Halb  nnd  gancz  hacken-zenn-geschos, 
Reithemer,  partisan  ich  zier, 
[W.  Sx]    so  Auf  meiner  schewben  die  palier. 
[YiiU] 

Der  pader. 

Wol-her  ins  päd,  reich  nnde  arm! 

Das  ist  gehaiczt,  anfgossn  nnd  warm; 

* 

^'^  8  glot.  29  8  partMD. 


294 

Mit  woli^sch macker  lawg  wirt  eingneezt, 
Den  auf  die  ober-penck  eüch  seczt, 
Erschwiezt,  den  wert  ir  z^Agn  und  ghriben^ 
Mit  las^sii  dm  übrig  pluet  aiie-tneben, 
e   Den  mit  dem  folpad  auch  erfreut, 
Darnach  geschorn  und  abgeflewL 
P 

Der  weber. 

Ich  pin  ain  weber  zu  leiner  wat, 

Kan  wüercken  parcbat  und  spenat, 
10   Diachdücber,  bantzweliel,  fädlet. 

Und  wer  iaest  zu  petziechen  bet, 

Gewiirffelt  oder  kamaea, 

Aüerley  gmodelt  ducher  da, 

Audi  flechsen  und  wircken  baustuech, 
i&   Die  knnst  ich  pey  Aragnes  Boecb, 

[Niiy] 

Debieli-maoliQr, 

Ich  mach  der  debig  maucberley, 
KoBtlicb,  initel  und  ring  darpey, 
Aus  wüellem  gam,  über  pet  und  disch» 
20   Von  varben  scböu,  danckel  und  frisch, 
Mit  pHdung,  gewechs,  haidnisch  plumea. 
In  Egipten  so  ist  anf-kuinen 
Die  kunst  vor  vil  jaren  und  zeit, 
Der  icz  auch  vil  das  Teutschlant  geit. 

m 

26  Ber  tailer. 

Ich  pin  ain  sailer,  der  znmb  thail 
|bl.  51'!        Aus  hanf  mach  die  langen  schiifsail, 
Sail  zum  paw,  daran  man  allein 
Auf-zeucbt  mörder,  zimer-holcz  und  stain. 
ao  Auch  kan  ich  machen  garu  und  necs 
Zu  vogel-bueten  und  der  hecz, 
Darzu  auch  Uschnecz,  gros  und  klain, 
Sunst  auch  allerley  streng  gemaiu. 
biij 


3  6  Eiobwtoit. 


24  ?  {«■.     8  $Qb. 


295 

Der  gterttor. 

Hie  fint  ir  gnertel  wol  gemacht 
Von  leder,  artlicb  und  geschlacht, 
Von  rincken,  sencker,  hübsch  ergraben, 
5  Von  lanberg  maisterlich  erhaben, 
Geetempft,  glat,  gespengt,  prait  nnd  schmal, 
Mans-guertel  anf  das  pest  zn-mal. 
Mach  anch  stempfeissen  and  prenneisen, 
Grab-sigel,  wie  ich  kan  peweissen. 
Kiij 

10  Seekler. 

Hie-her  zw  mir,  wer  kanffen  will 
Hie  fint  ir  gmachter  arbeit  vil: 
Hirschen,  semisch,  egrisch  und  prewsisch, 
Cölnisch,  schefTein,  kelbren  nnd  rewsisch, 
16  Mans-wetschger  gemacht  nberlant, 
Auch  die  man  prauch  teglicher  hant, 
Aach  frawen-pewtel,  wol  geschaflfen, 
Aach  pewtel  ffir  mänich  nnd  pfaffen. 
Kij 

Vestler. 

so  Mein  nestl  von  gaetem  leder  gancz, 

Peschlagen  wol  von  farben-glancz, 

Rot,  gel,  prann,  ascherfarb  nnd  weis, 

Kölnisch  nestel,  vemit  mit  fleis, 

Kfiris-nestel,  lang,  zech  and  starck, 
S6  Gering  nestel  anf  den  jarmarck, 
al.  52]        Aach  der  schnüer-rimen  dreyerley. 

Drnm  wer  ir  darf,  mach  sich  herpey! 

[Kiiy] 

Kaaia«her. 

Eammachen  hab  geleret  ich, 
so  Pnchspaamen-kem  gar  maisterlich, 
Aach  hüemen  kem  füer  die  gemain, 
Aach  schöne  kem  von  helflfenpain, 
Welche  känstlich  ergraben  wem 
Vnr  balwirer  and  grose  herm, 

10  E  D«rB«ttUer.     11  S  wel.      15  S  gemMb.     24  S  oetUr.     27  S  dareh. 


296 

Also  mancher  gatung  zu-mal 
Fint  jr  hie  pey  mir  ape  zal. 
Qiij 

PQersteiipiiider* 

Ain  puerstenpiiider  nent  mau  ntidi^ 
b  Allerlej  gattung  so  mach  ich : 
Schon  puersten  für  frawen,  jünckfrawon, 
Mit  goU  umzogen,  lueetig  zn  schaweii, 
Auch  kerpiiersteii  für  ciaider  litid, 
Auch  parstwischj  kerwisch  vurs  hausgsiiid, 
10  Auch  piirstii,  darmit  man  gle&er  schwenckt, 
Wo  staub  und  unlueat  daran  heuckt. 

Fin^er-hüeter, 

Aus  messiu^  mach  ich  tin^erhüet, 
Plech-weis  Werdens  im  fewer  glüet, 

t&  Den  in  daa  eysen-gseixck  getrieben, 
Darnach  loch  lein  darein  geh  leben, 
Gar  mancherley  art,  eng  und  weit, 
Vtir  achuester  und  Schneider  pereit, 
Seiden-sticker  und  naterin, 

so  Kui^ner  und  pewtler  für  und  hin. 
Fiij 

Hadler. 

Ich  mach  na  dien  ans  eysrem  drat, 
Schneid  die  leng  ider  gatung  glat, 
Dar* nach  ichs  feil,  mach  ör  und  spicz, 
[bl,  b2*]  n   Darnach  hert  ichs  in  fewers-hicz, 

Reib  die.     Den  sint  sie  zu  ferkauffen, 
Die  kremer  holen  sie  mit  häufen» 
Auch  lang  heft-nadel  nemen  hin 
Die  palnpinter  und  pewrin, 
IVüyJ 

Heftelmaoher. 

Ich  mach  steckheftlein  ans  me^ing-drat, 

Fein  außgepuczt,  rund,  sauber,  glat, 

* 

23  g  nihdler.  S9  8  palmpintar. 


297 

Mit  rnnden  knopilein,  spiczig,  scharff, 
Aller  art,  wie  man  der  pedarff; 
Auch  mach  ich  hacken  und  schlaiffen  gnet, 
Geehwercst  and  geeint,  darmit  man  thnet 
»  Sich  ein-preisen  weih  nnde  man, 
Das  die  klaider  glat  liegen  on. 
dij 

Laten-maeher. 

Ich  mach  die  gar  kfinstling  latem. 
Int  kirchen  lenchtent  dar  Incem, 

10  Mach  auch  die  plint  latem  gestaucht, 
Die  man  in  dem  felUager  prancht. 
SchQn  hoch  liecht-kolben  ich  pereit, 
Pey  nacht,  zn  gastang  and  hoch-zeit, 
Dann  latem,  gros  ande  klain, 

16  So  man  xa  nacht  praacht  in  der  gmain. 

[Xiiy] 

PrilleB-maeher« 

Ich  mach  gaet  prillen,  dar  and  licht, 
Anf  mancherley  alter  gericht. 
Von  dreysig  pis  zn  achzig  jam, 
so  Darmit  man  das  gsicbt  thaet  erspara, 
Die  ghefis  von  leder  oder  hom, 
Dreyn  die  glesser  palirt  sind  wora 
Von  parillen,  gar  hell  and  scharfT, 
Die  fint  ir  hie,  wer  der  pedarff. 
Q 

bl.  53]     u  Holta-drezeL 

Ich  treh  von  pachspaam  püechslein  clain 
Zw  klainat  and  edlem  gestain, 
Aach  fateral  za  gaelden  scbewren, 
Predig-stüel,  dran  man  sich  kan  stewren, 
M  Kfinstlich  Stollen  zn  disch  and  petten, 
Hemer-stil,  so  die  goltschmid  betten, 
Aach  foer  die  paaren  kagl  and  kegel, 
Mang- wellen  nnd  stainmeczen-scblegel. 

11  r  taj  f«kli  6.  14  8  tmI.  15  6  iim«h. 


298 


Brat*8ilier. 

Den  (Init,  kupier  und  me&ising  raiu 
Zeuch  ich  aul  meiner  scheuben  klain» 
Ich  mach  r^rel  drat,  ziu  und  wid 
6    und  drat-puersten  für  die  goidschmid; 
Auch  kuiiipt  meiner  qnintsait^n  Bnm 
Aufs  herlich  clavicördinm. 
Aus  klaiuem  dr»t  man  an  vil  orten 
Macht  ßchnüer  und  audi  getrimgen  porten. 
d 

tu  Wagmaoher. 

Ich  mach  die  wag^  gros  an  de  klaiu 
Mit  allerley  gwicht  in  gemain, 
Die  pehenck  ich  mit  raessen-schalen, 
Wo  man  mirs  anders  wol  thuet  zalen, 
ih  Mach  anch  in  die  ledlein  goltwag, 
Nacli  den  haben  die  kaufleut  frag, 
Mach  auch  ander  würczweglein  gnet, 
Die  man  in  kremen  praucheu  thuet. 

Üer^m&oher. 

20  Ich  mache  die  reyssenden  ur 

Gelat  und  ghrecht  nach  der  meuBur, 
Von  hellem  glas  und  klain  ursant^ 
Eüet  sie  zam,  das  sie  haben  pstant^ 
Mach  anch  darzu  hüelzen  gehews, 
[bl.  53']  Äft  Darein  ich  sie  ieissig  peschlewB, 

Verb  die  gheiia  grtien^  rot,  grab  und  plab, 
Drin  mau  die  stund  und  virteü  hab. 

Sehellea-mAolier. 

Ich  aber  pin  ain  schellenmacher, 
80   Zn  preuek  und  narn>\eis  etu  ai*sacher, 
Mach  zimel-ächellen,  gros  und  ciain, 
Zenmb,  schliten-zeng,  sauber  und  rain, 


13  ß  meach«D;    ipllter  iti  ein  I&uges  e   über  das  o  geiogea, 
m«ttbeD*  14  S  Vo«rui»oberi  d&s  u  mit  dem  spiritu»  »spyr. 


«odaD  d&»leb 


299 

Auch  wolg^timpt  aof  die  stechpon, 
Mach  Bchelln  far  sperber  und  pritscheo-mon, 
Auch  schellen  an  die  narren-kappen, 
Darins  za  fasnacht  ambher-sappen. 

vy 

6  Der  sieb-maeher. 

Ich  mnes  am  tag  vil  hOlczer  klieben 
Za  dünen  spenen  zn  den  sieben 
Und  zu  zargen  oben  beram. 
Der  sieb  mach  ich  ain  grose  snm 
10  In  die  müel  nnd  auch  für  die  pecken, 
Das  mel  zn  schaiden  in  den  secken, 
Mach  anch  wnerz-sieblein  für  die  krem, 
Grob-rewtem  ich  den  pawren  nem. 
bij 

8pi6gl«r. 

16  Ich  mach  das  hele  spigel-glas, 
Mit  pley  ichs  nnterzihe  pas 
Und  dre  darnach  die  hnelzen  Scheiben, 
Darin  die  spigel-gleser  pleiben, 
Die  mal  ich  den  mit  varben  frey, 

20  Fewer-spigel  mach  ich  darpey, 
Daiin  das  angsicht  gros  erschein, 
Anch  snnst  epigel,  gros  nnd  anch  klein. 
Yiij 

Kremer. 

bl.  54]         Ich  pin  ein  kremer  lange  jar. 

S6   Enmpt,  kaaft  mir  ab  mancherley  war, 
Als  pmech,  pfewfen  nnd  schloterlein, 
Niswnrcz,  zncker  nnd  prenten-wein, 
Spigel,  schellen,  kem,  nadl,  harpant, 
LfCcknchn,  nestel,  prillen  pekant. 

so  Der  kremerey  vor  manchen  jarn 
Hat  lieber  pater  wol  erfam. 
K 

10  8  Mif.  11   8  mar. 


[1>1.  54^] 


300 

Der  paiier. 

Ich  aber  piü  aof  erd  ein  paner, 
Meifl  arbeit  wirt  mir  schwer  und  sauer: 
Ich  mu8  ackern,  seen  und  egn, 
b   Schneyden,  raeeii,  hayen  dargregn, 
Holzen  nnd  ainfüern  hay  und  draid, 
Giielt  und  stcwr  macht  niir  oft  herczlaid, 
Drinck  wasser  nnd  is  g^rabes  prot^ 
Wie  den  der  herr  Ädani  gepot. 
Mij 

10  Vflitidh. 

Wir  münich  vor  uralten  jareii 
Ain^idel  und  waltprueder  waren, 
Lagen  in  andechting  gepet 
Mit  fasten,  wachec  frne  und  speti 
16   Höften,  dadurch  selig  zu  werden. 
Doch  leb  wir  icz  änderst  auf  erden : 
Mancherley  erden,  rott  und  seckt, 
Da  nicht  ¥il  gaistes  inen  steckt. 
C 

Die  Jacobs *pnteder. 

fo    Wir  Jacobs-pröeder  mit  grosem  iiaußu 
im  land  wir  hin  und  wider  lanffb 
Gen  sant  Jacob,  Ach  und  gen  Rom, 
Singen  und  petlen  an  all  schom 
Gleich  andern  prech-baftigen  armen, 

3«i  Oft  thnet  der  pettel-stab  erwarmen 
Uns  in  henden,  den  ihw  wirs  treiben, 
Unser  lebtag  faul  petter  pleiben. 
Cij 

Zanpreoher. 

Wol'ber  wer  liat  ain  posen  zon! 
3ü   Den-aelben  ich  ansprechen  kon 

An  wetagn,  wie  man  gfoirt  die  kinder. 
Ancb  hab  ich  krainscbaez  nicht  dest  minder, 
Petrolium  und  wiirnien-samen, 


5  S  dnrgen«  19  E  Dia.     6   [>er, 


801 

Triackers  and  die  müeckeD-Bchwamen, 
Hab  aoch  gnet  salbn  faer  floch  and  lews, 
Aach  palver  var  raczn  ande  mens. 

[Oiiy] 

Jfled. 

5  Ich  pin  nicht  amb-sanst  ain  Jüed  genant, 
Ich  leich  nar  halb  gelt  aaf  ein  pfant ; 
Löst  mans  nit  za  gesecztem  zil, 
So  gilt  es  mir  den  noch  so  vil. 
Darmit  Verderb  ich  den  losen  haaffen, 
10  Die  gern  feyem,  fressen  and  saaffen. 
Doch  nembt  mein  handel  gar  nit  ab, 
Weil  ich  meins  gleichn  vil  präeder  hab. 

Der  geltnarr. 

Der  geltnarr  so  pin  ich  genant: 
16  On  rae  ist  mein  hercz,  mand  and  hant, 

Wie  ich  nar  gros  gelt  and  reichtamb 

ünferschembt  listig  aberkamb. 

Mit  dem  Jnden-spies  thw  ich  laaffen, 

Mit  waecher,  aafseczn  and  fclr-kanffen, 
10  Pin  doch  darpey  ser  gnaw  and  karg, 

Ich  spar  das  gnet  and  fris  das  arg. 

fiij 

[bl.  bb]  Der  fressent  narr. 

Ich  pin  genent  der  fressent  narr, 

Man  kent  mich  in  der  ganzen  pfarr. 
9b   Wo  mich  ein  reich  man  lett  za  disch, 

Seczt  mir  ftier  gaet  wi]pret  and  fisch, 

So  schlampp  ich,  samb  wols  mir  entlauffen, 

Thw  anch  den  wein  so  k wisch  sawffen, 

Als  ob  ich  sey  gancz  podenlos. 
so  Des  ist  mein  schmerpaach  dick  and  gros. 

[fiiij] 

Stock-narr. 

Ein  natürlich  stock-narr  ich  pin; 
Wan  ich  hab  weder  wicz  noch  sin, 

31   Hier    Ut    in    E  derselbe  bolMchnitt  wie    beim  krämer  (s.  299,  33)  be- 
DOtsty  so  dem  er  gehOrt. 


10 


Hab  ain  groben  verstant  der-masgeD^ 

Kan  weder  hengeii,  nocli  nachlassen. 
Ich  far  heraus  mit  worl  und  that 
Dolpischer  weis,  Mg  kaiuem  rat, 
Verschon  nimancz  mit  meim  anschnarn. 
Drumb  helt  man  mich  vor  ain  stock-narrn. 

Der  Boliaictfl-iiarr« 

Ich  prawch  mancherlei  narren-weis, 

Darmit  ich  erdap  dranck  und  speis, 
Docli  kenn  ich  durch  ain  zäun  mein  mon, 
Mit  meini  faczwerck  zu  grewffen  on, 
Da  ich  uiit  mein  nerisclien  sacben 
Die  iierscbaft  kan  fein  frolich  machen. 
Mit  hewchlerey  die  lewt  icb  plent. 
Drumb  man  midi  ain  schalcks-narren  nent. 
g 


Sensen-solimid* 

Vil  senan  durch  mich  geschmidet  sind 
Mit  hamer-scblegen  achneJl  und  schwind, 
Die  den  gel  ich  scharpf  ubermas, 

M  Darmit  man  meh  das  grüne  gras, 

[bl.  55'|       Daraus  den  wirt  grumat  und  hay. 
Änclt  mach  icb  sichel  mancberlay, 
Darmit  man  eipschneid  das  getraid 
Dui'ch  alte  weih  er  nnd  panrn-maid, 

Ty 

n  Der  beeoMuef . 

Also  aint  hie  gezaiget  on 
Virzehen-und-bundert  person 
In  emptern,  küneten,  baut-arbeit, 
Doch  anlerschieden  verr  und  weit, 
80   Zw  aim  fnerpild,  das  iderman 

Anf  sich  selb  ml  guet  achtuug  hon, 
Das  in  seinem  pefelcb  und  amht 
Ans  nnfleis  gar  nicbs  wert  versambt. 


^  8  Dttraiiob  lob« 


SOS 

Der-gleich  kfinstner  nnd  hantwerckslewt 
Sollen  auch  handlen  gar  vertrewt, 
Ainer  dem  andren  dinen  sol 
Mit  seiner  arbeit  recht  nnd  wol, 
6  Wie  er  p^^rt  in  rechter  trew, 
Und  hab  vor  allen  lästern  schew, 
Alles  aigen-nncz  massig  gon, 
Weil  got  ain  schewen  hat  daron, 
Der  ans  herraicht  in  dieser  zeit 

10  Sein  prot  darch  vil  müe  and  arbeit, 
Es  sey  so  ring  es  ymer  wöll, 
Uns  doch  daran  penfiegen  soll, 
Got  daromb  sagn  danck,  lob  and  er, 
Weil  ans  sein  hant  alle  emer. 

16  Wer  aber  fäert  ain  pösen  handel, 
Unnficz,  gotloß  darinen  wandel, 
Aaf  das  er  nnr  gros  reichtam  hab, 
Der  ker  omb  and  las  darfon  ab. 
So  entget  er  vil  angemachs 

M  Hie  and  aach  dort    So  spricht  Hans  Sachs. 

[bl.  56]  Anno  salatis  1565,   am  30  tag  Octobris. 

912  [ven]. 

* 
13   8  loch. 


304 


Ain  lobspmech  der  haubt-stat  Wien  in  Osten 

Diese  oben  contrafactur 

Zaiget  warhaftig  dar  und  piir 

Wien,  die  weil  perümbten  haubtatat» 
6  In  ÖBteireich  ir  leger  hat 

Ad  dem  flues  der  Thonaw  genant, 

Welche  vür-rlnt  ins  llng^erlant, 

Mit  sechzg  schiftreichen  flüessen  guet 

Sich  naert»  föer  vil  stet  fliesen  thuet; 
10   unter  den  Wien  i^t  die  eiczt  stat. 

Von  alters  lier  den  namen  hat 

Flaviana  voo  Flavio, 

Dem  lantfogt,  der  regirt  aldo, 

Änch  vermainen  etliche  da 
1^  Von  dem  klain  flüeslein  Wiena, 

Das  zwiBchn  den  vorstetn  Üewst  hinab, 

Stat  Wien  den  iren  namen  liab. 

Wien,  die  groa,  weit  und  volckreich  stat, 

Der  ambkrais  ir  «tat-mawren  Ijat 
[bl.  198]  80   Zwey-dansent  schrit  ringweis  umbfangen; 

Änch  hat  die  stat  ein  weiten,  langen 

Crrabn  mit  anfgeworffner  schüete  mer 

Mit  tbiirnen,  zinen  und  vorwer; 

Die  gassen  sint  mit  stainen  hart, 
26   Gepflastert,  ser  werhafter  art, 


I  Im  ftchitebnteti  «pmebbiaolie,  bL  \i^7*  bii  200,  Emil  Hiö« 
Saebe,  lob«pruob  der  haoptatiidt  Wien  m  Ötterrtilcb.  Zum  orsieamiLlo  n^db 
b KD dsobrifl Neben  texte  brg^  and  mit  flinor  einleiLung  und  snmerkiingen  rerti 
Progr,  des  n.  <k  IftndfliTeftlgymiiaalaiiii  In  der  at&dl  BAdeo^  Wien  1870« 
londen  brg,  Wieo  1877.  22  8.  8.  Hemriflb  Kib  de  bo^  DI«  diobianfei 
Hftni  Saoba  tur  geiobiobt«  der  «Udt  Wien,  Wien  1S76.  8.  a.  71  bii 
8  Vergl.  hwd  7,  407,   4.  25  S  Gepflastw. 


806 


l^ 


Darin  die  pürgerhewser  Loch, 
Stainen,  mit  ^mel  geziret  doch, 
Gwelbt  mit  schwinpogen,  gmach&atn»  weit, 
Stueben  vor  frost  zu  winters  zeit 

o  StaliuDg  2u  pferdn  und  ander  thier, 
Auch  gar  köstliches  haosgeschler, 
Barchscheinende  glasfenster  fiier, 
Daran  eysren  leden  und  thüer: 
Alle  gemach  zirlicb  zw*mal 

AD  Als  eines  füersten  schöner  sal, 
Die  weinkeler  so  dieff  nnd  weit, 
Das  man  vermaint  zo  dieser  zeit, 
Stat  Wien  die  hab  unter  der  erd 
Her  gepewSf  den  drob  fnnden  werd. 

^i  Diese  stat  Wien  in  hochem  mtnb 
Ligt  im  Pasawischen  pistnmb. 
Darin  siut  von  gehawen  stain 
Vü  goczheuser,  gros  nnde  ciain. 
Köstlich  erpant  nach  allem  rat, 

90  Gezirt  mit  aUerley  omat: 
Vil  clofiter  mit  frawen  nnd  mon 
Darin  ir  gaistlich  orden  hon, 
Idocb  sant  Stefans  thurn  nnd  stift 
Hit  kirnst  die  andern  nberdrift, 

flu  Das  in  ganczem  Deutschland  hat  mm. 
Aach  ist  da  ein  coleginm, 

]     Ein  hohe  schul  der  freyen  knnst, 
Die  anfghricht  ist,  pestet  ans  gnnst, 
Von  pabst  Urban  dem  sechsten  klar. 

M  Da  knmen  vil  Studenten  dar 

Ans  Uogem  and  ans  deutschem  land, 
Die  da  stndiren  allesand. 
Es  werden  auch  in  Wien,  der  stat, 
Achzehen  man  erweit  in  rat 

»»  Und  ain  richter  in  das  gericht, 
Auch  ein  purgermaister,  verpflicht, 
Zu  tragen  sorg  für  die  gancz  stat; 
Nit  mer  obrikeit  die  sut  hat, 
Den  auch  berm  znmb  weinzol, 

40   Die  habn  ein  scharpf  einsehen  wol, 
Und  ir  gwalt  wert  von  jar  zu  jar. 


Hu^« 


XXllI« 


20 


306 

Nun  diese  stat,  volckrekh  vur-war. 
Doch  kambt  nberJlüessiger  weis 
Teglidi  ilarein  allerley  speis, 
Auf  keren,  wegn  prot,  flaiscb  luid  fisch, 

B   Er^bs,  ayer,  vogl  und  wilpret  frisch; 
Das  wein-lessen  wert  oft  virzig  tag, 
Das  man  teglicb  einfüert,  ich  sag, 
Wegeü  mit  wein,  teglich  drey-hundert 
Des  daga  oft  zw,  das  manchen  wundert, 

lü   Das  teglicb  pey  zweltt-b lindert  pt'erden 
Im  weinlessen  gepra wehet  werden. 
Den  ostei'wein,  starcli,  woischmack,  guet, 
Oft  gar  iimb  ring  gelt  drincken  daet. 
r>en  iiiaisteii  wein,  den  fürt  man  naw 

if.   Mit  pftjrdn  in  schiffn  raw^ff  die  Thonaw, 
Darnacli  auf  der  ax,  müeBamer  haut, 
~[bl.  199]       In  Payreu  und  in  Schwaben-lant. 
In  solchem  reicbtumb,  glückselikeit 
Stat  Wien  ist  gstanden  lange  zeit, 

20   Doch  nach  dem,  als  man  zeit  vörwar 
1477  jar, 

Hat  Wien  gar  hart  gejlrenget  da 
Der  nngrisch  kiinig  Mathia,  * 

Die  stat  gewalticlicb  einmnb 

26   Kaiser  Fridrich,  dem  driten  frnrnb. 
Der  doch  durch  Maximilion, 
Sein  sun,  die  stat  Wien  wider  gwon. 
Im  achten  jar  nach  dem  peschied 
Het  die  stat  wider  glueck  und  fried, 

ao   Pis  mau  hernach  zelet  vürwar 
1529  jar, 

Pey  kaiser  Carl  dem  fünften  schon 
Der  thüerckisch  kaiser  SoUiemon 
Der  kam  vür  Wien  mit  groser  macht, 

35   Zw  ros  lind  fnes  er  mit  im  pracht 
Wol  drey-mal-bundert-dawsent  nion ; 
Auf  wasser,  lant  ruckt  er  hinan, 
Zwo  mei!  riugwcis  umb  Wien,  die  stat^ 
Sein  leger  wol  geraichet  hat, 


13   S  ringi^U. 


807 

Das  der  »tat  nichsen  za  mocht  gon, 
Kain  hilff  noch  rettong  mochte  hon. 
Der  Tüerck  verderbt  dammb  das  lant 
Mit  ranb,  mort,  gefencknns  und  prant, 
6  Merck  und  dorffer  dammb  verprent, 
Jonckfrawen  und  die  frawen  schent, 
Zerhawt  und  spist  die  dainen  kind, 
An  die  zann-pfel  gestecket  sind. 
Da  stund  die  stat  in  hochem  trawren; 
M.  199'J  10  Mit  polver  snsprengt  die  statmawren 
An  vier  orten  mit  grimikeit 
Wol  vier-und-virzig  klafter  weit, 
Das  anch  hernach  vil  mer  geschach. 
Doch  unsere  haubtlewt  hernach 

16  Verschanczeten  die  lücken  zw; 
In  der  stat  war  kein  rast  noch  rw, 
Ein  lerman  nbem  ander  wart, 
Der  Düerck  der  stat  zu-seczet  hart 
Mit  stüermen,  graben  tag  und  nacht, 

20  Die  stat  hilt  guet  Ordnung  und  wacht. 
Vereterey  der  Dürck  an-richt. 
Das  im  auch  wolt  geluecken  nicht. 
Entlich  loff  er  ain  stürm  on. 
Sein  volck  aber  wolt  gar  nit  dron. 

36  Da  wurden  sie  von  seinen  waibeln 
Getriben  mit  knüeteln  und  saibeln. 
Da  wnrd  vil  seines  volcks  verlorn. 
Nach  dem  der  Thüerck  mit  grimen  zorn 
Prach  auf  zu  nacht  und  zog  darfon 

so  Und  zündet  seine  leger  on 
Und  alle  flecken  rings  herumb 
Und  fnert  mit  im  ain  grose  sumb 
Gefangen  Cristen,  weib  und  mon, 
Elent  in  die  Dürckey  darfon, 

36  Nach-dem  er  pelegert  in  klag 

Die  stat  Wien  vir-und-zwainzig  tag. 
Daran  vir  stüerm  verloren  het, 
Stat  und  lantschaft  verderben  thet 
Mit  gar  un-uberwintling  schaden. 

40  Doch  war  aus  gotlichen  genaden 
Wien,  die  gros  stat,  erettet  frey 


20^ 


309 


Meines  Adam  gedenck-daffel. 

Als  man  zeit  funf&ehundert  jar 
Und  darzw  sechzig^  jar  vürwar 
Nach  des  herren  Cristi  Report, 
6  leb,  Adam  Endres,  geporen  wnrt 
Am  Areytag  nach  sant  Hertens  tag 
Zw  nacht  zwischen  aim  und  zway,  ich  sag, 
Am  samstag  entpfing  die  dauff  dar 
Adam  Stellein  mein  daaffdot  war. 

10  Auf  die  ander  seitten: 

Nach  dem  als  sibn-und-sechzig  jar 
Der  mindern  zal  gezelet  war 
Jannari  am  sechzehenden  tag, 
Wnrt  ich  mit  gschray,  wainen  nnd  klag 
16  Geschniten  an  dem  blasen-stain ; 

Mein  angst  nnd  schmerzen  war  nit  klain. 
Got  sey  lob,  der  gnad  darzn  gab, 
Das  ich  kam  meines  schmerzens  ab. 

^IS]  Peschlnes. 

20   Damach  als  acht-nnd-sechzig  jar 

Der  mindern  zal  gezelet  war 

Am  andern  Jnli,  der  .5.  stnnd 

Des  tags  wart  ich  dotlich  nngsand, 

Meinigaist  der  schied  mit  schmerzen  ab, 
26  Mein  leib  wart  gelegt  in  das  grab. 

1  Im  aehtsehnten  tpraohbaohe,  bl.  174.  Charles  Sohweitier,  Etüde  aar 
^  ^i«  et  lei  (EaTret  de  Hans  Sachs.  Nancy  1887.  s.  452.  Hinter  dem  16 
^^'H  steht:     >am    313    plat    der  peschlaes«.  19    »Die    reimen  gehören    hin 

^  SQ  der  gedenck-daffel   Adams  cum  pesohlaes  in  dem   174  plat«. 


»i. 


310 

Aber  füer  mein  zeitliches  leben 
Hat  mir  got  ain  himlisches  geben 
Durch  Jesum  Cristam,  mein  hailand, 
Der  den  dot  am  creoz  aberwand, 
Da  nun  ent  ist  als  ongemachs. 
Da-hin  pegeret  aach  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1568,  am  3  tag  Jali. 


811 


Ain  schons   puelied  ainer  erlichen  frawen  mit 

aim  Damen  in  den  anfengen. 

Mir  liebt  in  grünem  Mayen 
Die  Arölicli  samer-zeit, 
6  In  der  sich  thuet  erfrayen 
Mit  ganzer  stetikeit 
Die  alier-liebst  anf  erden, 
Die  mir  im  herzen  leit. 

2 

10  Ach  May,  dw  edler  Mayen, 

Der  dw  den  grünen  walt 

Gar  herlich  thnest  erfrayen 

Mit  plüemlein  manigfalt, 

Darinen  thüet  spaciren 
16  Mein  feins-lieb  wol-gestalt. 


Got,  dw  wollest  mir  geben 
In  diesem  Mayen  grüen 
Ain  frolich,  gsundes  leben, 
30  Darzu  die  zart  nnd  schüen, 
Die  dw  mir  hast  erkoren, 
Die  mir  ir  lieb  vergüen. 

1  Im  aehtsehnten  ipniohbaohe,  bl.  210'  bis  211'.  Gedrackt:  Frdr.  (itfr. 
Wilh.  Heriel,  AusfUbrliohe  mittheilung  über  die  kUrilioh  in  Zwickau  auf^e- 
fandenen  Handtohriften  von  Hans  Sache.  Progr.  Zwickau  i.  S.  1854.  4.  9.  35. 
Damaoh  Ltttselberger-Frommann ,  Hans  Sachs.  Nürnberg  1891.  s.  94  bis«  96. 
Wilhelm  Sommer,  Die  metrik  des  H.  Sachs.  Rostock  1882.  s.  39  loiicbt  auf 
die  anlehnang  dieses  akrostiehons  an  das  Volkslied  bei  Uhland  nr.  59  aafmerk- 
f»m.  Vgl.  Frani  M.  Böhme,  Altdeatsohos  liederbuch.  Leipiig  1877.  nr.  143 
and  die  amdiebtnng  bei  QostaT  Legerloti,  Aus  guten  stunden.  Salxwodel  1886. 
•.   186  bis  287.  13   Volkslied  manigfalt.     S  wolgestalt. 


Daramb^  dw  grüner  Mayen, 
Wall  ich  an  die  gedenck, 
[bh  211]       Die  mein  herz  tlinet  erfrayen, 
6   Der  icb  vil  eewffzen  HQUck, 
Die-weil  ich  leb  auf  erdeo, 
MeiD  hercz  ntt  von  ir  wenck. 


Ach,  halt  an  trew  und  ereij, 
Mein  aller-hochster  schacz, 
Und  las  dich  nit  ab-keren 
Des  Bchn5den  klaffers  schwacz, 
Gib  iren  falschen  znngen 
In  deim  herzen  kain  placz. 

6 

Lieb,  ach  wolt  got,  mein  herze 
Kunst  sehen  in  dem  grnnd, 
Wie  das  in  liebes-ech merze 
Von  dir  ist  worden  wund! 
Thw  das  mit  eim  wort  drosteo! 
So  Wirt  mein  liercz  gesund. 


3& 


Ewig  wolt  ich  mich  frewen, 
Wen  ich  dein  aigen  wer, 
Und  dir  dienen  in  trewen, 
Der-halb  furcht  kain  geferl 
Nicbs  icb,  den  er  nnd  glüecke, 
Von  got  und  dir  peger. 

8 

Nach  BÜber  und  nach  got  de 
Thw  ich  nit  senen  mich. 
Als  der,  die  icb  berzholde 
Hab,  zu  der  mich  vet^sicti 
Aller  liebj  trew  imd  ere, 
Weil  ich  leb  anf  erlricb. 


m   FromuADa  iw)h.     8  lab. 


813 

[bl.  211T  9 

Ach,  thw  von  mir  nit  keren 
In  liebes-anefang ! 
Hoffhong  thaet  mich  erneren 
b  Forthin  mein  lebenlang. 
Vil  dansent  gneter  nachte 
Wfinsch  ich  dir  mit  gesang. 

Anno  salutis  1568,  am  14  tag  Aprilis 
Die  anfangsbuchstaben  der  siropbeu  ergeben  dennamen  Magdalena. 


314 


Die  reimen  herzog   Hansen  nnd  doctor   Martins 
[Luther],  so  vor  dem  crencz  paid  knien. 

Erparm  dich  mein,  o  got. 
Oh  deim  wordt  lied  ich  not, 
6  Gefencknus,  schmach  und  spot. 

Oh  deinem  wort  ^recht 
Erlied  ich  pann  und  echt 
Als  ein  trew  gottes-knecht. 

Anno  salaÜB  1568,  am  1  tag  Prachmon. 
1   Im  ftohtsehnteo  sprachbaohe,  bl.  211'.     F.  O.  W.  Uertel  a.  ».  o.  s.  36. 


815 


Die  reimen  auf  ein  grabstaln  Wolff  Canzingers. 

Hiob  am  19  eapital. 

Ich  wais,  mein  erlösser  lebt  noch, 
Wirt  mich  wider  erwecken  doch, 
6  Mit  dieser  hewt  nmbgeben  mich. 
Wird  in  dort  sehen  ewicUch. 

Anno  salntis  1568,   am  2  tag  Pracbmon. 
l  Im  MhtMhnUo  ipruohbaohe,  bl.  211'. 


816 


Auf  den  gnelden  Schilling. 

Da  Abraham 
War  got  ghoraam, 
Sein  lieben  snn 
6  Wolt  opfern  thnn  .  .  . 


1  Im  aehtiehnten  ipraohbaohe,  bl.  211'.  5  H.  Saohi  lohließi  am  ead« 
der  seile  211'  mit  dem  seieben  (einem  lang  geiebwftniien  e),  mit  dem  er  ge- 
wöbnliob  atrophen  oder  stollen  endigt;  aber  auf  der  folgenden  eeite  212  folgt 
niobt  der  soblaO. 


817 


In  den  geschenckten  pecher  Sigmund  Feyertibent, 
80  er  aim  erbern  rat  alhie  schenckt. 

Sigmund  Feyerabent  mich  vereret  hat 
Hie  einem  erbem,  weissen  rat. 

Anno  salntif  1568,  am  28  tag  Juni. 

1  Im  aehtiehnien  ipniohbaohe,  bl.  212.  WabrMheinlioh  ist  der  scheoker 
des  beehen  der  verltgcr  der  Eigentlioben  besobreibang  aller  siinde,  sieb  vor- 
biB  s.  271  bU  •.  30S. 


318 


Eie  gesprech,  darin  der  dichter  dem  gefnersteu 

iil>i  zu  Allerspacli  sein  valete  und  lecken  sprucb  dediciret. 

Als  ich  mit  freud  in  iiberlliies 

Den  Spruch,  niein  valete,  peschlues, 
5   Des  tags  kam  eben  zu  mir  gleich 

Der  weit  perüembt  und  künstenreidi 

Mater,  der  in  Nürnberg,  der  stat, 

Den  rumb,  wie  Alb  recht  Duerer  hat, 

Der  im  vergleichet  mit  der  Jiant, 
10  Mit  sinreichikeit  und  verstaut. 

Der  mit  hoher  pit  und  peger 

Saget  mir,  wie  er  kamen  wer 

Von  AUerspach  dem  gfaersten  abt; 

Pey  dem  het  er  ein  pstatlnng  ghabt^ 
16   Am  cor  zu  malen  künstlich  ßeissig 

ümb  hundert  gnelden,  darzu  dreyssig, 

Sambt  ala  unkoBt  und  zernng  frey, 

Färb,  und  waB  man  sunst  dortt  darpey, 

Sambt  einen  leitkauff  seiner  frawen. 
ao  Darpey  wern  gwest  drey  herrn  auf  drawen  : 

Der  erste  herr  Hans  Haw  in  Dewffel, 

Der  ander  der  keiner  an  zwewffel, 

Mit  nam  her  Michel  Fewchtinger, 
[bl.  21ö'l      Der  drit  aber  war  der  richter, 


1  Im  ftohtiehnUn  ipruulibtiohe,  bl,  316  bis  217  [8].  BinMldmek :  Wal 
IIüDs-8aflh9-bib]iogr.  m.  %U  [E].  4  Vergl.  b»Da  Sl,  s.  337  bia  344.  8  K 
EndrtiB  tlernoisen  sem  namen  hat.  9  E  Der  «o  ge»6bwind  iii  AiL  13  AJl«n- 
hteh  in  Niador-Bajem^  ö.  fon  Landab Qt. 


819 

Andre  Batenpeck  hies  mit  nam, 
Die  pschlnessen  das  geding  alsam, 
Wie  vor  pegrifih  mit  kurczen  werten. 
Nach  dem  fragt  sein  gnad  an  den  orten, 

6  Ob  zw  Nfimberg  gestorben  wer 
Hans  Sachs,  der  dichter,  wie  den  er 
Gehöret  het  vor  etling  jaren, 
Het  doch  gwissen  grand  nie  erfaren. 
Dranff  het  er  seinr  gnad  andwort  geben, 

10  Hans  Sachs,  der  dichter,  det  noch  leben. 
Des  wolt  er  seinr  gnad  zengnns  pringen 
Seiner  hantschrift.    Und  za  den  dingen 
Fat  der  künstner  meinr  zewgnns  eben, 
Das  ich  noch  warhaftig  det  leben, 

16  Dem  gfnersten  abt,  seinen  genaden. 
Das  er  seiner  sorg  ward  entladen. 
Nan  het  ich  gleich  des  tags  volent 
Den  spmech,  mein  valete  genent. 
Den  pat  er  mich  seinr  gnad  zu  schencken. 

so  Drob  det  ich  mich  nit  lang  pedencken, 
Und  das  valete  fewer-new 
Aas  dinstwiUiger  lieb  and  drew 
Ich  seinen  gnaden  dedicir, 
Pit  gar  anterthenig,  von  mir 

»  Aaf-nemen  mein  lecztes  gedieht, 
In  höchstem  alter  za-gericht. 
Das  Wirt  mir,  Hans  Sachs,  zewgnas  geben, 
Das  ich  noch  pin  gewies  im  leben, 
« 

3   E  begriffn.     S  pegriffen.         \b  E  genendi.     S  greot. 
l«  bis  20  bat  E: 
Der  gfiel  dem  Küniiner  also  wol. 
Das  er  gleiebsam  der  freaden  vol 
Blieb  bat  jm  solobo  Sprucb  la  schenoken. 
Drob  tbet  iob  miob  nit  lang  bdencken 
Vnd  mein  Valete  fewer  new 
Aaß  gatwilliger  lieb  vod  trew 
leb  disem  Herneisen  dedicir. 
Welcbe  er  la  danck  annam  von  mir 
Als  mein  aller  letstes  gedieht, 
Im  böehsten  alter  sagerioht, 
Drinn  solt  er  mein  arbeit  vnd  wesn 
Vorgedaobten  Apt  lassen  lesn. 


320 


AU  lang  der  ewig  got  noch  wll, 
Der  allaln  weis  meins  endes  sil, 
Da  er  verwechBelt  uoeer  irdisch 
Leben,  gelt  um  ain  himellscb, 
[bl  217]   6    Da  ewig  ftmä  uns  plüe  und  wacbs 

Durch  Jesum  Crisiuni.  Wüoscbt  Hais  Sachs» 

Aqbo  aalutis  15&6,  am  28  tag  AugastL 
56  [Ters]. 


6   In  E  folgt  i^leieh  darii&cbf  biso  ohne  diLt  dalanij 

l>aDGk8&gang  des  Malers    fUr  das   Valete. 
Vnd  ich,   Eodre§   Hernoiaen^   hab 

Mjl  danokbarm  g^mit  fUr  aokha  gab 
Obgi9ai8lt«a  Harro   Hau^  Saehaan  alt, 

So  rlJ  mir  mClgUob^  sein  gaitalt 
Aboooterfsitt  da  er  ali  war 

Zwej  moiiat  vnd  81.  Jar 
Bracht  jtus  luin  newen   Jar  tur  sobenok. 

Weil  ich   aber  war  ingedeüok, 
Daa  Til  Leut  aaob  in  nah  rnd  ferro 

Verlangt  la  leben  dieien  Herrn 
Vod  nit  EQ  jtn  kÖQDen  komtDon, 

Hab  iob   tn  ebrn  di«etn   frotomen 
Mein  wil%  diecat  auch  darm  tban 

Vod  ja  im  Track   Uaaeu  auBgan^ 
Weil  er  selb»!  ^agt  an  seiia  Sieobbot« 

Bab  jm  daa  Bild   gleich  sebeD  th«t. 
Bitt  darttebn  beul   Maoo  und   Frawen, 

Den  dil>  Bitd  Alrkombt   ku  scbawen 
Mit  f»m|>t  leinom   Valete  gut| 

Weil  icha   Ihu  auß  trewhertiigm  inot^ 
WalltDB  SU  danck  aofTnomeD   awar 

Za  eim  glUokseligen  newen  Jar. 
War  aber  wolt  aein  gmM  vnd  hartt 

Abgemalt  jMshAwen,  d«r  aeh  od  aobmerii 
Im  mit   fleiß  in  aein   Büobero  an, 

Da   wird  er«  recht  Codterfelt  ban. 
Vnd  diaea  Qmebl  Tolendet  wurdt 

Nacb   rnaera  Herrn   Cbrinti   gehurt, 
Da  man   seit  taueent  fUnff  hundert  Jar 
'  Vnd  lecbi  vnä  eibentzig  fllrwar^ 

Am  newen  Jars   abend  genendt. 

Gott  terlej  Jm   ein  seligs  and 
Vnd  ein  frewdenrelobe  Tratend. 


821 


ter  •.  272  bii  276  den  einteldniok  wiederholt,  fttgt  in  einer  an- 
aerkmg  hinn,  er  kOaae  die  im  Valete  angeseigte  jabruhl  1507  mit  dem  inhalte 
4«s  Iblt  TerfertigUn  ipmohi  nieht  reimen.  Wie  wir  sehen,  iai  aber  der  spmeh 
froher  gedfehtet.  Andreai  Hemeiien  leheint  ihn,  naohdem  er  den  dichter  ge- 
malt  hatte,  fllr  die  rmdiemng  dee  Jost  Amman  Terftndert  tu  haben,  am  gleioh 
■ftoh  dem  tode  dee  Hau  Saehs  sein  bild  der  öffentlichlieit  sa  bieten.  Das 
gMBftlde  a«f  tavaenholi,  das  im  besitte  des  ministers  von  Nagler  in  Berlin  sich 
befand ,  ist  erhalten.  Bs  gehflrt  jetit  der  bedeutendsten  privatgalerie  Deutseb- 
laiida.  Sieh  K.  Woennaan,  Wissenschaftliches  verteichnis  der  älteren  gemälde 
dmr  gal«rie  Weber  in  Hamburg.     Dresden   1892.  s.  44  f. 


Bmu»  Saohs.     XXni.  21 


322 


[1)1.   233'] 


Ain  fabeL 


Das  angen-fewer« 

Nun  hört!  wnnder-selczanie  nier 
Zw  warnmig  ich  alhie  ercler 

fi   Den  gselen,  so  pey  nacht  und  tag 
Vom  wein  gwinen  sant  Urbans-plag, 
Das  sie  verlieren  sin  tind  wicz, 
Das  den  ein  groser  prauch  ist  icz. 
Wan  welcher  küeisch  sewft  den  wein, 

10   Dtinckt  sich  der  pest  nnter  in  sein, 
Weil  doch  in  solcher  drunckenheit 
Sich  pegiebt  vil  geferlichkeit, 
Das  in  niichterkeit  nit  geschech» 
Das  man  pey  dieser  gsehiclit  pesech. 

16  Nemlich  ain  grober  panren-knecht 
Het  ain  suntag  vor  fasnacht  zecht 
Mit  seins  geleichen  zw  Schwelnaw, 
Sich  vol  gesueflfen  wie  ein  saw. 
Als  nnn  die  zech  zu  nacht  war 

so   Und  er  wolt  wider  haim  zn  haus, 
Dorcklet  da-hin,  nnd  anf  der  eben 
Gues  er  ain  klefterichen  leben, 
Fiel  und  sudelt  sich  wol  im  dreck» 
Fuer  auff,  dorckelt  seinen  weck, 

sb  Fis  das  er  kam  gen  dem  Iii-aftzhoif. 
Da  er  in  ainen  stadel  schloff, 
Im  hay  zti  rnen  ain  par  stund. 


1  Im  ftcbtiehnten  spmtihbuohe,  bl.  23.^'  bis  23&.  Uedrnokt  in  den  BtmU 
Hohen  fHbeLn  und  loliwünkpii  unter  nr.  370.  Vergl.  im  »ohw^rMo  tone 
Klingfior  :  Dai  atTgüi^revrer  »Nun  boret  wunder  frembde  Tn«r*  1643,  *id  ascber 
mitwooh  (FobruAr  7).  10  S  Lmnck.  IG  S  f^aDJieb. 


3 


828 

Als  aber  in  spüerten  die  band 
Im  dorff,  fingens  zw  pellen  an 
[bl.  234]       Alle  nber  den  feilen  man. 

Nun  war  die  pewrin  ain  witfraw, 
s  In  der  stadel  lag  die  volle  saw; 
Die  erechrack  und  det  im  pett  anfBten, 
Det  schleicbent  in  den  stadel  gen, 
Pesorgt,  es  wer  ain  dieb  darin, 
Welt  iren  scbacz  ir  tragen  hin, 

10  Den  de  im  hew  eingraben  het. 

Sie  lost;  als  nnn  lawt  scbnawden  thet, 
Haint  sie,  er  grüeb  schon  nach  dem  gelt, 
Schlich  nahent  im,  das  sie  nit  feit, 
Eert  das  hinter  herfäer  am  rocken 

ift  und  draff  in  anf  den  angschedel-knocken 
Mit  zwayen  straichen  so  nngehewr. 
Das  ans  sein  angen  schos  das  fewer 
und  zünd  das  hay  im  stadel  an. 
Das  es  in  aUe  hoch  anfpron. 

so  Der  fol  fiel  von  dem  hew  hinab 
Und  fiel  den  rechten  schenckel  ab, 
Die  pewrin  entran  binden  nans 
und  ward  pesenget  wie  ein  maus. 
Des  andren  dags  klagt  sie  vor  ghricht 

25  Den  panren-knecht  an  für  ain  pöswicht. 
Der  mit  dem  awgen-fewer  sein 
Het  anzttndt  iren  stadl  allein. 
Der  da  an  einer  kmecken  ging 
Und  auch  zn  clagen  anefing, 

30   Sie  het  im  gstelt  nach  leib  nnd  leben, 
Het  zway  solch  schwinder  straich  im  geben. 
Das  im  das  fewer  anß  sein  awgen 
[bL  234']      Geschossen  wer,  künt  er  nit  lawgen. 
Im  stadl  anzüent  das  hew  nnd  stro. 

86  Des  war  er  auf  sein  aid  nit  6*0; 
Er  het  gar  nichs  daran  gewanen, 
Es  wem  im  sein  hentschnech  verprnnen 
Und  darzw  anch  sein  plaber  hnet, 


7   S  den  den.  13  S  Soblieht.  22  S  eintraD.     Vergl.    band  16,    531 

1    136,   12.     31  7  Hei.     8  Im. 

21' 


324 


[bl.  235] 


ao 


Dar-auff  zwo  hannen-federn  g^et 

Und  darzw  anch  ein  nestel-krancz, 

Den  Let  er  an  dem  kii^btag-dancz 

Gewnuen  vor  den  aiidern  aln, 

Den  solt  die  pewiin  im  pe^aln 

Und  im  an  Brich  ten  aücti  den  pader. 

Daft  ghricht  za-höret  irem  hader. 

Ans  dieser  selzamen  gescbicht 

Kunden  nicht  nrtaila  das  gericht: 

Ain  tail  gab  der  witfrawen  recht, 

Der  ander  thail  dem  pawreu-kneclit. 

Wurden  zwispeltig  in  der  sacb. 

Zu'lecz  ein  alter  pawer  spracli: 

„Weil  wir  selber  zwispeltig  sein, 

Wol  wir  fordern  die  dorff-gemaio 

llnA  wöln  den  liaudel  in  erzein, 

Das  wir  mit  rat  urtailen  wein 

Und  da  ratschlagen  mit  einander 

Umb  ein  gh recht  nrteil  alleBander, 

Das  recht  zu-dreif  anf  paidem  deil.* 

Die  dorft-gemain  sam  in  schneier  eyl, 

Sassen,  detten  darob  ratschlagen 

Und  trieben  das  pey  dreyen  tagen 

Und  drnncken  darob  aus  gemein 

Im  wiTczbaus  auf  drey  aimer  wein. 

Das  mnst  die  pewrin  zalen  als. 

Die  dorfif-gmain  die  peschlos  aach-mals, 

In  diesen  Imderbafting  sachen 

Ein  freuntlicbe  daiding  zn  machen, 

Und  legten  ain  tag  gen  Schweinaw, 

Da  dem  pauren-knecbt  die  witfi'aw 

Verhayret  wart  zu  ainem  weib 

Am  aschermitwoch,     Darpey  es  pleib. 

So  wurt  die  hochzeit  zu  Schweiuaw 

Des  pauren-knechtz  und  der  witfraw. 

80  wnrt  aus  badei^s-angemachs 

Ein  ft'olich  hochzeit.    Spricht  Hans  Sachs. 


Änno  aaluti«  1569«  am  ^  tag  Januari. 

100 

8  KUiMler.         37  S  poMhos. 


325 


Ein  lobspruech  und  contrafaetnr  ßegenspurg, 
des  heiUigeii  römischen  reichs  freystat. 

Be^nspnrg,  die  alt  peraembt  reichstat, 

Thiberins  Nero  gepanet  hat, 
5  Ain  stiffson  kaisser  Angusto. 

Nach  dem  in  der  anschicket  do 

Mit  aim  gewalting  grosen  heer, 

Den  feinden  zwthon  gegen-weer 
[bl.  239']      In  der  Norkawr  und  Fairen  krieg. 
10  Als  er  nun  gwan  glüecklichen  sieg, 

Fing  er  an  zw  pawen  die  stat, 

Die  auch  nach  im  den  namen  hat: 

Thiberina  erstlich  gnant  wart. 

ümb  die  zeit  des  herren  gepnert 
16  Jesw  Cristi,  nnsrem  hayland, 

In  der  grencz,  das  Norka  genand, 

Die  lang  her  auch  den  namen  hat: 

Qaadrata,  die  virecket  stat, 

Die  mit  qwaderstain  wart  gepant, 
20  Wie  man  hinter  sant  Jacob  schawt, 

An  der  alten  statmawren  noch. 

Ir  gwaltig  gepew,  starck  and  hoch, 

Auch  frey  viereket  ist  formirt. 

Mit  herlich  hochen  hewsern  zirt, 
26  Mit  thüemen,  den  schlossern  geleich, 

Vür  all  stet  im  römischen  reich. 

Mit  weitten  pleczen  und  gassen  prechtig, 
« 

1  Im  Mhttehnteii  spruohbaohe,  bl.  239  bis  240'  [S].  Joseph  Radolf 
8«liaegrAf,  Ein  lobgedieht  auf  RegODibnrg  von  Hans  Sachs,  mit  erläoterDden 
aamerkongeo.  Regensbarg  1845.  21  s.  8.  Sebaegraf  besaß  eine  alte  copie 
yftin  end«  einer  von  Jakob  Qanshorn  susammengescbriebenen  chronik  von  Regens- 
barg'. 36  7  im.     8  dem. 


826 


Darpey  man  wol  ist  yiigedechtig, 
Das  vor  alter  zeit  iti  der  stat 
Meclitig  herscliaft  gewonet  bat. 
Hat  aacb  gros  vorstet,  laug  und  weit, 

b  Ains  dails  abgangen  mit  der  zeit. 
Vor  dieser  alt  lierlichen  stat 
Thooaw,  der  meclitig  flues^  hin-gai» 
Der  Bchiffreicli  ist,  schwind,  prait  luid  dieff, 
Daraiiff  die  flos  und  aucfi  die  scbieif 

IQ   Änf-  und  ab -gen  mit  k  aufm  ans- war, 
Ailff-liimdert-und-fürTfifzeben  jar 
Pawt  daniber  ein  stainen  priiecken 
In  ailff  jaren  mit  qaaderstiieckon, 
Mit  fUnffzen  schwinpogen  und  joch, 
fbL  240]  i&   Mitten  darauff  ain  düeien  bocli, 

Dardarch  die  Thonaw  schnei  hin-schewst, 
Auf  Oatereich  und  Ungern  flewst. 
Der  prneck  gleicht  kaine  in  Deutschland, 
Kaiser  Kare],  der  gros  genand, 

ao   Der  fürt  krieg  wider  Taxillo, 
Dem  herczog  von  Payern ;  also 
Im  das  gancz  Payerland  einam. 
Nach  dem  er  auch  fuer  Regnspurg  kam, 
Det  mit  den  Hünen  ein  feltßchlacht, 

26   Ein  grose  sum  der  feind  umbracht. 
Der  unglaubing»  da  wnrn  erschlagen, 
Ans  kaisers  volck  etlich  erlageu, 
Die  man  hernach  pegraben  hat 
Zw  sant  Petter,  daiis  vor  der  stat. 

30   Zw  der  zeit  kaiser  Karl  peczwung 
Id  der  stat  Regenspurg  alt  und  jnng^ 
Das  sie  cristling  glauben  an-namen, 
Und  wurden  gedauft  alle-same«. 
Von  der  zeit  an  die  herljch  stat 

36   An  folck  und  guet  zu-gnumen  hat, 
Mit  handel  und  gwerb  diese  zeit, 
Auch  mit  Stiftung  der  gaistlikeit 
In  Payeni  sind  fünü  pischofflicb  stet. 
Die  Regenspurg  all  furdreffen  det. 

40   Irem  pistuni  vor  manchem  jar 
Gancz  Peham  unterworffeD  war, 


827 

ZIrt  mit  aim  pischofflichen  tempel 
Sant  Pettere-kirch  zn  aim  exempel, 
Aach  mit  sant  Ambroms  kloster  weit, 
Sant  Benedicten-orden  vor  zeit, 

6  Anch  zway  münster  der  gaistUng  frawen. 
[bl.  240']      Vil  capelln  warn  in  die  hewser  pawen, 
Drein  pfrüent  und  prister  gestifEtet  hat 
Allenthalben  in  dieser  stat. 
Hernach  zw  kaiser  Arnolphos  zeit 

10  Het  er  vor  allen  steten  weit 

Gros  lieb  nnd  gonst  zw  dieser  stat, 
Ir  ring^awer  erweitert  hat, 
San  Emerams  closter  mit  eingfangen, 
Welches  er  ziret  mit  verlangen 

16  Mit  gült  gepew,  klainat,  hailtnm. 
Mit  eim  pnech  des  ewangelinm, 
Geschrieben  mit  guelden  pnehstaben, 
Ains  grosen  schacz  wert,  det  ers  pegaben. 
und  nach  seim  dot  der  kaisser  zart 

20  In  dem  closter  pegraben  wart. 
Als  fonffzehnndert-ond-fier  jar 
Maximilian  kaiser  war, 
Det  er  anch  vor  Begnspurg  ein  schlacht; 
Fünff-hnndert  Peham  er  umpracht, 

26  und  1500  gefangn  nam. 

Und  siben  fannen  in  der  sam; 
Die  wider  den  kaiser  dettn  kriegen, 
Die  vor  Regnspurg  pegraben  liegen. 
Got  woll  Begnspurg,  die  löblich  stat, 

so  Dye  gemain  nnd  ain  erbem  rat 
Halten  in  seiner  hand  und  schuecz, 
Anf  das  pey  ir  gemainer  naecz 
Sich  mer,  za-nem,  gräen  nnd  aufwachs: 
Das  wünscht  in  zu  Nürmberg  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1569.  am  19  tag  Februari. 
98 


328 


Epitaphium  des  Veit  Asmns  tou  Seckendorff. 

Fünfoehündert-drey-mid-sechzg  jar 
Am  fünften  tag  Novembris  war 
Ich,  Veit  Asmns  von  Seckendorff,  gepom, 
6  Und  80-pald  ich  pin  jach  danfb  wom, 
Ich  von  der  weit  zw  got  abschied  — 
Da  leb  ich  in  ewigem  Med. 

Anno  salutis  1565,  am  9  tag  Decembrit. 

« 
1   Im  aohtxebnten  ipraohboGhe,  bl.   70'. 


329 


Die  reimen  der  zwolff  monat  anf  die  zwolff 
magöUein. 

JumariiiB. 

Ich,  Jener,  fahe  on 
5  Das  jar,  mein  zaichen  hon 
Ich  in  dem  wasermon. 

Ich  pring  kelt,  reiff  nnd  sehne, 
Das  müel  and  hemer  ste, 
Doch  die  schlitenfart  ge, 

10  Das  kinder,  man  und  weib 
Nahent  peim  offen  pleib. 
Die  grimig  kelt  vertreib. 

[bl.  71]  Febmarins. 

Ich,  Homong,  pin  anch  frisch, 
16  Mein  zaichen  sein  die  fisch, 
Die  fasnacht  drin  her-wisch. 

Darin  man  gen  holcz  fert 
Und  sich  der  wolf  erwert. 
Das  eingsamelt  verzert, 

so  Da  man  auf  see  und  wasen 
Schewst  antfogel  und  hasen 
Faist  and  gnet  nbermasen. 

Marcins. 

Der  Merz  pin  ich  genant, 
26  Der  wider  sterckt  mein  hant, 
Ofihet  das  gfroren  lant, 

1   Im  aehtiehnten  spraobbaehe,    bl.  70'  bis  72'.      Im  register  steht:    »auf 
es   kM,i»9T  BUigeL« 


■ 

^^V               ^^^^^^H 

F 

Das  man  gen  aeker  far,                 ^^^^^^1 
See  waicz  und  koren  dar                      ^^^^^| 
Und  der  egen  nit  Bpar,                           ^^^^B 

^H 

Das  mau  durch-grab  die  erd                         ^H 
Nach  des  winters  geferd,                               ^H 
Das  gröen  und  frucbtpar  werd.                    ^H 

Aprllis.                                         ^M 

^H 

Ich,  April  1,  liab  den  stier                             ^^| 
Zu  aim  zaidien  mit  zier,                              ^H 
Unstet  weiter  regier.                                    ^H 

Die  weinperg  riebt  ich  zw^ '                          ^^M 
Seen  und  pflanzen  tliw^                                  ^^M 
Felüz  pauiti  on  alle  rw,                                  ^H 

^L  71']  15 

Pflancx  feyel,  HIgn  und  rosen,                     ^H 

Thw  wolriechent  wnerz  stosen»                    ^^M 
Eicht  auf  pinstock^  die  grosezi.                     ^^M 

Hajos.                                         ^M 

^^^^■* 

«0 

Ich,  May^  vil  frewden  prlog,                         ^^M 
Mein  zaichen  der  zwiltng,                             ^H 

Die  senften  luefl  icli  schwing,                       ^H 

Das  man  aus-far  spaciren,                             ^^M 
In  die  gerten  maylren,                                  ^^M 
Mit  saitenspil  hoflren,                                   ^H 

SS 

Das  man  laiiff,  dancz  und  spring                  ^^M 
In  rayen,  frolich  äing                                      ^^M 
Und  vil  knrczweil  verpring.                          ^^M 

JUBIUB.                                                              ^H 

M 

Ich,  Prachman,  die  schaff  schier,                  ^^M 
Mit  dem  krebs  ich  regier,                              ^^M 
Das  statnobs  pringen  wier.                           ^^M 

Kiffarbeis-rüeblein  hewer                               ^H 
Sind  posen  pneben  dewer»                            ^H 
Die  frewt  das  sumbent  fewer.                      ^H 

Ift 

Das  monat  hoch  er  frewt                               ^^M 
Die  jeger  und  waidleut,                                 ^H 
VerkauOn  vi!  bir^sen  hewL                            ^H 

881 

JkUu. 

leb,  Hajmon,  bernach  ge 
Und  in  dem  leben  ste, 
Vol  gras  in  grüenem  kle, 

6  Das  man  abmeen  ihnet, 
Praitz  an  der  snnen  glaet, 
Macht  das  hay  wol  nnd  gnet. 

[bl.  72]        Den  faert  man  ein  in  stadl, 
Das  das  viech  hab  kein  zadl, 
10  Pring  milch  und  schmalcz  an  dadl. 

An^^vstuL 

Ich,  Aagstmon,  hab  an  zorn 
Die  junckfraw  hoch  geporn, 
Mach  zeittig  waicz  nnd  körn, 

u  Das  man  abschneit  das  gnet 
Und  samlet  wolgemnet. 
In  die  garb  pinden  thnet. 

Und  das  einfneret  meer. 
Das  mans  jar  darfon  zeer, 
so  Sag  got  dmmb  lob  nnd  eer. 

September. 

Ich,  Herbstman,  hab  die  wag. 
Die  pawren  zn  feld  jag, 
Zw  ackern  diese  tag, 

96  Zn  pawen  winter-draid, 
Das  nicht  od  lieg  in  laid 
Das  feld,  mit  samen  claid. 

Thw  winter-koren  seen 
Und  das  grnemet  abmeen, 
80  Der  hirschen  pranst  thnet  gscheen. 

October. 

Znm  zaich  ich,  Weinmon, 
Habe  den  scorpion, 
Da  get  weinernet  on, 

86  Da  man  abliest  den  wein, 


888 


Sie  reimen  auf  die  grosen  schewren. 

Das  ist  der  drincker  newer  pand: 
Wem  sein  hercz  ist  mit  darst  verwand, 
Der  secz  die  scbewren  an  den  mnnd, 
6  Thw  ain  schlnnd  nach  dem  andren  schlnndl 
Das  macht  im  sein  hercz  frisch  nnd  gsnnd. 
Wers  aber  nit  trünck  anf  den  grand 
In  ainem  zneg  gar  frisch  und  rnnd, 
Geb  ins  gloch  zn  straff  sieben  pfnnd. 

10  Anno  1566,  Januar. 

♦ 
1    Im  •ohtiehnton  tpniehbuohe,    bl.  73.  10    Dm    datam   hat   H.  Sachs 

nielit  dftnmUrgeMhrleb«!!.     Vermntlieh  sind  die  Ten a  am  ende  Janaar  entiiaodeo. 


834 


Die  reimen  an  die  herberg  zw  Faden  im  Wilpad 

Die  herberg  8tet  in  gotes  hant 

Und  ist  die  angemacht  genant, 

Darin  die  schmalzader  mit  nam 
5  Hat  iren  ursprong  gar  hailsam, 

Hailt  Podagra  and  ziperlein, 

Aach  vil  ander  kranckheit  gemein, 

Darin  graf  Eberhart  im  part 

Von  Wirtenberg  löblicher  art 
10  Jerlich  gepadt  hat  seiner  zeit. 

Darzw  got  anch  noch  gnade  geit, 

Das  dis  päd  hailsam,  nacz  and  gaet 

Yst  dem,  der  sein  recht  praachen  thaet. 

Anno  salutis  1566,  am  9  tag  Februari. 
1   Im  aohtxehnten  sproohbuohey  bl.  73.  ^ 


385 


Die  reimen  auf  das  pretspiel. 

leh  spiel  wol  gern, 
Hab  doch  kain  Btern, 
[bl.  73']       Thw  glnecks  entpern, 
6   Spiel  thuet  mir  Bchem, 
Mein  hercz  peschwem, 
Den  pewtel  lern. 

Ain  anders. 

Ain  spilr  ich  pin, 
10  £  ich  ains  gwin, 
Gend  drey  dahin. 
Das  ich  ain-rin, 
Mit  nachrew  in 
Zw-Iecz  entrin. 

16         Ain  anders. 

Es  hatz  pretspil 
Nach-rechens  vil, 
Stet  glaeckes  hoft, 
Ver-kert  sich  oft, 
20  Das  der  ob-ligt. 
Der  sich  verwigt. 

Aber  ein  anders. 

Ich  wünsch  and  winck 
Mir  oft  ses  zinck, 
26   So  kombt  drey  dans, 
Macht  das  spil  ans. 
Als- den  ich  zeweh 
Die  riem  nnd  fleuch. 

Anno  1566,   am  19  Februari. 
1   Im  ftehiMhnien  spraobbnehe,  bl.  73  bis  73'. 


336 


Das  alt  und  newe  testament 

Das  gsecz  im  alten  testament, 
Da  got  die  fewring  schlangen  sent, 
Zaigt  den  fluech,  der  im  gwissen  prent, 
5  Macht  das  hercz  drostlos  nnd  elent. 

Aber  das  ewangelinm 

Zaiget  nns  an  dem  creacz  Cristnm, 

Der  nns  versünet  widemm, 

Das  glanb,  hoffhnng  pey  nns  zn-nnm. 

Anno  salutis  1566,   am  28  tag  Marci. 
l   Im  Mhttehnten  ipraobbaohe,  bl.    75'. 


887 


in  lobsprnech  der  krönirngkaiser  Maximilian  des  .2. 

6ot  spriolit  in  dem  gpewUcken: 

Ich  hab  dir  geben  in  dein  hent 
DaB  kaieerliche  regiment, 
1.  7B]         5  Darin  dw  glneck-selig  regirst 

Und  das  römisch  reich  ordinirst, 
Das  dw  den  fmmen  haltest  schnecz 
Und  hanihabest  gemainen  nnecz 
und  strafst  die  p5sen  in  dem  lant. 
10  Dammb  tregst  das  schwert  in  deinr  hant; 
Darzw  die  engelischen  gaist 
Sambt  den  tnegenden  aller-maist 
Dir  pey-stent  in  deim  regiment, 
Anch  stet  dein  hercz  in  meiner  hent, 
16  Das  dnrch  mein  gaist  ich  laitten  kan, 
Das  dir  pleib  ghorsam  ider-mon. 

» tAii^e^ent  der  linoken  seitten  spreehen  nach-einander.  Der  Glaub.  1. 

Ich,  Glaab,  hilff  im  das  reich  erpawen, 
Anf  das  got  herczlich  thw  vertrawen 
so  Die  kaiserliche  mayestat. 

Zw  dem  sie  den  ir  zoflocht  hat. 

Die  Warheit.   2. 

Ich,  Warheit,  ste  im  trewlich  pey, 
Das  im  kein  lüeg  noch  schmaichlerey 
S6  Müeg  überwinden  kainer  stund, 

Sander  nach-forsch  dem  waren  grand. 

Die  Lieb.    8. 

Ich,  die  Lieb,  gieb  in  sein  gemüet 

Senftmnet,  frenntlikeit,  trew  nnd  gtiet, 

♦ 

^  Im  tohtiehnten  fpniehbiiohe,  bl.  75'  bis  78.  Iß  S  gscborsam. 

««•»MU.  xxiu.  22 


338 


Das  er  werd  von  dem  reich  genant 
Ein  vater  seinem  vaterlant. 

Die  Hoffnufig.    4, 

[W-  76']        leb,  HoffnuDg,  dröet  in  alle  zeit 
&    In  aller  widerwertikeit, 

Weil  sein  hoffnung  zw  got  aufetet, 
Der  die  seinigen  nit  verlet. 

Bie  EeBBikeit«    6. 

leli,  MeBsikeit,  in  nit  verlas, 
10   Auf  das  er  lialt  recht  mitelmas 
In  thon  und  lassen  aller  ding, 
Anf  das  im  gar  nit  miseling, 

Bie  5  tnegent  der  reoKten  Seiten.    Die  Gednelt* 

Ich,  Gedult,  im  sein  hercz  erquick 
16   In  widerwertigem  unglüeck, 
Das  in  gednld  aneme  er, 
Sam  hab  ims  got  geschicket  her. 


»6 


SO 


[hl  77] 


Die  Hiltikeit.    2. 

Ich,  Hiltikeit,  gieb  im,  das  er 
Im  reich  kain  stant  zn  bart  peschwer, 
Sunder  in  gancz  mütreicher  güet 
Begier  sein  kaiserlich  geinüet. 

Die  Sterok,     Z, 

Ich,  Stercke,  mach  gar  nnferzagt 

Sein  hercz,  wider  die  feint  sich  wagt 
Mit  gotes  hilffe  durcli-zn-preclien, 
Zu  straffen  die  gntlosen,  frechen. 

Die  OrosmUetikeil    4. 

Ich,  Grosmüetikeit,  ste  im  pey» 
Weil  in  gut  liat  verordnet  frej, 
I>a6  sein  regiment  hab  pestant, 
Ich  Bcbüecz  mit  grosmnetiger  hant. 


Sb  B  dio  die.     33  B  uriprQoglioti  iittin,  d«raiii  dtit«h  UbaiMl 


839 

Die  Ctoreelitikeit.    6. 

Ich,  Ghrechtikeit,  gieb  im  alzeit 
Sein  hercz  voller  gerechtikeit, 
Das  er  im  reich  geb  in  gemein, 
ft  On  lieb  nnd  laid,  idem  das  sein. 

^^ie  8  tnegent  auf  dem  antem  aal.    Der  Fried.    1. 

Ich,  Fried,  gieb  im  ein  friedreich  hercz, 
Das  handel  fnersichtig  aufwercz, 
Anf  das  in  dem  reich  frid  and  rwe 
10  Werde  erhalten  ymer-zwe. 

Die  Weiaheit.    2. 

Ich,  Weisheit,  gieb  im  in  sein  hant 
Ain  sinreich-  nnd  weisen  verstant, 
Zq  handien  in  fried  nnd  in  streit 
15  Aas  rechtem  gründe  der  Weisheit. 

Der  Sieg.    8. 

Ich,  der  Sieg,  gieb  romb,  preis  and  eer 
Dem  kaiser  and  doch  got  vil  mer. 
Der  den  sieg  aas  genaden  geit, 
so  Dem  sey  lob,  er  in  ewikeit. 

Der  kaiser  spricht  anf  dem  tkempel  des  Frides. 

Herr  got,  dir  sey  lob,  er  nnd  preis, 

Der  dw  mich  so  gnediger  weis 

Mit  dein  so  hoch  mancherley  gaben 
25  Hast  in  das  kaisertnmb  erhaben. 
[bl.  77']        Nnn  ergieb  ich  mich  in  dein  hent 

Sambt  kaiserlichem  regiment, 

Anf  das  ich  regiere  allein 

Nach  dem  gotlichen  willen  dein. 
30  Mit  deinem  gaist  mich  sterck  and  lab 

Za  dir  allein  mein  drost  ich  hab, 

Snnst  wer  mein  hercz  and  kraft  za  mat 

Za  herschen  die  hoch  mayestat. 

33  Daneben  fttgt  H.  Saehs  in  gebrechlichen  ittgen  hinxa:  Der  salaator  s 
Mif  den  kaiter  im  278  (!)  plat.  Auf  dem  257  blatte  hat  er  mit  derselben 
faliira«beii  band  getehrieben :  Die  22  reimen  gehören  cw  hinterst  an  des  kaifleri 
nd  in  teliier  krtaang  lobspmech  in  dem  77  plat. 

22* 


340 

[bl,  257]  Der  salTator  spriohi; 

Ich  Lab  ^Ir  geben  in  dein  beut 

Das  kaiserliche  reginient, 

Dieb  krönt  mit  kaiserlicher  krön, 
ö  G neiden  zepter  and  apfel  fron, 

Mit  aller  kaiserlichen  zir, 

Das  sich  auch  frolicb  schwing  ob  dir 

Der  gwaltig  rönoiscb  adalar, 

Der  dir  sey  nnterthenig  gar^ 
lü   Pey-ste  mit  hilff,  das  dw  regirst 

AU  Stent  im  reich,  fein  ordinirst, 

Wie  dir  das  pucb  dar  zaiget  on, 

Wie  maiicb  lieblich  kaiser  bat  tbon, 

Und  liant- habest  gemainen  nnecz 
16    Und  allen  friimen  haltest  Bchnecz 

und  strailst  die  pösen  in  dem  land. 

Drnmb  d regst  das  scliwert  in  deiner  hant, 

Darzw  die  engelischen  gaist, 

Sambt  den  tbuegenden  aller-mayst 
to   Dir  pey-stent  in  deini  regiment 

Anch  stet  dein  hercz  in  gnttes  bent, 

Das  durch  mein  gaist  ich  laitten  kon, 

Das  dir  pleibt  ghorsam  yder-mon. 

Die  swen  noter  dem  tron,   Theologia  mit  aafgehaben  b enden  spriclit:^ 

sö   0  kaiserliche  mayestat, 

Die-weil  und  dir  got  geben  bat 

Zepter  und  kaiserliche  krön, 

Pit  ich,  nem  dich  mein  herczlicb  on, 

Weil  ich  dir  zaig  durch  gcttes  wort 
to  Den  reell len  weg  an  allem  ort, 

Derbalb  schiiecz  mich,  snecb  gottes  er 

Vor  der  schniaicblenden  menschen-ler, 

Daß  mich  nit  diieckisch  onterdrüeck, 

So  wiratw  haben  bail  und  gliieck. 
M  In  allem,  was  dw  fabest  on, 

Wirt  dir  got  genediciich  pey-ston. 

# 

14  f  hnnt-httbeBt.  S  babor.     2S  Dteie    22  Ton«  bat  11,  S.  um   If»   Octobvrl 
1670    binEUf^ediobiet ,    wie    dl«    uatereobrilt    nm    niiftioga    der    257'    e«fito,    d«r 
lelBien   im   18  epraakbuchc  ^    aDg1«bt.       Ob  dici   letiten  Tori«  doa  berrgoU«i    und 
Uqi  boUaades    uuf  dem  flogblaUe  auch   UberoiciÜmiDlen? 


341 


Du  rOmifloh  reich  spricht  mit  anfgrehaben  henden: 

0  kaiser  Maximilion, 
Wir  all  dein  ghorsam  nnterthon, 
Welsch,  Ungern,  Peham,  dentscber  grencz, 
6  Wir  pitten  all  mit  reverencz, 
Wolst  hant-haben  gemainen  naecz, 
Uns  Bcbfieczen  vor  des  Thüercken  tmcz 
bl.  78]         Und  das  rOmisch  reich  machen  frey 
Von  allm  lancz-zwang  and  plackerey, 
10  Anf  das  dein  nam  auf  ganezer  erd 
Gros  nnd  gedechtnns-würdig  werd 
Geleich  deim  löblich  hohen  stamen. 
Das  gebe  dir  got!    Amen,  amen ! 
Das  dein  reich  zw-nem,  mer  and  wachs, 
15  Das  wünscht  dir  zu  Nürnwerg  Hans  Sachs. 

Anno  salutifl  1566,  am  9  tag  ApriliB. 
106  reim. 


342 


Die  reimen  auf  das  silbren  kestlein. 

Genesis  28. 

Abraham  sein  snn  holt 
Ysaac  opfren  wolt. 

6         Gene:  28. 
Jacob  aber  sach  haitter 
Die  himelischen  laitter. 

Genesis  89. 

Joseph  verkauft  in  pant 
10  Wart  in  Egipten-lant. 

Exodi  2. 

Mose  noch  kindes-art 
Im  Wasser  ftmden  wart. 

Exodi  8. 

16  Mose  der  herr  rain 

Im  fewer-pnesch  erschain. 

Numeri  22. 
Baleam  redet  an 
Sein  esel,  wolt  nit  gan. 

20  Josna  10. 

Josaa  uberwund 
fbl.  78']        Fünflf  künig,  hencken  kund. 

Daniel. 

Danielem  erhueb 
96  Got  aus  der  leben-grueb. 

1   Im  aohtsehnten  spruohbuobe,  bl.   78  bis  78'. 


848 

Auf  dM  nberlied.    Sxodi  17. 

Mose  der  schlaeg  Herob,  den  stain, 
Daraus  flo8  dares  wasser  rain, 
Darfon  dranck  Israel,  die  gmain. 

ft  ündeB* 

Also  der  herr  Jesos  Crlstns 

Am  crewcz  sein  seitten  uns  aafschlns, 

Sein  cristlich  gmain  mit  hail  pegaes. 

Mose. 

10  Moses  gesecz 
Pracht  ans  znlecz 
Des  flneches  necz. 

Cristu. 

Und  durch  Gristum 
16  Uns  got  aufnum 
Durchs  ewangelium. 

Anno  salatis  1566,  am  10  tag  Aprilis. 


S44 


Ein  kurcze  vermammg,  sich  Yon  siinden  abwendei 

auf  das  oi^ht  die  maücherlej  Iiarlten  stratf  gottes  nber  qc 

koiiiao. 


[bl.  74]         Uns  saget  die  bibel  gancz  dar: 
b   Als  die  sintflnes  volen^et  war, 

Darin  nieasclilicli  gescblecht  verdarb, 
Darnach  als  kiinig  Beluö  starb, 
Wart  kütiig  Ninus  an  sein  stat, 
Sein  snn,  der  gros  misha adelt  bat, 

10   Weil  er  liemacli  dem  vater  mild 
Zn  eren  machen  lies  ein  pild, 
Darpey  die  mörder  freynng  heüen, 
W^eiche  znmb  piMe  fliben  detten. 
Darnach  die  dewffel  darein  fueren, 

lö   Dem  voick  daraus  antworten  wneren, 
Die  im  ir  opfer  pracbten  frey. 
Darmit  kam  auf  die  abg^trey, 
Das  man  die  pild  anpet  vlir  got 
In  viel  landen,  got  zu  aim  epot 

10  Darzu  iimb  hillf  loff  Idermon. 
Nach  dem  gepawt  wart  Babilon, 
Die  mecbtig  stat,  von  Tbamicis, 
Der  küniginj  aach  mit  vertries. 
Dort  in  dem  lande  Synear 

a»   Der  tbiiren  Babel  gepaut  war 

Von  Nenirot  anch,  saro  got  zw  schmach, 
Da  all  weit  het  ainerley  sprach. 
Got  abr  verkert  ir  zungen  frey 
In  sprach  zwey-nnd-siebenczgerley, 

so    Dardurch  die  pawleut  allesauder 

1   Im   ibobtiebuten   apruoh  buche,   bi<   7S'  bU   76^ 


845 

Nicht  mer  ventanden  aneinander 
Und  mnesten  von  dem  paw  ablasen 
Und  sich  zeitrenten  aller-masen 
Ser  weit  ans  anf  die  ganczen  ert. 

»  Den  thnm  Babel  got  anch  nmkert 
In  ein  wilt,  öde  wüsteney 
Vol  wilder  warme  mancherley. 
Also  straft  anch  die  gottes-hant 
bl.  74']       Hernach  anch  gancs  Egipten-land, 

10  Weil  sich  versüent  käng  Pharao 
Mit  gotes  herren  volck  also, 
Die  er  zn  harter  arbeit  trung, 
Lies  würgen  ire  kinder  jnng. 
Was  in  got  plagt,  halff  nichs  der-masen. 

16  Das  er  gotes  volck  frey  wolt  lasen, 
Pis  in  got  stürzt  ins  rote  mer 
Mit  all  seinem  gerüesten  her. 
Ans  dem  1er  hie  die  Cristenheit, 
Das  sie  mit  fleis  zn  aller  zeit 

so  Got  allein  anpnBte  nnd  eer, 
Und  sich  nit  abk  .  .  .  ker 
Zn  menschen-lere  nnd  -gepot, 
Snnder  an  dem  ainigen  got 
Hang  fest  an  allen  widerstant, 

S6  Nicht  mit  freffel-gwaltiger  hant 
Handel  sein  volck  mit  aller  güet. 
Das  nicht  sein  grimer  zoren  wüet. 
Weil  nnferknrczt  noch  ist  sein  hant. 
Wie  der  prophet  den  thnet  pekant: 

80  Virerley  straff  zn  penitencz 
Als  krieg,  hnnger  nnd  pestilencz 
Und  darzw  anch  die  wilden  thier. 
Der  on  zal  sint  mancher  manier, 
Da  ein  gancz  lant  mit  wirt  peladen, 

36  Darfon  fich  nnd  ient  nemen  schaden. 
Von  den  anch  schreibet  Plinias, 
Wie  in  dem  grosen  waserflns 
Nilo  won  in  Egipten-lant 
Pey  nacht  nnd  den  tag  anf  dem  lant 

1   8  allesander.  11  Sieh  8.  58,  20.         21  S  abkerey  ker. 


■ 

^^^^i^V                 ^^^^^^H 

^^^^ 

H           Ein  dier,  crocodilns  mit  nam,              ^^^^^^^^^| 

^^^^1 

■           Gros  gewaltig:  utid  ser  grawsam,               ^^^^^^1 

^^^^1 

B           Das  leg  ayer  gros  ah  ein  gans,                        ^^^H 

^^^^^p 

"           Die  pruet  es  aas,  weib  oder  maus,                   ^^^H 

^B^ 

A   Ein  thier,  ächze  elpogen  lang,                                 ^H 

^^^ 

Ans  eim  so  geringen  anfang,                                     ^H 

1            [bL 

75]         Und  es  wechst  viir  und  füer  im  leben,                     ^B 

Sein  hant  mit  hören  ist  umbgeben,                                 | 

^^ 

Das  nianfi  kan  weder  hawn  noch  stechen                       | 

^^^^ 

10   Und   mit  gewalt  im  nicbs  abrechen.                           ^J 

^^^H 

Fieh  nnd  leut  wiierckt  es  und  verschlinkt,               ^M 

^^^H 

Eim  ganczen  lant  es  schaden  pringt,                        ^1 

^^^^P 

Sein  ober-kiffer  thuet  im  anf-gen                                    J 

^^^H 

Und  bat  starcke  nnd  scharpfe  zen                            ^H 

^^^H 

ift   Und  der-gieich  starck-  und  scharpfe  klaen,               ^B 

^^^^H 

Fisch,  tiech  nnd  leot  darmit  2U  faen^                       ^M 

^^^H 

Doch  hat  es  ainen  waicben  pauch.                                 V 

^^^H 

Derhalben  in  der  fisch  delphin  auch                        ^J 

^^^H 

\^n  unden  auf  mit  scharpfem  grat                           ^H 

^^^H 

ao   Aufschneid  nnd  uberwint  in  glat.                             ^H 

^^^H 

Der-gleich  das  klaine  vogelein                                  ^H 

^^^H 

Trochilus  ist  der  feinde  sein:                                         1 

^^^H 

Wo  der  wnrmb  ligt  von  fiscbeu  sat,                        ^H 

^^^H 

Schlaffent,  sein  rächen  oflTen  hat,                               ^B 

^^^B 

36  So  hüepft  das  vo  gel  ein  hinein                                        1 

^^^H 

Und  kreucht  im  lu  den  leibe  sein,                            ^J 

^^^H 

Da  es  im  sein  ingwaid  zernagt,                               ^B 

^^^B 

Das  er  wirt  mit  dem  dot  geplagt.                           ^B 

^^^H 

Also  das  sterckest  tliir  an  macht                             ^B 

^^^H 

30    Wirt  dnrch   das  aller-schwechst  umbracht.               ^B 

^^^H 

Also  gleicher  natur  und  furm                                        "1 

^^^H 

Ist  von  eim  solchn  crocodil-wurm 

^^^H 

Ein  hant  pracht  worn  gen  Nürnberg  her 

^^^H 

Von  hörn,  wol  dreyer  zentner  schwer, 

^^^H 

»6  Gerad  achzehen  schuhe  lang,                                    ^y| 

^^^H 

Welcher  hat  gehapt  seinen  gaog                             ^B 

^^Hr 

Sambt  seim  weiblein  pey  dreyen  jaren,                    ^H 

^^^p 

Von  dem  üech  nnd  leut  pschedigt  waren,                 ^H 

V 

Den  man  mit  gfar,  müe  und  arbeit                         ^H 

1 

• 

11   8  Fiobt.          13   S   kilfaK 

847 

In  hat  naeh-gestelt  lange  zeit. 
Gros  nnkoat  ist  darob  hin-gangen, 
Pia  man  sie  entlich  hat  gefangen 
>1.  7b*]        In  ainer  grneben  alle  zwey, 

5  Daraus  man  weit  hört  ir  geschray 
Dreysig  tag  lang,  pis  das  sie  starben, 
In  dieser  gmeb  paide  vertnrben. 
Von  diesen  zway  lintwnrmen  gar 
Dieser  das  menlein  gwesen  war, 

10  Das  man  zu  wonderwerck  mag  sehen 
Und  got  lob,  preis  and  er  veijehen. 
Fiten,  das  dnrch  sein  milte  gfiet 
Uns  vor  grewlicher  straff  pehüet 
Und  geb  ans  ein  gnet  cristlich  hercz, 

16  Das  allein  ste  za  got  anfwercz. 
Dardarch  sein  er  nnd  preis  aafwachs 
Hie  and  dort  ewig,  wünscht  Hans  Sachs. 

Anno  lalatis  1566,  am  28  tag  Marci 


348 


Die  Schlucht  kaiser  Otto  des  ersten  und  pischoff] 
Ulrichs  vor  Augspurck  mit  deu  Ungern  auf  dem  Lechfeld 
im  957  jar. 

Uns  sagt  die  cronica  für  war, 
fi   Als  iimn  zelet  neanhondert  jar 

Und  3  jar  nacb  Crisü  gepurt, 

Zw  aim  pischoff  erwelet  wort 

Sant  Ulrich  in  Aagspnrg,  der  stat. 

Der  fünfzig  jar  regiret  hat 
lit   Dia  cnstlieli  gmaia  zu  seiner  2eit| 

Als  in  weltlicher  obrikeit 

Auch  kaiser  war  Otto  der  erst. 

Mit  der  gar  trewHch  herst, 

Gar  loblich  im  römischen  reich. 
i&  Zu  dieser  zeit  pegab  sich  gleich, 

Das  die  Ungern  mit  groBem  beer 

Thatteru,  Walachn  und  Durcken  meer, 

Welche  mit  rauben,  mort  und  praut 

Ubertiellen  das  deutäcUe  laut 
20  Mit  ser  grausamer  ungestiiemb 

Und  prachten  ser  vil  volckes  nemb, 

Nötteil  auch  die  Criaten  vor  allen, 

Vom  Cristen-glauben  ab-zufallen. 

Mit  solich  tirannischer  dat 
85   Kauiens  auch  ftier  Aug&purg,  die  »tat, 

Lagerten  sich  auf  das  Lech  feit, 

Da  pischoff  Ulrich  ob-gemelt 

Ufub  hilff  rueft  kaiser  Otten  an^ 

Der  cri 8t liehen  gmain  pey-zu-stan. 

♦ 

l    Im  aohtiebuten  apruohbuoht»,   bl   83   bis  84'. 


849 

Derhalb  der  kaiser  willidich 
An^t  in  gancz  römischem  reich 
bl.  83']        Den  füersten  and  auch  den  reichstetten, 
Die  sich  gar  eillent  mesten  detten, 

5  Ide  reichBtat  mit  irem  fannen, 

Zn  flies  nnd  ros  mit  werling  mannen, 
Frachten  zam  dreisig-dawsent  mon, 
Der  ungern  meng  zw  widerston; 
Der  war  vil  ain  grosere  macht. 

10  Da  rfiestet  man  sich  zu  der  schlacht, 
Weil  der  feint  war  noch  mtted  nnd  mat. 
Idoch  e  man  angrieffen  hat, 
Da  pettet  sant  Ulrich  zn  got 
Umb  hilff,  pey-stant  in  dieser  not. 

16  Anch  hat  kaiser  Otto  da  stet 
Das  Yolck  vermonet  zam  gepet, 
Anf  das  sie  got  gnedig  pewar 
Vor  der  grosen  nnglaabing  schar. 
Nach  dem  gepet  andechticleichen 

10  Gab  in  got  ain  drostlich  sieg-zeichen : 
Am  himel  ein  engel  erschin, 
Der  faeret  ein  crewcz  far  in  hin ; 
Das  machet  den  Gristen  ain  hercz. 
Nach  dem  rneckten  zasam  mit  schmercz 

36  Die  Gristen  nnd  der  Ungern  her, 
Angriffen  sie  mit  gegen-weer. 
Da  war  ain  platig  hawn  and  stechn, 
Pis  man  der  Ungern  spicz  det  prechn. 
Mit  gottes  hilff  wurden  geschlagen, 

60  Das  die  veinde  schir  all  erlagen. 
Doch  nit  an  schadn  der  Gristen  beer. 
Der  vil  vom  adl  erlagen  seer: 
Ganradas,  des  kafsers  dochter-mon, 
Aach  der  herzog  von  Wurms  schon, 

s5  Der-gleich  in  der  schlacht  schaden  nam 
[bl.  84]         Sant  Ulrichs  prueder  Diepoldam, 

Der  vom  edlen  gschlecht  war  gepom 
Der  graffn  von  Dillingn  aaserkom. 
Drey  angrisch  künglein  warden  gfangen, 

40   Die  warden  von  den  Deatschn  gehangen. 
Den  Ungern  gleich  zn  ainer  räch. 


350 

Als  nun  der  nngriscb  künig  sach 

Der  Crißtea  wtinderparen  sieg, 

Den  sie  hetten  in  diesem  kriege 

Er  8icli  pald  auf  geuad  ergab, 
ß  Stund  seins  liaidnischeE  glauben  ab 

und  nam  cristlichen  glawben  on; 

Saut  Ulrich  hat  in  dawffet  schon, 

Wart  von  im  Stephanus  genant. 

Der-gleich  wart  sein  volck  alles- sant 
10   Gedaiift^  was  nit  ersehlageti  war, 

Und  worden  alle  Oristen  gar. 

So  wart  ungern  demütigt  aer. 

Also  erlangt  gros  lob  nnd  er 

Kaiser   Otto  in  diesem  streit, 
lö   Pischoflf  Ulrich  lept  dieser  zeit 

PSs  in  das  drey-nnd-achzigst  jar. 

Als  er  in  got  verschieden  war, 

Da  hat  in  sant  Wolffgang  wert 

Selber  pestatet  zn  der  ert 
90  In  der  kirchen  za  sant  Affra. 

Da  ruet  er  noch  leibhaftig  da. 

Und  als  etlich  cronica  sagen, 

Sind  die  Ungern   vor  Angspnrg  gschlagen 

Nach  Crifit  geport  neiinluindert  jar 
sö  Und  sibn-nnd  fiinffzig  jar  vnrwar. 


Der  besohl aes. 

[bl.  84']        Ans  der  histori  man  merckn  mag: 
Wo  noch  auch  zu  hewtigem  tag 
Der  Thiierck  oder  ander  tfrannen 

30  Auf-werflTen  auch  ire  plnetfannen 
Wieder  die  cristlichen  gemain, 
Das  man  den  rneff  zn  got  allain 
Umb  hilif  und  droste  mit  andacht, 
Sich  nit  verlas  auf  gwalt  und  macht, 

36  Auf  krieges-volck,  pnechsen  und  wer. 
Sunder  auf  gottes  hilff  vil  mer, 
Wan  es  stet  als  in  seiner  hent, 
Der-halb  in  truebsal  und  ellent 
8ol  w^ir  auf  gottes  hilff  anf-schawen, 

I«  Und  keiner  menscheii-hillf  vertrawen; 


861 

Wie-wol  man  die  auch  prawchen  mag 
Zw  aim  mitel  und  nit  abschlag. 
Abr  gotes  arm  iBt  nnferküerczt 
Der  18,  der  all  tirannen  Btüerczt; 

5  Der  wOl  uns  den  gelawben  mem 
Und  nnser  hercs  zn  im  pekem, 
Dnrch  sein  wort  seinen  gaist  ans  geben, 
Das  wir  in  frid  fein  cristlich  leben, 
Sein  gnad  pey  uns  zn-nem  and  wachs. 

10  Das  wünschet  von  Nämberg  Hans  Sachs. 

Anno  lalatit  1566,  am  4  tag  May. 
116. 


&  7  anfl.     8  md. 


352 


Der  glneckspfening  M.  Johann  Kanffmon  seinem 

dauff-tottOD. 

Am  15  tag  Febraari  ist  worn 
Ain  virtl  vor  4  uren  geporn 
ß  Dem  erbern,  vursichtig  und  weisen 
[bl.  85]         Hern  Endres  im  hoff,  der  jünger  gheisen, 
Von  Ursula,  seinr  gmahel  mit  nam, 
Ain  San  Jeremias  mitsam. 
•     Der  gfater  M.  Johann  Eanfmon 
10  Anß  der  heillig  tanff  haebe  schon. 

Der  det  im  den  glneckspfening  schencken, 
Im  pesten  sein  darpey  zn  dencken. 

Anno  salnüs  1566,  am  4  tag  May. 

* 
1   Im  aohisehnten  sprucbbuohe,  bl.  84'  bis  85.  4  S  4 


853 


Das  gros  gesehencket  glas  zn  Henffenfelt. 

Ich,  Antoni  Pfann,  schenck  das  gros 
Glas  gen  Henffenfelt  anf  das  schlos 
Herr  Herten  Pfinczing,  dem  herren  mein, 
5  Das  er  daraus  drinck  gneten  wein 
Mit  all  sein  frenntling  gesten  gnet. 
und  welcher  das  glas  ansdrinckn  thnet 
In  aim  dmnck,  sol  er  die  zech  schencken, 
Im  Pesten  mein  darpey  zn  dencken. 

10      Anno  salaids  1566,  am  4  tag  Septembris. 
1  Im  Mibiiehnten  fpniebbiwhe,  bl.  85. 


Baas  SMhs.    XXm.  23 


354 


Ein  niderlag  des  durckisclien  kaisers  zw  der  zei 
Calixti  des  dtiteiu 

Als  man  zeit  fünfTzeliundlert  jar 

Und  eeclmudföiiffzig  jar^  ale  war 
5   Calixttis  habst,  regirt  zw  Rom, 

Der  drite  des  namens  mit  iiam. 

Zw  der  zeit  der  Düercke  auf-war 

Und  überzog  mit  groser  schar 

Die  cristenheit  zw  verderbnus. 
10  Da  Johannes  Capistranus, 

Der  wirdig  vater,  versamlea  det 

Aus  den  stiften  und  klöstern,  verstell 

Auch  ander  frnmb  cristlich  person^ 
[bl.  loO'l       Pezaichnet  oiit  dem  crewze  fron 
16   Ein  crucilix  an  iren  fannen, 

Zogen  wider  den  Ihiirckisdien  thirannen, 

Das  cristlich  volck  zu  maclien  ledig, 

Und  det  gar  manich  drostlich  predig 

Seim  cristlichen  gerneaten  beer 
20    Und  griefen  an  mit  irer  weer 

An  Maria-Magdalena- tag 

In  gottes  nam,  als  der  Türek  lag 

Vor  krichiscben  Weissenburg»  schawl 

Zwischen  der  Neser  und  Thonaw, 
26  Den  Cristen  half  got  wunderpar, 

Erlegten  der  thürckiachen  schar 

Pey  sechs-dawsent  Düercken  veroecht, 

Schlnegen  die  andern  in  die  fluecht, 

Wie-wol  sie  gar  nit  kriegslewt  warn, 
to  In  krieg  und  schlachten  unerfarn* 


1    Ieu  Acbttohnten  iprQohbiiohe»  bl,    150   bi«   160» 


855 

PeMhlnes. 

HirauB  merck  man  in  allem  krieg, 
Das  got  allain  nur  geit  den  sieg, 
Weil  all  ding  stet  in  seiner  hant. 
6  Des  sol  wir  Cristen  sein  ermant, 
Zw  pitten  got  amb  hilff  and  drost, 
Die-weil  sein  gwalt  zn  poden  stost 
Die  stolzen,  die  sich  auf  ir  macht 
Verlassen  durch  hoffart  and  pracht, 

10  Wie  Jeremias  saget  frey 

Und  spricht:  Der  man  verfluechet  sey, 
Der  flaisch  vür  seinen  arm  erweit, 
und  nicht  in  seinem  herzen  helt 
Got  vür  sein  ainig  hilff  and  schuecz; 

16  Solch  lewt  verderbn  in  irem  drnecz. 
[bl.  160]       Wie  anch  David  im  psalter  spricht 
Am  drey-nnd-dreysigsten  pericht: 
Aim  küng  hilft  nit  sein  grose  macht; 
Ain  ries  wirt  nit  eret  dnrch  pracht, 

so  Auch  hilffet  nit  des  rosses  sterck. 
Noch  wol-geraeste  schenckel,  merck! 
Sundr  des  herren  aog  schawt  allein 
Anf  all  die,  so  in  fürchten  sein ; 
und  die  aaf  seine  gnete  hoffen, 

26  Den  stet  die  gottes-güette  offen. 
Das  in  gnedige  hilff  aafwachs 
Von  got,  das  wünschet  in  Hans  Sachs. 

Anno  lalatis  1566,  am  17  tag  Octobris. 
54 
♦ 
11   Jerem.  17,  6  f.  17  Sieb  band   IS,  143,  20  f. 


23* 


357 


Die  pildnus  Cristi. 

Nicephoras  zaigt  clerlich  on 
Cristi,  des  herrn,  gstalt  and  person: 
Sieben  mans-spann  sein  lenge  war, 
6  Lang,  düen  und  gelb  so  war  sein  har. 
Auch  mit  gelbem  und  knrczem  part; 
Sein  angesicht,  klar,  rain  nnd  zart, 
Het  schwarcz,  mnd  angenprön  dermasen, 
Licht  dar  angen,  ein  ghrade  nasen, 
10  Sein  hals  etwas  gepogen  ein; 

Prennlicht  so  war  das  angsicht  sein, 
Dem  dinckel  gleich,  lengiet,  nit  mnd. 
Ernstlicher  gstalt,  doch  alle  stand 
Freantlicher  sitten  and  war  erkant 
16  Ein  mensch,  vol  Weisheit  and  verstant, 
[bL  173'J      Gar  senft  und  lind,  an  zom  and  räch, 
Seinr  rain  maeter  enlich  gleich  sach. 

Anno  salntis  1^7,  am  6  tag  Januari 
* 
1   Im  aehtiehoten  spraehbaehe,    bl.   173    bis   173'.     Sieh    Wilhelm   Grimm, 
Die    sage    vom   anpraog  der  Chriatusbilder:    Kleinere   sohriften        Dritter    band. 
Berlio   1883.  e.  138  bi«   199,  besonders  s.   183.  8  ?  rond.     S  ran. 


358 


Ein    daiicksagimg    der   gineckreichen   gaben   de 
erberu  lierri^u  ll^uiiricli  Walters. 

ÄIb  man  zeit  fuDfzebaa(]ert  jar 

Und  Bieba-nnd-dreysig  jar  vürwar 
fi  Nach  dea  herren  Cristi  gepurt, 

Icli,  Hainrich  Walter,  geporen  wnrt. 

OrBsoy  ist  die  stat  genant 

In  des  lierczog  von  Cleffe  laat^ 

Dücli  icz  purger  zw  Närnberg  pin. 
10  Lob  sey  got,  der  vernufit't  und  sin 

Mir  in  diesem  zeitlichen  leben 

Sampt  aiin  gesunden  leib  bat  gebeu, 

Ancb  uberflüesBig  eer  nnd  gnet, 

Und  mich  auch  helt  in  trewer  huet 
16  Vor  der  untrewen  weit  unglüeck, 

Änch  vor  des  dewffels  Ust  und  düeck, 

Äncli  gaistlich  speist  mit  seinem  wnrt, 

Mich  drost  und  lockt  an  allem  ort 

Zur  pues  und  mir  warbaft  verkiiend 
so  Vergebung  aller  meiner  süend 

Dnrcli  Jeaum  Cristum,  den  beilland. 

Also  ans  gotes  milter  band 

Knmbt  mir  leiblich  und  gaistlicli  gab 

Von  got  aus  geuaden  herab. 
35   Dem  peülch  ich  als  in  sein  heat, 

I^it  auch  umb  ain  seliges  ent« 

So  icb  vertawsch  dieses  yrdiach 
[bL  217']      Leben»  weist  mir  ain  himelxBcb 

Geben  durch  deinen  aun  Gristum, 


1  Im  aohtfttbaUii  apniohbuoho,  bl.  317  bif  317'.         23  S    mlUmn» 


359 

Da  ich* dich  mit  lob,  preis  und  rnm 

Ewiger  got,  danck,  schmüeck  und  zier, 

Mit  aller  engel  schar  hoffier, 

Der  dw  gaet  gab  gibst  hie  in  zeit 

Und  darnach  dort  in  ewikeit, 

Da  ewig  frend  ans  anf-er-wachs. 

Das  wünschet  von  herzen  Hans  Sachs. 

Anno  salatis  1568,  am  13  tag  Septembris. 
34 


860 


Wer  am  wagen  spant  hiiiteü  an, 

Verdiut  sehaiii  und  nachrew  darfoii, 

Hie  Bcliaw  ein  efokk,  fraw  und  mon, 
Zw  aiiir  wanuing  den  wagen  onl 
b  Thuet  mit  fleis  eure  kinder  ziheo, 
Alle  schant  mul  laster  zu  fliehen, 
Mit  mund  und  liant  in  irer  jngent 
Auf  gottes-forcht,  sietten  und  dnegenti 
Ziecht  paide,  d{>c1iter  nnd  die  säen, 

10    Wen  sie  einmal  erwacbsen  thüen, 
Das  erlich,  dapfer  lewt  draas  werden 
Mit  Worten j  wercken  und  geperden, 
Das  vater  und  mueter  hab  ir  eer, 
Die  dorcb  ir  fleiasig  zu  echt  und  leer 

Lb  Haben  ir  kiinJer  praclit  darzw» 
Das  sie  sieb  auch  in  stiller  rw 
Neren  als  ander  piderlewt. 
Das  den  ir  eitern  hocb  erfrewt, 
Die  sie  füerten  die  rechten  stras 

äti   In  ir  jugent  an  unterlas. 
Da  sie  solchen  erling  fuerlon 
|bl.  218]      An  iren  kinden  verthienet  hon. 
Wo  aber  frawen  oder  nion 
Den  wagen  spannen  binden  an, 

16  Ir  kinder  nicht  ziehen  noch  leren, 
Sunder  ir  zeit  gotlos  verzeren, 
Habn  nit  lueet  zu  goczforcbt  noch  tuegent. 
Von  den  sieht  nit  vil  gucz  die  jugent, 
Noch  wenger  vil  gnecz  von  in  leren, 

io   Sunder  das  hinter  berfuer-keren^ 


1    Im  OrChUohDton  «praohbuehe,   bl.   217'  bi«   21B\ 


861 

Lassen  den  kinden  irn  mnetwillen, 
Ir  dorheit  nit  straffen,  noch  stillen, 
Sonder  helffen  in  selb  darzwe, 
Was  schalckeit  ides  dreiben  thwe 
6  Mit  naschen,  liegn  und  schampern  werten. 
Des  lachen  die  eitern  an  den  orten. 
Wen  den  die  kinder  kamen  zn  jaren, 
Kein  znecht  noch  1er  haben  erfaren, 
In  aignem  willen  auferzogen, 

10  Durch  die  raetten  nit  sind  gepogen; 

Den  lebens  an  gocz-forcht,  zaecht  and  daend 
Wie  grobes  thier,  wolff,  sew  and  band: 
Hoffertig,  stolcz,  prechtig  and  prenckisch, 
Ungehorsam,  hertmewlet  and  zenckisch, 

16  In  nachred,  neid  and  htiererey. 
In  spilsaecht,  faolkeit,  schlemerey. 
Aas  diesen  schentling  lästern  allen 
Sie  in  elent  and  anglüeck  fallen. 
In  armaet,  kranckheit,  sünd  and  schand, 

so  Oft  entlich  in  des  henckers  band. 
Den  get  erst  an  der  eitern  rew. 
Das  sie  aas  veterlicber  drew 
Ir  kinder  jang  nit  pas  zogen  hon, 
218']      Den  wagen  hinten  gespannet  on, 

u  In  im  mnetwillen  nit  geweret, 

Sander  goczforcht  noch  zacht  geleret. 
Die  in  icz  gebn  verdinten  Ion, 
Wie  man  der-gleich  sieht  teglich  on, 
Was  herczlaids  pringn  anzogne  kind. 

so  Mit  dem  wagen  gewamet  sind 
Die  eitern  solches  angemachs. 
Dramb  ziecht  die  kind  jung!  rat  Hans  Sachs. 

Anno  salutia  1568,  am   15  tag  Septembris. 
60. 

15   8  In  irr. 


362 


Der  sprnch  anf  den  edlen  stain. 

Got  hat  in  die  edelen  stain 
Gepflanczt  vil  gäbe,  gros  nnd  klain, 
Wanderpar  durch  die  natur  raln, 
6  Zw  gaet  menschlichem  geschlechte  sein. 

Anno  1567,  am  15  tag  Febmari 
1   Im  Aohtsehnten  spniohbaobe,  bl.  176'. 


863 


Reimen  anf  des  Mnffels  klainai 

Den  9  mnese  der  kanst 
Tragn  neid,  has  nnd  Ungunst 
Nenn  Schwester  grob,  nnglert: 
6  Wnm  in  aczel  ver-kert. 
So  feint  noch  nymant  on 
Gnet  knnst,  den  wers  nit  kon. 

Anno  1567,  am  18  tag  Febmari. 
* 
1  Im  aehtBehnien  ipraohboohey   bl.  176'.      S   hat   nur  darttbergesehrieben 
Muffel;  aber  in  dem  regittar  von  8  18  steht  die  ttbersehrift  wie  oben. 


864 


Beimen  anf  das  silbren  klainat. 

Venusy  gOtin  der  lieb^  tpriolit: 

Ich  straiff  die  narren-kappen  an, 

Plent  und  ferfüer  manigen  man, 

6  Er  nnd  gnet  im  abstraiffen  kan. 

Minenra,  gOtin  der  weieheity  epricht: 

Zencli  ab  die  narren-cappen  glat, 
Die  manchen  man  gefüeret  hat 
In  schant,  laster  nnd  gros  unrat. 

10  Der  pneler  spricht: 

Weich  ab,  las  anpekäemert  mich! 
[bl.  19 IJ       Ich  folg  dir  nit.    Gehin  für  dich, 

E  ich  mein  schwert  dnrch  dich  anstich. 

Der  beschlnes. 

iB  Also,  wen  die  lieb  uberwind, 
Der  get  hinan,  als  sey  er  plind, 
Wirt  feint  alln,  die  in  warnen  sind. 

Anno  salutis  1567,  am  14  tag  Aprilis. 
12 

1   Im  aohlsehnton  spruchbuohe,   bl.    190'  bis    191. 


365 


Seimen  zw  graff  Siclas  von  Serin  seiner  contrafactnr. 

Mich  kaiserliche  mayestat 
Zu  general  geseczet  hat 
In  der  pefestiguiig  Sigat. 

6  Da  ich  dem  Thürcken  wider-ston 
Mit  manchem  riterlichen  mon, 
So  lang  nns  got  sein  hilff  hat  ton. 

Doch  palt  sein  hant  abznege  got, 
Da  wurden  wir  geschlagen  dot 
10  und  kam  Sigat  in  angst  und  not. 

Der  erst  trabant. 

Dw  dewrer  graff,  wir  knecht  gemein 
Dein  warhaftige  zeugen  sein, 
Das  dw  pis  an  das  ende  dein 

16  Pist  uns  vergangen  in  aller  trew 
Gar  ritterlich  an  alle  schew. 
Des  ich  mich  auch  von  herczen  frew, 

Das  ich  auch  mit  dir  hab  aufgeben 
In  dem  scharmüczl  mein  leib  und  leben 
20  Ob  des  cristling  feinds  wider-streben. 

Der  ander  trabant. 

0,  dw  edler  graff  von  Serin, 
Dein  trabant  ich  gewesen  pin: 
So  fuer  ich  auch  mit  dir  da-bin 


1   Im  aebtMbnten  apraohboche,  bl.  191   bis  191'.  14  ?  pU.     S  pist. 


866 

Durch  den  dnrckischen  feint  anrein, 
[bl.  191']      Got  der  wöU  uns  genedig  sein 

Sambt  alln  kriegsleaten  in-gemein, 

So  in  diesem  scharmüczel  eben 
ft  Anch  haben  iren  gaist  aufgeben, 
Den  geb  got  alln  das  ewig  leben. 

Anno  salntif  1567,  am  14  tag  Aprilia. 
.27. 


867 


Ain  knen  riterliche  ttaat  Yon  graff  Nicklas  von 
SeriD  in  Ungern  an  dem  Thnercken. 

Im  AngBtman  von  Serin  der  graff 

Pey  Fünff-kirdien  zw  nacht  andraff 
6  Dansent  darckische  pferd,  erlegt 

Und  in  ain  reiche  pewt  abschregt. 

Daronter  anch  war  der  leibhengst 

Des  obersten  der  aller-gengst. 

Des  satel-pogn  peschlagen  war 
10  Mit  arabischem  golde  dar, 

Anch  zanmb  nnd  ffirpnecz  her  nnd  hin 

Verseczt  mit  thfierckis  nnd  mbin, 

Mit  seiden-fransen,  guelden  spangen, 

Ainr  cremesin  sattl-deck  pehangen. 
15  Den  man  kaiserlicher  mayestat 

Zw  aim  pentt-pfeng  geschencket  hat. 

Anno  BalnÜB  1566 
14. 

1   Im  «ehisehnteD  spruchbaebe,  bl.   19l^  16  8  /d^. 


368 


Die  4  tail  des  jara. 


Der  Winter. 

Ich  pring  kelt,  reift  nnd  sehne, 
Das  müel  nnd  hemer  ste, 
6  All  wnn  nnd  waid  verge, 
Zer  anf,  was  man  gwan  e. 

[bl.  192]  Der  frileling. 

Die  weinperg  rieht  ieh  zw, 
Seen  and  pflanczen  thw, 
10  Pelez  panmb  on  alle  rw, 
Int  garten  spaeiren  thw. 

Der  sanier. 

Waicz  nnd  körn  pring  ieh  ein 
In  die  scheweren  mein, 
15  Anch  all  fraecht  gros  nnd  klein, 
Fiier  fiech  nnd  lent  allein. 

Der  herbst. 

Ich  pring  guet  newen  wein, 
Pring  anch  das  obs  herein. 
20  Des  sol  wir  danckpar  sein 
Got,  dem  herren,  allein. 

Anno  salutis  1567,  am  9  tag  Juni. 
1    Im  aohtzohnten  eprochbuchc,  bl.    191'  bis   192. 


369 


Ein  reim  nmb  die  gnelden  schewren. 

Ich,  Hainrich  Walter,  hoch  vertraat 
Heinrich  Zobel  und  seiner  braot 
Gertraut,  der  lieben  Schwester  mein, 
&  Ein  gepome  Walterin  fein. 
Den  paidp  aof  ir  eelich  hochzeit, 
So  im  Jnlio  ist  pereit, 
Thw  ich  die  gnelden  scheoren  schencken, 
Darpey  im  pesten  mein  zw  dencken. 

Anno  salntiB  1567,   am  tag  Johannis. 
l  Im  MhtMhnUB  ipnwhbaeh«,  bl.  192. 


^^steh..  xxm.  24 


370 


Das  prawilied  Yon  Linliard  Goswein  mit  jun 

fraw  StiHaima  Freidlin* 

|bL  192']      Seliges  pfltieck,  lob,  er  und  danck 
Sei  dir,  weil  ich  entpfaDgeo 
r,  Von  dir  hab  der  lieb  anefanck, 
Darnacb  micb  tbet  verlangen.  . 
Stund,  tag  und  nacbt 
Ich  lag  und  wacbt, 
Mein  hercz  das  lag  gefangen, 
1*1   Darin  icb  lange  zeit  vertrieb 
In  hercxlichem  vertrawen 
Mit  strenger,  inprüenstiger  lieb 
Gen  einr  zarten  jnnckfrawen. 


]&   Aber  icb  dint  ir  nit  allein 
Mit  herczen  and  geinüete, 
Nocb  ander  jiingling,  huebseb  und  fein, 

AVarben  auch  nnib  ir  göete, 
Nit  Messen  ab 

20   Mit  dinstes-trab. 

Idoch  ir  thuegent-plüete 
Mich  vür  all  ander  aaserweit, 
Den  andren  kert  den  rüeckc 
Und  wurden  durch  den  korb  gefeit. 

•2b   Danck  hab,  hdtseliga  glöecke! 


Ach,  mein  herezliebs  lieb  anserwelt. 
Weil  dw  mich  theet  erkiessen, 


1    Im   {ichtiehnidT)  ii|»riicbbii«he,   bl.    1^2  bii    193.     V    ron]   f«hU  S.  j 


871 

Füer  ander  all  mich  fürgestelt, 

Solt  dw  ewig  gemessen. 
Recht  ich  mich  frew 
Deinr  lieb  und  trew, 
5  Die  thwt  mein  hercz  aaf-schliessen 
193]       Gen  dir,  weil  ich  auf  erden  leb 
In  dem  elichen  stände. 
Darzw  uns  glaeck  und  haile  geb 
Der  himeliscb  heilande! 


Ewig  sey  got  lob,  preis  nnd  er. 
Der  dich  mir  hat  gegeben. 

Ich  peger  nichs  aaf  erden  mer, 
In  frewd  mit  dir  za  schweben. 
15  Dw  höchste  krön, 

Weil  got  nns  gon 

Gsnntheit  nnd  langes  leben, 

Das  wir  meren  nnsre  geschlecht 

In  gancz  fmchtreicher  jogent, 
so  Die  kind  anf-zihen  erber,  recht 

Anf  gnet  siten  nnd  dngent. 


Liebs  lieb,  gedenck  im  pesten  mein, 
Thw  mir  als  gueten  trawen! 
i6  Ich  pin  nnd  pleib  nnr  ewig  dein 
Für  all  ander  jnnckfrawen. 

Nun  pist  erweit, 

Die  mir  gefeit, 

Anf  dein  trew  thw  ich  pawen 
80  Und  pin  genczlich  ergeben  dir, 

Mit  dir  euch  za  leben. 

Des  frew  dich  auch,  herczlieb,  mit  mir, 

Got  Wirt  gineck  nnd  hail  geben. 

Anno  salntis  1567,  am  5  tag  Juli. 

®   ^nfangsbuchBtaben    der  stellen  und    des   abgeHanges   ergeben   den 
namen  Susanna  Freidlin. 


24^ 


872 


Beimen  auf  das  silbern  weinfeßlein. 

[bl.  193']      Welch  gast  das  vas  zopft  on, 
Sola  in  aim  tnmck  raos-thon, 
So  nent  man  in  ain  mon, 
6  Sonst  kost  es  im  ain  zon. 

Anno  1567,  am  17  Juli 

« 
1  Im  aobtsehnten  epruehbuche,  bl.  193  bii  193'. 


873 


Der  arm  frawen-mon. 

Der  man  cltLgt: 

Ach  liebes  weib,  waramb  hawst  mich 

Mit  raetten  also  jemerlich? 
6  Und  ich  rieht  dir  doch  in  dem  haus 

Gnetwillig  all  hansarbeit  ans: 

Ich  hol  von  marck  kes,  air  nnd  schmalcz, 

Die  pneter-milch,  zwiffel  nnd  salcz; 

Ich  koch,  spüel,  pett,  wasch,  feg  nnd  ker, 
10  Trag  holcz  nnd  wassr,  die  saw  emer, 

Thw  das  als  ¥dllig  mit  gedneld, 

Zw  erlangen  dein  gnnst  nnd  hneld. 

Bas  pOs  weib  spricht: 

Ach  schweig,  dw  loser,  fanler  mon! 

16  Hast  mir  mein  hairat-gnt  verthon 
Mit  deiner  losen,  faulen  weis, 
Zn  keiner  arbeit  hestw  fleis. 
Weil  dw  nit  wartst  der  werckstat  dein, 
So  mnstw  nun  mein  hansmaid  sein. 

20  Ich  mns  die  saiten  dir  pas  spannen, 
Das  dw  zw  spot  vor  andern  mannen 
Mir  icz  mnst  mein  haws-arbeit  thon 
Und  dich  mit  meten  hawen  Ion. 

Aimo  salutis  1567,  an  dem  25  Joli. 


X  Im  aehiMhoten  ipraohbuohe,  bl.   194.     Höohst  wahrsobeinlioh  auf  einem 
^Senden  bUtto  mit  holiMbnitt  verbreitet. 


374 


Reimen  anff  die  pelden  eclienreii-glocKei 

Ber  glockeii-g'iesBer  g^anoaes  gesoMecht* 

[bl.  194']      Diser  klain  wilkumb,  känsten-reich, 
Der  ist  geachmidt  warbaftikleicli 

ft   Von  aller  glocken-gieaer  wegen* 
Die  lang  des  giessens  waren  pflegen, 
Ains  geschleclitz,  stara  nnd  namen  waren 
Nnn  pis-her  pey  drey-Iiuiidert  jaren, 
Das  der  zmnb  pesten  würd  gedacht, 

lü  Zw  gedeclitnus   ist  dis  drinckschir  gmacbt 
In  dieser  geatalt  ainer  glocken 
Allein  zw  freuden  nnd  frolocken. 
Wen  man  diese  glocken  thw  lewten, 
Sol  ee  almal  gwialicb  pedeutteo, 

ift  Wo  ein  gneter  ftrennt  sey  darpey, 
Das  man  darmit  entpfangen  sey 
Ans  der  glocken  mit  ainein  drnnck 
Freuntlich,  er  sey  alt  oder  junck. 
Das  sol  kein  gneter  freunt  absdilahen, 

so  Sunder  giietwilliclich  entpfahen, 
Zw  dencken  des  wilkumbs  darpey, 
Auß-zn-drincken  an  schaden  frey 
Von  aller  glocken-gieser  wegen. 
Deu  drunck  sol  im  auch  got  gesegen, 

95  Das  glneck  und  Lall  im  daraus  wachs, 
Das  wünscbt  von  herczen  im  Hans  Sachs, 

Anno  salatifl  1567,  am  zwainzigsten  tag  Angosti. 
22 


1   Im  aohUehtiteD  spruobbucilie,  hh   104  bif   194'.      28  Auf  dem  wi 
aind  n^iUrlicb  di«  boideo  loUteo  vorfl«,  26  und  26,  weggelaseon. 


875 


B  z«hen  alter  weiblich  geschlechtes,  zehen  Yogeln 

yergleichet 

195]      Zehenjerig:  kindisch  und  klein, 
Vergleich  mich  ainem  wechtelein. 

ft  Zwainczigjerig  wachs  ich  auf  glauben 
Holtselig  gleich  ainr  durtel-dauben. 

Dreysig-jerig  mein  schön  ich  habl 
Wird  stolcz,  hochmüetig  wie  ein  pfab. 

Virzig-jerig :  furwicz  auf-seczig, 
10  Gleich  ainr  agelaster  geschweczig. 

Fünfzig-jerig  ain  henn  ich  pin, 
Ein  fuersichtige  haushalterin. 

Sechzig  jar  eim  fischgeyer  gleich, 
Durch  fleis  an  er  und  guet  ser  reich. 

16  Sibenzig-jerig  nemen  ab 

Mein  kreft,  ainer  gans  natur  ich  hab. 

Achczg  jar:  schön  und  sterck  ist  da-hin, 
Einr  nacht-ewlen  ich  vergleichet  pin. 

Neunczg-jerig :  mein  wunn  und  frewd  ist  aus, 
30  Leb  trawrig  gleich  der  fleder-maus. 

Hundert-jerig :  ein  speis  der  raben, 
Lieg  ich  auf  dem  kirchoff  pegraben. 

Anno  salutis  1567,  am  30  tag  Augusti. 
20 

1   In  achitehnien  spraohbuehe,  bl.  194'  bU  195. 


376 


Epidaphimn  Hans  Bastian,  des  jnngen  Leonri 

1667  jar 

Des  edlen  and  vesten  herren  dar 
[bl.  196']     Philipsen  von  Leonrot 

6  Sun  der  ist  yerschiden  in  got, 
Der  Hans  Bastian  war  genent, 
Nam  zwölff  wochen  alt  hie  sein  ent, 
Der  dort  icz  lebet  ewicleich 
Mit  Cristo  in  dem  himelreich. 

10      Anno  salutis  1567,  am  9  tag  Septembris. 

1  Im  aohtsehnten  ipniohbiiehei  bl.   19&  bii  196'. 


S77 


Beimen  anf  die  silbren  karthanna. 

Ich  hais  das  weingeschos, 
Gieb  manchem  man  ain  stos, 
Das  er  am  raecken  leit, 
§  Wen  er  nit  flewcht  pey  zeit. 

Anno  salatis  1&67,  am  22  tag  Septembria. 
1  Im  aehtMbnUn  spraehbuehe,  bl.  196'. 


378 


Der  tempel  des  grabs  Cristi  abcouteitet 

Peschreibiing, 

0  Cristen-inensch,  scliaw  die  figur, 
Oben  auzaiget  dar  und  puri 

6  Mit  ÜeiB  abconterfet  und  gmalt 
Des  tempeis  auswendig  gestalt 
Der  lieilüng  stat  Jerusalem 
[bl,  196*1      ^^^  ®ß*^  gepewi  in  welicbem 
Der  tempel  ein  capellen  liab, 

10  Drin  8te  des  herren  Cristi  grab, 
Wie  das  Bernliart  von  Praitenpach 
An-zaigt  in  seinem  pacb  bernach 
Etwas  vor  vir-und-acbzig  jaren» 
Wie  ers  selb  hat  warbaft  erfaren, 

16  In  pilgerscbaft  mit  angen  gsehen^ 
Und  dut  mit  kurczen  worten  jeben, 
Der  tempel  sey  rund  im  eingangs 
Drey-nnd-sibenczg  scbucb  prait  und  lang, 
Darin  des  berren  Cristi  grab 

io  In  ainr  capellen  seinen  stant  bab, 
Acht  gcbna  lang  und  auch  prait  allain, 
Auswendig  deckt  mit  merbel-stain 
Ringweis,     In-wendig  ist  es  eis 
Ein  spelnnck  und  ein  harter  fels, 

35   Wie  es  den  war  von  anfang  gar, 


1  liE  K^jfatMbntoQ  ipmcbbuche,  bl.  106  bis  197^  11  In  e«mer  bUoli 
b&tte  H.  Safib»  ein  baob  :  WaQiUrsobftfi  lamb  bdilliget)  grab  und  land.  | 
war  ßornbard  ron  Dre/donbAcbs  reUe  naob  Jenj»Alom,  dio  HS6  in  Maini 
dcuUob«r  »uagabo  ersobieiieiit  w&r^  n«li  Mmch,  Ü«flcblobt«  [ui»rkwürd)g«r  bOii 
8  itüiok.  s*  622  bis  6S9  und  Pans^r»  AnnaleD  der  ilierftn  douUoben  lilWil 
i,   lAj.      Dm  bUd  d«s  t«mpli  iiebt  auf  ■«  Ai,  die  b«»obreibuiig  fo 


379 

Da  Cristiu  drein  geleget  war, 
In  die  capellen  ist  allain 
Ein  nider  thürlein  eng  und  klain 
Zu  dem  eingang  vod  Orient. 

6  Drin  stet  das  grab  znr  rechten  hent 
An  der  want  gegen  mitemacht, 
Von  graben  merbel-stain  geschlacht, 
Drey  spannen  hoch  vom  paviment, 
Acht  schuech  lang  und  an  allem  ent 

10  Peschlossen,  hat  kein  fenster  nicht, 
Dardorch  einfiel  des  dages  licht, 
Sander  nenn  ampeln  ob  dem  grab 
Prinnen,  die  geben  licht  herab, 
Wie-wol  das  dach  am  thempel  hoch 

15  Hat  oben  ein  weit  mndes  loch, 
7]      Das  des  grabes  capellen  e 
Unter  dem  plosen  himel  ste. 
Und  solcher  tempel  wirt  pewacht 
Und  pleibt  peschlossen  tag  und  nacht. 

20  Doch  welcher  pilgram  drein  wil  gon, 
Der-selb  mas  vor  erlanbung  hon 
Von  der  dürckischen  obrikeit. 
Der  er  den  füenff  ducaten  gelt. 
Dem  schaffet  man  mit  ein-zn-gen 

26  Parfüeser  minder  prueder  zwen, 
Zaigen  im  vor  des  tempels  sal 
Den  stain,  dranff  Cristus  det  ein  fal 
Mit  dem  creacz;  wen  sie  im  den  zaigeD, 
Sie  sich  demüetig  darfor  naigen, 

so  Eüessen  und  darzu  knien  nider. 
Darnach  fuerens  in  weiter  wider 
Hin  in  des  grabes  tempel  fort. 
So  pschleast  man  hinter  in  die  pfort. 
Drin  zaigens  im  die  heillig  stet, 

35  Was  da  und  dort  geschehen  det, 
In  andern  capelen  darpey 
Auch  des  heiltnmbs  gar  mancherley, 
Auch  den  perge  Calvarie, 
Da  Cristus  wart  gekrewzigt  ee, 

40  Der  ist  sieben-hundert  schüech  weit 
Vons  heiling  grabs  gelegenbeit. 


380 

Und  ander  heillig  stet  der-gleich 
Mit  im  haimsuechn  andechücleich. 
Als-den  mit  in  zu  herberg  kern, 
Den  daet  er  sie  mit  schenck  yerem, 

5  Darfon  sie  kauffen  speis  und  dranck, 
Das  nemen  die  manch  an  zu  danck. 
[bl.  197']      Mit  den  die  pilgerim  dorch-ab 

Der-gstalt  psuechen  das  heillig  grab, 
Darin  Cristns,  unser  heyland, 

10  Lag,  nach  dem  er  uns  aberwand 
Sund,  dot  and  deaffel  mit  gedaeld 
Und  ans  erlanget  gottes  haeld, 
Uns  wider-pracht  ewiges  leben. 
Das  wöll  got  alln  Gristglaabing  geben, 

16  Da  ent  ist  alles  angemachs 

Und  ewige  fread,  wünscht  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1567,  an  dem  12  tag  Novembris. 
80 


881 


Ain   schöns  lied  ainer  erlichen  jnnckfrawen  in 
aignem  tiion  mit  irem  Damen  Id  5  pachstaben. 

Mem  hercz  hat  mir  ambfangen 

Mit  sneser  liebe  pnmst, 
6  Mit  senen  and  verlangen, 

In  trewer  lieb  and  gnenst 

Ein  janckfraw,  schön  and  zart, 

Gancz  dagenthafter  art: 

Diei-weil  ich  lept  aaf  erden, 
10  Kein  mensch  mir  lieber  wart. 

2 

Ach  wolt  got,  das  die  raine 
Erkent  mein  hercz  and  gmäet. 
Das  ich  peger  allaine 
16  Gnad  ir  miltreichea  güet 
Daraaff  dw  hoffen  ich, 
Sie  werd  aafhemen  mich 
Zw  aim  trewen  liebhaber 
Hie  and  dort  ewiclich. 

[bL  200-]  20  3 

Bain  in  elicher  trewe. 
In  lieb  and  stetikeit 
Sich  anser  lieb  vernewe 
ünsers  gancz  lebens  zeit, 
S6   Das  sich  mer  paidersam 
Unser  geschlecht  aad  stam, 
Frachtpar  mit  hail  and  glaecke. 
Mit  ondötlichem  nam. 
m 
1  Ib  »ehiMhatoD  opraohboobe,  bl.  200  bis  200^         26  8  Vngere. 


382 


Ich  pit,  mein  ainigs  eine, 
Dw  mein  herczig^  hercz, 
Gib  dein  willen  dareine, 
6  So  nembt  ain  ent  mein  schmercz. 
Gnet  hoffnnng  mich  ernert, 
Dein  hercz  wert  zn  mir  kert, 
Wer  mir  die  höchste  frewde, 
Wüert  mir  das  hail  peschert. 

10  6 

All  hoffhang  thw  ich  seczen. 
Mein  höchster  schacz,  aaf  dich, 
Dw  werst  mich  laids  ergeczen, 
Günstig  pegnaden  mich, 
16  Das  dw  werst  ewig  mein 
Und  ich  werd  ewig  dein 
In  dem  elichen  stände. 
Wie  möcht  uns  pas  gesein?! 

Anno  salutis  1568,  am  17  tag  JanuarL 
Die  anfangsbnchstaben  der  atrophen  ergeben  Maria 


S88 


sehons  jnnckfraw-lob  an  leib  nnd  gmflet,  zw 
singen  im  vorigen  thon. 

Mach  dich  auf,  hercz,  nn  und  maete, 
Hilff  mir,  die  auserwelt 
[bl.  201]  5  Lohen,  die  sart  nnd  gnete, 
Die  meim  herczen  gefeit, 
Die  dnegenthaft  and  schön, 
Pis  in  der  götter  tron 
Vfir  all  jnnckfraw  auf  erden 
10  Mit  hohem  lob  pekrön. 


Ach  got,  schön  wnnderpere 
Ist  sie  geliedmasirt, 
Drit  adelich  da-here, 
16  Hofflich  gschmüeckt  nnd  gezirt, 
Mit  frenntlichem  angsicht, 
Frolicher  gstalt,  roslicht, 
Züchtiger  weis  und  perde, 
Idermon  ir  wol  spricht. 

so  3 

RosBcn-rot  ist  ir  munde 
und  ir  kelen  schneweis, 
Ir  präestlein  weis  und  runde; 
Ir  snptil  hent  ich  preis, 
26  Ir  praune  euglein  klar, 
Ir  golt-varb,  langes  har, 
Ir  leib  gepersoniret 
On  alle  mackel  gar. 

* 

1  Im  ftchtsehnton  ipiiichbaehe,  bl.  200'  bis  201'.  2  Sieh  t.  381. 


384 


[hl,  201'] 


Icli  lob  den  Bchacz:  ir  tnegeat, 
Ir  scbam,  zucht  nnd  kewscbeit 
Ir  holtseligen  jiigent, 
Ir  sttLl  und  stetikeit, 
Ir  fninckheit,  trew  «od  gäet» 
Ir  aufriclitig  gemüet, 
Ir  guet  sitteD,  derauete 
Durch-driagt  mem  lierz  nud  plnet. 


10  ö 

Ach,  bei  sie  thitn  auscbaweu 
Bocacius,  der  poet, 
Ztiii  durchlewchtigen  frawen 
£r  Bie  g^eseczet  bet. 
16   Drin  wer  die  eren-fest 
Die  scbönst  und  aller-pest, 
Der  ich   hie  dien  auf  erden; 
Kain  höberii  scbacz  ich  westl 


20   Wolt  got,  das  ich  mit  eren 
Alhie  auf  dieser  erd 
Mein  leben  solt  verzeren 
Pey  der  junckfrawen  werd, 
Der  ich  als  güecz  vertraw, 

i&  Auf  ir  schön  dnegent  paw. 
Das  sey  zw  lob  geßongen 
Dir,  hollselige  junckfraw. 


Addo  Balutia  1568»  am  20  tag  Januari. 

Die  anfangflbuchHtaben  der  ersten  fünf  atrophen,  die  in  S  besonder» 
hervorgehoben  sind,  ergeben  den  uamen  Maria.  Die  aecbate  s^phe 
hat  Hana  Sachs  apHter  mit  der  überachrift  6  und  der  Unterschrift  anno 
156B  jar  hinzugefügt,  auch  durch  einen  strich  aüadrtickUch  bezeiclmet^ 
wohin  ttie  als  sechste  atrophe  gehört 


885 


Die  reimen  auf  die  6  tuegent  Bachi,  des  weingotes. 

1 

Wer  zimlich  drincket  den  schafif-wein, 
Ist  frolich,  fridlich,  met  allein. 


Wer  des  weins  vil  drinckt  von  dem  leben, 
Der  daet  zanck  nnd  hader  anheben. 

>L  202]  3 

Wer  sew-wein  drincket  gar  zw  ser, 
10   Der  grölczt  nnd  speyet  dester  mer. 


Wer  zw  vil  weins  drinckt  von  dem  äffen, 
Der  hat  mit  phantasey  zn  schaffen. 


15  Wer  Bachus  sües  raost  drinckt  zn  vil, 
Dreibt  gar  mancherley  narren-spil. 


Wer  essel-wein  drinckt  nnpesind, 
Wirt  an  Vernunft  zu  ainem  kind. 

20  Hon  die  materi  kurz  pegriffen. 

1 

Wer  schaffwein  drinckt, 
In  ain  schlaff  sinckt. 

1    Im  aehUeboten  sprnchboohe,  bl.   201'  bi^  202. 
Haas  SMhs.     ZXm.  25 


386 


Lebn-wein  macht  zorn, 
Dnet  nnr  romorn. 


6  Sewwein  zw  ser, 
Speit  dester  mer. 


Affen-wein  frey 
Dreibt  phantasey. 


Der  most  Bachi 
Macht  nerrisch  hy. 

3 

Esel-wein  nnpsind 
16  Macht  zu  aim  kind. 

Anno  salutis  1568,   am  26  tag  Januari. 


887 


Reimen  anf  den  grosen  wilknmb. 

Ich  pin  der  gros  galden  wilkamb, 
Erfrew  der  erling  geste  samb; 
Doch  welcher  zw  oft  zw  mir  knmb, 
6  Ad  mir  wil  Sachen  seinen  mmb, 
Dem  mach  ich  den  bamerlein-bnmb, 
Stos  in  auf  ebner  erden  amb. 

Anno-  1568,  am  24  FebruarL 
^    -^^m  Mhtsehoten  ■pniobbaebe,  bl.   204'. 


25^ 


388 


Lanczknecht  mit  dem  keB,    Reimen. 

Dw  alte  dmet,  lang  ber  den  kes, 
Das  ich  darmit  halt  ain  gefres! 
Wo  nit,  80  raumb  ich  dir  zw-mal 
A  In  deinem  haus  dein  hüner-stal, 
Dreib  dir  dein  köe  tind  sew  dahin, 
Weil  ich  deins  pfaffen  erbfeint  pin. 

Die  pewriD  reicht  im  den  keSy  sprielit: 

Nem  hin  den  kes  und  fres  dich  vol ; 
10   Dw  innst  den  kes  noch  deyen  wol. 
Das  dich  der  frerer  und  francsiosen 
[bL  212^]      Mfl essen  dich  des  jars  noch  anstosaen, 
Weil  dw  peranbst  die  armen  lewt 
Mit  deiner  halb-diebiächen  peat. 

15         Ber  haabtmon  auf  dem  roa  spricht: 

Drabant,  lauff  eilent  in  die  schancz, 
Ob  das  ^schüecz  sey  geladen  gancs, 
Und  sprich,  das  sie  das  zünden  on 
Und  lassens  auf  den  thurn  abgonl 
»n    Und  pald  wir  den  den  thtiren  föllen 
Den  wir  ein  nturm  anlangen  wallen, 
Und  wen  wir  den  die  »tat  erobern, 
WöU  wir  ein  guete  pewt  erkobern. 

Ber  lancskneclit  auf  der  Btelczen: 

2ß   Fricz  Stelczen-nian  pin  icfi  genant: 

Im  payrischeo  krig  fnr  Wasserburg  kam, 


t    Till    ifechUehnton    fipmohbaohe ,    bl.     212    bin     314.       Bill 
regiMer  fUbrt  tif  so   »u :    »ReiLuen  auf    12  Unoffkneohl  dem   pri« 


389 

Da  mir  ein  schenckel  wart  abgschosseD. 
Nun  mos  ich  auf  der  stelczen  hossen 
Und  hab  ein  hnnd,  kan  danczn  and  springen, 
So  lest  mein  mecz  ir  leyren  klingen, 
6  Darfan  ich  nnn  mein  narang  hon, 
Ich  mfiest  vnrwar  snnst  petein  gon. 

Die  meos  antwort: 

Ey,  lieber  Fricz,  sey  gueter  ding! 
In  die  leyren  ich  hofflich  sing 
10  Und  kan  auch  machen  ainen  dancz 
und  aach  den  welschen  virlefancz. 

Partei  Oartner,  ain  haoken-gchftees : 

Ich  pin  ain  hacken-schtiecz  gar  frey, 

Hab  doch  icz  weder  pulffer  noch  pley, 
16  Hab  das  alles  vor  Rom  verschossen. 

Des  die  Papisten  weng  genossen, 
^^^3       Der  wir  erlegten  ain  grose  snm, 

unser  kamen  anch  etlich  am. 

Idoch  prachten  wir  deutsch  krigslewt 
^  Wider  von  Rom  ain  grose  pewt, 

Doch  unser  vil  an  der  preun  starben, 

Also  mit  leib  und  gaet  verdarben. 

Lorenes  8chlag-in-hanffen  spricht: 

Ich  trag  ein  schlacht-schwert  hoch-geacbt. 
'iö  Zw  Regnspnrg  in  der  Peham-schlacht 
Rieht  ich  manchen  Peham  zu  grund, 
Wie-wol  ich  auch  wart  heftig  wund 
Mit  einr  kugel  in  meinem  leib. 
Doch  ich  noch  ein  kriegs-gorgel  pleib. 

80  Jörg  Sohencky  pfening-maister : 

Zw  pfening-maister  wart  ich  pestelt, 
Von  den  reichstetten  auserwelt 
Dem  ganczen  hellen  hauffen  gros. 
Die  ich  zu  Schwarczen-purg  vor  dem  schlos 
86  Wil  zallen  mit  gueten  ducaten 


24  s 


^' 


390 

Und  ganczen  dalero  wol  perattea, 

Das  sie  wider  zvl  prasseü  haben, 

Die  lanczkneclit  sambt  den  rewters-knabea* 

Der  lang  mftnioli: 

Vor  jaren  ich  ain  münich  was, 

In  dem  kloster  ich  saug  und  las, 

Do  ich  aber  die  druniel  hert  schallen. 

Da  det  ich  ans  dem  closter  falien 

Und  iiam  ein  sehlacht-schwert   in  die  haut 

Und  lialff  retten  mein  vaterlanL 

Von  dem  Düercken,  plutigen  hnnd: 

In  der  »tat  Wien  im  wider-stnnd. 

[bU  213']  Fetter  FttoliBwild  spricht: 

Peter  Fnclis-wild  pin  ich  genant 
ih  Ich  pin  gar  unferzagter  hant, 

Mach  mich  ?il  wilder  den  ich  pin. 

Pald  einer  lleacht,  so  jag  ich  in, 

8tet  er,  so  ste  ich  gegen  im, 

Sich  aawer,  red  im  zn  mit  grim, 
20   Mein  palgen  get  mit  fluchen  ans, 

Halt  anf  dem  spilplacz  manchen  straws. 

Der  Soharhans  spriclit: 

kh  hieb  mit  jueiner  lielen-p arten 
Manclieoi  lanczknecbt  gar  lange  scharten 

ax*   Durch  kopfl\  angsicht»  prust,  lent  und  schwär 
Auf  dem  spilplacz  mit  wurflel  nnd  karten, 
Nam  auch  der-gleichen  pfenbert  tron 
Vil  manche  schrämen,  die  ich  hon, 
Pracht  auch  darfuu  ein  lame  haut, 

30  Die  pring  ich  mit  mir  heim  zn  laut. 

Elas  Wintergrün: 

Sun  Haincz,  trag  uns  zw  üüner  und  gens, 

So  essen  wir  darfon  wo-sensJ 
Doch  hüei  dich  vor  den  pewerin, 
3ü   Die  den  dioslern  geferlich  sin, 

^3  jichwor  loab&r. 


391 

Der  81U  Haines  antwort: 

0  vater,  ich  ghrat  gleich  nach  dir; 
Stelen  nnd  rauben  liebet  mir; 
Wan  ich  thw  mir  haimlich  gedencken, 
6  Umb  die  gens  thw  man  mich  nit  hencken. 

Sberlein  Zeeher  mit  dem  pecher: 

Ich  pin  genent  Eberlein  Zecher, 
Unter  den  knechten  gar  ein  frecher, 
Der  deglich  palget  mit  dem  wein, 
L.    214]  10  Tag  and  die  nacht  müs  ich  vol  sein. 
Dammb  wechst  mein  wampen  so  gros. 
Da  man  gwon  Hohen-kreen,  das  schlos, 
Wnrt  diser  pecher  mir  zu  pewt. 
Der  mich  noch  hewt  des  tags  erfrewt. 

16  Jeekel-Varr. 

Ich  hais  Jeckel  der  hoffiiarr, 
Pey  grosen  herren  ich  verharr, 
Da  hab  ich  ainen  freyen  disch : 
Guet  wein,  wilpret,  fogel  nnd  fisch, 
so  Den  mach  ich  ains  auf  der  sackpfewffen 
Und  kan  mit  falscher  zangen  schlewffen, 
Henchel  der  herschaft,  wo  ich  kon, 
Den  pin  ich  gleich  ir  gockel-mon. 

i^6§e  12  lanczknecht-sprüch  macht  ich  anno  salutis  1568,  am  7  tag  Juli. 


392 


Ain  puelied: 

Des  pnelera  absohaideii  mit  8  p  Höhst  abeiu 

Glüeck,  dw  pist  sinbel  runde 
In  der  lieb  anefang, 
b      ErfrewBt  des  herzen  gründe. 
Festest  aber  nit  lang. 

Dein  flüegel  schwingst, 
Wanckel  abschlingst, 
Vü  sorg  und  schmerzen  pringst. 


Ich  hab  erstlich  entpfanden 
Wol  dein  holtselikeit, 

Lieb  ward  zu  ainer  wunden 
Meim  herzen  kurczer  zeit, 

Pald  ich  dich,  glueck, 
Se  wanckel  flueck 
Durch  dein  heinische  düeck. 


[bl.  214']      Erst  wart  ich  ungemnete, 
w   Weil  ich  mercket  und  sach 
Ringen  die  zart  und  guete 
Auch  ander  liebe  nach. 

Da  merckt  ich  on 
Mich  ausgethon: 
26  Des  wil  ich  auch  darfon. 
* 

1  Im  aobUehnten  spruohbucho,  bl.   214  bis  214'. 


898 

4 

In  Bo  senendem  leiden 
Nem  ich  orlob  allein, 
Nach  dem  auch  abzuscheiden 
5  Von  der  herczliebsten  mein. 
Hercz,  mnet  and  sin 
Trauret  darin. 
Gesegn  dich  got!  ich  far  dahin. 

Anno  1568,  am  9  tag  Juli, 
anfangsbuchstaben  der  stellen  ergeben  den  namen  Geilerin. 


394 


Ein  pnelied: 
Des  herczen  dag,  antwort  and  drost. 

Der  liebhaber. 

Wach  auf,  mein  senent  hercze, 
6  Sey  fi'olich  wol-gemnet! 
Jag  ans  nnmnet  und  schmercze, 
Die-weil  die  zart  und  gnet 
Lieberin,  die  dw  hast  aaserweit, 
So  trewlich  ob  dir  helt. 

10  Das  beroa. 

In  lieb  lig  ich  hart-wande, 
Aber  die  schön  and  zart 
Doch  mit  herczen  noch  munde 
Ist  sie  mir  streng  und  hart: 
16  Der  lieb  mir  keinen  droste  geit 
Mit  ir  holtselikeit. 

Der  liebhaber. 

Da  schont  die  edel  fruchte 
[bl.  215]       Ir  junckfrewlichen  er 

20   Durch  schäm  und  kewscher  zuechte, 
Das  sie  der  nit  verser, 
Fein  stiller,  tugentlicher  art 
Ir  lieb  nit  offenbart. 

Das  lieroz. 

2fi  Derhalb  ist  mir  peschweret 
Mein  hercze  und  gemüet, 
Weil  ich  plieb  ungeweret 

♦ 

1    Im  aohtzehnten  spruohbuohe,  bl.  214'  bis  215'. 


895 

Von  ir  miltreichen  güet, 
Pegert  idoch  von  ir  nit  mer, 
Den  lieb  in  zuecht  and  er. 

Der  liebhaber. 

6  Mein  hercz,  thw  drostlicli  hoffen, 

Ir  lieb  nnd  frenntlikeit, 

Ir  trewes  hercz  wirt  offen 

Und  dich  in  knrczer  zeit 

Gewem  deiner  erlichen  pit 
10  Und  gar  abschlagen  nit. 

Das  lieros. 

0,  wen  mich  den  geweret 
Die  schön  und  adelich 
Ir  lieb,  wie  ich  pegeret, 
15  Mit  frewden  wuniclich, 

Den  wuerd  mir  meines  herczen  grund 
Frewdreich,  frisch  und  gesund. 

[bl.  215'J      Wer  sie  gewest  pey  leben. 
Da  künig  Paris  solt 
20  Der  aller-schönsten  geben 
Den  apfel,  dar  von  golt, 
So  het  in  gwis  mein  kaiserin, 
Der  diener  ich  nun  pin. 

Erst  wirt  mein  lieb  sich  meren 
25  In  trew  und  stetikeit, 
Die  nymant  sol  nmkeren 
Durch-aus  meins  lebens  zeit. 
Mit  lob,  er,  danck  ich  nun  pekrön 
Die  zuechtig,  zart  und  schön. 

80  Anno  salutis  1568,   am  11  tag  Juli. 

30  Sohoo  am  10  Jali  hatte  H.  Sachs    die  ersten    üechs  Strophen  gedichtet 
lie  mit  dem  datnm  abgeschlossen:  Anno  salutis   1568  am   10  tag  .  ,  .   . 


396 


Die  reimen  anf  die  zwo  gülden  schalen. 

Cornelius  Gorczen  allain 
Arnold  Gorczen,  dem  prneder  sein, 
Det  die  zirlichen  schalen  schencken, 
5  Im  aller-pesten  sein  gedencken. 

Auf  die  ander  solialen. 

Sambt  Sibilla  Mayerin  zw  freontlikeit, 
Der  prawt,  auf  ir  erlich  hochzeit, 
Die  im  acht-und-sechzigsten  jar 
10  Am  20  Juni  gehalten  war. 

Anno  salutis  1568,  am  10  tag  AngnstL 
1  Im  achtsehnteo  spruohbuohe,  bl.  215'. 


897 


imen  zu  der  gemalten  histori  ün  Peter  Feiten 

pehawssuDg. 

Paolos  Emilios  mit  nom, 

Der  dorchlewchtig  porger  zo  Rom, 
6  Füer  golt  lipt  im  konst,  sittn  ond  thoegent, 

Zoeg  wo]  sein  kinder  in  ir  joegent. 

Als  er  zw  haoptmon  wart  gemacht, 

Gwan  in  Hispania  zwo  schlacht, 

Schloeg  der  feint  dreissig-daosent  mon, 
10  Zway-hondert-ond-fünffisg  stet  gewon. 

Nach  dem  gesieget  aoch  mit  eer 

Küng  Perseom  ond  seinem  heer, 

Mit  ser  herling  triombff  heim-kam, 
•  216]      Gros  schecz  zo  pewt  pracht  der  stat  Rom, 
16  Wart  doch  seins  glüecks  halb  hart  gemieden, 

£ntlich  dorch  schwer  kranckheit  verschieden. 

Dromb  sol  wir  an  f  walzen t  glüeck  nit  pawen. 

Sonder  allein  aof  got  vertrawen. 

Anno  salutis  1568,  am  11  tag  Augosti. 

1  Im  MhtzehDt«D  sprachbaehe,    bl.   215'  bin   216.     Im  ref^ntpr:     »lUimen 
^*ter  Feitx  pebauAung  tum  gemel.«        14  S  aeoE. 


398 


Biedersten  22  piiclistaben 
Des  herrcQ  iiamen  jnneii^liabeu. 

Bey  gierten  lewten  ich  geren  won, 
All  gnete  künsr.  sie  zaigen  on, 
6  Recht  reden  «nd  aufrichtig  leben, 
Trew,  warhaftif?  iintericht  geben. 
Ob  ich  gleich  schwach  pin  an  dem  leib. 
Löblich  ist  ein  trew,  frnmea  weib; 
Ob  ich  der  gleich  icz  in  an  gel  hab, 

10   Mein  trost  stet  auf  der  gsiintheit  gab, 
Klicb  w^lt  ich  als-pahl  den  wern 
Und  nein  darmit  ent  vil  peschwern 
So  gt^checb  da  allain,  was  got  wil 
Recht  wais  dtr  mitel,  eiit  nnd  zil. 

\b   Entlich  aecz  ich   mein  liercz  und  grauet 
In  sein  aluiechtig  trew  und  güet, 
Seit  all  ding  stent  in  seiner  band, 
Neben  im  ist  ennst  kein  haylaud. 
Er  gibt  miltreich,  wer  im  vertrawt, 

20   Zeitlich  auf  in  hoffet  und  pawt, 
Küenlicli  auf  got  verla«  ich  mich 
Hie  zeitlich  und  dort  ewiclich, 
[bL  219]       Er  wird  mir  nach  dem  zeitling  leben 
Reichlich  ein  ewig  seligü  geben, 

M      Anno  ealütiB  1568.  am  16  tag  Septembrifi, 

Die  22  anfiingsbuchstaben  ergeben  den  namen: 
Bartolc»meuB    HeiBneokher. 


lui   Acbttehoteii  aprucbbucbe,  bl.    2ld'    bis  219.      Reg*:   R«tl 


899 


-Äin  lobspruech  der  stat  Franckfart. 

Franckfnrt,  die  alt  herlich  reichstat, 

Alhie  ir  contrafactnr  hat 

Sambt  Sachsenhansen,  dis  stetlein  klain, 
6  Darzwischen  hinlaufet  der  Main. 

Dameber  ain  staine  pmecken  get, 

Die  zw-sam  flieget  die  zwo  stet, 

Die  paid  der  ainig  rat  versieht 

Mit  regiment,  recht  und  gericht. 
10  Wie-wol  im  anfang  diese  stat 

Helenopolis  den  namen  hat, 

Pis  die  Francken  haben  pewant, 

Ist  sie  Franckfart  worden  genant. 

Die  stat  hat  drefflich  zw-gennmen 
16  Mit  handlnng,  gwerben  und  reichtnmen, 

Die  mit  kaiserlicher  freiheit 

Pegabet  ist  vor  langer  zeit, 

Das  man  helt  zwaymal  jarmes  dar: 

Die  erst  zu  mitfasten  all  jar, 
ao   Die  ander  im  herbst;  die  paidsand 

Werden  pesucht  durch  gancz  Deutschland, 

Engeland  und  Ytalia, 

Poland,  Holand  und  Gallia, 

Von  kramem,  hendlern  und  kauffhern 
86  Auf  schiffen,  wegen,  schlittn  und  kerm. 

Wirt  da-hin  pracht  allerley  war, 

Die  man  den  find  mit  hauffen  dar: 

Als  arlas,  wüerset  und  satin. 
l  *•  219']      Zendel,  atlas  und  ormasin, 
30  Samut,  seiden  und  dafand, 

Schamlot  und  guet  wüelen  gewand, 
* 

1  In  MbtMhoUn  ipniehbuehe,  bl.   21  tt   bis  220'. 


^^^^^^^HN^^^                 ^^^^H 

^^^^^^^^K          Lündigch,  lirmcb^  mechliscb,  samet;             ^^| 

^^^^^^^^^H          Wüercz  und  allerley  war,  Teretet!              ^^H 

^^^^^^^^H          Aach  von  pfenwerten,  künstlich  acharfT,            V 

^^^^^^^V          Fint  man  da  fall,  was  man  pedarff*            ^^M 

^^^^^m              ^  ^^  is^  ^^^  ^^^  ^^^  kanfflewt  hanffea         ^^M 

^^^^^H                  Ein  Btecben,  kaw^en  und  yerkawffen.           ^^ 

^^^^^H                  Ein  rechen^  zaleiK  schreibn  und  porgen            1 

^^^^^^H                 Drey  da^,  die  nacht  oft  pis  an  morgen,           1 

^^^^^^H                  Ein  laufen,  ^eu,  sehlanffen  und  faren,        ^^1 

^^^^^H             10  Da  ider  sein  war  thuet  pewaren                  ^^M 

^^^^^M                 ^^^  einschlagen,  eiupackn,  aufladen,                  1 

^^^^^B                  Doch  als  der  stat  Franckfurt  an  schaden,        1 

^^^^^H                  Welche  helt  trewiich  wacli  und  huet                J 

^^^^^H                  Tag  nnde  nacht  ob  der  gest  gnet,              ^^H 

^^^^^H             \b  Pipinus,  kaiser  Carols  vater,                       ^^H 

^^^^^H                 Des  großen,  der  cHstlich  wolUter,              ^^M 

I^^^^^B                  Äin  herling  thempel  in  der  ßtat                  ^^B 

^^^^^H                  Erpawen  und  gestiftet  hat                          ^^B 

^^^^^H                 Zw  er  dem  hei  Im  achenden  hailand,            ^^^ 

^^^^^B            M  iBt  icz  sant  liarteinies  genand.                    ^^| 

^^^^H                 Nach  dem  auch  Carolns  Mangnus,              ^^M 

^^^^H                 Sein  snn,  hat  gstift  mit  nberflus                ^^M 

^^^^H                  Darzw  vil  glieter  tind  zehenden                  ^^M 

^^^^H                  Hernach  dem  stift  ans  milden  lienden.        ^^| 

^^^^H             2ft                                                                        ^^H 

^^^^^H                 Ein  concilium  wart  ghalten  dar                 ^^M 

^^^^H                  Von  kai^er  Carolo  Mangno,                         ^^M 

^^^^^H                  Darinnen  wurt  Y.ert[iammet  do                    ^^| 

^^^^B                 Felicianns  keczerey,                                    ^^M 

^^^^B              so  CrJsti  gotheit  verleugnet  frey.                    ^^M 

^^^                        Kaiser  Carol  der  drit  auch  hat                   ^^M 

H           [bL  220]       Gros  lieb  und  gunst  zw  dieser  stat.           ^^H 

H                               Von  im  wart  pegabet  dis-mal,                     ^^M 

H                                Das  man   dariu  solt  tbun  die  wal:              ^^M 

H                           B&   Die  siben  cnrturstu  soltn  erweln                   ^^M 

H                               Ain  kaisser,  wie  die  bnel  dnt  erzein,          ^^M 

H                               Da  Ärnolifns  der  kaiser  wnert                    ^^H 

H                               Der  erstmals  erweit  zu  Franckfart,            ^^H 

H                       US   Die  fle                                                                                        ^^H 

401 

Als  man  zelet  800  jar 
Und  91  jar  vOrwar, 
Hernach  der  kaiser  manigfeltig. 
Wo  aber  die  wal  wart  zwispeltig, 
b  So  legt  sich  der  ain  dail  zn  feld, 
Gerüest  mit  aim  her  nnd  gezeld, 
Füer  Franckftirt  anderhalb  monat 
Und  dee  widerpartz  gewart  hat, 
Ob  der  kem,  in  dannen  zu  schlagen. 

10  Kam  er  aber  nit  in  diesen  dagen, 
So  lies  man  den  nein  in  die  stat, 
Der  den  die  krön  erlanget  hat, 
Wie  sich  das  pegab  zn  der  zeit. 
Aach  hat  stat  Franckfart  die  fireyheit, 

16  Das  noch  da  zn  hewtigen  dagen 

Die  maister  des  schwercz  werden  gschlagen: 
In  der  herbst-mes  examinirt, 
Von  den  maistem  des  schwercz  probirt; 
Kan  er  der  konst  den  rechten  kem 

20  Mit  hant  and  aach  mit  mond  pewem, 
Als-den  man  in  za  maister  schlecht, 
Sant  Marxen  prnederschaft  entpfecht 
Nach  dem  mag  er  aach  fechtschael  halten 
Und  schtteler  lern,  jung  and  die  alten, 

S6  In  allen  riterlichen  wern 
^^'j      Im  gancz  romischen  reich  mit  ern. 
Kaiser  Maximilianas  hat 
Das  camer-ghricht  in  dieser  stat 
1495  jar 

so  Erstlich  angefangen  värwar. 
Im  46  nnd  fünffzehandert 
Hat  Franckfart  sich  wider  aasgesnndert 
Von  dem  protestirenden  pond, 
Sich  mit  dem  kaiser  vertragen  knnd. 

86  1552  jar 

Stat  Franckfart  hart  pelegert  war 
Von  herczog  Moricz,  dem  curforsten 
Von  Sachsen,  den  nach  krieg  was  düersten, 
Und  aach  von  margraffen  Albrecht 


4  8  war.         24  8  jung  joog. 
»witeelM.    XXIII. 


402 

Von  Brannenbarg  on  füeg  und  recht. 
Die  8tÄt  det  dapfer  gegen-wer 
Mit  gschüecz  der  feinde  grosem  beer» 
Etlich  hem  und  adel  erleget. 
Darfan  der  feint  heer  wart  peweget, 
Herczog  Moricz  darfor  abzoch, 
Die  8tat  plieb  nngewnnnen  doch; 
Nach  wenig  dagen  sich  pegab, 
Das  margraff  Albrecbt  auch  zag  ab 
Mit  grosem  schaden  paider  dail. 
Got  der  wol  geben  glüeck  und  hail: 
Franckfnrt,  die  stat,  hüet  and  pewaohs 
Vor  alm  anfal,  wünscht  ir  Hans  Sachs. 

Anno  salutia  1568,  am  tag  Michaelis 
120 


1   S  Brannenburd. 


403 


Das  epidaphinm  Endres  Thaercke. 

Im  Wasser  nam  ich  schaden  eben. 
Doch  hat  mir  got  durch  Cristnm  gehen 
Füer  das  zeitlich  ain  ewigs  leben, 
5  Wir  drin  in  wnn  und  frewden  schweben, 
Got  ewig  lob  nnd  preisse  geben. 

Anno  salntis  1568,  am  5  tag  Octobris. 
aahtMhoUii  ipniehbiiehe,  bl.  320'  bis  881. 


404 


Ain  schon  lied  ainer  thnegenthaften  schönen  jnnck 
frawen  mit  irem  namen  der  9  puchsUbeii. 

Mein  hercz  hat  anserwelet 
Ain  herzenliebes  lieb 
6  Und  sich  zw  im  geseiet, 
Der  ich  mich  gar  ergieb, 
In  znechten,  trew  nnd  eren 
Mich  ir  ewig  verschrieb. 


10  Ach,  wer  ich  gwest  im  leben 
Zw  künig  Paris  zeit, 
Da  er  solt  übergeben 
Den  gnelden  apfel  weit 
Ainer  der  drey  gottine 

15  Zw  groser  wirdikeit!  — 


Gwaltig  reich  Jnno  wäre, 
Die  gottin,  irer  zeit, 
Minerva  sinreich  clare, 
Ain  gottin  der  Weisheit, 
Venus,  die  gottin  schöne 
Der  lieb  holtselikeit  — 


Doch  het  ich  warhaft  geben 
[bl.  221']  26  Den  guelden  apfel  dir 

Füer  die  drey  gottin  eben, 
Herczlieb,  glaub  sicher  mir! 

• 

1   Im  achtsehnten  spruohbuohe,  bl.  221   bis  222.         2  S  patUb«n. 


405 

Weil  dw  hast  nberflaessig 

Der  drey  götUn  schmuck  nnd  zir. 

6 
Als  Juno  gwalt,  reichtume, 
5  Der  gottin,  herlich  war, 
Doch  gieb  ich  dir  den  nieme; 
Reicher  pist,  herczlieb,  gar, 
Vol  gneter  sitten,  tuegent. 
Machen  dein  namen  dar. 

10  6 

Loblich  Minerva  weisse, 
Durch  sinreiche  Weisheit, 
Hastw  auch  nun  und  preisse 
Pey  deines  lebens  zeit 

16  Für  alle  ander  junckfrawen 
In  kunst-verstendikeit. 

7 
Erdig,  schön  und  holtselig 
Venus,  die  gottin,  was, 
90  Menschen,  gotem  gefeiig. 
Doch  gfelt  meim  herzen  pas 
Dein  zuecht,  schäm  nnd  geperde, 
Die  dich  zirt  nbermas. 

8 
26  Noch  deiner  zarten  jngent 
Hast  aller  schecze  snm, 
Gueter  sitten  und  dnegent. 
Des  hastw  eer  und  mm, 
Drum  hab  ich  dich  erwelet 
[bi.  222]  80  Füer  all  schecz  und  reichtnm. 

9 
Ach,  dw  holtseligs  pilde 
Mit  engelischer  schön, 
Gancz  erenreich  und  milde, 
S6  Dort  in  der  götter  trön 

Füer  die  drey  höchstn  gottine 
Ich  dich  mit  lob  pekrön. 

Anno  BalntU  1568,   am  10  tag  Octobris. 
Die  neun  bnchstaben   beißen  Magdalena. 


407 


Auch  rosen-rot  ir  munde 
Und  ir  kelen  schneweis, 
Ir  prüesUein  weis  und  runde, 
6  Ir  suptil  hend  ich  preis, 
Ir  praune  lichte  euglein  dar, 
Ir  goltgelb  langes  har. 

6 

Löblich  der  schacz  ir  dngent, 
10  Ir  schäm,  zuoht  und  kefischeit 
Ir  holtseligen  jngent, 
Ir  Stil  und  stetikeit, 
Ir  frunckheit,  drew  und  milte  güet, 
Ir  aufrichtig  gemüet. 


£rber  von  stam  und  gschlechte, 
Oancz  adelicher  art, 
Erenfest  und  aufrechte, 
So  ist  die  schön  und  zart 
30  Herkumen  aller  eren  wert. 
Welcher  mein  hercz  pegert. 

8 

Nun  die  adeliche  schöne, 
[bl.  223]       Sinreich,  vtirsichtig,  weis, 
S6  Mit  eren  ich  pekröne 

Mit  lob,  mmb,  wird  und  preis, 
Für  all  junckfrawen  lobeswert, 
So  icz  leben  auf  erd. 

9 

so   Auch  ist  ir  nam  erhaben 
Von  mir  in  dem  lobgsanck 
Der  ersten  neun  pachstaben, 
Das  ich  ir  macht  zu  danck. 
Wil  nun  durch  das  gancz  leben  mein 

86  Ir  stetter  diener  sein. 

Anno  salutis  1568,   am  13  tag  Octobris. 
Die  ersten  nenn  buchstaben  heißen  Magdalena. 


408 


fieimen  in  die  drey  magelen,  den  kindern  yon 
irer  aofrawen. 

Die  drinckschir  mir,  Nidas  Miller, 
Kam  yon  meinr  lieben  anftraw  her, 
6  Ir  zn  dencken  mit  lob  nnd  eer. 

Der  ander  euu 

Das  drinckschir  mir,  Märten  Miller, 
Kam  von  meinr  lieben  anfraw  her, 
Darnmb  ich  ir  sag  lob  nnd  eer. 

10  Das  dSehterlein. 

Mir,  Anna  Millerin,  das  magolein 
Kam  von  der  lieben  anfraw  mein. 
Im  pesten  ir  zn  dencken  sein. 

Anno  1568,  am  22  tag  Octobris. 

* 

1   Im  achlEehnten  sprachbuohe,  bl.  228. 


409 


Beimen  auf  die  3  hirsen-lewchter.    Ret  der  got 
Abolo,  der  mit  aim  pogen  darauf  stet 

[bl.  223']      Diese  3  güelden  hirechen 

Schos  ich  im  wald  mit  pirschen 
b  Und  hing  sie  auf  dis-mal, 
Zw  erlenchten  mein  sal. 
Und  wer  mich  dammb  pit, 
So  lelch  ich  ims  doch  nit, 
Lest  er  nit  ab  mit  eil, 
10  Schews  ich  in  mit  dem  pfeil. 

Anno  1568,  am  tag  Simon  und  Jude. 

1  Im  aeht»ahnUn  ipniohbaoho,  bl.  223  bis  223'.  T  birMO.  UrtprUng- 
M  baito  Hanf  Saebi  leben  gMebrieben,  dM  lit  aber,  freilich  andeatlich  ge- 
lodert: ansUit  def  1  loll  rielleiebt  b,  anstatt  des  iweiten  e  ein  s  gelesen 
verdsa.  Damaeb  wlre  et  niebt  in  ktthn,  birsen  in  yermaten;  denn  Hans  Sachs 
'^  M  bei  andeatangen  bewenden,  wenn  in  ändern  war,  gleichsam  als  wenn 
^  Daebbessemde  band,  die  ja  die  initialen  sohtfn  ausmalen  sollte,  aach  auf 
*i>loh«  stellen  ihre  kunst  rerwenden  wttrde. 


410 


Ain  clag  der  harnisch-kamer. 

Ich,  wolgerüeste  harnisch-kamer, 
Clage  mein  heimlich  not  und  jamer, 
Das  mich  peschawn  vil  lewt  gemein, 
6  Der  doch  kainer  nichs  tregt  herein, 
Sander  pegert  nur  naas  zw  dragen, 
Was  im  gefeit.   Das  ist  zu  clagen, 
Das  menschlich  hercz,  sin  nnde  muet 
So  dtieckisch  pegert  frembdes  gnet. 

10        Anno  salutis  1568,  am  80  tag  Octobrig. 

« 
Im  aohtiehntoD  spraohbachc,  bl.   223'. 


411 


Der  kanfher  mit  dem  pallen-pinder. 

Mein  pallenpinder,  kumb  mit  mir, 
Guet  arbeit  wil  ich  schaffen  dir, 
Das  dw  mir  einschlagest  zw  gfallen 
6  In  fesser  und  einpindest  pallen 
Mancherley  war,  gros  onde  iclain, 
Aof  die  mes  gen  Franckfort  am  Main, 
^K  224]       Anf  das  sie  nab  knmb  rechter  zeit. 
Darnmb  man  dir  guet  lonnng  geit. 

10  Der  pallenpinder  antwort: 

Kanffher,  ich  pin  willig  pereit, 
Wer  mich  umb  solich  hilff  anschreit. 
Gar  kainen  fleis  und  müe  ich  spar, 
Das  eim  anschadhaft  pleib  sein  war 
15  Auf  wasser,  land,  pis  man  sie  pring 
Anf  mess  und  mercke  aller  ding: 
Wen  man  öffnet  fesser  nnd  pallen, 
Das  man  drob  hab  ain  wolgefallen. 

Anno  Balatis  1568,  am  18  tag  Noyembris. 
XiD  aehttabnien  spnwbbaehe,  bl.  223'  bis  224. 


l 


412 


Ein  lobspniech  der  reichstat  Nörlingen  in  Schwal 


Nörlingi  die  alt  reiclistat  genant, 
In  Recia,  dem  Schwaben-lant, 
Ein  weitpekant  volckreiche  stat 

b   Die  irn  Ursprung  und  anfang  hat 
Von  Clawdio  Tiberio  Nero, 
Dem  driten  kaiser,  welcher  aldo 
Anf  dem  pirg  sein  winter-veltlager  het, 
Weil  er  noch  war  ein  hanptinon,  verstet! 

10  Zwainczig  jar  vor  Cristi  gepnrt. 
Dabin  diese  stat  gepawen  wnrt. 
Welche  alt-romische  reichstat 
Vil  gros  anfals  erstanden  bat, 
Wie  man  den  spricht :  Wolfart  und  glüeck 

15  Mnes  dulden  vil  neydi scher  düeck. 
Änfencklich  nam  sie  anf  mit  gnnst, 
[bl.  224']      Verdarb  doch  gar  in  ainer  prnnst. 
Nach  dem  wart  sie  pawt  abermal 
Vom  perg  hernnter  in  das  thal 

sü   Au  Eger-flnes.    Als  man  xelen  war 
Zwelff-hnndert-acht-undreyssig  jar, 
Verprant  die  stat  gancz  widernm. 
Doch  den  kaiser  Fridericum, 
Den  andern,  durch  des  hilff  und  rat 

85   Wurt  wider  erpawt  Nörling,  die  stat» 
Nam  wider  zw  an  volckes-meng. 
Doch  war  die  stat  zu  klain  und  eng. 
Da  wurt  erweitert  diese  stat, 
Doch  wider  miancherley  unrat. 

so   Die  purgerschaft  wider  abnnmb 
An  ir  hantirung  und  reichtumb; 
Wan  auch  vil  Juden  daiin  sassen, 
* 
1   im  «obtx« holen  tprucb buche,  bl.  324  bU  335'. 


413 

Die  die  pnrgenchaft  mit  wnechr  fräsen. 
Der-halb  1290  jar 
Ein  anflauff  wider  die  Juden  war 
Zw  nacht,  und  ee  es  frw  wart  tagen, 

6  Warn  etlich  hundert  Jndn  erschlagen. 
Kaiser  Bndoiff  straft  die  stat  hart, 
Doch  kaiser  Karl  ir  firenntlich  wart. 
1440  jar 
Graf  Hans  von  ötting  neydiger  art 

10  Mit  gelt  ir  dorhfieter  pestach, 
Die  öffheten  die  Stator  darnach 
Drey  necht  dem  graffen  an  der  stat. 
Das  doch  verkundschaft  ward  aim  rat. 
Der  onter-kam  die  falsch  mort-rot 

16  Und  schlagn  die  vereter  zw  dot. 
.   225]       Doch  pald  aber  zway  jar  hernach 
Anshelm  von  Eyberg,  gpimer  räch, 
Wolt  mit  siebn-handert  rewters-knaben 
Die  stat  aach  aberfallen  haben 

20  Aaf  der  kaiser-wissen,  als  man 

Wolt  omb  den  Scharlach  rennen  tbon. 
Wie  den  all  mess  ist  der  stat  praach. 
Des  wart  ein  rat  gewarnet  aach, 
Der  aach  das  morstüeck  anter-kam, 

26  Das  der  feint  wider  abzaeg  mit  schäm. 
1448  jar. 

Als  der  stet-krieg  im  Deatschlant  war, 
Vil  parger  za  Nörling  wurden  krigslewt, 
Raisten  aus  nach  gewin  und  pewt, 

80  Kriegten  pein  fursten  neid  und  has. 
Herzog  Jörg  von  Pairen  auf-was, 
Pelegert  die  stat  Nörling  hart, 
Die  sich  doch  werten  dapfer  art, 
Pescbedigt  wart  ir  gwerb  und  handel, 

86  Das  nymant  het  hinen  wandel, 
Pis  pischoff  von  Aystet  machet  frid, 
Das  herczog  Jörg  wider  abschied. 
Fünffizehundert  siebenze  jar 
Zw  Nörling  ein  gros  ungwiter  war 

^    bu  8.  414,   4  sind  aaf  s.  225'  von  Hans  Sachs  nachgetragen. 


414 


Von  Sturmwinden  und  gros  erpieden. 
Warf  die  kircb  auf  die  erden  nider, 
Vi]  heiiser  in  der  stat  nnd  auf  lant, 
Auch  vil  pautngarten  luaclit  zn  schanL 
1525  jar 

Darnach  der  pawren-krieg  auch  war, 
Worden  za  Nörling  in  der  etat 
Etlich  pnrger  wider  ain  rat 
Anfraerig  und  am  rat  abseczien. 

10  Die  kaiserlichen  punds-ret  zuleczten 
Erfueren  ains  erbern  rats  nnscbneld, 
Da  wurn  geriebt  mit  ungedneld 
[bl.  225']       Die  aufrüerer,  ain  dail  verjagt. 

Nach  dem  die  stat  wart  hart  geplagt 

ift  In  dem  seh m alkalisch  krieg  fortan : 
Hingen  doch  der  thail-kamer  oii, 
Mit  raub^  schaczung,  mort  nnd  prant 
An  schneid  mit  thiraniscber  bant, 
Das  die  stat  darin  schaden  nam^ 

ao   Zway-mal'bnndert-dansent  gnlden  kam, 
Aach  etlich  dauseni  menseben  stnrben, 
An  leib  nnd  gnet  elent  verdürben. 
Den  gebe  got  das  ewig  leben, 
Wöl  auch  der  reicbstat  Nörling  geben, 
i   Das  sie  aufnem,  griien,  plüe  und  wachs 
An  er  nnd  guet.    Wünscht  ir  Hans  Sachs« 

Anno  aalutis  1568,  am  20  tag  Novembris, 
06   reim. 


18  t  lehiiflld      i^  ioboeL 


25  S  mir  «iirnflCQ. 


415 


Ain  anfang  aines  puelers  lied. 

Venus,  göttin  der  liebe-tröne, 

Cnpido  ans  dem  sal, 

Wecke  mir  auf  die  adelich  und  schöne 

Mit  der  lieb  süesen  stral, 

Das  ir  in  lieb  auch  prinne 

Gen  mir  hercz,  muet  und  sinne 

In  lieb  ffier  ander  all, 


Das  mir  ir  hercz  auch  werd  offen 

In  holtseliger  lieb, 

Wie  ich  ir  das  trawe  und  pin  hoffen, 

Weil  ich  mich  ir  ergieb. 

Wan  ich  peger  nit  mere, 

Den  in  züchten  und  ere, 

Das  ich  ir  diner  plieb. 


Drauff  wart  ich  mit  senendem  schmercze, 
Dw,  mein  holtseligs  M, 
80  Das  dw  öffnest  dein  freuntlichs  hercze, 
Zw  dienen  mich  aufnem: 
Die-weil  ich  leb  auf  erden, 
Mocht  ich  nit  froer  werden, 
Mein  hercz  zu  rwe  kern. 

96      Anno  salutis  1568,  am  24  tag  Novembris. 

« 
aehtiehnten  spraehbuche,  bl.   226'  bis   226. 


416 


Ain  schön  lied  aines  geseien  mit  ainer  jnnck- 
frawen  der  lieb  in  franczosischer  weis. 

Der  gttel  fttoht  an: 

Venas,  gotün 
6  Der  lieb,  darin  ich  prin, 
Umb  hilff  ich  schrey 
Zu  dir,  und  ste  pey! 

Schick  ab  zn  thal 
Mit  seiner  liebe  stral 
10  Capidinem, 

Das  er  mein  herczigs  M 

Haimlichen  schies, 
Das  sie  ir  hercz  anf-schlies 
In  lieb  gen  mir, 
16  Wie  mein  hercz  ste  gen  ir, 
In  lieb  an  rne, 
Das  ir  lieb  mir  sag  zw, 
Ee  ich  verzagen  thw. 

Die  jonokfiraw  antwort: 

[bl.  226']  20  Mein  hercz  ist  wund 

Worden  pis  anf  den  grnnd 

Von  Capido 

Mit  der  lieb  stral  also. 

Ach,  das  ich  west 
26  Sein  lieb  und  drew  so  fest. 
Wie  er  anzaigt, 
So  wer  ich  im  genaigt. 

1   Im  achtiehnten  spraobbuohe,  bl.   226  bis  227.  7  ?  und.     8  amb. 


417 

Oar  oft  feit  weit 
Der  liebe  Sicherheit, 
Pringt  auch  anf  ert 
Oar  inanclierley  gefert 
6  An  ZQcht  und  eer 
Drumb  dicb,  gesel,  abker! 
Ich  gieb  kein  antwort  mer. 

Der  getel  antwort: 

Ach,  herczigs  hercz, 
10  Mer  nicht  meinr  liebe  scbmercz, 
Die  ich  dir  trag! 
Nit  frölich  werden  mag, 

Pia  dw,  mein  M, 
Mich  dir  lest  sein  angnem: 
1»  In  deinem  dinst 

Mich  drew  nnd  stet  dw  finst 

Dnimb  mir  vertraw, 
Auserwelte  junckfraw, 
Mein  cleglich  pit 
90  Und  zweifei  an  mir  nit, 
Las  mich  allein 
Dein  drewen  diner  sein 
In  steter  liebe  dein! 

Bio  jnnokfiraw  antwort: 

25  Die  freantling  wort 
Der  lieb  an  manchem  ort 
Oft  feletz  weit, 
Manch  nnrat  sich  pegeit, 

Aach  mich  peschwert, 
so  Lieb  pringet  vil  gefert, 
Lieb  im  anfang 
Verbalst  vil  wort  nit  lang. 

Leicht  mancher  helt 
Nach  fremder  liebe  stelt, 
86  Sein  lieb  erkalt 
XXIII.  27 


^              418                  ^^^^^H 

■          Und  zewcht  ab  manig^falt.                ^^^^^H 

■          Drnmb  ich  das  epil                               ^^^^1 

H          Mit  dir  nit  wagen  wil,                          ^^^H 

H          Weil  lieb  pringt  anglüecks  vil.                   ^H 

V      6              Der  gml  apriokt:                                ^^H 

K          Was  zeichstw  mich?                                    ^^M 

V         Ich  hab  erwelet  dich                                    ^H 

H          Vür  all  auf  erd,                                            ^H 

H          Mein  hercz  deinr  lieb  pegerd,                      ^H 

10  Das  ich  möcht  dein                                      ^H 

Stet  drewer  diner  sein.                                ^H 

Schlechst  dw  inirs  ab,                                  ^H 

Kein  drost  anf  erd  ich  h&b.                       ^H 

^^^^[bl 

227]       We  mir  der  not!                                         ^M 

i&   Lieber  wer  mir  der  dot,                              ^H 

Den  das  ich  leb,                                            ^H 

In  scbmercz  und  unmnet  leb.                       ^H 

Darumb  so  went                                            ^^M 

Dein  frenntlichs  hercz  pelient,                     ^H 

90  Drdst  mich  in  dem  elenti                           ^H 

Bie  jimokfraw  spriobt :                          ^^M 

Erst  hat  mit  kraft                                      ^H 

Dein  cleglich  pit  pehaft,                              ^H 

Das  auf  dein  clag                                        ^H 

1»  Ich  dir  mein  lieb  7Jt>8ag.                             ^H 

Noch  gar  nit  mer,                                        ^H 

Den  in  trew,  zucht  und  er,                        ^H 

Magstw  fort  sein                                         ^H 

Ein  steter  diner  mein,                                ^H 

Bo  Aber  mich  las                                               ^H 

Dein  ainigs  lieb  sein  viirpas.                       ^H 

Der-gleich  wil  icli                                        ^H 

Ainig  lie1>  haben  dich                                  ^H 

Zu  aller  zeit                                                ^H 

419 

In  lieb-holtselikeit. 
Weil  got  min  leben  geit 

Sr  pefeUowtt: 

Erst  hat  ein  ent 
5  Mein  hartsel  und  elent 
Auf  dein  znsag. 
An  sorg  ich  nnn  anschlag, 

Mich  dir  ergieb 
In  herzen-drewer  lieb, 
10  In  znecht  nnd  er, 

Hab  auch  pegert  nit  mer. 

Den  deiner  güet 
Frenntlichs  herz  und  gemüet 
Hat  tnegentlich 
1»  In  warer  lieb  ombfangen  mich. 
Nun  Boltw  sein 
Mein  hercz-lieb  allein, 
Weil  wert  das  leben  mein. 

Anno  salntis  1568,  am  26  tag  NoTembris. 

«0     N.  I.  R.  E.  H.  C.  S.  T.  E.  L. 
ie  Anfangsbuchstaben   der  Stollen  und  abgesänge   in   den  antworten 
BT  jangfraw  ergeben  den  namen  Magdalena.    Sie  sind  von  Hans 
Sachs  besonders  hervorgehoben. 

118  gegort      Sieh  Nürnberger  feiUehrift,  heraasgegeben  von  A.  L.  Stiefel. 
nwnbwg  1894.  n.  308.  19  8  62.  20  Umgekehrt   liei«  Letseherin. 


27' 


420 


Ain  schön  junckfraw-lob  in  franczosischer  melodey 
mit  9  pachstaben. 

Mit  lob  pekrön 
Ich  die  aberzart  schön, 
ft  Weil  sie  auf  erd 
Ist  alles  lobes  werd. 

[bl.  227']      Auch  ist  die  mild 

Gancz  holtselig  gepild, 
Geschmückt  und  zirt, 
10  Gancz  artlich  glidmasirt. 

Get  aufgericht, 
Mit  freuntlichem  angsicht, 
Wer  sie  sieht  an, 
Ir  nicht  urloben  kon. 
15   Mit  hochem  fleis 

Ich  ir  schon  lob  und  preis, 
Yrs  gleichen  ich  nit  weis. 

2 

Dar-zw  die  werd 
20  Ist  hofflicher  geperd 
Mit  wort  und  dat, 
Guet  Sitten  an  ir  hat. 

Aufrichtig  alle  zeit, 
Sinreicher  gschicklikeit, 

1   Im    achtcehDien    spruohbuohe,    bl.  227    bis  228.        Gedniokt  in  Herteh 
Programm.     Zwickan  1854.     8.  35  bis  36. 


421 

Nach  irem  stant, 

Drit  her  in  8ch5m  gewant. 

Lieblich  nnd  stil, 
Einzogen,  ret  nit  vi], 
Liebt  znecht  and  er. 
Derhalb  preis  ich  auch  mer 
Die  schön  und  zart, 
Die  lebet  alle  fart 
Gancz  thnegentreicher  art. 


Erlich  ir  jngent, 

Ein  schacz  der  edlen  togent, 

Sie  ist  anch  worn 

Von  gnetem  stam  geporn. 

[bl.  228]  16  Noch  lebt  die  gnet 

In  ghorsam  nnd  demnet, 

Fnersichtig,  weis, 

Znechtig,  schamhaft  nnd  fleis. 

Anch  im  gemüet 
so  Erber  in  trew  nnd  güet 

In  irer  lieb. 

Dmmb  ich  das  lob  ir  gieb 

Vor  allen  gar, 

Wünsch  ir  von  herczen  dar 
26  Ein  glüeckseliges  newes  jar. 

Anno  salutis  1568,  am  8  tag  Decembris. 

)ie  anfangsbuchstaben  der  stellen  und   der  abgesänge,  die  S  hervor- 
treten läßt,  ergeben  den  namen  Magdalena. 


422 


Reimen  anf  die  credencz-messer  des  carfflrsten 
van  Sachsen. 

Got  seczt  all  obrikeit, 
Das  sie  halt  in  der  zeit 
6  Den  framen  trewen  schaecz 
Und  straff  der  possen  traecz. 

1568,  9  Dezember. 

» 
1   lu  Bchtsehnteo  spraohbuohe,  bl.  SS8.         7  S  läßt  das  datam  weg. 


428 


ßeimen  auf  das  trincksehir  der  2  stransen-ayer. 

Das  ay  leget  ein  straws. 
Wers  in  eim  drnnck  lert  ans, 
Den  lobt  der  her  im  haws. 

6  Anf  das  ander  ay. 

In  das  weis  strans-ey  schencket  ein 
Den  saessen,  roten,  welschen  wein 
und  lat  nns  alle  frolich  sein! 

Anno  salotis  1568,  am  9  tag  Decembris. 
I    Im  •ebtiehnten  spraehbaohe,  bl.  SS8. 


424 


Hochzeit-reimen. 

Der  preatkam  haist  Gasimiras,  die  praadt  Eiisabedi,  p 
namen  yerseczet. 

Cancz  herczicklich  frolocke  ich, 
6  E,  dw  mein  schacz,  die-weil  ich  dich 

Sicher  erkenn,  dein  lieb  and  trew. 

Lieb,  ich  mich  der  von  herzen  frew. 

Mich  liebst  von  herczen,  wie  ich  dich: 

Sa  pleibt  unser  lieb  ewiclich 
10  Rüselig  in  onsrem  estant. 

Beth,  das  geb  got  unser  haylant. 

Anno  salutifl  1568,  am  19  tag  Decembtis. 
m 
1   Im  aohtsehnten  spraohbaohe,  bl.  228'.  4  beriosioklioh. 


425 


Gattes  Schöpfung  aller  creatnr  im  anfang,  auch 

anser  eitern  Adam  nnd  Eva  schweren   fal  und  austreibung 

aas  dem  paradeis. 

Im  aDfang  got  der  herr  peschneff 
6  Durch  seins  almechting  wortes  rneff 

Himel  nnd  erden  nnd  das  mer, 

Das  firmament  nnd  himels-heer, 

Snn,  mon  nnd  steren,  nber  das 

Allerley  frnecht,  panmb,  wnercz  nnd  gras, 
10  Fiech,  fögel,  thier  allerley  faerm, 

Merwnnder,  fisch  nnd  das  gewüerm. 

Nach  dem  macht  got,  der  schopfer  mild, 

Ans  erd  den  menschen  nach  seim  pild, 

Ain  lebenting  gaist  im  ain-plies, 
16  Den  menschen  oder  Adam  hies 

Und  seczt  in  ein  das  paradeis 

Und  verpot  im  die  ainig  speis. 
/W.  ^29j       Qqi  aber  lies  nach  diesem  allen 

Ain  dieffen  schlaff  anf  Adam  fallen 
20  Und  nam  ein  rieb  ans  seinem  leib 

Und  pawet  im  daraus  ein  weib. 

Die  gab  er  im  in  dem  anfang. 

Gar  listig  aber  war  die  schlang, 

Mit  schmaichlerey  Eva  versuecht, 
26  Das  sie  as  der  verpoten  frnecht, 

'^       Im  aohUehnten  spraohbaohe,    bl.   228'  bis   229'.      In   den  moistergesängen 

^^  ^  Sacht  den    ttoff  mehrfach   behandelt,     z.   b.    im  überlangen  Regenbogen: 

^liOpfung    im  anfang    der    weit    »Im  anefang«    1544   November   16   (MG   6, 

"^  5)  and:   Der  fal  Adam  ynd  Era    »Im  ersten  puech«    1640  Juni    19  (MG   5, 

'^  ^  bis   114'),    im  aberlangen  thon   M.   Yogis:    Die  sohopffung  aller  oreatur 

**    ^^^aa  anfangt    1666  Juli  2  (MG   15,   bl.   136  bis   141). 


426 


Gab  sie  auch  Adam,  irem  mon. 

So-pald  Adam  auch  aß  darfon, 

Wurden  in  aufgeton  ir  awgen, 

Sahen  sich  nackat  ane  laugen 
b  und  flachten  feigen-pleter  zaiiieD, 

Machten  in  schüerz,  die  fuer  sich  namen. 

Nach  dem  hörten  sie  gottes-stim 

Im  paradeis,  und  sprach  in  grim: 

„Ir  habt  gessen  vom  paumen  rab, 
j(i   Welchen  ich  euch  verpotten  hab.** 

Darnach  die  schlangen  got  veräuecht, 

Die  Eva  het  listig  versuecht, 

Und  gab  dem  weib  zu  straff  auf  ero, 

Ir  kind  mit  schmerczen  zu  gepern, 
T6   Und  Adam  solt  fort-hin  sein  prot 

Esen  im  schwais»  in  angst  und  not, 

Und  trieb  sie  aus  dem  paradeis 

Auf  erd,  elend,  cleglicher  weis, 

Pis  Cristus  zerdrat  der  schlangen  haubt, 
10   Am  creacz  süend,   dot  irs  gwalcz  peraubt. 

Dardurch  menschlich  gschlecht  kam  zu  gnadeo, 

Und  widern mb  seyen  geladen 
|bL  229' I      In  das  himelisch  paradeis^ 

Da  wir  niesen  des  lebens  speis, 
u  Da  ewig  freud  uns  plüe  und  wachs 

Nacii  dem  elent,  das  wünscht  Hans  Sachs. 


Anno  aalutis  1568,  am  22  tag  Decembris. 


427 


Epidaphinm  herr  Albrecht  Graiczen. 

1568  jar 

Der  erber  herr  Albrecht  Graicz,  war 
Der  füersten  fon  Praanschweig  diener  und  rat 
6  und  kamermaister,  in  got  hat 
Sein  gaist  in  gottes  hent  aaf-geben, 
Wirt  nun  mit  Cristo  ewig  leben. 

ÜB  andre  grabschrift  herr  Albrecht  Brayoaen. 

Fünffzehnndert-acht-nnd-sechzg  jar, 
10  Da  der  neun-ond-zwainzgst  Juli  war, 

Dran  Albrecht  Graicz,  der  erber  herr, 

Diener,  rat  und  kamennaister 

Des  füersten  von  Brannschweig  bat  eben 

Zw  Goßlar  geendet  sein  leben, 
16  Dem  got  Wirt  gebn  fner  das  irdisch 

Durch  Cristnm  dort  ain  himelisch. 

Anno  salutis  1568,  am  29  tag  Decembris. 
1   Itu  aebtsebnUD  apruebbaobe,  bl.  SS9'. 


Ein  aiitwort  ainer  erlichen  jiinckfraw  aiiiem  lieb- 
habenden gesellen»  der  sich  ?erhairat  hat. 

[bl.  230]  Gesel,  dein  senlicb  clage 

Und  herczljch  lieb  und  trew 
6  Hab  Ich  erkeiit  vil  tage, 
Deiner  flleost  ich  mich  frew. 

0  wolt  got,  dw  werst  mein 
und  ich  wer  euch  dein, 
Das  uns  möcht  nymant  scheiden, 
10  Den  got  der  herr  allein« 

2 
Traw  dir  noch  alles  guette, 
Wie-wol  sind  gschaiden  wir. 
Doch  mein  hercz,  sin  imdninete 
16   Das  Becz  ich  nit  von  dir. 

Hoff,  dw  gerat  auch  nit  mer, 
Den  lieb  in  ziiecht  und  eer^ 
Dein  hercz  in  lieb  und  trewe 
Auch  nit  von  mir  abkeer. 


All  dein  dinst  drewer  liebe, 

Die  dw  mir  trägst  allein, 
Rein  on  all  mackel  pliebe; 
Druuib  solst  nogschieden  sein. 
2A       Trewiich  in  meim  gemüet 
Wünscht  dir  junck trewiich  göet 
Kiu  guist  selig  new  jare, 
Got  dich  vor  laid  pehüet. 

Anno  «aluÜB  1569 1  am  1  tag  Januari. 
Die  atifatjgflhuchätaben  des  ersten  stolleuB    in  atrophe  l  und  2,    sowt« 
beidi^r  atollen  und  des  abgeBan^es  in   der  dritten  atrophe  ergeben   den 
namen   G  o  t  h  a  r  t.      Hans    Sachs    hat  sie   durch  größere  schrift  her- 
vorgehoben. 

1   Im  achUtthaieo  fprncbbiioha,   bl.   239'    bis  230. 


429 


Der  wünderpar  träum  von  irdischer  freud,  wolucst, 
pracht  und  reichtam  und  irem  erschrocklichen  ende. 

[bL  280^]  Ain  lied  in  aignem  tkon. 

£in-mal  lag  ich  in  schlaffes-qual : 
6  Mir  tranmbt  von  aim  füerstlichen  sal, 
Er-pawt  von  merbel-qnader, 
Pildwerck  zierlich 
Daran  sach  ich, 
Innen  deffelt  mit  flader. 

10  2 

Dram  ging  von  zetter-holcz  ein  zanm, 
Das  dachwerck  war  von  kapfer  prann, 
Gfielden  die  knopff  und  zinnen, 
Parillen  dar 
16  Fensterwerck  war. 

Mich  dancht,  ich  sech  darinen 

3 

Von  adel  ain  fürstlichen  dancz, 
Darin  hört  ich  lawtrayssig  gancz 
M  Hertmmel  und  trometten. 
Damach  her-spmng 
Alt  nnde  jnDg, 
Höfflich  geparen  detten. 


S6  Der  mender  adelichs  gewandt 
Von  Bamnet,  seiden  nnd  dafandt. 
Halspand  und  gaelden  ketten 

1  Im  Mbtsebnten  apniohbache,  bl.   230  bis  232'. 


■ 

^H^                   ^^^^1 

^^^1 

VO  f^elder  stüeck                               ^^^H 

^^^^^1 

Uod  schdo  geschmöeck                                ^^H 

^^M 

Die  edlen  frawen  hellen.                              ^H 

^H 

6  Darunder  sach  icli  mmig  par,                   ^^H 

^^^^^1 

Das  mit  Hebe  verstricket  war,                   ^^M 

^^^^1 

Mit  freuutling  atigetipHcken.                       ^H 

^^^^^H 

Manch  snesseB  wort                                     ^^B 

^^^^^P 

Da  wnrt  gehört,                                          ^^B 

^^^B 

10  Ir  lieb  mit  zw  erquicken.                           ^^M 

1         l^^' 

231]                                                                         ^M 

^^h 

Als  nun  der  dancz  geendet  war,                ^^fl 

^^^^^m 

Drat  in  dem  sal  der  adel  dar,                    ^^H 

^^^^B 

Zw  halten  ain  nachtmale.                            ^^H 

^^^^H 

)Fi   Also  daucht  mich,                                          ^^H 

^^^^H 

Wie  ich  aneh  schlich                                   ^^H 

^^H 

Haimlich  mit  dieser  zale,                           ^^M 

^^H 

^1 

^^^B 

Pedeeket  sach  ich  alle  dlsch,                      ^^M 

^^^^H 

!to  Darauf  wilpret,  ft^gel  und  fisch,                 ^^| 

^^^^H 

Ain  kaiserlich  ci^dencze                              ^^M 

^^^^H 

Mit  zipper-wein.                                          ^^M 

^^^^1 

Man  dienet  fein                                             ^^B 

^^H 

Zw  disch  mit  revereucze«                            ^^B 

^^H 

^M 

^^^m 

Zw  discli  mau  fürBÜichen  holfirt,               ^^m 

^^m   * 

Mit  Saitenspiel  wol  concordirt,                    ^^M 

^^H 

Harpfeu  und  claffe-zimel.                             ^^M 

^^H 

Ein  palsam-ruecb                                          ^^B 

^^B 

90   Pen  sal  dmch-kriiech:                                  ^^| 

^k 

Mich  dawcht,  ich  wer  im  himeL                 ^^H 

^H 

Als  man  vom  künigs-mal  aufstou,               ^H 

^^^^B 

Fingen  ein  »umer-rayen  an                         ^H 

^^^^B 

16   Mit  hoffelichem  prangen,                               ^^M 

■ 

Die  frawen  zart                                            ^^| 

431 

Englischer  art 

Jr  rayen-lieder  sangen. 

10 
Der-gleidi  der  jnng  adel  aufstund, 
6  Mit  riterspiel  sich  pranchen  kund 
Sambt  riteren  und  knechten, 
Schossen  zmnb  ziel. 
Auch  mit  palspiel, 
Eempfen  und  dem  schwert-fechten. 

1.  231']  10  11 

Auch  drieben  etlich  mit  geprenck 
Geradikeit  artlich  gelenck, 
Mit  wetlauffen  und  springen, 
Stiesen  den  stain, 
16  Etlich  allain 

In  schrancken  deten  ringen. 

12 

Auch  kam  ein  rot,  vermumet  gancz. 
Die  hielten  ain  maruscadancz 
30  und  ain  frolich  comedi 
Gancz  lusticlich, 
Auch  trawriclich 
Ein  klegliche  tragedi. 

13 

S5  In  sal  gerietten  kam  ain  par, 
Gerüst  in  schilt  und  helme  dar, 
Die  thetten  ain  scharpf  rennen. 
Das  ros  und  mon 
Lag  auf  dem  plon 

so  Mit  Iren  scharpfen  glennen. 

14 

In  dem  da  schlich  in  sal  der  dot 
Zu  dieser  freudenreichen  rot 
Mit  ainer  sensen  scharffe, 
36  Met  ab  und  anff, 

♦ 
36  8  aaf  Tnd  «äff. 


Der  dotteii  Iiauff 

Er  auf  ein  haufifen  warffe. 

15 

Da  ^ab  die  flaecht  des  volckes  meng, 
t  Des  sale«  pfort  wart  vil  zu  eng, 
Plaicli  wart  uiauch  roter  maude. 
Der  dot  eilt  na^h 
Zw  grimer  räch, 
Machet  ir  vil  dot-wunde. 

[bL  232]  10  16 

In  dem  dancht  in  dem  schlaff,  wie  ich 
Zw  aim  fenster  ans-krnecbe  ich 
Und  thet  hoch  Uerab-fallen. 
Erst  ich  erwacht, 
u   Lag  und  petracht; 

Der  tranmb  zaig^t  mir  in  allen: 

17 

Weltlich  gwatt,  pracht,  macht  imd  reichtnoi, 
Frewd  und  woloegt  ist  wie  ein  pluem: 
ao   Durch  thaw  und  senften  regen 
Pltiet  und  nembt  zw 
Spat  unde  frw^ 
Weil  sie  hat  gottes  segen. 

18 

s6  Pald  aber  gfrüest  und  kalter  reyff 
Die  plüeme  auf  dem  feld  angreiff, 
Die  stnrmb-windt  drueber  plaaen, 
Die  plumb  verscbmorrt, 
Verdirbt,  ausdorrt, 

30  So  ist  auch  gleicher-masen : 

19 

Weil  ob  uns  lielt  gelueckes  gtmst, 
Nenipt  pey  uns  süw  reich  tum  und  kunst, 
Freud,  eer,  wird  und  gewalde. 


2a  7  hAt  gottes.     8   huttei. 


433 

Zencht  ab  sein  hand 

Got,  der  hailand, 

So  get  es  zw  grand  palde. 

20 

b  ünpstendig  sind  all  yrdlscb  gab: 

Grüncz  hent,  so  nembt  es  morgen  ab. 

Was  flaisch  nnd  plnet  dnet  geben 

Pestet  nit  lang, 

Nembt  sein  ansgang 
10  Sambt  dem  zeitlichen  leben. 

21 

Dmmb,  mensch,  secz  dein  hercz,  sin  and  mnet 
Nit  anf  zeitlich  frewd,  er  und  gaet, 
Sander  aaf  gotes  reiche! 
16  Das  nit  yerget, 
Sander  pestet 
Ymer  and  ewicleiche. 

Anno  salutiB  1569,  am  1  tag  Janaari. 


».    xxia  28 


434 


Reimen  auf  die  silbren  kinds-lfledel. 

Gieb  weisse  milch  den  kinden  klein 
Und  den  alten  rotten  welsch-wein, 
Darob  paide  dail  frolich  sein. 

Am  3  tag  Januari  1569. 
1    Im  aohtsehnton  spruchbuche»  bi.  232'.  2  S  krcin. 


435 


Die  reimen  nber  ain  gancz  kriegsfolck  zw  fnes 

nod  zw  roß. 

Der  thittel. 

Hör,  dw  gwaltig,  gertiest  kriegs-heer, 
6  Folgstw  meiner  getrewen  leer, 
So  erlangstw  sieg,  lob  und  eer. 


Halt  glauben  deiner  öbrikeit 
Und  zwfor  auch  got  alle  zeit, 
10  Dem  dw  verlobt  pist  in  der  dawff! 
Da  secz  entlich  dein  datnm  anfif. 
Seim  wort  zu  glauben  sey  geflissen, 
und  bandel  nicht  wider  dein  gwissen! 

[bl.  233]  2 

16  Der  ghrechtikeit  der  thw  peystand 
Voraus  in  deinem  Vaterland, 
Zw  erhalten  gemainen  nuecz! 
Und  hilff  weren  des  feindes  truecz, 
Der  kriegt  wider  got,  recht  und  eer, 

to  Das  man  sein  unrechz  sich  erwer. 


Hoffiiung  hab  zw  got,  deim  hailand; 
Wan  der  sieg  stet  in  seiner  hand. 
Dem  schwechsten  dail  dem  hilft  got  oft, 
26  Der  von  herczen-grund  auf  in  hoft. 

Des  feindes  hoffart  schwächt  und  küerczt, 
All  seinen  stolcz  pricht  und  umbsttierczt. 
* 

1   Im  aehUebnlen  spraohbaohe,  bl.   232'  bis  233. 

28* 


436 


Brüederlich  lieb  halt  mit  erparmen! 
Der  unschneldign,  reich  und  armen, 
Der  Witwen,  weib  und  klainen  kind. 
Die  all  dein  prneder  und  Schwester  sind, 
Der  verschon  all  mit  trewer  band 
Mit  schaczang,  raub,  mort,  gfencknns,  prand! 


Gedneld  all  widerwertikeit 
Im  krieg,  pis  got  aus  gnaden  geit, 
Das  Wirt  gestilt  des  feindes  band 
Und  fried  und  rue  wirt  in  dem  land, 
Ent  nem  des  krieges  pluetig  plag. 
Darumb  got  lob,  er  und  danck  sag! 

Anno  salutis  1569,  am  15  tag  Januari. 


2  S  hieb. 


437 


Die  krebs  im  esel.    Ain  fabel. 

Ein  müeler  ainen  esel  het, 

Der  im  sein  secke  tragen  det 

In  die  müelle  nnd  auch  heraus, 
6  Und  was  er  snnst  dorft  in  dem  haas, 

Das  füert  er  darauff  aus  der  stat, 

Als  was  er  dorft  zu  eim  vorat. 

Den  esel  lies  er  frey  ledig  gen, 

Und  gar  selten  so  zanmbt  er  den, 
10  Den  wen  er  auf  ein  Hochzeit  rit 

Und  het  gar  ser  vil  prenckes  mit. 

Lies  in  gen  auf  seiner  müel- wissen, 

Daran  die  Thunaw  thet  hin-flisen. 

Dar-auf  der  esel  mutig  war, 
16   Sprang  auf  der  wissen  hin  und  dar; 
'*^^^']      Wan  er  vol  waicz  und  koren  Stack ; 

Sein  herr  ruepft  manches  pawren  sack, 

Darmit  er  sein  esse]  thet  füellen. 

Ains  tags  ein  fischer  het  sein  zueilen 
20  An-punden  an  der  Thonaw  gstat. 

Palds  der  esel  ersehen  hat. 

Wie  die  im  wasser  hin  und  her 

Schwancket,  der  esel  mit  peger 

Gar  ungstümb  in  die  züelen  sprang 
26   Und  rotschet  sich  darinnen  lang, 

Pis  doch  die  fisch-züel  ledig  wuer. 

Darin  der  esel  darfon  fuer, 

Icz  nach  der  leng,  daii  uber-zwerg, 
« 

Im  aehtsehoten  spruohbuche,  bl.  235  bis  236'.      In  den   ir-amtlioheii   fabeln 
.^       "     380  gedruckt.      Es  ist  eine   erneute  behandlung   der  schon  am   4   Februar 
^«rfalSien   fabel;   sieh   band    17   dieser  saaionlung,   s».   331   bis   336   und  dazu 


••    ^^^, 


I   Im  register  Die.     8   Der. 


438 


Dem  esel  stund  sein  har  gen  perg, 
Und  war  ungeschickt  wie  ain  plock 
Entlieh  die  züell  ging  an  ain  storK 
Und  das  iinterst  zu  öberst  kert. 
r.   r»er  essel,  groh  und  ungelert, 
In  dem  wasser  nmb-pfadeln  kund, 
Pis  er  zu-lecz  doch  ging  zu  grund 
Und  elent  im  wasser  ertranck, 
Und  fast  nber  ein  zeit  gar  lanck 

10   An  Einem  aiclien  pfal  pehing. 
Das  lisch  er- zueilen  da-hin-ging, 
Pis  es  im  strnedel  ghig  zw  gnind, 
Als  nun  der  müeller  nicht  mer  futid 
Sein  esel,  raaint  er  nnferholn, 

16   Ein  andr  ninler  het  im  den  gstoln, 
Und  in  hin  und  wider  ju  snecht, 
Er  het  schier  sei  und  leib  verfluechr, 
Und  stund  fast  au  auf  drey  monat. 
Der  tisclier  auch  gesclmwet  hat 
|bl  236]  2i>  Nach  seim  zuelleiu  und  fand  es  nit, 
Verargwonet  den  müelner  mit 
Und  in  nach  seinem  zuellein  fragt, 
Der  müeller  seinen  esel  klagt, 
Den  er  verlorn  het  pey  der  nacht, 

aü   Het  auch  den  fisch  er  im  verdacht. 
Gingen  mit  unwilu  von  einander, 
Yder  maint,  schueldig  wer  der  ander. 
Als  nnn  drey  monat  V6i*8chinn  war, 
Da  fund  der  müeller  angefar 

so   Sein  esel  hangen  an  dem  pfal, 
Er  zog  in  ans  des  wassers  quaL 
Des  doten  eeels  panch  det  krabeln^ 
Und  sach  etwas  darinen  zabeln. 
Der  müeller  war  erfrewet  hoch, 

5&   Vermaint,  sein  esel  lebet  noch, 
Und  spracii  dem  esel  freuntlich  zw, 
Sprach  :  ,Mein  eael,  ste  auf  und  rwt* 
Und  strich  den  esel  über  Bein  nieu. 
In  dem  da  thet  nngfer  fdr-gen 

iü   Der  fischer,  sprach:  „Hastw  icz  wider 
Funden  dein  eselV**  puckt  sich  uider, 


489 

Sach,  das  dem  dotten  esel  faul 
Ain  groser  krebs  kroch  ans  dem  mawl. 
Da  sprach  der  tischer  unferholn: 
„Dein  esel  hat  mir  krebs  gestoln 
6  Und  hat  pey  acht  schock  krebs  auch 
Gefasset  wol  in  seinen  pawch. 
Die-selben  kan  ich  dir  nit  lassen." 
Der  miiller  antwort  im  der-massen: 
„Der  dote  esel  mein  aigen  ist 

10  Und  was  in  im  ist  an  arglist.^ 

Der  fischer  sprach:  ,Der  esel  ist  dein, 
Die  krebs  im  esel  sint  aber  mein.'' 
Da  antwort  im  der  müeler  schir: 
, Fischer,  dein  znellein  das  hat  mir 

16  Ertrenckt  den  graben  esel  mein: 
Den  mustw  mir  pezalen  fein.'' 
Der  fischer  sprach :  , Ich  kan  nit  schweigen, 
Wer  hat  dein  esel  drein  haisn  steigen? 
Zal  mir  mein  zueilen,  das  mir  ist  worn 

to   Mit  deim  esel  im  wasser  verlorn! 
Wiltw  mirs  ztielein  zalen  nicht, 
So  knmb  mit  mir  ans  kamer-ghricht ! 
Was  das  nrtailt,  da  pleib  es  pey/ 
Nach  dem  die  zwen  sich  gaben  frey 

36  Ans  kammer-ghricht  und  rechten  waren. 
Das  weret  pey  drithalben  jaren, 
Pis  sie  paid  lere  pewtel  gwnnnen. 
Da  sie  irs  Schadens  erst  entpfannen 
An  dem  kammer-gricht  paidesander, 

so  Vertrüegen  sich  freuntlich  mit  einander. 
Erst  schlieffen  sie  mit  gueter  rw, 
Namen  an  dem  guet  wider  zw 
Und  lebten  fort  in  lieb  und  gäeten, 
Detten  vor  zanck  und  rechten  hüetten, 

36   Daraus  in  kam  so  vil  nugmachs. 

So  thuet  auch  zu  Nürnberg  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1569,  iim  20  tag  Januari. 
104. 


Die  conterfactor  zaigt  an  den  fogel  Mei 

gestalt,  larhen  nnd  iiatur,  wie  in  Pliiiins  und  antler  nier 

pescli  reiben. 

PlinioB  nns  peschreibef  pur 
Q   Im  zeheiideri  puch  der  nattir 
Am  ßeiin-iind-zwaincÄigsten  captit 
Merops,  des  vogek,  Batur  guet, 
Wie  oben  künstlich  abgemalt 
Mit  gros  und  all  seiner  gestalt, 

lü   Mit  varben  iiberfliiesBi^  sclmen, 
Mit  lichten  ledern,  gelb  und  griien, 
Hals  und   pruest  rot-scharlach-farb  gancz, 
Mit  ainem  »chönen,  laugen  schwancz, 
Mit  krninen  sclmabel,  schwers  leibes  docU. 

i&   Derhalb  er  nit  kan  fliegen  hoch» 

Drnnib  macht  sein  nest  nnter  die  erden, 
Sechs  schaech  dieff,  da  er  mit  peschwerden 
Äusprüet  sein  junge  der-geBtalt, 
Doch  wen  dieser  yogel  wirt  alt, 

so   Wechst  der  ober  seh  nah  el  so  krumb, 
Der  unter  dail  zw  kurcz,  dartimb 
Sein  speis  nit  haltn  kan  und  verzem. 
Äls-den  sein  junge  in  ernern, 
Sunst  müest  er  huiigers  halben  sterben, 
fb].2I0']2&  Mit  gsunteni  leib  elent  verderben. 
Also  gotles  geschöpife  gar 
Sint  maucherley  und  wnnderpar. 
Daraus  sein  lob  und  er  auf  wachs 
Hie  und  dort  ewig,  wünscht  Haas  Sachs. 

10  Anno  salutia  15&8t  am  9  tag  Apriüs. 

26, 


1    Jlu  achUtihnten  ipiuebbuoho»  bl.   21 U   bis  210'.      Btldroin 


441 


Die  5  fabel  Ayiani:  Der  rflmeiit  frosch. 

Avianas  peschreibt  ein  fabel 

Von  ainem  frosch,  ain  solch  parabel, 

Wie  er  auf  granem  anger  sas 
5  Pey  dierlein  und  fogel  in  dem  gras. 

Der  rümet  sich  in  hofifart  frey, 

Er  wer  ain  doctor  der  arczney, 

Efind  hauen  allerley  kranckheit. 

Im  glawbten  ans  ainfeltikeit 
10  Thierlein  and  fögel,  hiltn  in  schon; 

Allain  wider-ret  das  der  hon 

Und  sprach:  „Wie  last  ir  ench  petanben, 

Thnet  dem  frosch  seines  rüemens  glauben, 

Der  doch  nlchs  kan  und  ist  verfluecht: 
16  Wan  er  hat  selber  die  gelsuecht?! 

Wer  er  ain  arczt,  wie  er  fürgab, 

Er  häelff  im  selb  seinr  kranckheit  ab.*" 

Zu-hant  der  fögel  und  thierlein  rot 

Drieben  aus  dem  frosch  iren  spot. 
so  Als  der  frosch  merckt  ir  hon  und  schmach, 

Da  floch  er  und  hüepft  in  den  pach. 

Der  peschlues. 
>1.  239]       Also  manch  stolcz-,  hoifertig  mon 

Manch  hoher  kunst  sich  ruemen  kon ; 
S6   Doch  wen  maus  pey  dem  Hecht  pesiclit, 
So  ist  der  ramb  lüeg  und  erdicht. 
So  wirt  er  den  zw  schaut  und  spot 
Und  stet  vor  iderman  schamrot. 

Anno  salutis  1569,   am  22  tag  Januari. 

l    Im   aohtxebnten  spruohbuohe,  bl.   238'  bis   239.      Oedruckl  aIa   .382  f:iboI. 
irgl.   die   140    fabel  =  band   5,  o.   86  bis  88.  3   S  paraber.         7   S  dotor. 

»   r  froMh.     8  hon.         27  S  pot.         29  S  läßt  das  dutum  wog. 


442 


Der  paurßman,  mit  seinem  werckzeug  peklaidet 

Ich  pin  ein  armer  paaerß-mon, 

Hab  mein  werckzeag  füer  klaider  on 

Dar-mit  man  zu  felde  erpawt 
5  Knoblach,  zwiffel,  meben  nnd  krawt. 

Ich  düng,  pflancz,  acker  and  thae  seen, 

Fner  ein,  drisch,  thw  hayen  und  meen, 

Pring  koren,  gersten,  hanff  nnd  flachs, 

Wein,  hopffen,  das  honig  nnd  wachs. 
10  Mein  fiech  pringt  milch,  schmalcz,  flaisch  nnd  wolln; 

Ich  far  gen  wald,  pring  holcz  und  kolln 

Der  weit  zu  klaidnng,  speis  und  dranck, 

Verdien  doch  nmb  sie  klainen  danck. 

Anno  salutis  1569,   am  28  tag  Jannari. 

* 
1    Im  achtzehnten   spruchbuohe,  bl.   239. 


448 


Die   reimen   auf  die  guelden  schewren,     Künig 
David  mit  Batseba. 

2  Sanmelis  11. 
Kfing  David  mit  Bathseba  prach 
5  Sein  ee,  die  wart  schwanger;  darnach 
Uria  wolt  pey  ir  nit  meer 
SchlaiTn,  raist  widr  naas  in  das  kriegs-heer. 

David  schrieb  Joab,  seim  hauptmon: 
Stelt  Uria  zw  forderst  an 
10  In  streit,  das  er  auch  von  dem  schwert 
Der  feinde  zw  dot  gschlagen  wert! 

Derhalb  stelt  Joab  Uriam, 
Im  streit  er  nmb  sein  leben  kam, 
Eüng  David  das  zw  wissen  thet, 
16  Der  mit  Bathseba  hochzeit  het. 

8  Samvelis  12. 

Got  sent  den  prophetten  Nathan: 
Ge,  sag  dem  künig  David  an 
Mein  straff,  und  das  ewig  das  schwert 
so  Von  deinem  haus  nit  lassen  wert. 

David  sein  süend  pekennet  got, 
Das  kind  wart  kranck  pis  in  den  dut, 
David  fiel  auf  die  erd  in  clag, 
Das  kind  starb  am  siebenden  tag. 

26  David  wart  das  gezaiget  on, 
Da  salbt  er  sich  und  det  anfston, 
Ging  in  tempel,  an-pettet  got, 
Wurt  getrost  ob  des  kindes  dot. 

[bl.  241^]  Anno  salntis  1569,  am  25  tag  Februari. 

80  24. 

* 
1    Im  MhtMhnten  tpruchbuche,  bl.  241. 


444 


Der  groben  sew  rockeu-ötaeben. 

Wer  lile  fdrge,  der  schaw  nos  an, 
Was  die  sew- rock en-stueben  kan, 
Darin  wir  groben  sew  luiiVzaspen, 

fi   Wir  spineii  gnreii,  winden  und  liaspen, 
Änft  haatrzwehelu  wir  uns  auch  rotschen, 
Stossn  ein-ander,  wir  groben  doUcbeii, 
Das  ans  der  g  am  per  im  leib  ihuet  knarczen, 
Darfon  wir  den  grölczen  und  farczen, 

10  und  sint  all  anaer  wort  und  werek. 
Als  sey  wir  da-heim  zumb  sey-perck. 
Das  unser  jnnge  sew  auch  leren, 
Acliten  anch  weder  zvLchi  noch  eereii. 
Pein  lentn  tint    man  auch  solch  grob  sew, 

16   Die  weder  zucbt,  noch  eer  erfrew, 
Sünder  all  ir  werck  und  wort 
Sint  ^rob,  nnferscbeinbt  auf  alle  ort. 
Solch  unzüchtig  nnd  i^robe  pueben 
Wac!isen  in  der  sew-rocken-Btueben, 

ao   Ein  erlich  man  kan  anch  sehwenck  treiben, 
Docli  züechtig  vor  kinden  und  weihen^ 
Das  sich  nyuiant  erger  darob. 
Solchen  schweucken  gieb  ich  das  lob. 
Darpey  kan  man  auch  frölich  sein; 

26  Sagt  das  alt  Sprichwort:  Fein  ist  fein, 

Auno  »alutifl  1569,  am  16  tag  Marci. 
16 


I   Tm  aehtiohnteo  «pruehbuebo,   bL   24 1\  27  Ba  siDil  fib*r  S4   rar«fi^ 


445 


Ein  lobsprnch  der  stat  Lflneiiburg  und  irer 
gelcgenheit. 

242]      Lünenborg,  die  nambaftig  stat 

In  Sacbsen,  iren  urspning  bat 
6  Etwas  wol  vor  300  jaren, 

Der  Sacbsen  kronic  dut  offen- waren. 

Ist  nan  erpawet  starck  nnd  fest 

Mit  wall  und  greben  auf  das  pest, 

Her  in  die  fiemng,  den  in  rund, 
10  Virzebnndert  scbrit  lang  icznnd, 

900  scbrit  lang  in  die  preit. 

Von  ir  als  der  baabtstat  vor  zeit 

Hat  sein  namen  das  füerstentbnmb 

Lünenborg  mit  lob,  er  nnd  mmb. 
15  Von  der  stat  nam  scbreiben  die  alten, 

Habs  von  der  baidenscbaft  erbalten, 

Die  anf  dem  perg  baben  dem  mon 

Geopfert  und  gepetet  an, 

Welcber  Luna  haist  in  Latein, 
20   Sol  ir  der  nam  entsprungen  sein. 

Docb  der  gscbicbtschreiber  Albertus  Krancz 

Maint,  der  nam  sey  berkumen  gancz 

Von  Luna,  dem  frawn-kloster  scbon, 

Das  gegen  mitemacht  tbuet  sten, 
26   Am  Wasser  Elmenaw  da  leit, 

Wie-wol  umb  die  stat  weit  und  preit 

Ein  grose,  Öde  wüesten  war 

Unerpawt,  docb  icz  unsere  jar 

So  ist  das  land  erpawet  wol, 
80  Aucb  wol  pewont  and  volckes  vol, 

Im  Mhtsebnten  epracbbnche,  bl.   241'  hu  243', 


Die  stat  auch  zirt  mit  bewserii  boch 
Von  stain-manr,  weil  an  dem  ort  noch 

Wirt  staln  und  kalck  von  manes-hent 

[bl.  242']      Vil  und  gar  nberÜliessig:  prent. 
6   U30  jar, 

Als  die  hnessische  anfrnr  war, 
Als  die  Bebatn  <las  deuiscbe  land 
Überfielen  mit  raub  und  prand, 
Verderbtn  vil  stet  niit  freffler  heot, 

lü   Als  Joliaones  Hnes  wart  verprent, 
Da  wnrt  Liinerihurg»  diese  stat, 
Nocb  nier  pefestigt  vor  mirat 
Mit  mawren,  tüern,  wal  und  mit  greben, 
Mit  polwercken  ringweis  nnibgeben. 

u»   Drey  pJarkirchen  hat  diese  stat, 
Die  baiiptkircli  sant  Jobans  in-hat. 
Drey  clöBter  bat  die  stat  vurwarj 
Sant  Michel  war  das  eltste  gar, 
Auf  dem  perg  pawt  vor  alter  zeit, 

fio  Das  icz  unden  in  der  stat  leit. 
Welches  closter  gibßstiftmig  hat: 
Gar  vil  aer  köstlicher  klainat, 
Darunter  ein  daffel,  vor  vil  tagen 
Mit  arabischem  gold  pescblagen, 

SA  I>araD  die  pild  kostlich  formirt, 
Mit  guetcm,  edlen  stain  gezirt, 
Ains  treffen  lieben  scbaczes  wert. 
Die  lest  man  Bcliawen,  wera  pegert. 
Darzw  auch  Lünenburg,  die  stat, 

io   Auch  zway  sieche wsser  gestift  hat, 
Pegabt  mit  allem  vüerat  wol, 
Zw  uuterhaltn  verornet  vol, 
Dariu  die  kranckeo  petrisseu  alten 
Mit  speis  nnd  arcznej  wem  erhalten. 

3f.   Aber  die  purgerschaft  der  stat 
[hl.  24B|       Den  maistn  handel  mit  dem  salcz  hat^ 
Wan  erstlich  des  salcz- wassers  prnnnen 
Ist  an  ff  dem  kalges-perg  erfnnnen, 
W^elcber  durch  jung;  starck  maiis-person 

40   Verordenet  zu  schoptfen  thon 

Etlich  stand  zu  tag  und  zw  nacht. 


447 

Darzw  gnet  rören  sint  gemacht, 
Dar-durch  die  salcz  hinab  duet  schleichen, 
Anstaut  dem  armen  wie  dem  reichen, 
Idem  in  sein  salczhüetten  rind, 
6  Der  anch  nit  mer  den  fönffzig  sind. 
Und  in  ider  hüeten  fier  salczpfannen, 
Die  sint  pestelt  mit  jungen  mannen, 
Das  holcz  zu  tragn  nnd  fewer  schöern, 
Das  salczwasser  in  pfannen  rüern, 

10  Pis  das  gesotten  wirt  daraus. 

Etlich  stund  darnach  thuet  maus  raus, 
Dert  das,  den  wircz  in  kurczen  tagen 
In  thunen  wercklich  eingeschlagen 
Und  wirt  gefnert  zu  wasser  und  laut 

16  Gen  Hamburg  und  Lüebeck  zn-hant 
Und  ander  stette  nmadum 
Mit  ainer  unzelichen  snm. 
Mit  dem  salcz-handel  hat  aufgennmen 
Die  stat  in  er,  gwalt  und  reichtumen 

so  le  lenger  mer  in  kurczen  jaren. 
Got  der  herre  wöll  sie  pewaren 
Sambt  ir  iuerstlichen  öbrikeit 
Füert-hin  in  frid  nnd  ainikeit, 
In  gottes  wort  zw-nem  und  wachs, 

2A   Das  wünscht  ir  zw  Nürnberg  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1569,  [bl.  243']  am  17  tag  Marci 
96. 


448 


Ain  schöns  puelied  ains  geselln  mit  ainer  jand- 
fraweD.     Klag  and  antwort  mit  aim  Yerkerten  namen. 

Ach,  meins  herczen  künigine, 
Umb  gnad  rueff  ich  zu  dir, 
r>  Mein  hercz,  gemüet  und  sine 
In  lieb  gefangen  mir. 
Ich  pit,  wolst  durch  dein  gtiete 
Drosten  meins  herczn  pegir. 

Sie  antwort:  8 

10  Nain,  der  liebe  ain  ritter, 

Pißt  überwunden  dw 

Mit  strenger  liebe  pitter. 

Drin  ist  kein  rast  noch  rw. 

Darumb  füercht  ich  fon  herczen, 
16  Mein  lieb  zu  sagen  zw. 

Er  singet  weiter:  8 

Ich  pit,  las  mich  geniessen 
Der  drewen  dienste  mein, 
Dw  mir  dein  hercz  aufschliessen, 
20   Schleus  mich  freuntlich  hinein 
Mit  trewer  lieb  und  gnnstel 
Wie  möcht  uns  pas  gesein? 

Sie  antwort:  4 

Gesel,  ich  ste  in  sorgen, 
•26  Unser  lieb  würd  offenpar; 
Lieb  pleibt  nit  lang  verporgen, 
Pringt  mit  ir  vil  gefar. 

♦ 

l   Im  achtsehnten  Rpruchbache,  bl.  '243' bis  244.     14  S  fUeroh.      Itf  S   beei. 


449 

Dram  ich  pey  all  mein  tagen 
Mein  eer  vol  lieb  pewar. 

Er  antwort :  5 

Ey,  ich  peger  nit  mere, 
I.  244]  6  Dan  dein  gonst,  trew  and  lieb, 
Allain  in  znecht  and  ere, 
Dir  ich  mich  gar  ergieb, 
Das  ich  mein  leben  lange 
Dein  stetter  diener  plieb. 

10  Sie  antwort:  6 

Bicht  aaf  dein  hercz  and  gmüete! 
Weil  dw  pegerst  allein, 
Herczlicher  trew  and  güete 
Mein  liebhaber  zw  sein, 
16  Das  kan  ich  nit  abschlagen. 
Doch  in  eren  allein! 

Anno  salntis  1569,  am  19  dag  Marci. 

igsbnehstaben  der  atrophen,   die  Hans  Sach»   auffallend   ^e- 
t>en  hat ,  ergeben  rfickwärts  gelesen  den  namen  Regina 


b*.     XXII I. 


450 


Die  merliti^  8tat  Uel^erk  mit  irem  ursprniij 

Imndel  und  krii^geti  aogezaigt. 

Lüebeck,  die  beriiembt,  mecbtier  »tat 

In  Sachsen,  die  unser  zeit  hat 
6   Gros  handel  zu  wasser  und  land 

In  der  gegent,  Holstain  genand, 

Anfencklich  von  den  üscbern  frey 

Pey  dem  niere  pewonet  sey. 

Da  1104  jar, 
10    Von  Gotschiilck,  der  Obitroten  war. 

Die  barg  da- selb  wart  atifgericbt, 

Buete  genant,  die  cronig  spricht. 

De»  kiinigs  snn,  Hainrich  mit  nani« 

Nent  sie  Magnaiu  Coloniam. 
\b   Darnach  1140  jar 

Von  Adolf  die  stat  erpawet  gar, 

Welcher  ein  graff  war  von  Holstain, 
|bl.  *J44*|       Dem  pald  die  Wenden  eingtalle«  sein, 

Mit  krieg  die  stat  verwuestet  gar, 
a©   Verprent  1158  jar. 

Darnach  wart  wider  paut  die  stat, 

An  folck  und  handel  zngnnmen  hat. 

Das  piBtnni  Altenburg  mit  nam 

Darnacli  in  die  stat  Lite  heck  kam. 
2t   !18i'  jar 

Herezog  Hainrieb  der  lebe  war 

In  ungnad  war  pe^^  kaiser  Fridrich» 

Wich  aus  der  stat  Liiebeck  baimlich 

In  Engelant.     Der  kaiser  kam, 
Bo  Pelegert  Lüebeck,  die  stat  einain 


Im  aohlKuhnton  t|jruchbuohe.   bl.   244   bis  245'* 


451 

Und  pracht  sie  an  das  römisch  reich. 

Nachs  kaisers  dot  wart  sie  friedleicb 

Dem  herczog  Hainrich  wider-geben. 

Nach  Hainrich,  des  leben,  dot  wnrt  sie  eben 
6  Durch  herzog  Wolmar  an  Denmarck  pracht, 

Nach  dem  wart  sie  mit  krieges-macht 

Verwnestet  und  wider  verprent, 

Damach  die  bürger  an  dem  ent 

Erlegtn  Denmercker  in  ainer  Schlacht, 
10  Die  stat  wider  in  ir  hend  pracht, 

Sie  von  Denmarck  frey  ledig  machten. 

Doch  vil  widerwertg  sie  anfachten. 

1408  da  het 

Ein  aüfror  sich  anfechet, 
15  Die  gmain  entpOrt  wider  ain  rat: 

Vil  rathem  wichen  aas  der  stat. 

Ein  newen  rat  die  gemain  seczt. 

Die  aufraer  wnrt  gestilt  zn-leczt, 

Durch  kaiser  Sigmund  vericht  war. 
so  1506  jar 
2^5]       Het  die  stat  Läebeck  schwere  krieg, 

Doch  mit  abgewechseltem  sieg, 

Mit  Hainrich  von  Prannschweig,  margraff  Albrecht, 

Mit  schaden,  doch  verichtet  schlecht. 
S6  Nach  dem  hat  künig  Hans  vil  schiff 

Aufghalten  in  dem  mere  dieff 

Mit  kauffmans-war  zu  grosem  schaden 

Der  stat  Läebeck,  auch  überladen 

Mit  krieg  künig  Hans  in  Denmarck. 
30   Da  sie  mit  paiden  heren  starck 

Da  detten  ein  pluetige  schlacht, 

Lüebeck  guete  pewt  darfon  pracht. 

Doch  paider-seit  wart  gmachet  fried. 

Nach-dem  aber  küng  Hans  verschied 
36  Und  Cristemus,  sein  sun,  regiert. 

Ein  andern  krieg  er  conspirirt: 

über  frid-stand  Lüebeck  angrieflP, 

Mit  kaufmanS'War  nam  etlich  schieff. 

Mit  gwant,  hämisch  und  salcz  peladen, 
40   Fuert  sie  gen  Kopen-hagn  zu  schaden 

Der  stat,  nie  wider-geben  det, 

29* 


452 

Wie  er  pey  aid  verhaisen  het. 
Entlick  wart  küiig  Cristerii  vertrielteu, 
Füer  in  ist  küng  in  Denniarck  pliebeD 
Herczüg  Haiiirich  von  Rolstain; 

b  Stockbalm  gab  sich  Liiebeck  eia. 
1530  jar 

Hat  Liiebeck  das  wort  gottes  dar 
AngDunien,  wie  die  gmain  ain  rat 
Laii^  frauiitlicb  dariimb  aiigsucht  hat, 

lu   Daß  doütur  Julian  Piigeiibageji 
[bL  24ö'J      Pey  in  aufgricht  hat  zu  den  ta^en, 
Predigt  das  evangelion 
Und  die  menschen- 1er  abgeton. 
Nach  dem  zwaj  doster  ia  dar  stat 

ih  Fein  cristeiilicb  veromet  hat: 

Das  Purckkloster  ist  durch  erparraen 
Zu  aim  spital  aufghricht  den  armen, 
Katherna-kloster  zu  aiuer  schneie  gnet, 
Darin  man  heilig  schrift  leren  tbueL 

so  Nach  dem  hat  Liiebedc  kriegt  fuerwar 
Im  1536  jar 

Mit  Holant  und  Denmarck  peladen 
Und  auch  genumen  groeeu  schaden. 
Paide  zu  w  asser  und  zu  land 

ü6  Gros  schadn  paid  dail  genumen  band 
Mit  prunst,  schiff prtiecben,  main  nnd  mort 
Doch  wart  der  krieg  vericht  am  ort. 
Seit  hat  JJiebeck  zu  unser  zeit 
Durch  gotes  railte  guetikeit 

10   Treffenlich  wider  zugeuunien 
Mit  irem  bandet  mit  reicbtumen, 
Weil  sie  fried  haben  diese  zeit, 
Weil  doch  glueck  al-zeit  has  und  neit 
AI -mal  pey  Iren  iiachtpiuun  hat 

3H>   Got  wol  pehüetn  Lüebeck,  die  stat, 
Vor  übel  alles  ungemachs, 
Das  wünscht  ir  zu  Nüinberg  Hans  Sachs« 


Abbo  Balutis  1569,  an  dem  21  tag  Marci. 
106 


12  fraweii  des  alten  testament,  fon  den  die 
mender  sind  gedeuscht  und  petrogen  worden. 

6]  Die  1  fraw:  Genesis  am  8. 

Eva,  das  weib,  Adam  peret, 
5  Das  er  der  fräechte  essen  det 
Von  dem  paumen,  den  got  verpot, 
Pracht  gancz  menschlich  geschlecht  in  not. 

Die  8  £raw:  C^nesis  19. 

Paid  döchter  Lot  gaben  im  wein, 
10  Machten  in  druncken  und  gingen  ein, 
SchlielBfen  unerkant  pey  im  za  nacht, 
Ir  vater  sie  paid  schwanger  macht. 

Die  8  fraw:  Genesis  87. 

Rebecka  Ysaac  petrog, 
16  Das  Jacob  den  segen  hinzog, 
Der  doch  Esaw  gehöret  gar, 
Weil  er  der  erst-geporen  war. 

Die  4  fraw :  Genesis  81. 

Rachel  irs  vaters  göczen  stal, 
so  Verparg  sie  in  die  strew  zwmal; 
Laban  suecht  die,  Rahel  sas  draufT, 
Sam  kranck,  küent  sich  nit  richten  auf. 

Die  6  fraw :  Genesis  89. 

Potifar  petrog  auch  sein  weib, 
26  Sam  het  Joseph  den  iren  leib 

Ito  aohtiebnten   fpruohbuohe,  bl.   245'  bis   247.      18   bis   22   auf  bl.   247 


^^^^            *54                           1 

■ 

^^^^H                   Wollen  schwecbeE;  der  unferachtietd 

^^^1 

^^^^^B                   Lied  schwere  gfencknus  mit  gedneld. 

^^B 

^^^^^1                                   Die  6  fraw:  Jadicnm  4. 

H 

^^^^^H                   Sissera  auch  petrogen  wner 

^H 

^^^^H                B  Von  Jael,  ak  er  schladit  verlar, 

^^H 

^^^^H                   In  der  üciclit  Iren  worten  glaubt, 

^H 

^^^^H                    Schlags  im  eiB  nagel  dnrch  sein  haüht. 

H 

^^^^1                                   Die  7  fraw:  Jndioiini  16. 

H 

■                                Delila  Sitnson  uberet, 

^M 

■             [bl.  246']  10   Warin  sein  grose  sterck  er  het. 

^H 

1                                  Alfi  er  pekent;  in  seinem  har, 

^H 

^^^L                          Gab  sie  in  auf  die  flaisch-penck  dar. 

H 

^^^^K                                 Die  8  fraw  t  2  Samaelis  11. 

H 

^^^^^^H                    Ah  David  sach  den  sdiönen  leib 

^M 

^^^^H               u   Batseba,  herr  Uria  weih, 

^H 

^^^^^H                    Praeh  er  sein  ee,  würgt  in  darnach^ 

^H 

^^^^H                    VlI  unfals  schickt  im  got  zn  räch. 

H 

^^^H                                  Die  9  fraw:  2  SamneUB  la. 

H 

^^^^^f                   Aumoti  anratczt  die  schön  gestalt 

^1 

^^^^R                30  Thamar,  notzwang  Bie  mit  gewalt. 

^H 

^^^H                      Darumb  ir  priieder  Äbsalom 

^H 

^^^^^L                     Zn  räch  im  anch  sein  leben  nom. 

H 

^^^^^H                            Die  10  fraw:   2  Samnelis  am  14. 

fl 

^^^^^^B                    Die  fraw  von  Thekoa  kam  dar^ 

^1 

^^^^^H              3b   König  David  petrogen  war 

^1 

^^^^^H                    Mit  Worten,  das  er  Absatom, 

^H 

i^^^^H                    Sein  enn,  wider  zu  gnaden  nom. 

H 

^^^^H                                Die  aUft  fraw:   1  Begam  11. 

H 

^^^^H                   DnrcU  weiber  wur  ferfüert  Salomon, 

^B 

^^^^H               so   Das  er  pett  die  abgotier  on, 

^H 

^^^^^^                    Paut  in  attar  und  höhen  dar, 

^H 

^^^^H                     Drob  gottes  hueld  verlieren  war. 

^^1 

^^^H                                      Die  12 

^1 

^^^^B                     Jndit  Holofernetn  petrueg 

^1 

^^^^^B                8»    Mit  ächmaichel-wortu  und  im  absclilueg 

j 

455 

Sein  haabt,  Betholia,  die  stat, 
In  Israel  erlosset  hat. 

Der  pesoUves« 

Der  weiber  im  newen  testament 
6  Pey  uns  icz  wol  12000  sent; 
Vor  den  hüet  sich  ein  weiser  mon, 
Das  er  nntrogen  kamb  darfon. 

Anno  aalutis  1569,  am  29  tag  Marci 
« 
464,  28  bis  27  auf  bl.  247  naohgetragen. 


456 


[M.  247'] 


Der  faisteii  gcns  sorgfeltig  clag 
Auf  den  knnfting  sant  M^rtens^tag, 

An  saivt  MartenB-abent  zn  nacht 

Lag  leb  und  weder  scblieflTj  noch  wacht 

Und  hört  umb  mich  ein  lautes  schnadern, 

Ein  ckppeni  iwd  ein  groses  dadern. 

In  dem  da  zaeg  her  mit  gedens, 

Daucht  mich,  ein  haiiffen  faister  ^ena, 

Die  clageten  ir  angsjt  und  not; 

Wan  sie  müesten  all  sterben  dot, 

Da  wftev  maus  würgn,  auflieiickn  und  rupfen, 

Die  ledern  sambt  dem  staub  aus-xuepfen, 

iSüed  sie,  psengen  mit  eim  schaub  stro, 

Ir  schnebel,  kragn,  fues  abbawn  do 

Und  in  aufschneiden  iren  pawch, 

Das  gens-scbmalcz  v^n  irn  dermen  auch, 

Ir  iugwaid  aus  dem  leib  auch  reissen, 

All  nnparmherezikeit  peweissen, 

Mit  kolen  zw  schmelczen  ir  schmalcz, 

Sie  sprengen  mit  pfeffer  und  Balcz, 

Ir  pewch  schoppen  vol   piern  und  küetten, 

Ir  dote  körper  vol  kesten  schiieten. 

Daniacii  anstecken  nngehewer 

An  aira  spies,  praten  ob  dem  fewer, 

Darnach  mit  den  zennen  zu-reissen, 

Die  folle  rot  mit  in  zw  speis&en. 

In  dem  h<Srt  ich  lantrayssig  gancz 

Ein  fueebs  lewten  mit  eim  fuechschwancsB, 

Sie  Bolten  nnferzaget  sein 


I   Ina  ii«htiefant«Q  ipruohbaoli«»  b1.    247    bis   247'. 


457 

Und  sich  geduldig  geben  drein, 

So  nem  ain  ent  ir  cleglich  klag; 

Wan  morgen  wer  sant  Mertens-tag, 

Das  sie  pezalten  mit  der  hewt, 

Und  wüert  manch  mensch  dardnrch  erfreut 

und  yerges  alles  ungemachs. 

So  saget  zu  Nürnberg  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1569,    am   23  tag  Aprilis 


458 


Der  zaipreelier. 


0,  ßolt  ich  alle  zen  ansprechen, 
Die  aageu,  peisseii,  haimlich  stechen, 
FreBsen  menschen-flaisch :  weib  und  raon, 
fi   Bo  plleb  manehetn  im  maul  kein  zon. 
Sie  intiesten  warlfch  all  heraual 
Holtselig  ist  fiirwar  ein  hans, 
Darin  kein  erabschneider  won, 
Der  frumer  lewt  eer  nit  verschon. 
[bL  248]  10  Darlegen  wo  ist  ainem  haus, 

Darin  ein  zan  ist,  der  mit  grans 
Der  frumen  lentn  abschneiden  ißt 
Ir  eer  aus  neid  mit  Ineg  und  lißt, 
Vor  äugen  guet,  falsch  hinterüeck, 
16  Der  richtet  an  vil  ungelueck: 

Ain  solcher  mensch  der  ist  nit  werd^ 
Das  er  hie  leben  sol  auf  erd. 


s» 


Der  saokpfewlfer. 

Müesig'gen  dnet  manicbem  wol, 
Drumb  ist  das  Land  der  petler  vol, 
Die  umbstrewnen  dorlf,  8tet  und  merck^ 
Ir  treiben  vil  achtlose  werck: 
SackpfewfFeiij  geigen,  pfannen  sticken, 
Loifel  schnicÄeii,  tisch-garen  stricken, 
Schlotfegen  oder  prot-korb  machen, 
3troBchneiden  oder  holbuppeti  pachen, 
Holcz  bawen  oder  pessen  pindeu, 
Hundscblagen  oder  schelmen  schinden, 
Sewferachneiden  oder  hund  scheren. 


1   liu  aofaUehtiUn  iprunbbttohe,  bl.   247'  bii  149«      BUdtrrvta 


459 

Pey  solchen  want  ein  man  nit  gern, 
Furcht  hart,  es  steck  noch  hinter  in 
Ain  düeckisch  hercz,  gemüet  nnd  sin. 

Die  spinerin  im  korb. 

5  Wer  also  thnt  am  rocken  spinen, 
Vil  mer  verzert,  den  er  kan  gwinen, 
Wil  sich  mit  garen-winden  nem, 
Der  mnes  genaw  nnd  mesig  zem 
Und  nach  dem  wint  sein  mantel  hencken, 

10  Mit  fleis  seim  handel  nach-gedencken, 
Das  er  nit  mer  verzer  al  dag, 
Den  im  sein  schlechter  liandel  trag. 
^^^']      Welch  man  aber  wil  mer  verzem, 
Den  im  sein  pflaege  mag  erern, 

16  Mnes  im  alter  den  glocklers-korb  tragen, 
Sein  dorheit  mit  petlerey  klagen. 
Das  er  in  seinr  jngent  dnrch-ans 
Hilt  als  ein  grober  esel  hans, 
Das  er  nit  fner-gesparet  hab, 

20  Das  er  in  seinem  alter  hab. 

Der  doctor-froseh. 

Dret  her,  ir  krancken,  plind  und  lamen, 
Ir  prechhaftig-,  schwachen  alsamen. 
Weil  sich  icz  al  ding  hat  verkert, 

25  Das  ir  wert  anch,  wie  ich,  gelert. 
Von  meinem  qnadern  und  gescbray 
Die  hohen  künst  der  arzeney. 
Doch  wen  mans  pey  dem  licht  pesicht, 
So  ist  mit  Worten  ausgericht. 

80  Also  mancher  land-streicher  kau 
Mit  gschray  petriegen  idermon, 
Sam  er  mit  seiner  arczeuey 
Ktien  kranckheit  hallen  allerley, 
Pis  er  das  geltlich  scheczt  heraus. 

86  Den  fetscht  er  sich  zum  thor  hinaus, 
Lest  den  krancken  in  angst  nnd  not 
Liegen  und  dreibt  aus  im  den  spot. 


460 

Der  aingent  ooIls. 

Musica  ist  ain  werde  konst: 

Wer  darzn  tregt  sein  lieb  und  g:aen8t 

Und  sie  prauchet  in  zaecht  and  ern 

6  Zu  gottes-dinst  and  frewd  za  meren. 
Wers  aber  praachet  angeschlacht 
Auf  der  gassen  pey  finster  nacht 
[bl.  249 1       Und  plöcket  wie  kelber  and  faren, 
Die  helt  man  alle  ftter  stock-naren. 

10  Der-gleich  artliche  saiten-spil, 
Harpfen,  lawten  and  der-gleich  vil 
Sint  aach  löblich,  erlich  and  gaet, 
Wo  mans  aach  künstlich  prawchen  thaet, 
Pey  piderlewtn  za  frolikeit. 

16  Abr  aaf  der  gaß  nechtlicher  zeit 
Is  ain  fürwicz,  prin^t  vil  anrät, 
Wen  man  darmit  schalaczen  gat 

Anno  salutis  1569,   am  25  tag  Aprilis 
18  S  tuaroi. 


461 


Der  gefangen  leb  yon  frawen-lieb. 

Die  erst  fraw.    A. 

Kein  man  war  nie  so  hoch  nnd  gnet, 
Den  nit  pezwang  sein  hercz  nnd  mnet, 
6  Das  sich  za  frawen-liebe  neiget, 
Ir  freantlich  lieb  und  dinst  erzeiget 
Paide  mit  lieb,  frend,  er  nnd  gäet, 
Mit  gnenst,  mmb,  adel,  sin  nnd  mnet 
Und  sich  gehorsam  antergeit 
10  In  hoher  lieb  in  dieser  zeit. 

Die  ander  firaw.    B. 

Ob  er  schon  ist  tiranisch  wild, 
Von  irawen  wirt  er  pald  gestyld, 
Sie  thnet  dem  lehn  sein  manl  anf-reissen, 
15  Er  lest  sein  zorn  and  thnet  nit  peissen, 
Snnder  wirt  mitsam  nud  senfmüetig, 
Gen  weipling  pild  freantlich  nnd  güetig: 
Ein  seuft  wort  pringt  ain  senftes  wort 
Gnet  williclich  an  allem  ort. 

io  Die  3  firaw.    C. 

Ain  leb,  das  aller-trewest  dier, 
I.  249']      Peraembt  mit  sterck  and  adels-zier, 

Uns  frawen  gandt  er  gnecz  von  herczen. 
Mit  den  goetigen  ist  gnet  scherczen; 
25   Welche  dnrch  gnet  sind  überwunden, 
Die  sind  mit  lieb  gfangen  nnd  punden, 
Und  pleibt  gezemet  Ir  gemüet 

Mit  trewer  lieb,  freuntschaft  und  giiet. 

» 

1   Im  MhtMhnten  »pruohbuche,  bl.   249  bin  260.      ßilderreime ;   wahrsohein- 
h  sind  die  baeh«t*ben  in  dem  bilde  angebraoht.  5  8  lieb. 


462 

Bas  4  weib*     0. 

0  Imebscher  leb,  in  spigrel  sich, 
Wir  frawen  haben  zemet  dich! 
Leids  mit  gedaeld!  det  dirs  ain  mon 
t  Wider  dein  wiln,  dw  wüerz  nit  thon, 
Sünder  seit)  höclitnuet  ao  im  rechen 
Als  an  eim  rauetwiligen,  frechen. 
Aber  die  schön  weiplich  ^estalt 
Ist  deins  gemüetes  aufenthalt. 

10  D&s  5  weib,     S. 

Gwaltiger  küng,  meehtiger  herr, 
Dein  gleich  ml  nit  in  nach  noch  ferr. 
Dw  uberdrit'st  all,  gros  und  klein, 
Dammb  solt  dw  gekr5net  sein 
jft  Paide  mit  preis,  rumb,  lob  und  eer. 
Dein  lieb  gen  frawen  teglich  mer, 
Anf  das  die  erentreich  vil  jar 
Pestet  von  aller  weiber  schar! 

Bas  G  weib,     F. 

äo   Hör,  leb,  wie- wo  1  zu  fnercbten  pist, 

Noch  satelt  dich  der  frawen  list, 
Die  mit  ir  lieb  dich  zwingen  kon. 
Kecht  lieb  wont  pey  aim  trewen  man, 
Das  er  freiintlich  leid  and  gedneld 
2R   Von  frawen  rechter  trew  und  hueld: 
Voraus  wen  sis  vermaint  in  trewen, 
[hh  250]        Bol  in  sein  trewer  dinst  nit  rewen. 

Die  7  fraw.    0. 

Wol-zirter  leb,  wie  mau  dir  dnet, 
M   So  pislw  keck  nnd  wol-gemiiet  : 
Wer  solch  gerniiet  in  im  ist  han, 
Der  ist  ain  boltseliger  mon 
Und  kan  halten  sein  lieb  nnd  trew, 
Hat  drob  kein  wancken  noch  absehe w, 
M   Snnder  in  lieb  dregt  frewd  und  leit, 
Hoffnung  erhelt  in  alle  zeit. 


U  S  Die. 


l^   8  Wieb. 


20  S  lob. 


31   S  boaU 


493 

Die  8  fraw.    H. 

H9r,  lebe,  dw  pist  sinreich  gancz, 
Verschlaifst  dein  foesdrit  mit  deim  schwancz, 
Darmit  man  dich  nit  spneren  sol. 
5  Wer  haimlich  paelt,  der  merck  das  wol, 
Das  er  verperg  sein  lieb  baimlich 
Mit  wort  noch  werck,  der  rüme  sich, 
Das  sein  lieb  nit  werd  offenwar 
Der  falsch-,  neidigen  klaffer-schar. 

10  Der  leb  peschlewst.    I. 

Ich  las  wol  knrzweil  mit  mir  hon 

Mit  frawen-dinst;  was  ligt  mir  tron? 

Weil  ich  ir  weiplicb  trew  vermerck. 

Im  herzn  halt  ich  meiner  lieb  sterck. 
16  Wo  ich  aber  spnert  ir  ontrew, 

Palt  ich  ob  irer  lieb  het  schew, 

Der  puelerey  nit  mer  nach-ge, 

Sunder  dret  in  den  stand  der  e, 

Das  ich  entging  vil  nngemachs 
20  Nach  gottes-wort.    So  spricht  Hans  Sachs. 

Anno  Balutis  1569,  am  25  tag  Aprilis. 
« 
$  merokt.  31  S  ai»rci. 


464 


€oiitrafactiir  Haiwluirg,  der  namhaften  sra! 
Sa^li^ieu  au  der  Elb,  sampt  ireoi  pistum  und  regimen 

Hamburg  in  Sachsen,  die  mechtig  stat, 

Iren  naraeii  entpfanp:en  hat 
6    Von  Hamon,  aiiiem  küiien  held, 

Wie  das  Albertus  Krancz  erzelt, 

AIö  Deninarck  fiiert  rait  Sachsen  krieg 

Lang  zeit  mit  abgwechseltera  sieg. 

Dücli  wort  ein  da^laistmng  thon, 
ru  Da»  ide  partliey  sielt  ain  nion. 

Die  solten  rait  einander  kempfen: 

Welchr  den  andren  im  kämpf  det  dempfen. 

Des  berschaft  solt  gewunen  hon. 

Da  stelt  Hamburg  znmb  kämpf  Hamon, 
ih  Verhies,  zw  Ion  im  schencken  wold 

So  !awter-clar-,  löttiges  gold» 

Als  schwer  als  Starcnterns  wog, 

Der  denraerckiscli  kempfer,  wen  er  oblag, 

Ein  starcker  kempfer,  der  vor  den  tagen 
20   Sein  vater  im  auch  het  erschlagen. 

Als  dieser  stat  kempfer  Hamon 

Den  kämpft  Starcnterum  abgwon, 

Ritterlich  im  das  hanpt  abschlüeg, 

Den  sieg  gancz  Sachseii-land  baimtrueg. 
SA    Voll  dem  kempfer  In  Sachsen-Iand 

Wart  diese  stat  Hamburg  genand. 

Als  nun  von  Cristi  gepnrt  war 

Gezelt  war  achthuudert-ain  jar, 
[bL  2511       Kaiser  Carl  der  grose  hat 

30   Veroruet  in  Hamburg,  der  stat, 


Im  »chltebutoii   «pruohbttabs,   bl«    2^0'  bi^  353', 


465 

Anfencklichen  ain  erczpistamb, 
Seczt  den  pischoff  Heridagnm. 
Nach  dem  k&iser  Ludwig  seczt  ein 
Ein  münich  zu  erczpischoff  sein, 
6  Unterwarff  im  aach  in  sein  band 
AUe  miternechtliche  land. 
Anggarios  in  Denmarck  zwg, 
Eüng  Erich  macht  zu  aim  Cristn  klueg, 
Paut  ein  kirchn  an  meres-gestat, 

10  Darnach  sein  lehn  aufgeben  hat. 
865  jar 

Nach  Cristi  gepnrt  aber  gar 
Denmarck  vom  Cristen-glawbn  vii  ab, 
Doch  kaiser  Ott  der  erste  gab 

15  Hilff,  das  sie  wider  glaubten  frey, 
Wie-wols  auch  nit  lang  plieb  darpey. 
Drob  mancherley  unfals  her-ging: 
Erst  käng  Sweno  den  danff  entpfing, 
Den  kaiser  Ott  hueb  ans  der  dauff; 

so  Erst  hielt  der  künig  pstendig  drauff. 
Zw  kaiser  Hainrich  des  dritten  zeit 
Hat  der  bischofif  zw  Hambnrg  weit 
Die  maur  gefuret  umb  die  stat, 
Drey  Stator  drein  gestelet  hat 

26  Und  zwolff  thnren  von  qnaderstein 
In  der  rinckmawr  darnmb  nit  klain. 
Das  volck  der  Wandalen  im  land 
Der  stat  det  grosen  widerstand. 
Drumb  Aliprandus,  der  pischoif  rain, 

30  Ein  kirchn  aufüert  mit  qiiaderstain, 
Auch  starcke  hewser  paut  an  dem  ent. 
Da  fnnd  man  in  dem  fnndament 
Manch  alt  gepew,  gros,  starck  und  weit. 
Damach  ist  die  stat  mit  der  zeit 

w   Gepessert  und  erweitert  worn : 
Nemlich  die  thumb-kirch  auserkorn, 
Der  pischolf-holf  und  fiierstn- richthaus, 
Köstlich  erpawet  überaus. 
Nach  dem  ain  bischoif  kam  hernach, 


'Qvpisch.  7   S  AUegarius.  10  S  «obn.  14  3  der  or  erste. 

lt.   XX  ui.  30 


466 


Der  die  alt  statiHawer  iimbprach 
Ein  tlmuistift  danuit  paweo  woU, 
Der  ilein  tbiniib  zw  Cilln  gleicben  solL 
Aber  vil  ongliiecks  sich  p^gab, 

A  Das  er  vom  paw  muest  laaen  ab. 
IWO  jar, 

Als  Alberto 8  erczpiechotr  war 
Zw  Hamburg,  bat  erlangt  vom  reich 
Den  höchnteii  lioffwalt  gwalticleiclL 

10   Doch  von  der  andren  bitjchol!  neidt 
Ward  er  vertribn  vom  lande  weidt. 
Herzog  Magnus  verfolget  in, 
Und  es  kam  entlieh  auch  dahin, 
Das  die  Wandalu  neid  and  has  trnegen, 

16  All  CriBtn  in  Meckelbnrg  erscbluegen, 
Fielen  aitcb  in  Hamburg  daniinb, 
Verwüesten  auch  das  erczpistumb, 
[bl.  252]       Auch  das  sclilos  mit  fewer  und  seh  wert, 
Der-gleich  zu  Schleswik  mit  gefert, 

ah    Die  rotten  sich  auch  al  zw-samen, 
Wider  haiden-glawben  anamen: 
Wer  aber  cristlieh  glaubt  in  got« 
Der  wnrt  von  in  geschlagen  dot. 
Die  autruer  die  gachach  gleich  vurwar 

Ä&   1066  jar. 

Da  war  der  Wandalen  abfal 
Vom  Cristen-glaubn  das  drite  mal, 
Da  GotschatknSf  ir  aigner  tiierst« 
Den  auch  nach  Cristen- glauben  düerst, 

so    W*uert  von  Beim  aigen  volck  erschlagen 
Ombß  glaubens  willn.     Die  vor  vil  tagen 
Kaiser  Carl  und  auclj  kaiser  Ott 
Zurab  CriBten 'glauben  pracht  durch  got 
Mit  vil  stiftimg  an  manchem  ort 

3D   Und  durch  predig  dem  gottes-wort 
Mit  groBem  costen,  mtie  und  fleis. 
Das  nam  ab  gar  mancherley  weis. 
Das  erczbistuuü»  %u  Hamburg  weit 
Het  unter  im  z\x  erster  xeit 

40   Das  bis  tum  Bremen,  die  stat, 
Die  icz  das  ercz-bistiimb  in-Uat. 


467 

Derhalben  sich  noch  manche  zeit 
Vil  Widerwillen  drob  pegeit. 
Got  gebe  frid,  gelaeck  und  hail 
Und  ainikeit  auf  paidem  thail, 
252']  6  Das  gaistlikeit  an  allem  ort 

Halt  trewlich  ob  dem  gottes-wort, 
Der-gleich  gmain  nnd  ain  erber  rat, 
Hamburg  geb,  der  löblichen  stat, 
Auch  gueten  frid  und  ainikeit 
10  Und  beschüecz  sie  zu  aller  zeit 
Vor  krig  und  alleß  ungemachs, 
Wünscht  ir  zu  Nuremberg  Hans  Sachs. 

Anno  Balutis  1569,  am  30  tag  Aprilis. 
120 

8  D«rb»lb.  13  T  Hans  S»eha.     S  haeba.     Zaro  erstenmale    ist  dieser 

oeh    in    der    teiUehrift    des    Tereinea    fUr  bamburgiscbe    gesebiobte,  band 
bd.    3  der  neuen  folge,   1866.  s.  66  bis   71   verOffentliebt  worden. 


468 


Vergleicluing  des  mennriieii -leben  diser  zeit 
Hit  der  suniieD  scbein  auf  erden  weiL 

Orient. 

Im  an  fang  früe  glanczet  die  sud, 
5   Also  der  mensch,  in  frewd  und  wiin 
8eiuer  jiigent  hat  sein  anfange 
Schon,  frolich,  mit  dancz  and  gesang, 
Gsund»  wolgetnuet,  kurcz- weilig  gar, 
Pis  er  erraicht  das  zwainzigst  jar 

10  Meridles. 

Im  initBg  knmbt  die  ann  mit  hicz. 
Der  meoBch  auch  mit  vernutift  und  wicz 
Zw-nembt  an  verstaut  und  Weisheit, 
Fleist  sich  thuegent  und  erberkeit, 
!&   Nembt  zu  au  leib^  eren  and  guet» 
Pis  luufzig  jar  verscheinen  thuet. 

Ocoident. 

Zw  abent  die  sau  unter-get, 
Gleich  80  der  mensch  ira  alter  stet, 
ao  Nembt  ah  an  kraft ^  khor  and  gesiebt, 
An  gdechtnusi»  aclit  keinr  kurczweil  nicht, 
[hl.  263]       Wirt  lanckweillig,  vertrosseu  gar, 
Pis  er  erraicht  ai benzig  jar. 

Septemtrio. 

2fv   Deu  kumbt  die  linster  miternacht. 
Die  den  meugchen  gar  kraftlos  macht, 


1    Im   iKrlttnebnlen  iprmehbuöhet  bj.    2  52'  bli  S53.  24  S  S«ploQibrio, 


469 

Da  ist  kranckheit,  we,  angst  and  not, 
Pis  in  entlich  abfordert  got 
Von  dis  lebens  geprechlikeit, 
Lebt  den  mit  got  in  ewikeit. 

Anno  BidatiB  1569,  am  7  tag  May. 


470 


Bomana,  die  seugent  docliter, 

Jolianties  Bocacias  schrieb 

Ein  gBchielit  hercz-kintlicher  lieb, 

Vor  jaren  gschelieii  ist  zu  Rom 

6   Von  eira  weib,  Romana  mit  öam, 
Schön,  jung,  von  adelkhem  stam, 
Doch  ist  verschlissn  ir«  g8 nhlechtes  nam. 
Die  ed«3l  fraw  ein  tniiter  het, 
Die  sich  ain  mal  vergessen  det, 

10   Handelt  wider  römisch  gesecz» 
Das  offen-waret  wurt  zu-lecz. 
Darninb  sie  der  römisch  eeDat 
Gefencklich  angenumen  hat 
Und  sie  verurteilt  zu  dem  dot, 

lö   Und  dem  hüeter  ernstlicli  gepot» 

Das  er  das  weih  nach  den  geschichten 
Pey  der  nacht  haimlich  hin  det  Hellten 
In  der  gefencknas  mit  dem  sträng: 
Weil  sie  het  edles  gschlechz  an  hang, 
[bl,  253']  ^0   Wolt  man  das  nit  zu  schänden  macheri . 
Aber  den  hneter  in  den  saclien 
Erparmet  dieses  edel  weib, 
Und  raocht  sein  hent  an  iren  leib 
Nit  legn»  zu  wiiergen  mit  dem  sträng, 

45   Sunder  wolt  sie  mit  hungers- zwang 
Id  der  gfencknns  kercker  hin -richten. 


1  Im  aohtKohnten  ■pmobbuche ,  bl  359  bit  354.  Qaelle :  Boceaeok>t 
berühmte  frnwen  1473.  eft|>.  ß4.  bl.  yo'  bif  tt1\  Zu  rerwundoirt  wärt*,  ««nn 
U.  Sacib»  4l«n  gegenständ  oiebt  Trübor  »oboo  al«  mtiitergetttng  )>«h«od«ll  hftite. 
Im  hatiDoti'knii  de«  Fölt  lohciot  er  auofa  «iQtn  toloben  g«*ohAfran  so  lutben, 
es  iit  aber  nur  die  iiQfAD|;»i«ü«  erbAlUD  »RomAoa  war  eiu  purgerin  s«  E&io«* 
(Mü   9,    Ibd). 


471 

Und  sich  pegab  in  den  geschichten: 
Bomana,  ir  dochter  erkorn, 
Newlich  ein  kindlein  het  geporn, 
Die-selb  znm  thüeren-hüeter  ging, 
5  Wainent  zn  pitten  anefing, 
Sie  in  den  kercker  ein-za-lasen, 
Ir  mneter  zn  drosten  der-masen. 
Da  sie  pey  im  des  gnnste  het; 
Doch  er  sie  vor  pesnechen  thet, 
10  Ob  sie  ir  nit  precht  haimlich  speis. 
Da  er  gar  nichs  fand  aller-weis, 
Da  lies  ers  zn  der  mneter  ein, 
Pschlos  sie  paid  im  kercker  allein. 
Da  die  dochter  sewget  mit  Inesten 

15  Ir  mneter  mit  milchreichen  präesten. 
Also  die  dochter  hoch-gepreist 

Mit  iren  präesten  drenckt  nnd  speist 
Ir  mnter,  kam  zway-mal  altag, 
Da  mans  almal  pesuchens  pflag. 
90  Das  weret  ein  monat  lang  eben, 
Das  frisch  erhalten  wart  ir  leben. 
Der  häeter  entlich  roercken  het, 
Das  sie  ir  mneter  sewgen  det. 
Das  zaiget  er  dem  senat  an. 

16  Dem  det  die  trew  zu  herczen  gan. 
Und  der  mneter  schencket  ir  leben, 
Det  sie  ir  dochter  wider  geben. 

So  hat  kintliche  trew  nnd  lieb 

Vor  alter  zeit  so  starcken  trieb  : 
so   Leib,  er  nnd  gnet  sie  wagten  dar 

Im  eitern  zn  helffn  aus  gefar. 

Des  sie  betten  lob,  preis  und  er; 

Icz  aber  ist  der  prancb  nit  mer, 

Snnder  die  kinder  dieser  weit 
85  Snechen  der  eitern  guet  und  gelt, 

Sie  kümert  nit  irs  ungemaclis, 

Das  clagt  auch  zu  Nürnberg  Hans  Sachb. 

Anno  salutie  1569,    am  14  tag  Maj. 
62. 


472 


Ain  gepet,  aus  dem  driten  psalmen  kllnig  Dayid 
gezogen»  als  in  Absalom,  sein  snn»  verjackt. 

Herr,  wie  sind  meiner  feind  so  fil, 
Sagen,  got  mir  nit  helifen  wil! 
6  Got  aber  ist  mein  schncz  nnd  schild, 
Der  mein  hanbt  erhebt  durch  sein  mild, 
Der  wider  zw  eren  seczet  mich 
Auf  sein  heilling  perg  ewiclich. 

Anno  salutis  1569,  am  20  tag  May. 

1   Itn  achtzehnten  spruohbuobe,  bl.   264.     Vergl.  band   18,  s.  31   bis  33. 


473 


Ain  gepet  ans  dem  18  psalm  Dayid,  da  in  got 
von  all  seinen  feinden  erlösset  hat. 

[bl.  254']     Herczlieb,  mein  herr  gott,  hab  ich  dich, 
Mein  fels,  mein  pnrg,  anf  dich  traw  ich, 
5  Der  mich  in  all  mein  nötten  tröst, 
Von  all  mein  feinden  mich  erlöst, 
Von  den  ich  lied  elendes  zwanck. 
Des  sey  dir  ewig  lob  und  danck. 

Anno  saluiig  1569,  am  20  tag  May. 

« 

1    Im  aebtsehnten  tproobbuche,  bl.  254  bis  254'.   Vergl.  baud  18,  s.  83  bis  80. 


474 


fieimen  auf  ain  silbren  peeher. 

Mit  nam  Lasarus  Engelhart 
Sambt  Felicitas,  seinr  frawen  zart, 
Mathes  Praun,  irem  Schwager  da, 
6  Sambt  seiner  ewirtin  Anna 
Zw  vererung  den  becher  schencken, 
Im  pesten  ir  darpey  zu  dencken. 

Anno  1569,  am  21  tag  May. 
1   Im  aohtBehnten  •praohbuchoi  bl.  254'. 


475 


Beimen  auf  die  yergnelten  schflesseL 

Paris,  der  küene  held, 
Die  lieb  im  auserweld, 
Weisheit,  reichtnmb  veracht: 
6  Das  im  als  nnglfieck  pracht. 

Anno  salatis  1569,  am  24  JQni,  am  tag  Johannis. 

1    Im  ««btMhoieo  •{nraoblwohey  bl    364'. 


Reimen  in  das  haus. 

Jesus  Siraoli  1,  (80). 

Got  fürchten  ist  die  recht  Weisheit, 
Macht  reich  und  fäelt  das  hans  alzeit 
6  Mit  schecz  nad  den  götlichen  gaben, 
Wen  wir  gottes-forcht  in  ans  haben. 

Jesus  Siraoli  19,  (81). 

Besser  ist  geringe  klnegheit 
[bl.  265]       Mit  gottes-forcht  in  dieser  zeit, 

10  Den  gross  klnegheit,  prenck  nnd  pracht, 
Dardnrch  got  der  herr  wirt  yeracht 

Jesiis  Siraeh  ü. 

Gelt  nnd  reichtnm  macht  gneten  mnel, 
Doch  vii  mer,  wer  got  füerchten  thnet. 

15   Wü  ein  fraw  im  hans  haben  rw, 
So  sech  sie  selb  anch  dar  mit  zwi 
Wil  der  herr,  das  sein  handel  ge  recht, 
So  sech  er  fleissig  anf  sein  knechtl 

Herr,  merck  anf  fleissig,  wem  dw  porgst, 
ao   Das  dw  nit  trawrig  darnach  sorgst  1 
Dw  auch  anfporgen  selb  nit  vii; 
Wan  die  wolff  fressen  auch  kain  ziL 

Anno  salutis  1569,   am  9  tag  Angosti. 

l    Im    aohtcehnton    spruohbuohe,    bl.    254'  bii   255.  12  NMh 

UberBotBung  40,   26. 


aihen 


477 


Das  epidaphinm  Ursula  Korenpergerin. 

Als  1569  jar 
Der  29  tag  Juni  war, 
Dran  Peter  nnd  Pauli  tag  erschin, 
6  Ursula  Eorenbergerin, 
Die  erber,  dugenthaft  und  guet 
Fraw,  loblich  an  hercz,  sin  und  mnet, 
Des  erbem,  vesten  Parti  Eorenpergers  sun, 
Des  loblich,  fnrstling  closters  Hailsprunn 

10  Verwalters,  eliche  gmahel  war. 

Die  war  peschwert  zwolff  ganczer  jar 
An  all  im  glieder  mit  pitrem  schmerczen, 
255']      Geduldig  doch  mit  cristling  herczen 
4mal  in  warme  wilpad  kam. 

16  Als  sie  zw-lecz  ir  haimfart  nam 
Aus  margi*affen  von  Paden  päd, 
Zw  Gnndelshaim,  in  aim  dorff  grad 
Pey  Bretten,  in  Wirtemberger  land, 
Da  wurd  dot-schwach  die  obgenand 

so  Und  alda  seliclich  verschied, 
In  Cristo  zeitling  dote  lied, 
Wie  von  dem  ort  ain  erber  rat 
Ein  versigelt  pekantnns  geben  hat. 
Got  wöll  ir  sambt  uns  allen  geben 

26   Nach  dem  zeitlich  ain  ewigs  leben, 
Da  ent  ist  alles  nngemachs. 
Das  pegert  von  herczen  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1569,  am  18  tag  Augusti. 
^    Im  Mhitehnteo  spruchboche,  bl.  255  bis  255'.  25  S  geben. 


478 


Auf  die  geschenckten  gfilden  schewren. 

Lucas,  David,  die  Mayer,  aus  lieb 
Und  Maria,  Michels  Mayem  witib, 
Schencken  dem  ersamen  Jörg  Vitel  alda 
&  Und  seiner  lieb  hausfraw  Lncia, 
Gepome  Mathes  Hangen,  dis  dopelt  drinckgschir 
Za  gedechtnus  und  zu  ainer  zier. 

Anno  salaiis  1569,  am  80  tag  AugostL 

m 
1    Iin  HohUehnten  •praohbuche,  bl.   2&5'. 


479 


Der  geschencket  peclier.  Yon  den  12  jnnckhern. 

Cristowan  Horweek,  Hans  Scberl,  Anthoni  Raeger,  Aniolt  anf-der- 
pnrg,  Benedix  Kerner,  Peter  im-hoff,  Hans  Garoff,  Casper  Linder, 
Hans  Schenler,  Zachariae  Ringsgwant,  Hieb  Fiudenfeler,  Balthasar 
b  Hoffman. 

Die  zwolff  jonckherren  obgenant 
Schencken  den  pecher  obgenant 
Jörg  Rneger,  dem  jnngen  emon, 
Und  seiner  gmahel  ins  bans. 

10      Anno  nalutis  1569,  Octobris  am  pfincztag. 

1  Im  »ebtieboten  •praohbnohe,  bl.  256-  War  bisher  die  bandscbrift  scbon 
an  manebeD  stellen  tebr  tebwer  lesbar  geworden ,  von  bier  an  ist  sie  littrig 
and  kmftlof. 


Der  gros  silbreii  scliaw-groschen. 


k 


Als  fünffzeliunderf-neun-nnd-sechzg  jar 

Man  nach  Cn»ti  gepart  seien  war. 

Den  17  tag  Septembris, 

Zwischen  10  und  11  gewis, 

Da  ist  herr  Sigmund  HaUer  worn 

Von  seiner  ewirtin  geporn 

Helena,  irs  ggdilechz  ain  Örtlin, 

Thuegentbaft,  erber  mit  Iiercz  und  sin, 

Der  jung  sun,  gnet  seiner  eitern  art. 

Den-selben  tag  getauffet  wart, 

Mit  seinem  nani  Clemens  genant. 

Fetter  von  Hawsen,  der  weit-pekant 

Barbirer,  der  gefater  war, 

Der  seinem  daiiff-dott.n  von  silber  dar 

Ain  silberen  groschen  det  schencken, 

Im  pesten  sein  darpey  zw  dencken 

Und  seiner  »undern  lieb  und  gnnst. 

Welch  grosch  mit  inaisterlidier  kunat 

üancz  aigentlicb  anzaigen  det 

Des  jungen  snns  nativitet, 

Was  gab  von  got  im  wurden  geben, 

Wo  er  anf  erd  pelieb  pey  leben. 

Erstlich^  weil  Mercurins  hy 

2A   Stnnde  in  medio  cell 

In  seinem  aigen  bans  gewis 

Pey  dem  capni  draconis» 

So  wnrd  dem  newgeporen  kind 

Ein  dieff,  scbarpffer  verstand  geschwind, 

M   Ain  gnet  yngeninm  auch  geben. 


1   IiB  Mbtsoholen  ipruchbuch«,  bt.  358  bis   2S7. 


[bl.  2ö6' 


481 

So  zaigt  auch  diese  figur  eben 
Trinns:  Luna,  Jovis,  Mercuri, 
Das  das  kind  werd  stadiren  hy, 
Auch  zu  erlicher  und  hoher  knnst 
ft  Haben  ain  herczlich  lieb  und  gnnst. 
Die  caimucti:  Luna  nnd  Jovem 
An-zaigen  anch  gewislich  dem 
Knaben  die  merong  der  reichtum 
Und  gelueckes  ain  grosse  snm. 

10  Der  trinns:  Solis,  Lnna,  Jovis 
Ans  dem  aqnitor  zaigen  gwis, 
Dem  knaben  wem  in  seinem  leben 
Erwirdige  empter  eingeben, 
Werd  gwaltig,  hoch-mechtig  nnd  herlich, 

15  Ein  gneten  nam  preislich  nnd  erlich. 
Solchs  als  wöl  im  got  in  seim  leben 
Aus  genaden  reichlichen  geben, 
Das  im  als  knmb  zw  er  nnd  nnecz 
Und  halt  dem  knaben  schilt  nnd  schnecz, 

so  Das  Venns  in  nie  unterbind, 
Die  auch  hart  treffe  diesem  kind, 
Mit  pnlerey  heftig  zw  plagen, 
257]       Gelüeck  nnd  hail  als  von  im  jagen. 
Das  wöl  got  durch  genad  im  wenden, 

36  Weil  es  als  stet  in  seinen  henden. 
Der  geb,  das  sich  mer,  grün  nnd  wachs 
Sein  hail  und  glück,  wünscht  im  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1569,  am  abent  Simon  und  Jude. 
54 
* 
3   8  meroali.  5  8  hieb.  15   8  plre«lioh.  20  S  rbiod. 


xxm.  31 


482 


Reimen  Yon  zwayerley  gesten,  gneten  und  pOssen. 

Wer  messig  drincket  guetten  wein, 
Fridlich  und  fröiich  ist,  allein, 
Oder  hat  erlich  gest,  gros  oder  klein, 
6  Das  sind  die  liebsten  geste  mein. 
Welich  gest  aber  geren  asancken  und  grein 
Und  füellen  sich  wie  wilde  schwein. 
Und  ob  der  keiner  körn  herein  — 
So  künd  wir  doch  frölicher  sein. 

10  Anno  salntis  1571. 

* 
1  Im    aohtsehnten    tpruohbuohe,    bl.    257'.     Qadniekt:    Frdr.    Gtfr.  Wah. 
Hertel ,  AutfQbrliohe  mittbeilong  u.  •.  w.  Prop^.    Zwiekan  I.  8.   1854.  4.  t.  35. 


483 


EpidaYinm  nnd  clagred  der  erbern  und  duegent- 

hafken  frawen  Dorothea  ob  dem  abschied  ires  lieben  gemahel 

QDd  herren»  herr  Jeronimos  im-hoff,  mein  leczt  gedieht. 

Bekümert  ist  mein  trawrig  herz, 
5  Vol  sewfzen,  angst  nnd  pitrem  schmerz, 

Verschwunden  ist  wan,  schimpff  und  scherz 

Das  mir  gelfieck  reichlich  peschert, 

Mit  eim  egmahel  mich  vereert. 

Icz  hat  sich  all  mein  frewd  verkert, 
10  Weil  ich  auf  erd  verloren  hab 

Den,  der  mir  drost  und  freade  gab 

In  elicher  lieb  pis  in  sein  grab. 

Der  mich  auch  nie  petrübet  hat 

Weder  mit  werten  noch  mit  dat, 
16  Alzeit  holtselig,  frw  und  spat. 

Nun  frewt  mich  nichs  in  dem  elent, 

Pis  mir  got  geb  mein  lecztes  ent, 

Mein  trawring  gaist  nem  in  sein  hent, 

Welches  ich  von  herczen  peger. 
ao  Ich  pit  dich,  got,  dw  mich  gewer, 
[bl.  258]       Das  ein  ent  nem  mein  unmuet  schwer 

Durch  Jesnm  Cristnm,  deinen  snn, 

Der  für  uns  am  crencz  gnang  bat  thnn, 

Erworben  bat  hail,  freud  und  wan, 
96   Da  ain  ent  hat  all  angst  und  not. 

All  anfecbtung,  kranckheit  und  dot, 

Da  wir  ewig  leben  mit  got.    Amen. 

Anno  salatis  1572,  am  3  tag  Octobris. 
Got  sey  ewig  lob. 

1    Im  aohts«bnU>n  spruchbaobe,    bl.   257'  bis    258.  21    Hl.   258   ist  die 

iBnenaeite  dea  bintereD  deckels  vom  acbtsebnten  apruchbuobe.  Zwar  bat  II. 
Sacht  Doeb  swei  kleinere  gediobte  sogar  auf  den  decket  geschrieben,  er 
glaubt«  ab«r,  »!•  er  das  epitapbium  scbuf,    das  würde  sein  letstes  gedieht  sein. 

31* 


484 


Ein  zuecht-spruech  meiner  lieben  hansfrawen 

Barbara  Sechsin. 

Mensch,  hab  gedneldt  in  dem  elent, 
Wen  dir  got  her  aoff  erden  sent 
ft  Durch  sein  vetterlich,  gnetig  hent, 
Dne  bnes  und  dich  von  sttnden  went, 
So  nembst  ein  cristlich,  selig  ent. 

Anno  salntig  1572,  am  80  dag  Octobria. 
* 
l   Im  aohtiehntoD  ipraohbuche,    auf   dw    ino«nt«ite    des    hinteren  deekeb. 
Gedruckt:    Frdr.    Gtfr.  Wilh.  Hertel,    AasfUhrliobe   nittheiluDg  u.  s.  w.    Profr. 
Zwickau  i.   S.   1854.  4.  •.  36.  1  8  lieb.  4  H.  8aohi  bal  iwar  her  aM- 

gefttrichen,  aber  aueb  das  folgende  wort,  und  nur  Atr  da«  tweite  woit,  die  eiae 
•Übe,  stellt  er  an  die  seite  die  korrektur. 


485 


Das  geschencket  glas. 

Ich,  Niclas  Goswein,  im  aler-pesten 
Vereer  Hans  Pfinczing,  dem  erenfesten 
Von  Henffenfelt  mit  dem  weinglas, 
6  Das  ers  füell  ans  dem  grosten  fas, 
Mach  oft  firolich  die  geste  sein 
Darmit,  nnd  denck  im  pesten  mein. 

Anno  talatis  1572,  am  18  tag  Novembris. 
i  Im  ««httabnieD  sproebboobe  auf  der  innoDteit«  des  binteren  deckeis. 


486 


Der  reich  gefflerst  abt  mit  seieeii  haubtleutten 

tiud  ritmaistern. 
Alu  gesiireeli« 

Ich  pia  ein  reich  gefiirster  abt, 
6   Mick  hat  alles  gelueck  pegabt 
Mit  mein  corlierii  in  meiner  aptey, 
Die  ich  halt  all  herlich  kostfrey* 
Die  wereti  mir  alliie  zaigen  an, 
Was  aie  für  empter  pey  mir  hau. 

10  Der  erst,  hanptniaBi  spricht: 

Ich  pin  auB  Franckreich  hieher  kamen, 
Ich  hör  lieber  pfeuflfen  und  drnmen 
Und  lenuäD  wider  die  feint  schlagen, 
Den  im  doster  kercsen  nnd  fannen  drageo. 

u  Der  ritmaister  spricht: 

Als  ich  aber  lag  Im  krieg  zw  feld, 
Wen  man  iimschlueg,  wült  geben  geld» 
Das  det  meim  hercz  mer  frenden  geben, 
Den  als  closterlich  gaistlich  leben. 

30  Der  drit: 

Wen  aber  ich  liör  den  hämisch  klingen, 
Hör  ich  lieber,  den  metten-singen ; 
Das  ist  zw- mal  ein  drawrig  gsang, 
Darpey  ist  mir  mein  weil  gar  lang. 

u  De(r  flrd,  keiner^  aprieht: 

Wen  ich  frw  sol  zw  frwmes  sein, 
Is  lieber  mir  ain  prenter  wein, 


l  Im  iwöirten  •praebbaob«,  b1.  3S&  bi«  386.  Dm  fwolft«  «pruQhbd«K 
hatlu  noch  fuof  l»ltttt«r  frei;  Auf  die««  trag  IfAua  Suhl  «eine  Iflitteo  gtdiebU  ein.. 
l«  ?  ichj  fehlt  ß.         27  ?  U.     6  lob. 


487 

und  air  im  sehmalcz  ein  pfanen  vol, 
Speknchen  mich  auch  drosten  wol. 

Der  Bj  luiifkoek,  spriekt: 

Ich  aber  hab  nie  kein  dagambt 
5  In  der  aptey  auch  nie  versambt, 
886']      Snnder  teglich  gsessen  zw  disch, 
Mit-gessen  hassen,  fogel  and  fisch. 

Der  6|  ritmaister: 

So  hab  ich  auch  den  non  mit-gsungen, 
10  Mit  gntten  herren  gfochten  und  gspningen, 
Zw  roß  gerenet  und  gestochen, 
Manch  riterliches  sper  zw-prochen. 

Der  7y  oorkerr,  spriekt: 

So  halff  ich  die  fesper  psalim 

ib  Mit  Bch faren  and  spacim. 

Mit  reittn  and  faren,  danczen,  springen. 
Mit  schönen  frann  hoffim  and  singen. 

Der  8y  ritmaister: 

Die  complet  mir  anch  wolgefiel 
10  Mit  waerffel,  kartn  and  dem  pretspiel, 
Da  ich  oft  ein  schancz  gewanen. 
Oft  mir  all  meines  gelcz  zw-ranen! 

Der  9  spriokt,  ein  dopelsoldner: 
Ich  war  gehorsam  vol  andacht! 
26  Kam  ainer,  mir  ain  willküm  pracht, 
Es  wer  ain  halber  oder  gancz, 
Des  wartet  ich  gnetwillg  der  schancz. 

Der  10  9  kolfmaister: 

Wen  ich  den  siez  pey  der  colaczen 
so  Und  hör  die  kandel  and  pecher  schmaczen, 
Das  gfelt  mir  pas,  den  feyren  nnd  fasten, 
Wie-wol  das  macht  1er  keler  and  kästen. 

Der  11)  kriegsmon: 

Wen  ich  mich  aber  drinck  zw  vol, 
u  Das  ich  gesich  und  bor  nit  wol, 


^^^^^^Kr                                   ^^^^^M 

^^^^^^m              Das  ich  kaam  anf  den  faesen  ste                   ^^^| 

^^^^^^1               Und  an  den  wenden  haimhin-^e!                     ^^^| 

^^^^^H                                                        ^^H 

^^^^^^H              Wen  mir  frw  thnet  mein  köpf  so  we,            ^^^^ 

^^^^^^H               teil  wallen  zw  sant  Kolman  ge,                      ^^^H 

^^^^^^B               Da  ich  drinck  rainfal  und  tnalüasir,               ^^^^ 

^^^^^^H              Darmii  wirt  den  geholffen  mir.                       ^^^| 

^^^^^^H                                                                                           ^^^1 

^^^^^^1              Mein  hercz  thuet  mir  mit  freuden  Kaclieu,            ^M 

^^^^^^M          10   Wen  ich  thw  ein  selilacht-ordnnng  machen           ^H 

^^^^^^1               Wen  der  feint  gerüest  vor  nn»  hell,               ^^^| 

^^^^^^p               Zw  ros  nnd  faes  sich  gen  nns  stell,               ^^^^ 

^B        LbL  38ß]                            Der  U,  rotiiii.i8t6r :                        ^^M 

^^m                          Wen  der  feint  wil  nit  haben  frid,                  ^^^| 

^^m                       irj    E  ich  vil  hoclinuiecz  von  im  lied,                   ^^^H 

^^m                           Ich  grielf  e  an  zw  fnes  nnd  roß»                    ^^^H 

^^1                             Mit  karthaun  und  dem  felt-geschos,                ^^^H 

^H                                                                         ^^^1 

^H                            Fro  pin  ich,  wen  wir  in  dem  krieg                ^^^| 

^^m                       3ü   Gewiiien  an  den  feinden  meg,                          ^^^H 

^^m                            Die  nnfer  vor  hah  uub  ati-greut,                     ^^^H 

^H                             Uns  Atet  und  dorS'er  habn  verprent.                ^^H 

^^H                                      Der  16,  schaczmaiBter,  spriolit:               ^^^M 

^^M                           Ich  frew  mich  den  der  gneten  peut,               ^^^H 

^^m                       '2h   Die  mich  im  herzen  mein  erfrewt;                  ^^^^ 

^H                            Doch  dnt  im  herczen  mich  erparmen               ^^^| 

^H                            Im  land  der  verd  .  .  pon  und  armen.             ^^^| 

^H                                         Dor  17j  der  heer-trometler ;                 ^^^| 

^H                            Nun  ich  frölich  hie  auf  wil  plassen               ^^^| 

^H                       ao  Frid,  frid  im  ganczen  land  der-maeen,           ^^^H 

^H                            Um  sicher  ist  zw  reitten  nnd  faren,               ^^^| 

^H                          Wie  es  den  war  vor  alten  jaren.                    ^^^| 

^^1                    14   3  wir           1«  T  uDdJ   rahli  S,          27   S  verd  ipn.                    ^^^| 

489 

I>er  abt  spriokt: 

Nnn  sey  got  lob,  das  anser  her 
Hat  gewanen  preis,  lob  and  er 
Und  uns  peschüzet  hat  das  lant! 
ft  Alle  hilff  stet  in  gottes  hant, 
Anf  das  frid  pey  ans  pleib  and  wachs! 
Den  wfinscht  ans  aach  allen  Hans  Sachs. 

Anna  salaÜs  1572  an  sant  Unola-iag  am  21  Octobris. 


Ües  dtlickischon  kaiser  hoffgesind,  herren  nnc 
frawen  sampfc  iren  pefelch  und  eaiptero. 

HirtiacL  sei  all  ao  verzaichnet  pur 

Ein  warhaft  abcontrafactur 
b  Des  icz  dürckiaclien  k aisers  fi'ey, 

Welcher  regirt  in  der  Düerkey, 

Mit  iiait)  SQeldan  So) im  genant^ 

In  seinem  kaiserlichen  gewant, 

Und  auch  der  hoche  priester  sein 
iü   Ober  sein  gaistlichen  and  gemein 

Samt  seinem  dürckischen  hoffgsind, 
[bL  386']      Die  in  empter  verornet  sind, 

Wie  sie  mit  Damen  sind  genant 

Und  mit  ir  klaidnng  und  gewant. 
i&  Auch  man  und  weibspild  hernach  stend, 

Die  am  dürckisclien  hoffe  send, 

Wie  sie  gent  mit  gezirt  und  wat, 

Auf  dem  lande  and  in  der  stat, 

Abconlerfet  gleich  alle-sanibtj 
20   Der  ider  wart  des  seinen  ambt, 

Darmit  ein  ider  seiii  amt  zaigt  an 

Mit  seinem  piltnus,  was  er  hat  2W  tban. 


1.   Der  dtterckiioh  kaiser* 

Diirckisch  kaiserlich  majestat 
2Ä   Hell  da  in  kaiserlicher  wat, 
Sultan  Solim  genenet  wirt, 
Der  13  kaiser,  so  icz  regirt. 

• 

1   Im  swtilften  ipTUAhbucbfi,  bl.  386  bit  388.     VsrgL  KoiDrioh   Kib  ^* 
DI«  dlohtangeti  deir  Hans  S«oha  »ur  gMoh.  der  aUdt  Wien.     Wion   1878.  t^ 


491 

2.   Der  oberat  dttrddBeh  prietter. 

Der  hochpriester  pin  ich  erweit, 
Allen  galsüichen  fürgestelt 
Der  Thüercken,  zw  gepitten  hab 

ft  In  aUen  stenden  auf  and  ab. 

/^ 

8.   Der  Criiten-kind  lermaister. 

Jüngling,  80  der  Cristen  kind     ^.  , 
Leren,  so  ans  kaisers  hoff  sind, 
Dienen,  welich  in  gemein 
10  Zw  dinst  pereit  nnd  praittet  sein. 

4.   Fnskneeht  des  kaisers. 

Das  sind  fnskneeht  zn  dem  snlton, 
Wan  er  pflegt  ans-zw-reiten  thon. 
Die  vor-  nnd  nach-lanffen  zw-mal, 
16  Der-gleich  sind  hnndert  nberal. 

5.    Trabanten,  so  dem  kaiser  Tor-lanffen. 

Die  trabanten  mit  dem  hantpogen 
Kamen  vor  dem  kaiser  her-zogen 
Znfor,  and  wo  er  reittet  hin, 
20  Das  sie  mit  gschos  verwaren  in. 

6.   Der  Cristen  kind  werden  kriegskneoht. 

Der  Cristen  kinder  streitpar  kriegsknecbt, 
Die  pewachen  den  kaiser  recht 
Pey  nacht  mit  ir  geschüecz  zw-mal, 
S6  Seint  14  dawsent  an  der  zal. 

7«   Hfieter  des  kaisers  sal. 

Diese  hüeten  mit  irer  macht 
Des  kaisers  pallast  pey  der  nacht, 
Das  den  kaiser  dreff  kein  nnfal, 
80  Der  sind  400  an  der  zal. 

-^1«  387]  8.   Die  kneoht  etlicher  grosen  herren. 

Wen  sie  ansreitten  füer  das  thor, 
So  lauffen  in  ir  knechte  for 

14   8    TOD. 


492 

Zw  ainem  pomb  und  groeem  pracbt, 
Sam  halteiiB  in  schtiecz  ir  macht. 

9<    Jftngli^g,  80  der  Oristen  ttinder  krigen  leren. 

CriBten-kiniler,  so  g^en  liolf  knraen, 
6   Werden  zw  lerDen  angenumen 
Zw  kriegen,  kempffen  und  zw  fechten 
Alle  ordnnng  zw  krieges-rechten. 

10*    ü&new  Terwegne  kdegskneclit* 

Oancz  verwegene  krieges-knecht 
10   Die  wagen  im  krieg  nach  der  pent, 
Seczen  in  gefar  leib  und  ael, 
Fürchten  weder  got.  noch  die  lieL 

11*    ünferaagt  trewt  kriegskneoht. 

Die  wagen  paide  leib  und  leben» 
16   Ftier  ir  herren  auf  flaiBch-penek  geben 
Und  frewen  sich  fuer  sie  zw  sterben, 
Nur  Ire  wen  danck  pey  in  erwerben. 

IS*    Die  pÜQchienmaiiter. 

Die  püechsenmaister  der-geleich 
ao  Fint  man  nit  im  römischen  reich; 
Die  wagent  mit  der  schwarzen  knnst, 
Aach  mit  ander  kunst  kuraen  sunst, 

13*    Erigfllewt,  8w  kriegen  aaf  dem  mer, 

Rriegfllewt,  zw  streiten  auf  dem  mer, 
16   Mit  hantgsch  irren  und  anders  ser, 
Künuen  wol  frost  und  hunger  tragen, 
Pis  das  sie  Ire  feinde  schlagen. 

H,  km  Persier» 

Ain  Fersier  in  dem  gewand 
30  Aas  Persia^  dem  verherten  land, 
Das  der  gros  kilnig  Alexander 
Mit  krieg  verderbet  allesander, 

16.    Die  Btalknecht. 

Das  ist  ain  diirckisclier  stalknecht» 
[bl.  387']  u   Der  wart  der  rawsig  geul  recht 


493 

Mit  fateni,  strigeln  und  strew, 

Mit  andern  knechten,  mit  habern  and  hew. 

16.   Ain  mor  ans  Arabia. 

Ein  mor  ans  Arabia 
6  In  seiner  klaidnng  contrafack  da, 
Wie  die  am  leib  sint  schwarz-ms. 
Doch  gar  sinreicher  verstentnus. 

17.  Also  fftrt  man  die  prewt  haim. 

So  fürt  aim  grosen  herm  sein  prawt 
10  Unter  dem  himel  4  man  vertrawt, 
Anf  ainem  ros  verdeckt,  gezirt 
Mit  groser  er,  mm,  pracht  und  wirt. 

18.   Die  sehlechten  weiber. 

So  eint  schlecht  frawen  zwgericht, 
16  Verdeckt  mit  irem  angesicht. 

Wen  sie  deglich  gen  marck  get  ans 
Zw  kanffen,  was  gehört  ins  haas. 

19.   Die  reichen  weiber. 

So  siezen  geschmückt  uber-ans 
so  Die  reichen  weiber  in  dem  haus 
An  der  erden  auf  seiden  decken. 
In  köstlichen  würzen,  wolschmecken. 

20.   Die  firawen  auf  carmanen. 

Die  frawen  auf  carmanen  frey 
25   Gen  so  geschmückt  in  der  Türckey 
Mit  weis-  und  herlichen  gepent, 
Darpey  man  sie  ans  allen  kent. 

21.    Der  Cristen  weiber. 

Die  Cristen-weiber  der  stat  Pera, 
so   Wen  die  sind  verhairat  alda 
Elich  in  der  Thüerckey  zw-lecz, 
Deckens  ir  har  mit  ainem  necz. 

♦ 

32  7  bar.     8  boDt. 


495 


bsprnech  der  cristlichen  confession   zw   Augs- 
parg)  peschlossen  im  1530  jar. 

m  eristliolieB  glauben  erolert  Leonhart  Deffner  t.  Wieaenpnrg. 

389]       Lobsprach  der  schon  confession 
6   Ewangelischer  warheit  fron 

On  Garolnm,  den  kaiser  wert. 

Nach  dem  er  zw  Angspnrg  pegert 

Hat,  als  man  zelet  dreissig  jar 

An  sieben  fäersten  lauter  klar 
10  Reichlich  nnd  anch  an  zwo  reich-stet, 

Treflich,  so  ein  Versammlung  het. 

Da  diese  raln  nnd  cristlich  1er 

Erlich  wart  bschlossen  got  zw  eer. 

Falsch  menschen-ler  verworifn  darneben, 
15  Nit  cristlich  sey,  darnach  zw  leben. 

Ehr,  lob  sey  gottes  mayestat, 

Rain  uns  sein  wort  hergeben  hat. 

Und  das  es  fruchparlich  auf-wachs, 

Wünschet  nns  der  Schreiber  Johann  Sachs. 

so         Anno  salntis  157B,    am  19  tag  Marci. 

Seins  alters  im  78  jar  volent. 

Die  anfangsbnchstaben  nacheinander  bilden  den  namen 

Leonhart   Defnerv.  W. 

« 

^      Im  twAlften  spraohboobe,  bl.  388'  bii   389. 


^ 

^^^H      ^^^             ^^1 

])M 

new  fenlein  deutscher  lanczknecht. 

1.    Der  hftaptman  spriolit:              ^^^B 

leb  pin  ein  liauptmao  anserwelt,                 ^^^H 

Foii  dem  römischen  reich  pestelt                  ^^^H 

h 

über  dis  fenleiti  deutscher  knecht,               ^^^^ 

Haben  gekret  krieges-recht                         ^^^H 

In  Franckreicb  md  in  welschem  land,       ^^H 

Patde  mit  herczen  und  mit  band.                ^^^| 

Die  wil  ich  wider  den  Däit^ken  fiieren,       ^^^| 

10 

Der  sein  morderey  lest  dürckisch  spneren,  ^^^ 

2.    D«r  &iii  tr&bant: 

Ja,  herr  banbtman,  die  lanczknecbt  haben 

Wir  gscbriebn  in  Payern,  Franken  xmd  Scbwabeo 

In  Düer^en,  Sachsen  und  Rainstram, 

'                                                  16 

Pie  ich  das  fenlein  knecht  pekam: 

Da  macht  ich  manche  werckstat  ler» 

^^^^H 

Der  hercz  zw  kriegen  het  peger, 

^^^^^^1 

Da  samlet  wir  das  fenlein  gleieb, 

^B 

Die  doch  nit  werden  alle  reich. 

^r  - 

8.    Ble  p&echaeii  sprecheii: 

r^ 

Der  hunger  und  die  dewrong  bat 

^K            [bl  889' 1 

unser  vil  triebn  ans  der  werkstat, 

■ 

Weil  nnser  bantwerk  ser  nanien  ab, 

^B                                1               KW 

ml^eti  gpruobbuche,   bJ.   SSU   bii  390.      Vtrgl.   Ueinnob   Kib  i 

^H              Di«  dkhtuDgen  d»   Uüd»  Saobi  «ar  gMobieht«  cl«r  tUdt   Wien.     Wbo   t8| 

^H               «7  f      ß«büD 

im    driiieD    (Terloreii«n)    «pruobbaohe ,    bl.  98,    h«Uu    Hadi 

^^M               anUr  d«tti   aUgemerntti]   tH«»l  (ifiinaDj^t  Allerlmj   kortii  sprach    »Cm  f«uleiu  knj 

^^H               in    1411  vertun 

auf|(;eaäbrit^bfl[i.     Den    lltel    TdriRli    «r    in   t«{B«m    gtttftntr« 

1  '"" 

«n,   dft»  bos&gt^  di«  forst  wEr«n  vor  «od«   IMK  g tdmalct  g*^ 

1 

497 

Der-halb  sich  der  grost  dail  pegab 
Aus  f&rwicz  in  den  krieg,  dameben 
In  ein  geferlich,  elent  leben, 
Darin  ist  weder  rw  noch  rast 

6  und  macht  manchen  onwerden  gast. 
Doch  mnes  ich  icz  zw  diser  zeit 
Helffen  schüeczen  die  Cristenheit 
Vor  dem  Dürcken  nnd  andern  tbirannen, 
Die  anfwerffen  ir  gotloß  fannen 

10  Wider  all  recht  nnd  pillikeit, 
Da  soll  die  cristlich  öbrikeit 
Gepranchen  ire  nnterthon 
Zw  hilff  nnd  schnecz,  zw  widerston. 

4.  Die  spilewt: 

16  Frisch  anf,  ir  lanczknecht  all  geleich, 
Frewt  euch,  wir  wöln  all  werden  reich. 
Got  wird  nns  geben  hall  nnd  gläeck, 
Zw  dempflta  der  argen  feinde  düeck. 
Die  nnschneldiges  plnet  vergiessen, 

M  Werden  sieg  nnd  geläeck  verliessen 
Und  das  pezallen  mit  der  heut 
Als  verwegen,  gotlose  lewt. 

5.  Der  fendrioh: 

Seit  nnferzagt,  ir  frume  lanczknecht, 
S6  Unsers  kriegs  bahn  wir  fueg  nnd  recht, 
Zw  schüeczen  den  gemeinen  man. 
Der  lieber  fried  und  rw  wolt  han, 
Mit  erbeit  neren  weib  und  kind, 
Die  herczlich  got  anru£fen  sind, 
so  Das  got  getrewlich  pey  wol  sten, 
Das  der  feind  mus  zw  drüemer  gen. 

6.   Die  doppeMldner: 

Ir  doppel-söldner  mit  helle nparten, 
Dnt  der  fannen  unferzagt  warten, 
SA  Darmit  wir  wollen  eer  einlegen. 
Dem  feind  riterlich  sten  entgegen. 


It  8  T«ri«00ts.  30  8  schaeox.         31   8  düermer.         32  8  sölner. 

^8Mka.   xxin.  82 


498 

Darmit  erlangen  eer  und  guet, 
Als  noch  manch  trewer  krigsman  duet. 
Der  pey-stet  cristlicher  obrikeit. 
Die  im  erllche  pesoldung  geit. 

7*  Die  g^emaineii  kneolit: 

Ja  frölich  woll  wir  greuffen  on 
Den  feind,  dreffen,  nit  abelon, 
[bL  390J        Piß  wir  erlegen  sein  hochmnet, 
Das  er  pezal  nnachuldig  pluet, 
itt  Das  er  wider  recht  vergoasen  hat. 
Anf  got  all  unser  lioffriutig  stat, 
Der  Wirt  uns  fried  und  nie  geben, 
Das  wir  cristlichen  miiegen  leben. 

8.   Bar  huerenwaybel  mit  dem  troß: 

iR   Ziecht  fort  und  raambt  uns  straa  und  weg; 
Wan  der  dros  ist  möed,  faul  und  treg, 
Der  hernach-zewcbt  mit  grosser  pent, 
Darmit  er  raubt  die  pauers-lent 
Von  hünern,  gensen^  kw  und  ros, 

30  Darmit  sich  nert  der  krieges-dros, 
Darmit  die  panren  den  pürger8-mon 
Gar  diickisch  ubertumen  hon 
Mit  koren,  dinckl,  rtieben  und  krawt 
Und  was  sie  habn  7,w  feld  gepawt, 

u  Das  in  im  krig  wirt  gnnrnen  lün, 
Wie  eis  her-kanj,  so  get  es  liin. 
L^erbalb  pesser  fried  and  sig. 
Den  pluetfergiessen  oder  krieg. 
Den  geh  uns  gf>t,  das  frid  erwachs 

so   Hie  und  doit  ewig,  wüuBcbt  Hans 

Anno  iaIuÜH  1578,  aui  15  tag  May,  miuB  alters  im^^S 


7  a  feiD.         R  Bl.  ^00    iit    die    ioiintsAita    tiei  rttekdeokett    tom 
tfiTiicIiibuebfl.  10    8    widoreeht.  33   T  dlniill,      8  rahroibt  ang«(ltk 

36  ?   Wie.     g  Die.     7  hin.     8   win*  31    8  Im  in». 


499 


Anhang. 

Äichnß,  ein  gott  aller  trincker.    Epicnrns,  mein 
bester  freandt. 

BachiiB,  den  wein-gott,  man  mich  nent, 

War  bey  den  Griechen  wol  erkent, 
ft  Da  ich  von  erst  erfand  den  wein; 

Ander  nation  heilen  kein. 

Da  lehret  ich  sieden  meht  und  hier, 

Damit  man  anch  mag  dienen  mir. 

Merck,  welcher  wil  mein  diener  sein, 
10  Der  rieht  sich  nach  der  lehre  mein 

Und  verzeyt  sich  gleich  alsbald 

Aller  reichtumb,  ehr  und  gewalt, 

Aller  tugent  and  erbarkeit, 

Aller  zucht,  frorobkeit  und  weißheit, 
16  Aller  erfahrnng,  lehr  nnd  kunst, 

Anch  aller  warheit,  trew  and  ganst, 

Aller  hoffart  and  geytzigkeit, 

Sondern  sol  gehen  in  schlechtem  kleid, 

Betreaft  mit  meht,  hier  and  wein. 
20  Dasselb  ist  die  hoffart  mein. 

Keines  haaßrats  er  achten  soll, 

Wein  and  hier  in  den  kriegen  holl, 

Das  holtz  nach  dem  pfenwert  einkaaf, 

Urab  schmaltz,  zims  zam  pfragner  lauf, 
26   Brod,  fleisch  vom  beckn,  fleischhackr  borg. 

Die  lent  zu  zalen  hab  keinn  sorg. 


1  Im  enten  spraebbuohe,  bl.  360,  sUnd  als  lotstes  stUok  eingesobriobon 
'^^^tiieb  sprneob :  Baoboa  ein  got  der  drinoker«  ,  im  drucke  war  es  vor  1 546 
^^«In  enebioneD.  Die  obigen  verse  gebe  ich  nacb  dem  grol^folioblatte  des 
^^aer  knpferttiobkabinetts ,  dessen  absohrift  ich  Job.  Bolies  gute  Terdanke. 
^^  Ubliograpbie  im  nftobsien   bände.      14  E  Znebt.     21   B  ebr.     25  K  fleiob. 

32  ♦ 


500 


Nimbs  tbewr  genug  aaff  borg  und  zUl, 
Wer  nur  beitten  und  borgen  will 
All  ding,  die  in  sejn  handel  gehören. 
Mit  nichten  »ol  er  arbeitten  gern, 

b  Smm  amptB  oder  Beins  bandela  wartten, 
Sondern  nmbschlieffen  in  meini  gartten. 
Seiner  frawen  kleider,  bet  außtrag 
Oder  Bonst  gelt  gewin,  wie  er  mag, 
Äuff  das  er  mir  dien  zu  aller  frist. 

10   In  dem  weiubanß  mein  tem|>e]  ist, 
Da  singt  er  vesper  und  completen, 
Biß  uinb  miternacbt  die  linsler  metten 
Mit  saugen,  fressen,  prassen,  scbleniinen, 
Ziitrincken,  halb  und  gantze  nehtuen, 

iii    Und  wen  er  zu  nachtes  wil  beim  gann. 
So  opffern  wir  ein  vollen  mann 
Und  torckelu  heim  on  rock  nnd  kapen 
Nach  miternacbt,  wen  die  eulen  schnappen, 
Und  ob  er  feit,  sudelt  sich  im  koht^ 

90  Der  krich  nur  heim,  es  hat  kein  not. 
Dnd  ob  schwach  sind  sein  glieder. 
So  lege  er  sich  in  k leidern  nieder. 
Ob  er  das  hanß  nit  linden  müst, 
Mag  er  woll  ligen  anif  dem  miat. 

26  Dasselb  ist  mein  paradeyB, 
Darinnen  ich  mein  dien  er  weiß. 
Wen  er  ausscblelft,  sol  er  dan  ghan, 
Wtder  zu  irincken  fahenn  an. 
[2  ßp.]  Dann  sitzt  er  wie  ein  gstochen  kalb, 

90   Hat  sein  sin  weder  gantz  noch  halb. 
Treibt  er  das  all  tag  für  und  für, 
So  ists  ein  rechter  diener  mir. 
Dem  lohne  ich  nach  seinen  wercken: 
Von  erst  gib  ich  im,  solt  ihr  mercken, 

u   Ein  leren  beutel,  vollen  kropff, 
Ein  sclmtlechten,  tollen  kuptl; 
Sehr  groben  dn  und  tolles  bira, 
Da  alle  fanlasey  regiern, 
Kurtz  gedechtnns  gib  ich  im  tVej» 


24 


8   E  ir. 
K  ,  iPt. 


15    IC   wit 
28  E  Wldir. 


2 1    K    Mhaeb. 
V,  gdeebtniif. 


23   Y   Gtidflo]    I 


501 


Als  fem  man  wir^  mit  einer  sew; 
Sein  yerBunfft  geht  auf  steltzen  wallen, 
Sein  zang  thnt  stolpern  nnde  lallen, 
Begier  gib  ich  ihm  zn  nokeusch, 
Znm  zoren,  hader  and  gereisch, 
Lose  gesellschafft  ich  im  gib« 
Zn  weih  nnd  kind  kein  trew  noch  lieb, 
Änch  gib  ich  im  närrisch  geh  er, 
Das  er  ein  Bpot  wird  der  kinder, 
Gib  im  anch  so  ein  schön  gestalt, 
Gleich  wie  man  den  EBopiim  malt, 
Ein  bleiche  färb,  alg  sey  er  kranck, 
Ein  seh wanck enden,  Ungewissen  gang, 
Damit  er  macht  ein  kreiß  und  werbel, 
Als  ob  er  gehe  anff  beltzen  ermein ; 
Anch  gib  ich  im  zitrendt  hend. 
Kalte  ilüß  in  dem  rnck  nnd  lend, 
Ein  bösen,  nndäwigen  magen^ 
Der  allezeit  den  dnrst  thut  klagen. 
Der  eich  auch  nimmer  recht  erwermb, 
Ein  nngeachickte&  ingederm, 
Darvon  mein  diener  aufferstat, 
Das  er  stehts  aoBzuwerifen  hat; 
Gib  im  auch  ein  etiiickenden  athem^ 
Ala  ob  man  krebs  im  mund  bet  gsoten; 
Auch  gib  ich  ira  saussende  obren, 
Damit  er  nit  leiÜ  mag  hören, 
Auch  tun  ekel- rot-,  rinnende  äugen, 
Die  in  das  alter  gar  nit  taugen, 
Gib  im  Schwachheit  seiner  krafft, 
Verachwindnng  seines  marckes-safft, 
Ein  ströes  beth^  ein  ödes  hauß, 
Darauß  mach  ich  ein  heilig  klauß, 
Dahin  wallen  die  schuldiger, 
Das  er  secb  einen  wolff  ab  mehr; 
Des  wirt  er  sich  mit  seh  wert  und  hamnier. 
Wann  er  dann  steht  in  solchem  jammer 
und  alda  recht  bedencket  sich, 
ist  die  katz  das  beste  yiech. 


2t    E   VDgei«hicktn. 


7    T  utid]   E  nä  i:i    b: 


502 


Er»t  gib  icli  im  den  bettelstab, 
Den  ich  anflf  in  behalten  hab. 
Dann  geht  er  arm,  trostloß  nnd  kalter. 
Erst  geh  ich  im  ein  kranckes  alter, 
[3  sp.]       6   In  sein  flisse  und  bein  die  flösBe, 
Damit  bezal  ich  im  die  gtisse, 
Gib  im  eDtlich  ein  kurtzes  leben: 
Die  gab  thn  icb  den  trinckern  geben. 
Wer  dem  weinhauß  zu  erbar  wer, 

10   Derselbig  trinck  dabei lu  de^to  mehr« 
8o  ers  daheimen  thit  gewonen, 
Wü  icli  im  gleich  mit  dem  belohnen, 
Damit  ich  mich  danckbar  beweiÜ 
All  denen,  die  mir  dieoen  mit  fleiß, 

16   Doch  eioem  mehr,  dem  andern  minder. 
Eins  theils  erbt  erst  anff  ire  kinder, 
Wiewol  die  schrifft  warnet:  WarMch, 
Wer  wein  lieb  hat,  der  wird  nit  reich; 
Anch  warnet  Christtis,  der  herr,  mit: 

sü   Mit  e&ßen,  trincken  beschwert  ench  nit, 
Das  anlf  ench  komb  der  tag  nit  eins. 
Fanlas  spricht:  San^t  eneh  nit  toI  weins; 
Davon  wird  ein  nnordenlicb  leben. 
Auch  sonst  vil  straff  der  schrifft  daneben. 

36  Der  gl  eich  der  turckisch  Machomet, 
Manch  weiß  philosophns  und  poeth 
Verheben  mir  mein  lohn  und  gab, 
Die  ich  in  knrtz  erzelet  hab, 
Und  legen  mir  znm  ergsten  an6, 

IC   Als  sey  mein  dienst  ein  todten-haüs, 
Und  wollen  mir  mit  solchen  sachen 
Mein  diener  mir  abfellig  machen. 
Dergleichen  andern  anch  wehren, 
Das  sich  die  anch  nit  zu  mir  keren. 

36   Ir  mühe  nnd  arbeit  ist  umb-äonet; 
Ich  find  gnad,  dienst,  lieb  und  gnnet 
In  nidern  nnd  hohen  stenden, 
In  allen  provintzen  und  landen, 
Bey  keyser,  könig,  grafen,  fürsten, 

40   Der  anch  nach  meinem  dinst  vil  dürsten, 

2   K    D«Dn. 


508 

Bitter,  edel,  burger  und  kaoflent 
Reiten  dapffer  gehn  hof  noch  hent, 
Die  weiber  und  der  handwercksman, 
Lantzknecht  und  bawren  mich  nit  lan: 

6  Sie  dienen  mir  tag  nnd  nacht, 
Dae  mein  gottes-dinBt  wirt  verbracht 
In  allen  stächen  vorgemelt. 
Man  rfimbt  mich  in  aller  weit, 
Und  welcher  mir  wol  dienen  kan, 

10  Den  helt  man  för  ein  dapffem  man, 
Wiewol  ir  viel  schentiich  nmbkommen. 
Der  hencker  hat  mir  viel  genommen, 
Dnrch  mein  dinst  wart  die  sünd  vermehrt 
Zn  Sodoma,  nnd  Gomorra  wart  verkert, 

16  Da  Israel  mir  dienet  frey. 
Da  ftels  erst  in  abgötterey; 
Da  Benedab  meines  diensts  pflag, 
Mit  32.  königen  ehrlag; 
^P-]  Fansti  die  wart  gschlossen  anß, 

io  Da  Aswems  mir  dienet  zn  hanß. 
In  meinem  dienst  die  fraw  Jadith 
Holofeme  sein  hanbt  abschnidt, 
Anch  ward  geköpfft  der  taaffer  zart, 
Da  Herodes  mein  diener  ward; 

36  Reiser  Clodins  dienet  mir  eben, 
In  meinem  dienst  ward  im  vergeben; 
Vitelii  wolts  auch  nit  glücken, 
In  meim  dienst  hieb  man  in  zn  stücken. 
Obs  schon  etlichen  mißling, 

so  ledoch  ich  viel  zawegen  bring, 
Hab  ir  vor  jaren  auch  gefunden, 
ledoch  noch  mehr  zn  disen  stunden. 
Vor  zeitten  wars  bey  den  beiden  scband, 
letzt  ists  ein  ehr  in  Cbristen-land, 

36  Das  mans  wenig  strafft  und  wert, 
letzt  wird  mein  gottes-dienst  gemehrt. 
Vor  zelten  bet  ich  Noe,  den  alten, 
Mocht  aber  in  nit  lang  behalten ; 
Den  frommen  Lot  ich  auch  begrieff, 

40  Da  er  sein  töchter  beid  beschlieff. 

* 

^9  B  nohr.  16  ?  «rat.     E  er. 


504 


ao 


Gott  verbot  den  wain  den  lenten, 
Da  bab  icb  groß  abbrucb  erlitten; 
Docb  ist  inirB  wider  slat  ala-sandt^ 
Seind  mir  letzt  dient  der  gemtlicb  stand: 

Bapst,  biscboff,  cardinal»  tbumberrn, 

Pfaffen,  münch,  thut  micb  als  ehren 

Gar  fleiasiglich  als  iren  gott, 

Leiden  in  meim  dienst  angst  und  not. 

Solclie  märterer  bab  icb  obn  zal 

In  allen  stenden  nberal, 

Auf  das  sie  nnr  meine  diener  bleiben  ! 

Dieselbi^en  tbu  icb  allein  schreiben 

In  mein  register,  jung  nnd  alt, 

Auf  das  sie  faren  also- bald t 

Nach  irem  todt  anß  diesem  leyden 

Zu  mir  in  mein  inbrünstige  frenden^ 

Gebn  trawrens  zum  eawren  bier, 

Da  ich  lang  bab  gewartet  ir. 

Da  sitzen  wir  in  nobis-batiß, 

Und  ist  dem  scbimpff  der  boden  auß: 

Da  müssen  wir  trincken  scbwefel-bech. 

So  zain  wir  mit  der  hant  die  zech. 

Welcher  gern  bey  nns  wolt  sein, 

Der  trinck  sich  stets  vol  hier  und  wein 

und  lig  im  kot,  gleich  als  ein  scbwein, 

So  kompt  er  bald  zu  uns  berein. 


1627 


3ft   E  rr.        27    Kein«  dar  Bpmöhfodbbto   de«  ernten  «pniehbaobet  i«l 
1^37   gediobtei.       Aueb   dm    obtge  soheinc  ooob    io    diesem  jftbre  entttMitlen 
«ein.     Georg  Lang,  der  formBehüelder,  hat  e«,   wie   mir  vorkotantf  elwtu  wUlli 
lieb   verOffenHiflbt,       Detbnlb  b&be    lob    es  in  cIqh  «nbntig  gefteUi. 


505 


Ein  nenwer  sprneh,  wie  die  geystlicheit  und 
etlich  haadtwereker  ober  den  Lather  clagen. 

Der  gdtzig  clagt  aaß  falschem  mat, 
Seit  im  abget  an  eer  und  gut, 
6  Er  zürnet,  dobet  unde  wüt, 
In  dürstet  nach  des  grechten  plüt. 

Die  warheit  ist  got  und  sein  wort, 
Das  pleibt  ewiglich  onzerstort. 
Wie  ser  der  gotloß  aach  mmort, 
10  Gott  bschützt  sein  diener  hie  und  dort. 

Der  grecht  sagt  die  gotlich  warheit: 
Wie  hart  man  in  vervolgt,  verleit, 
Hofft  er  in  got  doch  alle  zeit, 
Pleibt  bstendig  in  der  grechtigkeit. 

16  Die  olag  der  gotlossen: 

Hör  unser  clag,  du  strenger  richter, 

Und  sey  unser  zwitracht  ein  schlichter, 

Eh  wir  die  hent  selb  legen  an 

Martin  Luther,  den  schedlich  man. 
so  Der  hatt  gescliriben  und  gelert 

Und  schir  das  gantz  teütsch  land  verkert 

Mit  schmehen,  lestern,  nach  und  weit. 

Die  ervardige  gaistlichait 

Von  iren  pfründen,  rent  und  zinst; 
26  Und  verwürfft  auch  iren  gotzdinst; 

1   Einieldmok  b«i  Bmil  Weller,    Hans-Saohs-bibliograpbie  nr.  193.     Vergl. 
X]5  bii  120.     Faoiimil«  bei  Ernst  MammeDhoff,   Hani  Saebs.     Zum  400jlihrigen 
^^«rt^nbilttam  des  diobters.     Nürnberg   1894.  s.  32. 


506 

Der  vätter  gepot  und  anfifeetz 

Hayßt  er  iinütz  \md  luenschen-gschwetz, 

Hell  niclitB  von  apiaß  und  fegfewr. 

Die  meß  kumm  auch  kainr  sei  zu  stewr; 

6  AU  kirchen-pew,  -zir  und  -gegchintick 
Veracbt  er  gar,  er  ist  nit  duck. 
Des  clagen  die  prelaten  ser, 
Pfaffen,  raünch,  stationirer, 
Glockengiesser  und  orgatiisten, 

10   Goltschlager  und  ülu ministen, 

Handtmaler,  goltsciimit  UTid  bildschnitzer, 
Ratschmit,  glaßmaler,  sey^enfitzer, 
Stainmetzeii,  zimmerleüt,  scbrelner, 
Paternoster- ,  kerzen-macber, 

le  Die  permenter,  singet  tind  scbreyber, 
Fischer,  zopffnun  und  pf äffen- weyber  — 
Den  allen  igt  Lather  ein  bscliwert. 
Von  dir  wirt  ein  nrteil  begert, 
Sunst  werdt  wir  weiter  appelliern 

20  Und  dem  Lullier  die  prend  recht  schlrn, 
MaB  prinnen  oder  revocirn, 

Antwort  B.  Martmi: 

0  da  erkennet  aller  hertzen, 

Hör  mein  antwort,  des  ist  kein  scbertzen, 

siv   Die  scbreyen  fast,  ich  tbiin  mich  irren, 
Und  wollen  doch  nit  disputiru, 
Sonder  mich  mit  wortert  schrecken; 
In  tbut  we,  das  ich  tbn  anff-deckn 
Ir  grossen  geytz  und  simoney, 

90  Ir  falsch  gotzdinat  und  gleissnerey, 
Ir  bannen,  anffsetz  und  gepot 
Vor  aller  weit  zu  schand  und  spott 
Mit  deinem  wort,  das  ich  denn  1er, 
Nnn  in  abgeet  an  gut  nnd  eer, 

3»  So  künden  ey  dein  wort  nit  leiden, 
Dunt  mich  schelten,  hassen  nnd  neiden. 
Wenn  ich  bett  gschriben  nnd  gelert, 
Das  sich  ir  reichtnmb  bet  gemert, 


23   Vor  dieflor  lello  stobt:   Aeluam   I. 


36   E  srriD. 


607 

So  wer  kein  bessrer  auff-ge8tandn 
In  langer  zeit  in  tentsehen  landn. 
Dis  ist  anch  die  arsach,  ich  sag, 
Das  gegen  mir  anch  Stent  in  clag 

5  Der  hantwercks-leat  ein  grosse  zal, 
Den  anch  abgeet  in  disem  yal, 
Seyt  diß  apgOtterey  ent  nimpt. 
Also  seynd  nber  mich  ergrimt 
Von  erst  des  Baals-tempel  knecht, 

10  Den  ir  jarmarck  thnt  nimmer  recht, 
Und  Demetrins,  der  werckman, 
Dem  sein  handtwerck  zn-mck  wil  gan, 
Her,  durch  dein  wort,  das  ich  thu  schreibn. 
Ir  dröen  soll  mich  nitt  abtreibn; 

16  Bey  deinem  nrteil  will  ich  pleiben. 

Das  nrteU  Christi: 

Das  mein  gericht  das  ist  gerecht: 

Nnn  merck,  vermaints  gaistlichs  geschlecht, 

Was  ich  ench  selb  bevolhen  han, 

so  Das  ir  in  die  gantz  weit  solt  gan. 
Predigen  aller  creatnr 
Das  evangeli  rain  und  pnr. 
Dasselbig  hant  ir  gar  veracht 
Und  vil  nenwer  gotzdinst  anff-pracht, 

26  Der  ich  doch  kein  geheissen  hab, 
Und  verkanfTt  sie  umb  gelt  und  gab 
Mit  vigil,  jartäg  und  seimessen; 
Den  Witwen  ir  die  hewser  fressen 
Und  verspert  auch  das  himelreich. 

so  Ir  seyt  den  doten-grebem  gleich 

Und  Schlacht  zu  dot  auch  mein  propheten, 
Der-gleich  die  pbariseer  thetten. 
Also  verfolgt  ir  die  warhait. 
Die  euch  teglichen  wirt  geseit. 

36  Und  so  ir  euch  nit  pessern  wert, 
Ir  umkummen.     Darumb  so  kert 


Vor  9    lieht:    3   Regum   18.  Vor  11    steht:     Actuum   16.  Vor  17 

»bt:    Joftoois  6.  18  E  gesleebo.         Vor  21   steht:  Mar.  oltio.         Vor  24 

»lit:  Mathei  Ib.         Vor  27  steht:  Math.  23.         Vor  35  steht:  Lue«  13. 


508 

Von  enwerm  fafschen  widerstreit! 
Dergleichen  ir  handtwerck-leyt, 
Die  ir  mein  wort  veracht  mit  drutz 
Von  wegen  ewerß  aygen-nntz, 
6  Und  hört  doch  in  den  werten  mein, 
Das  ir  nit  seit  sorgfeltig  sein 
Umb  zeitlich  gut,  geleich  den  haydn. 
Sonder  sacht  das  reich  gots  mit  freadn! 
Das  zeitlich  wirt  euch  wol  znfalln, 
10  Snnst  wert  ir  in  der  hellen  qaalln. 
Das  ist  mein  urteil  zu  euch  alln. 
Hans  Sachs,  schnster. 

4> 

Vor  6  steht:    Mathei  6.  12  H.  Sachs  hat   lieh    ni«  aohuator 

sondern  immer  schabmaober.     Bs  ist,  als  wenn  der  erste  aosdniok  mioderwerti 
gewesen    wäre;    sieh    band    22,  s.  7,  a.   IS  and  Sl,    aber    auoh    Bmil    Wellsr» 
UanS'Saobs-bibliograpbie,  nr.  27  a. 

In  den  bandschriften  des  dicbters    ist    dieser  ipmoh  nicht  naohwoisiMU'. 


Von^ed, 


»m  edleii  oßad  ehrnveaten  herrea  Christoffen  Weytmoser 
^Q  WiDCkel,  Kö:  Kü:  Hay:  Uath,  bergkberrea  in  der  Ua« 
iteia  auud  Itawris  a*  s.  w.»  oiejueni  groigüaBtigea,  g^bie- 
^  leodtiDt  lieben  herrn  nnnd  patronen« 

I  Edler,  ebmvesterf  grotS^imstiger ,  gebietender,  lieber  herr, 
»wer  veat  and  henrligkeit  sein  gotea  gnad  und  bannbertzigkeit  in 
^hrimU},  dem  herrn,  onsern]  eynigeo  mitler,  beneben  meinen  indter* 
lienigen  diensten,  sonders  fleiü  mit  aller  ebrerbiettmg  aizeit  bevor. 
Sa  ist  von  den  bayden  ein  sehr  alt  lierkbommen  unnd  aacb  bißber 
ley  den  nnsern  der  braocb  gewesen  und  blieben,  inn  ein  yedeg 
V«rck  oder  bucb  ein  vorrede  zuetellen,  dardnrcli  derselbige  dem 
tir  commendiert  unnd  ihm  zu  mebrem  verstandt  ejn  weg  unnd 
gemacbtf  auch  eyti  patron^  dem  es  zu  grossen  ebren  nnnd 
ÄWgem  gedecbtnuÜ  zu-gescbrieben ,  erwelet,  darinn  der  anthor 
l^elobt  unnd  vor  den  angütigen ,  bösen  leutben  gebandbabt  unnd 
Lefendiert  wurde.  Derwegen  es  inn  diesem  werck  nicbt  alieyn 
^TeacJjUch,  sonnder  aucb  notwendig  geacbt  werden  sol,  inn  welcbem 
Lurcb-auiS  inn  allen  bistorien,  weldtlicben  unnd  gaystlicben,  «cbfliie 
«agedien,  comedien  unnd  andere  lustige  spiel,  gesprecli»  lobgedicbt, 
cJagreden,  fabel,  scbwenck  unnd  renck  veH'ast  aeyn  unnd  mit  der 
Prarbeyt  befanden  werden ,  wie  dann  inn  dem  tittel  dieses  bncbs 
clrtslicb  endtworifen  unnd  gelesen  wirdt,  darinnen  gerecbtigkeyt, 
th,  lebr,  liebe,  forcht,  erbarkeyt,  ehre-erbiettnng,  gottes-forcbt, 
Andacht,  dapfferkeyt,  kunst,  weißheyt,  fleiß,  biiligkeyt,  scbew,  aynig- 
^Jt,  gemainscbafft,  glauben»  warbeyt,  miltigkeyt,  geduldt,  zncbt, 
icbam,  derant  unnd  alle  tügend  gebandelt  unnd  der  menschen  wesen 
Und  Wandel  gelehret  werden^  die  dem  gemeynen   manne  nnud  dem 

• 

1   ADflktt    einor  nftcbrode   itelle    iob.    tkn     deo    aobtul>    die  forrtd«   det  ver- 
ftM    miii    6rit«D  foliobaodQt    toi^   der    unaer«    gaiiio  iftomiluiig    hilt«  erdATnet 


510 


I 


vatterlaodt  teudtsclier  nacion  sehr  dienstlich  tiDnd  I5bellcb  WJR 
TD  igen,  seyntemal  solliche  gewaltige  geschichten  inn  unsere  sprach 
gebraclit  imiid  beschrieben,  welliche  sich  bey  den  aller- weyBesteo 
uralten  Orieclien  verloffen  iinnd  zn-getragen.  Darin d  warlich  ein 
grosse  weißheyt  und  experientz  stehet  und  verborgen  ist,  die  bißher 
nndter  allen  hayden  den  preyß  unnd  das  lob  der  knndt  unnd  ver- 
niinfft  erhalten,  inn  schrifften  unnd  grosse  büeher  (dieser  weldt 
auch  zu  nutz  nnnd  gut)  schön  verfasset  nnnd  begriffen  nnnd  die 
gantze  ey genschafft  menschlicher  nalur  sainbt  irer  art  endeckt  und 

10   an  tag  geben  haben. 

EHeweil  denn  inn  allen  sprachen  ,  wie  wir  yetzund  nicht  ahn 
grosse  Verwunderung,  gott  sey  loh  inn  ewigkeyt!  offeudtlicb  nberal 
h^ren,  sehen  unnd  lesen ,  die  grosse  gaben  der  weyßheit  aaß  anad 
vonn  den  genaden  gottes  ahn  das  liecbt  nnnd  tag  gebracht,  w5lleD 

V*  wir  mit  hertzliclxer  dancksagung  unnd  grosser  reverentz  solliche 
vonn  gott,  dem  tierrn,  ihm  za  lob  nnnd  nnns  zn  gedeyen  ahn-nehmen. 
Wiewöl  eyn  yedliclie  sprach  ihre  sonnderliche  gab  nnnd  genad  bat, 
welliche  ihr  wenig  wissen  unnd  verstehen  nnnd  darum h  nicht  sein 
müssen,  wie  mit  wennig  wortten  angezayget  soll  werden«  darumb 

20  auch  eyne  vor  die  annder  zu  halten  nnnd  zu  schätzen  ist.  Ah 
die  hebräische  undter  andern  die  erste  unnd  bayligiste,  inn  welcher 
gott  selbert  geredt,  derer  buchstaben  auch  bedeudtüch  aeyndt,  das 
sonst  inn  kheyner  anderen  ist.  Darumb  die  historien  vonn  der 
weldt  an  fang  her  klar  unnd  wol  beschriben ;  die  griechische,  welliche 

as   ettwas  weytleuJftiger  unnd  gewaltiger   ist,    darinnen   aller  künsten 
weyßheyt  unnd  aller  dingen  arth  unnd  eygenschafft  unnd  sonnder-  _ 
lieh  die  genadt  unnd  barnihertzigkeyt  gottes  inn  seynem  geliebten  | 
söhn,  unserem  herren,  sich  eröffnet  unnd  erkleret  haben  ;  die  latey- 
nische,  welliche  gott  nicht  ahne  lob  begäbet,  darinnen  viel  hayni- 

u  lieber  mysteria  begraben,  die  auch  zu  unsern  zeyten  nicht  geoffen- 
baret  unnd  noch  verborgen  liegen,    da    viel  ding  und  wunder  Ton 
der  zukunfft  des   grossen    gottes  versclilosseu   und  versigelt  seiad ; 
die  teudtsche,  der  got  der  allmechtig  nicht  vergessen,  darinn  blBher  ■ 
deutsch  unnd  (leudtHch  genugsam,  ja  hell  unnd  klar  (wie  der  lieben    " 

36  sonnen  scliein)  die  warheyt  gottes  wortts  geleuchtet  nnnd  sich  hat 
hören  unnd  sehen  lassen,  welches  ich  nicht  vor  das  geringste  wo  oder* 
zaychen  des  jüngsten  tages  halte  unnd  jndiciere. 

Welche  in  diesem  werck  deß  alten,  ehr  liebenden  mans  Hansen 
Sachsen    Btattlich  gehandelt   unnd   kunstreich  tractiert   wirdt,   jha 

40  als  vonn  eynem  tendtschen  poeten  reichlich  volfüret,  unnd  nrtheyle, 
die  warheyt  zu  sagen,  nicht  weniger  vonn  ihm  inn  seyner  matter- 


I 


Ml 


als  bey  den  Orieclien  vom  Hörnern  annd  bey  den  Lateynern 
Ver^ilio.  Wann  man  mich  fragen  würde  warninb  ,  unnd  wie 
es  ein  nngleicb  ding  were,  wolt  Ich  mit  dieser  andtwort  verfast 
seiD :  das  Homems  ein  Griecb ,  Verg^ilitis  ein  Latiner  ijeweseii  und 
A  ein  yedUcher  inn  seiner  angebornen  sprach  geredt ,  gelehrt  nnnd 
geschrieben,  nnnd  ist  auch  war,  das  von  nnseren  poeten  ,  als  vom 
EobaDO  Hesse,  Sabino,  Cardo,  Stygelio  unnd  anderen  mehr  zu  halten 
ist,  dann  von  dem  Ovidio,  TibulJo,  Propertio  nnnd  der-gleichen, 
dieweil   sie   inn  ihrer  mutter-Bprach  geschrieben ,   die  unseren  aber 

itt  mit  eyner  frerobden  unnd  gelehrten  ziingen,  daü  ein  deiii  mid 
arbeyt  erfordert  und  der  kaust  zugeaygnet  wirdt. 

Dnnd  ist  die  tendsche  ein  schwere  sprach,  wie  wir  sehen  unnd 
hören  vonn  frembden  nacionen,  wie  lecherlicli  sie  tendsch  reden^ 
und  auch  kheine   anö  den  zwen-unnd-sibentzigeti  der  griechischen 

ifi  nefaener  befreuiidt  noch  zn-gethaner,  dann  unRer  herrliche  teiidtsche 
sprach  unnd  gantz  nberÖiiasig  befanden,  wie  dann  dieser  teudt^cher 
poet  Hans  Sachs  inn  seynen  gedicbten  zu  verstehen  gibt,  unnd 
gantz  lieblich  nnnd  artig  ist,  der  nicht  allein  mit  seynen  reymen 
nnnd  versen  fieissig,  sonnder  wol  bedacht  unnd  lange  zeyt  mit  umb- 

«0  gangen  mit  diesem  werck ,  nemlich  zwey-und-viertzig  gantze  jar, 
das  er  offt  fleissig  überlesen,  corrigiert,  ahn  vielen  orten  gebessert 
annd  gemehret  hat  unnd  yetzund  endlich  publicieret,  wetchs  emb- 
sigkeit  ich  fast  vom  herren  Philippo  Melancthone  hab  ein-mal 
hören  loben ^  darzu  groß   unnd  wichtig  achten,   auch  von  anderen 

**  gelehrten  viel  mehr:  es  sein  auch  die  andern  reymen  im  mit  nicht 
20  vergleichen  oder  so  hoch  zu  achten, 

Dieweil  denn  dieses  treflich  werck  voller  warheit^  liebligkeyt 
Unnd  schöner  hiatorien  befunden ,  welche  holdselig  zu  lesen  und 
kurtzweylig  zuhören,  wie  ich  sie  von  hohen,  wichtigen  leutben  hab 
liören  rühmen  nnnd  fast  loben,  hab  ich  sie  durch  moiu  Unkosten 
trucken  lassen  unnd  mennigklichen  zu  gut  und  frommen  öffentlich 
publiciert,  unnd  nach-deni  mir  auch  der  aulhor  das  werck  über- 
geben,  hab  ich  endtlich  auß  rath  guter  herrn  unnd  freund  bey 
mir  endtschloöHen ,  solches  e.  h.  und  g,  zu  dediciern  und  zuzu- 
schreyben,  nach-dem  ich  weiß,  das  e,  h.  und  g.  wol  studiert,  ge- 
lerten  leutben  wolgewogen  und  in  historien  fast  belesen  sey,  das 
ich  e.  h.  V.  und  g.  unterthenig  übersende,  e.  h,  v.  und  g,  auff  das 
aller-höchst  und  embsigiBte  bittend,   wolle  mir  inn  dem  fall  nichts 

I 

^^m  22   Ubrti»eh  ijt  die  iLoUe   in  dar  b&jr.  biUlolhek,   band   IV,   r,   44   t.   6  f. 

:^H»iii  iodof n ;   dann  dM  lob  de«  Melaneblbon  baUe  deniniieb  Fl.  Saoha  wähl  «rrabreo. 


512 

verargen.  Gott,  der  almechtige,  ein  vatter  nnsers  herm  Jesu  Christi, 
wolle  ewer  herrliche  vest  annd  gnaden  gnedigklich  bey  gsnndheit 
erhalten  annd  selig  machen.     Amen. 
E.  h.  V.  und  g. 

gantz  undtertheniger 
Georgias  Willer. 


518 


Nachträge  nnd  berichtignngen. 

Zum  1  bände. 
434  VergL  J.  Bolte,  Tijdschr.  v.  Ned.  Taal-  en  Letterk.  14,  135. 

Zum  2  bände. 

106  bis  110  handschriftlich  in  S  11,  bl.  166  bis  168',  mit  folgenden 
l«earten :  4  perümbt  6  Yb^^neg  ganzes.  9  doch  zt  der  zeit  13  vil 
▼olck  erstach  vnd  drencket.  14  Anch  vi!  schieff  in  das  mer  im  sencket. 
19  Qaniz]  fehlt  S.    28  geschlagen.    29  blieben]  kamen. 

107,  4  Darfon  wnrden  die  kriechen.  5  der-geleich]  anch  der-gleich. 
9  Den  ganzen  krieg.  11  Vnnberwintlich.  12  Am.  seines  heres. 
28  Vereterlich.    26  West  doch. 

108,  6  Maint  im  gar  nit.  7  Vorschlag  (!).  12  er  pald  k.  19  Der 
>einen  aidspflicht.  24  Artaxerxi  dem  son  angnem  (?).  32  zeim  = 
IQ  eim.    36  gleich. 

109,  2  pnegi  8  solt  gfencklich.  17  dem  volck  allensant.  18  War 
Artaxerses  der  jung.  20  In  Persia  seczt  auf  die  krön.  21  Hernach. 
22  in  riet  mancherley  vnglüeck.  24  Von  sein  pruedem  vnd  aigen 
^den  (vergl.  band  23,  s.  185).  25  Des  ist  weng  nie  auf  erd  zv  finden. 
^  frierst  has  gros.  29  Guet  fried,  da  sich  mert.  30  Vnd  in  doch 
^itet  31  rumb,  preis.  32  not  zw.  33  Des  er  doch.  34  So.  Nach  34: 
^as  er  ainem  eher  nach  get,  Dardurch  eine  gancze  garb  verzet. 
te  yertirbt  mit.  37  Zumb  andern. 

HO,  1  vntrew  hat  aiuen.  2  nit  haimlich.  4  sich]  in  (!).  6  gschech. 
*  Das  drit.  8  vnd  warbeit  helt  9  Ob  geriebt  vnd  gerechtikeit.  Unter 
^«in  datum  180  [vers];  es  sind  aber  nur  160  zeilen. 

2*57  Vergl.  nachtrag  in  dem  2  bände  der  schwanke  s.  XIV. 

335  (sieh  auch  bd.  21,  365)  Reinh.  Köhler  hatta  dazu  folgende 
'^Qrgleichsstellen  gesammelt : 

E.  S.   Taylor,   History    of  Playing    Cards.      London   1865.   s.  483. 
^.  Riese,  Anthologia  latina  1,  2,  184.    Revue  celtique  3,  273.  307.  332. 
^20.  528.  4,  475.    Pitr6,  Usi  e  costumi  4,  474.     Ein  darauf  bez.  aufsatz 
^  demnächst  von  Job.  Bolte  zu  erwarteu. 
Hmnt  Saeht     XXIII.  33 


514 

Zum  3  bände. 

165  (aieh  aucli  lid,  2U  374)  Reinh.  KOhlerbidte  dazu  noch  folgewlf 
vergleichßsl  eilen  gesummelt : 

Fitrö,  Piabe  e  no¥.  pop.  aiciU  nr.  274.  W,  E.  A.  Axon:  The  kttt 
demy  1889.  Nov.  16.  a.  319.  Pavillon»  U  honneur,  le  feu  et  TeitL 
St  Marc  Girardin ,   La  Fontaine  2,  202.     Sieh  vorhin  zu  bd.  2.  335 

205  Vgl.  Reinhold  Köhler,  AufnäUe  über  mÄrchen  und  Volkslieder 
Berlin  1894,  a.  112  f. 


Zum  4  bände. 

300  VergK  Joh.  Bolte,  Tijdachr.  v.nederL  Taal-  en  tetterk.  14,  mf. 

441  bia  443  Nachtrag  dazu:  Fabeln  und  schwanke,  band  2,».  IV. 

J.  Bolte,  Böhm,  fliigbl&tter  nr.  2;  Archiv  för  alav.  philol,     18%, 


Zi 


um  t> 


bandi 


e. 


3  bis  17  Gedruckt  als  11  fagtuachtayieL  Einzeldruck  «leb 
E.  Weller,  Han«  Saehs-bibliographie  nr.  184.  J,  H.  HfRßlein],  1 
Sachsen  .  ,  .  gedieht,  Nürnberg  178L  s  275  bis  290.  Tieck,  I 
scIies  Theater  Berlin  1817.  1,  8  29  bis  41.  J.  6.  Büsehing,  Hans  Sacl 
trauerepiele.  Nürnberg  1816.  1,  118.  G.  W.  Hopf,  Hana  Sadw.  Auswahl 
Namberg  1856.  2»  s,  219  bia  236.  Vergl  Daa  narrenechneiden  im  liof 
tone  des  Tanhawser:  «Es  ist  kumen  in  hoher  kunst*  1548  Au^st  16 
(MG  10,  269). 

K.  Pannier,  H.  Sachs*  dramat  werke  (Reclam)  ».  237. 

Arnold.  Hans  Sachs'  werke  2 ,  432  bia  446,    LQUelberger-Froro 
8,  205  bis  220-    Julius  Wähle,  Daa  Weimarer  hoftheater  unter  Goethi 
leitung.     Weimar  1892.    =    Goethe- scbriften    nr,   6,  s    13  f.      Edmund 
Goetze:    Berichte   des   freien  deutechen  bochstiftea  zu  Frankfurt,  Ji,  H.. 
1895.  a<  14  *  f.     Aufgeführt  wurde  dieses  fastnachtapiel  auf  dem  muri 
platze  in  Nöraberg  am  24  Juni   1874  bei  gelegenheit  der  einweihui 
des  Hans  Suchs-denkmala. 

18  bis  SO.     Gedruckt  als    15  fastnachtapiel.     tn  München    in   ein« 
handschrift  aus  dem  16  Jahrhundert:  Cgm.  4503'',  7.    Einieldruck 
E.  Weller,  Hans  Sacha-bibliogr.  nr.  180. 

31  bia  46.  Gedruckt  ala  12  faslnaehUpteL  J.  H.  U[&ßletnj,  H 
Sachaena  . . .  gedieht  Nürnberg  1781.  a,  303  bia  317.  Vergl.  den  mebter- 
gesang  im  apiegeltone  des  Erenpoten-.  Daa  pachenholen  im  t^utachen 
hof  «Wolautf,  wotauff!  wer  herr  ist  in  i^im  hause '^  1539  Mai  16  (MG 
5,  hl.  31  bia  32). 

47  bia  65.    Gedruckt  uls  4  fastnachtspieL    Einzeldrock :  E.  Weller, 
HiiJia  Sachs- hibliogr.   nr.    170.     J.    Adam  G5z,  Hans  Sachs.     Nüni 
1829.  2,   a.  119  bia  143.     Zum   atofle  vergl   band  5,    194  und  9, 
Leonhard  Lier,  Zur  geaohicbte  des  Nürnberger  fastuachiapieles  a. 


roetho^ 
and 

un^" 

i 


515 

66  bii  70  =  90  fabel.    Sieh  dazu  den  nachirag  im  zweiten  bände, 

1.  XXY.    Nfiroberger  festacbrift  s.  87. 

71  bis  77  =  84  fabel.    Sieh  dazn  den  nachirag  band  2,  8.  XIV. 

78  biB  79  =  47  fabel. 

80  bis  81  =  14  fabel.  Sieh  den  nachirag  dazn  s.  VI  und  Nüm- 
barger  festschrift  s.  21. 

82  bis  88  =  15  fabel.  Sieh  den  nachirag  dazu  s.  VI  und  die 
Nfimberger  feetschrift  s.  22. 

84  bis  85  =  8  fabel.  Sieh  den  nachirag  dazn  band  2,  s.  XI  und 
Nürnberger  festschrift  8.  4. 

86  bis  88  =  149  fabel. 

89  bis  91  =  21  fabel.    Sieh  den  nachirag  dazu   b.  VI  und  band 

2,  8.  XI. 

92  bis  94  =  175  fabeL 

95  bis  97  =  22  fabel.    Nachirag  dazu  band  2,  8.  XI. 

98  bis  100  =  28  fabel.     Nachirag  dazu  band  2,  8.  XL 

101  bis  108  =  20  fabel;  nachirag  dazu  s.  VI.  und  band  2,  s.  Xl. 
Nfimberger  fesischrifi  s.  28. 

104  bis  108  =  168  schwank ;  nachirag  dazu  band  2,  8.  XVII. 

109  bis  118  =  159  schwank;  nachirag  dazu  band  2,  s.  XVII. 
Nfimberger  fesischrifi  s.  122. 

114  bis  116  =  170  schwank;  nachirag  dazu  band  2,  s.  XVII. 
Nfimberger  fesischrifi  s.  127. 

117  bis  120  =  166  schwank;  nachirag  dazu  band  2,  s.  XVII. 

121  bis  125  =  160  schwank;  nachirag  dazu  band  2,  8.  XVU. 

126  bis  128  =  77  schwank.    Namberger  fesischrifi  s.  85. 

129  bis  131  =  155  schwank;  nachirag  dazu  band  2,  8.  XVII. 

132  bis  134  =  156  schwank. 

135  bis  136  =  91  schwank;  nachirag  dazu  band  2,  s.  XIV.  Nürn- 
berger fesischrifi  s.  88.    J.  Bolie  zu  Freys  gariengesellsch.  35. 

137  bis  139  ==  76  schwank ;  nachirag  dazu  band  2,  s.  XIII.  Nflm- 
berger  fesischrifi  s.  85. 

140  bis  142  =  176  schwank.    Nürnberger  festschrift  s.  128. 

148  bis  145  =  172  schwank.  146  bis  153  =  67  schwank. 

154  bis  158  =  165  schwank;  nachirag  dazu  band  2,  s.  XVII. 

159  bis  162  =  128  schwank;  nachirag  dazu  s.  VII  und  band  2,  s.  XVI. 
Die  iiere  geleiten  denj&ger  zu  grabe:  M.  v.  Schwind,  Münchn.  bilder- 
bogen  nr.  44.  Hase  und  habn  braten  den  koch,  ochse  schlachtet  den 
seblftchter:  Ashion,  Ghap-books  of  the  18.  Century  1882.  s.  268.  270. 
Stanber,Die  verkehrte  weit:  Münchn.  bilderb.  nr.  89  (hase schießt  denjäger). 

163  bis  165  =  130  schwank.  166  bis  169  =  142  schwank. 

170  bis  172  r=  161  schwank. 

173  bis  175  =  178  schwank.  Sieh  den  73  schwank  und  den  nach- 
irag dazu  band  2,  s.  XIII. 

176  bis  178  =  1  schwunk.    Vergl.  ilazuband  10,509.    Nürnberger 

33* 


516 


fegtachrift  b.   34.    FampbiluB   PaithenophiluB :    Weiler,    Anoal.  2,  4?9. 
Papanti,  Facezie  e  motti  dei  secoli  XV  e  XTI.     Bologna  1874.  nr.  M. 

179  biB  183  =  ^6  schwank.     Nachtrag  dastii  band  2»  i.  XL 

184  bia  187  =  40  achwank;  vergl.  auch  den  123  Bchwank, 

188  bis  190  =  29  schwank.  191  bis  193  =  151  ichwanl 

194  bis  201  ^  16  schwank;  nacbtrag  dazu  b.  VI. 

202  bis  207  =  8  scbwank- 

208  bis  214  =  24  Bcbwank.    Namberger  festacfarift  b.  58* 

215  bis  218  =  17  schwank;  nacbtrag  dazu  b.  VI, 

219  bis  221  ^  25  schwank;  nachtrag  dazu  band  2,  s,  XL  V«tgl 
Murners  geuchinatt  222  bis  224  =  167  schwank. 

225  bis  227  =i  18  schwank;  nacbtrag  dazu  s.  VL 

228  biß  231  =  55  schwank. 

232  bis  236  =  54  schwank »  nacbtrag  dazu  band  2,  8.  XIIl.  Vergt, 
W.  Kawenm,  Die  refornmtion  und  die  ehe.  Halle  a,  S.  1892.  t.  49, 
Melander,  Joci  atque  seria.  1603.  nr.  485  nach  Seb.  8cheffer,  Carmlna  s.  1dl 

237  bis  241  =  10  achwank, 

242  bis  246  =  9  schwank ;  nachtrag  dazu  s.  VL  NOmberger 
ieatschrift  a.  53« 

247  bis  251  =  1Ö2  schwank.  252  bi*  254  —  M  schwank. 

255  bia  258  ^  32  schwank. 

259  bia  260  =  34  schwank  j  nachtrag  dazu  band  2,  s.  XIL  J.  Bolte, 
Tijdschr.  voor  nederl.  Taalkuade  14,  148. 

261  bia  266  ^  35  achwank.  Böae  weiber  werden  gesattelt  und 
zugeritten:  Laßberg ,  liedersaal  1,  297.  Holzschnitt  des  16  jarhunderta 
im  Berliner  kupferatichk abinett.  Sechs  weiber  hat  einer  probiert  und 
bietet  sie  für  1  pfennig  zum  verkauf:  The  Eoxburghe  Ballads  ed.  bj 
ChappeU.  1871.  I,  451. 

267  bta  272  =145  schwank,  273  bis  275  =  94  schwank. 

276  bin  278  =  39  achwank;  nachtrag  dazu  band  2|  s.  XIL  Sieh 
Germania  36,  s.  18  anm.  2.     Koennecke,  bilderatlas,     2  aafl.  s.   124. 

279  bia  281  =^  2  schwank.  282  bis  284  ==  46  «cbwank. 

285  bis  288  =  13  schwank;  nachtrag  dazu  s.  VL 

289  bis  294  =  48  schwank ;  nachtrag  dazu  band  2,  s,  XIL 

205  bis  299  =  58  schwank;  nachtrag  dazu  band  2,  b.  Xlfl 

300   bis  304  ^  5    schwank ;    nachtrag    dazu    a.    V.       Nürn 
festöcbrift  s.  52,    Der  dürre  mann  citiert  von  Waldis,  Esopus  4, 81 

305  bis  309  =  <>  schwank;  nachtrag  dazu  s.  VL  Nürnberger  fest- 
achrift  s.  53.  ■ 

310  bis  313  ^  37  schwank;  nachtrag  dazu  band  2,  a.  XIL  ] 

314  bia  317  =  42  schwank,  ^ 

318  bis  320  =  41  achwank.  321  bis  324  :=  Se  schwank. 

325  bia  333  =  30  achwank;  nachtrag  diwu  band  2,  a.  XIL  NOm- 
berger festschrift  8.  61. 

334  hl»  337  =  43  schwank ;  nachtrag  dazu  band  2,  s.  XIL 


« 


I 

bwank.  ^ 

nbergerV 
v.  I7&.a 


338  bis  341  =  4  echwank;  n achtrag  dazu  b.  V  und  band  2,  b,  XI. 
NOmberger  festechrift  s,  37  bia  52, 

342  bis  345  Im  zwölften  sprucbbuche.  bl  128'  bU  125  mit  folgen- 
den  lesarten:  3  schreibet.  5  Hab.  7  eyempel  ^  druckfehler  statt 
exempel.      13.    28  selber t.      16  Wa«  inen  in  seim  herzen,     17  pegiert. 

343,  3  machen  pös.  10  gsnnd.  14  gleich  patsamirt.  20  Darpey 
ein  mensch  gar  wol  petracht.  21  Was  er  las  vnd  thw  tag  vnd  nacht. 
SO  sparen  pancketiren.  31  knrczweil  vnd  spaciren.  34  In  pawen, 
klaident  nemen  vnd  geben.    37  Sol  man  die  mai  nit  vbergon. 

344t  9  mit  der  z.  10  in]  der.  17  erwecken,  19  so  tu  lOg, 
arglist  20  Die  warhaft  sach  oft  wirt.  30  Ynd  nach.  31  ein  mensch 
sich.    35  Sein  widerpart 

345,  1  leren.  4  im  den  a.  19  dem,  das.  10  Es  aej  mit  hercz, 
mnnd  oder  h.  12  die  kaiBerlich.  22  drey  leren,  unter  dem  datum 
120  [vera]. 

IZuni  6  bände, 
f  20  bia  2ö  im  dreizehnten  Hprnchbiiche ,  bt  1  bis  4V  Vgl.  dazu 
band  9,  542  bis  546  mit  den  hemerkungen  dazu  in  diesem  bände  hinten. 
Das  eingangsgedicht  zu  S  13  ist  znr  vorrede  zum  zweiten  folio- 
bande  um ^e (arbeitet  worden.  So  mußte  es  band  12^  566  heißen,  S  13 
hat  folgende  lesarten  und  abweichungen :  8  bis  12  Geleich  im  Augst- 
monat  Am  fünft'zehenden  bat  Ich  eben  an  gepruech  Gar  mein  zwelftes 
ipraech  puech  Meiner  gedieht  peschlossen.  Nach  15  Mit  vier  vnd 
•eobiig  jaren  Ailff  wochen  wenger  waren,  26  Die.  30  ich  doch  kain. 
Sl,  2  hewchelt.  3  schmecht.  5  Alles  vnracz  z.  10  veret. 
12  Welche  ich  hab.  18  Hab  doch  auch.  24  Zv  laben  vnd  erküecken 
26  Vnd  lecberlichem  «.  27  Hab  auch  verdint  vndanck.  SO  goD 
dl  zw  Ion.    34  gwis  gedacht     36  Als  ich  im. 

22,  12  Gancz  »uechtig,  aus.  21  die  zart  w.  30  Geduelt,  hoff- 
nung,  ghorsam.     32  Wie  in  den  leczten,    34  Verspottet 

23,  1  auf  gestelet.  5  jc^bernieren.  9  Geicz,  wuecher,  r.  11  Gocz- 
Icstrung.  12  Darin  menschlich.  13  Oancz  vnferschamet  15  stent. 
22  Senlieh  sie.  23  wainen.  32  und  33  fehlen  S.  Nach  36  Wie 
gtenina  dir  melt.     Nach  37  Wie  ich  vor  hab  erzelt.    38  Das  ich. 

24,  8  Mit  gedieht  vns.  13  gemain.  14  Der  vnnüecz  neidig  böffel. 
18  schrej.  23  De«.  26  Auch  warhaft  schon  h.  28  Ernstlich,  33  Vns 
(liee:  Vnd)  der.    34  sich.    36  Vnd  ir.    33  dw  in  anzafgst 

25i  1  in  die,  4  kumbt.  6  angnem.  8  Fasnacht  spiJ  vnd  guet  n- 
y  Doch  HO  pia.  10  Daa  in  all*  11  sej  ausgscMossen.  12  und  13 
atellt  S  um.  12  Zv.  13  Allein  in  schwerer  z.  16  Wirstw.  19  Dein 
nam  gedechtnua  wirdig,  20  Wir[t]  pleiben  pey  den.  28  Weil  meins 
gedichtz  pegern.  29  Die  tuegnt,  wil  ichs  gewern.  SO  sol  fort  kain 
.|>as  m.     32  Mein  zeit  musig  verzern. 


518 


Hl 


26,  I  Zw  gluecklicben  anfang.  2  Vmd  seligen  ein  gang.  2  \M 
12  In  da»  drejzeben  puech  Der  eprnech,  gofc  vnd  geruech,  Da*  ich  dAi 
föer  KY  ent,  Ea  stet  in  seiner  hent.  Das  lasier  werd  zerBirewt,  Verdiigt 
vnd  11U8  gerent.     15  am  17  tag  Augusti.    Unter  dem  datum  234  [ren]. 

29  bia  55  im  Bechsten  apruchbuche^  bl  18'  bis  32«  mit  folgende&J 
leaart^n:  l  Job  (lo  immer),  4  gelQeck.  5  sunder  guen&t  vnd  wolgt*^ 
fallen.     7  gotfürchtigen.     10  FürtrafiT.     19  williger.     26  an  zwgrewlFe&. 

30,  8  gesunt  macht        13  ab,     Aetna  primns.        26  nie. 


31,  4  selbing.    mQeaig  gen. 

32,  2  tchlaeffel,    ge.         11 
23  aller  acbnelleat.        32  Wan, 

33,  20  denck    riid    aag. 
dail.        82  heltstw, 

34,  3  gotfGrchtigen.  15 
V.  26).  19  in  dfta  angsicbt. 
34  Dar  mit  der  Job  wert  gar, 

85»  4  Zetter »   w«  vnd    m. 
15  Wan.        16  flüeck. 

Dtis.         2  ansagt. 
15  Sicbatw. 
ge.        16   ei 


6  all,  27  auch]  den. 

gscbickt.  12  pfoscb.       14 

daa  hercz. 

25  loffen.  28  alles   sant. 


30  Eiii^ 


magst.        16  GreuE        18  getcx   (sieh 
26  gek,        30  draczicUch.      31  lOfg, 


0  Meim    herren  solichs. 


U  selU. 


1 


7  Certorau»    (so 
33  nicb»  vnpillich«. 
das   m.  18   wen. 


lese  ich   den    nam«] 
34  grewffen, 
ännen.         27    Sich«fcw. 


36, 
immer). 

37,  9 
28  herren. 

38,  11  awgenplick  in  eim  mument.  34  herren.  26  das.  Nach 
30  0  we,  we,  herr  ob  allem  wel  Job  spricht:  Sag  mir  das  pald.  wie 
es  tv  ge.     Spudtiua  a. 

19  leibe.    20  Nackai.    31  Dem  Job  kein. 

14  gneten.      24  segnet       33  krewlen« 

14  achmeckent.     19  krucken.     26  niclis 

3  er  dir  v, 

31  ge. 

25  weng.      28  wollen. 


* 


39,  17  sie]  anf     18  nackat. 

40,  13  Noch  ich  gancz  v. 

41,  4  im.     13  anchj  icz. 
darniit.        30  Verspotten.        8 

42,  2  verbera,        25  hie]  do* 

43,  1  nimani        12  vmbalzelt 
alda  z,        31  gwunes, 

44,  3  die  frunckeit  aol  y,        5  gei        13  er  widerumb. 
wenig  ZV  im  selber  kumb.       28  eim  L  geewget.       29  Wes. 
vnd  w.        35  kambt  er  eindrungen. 

45»  4  glüeck-      7  ich  lenger  ie  nit.      10  frue  vnd   spett 
23  dein  gocKforcht.        31  Der  m.  zw  arbeit  iat. 

46,  1  plag.        28  E.        81  vntlczen  dadem.  \ 

47,  4  pekentest.        6  würstw.        10  herren.        25  peddrt. 

48,  3  acepter.    7  gweltigen,     8  Erhebet  die  demüeting.     17  ^ete«. 
19  schick.         20  als  von  des.      22  kumen  vns  paid  dail.      34  wunder« 

49,  1  vnd  prünlein.  21   eucb  auch  gen.  27    wert   gar   seh. 
34  baubt  mit  aachen  zv  pestr. 

50,  9  icxund  schaid  wir  von.         10  feblt  8,         15  hewt  in  allem. 
16  huepf.         18  Wan.        29  nun.        30  genczlieh  vnd  gar  vnterg» 


2S»  in 

14  Ein 
ao  ich 

21  Ihw, 


I 


51,  5  faiflt,  groB.      14  henren.      19  wila.    23  tribstw.     24  in  dieser. 
53^  22  ist  fein  gs.        26  alle  wil  kum. 

53,  4  wan.        B  ides.         16  g^chwietreten*        31  gar  vergea«en. 
bit  3  offen  war,       4  menachling.      17  W&n.     20  Auf  da«  got  pleib 
ilaifu      24  rewing  vnd  glaubing.       81  Darmit. 

55  Unter  dem  stücke  fügt  S  Mn&u:  vnd  ein  iten  mua  man  habn 
9w  dieser  oomedi. 

56  bis  85  stand  im  siebenten  (verlorenen)  sprucbbuche:  «Tragedia 
Jüdit  mit  Hölopheme  888  [vers]'.  Einieldruck  bei  E.  Weiler,  Hana 
Sachs- bibliographie  nr.  175.  Vergl.  Die  Judit  im  bewerten  tone  des  Hana 
Sachs;  ,Hört  den  text  des  puchea  Judit*  1528  (MG  2,  bl.  176'  bis  179j, 
gedr.  Weller  a.  a.  o.  nr.  124.  Ober  andere  bebandlangen  des  atofFes 
sieb  W,  Scberer»  DeuUcbe  studien  UI,  8.  225.  Becker,  Derfrchau  2.  B,  84. 

86  bis  111  stand  im  siebenten  (verlorenen)  tpruchbucbe:  «Tragedia 
Ahsalom  der  aafnieriscb  700  [vers]," 

112  bis  136  Die  lesarten  der  bandscbrift  sieh  band  14,  s.  3S3  t 
Vergl.  band  1,  243,  Aufgeführt  in  Kaufbeuren  1630?:  Schnorr«  Archiv 
1886.  14,  239.  Arnold,  Hans  SacW  werke,  teil  2,  144  bis  168  nach 
A  gedrückt, 

137  bis  187  Die  lesarten  der  bandscbrift  sieh  band  21,  413,  Vergl, 
Goedeke,  grundriß,  band  II»  §  148. 

188  bis  191  im  dreiaebnten  «pmcbbucbe,  bl.  104'  bis  106  mit  fol- 
genden lesarten:    5  das.      6  Das,      7  Dis,      9jerig.       13  Paide.    «eim. 
14  ober.       15  Mit  fewer  sein    flaiscb  man.      23  meiner  (!j.      26  Aach. 
^  189»  8  wo  ich.     sech  ston.       24  des  vattera.      27  dis  lemtein  niesen. 

■  190,  6  salsen.      15  waudel  i  handel       16  Allem       20  sein  gotlos 

Biesen.       22  Pedentet      23  fospfat.        27  mensch.        34  das  warbaft. 
^^5  Dardurch  den  vnser  glauben. 

~  191,  3  alle  sant        6  henckena   hercz.  19  engeliscben.     Unter 

dem  datnm  124  fvers].  Der  meistergesang  im  guelden  tone  des  Vogel- 
gesang: Da«  osterlemlein  ^Kn  stet  ain  8ch6n  fignre*  ist  am  10,  April 
1544  gedichtet  (MQ  6, 130).  Ungefähr  an  seinem  gebartstage  1554  nahm 
H.  Sachs  im  verwirten  tone  des  Hans  Vogel  dasselbe  capitel  aus  dem 
Eiodns  wieder  vor  (MG  14,  259). 

192  bis  195  im  dreistehnten  Bprnchbuche ,  bl.  106  bis  108.  Vergl. 
im  unbekannten  tone  Nestlers    von   Speier:    Die  zwen    pöck   fignr  der 

»VTstent  ,1m  sechzehenden  clare*  1528  Mai  9  (MG  2»  bl,  181  bis  182'), 
^Anno  salutis  1528  gemacht  vnd  wider  corrigirt  1541  am  14  tagMarci.* 
Bo  nnterschreibt  H.  Sachs  in  MG  5  dieselbe  allegorie.  S  hat  folgende 
»bweicbuogen  von  A:  6  Hmein  für  den,  8  mit  im  pring«  11  Nach 
dem«  13  herren.  17  Hin  spreng.  18  mal  mit  seinem,  25  des 
volekea.       26  Vnd  den  pock,  der  noch  ist.      29  sol  von  im. 

193,  3  Israel,    darnach  sein,  4   Sol    er  den   pock    frey  läufigen. 

6  Hinaustrag.  7  las  die  eünd  darinnen.  8  Vnd  der  pock  pleib  darin 
pej  leben,       U  In.       12  So  halt.       19  Erfüllet  ist,      24  Von  M  hie  ist. 


520 

194,  11  grecht  starb  vUr.       16  Gristnm,  der  an  dem.       18Dengoi  ^ 
vater,       19  Vom  thot.      23  Alda  er  ia  götlicher  kuer,       24  Lebet  aa 
alle  etat  vnd.      26  Vnd  in  g.      27  zv  got  vaters,       29  Ynd  fhb  aach  | 
ewiclich.      32  ein]  feblt  8.      33  Durch  den  wir  sichrea  ifiudiit. 

Whf  3  vnd  anfechtung.      12  goi  ans  trew  gesendet.      14  gai«tmit^ 
im.     Unter  dem  datum  124  [vers]. 

196  hh  199  im  drekehnten  apruclibuche,  bl  122'  bis  124'  mit  fol^j 
genden  leaarten: 

196,  5  aintfluee  ferr.        28  der. 

197,  8  ainige    sprach   gar    v,  U  Als]   Fald.  12   zerstrewt 
16  ir|    die.          18  in   der.          24    Welche    hat   auch.  2S    andeien. 
31  plnet  so  pedeut.         34  inancherlej.         37  aufgeplaaen.         38  Ter-J 
ntmfrt  hiczigen  inprunBt. 

198,  1  es  auch  gottes  wort«        3  fünd.       5  das]  die.      9  gemaie. ' 
14  auferpawen.        16  liernider.         24  wil  sie  aey  die.         27  schreibiL 
28  He^aig  mit  wort-,   werck-  vnd.         30  Wie  viel  k5pff,   schier  ancL 
33  cerimonien.        37  allaamen.      38  Ide  «ect  hat  aiu  unndern  UMmen. 

199,  3  scbwQermerey.  13   erpawet   ser,         14   ainf^lticlicheiL 
19  hercz,.  ael,  geiat  vnd  ir  g.      Unter  dem  datum  124  [vers].       MO  ]0»J 
bL  318  im  verwirten  tone  des  H.  Vogh  Die  Verwirrung  zv  Babel  ,AIt 
all  weit  het  ainerley  sprach**  1548  Sept.  26. 


Zum  7  bände. 

3  bis  16  im  zweiten   [verlorenen]  spnichbuche,   bl.    165  ^Comedti 
Caron  der  helißch    schiftmon    mit    11  person  368  [vera|.*     Julius   Titt-I 
mann,  Dichtungen    von  Hans  Sachs  LLl ,    s.  12  bis    15.     YgL    Schnont] 
archiv  1886.  14,  a.  361  anm.  25. 

17  bis  40  im  zweiten  [verlorenen]  Bpruchbuche,  bl.  197  «Comedt: 
Die  fltalticia  dorheit  mit  28  person  692  [vers]."  Hs.  nr,  686  des  kloaters 
Einsie  dein  e.  2  bia  44  mit  besonderen  bühnen  an  Weisungen.  Das  datum 
unter  der  komNie  ist  natürlich  falsch. 

41  bis  64    im  zweiten  [verlorenen]   spruchbuche,   bl   95  ,Comedj^| 
Das    Judicium    paridis    mit    15    person    738    [vers].*      VergL    Schnom 
archiv   1886.    14,  s.  361  anm.  25,     Becker,  Derschau  L  B,  14. 

65  bis  97  im  zweiten  [verlorenen]  Bpruehbuche,    bL  145  ^Comedi: 
PlutuB    ein   got   der  reichtum  mit    12  person   732  vers.*     Vergl,  Htigo^ 
Holstein,    Die  reformation   im  spiegel bilde  der  dramatischen  liiteratu 
des  16  jahrh.  Halle  1886.  s.  52. 

98  bis  123  im  secbsten  spruchbuche,   bi  53'  bis  65,     Quelle: 
pr 08 a Verdeutschung  der  Menaechmen    von    Albrecbt   von  Eyb.     Aag 
bürg  1518.  4.     Vergl.  Otto  Günther,   Plautusemeuerungen  in  der  deut 
sehen  litteratur  des  Ih  bis  17  jahrb>  und  ihre  verfaseer.     Dias.  Laipt 
1886.  s.  13  bis  21.    Karl  von  Reinhardstoettner,  Plautus     Spätere 
arbeitungen    plautinischer   iustspiele.      Leipzig  1886,   s.    579   bis 


521 


G.  Taege,  Die  älteste  deuUrhe  Plautos-Qbereetznng.  Programm.  Dauzig 
1887.  11  s,  4.  Max  Herrmann»  Deutsche  achriften  des  Albrecht  Ton 
Kyb-  Berlin  1890.  Band  2,  s.  XXVIII  f.  Mehrere  bemerkungen  dort 
werden  durch  Hans  Sachaeiu  handßchrift  hinfällig.  Freilich  hatte  Rein- 
hold  Becbfitein  im  Deutschen  nm&eum.  1862,  n.  f.  bd.  1^  s.  162 ,  wo 
er  zuerst  YOn  der  bandachritl  des  Hans  Sachs  nachricht  giebt,  nicht 
gesa^,  daß  aie  von  A  abweicht. 

S  hat  folgende  abweichungen  von  A :  Ein  comedi  des  weitperüempten 
poeten  Plauti  m  Menechmo  hat  5  actus  mit  10  person  zw  spün  durch 
ein  lena.  5  titeU,  9  Bemerkenswert,  daß  auch  in  der  handschriftlichen 
Überschrift  Hans  Sachs  das  mißverstand nis  hat;  In  menechmo.  Ist  die 
Vermutung  zu  gewagt,  daß  Albr.  v,  Eyb  geschrieben  hatte :  1 1  menech* 
my?  13  genant,  16  Lucas,  genent :  keni  19  Von  gstalt*  leng, 
geperd,  las  vnd.  21  Tarentum,  22  vatlr.  k nahen.  25  zwsach. 
27  Von  der  grosen  meng  volcks  getningen,  2H  vater  (!}. 
^^  ^9,  1  Den  pald.  4  guecz  in  ^ectt.  12  wnnderlich.  16  Nun 
schweiget  stil.  18  Wie  alle  sack  21  Jone»  29  und  SO  aind  auf 
bL  311'  von  H.  Sachs  nachgetragen, 

100,  10  doricht  13  ewer.  18  vnd  klopff  seuberlich.  Nach  13 
Er  klopft,  25  mantl.  26  in  hat  pedeckt.  28  einiga  herczlieb. 
30  Ton  meinen. 

101,  1  dir  auch  heiut  pe^  2  marck,  4  Ja  lieber  j.  5  Ge,  Geut. 
7  Geut  (so  wie  bei  Ejb  heißt  die  köchin  immer).  IS  neune  secht. 
2^  Luczn,  Nach  23  hat  S  Mit  mir  in  ainer  stund  geporn  Auß  eim 
leib.  Zwen  zwiljng  wirnent  Vnd  sini  auch  paid  Luczen  geneni!  Welcher 
vor  xwaincÄg  jaren  ist  wom.        26  pisher. 

»102,  13  Luczen  den  frembden.  spricht  zv  ir  selb.  17  wil  gen  j. 
16    mein    fraw    den.         19  Sich  dort   get  er.      Wie,         20  kumbt  woL 


12  Schawt,  schawt!  mein 


103,  2  leptag  gseben,       10  dw  wöUt 
j,  kent  mich  nicht.        24  da«  ewr  b. 

104,  1  Ey  ey  wie  ».  ir  nur.  2  esan.  11  müegt  17  frawen. 
21  nie  pey  mein.  27  Hör,  Fricz.  ich.  28  wunderwercks.  Noch  30 
Kr  get  nein.  # 

105,  2  Geret  es  vbel.  3  Nun  ge  ich  in.  Nach  4  Mich  fuellen 
mit  dem  aüesen  wein.  Nach  5  So  ent  sich  der  1  actus.  12  vnd  ver- 
feoln.  13  seinr  R.  vnd.  15  er  das  than ,  Ich  wil  in,  20  gessn. 
21  mir«         22  schimpfn.        23  Daraw  mir  diesen.         24  seidensticker, 

^2St  tragen,  mit  perlein  zv.       29  Es  ist  e.     30  Mir  aber  worden  pschatten 
nd  pschert-      82  spricht  kw  im  Reib.       33  dregt  ein.       35  merck  im. 
106^  1  mues  sein.       10  meim]  dem.       31  lauft  droent  hin. 

107,  2  hat  sie.  4  wols,  5  hiat  ir  an,  9  aus  als.  10  Was. 
15  solst.      22  Gehin !  0  wer  kan  doch  ausmessen.      27  wollen  gar  mit 

Jtumbt. 

108,  1  wUerfi  ich  auft  lincken.       2  laufn.        4  ich  suech  meinen 


522 


bd  7 


kueehi  zv  hau«.        S    0   weren  wir  peya  ich.         18   ich   noch   erben, 
17  vnd  folgt  mir  nach  ainem  fr.      25  ligi  gleich  noch,       27  het. 

109f  4  meinr.  5  hub  ir  n*  10  dw  auschenckat,  13  hatiMfmw, 
waa  tbueatw  icz.  15  mantl.  17  deinem  «eh.  geben.  21  wo  Ist 
22  flchlaeg.  23  küeln.  25  schweigst,  würt.  27  mantl  nur  hjä, 
29  nit  geachenckt       31  dem.      32  mein  maniel  mir  berw. 

110,  1  kiinib  nicht  mer,  3  hingen.  6  Nan  wil  ich.  gen: 
vntereten.  11  narren  klopft  so,  12  Scfaaat  16  allr  each  ist 
33  drüegen* 

111,  4  Wider  aus.  5  gapöt  6  guecz,  7  mir  vntrewen  «w  Ion. 
13  Wie.  14  Pewegt:  ich  hab  ir  hueld.  17  gleich  eben.  18  kaine: 
glaubn.  21  verqüent.  28  wer  Fricz,  34  Ich  soli.  mem, 
35  tbei  von  dem  seh. 

112,  S  an  Beim.  4  bOnn.  5  mantL  9  Ja  lieber.  IS  Den 
manu  hast  au8.         18  hei         19  mich  vnkheit  mit.         23  hatn. 

US,  2  eilencz.  5  alter  per.  7  8chaw  dort!  da  kumpt  mein. 
17  tlmst         19  meinr. 

114,  2  droi  dir  denocb  auch.  4  halten  «w.  15  deinr  arzeney. 
17  bis  29  hat  8  nachgetragen  auf  bl  311',       18  der  maister.       20  Der. 

22  Da  thet  er  mir.       24  leib  ^ar  vbel.       25  mal  u ehern  k.       27  Seit 
28  meinr,         29  küearzt         31  Quirine. 

115|  2  Er  BchwQrmbt  vnd,  4  gar  keines  kent.  10  bis  14  hat 
S  auf  bL  311'  nachgetragen.  13  narren,  14  Wan  er  hat  wol  00. 
15    selber.        18    anschlage  19    bis    22    auf  bl    312    nacbgetnigeD 

20  meinr.         24   Scbawt    dort   get   m.    a.    daher.  25  hat  er   so   9.^ 

26  Btetigg.    30  nam  ein.     32  gecz.    33  bis  34  nachgetragen  auf  bL  31  kH 

II61  2  Ge  pald  von.  4  entp&ndest  5  und  6,  9  bb  12  nach- 
getragen auf  bl,  .Sil'       8  Entpfend.      9  wuerst.       12  Dich   peim  har. 

15  und    16    nachgetragen    auf   bl.    311'.  15    Auf   da«    mein    atdn 

16  Knecht  H.        17  Wie  achüechlich.       22  Da  kan.        28  Sie  bi»  for^ 
banck]  fehlt  S,        26  helff,        29  ich  in. 

117,  1  ist  mein  junckher.  8  bis  13  nachgetragen    auf  bl.  31 

10  Der  mich.        28  ich  ie  sachi  ganczer.        34  in  got. 

118r  6  wie  denn  sey.         8  wo  dein  andern  lierren.  11   gar  vol 

mit  süesem,       14  herren.       15  in  sag  meins.     16  ist  des  gl,     20  heint- 

23  Schawtl  dort  schleicht  er  hin  der  grob  qnol,        27  Tmbgen  ganete 
tach  vnd  wochen,        30  arczet.    gepunden.        32  ich  merck  dich. 

119,  12  ir  mich.  14  ist  euch  jener.  17  ein  glüeck  le,  21  erettt.. 
22  Die  mich  wolten,        25  mich  geenge tet, 

120,  8  ein  reich  kaufman    mich  anum.         9  Epidano.  10  Eil 
Bec£t  mich  sein  erben  also.     12  mein  zeit  alhie.     25  Nun  pis  mir  dausenU 

121t  5  vnd  thet,       6    ir  den  v.       9  Den  trag  ich  hin  an  als  wer*, 
Bchmehen.        12  Weil  ich  ir  frQe.        20  eim  lausing.       27  thet  vil 
28  ich  dem  a         32  daiding. 

122,  2  in  rw.        4  Darum b.   wont         8  vns  fort  weiter.        Naclij 


i 


f  523 

Jli  fSgt  S  aofbl  312  hinzu*.  Hamc2,  nun  sej  deiner  knecliiachaft  fraj! 

iem   die  Kwainczg   duckaten  darpey      Vnd   thw   im   pesten   mein  ge- 

"Sencken!      Mein  pruedefi    thue  dem   haus    zir-lencken.         15   bis  123| 

4  sieht  auf  bL  312  mit  der  Überschrift:  ein  ander  peschlues.     18  artlicb. 

%  erb^ren.         26  Wo  er*         Nach   28  fügt  S  hinzu:    Verplendefc  vnd 

.f anregen  gancz.    Wie  er  schlecht  er  vnd  guet  int  schancz.      29  Auch 

rie  ZO  puelerey.   dem.         33  Derhalb   tolen.         84  dem  i.  ew  h. 

'  S5  Ir  lieb  sparen  pia  in  die  e.        36  Die  halten  stet  vnd  kaine  me, 

123,  1  £in  Rolcbe.       2  Qot  ¥nd  auch  den.       3  Dardurch  die  weit 

sich    mer   vnd   w.  4  elichen    st.  wQnscht.       Auf  bl.   64'  titeht  in  S 

'       folgender    schluß :    Der    herolt    peachlewst     Also    die   comedi 

1       gicb  entt      Daraus    gar  clerlich    wirt  erkent,      Wie  wonderparlich  voll 

i       pegeit     Das  wanckel  glueck  zw  aller  zeit     So  vnerhört  seics&amer  art, 

I       Dm   nie  genueg    ausprechlich    wart      In    allen   puechern   der  poeten. 

^KWie  viel  darfon    sie  schreiben  detten,      So  sind    des  gluecks  fei  vner* 

^I^Qntlich,     Wie  es  ist  offenbar  vnd  küntlich;      Wan  wanckel  aint  des 

;       ^IQeckes  gab,     Wen  es  aufhept,  stQerczt  es  palt  ab,     Hept  in  darnach 

L      den  wider  auf»      Hell  nimani  stet  den  seinen  kauf.      Derhalb  so  soleu 

V  man  vnd  frawen      Dem  glueck    nit  all-xw-vil  vertrawen,      Solen  auch 

r     in  TBglneckes  tagen      Nit  klainmüetig   sein  vnd  verzagen«      Wie  Üebl 

es  ein  ansehen  hat;    Glüeck  pniiget  wider  seit  vnd  stat,     Das  all  dtng 

wider  kumbt  zv  rechte     Wie  ir  in  der  comedi  secht»     Wie  wunderlich 

das  glueck  hat  gspilt»     Doch  trw  eim  gueUn  ent  gezilt      |bL  65]    Das 

freud    vnd  frolikeit  erwachs      In  aller  trQebsal ,    wflnschi  Hans  Sachs 

124  bis  153  im  zweiten  [verlorenen]  epmchbuche,  bl  71  .Comedi: 

Der  benno   mit    10  person    694    vers.*      Vergl.   Nachlese  zu    den    fast- 

nachtspielen   aus   dem    15  jahrh.  s.  349,      Emil  Haueia,    Das    deutsche 

fastoachtspiel  im  15  jahrh.  Frogr.   Baden  (bei  Wien)  1874.  s.  10  anm. 

2,    Herman  Grimm,   Über  Henno  und  Pathelin:  Essays  1859.     Ludwig 

^^Oeigor,  Eeuchlin  a.   82 f.    Meister   Pathelin,   bearb.   von  Gf,  Wicken- 

^■bfiug.      K.  Sohaumburg,    Die  Farce  Patelin   und   ihre  Nacliahmungen: 

^Kflcb.  f.  neufrza.  spr.  und  liter.  von  Körting  und  Behrens*    1887,    band 

^P^,  beft  L     Goedeke,  grundriB  I^  s,  413. 

'  154  bis  168,  gedruckt  als  31  fjtstnachtspieU    Vergl  Carl  Drescher. 

I      Studien  U,  12. 

B        169  bis  182,   gedruckt  als  14  fastnachypiel      Sieh  band  13,  592. 
^m         183  bis  201t  gedruckt  als  8  fastnachtspiel. 

^m  202  bis  210  im  dritten  [verlorenen]  spruchbucfae»  hl  288  «Poetisch 
Bpruech:  Die  gab  der  neun  muae  25B  vers*  oder  in  dem  generalregister 
bl  81'  .die  köstlich  9  gab  der  kunstgottin,* 

211  bis  219  im  zwölften  spruchbuche,  bl  1  bis  5'.  Sieh  band  12, 
«.  5d6.  Die  hsch.  bat  folgende  lesarten :  1  Ein  claggesprech  von  dem 
geprecblichen  alter.  3  Vnd  sieb.  5  vnd  ich.  9  drey.  14  Vnd 
all  17  meins.  19  eim  leysen  r.         20  zw  meiner.         21  driten 

hinein  sck     22  Etwas*  ich  sas  auf  in  meim  pet     Vor  30  Der  dichter. 


524 


ba.ll 


jn  peeel 
3r  Bäliet^^ 


3  Ib.    vblerj 
ao  Die  mdm 


212,  8  schmachwort.  12  das  Bchentlich.         15  Schwacheit  TndJ 

16   Haat  mir  genumeu   all   kr.        21    seines   leibes-        26   VnorDling. 
27  Ainr  solchen.       3S  ist  viler  gebr. 

213t  1  keinr  arbeit  mer.  2  ic'£und  mit  dir  peteln»  7  Ich  auch 
messig.  17  Wirt  er  den  dürftig  \nd  ellent  Vnd  muea  den  am  pefcel 
Stab  gan.  19  Hab  ich,  alter,  k.  20   aber  der  jueg«nt  achudd* 

32  danck  vnd. 

214,  3    darfon.        13  vnd   gsund :   ring  vnd   ruad.         23 
24  gar  oft  w.      26  Pist  durch  micbt  alter,  aus  der  gfar.       27  ser  i 

215,  B  hab.  13  Der  maget.  14  Kanatw  nit  oder]  vnd.  15  Nit) 
fehlt  S.  oder]  danczeo  vud.  22  Halt  ^spreck  mit  weissen  diae  leiL 
27  Dw  ha^t  mich  auch  genmchet.      31  thustw,      36  änderst  er, 

216,  l  Vnd  in  aller  ttiegent  geachwebet  3  er  wer  »chdner. 
5  Dient  zv  vil  lästern.  6  Drmub  hastus  gleich  durch«  8  Die  selb 
thuet  dein  vngestalt  zirn.  9  Vnd  kanst  ir  auch  nit  mer  v«rlim. 
lö  wirst  den  weißaen  Heb  vnd  w,  14  Das  ist.  17  Genomen  auch. 
19  mir  auch  d.  22  in.  25  Des  pin  ich.  29  vnde.  31  Vnd  mein 
auch  idcrman  nit       37  anmarren.  _ 

217,  1  selb  prechlicher  ser,  2  Durch  p58  b. 
18  Schmerzenhaftii^  ganz.  29  ein  sunder  gottas  gab 
hundert  kanm  ainer  hab.       37  manchen  \Tifal. 

S18,  1  selb  abküerczt.  3  Vnd  doch  mit  eren  das.  4  iz  wie. 
b  vnd  vndadelich:  auch  so  adelich.  12  Wen.  17  mir  icznnd  vasi 
vers,  19  gnr  verkaerzt,  at*  22  reimen  vnd  zwricbt.  27  nit  kao. 
30  Dein  vbrig  zeit.     35  got  lob  pr,    36  solch  gab.     37  Wan  dw  i>eÄeagfi.j 

219,  2  Sunst  neben.    4  deinem  abschaid  1  vnd  wert,     6  insenfterrj! 
9  poetrey  wol  ptlesen.      13  ir  9  gab.       14  darmit  dein.      Nach  19  Der 
peschlues.       20  Tn  diesem  augenplick  v.       21  Bas  alter  so  lag  ich  dien. 
22  Gar  munter  vnd  dem  n.      25  den  apr.     26  das  swelft  spruechpuech, 
27  das  selb  v.      37  1557.    auf  mein  gep.     Unter  dem  datum  300  [vers]. 

220  bis  235  im  dritten  [verlorenen]  sprnchbuche.  bl.  383  «Poetiacb 
spruech:  Die  vnrwig  rwe  menschüchs  Lebens  582  vers.' 

286  bis  247  im  vierten  apruchbuche,  bl.  53'  hi«  58'  mit  folgenden 
leaarten;  1  Gemain  freyspruech:  Wie  man  sich  aines  feindes  zw  nnex 
p  ran  eben  mag  in  allen  wider  wertigen  atuecken.  8  Zw  dem  ich  aber 
kam  gel.  13  Het  aein  16,  19  und  alle  späteren  Qberachriften 
fehlen.        18  drawring.        24  det  scharpf, 

237,  15  höchst  gelüeck,        21  leben. 

238,  23  Wo  her,     24  allen  poeaen  seh.  darum.     26  in  all. 

239,  21  on  zal  auch  mit  st.         26  zoren.        27  andren. 

240,  5  mir  kan  zw  drucz.      9  auf  nemeat  mit  peschwer* 
Seins  draczena.         18  macht  aein  gar«        27  kfiemren 

241 1  1  pej  got.        3  loae  rot,        8  wercken   nicht    thuest 
11  sprach:  Zw  dem  er.     12  maid      17  deim  haua.     25  himel  giebet  nider. 
242,  4  Ausdreibt     11  feintachaft,  neiden^  schmach  vnd.     25 sein  weh. 


30  Da 


n  nei 


tmwea«! 


■ 

1 


bd.  7 


525 


24a,  7   grüetpar.  frolich   vnd  holtselig.         13   dw   gancz   freund 
lieber  gestalt        17  Dis  lies. 

344,  7  ich  flihen  hin.        11  dem.        15  diesem  deinen.     19  Meins 
gluecke«  seh.        28  nachtparlicb. 

245,  10  leb  sprach:    Thaes  der  obrikait         12  Er  tprach:   Kaina. 

14  vil  wert        18  leb  sprach:  Scbaw  %w  ein  groiier  nuecs. 

246,  2  £r  sprach:    Dw.         3  aber  hat.         8  Ich  sprach:    Hastw. 

15  £r  sprach:  Dw.        20  Ich  sprach:  Die  räch  ghört  got      28  £i  ist. 
S4  md  demQetig.        86  Das  im  idermon  wol. 

247,  1  Das  möcbt  10  Dairw  wol  got  aach.  290  [rers]  nach 
dem  register. 

248  Im  vierten  sprnchbtiche,  bl.  10'  bis  12'  ,Die  geplendet  gerechti- 
kait»»  das  register  fügt  noch  binaju  ,am  geriebt*.  S  hat  folgende  les- 
arten:  6  zw  keim  ent  kumen.  12  vol]  Tnd.  IS  bandel.  16  auf 
diese  nacht  18  Pracht  mir  ein  solche  ph.  19  gleich  entschlumet 
20  mir  so  aigentlich.        23  Vnd  drat.     für.        24  DaJ  Doch.        29  da. 

249,  lö  Aufwallet  19  Wedr.  mer  kent  20  mein  fraw.  29  Ey 
drejm.  dan.  80  grechtikait  Tns  hernach.  Sl  Weder  mer  h.  dS  keins. 
34  war.  86  Der  schalckheit  (zuerst  hatte  H-  Sachs  geschrieben: 
Pee  T.  dann  änderte  er  s  in  r  and  t  in  s), 

250,  3  nicht  (so  in  dem  ganzen  spräche).  8  gueten.  9  im 
höchsten.  14  den.  20  daraus,  21  trüeg.  23  noch  scbewch, 
23  Anspricht  sie  lancksam.  29  Derhalb.  30  die  bawptsach.  30  Pistw  (!) 
erlangst  ein.    35  mnee  Tnterliegen.    36  der  falsch  Tngrechst  obgesiegen. 

251»  20  warheit  (!),  22  vnsrem.  zw.  23  E  wen.  26  auch 
spricht         27  seit  ir»        30  durch  all  mein.        33  müeg. 

252  bis  257  im  vierten  spmchbuche.  bl,  32'  bis  35'  ^Kampfgesprech  : 
Bas  das  Sprichwort  war  aej  Thw  rechte  furcht  dich  darpey  212  [vera]' 
mit  folgenden  leaarten:  4  weren.     6  Erfaren.     17  alte.  24erfaren.    25  und 

253,  3  Bchmachprieff.  8  Weil  das  dw.  26  mein-  29  sach 
mich  düeckisch.  30  Frunckheit  Vor  34  und  254  vor  2  Arckwon 
(als  Überschrift).  34  Arckwon  also  anfing.  35  pist  vil  zw  gering. 
38  klopft  noch  serer  on.         Vor  39  Fmnckheit.        39  Frunckheit 

254,  I  Wen  such stw  in.  Nach  1  als  Überschrift:  arckwon.  8  Weil 
dm  oft.  14  Wart  all  h.  16  Vurpilt  Nach  18  als  Qberschrift: 
S<>Tg»  28  So.  Nach  30  Fraw  vnschueld  a.  ü.  31  wan  her.  Nach 
32  Ich  antwort  a.  iL         Nach  38  Fraw  vnschueld  a.  ü. 

255,  nach  2  Fraw  sorg  a.  Q.  4  Drot  Nach  4  fraw  vnschueld 
a  ü.  Nach  6,  14,  24  und  37  Fraw  äorg  a.  fl.  Nach  10,  18  und 
29  Fraw  vnschueld  a.  0.  8  viel  teter  (!).  12  Im  kercker  mit 
14  sten:  gen.  19  Fraw  vnach.  er  (!).  21  vntreglicher.  23  aignen. 
34  in]  Ysd, 

2S6i,  1  geruech.        Nach  9  Fraw  vnschuld  a.  ü.         14  ursprünglich 
schulde  da,   dann  strich  H.    S.   das  e  durch   und    fügte    anstatt 
nem  ein.        36  das  er  schewcht        37  Schlich.        38  Wie  der. 


526 


257,  6   inicleichen.         8  heut.         Naeb   10   Der   pesehlnes  %  l*^ 

16  Gans  (t).        24  allen. 

258  biß  267  vergl.  band  13,   592  f.     Sieh  auch    Walther   Borley  » 
196  anuu  und  band  IB,  580. 

268  bis  277  im  achten  [verlorenen]  spruchbnche,  bl,  197  ,Gh«prtdk 
warnmb  pos  regitnent  aey  im  lant.» 

278  bia  283  im  dreizehnten  epruchbuche,  bl.  18'  hift  16'  mit  folgen- 
den tesarten:  2  frunckheit  (so  überall).  7  Joui.  U  het  ihon.  15  wer 
her.       17  Vom  edlen.       23  dir  den  weg.      26  Doch. 

279,  6  nie  gar  viel.  10  den  weg,  12  der  franckbeit  wo  du». 
14  de  im  goczd.  20.  23  aprioht]  fehlt  S,  30  pekum  reichtamb« 
34  Hin  ZV. 

280,  4  leut]  fehlt  S         6  er  solch  gr,  r,  g,         12  Gefüert  het  oft 
vnötig.      13  pezwnngen  ;  eintrungen.       16  wurden  thöt      22  mit  helen., 
29  erlernen.        38  den  armen  h. 

281,  28  Drumb  daa  er.       30  vnd  landen  mechtig. 

282,  2  Stetig.      3  Wirt  auch  dardurcb  zv  truemem  gon.     5  aicheti 
ist  k.      9  samelt  vnd  pscblewst       10  ir  doch  selber  nit  gen.       13  pe- 
nuegen.       20  Pey  all  mim  gr.      23  Wilt.      28  die  wäre  fninckeÜ  ite 

288,  4  geruegsam:  vnd  gnlegBam.  11  geleich  gelc*.  21  ei- der 
22  der  man.  23  Ist  edler  den  best  all  r  24  gros  reichtumb  sdieiDt 
33  pewam«  Unter  dem  datum  200  [vers].  Zu  dem  inhalte  vergimebe 
das  30  fafitnachtepiel. 

284  bifl  289  im  zwölften  Bpnichbuche.  hl.  223'  bis  226'  mit  folgen- 
den lesarten  :  5  Ainr  sach  mit  groser  pegierlikeit.  6  und  7  st«! H  S  um, 
6  Wo  mir  das  selbig  würd  zw.  11  den  wider  sich.  14  himL  17  ein] 
fehlt  S,     I9ranckeij.    21  aüessen  trantn.    22garaig.  26  auf  ae«.   28  «eck. 

285,  2  Das.  6  vnd  sprach  zw  ir.  7  0  boffnuag  sag.  14  Steti|{« 
aufhält  mit  dem  v.  19  So  nach  ich  dich  mit^  20  auch  pej  tag« 
21  getracht  22  Daimit  dw  piat.  23  Mit  sin  vnd  gmQet  25  forthü 
mit  rw  dich  lasen        26  hawat  pey-      28  sprach.     33  dw  thest  pii  he 

286,  5  Des.        9  Sam.         10   starck  vnd  gros  ich  h.         15  tnwih 
manigen         21  Wemiietigen      27  Wie  wol  dw  mir  oft  pr.        28 
langem  v.       29  pringetw  doch  pald  wider  ein         32  Durch  boOotuifl 
33  lejd)  frewd  (!)       34  mit  verfug, 

287,  2  baiätw  freuntlichen  pL        3  Ich  hab  doch  ob  dir.       C  wui 
dert  grouer.       9  nun  mein  sein  vrderQecjs.        11  da»  18  lengst 
jaget.        22    hie    w.        23   wüert.        28  dw  lang  h.        33  Mit  vor 
3*5  dardurch  erat, 

288,  4  Solichs  pegert  h.  v.  gehoft.       5  Das  in  den  peinigt  alao  ofV* 
6  man  das  s*       8  sagt       12  det.        21   Rue,  fried,  weib,  kind,  freunt- 
Bchaft  vnd.         27  Müe,    arbeit,  vertruea,    äugst  28  glal   pey    im* 
29  Mit  liöng  verm tischt  die  piter.        36  die, 

289,  4  die  thun  w.  5  main  gwk  haben.  8  vmbunslen.  13  Mit 
dem  verschwnnd.        83  »len.    Unter  dem  datum  200  [vers). 


'U7 


527 


290  biß  294  im  zwölften  Bpruchbacbe ,  bl.  78  bi«  80  (vergl.  dazu 
MG  8,  bl,  79'  im  crewztone  MamerH:  Die  aecba  guelden  frag  «Künig 
Alfonaaa  auf  uin  tag*  1546  Mai  8)  mit  folgenden  leaarten:     11  Alija  er. 

13  tag«.  18  Als  sie  in  aasen  ziinlich  gmieg.  21  Biet  ^eblt  S 
22  sie  pey  im.        24  Der  k.        25  Was  idem  tlurcb  ph. 

291,  1  Des  ersten  antwort.  8  franckbeit  9  mit]  vor,  aus  mit 
geftadert.        11  erbielt  im  ^aumb.       12  Vnd  seiner  poiibeit  liea  den  r. 

14  auch  nüczlich,  p.  15  Die  ander  w.  antwort  23  vertraes  vnd 
den  vTil.  26  nachgreia,  31  vnracz  vnd  Verderbens.  B2  zueeli. 
33  menscb lieben.         34  Die  drit  knustlich  antwort. 

292,  3  das  gleicb  nit  die.  5  got  siezet  auch  am,  7  Er.  8  Dem 
berren  eben  gleich  dem  kn.  11  Wen  pliebn.  14  Darumb  so  frewt 
mich   pillicb    pae   (d.  i.    das).  17  Der   dr.         21  Die    vierd    artlicb 

1       antwort  22   wandert         23   Das   wen    w.         29    auf  daa   irdisch. 

31  weasenlicb.        32  weren.        84  doch  gleich  wie  der.        35  in. 
^^        298,  1  Vnd  daa  irdiBch  hinter  in.     2  Die  fünft  vernünftig  antwort. 
^^fe  gaistüchen.      U  Ste  fueren  ein.     15  gent     16  wo1(f  sie  s.     19  geni 
^BO  mutwillig   die  vnrecht  21  fehlt  S.         22  sechst         27  Daa   in 

Hrdardurch  abfordert  g,        29  rechnung.        30  Secbt,  ob  dem  m.  nembt 

294,  5  von  in  a.    Unter  dem  datym  140  (venj. 
I  295  bis  298  im   zwölften  spruebbnche,    bl.  80  bis  81'.     Ygl,  O^ta 

Romanor.  nr.  237.  Sieb  die  bemerkungen  zu  s.  299.  S  hat  folgende 
lesarten:  2  Anneus.  9  in  den  dot.  11  selber  lebt.  12  im  selb 
sniii  peaten.  20  Wie  vil  get  bin,  24  uembt  die  schnöd.  25  Wie 
man  sich  klaid  fQrwicziger. 

296,  4  vnd  dem.  13  Doch  mit  darneben.  14  scbimpff,  etwan 
Tmbgeben.  20  der  nachtpanrn  deglich  vnd  danck  (!).  23  und  24 
st«Ut  S  nach  26.  25  Der  gleich  mit  26  kewffen  vnd  dem  nach- 
rewen  28  zeit  daa  pue[r]gwerden.  29  zeit  verlauft  e  man  peknmb. 
30  Zeitlich  er,  gewalt  vnd  r.  31  im.  32  Maneberley  vnfaL  33  achlenfl, 
86  den.        39  Gesiebt  vnd  khor,  ffies  vnde  hent. 

297,  3  weng  genewst  1)  Dem  »cbacz.  16  ey  viL  19  dem. 
abiürbet.  22  Nach  dem.  23  des.  24  vergenckling.  25  Solch 
guet  1er.  30  hart  sey.  31  Verlewst  36  in  an  dem  creucz  ist 
ggtorben.        37  Von  herzen  glauben  gottes  wort. 

208,  3  lies  faren.         5  Da.     pleibn.    Unter  dem  datnm   110  fvers]. 

299  bis  301  im  dreizehnten  spruchbiiche»  bl  298'  bis  300.  Sieh 
band  12.  566  f.  Vgl.  MG  8,  bL  198'  bis  199'  im  rosentone  des  Hana 
Sachs:  Die  kurz  zeit  menschlichs  leben  ,Im  puch  von  kurz  mensch* 
liebem  leben*  1546  Oktober  6.  NaheKu  öbereinstimmend  mit  dem 
Sprache  im  fünften  apruchbuche,  bl.  251  bi^  252,  mit  dem  achluß- 
reimpaare:  Vnd  reittet  in  vil  vngemach*  Verlorner  zeit  so  spricht 
Hans  Sachs  und  demselben  datum  1546  am  6  tag  Octobria.  S  18  hat 
folgende   lesaHen:    10  selbert.         11  dardurch   sich  pesser.  19  der 

got  (!).         26  sein    vemunft  thuet.         27  Wie    vil   zeit  get   bin   mit 


528 


28  Wie  vil  aeit  verlauft  mit, 

300,  1  mit  der  (1).  4  zeit  die  puUcbaft  rtid  lieb.  10  ?nd 
dem  ap.  13  stechen,   kempfen,   fechten,   ringen.  14  ghradikeit 

danczen  vnd.  16  haß,  17  Wirt  auch.         18  Vil  mit.         22  tot 

gericht  viid  vor  rechten.       26  gwalt.        27  tbw.       28  küiu       20  Auch 
verschwendet  man  vil  der  zeit.        36  ane.        38  selb  nit  genenst. 

SOI,  3  hab.  13  wol  anlegest  dein,  20  Seim  wort  glatibea 
vnd  d.  Nach  20  Das  vns  zv  saget  ewig  hall  Ynd  den  himeliBcben 
erbtaiL  24  Da  bin  helff  vns  got.  25  1559,  am  29  tag  Jnli.  Unter 
dem  datum  90  [versj. 

302  biß  305  im  dreizehnten  Bprucbbuche ,  bl.  S39  bi«  341  mit  fol-i 
genden  legarten :  4  was,    7  ainsmals.     11  andren.     15  im  die  4  frag  ercL 

303,  9  er  sein  am,  12  ein)  fehlt  S.  pilgrim,  weg*  13  naeht 
in  einer  herberg  leg.  14  künstenreich.  16  eim  gfrorein.  18  pald 
es  der  warm  wind  perüert.  24  paumens.  30  Bcbon  dünckt 
31  maiater  ecbeftig,  35  verschwinden.  37  des  menaeben.  38  in 
dieser  zeit. 

304,  3  vnd  vom  glauben  zv.  8  hecht,  9  schwer-  13  Deglich, 
14  fakchea.  16  der  roensch  kumbt  vmb  g.  19  nicht  gar  erliegen. 
10  Von  feinden,     vberladen,     21  ewigem. 

305,  17  zeitlich  leben  nichs.  21  Durch  Jesum  Criatom,  da  ai 
wachs  Vns  ewig  freud,  wünschet.  23  am  8  tag  AngastL  üot« 
dem  datnm  126  [versj; 

306  bis  309  im  dreizehnten  spmchbncbe,  bl.  341  bis  343  mit  foUj 
genden  lesarten:  l  Panecius  (vergl.  Francisc,  Petrarcha,  Gedc^ckbnch 
Aller  der  Handlungen  .  .  Augspurg,  1541. 3»  54  anf  bl.  58* J.  3  alt  perHembt 
9  aej.  11  Stent  18  Dem  gleich.  21  Mit  hohem  fleia  zv  aller 
zeit        24  kainr. 

307,  2  in  nit.     4  vnfel.    6  Oft  lacht  das  vnglueok  (!).    7  bencken. 

8  das  VDglÜeck.  9  In  mit  in  vngedult  zv,  11  An  all  verstaut, 
zücht  vnde,  15  gar  mancherlay.  18  vnzalpar.  20  Der  gleich, 
21  Ziehen  lang  zeit.  22  schnöd.  24  Der  gleichen,  aremnai  26  Wi 
auch  mit  geferlichem.  27  Durch  krig,  raub  vnd  gencknus  (!).  28  Dci 
gleich  oft  f.  30  Anf  in  dringt  Verachtung  vnd  ach,  81  Oft  durch«; 
kliiffers  dant  S  stell t  nacheinander  38,  39.  36,  37.  32,  33.  34*  35.  33  Tod 
pringet  in  zv  vil.        35  vü  angefochten  w, 

30S,  2  vil    anlaiiffs.  3  am    leib    vnd    am    gemQet.         6  Geren.^ 

9  vnglnecks  zaigt  an,       13  Peschliealich.      14  hercz  vnd  h.      19  wid' 
dein  gewissen  sein.        20  aus  jagen.         23  Epheaios.         26  vmb| 
sein  (!).         27    dem  28  8oIen  32    ergrewft.         33  gelaubens*; 
36  nembt. 

309,  3  Bünde.  4  zv  sünd  retczen  mag,  5  ausjag.  6  So  vil^ 
deinr,  12  Wan  hie  ist  ie.  15  Itj  lenger  mer  zv  vnser  z.  16  Den 
vor,  seit  doch  die  alten  chigen.  17  vnfaU.  20  Vor  gaiatHch,  leip- 
lichem  V.        22  Vor  vntal  altes  v.     Ontor  dem  datnm  126  [vers]. 


I 


>eJ 

nd" 


rw  7 


529 


310  bU  318  im  zwölften  gpnicbbocbe,  bl.  76'  bj&  78,  mit  folgenden 

lesftrteD:    5  thieren.         8  entpfenckniu.         9  sein    in.  J4  wainen, 

hewlen,  seufzn.         15  pis  nack        16  der  imi  bat  der  mensch,    20  er 

^21  aigen.      22  Seinr  gUeder  bat  er.      23  er.      25  auch  noch  sibwach, 

entw.        28  vuterscbaid.        29  lert  es. 

311r  2  jerig  lert  ea  erat  gen.  6  sieben  j&r«  7  ftlter  wicz  per. 
12  ini  Kwainzigat.  14  wanw.  17  Zorn  vnd  apil  in  auch.  21  jugent 
in.  22  nit  daa.  2b  der  menach  bo  gar  v.  26  Daa  er.  SO  in 
den  eatant  dar.  *62  An  vngborsam,  33  Vnirewn.  34  Pringeu 
tu  in  vU.        36  im.        37  Et\\'an  »ein.         38  Oft  atach  ein. 

Ü12,  1  Dort.  3  pringet  deglicb  ein.  4  ander  VDglueck  auf. 
pl2  Dem  menachen  aller   kreft  gepricht.  15  verschwinden   wolueat, 

19  nicbte.  21  Derhalb  kain  dier  geporen  wner  So  schwach  als  der 

mesich  toq  nator.         23  nackat.  *M  Es  bat  federn^  achiepn,  woll. 

28  iO  lanckaam  erzogen.  3Ü  der  alten.  36  kranckheit  vnd  vnrat, 
38  den  etirbet  ein,        39  Geit  es  nach  dem  dot  noch, 

3l3f  1  denoch  kumbt  waa.  2  Yon  h  miat^  acLmalc^  vnd  acbmer. 
5  ert  in  dot  vnd  leben.  11  aller  auserwelteu  z.  14  im  erwache. 
Unter  dem  datnm  120  [vera]. 

314  big  318  im  zwölften  apruchbnche,  bl.  .V  bia  8',  mit  folgenden 
leaarten:  d  wegn.     10  anpiel  (I)  all  atiind      IB  der  atr.     18  aber  doch  d. 

315,  1  disaimirten  2  Vnd  aie  wern  doch  Tnghreumpter.  3  Mit 
iril  groben  laatem.  5  artlich,  9  heftig  trieben.  14  wüem 
%l  hencheley.  23  het.  24  häuf  geauntheit  25  doch  frw.  32  würt 
35  tuegent. 

316,  2  leibeigen  3  sieht,  an  aein  p.  4  dron.  8  Sprach 
nur  die.  10  Pegertn.  12  der  recht  weis  deut.  16  lebten. 
18  Welches.  22  Auch  wolriechent  nach.  23  Diogeni.  27  sein 
waichmüetig.  28  Eina.  spot  er.  31  Der  ghrad  war  von  leib  vnd 
auch  achQen:  kllen.        33  ainr.        36  studiren. 

317,  4  Diogeni.  13  geb  reichlich.  16  e  daa  er  müg  arm  werden. 
18  seina  gel  eichen  20  aprach.  22  achlemer.  23  panmb  ver- 
gleichet. 24  atüenden:  küenden.  32  der  weia  nion.  Ich  dacht 
mir  w,  33  war  34  wQrt.  37  Ein  dieffeu  wirbel  menachlicha. 
38  ecker         39  hals  lies. 

318,  4  Im.  5  Sprach  dein  red  ist.  6  Eben  geleieh  aim  benfen  str. 
8  Darmit  man  leicht  11  gleich  eben.  15  wol  lue^t.  18  körn. 
20  er  vil  zv  verapoten.  22  in,  23  auchet.  24  Sünder  wer  ala, 
25  mancherley.      30  am  8  tag  Nouembria,    Unter  dem  datum  172  [vera]. 

319  bia  322  im  zwölften  apruchbuclieT  bl.  37Ö  bia  380%  mit  folgen- 
den leaarten:  l  acbed liebsten.  16  liemiach,  17  er  vnd  gelimptf, 
18  Nimant  verschont  in  ernat  noch  schimpJ)'.  21  waa.  bert:  kert. 
24  beder,  krieg  vnd  z.  27  Verleuat  also  doch.  28  Fortbin  der 
meuachen  gunat  vnd  b.        29  diimmb. 

32Ü,  1  wan  aolicher.  7  achluheudeu.  13   aeinr.  17    Abr, 

Oma»  SMb».     XXlil.  34 


630 


bd.  T 


18  andre.         20  fein  aenft  hewchlen,  krawn  ?nd,         21  SchtnaieUdo. 
22  Vnd  hftt  auch  an.        23  lobt        35  im.  | 

321,  2  er  ie.  3  oder  abr.  4  im  gewalt  5  wem.  34  Bnchn. 
vnrechz  sich  »ch         38  thierer  (1). 

322^  1  vnd  der  erab.  10  Solchs.  11  sucht  auch  sein.  12  Heilt 
es  auch  15  allen  aiiclieti  r         10  Weil  in  der  h.  ret.        21  «pncbk^ 

Unter  dem  datutn  124  [vera].  ^M 

323  bis  326  im  zwölften  Hpruchbuche,  bl.  381  bie  382',  mit  folge»* 
den  lesarten :    5  Weliches,    elentät.  7  weis    vnd    sprach    nun   thw 

9  ist   alleti    guecz.  12  vnssal.  14  ein    gerunzelt  15  DancLle. 

20  Faid   triffende  a.  vnd  uasen         21  Zitron         22  Kalt  flnes  dis  sini. 
deä  alten  achecz.         22  aug    wo    er.         26  allen   la«teni    war    dure 
achniten.        28  Erberkeit 

324,  1  frej  vnd  gnete.  4  zaecht   noch  straff  aufn,  L  waii^ 
6  Tat  also  plieben,         8  gselen.         13  epnich.         14  geniet.       16  untlj 
fehlt  S.         17  gefreäflig.         21  ein  Tnomlichen  wandet         22  vnd  gar 
prenckiach.          25    vnfals.          27   (leltschueld.          28  Den   kumbt  di^H 
armnt  an.        33  pringe  sein,        34  guete»        38  entiach  ^* 

325,  l  egliach  vnd  ser  grentiach.        4  ab  bant.        6  Wen  er  wiri 
idennon.  9  glebt    in   vnsuecht    vnd  vnt  12  not,    schnöd    rnd 
13  Spricht  man,   der  leit  sein  arm.         21  Da  wünscht  er  im  eelb  oft.    i 
24  gueter.        29  noch  pas         33  alles  kan  kein.        3t>  abr.  fl 

326»  2  3^eren.  10  jOgent.  1 1  erberkeit  18  einfal.     Unter' 

dem  datum   124  [vers], 

327  bis  330  im  dreizehnten  spruchbuche,  bU  234  bis  230,  mit  fol-, 
((enden  leaarten;  5  mancher,      6  möe,  arbeit     7  geleicher.      12  werd 
mag,  16  Pegrewft   mit   arbeit  18  den    wirt         Nadi  20  mu 

komma  gesetzt  werden.        25  gut  doch.        27  groslich  (Ij. 

328,  4  Quei  k  Einst  6  lieb  vnd  guenat.  7  ir  ein.  9  Ittteni 
ZV  aller,  11  Kunst  lest  nit  darzv.  12  wie  mit  25  Gehol  (I), 
danb  vnd.  30  vermügen  vnd.  35  Nembt  auch  noch  degUch. 
38  Durch  erfaruiig  scherpfer  vnd,         30  Subtiler, 

329,  14  durftigen.  16  gseln:  stein.  28  ir  mit.  29  vnd  preis 
dardurch  erlangen         20  der  r.  schmuck  vnd  zier,         31  dar&n  hecht^f 


33  etwan  reichtumb  mit  in  pringen.         39  in, 
330,  2  alle  ^eim  n         11  vna  peschreihL 

nichsen.        22  er,        23  £twan  erliche  kuenst 

Unter  dem  datum  130  [vera], 

331  bis  334    im   dreizehnten    spruchbnche, 

die  erste  bearbeitung  band  22,  s«  244  bia  245, 

arten:  1  Cratetis,        3  aprueoh  ret 

15  Wort,         21  Sie  thetten  ins  zv. 


14  leren.  21  ist 

25  vnd  er  erwachs. 


bl.  232  bis  234.     Sieh 
S  13  hat  folgende  lee- 

10  niesen.         13  ander  »chnöd. 

22  Das  komma  am  ende  ist  an 


streichen.         26  wQrt         29  Pey  den  sie  den  in. 

332,  5  «chmarocaern.  8  gleich   wie  der  wint   z.         9  vnndecz 

schnöde,  10    weder   trew    noch.  11    Yorana    vnd.  18    Woo. 


11  7 


SSI 


15   Solch    guet  pis. 


19    reigkter.  25    die  uebrig    tael  austreib. 

37  Scbreib    dem    philosopho.  39  Zv 


5  abr   das   vrtl.         6  recht 
7  Predigt.  9  fleia  vnd 

17  im   gleich  ein  ort. 
jsewcht»  30  pröeflfet. 


$1  teglich   (1).  32   fert 

Tflterichten  alier  vnd  j. 

333.  2  Sein   g^chwec«.        3  fünfzg, 
aii£&iech.  7  predicantn,  der  vng  gocz. 
mOe.           10  Schreib:    ein  jiir   zw    laden  ein. 

20  Vnd    heint  vom    diAch,  24  der.  2^ 

31  Crate«.        39  geben  dem  gemainen. 

334,  5  dorftens  (I).  irem.  6  zeren  all  ir  z.  11  hei.  12  der. 
l/i  Vnd  ftchnddenu  19  nachhengt,  25  den  misprawcb,  daa  wQnachi, 
26  tag  May.     unter  dem  datuni  130  [vera]. 

335  bis  338  im  zwölften  Bpruchbuche»  bL  109  bis  111.  Vgl.  Walth. 
Burley  ä.  270  anm.    S  12  hat  folgende  lesarten:    12  Verxeret    all   sein. 

21  der  ghrechtikeit  det        27  solt  die.         28  Vnd  die  fromen  von  in 
erlöflsen  29  Den  guetn  «v  schirm,  den  pösn  zv  räch. 

336,  5  «ein,  erkent  ie  wol.  10  worn  veruecht  11  im.  12  Da. 
19  Wer  IT  gwont  in.  25  Wol  angenem,  gar  lieb  vnd  w  26  Auch 
nach.   wOrt,        27  Sein  ged.  mit  lob  Tndotitch.        39  er  die  t. 

337^  4  pracbt.         6  dot  vnd  im.  14  warf  hin  seinen  reben  kr, 

17  veracht^  25    Die   meiaikeit   er    im    erweit.  29   phrtSembter. 

32  flchant.        36  wir. 

338,  2  »chrifte.  4  Der  frnecht  der  puea  zv  nemerj  war,  5  Tneem. 
7  Vni  troet  auch  daa  streng.  11  Vna  freuntlich  vnd  holt».  14  geit/.. 
•piel.  19  Buenden   vol   v,  20  Äin   cristlich   leben.      Unter  dem 

datnm  122  [ven] 

339  biB  342  im  zwölften  sprnchbuche,  bL  111  bis  113,  mit  folgen- 
den lesarten  i  7  man  daa  n.  t  ist.       24  von  in  pesser.      28  durch  ir  ler, 

340,  6  kleine«L  der.  13  ersten  zv  erster.  18  nit.  23  solche  ir. 
26  gfölgig.  28  Auch  auf  der  waren  t  plon.  31  die  waren  fr. 
34  erkennen».  3ö  sie  habn  geirret  schwerlich.  37  Vnd  sink  auch 
gaiusen  gar  geferlich.        38  weren  verd. 

341,  8  toll]  dumb,  14  rechten.  15  thnn]  fehlt  ö.  16  einr 
▼nt  in  die  a,  17  Fueren  ain  lesterliches  18  lenger  mer  darin. 
25  in  aaiupt  seinr.    30  eisre  kettn.     32  zv  mal  sint  alle.      33  Lassen  von  ir. 

342,4  andern  dieser.       6  sie  mit  allen  kreftn.         10  gfelt.     13  So. 

18  man  vor  jam.  20  vngmachs.  21  weit  pesorgt.      Unter  dem 
datum  120  [vers] 

343  bis  346  im  zwölften  spnichbuche,  bl  117  bis  118',  mit  folgen- 
den lesarten:  7  jngent.  15  gselen,  freunden.  17  im  wer.  22  allem. 
29  Das  glueck  sich  nie  het  abgewent* 

344,  3  hin  gancz  plint,  dol  vnd  v»  4  nie.  5  prechen.  pegir. 
9  In  dünckt.           10  Der,           11  Pald  aber  im.           15  spot.  schmach, 

24  Dünckt  sich  der.      26  selb.      39  kampfplacz. 

345,  3  Ains  iden,  wo  der  selb  her  schlach.       10  crt.         11  seinen. 

25  Wol  in.     20  darineJi     27  Vnd  »er  vil.     28  leiblichem       30  schent- 

34 


5S2 


bd.  7 


Soll 


14  erwachü. 


I 


ling.       SB  iu.      S5  iu  In.      36  die  lasier. 
89  Wil  er  v. 

346,  2  haidnischn,      Ü  eiti  ider,        12  gottea  willeii^ 
16  I55b*       Unter  dem  datum   120  [vetB]. 

347  bia  350  im  ^wiVlften  spmcbbuche»  bl  115  bin  117,  tnit  folgenden 
lesarten:  l  das  rueigst,  das  register  schreibt:  geruetest.  Das  regiit«r 
in  A:  rhüwigest.  8  beltstw  für.  IS  Was  er  wil  vod  sein  hera 

pegert.         15  Gancz  sicher  vnd  in.  19  stet         2*2  keren  oft  pald.J 

27  ob  gleich  solches»      28  Wem  staathaft  vud  a.       29  pegnoeg  (!). 

S48^  1  obgenielteu,        21  mit  den  kriegen.         23  Wie  wol  er  bet^l 
29  Weil  er,       peDüegen,  30  zv  det  fuegen.  33  Gancas  plo«,  an. ' 

34  mantl       85  an  r.  n.  pnüegen.       39  Aller  t.  das  höchste  g, 

349,  2  guet  3  hat.  5  nit  8  Sunder  geben  mer  dise  t.  l(^  Wie. 
22  antwort  sol  ick  guet.  24  Der  weis  apracb,  25  dein  b.  docL 
26  der  gab  ainfeltig  schlecht     27  er  guet  unr  aey.     29  ablaitan.     37  leca* 

350»  4  gelaub  vnd,  7  Fried  frend  vnd  rw  in  seim  g.  10  Diu  &llfl  w,  ' 
14  ewig  seligen  r.       Unter  dem  datum  120  [vers].  ^M 

351  bis  354  im  dreizehnten  apruchbuche,  bl  296'  bis  29ö',  mit  fol-^^ 
genden  leaarten:     1  Erlicher  vnd  loblicher    prauch  vnd  gewotibeit  der 
stat  rom  vnd  athen.         7  frunckheit.         8  Paide  pey  alter  vnd  pey  j,J 
14  Gar  herlich  mit  der  priester  seh,        15  So  ging  rat  VTid  die  gniain.] 
18  hy.       21  Pald  man.      26  tuegentreiches       27  erber. 

352,  8  Der  n.  13  ain  arg,  16  Mit  aufaecst,  w,  28  aticb  den 
gmuinen  man  peschwert.  81  ?  Des.  S  Der.  34  zw  tLlter  (aus  er&l 
geändert).      35  lobliche  gwoubeit.      38  erber.       39  daten  erlicb. 

353»  3  pelönet:  gekrönet.  7  Das.  8  in.  9  wurden.  14  offen- 
liehen  lästern.       17  t'Qer.      33  frQnckheit.        34  Setze  ans  ende  punkt. 

35  Ana  ende  komma.       36  leaterlich.     Ans  ende  punkt.       37  hielten«. 

354,  4  Tilge  am  ende  das  semikolon.      5  Den,  welicher.       6  gleic 
voller.       10  mufl  nur  ir  spotfogel.       Unter  dem  datum  120  fvers). 

355  bis  358.  hu  fünften  apnichbuchep  bl.  204  bis  205*  bat  Uam| 
Sachs  die  erste  form  dieses  Spruches  aufgeschrieben  mit  der  Übersebrifl: 
Die  erschrocklich  tra  van  lach  nacht,  ein  tiguer  menachlichs  lebetu.  Diese 
stimmt  nahezu  Qberein  mit  dem  meistergeaange  in  seineni  rosenton«, 
ist  auch  wie  er  am  22  Januar  1546  gedichtet  {UQ  8«  b).  27  bia  SSb). 
Hier  liegt  die  erwciterung  vor,  die  im  dreizehn tt-n  apruchbuche,  hl.ZOfä* 
bis  304',  steht.     Bemerkenswerte  lesarten  darin  sind: 

355,  3  das  menschlich.     18  Den  kung  wuergten,  die  st.     21  nieha. 

356,  1  wnrt.      21  Scblecbt  int  Bcbancz  sei,  L      32  Kum  wideransb* 

357,  1  Ain.  2  Freut  aich.  3  drit  der  hat  luest  2v  b.  G  Wpe«,^ 
7  stecket  krieges  voL  10  schere».  17  verpl endet.  23  gscblecbt  auchfl 
31  Noch  thuet  der  mensch  sieb  nit.       38  Gaisttich  oder  leipliche. 

358,8  Der  mensch  nach  der  sei  b.  10  Fecht.  11  dem.  14  Deiu 
tnenaehlichen  gschlecbt.     Unter  dem  datum  T^O  [vers]. 

35^  bia  ^62  im  13  spruchbuche,    bl  304'  bis  ;i06',   mit   fol« 


r 

I 

t 

icitfl 


U.  7 


5SS 


l! 


Natteo:      10  Als]  Daa.  20  Auch  den  giftif^<>n  n.  21  vber  daa. 

27  Frennt,  gselen.     hauagvind.       29  Erencket  vnd. 

360,  4  küendt  5  Wort,  9  pey  aolcber,  12  er  so  gwaltig. 
14  wurl  15  Paide  pey  (I)  frawen  vnd  pej  (!).  23  eie  mit  endting 
daiten.  24  Bern  iren  armueUeUng.  27  Eurtz]  Künig.  36  flcbuel 
der  maton  gscbicht       B8  Wie  solichs  alzeit  wer  v, 

361.  2  selberL  4  k5m,  7  Das  soU  in  v.  17  Künt.  34  gepirg 
mmeuBchlich. 

363,  5  plnei,  hercz.  maet  vnd.  10  wemoetiges  ranckeo.  15  Oert 
«V  enden  ri\  td gemacht.       Unter  dem  datiim  120  [vere]. 

363  bis  866  im  zwölften  sprucbbuche,  bU  185  Hb  1S7i  mit  folgenden 
lesarien  :  1  sv  dem  most  ^nd  alten  wein.  7  recht.  10  Denfeas  oft. 
11  Inft.       12  Wo  sein  auch  drinckt  der  mensch  zv  vil       14  niin  wiret, 

16  wirt  auch  der  mott  verh.  17  Der  thuet  stecz  die  vngBtnem  pe- 
balten.  18  weis  die  21  scbawen  wie  ein  pild  gemalt  22IttBie/ 
doch,       25  gantz]  dol.      29  keinr  ptllikeit. 

364,  3  Vnfertreglich,  pIntDrstig,  8  2uecht|  vnachteum  eich  erz. 
10  sie  darum  spinen  feint  12  znecbt  in  selber  zv  Tnbail.  15  von 
gneter.  22  wirt  recht  w.  28  den.  24  kumb.  26  Schreibet  27  ans- 
gworffen.  29  gewret.  30  ie  lenger  rainer  wiret  (vergL  s.  363|  14). 
Sl  Ist  den  doch.  33  erfrewt  dem,  34  Paide  sein  gerauet  vnd  sein  h. 
SS  nembt.       36  Scherr)ft. 

365,  4  des  menschen.        II   Sander   vner,  verderbn,        13   erber. 
!0  sich  leichtfertikeit      21  meeiclicb.      22  gar  tuegentlich.       23  Helt 

vn  petrueg  gerecht ikeit.      26  vnd  raten.      30  Pekreftiget      i34  lert. 

366,  1  Dreib.  4  worcbt;  forcht  8  zembt  vnd  vn[t)erwisen. 
10  werde,  13  erber.  14  glauben  sich.  15  Teglichen  iv  nem  vnd 
tich  mer.       Unter  dem  datumr  120  [vera], 

367  bis  370  im  zwölften  apruchbuche,  bL  133'  bis  135,  mit  folgenden 
lesarten:  4  spricht,  ein.  14  ladset.  16  Terseicht.  23  puelerej, 
85  «awffn  vnd  psncketiren.  27  prauchet  ein  krieg,  tmcz  vnd.  28  hof- 
fart,  gwalt  vnd  macht      29  Der  necbste  wirt  durch  sie  veracht 

368,  3  aicht.  6  den  ruecken  genczlich.  12  scbendlicher,  14  Ver- 
aweiflung,  mort.  lö  Dargegn  sagt  der  weis   haid   auch.  21  ge, 

SK  ZV  vergleichen  noch  vil  e.  24  angnem,  26  quilt  vnd  sich  a. 

28  menschn  vnd.  31  selbig  mensch  sich  alle  z.  32  Zemet.  36  Auch 
thuet  er  sich  mit      37  helt. 

369,1  er  mit.  7  klaines.  8  geicz  penüegt,  9  gel  neck,  13gotern. 
19  Hilft  22  clare,  27  Er.  30  Derhalb.  3!  Aus  g.  33  ist  den. 
36  Weder  im  1.,  noch  im  dot 

370,  2  artling.        4  ob  diesem.        6  steckt  so   vil         11  kostling. 

17  am  3  tag.       Unter  dem  datum  120  [vers]. 

371  bis  374  (Watther  Burley  s.  24  f)  im  dreizehnten  spruchbuche, 
1     211'    bis    2\S\   mit   folgenden    lesarten:    4   Ainr.        6  spruechen. 
artlicher.    8  menschen  gar  wol  frumen.    9  dem«,  gnumen.     13  werd. 


5S4 


bd  7 


16  dort  merckt.  18  Nach  dem,  20  Probirt  mit  dem.  23  pleibi 
24  Ynd  helt  frej  vberaL    25  wesen,  stand,    28  omlicb.    29  Das  dM  giiei 

372,  l  penüegen.  2  zw  ist  f  5   Welcher  aber   bat  guetea. 

7  im  stet.  8  WOet.    geiczig-.  9  schart  zy   samen   nacht    vDd, 

15  und  16  fehlen  S.  20  Reichtum  mit  nicht.  21  Zw  dem  andren 
der  weiB  man  apricht  22  Die  weil  vnd  der  zoren  an  rieht,  27  gelb, 
rechi  28  Qepart,  32  stim.  37  Gancz  yngstüem  wirt  das  sein. 
38  dobt  vnd  walt  sein,       Z9  hawent. 

37^,  5  R«chtz  noch  p.  7  rasset.  0  Zv  yergiesen  menacliliebe» 
pluet.  14  weis  m,  wil  vnd  meint.  19  im.  thue,  21  Den  loren 
dempffen  allen,  23  Gar  vil  vnratea  mag,  33  föer  sich  ach.  35  den 
feint  haimlich  mit  gfer.       36  wert.      39  der  weis  not  sey. 

374,  6  Durch.  8  Des  menschlich  h.  vnd  gmöet.  10  Durch  an- 
raiczung  hat  starcken  trieb.  11  In  flaisch  vnd  pluet  seiner  p.  17  gar 
wol  halten  im.  18  Im  selb.  20  vor  mit  v.  24  »cbaden.  25  VergL 
band   12,  s.  567.     Unter  dem  datum  130  [vers]. 

375  bis  378  im  dreizehnten  spruchbuche,  bh  213'  bis  215%  mit  fol- 
genden lesarten:  3  Im  puech  der  kurzen  spraech,  11  gwonbeit  mit 
13  Ininden,  15  sie  doch  drüegent.  22  Knnten.  24  Tod  g«b#B. 
26  selb  darn.       27  dorichtea, 

376f  1  vnd  worten.  5  ain  sach.  8  Prach  sich.  10  durch 
11  den  stolzen.  12  zv  im.  23  vnotigem.  27  ans.  82  inliest 
34  lieb  vnd. 

377,  2  wolüest :  verwüest.       8  verdüerb.     9  Kein  lob.     ?  er  erwüerb. 

13  Mit  gedult  15  vil  vuglueckes.  16  menschlichen.  22  wort  ainen 
rechten  gr.     26  vnd  weltlich.     37  ain  gotaelig.    38  Da  man,   sei  nit  s*  I 

378»  1  Der  gleich  nit  gotea  lob  vnd  er.      2  Sunder  u.  a,  w.  wie  L 1 
5  Wollen  durch  kunst  gesehen.        8  thwet  als  den         13    dritn    aber' 
6nt  man  noch.       15  schnödem.       19  tragen.     23  Schaft  gros  nucz  pey. 
25  Das  solcher  glerter  vil  auf  wachs.      26  wünscht.     Unter  dem  datmn.^ 
130  [vers].  M 

379  bis  381  im  elften  spruchbuche,  bl  252  bis  253'.  Vergl.  Waliher 
Burlej  s.  54  f.  S  hat  folgende  lesarten:  B  seim  11  Seinr.  15  Des 
allerjUngsten.      25  Wurt. 

380.  7  sie  in  die.  11  So  nam.  22  Mit  seinem  v.  23  Dm  h. 
erlichn.  25  küng.  32  schlechte  sawre.  33  sprach.  34  küng,  wer 
solche.      35  Ist,  pedarf.       38  herren. 

881,  2  Anch  dem.  5  geschrieben.  6  anfang:  aafgang.  8  ge« 
schrieben  hat:    verstat.         10  schönen.         13   Vil   gueter   tretFen lieber^ 

14  ZV  thuegent  ex.     16  Äthena  gros  lob  erwarb.     17  Pey  allen  kne<?heQ 
vnd  er  starb.       18  Als  er  gteich  alt  was.       19  jar]  fehlt  S.       20  8eii|1 
puecher  vil  vor  äugen  acut.    21  Aus  den.     25  allen  voickem.    26  Anno 
sal litis  1557t  ^^  21  tag  Juli. 

382  bis  3B8  im  dreizehnten  spruchbuche,  bl.  10  bis  13',  mit  folgenden 
lesarten ;    3  schwedischen.      5  dref^ch.       19.  27  wart 


bd.  7 


585 


bL   219'  bi8  221'.    Vergi 
10  bi«  8.  511.      S  12  hat 

9  »chueleren-         13    Weil 
17  vnd  lert      21  Mender 


383,  5  Peacbreibt  er  »elb.  6  im.  7  Im.  8  Wie  m  het.  13  ge- 
iBedmasiri.  17  gleich.  33  &1L  38  vom.  39  Durch  vier  gar  treffen* 
ticher  stüeek. 

384,  2  Tnebn,  4  Mob.  6  schant.  13  in.  14  verloren  mein 
gnuntheit  16  Ictucd  hat  kranckheit  pej  mir  pt&cs,  25  Gennmen 
hin  das  walzent  glneck,  27  hend  gegeben.  32  aremuet  35  Sebawl 
alio.      38  Pekümer. 

385,  7  der  pestendiog.  9  lioheat.  14  vnghniesam.  18  zy. 
20  Der  gleich  durch  guet.  25  wirt  nit.  26  im  dode.  27  Solch 
pstondig.      ^  \Tid  iorg.      32  DarfQer.       35  pegirt.      38  Ain«.     89  im. 

3^6.  10  Las  kainen  jrtum  sich.  12  rechter.  18  WiL  19  heillig. 
?3  tewBcb.      34  weis. 

387,  2  die.  3  het  das  nit.  5  das  kainem  fDersten.  7  aie. 
90  wttotrich.      25  geehling.       36  ainr.       39  himliacb. 

388,  2  Auch  nit  folg  auf.  3  bis  7  Zum  andren  die  ferfolgung 
dragen,  Das  die  vnt^rm  creucz  nit  verzagen,  Sie  werden  gwis  von  got 
getrOsi,  Aus  widerwertikeit  er)5il;,  Ans  diesem  bartseligen  l6l>en.  Unter 
dem  datum  232  [vers]. 

389  bis  392   im    zwölften   Bpruchbncbe, 
W,  Burley  ».  281  anm.  und  band  13,  s.  508, 
folgende  abweichungen  von  A :    4  küng. 
14  im  sampt  seinem.       16  kunsienreichen. 
ph.      29  Die  straff  pald  nemen  auf  in  z. 

390,  6  AU  er  zum.  9  Het  den  man  lieb.  10  Der  het  von  im  wes. 
12  im.  15  Erlegt  den  k.  16  gancze  persisch.  20  an.  24  nach 
folget  26  Hat  im  auch.  29  Auch.  30  straft  den  kunig  scharpff 
ynd  res.  32  hilf  allen  menachen  aus  not  36  Kelbert.  38  Die  red 
Terschmscht  dem  königf  flpr. 

m       391,  2  rachsel.      4  Den  weisen  er  pezeihen.         16  künig  in  eleni 
^7  Spert  als  gstümelten.        20  anfiel  vnd  auch  pia  wund.        22  Vmb- 
fQeren.      23  preceptorem ;  ob  dem.       28  köm.      34  mund, 

392,  2  Auch,  3  zv  wolfart  körn.  4  sotichs  die  h.  anöm.  8  neid 
paide  mit  11  Derhiilb.  17  dieser.  18  Verfürt  gröblich.  Unter 
dem  datum  124  [vers]. 

421  bis  423  im  dreizehnten  »pruchbuche,  bl  300  bis  301'.  Dies  ist 
eine  erweiterung  dea  oben  a.  122  bis  123  abgedruckten  «pmcheB, 
Die  anmerkung  band  12,  567  muß  deshalb  gestrichen  werden.  S  13 
hat  folgende  abweichungen  von  A  :  5  geform irt.  9  wort  dot  vnd  das, 
12  het  19  8ol.        20  das]  fehlt  8,     vnd  auch. 

422,  15  gleich  nicht  von.  18  ist  er  vom  f rennt  vnferacht  24  im 
peysten         33  Idoch  in  recht        34  that  nicht  helif. 

423,  4  mag.  9  Das  etwan.  24  1559  am  SO  tag  Juli,  Unter 
dem  datum  90  [vers]. 

424  bis  426  im  dreizehnten  apruchbncbe,  bl.  301  bis  302.  Dies  ist 
eine    erweiterung   des    oben    8     124    bis    125     abgedruckten    Spruches- 


536 


bd.  T 


Die  anmerkang  band  12,  567  zu  unserem  Spruche 
hat  folgende  abweicbungen  von  A:  7  ein  rawBchent  koU'ewer.  8  Schreck- 
lichvnd  röacli,  flament  vntl  wild,  U  Sich  selb  freaseot  vor  b,  12  Idoch 
het  Bte  geplenie.       15  nit  recht       19  Souder  guecz  than  hei  idennoiu 

20  weiblich.        21  Tn  rotiem  claid  grewHch  vnd  wild. 

425,  6  Tnd  het  10  gemek.  U  tnegentlicb.  17  Wat  nicht 
wie  sie  wil.  18   thuet  27   Von   der   argen   weit  vnferschneld. 

37  hailant.  tr. 

42G,  7  werd|  weld  (1).         11  In  wunder  sagt  ich  w«  16  ich  ial 

auch  gern.        19  erliden.         20  Kranckheit  vnd  w.        23  wünscht  tm 
auch.         24  salutiB  1559  jar,  am  30  tag  Julii 

427  big  430  im  dreizehnten  spruchbuche,  bl.  209'  bis  211'.  Vergl 
Karl  Goedeke,  diohtnngen  von  Hana  Sachs.  Leipeig  188B.  1,  146.  8  13 
hat  folgende  abw^chungen  von  A :  H  doch  auf  erd  die  rrsach.  h  schalk- 
heit,      10  erber.      14  wurt      15  gar.     18  mit  den.     19  alles  viiglQacki.| 

21  Die.         2S  des.         25  sueser  vnd   senfter.         26  In   dem   dau^* 
uüch,  wie  ein  thet  gon.        27  Zw  mir  ein  herliche. 

428,  1  Ein  fürat   der  retorischen.         7  eokh  hintemus.         8  Den» 
9  Nach  dem.       10  war.      13.     17.    26  laitera.      14  pis  an,       16  apical 
ein  köngin  aas.       16  Die  mit  plumen  gekr.       20  küngin.      25  penoni 
2uegen.    28  nackat    29  dritte  pild  das  war.    B8  Daran  er  sol  auf  steigen.  J 

429,  3  eraich.  4  Da  fraw  tuegent  die  kOngin.  10  vnd  preis^ 
19  An  welchen  z.  26  Allerle j  art  durch  geicaikeil  26  Das  zeucht 
als  ab  den.  29  erbern  gueten,  30  dewtet,  32  Den  menacben 
auch.         38  affect  vnd  pegir  prinL  In  räch,  grim^  zoren. 

430,  4  peraon.  9  achmeheTi.  10  Das.  15  erwacht,  gedacht 
17  Entpfaben  (Entphahen  ist  druckfehler).  21  So.  25  ph&et  ▼»& 
got.     unter  dem  diitum  130  [vers], 

431   bis  434  im    dreizehnten   apruobbuche,    bl.   206  bis  209*.    Du 
ist  eine  erweiterung  des  Spruches  in  band  22,   584  bis  535.     S  18  hmt 
folgende  abweichungen   von  A:   6  ich  mir. 
aterck  vnd  21  werd.         26  Gros  preia. 

sie  all  vberdrang. 

432,  1  erzeli  auch  vil.  6  dot  müest  gwis,  7  entnfleck«t. 
8  diesen  s^shlaf  ger necket.  16  Gentus  sagt:  Das  sol  gMcheli«ii. 
17  Zuckt  mich.  18  dem  luefte»  21  Menschliches  gschlechte»  aller  «t 
82  Auf  eim  a.  sie  bhd.     36  Darmit  in  die.     37  Die  gab  so  h     88  Darfon  e. 

433,  1  eines  stracken  wegee  ging.  2  Wohin  das  weih  den  laitei 
in.  4  Vnd  drottet  14  Nach  dem.  weitta  herdensen,  15  dot 
mit  seiner   scharpfen.  20  wurd  aber  der.  21  Von   im  gedreien. 

22  So  muBt  der  dot  auch.      31  genent      32  geruech.       89  pey  aeiueo. 

434,  1  gerüecht.  3  ghruecht.  5  geleich,  7  ist  dem  menschetL. 
10  folget.  12  Den  im  auch  nembt  der  dot  nit  weck.  15  guecsl 
lob  nach.  17  erber.  19  Leben  in  laster  vnd  vnzüecht  28  imf 
lob,  er  erwachs.     Unter  dem  datum  130  [vers]. 


18  gwalting.        20  mit 
29  Durch  sein  ^orok 


'bd.  7 


537 


34  pasten. 
'25  und]  arg 

20  l^gn  vnter 
31  alle». 


3  t  getrawt 


32 


aie  sie, 
32  rat. 


4^5  bU  44U  im  eilten  spnichbocbe,  bl  300  bi8  304.  VergL  Karl 
(}oedeket  dicbtungen  von  Hana  Sacb».  Leipzig  1883.  1,  284.  Der 
neurtergesang  wurde  am  17  Marx  1541  gedicbtet.  Zu  den  nachweis- 
vmgen  io  Pauli  föge  wendunmut  5,  109.  VergL  aucb  Georg  Bücb- 
mann,  Geflügelte  worte.  12  auEage.  Berlin  1880.  s.  53.  S  11  hat 
folgende  abweicbungen  von  A:  6  alln.  7  mit  groaer«  8  war  er 
noch  reich.  10  aert.  16  Bcbmaicbelten.  17  also  lanckweillig  L 
I  8$  me  got  din. 

436,  4  in  dreyen  alle  tein  bab.  6  Kam  in  der.  zu]  f.  8.  8  Etwan 
allein  ein.  9  Nach  dem  sie.  vrdrüecz  10  Bchwester.  13  truegsam. 
15  So.         22  rnd    vol  r.         23    in    auch.  28  vnd   knecht    wurden. 

stund.         30  jüngst.        31  fn  8.         34  war.        86  in  sawer. 

437,  1  ward         2  war  mer.         12  gar  kein  peesrung         \B  heet 
geleich  ist  ir.        32  santz.        38  nem. 

438,  3  Leich,       4  wegen  bab:    darab.      6  üech.       12  ob  er  wüeg, 
dochter.        15  Lüeseten,        30  gold«. 

4B9»  6  Des,       15  gold.      24  schalten. 
B5  Ich  förcht  mir  gleich  ßQnden  darumb. 

440,  9  gleich  guet  tag.       10  knnden. 
f2i  eitern.        2Ö  euch  nimant.         30  rew  vnd. 
^83  am  19  tag.     Unter  dem  datum  216  (ven»]. 

441  bis  44t>  ira  elften  spruchbuche»  bl.  304  bis  307.  VergL  Karl 
Goedekei  dichtungen  von  H.  Sachs.  Leipzig  1883.  1,  282  und  JuL 
Titimann,  dichtungen  von  H.  Sachs.  Zweiter  teiL  Leipzig  1885.  a.  138. 
In  dieser  zweiten  uufiage  habe  ich  die  wichtigsten  abweicbungen  von 
A.  die  zugleich  beaaerungen  waren,  aufgenommen.  Hier  folgen  sämt- 
liche:  14  Er  wer,  verlepter.  16  ein  rueglich,  19  Sein  leben  lang 
reichlich  vnd  herlich.  In  seinem  haus,  zv  pei  vnd  disch  Möcht  leben 
er  Mltck        26  zv  seim  aun.         28  Erstlich  fast  auf 

442,  4  Da  war  der  alt  den  fleissig  ach  9  Bas  veriros  sie  gar. 
12  era  mit  worten  acharff  vnd»  14  und  15  fehlen  S,  17  Von 
allem  hausgs'nd  vnd  der  schnuer  20  Nach  dem  er  an.  22  wnrt 
er  hastet.  26  fraw:  graw,  27  Het  er  ob  dem  alten  scheuch  vnd. 
29  Gemnea,  wilpret         30  aun.         32  haimlich  gar 

443,  5  sein.  9  Erst,  11  gleich  der  eun.  12  So  frassen  \ms 
doch  die.  19  ain  pettelmon.  20  Den  d.  kunt  er  nimer.  21  solicbs 
gleich.  23  von  im.  25  auch  aungi  L  27  zv.  30  noch  wierm 
als  €-         38  Vn  fersten  den,  grob  vnd. 

414,  1  dem.  nauflf  auÖ'.  6  anherren.  10  kneblein.  14  den 
in  dail        20  Bot  dw  dte.        30  meinen. 

445,  6  hilt  all  a.  13  mergen  d«  i  merken.  14  irem.  15  kindn 
17  Weil  man  pald  vrdmecz  wirt  23  den,  26  trewein,  27  in 
jlftt  gar  n  vergnet,  29  Wolens  vurkumen  dfaen  ach.  30  So 
phalt  in  euer 

446,  5  im  lani  den  kinden.     6  Wo  al>er  die  ktnder  die.      10  Vnd 


588 


bd.  71 


Ire  dltom  an  in  riebt.     18  So  wem  ytiB  vnaer  kinder  thon,     14  gefaaltD 

15  Tergnet        21  eitern.     Unter  dem  datum  200  [ver»]. 

447  bis  455  im  fünften  epruchbuche*  bl,  129  bis  133',  mit  folg:eH' 
den  lesarten:    4  sehr)    hoch.         16  sprach.         22  SelcKamer  tbi«r  der       ' 
fremden  lant.  fl 

447,  1  zum]  ira.  3  Der  leopard  ist  schwind  vnd  rand  Im  tprnuf 
fecht  er  die  dierlein  wund,  G  ea]  er.  9  Bcblecht]  hüerft*  12  wilt 
19  Bonasus  22  i&KT.  24  wirdtj  wQet.  25  flueglen.  32  ma 
foren.  35   und   36   stellt    S   um.  36   Vnd   wechselt   die  Bchnel. 

39  die]  fehlt  S. 

449»  1  wie  ein»  2  hat]  fehlt  S^.  3  hom  hat  darmit.  4  Ihircb- 
stiebt  U  Gilrtt  die  im  fewer  nicht  v.  12  aingeböeTen.  23  mit 
Worten  hell,  24  wie  ein,  27  mit  dem.  32  bis  37  iat  bL  130* 
unten  und  bl.  131  oben  nachträglich  zugeeehrieben ,  steht  daher  aach 
451,  21,        34  hliemen,        35  i?nd   mensehen  v.         37  flewget   in    die, 

450»  6  ErwQrgt  wer    füerget  7  glaubt,  11  bis   20   in  S  an 

späteren  stellen  sserstreut.  1 1  Die.  19  das  edecbälein,  20  Setmeb. 
vnd  gar  ein  klains  gewecbsleio.  22  bis  28  in  S  sp&ler;  ebenso  SS 
bis  36.        25  anfwQerft  er  sehleebl        2B  zw  ringen  drawt. 

451,  1  an  irem.  4  voren,  6  bis  19  später.  Nach  21  folgt 
in    S  449,  32  bis  35,   hierauf  451.    6  bis  19.  9  ist)   wont     ptnem. 

16  hnwet  ^n  seim  soren,  17  ab  mit  seinen  boren.  26  in  der  noi 
32  mit  der        33  rawten         36  klaen»  das  es.        38  Fnmuculus. 

452,  8  Speit   fewer    aus  seim   rächen    gros,  9    durvte.     Nach 
16  folgen   in  S  450,   23  bis  28.     33  bis   36 ;    nach   20  450,    15  bis  18 
22  So  woueii  in  vnser  rifier.        23  und  24  setsit  S  nach  28.        2i  wlt 
er  fein.         26  zwar]  gar.         30  sint  gen.         35  alles  gros  vnd  klfl 
38  herren  köstlich  fueter. 

453,  3  Btinckt  ser,  6  Otter  sieh  anck  7  Peist  hart  vnd  vnters. 
9  vnd  frist  guet  11  waidman.  12  bis  27  stehen  in  S  in  folgen- 
der reibenfotgej  26  und  27,  18  und  19,  24  und  25,  20  bis  23,  12  bis  17. 
12  rein]  klein.  15  graw)  gech.  21  par  gleich  ainferbig.  23  menseli 
geyr  24  in  pirgen  hoch.  25  Nert  sich  von  den  pirgkrewtten  docb. 
30  pschliesen.  Nach  33  folgt  in  S  450,  11  bis  14.  19  und  M^ 
34  vermonen.        38  gfir  hurtig.         89  ins.  ™ 

454,  5  Ein  nneczpar  thier  so.  9  tierle.  iO  milcb,  kea. 
28  sein  herren.  27  den]  sein.  30  seinem  psaicben.  31  vnrw. 
32  »ewcht.        34  biß  in]  eben.        85  Giffti)?,  selczam. 

455,  5  gar]  er.        8  kernen.  10  hie  zw  stewer, 
456  bis  463  im  dreizehnten  apruchbucbe,  bt.  215'  bis  220,   mit  fot«^ 

genden  lesarien:  8  der  17  wider  in  irer.  23  vnglawblig.  27  und 
28  stellt  S  um.        27  der,        28  Von  in  etwan  hab  hören, 

457,  l  wie  sie  mir  thunt  einfallen.         3  In  weitten  vnd.         4  Af^ 
in  India  P.     6  Merck  erstlieb.     Der.     9  Versanckt  sie  oft  in.     IS  Duck 
er  sich  vnter.       15  es.      18  Oree  der  merßscb  stelt.        19  Wuei^et 


bd.  7  539 

iB  der  eng  zt.        28  Zwayhnndert  elenpogen.        27  dueien.        36  ist] 
fehlt  8.    elpogen.      39  Leit  oft  v. 

458,  6  ab  die  schw.       25  Merhund  ist  ein  schedlich.       34  lewten. 

459,  1  gel,  prann.  4  menschen.  9  der.  13  stent.  18  an  dem 
gr.  20  Was  der.  27  Fleugt  in  die  lueft  auf  wie  ein.  28  Nautilos. 
99  Preit  sein  federn  gleich  eim  segel. 

480,  14  Der  logner.  16  vor  mag.  22  ist  die  sag.  23  Eriohtnus. 
84  piiri  gelider.  25  nnd  26  stellt  S  nach  27  und  28.  25  Pectines. 
28  fein  auf  recht.  29  das]  fehlt  S.  ist  auch.  32  Pricht  sein  schalen 
durch  sein  itarck  x.      38  Darmit.      39  auf  zw  mal. 

461,  4  gros  wie  ein  klain  h.  5  Da.  7  lauff  ja.  10  dir  auch 
iint  pekant  11  In  wassern  ?nser  deutschen  laut.  12  Gen  m.  ynd 
an  der.  13  Vnd  sw  dem  ersten  so.  14  Der  hausen  ist  ein.  20  flossn. 
28  Sohaiden  auch  gar  k.  23  waich  Tud.  24  den  h  27  ander  fisch 
rawbiaeh.      35  köstlich.      37  Hat  sOes  d. 

462,  l  Hasseln  die  fisch.  2  ir.  9  Pirsing.  14  petersilg.  15  ein 
schlechtes  lob  h.  16  muerr.  17  Pesser  s.  man  pressen  19  Pleck- 
ling.      26  Wan  sie  lieber  essen  n.      27  aber  zimen  h.      28  pfrillen  fAr. 

36  stirbet  Ton.      38  sint  nit  Til. 

468,  2  ZY  aim.  11  der]  fehlt  8.  ich  auch  ged.  12  folchen  (?). 
18  künigsloben.  31  Tnd  im.  85  Das  er  sich  darfon  sp.  88  dir 
ewig  lob  erw.  39  Mit  danckparkeit  das  w.  40  am  8  tag.  Unter 
dem  dntum  800  [TersJ. 

464  Über  die  110  flüsse  Deutschlands  ist  ein  aufsatz  von  Dr.  H. 
Zimmerer  in  München  im  Jahresbericht  der  Münchn.  geogr.  gesellschaft 
1896  zu  erwarten.  Darin  wird  auch  ein  genauer  abdruck  des  Spruches 
nach  der  handschrift  im  dreizehnten  spruchbuche  gegeben  werden. 

471  bis  476  S  4,  bl.  207' bis  210S  mit  folgenden  lesarten:  7  nit. 
12  einest    25  heillig  gschrift.      27  thennem.    28  sintflues  die  grossen. 

472,  5  Salomo  sein  künckliches  haws.  6  ucberaus.  8  Der  gleichen 
werck  man.  10  ander  gast  sein  red  anfing.  15  tOeren.  16  Gwaltig 
paetey  dut  d.     18  artlich  vnd  ser.    21  weisen  tueft  stainen.    23  Seinr. 

25  iaren.      32  küenstner.      34  kain  künckreich.      89  contrafetisch. 

478,  5  im.  7  peren.  leben.  9  cocodrillen.  11  selczamen. 
14  contrafetisch.  24  elament.  30  mond.  34  finstren.  35  egbart. 
86  Dörffr  vnd  weiller. 

474,  1  und  2  fehlen  S.  10  allem  13  fOglen.  17  wände! :  handel. 
81  und  22  fehlen  8.        28  Ir  wappen,   klainat.        24  Wirt  aigentlicb. 

26  Histori  Schreiber  vnd  poeten.      27  geschrieben.    31  für.      32  künt. 

37  allen. 

475,  1  Vür  alle  andre.  5  noch.  6  künt.  7  Weil.  8  fewer. 
9.  18  geit.  11  krafft]  saft  (!).  15  sagt.  24  frunckeit.  vür.  30  Vnd 
sehwermüetikeit       31  wun  vnd.      37  vnd  (!)  Schneider  vnd. 

476,  6  bis  17  ist  facsimiliert  in  der  bayr.  bibliothek  nr.  19    s.    28. 


540 


7  könig  fürstn. 
wünscht  H.  8. 


8  wurn.         13  hat  geben > 
17  jar]  fehlt  8. 


16   Geleich  den  sMttLl 


Zum  8  bände. 

S  his  28  im  aecheten  Bprucbbuchep  b).  144'  bis  157'.  Die  haad- 
achrift  Berlin,  cod.  msciv  germ.  &76,  25  ist  nacli  A  geBchrieben.  Aof- 
fahrang  in  (?)  MQnchen  1562:  Jahrbuch  fQr  Münchener  gescb.  1889. 
3,  268;  in  Augsburg  1570:  ebenda  s.  374,  83;  in  Nördlingen  1574: 
Schnorrs  archiv  1885.  13^44;  in  München  1597:  Jahrb.  f.  Müncheii.  ge- 
Boh.  Sf  374  f«  Auch  der  Augsburger  notar  und  uieistereänger  Georg 
Danbcck  verfaßte  eine  comedia  von  den  seohs  kempfem,  die  1613  im 
Danzig  geepielt  wurde,  vermutlich  eine  hearbeitung  nach  H.  Sachs^ 
Sieh  J,  Bolte^  Das  Danziger  theater*  Hamburg  und  Leipsig  1895.  a.S6f. 
Georg  Lucz,  trabant,  widmete  diesea  spiel  als  von  ihm  veifaOt  dem  en- 
herzog  Ferdinand;  vergL  dazu  Karl  Goedeke,  grundriß  II,  s.  406  ar.  388. 

8  6  h&t  folgende  abweichungen  von  A :  2  kempfer  in  den  ichran- 
cken.        5  diesem,       15  stat 

4,  2  kain  ach  ad.  5  zwaj  trabantan  vnd.  6  rattel.  13  ser« 
21  leib  aigeoen  22  So  wirs  frejen  mit.  24  der  kainer.  28  rnftot 
31  küncklich.      32  gmaine.      34  gmain  vnd  der  rat. 

5,  t  lassen  nit.       7  leib  aigenen.      34  naigt. 

G|  4  eur  mayestat  den  prieff.  22  vnser,  24  Ser  groaen  scbadeo 
wider.  27  Habi3n  »er.  30  nüeczt,  31  verderblichen,  32  Derhalbeiu 
küncklich»        35  Der  wer  fdr  paide  atete  guet. 

7,  8  «chad  g&gen.  9  machen,  18  gebn,  21  wer  noch  geirtnt 
31  ?ntergebn 

8,  6  volck  gweltig  vnd  pr.        7  seczet.        13  weng.         15   lie 
18  kriege,     auch  gar  vrdrüez.     27  thw.     28  boI    B4  wo  In.      35  Die  ai 

9,  5  Herolt  ge!  hais.  14  Die  stat  boI.  27  Daa.  28  Ug  de«.' 
31  Da  »teil      32  Stellen  gern  est  mit  harniach  weer. 

10,  3  geomet.  4   Das  der  krieg  eich   frej   müg.  14  liebi 
16  küne.       29  von]  an  (!). 

11,  3  mein.       31  dewrer. 

12,  6  die  Körnen  8  kampfstüeck.  16  elioh.  2a  fraidsger. 
23  von]  an  (!),  sieh  ku  10,  29,      27  Zw  kämpfen  den. 

13,  9    Lieber.      gesegn.        20    vnzwdrent.        26   Wir   wola   bewi.^ 

27  traurn.      28  gelüeeklich. 

14,  12  dapfr.  13  Schawt.  17  Bprüng.  20  wirt  tiidergeschlageii^ 
25  «ch  wenden       28  jüngster  {]].     ligt. 

15,  27  kampfatQecks        29  auf.      *51  amechtig  d.  i.  anmechÜg. 

16,  14  achreit.       28  Rom  der  stat       34  Aigen  vnd  ewig. 

17p  1  euer  küniclich.        5  eur.        7  krieg  deiten.  14  zw  hant 

28  elent  drawring, 

18,  8  Horacius  der  jung  {[).      16  eren.       17  das  leben. 


1 


bd.  8 


541 


13  wilt  mich  auch.       19  ein  die»       23  gichweyeti- 


I 


lü  tue 
22  Er- 

15  frey] 


\i 


19,  7  gar  eleni.  13  wenger  den  zway,  17  wem  gleich  aucb. 
2ä  habrt. 

20,  4  gehört 
24  vetem« 

21,  3  kttiiiclicher.  8  gent  aus.  Auch  flcbleichen  alle  dotten  dar- 
fui,       19  sendicliche  (!>      24  Foferscbuld       '25  Yu;  sieh  das  regisier. 

mörderische. 

22,  2  TDpildfl.  4  Deinr.  aeint  wir  gar  entsesgen.  6  schenitichen. 
16  den  gmelteo       34  das. 

23,  11»  Frechen  wir  ¥ii6er  aign. 
24 f  9  verloren.       14  pin  auch.         15  wo  luir  den  auch 

nemen  wQert        18  den  in  Rom.        19  drauren  müest  vnd 
worben.      28  mag. 

25,  4  haubet       13  gferling,       14  in  gleich  frey  ledig. 
•ein«      24  reuoziren.      25  des.  quetiren. 

26,  3  kOnckliche.  7  mein.  11  verwegen.  15  bis  80  auf  bl  310 
Von  H.  Sache  nachgetragen.  31  Ewig  lob,  preis,  mm,  danck  vnd. 
32  kQucklicher. 

27,  8  wagten  ir  tewre«.  9  Ea  =  ehe  eie.  13  auch  gar  nit  ver- 
•chonen    Der  in  hohen,  edlen.       20  ersamkeit.     22  pelC^uen.     37  nam* 

28,  3  nam.       6  das  aufnemen.      8  wünscht  ir  von  Nürnberg. 
L       29  bi«  53  sieb  band  20,  b.  47»  und  s.  559. 

,  54  bis  80  Die  lesarten  der  bandBchrift  sieh  band  20,  561  bia  564 
und  vergL  band  20,  *i4  bis  112.  Gedruckt  ist  die  komödie  des  achten 
bandea  bei  Joh.  Oust.  Büäcbing,  Hans  Sachsens  trauerapiele.  Nürnberg 
1824.  band  8,  a.  125  bis  158. 

81  bis  106  im  aiebenten  [verlorenen]  sprucbbuche:  ,tragedia;  Der 
ritter  von  purgund  698  vers.*  Berlin,  cod,  mscr.  germ.  576,  24;  ist  nach 
A  geschrieben,  Einzeldrnck  Iöl4  s.  in  der  bibliagraphie  im  nächsten 
bände.  Lützelberger- Frommann,  Hana  Sachs.  Nürnberg  1891.  s.  239 
bis  269.  ltJ4li  Oktober  16  in  Dresden  Ton  Erfurter  Springern  agiert: 
FQrstenau.  Zur  geacbichte  der  musik  und  des  theaters  am  hofe  zu  Brei^- 
den.  Dresden  1961.  l,  \06,  Vgl.  Seuflferts  vierteljiihrschr.  1888.  1, 
277  biü  280.  Goedeke,  Dichtungen  von  H.  Sachs,  l,  a.  241  und  band 
22  dieser  sammlung,  s.  412.  Sieh  auch  R.  Köhler;  Jahrb.  t  roman. 
und  engl,  lit  1h6L  lll ,  g,  57.  /l'ragedia  von  zweyen  rittem  au'.^  Hoch 
Burgundia*  wollte  1593  der  puppenspieler  Andreas  Hothe  in  Dan^ig  spie- 
len.   Sieb  J-  Bolte»  Das  Dansiiger  theater.    Hamburg  und  Leipzig  1895  s-  27. 

107  bis  130  im  siebenten  [verlorenen]  apruchbuche:  .tragedia  Falsch 
kaiaerin  mit  dem  graffen  166  [versj.*  Vergl.  band  22»  s.  232  bis  233. 
Sollte  1574  in  Nördlingen  aufgeführt  werden:  Schnorrs  Archiv  1885.  13,49. 

131  bia  160  stand  im  siebenten  (verlorenen)  tspruchbuche:  ^Comedi 
Die  kaiserin  mit  dem  ausezigen  324  [vera].*  Einzeldrucke  sieh  bibl. 
in  band  24.  Gedruckt  bei  Joh.  Gustav  Bßsching,  Hans  Sachs.  Nürn- 
berg 1824.  3,  l  bis  37.     Vergl  Gesta  Homanorum  249  (Oesterley ,    wo 


542 


1x1  9  j 


2,  3,  35  zü  lesen  iet).     Äuffabrung  in  NQmberg  sieb  Seufferts  Yterteljahr-« 

«chrift  1890.  III.  36. 

161  hh  196  vergl.  band  17,  a.  529.  Gedruckt  bei  Job.  Orut  BQ- 
Btihing.     Harn  Sachs.     Nüroberg  1824.  band  3.  8.  191  bis  23a 

197  bU  218  im  achten  [verlorenen]  «pnichbucbe:  ^Cornedi  Maclus 
äcenola  der  romer  645  vers/  Wien,  k.  k.  hofbibliothek,  Vergl.  Kirch» 
bof,  Wendunmutb  1,  15. 

219  bii  260  sieh  band  la,  8.  593  bis  595.  Gedruckt:  J.  G.  BtUcbing. 
Hana  Sacba.  Nürnberg  1824.  band  3,  a.  239  bis  294.  Aufgeführt  1575 
in  Nördlingen;  Scbnorra  Arcbi?  1885.  13,  49.  ,01wier  und  Artm' 
w^urde  in  Dan  zig  am  28  Februar  1594  von  ktUrBchneni  gespielt.  Sieh 
J.  Bolte,  Das  Danziger  theater.  Hamburg  und  Leip^tig  1895.  a.  28L 
59.     Vergl.  öervinus^    Geacbichte  der  deutschen  dichtung,  U*,  s.  349, 

261  bis  299  im  achten   (verlorenen)  aprucbbucbe:   «Gomedi  Ritt 
gatmj  mit  der  berzogin  IQIA  [vera].*    Über  eine  aa€11hning  des  Galmj 
vergl  J  BoHe,  Daa  Dan  Kl  ger  tbeater,     Hamburg  und  Leipzig  1895    a^ 

300  bie  339  im  aiebenten  (verlorenen)  aprucbbucbe;  «Oomedi  Bian- 
cetfora  mit  dem  pfaben  1114  [veraj.''  Sollte  1576  in  NOrdlingen  nuf- 
gefQhrt  werden:  Schnorra  archiv  1885.     13,  49  und  s.  56  anm. 

840  Ma  865.      Vergl    band  2,  237   und  dazu  band  21,  361-      Ül 
eine  auffOhrung  in  Schneeberg  1665  aieh  M.  Fürsteuau,  Zur  gesehichtcj 
der  muaik  und  des  tbeatera  am  hofe  au  Dresden.    Dreadcn  1861.  1,225 

366  bia  387  im  mnfteit  aprucbbucbe,  bl.  193'  bia  204.  Einaeldruck 
aieb  bibliogr  in  band  24.  Vgl.  band  2,  216  und  dazu  21,  360lI 
Vielleicht  aufgeführt  in  Nördlingen  1606:  Schnorrs  Archiv  1885.  13,71. 
Sieber  1646  am  18  Oktober  nach  dem  churfüratlicheu  handkaleiider, 
Dresdn.  hs.  Q  270:  In  der  Rieaenstube  haben  die  Erfurtischen  Springer 
eine  Tragödie  von  Lorenz  (die^e  iat  von  Hana  Sachs)  agiret.  Sieh  Für- 
sten au,  Zur  geschicbie  dermuNik  und  des  theatera  am  hofe  xu  Dresden. 
Dreaden  1861.  \,  235.  S  bat  folgende  wichtigere  lesarten:  7 
12  E  Meaaina.         1 6  maide.        26  weil  der  v. 

357,  4  E  Meaama.       12  Zw  dem. 

368,  4  ewer  will  v.       15  kleinen  (t).       17  ist  auch  ein. 
35  Vnd  pacblulich  (1). 

369,  1  vnferprQchlicb.  3  spricht  9sw  ir  selb.  7  w&is.  23  iß; 
vergl.  achwank  159,   15. 

37ü,  5  Gueter  aittn.   Htil   vnd  vndadebcb.         14  hast  mir«       p1uet»^H 
18  spricht  vnd  gibt  ir  daa  kettlein.      23  Darin  sehen  sein.      25  nenibi^| 
ketten  vnd  prieC      26  den  kurczen.      27   meine.       Nach  29  Sie  getit 
paid  hinaus.       30  aecundua, 

B71p  1  Darin  ich  also  flam.      3  Das  ich  abnetn  an  leib.       5  vmb- 
fangen.       17  atewr.       23  ptauck   mich.        24  In  guet  ich  dein  di 
gedeuck.      27  Doch  denck  ich. 

372^  3  prüeder  kurczn  st.     5  aambt  in.     15  euch  herczUcli.     17  < 
nie  dQrffen.       18  ich  euch»  offenwaret      25  liebe  mich. 


873»  23  Ic«  pin.      27  U>roBC*o. 
374,  2  legn  Terfalbe. 


28  thereiu». 


375,  1   wöl  wirn  vor  gericht       6  wüert       32  Da  er. 

376,  17  niemandt  sehn]  nimbt  aeben.  21  er  Ym  »olicbs.  25  in] 
fehlt  S,       3t  So  pleibt  all  g&ch  beiinlkh  vnd. 

377,  3  Wir  zwen  wollen  die  schmach  wol.  4  rappim  durcbatecben. 
5  herein.  9  Lorenczo  mit  20  ge  mit  vns  auf.  22  tuaid.  26  Lo- 
rencxen.     er  plickt  auch  herwider.      29  Lolenczn  [!j  tiichs  gewer. 

378,  3  baimwercÄ.       13  haben  in  ausebickt.        14  Zw  schicken  fl). 

379,  2  quartos.  3  maid.  14  Dein  praeder  haben  mich  e. 
16  peepruecat.       17  iren  wem.        18  Sie  meioen  dotten  leib  pegraben. 

26  clegling.      30  es  in  w,      35  Lisabetta  wint  ir  hent  s 

380,  8  ?rlob  sollen  wir  hinaus.     24  wert.     25  Werd  vng  noch  in  ala. 

381,  11  das  dotten.  13  er.  24  schmeckent  thw.  26  einen 
grfien.      27  hanbet      28  Auch, 

382,  G  der  ist  petr.  13  aignen.  18  frenntlich  scbmueoken. 
28  ueber  ailffe.      30  quintus. 

383,  4  Halst  vnd  kQeset  vnd.       13  Vnd  h5rn.        17  ir  heimlichen. 

18  pia  ich  den  scher ben  pring.      20  ht  ein  wanckelinüeÜg  d.     24  da. 

884,  1  mim  ewer.        4  Der  wirt  dir  wol  den.         13  gebn  ist  woL 

27  knechte«.      28  vna  erstochen.      30  Ntin  mues* 

385,  5  föraehen.  9  faren  dar  15  Weil  wir  gar  nicht  19  zw 
fuem  vnd.  20  werd.  22  E  wan  ausprecb.  30  haben  gwis  g. 
32  Haben  all  ire  sohecz. 

386,  3  pitrikait  6  gemach  fns  füer  fues  ret  auf  dem  weg. 
12  Der  heroU  drit  hinein  vnd  peachlewat  15  örnlich.  29  Pi«  sie, 
ledn,  29  wol:  sol.  32  auch  wol  hüetten.  36  Auch.  37  ainr  in- 
ordenlichen. 

387,  21  ZV.      590  [vers]. 

388  bis  398  im  zwölften  Bpruchbncbe.  bl  233  bis  239.  mit  folgenden 

Jeaa-rien:     14  im  gesieget        18  Olimpiadem.       22  Kam  also.      24  er. 

389,  3  pekent  (!).      8  noch  ain  g.       9  Der  wart  Olimpias  ser  gram. 

19  Wart.       28  aufriebt.       29  mm  vnd  lobs. 

390f  2  Ynd  bueb  Älexandmm  entpor.  9  p rächt  seim  v.  Hscharpff 
A.  15  pezwang.  16  Das  znm  thail.  abgf allen.  18  Athenn.  er 
hoch  geert  (?).  27  auch  die  »tat  D.  30  «täte.  31  dem.  38  Den 
Philippns  V.      89  Penjen;  vergl  391,  15. 

391,  5  vnd  durstig.  12  seiner.  16  Doch.  18  Die  gros  bawbt* 
«tat  in  Lidia.  20  die  gwaltig,  22  Fund  im  terapel.  25  wurt, 
30  Paphliganer.  34  Von  dem  lag  er  dot  kranck.  36  zu]  sich. 
87  mit  groaem. 

392,  7  Statira.  13  pracht  hinein.  16  Des  poeten  Homeri.  17  ain 
erwirdigen  schacz.  19  Sich  wider  rüestet  zv  der.  21  VViderum, 
25  EQng.  fluecht  hdrt  26  gfangen.  29  Auch  das.  30  mit  grosem. 
22  alles  sein  kriegsfolck  gemein«        36  Ynd    thet   auch    gar    tiranisch 


544 


bda 


Tberwuni.      8  atorm.     9  aeüi. 
14  indiBchen.         18   Calanttm. 

36  im  A.      38  occi&iii»cli.       . 
6  kflnig  raist         10   Paide  tli 

22  götteni  opfert         25  Dm. 


wern.       37  PhOotum.  1 

393,  8  Das  Bicb  durch  achleclifc  red  liet.  7  Vnd  im  htiimlich  dtt. 
10  kvtch,  in.  22  auch  aUem  volck  g.  24  Da»  CaUsteues.  39  er^ 
weiter.  30  Auch  BJnt.  31  Die  tm  Bein  doi  hetit«ti  geflchworn.  S7  sUi 
nach  der  andren. 

394,  1  Tokks  auf  dem  weg  im.       4 

12  Idoch  wurt  er  liail   von   der  not. 
28  Bolt      32  plieb.       34  Vnd  e  er  im. 

395,  3  auflgstiegen.  5  geBteiien. 
l.  vnd  ZV  iiK  19  kOng  C.  mit  natu. 
27  Küng.       34  Daa.       35  würd.       39  zaichn. 

396,  4  Sein  auf  die,      9  Peim  kÜng,  tiilt  all  sein  f rennt  verdacht 

13  hauptleutn.  17  Dem.  18  wider  twent.  21  schneller  elL  29  tf 
het  gnumen.  32  dem]  fehlt  S.  33  Zum  dot  zv  siben  anefing. 
36  Ton  de»  kunigea  leib  die  sei. 

397,  15   sein   herschaft         16   doch    oft   get  zv,         19    auch,   da*. 
23  ZV  dem  ar-hadn.     25  seim  vaterlunt,     26  Genugsam  pliehn.     21  Anelü 
»ecz  ich,  ob.     30  reich  weittert  vnd.     32  oft  erst  vnglaeck.    37  oder  durcli.1 

398,  3  Oder  mit  plueting  krieg.  4  den  kriegafuersten.  5  «olchi 
gleich.  7  aigen  vTid  natürlich.  11  sambt  leib  vnd  leben.  12  got 
darfon,       24  Pey  allen  fnersten.      26  400  [ver«}. 

399  hie  404  im  zwölften  Bpruchbuche,  bl.  230  bi»  232:  ^Das  leben 
vnd  ent  des  mechtigen  künig  Darii  in  pertia**  mit  folgenden  lesartenr 
5  Persiam.  11  fler  junger.  12  vil  laida  gethon.  17  Dreisg  danteiit 
vnd  drey  an  den  tros  Zw  fua  vnd  fünf  tauaent  zv  roa,  23  dae 
im  lant  Weliches  Thawrna  ist  genant. 

400,  4  Aus  dem.       7  dem  hantütraioh.      8  Da  paide  kUnig  wufde 
wund.       10  atadien.     15  Sein  credencz  vnd  gemünztes  gelt      17  Aue 
dea  kunigea  dochter.       19  sie  züechtig  mit  Worten  milt     20  Tnd  thelf 
in  aller  zuecht  »ie.        28  Entpot        24   Zw   lOsaen  aeine  Hebe  pfanl« 
25  Bchluega  ab.      26  das  künigreioh.       27  solioba  meaiet  sich  geleie 
32  paide  h.      34  Doch.       38  Darfor,      39  küng,    gezwungen. 

401,  4  wurn  pey  ailffdausent       8  virczg.        10  discb,  penck,  «tu« 
vnd.        11  von   zobl    vnd   weh.         15  war  durcbaeczt         19    jung 
21  hauptleutn  vnd.         22  kunckling  sal  anstiea         23    in    glat    ab  nf 
aschen.      27  Seinen.       32  Zum  driteu  m. 

402,  1  Alao  künig  D       2  dem  pe.«?teD  adel.       8  in  »etber  gfangen* 
10  legt  in  an  awwe  (I).       11  feint  naheni  kumen.       15  Zw.    20  waaaeft. 
21  S&gt:  Dein.      25  er  pewissen.      31   In        35  zebern  (wie  Keller  ver^j 
mutet  hat).      30  kunckling.      38  nach  dam.      39  Lie«  In  aein  erzet, 

40d,  8  herm  ain  v,  9  würgen  gar.  13  ide  gipfen.  14  mörder*  ] 
18  vergalt  sein  vntrew.  20  aeim  gwaltigen.  24  Hie.  25  Das  kdnj 
reicb  auf  erd  pstendig.  27  gwaltig,  weis,  dapfer.  28  Hai  es  doeh 
nur  Bein  patendikeit.      29  geornte.      37  alle  alte  reich  zergangen. 

4U4,  2  Perflier*  Sirer»  L.        3  vnd  der  Albaner.       y  thier»  vergifte 


U.8  545 


10  Also  iflt  ics  auch  im.       14  zerget.     16  wir  die  cristlich  g. 
Unter  dem  datum  200  [vera]. 

405  bis  408  im  zwölften  spruchbuche,  bl.  125  bis  127:  »Drey  treum 
so  aa  kaiser  angnsio  sint  war  worden*  mit  folgenden  lesarten:  7  vor 
her.  14  Mit  gwalt.  17  sein  krön.  20  wnrt.  24  Aim.  27  Da 
war.      28  ainem  (!). 

406,  5.  20  adalar.  11  aus  geriebt.  19  Den  (!).  30  prechtig, 
goÜiiig.        83  Wer  dieser. 

407,  2  Kaiser  Julius.       3  sum.       4  So  pald.       8  ainer.       10  het 

11  gemainen.    16  Wart,   nach  k.    29  an  sein  geheum.    86  Den  träum  J. 

408,  8  sie  imer   sein.  9   Wan   treum   sint   phantasey   allain. 

12  Solch  treumb.  15  sol  ain  Grist.  18  19  tag.  Unter  dem  datum 
120  [Ters]. 

477  bis  480  im  dreizehnten  spruchbuche,  bL  253  bis  255,  mit  fol- 
genden abweichungen  von  A:  3  thunt.  6  hab  so  w.  11  Verendert. 
kflnicklich. 

478,  8  selb.  9  thiranisim.  12  Ynd  wer  darw.  13  Den 
slaniffet  er  pald  an  dem  1.  18  In  mit  zv  dempfen.  21  Dem 
irembdn  kr.  günst.        25  Ynd  in  E.        27  seinu 

479,  2  nicht  mer    mislingen.        3  Fing   recht  an.         6   anderm. 

9  ihet  im.  10  herter.  15  nach  all  seim.  16  sie]  gar.  19  Ir  kam. 
88  wol]  erst        SO  ains  lantherren  gn. 

480,  6  Der  vntrew  künig  wnrt  gefangen.  7  ain  st.  gehangen. 
11  obrikeit.  20  Dem.  22  pey  sein  vnterthon.  23  der  selb  hawff 
bebt  an.    Unter  dem  datum  130  |  vers]. 

501  bis  504  im  dreizehnten  spruchbuche,  bL  257  bis  259,  mit  fol- 
genden lesarten:  6  Delphos.  10  wart.  20  er  wurt  alt.  21  erheben. 
82  legen.        25  sin.        26  aber  das  weib  A.        29  aufziben. 

502,  6  Vor   dem    der   vater  sich.         9   hat   er  in   erkenet   eben. 

10  Pey  seinem  aigen  schweri  12  entpfing.  16  fuer  lob  zv  er- 
werben. 18  Derhalb  vor  vnd  nach  der  kOn  mon.  19  Het  neun. 
20  wilden  th.  21  Vnd  an  raubisch  mörd.  25  Speisset  auf  das 
pest.  82  dran,  den  a.  36  zal  jagbund.  37  Hieb  es  mit  sein 
lenen«        38  Das  schier  das  gancz  lant  het  erOst. 

503,  4  den.  5  hinab.  7  fünften  Glamastem  auch  not  10  het 
vmpracht.  13  im  in  dem  gras.  14  Die  er  haimlicb  erstechen  was. 
19  Wandrer.  20  Vnd  legt  sie.  in.  22  Hawt  er  im  ab.  24  Den- 
selben, er]  fehlt  S. 

504,  7  Kert  er  mit  den  k.  9  Mainet  sein  vater.  15  Detten 
nach  mm  vnd  e.  19  landzwiugern ,  mördem  vnd.  22  mocht. 
Unter  dem  datum  130  [versj. 

505  bis  508  im  dreizehnten  spruchbuche,  bl.  255  bis  257  mit  fol- 
genden lesarten:  6  vnd  merckt  doch  gwis.  10  wunderperlich. 
18  fmme.        27  Doch. 

506,  2  Rum,  lob  vnd  preis  dardurcb.  5  durchbin  stridt.  8  seinen 
xxui.  35 


&46 


wunderparen  »iegen.         13  dieser,         32  Die  weil  er  Äuf.         35 
vor.        87  drik.        89  die  Catua. 

507,  2  Drunib   Hercules   zt  dot  id  scbbieg.      5   grewlich.      9 
ab.         15  verj. flicht.         26  ir]  fehlt  S.         27  mehr]  vnd*         38  Der 
guelden  opfel        35  Der  guelden  öpfel.  j 

508,  1  weit  mer  von  m ordern  vnd  r.  4  hat  der  held  all.  5  M 
doi  geflch lagen  vnd  gefangen.  8  frumen  war  genent.  19  Vber- 
lande  on  groae  gfar.  21  Die.  25  ent  nöm^  26  pegert.  üuter. 
dem  datam  130  [vers]. 


Zum  9  bände. 


d 


3  bia  11  Gedruckt  ala  9  faatnachispiel.    In  der  idee  berfihrt  ea  sirh 
mit  dem  13;  vergl.  auch  das  78  faaln.  und  band  17,  255.     Ä.  L.  Stiefel, 
Ueber  die  quellen  der  Hana  Sachaiachen   dramen:    Germania   n. 
(S6)  jabrg.  8.  10. 

12  bis  22  Gedruckt  als  13  fast« achtspiel  nach  Han§  Baeh8eiii| 
achrift.     Abschriften  uub  dem   16  jahrh.  finden  sieb  in  München,^ 
4503b,  3  und  im  kloater  Einaiedeln,  nr.  686»  a.  122  bis  132.     DeiTdiä^ 
zeldruck  Weller»  Huna  Sacbs-bibliogr.    nr.  191  beaÜKt  die  Berliner  kgL 
bibliothek. 

23  bis  34  Gedruckt  ala  16  fastnachtspiel.  Sieh  dazu  daii  3  bä 
eben»  P.  V  f,  Carl  Drescher,  Studien  zu  Hans  Sachs.  11.  s.  L  Ä. 
Stiefel  a.  a.  o.  s.  11  and  narhtrag:   Germania  25  (87)  8.  207. 

35  bia;4ti  Gedruckt  als  18  fast n ach tspiel.     Sieh    dazn   das  3   bi 
cbenp  Ä.  Vlll  f.     Vergl.  Valentin  Schmidt,   P.    Alfonsi  disciplina   cleri- 
calis  B.  136.     Leonb.  Lier,  Studien  zur  geschichte  des  Nürnberger  fas^ 
nachtspiels.  I.  diaa.  Nürnberg  1889.     (Abdruck  aus   den    mlttheüung 
des  vereinB   für   geschichte   der  stadt    Nürnberg   1889.   8,   87   bis    16 
s.  54.     A.  L.  Stiefel:  Germania  24  (36)  t.  11. 

47  bia  59  Gedruckt  ala  21  fastnachtspieL    A.  L,  Stiefel  a.  a.  o.  «-  14. 

60  biß  71  Gedruckt  als  36  fastnachtspiel     Vergl.  B,  WaVdis  111.  lg 
und  H.  Kurz  zu  dieser  fabel     J.  M    Wagner,  Archiv  f.   d.    gesch. 
dtsch.  spräche.    Wien  1874.  s.  325  bis  328.     A.  L.  Stiefel  a.  iL  o, 

72  biä  84  Gedruckt  als  37  fastn  ach  tspiel,  dazu  blLndchen  7,  s.  XtV. 
Leonh.  Lier  a,  a.  o^  s.  57  und  69.  Das  spiel  begegnet  sich  im  aioif 
mit  einem  außerordentlich  heiteren  zwiachenspiel  von  Catderon:  Der 
dragoner.  Sieb  Edm.  Dorer,  Naehgelasaene  sehnfteu.  hg,  von  gnif  Schack. 
Dresden  1893.  I,  206  bis  217.  Der  kern  der  handlang  auch  in  Louis 
Schneiders  stück r  Der  reisende  atu den t  Sieh  Schnorra  archiv  1886.  14,448. 
A.  L  Stiefel  a.  a.  o,  s.  22.   Georg  EUinger:  Herriga  archiv  1692.  8d|j 

85  bis  95  Gedruckt  ala  38  fastnachtspiel.     Vergl    band  22, 
233.     A.  L.  Stiefel  a.  a.  o.  a.  28. 

96  bis  107  Gedruckt  als  46  fastnachtapiel.  A«  L.  Stiefel  a,  a. 
i.    27.      Auguste    Ehrhard,    Les    Comedies   de   Moli^re    en    AUemagn 


Stiefel, 

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bänfl 
:leri- 

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.14. 

in.  i« 
•  äff 


bd.  9  547 

Paris  1888.  8.  44. 

108  bis  119  Gedruckt  als  28  fastnachtspiel.  Vergl.  John  Dunlop- 
Liebrecht  s.  257  nr.  881.  Leonh.  Lier  a.  a.  o.  s.  57.  A.  L.  Stiefel 
a.  a.  o.  s.  17. 

120  bis  185  Gedruckt  als  62  fastnachtspiel.  Vergl.  Carl  Drescher, 
Studien  zu  H.  Sachs.  II,  1.    A.  L.  Stiefel :  Germania  24  (36)  s.  43  bis  46. 

186  bis  189  Gedruckt  als  202  fabel.  Vergl.  Nürnberger  festschrift 
>.  144. 

140  bis  148  Gedruckt  als  203  fabel.    Vergl.  NQrnb.  festschr.  a.  a.  o. 

144  bis  147  Gedruckt  als  204  fabel.    Vergl.  Nürnb.  festschr.  a.  a.  o. 

148  bis  151  Gedruckt  als  205  fabel.  Vergl.  die  800  und  386  fabel 
und  die  Nürnberger  festschrift  s.  145. 

152  bis  155  Gedruckt  als  206  fabel.     Vergl.  Nürnb.  festschr.  a.  a.  o. 

156  bis  159  Gedruckt  als  207  faM.     Vergl.  Nürnb.  festschr.  a.  a.  o. 

160  bis  163  Gedruckt  als  208  fabel.  Quelle  sieh  fabeln  und  schwanke, 
biind  II,  B.  XIX.     Nürnb.  festschr.  s.  87. 

164  bis  167  Gedruckt  als  209  fabel.  Quelle  sieh  fabeln  und  schwanke. 
band  II,  s  XIX.    Nürnb.  festschr.  s.  145. 

168  bis  171  Gedruckt  als  220  fabel.  Quelle  sieh  fabeln  und  schwanke. 
band  II,  s.  XIX     Nürnb.  fesUchr.  s.  145. 

172  bis  175  Gedruckt  als  221  fabel.    Vergl.  Nürnb.  festschr.  a.  a.  o. 

176  bis  179  Gedruckt  als  222  fabel.  Quelle  sieh  fabeln  und  schwanke. 
Hand  II,  s.  XIX.    Nürnb.  festschr.  s.  145. 

180  bis  183  Gedruckt  als  223  fabel.     Vergl.  Nürnb.  festschr.  s.  146. 

184  bis  187  Gedruckt  als  224  fabel.  Quelle  sieh  fabeln  und  schwanke, 
band  II,  s.  XIX.    Nürnb.  fesUchr.  s.  146. 

188  bis  191  Gedruckt  als  225  fabel.  Quelle  sieh  fabeln  und  schwanke, 
^and  II,  s.  XIX.     Nürnberger  festschrift  s.  146. 

192  bis  195  Gedruckt  als  226  fabel.  Quelle  sieh  fabeln  und  schwanke, 
^and  II,  s.  XIX.     Nürnberger  fesUchrift  s.  146. 

196  bis  199  Gedruckt  als  227  fabel.  Quelle  sieh  fabeln  und  schwanke, 
^^itid  II,  s.  XIX.     Nürnberger  festschrift  s.  146. 

200  bis  205  Gedruckt  als  228  fabel.     Nürnberger  festschrift  a.  u.  o. 

206  bis  209  Gedruckt  als  229  fabel.    Nürnberger  festschrift  a.  a.  o. 

810  bis  213  Gedruckt  als  231  fabel.  Quelle  sieh  fabeln  und  schwünko, 
^«^-«id  II,  B.  XX.    Nürnberger  festschrift  s.  146. 

214 bis  217  Gedrucktals  282  fabel.  Quelle  nieh  fabeln  und  sohwanke, 
^^^"Äid  II,  8.  XX.     Nürnberger  festschrift  s.  147. 

218  bis  221  Gedruckt  als  233  fabel.  Quelle  sieh  fabeln  und  schwank«', 
^«•*id  II,  8.  XX.     Nürnberger  festechrift  s.  148. 

222  bis  225  Gedruckt  als  234  fabel.     Wie  bei  nr.  233. 

226  bis  229  =  236  fabel.  Sieh  auch  fabeln  und  schwanke,  band  TI, 
*-     XX  und  Nürnberger  festschrift  s.  148. 

230  bis  238  =  237  fabel.    Wie  bei  nr.  236. 

284  bis  237  =  244  fabel.     Quelle  sieh  Nürnbergtjr  feHtHchrift  s.  148. 

35* 


548 


238  l>ii  241  =  246  fabel     Wie  bei  nr  244. 
242  bis  250  Gedruckt  als  144  schwank. 

bis  261  =  146  tchwank. 
Nürnberger  festschrift  s.  121 1 


251  bis  255  ^  133  schwank. 


Ver^l. 


VergU 


Nürab.  fesUcbr.  «,  122. 

276  bis  278  =^  173  Bchwaol 
Vergl  Nümb.  festscbr,  9,  124  bis  1*7. 
7ergL    band   9,   a.  548.     R.    Bsiaiii 

NQni 


I 


262  bis  266  ==  157  scbwank. 
daau  ß,  472* 

267  bis  270  =158  aohwank. 

271  bis  275  =    164  achwauk. 

279  big  283  —   169  acbwank. 

284  bia  287  =  177  schwank, 
hach  bebandeli  den  atoff  in  nr.  7  seiner  abenteuer  und  schw&ake. 
berger  festachrift  a.  128. 

2S8  hh  292  =  179  schwank.     Vergl  fabeln  und  schwanke,  band  II« 
s.  XVIi 

293  bis  297  ~  180  schwank.     Vergl,   den  nachtrag  in  band  11, «,  XVn. 
K.  Öoedeke,  »chw&nke  dea  16  jabrh.  s.  47  und  NQmb.  feeUchr.  9,  130. 

208  bis  302  =  181  achwank.     Vergl.  Nürnb.  festachr.  a.  132. 

303  bi»  307  =  182   schwank.     Vergl   nachtrag  band  II.    ».   XVII 
und  Nürnberger  featBchrift  s,  137, 

308  bia  311  ^  184  icbwank    Vergl  nachtrag  dazu  band  U,  n.  XVILI. 

312  bia  315  =  183  achwank. 

316  biB  319  ^  185  schwank.  Vergl  nachtrag  dazu  band  11,  s.  XVIE 

320  bis  323  =  186  achwank.     Vergl  Nürnberger  featacliria  a,  136^ 

324  bi3  327  =  187  ach  wank.     Vergl  Nürnberger  feBtachrift  ft  18^ 

328  bia  331  ^  188  achwank.     Vergl  Nürnberger  fesUchrift  a.  83. 

332  bia  337  =  180  achwank.    Vergl.  nachtrag  dazu  band  II,  a.  XVIII 
und  Nürnberger  featschrift  a.  141. 

338  bis  341  =  190  achwank. 

342  bia  345  —  191  schwank.    Vergl .  nachtrag  dazu  band  11,  s.  XVIll 

346  bia  349  =  192  achwank.    Vergl  nachti-ag  dazu  band  11,  a.  XVIU 
und  Nürnberger  featschrift  a.  142. 

350  bia  353  —  193  achwank.  354  bis  360  :==  194  achwank- 

361  bia  364  —  195  schwank.     Vergl  NOmberger  festachrift  8.3551- 

365  bia  370  ^  196  achwank.  f 

371    bia    375    ^    197    schwank.     Vergl    nachtrag    dazu    band    II, 
a.  XVni  und  Nürnberger  festachrift  b,   142. 

376  bis  379  ^  198  schwank.    Vergl  nachtrag  dazu  band  II,  a.  XVIIL 

380  bia  383  ^  199  achwank.   Vergl  nachtrag  dazu  band  II,  s.  XVIU. 

384  bis  387  ^  200  achwank.  Vergl  nachtrag  dazu  band  II,  t.  XYIU. 

888  bia  391  =  201  achwank.     Vergl  Nürnberger  feaUchrift  a,  149. 

302  bia  395  =  210  achwank.     Vergl    nachtrag   dazu    a.   XIX  und 
Nürnberger  featschrift  a.  151,    H.  Sache  bebandelte  densell^en  stoff  imi 
achwinden  Frauenlob  am  1  Juli  1546:   Der  künig  drinckt   ,Ea   ist   ein] 
g^'^onheit  vnden  an  dem  reine"^  (MG  8^  126  bis  127). 

396  bis  399  ^  211  achwank.    Vergl  Nürnberger  featechrift  «.  15K| 

400  biß  403  =  212  schwank.  404  bis  407  =218  achwank., 


b(L9 


&49 


408  bis  411  r=z  214  schwank.     Vergl.  NQrnberger  festschrift  s.  153. 

412  bis  415  =  215  schwank.    Vergl.  Nürnberger  festschrift  s.  154. 

416  bis  419  =  216  schwank. 

420  bis  423  =  217  schwank.  Vergl.  nachtrag  dazu  s.  XIX  und 
R.  Banmbach,  abenteuer  und  schwanke  nr.  14.  Außerdem  E.  Qoedeke, 
schwanke  des  16  Jahrhunderts  s.  220  und  Val.  Schmidt,  beitr&ge  zur 
gesch.  der  romant  poesie.    Berlin  1818.  s.  65. 

424  bis  429  =  218  schwank ;  auch  bei  Nasser  s.  109. 

480  bis  4S2  =  219  schwank.    Vergl.  Nflmberger  festschrift  s.  154. 

488  bis  487  ==  285  schwank.  Vergl.  nachtrag  dazu  s.  XX  und 
Nürnberger  festschrift  s.  154. 

488  bU  441  =  288  schwank. 

442  bis  445  =  289  schwank. 
Nürnberger  festschrift  s.  155. 

446  bis  449  =  240  schwank. 

450  bis  458  =  241  schwank. 

454  bis  457  =  242  sehwank. 
Nürnberger  festschrift  s.  158. 

458  bis  461  =  243  schwank. 
Nürnberger  festschrift  s.  91. 

462  bis  465  =  248  schwank. 
Nürnberger  festschrift  s.  158. 

466  bis  469  =  249  schwank. 
Nürnberger  festschrift  s.  159. 

470  bis  478  =  246  schwank. 

474  bis  477  =  247  schwank. 

478  bis  481  =  250  schwank. 

482  bis  485  =  251  schwank. 

490  bis  498  =  253  schwank. 

494  bis  497  =  254  schwank. 

498  bis  501  =  255  schwank. 


Vergl 

.  nachtrag  dazu  s.  XX 

und 

Vergl. 
Vergl. 

Nürnberger  festschrift  s. 
nachtrag    dazu   s.    XX 

157. 
und 

Vergl. 

nachtrag   dazu   s.   XX 

und 

Vergl. 

nachtrag   dazu   s.   XX 

und 

Vergl. 

nachtrag   dazu  s.  XX  f. 

und 

Vergl.  Nürnberger  festschrift  s.  160. 

Vergl.  nachtrag  dazu  s.  XXI. 

486  bis  489  =  252  schwank. 
Vergl.  Nürnberger  festschrift  s.  160. 


^teh  auch  Hans  Sachs,  band  11,  s.  468. 


Vergl.  Nürnberger  festschrift  s.  160. 


Vergl.  Nürnberger  festschrift  s.  161. 
Vergl  Nürnberger  festschrift  a.  a.  o. 
Vergl.  Nürnberger  festschrift  a.  a.  o. 
Vergl.  nachtrag  dazu   s.   XXI   und 


521 


502  bis  505  =  256  schwank. 
506  bis  509  =  257  schwank. 
510  bis  513  =  258  schwank. 
514  bis  517  =  259  schwank. 
^^^rnberger  festschrift  a.  a.  o. 
518  bis  520  =  262  schwank. 

524  bis  526  =  261  schwank,  erweiterung  von  nr.  88. 
dazu  s.  XXI. 

527  bis  529  =  263  schwank.     Vergl.   nachtrag   dazu  s.   XXI  und 
"^»Tiberger  festschrift  s.  163. 

530  bis  588  =  266  schwank.    Vergl.  nachtrag  dazu  s.  XXI. 
534  bis  587  =  265  schwank. 


bis  523  =  260  schwank. 
Vergl.  nach- 


550 


588  bia  541  —  267  schi^ank. 
Hans  Sachs,  band  11«  d.  468. 


Vergl.    nachtrug  da»u   ü.   XXt  und  \ 


13  mer  heracbeii  ob  mh,        20  mir 


SO  puerdlei«, 
10  rieht  ich  auf  meiuen. 
25  An  zai  wie.     ^1  wart 
17  hat. 


21  antlicZ' 
34  auf  die  ImiepJ 


Zum    10  bände. 

]5  bis  ^B  im  dreizehnten  äpntehbuche ,  bl.  33  bia  56'  mit  folgen«' 
den  leeiirten :  10  am  mitel.  IE  xnaxd.  15  gering  hielt  16  die 
sie  ßtraft  loff,        17  wart, 

16,  5  vnd  dem,    15  niaid.     29  alles,     32  nach  ab:    Actus  primuf, 
17t  6  im  pesten.         14  maid.        25  einher.      26  maid  (bo  immerK 
!J1  Pin  nun    sibenzk. 

18,  12  aolat 

19,  5  hande  ei-welfc. 
ui^iit         37  her  gangen 

20,  28  kund  lassen. 

21,  9  Eünig  auch. 

22,  18  Ob  indert  g. 
24,  7  da«  got  vTimQglick, 
25|  26  vmb  der 
26|  22  zainzig:  zwainzig. 

27,  19  nit  vüer  aus.        3  t  uachtsel. 

28,  4  ser  vil        20  Derhalben.    psorgen. 
30»  3  selb  mit  g.         11  vns  all  geren  r. 

31,  1  Wo  nit  daa.         16  aufrueflFen.        30  gangen  sein. 

32,  21  Deock  woK  es  sey  noch  lang  dabin.     31  fehlt  S. 
nung.         35  bab  gehört  vor  vil,         36  hören]  also, 

33,  13  Aide.         15  hie  gelt  vnde.         16  haben  gueten. 
morgen,        26  Vnd  zv  der  fl. 

34,  4  pQrdlein,        9  der. 

35,  16  himi  nit  lassen,        36  Ach  nit. 
B6>  18  hab.        21  In  der  etat  Sodom  zehen. 

37,  9  auf  ein.         11  ich  wil,    pett.        36  die  mensihtMt 

38,  15  dochfcer  ivgl  89,  11). 

39,  33  Die. 

40,  9  Haa         25  ich  gester. 

41,  8  vnd  auf  mein  ganz  r 

42,  9  maid  riiider  vnd  scb 


29  kumet  pald. 
12  stelzen. 


32  war-l 


25  Vnd  I 


37  aller, 

26  lant  niiiid  vnd. 


43,  15  solichs  got 

44,  10  waislein. 

45|  7  aune  aus  dem. 

46,  4  das  ir. 

47,  8  auch  die  maid 

48,  H  mich  dort  von. 

49,  1  Ein  weillen  d. 

50,  4  laaae  mein  sun 


25  frölich  duerflfen.        37  maidn. 


32  get  gar  kain  dropfl  mar« 
32  ila  dreuck  deinen. 


d  10  551 

51,  20  aignen. 

52,  21  dir  got  angesaiget. 

58, 1  Vnser  frawen  Tnd  YiiAern  herren .  1 0  vor  schieden    1 1  Ynd  nun  der. 
55,  9  bat        10  Auch. 
5d,  15  mayestat. 

57,  5  Ennn  =  sie  kOnnen. 

58,  12  fehlt  8.    Unter  dem  datom  1332  [vers]. 

59  bis  76  im  achten  (verlorenen)  Bpruchbache:  Tragedia  Die 
>feiimg  Tsaac.  Sieh  Weller,  Hana-Sachs-bibliogr.  nr.  187.  Nach 
im  gener ahregister  sind  es  522  verse.  Höchst  wahrscheinlich  muß 
IS  datom  laoten:  1553  November  4. 

76  bis  95  im  achten  (verlorenen)  spruchbuche :  Tragedia  Die  kint- 
nt  Mosi  662  vers.  AnfgefQhrt  in  Nördlingen  1580,  vergl.  Schnorrs 
:chiv  1885.     18,  50. 

96  bis  129  im  elften  spruchbucbe,  bl.  1  bis  19  mit  folgenden  les- 
rten:  4  Hail  gnad.  7  knmen  euch  zw.  10  an.  12  Wie  der 
nrr  J.        25  sieg]  guet 

97,  6  murrent.  16  in  auch.  17  Yerlempt  24  auch  offen. 
l  dem  gottes  knecht.        38  Also  aber. 

98,  80  n&ercht. 

99,  22  Das.        25  Wie  den. 

100,  3  swen  guet.       24  pschüecz.    euch  all.        28  in  dem. 

101,  9  gweltig.        12  es  sein. 

102,  1  sie  warn.  7  Felstw.  wirst.  10  dem.  34  last  (1). 
^  und)  fehlt  S.        38  eretet. 

103,  2  wir. .  4  vnd  auch  parmung.  15  lassen  vbert.  16  hinaufs 
fopirge.        17  Da  pleibet. 

104,  16  Auf  (!).        19  weer.        32  wert. 

105,  12  richtetz  den.        37  Get  lawffet. 

106,  5  Das   sie  mit  gwalt  nit   kumen  rein.         6  Sunst  wir  alle, 
^ethüerst.        19  schuche.        30  haljarhom  (Josua  6,  4). 

107,  10  haljares.      11  nichs.     13  vorm.  geruestet.    25  Pegawcklen. 

108,  16  bis  19  Ynd  verpant  als,  was  oten  hat!  AUain  fueret  mit 
'H  heraus  Raab,  die  hueren,  vnd  das  ganz  haus,  (Josua  6,  17)  Die 
^r  poten  verporgen  hat!  Nach  dem  verprennt  die  ganczen  stat 
^  verhfiet.        23  wirt.        37  hencken  thun. 

109,  10  haimling. 

110,  10  ellent         11  Hin.         23  herm.    seine.  36  ant  nasen. 

111,  15  sie  nur  f.  17  forwer.  19  der  i.  hauff.  24  leug  nun 
Ifct.  25  grfintling.  31  silbers  zwar.  32  Ynd  ain  gueldene 
^^ea  dar.        33  pegerden. 

112,  23  denn]  so.        25  sich  mit  etlin^.        34  hacht. 

113,  29  friden  pund. 

114,  5  rot  (1).    8  Sam  kum  wir  aus  gar.      37  Sihon  (vgl.  102,  26). 
116,  6  anzvnemen.        13  hauptman. 


552 


hl  10 


117,  VJ  divt  groK  aUL         20  auch  sdtn), 

1 18,  32  so  ißt.    3S  hurt  wart    34  gen :  peytten.    35  nicht,  vm  w. 
113,  2  Vnser, 

120,  1  etat.     7  wir  wollen.      12  Gletcfa  wie  der  saut  ist  au demineisr. 

121,  33  vor  an  dem. 

122^  2  vorruecken.  11  üiu  Btainere.  13  gewalacli.  23  des  ptU 
28  Nun  hen-  zv  (lierzu  Joaua  lU,  24).        32  selb  die  gr. 

123,  5  im  etreit.         18  inü|r  s.         25  ist  st         31  pirg  Tmadam. 

124,  7  Auch  gössen  (Jos.  10,  41)- 

125,  20  von  andern.        35  morgig«  tage«.        37  zv  L 

126,  3  alle>        9  Merom. 

127,  10  lijlil"  tk-r  gottes  haut         lö  er  das  lt.        38  rerhsuwicn. 

128,  7  im]  feMt  S,  14  gott]  fehJt  S.  17  pluet  deiinig  (?)  verkl 
23  vor. 

129,  7  tuer.    Unter  dem  datiim   1036  fvers], 

130  bis  146  im  elften  spruchbuche,  bl  240'  bin  250,  VergK  den 
meistergesang  im  langen  tone  des  münch  von  SaUburg :  Jael  mit  dem 
hauptman  Sissera  ^Das  vird  im  richier  puech  sagt  da«*  1556  Janniir 
16  (MG  16,  bl.  201*  bis  210).     S  hat  folgende  lesarten: 

130,  ö  feinde    dempfen.  10  histori   man,  12    volokj    vorck. 

13  zoren.         14  Der  der  Caniiter.        20  zv  got.        27  eyiere, 

131,  1  In  die  büeten  Jael  entron  Aus  der  scblacht  gar  forchteatn 
hinab.        7  aim  schmidhameT.       11  xv  nie.        13  wert  m  als  vurwar. 

14  Hörea.         21  drincket  (I).        28  Der  zeit  l. 

132,  2  gepoten-     3  Wer  die  hier  freffenlicheu  prechen, 
halben  nimet.         12  Sunt  vnd  laater.         13  vnd  abgotrey 
kawffet  wom.        22  zv  diser.        29  auch  sfcet. 

133,  5  ich  geb  ain.       6  Das,      7  BetL       14  Vnd  wir. 
18   eltsten.  31    mit   sÜnden  sie.         32  Das   nimant. 
34  Geben  andern  dingen. 

134,  1  eltiten.  4  zoren.  S  der  tirannej  mach  7 
veltL  16  Vnd  es  von  Sünden.  22  Pekennet  icz.  23  Vnd 
nauh  der.        28  Weil  dem  also  ist. 

135,  2  selb*        9  Dort*        10  got  zv  hilff.        20  Nem. 
mit        23  Schicken  Sisserani,  den.        27  eysren. 

136,  0  in  weibes.        12  Nun  ao  wil  ich  gen.        13  Au8  N. 
34  wer]  wöll. 

137,  l  Beral  (so  immer),  3  Er  wert.  7  hat  lueflt.  8  Thoet 
öich  vor  vna  thuecken.  9  Pald.  hören.  10  So  thunds.  17  Vnd 
zuegt.      23  eysren.      30  werens        32  voring  schlappen.      34  kappeü. 

ISB,  6  peut  noch  auf.  10  Ynzalich.  11  anschlag.  13  Auf  da« 
wir  1.    15  Wan  wo  1.  wdrt.    26  Vnd.    33  vnterwundn.    34  dieaar  grosen. 

139,  9  grewff.  11  die.  30  atucbeln,  sicheln  vnd.  32  mit 
vnsem  spicz  anrennen.        36  wirt  got, 

140,  2   etling  jaren.  6  das    selb    mich   xv   frewd.  7  wef^ 


17  woJe 
83  strafV] 


hä.  la 


553 


11  Thund  als  wöllena.        17  PesichtiKen  vn^er  feit  l«  ^^er  (!).        20  niitj 
vnd         25  ajit  mich  tuclisen. 

141,  2  veren,       12  gleich  ob  der  suppen  gniwt.       20  Ir  rüeetuug. 
eysren* 

142,  2  grewift.        7  entrint]  flewcht.  13  weih      Heber,    selber. 
^18  thund.          20  von   dem.         21  Geit     der    scblacbt   zv.         28  Das 

er  eeim  K        28  verren. 

143,  2  sag  an.  4  der]  fehlt  8.  8  Eumb  rein,  ^  dicli.  13  gleich  | 
mir.  16  hie]  bo.  19  ge  daffüer.  25  verseben.  26  Nichs  arg» 
dir,         30  Küen  vnd  auch  Jitr.        33  recht  er  vtid  pill. 

144,  4  dw  vor  mit  freff.  21  Der  vmb  bilff  pat  in.  27  seineQi 
mort.    29  künig  J.  dempfn.    31  8er  hark.  «waiDzigst.    34  auH  eyfferigem. 

145,  4  herren.  10  droffen  w.  13  Ob  altn  weibn,  14  SiBserani 
IV  drincken,  15  Als  er  in  herteo  schlaff  war  «incken.  IG  Deck/*. 
18  nagel.        36  j^uelden.    vmb  den.        40  liel>en  than. 

146,  26  Hilft  aeim  volck  aus.  27  sein  gotlich.  Unter  dein 
datom  532  [versj. 

147  bis  168  im  zehnten  spruehliuche,  bl.  108'  bis  120,  mit  fulgenden 
letarten:     6  aunderm.       19  icbrier. 

148,  7  ZV  höret.  19  Darinen,  wonen  wier  22  koren,  ruebn 
vnd  kr»      39  Eysen,  geret, 

149,  15  dineat  haus.      33  euch  auch  der  m,       38  vngegment. 

150,  IS  wil  da  mein  waiczen  auadr.        27  sein  iczunder.       33  der 
gegeben. 

151,  25  priugt  ein  korb.        32  den  korb  nider.        33  ruert  in  mit 

»dem  fttab,  get  eiJlent. 
152,  8  Der  gnedig  ist  av  aller  zeit  Vnd  ieinem  falck  hilft  in  dem  streit. 
153,  6  Wie  mir  pefalch  des  henren  m.        15  hat  die  uebelthat  ge- 
lhon.     22  sttfnext.       35  wöln  füer  s. 

154,  5  Dars5w  B.  a,  abrochen.  6  das  da^  uebel  w.  38  vor  alter 
baben  pseeaen. 

155,  10  Mid.  hauptmou.  11  haben  auch.  16  haben  aineu  g. 
21  als  pal d.      23  nichs.       30  Las  pertielfen  M. 

^m        169  bis  185  Die  1  es  arten  der  handscbrift  sieh  band  12,  s.  568. 
'^B    '    186  bis  215  im  zehnten  spruchbuche,  bl.  120  bi»  135',  mit  fulgenden 
Ipbflarteu :  6  gegen.     6  triigedi  pey  euch  zv.    17  Von  eim.     22  as.    23  kund. 
187,  4  wurt.       S  vor,       11  abforacht 

33  Tud  auch.      39  wen  vns  got 

18R,  2  kert.     nichien.       9  noch  mer. 

34  wil  haim  zv.      36  gevk'onet 

189»  16  nasir  gottes.         30    verlobet, 
ferr  sollen  dir  zv  1er. 

190,  8  hat  seinn,      24  ir]  mer. 

191,  8  Dein,    em  vnd.        14  dises.        22  diaen, 
ein.      25  Derhalb  künden  wir. 


12  in  dem.  17  aim  geipOt, 
12  mehr]  hab.  15  Des. 
31  «einem    he  in   vnd   got. 


24  Derhalb  ist 


5&4 


bd.  lOl 


192,  24  |?!eicli  vnaer  nmu      25  kumb  mein  sun. 

198,  26  waiß  was.     28  hinach:  fein  gemadi,    29  Vnserm.      80  bi» 

194,  4  j^etit  ah]  fehlen  S,  5  gesehen,  10  Mich  woU  xervisen  ind 
iyi«i>ning.       17  drinueii.       18  geweft,      30  morging,       31  ratschlag. 

195,  2  dem.  8  Die  dw  mir  elich  pist  16  Vad  mit  dir  üll^r 
fr.  walten.       20  freud  zv. 

196,  2  So  habet  ir  7a\.  6  alten  den,  «o  «int  7  obem  g.  25  bu] 
ein,       29  das  haimlich.      SO  A1]4iiii  schweiget  nun 

197,  12  Ky  das  otfenwar  ich  dir  nit.        14  Zum  aü.     ich  dich  pil.* 

198,  1  da  wil  ich  dir  daa.       7  freeser  auf  die.        13  Goliat  bis  Ift 
fehlen  S.      20  Nun  haben  wir,        23  Simeon  bat  aber.         24  ir  h\ 
lieh   verporgen.      25  Nun  dürf  wir  kains  verluest  pesorgen. 

199,  8  das  reczel  ir,      8  hinab  gen  A,        13  Meiner  br.  aber 
ich  nit.       16  Gk^ich  hewt.       17  ider  haim  z.      31  die]  fehlt  S.     22  mil 
dem  rat  vna.       24  an]  hin.       28  fort  auf  euch, 

200j  3  kam  ich  zv.  4  Nahet  zv  m.  llwereat  20  philifitiiieiii 
on  all  gnaden.       24  wil  auf  dr.    25  wil  auch  alle.    37  Ach  wede»gr< 

201,  3  vnd  auch  d.  5  verprent  vnd  verdort  eben.  15  Vas* 
19  Ach  Daten  b.  achw.  hat.       21  Dib  h.  g.  der  S.      28  auch. 

202,  4  straffen  euch  am  1,     9  in.     19)  fehlt  ??.    21  wir  sint  herab 
208,  5  mit  dem  k.        7  aber  mues  ich  hie.         17  Vnd  wasser 

daraus  geschickt.         19  disen    aining   tninck   mit  wun.         20  fort  eol 
dieser  ort.       26  Simson  so  grosen.       34  Verderben  vnser  l. 

204,  9  Bollen  die  knecht  z.      l^  Erlegen  den  starcken  S.      33  per- 
H.       36  merher.       87  pring  new  zeitung  her. 

205,  1  woH  t.  3  ie  als  veromet,  6  Dämon,  holstw  ein-  88 
Sereck.  Bl  nur  sein  st.  prechen.  82  Sunst  knnd  wir  vna  lui  im 
uit  r.       34  Kein  vnkost  vns  nit. 

206,  8  kein  mue  nit.       9  dw  doch  h,      10  Simson  sain  stercke  hd 
1 1  Vnd  wie  man  im  die  precben    det*         12    Ider  fuerst   geit  dir  v 
Holch  ding,       17  sey  fürstlich  seh,      28  ans  Tntrew.      33  von  Fl 

207. 1 1  derhalb  zv  dir  ein  pit.    15  was  dein  hercz  p.   18  wissen  pegereft»^ 

208,  17  anplick  (!).       32  dast  so  üebel 

209,  10  dein  h.  flechten.       14  Kain  pit  ich  dir- 

210,  2  noch  nit  kent.  12  fehlt  S,  das  mit  diesem  verse  bl.  ISS' 
hätte  beginnen  sollen.      33  Wie  die  herlichen  z. 

211,  10  nit  kempt  noch.       19  harten.      22  zv  «aln. 

212,  9  Im  ganczen. 

213,  1  mueg  gerechen.      5  ins  r.       15  der  jemerlichen 
paid  8.       30  Welche  in  da  v. 

214,  7  verkünt  seim  volck  z.        10  dem  gwissen  w. 
pedewt  das  j.         19  Sein  volck   vntrew ,   gotlos ,    vnfniinb. 
28  Vnd  gab  in  gar  auf      26  Des  er  am  er. 
hart  verachmehet.        37  in  legt  ins  grab. 
40  durch  sein  gütlich  kraft  erst. 


I 


not 

18  Welch« 
21  clar^ 
wuri  gar  gepf.       27  Ga 
38   Aus  dem   er  an  dem. 


M  la 


565 


28  neu: 


24  nach- 


7  Lies 


215,  3  O  weit  mev  deu  »uin  lehn.       11  i\viu      25  Sarouh,      33  mu 
31  ta^-       Unter  dem  itattim  854  [vers],  das  register  de^  zehnten  spruch- 
^Imches  giebt  lui  862  [versl. 

216  biB  240  Die  lesarten  der  handscbrifi  Rieh  band  12,  s.  568. 
241  bis  261  im   achten   (verlorenen)   Hpriichhacho   mit   660  verseil. 
^YergL  2«itfichrift  für  deutsche  pbilobgie  1886.  18,  406  big  423,  hesou- 
m  412  f. 

262  bis  287  im  elften  spruchbuche,  bl  326  bis  33Ö'  mit  lolgendeii 
lasarten:     5  edlen]  werden.     11  Sieh   1  Sam,  26  bis  2  Sani.   K     13  Wie 
Daaid  niust  \Axt\*.       23  Der.      27  träum  noch  prophetten. 
^ott  (druck  fehl  er).     S  hat:  Wan  got  wonet  im  nimer  pey, 
26S»  4  wnrt«      9  lies  Dauid  2V  potten  Ion,      21  liebn. 
ii  hon  Spot  vnd  seh.      36  von.       d9  dem  «taineii. 

264,  1  Allaln  vnd  deine  fües  wokt  d,         6  laidlein  nit, 
"dich  dabin.       10  fehlt  S.       12  es  selbert.       14  Sein  vnschuelU  im  selb 

thest.      30  Das  dw  Dauid  nemeat  zv.        31  Best  eolcb  uebel  nit      33 
^eil  got       34  halfF. 

265,  2  Mit  »ambt  allen  menderen  »ein.  9  Da  mustw  laufen  vom 
nach  jagen.  10  deinr.  23  In  der  purg.  25  an  dae  e.  31  Get  hin 
vnd  in  anapehet.  32  Wo  er  vmb  in  der  wueaten  ssewcht.  35  vom] 
im.       37  nem  mit  drey  d äugen t 

266,  5  huegl       34  in  ainer  ächlacht. 

267,  14  Ainr.  20  der  mon.  28  verfolgt  mein  herr  sein,  32 
prantopfer.      34  sin  de.      35  geren, 

268,  2  den  frembden.  4  herren.  5  pist  auszogen  sag  mir  doch. 
16  gar]  aer.      25  Mich  retten. 

269,  14  wais  (vergl.  274,  15  nnd  277,  36).  15  deim.  16  gern 
Tnierhaltung.  17  In  seini  lant  aambt  all  deinen  m.  18  hie]  von. 
25  gen  Gat.  32  nit  haben  fr.  34  halb  so  deweht  mich  «ein. 
36  im,        37  icz  zv  rechen. 

270,  7  mir.        9  geist,         11  aechshunderi 

271,  2  vnde.    darin.       5  vnd  auch  pey  n. 
12  Vnd  ander  dapfer  kriegealewt.         14  sint. 

272,5  im,    6  machn.    12  vertrawt.     15  alle  trew  g,     18  seinem  herrn, 

273,  13  vnd  macht.     18  der  alt  ist  dot.     31  priester  dort;  emiort. 

274,  2  gelangen.  10  wirt  knrser  z.  15  fragt  sie  alles  waist. 
24  suecht  in  aeiner.    34  mich  haimauecht.    36  mich  achir  nimer  nem. 

275,  16  ausgerentet  18  Föeren.  22  Geraten  hie  zv  kainer 
räch.         24  mir  doch  vor. 

276i  9  dir  all  dein.  19  geheumb  (!).  25  ist.    dir    feint   ist 

2d  deim  r  veraioaen. 

277,  3  morgen  dot  vnd  pey,         6  pist   ser  hart.  19  leger   kain 
peift.         21  hungrig.        36  wait  (vergl  274,  15  und  269,  14). 

278,  10  darav.         II  greuffen.        25  i«t  so  ain.        34  Werden  sie 
Sern  vub  kein*        35  Also  wOl  wir  sie  schlagen  wol. 


36  Ge  ernholt  vnd. 
8  rattet  zw  11  ire. 
17  Durch. 


556 


hLm 


279»  5  achaffhirten.      6  Auch  vnaer  vil.        12  Keua«,  dir  i% 
zvfal.        23  stein.        35  sagt,    philistitier* 

280>  4  hari]  heut.  13  herre   dein   wil    der  26   Herzvkumeu 

vnd  mich   e.      27  deii|  anrli,       29  Hörst  nit  kuiiib  her.      36  dar]  auf 

281  j  4  selb    entleibn.  20  In   viiserg   gocz,  22  Hachtx    auf!. 

32  heini  gangen  gen,  3S  Haben  ir  dotte  leib  mit  trawren.  34  Wider  gnumen. 

282,  3  ganczer  siben.        16  Wer  Z.  die  »tat  nit  verrenL        17  den 
gotloaen  A. 

283»  32  armen, 

284,  36  als  ob  er. 

285,  8  plieben«.  9    Waren,     den    adler    schwind.  29   iintj 
37  kQng  Saulis.        39  Die  sach  der  mich  zum  kQng  erweit. 

286»  1  mich  in  seinem  schucz  erhelt.       9  Diese.       10  Drin,    der- 
liehen,  11    Vuterschied   (lieh   durchgestrichen)    zwayer,         90  Ao» 

lauter  muetwiln.        29  er]  doch.        32  vol  (!).        33  den]  ain* 

287,  13  Den.  22  grün,  plue  vnd  auf  wachs.  Unter  dem  datum  800  [ren^ 
288  bis  307  im  siebenten  (verlorenen)  flprnchbnche  mit  602  reu 
308  bis  318  im  elften  spruchbnche,    bl.  388  bis  393',    mit  folgen- 
den lesarten:    5  tragn  ain  achön.         6  Der  h.         8  An  dem  neunden 
capitel  Buech.  9  küng  D,  herleich.  11  als]   vnd.  12  in   not*  j 

16  An  dem  er.  19  Wer  arm,  da    schickt  Dauid.  21  er  hanck,^ 

23  Sunder  als  guet  im.     24  Was  er.        27  als  vmb  lieb  willen, 

309,  6  herrn.       16  Rimon  vnd.      22  im]  auch,       27  Der  doch  ist 
28  al1|  Saul.         33  Das  er.  j 

310,  8  wart        7  darnach.      24  feinden  geben  gl.      30  als  vnser. 
39  All  seine  werck  sint  recht  ynd  guet. 

änderst  nit.        6  Der   seczet        9  künig   neben.         16  »ej 
19  mich  (!).         20  Auch  vor.     Saul   pehüei        21  inouBa 
25  puerg.        31  herr.        34  gsalbet 
Hab  dELS  icz  als.        8  lob  im  höchsten. 

23   kan.         32  trewer  lieb  zwajr   pr. 


34  herren. 

311,  5 
preis  er, 
pluet  lang. 

312,  1 
318,  13  Lodabar  pring. 

38  auch  ob  den  nachkumn. 

314,  7  Snmbt  seinem, 
thon.      22  sun  von.      28  nacbstelet. 
hebt  in  auf,  bereit  in  vnd, 

315,  2  genad  stillen.        3  ecker  geben, 
dient,    genaden.        30  icz  an. 

816,  6  deines  herren  suns  gun.  16  dreschen  Tiid  auch.  90  sv. 
27  Perait  sint  wilpret  fögl.    29  D.  nembt  Mephiboset  pey  der  hant  md, 

317,  5  Ein,  8  sten  dort  vor  gottes  gericht.  9  Da  er  gol  sol 
ein  rochnnng  geben.  10  Von  seinem  geprechlichen  leben.  17  nucs 
oder  er.  20  er  doch  nur  sein.  26  gaistling.  27  der  sQiider. 
33  criften  thaet  all.        35  Aus  gnaden  im. 

318,  2  prot  an  seim  disch.  Nach  6  zählt  S  die  vier  personen 
der  comedi  auf.    Unter  dem  datnm  346  [vers]. 


16  Noch  wenger  gerat  an.       16  groafater. 
32  Des  sei  dich  het.     34  Daaid 

4  fehlt  S.       23  Yiifer« 


bd.  10  667 

810  bis  841  im  achten  (verlorenen)  spruchbuche  mit  668  yersen. 
AnfgefUhrt  in  NOrdlingen  1580:  Schnorrs  archiv  1885.     18,  45. 

842  biB  884.  Vergl.  band  15,  200.  Handschriftlich  im  zehnten 
tpmchbQche,  bl.  194'  bis  206,  mit  folgenden  lesarten:  7  tragedia  zv.  22  es. 

848,  6  rieh  siinst  m.  7  Dasselb  wir  zum  peschlnes  als  wem. 
10  Tilde  eben.        29  schäm  entecken. 

844,  5  kfinig.  haus.  10  Qeleich.  hoffgrind.  12  Pesam  seyen. 
18  mir.  19  starckem.  24  vnd  vngmessen.  27  schreyt  stet  zetter 
vnd  w.        80  Eben  wie.        88  Des. 

845,  8  mein  lieb  sech  er  mir  on.        28  des. 

846,  8  so  mit       21  Was  dein.       24  zv  müest  gen.       28  kOnen  r. 

847,  5  Beinr  Schwester  deiner  liebe.  16  kün  nit.  .  25  sich 
henlich  sent.        88  gesund  knrzer. 

848,  5  in  deim  g.  11  YnQcz  ist  dir  die  arzney.  16  Wus. 
18  Herr  vaiter  ich  peger  allein.  28  Von  w.  25  Das  peger  ich 
an.        26  Warhaft  ans.        84  phuet  dich  got  ewich. 

849,  8  ich  wnerd  von.        17  in  d.        27  kochen  im  zessen  g. 

850,  1  auf  rie.  28  Aach  loff  im  oft  her  ein  notröt  Ynter  dem 
anglicht  sam  vor  nOt.        80  zoren. 

851,  19  der  meinen.    20  Das  selb  pekuemert  mich  so  ser.    28  wQrt. 

852,  16  Ynd  sein  knecht  sties.        17  Spert. 

858,  9  mir  den  tag  nichs.  10  üebl.  18  Gewislich  pald. 
16  Mir  wil  zw  eng  werden  d.    24  and  25  setzt  S  am.    24  wil  flihen  w. 

854,  2  im  het.  18  Also  vngstüm  vnd.  28  Thaecz  mich  im 
henen  mein.        85  Das  er  dem  pöswicht  thaet  kein. 

855,  24  Die  straff  der.        82  Dw  mein.   sag. 

856,  18  Darnmb,  mein  sun,  Wird  ich  nit  zv  dir  kamen  thun. 

857,  17  ans.  18  Morgen  so  wil  ich  euer  w.  28  seiner  peyw. 
entsogen.        29  so  dueckisch  mich  an. 

858, 29  Ysal,  der  h.  k;  stil,  stil,  stil !    31  Ge  pald  nein  rieht.    83  Duet. 

859,  2  einr  d.  a.  ein  drunck.  3  Merckt  w.  4  mit  wein.  8  kein 
enteeczen  drab.  11  meim]  kain.  14  kum.  17  Schlagt  in  zw  dot 
vnd.  18  schewen  noch.  19  Ich  wil.  mit  gen.  22  Dammb.  Am- 
nion tot.      27  pefolhen.      32  doch  verschinen  seit  zw. 

860,  3  sint  mfissens.  10  die  gest  zv  dische.  19  Noch  hewt 
pesalen.  20  wider  in  den.  28  Feiten.  26  scbir  mit  im  g.  30  Wo 
gest  vmb  Ysal  las. 

861,  1  ant  in  leicht  s.       13  wil  aim  pr. 

862,  14  erlebt  so  tra wring  t.      36  die  reiten. 

863,  8  aufsten:  gen.  4  wollen  in  entg.  9  tragen  mit.  21  Des 
w.      23  heilling.      27  der  s. 

364,  7  wirt  ir.  27  Welcher  hat  gnueg  fuer  vns  gethun.  Unter 
dem  datum  702  vers. 

865  bis  881  stand  im  siebenten  (verlorenen)  sprachbuche:  «Trage- 
dia künig  Danid  lest  sein  volck  zelen  530  [vers]." 


558 


M,  m 


382  bis  401  atand  im  siebenten  (verloreneu)  spruchbuche:  ,Kunigj 
rehabeam  mit  sein  jungen  ret  562  [vere].* 

402  bis  423  im  elften  gprucbbtiche ,  bl.  874  bis  3SB,  mit  rollenden j 
lesarten:      9  Welich  geschicbt      preflcribirn  U   iBabellt  die  arg  k.( 

25  inu.       28  wurden.       30  ver/ueg. 

403,  15  dem.         20  Welcher  gerad  1.       22  biindert  23  B&(»taft| 

weintr.      25  gezogen. 

404, 5  in  pitten.   17  fmechte.  19  mim.  20  ich n.  mirn.   :i5  Mit  äilbrßiaJ 

405,  10  ttbr  1)  ander  auf  erd-  18  Pit  ir  wölt.  18  Widernmlif 
her  an.      21  essn. 

406,  6  Sag,  lag.  12  das  ich  im  aolt.  13  peaaem.  gewero. 
83  kunsen»      85^Leioh  her  dinten  vnd  federn  mir. 

407,  nach  l   Sie  schreibt,  peschleuit  den  priefl'  vnd  «pricht,      2  bii 

16  fehlen  S.  18  «igeln  ob  sain  kumb.  19  priefT  mit  k.  gewali 
24  Hin  gen  J,  in  die.  25  sie  das  verpringen  g.  33  Penna  der  r.  mtf 
Stilbio,  dem  r. 

408,  2  Daa  er  so  ernstlich  hat.  5  hiaW]  noch,  15  deß.  21  Vorl 
des  küniges  griraen  z, 

409,  1  er  achatF.  5  Btraff]  räch,  6  wir  den  kting  fQerBOrgetuj 
7  heuting.  22  Dünkt  doch,  es.  27  ainen  schlechten,  32  Picher  ^ 
der  ander  vnÜat.       33  gantz]  fast 

410,  1  meins.     3  Nabot  oben  an,     11  anruereu-     34  Wo  da»  vor  dem 

411,  21   [n  seinr.     Dann  muß  auch  der  punkt  atn  ende  von  30  g«^- 
riehen  werden.        22    mein  räch,         24   bis  27  fehlen  8,        28  Der 

icbter  8,  nachdem  man  in  verfltainigt  hat, 

412,  2  Dem  künig  versehreiben  on.  8  Nun  w-  21  noch  rmb. 
23  gesteinigt.     25  hertzlich  (drüekfehler  1)     26  volliclich.     32  des  Na>>oi*- 

413,  10  den.  18  leren,  19  Das.  28  Vnd.  27  »ölen,  ^rhreckwB 
32  Hast  mich  iemale  dein  feint  erfunden. 

414,  4  Hinemen,       13  Ich  gancz  hab  ausgerewtet  da.      15  vnd  den 

17  9 linden  gemacht,       21  hat  aer  gros  uebci.      29  an. 

415,  11  Fetten.       15  Ahab  ?  (?  am  ende  von  14  muß  getilgt 
den),     also]  fehlt  S.       83  tbw  fuertrachten. 

416,  4  in,      7  zieh.       12  keckerm.      26  guet  getrachtet 

417,  9  gschicht.       20  ausrichten. 

418,  19  wirt.      20  eisrene.      22  ejfren.     28  Wirst.      24  anfreifc 
28  vor  petracht. 

419,  24  erenholt. 

420,  3  nichs.       8  gelüecklicb.      24  iglicber. 

421,  8  Nach  dem  ain  j^aiat  herfüre  drat.     26  nur]  mir.     31  verkrich 

422,  18  sieg  vna  volgen  wirt  daraus, 

423,  5  künig  Achab  in  dem,       8  dergelelch.       16  ans        27  fn 
ding.      28  beide]  alle. 

424,  9  wir  Ramot  z.         10   Die   atat    atuermen    vnd  sie   er?teigi? 
34  acbwiuder.         35  Wil  schicken  ain  vergiften  pfeil   (pleil   iflt  druc-< 


bd.  10  559 

fehler).      86  Im  pald  scb. 

425,  2  der  belt  die  wunden  zv  vnd.  3  Füer  mich  pald.  15  heuiing. 
20  fhimen  mon  N.    29  icsnnd  gechehen.      81  eelbs.      32  Ich  red. 

426,  7  ▼erpaiczt      29  Darmit  zt  schüeczen  1. 

427,  28  AU,  die.    an  dem. 

428  Unter  dem  datnm  784  [vers]. 

429  bis  448  im  elften  sprochbache,  bl.  84'  bis  92,  mit  folgenden 
lenrten:  1  Ein  comedi  mit  7  personen  der  prophet  Elisa  mit  der 
Witwe  mit  den  oelkmech  hat  3  actos.  7  Die  dint  zv  gottes  er  vnd. 
18  lie  den  nii      21  sie.      24  tho.      29  hört|  holt  (!). 

480,  4  Bey  wir.  6  weret  gar  zw.  20  vnd  hartselig,  gar.  21  ir  (!). 
81  Sollen  genczlich  vnd  gar  ergeben. 

481,  1  uns]  fehlt  S.  3  Icz  rauesen  wir  liegen.  4  sein.  5  icz 
Uli  der  proti  (1).  21  anzaiget  26  mit  mir  gedult.  28  Mein  Herr 
wie  vil.      83  heb.      34  Jerlich  was  von  der. 

482,  nach  7  hat  S:  Poz  Veltn!  ist  mir  der  vogl  entpflogen,  Auf 
den  ich  hab  so  lang  verzogen  ?  8  Ich  hab  nur  anff  das.  17  herzen- 
laidt.      26  Ey  ey.    das  ser.      30  ist  als  hin. 

438,  11  ench  noch  ein  weile.    21  zv.    24  mein  sün  zum  trost  im  h. 

484,  3  im  ie  nit.  4  in  mein.  5  ich  mocht  zalen  an  dem.  7  ein 
strenger  h.  10  etwan  aas  ain.  19  mir  pald  helffe.  20  mir  angst 
vnd.      82  saiten.      88  auch  oft.    einr. 

485,  1  nie  vast  nach.  2  paid  daillen.  7  daidung.  9  Nun  so  pin 
ich  hent  15  Ach  1.  20  dir  helffn,  ich  wil  es  thon.  31  Mein  Iierr, 
was  vermaint  ir  darmit? 

486, 14  Wils  haben.     17  gericht  peygesten.   25  Deim.    29  ermest  aller. 

487,  17  ich  in  gerichtes.  26  schueldhem  lassn.  27  ich)  fehlt  S. 
eUendt]  ainsam. 

488,  8  wart  das  vifer.  27  sein  herr  war.  31  Zum  leben  im. 
^  gent  alle  ab. 

489,  11  war  claren.  17  vnd  hiltf  ich.  19  weib.  21  lauften 
^^ch.      26  seim  leben.       33  mir|  fehlt  S. 

440,  6  Zv  werden  von  dem  Schuldner  frey.  9  maid  hat  gar  iiichH. 
^ö  Den  nur  diesen  leren.  13  nachtpewerin.  15  derselben.  19  dem. 
^^  gottes  nam.  22  Das  magstw.  81  dw  mags  wol.  34  Deiui 
**^öilling  wort  ich  glauben  wil. 

441,  9  durch  seinen  geiste.  10  got.  15  Mesoch  lang  mir.  gschirr. 
*^^  alle  diese  gschir.      35  vbring. 

442  nach  1  "hat  S :  Sag  got,  dem  herren ,  darumb  danck,  Der  dir 
'^^^f  aus  not,  angst  vnd  zwanck !  8  Nun  traget  das  öll  pald  hinaus. 
^  ganczen.  11  schlauen.  16  aus.  So  get  die  witfraw  mit  ab.  23 
K^trewen.      32  waisn  pefelhen. 

448,  7  Das  witfrewlein.  Unter  dem  datum  430  [vers].  Rechnen 
^^ir  die  vier  im  drucke  ausgelassenen  verse  hinzu,  so  sindK  in  Wirklich- 
keit 430  verse. 


560 


444  His  467  im  achten  (verlorenen)  aprucbbuchi-  .Tragedia  Di« 
pelagerung  Satnarie  700  fvers]", 

468  bis  490  im  nchten  (verlorenen)  spruchbacuu :  ,  Tragedia  Bc* 
lagerung  Jerusalem  k.  »ennach  70Ofvers|.*  Aufführung  in  Kaufbeoren 
1619:  Scbnorra  archiv  18Ö6.     14,  289. 

491  bis  508  im  zehnten  spruebbuche,  bl.  287'  iiis  297.  Den  eins4- 
druck  vom  j.  1598  sieh  E.  Weller,  Hans-Sachs-bibliographie  nr.  181 
S  hat  folgende  abweichungen  von  A;  4  erbeni.  7  wir  her  an»  ▼. 
18  warnj  fehlt  S.     retersi,       21  artlich. 

492,  1  kOnig  noch  vil  st.  15  haben.  IS  küniglichee  mal.  22  pestelt 
23  Sampt  andern.         28  möcht  entaten. 

49a.  14  80  ferv.  23  Ir  duerft  es.  31.  32.  35.  36  goelden. 
36  ScUenck  ich  im  ein, 

494,  7  «elbert,      22  in  ödem.      32  wert.      35  Gores  (vgL  r.  505,15). 

495,  7  Corea.        23  Eb. 

496,  5  pratic.        17  euch. 

497,  25  wert 

498,  11  sey. 

499,  3  Weisheit. 

500,  26  aus  u« 

501,  1  die  leibshüeter. 

502,  31  nimer  thun  %, 
503»  8  den  pr. 

504,  5  gaist  ist  geflossen. 

505,  35  euch. 

506,  20  le  füer  yni  selb. 
507»  18  Welcher.        33  alaant. 
508,  4  sein  gdtlich  m.       15  gnad  wünschet  vna.     Unter  dem  dati 

580  vers. 


18  gelueat.         19  thnnt. 
27  man  thuet  vertr. 
27  Auch  ist. 


20  gen        35  Gulden. 


Ziifii  11  bände. 


1  bis  26  stand  im  siebenten  (verlorenen)  spruchbtsohe :  «Jeremi 
der  prophet  776  [vera]*  und  wurde  gedichtet  zwischen  dem  17  Mi 
und  22  Oktober  1551. 

27  bis  m.    Vgl.  band    7,  43L     Handschriftlich    im   elften 
buche,  bl.    278'    bis  300,  mit  folgenden    lesarten:       15   gottet  temi 

16  gaelden.       19  »agen  thet.      20  Das  doch  k.       26  werffen  seit 
darnach. 

28,  7  mit  dem  ochsen.      8  Pis  er  xv,      16  schrieb,      21  Der  selh^  ^♦^ 
wart  verhast  nach  dem.     27  Flieh  von.     31  Vnd  boret  der  hisfcori  i     ^^' 

29,  5  Von  Silber,  golt.      8  Babel     Nun  wer  vnaer.       9  aolat  ^  ' 
Vom.     herren  kinder.       14  Die  selben  vnterh.       16  Anfo  peat  vnd  d^^^^' 

17  lerten,       10  vnde.       29  nennen,       36  Acb. 

30,  3  mil  tranck  vnd   auch  mit,        4   Mit  claidung  Tnd   auch        ^ 


bd.  11  561 

5  Left  vnd  (?  vns)  die  edlen.        9  so]  sein.      12  man  dancksagen  sol. 

13  Ynr  das  das  vns  got  auch.       20  in  der]  diser.        25  mit  menschen 
hand  gemacht      30  müg.      31  Knient.    gepet. 

81,  5  sich  trawrig  nider.      26  mit  zeitting.      34  zerstört. 

32,  1  ir  erlangen  seh.  2  Vnd.  10  Eur  a.  die  thuet  12  Das 
euer  konst  ist  13  Get  mit  listen  vnd.  17  ich  merck.  22  Wie. 
26  es.  29  Der  solich  kanst  wais  oder  kon.  31  solch  frag  vns.  Die 
warsager  gent  ab.      34  Pald  las. 

33,  1  mir  land.      3  pelogen.      4  ain  tag  zv  dem. 

34,  5  geit    13  Verleiest  kraft  sterck  vnd  w.     16  hastwgn.    25thet 

35,  10  im  erschin.       15  Doch  das.    Dann  maß  punkt  ans  ende  von 

14  gesetzt  werden.      19  gnaden  gunst.       23  ser  hoch,  erschröckliches. 
28  Sein  fües  vermischt  laimen  mit  eisen. 

36,  5  die  d.  13  das  guelden.  20  dem  eisen  sein.  21  dahen. 
31  Das  selb  wirt  alle.  32  müesen  alle.  33  dvr  sähest.  38  traums 
anslegong. 

37,  12  Vnd.     14  liebn  getrewn.    26  Weil  gottes  gaiste.    33  henting. 

38,  9  das  allen.  16  den  künig  selb  pekem.  31  Schvreigt  der 
wort  aller  vberal.      37  hawbtlewt. 

39,  2  galdes.      5  volck  durch.      7  Merckt.      20  Ganz. 

40,  8  In  solcher  vnderspenikeit  10  sunst  eret  i.  29  Soltw  k. 
doch.      33  Nicht  pewegen  auch  gab. 

41,  22  das  flammente. 

42,  22  reucht  auch  an  in  gar.  23  wems.  24  Vnter  des  himels. 
30  Erlost  hat,  trawten.  33  gewaget  all  ir.  35  Sunder  wolten  eren 
alein.      36  Vnd  anpetten  den  i. 

43,  11  gwalt  vnd  lantfogtej  im  l.  22  Darumb  erenholt  so  ge  hin. 
23  Rueff.      33  Dem  küng  z.  a.  deut 

44,  2  gepeute  mit  vns  allen.  3  Nach  deim  willen  vnd  wolgefallen. 
1 1.  14  das]  als.    30  mit  starcken  e.    33  mit  dem  fich.     34  Mit     40  höhest 

45,  2  giebt  sie  auch.      25  Das.      32  mir  was  pedeut. 

46,  1  Der  raicht  hoch  an.  12  abr.  13  faren.  16  ejsren.  20  sint. 
21  bis  28  fehlen  S.      33  mit  sambt  der.      39  Drumb. 

47,  4  hast  die  straff.  8  Derhalben  wirt  nun.  9  Solch  forcht. 
*^  engel  oder  die  stim  s.  18  Werst  21  zeit]  jar.  25  er  die. 
^  dobt  vnd  wüet  kraczt  80  her  künig  gschehen.  31  Hab  solch 
8«perd  nie  von  im.      37  imer  würgen. 

48,  7  Ganz  lang  recht  wie  der.  8  adlers.  9  sampt  allen  edem. 
^  £r  ist  auch  ganz.  13  mus.  16  bis  24  läßt  S  weg,  trotzdem  daß 
^^'^ber  dasteht:  Aspenas  der  füerst  8[pricht]. 

49,  5  kunckling.      6  thon.       11  gewurcket.       15    hofferting.        20 
Pmeder  der  künig  ist  dot.       21  Welchen,     demuetiget.        30  thun. 

50,  1  künig.  14  er  icz  hat  den.  16  Kumbt  weicht.  25  vns 
*^lain  die  guelden.      27  las  vns  all.      30  hüelzen. 

51,  1  Mein  har  vor  angst  sich  gen  perg  strecket  11  her  gefor- 
<Uiii  8Mht.    xxiii.  36 


>62 


dert  hat»      24  geBchrift  dewtan.      Sl  die]  der. 

52,  6  war.      17  in  im.      27  in  den. 

53,  21  alle  künig,  L     22  woU,  den  dötiet  Bein 

54,  3  vber  got  erhaben,  8  Mit  deim  boffgesind  vnd.  1 
21  auf  der  wag.     28  Hacht,     den  h-     30  fürst  nach.    33  dw  dei 

55,  U  Meden  «ein  lant  wölln.  12  stator.  13  Er«t  hat 
dea  V.  21  alle  pf.J  die  stÄtpf.  22  lassen.  24  In  die  atÄ-t 
27  Sol  man  den  nit  von  vnglueck  jehen,  32  Vnd  verlenat  dei 
33  ¥nd  feit.      38  der. 

56t  2  Dort.  9  herdtch  von  min  15  nichs  vrerd,  17  ^M 
30  Wie  es  fortbin  im  reich  sol  pl  " 

57,  10  mit  liat  in*     11  seinen  glauben.     13  Sunat  ich.      17 1 

58,  17  nuecz  vnd.      21  eur  lieb  k.    30  meinem.     82  ieglid 

59,  4  Siehst  dort  knien  d.      29  Pet  altag  drey  maK       33 

60,  1  Afipenas.  5  Bähen.  7  angBiehi  bet.  27  die  straf)'  i 
30  gepot.      32  mer  vmb  dich  im.      34  Zw  grniid  so  ging  dein 

61,  2  Hinab  werffen  int  leben  gr.  12  Daniel  biß  25  fe 
27  vns  vor  des  grabens  thüer:  widerumb  richten  flier.  29  Jg 
32  Vnd  im  thun  ain  geferling.       36  vor  laid  mir.  ■ 

62,  3  mein  frumen  D.  8  klingen.  11  Mich  dQnckt  der 
im.  20  durch  haimlicb  düeck.  21  solch,  auf  seinen.  24  w( 
27  vol  argliat  petrneg.      28  Einr  hawt.      33  Welch  man. 

63,  10  dw  gethienet  hat  so  eben.  14  hat  gehalin  mit  gwa 
19  auch  vor  dir.    24  Wan  er  hat  vertrawt  seinem.    30  Ir  trabaotei 

64,  4  Kain  üehel  lest.        16  so  wol  wir,         17  meixi 
ewig  on,      36  leren  eollen, 

65,  7  imd  8  setzt  S  vor  5.      8  sie]  in.       10  leren 
vnd  sein.       15  Von  ir.      16  GeJi      22  Die.    leren.       23  Wo. 
B(ihlie0t  hl  299;  die  zweite  seite,  bt.  2^9'  beginnt   mit  27.        l 
ein.      33  Weil,     renck,       34  Manch  frume-n.    flai^jchpenck.        i 
wo  sie  vntrew  erenwichtig.        37  Pint,  so.     solicb  knal>en.        3 
39  neiding.      41  leren. 

66,  1  Sich  trew  auffrichtig.  7  Der  Beim.  8  Das  im  nit  s 
9  Vntrew  trift  sich  selb.       Unter  dem  dattim  1250  [vers]. 

67  bis  79  Vergl.  den  meiatergeBang  im  bewerten  tone  dei 
SachB:  Der  got  bei  „Am  lezt^n  Danieli«  stef  1531  April  21  (MG 
Im  dreizelinten  Hpruchhuche,  hl.  132'  bis  138',  mit  folgenden  le 
5  So  haben  wir  vna  f.  6  zv  halten,  9  erenes.  11  malti 
12  all]  zw.  22  libgotz  pfaftn.  23  in  der  bibel.  24  In  |)D 
angebangen,      25  drey  faist^n.      27  guet  deg:  eintreg. 

68,  1  svgerichL      8  nachl      26  Spejaen  in  mit  lügen,      83 

69,  4  aent.      9  des.       12  nach  thuet.      13  woU  vns  pr.       15 
so  st^iff.      16  gleisneriBchen.      18  sint.       19  vns  kain  laid  geac 
23  Daniel  der  weis  jfldieeh  mnn.      25  hat  des.        26    Dardurch. 
wol  pe^.      37  Zv,  _ 


bi  11  568 

70,  3  als.      11  Nan.      30  hewchlerischen.    34  Virzig.    aimer  wein. 

71,  7  all  bofflewt.      11  ich  dien  den. 

72,  4  Der  im  selber  nit.  8  Erfind  sichs.  11  gottes  oberst  priester 
drej.      27  ir  sambt  weib. 

73,  10  sigil.  11  petschir  ring.  17  Finstw.  21  Daniel  der  g. 
25  Entweichet  durch.  27  Tor.  29  dar.  85  Her  kfing,  ich  hab  noch 
was  XT  than.      36  ainen. 

74,  1  pfaffh  petrueg.  3  Auch  sunst.  6  seet  den  aschen  mit  hant 
im  tempel  hemmb.  9  du|  ir.  10  soltn.  12  le  anch  nit  narrn  ge- 
wesen sein.      24  lose.      80  mer  sey  finden.      31  So  vermaint  der. 

75,  2  Bei,  es  gilt  dir  ain  gneten.  4  Ynd  dw.  24  weng.  26  halt. 
27  bin  %y  dem  altar  des  got  bei.    31  sich  den  altar  frey.    33  so]  fehlt  S. 

76,  1  freffenlich.  2  wil  gen.  5  Schaw  anf  des  tempels.  11  Ja, 
ich  hab  dieser  ding  guet  12  sich.  14  fnestapffen.  17  Dein  Bels 
pfaffen  sein  die.  21  sigil.  24  muessns  dir  wol  gefencklich.  26  rein. 
27  bis  29  fehlen  S. 

77,  8  Mardoch.  9  wiltw.  11  Schawt.  14  Ynd  verzerten  den 
alles.  20  Mit  ewrem.  28  Das  hab  pesorget  ich  v.  30  bis  33  Das 
wir  mne8[en]  pezalen  gar,  Was  wir  lang  trieben  an  dem  ent:  Icz  get 
es  Tns  gleich  in  die  hent.      36  Ynd  sein  gozen  tempel. 

78,  1  Das  alles  magst  z.  3  meim  folck  gancz.  16  Das  der. 
17  hat  dnrch  yrt  22  Wir  Gristen.  28  holz  vnd  stain  meften.  37 
Das  das  z.  vnd  kreftig  wachs. 

79  Unter  dem  datum  368  [vers]. 

80  bis  96  im  siebenten  (verlorenen)  spmchbache:  «Gomedi  Jona 
der  prophet  in  4  (nicht  5)  acten  510  [vers]*. 

97  bis  131  Die  lesarten  der  handschrift  sieh  band  13,  595. 

132  bis  161  im  achten  (verlorenen)  spruchbuche :  «Tragedia  Herodes 

^it  seinen  suenen  858  [vers]'.    Vergl.  Aug.  Hartmann,  Weihnachtspiele 

^  Oberbayem.    München  1875.  s.  13  und  158.      Sieh  Marcus  Landau, 

^*e   Dramen  von  Herodes  und  Marianne:  Kochs    zsch.   f.  vergl.   litt.- 

«^ch.  1895.  n.  f.  8,  175  bis  212. 

162  bis  197.  Vergl.  Aug.  Hartmann,  Weihnachtlied  und  weihnacht- 
•Pi^l  in  Oberbayern.  München  1875.  s.  12.  Aufführung  in  Nürnberg: 
^^fTerts  vierteljahrschrift  1890.  III,  37.  Handschrift  im  elften  spruch- 
^^^lie,  bl.  194  bis  214,  mit  folgenden  lesarten:  Ein  gaistliche  comedi 
^^^T  tragedi :  Die  entpfencknus,  gepurt  Johannis  vnd  Gristi,  hat  24  per- 
*^^X  vnd  9  actus.  7  hörn  vnd  sehn  zv  mal.  8  Halten  ain  gaistliche. 
*^  Bndren.  13  andren.  17  die.  18  Ynd  Maria,  entpfing.  20  Jo- 
*®X>li  (druckfehlerlj. 

168,  1  küng  geporen.  2  schriftglerten  fragt.  8  Ynd  darnach 
•^*  sagt.  5  zkumen.  8  engl.  12  Joseph  warnet.  21  in  prister- 
"^Hem  gewant  22  kniet  vur  den  rauch  altar,  spricht  mit  aufgehaben 
^^»iden.      27  So  hart.      30  Dem. 

164,  8  solichs  gschehen.      12  werd.      13  wer  als.       15  fluech  vher 

36* 


564 


UA\\ 


vnd  dem.       18  precKuug  des  aining.      36  Sich  ich. 

165|  3  flech.      36  Wiratw  eratumen, 

166»  6  bin  get.       9  d«n  hat  im  prawch.     albegen.      20  get  hiuaw: 
hftim  ZV  haus,       25  Hat  in  aim.         32  Beim  voick   helfen.  'M  kaifa 

167,  7  dinetmaigt,       13  Mit  eczen.       25  vntr. 

168,  U  hes  höchsten  kraft.     16  das  heillig.     17  Welches. 

169,  2  iw  die.      5  So.      9  des  höchsten.       15  Zeit  zv  gepern 

170,  2  So]  Ich.    ?  Icz,      8  aeistu.      33  maget, 

171,  12  1er  in  armuet 

172,  U  pet.      21  gepei       35  erfrewt  in  got. 

173,  5  andewten,       10  Den  wöl  wir  icz  pfichBeyden  z,       23  ni 
recht      30  aol  man  daa  Idnt. 

174,  2  nembt.    sein  arm«      7  hailes  vnd  ewiges.        8  seins  dini 
5  Als,       10  heilling.       19  aller,      23  kindlein. 

175,  4  ist  schier.       7  hailUng. 

176,  3  Ach,      29  drinckn,  schlaffen.      38  gottes  forcht. 

177,  9  Fuercht.        12  heilling.       15  wirt  ie  vor  allen  sach^n  Sei» 
Tolck  von  seinen  (!j.      23  meiner.      28  ir]  »it  (f). 

178,  14  scheczen.      30  nit. 

179,  2  ich  zum  thail.      26  ist  es.      28  noch]  ic. 

180,  5  seinem  grira.       28  der  new. 

181,  3  schweb,       12  gangen  sint.       29  geporen.       33  dos  nach  d* 
gaecz.      34  Beis  kindlein  auch. 

182,  16  in  den.       19  aey  geheiUigt.      27  deim,    verjeben. 

183,  13  nembt.       14  auf  iren  arm.       23  dise  solden,        ?  golde 

184,  12  vnd  dem.         13  zv  rieht,     ghrechtlkeit,  15  da«  Belt^^ 

18  icz  ist  die  zeite.     21  warlich.       26  heilling.     27  einsprechmtg  d*^ 
heiUng.      39  Haimwercz. 

185,  20  Caspar.       22  Hab. 

186»  7  vnd  auch  die  versteer.      9  newr.       lOkönckreich.      12  ni* 
25  Es.      33  Aiu  alt  prophezej  zaiget. 

187,  10  iiichte  die  klai^st.       27  vnd  listing. 

188,  9  schedling.      22  in  groser. 

189,  8  pitter  leidn  auf  ertreich.     14  dotljng.      19  Nem.     30  kfl: 
Sl  mir.       34  fer. 

190,  8  thw.      28  het. 

191,  4  erejlen.       6  der.       10  geporen.       11  kllnd,       32  hat 

192,  3  vnd  mein.       f>  kneblein  zwijerig.      17  kneblein.       19  kintf 
21  Sonder  mues  also  jung  sein  leben.      22  Von  meiner  hant.       26 
aiii  kind  vnd  M. 

198,  1  in  waldes.      8  leiblein.      9  in  liegen.      23  das  kind. 
vurpilde. 

194,  1  Ynd  Tnser  tuen  tot  üebel  phQet.      4  sehreit      14  kindW 

19  herzen.       31  mir  das  kind  vnd, 

195,  4  wuers  der  küuig.       28  vnschuldiiig. 


.d.  11  565 

197»  3  VDd  ins.     33  vnschulding  kinder.    Unter  dem  datuni  1 100  [vers  |. 
198  bis  212  im  sechsten  spruchbuche  bl.  214'  bis  222',  mit  folgenden 
ssarten:    4  lieb,  gnnst  vnd.      8.  16  heilling. 

199,  15  forcht.      23  wonen  (nämlich  wir  beide).      25  lieb. 

200,  8  Lest  ir  euch  seine  wort  petawben.  9  So  seit  ir.  14  doch 
»  B.    17  meffent.      30  worffschawffel.      37  thnet  pues. 

201,  3  gworffen  in  das.  4  leren.  16  witib.  27  ich  nun  schick 
ach.      85  Dein. 

202,  29  Diser  los  man. 

203,  5  den.  6  heint  18  künckling.  22.  2U  stund.  32  rat 
w  iw. 

204,  5  der  sach  nach  trachtet  17  zewgen,  sam  seyr.  19  Als  den. 
OkOm. 

205,  1  Da  er.        10  mit  wol.      20  schwanckenden.      37  vnserm. 

206,  1  wolrichender.  26  hewting.  27  -reich  allein  Den  ganczeu 
ag  hie  zw  verzeren,  Mit  aller  knrozweil  auch  zw  meren.  34  sambt. 
7  Sos.    gefellig.  * 

207,  3  meinen  hem.  7  hoffelich.  9  junckfrewlein.  24  mit 
inem.      28  mich  miltreich. 

208,  2  Fodr.  8  hertem.  17  in  die.  23  ir  sein.  30  eur.  31 
Billig  sey. 

209,  1  meinr.  12  Doch  ge.  27  auf  die.  31  Nembt.  des  dotten 
anbet 

210,  2  So  hab  sechs.    24  Mein  herr  kanig.     27  icz  also.    30  heilling. 

211,  5  dem  gar  nichsen.     7  vnd  anschlich.    9  geren.     19  hab  her. 

212,  9  forcht.       14  thuee  sis. 

213  bis  241.  Die  lesarten  der  handschrift  sieh  band  12,  539. 
Aafffthrung  in  Eaufbeuren  1630:  Schnorrs  archiv  1880.    14,  289. 

242  bis  255  stand  im  siebenten  (verlorenen)  spruchbuche:  .Lasarus 
irt  anferwecket  386  [vers].' 

256  bis  311  im  zwölften  spruchbuche,  bl.  183'  bis  212'.  Im  j. 
>60  ist  diese  tragedia  in  der  churfürstlichen  statt  Amberg  gedruckt 
Orden.  Sieh  £.  Weller,  H.  Sachs-bibliogr.  nr.  177.  Der  text  dieses 
ruckes  stimmt  so  sehr  mit  der  handschrift  des  dichters  überein,  daß 
ie  yermntnng  gerechtfertigt  erscheint,  es  habe  Hans  Sachs  zu  die- 
ir  ausgäbe  selbst  eine  abschrift  gefertigt.  Als  beweis  können  auch 
ie  febler  gelten,  die  sich  im  drucke  finden,  z.  b.  Pilato  statt  Pilate. 
ergl.  band  1,  s.  305  bis  315  und  dazu  band  19,  s.  437.  Wo  hand- 
ilirift  (S)  und  der  einzeldruck  (E)  nicht  übereinstimmen,  gebe  ich  es 
Monders  an,  sonst  sind  folgende  abweichungeu  von  A  beiden  gemein- 
un:  6  allwegen  E.  10  Vnd.  11  Woll.  16  vnd  der.  17  und  18 
;tst  E  vor  15  und  16.    22  dis  clerlich.    23  wirn.     25  dest  ordenlicher. 

257,  2  sollen.  5  helt.  19  in  die.  20  Das  (!)  S.  21  jueden. 
3  Vnd  Hohen  Priestern  den  E.  24  Mus  werden  verspot  E,  gehönet  S. 
7  Hernach.        33  mir  hie.       34  streiche  komma.         38  Das.  ersterb. 


566 


u,  n 


2hS,  1  8türb|  lierb.         2  airiig]  haimllcli  S,  warlich  K.        3  Wo  a 
stirbt  £.    gtnain  E«       5  Wies,   haben.       24  osterlamb  den.     2o  wir  eij 
deD    QBien.         SO  HochprieBter*         S3  nun]   hie   S,  da  6.    dodi]  deik. 
H6  gaclieheri. 

259,  5  gemachefe  vil  8.  10  war  E.     13  Oder  mit     30  Hangen,  S7  Den, 

260,  7  wider.        12  Thewdae,        21  U  b\  m  E, 

261,  12  zum  dot  8,        16  thon:  Ion. 
262»  5  seinr.      17  Darin  er  geit  S»  Orinn  er  jn  geit  E.        18  Dar- 

nack    19  demuet  ser  S.    20  Qeit     21  golleuä  lieben  tbon.    23  ausg^io 

263,  4  zeuch.  5  fort  nit  mer  esaen  mit  euch.  7  ich  kum. 
18  ttsatamentea,  20  Die  Bünde  dardurch,  35  pin  ich  der,  nach 
dem  man  fragt. 

264,  3  hört  S,  hör  E.  9  und)  Das.  15  vnd  den.  18  Petre. 
Petre.        34  kauffe. 

265,  8  last.  10  lach]  schuerz.  17  des.  22  dein  fuea  nit 

28  an.        28  gewaschen  ist  der  ist  raiD.        31  eich  aolichs. 

266,  12  schrifte.  14  sich  in  schwerem  drawran  S,  «ich  gelejch 
in  tranren  E,  17  Er  wirt  S,  Er  muß  E.  31  in  wider  anf  ero. 
32  Gar.        36  an  einander. 

267,  1  auch.        11  auch  alda.        16  mit  mir.        17  erkenne  schir, 

18  lieb  vnd  thw.      20  lobgsang  vnd  als  den  S,  Lobgesang  ?nd  den  £. 

29  Mit  sein  j.        33  kellich.        36  er  thuet. 

268t  10  Ge  ich  an.         13  seinen  jnngern. 

19  Den  fahct  vnd.        28  euch.       27  Malchus. 

35  gepruemeU 

269,  6  geergert        31  rünstern. 

270|  0  vnschneldig.         11  werd. 

271»  5  Hie.       14  zv  thw  aten  S. 
26  Wan.        20  peim.        32  schrifte. 

272»  6  pey   euch    gewest,  12  lenger  nit. 

piudet  in  nur  hart.        23  die  klaider. 

273,  16  Von  des  h.  priesterB  E.  17  ghönt  vnd  Ö,  Wie  er  aie  g. 
n.  wird  gschmecht  E.        25  ist        33  gab. 

274,  9  vnd  den.       10  lengst  peschreiben.     16  vor  vns.     17  da^ 
19  so  raues  wir.      20  Liatig  S,  Listen  E.    handeln  an  diesen,     23  iMn 
S.  Da»  E,        31  gerewBch,        34  Darin  S.  Dardurch  E. 

275,  4  gfangen  habn.        5  wir  aber,        14  Das  dw. 

276,  10  Caipha.         12  vanj  schont  thon, 

277,  19  Icz  dw  von  vns  pe«alet.    23  thuet  gleich.    27  Die  er  lengüt  wel^ 

278,  8  dOrff.     10  Get  aus  mit  pitterlichem.     25  gmaim.     37  stant — ^ 

279,  16  kurae,        20  im  pegirlich  ou.        22  ainen.         35  vOr  gar, 

36  groseni  rumor. 

280,  10  Salbung.         24  Vilvaliiclichn.         28  Mues  es  S.  Mus 
E.        34  maus. 

261»  2  erbre.         8  der.         9   Komma   seu   tilgen.         13  Vnd 


16  rechtn  andreffl  E. 
32  pald  SV  im  Tnsem, 

20  hoft  in  dein^in. 
21  zuckt  von  leder.      25  Petre,^ 


17  es. 


13  Facht 


I 

I 

t  wÄ^ 


bd.  11  567 

offenlich«        16  Verkeret.        33  sun:  nun. 

282,  6   zvr.         8   kamen    thun.  15   dürff.         21   das   crewcz. 

22  dodes  sol. 

283t  2  pin  ir  8,  pin  ye  E.  6  Darumb  kanstw  das  nit  verlangen. 
8  Ja  bab  icb  d.  m.  mit  angn  £.  10  Das  mich  Oott  sehend ,  straff 
mde  plag.  15  e  kreet  16  Werd  S,  Wflrd  E.  17  Des  hab  ich. 
18  Zw  drey  malen.        20  ainen.        34  darst  S,  darffst  E. 

284,  7  die  thaet  mich  S.  11  sich  nit  13  Die  weil  es  S,  Die 
waylen  es  E.  17  pilgrim  S.  19  rathans  S.  27  Vnd  den.  28  Ver- 
mercket  30  Tersnecht.  31  Das  er  den  herren  ledig  mach.  33  der 
möcht.        34  Das  er. 

285,  3  sag  da  her  nach  dem  £.  4  Was  ist  neQs  £.  5  Werden 
d.  J.  ostem  E.  9  Haben  sie  einen  £.  10  Die  Hohenpriester  £. 
18  Gebolffen  trewlich.        19  hartneckisch.        33  in  der. 

286,  2  römischen  Rechten  E.  12  Pilate  (Pilato  £)  thuet  ain 
gang  heraas.  13  rathaus  S.  17  Vberantwortn  nach  deiner. 
21  ein  klag  E.        28  ewrem. 

287,  3  selbert  ainen.  7  Wan  paid  dail  man  ferhOren  sol.  31  er- 
kom.        82  Vnd  darum  in  die  weit  gepom. 

288,  8  Derhalb  wil.       14  solichs.       23  küngling  S,  küngklichn  £. 

289,  6  Der.  11  gar  wolt.  17  Drob  wurden-  alle  paid. 
30  Tergleichen.       33  gedOs. 

290,  5  Vnd.  12  deim  lant.  13  Solst.  24  zaigstw  mit. 
35  dninter  zv.        36  derselb. 

291,  6  auch  ain  wunder  S,  auch  ein  zaichn  £•  13  Auch  von 
dem  S,  Sonder  von  allem  £.  15  thoren.  16  hin  mit  hon  S. 
17  Widerumben  mit  ewer  Rott  £.        28  selb.        34  des. 

292,  1  erhalten  mit  sein  S,  jm  damit  zurettn  sein  E.  2  Die. 
^  wescht.  seine.  14  errete.  15  im  widerstreben  S.  26  aufpracht. 
28  ein.        32  Welicher  Cristus.        38  euer  h. 

293,  7  ist  B.        29  römischem. 

294,  2  eingemacht  S,  eingeduncktE.     11.     17  scepter.       18  Welches 
«'©xi  ist  S,  Welches  auch  ist  E.        28  Das  volck  sein  selber. 

295,  6   Wan   ich   6nd   gar   kain  schneid    an   im.  23   macht. 
^"^     Yor]  fehlt  SE. 

296,  4  Pilato  E.        30  mir  zv.  31  frischem. 

297,  7  vnsre.      8  eest  S,  ehest  E.      21  das  p.       32  schweren  val. 

298,  1   aufgeleget.  2  herren   den  nachdreget.         3   weibern. 
IDamach.        26  0  m.      37  Mit  den  vbeldettern. 

299,  36  vnperhafte. 

300,  2  thuet  her  vber  S,  vns  herfallen  E.   27  vberschrift.    20  iiiachi 
^^^=^8.       33  solst 

301,  7  gnabt        17  er  doch  nit        25  hat  änderst 

302,  9  wirt  abschaiden.        21  Wie  verlestw. 

303,  11  ringt  warlich  mit  im  der  dot.     13  Schaw  wie  lechzet  das. 


568 


W 


W  verschaid  S.  iat  vcrftchieden  E. 
30 4 r  26  tUeteu  sie  erlangen.         ^  vnut. 

305,  23  äieigt      in    ab.  14   man    in   peitet  S,    itiMl   bettettr  I 
26  und  29   fehlen    SE.          30  O    ecliöpfer.         3d  in  dieter.         35  iil  ! 
des  lebena  prtin. 

306,  1  Wie  gar  ligt  aller  trost  da  rndn  K         2  em  vertpol,  rer- 
hont:  doren  kr5nt.       9  gar  troätloB  S,  gar  permViklich  E.       18  wider 
veraüent  R.  M  versönt  vnd  veraint  E,      21  An«  ende  punki.     23  Aiwli  j 
wirt  Cr.         33  pentatten. 

307,  9  De»*        35  warbafter.        38  wir  nach  folgen. 

308,  1  Im  nacbgfoigt  haben  fiid  jüfebort  Sein  Predig    vnd  heylig 
wort,  Schawen,  wo  man  bin  lege  jn  E.        20  Tnare,        A4  Das  e»  da 
wider  brecht  z.  E.        29  Welcher*        31  hi  gancB. 

309,  1  pezalet  ynser.     5  lemelein.    33  ainig  geliebter.     39  Wo)  wir. 

310,  15  Iiiu 

311  Unter  dem  datum  1584  [vers|. 

312  bis  342.      Vergl    band  1,    319  bis  323  und    Die   cleglich  »er-l 
Störung  der  beilligen  stat  Jerusalem  in   dem  langen  Regenbogan    •Ditj 
xeratöning  Jerusalem*  1540  Juni   3  (MG   5,  98*  bis   104),   einxeln  ge-J 
druckt  sieh  E,  Weller,  Hans   Sacha-bibliographie   nr*  210,     A« 
in  Nürnberg:    Seufferta   vierteljahrschrift  1890,    III.  36  T     Die 
hat  H.  Sachs   in   seinem   aiehnten    sprucbbucbe,   bl.   II   bis  31,  anfg^'^ 
Bcbrioben,    Die  wichtigeren,  von  A  abweichenden  leaarten  sind  folgender 
1  Die  Zerstörung  Jerusalem  dragediweis  mit  17  pertonen  zw  recedireikl 
6  versamelung.      8  Sey  wir,       14  peschreibet.       16  seinett.      2\  audj 
macht,        24  freffel  vnd  hochmuet.        27  wart,        28  nun. 

313,  34  püecken.        38  und  39  stellt  S  um. 

314,  2,  wol  in  dem.        14  prauchest.        19  schon  dein. 
316,    1    Vn»  5   schneid    manchen    redlichen,  12  Abr 

14  mörd lachen,     19  noch  vnterthan.     20  Simon  (so  immer).     29  ge 

316,  7  leben,  ich  »ag.  8  -pfleger  üebertag.  9  Den  w^Sll  wfc^Ji 
ZV.  14  gepüer  ein  grosem.  21  gen  o.  29  mancher  sobnöde^  ^s 
vbeldat.         33  werden.         34  Wirt. 

317  nach  11  fügt  S  hinscu:    Pit  got  vmb  gnad,  last  ab  von  sündeic^ 

Welche  pey  got  theten  anzüenden    Solch  vuser  «tra6F,  eo  ist  vor  nwgeic^n 

Wie  ir   daa  selbert   nit  küent  lawgen.     Nach   BS  fdgt  8   hinsm    De^» 

gemain  man  würt  vnis  anhangen,     Den  auch  nach  freyheit  ist  verl&ngei^^ 

EIS,  4  fürgang.        18  eivrigem.        32  ice  zfressen  vnd  steaiiffea. 

319,  13  dötten.        14  Sam  sey.        82  ermören.        38  Sam, 

320,  25  Sollen  der  aufruer. 

3^1,  3  im.        11  Abgsecifit^  wen  wir  in  tbun.         36  trewlicb  wdlr 
322,  2  im.  13  thund. 

823,  3  angesagt.       10  yint  erschröcklich.      22  Wie       38  sie  t?  < 
325,  1  Jtapata.         2  hab.         6  pey  im  pleibet.         17  frunckbei  ^ 

25  Derhalb  hat  guet  xv. 


bd.  II  569 

826,  19  die  heillig  g.        20  seit.        34  gaiicxer. 
327,  2  Doch  wer.        7  ain  gschrey. 
828,  27  ist,  die  also. 

329,  1  ab  hat  thon.  11  nie.  12  pezeuget.  20  in  acter. 
S  sein.        81  Sam.        40  liebes  kind. 

380,  7  aasdorret.        86  Seit  ir.        87  erwuergt. 

381,  88  Dencken.        34  drein. 

882,  10  Raab,  mort  vnd  schentlicher.  28  stat  sambt  jungen  vnd 
Jten.        82  sein.        88  wOls. 

388,  6  reden  mit  den.    7.    8  wQerd. 
384,  2  wiL        18  gar  weder  f. 

885,  13  zoren.        27  noch  helft'n. 

886,  8  Bchopff  ZV  1.        9  Erligen.       19  gnad  sieb.      30  solt  man. 

887,  2  So  wir  die  drit  mawer  vnt.        14  pey  vns  zv  dot  den. 

388,  8  peecheding  der  Römer.        35  wil  gen  nemen  ain  vier. 

389,  18  mer  dot  schlagen.  19  Doch  last  den  thempel  gottes 
iteni.        21  prinet  schon:  zQndet  on.        38  Vnmueglich  wer. 

340,  10  vestang.        35  redlein-faerer. 

841,  5  sein.        26  In  der  seint.        38  das. 

842  Unter  dem  datam  1000  vers. 

343  bis  358  Vergl.  band  12,  569.  Der  meistergesang  in  der  gesang- 
ireis  des  Hans  Sachs  vom  12  Februar  1557  ist  einzeln  gedruckt,  sieh 
V7eller,  Hans  Sachs-bibliographie  nr.  123.  Aufführung  in  Nördlingen 
1580:  Schnorrs  archiv  1885.  13,  50.  Hans  Sachs  hat  die  tragödie  in 
ninem  yierzehnten  spruchbuche,  bl.  26  bis  84',  aufgeschrieben.  Die 
irichügeren,  von  A  abweichenden  lesarten  sind  folgende:  10  sanctus 
^mbrosius  Der  heillig  pischoff  pschreibt  alsus.  15  vnd  was  gar.  21 
embter  entseczt,  lands.    24  Die  cristlich  junckfrawen.    25  Sambt  eim. 

844,  15  alle  menschen.      29  aber  hab  von  kaim. 

845,  6  Schlahen,  das  sie  paden  im.  16  vnghorsame.  18  Herr  k. 
9  pis  her  gar  hart. 

846,  1  kaiser,  schaw  on.      5  Welche,    alle.      20  seinen  dot. 
347,  3  Der  Gristum  raubt  seinr  gOtling.       13  rcichtums,  adels  vnd 

einer  er.       19  sun,  den.      21  die  keczerey  nöm  on.      24  Vnd  mein  r. 
5  So  löblich  ist  in  o. 

348, 2  fuercz  hin  mit  gewalting.    8  alle.     12  vnd  auch  gancz  vnsinig. 

349,  1  hilffe.       15  heilling.      23  So  aber  das  selb  nit  mag. 

350,  5  cristling  glauben.  7  erling.  14  Lieber  auch  mein  zeitliches. 
t4  pet. 

351,  6  solch  yrtum  vnd  vngelauben.  8  mein  ainiger.  18  wider- 
eit.      20  Vnd  auch  nach  deiner  ere. 

352,  15  hast  das.  20  öffenlich.  30  fehlt  S.  34  Mit  sein  listen 
WS.  35  Selez,  der  ander  trabant,  lauft  ein,  feit  in  an,  im  hinfarn 
i[pricht]  Gotfrid. 

858, 1  wil  willig.     16  Den  iren  gl.     18  Sie  hüten  den  für  yrrtum  mer. 


570 


bd.  11 


18  Die  junckfraw  iiiich.      25  HM#t  nach 
13  Ich  wil  gen  mit  dem  dode  mein. 
18  Pin  gleich.     24  gewialiehea 
29  Welcher  nach 
Unter  deoi 


354«  5  fund.       12  iiau8. 
verfallen  mit  dem, 

355,  5  vad  groser,     6  zv  dem 
li  auch)  im,       15  Der  n.       17  Des, 

356r  8  und  9  fehlen  8.       11  des. 
hotten. 

357,  2  holdseliger.      6  habn.      25  wider  ?iiib. 
dem  Keitlicheo. 

358,  5  Die  jabreazahl  1558  ist  verschrieben  für  1559. 
datuiii  470  [vera], 

359  bis  373  im  siebenten  (verlorenen)  8pruchbuche :  nOomedi  WtX*' 
jirueder  mit  dem  eiigel  400  [versj.  Das  datum  muß  wahrBcheinlich 
lauten:  1551  November  23.  Sieh  band  21,  349  »u  band  1,  401)  nnd 
K,  Goedeke,  schwanke  des  16  Jahrhundert«  s.  35. 

374  bis  385  VergL  band  12,  569  f.  und  die  Vorbemerkungen  ^tim 
67  faatmichtapieL 

386  bis  39D  ist  als  52  fastnachfcspiel  gedruckt 

400  bis  450  Die  abweichungen  der  handschrifl,  IS  12,  bl  239  bi« 
268,  habe  ich  im  12  bände,  s.  570  f.  gegeben.  Von  aufführungen  in 
Nördhngen  1578  wird  in  Schnorrs  archiv  1885.  13,  44  f.,  in  Kaufbenren 
ebendaselbst  1886,  14,  239  berichtet  Eine  handschrift  davon  aus  dem 
16  Jahrhundert  besitzt  Mönchen,  cod.  genn.  3635:  viele  stellen  dam 
sind  in  katholischem  sinne  geändert,  Vergl.  auch  August  Htutmann, 
WeihnachtUed  und  weihnachtapiel  in  Oberbayern,  München  1875.  s.  13. 
Der  einzeldruck,  der  erhalten  ist,  stimmt  wie  der  Ton  dem  passion,  der 
auch  in  der  chur  fürst  heben  statt  Ämberg  gedruckt  ist,  auffällig  mit  iler 
handschrift  des  dichtera  überein.  Er  läßt  z.  h.,  ich  trage  diese  beide q 
stellen  hier  nach,  s.  404,  31  und  32  ebenso  wie  S  weg  und  liest  429,  21 
lebten  wie  S^  ferner  schreibt  er  409,  5  Minuiten  und  hat  den  zusatz 
auf  s.  445,  nach  3  wie  S.  Wichtige  abweichungen  habe  ich  darin  ge- 
funden zu  425,  31 :  k-h  Ena  Mutter  hab  geporn  Menschlich  geechlechl 
vnd  Gottes  zorn  Sein  fluch  vnd  den  Göttlichen  has  Hab  ich  verdient 
durch  meinen  fra«  üis  in  mein  tsel  vnd  gmüete  kam  Aigne  lieb  vnd 
vngehorsam  Dardurch  ich  gaietlich  war  gesterbt  Solch  Goitlosigkejt 
bat  (so  auch  S)  geerbt  Autf  menschlich  gschlecht  bis  das  doch  kam 
Du  der  gebenedeyet  sam  und  su  435,  13  :  Etlich  haben  abbrechen  thon 
Der  taglöner  vnd  maid  liedtlon. 

451  bis  461  Die  lesarten  der  handschrift  sieh  band  12,  572» 

462  bis  467  habe  ich  in  der  zweiten  aufläge  von  Jtilius  Tittmi 
dichtungen  von  IlanB    Sachs.     Zweiter  theil    Leipzig   1885.  s,    187 
bis  192  nach  der  handschrift,  S  14,  bl.  106  bis  109',  verbessert  heraus- 
gegeben.    Sieh  Rudolf  Genee.  Hans  Sachs.   Leipzig  1894.  s.  434  bis  439. 
Die  wichtigeren»  von  A  abweichenden  lesarten  der  handschrift  sind; 

463|  1  laider  ich  sag,  7  Haimiuechten.  erczte.  8  folget  keiner. 
11  Ir.      12  het  nirgent.       16  Der  aet  geb  got  dort  ewig  fhd^     18  gnib 


571 

1^.      20  wuyL      26  Wurt.      28  8o  geh  wind  ¥ud  gecbling.       31 

•ie  aar. 

B4,  2  fcrew  ich.  3  ir  erfund  ir.  12  gmiihel  nicht.  14  \ade. 
dacht.  17  Meiner  verschiden  gmahel.  19  mein.  20  lii^be. 
pr  wolte  n.  26  gleich  einem.  32  Derhtilb  mich  j^leich.  33  Idoch 
w  die.  36  mich  ir  zwkunft.  37  sie.  88  dw  abgschiedner, 
^,  wie  Gr. 

S5,  4  hailant  diese.  5  berczlicben,  9  In  starckem.  11  Darin 
ih  auch.       17  frolocknng  mit  sennen  gt.       20  Auf  die.       21  leib 

25  ich  fragt       27  Vnd  wafi  die  aelen.       30  Der  gaiat  antwort. 
Ii^  mag.      35  sein  seligen. 

B6»  1  Nit  weiter,  dencken.  2  nach  seim  «eitling.  5  Auf  no- 
lolt  auch.  6  wirt  dir  da«.  7  Fort  auch  nit  8  gaistUng. 
e.  11  Auch  bat  gehört  kein  leiblich.  15  Füer  wune  ,  frewd 
t.  19  ¥nd  dem  geeicht.  24  Vor  swainczg  jaren  mit  gleichem. 
i.  27  Als.  28  Wie,  32  Sprach:  Das  dw  fragst  34  mtil 
»t  selb  dahin. 

17,  1  geprechlichen.  2  thw  geben.  9  werd» 
70  Die  anmerkung  zu  463,  3  ist  falsch.  Goedeke  hat  in  der  zweiten 
fe  dea  grundrisses  den  27  Mars  1560  alti  todestag  der  Kunigund 
ia  angegeben.  (Band  II,  s.  408;  a.  434  ist  der  25  März  druck- 
),  Er  nahm  die  ?orrede  zum  generalregiater  zu  hilfe  ,  in  der  es 
ifang  heißt:  1560  ab  .  .  mir  gleich  mein  liebe  gemahel  yer- 
l  am  17  tag  Marci,  das  iat  der  27  märz  nach  dem  neuen  kalen- 
Kach  dieaem  hat  er  in  dem  wunderlichen  träum  gerechnet. 

Zum    12  bände. 

'  bi»  14  im  ersten  (verlorenen)  ipruchbucher  bl  137:  ^ Dragedi  Die 
da  mit  10  person  346  vere.*  VergL  band  22,  448  und  in  diesem 
Ade,  8.  27  bis  29. 

i  bis  89  Am  25  Mai  1546  hat  H.  Sachs  zuerst  in  seinem  fünften 
Ibuche,  bl.  232  bia  243',  diese  comtedie  aufgezeichnet.  Hier  ist 
ch  der  zweiten  bearbeitung  des  stoffea,  die  sich  im  neunten  apruch- 

findet  und  deren  leaarten  ich  in  bwad  12»  s.  572  verötientlicbt  habe, 
Bkt  worden.  Vergl.  band  2,  a.  300,  27  und  däa  sechzehnte  nieister- 
jbuch,  bl.  74'  bia  75'  Die  histori  Thiti  vnd  Gtsippy  ,Ea  peachreibet 
alduB*  im  erwelteix  tone  de»  Mathe»  Schneider  von  Croning,  ge- 
rt  am  5  November  1558.  Valentin  Schmidt,  beitrage  zur  geachicbte 
Jmantibchen  poeeie.  Berlin  1818,  s,  112.  iieöammtabenteuer  I,  C. 
pke,  gnindriG  band  I,  a.  84,  4*  Qesta  Homiinorum  nr.  171,  Oeater- 
I  740.  Onabh&ngig  von  Hans  Sachs  ist  Schwartzenbacba  oomedia, 
Job,  Bolte  in  der  Allgem.  dtsch.  biogr.  1891.  33,  216,    Die  leearten 

5  sind  folgende:  1  Ein  comedi  mit  10  peraonen  zw  aigiren  die 
^etrewen  freunt  Titus  vnd  Giaippus  vnd  hat  5  actus. 


572 


u,  vü 


15,  Siieralt.  neipt  aieh]  lebU  S.  10  'niitu«  liöist  15  icw.  22  worteo, 
Tnd,  24  achweigt  vnd  höret  21  Titus  drit  ein»  spricht  wider  lich' 
aelb  alao. 

16,  3  widerfaren.  i  jaren.  5  nie.  9  Er  get  im  pegeg^et  Gisip' 
pua  spricht.  11  der  Römer]  f,  S.  15  j^ehen.  18  Da.  20  den  die 
gac hefte.  21  liebet-.  23  iet.  24  geatorben,  25  erworben.  31  Ti- 
tu8  spricht, 

17,  1  Gleich  iozuiid.    8  ktimena.     10  Mb  11  hat  S  nur  Gifippiu  »t< 
auf,  apricliL     16  bis  17  Sie  seczen  aich  alle  vnd  Ariatippua,  der  achweher^ 
apriebt.         21  Da  wir  aambt  jungen  vnd  den.        22  die  hochzeit  gueL 
23  Voleudon  mit  frolickem  muet.       25  Herr  schweben       16  Went  eut'b 
am  pesten.         32  ea]  das.     dann]  den.        35  kemn&t 

18,  3  und  g.]geiDacbaam,     gut]  woK     5  allgemach.     10  bis  21  fei 
S.         22  Hitzen ,    spricht  zw  im  selb,         26  bia  27  Aof  erd  nie  scböi 
frawenpild   Von  frawen  leib  ie  wart  geporen.      28  auaerkoren.      29  «w. 
geben.     30  leben.    32  hercz,  lieb  vnd.     33  es  kau  nicht  geaein,     34  dem| 
mein.      35  denn]  den.    36  peküetnem.      87  Wie  lest  dw  dich  die  lieb. 

19,  6  denn|  den.  7  Beim]  Dem.  10  wenn]  wan.  11  Fur  ae. 
weder  gaecz  noch  pot.  18  Prueder  mit  BchweBtem.  14  gschichi  diese. 
15  ainr  «eins  freundes.  17  gleich]  thun.  Nach  19  in  S  noch:  Tor 
lieb  wil  mir  mein  hercÄ  versincken  Ich  mag  nicht  mer  essen  »och 
drincken.  22  daal  ea.  23  möchst.  ich)  nicht.  24  der)  ir.  25 
Möes  ichs.  27  änderst.  29  fehlt  S.  Statt  30  bis  20  nur:  Gisip- 
pu8  get  ein,  Tikuö  sicst  drawrig,  Giaippu«  spricht» 

20,  5  Zitrent  vnd.        6  sag  mir  es.       7  Titus  spricht.         10  dem 
wen.  12    herczeng    doch    nem   gar.  15    der    Römer]    fehlt   S. 

20  trew  vnd.        21  waren  je.         23  angst  vnd.        25    mir   im    entetu! 

26  Mein  bercz  paut,       29  vnd  ap rieht       31  so  in  klainer. 

21,  1  verbeten.  2  gleich  vnerlich.  8  peschulding  nit  da«.  19 
bat  der  schone  gab,  15  Dai-uiit  unnd  gmdt]  gemOt,  19  So  «oll 
ica.  28  fallen.  29  allen.  81  der  Römer]  fehlt  S.  88  leben.  34  wiui|. 
da»,     geben. 

22,  2  Giaippua  spricht.  6  wird)  wurt.  8  zwging.  17  malj 
stund.  19  der  Römer]  f.  S.  21  Den  höchsten  drost  23  Idock 
28  GisippUB  spricht.      32  Wen  den.       34  Vnd  wen.      36  hin]  pali. 

28f  2  und  3  in  S  umgestellt  3  In  masen.  ichs]  ich  es,  8  lieber* 
gebn.  14  verloren]  erstorben.  15  ich  mir  was.  17  nun]  ict«  18 
beyde  ab)  aus  paid        19  bis  24,  9  knecht  gehn  ab]  fehlt  in  S, 

24,  13  blieben]    pk   her.         15    der  Eömer]    spricht         19    Idoch. 

21  knmbt  und]  f.  S.         24  Titua  spricht         25  Sieh]  was.      den]  ain. 

27  Sag  mendlein.        31  und  32  fehlen  S. 

25,  1  ab]  hin,  2  0  wer  mag  das  vnglueck  sich  drehen,  3  meiner 
not.  4  der  ist]  ist  mir.  6  Rat  wie  sol  icht  sach  greifien  an« 
9  gscbehen  in  kainen.  10  muea.  14  kumpt  er  spricht,  15  bis  17 
fehlen  S.          20  Ein   ding  dir  oä'enwaren  wern.         25  bist  doch  meia 


Lie     ■ 

m 

»w.    ■ 


R  12 


573 


88  Wii,  ich  dich  wol.        31  dir  xu. 

26,  2  Tnd  zw  nicht  6  Sie  laoft  hin»  GisippnB  bc breit  nach,  7  Hör» 
hör.  11  Schaw !  icz  kamens  auf  mein  binfari  12  Hie  kumpi 
Sophronia,  ach  wager  vnd  der  achweher,  spricht  14  hei  loser.  15  namstw. 
17  0ea  mufi  das  atreng  gericht  dich  straften.  18  getrawt  solcher 
dQeck.  19  Es  ist.  20  öiaippua  apricht.  21  aobweher,  23  edler | 
vnd.  25  disenj.*  26  spricht]  fehlt  S.  27  am]  aim.  29  TituB  spricht. 
35  ehret]  erett. 

27,  1  Wan  ichs  viel  lieher  hab  wan  er.  2  man  peclagen  vas 
aber.  3  dueckiach  vnd  haimlich.  4  ie  mit.  6  nit.  9  sprach 
sie  gntwilliclich :  Ju.  10  vermeheUv  13  nicht  drogen.  15  ie| 
recht.  17  habn  in  trewem.  18  aidn. 
lc%  nicht  warten  kon.  83  schweher 
38  Vnd  foer  sie  in, 

dein]  die.  11  Weil   ea  got  hat  also 

13  ah]  aus.       15  bis  16  Aristippua  get 

20  Des   hat 

kittel  kaum. 


19  Mit  mir   lasen, 
spricht.  35    auf 


24  ich 

den    tag. 


28,  1  gmahel  und]  eliche, 
sertrent        12  Pleib  ich  nun. 

mit  polippo  vnd    den  zwen  achergen   ein   vnd   spricht. 
eis.  21  Auch  sint  die  schuldiger.  28  ist   in    aim 

25  betten.  26  waia   nimant  nit.  27  sein]   der.  29  Athen  er 

doch  nicht.         30  heim)  nur.  31  heiloß]  erlös.  32  Sie  gent  aus 

p38  on  ain  schergen.  Gisippus  im  kitel  drit  ein,  ain  sack  am  hals 
vnd  apricht.        33  bia  29,  28  fehlen  S. 

29,  32  nun  gar  nichsen.    33  Pin  kamen  icz  in  die.     36  Sag.  freunt. 

30,  1  Der  scherg  spricht  2  Ja  er.  3  ietat]  palt,  4  nur]  hie. 
5  dort)  gleich,  6  Scenarische  bemerkung  in  S:  Titua  knmpt  get 
iwayznal  auf  vnd  ab  sieht  in  wol  spricht  nichte  get  wider  aus  so 
spricht  Giaippua.  8  bis  11  fehlen  S.  13  meins  freunta  freuntschaft 
gar,  14  icz  gar  nimer.  15  eacb|  sieht,  17  in  diese  armuet 
21  nur]  ain.  mein  angst  vnd  not.  23  Etwan  kumbt  ainer  pringt 
mich    um.          24  bis  31,    34  fehlen    S.      Dafür   bloß    die  scenarische 

l bemerkung:   öiaippius  get  hinaua    Varro  get  ein  mit  zwayen   achepfen 
siezt  zw  gericht  vnd  sagt. 

32,  1  herm]  schöpfen-  2  Vns  ist  verkuntschaft  ain.  3  Der  hat 
[die  nacht  beint.  4  Des  pluet  aol  werden  icz  gerochen.  5  Die  zwen 
richergeiu  pringen  Qiaippum  der  ein  spricht.  7  Den  wir  euch  haben 
P^udget  an.        B  Ben  fand  wir  in  aim,         11  Ein  man  mit  seiner  haut. 

12  Dammb  man  in  ans  crewcze  schlag,  13  richter  spricht.  14  auf 
die.  15  apricht]  f.  S.  18  Varro  der  richter  bpricht  20  Die  ir  habt 
gachworen  zum  gericht.  21  Der  erst  schöpf  23  Gehencket  zwischen 
himl.  25  Der  ander  schöpf.  27  bis  30  fehlen  S,  31  Varro  der 
richter.      83  Vnd  henckt. 

33,  1  bia  2  Er  bricht  den  stab,  so  kumpt  thitus  peschawt  den  armen 
fnd  spricht.  7  richter]  gericht.  11  den]  tlaa,  16  grobem  laster, 
17  veraechter.  23  richter]  Varro.  30  In  dem  kumpt  publius  der 
recht  morder  apricht,      33  den]  das. 


574 


bd.  n 


34f  2  Mein.  3  das]  du.  4  itn  gemewr]  in  dem  gmewr.  S  da» 
gleich,  15  Der  doch  ein  ider.  17  ich  nach  grau  den  paa.  19  Gieip- 
pus  spricht.  22  Varro   apricht  23  Mein   Thite]  Tite.    habt  ir, 

25  kein  iieher.     29  Vüito  spricht     84  Seit]  «elb, 

35,  3  ledig  mit  in.  4  alle  drey]  aldrey.  5  unnd]  f.  8.  8  nur  pald 
mit  mir  haiiu  aw.  lf>  Pesre,  14  Actu«  quiutus.  15  GiRippnt  wo) 
^eclait  ß^en  ein  mit  tito »  der  apricht,  1 7  10  dir.  18  £ü  anniiet 
24  So.      26  das  ging,       27   Eb  praeht  ein  schad  den  andren  schadem 

26  so  gros.    29  in  höchste.    32  dich  2w  hause  «aeohi.    34  in  angsten« 
35  dan  mord. 

36,  8  deinen.     10  wol  gelonet.      13  Das. 
gm  ah  et.    18  aol  sw.    20  So  mach.    21  nmchnj 
28  den.      29  Den  weil  du  mich  thust  verern, 

37,  1  alle.        2  freuniaehaft,    reiclitum, 
willig^      4  dirs  als        6  mensch  HiinBi.      9  in. 


14  Gieb.      15  Zw  aiaf 
fehlt  S.    25  Vberflung#, 

31  det  ins  elent 

3   dir  als  von  hercseal 
11  dein  aller  liebstej 


15  Ua      annampBt:  kampst.       21  ein  warer.      23  ain.        24  nac-htmalj 
25  Da  wellen  wir  den.     26  Auch  weiter  haben.     28  vnd  noch  zwiseb 
37  Die  Äwen  geiit  aus.     Der  heroU  peachleuat 

B6,  2  Doch  vast.      4  WeHche.    gleich.      6  Beroaldus.       8  da«  eia 
man  fliehe.       10  sonst  ein,       12  liebe  prini        18  fewer.        23  geleich 
vnd,        26  Wo  was.       27  aecz  gut,  gwalt  vnd,      28  dis.     freunt^chafl  j 
mehr.       29  er  im,      82  truehsal  angst  vnd»  34  milte  danekparkeit  1 

35  Gen.      36  Von  dem  man  giiCÄ. 

39,  1  Tnd  nouh  vil  7  vna  von  Nürenwerg.  8  big  23  die  penonen-  ] 
Kahl  ist  in  S  geringer:  L  Der  herolt;  Gisippus  steht  vor  Tiius,  dann 
folgt:  »Sophronia,  die  prawfc;  5,  Aristippus  der  schweher  vnd  1  icb^ipf; 
6.  Polippus  der  schwager  vnd  2  schöpf;  7.  Varro  der  richter;  8.  D« 
erst  Bcherg  vnd  auch  pot;  9»  Der  ander  scherg;  10,  Bubliue  Ambtntna 
der  morder.        24  Änrio  aalutis  1546  am  25  tag  May. 

40  bis  63.  Die  lesarten  der  handachrift  sieh  in  demselben  bände 
i.  573.  H.  Sachs  dichtete  am  13  Mai  1546  in  der  gesangweise  dei 
Römer:  Die  getrew  fraw  Genura  «Zw  Genua  ein  kauffman  saa^  faies 
Bamaba*  (MG  8,  bl,  90'  bis  91').  VergL  GesammtabeTi teuer  3,  s.  CIII, 
dazu  noch  Germania  1,  264;  Ebert«  jahrb.  4^  107  und  Orient  und 
Occident  2,  313  f.  Pfisaow»  Carmina  popuL  Graeconim  recen^s.  355  f* 
nr.  474.  Arthur  Rochs,  Über  den  veilchen-roman  und  die  wandemofS 
der  Euriant-Bäge.  Diasertation.  Halle  1882  (LitteraturbL  f.  germ.  und 
roman.  philoL  1883.  nr.  7  sp,  271). 

64  bia  87,     Die  lesarten  der  handachrift  sieh  in   demselben   bände 
a.  573  f.     II.  Sacha  dichtete  am  1  März  1538  in  »einem  klingenden  tone  :^_ 
Die  göttin  Circes  ^Homerus  i>eechreibet  von  ainer  frawen*    (MG  4«  Ul^ 
253'  bia  254').    VergL  Geata  Romanorum,  Oesterley,  nr.  20  a.  716, 

88  bis  114  stand  im    siebenten  (verlorenen)  »pruchbucbe:    ,Kuni| 
au»  Franckreich  mit  den^  k  706  [vers]«'     Vergl.  den  meisiergeeang  iml 
»4uh warben  t^one  H.  Vogels:  Des  forst.era  aun  wart   künig   «DB^bertiif| 


bd.  12 


675 


^55 


ein  kuii%  alt*  1548  März  14,  gedruckt  bei  K,  Goedeke,  dicbtungen 
von  Haus  Sachs  I,  s.  255* 

115  bis  141  im  achten  (verlorenen)  tpnichbuche:  »Comedi  Der  alt 
purger  mit  3  Buenen  732  [ver8|.*  Abgedruckt  bei  Göz,  Hang  Sacha, 
Xuniberg  1829.  3,  118  big  154  und  hei  fiö&ching,  Hans  Sachs,  Nürn- 
berg 1824.  3,  38  t  VergL  auch  band  12,  s,  575.  Einen  einzeldnick 
der  comit'die  werde  ich  in  der  bibliographie  im  24.  dem  schluBbatide 
dieeer  ausgäbe  des  Hana  Sachs,  beschreiben. 

142  bis  186  im  achten  (verlorenen)  aprncbbucbe:  ^Tragedia  Tri- 
sirant  mit  ysalden  1240  [vers],*  Hans  Sachs  dichtete  fönf  meisterge- 
.Qge  Über  die  geachichte  von  Tristan :  a.  im  langen  tone  des  Poppen 
strant  der  liebhabent  »Äins  küni^rs  tun  von  loneis  genent  Tristrant* 
551  Dezemljer  4.  b.  im  senften  tone  des  Nachtigal  Herr  Triatnint  mit 
der  künigin  »Als  herr  Triatrant  die  künigin  zart*  1551  Dezember  5.  c. 
in  der  kelbenveis  des  Hans  Heiden  :  Herr  TristrancsE  kämpf  mit  Mor- 
hold  »Morhold  ein  held,  der  vier  man»  etercke  hat*   1551  Bexenil^er  7, 

d.  in  dem  vergessen  tone  des  Prauenlobr  Herr  Tristrant  mit  dem 
trachen  »Als  der  kün  held  Tristrant  fuer  in  Yrlande*  1551   Destember? 

e.  im  plaben  Kegenbogen:  Herr  Tristrant  im  narrenklaid  ^.Als  herr 
Tristrant  vertrieben  waer*   1551  Dezember  11. 

187  bis  226,  Im  achten  (verlorenen)  spruchbuche ,  ungefähr  bl, 
192  .Tragedia  Fortun  atus  mit  dem  wünsch  hu  et  mit  22  personen  in  7 
actuH  vnd  1132  vereen*.  Gedruckt  bei  Jok  Gust.  Büsching,  Hans  Sachs. 
Drittes  buch.  NOmberg  1824.  s.  72  bis  124.  Arnold ,  Hans  Sachs 
(1884).  2,  215  bis  254.  Tittmann,  dichtungen  von  Hans  Sachs.  2  auf- 
läge, Leipzig  1885.  s.  112  bis  155.  Dort  i.st  v.  AM  A  v.  Kellers  Ver- 
mutung, wo  zu  achreiben,  durch  druckversehen  nicht  aufgenommen, 
nur  die  richtige  interpunktion  steht  da.  Über  das  märchen  vom 
Fortunat  sieb  auch  Valentin  Schmidt»  Forfcunatua  und  seine  söhne, 
eine  aauber-tragoedie  von  Thomas  Decker,  Mit  einem  anhang  ähn- 
licher märchen  dieses  kreisea  und  einer  abhandlung  über  die  ge$chichte 
von  Fortunatus.  Berlin  IS  19.  a,  206  spricht  Val.  Schmidt  über  die 
tragödia  des  H.  Sachs,  Grimm,  Kinder-  und  hausmärchen  3,  204  zu 
nr.  122.  Reinh.  Köhler,  Eine  littauische  sage  und  daa  deutsche  Volks- 
buch yfon  Fortunatus:  Mitteilungen  der  Littauischen  litterar.  gesell» 
»chaft  1884,  heft  0.  Paul  Hanna,  Die  deutsche  Fortunatus^dramen 
wid  ein  Kasaeler  dichter  des  17  Jahrhunderts.  Hamburg  und  Leipzig 
1892.  ^-  Theatergeachichtliche  forachungen  Hg.  von  B.  Litzmaim, 
Heft  V*     Der  Kasseler  dichter  hat  nach   Hans  Sachs  gearbeitet  s.  31  f. 

227  bis  240.  Im  neunten  spruchbuche,  hl.  7'  bis  14,  Die  leaarteu 
ih  band  12,  s.  576;   vergL  auch   band  13,  597    und  Kirchhofs  wend- 

uth  1 ,  18  (anag,  von  Oesterley  V»  s.  30),  Aufführung  in  Nürnberg  r 
uiTerts  v  i  er  te  1  jähr  sehn  ft  1B90,  lll,  36, 

241  bis  264  Die  lesarten  der  handschrift  sieh  in  demselben  bände 
;edruckt  bei  (Juat4iv  Büaching^   Hans  Sach    ematlichc. 


576 


bd.  n 


trauerapiele  u.  s.  w.  Nürnberg  1824,  3,  8.  159  bis  190.  Arnold,  Hanf 
Sftohs  2,  2Ö8  bis  292.  HaDs  SachB  dichtet«  am  8  Oktober  1547  in  der 
rorweia  Pfalsteii  von  Straapurg:  Persanea  reit  Aristotilem  «Alexander^ 
(MG  9,  bb  263).  Im  anschluß  an  A,  v.  Keller«  auÄfttbrliche annierknng 
setze  ich  die  ergünznngen  hierher;  Hans  Sach«  erwähnt  den  Aristoteie« 
band  2,  291,  2  f.  Anspielungen  auf  die  sage  sieh  in  Branta  narren* 
Bchitf'  13|  TS  und  Zimmeriscbe  chronik  IV,  230,  4.  Bearbeitungeti :  Jobu 
Vimbrugh,  Der  von  der  liebe  betrogne  philoeoph.  LustepieL  Göttitig«« 
1750.  8,;  Der  von  der  liebe  überwundene  weltweiae,  Muaikal.  zwischen' 
spieb  Berlin  1751.  8;  Saintfoix.  Der  von  der  liebe  betrogne  philo«oph. 
Lnstspie].  Frankfurt  und  Leipzig  1752.  8.;  A.  F.  E.  Langbeitii  Da«. 
diimenpferd  im  23  bände  seiner  sämtliübeD  scbriften;  Karl  Liidwij 
Kannegiesser,  Verliebter  irrthnm  in  seinen  dramatischen  spielen: 
Bkiunibach,  Aristoteles  und  Pbylliss  in  seinen  abenteuern  und  scbwäjicken 
nr.  13  ä.  1Ü9.  Bildliebe  darstellungen;  Im  Louvre  in  der  coUactia 
Sauvageot  habe  ich  im  4  nimmer  mit  der  bezeichnung  C.  98  ein  relial 
von  vergoldeter  bronce  gesehen,  das  die  ««ene  vorführt,  welche  der! 
komödie  den  namen  gegeben  hat.  Ferner:  Martin  Ziiainger,  Atiatot-elei 
und  Phyllis,  abgebildet  in  Alwin  ScViult»,  Deutsches  leben  im  14  und 
15  Jahrhundert.  11,  388^  lig.  455,  und  zwei  kupferstiche:  Brosameft 
Bartach  nr.  18.  Georg  Pencz,  Bartsch  nr.  97  und  Seb.  Beham,  zweifel- 
haftes blatt  bei  Rosenberg  *  Seh.  und  Barth.  Beham.  Leipzig  1875. 
a.  183.  nr.  9.  Andere  bildliche  darstellungen  bringt  die  anmerkoiig  zur 
Zimmeriscben  chronik  IV,  320,  6  und  Earl  Ooedeke,  Pamphllas  Gengen* 
bach  s.  503. 

265  bis  27Ö  Die  lesarten  der  handschrift  sieh  in  demselben  bände 
a.  577. 

279  bis  316  Die  lesarten  dar  handschrift  sieh  in  demaelben 
s.  578.     Wieder  gedruckt  bei   J.  G.   ßüsching,    Hans  Sachs   enuili 
truuerspiele.     Nürnberg  1824.     3,  295  f. 

317  bis  341  Die  lesarten  der  handschrift  sieh  in  demselben  bai 
8.  579. 

342  bis  386  Die  lesarten  der  handschrift  sieh  in  demselben  bände 
s.  579. 

387  bis  403  Die  lesarten  der  handschrift  sieh  in  demselben 
s.  580.     VergL    Georg   Ellinger,   Alceste   in   der   modernen    littermtofjl 
Halle,  buchbandlung  des  waisenhaufles  1885.   II,   57  s.  8.     Quelle   sie 
dort  auf  s.    54   f. ,    analyse    der    tragddie   8.    3.     Da»u   ssch.    f.    dtscli 
pbilol.  18,  3. 

404  bis  431  Die  lesarten  der  handschrift  sieh  in  demselben  bandet 
8.  580.    Nürnbei^ger  festschrift  s.  267.   Paulis  schimpf  und  ernst  nr,  231. 
Jesterley  s.  500.    Vergl.  Hans  Sachs  band  2,  271  +  21,  363.     CiU-i  Dre*, 
ber,  Studien  zu  Hans  Sachs.  1.  Berlin  1890.  s.  55  bis  59. 

432  bis  450  Die  lesarten  der  handschrift  sieb  in  demselben  bände  ^ 
581.    Quelle:  Lukians  gespräch  Tojtaris  oder  ül>er  die   freundscbafW i 


577 

451  bis  487  Die  lesarten  der  bandscbrift  sieh  in  demBelben  bände 
I.  5$L  Wieder  gedruckt  ist  die  kotoödie  bei  J«  6  Büacbing, 
HttOB  894:hi  ematlicbe  iranerBpiele.  Nürnberg  1824.  3»  347  f. 
Siseii  aonderdniek  aua  dem  jähre  1611  nennt  £,  Wetler«  Hans  Sacbs- 
btbUognpbie  nr.  189.  Zum  stoffe  vergl.  band  21,  «.  362  so  2,  25L 
Frie4r.  Wilh.  Val.  Schmidt,  Die  märchen  des  Straparola.  Berlin  1817, 
•L  2^72»  Die  Übereetzong  Warbecks  nach  seiner  handachrift  hg,  von 
Johttuies  Bolte.  Weimar,  Verlag  von  Emil  Felber.  1894.  LXYU. 
87  «.  8. 

488  biA  52o.  Die  lesarten  der  handschrif  t  sieh  in  demselben  bände 
a.  582.     Wieder  gedruckt  bei  Arnold,  Hans  Sachs  2,  338  bis  376. 

526  bis  5tU.  Vgl.  dazu  s.  5S3.  Zu  der  quelle  sieh  Karl  Biliz, 
Zur  deutschen  bearbeitung  der  Melusin asage :  Festschrift  zum  siebzig- 
sten geburtstage  Rudolf  Hildebrands.  Leipzig  1894,  s.  1  bis  15,  Zar 
dramatischen  bearbeitung  Jacob  Ajrers  vergL  Th.  WolfT^  Zar  keiintniB 
der  f^ttellen  Ton  Jacob  Ayrers  Schauspielen.     Progr.  Berlin  1875.  4, 


m  Zum    13  bände. 

l  bis  51.  Vergl  dazu  s.  597,  Sieh  Goedeke,  grundriß  H  s.  357* 
Arnold,  Hans  Sachs  2,  292  bis  a^. 

K         52  bis  83  ist  auch    in   der   Münchner    bandscbrift   Cgm.  4503''   nr. 

W^  aufgeschrieben.  Ver^^U  Heidelberger  jahrbQcher  lö37,  g.  678*  Ähn- 
liches citiert  Valentin  Schmidt,  Straparola  s.  70,  294.  Zum  ersten 
geböte  vergL  Hans  Ciawerts  Werckliche  bistorten.  Morale  so  bistoria 
33  (Braunes  neudnicke  nr.  33). 

84  bis  109.  Vergl.  Philipp  Strauch,  Deutsche  prosanOTellen  des 
Ujahrh  1.  Marina:  Zeitschrift  fQr  deutsches  alte rlhum  18S5.  29,  s.  325 
bis  342.     Max    Herrmunn,    Die  lateinische    »Marina*:   Seuffert»  viertel- 

■  itthrschrift  1890,  111.  a.  1  bis  27,  besonders  19  bis  21. 
110  bis  14  U    Vergl  band  22,  s.  505  bis  506. 
142  bis  171.    Hans  Sachs  hat   die  Übersetzung  Michael    Herra  von 

^lutarch,  G fiter  sitten  . s.  clxxxviij  benutzt. 

172  bis  213.  Das  stQck  steht  auch  in  der  Münchner  handschrift 
Cgm.  4503-   nr.  8. 

214  bis  243.     Die  oper  von  Michalovich  :    Hagbarth  und  Signe  be* 
l^andelt  denselben  stoff«     Vergl  auch  die  NQmberger  festschrift  s.  270. 
238,  24  Das  aiotiv  findet  sich  auch  in  HoHnahed,  aus  dem  Shake- 
^pere  schöpfte. 

254  bis  288.  Vergl  dazu  a.  598-  J.  Ayrers  comedia  von  Nicolay, 
BIO  verlornen  söhn,  ist  eine  erweitern  ng  dieser  comödie  von  Hans  Sachs. 
332  bis  377.  Ludwig  EttmüUer.  Herbstabende  und  winternächte. 
^Stuttgart  1867.  band  3»  s-  365  bis  402.  Nach  der  handschrift  ge- 
krackt in  Braunes  neudrucken  nr.  29.  Damach  Arnold,  Hans  Sachs* 
^erke,    2,  39X  bis  432.     In    dem  ueudrucke   bei  Braune  sind    folgende 


578 


Änderungen  nötig:  v.  62  an  das  ende  kolon  zu  Betten,  y.  99  ttreic^e 
daB  konima  nach  Bewfnden.  155  ausrufezeichen,  156  fragezeicben  an» 
ende,  v,  2*^7  ?  frawn,  S  frawen.  281  lies:  legn.  290  hat  S  Tielleiebt 
griieft  Btati  glneft  gescbriehen?  Yergl.  Nürnberger  feetschrift  •,  Wh, 
521  streiche  am  ende  das  komma.  660  aeUe  statt  des  punkte«  ein 
komma  ana  ende.  714  lies:  babent  und  vergl.  dazu  faatnachi^piel 
1,  4  und  fastn.  21,  306.  V.  736  liag:  geo  sol.  774  »iisrttfeieidwB 
ans    ende.     1094  liea:  wegii. 

427  bk  457.    Vergl  dazu  s.  598. 

458  hh  476  Hana  Sachs  dichtete  am  2  Oktober  1515  in  der  al- 
ment  dea  alten  Stollen:  Phebna  mit  der  Daphne  «Als  Pbebus  die 
schlangen  erachues'  (MG  7,  298). 

547  bia  579  Die  leaarten  der  handschrift  sieb  band  14.  8.  3^4  T 

5B0  bia  591  Gedruckt  als  44  faatnachtspiel. 

Zum  14   bände. 

1  bis  11  VergU  A  L  Stiefel,  Über  die  quellen  der  Hans  Sachsidcben 
dranien  :  Gemiania  neue  reihe  24  (:i6)  Jahrg.  b.  3  und  25  <37J  s.  204- 

12  bi8  25  VergL  A.  L    Stiefel:  Germania  24  (86)  jabrg.  a  2t 

47  bia  59  Vergl.  Ä.  L.  Stiefel  a.  a.  o.  b.  12. 

60  bis  71   VergU  A,  L.  Stiefel  a.  a.  o.  s.  13  f. 

72  bis  83  Der  titel  dieses  im  Jubiläumsjahr  häufig  aafgefCÜirte 
spielea  muß  heißem  Der  farendt  fichuler  (erg.:  geht)  ins  paradeiü 
8ohon  R.  Baumbach  bat  deshalb  «einen  schwank,  ehe  er  die  lesart  von 
Hana  Sachaena  handachrift  kannte  ♦  die  reiae  ins  paradies  betitelt.  Vergl. 
Grimm,  Kinder  und  hau smUr eben  S,  184  zu  nr  lU4«  Goedekc.  Schwanke 
des  16  Jahrb.  nr.  193.  A.  L.  Stiefel  a.  a.  o.  s.  14  und  den  nachtrag 
da£u:  Germania  25  (37)  s.  208;  ferner  derselbe,  Der  «clericufl  «qnet, 
des  Job.  Placentiua  und  das  22  faBtnachtepiel  des  Hans  Sachs:  Kochs 
zeitsclirift  für  vgl.  litt.-gesch.  1891.  n.  f.  4,  440.  Sprachlich  erneuert: 
R.  Genee,  H  Sachs.  Berlin  1888.  a  lÜL  In  freier  bearbeitung  Ton 
Gustav  Burckard,  Hans  Sachfl-dramen    Berlin,  F.  Fontane  1894.  s  65  bis 77. 

99  bia  110  Vergl.  A.  L.  StiefeL:  Germania  24  (36)  a.  15  f.  Benutzt 
von  Edmund  Dorer  in  aeinem  Ü  fastnachtspiele :  Frau  W&hrheit.  Dres* 
den  1885.    Sprachlich  erneuert  von  R.  Genee,  H  Sachs.    Berlin  1888  s.  91* 

109p  29  lies:  mich  ie  und  föge  als  anm.  hinau:  ?  ie  fehlt  ACK. 

in  bis  123  Vergi  Goedeke,  grundriß  I,  83K  IV,  24.  A,  L.  SÜef^ 
a.  a,  o    8.  16. 

124  bis  138  Gedruckt  als  26  fast n achtspie  L  Gö«,  H.  Sachs  IV,  145. 
Vergl.  V.  d  Hagen,  Einleitung  zu  dem  altdeutschen  gedieht  Ton  Salomo 
nnd  Markolphus  Berlin  1809.  V.  Schmidt,  beitrage  zur  gescHtchte 
der  romantischen  poesie.  Berlin  1818.  s.  99.  Dekameron  9,  9.  Leonh* 
Lier,  Studien  zur  geach.  des  Nürnberger  fastnachtspiels.  Diss,  NQmberg 
1889.  8.  55.     A.  L.  Stiefel:  Germania  24  (36)  s.  16 f.     MO  11,  34S  tiai 


urteafl 


I 


579 

anderen  Inhalt  als  daa  apiel. 

139  biB  153  Gedruckt  als  30  fastnachtspiel 

154  bU  169  GedrMckf.  als  32  fastnachtspiel  Vergl.  A.  L.  Stiefel 
a.   a.  o.  3    19  f.  und  den  nachtrag  da^tt:  Germania  25  (37)  s.  208. 

170  bis  183  Gedruckt  als  34  fastnacbtspiel.  Vergl.  A.  h.  Stiefel: 
Oennania  24  (36)  a,  20. 

184  bis  197  Gedruckt  als  35  fastnacbtspiel;  dazu  vergl  7  bänd- 
cbeti  der  faätnacbtapiele,  s.  XIV  und  A.  L.  Stiefel  a.  a.  o.  s.  20. 

198  bii^  219  Gedrackt  als  39  fastnachtspiel. 

220  bii  232  Gedruckt  als  41  faatnachtapiel;  verg^l.  da/,u  7  band- 
eben  der  faatnachtapiele,  u,  XIV.  Der  relativsatz  in  der  aniuerkung 
xtt  dem  schwanke  muß  wegfallen,  sieb  band  17,  406  nnd  den  49 
■chwank.     A.  L.  Stiefel  a.  a.  o,  s.  24. 

2S3  bis  250  Gedruckt  als  42  fastnacbtepiel ;  vergl.  dazu  7  band- 
eben,  9-  XV.  Sprachlich  erneuert  von  R.  Genee,  H.  Sachs.  Berlin 
1888.  t.  112.    A.  L.  Stiefel  a.  a.  o.  s.  26, 

251  bis  261  Gedrackt  als  47  fastnachtspiei  Vergl.  A.  L.  Stiefel, 
über  die  quellen  der  Hans  Sächsischen  dramen:  Germania  24  (36)  s, 
27  bis  29  nnd  den  nacbtrag  dazu:  Germania  25  (37)  s.  209. 

262  bis  275  Gedruckt  als  49  faatnaclit spiel.  Vergl  B.  Waldis  III, 
^  17  mit  den  anmerkungen  von  Heinr.  Kurz  band  2,  s.  116,  Femer: 
Kunst  über  alle  künste  ein  bös  weih  gut  zu  macheui  bg.  von  E.  Köhler. 
Berlin  1864.  s.  XLÖ.     A.  L.  Stiefel  a.  a.  o.  s.  29. 

276  bis  287  Gedmcktals50  fastnachtspiel  A.  L.  Stiefel  a.a.O. 8.30. 

288  bis  303  Gedruckt  als  51  fastnachtspiel  Ä.  L.  Stiefel  a,  a.  o.  s.  31  f. 

304  bis  319  Gedruckt  als  53  fastnachtspiel    A.  L.  Stiefel  a.  a.  o.  s.  35. 

320  bis  332,  sieh  a.  337.  Gedruckt  als  60  fastnachtspiel  Vergl 
Eduard  Grisebach^  Die  Wanderung  der  novelle  von  der  treulosen  witwe 
dnteb  die  Weltliteratur.     Berlin  18B6.     A.  L.  Stiefel  a.  a.  o.  s.  41  f. 


Zum   15  bände. 

17  bis  28  Die  lesarten  der  handschrift  sieh  in  demselben  bände  s,  555, 

31  Zur  zweiten  zeile  von  unten  vergl  band  17,  5S7  zu  s.  524 

87  bis  135  Vergl  den  ritter  vom  Thurn  (1538)  hl  xxv :  Von  der 
klingin  Vasthi.    Hester  1* 

141  Zum  stotfe  vergl.  Goedeke,  grundriÜ  bd.  11,  s.  254  nr.  IL 

200  Vergl.  band  10,  s.  342  bis  364. 

276  Vergl  dazu  s.  559  f.  und  den  ritter  vom  Thurn  (1538)  hl 
xliv':  Voigt  die  schiin  histori  Susannah»  der  haufifrawen  Joiakim.  Hana 
Sachs  behandelte  den  gegenständ  auch  in  der  fl  am  weis  des  Wolfram : 
Die  kewsch  Susanna  , Daniel  der  propbet  peschreib*  1542  November  6 
(5  meistergeaangbueh,  hl.  264'  bis  267') 

319  Das  evangelium  steht  im  achtzehnten  spruchbuchef  bl  207  bis 
208'  mit  folgenden  lesarten:  4  Jesus.         5  Saget.         9  in  verdamnns* 

37* 


20  S  lehn. 

S2Ü,  r>  durcl^echtung ;    anfechtung.  9  Dir  i,  10  hftilB&xnfliL 

U  dir  gaiätlkk  helffeii,  1&  Punlit  ans  ende,  23  durch  jrtumtk 

24  maint  z.        26  pfacht,  reicMtmi  viid.        28  Zv  dheu. 

321,  1  Hochrüemlicb  yrdisch  gaben  geben.  8  dw  daDcksagen  : 

baimiragen.  13    Die  gab  sieb  oft  gar  scbwmd.  17  aof  deim. 

20  dein.      2^  Stieicbe  komma.      24  Setze  komma  nacb  ploet     29  ele&t, 
wönscht  vns.        30  1568.        31  90  [vera]. 

399  Die  epütel  iat  eine  erweiierung  des  meistergeaangei  in  Huu 
SachBena  rosentone:  Deia  5  7.uti  H^mem  ^Das  fQnfi  zun  Rdmem  an»- 
erkom*  1544  Miii  20  ^MG  6,  bK  162).  Da  H.  Sachs  den  vierten  folio- 
baml  selbst  zusammengestellt  hat,  können  die  erweiterungea  von  ihm 
berrühreD,  Als  datum  ist  wie  so  oft  der  eine  teil  des  urspranglichen 
datumn  benutzt  worden. 


Zum  16  bände. 


h.  L 


22  bis  56    YergL   auch    ü.    Lauterbeek,    re^entenlmcb    155d. 
A    llondtirf.  promptuarium  eiemplorum  1597.     2,  227^ 

217  Die  bi^toria  iat  neu  bearbeitet  worden  von  R.  Uaumbach,  aben- 
teuer  und  schwlinke  nr.   15. 

221  Nochmals  kam  Hans  Sachs  auf  den  stoff  zurück  am  22  Jnli 
1555  in  dem  verschreuckten  tone  des  Caspar  Pecz:  Herzog  Hainnch 
der  leb  von  Praunschwick  »Als  vom  Praunscbwick  herzog  Mainrich* 
ifünfzebntes  meistergesangbuch,  bl  151'),  gedruckt  liei  Lützelberger 
Fromniann  s,  Ö5.  Sieh  nuch  Vaterländisches  archiv»  hg,  von  Spiel 
1820.  band  3,  ».  235  und  Tettau  Erfurter  drucke:  Jahrbücher  der  kgL 
akademie  gemeinnüt/.iger  wisse uscbaften  zu  Erfurt,  l^eue  folge.  1870 
heft  VI,  a,  268  f. 

228  Sieh  das  bild  Lucas  Cranacbs  ,FJn  roerwunder  fort  eim  bem 
sein  weib  hinweg* i  Chn  Sohuehardt.  L,  Cranach.  1851  I,  208.  Carl 
Drescher,  Studien  zu  Hans  Sachs,  l    Berlin  1890     s   60  bis  97. 

280  Vergl  Kirchhofs  wendunmut  1,  80  und  Oesierlejs  nacb  Wei- 
sungen dazu  5,  8.  29. 

294  Vergl,  die  kurze  bearbeitung  des  stofi'es  vom  2  November  J  hhb 
im  neunten  spruchbuche,  bL  282  bis  ^3  ==  band  23,  s,  82  bis  83. 

302  Vertf]    den  meistergeaang  im  dreizehnten   meistergeiangbacl 
bl.  166  bis  167  in  der   lilgt-n weise  de«   E,  Vogel:  Tiranoey   des  k 
Theodosii  ^Als  kaiaer  Tbeodoaius*  1553  April  2L 

456  bi«i  459   Des  stoffea  wegen    ist   zu   vergleichen  Walter 
hg^  von  Herrn.  Knnst  s    146^  mit  anm, 

460  bis  463   Vergl  Walter  Burley  s.  144«. 


1 


cbe,J 


Zum  17  bände. 

29  Den  »chwank  «ieh  band  22«  303. 

52  bis  64    Vergl  Carl  Dreacher,  Studien  y.u  Hans   Sachs. 


ri,  a  16 


bd.  17 


581 


I 


DO«]  A.  L.  Stiefel  m  der  Germania  3S,  35  f. 

65  bis  79  Außer  den  im  7  baüdcben,  b.  XV  der  iämmtlicben  fast- 
nacbtfipiele  gegebenen  nachtragen  vergl.  Leonbard  Lier.  Fastnachtapiele 
I,  «.  57  und  Ä.  L  Stiefel  in  der  Germania  3ö»  39  f. 

97  biß  111  Vergl  Otto  Roquette,  Ulrich  von  Haalach:  Mönebner 
Allg.  «ig,  1888,    nr.  3t6>  B.    1889.  nr.  6,  B. 

112  bU  125  AuBer  den  im  siebenten  b&ndcben  der  aämtlicben  fast^ 
nacbtepiele.  a.  XV  nacbgelragenen  v ergl ei cbas teilen  sieb  Carl  Drescher, 
Stadien  zu  Hans  Sachs.  11,  s.  6.  Bernhard  ten  Brink,  Geschichte  der 
englischen  litteratur.  Straßburg  lö77,  1,  s,  318  f.  E5lbing,  Englische 
Studien.  V, 
H  126  bid  140  Hans  Sachs  dichtete  am  26  März  1537  itn  grünen  tone 

"  dea  Mügling  Die  fraw  mit  dem  speck  ,Es  bet  ein  fraw  ain  mon*  (Mli 
4,  bl  218'   bis  219'),  gedruckt  bei   Job,  Bolte,    Val.  Schumanns  nacht- 
büchlein  s.  380  f.     Sieh  die  weiteren  l)emerknngen  s  413  f,    Quelle  für 
Hana  Sachs  war  Pauli  nr.  135.    Sieh  A.  L.  Stiefel  in  der  Germania  36^  46* 
K         141  bis  155  VergL  A.  L.  Stiefel  a.  a.  o.  s.  47. 
^^^  170  Sieb  dazu  s.  532  und  band  18.  559. 

^^^B  183  bis  197  Der  meistergeaang ,   der  denselben  stoff"  behandelt,   ist 

^PR  31  August  1549  gedichtet  und  beginnt:  ^Zw  MegeldorC* 

^  198  bis  217    Hans  Sachs   bat  dem   Neidhart- stoffe   mehrmals  seine 

teilnähme  zugewendet;    sieh  MG  4»  bl.   266'  bis  267'  in    dem   hoftone. 

Donhewsers:    Der  Neidhart  mit  seinen   listen  .Ein  ritter  wont  in  Öste- 

I  reich*  1538  Mai  29  und  MG  5»  bl.  14  bis  15  im  vergessen  ton  Frawen- 
lob«:  Neytbart  mit  den  pauren,  die  peschoren  rot  ,Ein  dorf  in  öatereicb 
heist  Zeiselmawer*  1539  Januar  18.  Anfierdem  vergl.  Keller,  faetnacht- 
•piele  des  15  jabrb.  a.  191.  393.  nachlese  a.  338  und  A.  L.  Stiefel 
in  der  Germania  3<3,  56. 

1218  bis  223^  vergU  dazu  s.  533^     Gedruckt  als  268  schwank. 
224  bis  227  Gedruckt  als  27  t  schwank. 
228  biB  229  Gedruckt  als  270  schwank. 
231  bia  232  Gedruckt  als  269  schwank.    Quelle  sieh  band  17,  533. 
■ 
urap] 
bat 


Vergl  Nürnberger  festschrift  s.  163, 
240  bis  242  =  277  schwank. 
Vergl.  Nürnberger  festschrift  a.  163. 
251  bis  254  =  281  schwank, 
264  bia  268  =  284  schwank 
Vergl,  Nürnberger  festachrift  s    165. 
VergL  Nürnberger  featflcbrift  s.  166. 
Einen  ähnlichen  fall,  daB  man  einen 
einem  anderen  stocke  bestimmten  hoksLock  verweniJet 
bat.  sieb  bei  Julius  Tittmann,  Dichtungen  von  Hans  Sachs.    Zweiter  teiL 
Leipzig  1885.  a.  48. 

280  bis  284  —  287  schwank     Vergl  Nürnberger  festacbr.  s.  165. 
285  bis  289  —  288  schwank. 


2^^  bis  236 
m  bis  239 
243  bis  245 
246  bia  250 
255  bia  263 
269  bia  272 
273  big  275 
276  bia  279 
ursprünglich  zu 


272  schwank. 

273  achwank. 

278  schwank. 

279  schwank. 

282  schwank 

283  schwank. 

285  ach  wank. 

286  schwank. 


^^^^^S^^^^^^^^^^^^J 

^^m          290  bis  294 

—  290  schwank. 

Sieh  8.  5S4  in  demselben  bände  imd    1 

^^^    den  nachtrag  im 

2  bände  der  schwanke  s.  XXL     Naroberger  feeliQ^gJ 

■^     B.    167. 

^^H 

^K          295  bi8  298 

=  291  schwank. 

299  bis  303  ^  2^  schwank 

^^m          804  bis  308 

z:=:  293  schwank. 

Nurnb.  festschr.  s.  168. 

^H           309  bis  Sil 

=  294  schwank. 

Nümb.  festschr   s,  168. 

^^m          312  bis  SU 

=  295  schwank. 

^^1           S15  bis  ai8 

=  303  schwank 

Vergl  band  22,  s.  200  bis  202. 

^H           319  bk  322 

=  305  schwank. 

323  bis  325  =  304  schwank. 

^^1           320  bis  330 

=  306  schwank 

^^1           331  bis  336 

—  307  schwank. 

Sieh  band  17,  s,  534. 

^^V           337  bis  342 

=  309  schwank- 

dazu  nachtrag  s.  XX  IL 

W                 343  bis  348 

-  310  Bchwank. 

Vergl  AUg.  dtsch.  biogr.    1890.    30 

■          322.    Nümbergei 

-  festachrift  s.  lf^9.                                                           ^^^ 

m^             349  bifl  354 

^311  ach  wank; 

sieh  nachtrag  dazu  a.  XXIL          ^^H 

^^B            350,  23  lies: 

Nit. 

^M 

^H            355  bis  3^0 

^  313  schwank. 

Sieh  Nürnberger  festechrift  s.  ITIV 

^H            3dl  bis  364 

^  314  schwank. 

Sieh  Nürnberger  festscbrift  «.  170. 

^^m           365  bit  369 

=  315  schwank. 

Sieh  Nürnberger  festschrifi  a.  170. 

^^1           370  bis  374 

^316  schwank. 

^^M          375  bis  381 

—  317  schwank. 

Sieh  Nürnberger  festscbrift  s.  173. 

^^1           382  biB  388 

=  318  schwank- 

389  bis  393  =  319  schwank. 

^^H           394  bia  398 

=  320  schwank. 

^H           399  bis  401 

=  321  schwank; 

nachtrug  dazu  e,  XXIL 

^H           402  bis  405 

^  322  schwank. 

406  bis  410  ^  323  schwank. 

^^m           411  bia  415 

=  324  schwank. 

416  bis  419  ^  325    schwank. 

^^1           420  hk  423 

^  326  schwank. 

42 1  bis  429  ^  328   schwank. 

^^m           453  bis  455 

^  296  fabel. 

456  r»is  458  =  297  fabeL 

^^m           459  bis  464 

=  298  fabel,  sieh  nachtrag  dazu  s.  XXI  f.                        | 

^H           465  bis  468 

=  301  fabeL 

469  bis  471  ^  302  fabel,    1 

^^m           472  bis  475 

=  299  fabel 

475  bis  478  =  300  fabel    1 

^H           479  bis  483 

=  341  fabel    Sieh  Nürnberger  fesUchrift  s.  92,              J 

^^M           484  bis  487 

^  345  fabel 

488  bis  491  ^  346  fabel    1 

^H           507  biH  510 

=  359  fabel 

511  bis  514  =  358  fabel     1 

^H            515  bis  519 

=  347  fabel    Sieh  Nürnberger  fesUchrift  s,  178.            | 

^H            520  bis  523 

=  381  fabel 

1 

^H             524  bis  529 

Vergl  meistergesangbucb    13,  bl  1  bis  1':    Die   summ    1 

der  gedieht  in  d 

er  spruchweis  des  H.  Sachs  1552  JnH  19.                  ^^M 

Zum 

18  bände.                                   ^H 

21  Vergl,  Öoedeke.  gnindriU 

§  126«   wo  atif  die   bearbeitong  d8B 

ganzen    psalters 

von  Hans  Sache 

hingewiesen    werden    muOte.      PL  V 

Wackernagel  ♦    Das  deutsche  kirchenlied  HI,  s.  73.                                         1 

473,  16  ?  hebe.     AK  hübe.    Luther:    Ich   hebe   meine   aagen    auf.    1 

S89 


1 


Meisiergesang :  Ich  heb  mein  äugen  wol  Auf  xw  den  pergeti  hoch. 

Zorn  21  bände. 

291  big  293  ==  105  schwank.  Vergl.  nachtrag  daxu  band  2,  »»  XV 
und  Nftmb.  festacfarift  s.  102. 

294  hU  296  —  114  schwank.  Vergl  nachtnig  dazu  band  2,  s.  XV 
and  Nürnb.  fesUchr.  b.  107, 

Zum  22  bände. 

I>er  druck  des  im  Jiimiar  1895  ausgegebenen  bandes  war  aohon  »in 
II  April  1894  vollendet,  während  der  zweite  band  der  schwanke  erst 
lua  14  September  1894  im  drucke  fertig  wurde.  So  erklärt  es  sich, 
d»0  manche  der  folgenden  nachtrage  erst  hier  gegeben  werden  können. 

Der  anregung  in  meiner  Festrede  (NUrnberg  1894.  Verlag  der  Job. 
PhiL  Ran'Bchen  Terlag^bucbbandlung)  auf  a.  H  bis  15  folgend  bat  mein 
freund  Julius  8abr  mehrere  kunstblätter  gefunden,  die  au  Bans  Sach- 
sens dichtungen  in  beziehung  stehen.  Die  zu  band  22  und  28  hat  er 
mir  selbetloa  £ur  verfDgung  gestellt 

196  Vergl  da«  große  jagdstück,  dos  diesen  gegenständ  darstellt  bei 
R,  2.  Becker,  Holsschnitte  alter  deutscher  meister  in  den  originalplatten 
gesammelt  von  Albr  von  Derscbau.  Gotha,  Band  I.  1808.  D,  6,  Band  IL 
1810.  B  44  Lucas  Cranach.  Auch,  freilich  wesentlich  anders  von  Georg 
Pencx  dargestellt:    sieh  Bartsch,  kpfst.  nr.  9L     JuL  Sahr. 

276  Vergl.  R,  Z  Becker,  Derschamsche  sammlung.  Band  L  D,  9.  *L  8. 

284  VergL  J.  Bolte,  Tijdschr,  voor  nederl.  Taal-  en  Lctterknnde 
14,  134  f.  Ob  der  kupf erstich  von  Sebald  Beham,  Bartsch  nr  160,  vom 
j.  1529  zu  dem  gedichte  des  Hans  Sachs  paßt,  ist  ungewifx  Möglich 
ist  es  wohl.  Der  späteren  seit  encbian  die  darstellung  Behams  un- 
züchtig, zu  Hans  Sachsens  Zeiten  wurde  das  nicht  ao  aufgefat^t;  so  dal^ 
seine  moralischen  verse  immerhin  dafür  bestimmt  sein  konnten.  Hans 
Sachs  ging  oftmals  aber  die  gefahr liebsten  Situationen  harmlos  und 
moralisch  hinweg.  Vergl  Adolf  Rosenberg,  Seb.  nnd  B.  Behara.  Leip- 
zig 1875.     s.  66  und  106.  J.  S. 

294  Die  geschichten  von  der  Virginia  und  der  Lucretia  (s.  448) 
sind  oft  dargestellt  worden.  Beide  z.  b.  von  Georg  Pencit  Virginia 
tieb  Bartsch,  kpfst>  nr.  84  und  Lucretia  sieh  Bartsch  nr.  78,  79;  von 
Brosamer  die  Lncretia,  sieh  Bartsch,  kpfst.  nr«9;  von  Scbäufelin  Bartsch 
nr.  84,  von  Seb.  Behamsieh  Bartach.  kpfst.  nr.  78,  79;  Barthel  Beham, 
Bartsch,  kpfst,  nr.  14,  15,  68"  und  Rosenberg,  Seb.  und  B.  Beham  ».  75 
und  102;  von  A.  Dßrer  die  Lucretia,  Ölgemälde  1518,  jetxt  in  der 
nlten  pinakothek  in  München.    Jul.  Sahr. 

S12  Als  liebespaar  sind  Pyramus  und  Thisbe  dargestellt  mit  fünf 
anderen  ähnlichen  darstellnngen  als  fries  in  zwei  streifen  bei  R.  Z. 
Becker,  Derscbau.  Band  11!.  1816.  D,  29.  K.  Th.  Gaedertz,  Zur  kennt 
nxM  der  altengli^chen  bQhue,    1888.   8.    veröffentlicht  einen  holzschnitt 


684 


bd.  S8 


von  Lucas  Craoach  :  Pyramuß  und  Thisbe,  Hant  Sch&ofelin  «ieli  Ba^rteci, 
kpfst  nr.  95.    Jnl  Sahr. 

316  Adolf  Roaenberj?»  Seh,  und  B.  Bebam,  Leipzig  1875  fahrt  unter 
den  s^weifel haften  blättern  Seb^M  Bebam«  als  nr.  14  auf:  Mdnchet  von 
einem  netze  im  walde  iimatellt  und  von  tenfeln  in  den  höUenrachen 
gejagt  mit  der  inscbnft:  Dati  niQnich  und  pfaffen  baid  {»o\)  Niemaiid 
ZM  Heb  noch  zu  laid.    Jul.  Sabr. 

329  Monatareime:  , Genner  bin  ich  genannt*  (Serapeum  H»  150. 
Germ.  8,  107-  Ana,  f,  künde  d.  dtsch.  vorzeit  1865.  319.  347.  1872,  215. 
Heidelberger  cod.  pal.  germ.  276  =  Bartacb  557»  LI.  7').  .Wilto  da» 
jar  mit  8&ldeu  leben*  (Cgm.  270,  bL  187  —  Heidelberger  cod  pal 
genn.  809,  bl.  63').  „Us  in  dem  jenner  alle  jar*  (Altfmania  5,  2441 
Logan  8.  398  hg.  Eitner.  —  Lat-ein.  reime  »In  iano  claris*  im  Heidel- 
berger cod.  pal.  germ.  277.  128;  300,  13;  267.  1;  252,  bl  67,  J,  Holte 

337  Die  erkläJTung  zu  einem  bolzecbnitte  von  Seb.  Beham ;  deb 
Pasflavant  nr.  195,  G.  Hirth,  Kulturgeschicbtlicbes  bilderbucb.  1,  216 
nr.  348.  Adolf  Rosenberg,  Seb,  und  B.  Beham.  Leipzig  1875.  nr.  271 
Die  bei  R.  Z.  Becker,  Derafhaubcbe  ßammlung.  Band  III .  1816.  B,  80 
und  88  ausgehobenen  platten  enthalten  kopiea  Behama;  sieh  Eoten- 
berg  unter  den  zweifelhaften  blättern  nr.  16.     J.  Bolte  nnd  J.  Sahr. 

368  Vergl.  Logau,  hg.  von  Eitner,  i.  109,  293.  j 

408  bis  409  =  95  schwank.  Vergl  daau  Nürnberger  festschrifl  «.  91. 

414  bis  415  Vergl.  a.  a.  o.  8.  92. 

416  bis  417  Vergl  a.  a.  o.  b.  93, 

420  bia  421  Sieh  nachtrag  in  band  2  der  fabeln  und  achwUnke. 
8.  XIV  und  Nörnb.  festachr.  s.  93.  | 

422  Daf^  dieser  aprucb  nach  einem  bilde   oder  zu  einem  bilde  ge- 
dichtet ist,  läBt  eine  ähnliche  daratellung  vermuten :  R.  Z.  Becker»  Der- 
Bchau.     Bd.  IL    1810.  C,  14;   dort  stehen  die  planeten  Batum,    Japiter  i 
und  Mars  in  conjunciion^  dabei  die  Jahreszahl  1533. 

424  bia  426  Nachtrag  dazu:  fabeln  und  »chwlnke*  bd.  2,  a.  Jl\ 
und  NQmb.  festscbr,  8.  93. 

427  bia  428  Nürnberger  feBtachrift  a.  97. 

429  bia  430  Nachtrag  dazu:  Fabeln  und  schw&nke,  band  2,  s. 
und  Nümb.  featachr.  a.  99. 

4SI  bis  432  Nachtrug  dazu:  Fabeln  und  achwünke,  band  2,  s.  XV 
und  Nürnb.  featachr,  s.  lOM.  ÄhnÜches  bietet  der  holzschnitt  bei  R.  Z. 
Becker,  Derechanieche  Sammlung.     Band  li    1810.   D»  25.   J    S. 

433  bia  434  NQmberger  featacbrift   a.  102. 

448  sieh  zu  a    294. 

454  bia  455  Nachtrag  dazu:  Fabeln  und  acbw&nke,  band  2,  m.  XVI 
und  Nürnberger  featachrift  a.  102, 

460  bis  461  Nachtrag  dazu  i  Fabeln  und  schwanke,  band  2,  s.  XT  j 
und  Nümb.  festBchrift  a.  104, 

468  bis  469  Nachtrag  dazu :  Fabeln  und  schwanke,  band  2,  a^  XY  j 


585 

ond  Nllnib.  festscbr.  8.  107. 

479  bii  486  Vergl.  dasu  Emil  Haueis  .  Ein  lobspruch  der  stadt 
Salibarg  yoii  Hans  Sachs  Wien  1895.  =  sonderdrnck  aus  den  mit- 
teilungen  der  gesellscbaft  fOr  Salzbnr^er  landeskunde.  band  XXXIV. 
Dort  wird  als  quelle  nachgewiesen:  Hartmann  Schedels  buch  der  Chro- 
niken nnd  geschichten.  Nürnberg  1493.  und  als  auftraggeber  des  Hans 
Smchs  der  bnchdrucker  Hans  Baumann,  über  den  Haueis  mehreres  bei- 
bringt Sieh  auch  band  22,  395  und  399.  In  der  anmerkung  auf  s  479 
ist  auf  der  Torleizten  zeile  zu  lesen  1554  statt  1544. 

481,  31  lies:  Pawten.     Letzte  zeile  lies:  34. 

489  bis  490  Nachtrag  dazu:  Fabeln  und  schwanke,  band  1,  s.  VII 
nnd  Nürnberger  festschrift  s.  111. 

495  anmerkung  z.  3  lies:  235  die. 

497  bis  498  Nachtrag  dazu:  Fabeln  und  schwanke,  band  2,  s.  XV. 

499  bis  500  Nachtrag  dazu  a.  a.  o.    Vergl.  auch  band  5,  s.  71  bis  77. 

507  bis  509  Nachtrag  dazu:  Fabeln  und  schw&nke,  band  2,  s.  XV. 

515  bis  516  Nürnberger  festschrift  s.  113. 

517  bis  518  Nürnberger  festschrift  s.  114. 

529,  20  bis  25  sind  aus  versehen  zweimal  abgedruckt. 

542,  11  Der  punkt  am  ende  muß  wegbleiben.  Zum  texte  vergl. 
band  20,  536,  24. 

Zum  23  bände. 

6  Vergl.  den  holzschnitt  bei  R.  Z.  Becker,  Holzschnitte  alter  deut- 
scher meisten  Ootha.  Band  I.  1808.  D,  7  Mumers  geuchmatt.  Ein  verwan- 
dtes thema  bebandelt  ein  holzschnitt  ,Wie  die  Jungfraw  mit  der  leim- 
itang  leufft  mit  18  versen:  ,Mit  der  Leimstang  komm  ich  gegangen 
Zu  den,  die  nach  mir  habn  verlangen*  (Hannover,  stadtbibl.,  coli.  Hoh- 
meister  59).    J.  Holte. 

61  Das  künigs-mal  ist  wohl  der  schmaus  am  dreikönigsabende,  der 
auch  königreich  genannt  wurde.    J.  ßolte. 

67,  1  S  gfaffet. 

65,  27  8  Tuerten  gsell 

71,  35  S  gewonleit. 

72,  41  ?  wolfart,  hail. 

101  Zuerst  veröffentlicht  von  Charles  Schweitzer,  Etüde  sur  la  Vie 
et  les  (Euvres  de  Hans  Sachs.    Nancy  1887.   8.    s.  449  bis  151. 

117  In  der  anmerkung  zu  z.  5  mufi  es  heilten  :  Fromniann  ver- 
mutet:  hat  er. 

118,  25  N  Nit  tretten.    B  Eintretten. 

122  sieh  oben  band  23,  585  zu  band  7,  421. 

188,  15  lies:  hannen-steigen. 

143,  14  ?  haftet 

169  Dargestellt  von  Georg  Pencz ,    sieh  Bartsch  nr.  87    (Virgil  im 


586 


bd.381 


korb  TQD  den  Eötnern  verlacht)   und  ur.  88   (Di©   Römer   xOmden    ihit . 
lichter  an  dem  betr.  körperteite  am  pranger  an].    Jal.  Sahn 

181,  4  ?  menidich. 

183  Km  gedieht  zum  achwerttati»c  der  Nürnberger  niesserer  i.  >j 
1600:  Alemannia  18,  82. 

186,  12  ?  in.     S  mit. 

2*26  Derselbe  gedanlte  ausgeftthrt;  Alemannia  17,  260  f.;  g«geii-^ 
atdcke  sieh  J.  Bolte  zu  Yal.  Schumanns  nachtliQcHlein  «.  401. 

2W,  17  Set7.e  pnnkt  ans  ende«  statt  komma. 

250  sieh  band  17,   s.  524  und  s.  557. 

257  in  der  anmerkung  lies:  mei^^te^gesaIlgbuche|  anstatt .«prtiehbaebe 

329  Andere  nionat«reime  stehen  im  Wiener  cod.  5158,  bK  ]  an 
dem  15  Jahrhundert);  bei  Birlinger:  Germania  8,  107;  bei  K  Bartsch«! 
Beiträge  zur  quellenkunde  der  altdeutschen  litteratnr.  1886.  s,  297  ,Vm 
sint  zwölf  monat  in  dem  jar';  bei  R,  M.  Werner:  Seufferl«  vierteljahr- 
schrift  1893.  Vf,  297;  bei  Weinkauff,  Monatsschrift  für  rhein-wettflLL 
geschjchtsforschung  1875.  s,  583,  Anch  Abraham  a  S  Clara  (Abrnh»' 
mische  Lauber-Hütt  1723,  1,  1,  2,  256)  Iftßt  die  monate  mit  klagen  üb«-! 
die  Bündigen  roenachen  und  mit  sehnsöchtigem  gebet  nach  der  geboH 
Maria  auftreten.     J.  Bolte. 

354  Den  Türkenfeldzug  von  1556  hat  auch  W,  Schmeltftl  beeongen; 
vergl,  F.  Spengler,  Wo!fj?ang  Schmelfczl.    1888.    8.  80  f.  ^m 

854,  4  lies  Rechsund  fünffaig.  ^| 

360  Ver^l.  Emil  Weller,  Hans-Sachs-bibliographie  nr.  219,  Lur 
wagen,  an  dem  hinten  und  vom  pferde  angespannt  werden,  erscheint 
als  bild  fruchtloser  bemühung  k.  b.  zschr.  f  dtsch.  philol.  22,  326, 

H65.  367  Lorenz  Wesaels  Hed  auf  Zriny  (f  1566  September  7)  bei 
Fn,.  M.  Böhme»  Altdeutscliea  liederbnch.  Leipzig  1877,  nr.  408.  Krk< 
Böhme,  Liederhort  2,  106. 

373  Der  unterjochte  ehern ann  ijit  auch  von  Balthasar  Jenichen 
dargestellt  worden  (vergL  Andresen,  Der  deutsche  peintre-giBveor. 
Leipscig  1865.     band  11,  nr.  252).  ^ 

375  Die  vergleichung  der  weiblichen  altersstufen  mit  neun  ¥Oget^| 
stimmt  Dberein  mit  den  1 525  hergestellten  reliefs  der  Annaberger  kirche, 

die  P.  Jeniaius  (Annaebergae  bistoria    lß05    s,  34.  K.  Goedeke,  P.  Gen- 

genbach.  Hannover  1856,  s.  5B1)  beschmbt,  nur  haben  elster  and  pfa« 
sowie  gans  und  freier  ihre  stellen  getauscht.    Über  andere  darstt^lluufj 
derselben  tiergestalten   sieh   Zacher:   %eit«chr,  f.  dtscb.  pbiloL  23, 
Vergl.  auch  die  holzschnitte  von  Joat  Amman :  Andreaen,  Der  detttecb 
l)eintre-graveur      Leipzig  1864.     nr.  88  und  89.  je  10  blati. 

385  Die  hier  mit  den  Wirkungen  des  weines  verbundenen  fönf  tic 
(sehaf,  löwe,  achwein,  äffe,  esel)  sind  aus  der  fabel  von  den  vier  eige 
Schäften  des  weins  entnommen.     Sieh  band  4,  237  und  dasu  band  21 
404-  iiiißerdem  Pauli  nr.  244  und  R.  Z.  Becker.  H.  8.  im  gewande 
ner  xeit  bl.  22  und  Becker,  Derschau.     Band  ilL     1816.     B,  81.   84 


i.  n 


m? 


Zweifelhafte  blätUr  von  Seb.  Bebam,  nr  15;  A.  Rosenberg,  Seb.  und 
ß.  B^haiti.  Na<:biragen  kann  ich,  daß  C.  Drescher  den  epruch  im 
zweiten  (verlorenen)  Bpruchbuche,  bL  279  iiftohgewie«en  hat.  Vergl, 
Nürnberger  fesUchrift  a.  200  nnd  2U. 

388  Ähnliche  reime  erscheinen  auf  den  bei  Weller,  Annalen  1, 
E'ISl  f  nr.  153  bii  155  aufgezahlten  landeknecbtabildem. 

401,  16  Vergl  Karl  Wassmannadorff,  Sechs  fechtichalen  der  Marx- 
brQdsr  und  federfechter,  Heidelberg,  1870.  Buchhandlung  von  Karl 
OrcMM.   8. 

404  Klingt  an  an  das  beliebte  lied  ,Rosina,  wo  wa»  dein  geatali*:  Am- 
braier  Hederbuch  1582.  nr.  174.  Goedeke  und  Tittmann,  Liederbuch 
aus  dem  sechzehnten  Jahrhundert.  Leipzig  1867.  b,  26.  Die  melodie 
ut  sä  gründe  gelegt  band  22«  98. 

406  Entlehnt  viele  zeilen  vrOrtlich  aus  den  b.  883  und  4G4  abge- 
druckten liedem. 

428  In  der  eraten  zeile  nach  dem  datum  lies:  stoltens  und  dos  ab- 
gesange«. 

437,  20  Hau»  Sachs  hatte  Am  geschrieben  und  strich  den  letzten 
grundstrich,  8odaf3  es  vrohl  aussieht  wie  Auf.  Sicher  aber  ist  zu  le^en  An. 

441,  9  glawbten.  Das  t  ist  zwar  nur  wenig  höher  als  sonst  ein 
gmndatnch  geachrieben,  es  steht  jedoch  da. 

444  Die  spinnende  sau  erscheint  auf  einem  relief  in  Ronen,  sieh 
E.  de  la  Qn^ridre,  Recherches  historiques  sur  les  enseignes  des  miiisons 
particuli^re«,  1852.  s,  17.  56;  hei  Wright»  History  of  Caricature  and 
Grotesque.  London  1865.  a  93-,  bei  Jaime»  Musee  de  la  Caricature. 
Paris  1888,  1,  taf.  161  Di  auf  einem  holzschnitte  aus  dem  16  jabrh, 
dm  Berliner  kupfersticbkabinetts.     J.  Bolte. 

446,  21  Gemeint  ist  die  Stiftung  des  herzog«  Hermann,  der  am  27 
Mjirz  973  starb.  Für  die  lesung  gibB  kann  ich  nicht  einstehen-  Zuerst 
stand  vielleicht  da  velß»  H  Sachs  änderte  dann  das  v  in  g,  maclita 
einen  punkt  in  die  mitte  über  g  und  e  und  schrieb  statt  l  ein  o,  das 
mit  dem  ursprQnglichen  1  wie  b  aussieht.  An  atibs  aber,  weil  herzog 
Hermann  ein  armer  edel  mann  von  Stibshorn  gewesen  sein  soll^  ist  nach 
dem  ersten  buchataben  nicht  zu  denken. 

470  Cher  die  fabel  von  der  tochter,  die  ihren  zum  bungertode  ver- 
urteilten vater  sttugt  {Kiraon  und  Pero)»  die  schon  in  pompejanisohen 
Wandgemälden  und  terrakotten»  im  16  Jahrhunderte  aber  z.  b.  durch 
L  Cranach  und  die  Beham»  (B.  Beh&m  =:  Bartech,  kpfst.  nr,  11;  Seb. 
Bebam  =:  Bartsch,  kpfat.  nr.  72  bis  75,  darunter  nr,  75  kopie  nach 
Barthel  Beham)  dargestellt  worden  ist,  vergl.  Oesterley  zu  «eata  Roman, 
cap.  215:  Crane  zu  Vitry,  Exempkv.  London  1890.  nr.2S8;  H.  Köhler: 
Jahrb.  für  romau  litt.  14,  25;  Yiollet  Le  Duc,  Ancien  theatre  franyais  3, 
171;  Preller,  Rom.  mythol.  Berlin  1888.  2 \  263;  W,  Heibig,  Wandge- 
mälde der  vom  vesuv  verschQtteten  städte  Campaniens.  Leipzig  1868. 
nr.    1376  j    SogUano  in   Pompei  e  la  reg,  sotterrata.   1879.   2,    nr,  599; 


588 


bil 


Rohden»  Die  ponipejauiuchen  terrakotten.  1880-  a.  57»  imf,  47.  J.  Mi 

476,  IQ  dtatt  prcnck  ist  zti  lesen:  pomb:  denn  der  letzte  buch 
erscheint  mir  nacb  nochiDaUger  prüfung  der  haDdäcbrift  docb  wie  < 
b ,  dal>  aber  das  r  nicht  daataud  ^  hielt  ich  für  ein  verseben ,  wie  i 
Hans  Sachsen  oft  begegnen» 

492,  9  ?  kriegea-leut. 

508,  1   lies:  falacben, 

531  7M  band  7,  340  z.  4  lies  gangeu  statt  giuixen 

53S  z.  6  lies  448. 


Zu  band  5,  159  tragt  J.  Bolte  nm^h:  Hasen  hängen  den  Jäger,  si^h 
Spielkarte  des  15  Jahrhunderts,  abgeb.  im  ans.  f.  k  d,  discb  vomeii 
1857.  tftfel  217,  nr.  4. 

2it  band  15.  s.  276  trügt  Jnl  Sahr  nach:  Die  geschichie  der  Sa* 
sanna  ist,  wie  die  der  Judith.  Eaiher  u.  a.  ein  lieblingsgegexutaad 
auch  für  die  damalige  graphische  kunit.  Es  haben  Snsanna  z.  b  dar- 
geBtellt  Schäufelin:  BarUch,  nr.  13S  =^  Becker-I) erschau,  band  II.  B, 
33;  Fencz:  Bartsch,  nr.  36.  27;  BroiraTOer:  Bartsch,  nr.  3,  aat^erdem 
noch  n\»  holasBchnitt;  Seh.  Beham,  Gemalte  tischplatte  fdr  den  en- 
biBchof  Älbrecht  von  Mainz  mit  ?ier  szenen  aus  der  geschichte  Darids; 
derselbe  als  holzschnitt,  nr,  47  aus  seiner  biblischen  chronika  (vergl. 
A.  Rosenberg.  Seb.  und  B,  Beham.  Leipzig  1875,  s,  90,  118).  Jo«t 
Amman  unter  den  12  blatt  in  kupf erstich:  die  berühmten  fraaen  de« 
alten  teatameuts  (vergl,  Andreaen,  Der  deutBche  peintre-graTeur.  band  I, 
LeipEJg  1864.    kpfst.  nr,  18  bis  29j. 


589 


Zeittafel. 


IftSft  7  Ein   ntuwer   tpniehy    wie  die  goyttlleheit   und  otlioh  haodtworcker  über 
den  Luther  olftgen  e.  606. 

1516  Der  arm  gemaio  eiel  i.  13. 

1517  Baebuf,  ein  gott  aller  trineker.     Epicurai,  mein  better  freundt  ■.  400. 

1518  Mai  14  Reimen  iw  der  abeontrafaetur  dea  kOnatreiehen  malen   tw  Nüm- 
hwg:  Albreeht  DOerera  a.   16. 

1531  7  Dreyeriey  klagred  dreyer  weibibild :  Luereeie,  Thiabei  und  Virginie  a.  27. 
1547    7   Ein    geapreeh    eyner    bnlerin    und    einea    ligenden    narren   unter    ihren 

fttAen  f.  6. 
1547  Norember  15  Das  plld  der  waren  freuntaehafl  f.   123. 
1540  Hirt  30  Vorrode  tu  Niolae    Prauna    werken,    die  Ilana  8aeba    für  deasen 

brttder  tnaammengeaohrieben  hatte  a.  3. 
1550  April  30  Das  orittlich  leident  heiot  a.   124. 

1553  Der   118  paalm  in  dem  thon:  Herr  Criat,  der  ainig  gotoi-tun  f.  8. 
1553  Norember  6  Ein   geapreeh    mit    den  0  mueae,    wer    doch    uraprQnckliober 

nrtaoher  107  der  anfmer  im  Tewtaehlandt  a.   17. 

1553  NoTomber    36    Die   ander    achlaoht ,    »o   margraff    Albreeht    verloren    hat 
anno  1553.  den   II   September  a.  32. 

1554  Juni  37  Ein  geapreeh    der  gfttter    wider    don  aufrUeriaohen  fueraten    mar- 
graff Albreeht  und  ander  fueraten  und  atet  Deutaeblanda  a.  34. 

1554  Juli   10  Ein  paaquillua  Ton  dem  aehlos  tw  Blaaaenburg  a.  46. 

1554  September  13  Die  unmUeaaig  fraw  aohaickheit  a.  52. 

1555  Jannar  13  Das  pritaehen-gaang  aw  ainem  kUniga-mal  a.  Ol. 

1555  Februar  0  Der  heftelmaoher-geaellen  Ordnung    und  gwonheit    der   gaellen* 

■chtnek  a.  04. 
1555  Mai  28  Sehenck,  geaet  und  hantwerckagewonhoit  der  geaellen  und  junger 

der  ringmaeber  a.  00. 
1555  September  17  Der  gaiat  mit  den  klappertn  kettn  mit  dem  philosopho  t*.  74. 
1555  Oktober  3   Der  arm  altrenn  mit  dem  reichen  geyiigen  purger  a.  76. 
1555  Oktober  30  Die  wunderlioh  waraag  aua   dem  prunen  Tom  dewffel  a.  78. 
1555  Norember    1    Eaeulapiom   ersehlueg   ein   doneratral    und    praoht    ein    räch 

die  ander  raeh  a.  80. 
1555  Norember  3  Der  jung  getrew  fuerat  Ancburua  in  Fhrigia  a.   83. 


590 


ihhb  November   b   Ü«c   ()«i^ch1u«i  oder  tnUtts  in  iIm  9  tpraeeb-poMlt  t 
1650   Märt   t7   Eio   f&aiiaofatapij   mit    4   peraoii :    Die  kuplet    feh«!eg»r 
»ILcii  kaußitnan  i.   36. 

1666  Mai   l    Die  ktndormtirder  e.    101. 
t&&6  Seplamber   24  Ewlendpiegcl   wart  ein   maler  i.    104« 
1&65  September   30    I>le    «umEi     ull   iii«iner  gedieht    »nno  tatolU    15&fi,    un  l%\ 

Srptombris  b.    107. 
Ibb^i  Jan  aar   G»   Drej  misiefT   drejer    frirniden    ktinig    sw    ainem    enr«lltii  kAÜI 

naf  oberit«n  in  aein  ki^nigroiob  •<    110. 
Ibbl   Februar  6  Geipreoh  von  der  bimelfftrt  toArgrftff  Albrecbti  «nno  IS5T  i.  lU» 
1£»^7  Juni   26  Ein  wutidergepuert  ainea   kindei  mit  omem  »or  groten  kopITi.  Itl. 
15^7    Afiguit   4   Bin  g»nz  gereimpte  ku^rlen  ntter  pl«tter  f,   128. 

1667  Oktober  b  Der  petohluea  in   dijt   H    poecb  s.    133, 

\bbl   Deietnber  23    Fai^naGbitpkl:    mit  4  perion«    den    witeober    und    Aod^r  pt» 

«ehwt^rd  betreffend  s.    136. 
1 5  &8  Februar  1 1  G  etpreeh  ktlnig  Atexandri  Ma^i  mit  Diogene,  d«tn  pbilosopliof.  Il4;| 
I&5B   August  37   Kur^e  anERigung  der  i^ehlaebt,    »o    t'ich  twi^eben  kOeg  Pktn^ 

nua   Engolnnt  und   kUng  auf  Frnnokreieh    anno    1558  »m    13   Juni  in  ?Um* 

dem  pegebeu  büt  i.    154. 
1550   Jntiimr  7   Ain   |)rtt8ebenge8ftag  auf  &i&  groben  karökcfl  ».    1(8. 
IbbSi   Mars  ^    Der  parger-danot  e,    100. 
l&AO    AuguKt  4  Kin   ganoi  gereimpte  karteo  ji,   164. 
1  &60  Januar  3   Der  FiUui  im  knrb  tvr  lobmaeh   f.    160. 
1550  JuU  ?   Die  bAntnerckK-dafel  der  kikndel-gieiser  s.    171. 
Iden   .lull   5    Der  tniwrig  tmunib  ?.   174. 

1500  Juli   6    EpiUpbiuni   defi   Zulpergers^  tu   Linui  pegraben  i.    181, 
1660  Juli  8   KpitAfium  gruCr  Wnlfgangs  von  Sohauoberg  8.    182. 
1600  Juli  16  Der  mearer  tohwertas««  Im  1540  jar  t.  188. 

1660  Oktober  12  Ein  tr»godia  mit   22   perflonen:   Artoxerxes,  der  kauig  t^vw«, 

mit  seinem  umncberte;   unfalt  der   »einigen  b,    18&. 
1561    April   21    Ein  weltlauff  t.   220. 
1561    Mai  30   Die  geBobiobt  i,   Barbaro  b.  228. 
1561    Mai  !$0   Bittori  b«   EraBmi,  ein  pisehnf  der  itatt  Campania  »,  229< 

1501  Mai   30   Der  engitj<eh   gmes  9,   230. 
1561   Mai  'Sd  Maria  mit  Etlttabet,     Lac«    1   «.  231. 
1561    Mai  31    Der  träum  Parldis  «.   232« 

1561  Juli   l    Da«  klaglied  Jörg  Sebenokea  ob  seiner  Tertlorben  efrawui  t  tU 

1562  Muri   14   Ain   lubgeBang :     Der  pfalagrülin    au    Ambarg  widarkviifl  t.  2S0- 

1562  Mir»  23    [Epitaphium  Pautua  Knitner«  a.   236» 

1  562  April  6   Die  reimen  nuf  das  g^Bohencket  drinflkgeaobirr  Herr  WoliTEern  i.  tit 
1663   JdIi    12   DI«   IS  IßfTel-reimen   s.  24D. 

1563  Juli   13   Ain   lob  der  muiiea  aus  dem  naman  Beroliardni  Aaieiirtlebt.  HL 
1563  Juli    13   Der  nam  Miebael   Keciman  p.  243. 
1563  Juli   13    Der  nam  Norimbergensit.     Der   121    paatm  i.  244. 
1563  Juli    14  Der  nam  JobauD  Sachto,  darin  aniaigt  die  tal  aeiner  gadiebl  1.  S4&> 


i 


591 

15  Aagoft  7  Ain  lehwanek :    MQnioh ,    petler    and    Unoikneoht ,    droy  hoaton 
•iM  dneebi  s.  246. 

»3  NoTember  19   Der  beMhluea  in  dis  1 6  pnoeh  der  «praeoh,  darin  angeczaigt 

wird  die  eoma  al  meiner  gedieht  aaf  diese  xeit  f.  250. 
»ft  Mai  21  Ain  sehOner  perolirajen  Ton  Somer  and  Winter  s.  253. 
S  AagOBt  25  Ain  hoobieit-lied  im  tlkon  :  Ich  traw  keim  alten  «techgeug  mer  9.  257. 

16  September  11  Lobepru^eb  der  statt  Mttneben  in  Payem  s.  264 
\b  Oktober  19  Ain  eobOne  fabel  s.  267. 

ift  Oktober  30  Beeohreibang  aller  sUnde  s.  271. 

ib  Doiomber  9   Epitapbinm  des  Veit  Asmns  Ton  Seokendorff  s.  328. 

(5  Doiember  2B  Ain  pnelied  ainer  erlichen  tugenthaften  junckfrawen  s.   2&0. 

16  Ain  kuen  riterliobe  tbat    Ton    gralT  Nielas    Ton  Serin   in  Ungern    an    dem 

Tliaefoken  s.  367. 
\6  Janaar  1   I>ie  vierte  stropbe  snm  bnblliede  s.  260. 
(6  Jasaar  14  Die  reimen  der  iwOlf  monat  s.  320. 

(6  Januar  30  Ain  bocbteitlied  aaf  des  Mueffels  docbtor  hoehseit  s.  261. 
(6  Febmar  0  Die  reimen  an  die  herberg  bw  Paden  im  Wilpad  s.  334. 
16  Februar  10  Die  reimen  auf  das  pretspiel  s.  335. 
16  Mirs  23  Ein  kurexe  Termanong,  sich  Ton  sUnden  abwenden,  auf  das  nicht 

die  harten  straff  gottes  aber  uns  kamen  s.  344. 
16  Mira  38  Das  alt  und  newe  testament  s.  336. 
16  April  3  Ain  pueliod  mit  Terkerten  namen  s.  262. 
66  April  0  Ain  lobsprueeb  der  krönnng  kaiser  Maximilian  des  2.  f.   337. 
66  April  10  Die  reimen  auf  das  silbren  kestlein  s.   342. 
66  Mai  4  Die  scblaoht  kaiser  Otto  des  ersten  und  pischoff  Ulriohs  vor  Angs- 

paiek  mit  den  Ungern  auf  dem  Lech  Feld  im  057  jar  s.  348. 
66  Mai  4  Der  glueokspfening  M.  Jobann  Kauffmon  seinem  daaff-toton  s.  352. 
66  September  4  Das  gros  gesohencket  glas  su  Heffenfelt  s.  353. 
66  Oktober  17    Ein   niderlag    des    dUrckischen    kaisers    xw    der   teil    Calixti 

des  driten  s.   354. 

66  Norember  22  Die  jünger  Christi  sprechen  s.  356. 

67  Januar  6  Die  pildnus  Cristi  s.  357. 

67  Februar  15  Der  sprach  aaf  den  edlen  staio  s.  362. 

67  Februar   18  Reimen  aof  des  Muffels  klainat  9.  363. 

67  April  14  Reimen  auf  das  silbren  klainat  s.  364. 

67  April  14  Reimen  tw  graff  Niclas  Ton  Serin  seiner  contrafaotur  s.  365. 

67  Juni  0  Die  4  tail  des  jars  s.   368. 

67  Juni  24  Ein  reim  umb  die  guelden  sobewren  s.  369. 

67  Juli    5    Das    prawtlied    Ton    Unbard    Oöswein    mit    junckfraw     Susanna 

Freidlin  s.  370. 
67  Juli   17  Reimen  auf  das  silbern  weinfeßlein  s.  372. 
67  Juli  25  Der  arm  frawen-mon  s.  373. 

67  August  20  Reimen  auf  die  guelden  scbeuren-glooken  a.  374. 
67  August  30     Die    sehen    alter    weiblich    geschlechtes,     sehen     vögeln     ver- 

gleiehet  i.  375. 


592 


1667  SepiiinUr  9    EpIdAphium  llatu  Eiutifta  d«t  jting«D  Lt^nn&dmn  t.  ITC. 

1A67  SeptembAi'   32   Heinieii  auf  dio   iilbreo  kartbAuna  •«   377. 

1567  November   12   Dor  Umpel  Je«   grAbs  CHüU  aboontarfot  t.  S78. 

1667  Det«iiib«r   1    Am  lobipruecb  der  batibtaui    Wien    in  Otteireich    f.   501, 

1 IÜ6B   Jaouar   17   Alu  ^hOnfls    Ued    ainor    «rHchec    jutickTrawen    tn   aignem  ibon 
mit  ir«m  d»iii9d   in    6  pacbaUben  t*  381. 

1568  Januar   20   Ain  lobfio«  JaDokfra«  lob    an  leib    und    gmUM    tw    lingto   im 
ToriKen  thon  ».  383. 

1608  J&naar   26   Die  reimen  auf  tlia   0   tnegent  Baebi,  de«  ffoingotes  f    386. 
1608  Febriinr  34  Reim«n  »uf  den  groaen  wilkomb  e.^   387. 

t6D8   April  0    Die  oontrafaotur  iai|^t  an  den   Togel    Morops     mit  geiUlt«    färb«« 
und  nntur,  wie  in   PlinluR  und  ander  mer  peiebreiben   a.  440. 

1668  April   14   Ain  toböna    puelied    ainer    erlicben  fraweo    mit    aim    iiAiMft  li 
den  «nfengen  «.  31  r. 

1 668  Jynl   1    Dt«  reimen  bervo^  Hansen  und  doctor  Martina,  so  vor  d«in  «rvae« 

pakl  knien   a.   3I4< 
1608  Juni  2   Die  reimen  auf  ein  grabftain   WoLff  Caniinger«  «.  Sl6, 
1608  Joni  7  Auf  den  gnalden  KoMMing  s.  310. 
1608  Juni   23   In    den    gercbonckien    pe«ber    Sigmiind    rt^yerabvot,  »o    er    aioi 

erbern   rat  albio  aobenckf   a.   317. 
1608  Juli    3    Meines   Adam   gedeDokdaffel  a.   309. 
1668  Jnli   7   Lancsknecht  miL  dem  k««.  Eeimen  a.   388. 

1608  Juli  0   Ain   puelied:    Des   puelera  abachnldeu  mit  8  putibataben   t,   391* 
1608  Juli  11    Ein   [luelied  r   Des  herczen  clug,  antwcirt  und  drn»t  i.    ^94« 
1608   Angii«!   10   Die   reimen  anf  die  «wo  gülden  atshaltn  s.  390. 
1 608  August  1 1    Keimen  tn  der  geiruiUeu  hia turi  an  Peter  Feiten  pebaasaimg  a.  39Tt  ' 
1668   Aiiguat   28   Ein  geaprecb,  darin  dor  diobter  dem  gefuerslen  abt  la  Aflen- 

paoh  aefn  valete  utid  lecieo  aprucb  dedifliret  a.   318« 
1608  September     13     Ein    danckaagung    der    glueckreioben     gaben     do»     erh*rn 

berren   Hainricb  W altera  a.   358. 
166B  September   16   Wer  den  wagen  apant  hinton  an,  V erdin t  aeh an t  uoa  naeib- 

rew  diirfon  s.  360, 
1608  September  16  Die  eraten  22  puohatjiben  Dea  berren  namen  jnnen-babefi  •  398. 
1608  September  2i   Ain  kbopruoch  der  atat  Franokfurt  a.   399, 
1608  Oktober  6   Epirlapblura   Endres  ThUeroke  a.  403.  ■ 

1668  Oktober   10   Ain  aobon   Lied    ainer  toegenthaften  sebanen   jaoekfrawen   niTT 

irem  namen  der  9   puchittaben  a«   404, 
1608  Oktober    13    Dn>a  lob   ainer  eriiehen  junckfrawen   mit  9   puobttaben  s.   lOO. 
1668  Oktober  22   Keimen  in  die  drey  magelen  den  kindern  von  irer  anfruwen  ■*_4ti-_ 
1668  Oktober   28   Heimen  auf  dio  3   birsen-lowohter  i.   409. 
1608  Oktober  30   Ain  elag  der  harnia^uh-kamor  a.   4L0. 
1668  November   18   Der  kaafber  mit  dem  pitUen-pinder  a,  411. 
1608  Norember   20   Ein  lebaprueob  der  retebttiU  Nörlingen   in  S^hwabeii  i.' 
1508  Norembor  24   Ain  Anfang  ain<>!K  puelera  Lied  s.   416. 
1608  November  20  Ain    seh^n    lied    atnea    geielen    uit    ainer  junckfmwen  iler 


■*4ti^ 
•.411^ 


593 

li«b  in  frMUMiMhar  sprach  ■•  417. 
1568  DeMmlMr    8    Ain   lehOn   janekflnw-lob    in    frnniotiMhar    nieloday    mit    9 

poehtUben  i.  4Sf. 
1568  DMembar  9  Eeinmn  nnf  die  eradenesmeHer  das  enrAlntan  ron  Saohsan  n.  432. 
1568  DoMsber  9  Reiman  nof  du  trinoksobir  der  S  strnnien-ayer  s.  42S. 
1568  DtMHbMT  19   aoebMitreimen  ••  424. 
1568  Detember  32  Gottei  ■ahopfong  aller  ereatnr  im  anfang,  aneb  nnier  eitern 

Adam  nnd  Eva  lebweren  fal  nnd  aastreibang  am  dem  paradeis  «.  435. 

1568  Detember  29  Bpidaphiam  berr  Albreeht  (Jraieien  n.  437. 

1569  Jannar  1    £in  antwort    ainer  erliebeo  junekfraw    ainem  liebhabenden  ge 
•eilen»  der  lieb  rerhairat  bat  s.  428. 

1569  Jauiar  1   Der  wnaderpar  traam  ron  irdleeber  frend ,  woluest,  praebt  nnd 

relebtnm  und  irem  ersebreeklieben  ende  i.  439. 
1569  Jannar  3  Reimen  auf  die  silbren  kindslUedel  s,  434. 
1569  Jannar   15  Die  reimen  aber  ain  ganet  kriegsfolek  tw  fnes  and  tw  roD  a  435. 
1569  Jannar  20  Die  krebi  im  etel.     Ain  fabel  f.  437. 
1569  Januar  20  Ain  fabel:  Das  augenfewer  s.  322. 
1569  Jannar  22  Die  5  fabel  Ariani:  Der  rüwent  fro^ch  s.  441. 
1569  Jannar  23  Der  panersman,  mit  seinem  werckseng  peklaidet  s.  442. 
1569  Februar  19  Bin  lobspmeb  and  eontrafaotar  Kegenspurg  s.  325. 
1569  Febmar  25  Die  reimen  auf  die  gnelden  scbewren  i.  443. 
1569  Min  16  Der  groben  sew  roeken-stneben  s.  444. 

1569  Mllrs  IJ  Eis  lobspmeb  der  stat  LQnenbnrg  und    irer  gelegenheit   a.  445. 
1569  Min  19  Ain  sehOns  puelied  ains  gesellen    mit   ainer  junekfrawen.      Klag 

nnd  antwort  mit  aim  verkerten  namen  s.  448. 
1569  Mirt  21  Die  meehtig  stat  LUebeok  mit  irem  Ursprung,  bandel  und  kriegen 

angeiaigt  s.  460. 
1569  Mitn  20  Die   12  fVawen  des  alten  testament,    fon    den    die    mender   sind 

gedenseht  nnd  petrogen  worden  s.  453. 
1569  April  23  Der  faisten  gens  sorgfeltig    olag    Auf    den    kunfting    sant    Mar- 

tens-tag  s.  456. 
1569  April  25  Der  lanpreeber  s.  458. 
1569  April  35  Der  gefangen  leb  ron  frawen-lieb  s.  461. 
1569  April  30  Contrafactur  Hamburg,  der  nauibaflen   stat    in  Sachsen    an    der 

Bib,  sampt  irem  pistnm  und  rogiment  s.  •J64. 
1569  Mai  7  Vergleiebung  des  menfichen-Iebon  diser  seit  Mit    der  sunnen  tichein 

auf  erden  weit  s.  468. 
1569  Mai  14  Bomana,  die  seugent  dochter  s.   470. 
1509  Mai  20  Ain  gepet,  aus  dem  driten  psalmen  kUnig  Darid  gesogen,    .ils  in 

Absalom,  sein  sun,  Terjaokt  s.  472. 
1509  Mai  20  Ain  gepet  au»  dem   IS  pnalm  David,    da    in    got    yon  all  üeinen 

feinden  erlOsset  bat  s.  473. 
1609  Mai  21  Reimen  auf  ain  silbren  pecher  a.  474. 
1609  Juni  24  Reimen  auf  die  Tcrguolten  schUe!>sel  a.  Alb, 
1509  Angnst  0  Reimen  in  das  huus  s.  476. 

xxui  38 


594 

1569   Angust  18  Das  epidapbinm  Unula  Kor«np«rg6rin  s.  477. 
1569  Aaguit  SO  Aaf  die  geiohenckten  ffildtn  lehewren  p.  478. 
1569   Oktober  Der  geioheneket  peeber  Ton  den  18  jnnokhern  i.  479. 
1569  Oktober  88  Der  gros  lilbren  ffcbAW-grocehen  a.  480. 

1571  Keimen  tod  twayerley  gesten,  gneten  und  pOasen  a.  488. 

1572  Oktober  3  EpidATium  and  cUgred  der  erbem  und  dnegoBthafian  tnwm 
DorotbeA  ob  dem  Abaehied  irea  lieben  genuthel  und  herren,  herr  Janai* 
mns  im-hoff;  mein  leett  gedieht  a.  483. 

1572  Oktober  21    Der    reich    gefUerat    abt    mit    aeinen    haabtleatten   nd  rit- 

uuuatem  a.  486. 
1572  Oktober  3  0  Ein  saeeht-apmeoh  meiner  lieben  bAoafrawen  Barbara  8eohain  i.  4Si 
1572  NoTember   18  Daa  geachenoket  glas  a.  485. 

1572  Def  dUrokiachen  kaiaer  hoffgeaind,  harren  und  frawan,  tampt  irea  pt> 
felob  und  emptern  a.  490. 

1573  Mars  19  Lobapmeoh  der  eriatlichen  oonfeaaion  tw  Angapurg,  puaoklMMB 
im  1530  jar  a.  495. 

1573  Mai   15  Daa  new  fenlein  deutaeher  laneskneeht  •.  406. 


595 


Register. 


Unter  den  melodien  sind  die  in  band  22  mit  aufgeführt. 


Igen  228,  21. 

=  oder  220,  10. 
llig  592,  82. 
srieben  109,  9. 
»tolen  108,  25. 
«ftig  81,  88. 
«it6rfe[i]t  5,  17.  16,  4. 
liebes  weib,  warumb   bawst 
eh  873. 
Uee  105,  15. 
en  nnd  trachten  28,  10. 

50,  5.  81i,  6. 
er  45,  9.  50,  5.  119,  88. 
n.     Meines    Adam    gedenck- 
fel  809. 

laeter  875,  10. 
n  87,  11.  90,  32  u.  o. 
Q,  Sich,  175,  5. 
trechen  49,  84. 
«ticha  242.  248.  244.  245.  259. 
2.  811.  370.  381.  383.  392.  404. 
S.  416.  420.  424.  428.  448.  495. 
n  281,  26. 

acht  Alcibiades,  markgraf  von 
andenburg-Eulmbach  32.  34. 
,  2.  113. 

ftnder  mit  Diogenes  144. 
ron  111,  15. 
spach  818,  2.  13. 
1569  jar  477. 

fUnffsehnndert  -  neun  •  und- 
^hsg  jar  480. 


Als  ich  in  meinen  jungen  jam  174. 
Als  man  zeit  füenfzehundert  jar  17. 
.  Als  man  zeit  fünfzehundert  jar  84. 
Als  man  zeit  fünfzehundert  jar  118. 
Als  man   zeit   fünffzehundert  jar 

Und  siebn-nnd-dreysig  858. 
Als   man   zeit    fünfzehundert  jar 

Und  virzig  183. 
Als  man   zeit  fünffzehundert  jar 

Und  sechsundffinffzig  854. 
Als   man  zeit   fünffzehundert  jar 

Und  darzw  sechzig  809. 
Alten  283,  13. 
Alter,    Die    zehen    alter   weiblich 

geschlechtes,   zehen  yogeln  ver- 
gleichet 875. 
Altmann  ringt  mit  einem  161,  9. 
Altreus,  Der  arm  a.  mit  dem  reichen 

geyzigen  purger  76. 
Am  15  tag  Februari  ist  worn  352. 
Amberg  236,  2. 
Amenreich,  Bernhard,  242. 
Ampel  379,  12. 
Amphion  275,  27. 
An  einem  suntag  es  geachach  64. 
Anchurus ,  der  jung  getrew  fuerst 

in  Phrigia  82. 
Angienen  105,  37. 
Anroten,  Sich,  40,  28. 
An  sant  Michahels  tage  253. 
Ant  thun  161,  33. 
Anten  94,  2.  221.  19.  228,  2. 


^^^^1 

H            Antfogel  274.  36. 

Barbirer  274,  19.                ^^^H 

^B             AntheuB  37,  5. 

Batseba  454,  15.                             ■ 

^H             AnzaigUQg    der  Bchlaclit ,    so 

sich 

Fawman ,     Daniel  ,      kiind^lgier^er  1 

^H                zwiBcheii  küng  Philips  aus  Enge- 

171,  15. 

^^^^          laut  und  kflng  aus  Frnnckreicb 

BegewelUgen  28,  13. 

^^^F          anno  1558  am  13  Juni  in 

Flan- 

Begnad  den  got,  welcher  erdacht 

^V                dem  pegeben  hat  154. 

242. 

^H             An/opfeii  372*  2. 

Behobeln  und  betchneiden  158,28, 

^m             Appodecker  274,  10. 

Peystendig  36,  39. 

H              Arabo  274,  9. 

Beißen  sieb  mit  den  katzeu  96«  17. 

H             AristotimuB  120,  9. 

Beiten  28,  30. 

■             Arlas  277,  18. 

Beuten  und  borgen  500,  2. 

^m             Amolt  auf-d«r-pttrg  479,  2. 

Bekömert   ist   mein    irawrig  hart 

■             Ankerbe  247,  30. 

483, 

^H             Artoxerx&B,  der  kümg  Persie 

,  tra- 

Perde  383,  18. 

^m                 gedia  185. 

* 

Pergherr  280,  24. 

H              ABtroQim^ä  273,  28»  29. 

Pergknapp  280,  16. 

^^^^        Atem- utidBchlangeng^chmaiH 

ifindt 

Perckrayen  von  Sumer  und  Wbl«r 

^^^B           Blüh  gern  zam  in   einem 

kr  als 

253. 

^^^ 

PeBchiea  58,  5 

^H             AthenodoroB  74,  10. 

Pefichlue«    oder    Taleie    in    dw  S» 

H              Aczel  863,  5. 

Bprueebpuecb  84. 

^M             EcipfimiBT  145,  4, 

PeachlaeßindaBll  spracbbucb  ISSt, 

^H              Aufbieten  195,  25. 

Beschlnes  in  das  16  »pruchbuch  2SÖ. 

^1              Auffrebzen  253,  17. 

Beschreibung    aller    stünde     auf 

^M             Auffmercklicb  129,  6. 

erden  271. 

^m             Aafsacz  56,  6. 

Besenden  28,  10. 

H             Aufspratr^en  119,  IS. 

Peaucben  471,  9,  19. 

^H              Augenblicken  6»  18. 

Petten  373,  9. 

^M             Augendinnt  57,  23. 

Petpret  45,  13. 

^m              Augen-fewer,  ain  fabel,  322. 

Petraifen  62,  34. 

^M              AuBpacben  40,  16. 

Petechweater  98,  30. 

H              Ansknmeti  218,  29* 

PeUtat  18,  1. 

H              Auiricbteu  248,  6. 

Pierprewer  283,  25, 

^m              Ausicheren  12^  19. 

Pild   der   waren   freunUcbafl  I2i 

^1              AuBchweißg  88,  15. 

Pildnus  Criati  357, 

H              AuBzueg  69,  30. 

PirgBchnelenen  256,  3. 
Piachoff  273,  10. 

H               B  sieb  au  oh  P. 

PitlicU  111,  29. 

H^              Bachus,  den  wein-gott,  man 

mich 

Plochhaus  287,  17. 

H                  nent  499. 

Bocacius  384,  12, 

^H              BacbnB,    ein    gott   aller   trinoker. 

Bocaciua  (quelle)  470» 

^H                  Epicurus»  mein  beater  freunt  499. 

Bomer,  Bartbel,  261,  7. 

■              Barbara,  S.,  228. 

Prawtlied    von    Linbard    6Ö»W«4»    J 

■              Barbe  283,  12. 

"H 

597 


;  24.  203,  24. 

Gredenczer  62,  31.  32. 

dem  p.  tban  196,  36. 

Grenz  ynr  sich  tbun  55,  26. 

11,  21.  131,  7. 

Cristlich  leiden!  hercz  124. 

mbach,  Bernhard,  378, 1 1 . 

Crocodilns  346,  1. 

279,  5.  6. 

Wandern  6,  26. 

D  rieh  anch  T. 

ist  wie  der  ander  pueb 

Daglaiftnng  464,  9. 

Daidigen  94,  30. 

aer  erlichen  frawen  mit 

Daiding  324,  29. 

len  in  den  anfengen  311. 

Daig  165,  23. 

oer  tngenthaften  junck- 

Dal,  Zn  d.  schlagen  194,  26. 

259. 

DamanciuB  121,  l. 

tt  verkerien  ntimen  262. 

Danans  275,  18. 

t  160. 

Dancksagnng    der    glneckreichen 

,  7. 

gaben   des  erbem  herren  Hain- 

rieh  Walters  358. 

3h  K. 

DarTontmmpfen  38,  28. 

6. 

Das  erber  hantwerck  dieser  stat  171. 

281,  15. 

Das  gsecz  im  alten  testament  336. 

20,  14. 

Das  ist  der  drincker  newerpand333. 

;,  29.  30.  24,  12.  13. 

Das  new  fenlein   deutscher  lancz- 

!75,  12. 

knecht  496. 

Wolff,  315. 

Dauffdot  309,  9.  352,  2.  480,  15. 

173,  1. 

Dedalus  287,  18. 

193,  23.  24. 

Delüa  454,  9. 

hellisoh  schifman  1 18,19. 

Demuet  281,  13. 

},  11. 

Den  9  muese  der  knnst  363. 

26. 

Den  sechsten  monat  gesendet  hat 

120,  28. 

230. 

U,  6. 

Der  erber  herr  Wolff  Kern  239. 

j,n. 

Der   faisten    gens   sorgfeltig  dag 

!  120,  10. 

Auf  den  kunfting  sant  Mertens- 

4.  15. 

tag  456. 

[,  14. 

Der  gaist  mit  den  klappertn  kettn 

187,  29. 

mit  dem  philosopho  74. 

120,  14. 

Der   geitzig    clagt    auß    falschem 

187,  19.  500,  11. 

mut  505. 

Lcz  276,  U. 

Der  gefangen  leb  von  frawen- lieb 

274,  13. 

461. 

lur  278,  3. 

Der  geschichtschreiber  Plutarchus 

bor  Hamburg,   der  nam- 

144. 

stat  in  Sachsen   an    der 

Der   graffen   von   Schaunberg   ge- 

., 

schlecht  182. 

88,  29. 

Der  reich  gefQerst  abt  mit  seinen 

16,  11. 

haubtleutten  undritmaistem  486. 

^^^^^f                         III                  ^^^^1 

^H              Der  trawrig  trautnb  174. 

Einkwelen  279,  18.                           W 

^H              Des  dürckiachen  kaieer  ho  ff  gesind 

Einletben  85,  IL                                ■ 

H                  490 

Einrinuen  in  achueld  86,  10.          B 

^1              Diadorus  Sicaliis  78. 

Eins  mala  »ach  ich  an  einer  wmnl  ^ 

^m              Die  herberg  stet  in  goteabant  334. 

124.                                                   J 

^m             Die  poeten  haben  gedieht  122. 

Eins  anntaga  wolt  ich  haben  ta«l89.  H 

^m              Die  unmüeaaig  fraw  Schalckheit  52. 

Eins    tagea     fragt    mich    ein    tlt  ■ 

^t^^       Die  12  frawen  dea  alten  testanient, 

mon  133.                                           fl 

^^^H          foD    den    die    mender    sind    ge^ 

Eins  taga  vergangen  in  dem  »nmer     " 

^^^^T          deuBcbt    und    petrogen  worden 

52. 

^r 

Ein    tragedia   mit   22    peraooen : 

■             Diettathaft  268»  18, 

Artoxerxea,    der    künig    Petm«, 

■             Dinclvel  357,  12,  498,  23. 

mit   seinem    mancherley  unfatt 

^H              Diese  oben  conträfactnr  304, 

der  Beinigen,  und  bat  7  »ctna  l». 

^H             Diaer  klain  wilknmbf  kün»tenreich, 

Einzechen  91.  7.                                   i 

H 

Ejsen.  adj.  74,  16.                     ^^M 

^m             Diiist6B4rab  370,  20. 

Rlent  114.  10.                             ^H 

^H              Dioniaiua  120,  8. 

Elias   von    GÖrlicx,    kandelgielWr^ 

H             Diacant  275,  22. 

gesell  173,  2.                                 fl 

■             Diatler,  SeboH.  kandelgiefier  171,16. 

Elicb  88,  2.  105,  9.                          fl 

^M             Dobaegen  91^,  2. 

Emathion  37,  6.                                   ~ 

^m              Doctor-froach  459,  2L 

Endr63},  Adam,  söhn  det  J»cob  IC., 

^B              Doctor  mediciiie  274,  l. 

Stiefsohn  des  H,  Sachs,  309         M 

^K              DomianUB  120,  13. 

Endrest  Jacob,  kandelgießer.     MtlH 

H             Dotenmal  22t  B. 

ihm  war  Barbara,  geb.  Harscher,  ■ 

^H             Dreyerley    klaj^ed    dreyer    weibft- 

Sachsens  zweite  frati,    in   6c«t«r9 

^B                  bild:  Lucrecie,  Thiabea  und  Vir- 

ehe  yerheiratet  172,  1.                   f 

^H                 ginie  27. 

Englisch  graee,  Der,  230, 

H              Drendel  59,  24. 

Enuch   2O0,  24.    32.   203,  37.    «W,^ 

25  n    0.                                            M 
Epitaphium  Paul  Kaatnert  238,          > 

■              Drewten  16,  14,  165,  9. 

■              Duna  193,  27. 

■              Dürer,  Albrecbt,  IC.  318,  7. 

Epidaphiiim  Ursula  Koren pergeriB 

H              Düergen  496,   14. 

477. 

^m              Dul^mich  114,  19. 

Epidaphium    Hana    Bastian ,     **^^ 

jungen  Leonröders  376.                fl 

^V              E  sieh  auch  Ä. 

Epitaphium   des   Veit   Asmut  toi^^ 

^B               Eberhard  im  part,  graf  von  Wir- 

Seckendorff  328.                              ■ 

H                  tenberg,  334,  S. 

Epitaphien  des  Jörg  Zaiperger,  t-^M 

^B              Ecbzigen  117,  29. 

Lins  pegrüben  181.     des  grafedfl 

■              EdecbB  254,  15. 

Wolfgang  von  Schaunberg  182. 

H              Egeflter  98,  29. 

■              Ebäft  65,  31. 

Dorothea  ob   dem  abschied  ire» 

^H             Em  reicher  man  zw  Ltiebeck  saa  76. 

lieben    gemahel    Jeronimui  im- 

^H              Einjagen  einem  ein  acbaiB  93,  25. 

hoff  483. 

H              Einklenck  69,  W.  277,  28. 

EnidmuB,  8.,  229.                             M 

599 


Erato  28,  8.  9. 

Erpaim  dich  mefio,  o  got,  314. 

Erpeiten  198,  6. 

Ereffeni  4,  86. 

Erem  459,  14.    Vergl.  6  schwank, 

T.  78.    K.  Goedeke,  dichtnngen 

Ton  Hau  Sachs  L  nr.  38,  43. 
Eifawlen  176,  18. 
ErMren  254,  25.  255,  25. 
Erkiesen  27,  22.  370,  28. 
Erlaubnng  379,  21. 
Erleicbten  246,  20. 
ErUcs  288,  10. 
Emen  111,  9. 
Enam  210,  11. 
Enchfltten  60,  4. 
Ersehen  198,  7. 
Enicsen  49,  6. 
Srtningk  66,  8. 
Erstehen  91,  86. 
Ertpiden  82.  5. 
Esaw  275,  9. 
Esch  288,  11. 
Eseher  285,  7. 
Esenlapinm  erschlneg  ein   doner- 

stral,  und  pracht  ein  räch  die 

ander  räch  80. 
Es  ist  gleich  das  fiech  wie  der  stal, 

sagt  der  dewffel,  jaget  er  seiner 

mueter  websen  in  hintern  50,25. 
Es  saget  ans  das  4  capitel  250. 
Es  schreit  das  gancs  menschlich 

geschlecht  186. 
Es  schreit  mein  gmQet  und  hercze 

284. 
Esel,  Der  arm  gemain,  12. 
Ewlenspigel  gen  Marpurg  kam  104. 
Ewlenspigel  wart  ein  mnler  104. 
Eoterpe  19,  17.  18. 
Eva  453,  4. 

F  sieh  auch  V. 
Falcsen  274,  82. 
Faren  460,  8. 
Farzen  166,  27. 


Fasnacht-spiel  mit  4  person,   den 

wuecher    und  ander  peschwerd 

petreffent  186. 
Fasnachtspiel   mit  4   person:   Die 

kuplet  schwieger  mit  dem  alten 

kauffman  86. 
Fast  204,  14. 
Fazüet  159,  22. 
Fech  286,  19. 
Federklauben  158,  10. 
Fehenhauben  286.  18. 
Feyem  91,  5. 
Feisten  90,  7. 

Fellen  durch  den  korb  870,  24. 
Versen-geld  38,  19.  38,  25. 
Fetschen,  Sich,  459,  35. 
Fewchtinger,  Michel,  818,  28. 
Fewer-new  319,  21. 
Feyerabent,  Sigmund,  317. 
Filius  =  Virgilius  169. 
Filczsocken  286,  32. 
Financzer  56,  4. 
Findenfeler,  Hiob,  479,  4. 
Fingerlein  6,  13.  64,  21. 
Fischgeyer  375,  13. 
Fledermaus  375,  20. 
FleiGen,  Sich,  92,  5.  468,  14. 
Fiindem  64,  28 
Fraidig  38,  23. 
Franczosen  274,  24. 
Frawen,  Die  12  fr.  des  alten  testa- 

ment  453. 
Frawen-mon,  Der  arm,  378. 
Frawenzimer  61,  26.  62,  19. 
Freidlin,  Susanna,  370,  2. 
Freyen  37,  23. 
Freyung  344,   12. 
Freuntschaft ,  Das  pild  der  waren 

f.  122. 
Fridstand  451,  37. 
Fristung  50,  17. 
Fruncklich  102,  32. 
Fuchs  läutet  mit  dem  fuchsschwanz 

456,  28. 
Fuechschwenzen  20,  22. 


W^       Fug  201,  17.  202,  5» 

Gemel  105,  5.  7.  3U  33. 

■            Füeglioh  216,  33.  218,  26. 

Gena,  FaLste  g.  clagen  456. 

■             Fülcz  219,  19. 

Geprenck  69,  15. 

■            Fund  15,  8. 

Geradikeit  107,  10. 

H             Fündig  280,  28« 

Geraissig  193,  13. 

H              Fünffkirchen  S67,  4. 

Gering,    Mit    geringen   =    leiobt- 

^H             Fünfzehundert-drey-und-eechsg  jar 

bescbwingtfim  fue»  276,  9. 

■                 328. 

Gerion  37,  8, 

^B             Fueroi  bS,  5, 

Gerüech  46,  3. 

^H             Furmschneider  278,  28. 

Gerumppel  74,  6. 

^M             FarBcbneider  63,  L  2. 

Geschrift  278,  25,  279,  28. 

GeechwÖll  74.  20. 

H            Gaden  170,  3. 

QeBchwund  15,  10, 

■             Qal  222,  31. 

Geadiwürm  23,  22. 

H              Gangader  202»  32, 

Gesegen  374,  24. 

H              Garoff,  Hans,  479,  'S. 

Gesehen  487,  35. 

H             Gart,  Lauften  auf  der  garl  246,  U. 

Gesein  89.  25.  33.  161,  20. 

H             Garten  247,  13.  248,  12,  35. 

Geipon  158.  4.                          ^H 

H             Gaul  hoch  saieln  56,  18. 

Gespor  35,  6.                            ^^^ 

■             GepeQt  65,  7.  49B,  26. 

Gaiat  mit  den  ktappeitn  ketln  mii 

■             Geper  28,  12. 

dem  philosopho  74, 

■             neperlJch  210,  16. 

^m             Uepei,   aus    dem    driiao    paalmen 

gefueraten     abt     zu    AllieTBpa^h 

^H                 gezogen,  472. 

sein    valete    und    lecsen   eprtich 

^m             Gepet,  aus  dem   18  psalm  gesogen, 

dediciret  318.                                 M 

■                 473. 

Gesprech  eyner  bulerin   ond  eiiWiS 

■             Geprüeder  3,  2. 

ligenden    narren    unter    ihratt    fl 

^H             Gecken  ,  Ein  g.  einem  nachstechen 

fÜ8»en  6, 

■                 87,  16. 

Gesprech  kOnig  Atexandro  Magno 

^m             Gecleng  74,  15. 

müDiogene,  dem  philosopho  144. 

H             Gedeucktafel  das  Adam  Eudrm  309. 

Gespräch  mit  den  9  musen ,    wer  _ 
die  aufrühre  in  Deutaclilfttid  bec^fl 
Torgerufen  habe  17. 

H              Gedens  456,  7. 

K             Geding  319,  2, 

■              GedÖB  74,  19. 

Geaprech  von    der  himelfart   mM> 

K             Gedreüht  52,  22. 

graff  Älbrecbts   anno    Ibhl  113. 

■             Geferden  213,  8. 

Gesprechtnue  18,  34.                             » 

H             Geferung  280,  33. 

Gestehen  159,  23.                            fl 

■             Geh  221,  4. 

Geatenck  118,  38.                            ■ 

■             Gehewa  52,  21. 

Gesterben  hungers  jemanden   114^1 

■             Gelaid  87,  8. 

■ 

■             Geling  208,  17. 

Gestendig  52,  23,                             J 

■              Gelte  284,  22. 

Gestrews  52,  20.                         ^^H 

■             GeliÜch  459,  34. 

Gesund,  aubst.,  4,  14.                ^^H 

■             Gemach  93,  8.  95,  3L  114,  18. 

Geutten  bei  Hraunschweig  32,  4«  H 

■             Gemecht  102,  5. 

i 

6ewonIieit6$,  84.  66. 16.  67,  17 

Oewlbiii  28»  88. 

Geuit  490,  17. 

Gin&  4M,  17. 

Giien  888,88, 

GIm,  Du  gwchenokei,  485. 

GlMchewbe  288,  16. 

Qleieh  und  gleich  gselt  sich  xamen 
gern  41,  7. 

Gleiien  80.  8. 

Glimpf  10,  15. 

GlitMhen  244,  7. 

Glicien  285.  $1. 

Gloch  6,  28.  56,  19.  63,  27.  383, 9. 

Glooklenkorfo   im    alter    tragen 
450,  15. 

G6gel  254,  20. 

Goltgolden  77,  14. 

Gorgel  108,  2. 

GoBwein,  Niclas,  485. 

GOswein,  Linhard  370. 

Got  Archten  ist  die  recht  Weis- 
heit 476. 

Got  hat  in  die  edelen  stain  362. 

Gottes  =  Gott  des  58,20.  845, 11. 

Gotachalck,  der  Obotrite,  gründet 
die  borg  in  Labeck  450,  10. 
wird  erschlagen  466,  28. 

GraniKh  811,  86. 

Gradger  weg  =  verbotener  weg 
48,  17. 

Grat  346,  10. 

GraTelingen,  Schlacht  bei,  154. 

Grebnns  181,  10. 

Greffiingen  =  Gravelingen  154, 11. 

Greinen  240,  22.  482,  6. 

Grisgramen  117,  29. 

Grobian,  Sant,  158,  5. 

Gronen  87,  25.  240,  22. 

Groner  93,  23. 

Gr^schlein  70,  2.  6.  10.  32. 

Grandel  283,  10. 

Oomppen  13,  27. 

Gundelshaim  bei  Bretten  477,  17. 

Ouni  281,  34. 


28.      Götzen  87,  28. 


Haderhaftig  324,  28. 

Hadern,  Ans  den  h.  schotten  3, 18. 

Hafen  63,  20. 

Haffner  288,  21. 

Hajen  130,  14. 

Hailfart  72,  41. 

Hailsprunn  477,  0. 

Hai  256,  27. 

Haller,  Sigmung  and  Helena,  geb. 

örtlin,  480,  6  f. 
Hamburg  in  Sachsen,  die  mechtig 

sUt  464. 
Hangen,  Mathes,  sieh  Vitel. 
Hantgeschrift  3,  14. 
Hantwerck,  Geschenckt,  69,  17. 
Hantwercksdaffel  der  kandelgieLWr 

171. 
Harpfen-  und  lawtenspiler  276,  20. 
Harscher,   Albrecht,  kandelgieOer 

171,  17. 
Haw-in  Dewffel,  Hans,  318,  21. 
Hawsen  283,  14. 
Hawsen,   Peter  von,  barbirer.  480, 

13. 
Hecker  101,  8. 
Hecklein  64,  20. 
Hector  105,  14. 
Heciiba  105,  24. 
Heftelmacher-gesellen  64. 
Haidelberg  236,  22. 
Heinrich  der  lOwe  450,  26. 
Helffershelffer  49,  23. 
Heliogabolus  120,  12. 
Helmlein  durch    das   maul   ziehen 

88,  18. 
HerausnOten  247,  17. 
HerauBscheczen  459,  34. 
Hercules  36,  38. 
Herdt,   auf  dem  narren  gefangen 

werden  6,  14. 
Hermlein  286,  20. 
Hemeisen.    Kndrfla,    318,    6.    319 

anm.  320  anm. 


^                                 ■ 

^H             Herr,    wie   sind    meiner    feind    so 

Hat,  Die  beste  h.  mi.  die  im  d«rl 

^M                m  472. 

menscb  selber  thut  dO.  40.         W 

^H             HerschuDf^  25,  l. 

1 

^1             Hertmewtet  361,  U. 

Ich,   Antoni  Pfann,   sohenok  da*     1 

H             Hortrumel  276,  2a  29.  277,  4. 

gla«  353.                                              1 

^H             Bertnimen  199,  7. 

Ich  pin  ein  reich  gefQrster  abt  486. 

^V             HercK,  Das  criatlicb  leident  k  124. 

Ich  bin  ein  «chöne  bolerin  6. 

■               Herzenholt  83,  21 

leb  pring  keU»  reitf  und  echne  368 

^m              Herczlieb,  mein  herr  gotti  hab  ich 

Ich  hab  dir  geben  in  dein  hent  887 

^B                   dich  47a, 

Ich  hab  gleich  6000  gedieht  245. 

^H             Herzw,  hensw,  ir  lieben  gaelln  158. 

Ich,  Hainrieb   Walter,    hoch   ver* 

^H             HeaioduB,  der  alt  poet  267. 

traut  369.                                          J 

^H             Het  ich  mein  i&eit  ver%eret  226. 

Ich  hals  da«  weingwchos  377.       H 

^H             Hewt    früe  thet    mich  ain    doctor 

Ich  apiel  wol  gern  KHS.                       i" 

^H                  fragen  107. 

Ich  wiiis,  mein  erlöBser  lebt   nocb 

^B              Hewt  mm  ich  in  Franckforter  mea 

315. 

■ 

Ich  wünsch  dem  preutkam  und  der 

■              Hib«rbiu6  287,  9. 

prawt  257.  261. 

^H             Hie  nach  werden  gexaiget  an  271. 

Ich  wünsch  ein  new  gy#t  selig  jar 

^H             Hie  Bchaw   ein   efoick,   fraw    und 

259, 

^m                  mon  B60. 

Uuminiren  279.  7.                            ^ 

^H               Hirnach  set  all  ao  verzaichnet  pur 

Iliuministen  506,  10.                 .^^H 

■ 

Htes  286,  20.                             ^^M 

■              Hilfflich  54,  9. 

nteBbaut  97,  24.                       ^^^ 

^M              Himelfart  margrafl'  Albrecbtz  IIB. 

Im  anfung  frQe   glanczei    di^  «uu 

■              Hinteasikait  3,  9,  19. 

468, 

^H              Hintereicb  verstehen  47,  Sü. 

Im  Augatman  von  Serin  der  graff     i 

H              HochzeitHed,  Ein.  257. 

367.                                                 M 

^m              HochzeitHed  auf  des  MueiFela  doch- 

Imhof,  Jeronimua  483,  3                ^ä 

H                  ter  hoch^eti  26L 

Ingesind  224,  11.                                 1 

^H              Hoffgesind  des  dürekiBchen  kaiaer^ 

Ingewaid  102,  12.                              M 

^H                   lierren  und  frawen  490. 

Innen-werden  88,  13*  195,  34.        M 

^m               Hoffmann,  Balthtiear.  479,  5. 

In  Nicomedia,  der  stAt»  228.          ■ 

H              Hoffwalt  =  hoH'gewalt  466.  9. 

Ir  CriBten,  lat  nns  singen  8.          ^ 

^H              Hoben) antsperg  50,  12. 

Ir  berren,  hört  ain  wnndertbai  126. 

^H              Holbuppen  pachen  458,  26. 

Irren  jmdn.  36,  34. 

^H              HoTi sprechen  50,  32. 

Ist  das  nyt  ain  cleglicbe  klag  WL 

^H              Hört  zw  ein  erschrocklich  geschieht 

^KKM 

■ 

Jach  328,  5.                            ^^H 

^m               Horweck.  Criatowan,  479,  2. 

Jacincken  281,  14.                            V 

^M               Hosen  ainea  duechs  47,  11. 

Jamertal  224,  16.                       ^^ä 

■              Huecb  283,  14. 

Jehen  231,  23.                            ^H 

H               Huerenkind   105,  39. 

Jeaw,  dw  warer  bailand  356.   ^^H 

^1               Hurnsack  98,  9. 

Johann  F  ried  rieh, herzog  lu  Sacbeei^S 

■               Huerenwaybel  498,  14. 

314.                                                ■ 

608 


Johann  Herolt  ein   fabel  schreibt 

80. 
Johannes  Bocacius  schrieb  470. 
Jadit  454,  84. 
Jnlianos  120,  13. 
Jnnekpmnen  110,  6.  17. 
Jnnckfrawlob,  Ain  schöns  j  an  leib 

und  gmflet  388. 
JüDger  Criiti  sprechen  356. 
Jupiter  81«  11  a.  o. 

K  sieh  auch  C. 

Kaiser,  Der  dOrkische,  490. 

Kaliknt  165,  U. 

KaadelgieGer  171. 

Karthanna  154,  9.  877,  1.  488,  17. 

Karte,  Ein  ganz  gereimpte  k.  alter 

pleiter  128.  164. 
Kastner  57,  18. 
Kastner,  Paul,  288. 
Katsen,  Mit  denk,  sich  beißen  96,1 7. 
Kauffmon,  Johann,  852. 
Kelergschos  GS,  9. 
Kern,  Wolff,  289. 
Kemer,  Benedix,  479,  3. 
Kosten,  kastanie,  456,  22. 
Ketsman,  Michael,  243. 
KindermOrder  101. 
Kirste  165,  28. 
Klaglied  JOrg  Schencken  ob  seiner 

verstorben  efrawen  2H4. 
Klagreden  der  Locretia.  Thisbe  und 

Virginia  27. 
Klasnr  280,  11. 
Klecken  77,  3. 
Klefterich  822,  22. 
Klinge  52,  14. 
Kloeft  28,  83. 
Kinns  29,  18. 
Knalzen  121,  18. 
Knollet  111.  22.  163,  5. 
Koch,  Melchior,kande]gie(3er  171,11. 
Kolman  488,  5. 
Korb,   Unter  dem  korb  zustechen 

39,  37. 


Korenperger,  Parti ,  Verwalter  des 
klosters  Hailsprunn,  477. 

Kragen  277,  13. 

Krantz,  Albertus,  464,  0. 

Kreisten  90,  6. 

Krele,  krell  228,  21. 

Kressen  288,  10. 

Krona  280,  28. 

KrOs  288,  8. 

Kugel,  Zwischen  k.  und  zil  kom- 
men 56,  21. 

Kfleisch  322,  9. 

Kuplet,  Die  k.  schwieger  86. 

Kueris-schuech  285,  19. 

Kutaniren  285,  28. 

Kaetten  456,  21. 

Lab  19,  27. 

Lägel  284,  26. 

Laichen  40,  12. 

Lantfogt  804,  18. 

Lanczknechte  496. 

Lanczwerung  280.  32. 

Läpp  130,  21. 

Las  uns  den  rayen   sitlich   fueren 

160. 
Lasterpar  252.  8. 
Lawten-macher  277.  6. 
Lautraissig  248,  14.  456.  27. 
Lechfeld,  schlacht  auf  dem  L.  348. 
Lecker  99,  5. 
Ledigen  278,  14. 
Leibschad  197,  19. 
Leichnam-angst  93,  18. 
Leichtsiniger  mut  76,  12. 
Leilach  91,  2.  8.  11.  19.  93,  7. 
Laist  222,  14. 
I.eitkauff  318,  19. 
von  Leonrot,  Hans  Hastiun  376,1. 
von  Leonrot,  Philip])  376,  4. 
Lerman  56,  22. 
Letten  288,  5. 
Letzt  7.  9. 
Lewfflein  '276,  15. 
Lied,  Ain  Bcböns  lied  ainer  erhöhen 


^^^^^^^^^^^^*^^^^^^^^^^B 

^^^H             junckfrawen  in  ai^ßetn  thon  mü 

Magöllein,  maigellein   s^  InHnpe^f 

^^^i                  ireni  namen  in  5  pDchstaben  38L 

329,  2.     Vergl.  band  1,  3$6,  10 

^H                Linder,  Casper,  479,  3. 

Abbildung  sieh  im  anx.  f.  kuoHe 

^M               Lintwurm  53,  1.  347,  8. 

d.  dtsch.  voraeit  1874.  270. 

H                IWim  (quelle)  28,  33.  31,  35. 

Maye  U,  20.                                    J 

■                Lo  285,  9. 

Main  und  mort  452,  26.                fl 

^H                Lob  der  musica  242. 

Mainoz  2B0,  6.                                 ■ 

^m                Lob  sey  got  in  dem  hoclisten  tron 

Malvaaier  488,  6.                              M 

H                   236. 

Man  sagt,   wie  vor  jaren  zu  Rom    ''' 

^m                Lob»pruch  der   cristliclien   confes- 

169,  2. 

^1                   aion  zw  Augspurg,   pdschlosflen 

Mange  286,  IL                                   J 

H                    im  1530  jar  495. 

Mangan  286,  12.  14.                        J 

^H                Lobspruch  derkrönung  k aiser  Maxi- 

Mantone  78,  6,                                 ■ 

^H                   miliiiu  deB  .2.  337. 

Maria  mit  Eüaabet  231.                 ^ 

^H               LobBpiuch  der  stadt  Lübeck  450. 

Maria  stund  auf  in  den  dagen  23L 

^H               Lobspruech  der   statt  München  in 

Marpurg  104,  2,                               ^ 

^1                   Payern  264. 

Maximilian  .2.  387.                          ^ 

^m               Lobspruech   und   contrafactur  Re- 

Mayer,  Lucas,  David,  Michel,  478l 

^m                  genspurg  325. 

Mechlisch  285,  26. 

^M               Lobspruech  der  haubatat  Wien  in 

Mein  hercz  bat  mir  umbfangen  881, 

^H                   Ostarreich  S04. 

Mein  got,  ich  aag  dir  d»nck  und 

H                L5lfetreitne  240, 

eer  248. 

■               Loica  277,  27, 

Maiatergeaang  84,  12.  23.  107.  2L 

H                Lordl  284,  14. 

133,  27. 

■               Losen  221,  13.  323,  IL 

Helen  279,  17. 

■               Lot  ^53,  9. 

Melodie 

H               Löttig  25,  22. 

im  eignen  ton 

^H                LQebeck,    die  berüerabt,    niecbtig 

Als  ich  im  lant  22,  477, 

H                    Btat  450. 

in  einem  beaondem  ton  22,  509. 

^H               Lucas,  Dftvid,  die  Mayer,  auB  Heb 

Ach.  Jupiter,  heatw  gewali  22,104, 

H 

Ach,  unser   vater,    der  dw  pitt 

^H               Lucretia  bin  ich  genant  27. 

22,  880. 

■               Lübig  =  LQbeck  284,  27. 

Anna,  du  anfencklich  pist  22,100. 

H               Lueck  253,  24. 

Confitebor   tibi  domine    in   t^.to 

H                Lündiacb  285,  26. 

oorde  22,  109,                             ■ 

H                Luther  8,  9.  314.  505,  2    506,   17. 

Der  Duerck  und   der    i»t  :^or»^l 

H                    20.  22, 

worn  22.  179.                           ^ 

^B               Luxina  88,  6. 

Das  lied  von  Doli,  d.  h.  auf  die 

einnahine  von  Dole   i.  j.  1479 

^H                MaccaroniHche  Zauberformel  99,14. 

22,94,  23,226,     Die  weise  *ieh 

^H               Mach  dich  auf,  bereis,  sin  und  muete 

Fm,  M    Böhme  ,  Altdeutschei 

H                    383. 

liederbuch.  Leipzig  1877  nr  874; 

^^^H          Machometisten  111,  14. 

vergl    B.  V,  Liliencron,  Deut- 

^^f        Made  20S,  27. 

»ches  leben   im    Volkslied   um 

^^^         Magdalena  SU, 

1530.    (1884)  nr.   5   und  Erica 

605 


Böhme  Liederhort  1,245.  2, 100. 
8,  176. 
Es  ist  das  bail  uns  kumen  her. 
Sieh  Franz  M.  BOhme.  Alt- 
deutsches liederbuch.  Leipzig 
1877.  nr.  624  und  Erk-BOhme, 
Liederhort  8,  685. 
Es    kam     ein    alter    Schweizer 

gangen  22,  151. 
Herr  Grist,  der  ainig  gotessun  8. 
Sieh  Fn.  M.  Böhme,  Altdeut- 
schesliederbuch. Leipzig  1877. 
nr.  128. 
Ich  dag  den  tag  und  auch  die 

stund  22,  221. 
Ich  traw  keim  alten  stechzeug 

mer  257. 
O  herre  got,  begnade  mich  22,161. 
Bosina,  wo  war  dein  gestalt  22,98. 
Sant  Ghristoff,  dw  hayliger  man 
22, 102.    Sieh  Frz.  M.  Böhme, 
Altdeutsches  liederbuch.  Leip- 
zig 1877.  nr.  614. 
So  wolt  ich  geren  singen,  wenn 
ich  vortrawren  kQend  22,399. 
In  prueder  Feitten  thon  22,141. 

169.  174.  378. 
Wach  auff  meine  hertzen  schöne 
22,  91.    Sieh  Frz.  M.   Böhme, 
Altdeutsches  liederbuch.  I^eip- 
sig  1877.  nr.  118. 
Wie  man  des  herren  rock  singet 
22,  188. 
Ifelpomene  20,  4.  5. 
Ifelnsina  58,  8. 
Ifemorial  86,  6. 
3fensch,  hab  geduelt  in  dein  oleiii 

484. 
Ifensuer  276,  12. 
Her,  Der,  64,  11. 
Mercurins  232,  6. 
Merfeine  53,  7. 

Mesrer-schwerttanz  im  1540  jar  183. 
Messen  78,  16. 
Heuchler  110,  12.  222,  10. 


Mewlen  254,  26. 

Mich  kaiserliche  majestat  365. 

.Midas.  Unji  in  Phrigia  82,  2. 

Milchhaffen  97,  Ti. 

Milesius  273,  36. 

Minerva  284,  18. 

Minos  121,  1. 

Mir  liebt  in  grOnem  Mayen  311. 

Misieff  dreyer  fremden  k&ni^  110. 

Misteria  40,  10. 

Mit  nam  Lasarus  Engel  hart  474. 

Mitsam  217,  26.  461,  16 

Mueffel  363. 

Manichen  107,  28.  133,  30. 

Manchen,   die  stat  im   Bayerland 

264. 
Muncket  87,  24. 
Mundicion  38,  27. 
Murret  87,  24. 
Musica.  Lob  der,  242. 
Muetemackat  232,  10. 
Mutzen  6,  9. 

Nabis  120,  11. 

Nachdem  der  herre  von  der  Mas  154. 

Nach  dem  und  m  argraff  AI  brecht 

hat  32. 
Nach    den    pergen    auf   heb    ich 

schier  244. 
Nachrew  7,  11. 
Nachstechen  einem  ein  gecken  87, 

16. 
Nachtewle  375,  18. 
Nah,  den  nächsten  (nämlich  weg) 

46,  7.  11. 
Die    narren    sagen     die    warheit, 

treff  unter  oder  ober  an  106,  2. 
Narrenschiff  165,  27. 
Nativitet  480,  21. 
Nechten  162,  12. 
Negelein  166,  16.  167,  8. 
Nero  120,  12. 
Nestel  62,  2.S. 
Newen  282,  18. 
NicephoruH   zaigt  clerlich  on  357. 


^^Hf           ^^^m    «06               ^^^^1 

^m              Nicocrates  l'2a  11. 

FasMw  246,                      ^^^^| 

^H                Niderlag    des    ddrckiacheu  kaisers 

Patroclua  105,  17.                   j^^| 

^H                   zw  der  aeit  Calixii  de«  driten  354. 

Patroniren  279,  IL                  ^^^B 

^1               Nieten,  Sich  62,  5.  ^^,  8. 

Paezen  280.  28.                                 M 

^B               Nigromant  169,  4. 

Paus,  Nach  der  p.  62,  10.            fl 

^m               Nistelo   t65,   12. 

Paviment  379.  8.                             H 

^H               Nimmerthun    ist    die    peete    puee 

Peyln  145,  4,                                   ■ 

^V                   48,  1£}. 

Pelczen  868,  10.                              ■ 

■                Non  487,  9. 

Permenter  284,  28.  506,  15.          ■ 

^H                Norimbergensia,  akroBticbisch  244< 

Perfloniren  ^83,  27.                          V 

^M               Not,  adv.  nötten  59,  18.  97,  28. 

Perapectiff  278,  2.                             ■ 

^B               Noten  210,  31.  249,  7.  254,  8. 

Peter  imhoff  479,  3.                       H 

^H               Nun    hürti    wunder-selc^atiie    mer 

Petrarcha  3,  4,                                  V 

^m 

Pfal  204,  24.  26. 

^H               Nimenpeck,  Linhart,   107>  IS. 

Pfann,  Antoni,  358,  2, 

Pfeningniaister  130,  26, 

^H               Ü  Cmtenmetiscb,  schaw  die  ligur 

Pfenwert  499.  23. 

^m 

Pferchen  62,  24. 

^H              Oberma^er,  EndreF.  129,  15. 

Pfincaing.  H*ina ,    Toa  HeaffenftsU 

^m              Oberoehen  im  Elsaß  101,  4. 

485,  3. 

^m              Obersten  110,  2. 

Pfincring,  Merten,  herr  ita  Hcnlfen- 

^H               Ochs,  Der  flingent  o.  460,  1. 

feit  353.                                        ^ 

^H               Oracion  36,  26. 

Pfincztag  479,  10.                             ■ 

^1                Orhan  274,  £JL 

Pfragner  499,  24.                            ■ 

^K              Orlüffel  64,  21. 

Phalaria  120,  10.                       ^^M 

^m               Orphen  288.  )S. 

Piket  286,  28.                          ^^M 

^1               OrpbeiiB  276,  18. 

Piramus  30,  9.                          ^^H 

^H               Ortenberg  aieb  Anna  van  ^chaun- 

Pieret  5,  12.                                      H 

^B                   berg. 

Piraen  107,  12                                  ■ 

^M              Otto  der  erste  348. 

Plackerey  60,  19.                              ■ 

^M              Ovidiua  (quelle)  30«  IIb. 

Plasaeuburg  46.                                  H 

Plerr  99.  24.                                      ■ 

^M              P  Bieb  aucb  B. 

Pliuins  der  ander  peweiai  74.        ^ 

^H               Packt  machen  27,  13. 

PlutuB  (meint  Pluto;  39,  17. 

^1               Pais  284,  30. 

Podagrische,    Der  —  tra^im«    etn 

^m               Pan  276,  1. 

dialogüa  von  Niclaa  Praun  ver- 

V              Pappagey  164,  2,  165.  2.  5.  8.  12. 

faßt,    von    Hau«    Sachs    bevor- 

■                Paril  281,  15. 

wortet  3.  21.  4,  26  f 

H               Paria  105,  16. 

Polimnia  21,  19.  20. 

^B               Paris,  der  köene  held  475. 

Pollern  74.  4. 

^H               Paris   von  Troya,    de«  künig«  buh 

Pomb  476,  10;  sieh  zu  dtoMt  «t^lte 

■ 

a.  587.  492.  1. 

^M              PaßquilltiB  5,  13. 

Pongrate  88,  8. 

^H               PiMquillus    ?oii     dem     schlos    sw 

Poaatieflr  276,  19.  20. 

^^^^            Blaaaenburg  46. 

Poatlirer  280,  1. 

Potifar  459,  24. 

Poti  leiohiiBiii-aiigBi  98,  18. 

Pnftic  28,  11.  25,  28  u.  o   118, 11. 

Pnuni,  Niolas,  8,  12. 

Piechhaltig  459,  23. 

PienokiMli  361,  13. 

PrenOB  283, 11.  Qrimm,  wb.  7,2105. 

Preeien  282,  27. 

Priamiu  105,  18. 

Frindpal  20,  31. 

Prüter  273,  19. 

PriUche  62,  35.  63,  5.  18. 

PritMhen  61,  22.  27.  62,  10.   15. 

20.  25.  30.  68,  10.  13. 
PritschengeBang   aaf  ain    groben 
karcken  158. 

—  auf  ainen  pueller  159. 

->  iw  ainem  kOnigsmal  61. 
Procarator  277.  24,  25. 
Proaerpina  39,  17. 
PMÜren  487,  14. 
Ptalm,  Der   118,   in    dem  thon: 

Herr  Crist,  der  ainig  goies-sun  8 

Sieh  De  Wette  IV,    12  41.   r.1.  , 

Erlanger  aoBg.  41 ,   1  f.    Operu 

ezegetica  XYII,  304. 
Puelffem  90,  7. 
Pnelsen  280,  21. 
Porgaci  62,  22.  274,  14. 
Pugim  165,  24. 

Qnadem  459,  26. 
Qnintem  277,  14. 

iUohel  453,  19. 

Raehtal  24,  15. 

Radwerbe  164,  4. 

Raiger  274,  83. 

Bainfal  488,  6. 

Raii  daen  56,  34. 

Raisdrahen  285,  18. 

Ranck  96,  2.  7.  10. 

Ratenpeck,  Andre,  319,  I. 

Rawenkolm  (Rauhe-Kulm)  50,  12. 

Rawug  492,  35. 


Raotenglas  288,  18. 

Rebecka  453,  14. 

Recebt  274,  6. 

Regenaporg,  die  alt  peruembt  reich- 

Btat  325. 
Register  92,  14. 
Reimen  auf  das  pretspiel  335. 
Reimen  auf  das  gros  geschencket 

glas  zu  Henffenfelt  353. 
Reimen    von     zwayerley     gesten, 

gueten  und  bGsen  482. 
Reimen    auf   den    glueckspfening 

Job.  Kaufmanns  352. 
Reimen  auf  ein   grabstain   Wolif 

Ganzingers  315. 
Reimen  an  die  herberg  zw  Paden 

im  Wilpad  334. 
Reimen  auf  das  silbren  kestlein  342. 
Reimen  auf  des  Muffels  klainat  363. 
Reimen    auf  das    silbren    klainat 

364. 
Reimen  der  zwolff  monat  auf  die 

zwollf  magGllein  .329. 
Reimen  auf  den  guelden  Schilling 

316. 
Reimen  zu  graff  Nicias  von  Serin 

seiner  contrafactur  36'>. 
Reimen  auf  das  geschencket  drinck- 

schier  herr  Wolff  Kern  239. 
Reimen  auf  ain  silbren  pect  er  474. 

—  pecher  479. 

—  auf  die  silbren  karthauna  877. 

—  auf  die  grosen  schewren  333. 

—  auf  die  gülden  schewren  478. 

—  um b  die  guelden  schewren  369. 

—  auf   die    guelden    schewren- 
glocken  374. 

-  auf  die  verguelten    scliüessel 
475. 
Reimen   auf   das  silbern  weinfeß- 

lein  372. 
Reimen  in  das  haus  476. 
Keimen    zw     der     abcontrafactur 

Albrecht  DUrers  16. 
Keimen  herzog  Hansen  und  doctur 


^^^ 

^H 

^^^B           Martina,  bo  vor  dem  creacz  patd 

Scharlach  214,  2.  7.  10-          ^^| 

^^^p                      314. 

Schätzen  96,  19.                              ■ 

^^^^         Reimenwerck  85,  8. 

Schaw  an,  ob  dw  erkennen  wüd  16.  " 

■              KeiBser  278,  19.  20.  279.  2. 

Schanbe  100,  15,                                  ! 

^H              Reitwetschger  7S.  10. 

Schawgroschen  480.                               J 

^m              Rentschreiber  129,  20, 

Schaunberg,  Wol  fgang  graf  Tonl»2. 

H              Res  279.  S4   28».  20. 

Schaunberg,  Anna  gräfia  von,  get 

■             Resch  240,  9. 

gr&fin  von  Ortenberg  182,  16.        j 

■              Reusen  28B.  9, 

Schenck  der  ringmacher  69. 

■              Ricken  281.  21. 

Schenck,  Jörg,  234.                             . 

^H              Riebejaen  ßndett  9*2,  2 

Schenler.  Hans,  479.  4. 

^H              Ringüclieti  77.  2 

Scherge  94,  11  18. 

^H              Ringmachergesellen  69. 

Scherl.  Hans,  479,  2, 

^H              Ringsgwatit.  Zacharias,  479, 

4. 

SohecÄea  12,  4.  50,  31    56,  7, 

^V              Ritterr^erung  247.  19. 

Schewben  281.  12. 

^H               Romaua,  die  »eugeat  dochter  470. 

Scbewren  281,  7. 

^m             KoslkM  S83.  17. 

ScheTivren  369.  1,  8. 

^m              RÖBselwuerBt  68,  3. 

Scbeiiren-glocke  374- 

^H              Ruecb  166,  6. 

Schiffpatron  275,  10.  11, 

H             Rucbtbar  28^  22.  46,  4. 

Schimpf  19,  14. 

^H              EueckeDprot  282,  23. 

Schinden  und  acbaben  13,  28. 

^m              Uiieger,  Anthoni  479,  2.  — , 

Jörg, 

Schlacht.  Die  ander,   so  tuargraff 

H                479,  a 

Albrecht  verloren  hat  anno  1558. 

^H               Runiretig  38,  20. 

den  11  September  32. 

^V              Rueppbu  283,  IL 

Schlacht    kaieer   Otto    det    enti^ii  J 
und  pißchofl    ülrichi  vor  Angt^^ 

^Lh         Sachs,  Barbara.  484. 

porck  mit  den  Ungern  auf  dtoifl 

^HB        Sacha,  Hane,  akrosticMsch  245. 

Lecbfeld  im  957  jar  348.            ^ 

^^^         Sacicpfewtfer  458,  18. 

Schlaft-hawbe  213,  1.  13. 

^1              RalsEbur^^  18,  10. 

Schlag    atn    mesaer    206,    16.   19. 

^m               Sanireu  275,  25. 

208,  9, 

^1              SatuniuB  21,  20.  33  u.  o. 

Schlahur  287,  29.                    ^^_ 

■             Schabab  6.  25.  159,  19. 

HcblaiffJein  64,  20,                  ^^H 

■              Schach  200,  6. 

Schiairlade  287,  24.                  ^^M 

■              Schacht  280,  20. 

Schteckerhaft  241,  12.              ^^1 

^m              SchaiB,  Einjagen  ein  s,  98, 

26 

Schlicken  grol»e  procken  99,  2(V.  V 

■               Scbalaczen  460,  17. 

Schlaepfwinckel  47,  21.            ^^M 

■              Schalckheit  52. 

Scbmanhbuch  119,  16.             ^^H 

■               Scbakkstack  201.  19. 

Bchmachwort  196,  33.              ^^H 

H                Schamlot  100,  14. 

Schnacke  203,  24.                    ^^M 

^H               Scbampadaliin  227,  23. 

Schnelene  256,  3.                      ^^^| 

^m              Schampar  72,  11. 

Schnur  206,  25.                         ^^M 

H              Schamparschellen  241,  24. 

Schoppen  456,  21.                    ^^1 

■              Schanc2  130,  5.  220,  3.  487, 

27. 

Schultum  93,  32.  94,  33.        ^^M 

^M              Schancz  gewinnen  487,  21. 

1 

609 


Schwanck:    M&nich,    petler   und 
Imncsknecht,    drey    hosen    uns 
dneehi  246. 
Schwanck,  In  s.  bringen  etwas  219, 8. 
Schwarte  99,  6 
Schwegel  275,  81. 
Schwerttanz  der  mesreri.j.  1540188. 
Seorpion  41,  85. 

Seckendorff,  Veit  Asmus  von,  328. 
Secretarios  62,  11.  12. 
Seiteinmal  4,  9 
Seycsman,    Erhart,   kandelgießer 

171,  13. 
Seliges glfieck,  lob,  er  und  danck  370. 
Seneca  8,  8. 
Sengel  288,  10. 
Serin   (Zriny),    graff  Niclas   von, 

865.  867. 
Sew-ferschneiden  458,  29. 
Sider  94,  2. 
Sirob  274,  6. 
SiHera  454,  4. 
Sitlich  60,  6. 
Sold  198,  19. 
Sommer  nnd  Winter  253. 
Sorgfeltig  213,  4.  456,  1. 
Spelnncke  80,  4.  378,  24. 
Sphera  37,  86. 
Spinnenfeint  195,  14. 
Spinerin  im  korb  459,  4. 
Spitaknaister  181,  8. 
Spiczfnndig  221,  20. 
Sprichwörter  sieh  atemgeRchmaiH. 
pneb,  es  ist  gleich  u.  s.  w.,  gleich. 
hut,  narren,  nimmerthun ,  atal. 
■tat,  toter  man,   was  angen  o. 
8.  w.,  wasstecz  u.  s.  w.,  wer  da 
n.  s.  w.,  wer  den,  wer  überhöm,  zil. 
Spruch  auf  den  edlen  stain  362. 
Sprach,  wie  die  geystlichkeit  und 
eÜich    hantwercker     über    den 
Luther  clagen  505. 
Stadium  197,  6. 

Stal    zumachen,    wenn    kalb  und 
kiih  verloren  sind  7,  14. 
Hau  Baeha.    XXIII. 


Stat  39,  3.  216,  38. 

Stat  macht  den  dieb  29,  1. 

Stat  geben  27,  18. 

Staub  456,  12. 

Stauben  28,  19. 

Stauchen  65,  7. 

Ste  auf  hercz,  muet  und  sine  262. 

Stechzeug  257,  2. 

Stegmon,  Adam,  ein  hecker  101, 8. 

Stegraiff,  In  dem  st.  neren  56,38. 

57,  5. 
Stellein,  Adam,  309,  9. 
Stempfen  280,  12. 
Stenren  jmdm.  39,  16. 
Stiz,  das  hellwasser,  117,  14. 
Stockfisch  112,  8.  10.  19.  27. 
Stockfisch  plewen  282,  19. 
Straßburg  101,  5. 
Strax  5,  3. 

Strebkaczen  ziehen  131,  25. 
Strelen  132,  27. 
Stabich  284,  26. 
Stfiedfaul  241,  5. 
Suedelkoch  129,  28. 
Suma    all    meiner    gedieht    anno 

salutis  1556,  am  30Septembrisl07. 
Suma  al  meiner  gedieht  (1557)  133. 
SQndenrues  60,  22. 
Sueppen-wuest  132,  6. 

T  sieh  auch  D. 

Taglaistung  59,  29. 

Tail,  Die  4  t.  des  jars  368. 

Daubenschlag  94,  15.  31.  96,  23. 

Daicken  =  ?  decke  247,  6. 

Tempel  des  grabs  Gristi  abconter- 

fet  378. 
Thalia  21,  3.  4. 
Thamar  454,  20. 
That,  kuen  riterlicho  th.  von  grafi' 

Nicklas    von    Serin    in    Ungern 

an  dem  Thuercken  367. 
Thekoa  454,  24. 
Thenen  95,  5. 
Thenor  275,  22. 


610              ^^^^^^^1 

^^H         Therm aniren  248,  20. 

ünferziegen  —  anventüglich  75.  ■ 

^^m         T6r))8ieare  22,  24.  25. 

Unferzogelic!h  96.  31.                      1 

^^H          Dewffelin  59«  16. 

Unfrieden,  Zu  u.  209,  14,             M 

^^^1         Tbimotliea,  getnabUn  de»  Anchu^ 

Ungelachseti  132,  12.               ^M 

^^H                    88,  S. 

öngemuet  200,  23.                   ^H 

^H         Thiniacea  2M,  22. 

Uniue&t,  Hans,  132,  6.            ^H 

^^^H          Thitbee   wart    mir    tnein    nam 

er- 

Uumüeasig  52,  1.                     ^^^| 

^^M             kom  29. 

ünnosaig  =  ?  unentbehrlicb  SS^B 

^^H         Tbun  uDil  lassen  53»  17. 

Uns  saget  die  bibel  gancz  clar^fl 

^^^H         Doter  man  paist  nimant  i9,  2. 

Uns  sagt  die   cronica  f&rwM^^^ 

^^H         Trachten  91,  11. 

Unterstehen  52,  10.                ^^M 

^^^1         Tragedia:     Artoxerxea,    der  künig 

Untertitel  5,  10.                     ^^| 

^^H             Peraie,  185. 

Unziffer  23,  13.                        ^^ 

^^^B         Traum  Paridis  2^2. 

Urania  23.  3.  4.                             J 

^^H         Trawen  215,  33. 

Uratent  238,  9.                        ^H 

^^H         Drincksehier  234,  1.  25. 

Uerte  65.  40.                           WM 

^^H          Troffantes  lesen  61,  5. 

Uerten-geaell    65,  27.  70,  S  7.  2S 

^^H          Trogenhaft  241,  3. 

^^m          Troya  1Q4,  11.  105,  13. 

V  sieb  auch  F. 

^^M          Thurnia  280,  31. 

ValeriuB  Maxiraua  28,  32, 

^^H          Thumicz  202,  27. 

Valete  in  dis  9  spruecbptiecii  84. 

^^H          Durteldaube  375,  6. 

Venus-taegent  222,  15. 
Verfrören  255,  21, 

^H          Ueberguelt  105,  2L 

Vergeben  207,  5.  31.  208, 2.  220,  l^ 

^^H          Überhand  gewinen  31,  3. 

Vergewisaen  212,  10. 

^^1          Uberacbwal  193,  18. 

Verglaffet  105,  26. 

^^V          UberBÜesset  230,  7. 

VergleicbunK  des  menscben-lcbea 

^^H           Ubertrang  19,  20. 

dieser  steit  Mit  der  aanneii  tßh^ 

^^^H          Ubertüer,  Auf  die  o.  senden  221, 

35. 

auf  erden  weit  468. 

^H          UbertufDen  498,  22. 

Verhocben  279,  10. 

^H          Ueber-wol  88,  20. 

Verkunt^chaften  95,  20, 

^^m          Umbluegen  227,  12. 

Vermanung,   Bich  von  fiQnden  f^^ 

^H          Umbstrewnen  458,  21. 

wenden ,     anf    das     nicht    'l'^ 

^^M          Un  44,  3.  H.  Sachs  gebraucht  d] 

eee 

mancherley  hartten  straff  gott« 

^^H              form  wie  sonst  an,  z.  b.  46, 

20 

über  uns  kumen  344.          ^_ 

^^H             oder  on,   s.  b.  89,  26  für  ohne 

Vermenteln  22,  32.                 ^^M 

^^^H             manchmal,    vergL   flcbwank  36, 

Vermeren  28,  29.                     ^^B 

^^1             106;  58,  83;  198,  37. 

Verpaist  39,  19.                             ■ 

^^M          Unperedet  87,  29. 

Verpfenden  67.  21.                        ■ 

^^H          Unpeschwerd  54,  26. 

Versal  279,  30.                              ■ 

^^1         Unpllligen  50,  8. 

Yersalpuchstaben  378.  25.            ■ 

^^H         Undewen  108,  5. 

Versehlaifen  463,  3,                      1 

^^m         Undötlich  381,  28. 

Verschlicken  247,  28,  31.              1 

^^m          Ünelicb  105.  35. 

Verscblissen  470,  7.                ■^^M 

^H         Unfer  488,  21. 

Vmcbmach  204,  20.               ^H 

^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^1 

611 


Sich,  5U,  34. 
d  254,85. 
12,  10. 

1,  preter.  verwielt  181, 10. 
,  Sich,  49,  22.  50.  16. 
ieh  Schmeller-Frommann 
J73.  (Grimm,  Wörterbuch 
1049,  2)  paßt  auch  auf 
rwegen. 
6,7. 

27. 

leis  ich  mit  nam  31. 
•rg    und    Luda,    geb. 
Hangen,  478,  4.  5. 
^  jaren  sich  zutrueg  246. 
83,  3. 

278,  30. 
58,  1. 

9,  21.  213,  13. 
285,  19. 
ifhawen  57.  6. 
u  w.  pringen  56,  8. 
[ans,  kandelgießer  171, 14. 
274,  28. 
)7,  84. 

Hainrich ,    aus     Orssoy, 
!w  Nürnberg,  358.  369,  2. 
Gertraut,  369,  4.  5. 
7,2. 
283,  4. 

isiren  248,  19. 
Die  wunderlich   w.    aus 
men  vom  dewffel  78. 
1  sehen,  das  le  wgt  nit  98, 4 . 
krachet ,    das    prichet 
),  9. 

er  284,  25. 
6.  490,  17.  25. 
885,  17. 
Q  375,  4. 
158,  29. 

it  das  vas  zopft  on  372. 
10. 
Ein  226. 


Wer  da  wol  achmirt,   derselb  fert 

wol  57,  26. 
Wer  den  wagen   spant  hinten  an, 

Verdint   schaut    und    nachrew 

darfon  360. 
Wermessig  drincketguetenwein482. 
Wer   ueberhGm   und    -sehen  kon, 

derhencket  ejsren  thüre  on  81, 34. 

Vergl.   band  17 .  510,  7.  523,  7 

und  band  21,  375  zu  3,  176,  26. 
Wessem  63,  8. 
Webse  50,  26. 
Weil  87,  6, 
Widergelt  4,  11. 
Widerkunft    der    pfalzgräfin    zu 

Amberg  236. 
Widerreden  28,  21. 
Widersins  205,  13. 
Widerspenig  65,  26. 
Widerspil  196,  24. 
Widmen  198,  3. 
Wie  der  tewffel  seim  knecht  Ionen 

118,  14. 
Wie  ein  kue  in  ein  meußloch  1 1 8, 18. 
Wien  304. 
Wilpad,  des  margraffen  von  Paden 

päd,  477,  14.  16. 
Wilkumb  374,  3.  21. 
Willig  151,  6. 
Wilpadrayen  255,  7. 
Windspiel  62,  28. 
Winter  und  Sommer  253. 
Wir  (apokopiert  für  werde)  109,  29. 
Wir.    küng   aus    Schweden,    ent- 

pieten  dir  111,  37. 
Wir,  küng  aus  Zippern  von  gotes 

gnaden  111. 
Wir,  künig  Felix  zw  Yndian   110. 
Wismat  279,  25. 

Wolauff!  wol  her!  seit  alle  froh!  159. 
Wol  ff  zaigen  auf  dem  rüeck  40, 14. 
Wolgeperig  110,  22. 
Wolgehaben,  Sich,  200,  14. 
Wolher ,    wolher    als    hoffgsind 

gleich  61. 


612 


Wundergepuert   aines  kindes   mit 

einem  ser  groeen  kopff  126. 
Wütend  her  117,  21. 

Zadel  56,  31.  494,  40. 

Zainen  229,  20. 

Zaiperger,  Jörg,  in  Linz  181. 

Zanprecher  458. 

Zehenjerig  kindisch  und  klein  375 

Zeit  pringt  rosen  161,  13. 

Ziegler  288,  3.  4. 

Zigler,  Damian,  181,  20. 

Zil  500,  1. 

Zil,    Die   wolff    fressen    kein    zil 

(keinen  zieltag)  476,  22. 
Zinck,  Andreas,  kandelgießer  171, 

12. 
Zipperlein  3,  22. 
Zobel,  Heinrich  369,  3. 


Zol,  Der  gülden  z.  am  Rein  161, 30. 

Zopffnnn  506,  16. 

Zriny,  sieh  Serin. 

Zw  der  zeit  als  kfinig  Midas  82. 

Zu  fHd  und  rw  seiB  194,  22. 

Znaigen  217,  29. 

Zneber  111.  10. 

Znechtspraech  meiner  lieben  haiii- 

frawen  Barbara  Sechain  484. 
Znchtwagen,  Der,  860. 
Zngenosen  66,  80. 
Zum    gaelden   ast    peim   weissen 

tuem  69,  4. 
ZQncken  275,  31. 
Zuschicken  66,  25.  26.  70,  14. 
Zwschicker  65,  27.  66,  22.  34. 
Znrertrawen  98,  1. 
Zwerchpfewffe  275,  31. 
Zwispeltig  824,  12.  14. 


BIBLIOTHEK 


DES 


LITTERARISCHEN    VEREINS 


IN  STUTTGART. 


CCVIII. 


TÜBINGEN. 

OSDBÜCKT    AUF    K08TKN    DES   LITTERARI8C11KN    VRREIM8. 

1896. 


PEOTECTOR 

DK8  LITTERARISCHEN  VEREINS  IN  STUTTGARl 
SEINE  MAJESTÄT  DER  KÖNIG. 


VERWALTUNG: 

Pr&Bident: 
Dr.  B.  Fischer,  profesBor  an  der  universtt&t  Tübiitgeii. 

Kassier: 
KAtimleiratb  Rollert  iiDiTeniitätfi-actimr  in  Tübingen. 


GESELLSCHAFTSAUSSCHÜSS: 

Dr.  B  a  e  c  h  t  o  1  d  ,  profeasor  «n  der  urtiveraität  Zürich. 
Gebeimer  regieTunguratb  Dr.  Barack,  obarbibliotbekar  in  Straßbnrg.^ 
Professor  Dr.  Böhmer  in  Lichientbal  bei  Baden, 
Dr.  Hertz»  profetaor  an  der  technischen  hochschule  Mönchen. 
Director  Dr,  Heyd,  oberbihliothekar  in  Stattgart. 
Dr.  Martin,   professor  an  der  univereität  Straßburg. 
Dt,  K,  T.  Maurer,  professor  an  der  nniversität  München» 
Dr.  Sievere»  profeesor  an  der  imiTerfiität  Leiptig. 
Dr.  Steinmeyer^  profeasor  an  der  uniTersität  Erlangen. 
Dr,  Strauch,  professor  an  der  tiniverBitftt  Halle. 
Dr.  Tobler,  professor  an  der  uniTerHitäfc  Berlin. 
Geheimer  reglertingirath  Dr.  Watten  b  ach,  professor  ander  aniTer« 
■ität  Berlin. 


Die  Reise  der  Söhne  Giaffers 

ans  dem  Italienischen  des 

Christoforo  Armeno 

übersetzt  durch 

Johann  Wetzel 

1583 

heransgegeben 


von 


Hermann  Fischer  und  Johannes  Bolte. 


GEDRÜCKT  FÜR  DEN  LITTERARISCHEN  VEREIN  IN  STUTTGART 

TÜBINGEN   1895. 


ALLE  RECHTE  VORBEHALTEN. 


DRUCK  VON  H.  LAUPP  JR.  IN  TÜBINORN. 


Vorrede. 

In  die  arbeit  an  diesem  bände  haben  die  beiden  unter- 
zeichneten sich  dermaßen  geteilt:  von  H.  Fischer  rührt  die 
herstellmig  des  textes  sammt  apparat  her,  in  den  anmerkungen 
die  abschnitte  A  1.  2.  3  (seite  177 — 195),  sowie  das  register; 
Yon  J.  Bolte  die  abschnitte  A  4  und  B  der  anmerkungen 
(seite  195—224),  sowie  s.  177,  anm.  *,  s.  178,  anm.  *  und  **, 
seite  178  f.:  ,0b  Christoforo  —  folgen  weiter  unten." 

Im  tezt  ist  der  druck  von  1588  buchstäblich  getreu  wider- 
gegeben, auch  der  gebrauch  der  majuskel  und  minuskel,  die 
interpunction  und  die  absetzung  der  zeilen  schließen  sich  genau 
dem  original  an,  dessen  coUationierung  zu  übernehmen  herr 
Dr.  Gh»ef  in  Wolfenbüttel  die  freundlichkeit  gehabt  hat.  Nur 
in  folgendem  ist  vom  original  abgewichen.  Die  abbreviaturen 
sind  aufgelöst ;  dabei  kann,  da  der  originaldruck  in  bezug  auf 
dieorthographie  der  nicht  abgekürzten  Wörter  manches  schwanken 
zeigt,  nicht  durchaus  für  die  buchstäbliche  richtigkeit  der  auf- 
lösungen  eingestanden  werden;  i  und  j,  u,  ü  und  v  sind  nach 
dem  lautwert  geschieden  * ;  statt  ä,  6,  &  sind  ä,  ö,  ü  gesetzt 
(siehe  auch  die  anmerkungen);  Schreibungen  wie  Jn  sind  mit 
In  etc.  widergegeben. 

Unter  dem  text  finden  sich  gelegentlich  bemerkungen  über 
die  lesarten  des  originaldrucks;  darunter  regelmäßig  die  ver- 
gleichung  des  Wortlauts  der  italienischen  quelle.  Das  italienische 
werk  ganz  abzudrucken,    war  unnötig,    da  es  durch  Heinrich 

♦ 

*  Aber  in  „je*  and  seinen  compositis  ist  j  belaßen ;  in  Basel-Stadt 
werden  sie  heutzutage  mit  j  gesprochen,  s.  Hofmann ,  Vokalismus  von 
Basel-Stadt  s.  70;  Heosler,  Gonsonantismus  s.  89 ;  daß  das  schon  älter 
sei«  iBt  nicht  unmöglich. 


VI 

Gasseer  1891  im  zehnten  heft  der  Erlaoger  Beiträge  zur  eng» 
lischen  Philologie  publiciert  worden  ist.  Von  wert  schien  aber 
die  mitteilung  derjenigen  steUen  zu  sein,  an  denen  der  deutsche 
Übersetzer  von  seiner  vorläge  abgewichen  ist,  und  es  schien 
nitlich,  in  dieser  raitteilung  eher  zu  viel  als  zu  wenig  zu  thon. 
Die  Orthographie  des  italienischen  textes  ist  durch  J.  Bolte 
nach  dem  Berliner  exemplar  des  drucks  von  1557  geregelt 
worden ;  in  der  interpunction  und  der  setzung  von  majuskehij 
ist  aber  im  allgemeinen  Grassners  praxis  befolgt  worden,  um  de 
text  übersichtlicher  zu  machen. 

Mehrere  erklärungen  orientalischer  namen  haben  die  unter- 
zeichneten Herrn  Dr.  C,  F.  Seybold  in  Tübingen  zu  verdanken. 

Die  möglichst  knapp  gefassten  bemerkungen  zur  geschichte 
der  erzählongsatoffe  bernhen  großenteils  auf  der  in  der  Zeit- 
schrift für  vergleichende  litteraturgeschichte  2—4  veröffent- 
lichten wertvollen  arbeit  von  G.  Huth  über  das  italienische 
werk  Christoforos.  Die  frage  nach  den  unmittelbaren  qaellen 
des  Armeniers  wird  hoffentlich  einmal  durch  einen  genauen. 
kenner  der  persischen  litteratur  gelöst  werden. 


Tubingen  .       .         .   ^qq„ 

-^ ^—  im  August  1896. 

Berlin  ^^ 


vn 


Inhaltsverzeichnis. 

Vorwort V 

laliftlttTerieielinii Vn 

Toxi 1 

Anmorkangen: 

A.  Zur  getchiohie  des  deutschen  werkes: 

1.  Das  italieniBclie  original 177 

2.  Wetieli  fibonetsnng 179 

8.  Sp&iere  auflagen  von  Wetee!«  werk 192 

4.  Anßerdeuteche  bearbeitnngen  des  italienischen  werkes  195 

B.  Zur  geschichte  der  einzelnen  norellen 199 

Bogitter 225 


Nachtrag. 

Zu  Seite  29,  21.    42,  13.    48,  6.    136,  2.    144,  (>.    152,  17 
siehe  seite  193  **, 


[•1]  Erste    theil 

Neiiwer  knrtz- 

T\reiliger  Historien,  in 
welchem  Giaffers,   deß  Kö- 
nigs zn  Serendippe,  dreyer 

Söhnen  Reiß  gantz  artlich 
Tnd  lieblich  beschrie- 
ben : 

Jetz  neuwlich  auß   Italiäni- 

scher  in  Teutsche  Spraach 
gebracht, 

Uu  r  c  h 

Johann  Wetzel,  Bürgern 

z  n   Basel. 

Getruckt  zu  Basel,  im  jar 

M.  D.  Lxxxm. 

* 

Zeile  2.  3.  9.  13.  16  rot  gedruckt. 


Peregrinaggio  |  di  tre  giovani  fi-  |  gliuoli  del  re  di  |  Serendippo,  | 
per  opra  di  M.  Gbristofo-  |  ro  Armeno  dalla  Persianä  neir  Ita-  |  liana 
lingoa  trapportato.  |  [Vignette.]  |  Co'l  Privilegio  del  Sommo  Pontefice, 
et  deir  Uln-  |  siriß.    Senato  Veneto  per  anni  X. 

Giaffers  Bohne.  1 


[Seite  ♦  2  leer.] 


3]  Vorred    an    den    guther- 

tzigen    Leser. 

Als  ich  vor  wenig  jaren,  freundlicher  wolmeinender  Leser, 
ch  ein  zeit  lang  zu  Venedig  gehalten,  ist  mir  neben  viel 
dem  schönen,  lieblichen  und  kurtzweiligen  Historien,  auch 
jses  Büchlein,  so  kurtz  zuvor  durch  Christophorum  Armenium 
ß  Persischer  in  Italiänische  Spraach  transferiert  worden,  zu- 
standen :  welches  mir,  nach  dem  ich  es  mit  fleiß  durchlesen, 
sehr  geliebt,  daß  ich  es  auch  Teutscher  [  *  4]  Nation,  meinem 
il  geliebten  Vatterland,  mitgetheilt  zuwerden,  würdig  geacht 
b,  und  das  fümemlich  auß  zwo  Ursachen. 

Erstlich,  weil  ich  wargenommen,  daß  diese  gantze  History 
hin  gericht,  damit  hierinn,  als  in  einem  Spiegel,  klarlich  er- 
leine,  daß  Zucht  und  Ehr,  Kunst  und  Weißheit,  sampt  an- 
ren  Tugenden ,  einem  jeden  Menschen ,  reichen  und  armen, 
5  höchste  zier  seye :  also  daß  billich  alle  Christenlichen  Eltern, 
il  mehr  ein  schätz  grosser  Tugend,  denn  grosser  Reichthumb, 
ren  Kindern  zuverlassen,  sich  befleissen  sol[*  5]len:  und  das 

memlich  wegen  der  ehr  Gottes,  demnach  zu  fürderung  ihrer 

* 

AI  clarissimo  |  Signor  Marc'  Antonio  |  Giostiniano,  fo  del  |  Claris- 
do  Signor  Girolamo,  |    Procuratore  di  S.  Marco. 

Havend*  io  in  questi  giomi  di  caldo,  clarissimo  et  prestantissimo 
pQore,  come  per  via  di  diporto,  coir  ajuto  d'uno  carissimo  amico  mio 
ir  idioma  Persiano  nella  lingua  Italiana  la  presente  operina  trapor- 
Aj  tutto  che  ogni  altra  cosa  piu  tosto  io  mi  rivolgessi  per  lo  pensiero, 
3  di  haver  quella  col  mezzo  della  stampa  k  publicare;  nondimeno 
ito  dalle  persoasioni  di  cui  grandemente  mi  ama,  mi  sono  lasciato 
Innre  ä  mandarla  in  luce.  Ma  percioche  mi  6  fatto  intendere,  che 
i  anco,  si  come  nel  paese  mio  avenir  suole,  de  gl'  obtrettatori  e  mal- 
'«nti  assai  si  ritniovano,  i  quali  non  sapendo  del  lor'  ingegno  al 
mdo  fmtto  alcuno  di  mostrare,  ä  fine  che  si  creda,    che  anco  eglino 

1* 


aller,  der  Alten  neoilich  und  Jungen,  zeitlichen  und  ewigfn 
Heils,  hieneben  aber  auch  daruinb,  damit  wir  nicht  von  den 
blinden  Heiden  mit  Tugenden  überwunden  werden.  Denn  auch 
under  diesen  treffenlicli  viel  gefunden  worden,  welche  ob  sie 
r.  gleich  den  waren  Gott  nicht  erkennt,  ja  keins  wegs  annemmen 
wollen  (wie  denn  sollichs  der  heilig  Augustinus  bezeugt,  da  er 
also  spricht:  Die  Römer  haben  aller  Völckern  Götter  angenom- 
men» den  Gott  und  Gottesdienst  aber  der  Hebreerria  [*  6]  da- 
rumb  daß  er  allein  und  ohn  Mitgenossen  verehrt  sein  wollen, 
10  außgeschlossen)  die  Tugend  doch  für  das  höchste  gut  gehaltea 
und  geehret  haben.  Daher  denn  Sophocles  sagt.  Allein  der 
Tugend  schätz  sey  bestendig  und  ewig.  Und  Euripides,  die 
Tugend  leuchte  auch  den  verstorbnen.  Item  an  einem  andern 
orht  schreibt  er  aufl"  dise  weib ;  Den  Menschen  ist  nit  allein 
36  das  gleisaende  Silber  und  Gold  ein  gute  Miintz,  sondern  auch 
die  Tugend,  welche  das  verborgen  gelt  ist  zu  jedermans  ge- 
brauch. F^ato  der  fürtreffeo liehe»  unnd  von  etlichen  Göttliche 
Philosophus  genen[*  7Jnet,  zeigt  under  viel  andern  der  Tugend 
lobsprtichen  an.  Es  müssen  aller  Güter  hauffen,  alle  Reichthumb 
ao  der  Tugend  weichen.  Sollicher  Exempleii^  unnd  was  weiter» 
zu  einem  rechtgeachaffnen  leben  (der  Seelen  artzney  auGgenom 
raen)  dienet,  sein  ihre  Bücher  voll:  also  daG  wir  Christen  (soi 
von  dem  waren  Gott  und  seinem  Wort,  auch  wie  er  von  unt; 

♦ 
possano  giudicare,  U  piu  delle  fiate  V  altrui  fatiche  biaBimando,  credonsi 
d'aggrandire ;  k  ci5  conosco  io  eaaermi  neoessario  di  ritrorare  alcon 
riparo,  iiBsicurando  in  alcutia  maniera  dalle  lor  lingue  il  mio  Hbric- 
ciuola,  il  che  agevolmente  m*  aveggio  dovermi  venir  fatto,  dedicaadulo 
et  presentandülo  alla  clarissima  Signaria  vostra ,  fautrice  perpetua  di 
tutti  i  virtuosL  II  cui  nome  sendo  per  le  rare  conditioni,  che  in  lei< 
fiODOf  tanto  celebre  et  illnstret  mi  rendo  certo,  che  dalla  lor  malediceosft 
qnetli  sia  per  gramieniente  iapaventare:  oltre  che  io  anco  un*  altro  be* 
nefieio  ne  verrö  *\  conaegQire,  che  seudole  tanto  ubligatOf  quant'  io  le 
aono  per  le  molte  cortesie  et  amorevolexza,  ch*  ella  ha  verso  di  me  in 
ogni  tempo  aaata,  ne  potendole  per  la  picciol  forttma  inia  segno  al< 
cuno  dl  grate  animo  dimostrare,  col  dedicarte  la  preaente  mia  fatii 
far6  9t,  ch*  ella  ai  accerterÄ  almeno,  che,  poscia  che  la  gratitudme  dell' 
animo  io  non  le  posso  altrimenti  far  paleae,  conosco  d'  esaerle  tenato 
et  ubligato  da  dovero.  Hestamt  dunque  di  riverentemente  supplicaria 
i\  degnarai  di  accettare  il  picciol  mio  dono  con  quell*  animo,  con  che 
io  gliel  fo.     In  riconosceoKa  di  che   et  di  inolte  altre   cortegie  anoora 


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▼erehrefc  sein  wolle,  der  unwiissenheit  uns  keins  wegs  zuent- 
schiildigen  haben)  wenn  wir  ihre  Bücher  lesen,  billich  scham- 
roth  werden  solten.  Dieweil  denn  auch  (wie  obgemelt)  di(i 
Büchlein  nichts  anders,  denn  [*  8]  ein  kartzweilig  lob  der  Tu- 
6  gend  ist,  nnnd  billich  genennt  mag  werden,  hab  ich  mit  dieser 
arbeit,  so  ich  hieran  gewendt,  vilen  guthertzigen  Leuten  ein 
wolgefallen  zathun  verhofiFt,  nit  daß  ich  sollichs  groß  noth- 
wendig  zusein  vermeint  (denn  mir  unverborgen,  daß  vorhin  von 
allen  nutzlichen,  nothwendigeu  unnd  kurtzweiligen  sachen  über- 

10  flüssige  Bücher  so  wol  in  Teutscher,  als  anderen  Sprachen  ge- 
schrieben unnd  öffentlich  zukauffen  sein)  sondern  weil  auch  dieses 
neben  andern  guten  Büchern  wol  und  mit  mehr  nutz,  denn  ich 
aber  sonst  viel  Schrifften  weiß,  mag  gelesen  werden. 

[*  9]  Die  ander  ursach,  darumb  ich  diß  Büchlein  vertol- 

15  metschen  wollen,  ist  die,  daß  ich  disen  unbekanten  Authorem 
mit  sonderbarem  fleiß  und  grosser  kunst  dahin  zielen  gesehen 
hab,  wie  alle  Melancholey  unnd  Traurigkeit  vertrieben,  unnd 
gate  Oesundtheit  erhalten  werden  möchte.  Denn  Traurigkeit 
nnnd  hertzbeschwerden  nicht  allein  den  Leib,  sondern  auch  den 

io  Oeist  deß  Menschen  offter  mals  betrüben  und  krencken,  ja  das 
Marck  in  den  Beinen  auGnagen  und  verzeren.  In  diesem  Büch- 
lein aber  sein  viel  schöne,  und  alle  schwermütigkeit  zuver- 
treiben taugenliche  [*  10]  Gesprech  begrieffen. 

18  Denn  ....  verzeren]  sie! 

che  da  lei  ho  in  diversi  tempi  ricevute,  tutto  che  debole  soggetto  io 
mi  conOBca,  prometto  k  V.  clarissima  Signoria,  et  in  questa  cittä,  et 
in  qnalunqoe  altra  parte  del  mondo  dove  io  m'  habbia  ä  capitare,  di 
non  havermi  ä  ritrovare  mai  stanco  di  predicare  le  molti  lodi,  che  in 
lei  sono,  et  d*  inalzare  inßno  a1  cielo  V  illustre  et  honorato  suo  nome. 
Et  le  bacio  riverentemente  le  mani.    II  di  primo  d'Agosto,  1557. 

Di  V.  Clariss.  S.  Ubligatissimo 
et  atfettionatissimo  servitore, 
Christof oro  Armeno. 

P  r  0  e  m  i  o. 

Lodato  sia  seinpre  il  signor  Iddio.  Creatore  di  sette  Gieli,  di  quattro 
elementi,  et  di  ciascuna  altra  cosa,  che  sopra  la  terra  si  vede,  fattore 
deir  huomo,  animale  k  tutti  gli  altri  superiore,  k  cui  non  polo  delP 
intelletto,  coi  quäle  havesse  la  divinita  sua  k  contemplare ,   ma  della 


6 

Dieweil  denn  du,  lieber  Lesor,    auß  dieeer  History  lüchtl 
allein   gute  Lehr    und  ünderweisung ,    sonder  auch    viel  freud 
und  kurtzweil  nemraen  und  fassen  kanat,  wollest  dich  ein  wenig] 
öelt  und  zeit  hieran  zuwenden  nit  dauren  lassen  :  wird  dich  on  | 
&  zweiffei  ^   so  du  es  änderst  von  anfang  zu  end  mit  fleiG  Ici 
und  betrachten  wirdst,  nicht  gereuwen.     Denn   es   auch  durch 
mich  dermassen  verteufcschet ,    und  alles  das,    so   zarten  ohren  J 
verdrießlich  oder  ergerlich  sein  mögen,  dergstalt  moderirt  tiodfl 
beschnitten  worden,  daß  es  von  alten  und  jungen  Manns  [*  11] 
iti  und  Weibspersonen  wol  mag  ohn  scheuhen  und  ergernuß  ge- 
lesen werden. 

Wiewol  ich  nun  in  dieser  meiner  Arbeit,  sie  seye  wie  sie 
wolle,  auff  nichts  anders,  denn  wie  ich  andern  Leuten  zu  dienst 
unnd  gefallen  sein  könne,  gesehen,  hab  ich  doch  wol  zube- 
iß sorgen,  es  werde  mit  mir,  so  wenig  als  mit  andern,  jedermao 
nicht  zufrieden  sein,  sondern  sich  der  Mißgünstigen  unnd  Tad-i 
leren  gnug  finden.  Dieweil  ich  aber  die  art  der  Welt  wol  weili, 
uund  lestern  unnd  schmehen  nicht  neuw  sein  langest  erfahren^  1 
kan  ich  mich  jetz  desto  besser  darein  schicken,  f*  12]  Ver-j 
20  hoÜ'  aber  nichts  destowen iger,  ich  werde  so  wol  als  ander  Leut,! 
neben  den  Feinden  auch  Freund  haben ^  die  mich  mit  HipponacteHJ 
welcher  will,  daß  man  kein  zeit  müssig  hinfliessen  lasse,  wider| 
die  Neider  verthedigen  werden.    So  ich  denn  solches  vermercke 


lingua  ancora»  con  che  gU  potesse  de!  ricevuto  beneficio  gratie  rendere» 
fece  dono.  Ritrovandomi  io  povero  peccatore  Christophoro  Armeno  della 
cittä  di  Tavris  nel  paese  mio,  ud^  piu  fiate  da  diversi  a  ragionare,  nellt 
parti  di  Franchi  gran  numero  d'  buamiiii  di  nobile  et  ulto  ingogno  do 
tatJ  ritrovarai ,  il  che  dalle  belle  et  raaravigliose  coae .  che  presse 
laro  si  ritruovano,  agevalmente  si  potea  comprendere.  Ond*  io  «nti 
\n  granclbäimo  disiderio  di  vedere  cotal  paese,  easendo  inassimanieoti 
a  Chriatiani  aoggetto,  dove  i  riti  della  religioiie  di  Gieau  et  i  castoii 
di  prcncipi  di  quella  harret  potuto  couosjcerei  il  che,  eaaend*  io  ChristifiDO 
eempre  eomuiamente  diaiderai.  Onde  colT  ajuto  del  ai^or  Dio  tielU 
Franchia  aviatcuni,  il  primo  luoga,  dov*  io  capitai,  fu  la  citt^  di  Venctii 
hiquale ,  perciö  che  nel  mondo  tutto  rnua'  altra  ad  easa  simile  aon 
ritruova,  credeai,  che  colla  mano  del  Signore  et  non  d*  altri  da  pria 
cipio  sia  atata  fabricata.  Ella  h  nel  aiare  situata,  et  in  ojsrni  sua  pur 
per  terra  et  per  acqua  vi  si  puö  andare:  peroio  che  aeinpre  alcanlj 
harche  copetie,  che  ai  chiamaao  gondole,  ai  ritruovano,  le  quai  dov 


7 


I  will  ich  dir,  günstiger  Leser,  zu  danck  und  ergetzligkeit,  alle 
fc  beschwerliche  Melancholey  hier  durch  zu  vertreiben,  in  kurtzem 
mehr  Theil  dieser  Matery  in  Truck  verfertigen :  es  seye  denn 
sach,  daß  mir  und  dem  Trucker  irgend  ein  Bdcherreuber  (wie 
»denn  deren  etlich  hin  und  wider  gefunden  werden,  so  inen 
[*  13]  kein  conscientz  machen,  ire  sichten  in  frembde  Erod  zu- 
schicken, und  da  sie  nichts  geseet  haben  zuschneiden,  und  also 
iren  nutz  mit  ander  Leuten  schaden,  wider  Geistlich  unnd  Welt- 
lich, auch  aller  Völckem   unnd  das  natürlich  Recht ,  ja  wider 

10  alle  Christenliche  liebe,  zufürderen)  frevenlicher,  unverschampter 
und  ehrvergeliner  weib  eingriff  thüe,  mir  mein  arbeit,  dem 
Trucker  aber  sein  angewendten  kosten  abstäle,  unnd  diesen  oder 
folgende  Theil  ohne  unser  wüssen  unnd  willen  nachfcrucke.  Denn 
also    wurde    ich    viel   lieber  mein   grosse  müh  mind  arbeit  an 

iii  andere  geschefft  wenf*  14]den,  denn  solchen  undanckbareu  unnd 
unwürdigen  Rauhvöglen  witjer  meinen  willen  dienen  wollen, 
welche  inen  woleineu  grossen  und  weitbekanten  Nammen  machen, 
aber  nit  anders,  denn  dieser,  so  den  Tempel  Diane  zu  Epheso, 
welcher  wegen  seiner  0 beraub  grossen  schöne  unnd  köstlicheii, 

20  under  die  sieben  Wunde rwerck  der  Welt  gezelt  ward,  verbrennt 
hat.    Es  solten  auch  solche  Leut»  so  sie  sich  vor  der  Welt  nicht 

I^chemen  wölten,  jedoch  Gott  förchten,  wider  welches  außtrucken- 
jliche  Gebott,  nemlich,  Du  solt  deines  Nächsten  Gutt  nit  be- 
qne  (*  huomo  vuole,  lo  coiiducano  I  palagi  et  habitationi  per  la  maggior 
parte  hanno  due  porte ,  Tuna  e  aopra  Tacqua,  per  dove  tutte  \e  cose 
alla  famigUa  necesaarie  colle  barche  si  cooducono,  Taltra  Ä  sopra  1a 
sirada,  per  dove  cioscuno  entra  et  eace  k  piacer  auo.  In  questa  citti 
altri  animali,  che  buomiai  et  donne  dt  bellbdma  fonua  et  statuia  non 
Bi  veggono;  ove  nelle  nostre  gPasini  et  camelii  caminando  di  continuo 
incredibi]  molBBtia  ci  sogliono  dare.  Le  etrade  soiio  nettieBime  et  mal- 
tonate.  Molte  chieae  et  belliseimi  palagi,  et  dl  gran  valore,  vi  Bi  veg- 
gono  »Sonovi  anco  molti  bospitali ,  ne'  quali  gl*  haümini  dalle  donne 
separatamente  habitaDO  et  sono  tutti  mirabilmeDte  serviti:  hanao  i 
suoi  panni  biancbiaairai  et  i  auoi  medici,  che  de  gF  infermi  banno  con- 
iinua  cura,  i  quaÜ  di  ciaacuna  cosa  sono  aovenuti,  Quivi  ai  fa  gran 
lustifcia,  ne  si  comportii,  che  ad  alcuno  aia  fattii  ingiuria,  et  Bfomaai 
iiascbeduno,  quanto  puö*  di  eaaequire  il  commandaraento  di  Dio.  Vi 
eai  »Otto  le  leggi,  et  quelli  cbe  rainistrano  la  giuatitia,  sono  buomini 
di  molto  aapere  et  di  gran  bontä  dotati.  Sonovi  oltre  di  cid  molte 
stanze ,  dove  aenza  alcuna  pigi  me  i  [loveri  forasiieri  sono  alloggiati ; 


8 


gären,  sie  handien:  [*  15]  darzu  gedencken,  daß  die  ungleu- 
bigen  Heiden  in  fromm keit  ihnen  weit  fürzuziehen  aeind:  denc 
Aristides,  wegen  seiner  auffrichtigkeit  ^  der  Gerecht;  genenni, 
gefragt  was  gerecht  were,  gab  antwort:   Nichts  frömbds  be- 

ö  geren,  etc. 

Damit  ich  aber  dir ,  guthertziger  lieber  Leser ,  nicht 
weiter  mit  meiiiem  schreiben  überlegen  aey,  ist  letztlich  aa 
dich  mein  schließlich  bitt  und  beger ,  wOUest  diese  meii 
kleinfüge  Arbeit  mit  solcbem  gemüt  anneminen  und  verstehn. 

iü  wie  sie  von  mir  (nemlich  guter  wolmeinuug)  an  tag  geben 
wird,  Hiemit  will  ich  dich  und  mich ,  auch  unser  [♦  16] 
allgemeines  Vatterland  Teutsche  Nation,  sampi  allen  an* 
dem  frommen  Christen,  in  den  schirm  deß  AUmechtigen  be- 
Iblen  haben.     Geben  zu  Basel,    den    ersten  Februarii,  im  Jar 

1«  nach  Christi  unsere  Herren 

Geburt  ,    M.  Ü. 

Lxxxm. 

12  TeaUche]  sio  i 


I 


di  cbe  ne  posso  fare  io  ampla  fede,  il  quäle  per  lo  apacio  di  tre  onni 
BODO  in  tina  Btanza  iillo  atato  mio  convenevole  eeBza  pagamento  alcunn 
continuamente  dimorato;  ne  in  alcuna  altra  citt&f  laquale  pin  elemn- 
ainaria,  ne  piu  veraa  i  poveri  compassicmevo!  »ia,  mi  ricorda  d*  essere 
mai  capitata.  Ond'  ia  di  ei  bei  costumi  et  riti  iiinamoratOf  del  paeM 
tnio  del  ttitto  iscordatoroi,  se  pure  alcuna  volta  mi  casca  nel  peaaiero 
di  ritornarvi,  pare,  che  incontanente  da  ciö  il  genio  mio  mi  ritraggiL 
Quivi  havencjo  io  conosciuti  gV  huomini  in  ogni  professione  moltostn- 
dioai,  per  le  molte  cortesie,  ch'  io  ho  nella  cittä  loro  ricevute,  ho  vo- 
luto  per  loro  diletto  coli*  ajuto  d^un  cariasimo  amico  mio  dalla  tinga^ 
mia  nell'  Italiana  uno  peregrinaggio  di  tre  giovani  figliuoli  del  Re  dt 
Serendippo  traportare :  il  quäle  perche  io  mi  fo  ä  credere »  che  per  1» 
bellezza  8ua  habbia  molto  i  leitori  a  dilettare,  spero  di  doveme  delU 
buona  loro  gratia  far'  acquisto. 


[1]    G  i  a  f  f  e  r  s    d  e  ß    Königs    zu    Ö  e- 
rendippe,   dreier   seiner    Söh- 
nen reiß,  und  was  ihnen  begegnet. 
Auß  Italiänischer  Sprach  in 
^  gut  hoch  Teutsch  ge- 

bracht. 

In  Orient,  das  ist,  gegen  auffgang  der  Sonnen,  wohnet  vor 
alten  zeiten  im  Land  Serendippo  ein  großmechtiger  und  ge- 
waltiger König,  mit  nammen  Giaffer  genennet,  der  hatte  drey 

10  Söhn:  und  als  ein  weiser  Mann,  dieweil  er  vermeint  das  nach 
seinem  todt  seine  Söhn  das  Reich  ehrben  und  regieren  wurden, 
anderstehet  er  sie  in  allen  tugenden  so  einem  Fürsten  gezim- 
m^i,  aufifzuerziehen  und  lehmen  zulassen.  Verschafft  derhalb 
in  seinem  gantzen  Land  die  fürnemsten  und  gelehrtesten  Leut, 

16  in  vielen  Künsten  erfahrne  Menner,  zu  [2]  beschreiben :  welchen 
er  mit  sampt  seinen  Söhnen  ein  Wonung  nach  aller  ihrer  gebür 
und  notturfft  zurichten  laßt:  zu  denen  auch  niemand  kommen, 
oder  sie  in  iren  studiis  verhindern  dorfft.  Denn  der  König 
als  ein  sehr  verstendiger  Potentat,  wie  oblaut,  wol  gedencken 

Peregpinaggio  |  di  tre  giovani,  figliuoli  |  del  Rc  di  Serendippo. 

7  In  Orient  .  .  .  Sonnen]  nelle  parti  orientali.  9  drey  Söhn]  tre 
figlinoli  maschi.  10   als  ein   ...    .   zulassen]  conoscendo  di  dover 

quelli  lasdar  signori  di  gran  potere,  come  saggio  et  amorevol  padre, 
dilibero  anco  di  lasciarli  di  tutte  quelle  virtu  dotati  che  k  prencipi 
•ono  richieste.  13  Verschaift  ....  beschreiben]  Onde  fatta  gran  di- 
ligenza  per  tutto  lo  stato  suo,  condusse  alcuni  huomini  in  diverse  8cien'4e 
singolari.  16    mit   sampt   seinen    Söhnen]   zusatz    des  Übersetzers. 

18  oder . . .  verhindern]  zusatz.  Denn  ....  wirdig  weren]  accertandoli, 
che  cosa  maggiormente  grata  ä  lui  far  non  poteano,  che  ammaestrarli 
di  maniera,  che  potessero  essere  conosciuti  per  degni  figliuoli  di  lui. 


10 

mocht  das  er  seiBeii  Kindeii  nichts  köstlich ers  beweisen  koiiie,j 
denn  in  allen  tagenden   und  frey^n  Eilnstea   sie   underrichtenl 
zulassen,  damifc  man  möchte  sehen  daG  sie  eines  solchen  Vatter« 
wol  wirdig  weren.    Auff  das  aber  die  Preceptores,  Schul  oder 
b  Znchtmeister  ires  Herren  und  Königs  bevelch  mit  allem  fleili 
und  ernst,  und  wie  sie  zethun  verpflichte  nachkommen,  so  ander-  j 
weisen  sie  die  jungen  Herren  dergestalt,  und  mit  solchem  eyfer  j 
(dieweil  sie  ohne  das  und  von  natur  mit  sinnreichen  Geistern  f 
fiegabet)  daß  sie  all  ires  gleichen  alters  und  Stands,   selbiger] 

10  zeit»  j  3 1  weit  übertraffen»  ja  Königlichen  Kindern  sich  wol  ver*l 
gleichen  theten.    Solches»   und    wie  die   Söhn   deß  Königs  ml 
gewaltig  in  allen  Künsten^  auch  fürtreffenlich  gelehrt  und  äu- 
genommen  haben,  wirdt  dem  König  selbs  angezeigt:  der  aber 
wil  nit  glauben  das  es  mflglich  sey,  das  seine  Söhn  in  so  kurtÄer 

lÄ  zeit  also  geschickt  oder  gelehrt  worden  seyen ,  understehet  es 
eigener  Person  zuerfahren,  und  beschicket  nach  verscheinimg 
etlicher  Tagen  seinen  eltesten  Sohn,  hept  solcher  gestalt  mit 
ihm  an  zu  reden: 

Mein  lieber  Sohn,  du  weist  wie  lange  jar  ich  die  beschweni 

20  und  bürdin  der  regierung  meines  Königreichs  getragen,  auch 
jederzeit  nach  allem  meinem  vermögen  undersfcanden  hab  mein 
Volck  in  solcher  liebe  und  aller  treuw  zu  regieren,  das  es  menig- 
liehen  nützlich,  und  Gott  bevorab  wolgefellig  sey.  Nun  aber, 
[4]  dieweil  ich  in  ein  hoch  und  groß  alter  kommen  bin,  und 

n  die  sorg  eines  so  grossen  Königreichs  und  meiner  Underthanen 
so  lang  geduldet,  hab  ich  mir  gentzlich  ftirgenommen,  ich  welle 
die  überig  mein  kurtze  zeit  und  tag  (wie  viel  derselbigen,  wie 
lang  die  zeit,  ist  Gott,  mir  nit,  bewüst)  an  mich    selbs  ver- 


10  ja   Königlichen  ....  theten]  zuBatz,  11  Solches  ,  ,  ,  ,  t 

geseigi]  H  che  havendo  eBsi  fatto  un  giomo  intendere  al  Re.     16  naek^ 
.    .    .    Tagen]   ne  guari   di  teiiipa  ateitef    ehe,  19  die  bescbfrard'^ 

.  .  .  Königreichs]  il  iiarico  d*uno  tanto  imperio  et  il  governo  di  co«  gmfl 
rcgno.  21  mein  Yolck]  i  mei  popoli  et  vassalli.  22  in  solcher  hebe 
und  aller  tretiwj  con  quello  amoro  et  carita.  da«  es  .  .  ,  wolgefdlig 
9ey]  ch*  io  ho  potuto  maggiore,  et  di  esseqnire ,  qaauto  piu  per  me  ^i 
h  potuto,  il  com  m  and  amen  to  4i  Die,  25  eines  so  grossen  .  .  .  Under- 
thanen] de^  miei  eudditi  et  delle  proviacie  al  r^no  mio  aoggette« 
27  (wie  viel  ,  .  .  bewüst)J  susatz. 


11 

wenden,  und  meiner  Seelen  heil  unnd  Seligkeit  (weit  köstlicher 
denn  aller  Welt  gut)  wamemmen  und  betrachten:  will  auch 
mich  in  einem  Kloster,  nicht  weit  von  hinnen,  in  aller  ge- 
heim und  stille  halten,   den  lieben  Gott  mit  reuw  unnd  büß, 

I  aller  meiner  sOnd  und  missethat,  die  tag  meines  lebens  begangen, 
nmb  Terzeihnng  bitten,  ohne  zweifei  nachlassung  derselben,  und 
lestlich  das  ewig  leben  erlangen.  Dieweil  du  denn  mein  eltester 
Sohn  bist,  so  hab  ich  dich  auff  diu  mal  darumb  zu  mir  be- 
rdfft,  das  ich  will  daß  du  fUrohin  [5]  die  regierung  und  Ycr- 

!•  waltnng  meines  Reichs  an  und  auff  dich  nemmist.  Und  für  das 
erst,  ist  mein  bitt  an  dich,  du  wellist  dir  deine  zwen  Brüder 
in  aller  treuw,  liebe  und  freundtlichkeit,  ja  als  wenn  sie  deine 
eigenen  Kind  weren,  jederzeit  bevolhen  und  angelegen  sein 
lassen.    Demnach,  und  vor  allen  dingen,  so  gedenck  daß    du 

»(Göttliche  Maiestet  in  allen  deinen  wercken,  thun  und  lassen, 
Tor  äugen  habist.  Halt  einem  jeden,  er  sey  reich  oder  arm, 
gleiche  gerechtigkeit.  Laß  dir  die  Armen,  deren  du  viel  in 
mancherley  stenden  hast,  angelegen  sein.  Hab  alte  Leut  in  allen 
ehren.    Lasse  die  Bösen  und  Lasterhafften  ungestrafft  nit  hin- 

10  gehn.  Hab  hinwider  die  Frommen  auch  alle  deine  ünderthanen 
lieb,  und  in  summa,  so  gedenck  daß  du  Gottes  Gesatz,  die  guten 
Statuten  und  Ordnungen  dieses  Reichs,  so  du  anders  glücklichen 
regieren  wilt,  vor  [6]  äugen  habist,  etc.  Von  solchen  werten 
deß  Vatters,  konte  sich  der  Son  so  sehr  weis   und  verstendig 

S6  was,  nit  genugsam   yerwundem,  bewiese   erstlich    dem  Vatter 

* 

1  heil  unnd  Seligkeit]   salute.     (weit  .  .  .  gut)]  zusatz.         2  war- 
nemmen    und   betrachten]    io   rivolga  il   pensiero.  4   den  lieben 

erlangen]   dove   chetamente    io  possa  considerare   i   peccati 

miei  et  V  offese  fatte  k  Tanima  mia,  facendone  quella  penitenza 
maggiore,  ch'  io  potrö,  per  acquistare  la  misericordia  del  signor  Dio, 
et  impetrar  da  lui  d*  ogni    offesa  perdono.  9  die  regierung  .  .  . 

nemmist]  succedere  nel  governo  di  questo  stato  et  imperio  mio.  14  Dem- 
nach, und  Tor  allen  dingen]  dipoi.  15  in  allen  .  .  .  lassen]  in  tuttc 
r  operationi  tue.  17  die  Armen  .      .  stenden  hast]  quelli,   che   in 

pOTero  et  misero  stato  si  ritruovano.  18  Hab  alte  .  .  .  ehren]  rac- 

cogliendo  sempre  et  honorando  con  ogni  sorte  d'  ufficio  gli  huomiiii 
vecchi  et  di  eta  grave.  19  lasse  ungestrafte  nit  hingehn]  castigando. 
21  daß  du  Gottes  ....  vor  äugen  hahist,  etc.]  per  essequire  le  leggi 
et  ordini  di  sua  Divina  maesta   et  di  questo  imperio.  28  worten] 

parole  et  diliberatione. 


12 

gebiireude  reverentz,  öugende:  Ällerf^neJigster  Herr,  ich  hah^ 
genugsam  verstanden  was  ir  euch  filrgeuommen,  was  auch  von 
euch,  mir  zuverrichten,  aufferlegt  wirt  Mich  aber  bedunckt  ai 
were  jß^antz  schraächlich  und  unlöblich,  so  ich  in  euwerem  leben 
b  das  Reich  regieren  unnd  besitzen  solte*  Denn  wo  findt  tuao 
in  der  gantzen  Welt  ein  Liecht  der  Sonnen  gleich  ?  Nun  sein 
ihr  die  Sonn  im  gantzen  Königreich,  derhalb  mich  nit  bedunckt 
das  ein  anderer  dasselbige,  so  lang  ihr  leben,  zu  regieren  under- 
steho  solle,    und  wiewol  ich  nit  minder  geneigt  zu  gehoraamen 

u>  denn  ich  aucli,  Göttliches  und  der  natur  gesatzes  halb  zethun 
schuldig  bin,  so  welle  doch  Gott  nit,  das  ich  die[7]weil  ir  ia^ 
leben,  welches  der  liebe  Gott  euch  mit  glückseliger  regienm^H 
lang  erhalten  welle,  den  Scepter  euwers  Reichs  führe.     Wenii 
aber  Gott  der  allmechtig  euch  auß  dieser  Welt  in  ewige  selig^j 

15  keit  berüffen,  die  sorg  und  regierung  au  mich  kommen  wurde 
wölte  ich  euwerer  auff  diß  mal  an  mich  Göttliche  und  getreu w0| 
verraanung  gethan,  ernstlich  zu  hertzen  führen,  alle  gerechtig- 
keit  lieben,  all  mein  Regiment,  das  es  zu  der  ehre  Gottes  und.    ' 
wolfahrt  deü  gantzen  Königreichs  dienete,  anrichtea.  M 

30  Von  sollicher  antwort  deÜ  gantz  verstendigen  und  klagen^ 

Sohns,  ward  der  König  sehr  frölich  unnd  wol  getrost,  befand 
auidi  in  dieser  ersten  seines  eltesteu  Sohns  prob,  ihne  mit 
solchen  tugenden  gezieret  sein,  ilie  einem  gewaltigen  Herren 
wol  gezimmen:    thut   aber   gleichwol   nit  dergleichen,    sonder 

5i5  schickt  in  wider  von  ihm^  will  die  andern  zwen  [8J  gleich  dei 


16  euwerer 


gethan I  sie! 


1  Atlergnedigater  Herr]  Sire.  4  gantz    schmächlich  und   unldb- 

Hch]  biaum^vol  coaa.  5  Denn  mvq  ,  .  ,  ,  understehn  solle]  so  aaco,  che 
non  Bi  puo  ritrovare  occhio  alcuno  di  grandezza  tale,  che  soprafanii 
i1  eigUo,  et  che  niun  aplendore  si  puo  ritrovare  k  quel  dei  soleugoale, 
vivendo  voi,  che  aete  il  ciglio  et  il  sole  dei  regno  vostro,  non  giudioOJ 
aceonvenirai,  ch'  altri  V  babbia ä reggere  et  poiaedere.  10 denn  ich. 
schuldig  bin]  zusatz.  11  so  welle  doch  Gott  nit]  ma  non  fie  gia  mftij 
14  auß  dieser ....  Seligkeit]  k  ae.  16  wölte  ich , . .  anrichten]  deoondo  i 
»aggi  et  santi  ricordi  vostri,  qnanto  ptu  per  me  si  potra,  mi  sforsero 
di  giustaaiente  et  col  timore  di  sua  divina  maeata  reggerlo  et  ammini- 
strarlo,  20   gantz  verstendigen    und  klugen]  prudeote.  21  lehr 

frölieh  unnd  wol   getrost]  molto  consolato   et   lieto.  23  einem  ge^ 

waltigen  Herren]  k  i^aggio  et  modesto  prencipe. 


IS 

ersten  auch  probieren:  bevilhet  das  raan  den  andern  und  raittel- 
sten  seinen  Sohn  tod  stnndan  zu  ihme  kommen  heiß:  dem- 
selben haltet  er  gleich  wie  dem  ersten  sein  bedencken  für. 
Als  der  aber  seines  Vatters  willen  verstanden,  gibt  er  auff  nach- 
Ublgende  weis  antwort:  ünedigster  Herr,  lang  und  glückselig 
bestände  eower  Reich,  und  verleihe  euch  öofct  Noe  alter,  sagen 
mir,  umb  Qottes  wiUen,  were  es  auch  müglich  wenn  jetz  ein 
Ameyssen  auß  seiner  kleinen  Uülin  oder  Wonung  schluffe,  das 
sie  ein  gantz  Königreich  regieren  könte?  Was  bin  ich  anders 

to  denn  ein  schwach  und  arm  Amejslein  V  Wie  solte  ich  die  aorg 
eines  so  gewaltigen  Reichs  über  mich  nemmen?  Demnach,  lebt 
nit,  ist  noch  frisch  und  gesund  mein  eltester  Bruder  ?  welchem, 
als  dem  eltesten  enweren  Sohn  das  Reich  von  Ehrbgerechtig- 
keit  nach  euwerem  [9|  todt  zustendig  ist.    Ab   solcher  seines 

1^'  Sohns  geschwinden  und  weisen  antwort,  was  der  Vatter  hoch 
erfrenwet  und  wol  zufrieden,  danckefc  Gott  in  seinem  herfczen 
das  er  ihme  solche  Kinder  beschert  hatt,  schicket  ihn  von  sich, 
unnd  bevilhet  den  dritten  und  jUngsten  Sohn  im  auch  zube- 
berütFen :  demselben  er  nichts  anders  denn  er  vorhin  den  andern 

»«seinen  zweien  Brüdern,  anzeigt  Daraoif  gibt  er  diese  antwort: 
Wie  möchte ,  aller  gnedigster  Herr ,  dem  Gott  lange  jar  mit 
viel  glück  und  heil  das  leben  verleihen  welle,  wie  möchte,  sag 
ich,  der  ich  noch  ein  jung  Kind  bin,  ein  solche  schwere  bürdin 
auff  mich  laden?  Ich  erkenne  mich  nit  anders  denn  ein  klein 

«  Wasserbläslein  zu  sein,  euwer  Reich  aber  dargegen  vergleich  ich 
dem  unendtlichen  weiten  Meer:  wie  were  es  mir  denn  müglich 
solches  wie  es  sich  gebürt,  zuversehen  ?  Dieweil  aber  ihr  1 10 1 
wüssen  das  ich  noch  ein  Kind  bin,  kan  ich  wol  gedencken  das 

* 
1  den  andern  und    mittelsten]  i1  aecondo.  4  Als   der  .  .  .  ver* 

standen]  zusatz  ö  Hülin  oder  Wonung]  etanza,        9  regieren]  re^- 

gere  et  govemare.  15  hoch  ,  .  zufrieden]  infinitamente  »odiMfatto. 
16  dancket  . .  .  bertxen]  i1  äignor  Dio  ...  humilmente  et  con  pietoao 
core  rijagratiö.  17  solche  Kinder]  ai  degno  figliuolo.  18  den  dritten 
und  i'üngsten  Sohu]  il  minore.  20  DarauE  .  ,  ,  .  antwort]  ä  cni  il 

^ovanetto  riapondendo  incomincio  a  parlare  in  cotal  gnisa.  21  mit 

viel  glflck  und  heil]  in  felicita,  23  schwere]  grave  et  importante. 

27  solcbefl    wie    ,    .    ,    zuversehen]    uno    tanto    imperio    amministrare. 

28  daa  ihr  .  .   .  wellen]    mi   betfate,   et  comandandomi    coae    di    tanto 
-jnomeuto,  de  casi  miei  vi  prendete  diletto. 


u 

ihr  nur  schertz  mit  mir  treibet,  in  dem  ihr  ein  sol 
verseilen  nnmilglicli  ding  auffladen  wellen.    Ich  Herr,  wiewol 
ich  noch  jung,  so  bin  ich  aber  (Gott  sey  lob)    deß    ver8taiida,J 
das  ich  wo!  merck    das  in  alle  weg  ir  nur  den  spott  mit  miri 

ö  treibet.    Unnd  wenn  gleich  das  nit  were,  hab  ich  nit  noch  zwen  ( 
eitere  Brüder,  denen  ir  solche  bürdin  der  regiening  aufferlegeii 
könten?  Diser  gescheiden  und  schönen  antwort  deß  JüngUnga, 
verwunderte  sich   der   Vatter  über  die   masaen   sehr,    mercket 
auch  wol  das  er  ein  gantz  spitzfündig   und  herrlich  Ingenium 

1'^  oder  verstand  hatt,  welches  denn  im  unsegliche  freuwd  in  seinem 
hertzen  erwecket. 

Als  nun  der  König  mit  seinen  drejen  Söhnen,  wie  gehört, 
gesprecb  gehalten,  ir  Weisheit  und  grossen  verstand,  so  sie  in 
kurtzer  zeit  wi[ll]der  all  sein  hoffnong  erlehrnet,  zus&mpt  der 

»ft  weisen  antwort  so  im  ein  jeder  geben,  vernommen,  nimpi  er 
ihrae  für,  damit  sie  aller  Weisheit  vollkommen  werden,  in  fröoil: 
Land  sie  zu  schicken,  autf  das  sie  derselben  sitten,  leben 
gebrauch,  sampt  anderm  das  Königlichem  geblüt  notwendift'^ 
und  rümlich,  erlehmen,  und  zum  gipffei  der  Weisheit  kommen 

2Ö  könten.    Beschickt  sie  den  andern  tag  wider,  thut  der  gleichen 
als  wenn  er  sehr  über  sie  (dieweil  keiner  die  sorg  deß  Kuoig- 
reichs  auff  sich  neramen  und  ihme  gehorsam  sein  weilen) 
zörnt  were,  und  sagt:   Dieweil  under  euch  meinen  dreyen  Soniüll 
keiner  gesterigs   tags   gewesen   der  mein  geheiß    und    beveleh 

»6  annemmen  oder  verrichten  wellen ,  deß  ich  mich  keins  wegi 
versehen  hette,  so  sehen  euch  für.  das  ir  in  acht  t«^en  auß 
allem  meinem  Land  ziehen,    und  nach    verscheinung  gemeltar 


4  das  ich  .  .  .  treibet]   che    conosco  le  forze   et  poter  mio,  et  mi 
aveggo,    che  ad  ogni  luodo  mi  beff&te.  6  aufferlegen  könteu]  hmr^m 

reste  .  .  .  assignata.  7  gSBcheiden  und  schönen]  accorta.       JDn 

lingB]  faneiullo,  8  mercket  .  .  .  ,  erwecket]  et  bavendo  in  lui  un 

mirabile  accule/sa  d^  in^egno  Hcorta  ,  ue  rimase    infioitamente   coaiw 
lato.  14  wider  all  sein    hoftnung]   zusatz.  IC  in  frömbde  *  . 

könten]  che  andaasero  k    vedere    del   nioiido ,    per  apparare  da  dive 
castamt    et   maniere   di    motte   nationi   coir  isperieiiza  qnello,  di 
coUa  lettioire  de  libri  et  discipUna  de  precettori   s*  erano   di  gia  ftt 
padroni.  23  meinen  dreyen  Söhneu]  zu^atz.  24  gestertgis  tAg»)^ 

zuaaU-        mein  .  .  .  ,  verrichten]    il    commandamentö    tnio    esseqosre 
27  und  nach  ....  finden  lasse]  zusatz. 


15 

zeit  kei[12]oer  mehr  sich  darinn  finden  lasse.     Denn  als  onge- 
faoraame  Kinder,  will  ich  euch  nicht  mehr   in    meinem  Reich 
wtissen  noch  gedulden.  Von  solcher  unversehener  red  deß  Königs 
erachrecken  die  betrüpten  Jllngling  sehr  hefftig:  dieweil  sie  aber 
*  den  willen  ires  Vatters  verstanden,  begeben  sie  sich  ohne  ?er- 
zag  auff  die  Reiü,   ziehen   dem  gebott  nach   anß  ires  Vatters 
Reich-  kommen  in  Berami  eines  gwaltigen  und  mechtigen  Keisers 
Land.    Als    sie   nmi    nit  weit    von    der  Hanptstatt    deß  Lands 
waren,  kompt  ein  Cameltreiber   zu   ihnen  der  hatt   ein  Camel 
loTerloren,   fragt  ob  sie  das  nit  aufF  dem  weg    irgendt  gesehen 
betten  :    und   dieweil  sie  die  tritt  oder  fußstapffen  deß  Thiers 
gespürt  und  gesehen  hatten,  jedoch  aber  das  Thier  selbs  nit, 
sagten  sie  ja   daß  sie  es  auif  der  straß  gesehen:   unnd   damit 
er  ihnen  desto  mehr    glauben   gebe  (denn    als   wei[13]se    und 
16  verstendige  Jüngling,  hatten  sie  viel  gemerck  und  gewüsse  zei- 
chen deß  verlornen  Thiers  gesehen)  sagt  der  Elter:  Guter  Freund, 
SBig  mir,  das  Camel  so  du  verlorn  hast,    ist    es  nit  an  einem 
Aug   blind?   Der    Mann    sagt  ja.    Der   ander    Bruder   sprach, 
mangelt  nit  deinem  Camel,  zu  dem  so  es  an  einem  Aug  blind 
46  ist,  auch  ein  Zan  im  Maul  ?  spricht  abermals  er  ja.    Der  dritte 
sagt,  zeig  an,  hinckt  nit  auch  dein  Camel  ?  Er  bestetigt  es  wie 
vorhin  mit  ja  alles,    DiÜ  Thier,   sagten  sie,  haben  wir  zimlich 
weit  hinder  uns  gelassen.    Der  Cameltreiber  gantz  frölich  saget 
den  dreyen  Brüderen  grossen  danck,  zeucht  die  Straß  im,  sein 
'  ^  Camel  zu  suchen ,  anzeigt ,    etliche  meil  nach ,    kan  aber  kein 
i       Camel  das  sein   sey   finden :    gehet    derhalb    traurig  und  müd 
wider  zu  ruck,    findet  den    andern    tag  die  drey  Brüder  nicht 
^ireit  von  dem  Ort   da  er  sie   den  ver[14]8chienenea   tag  ver- 

^^       1  ungehorsame]  disubidienti  et  malvagi,         3  Yon    solcher  unver- 

^       »«hener   red]   Di   quesbo   accideiite.  7  Beraini]    Beraino,  9  der 

hatt  .  .  .  verloren]    4   cui    era  fiiggito  nno  gambello.  11    die    tritt 

oder  fußstapffen]   V  onne  et  pedate,  12  jedoch   .  .  .  selba   nit]  zu- 

tatz.         15  viel    .  .  .    Zeichen]  molti  iudicii.  18  Der  Mann  äugt  ja] 

AI  che  bavendo  il  (^ambcliiere  rispcrato,  che  coai  era.        22  Diß  Thier 

*  .  .  gelassen]   Questo  gambello   habbianio,  dissero  eglino»  di  certezza, 

tion  ha  molto,    incontrato    nel  Camino,    et    V   habbiamo   lüaciata  buon 

peta^o  ä  dietro.  25  ethclie  meill  ben  veuti  niiglia,  28  den  ver- 

^^chieneuen  tag]  zusatz. 


16 


lassen,  bej  einem  schönen  Brunnen  sitzen,  sieb  mit  eeseo  und 
triiioken  erlabende ,  denen  wie  er  wol  fünif  meil  den  weg  ao 
sie  inie  gewiesen  gegangen  were,  aber  sein  Camel  nit  finden 
können,  klagende,  derhalben  er  müy  und  arbeyt  Tergebens  an- 

c  gewendet.  Und  wiewol ,  spricht  er»  ihr  mir  meines  verlornen 
Cameis  gewüsse  zeichen  gegeben  haben,  kan  ich  doch  nicht 
glauben,  dieweil  ich  es  nit  funden,  das  ihr  mir  die  warheit 
gesagt  haben.  Der  eltest  Bruder  spricht:  an  denen  zeichen,  die 
du  von  uns  verstanden,  kanstu  sonder  zwei  fei  abnemmen,  das 

10  wir  dich  nit  betrogen  haben.  Damit  aber  du  uns  die  warbeit 
gesagt  zu  haben  vertrau wist,  so  will  ich  über  vorige  zeichen 
noch  eins  dir  ansagen :  Dein  Cainel  war  geladen ,  und  trug 
nemlich  auff  der  einen  selten  ein  Logel  mit  Butter,  auff  der 
andern  aber  eine  mit  Honig.     Und  [15]  ich,    sagt  der  ander, 

u  kan  dir  sagen    das  auif    deinem  Thier  ein  Weib  gesessen  ist. 
Und  dasselbig  Weib,   sagt  der  dritt  (damit  du  nnseni  woi 
desto  mehr  glauben  gebist)  ist  groß  schwanger  gewesen.    Ab 
nun  der  Mann  all  diese  gewüsse  anzeigung  fdenn  es  was  ako) 
von  den  dreyen  gehört,   und  aber  doch  sein  Camel  vergebfi» 

20  gesucht  und  nit  funden  faatt,  macht  er  sein  rechnung  es  könne 
nit  fälen,  denn  daG  sie  im  das  gestolen  betten,  nimpt  im  filr 
solches  in  der  Statt  anzuzeigen,  kehrt  derhalb  filr  den  Richter, 
verklagt  sie  begangens  diebstals  halb ,  und  werden  die  drey 
au(i  verraelten  Ursachen  in  Gefangen  schafft  geführt»    Solche  g( 

»6  Schicht  kommet  lestiich  auch  für  die  Ohm  des  Keisers  selb« : 
der  entpfahet  grossen   verdniü  darab,    denn  er  keinen  kosteojfl 

1  scheinen  Brunnen J  chiaro  fönte.  eB»en  und  trineken]  mangiai«. 
2  denen  wie  .  .  .  .  ,  angewendet]  Et  quivi  con  esso  loro  lamenlMfr* 
doai  di  non  havere  il  gambelto  ritpovato,  lor  diAse:  lo  ho  bene  venti 
miglia  caminati  per  1a  strada ,  che  da  toi  m^  ö  stata  moetra,  m4  in- 
dtirno  ho  fatta  tal  fatica,  percio  che  non  ho  sapaio  mai  1*  animale 
ritrovare  6  kan  ich  .  .  .  haben]  non  dimeno  non  posso  credere,  che 
non  mi  habbiate  befiTato.  9  das  wir  .  .  haben]  »e  uoi  ti  h&bbtftmo 
hetfatx),  ö  nö,  10  damit  ...  yertrauwistj  mk  äßne  che  tu  non  liabhii^^ 
flinistra  opinione  di  noL  13  Logel J  soma.  16  damit  du 
accio  che  tu  conoaca,  che  noi  il  vero  ti  diciamo.  17  groß  «chwonge 
gravida.  18  gewüaae  .  .  ,  also]  molti  et  veri  iiidicii. 
Verdruß]  alcuna  noia.  denn  er  .  .  bedauren  liease]  facendo  egii  masfti 
mamente  usare  ogni  diligenza. 


< 


.  gebüdfl 

wange^H 

groOToi^ 


17 

mflj  und  arbeit  sich  bedauren  Hesse,  damit  meniglich  in  seinen 
LADdenidcher  auff  [16]  freyer  Strassen  vor  den  Reuberen  wandern 
iiiOdlie:  derhalb  gantz  zornig  und  betrübt,  benlhet  er  den 
andern  tag  in  beisein  deü  Camelfareibers,  die  drey  för  sein  Mt, 

*  zubringen.  Als  non  der  Keiaer  vom  Cameltreiber  daß  gantzen 
handek,  nnd  was  die  drey  Brüder  im  für  Wortzeichen  geben, 
dem  auch  also  was»  genügsamen  bericht  vemouimen,  kehrt 
er  sich  mit  sehr  grimmigem  angesicht  gegen  den  dreyen  Jung- 
Ungen^   sagende:   Ir  haben  gehört   und  verstanden    was  euch 

w  dieser  gute  Mann  für  gehalten ,  und  dieweil  er  sein  verloren 
Camel  auff  dem  Weg  den  ihr  in  gewiesen,  neben  fleissiger  nach- 
forschung,  nit  fnnden  hatt,  ir  aber  im  so  gewüsse  anzeigung 
gegeben,  halten  ich  für  warhafftig  das  ihr  im  das  gestolen 
habt.     Dieweil    ihr  denn  durch  diese  euwer  mißhandlung  und 

»*  Qbelthat  den  tod  wo!  verdient  haben,  wil  ich  dock,  wegen  [17] 
angebomer  meiner  miltigkeit,  auff  das  strenge  recht  nicht  sehen^ 
und  wil  das  unverzogenlich  ir  disem  armen  Mann  sein  Camel, 
sampt  dem  jhenigen  so  darbey  gewesen,  widerumb  zu  seinem 
gewalt  stellen:    wo  ir  das   nicht  thun,   wü   ich   euch  morgen 

^  eines  grausamen  und  schendtlichen  todts,  den  ir  wol  verdienet, 
hinrichten  lassen.  Die  guten  Jüngling,  nach  dem  sie  deß  Keisers 
ortheil  vernommen,  waren  (wie  gut  zu  erachten)  etwas  er- 
schrocken, jedoch  wegen  irer  unbefieckten  conscientz  oder  ge- 
wüßne,  auch  irer  Unschuld,  sich  tröstende,  antworten  Key,  Mt. 

■•also:  Aller  gnedigster  Keiser,  wir  drey  sein  Wanderer,    unnd 

das  allein  darumb,  daß  wir  frörabde  Land,  und  was  wunderbars 

in  der  Welt,  begierig  zu  sehen,  auch  umb  keiner  anderer  ur* 

I     flach  willen,  denn  wie  oblaut,    in    diß    euwer  Mt  Land  kom- 

[18]men  sein.     Als    wir  nun  nit   weit  von  diser  Statt  waren, 


2  auff  freyer  Strafen]  susats.       S  gantz  zornig  und  betrQH]  tutto 
tnrb&to.  7  dem  auch  aho  was]  zusatz.  8  mit  «ehr  grimmigem 

angedcht]  tutto  tnrbato.  14  mißhandlaog  und  übelthat]  misfatto. 

17  «ein  Camel  ,  .  ,  gewesen]  i1  rubbato    gambello.  20    eine«  .... 

la«en|  di  marte,  k  malandrini  richiesta,  vituperosamente  moiire, 
21  Die  guten  Jüngling]  I  giovanl  22  urtbeil]  parole  et  diliberatione. 
wie  gut  zu  erachten]  zusatz.     erschrocken]  doloroai.  23  conscientz 

oder  gewüßne]  conscienza.        24  Kej,  Mt-l  gli.         25  Aller  gnädigster 
EeiBer]  Sire.        28  in  diß  euwer  Mt.  Land]  nel  regno  vostro. 
auf  f«ri  eobs«.  "^ 


begegnet  uns  diser  Mami ,  fragte  ob  wir  niclit  ein  Camel  das^ 
er  yerloren  hette,  irgendt  auff  der  sia^ß  gesehen  betten:  ded^f 
(wiewol  wir  das  Camel  nicht  gesehen,  aber  gnugsame  anzeigung  ~ 
hatten ,    das    ein    soHichs   die  Strasse    gangen  was)  gaben  wir 
6  schertzweis  die  antwort,  ja»    Das  auch  er  iinsem  Worten  glauben 
gebe,  fragten  wir,  ob  sein  verloren  Camel  nicht  die  oder  dise 
zeichen  hette :  sagt  er  zu  jeder  frag,  ja.     Das  aber,  aller  gne- 
digster  Keiser,  er  sein  verloren  Camel  nicht  wider  funden,  thut 
er  uns  sehr  unrecht,  das  er  sagt,  wir  ime  das  geatolen  haben, 

1^'  werden  auch  unbillicher  weiß  solcher  seh  mach  halb  här  ge- 
führt :  was  auch  wir  da  sagen ,  das  ist  die  warheit ,  befindet 
sichs  aber  anders,  oder  das  wir  diser  gethat  schuldig  dein, 
wellen  wir  gern  den  aller  schmechlisten  unnd  [19]  grausamsteu 
todt,  den  euwer  Mt.  erkennen  wirdt,  gedultiglichen  leiden.    Der 

Iß  Keiser  horte  wol  die  antwort  von  den  dreyen  Jünglingen  ge- 
geben, wolt  aber  nicht  glauben  daß  die  sechs  zeichen,  daa  va 
loren  Camel  belangende,  ohne  wüssen  oder  ohne  gefahr  hette 
angezeigt  werden  können,  sagt  zu  inen :  Ich  kan  nicht  glauben* 
koinpt  mir  auch  nicht  in  meinen  sinn,  das  ihr  drej  Prophetent^i 

20  aber  wol  drey  Strassenreuber  seyen.  denn  in  den  sechs  zeichen 
dem  Cameltreiber  angezeigt,  glaub  ich  wol,  werden  ir  wÜssen 
wo  das  Camel  hinkommen  sey:  befilhet  derhalb  sie  wideruinb 
in  gefengnuß  zu  verwahren.  Es  begibt  sich  hiezwischen  das 
ein  Nachpaur  deli  so  das  Camel  verlohren ,    seiner  geschefilea 

a^  halb  über  feld  reiset,  findet  seines  Nachpauren  verlohren  Caiuel 
der  es  wol  kemit,   ftlhrt  es  irae  heim.     Als   mm    der  Camel<*< 


18  Bchmecbliaien]  siel  17  hettp]  sie!  20  denn]  minuAkel ! 

5  ja]  che  V  h&vevamo  incoEtrato.  6  fragten  wir  .  .  .ja]  dal  sua 
gambBllo  gli  deasimo  que*  segnali,  che  da  esso  gambetliere  vi  forono 
detti:  i  quali  esseodo  ä  caso  riusciti  veri.  ,  .  .  .  7  aller  gnedigsUr 
Keiser I  zuaats.  10  werden  auch  .  .  .  geführt]  ci   ha   condotti  alla 

preseoza  voatra  et  iogiuriati,  come  voi  vedete.  12  oder  .  ,  .  ,  ftchfklditg 
»ein]  £UBatz.        14  euwer  Mt]  voi.  15  dreyen]  s&usatz.  17  ohne 

wüssen  ,  .  ,  gefahr]  a  caso.  1^  kompt  ....  »itm]  zueats.  20  ätraaaeti« 
reuber]  Btradajuoli,  che  aodate  aAsassinando  le  persone,  che  nel  Camino 
ritrovate.  20  denn  ,  .  .  .  sey]  et  per   ciö  lo  cred*  io,    che   pure  inj 

UQO  de'  sei  indicü  del  perduta  gambelloi  quali  voi  havete  al  ganibellien 
date,  non  havete  errate,         24  deQ  so  .  .  .  verlohren]  del  gamh 
2d  Ala  «  .  .  bekoiDmen]  sueatz. 


19 

treiber  sein  ver[20]loren  Camel  wider  bekommen,  erkennet  er 
leinen  fähler,  gedenckt  in  was  grosser  gefahr  debhalb  die  guten 
'  Jttngling  standen  »  laulfet  ohne  verzng  dem  Keiserlicheii  Hoff 
HL,  bittet  Kei,  Mt.  gantz  uoderthenigst  die  unschuldigen  Jiing- 
*  ling  ledig  zelassen:  denn  sein  verloren  Camel  sey  wider  fanden 
worden-  Als  der  Keiser  solchs  verstanden,  iat  er  nit  wenig 
bekömmert,  das  ohne  Unschuld  die  Jüngling  eingezogen  worden ; 
freuwet  aber  sich  zum  höchsten,  daÜ  mit  inen  nocli  nichts  arges 
förgenommen,  befihlt  daG  von  stundan  sie  zu  im  geführt  werden ; 

»0  welchs  durch  die  Diener  ohne  verzug  verrichtet  wirdt.  Als 
sie  nun  für  den  Keiser  kommen,  entschuldigt  er  sich  wegen 
der  falschen  anklag  deß  Camelfcreibers ,  wider  sie  beschehen, 
der  gefengnuß  halb :  begert  demnach  raitt  grosser  bitt,  sie  wellen 
ime  anzeigen ,    wo   bej   sie  so  gewüsse  Wortzeichen    deß    ver* 

!•  [21]lomen  Cameis,  welches  sie  doch  nicht  gesehen,  betten  haben 
können?  Dieweil  nun  die  drey  Jüngling  deß  Keisers  begeren 
zu  willfahren  geneigt,  sagt  der  eilest:  Allergn edigster  Herr, 
daß  das  Camel  an  einem  Aug  blind  gewesen,  nimb  ich  darbey 
ab:  Auff  der  straß  da  das  Camel  und  wir  gegangen,  sihe  ich 

10  daß  auff  einer  seiten  das  Graß  vil  böser  denn  das  ander,  imnd 
dasselbig  böß  Graß  eins  theils  zertretten,  eins  theils  aber  ab- 
gefressen war.  Das  gute  Graß  aber  auff  der  andern  seiten 
war  gar  schön  und  gantz,  danmib  ich  nit  zweifei  das  Camel 
sey  auff  der  seiten  da  das  gut  imnd  gesunde  Graß  gestanden, 

ifi  blind  gewesen :  denn  wenn  es  auÖ'  derselben  seiten  nicht  blind 
gewesen,  wurde  es  das  gute  Graß  gesehen,  das  böß  nit  ge- 
fressen, sondern  dem  guten  uachgangen  sein.     Daß  dem  Camel, 

♦ 
1  Törlören]  seile   19  flchließt  mit  ver;   loren  atebt   bloß  als  ctistos 
maf  seita  19,  fehlt  s.  20,      7  ohne  Unschuld]  sie!  s.  u,        15  verlornea] 
cmiaB  aaf  s.  20  lobmeti. 


2  deßhalb]  per  sua  cagione.  die  ^len  Jüngling)  i  giovaui. 
4  Kei  Mt]  lo.  gantz  utidertheoigstj  hiimümente  et  con  grand'  iatanza. 
6  nit  wenig  |  molto.  7  ohne  unscbutd]  non  bavendo  essi  masaimamente 
delitto    älcuno    commesBO.  8  freuwet   .  ,  .  fürgenommen]   Ansatz. 

9  daß  .  .  ,  geführt  werden]  che  incontimente  fnasero  tratti  di  prigione 
et  alla  preaenza  sua  comlotti.  10  AI»  . . .  kommen]  znaatz,  17  Aller- 
gm  edigster  Herr]  Sire.  26  daa  bdB  nit  .  .  .  .  sein]  non  b&rebbe  mai 
la  bnona  per  la  mal?agia  lamiiata. 

2* 


gnedigster  Herr,  sagt  der  ander,  ein  [22]  zan  gemangelt,  hab 
ich  diß  gemerck,  das  ich  fast  alle  schritt  ein  wenig  gekeuwt 
GraG,  80  vil  durch  ein  solche  weite  eines  Camelzans  gehen 
hette  mögen,  Irnb  ligen  sehen.     Es  sagt  der  dritte;  Gnedigster 

^  Keiser,  waruiub  das  verloren  Camel  gehuncken  hab,  uriheLl  ich 
also  :  Ich  hab  die  drey  fußtritt  anff  der  Strassen  da  das  Oamel 
gegangen,  heiter  und  klar  gesehen,  den  vierdten  tritt  aber  hab 
ich  nicht  sehen  können:  sondern  da(i  das  Camel  den  einen  hin- 
dern Fuü  nahin  geschleifft  hat,    also    das  ich  aller  anzeigung 

10  nach  abnemmen  kan,  das  Camel  habe  dahinden  an  einem  Bein 
gehuncken.  DeB  hohen  Verstands  und  grosser  weißheit  ver- 
wunderte sich  der  Keiser  über  die  maß,  begert  gantz  begier- 
licben,  und  mit  pitt,  ime  anzuzeigen  wie  sie  die  andern  drey 
zeichen  erkennen    haben  mögen.     Damit   sie   nun    dem  Keiser 

16  seinen  willen  erfüllen,  sagt  der  ein  [23]  under  ihnen :  Gnediger 
Herr,  dafi  das  Camel  auff  einer  Seiten  ein  säum  Butter,  anff 
der  andern  aber  ein  säum  Honig  getragen,  hab  ich  solche  an- 
zeigung :  Ich  hab  mehr  den  ein  viertheil  meil  lang  auff  einer 
Seiten  der  straß^  ein  unzalbare  menge  Ameyssen   gesehen,   so 

ao  die  fette  deß  Butters ,  welche  auß  der  Logel  geflossen ,  sehr 
begerten.  Auif  der  andern  Seiten  aber  sähe  ich  ein  ungleub* 
liehe  zahl  Mucken,  dem  Honig  nach  fliegende.  Das  auch  ein 
Weib  aufi'  dem  Camel  gesessen,  sagt  der  ander,  ist  diß  mein 
Vermutung.    Ich  sähe  an  einem  ohrt  auif  der  straC ,    daß    daa 

26  Camel  sich  nider  gelaasen  hat  auff  die  knie  (merck«  das  Camel 
hat  die  natur,  so  man  es  ladet,  auff  oder  absitzen  will,  das  et 
sich  auff  die  knie  niderlasset,  weil  es  hoch)    und  daselbst  ein 


1 


9  nahin]  wcl        18  viertheil]  gedruckt  vierthiel 


1  gnedigater  Herr]  Sire.        sagt  der  ander]   negiiitd  il  seoondo  a| 
diase.         3  CamelzaQ»]  deute  di  tal  aDimale.  4  Goedigster  Keiser] 

Sire.  7  heiter  und  klar]  chiaranieute.  den  vieidten  .  .  .  gehuncken) 
del  quart^}  m^  accorai,  per  quanto  potevo  per  i  segnall  considerara,  ch« 
dietro  ei  Iq  straecinava.  11  Deß  hohen  .  .  ,  weißheit]  Deir  ingeguo 
et  prudenza  de  giovani.  15  Gnediger  HerrJ  Sire.  18  viertheil  meil] 
un  miglio.  19   80    die    .    .    .   begerten]    che  *1    grasso    appetiscoDO. 

22  dem  Honig  nach  fliegende]  che  il    niele  tanto  aiuano  k  paacolare. 

23  auff  deuj  Camel  geseaaen]  vi  fuase  sopra.         25  merck  ,  .  .  .  i 
zuaalz. 


m 


31 


tt  eines  MeuRctien.  welcher  fiißtritt  mich  eines  Weibsbild 

sein  bedunckt:  [24]  nichts  desto  weniger  aber  gedacht  ich,  es 

auch  wol  eines  jungen  Manns  tritt  sein    möchte:   und   damit 

ich  es  eigenlich    unnd  wol    wllste ,    siehe   ich    das    neben  dem 

«  fnßtrit  gehamet  war,    und  greiif   ein    wenig  mit  dem  Finger 

dareiu :  nach  dem  ich  daran  gerochen,  begreiff  mich  von  stundan 

etwas  fleischliche    anfechtunge.     Auß    f^emelter   ursach    glaub 

ich  das  ein  Weibsbild  auff  disem  Thier  gesessen.     Der  dritte, 

daß  dises  Weib  schwanger  gewesen,  sagt:  Ich  hab  gesehen  an 

ikdem  ohrt,  da  das  Weib  gehamet,  an  der  Erden  zeichen  einer 

■"Hand,  derhalb  glaub  ich:  dieweil  sie    schweres  Leibs,  hab  sie 

ihro  nach  dem  harnen,  mitt  einer  Hand  von  der  Erden  wider- 

umb  auflfhelfFen  müssen  (solchs,  wer  deb  war  nimpt,   befindet 

diQ  der  schwängern  Weibern  gewonheit  sein,  so  sie  ettwas  zeits 

1»  gesessen«  mitt  einer  Hand  auff  die    banck  greiffen,    inen  [25] 

selbs  uffzehelffen).     Es  käme  der  Keiser  dieser  Jünglingen  ge- 

schicklichkeit  halb  in  unsegUche  Verwunderung,  understeht  sie 

mit  allem  fleiß  zu  ehren,  zu  lieben,  und  nach  ihrer  wirde  uond 

geschickligkeit  herrlich  zo  halten:  lasset  ihnen  in  seinem  eigenen 

20  Palast  ein  köstliche  Wonung  zubereiten,  bittet  sie  sehr  freundt- 

lich ,   sie  wellen  ein  Zeitlang  bei  ihm  verharren  ,    so    welle  er 

inen,  wegen  ihres  hohen  Verstands,  allen  geneigten  willen  er- 

^heigen.     Als  nun  die  Jüngling   dise   freundtligkeit   von  einem 

^BK»lchen  Potentaten  sehen  und  hören  ,    sagen    sie  gantz  under- 

^Wienig  und  zum  höchsten  dem  Keiser  seiner  gegen  inen  ange- 

Hbottenen  liebe  gebürenden  danck,  mit  erbietung,  sich  hinwider 

ihme  in  allem   seinem   begeren  ghorsame   und    underthenigste 


l  Weibsbild]  siel        26  sich  .  .  .  erzeigen!  sie! 

8  eine«  jungen  Manna]  di  fanciullo.  5  ein  wenig]  lusat«.  6  be- 
.....  anfechtunge]  incoutanente  fai  aaaalito  dalla  concn- 
piBcenKa  camale.  8  dae  ein  .  .  geBeaBen]  quel  piede  di  donna  eaaer. 
13  solchs  ....  uffÄehelffen]  außatz.  17  understeht  ....  halten)  de 
quali  egli  facendo  per  il  loro  ingegno  äiima.  incredibile,  dilibero  in  ogni 
muniera  di  accare/.7.ar1i  et  honorarli  in  quella  guisa,  che  al  aingolare 
loro  valore  era  richieato.  21  so  welle  .  ,  .  erzeigen]  accertandoli.  il 
nieglio  che  pote.  della  molta  atima,  che  eg^li  del  pronto  et  alto  loro 
ingegno  facea.  24  nnd  hören]  zuaatz.  gantz  .  .  ,  höchst^nl  zasatE. 
26  gebürenden  danck]  inünite  gratie.  27  ghorsame  und  underthenigste] 
BOBats, 


22 


dienst  zu  erzeigen.  Auff  diß  werden  sie  gantz  herrlich  in  de6 
Keisers  Palast  erhalten.  Es  verschiene  [26]  auch  kein  tag^ 
das  nicht  der  Keiser  etwan  drey  oder  vier  stund  bey  ihnen  in 
irem  Gemach  sich  mit  schönen,   seltsamen   und    wunderbareD 

5  ge^prechen  zu  erlustigen,  sich  nit  finden  Hesse.  Zu  zeiten  ver- 
barge sich  auch  der  Keiser  in  ein  Kammer,  nit  weit  von  ihrem 
Gemach,  da  er  sie  otftmals  von  hohen  unnd  wichtigen  bendien 
tractieren  und  reden  horte,  von  welchen  gesprechen  er  groß 
lust  und  freud   empfieng.     Man  gab  auch   diesen  drey  Jftng- 

10  lingen  von  deß  Keisers  Speiß  und  Tranck  in  ir  Wonung  be- 
sonderbar zu  essen :  unnd  begab  sich  auff  ein  zeit,  das  man 
inen  zu  mittag  under  andern  lieblichen  und  köstlichen  Speisen« 
von  einem  iatten  Lamb  auch  etwas  fUr  stellet,  sampt  einer 
Fleschen  voll  herrliches  Weins ;  da  hat  sich  abermals  der  Keiser 

15  in  die  Kammer  vorgemeldet,  irem  lieblichen  gesprech  heimlich  ^ 
und  mit  grosser  begird  zu  [27]  zehorchen,  verborgen.  AI»  stftj 
nun  zu  Tisch  gesessen,  von  dem  Lamb  und  Wein,  so  ihnen  der  ™ 
Keiser  geschickt,  versucht,  sagt  der  elter  Bruder:  Ich  glaub 
fQrwar  daß  dise  R^ben  an  denen  der  Wein,  so  ans  für  gani 

20  köstlich  auffgetragen  worden ♦  auß  einem  Grab  gewachsen«, 
auch  nit  anders  gedencken  denn    das   es   also    sey.     Mich 
dunckt,  sagt  der  ander,  es  wtSrden  mich  auch  alle  Weisen  der 
gantzen  Welt  nicht  anders  bereden,  denn  daß  diß  Lamb,  von 
dem  man  uns  fürgestellt,  mit  Hundsrailch  auflferzogen  worden 

25  sey.  Es  schweig  der  dritt  nicht  lang  still,  sagt:  Lieben  Brüder, 
mich  bekümmert  ein  sach ,  so  ich  disen  moi^en  gesehen  hab^ 


aub 
mfxM 
kiuM 
bd-1 


2  auch]  nicht  auf  b.  26,  nur  aU  cuäioi  auf  25.        5  tich  ait  tinden  j 
liesaej  sie!        19  dise  .  .  .  gewachsen]  atc! 


l  Auff  ,  ,  -  .  erhalten]  Onde  dal  proprio  Imperadore  nelle  pr 
rate  stanze  accompaguati,  realmente  neir  avenire  furono  trattati.  3  etwaa^ 
drey  oder  vier  stund]  quatr'  bore  al  meno,  be?  ihnen  .  .  .  Ueie0] 
con  loro  diverei  ragion amenti  facendo,  non  prendease  della  molta  loro 
prüden 2a  et  pronto  inpfegno  iniLnito  diletto.  7  hohen  und  wichtigen 
heudien]  alte  cose.  8  von  welchen  ....  empfieng]  da  loro  coolea- 
tiaino  bi  parti?a.  10  in  ir  Wouung  bei^nderbar]  zu&at&.  13  onder 
andrem  ....  etwas]  un  gras^  agnello  fra  mölti  altri  dilicaÜBtimi  eibiJ 
15  lielilichen]  %nti»t%.     heimlicbj  itusatfi. 


28 


sehr  übel:  denn  ich  durch  gewttsse  zeichen  genugsam,  was 
darauß  werden  möchte,  verstanden  und  wargenommen  hab. 
Diser  unser  Herr  und  Keiser,  von  dem  wir  bis  anher  so  Fürst- 
lieh  wol  und  freundt[28]lich  gehalten  worden,  hat  einem  seiner 
ft  Käthen  Sohn,  schwerer  mißhandlunge  halb,  von  dem  leben  zum 
todt  richten  lassen.  Damit  aber  der  Vatter  den  todt  seines 
Sohns  rechen  m5ge,  trachtet  er  nichts  anders,  denn  wie  er  den 
Keiser  auch  umb  das  leben  bringen  könne,  etc.  Diß  Gesprech 
der  dreyen  Brüdern  hatte  der  Keiser  gantz  wol  verstanden :  und 

10  wiewol  er  von  deß  dritten  red  sehr  erschrocken,  thut  er  doch 
nicht  dergleichen,  sonder  gebt  zu  inen  in  ihr  Gemach,  sagende; 
Was  habt  ihr  für  schöne  gesprech?  Nach  gethoner  und  ge- 
bürender  reverentz  sagen  sie.  Nichts  sonders  viel,  denn  daß 
sie  willens,  die  weil  die  mahlzeit  fürüber,    vom  Tisch    auffzu- 

u  stehxL  Der  Keiser  aber  wolt  nicht  nachlassen*  begerende  ihres 
gesprechs  auch  theilhafftig  zusein :  denn  er  wol  etwas,  ehe  Er 
hinein  kommen  were,  von  ihnen  gehört  hette.  [29]  Auff  das 
sagen  sie  ihnie  alles  das ,  so  ob  dem  essen  von  ihnen  geredt 
worden.     Als  nun  der  Keiser  in  solchem  gesprech  sich  ein  weil 

ao  bey  ihnen  gesaumbt,  geht  er  wider  in  sein  Gemach ,  schickt 
von  atundan  nach  dem  so  über  den  Keller  geordnet,  fragt  ihn, 
was  ftlr  Wein  er  den  dreyen  Jünglingen  zu  mittag  fürgestellt 
habe.  Als  er  vom  Kellermeister  die  antwort  gehört,  lasset  er 
auch  den  Rebman  deö  Weinbergs  beschicken,  in  fragende,  ob 

a  der  Rebacker  den  er  bauwete,  lange  zeit  ein  liebacker  gewesen, 

I.oder  erst  neuwlich  zu  einem  gemacht  worden  were?  Da  ver- 
iteht  der  Keiser  vom  Gärtner,  daß  vor  zwey  hundert  jaren 
diser  Kebaeker  ein  Gottsacker  unnd  begrebnuß  der  Todten  ge- 
4  einem]  licl 
\  1  gewasse]  alcani,  3  Diser  .  .  .  worden]  que«to  fdgnoref  da  cni 
noi  tant«  cortesi  habbiamo  ricevute.  5  schwerer  ,  .  ,  halb]  per  mis- 
fatti.  von  dem  ,  .  .  ,  richten]  uccidere.  10  thut  ...  dergleichen] 
diasimulato  il  dolore*        12  gebürender]  zuaatz.  IB  Nichts]  che  per 

air  hora  d*  altro  non  ragionavano.  16  etwas  von  ihnen  gehört  hette] 
Qditi  gli  havea.  17  Auff  das]  noa  potendo  ne  sapendo  essi  la  verita 
twcultare.  18  alles]  il  tutto  ordinatamente.  22  wa«  fQr  Wein]  in 
qnal  parte  del  paeae  fusse  ötato  fatio  quel  ¥ino.  zu  mittag]  la  mattina, 
26  zn  einem  .  .  >  were]  di  fabnche  o  campi  nun  coltivati  fusae  atata  ik 
coliura  ridotta.     Da  ,  .  ,  .  GartnörJ  inteae. 


24 


wesen  sey:  derhalbea  er  wol  mercfeefc,  daß  es  war  were,  was 
der  Jüngling  gesagt  hette,  Nuo  wolt  der  Keiser  auch  erfahren 
deß  andeni  red,  denn  deß  [30]  dritten  was  nicht  nohtwendig, 
es  wnste  der  Keiser  vorhin  wol,  das  er  den  Sohn  seiner  miß- 

ft  handlunge  halb  hatte  richten  lassen ,  gibt  danimb  be^ehl  den 
Schäffer  zu  berüffen,  fragt  in^  mit  was  SpeiL^  er  das  Lamb,  so  i 
gester  zu  Hoff  geschickt  worden,  erzogen  und  gemestet  hette. 
Der  Schäffer  gantz  erbleichet  und  zitterende,  sagt :  Das  er  es  i 
mit  keiner  andern  Speis,  weil  es  noch  jung  gewesen,  denn  mit 

lü  der  Muttermilch  erhalten.  Der  Keiser  aber  sähe  an  der  forcht 
des  Schäffers  wol,  das  er  die  warheit  nit  gesagt  hatt,  und 
sprach:  Ich  siehe  wol  das  du  mir  ein  betrug  förgeben  hast, 
derhalb,  wo  du  mir  nit  die  warheit  bekennen  wirst,  will  ich 
dich  eines  grausamen  todts  hinrichten  lassen.     Ach  gnedigster  j 

iE>  Keiser,  sagte  der  Schäffer,  so  ihr  mir  das  leben  fristen  wellen«^ 
will  ich  euch,  was  sich  in  der  warheit  verloffen  hab,  au-[31] 
zeigen.  Als  dasselbig  ime  verheissen,  sprach  er:  Herr,  als_ 
dieses  Lamb  noch  gar  jung  was,  gieng  sein  Muter  ettwas  weii^ 
von  der  Herd  weiden,    ward  mir  von  einem  Wolff  gefressen: 

ao  da  hatte  ohngefehrt  mein  Hund»  den  ich  zu  einem  H fiter  meinef 
Schaffen  hab,  junge,  da  wuste  ich  kein  bessern  weg  das  junge 
Lamb  bej  dem  leben  zu  erhalten,  denn  das  ich  es  auch  dem 
Hund  zu  legt,  der  es  mit  seinen  jungen  gesöugt  hatt,  hab  auch 
vermeint  es  ein  sehr  angenem    unnd  liebliche  speis  für  euwer ' 

u  Mt  sein  werde :  also  ist  die  sach,  und  nicht  anders^  bescbaffeiL 
Der  Keiser  als  er  diß  verstanden,  hept  an  warhaßlig  zuglauben, 
dieweil  die  Jüngling  so  gantz  versteudig,  da(i  sie  mit  Prophe-  — 
tischen  Geistern  begäbet  sein  nillsten,  lasset  den  Schaffer  hin-B 
ziehen,  geht  wider  zu  den  dreyen,  redt  sie  auff  solche  weiß  an: 
Alles  das  so  ihr  mir  gesagt,  hab  [32]  ich,  daß  es  war  sej, 

3  was  nicM  nohtwendig]  non  era  uecesaano,  che  aicimo  n^interro- 
gasae.        5  den  Schäffer]  il   pastore  della  Bua  greggia.  6  so  gevter 

.  ,  .  worden]  che  quel  giomo  per  la  tavola  aua  havea  fatto  uccidere. 
7  erzogen  und  gemeßtet]  ingrassato.  14  grausamen]  crudele  et  napra. 
gnedipfflter  Keiser]  Sire.  20  mein    Hund]  la  cagna.  21  junge]  i 

fluoi  cagnoiini,        24  sehr  .  ,  .  .  Mt.]  degno  cibo  di  voi,       25  aUo 
beachatfen)  ucciaolo,  lo  vi  mandai  istatnane  et  al  maggiordotno  yoair 
lo  con»ignai.  27  ao  gautz   versteiidig]  havendo   codi  alto   et  d^ 

»pirito. 


85 


befDnden:  derhalb  bewegt  ihr   mich   zuglauben,  wegen   eiiwer 
edlen  und  sinnreichen  Geistern ,  daß  euvvers  gleichen  weiL^heit 
in  der  gantzen  weiten  Welt  nicht  könne  oder  möge  gefunden 
werden.     Aber  lieber  sagen  mir,  wie,  oder  wo  bey  haben  ihr 
A  weissen  *    mercken  mler  abnemraen  können,  daß  dem  allst>  ge- 
wesen sey  ?  Da  antwort  der  elter :    Daß  der  Wein,  gnedigster 
Herr,  den  man  uns  heut  ftirgestellet,  von  Reben  die  anß  Todten- 
grebem  wachsen,  kommen  sey,  hab  ich  diß  gemerck   gehept : 
Die  natur  des   weins,  wie  menniglich  bewußt,  pflegt  deß  Men- 
to  sehen  Hertz  frölich    und  histig  zu  macheu:    so    bald  ich  aber 
deß  Weins  einen  Becher  voll  außgetruncken,  hab  ich  von  stundan 
das  widerspiel  in  mir  befundon.    denn  er  mir  in  meinem  gantzen 
Leib   ein    über  die  maß  grosse   traurigkeit   unnd   raelancholej 
erwecket  hatt:  |33]  derhalb  ich  nicht  anders  gedencken  kont, 
i»denn  diser  Wein  müste  niergend  anderstwo,  denn  ettwan  auff 
einem    Gottsacker,    oder   auff  Todtengrebem   gewachsen   sein. 
Und  ich,  sprach  der  ander,  als  ich  etliche  bissen  von  dem  Lanib 
i      geessen  hat,  entpfande  ich  daß  mir  mein  Mund  sehr  versaltzen 
^■Qnnd  voller  schäum  was,  kondte  deßhalb  kein  ander  rechnung 
"jä  machen,  denn  diß  Lauib  were  von  llundtsmilch  erzogen  worden. 
Und  dieweil  ihr»  gnedigster  Herr,  folgte  der  drit,  mit  grosser 
begird  warten  euch  zu  berichten,  wie  ich  den  tödtlichen  haffs, 
fOmemmen  unnd  Widerwillen  euwers  Rahts,  gegen  unnd  wider 
euwer  Key.  Mt,    hab  sehen    unnd    mercken  können:    so  aollen 
f»  ir  wüssen,    als    man  gestern  von  der  straif  des  Sohns   euwers 
Rahts  handelte,  waren  wir  auch  zugegen,  so  sihe  ich  daß  sich 

I euwer  Raht,  der  Vatter  deß  argen  [34]  Sohns,  in  seinem  An- 
12  denn]  mlnuakel! 
1  wegen  .  ,  .  Geiatern]  sendo  in  voi  una  «i  nobile  et  alta  virtü» 
come  ö  r  arte  delf  indovinare.  2  euwers  gleichen  weißbeit]  tre  altri 
huommi  k  voi  »omiglianti.  4  wie  .  .  .  sey?]  cbe  indiclo  havete  voi 
hoggi  alia  tavola  havuto.  per  lo  quäle  le  coae  da  voi  raccontatemi  vi 
habbiate  potuto  imaj^nare?        6  gnedigster  Herr]  Sire.  8  hab  ich 

.  .  .  befunden]  zusafez.  12  in  meinem  gantzen  Leib]  zusatz,  14  nicht 
....  kont]  giudicai  .  .  .  havendo  io  in  nie  sentito  cotale  effetto, 
15  ettwan  .  -  Todtengrebem)  di  ulcnn  cimitero,  21  gnedigat^r  Herr] 
Sire.  22  den  tödtlichen  .  .  .  MtJ  dell*  animo  del  eouaigliere  vostro, 
pleno  di  mal  talento  contra  1' Imperial  voiitra  persona,  25  ala  .  «  .  . 
handelte]  ragionando  voi  V  alLr*  hieri  sopra  1  castigo  de'  malvagi, 
^;Ä7  der  Vatter  .  .  .  Sohn»]  ausatz. 


26 


gesiebt  gaiitz  imd  gar  verendert  uund  entferbt,  «ihei  demnach 

mit  gantz  schentzliclien  iinnd  grimmigen  Augen  euch  an,  fallet 
auff  das  in  ein  grossen  durst,  forderet  Wasser,  die  hitzig  and 
entzündet  Leber  zu  ercfiiicken  und  erfVisichen:    darbey  hab  ich 

&  wol  verstehn  und  abnemmen  können,  daß  er  nicht  minder  gegen 
euch  io  räch  entzündet,  denn  er  hinwiderumb  schmertzen,  wegen 
deß  todts  seines  Sohns,  entpfangen  hatt.  Der  Keiser,  als  er 
diese  Jüngling  gautz  gewaltig  und  sinnreich  stets  reden  horte, 
ward  er  von  der  letsten   red  hochbetrübt,  und  sa^   zq   inen: 

10  Ich  halt  für  gewüß,    es  sey  die  snch  mit  meinem  Ralit  nicht 
üders,  denn  wie  du  mir  angezeigt,  beschaffen,  und  glaub  auch, 
werde  der  Vatter ,   darumb  das  ich  ime  seinen  Sohn,  «war 
nicht  umb  nnschuld ,    sonder  wegen  seiner  schweren  miß-[35] 
handking,  hab  richten  lassen,  mir  nach  meinem  leben,  den  todt 

15  seines  Sohns  zn  rechen,   trachten:    aber  wie  möchte  ich  doch 
solches  auG  seinem  eigenen  Mund  vernommen    oder  verstehn? 
denn  icli  kan  wol  gedencken  ,    daß    ich   ine  mit    keiner  torttir  J 
(*der  niarter  zu    solcher    bt*kantnuß   bringen  wird:    diew^eil  ich' 
denn  sein  eigen  bekantnuß  nicht  hab,  mag  ich  ihne  nicht  wol 

w  rechtlichen  zum  todt  condemnieren  <ider  verurtheilen.     DieweilJ 
nun  ir  gatitz  verstendig  und  klug,    weis  ich  ihr  werden,    wie" 
der  sach  zethun  aey,  wol  mittel  unnd  weg  finden.     Herr,  das 
mittel^  sagt  der  Jüngst,  so  ir  meijiem  rnht  volgen  wellen,  Imb 
ich  an  der  hau  iL     Es  hat  tliser  euwer  Hallt,  wie  ich  hab  sagen 

afi  hören,  ein  Coucubin  oder  Beischlefferin,   die   er  über  auß  lieb] 

♦ 

1  verendert  unnd  entferbt]  cangiarai  di  colore.      2  mit  . . .  Augen]] 
con  mal  occhia.  3  ein  gössen  durst]  la  sete,        die  hiUig  , 

frischen]  la  quäle  auole  il  fegato  rinfreacare.  4  hab  ich  .  ,  *  kdniien|l 
fect  ia  giudioio,  5  daß  er  ...  .  halt]  che  minor  offesa  non  baT6iia] 
egli  da  voi  ricevuta,   che  la  morte  d'  uno  äuo  figlig.  8  gante 

horte]  in  ciaicnna  coaa  viridichi  havea  ritrovati       9  von  .  ,  .  betrübtl 
di  ci6  molto  tnrbato.      10  gewQBJ  |uu  che  certo.     es  sey  ,  .  .  .  tradb^l 
ten]  chel  fatto  aia,  come  uppunto  tu  mi  lo  hai  aarrato,  et  che  il  coa-^ 
siglier  mio  nitro  nel  penaier  auo  non  rivolga»   che  come  potertni  ucei^ 
dere,  per  vendicarai  del  figliulo,   il  quäle  giustamente  io  per  saoi  mtt 
fatti  k  morte  condennai.  16  verneniTnen  oder  verstehn]  farmi 

fesbare,         17  tortur  oder  marter]  tormento.  20  zum  todt  .  .  .  f« 

urtheilen]  condennare.  21  gantz  verständig  und  klug]  di  fiellittim^ 
ingegno  dotati.  22  Herr]  Sire,  23  hab  ich  au  der  band]  fie  proato* 
^  CoQcubm  oder  Heise lilefferiuj  concabina. 


27 

hatt,  ihroauch  alle  seine  heiralichkeiten  vertrauwt  und  mitUieilt, 

Zu  dero  schicken,  nait  vennelfSöjden,  wie  ir  gegen  iro,  wegen 

ihrer  schöne,  in  brünnende  liebe  entzündet:    ihr   wüsten  auch 

nichts  ander  dem  Himmel,  das  ihr  nicht  ihro  halben  (allein  ir 

£  gunst  und  liebe  xuerlangen)  gern  thun  weiten.     Denn  man  sagt, 

die  Weiber  haben  lange  Kleider  und  kurtze  Sinn :  wenn  sie  das 

hören,  wirdt,  sie  nit  anders  vermeinen,  denn  daß  dem  also  sey, 

und  euch  glauben  geben.     So  denn  ir  also  ir  allerliebster  Herr 

eeia ;  zweyfel  ich  nit,  ir  werden  ohnverzogenlich  von  ihro,  als 

10  einer  so  es  wol  wirdt  wüssen,  alle  arghst  nnnd  falsch  euwers 

Rhats,  wider    Kei.  Mt    fürgenommen,    erfahren,     Diser    raht- 

schlag  gefiel  dem  Keiser  unseglich  wol :  Berufft  ein  versteiidig 

iinnd  weise  Magt,  zeigt  iro  an,  wie  er  gegen  seines  Ralits  Con- 

L  cubin  in  grausame  liebe  entzilndet:  begerte  derhalb  an  sie,  allen 

pl  milglichen  fleifi  anzuwenden,    damit  er  ihres  Leibs  [37]  theil- 

hafft  werden  möchte,  nnd  sich  auch  nicht  lang  säumen  thete 

die  sach  zum  end  zebringen.     Die  Magt  sihet   tlas    sie  zu  der 

Frau  wen  sich  verfüget ,    entdecket  iro  den  willen    nnd  grosse 

liebe,  so  ir  Herr  der  Keiser  gegen  iro  trage,  gantz  freundtlich 

I,  • 

7  höreD.  wirdt,  sie]  «icl 

1  vertrauwt  und  mittheilt |  suol  far  parte.  2  Zu  dero  .  .  .  geben] 
Ä  questa  dotina  se  voi  haTeste  mez.%0  di  far  intendere,  che  acte  delF 
amor  di  lei  talmente  presOi  che  vi  eentite  nioriref  et  che  co6a  non  S, 
che  voi  per  lei  non  «iate  per  fare,  aerapre  che  elia  dell*  araor  vostro 
YOglia  accertarsi,  havendo,  came  nella  magg^ior  parte  delle  donne  auole 
avenire,  lunghi  i  capelli  et  corto  il  cervello,  conoscetidosi  bella,  age- 
¥olmente  ai  fara  k  credere,  che  disideriate,  che  essa  delf  amor  auo  vi 
faccia  dono,  poscia,  easendo  voi  suo  prencipe  et  sigitore,  giudico,  che 
incontanente  liabbia  in  poter  voatro  a  venire.  8  So  .  ,  .  ick  nit]  et 
in  cotal  guisa  aono  io  certo.  9  als  .  .  .  wussen)  ausatas,  lU  argligt 
und  falsch]  machinfttione.  U  Kei.  ML]  la  persona  vostra.  13  Magt] 
mewaggiera.  14  allen  .  .  .  mOchtef  Kuaatz,  17  Die  .  .  .  verfüget] 
Oode  ella  al  comtnandamento  di  lui  preata,  ritrovata  occaa^jone  d^easere 
con  lei.  18  und  grosse  .  »  ,   trage]   zuaatz,  19  gaotz  .  ,  ,  ♦  ge^ 

horchen]  et  di«sele.  che  agevolmente  potrebbe  egli  6  facendo  il  conBe- 
glier  morire,  b  vero  operando^  che  ella  un  giorno  fusHe  da  puoi  miniatri 
rapita,  haverla  in  pofcer  auo  ,  mä  che  parendoKe  cid  atto  da  tiranno, 
ei  non  da  giuatci  ne  hmnano  prencipe»  non  voleva  in  cid  alcuna  rio- 
lenxa  uaare,  caratnente  pregandola^  che  h  piacere  di  lui  Tolasae  aceon- 
aeniire. 


28 

sie  bittende ,  sich  in  deß  Keisers  vrillen  zu  begeben ,  in  be- 
trachtun^,  wo  sie  nicht  gutwillig  sein  wurde,  daß  er  wol  ter- 
schiiÖ'en  köndte,  dal>  ir  Herr  heimlichen  umbgebracht  wurde, 
oder  sie  durch  seine  Diener  mit  gewalt  zu  rauben.     Damit  man , 

b  aber  ihne  nit  für  ein  Tyrannen,  sonder  für  ein  gerechten  und^ 
frommen  Fürsten  halte»  will  er  kein  solchen  gewalt  brauchen, 
versieht  sich  aber,  ir  werden    seinem    willen    gehorchen.     Die 
Frauw,  nach  dem  sie  der  Magt  red  gniigsam  verstanden,  bittet  , 
sie  sehr^  irem  Herren,  dem  Koiser,  welle  sie  zu  vil  thauseodt 

10  mahlen,  der  liebe  halb  so  er  gegen  ihro  trage,  [38]  von  ihra 
wegen  dancken,  mit  auzeiguog:    dieweil  sie  so  eines  geringen 
Standes,  köndte  sie  sich  nicht  gnugsam  verwunderen,   daG 
solch  gewaltiger    und  hoher  Fürst  sich  mit  seinen  gedanckeal 
so  weit  hinab  Hesse  :  jedoch  nichts  destoweniger  were  sie  gegeni 

\t^  Keiserlicher  Mt.  eines  ergebnen  hertzens,  unnd  dienstlicbea 
willen  zuerzeigen  geflissen:  aber,  dieweil  ihr  Herr  sie  so  wol 
verw^ahrte,  also  daß  sie  nicht  ein  augenblick,  also  zereden,  auO 
dem  Hauli  das  er  es  nicht  gewahr  wurde,  kommen  köndte,  und 
dem  Keiser,  selbst  begierliche  neigung  niittzetheilen  platz  haben  i 

ao  mochte,  weite  sie  ihro  (doch  daß  sie  es  nieniandts,  bey  hoher 
verschwerimg,  äenn  allein  dem  Keiaer,  irem  gnedigsten  Herren, 
eröffnen  wölte)  etwas  heimlichs   anzeigen.     Als  nun  die  Hagt 
hoch  geschworen    verschw  igenheit  zu  halten  ,   hept    das  Weib  i 
also  zereden  an :  [39]  wüß,  daß  mein  Herr,  in  deß  gewalt  ich  j 

M  bin.  ein  grausame  that  wider  den  Keiaer,  unsern  allergnedigsteo 
Herren,  im  sinn  und  in  das  werck  zu  bringen,  ftlr  sich  ge- 
nommen hat,  denn  er,  w^enn  es  die  zeit  und  gelegenbeit  er- 
leiden mag,  den  Keiser  zu  gast  bitten ,  mid  mit  einem  schon 
allbereiten  vergiflften  truuck,  sein  leben  ihme  zenemmen  nnder- 


8  gnugaam)  zusatz.  14  were  sie  .  ,  .  geflifiaenl   ella   era  pre^U 

ad  ogni  auo  piiicere.  17  also  daß  ....  köndte]  zusatr.         18  uM 

dem  Keiaer  .  .  ,  .  anzeigen]  a!tro,  che  un  aol  mestzo  k  cio  ritrovare  non 
sapea,  il  quäle  k  lei  scoprirebbe,  ove  perö  primieramente  eila  gnt^rasse 
di  non  liavere  ad  altri  che  all*  Imperadore  auo  8ignore,  qiianto  allbom 
le  dicea,   di  palesare.  25   ein  grausiime   ,  .  .  ♦   genommen   hat]  ha 

contra  Tlmperadore  noatro  prencipe  uiio  malvagio  et  crudel  penaiero, 
ne  ha  la  ment«  ad  altro  rivolta,  che  come  posaa  farlo  morire.  27  «eit 
und  gelegenhett]  occaaloae. 


steht.  Und  wiewol  ich  das  alles  wal  weiü,  hab  ich  doch  solch 
greuwliche  that  dem  Keiser,  grosser  Verwahrung  halber,  nicht, 
wiewol  ich  doch  kein  mittel  deshalb  underlassen ,  oienbaren 
können :  Derhalb  soltu  dem  Keiser.  was  du  autt*  diu  mahl  ge- 

&  hört,  anzeigen^  nemlich  aliso :  Wenn  er  von  seinem  Raht  zu 
gast  gebetten,  werde  derselbig,  so  bald  die  mahlzeit  schier  vol- 
lendet, ime  in  einer  Cristalliner  Schalen  einen  vergifften  trnnck 
bieten:  denselben  aber,  so  lieb  dem  Keiser  sein  leben  sey,  [40] 
soll  er  nicht,  denn  er  gantz  vergiftet  sein  werde,  sondern  seinen 

w  Raht  trincken  heissen :  solcher  gestalt  werde  der,  so  einem  an- 
dern ein  Gruben  mache,  sich  selbst  darein  feilen,  und  erlöse 
hiemit  sie  vom  schendlichen  Verräter.  Darzu  habe  er,  der 
Keiser,  sie  demnach  ohne  meniglichs  verhindern,  und  nach  seinem 
wolge fallen  uuverdrossenens    willens.      Die  Magt ,    als    sie  das 

Iß  alles  von  der  Frauwen  geredt,  wol  wahrgenommen :  nimpt  von 
ihro  Urlaub,  zeigt  dem  Keiser  alles  gantz  urdenlich,  wie  oben 
gemeldt,  an.  Nun  vor  kurtz  verrückten  tagen  war  ein  mech* 
tiger  König  dem  Keiser  Beramo  in  sein  Land  gefallen,  willens 
ime  das  einzenemmen,  wider  welchen  Beramus  der  Keiser  mit 

xo  gewaltiger  Heres  krafft  aubgezogen ,  den  Feind  verjagt ,  und 
ein  grossen  sieg  erlanget.  Zum  zeichen  der  Ireud  solliches 
erkngten  aiegs,  schicket  der  [41]  Keiser  den  fürnembsten  Herrn 
seines  Hofs ,  herrliche  Öchenckung  ,  under  welchen  allen  sein 
Kaht  zum  besten    bedacht    ward:    unnd    dieweil  er  so  Keiser- 

a»  liehen  begäbet,  vermeinet  der  Keiser  hiemit  ime  anlati  zu  geben, 
das  so  er  lang  im  sinn  gehept,  in  das  werck  zu  bringen,  wel- 
che« auch  beschehen.  Denn  es  wirt  der  Keiaer  nach  wenig 
tagen  von  seinem  Raht  zu  einem  gantz  herrlichen,  ja  König- 
lichem mahl  geladen,  darzu  mit  grossen  freuden,  fest  und  ge- 

3«  preng  empfangen :  nach  dem  er  reiche  und  grosse  gaben  ver- 


Wp«ii( 


7  CriBtalliiier]   ^ic\  H  unverdroasenensj  siel  21  erUnget] 

lOt  fehlt.        2^  K5ttiglichem]  sie! 


1  ich  ...  .  weiß]  di  cid  io  sola  coosapeTole  sono«    2  grosser  .  . 
halber]  ztmat«.  8  so  lieb  .  .  .  my]  per  mente.  10  solcher  ,  ,  . 

willens]  che  cosi  castigaiidolo  del  misfatto^  gli  dara  la  morte  et  trarra 
me  d&lle  mani  di  si  mal vagto  traditore,  ei  in  cotal  guiaa  m'harrafitimpre 
tid  ogni  äuo  piacere,  2S  herrliche  Schenckuog]  doni.  26  welches 
üuch  bescheheoj  Zusatz.    2^  gantz  .  ,  .  Königlichem]  reale  etmagnifico. 


30 


( 


ehrt*  wirdt  er  zum  Tisch  gesetzt,  welcher  mit  lieblichen  unnd 
sehr  köstlichen  Speisen  besetzt,  das  mahl  mitt  allerley  ktmst- 
reichem  Seitenspil  und  lieblicher  Musiea  gehalten.  Als  es  nun 
an  der  zeit,  daLs  man  schier  auffstehn  wellen^  bringt  der  Raht 

^  mit    seiner  eignen    Hand    dem    Keiser   in    einer    Christallinen 
Schalen  ein  sehr  [42]  wolriechend  Tranck,  mit  solchen  woiien  m 
im  darreichende:    Allergnedigster    Keiser,    dieweil    euwer  Mt  ^ 
als    nemlich    ein   so   mechtiger  Keiser,    mich    armen    euweren 
Diener  nit  verschmecht,    sondern    dise    mahlzeit   mit   mir  ge* 

"*  noaseu :  liab  ich  auch  imderstanden  (wie  billich)  Speis  and 
Tranck,  so  euwer  Mt.  gemeß,  derselben  fürzesteilen-  Derhalbeo 
hab  ich  zu  lust  euwer  Mt.  diß  köstliche  Tranck  zurüsten  lassen, 
denn  ich  wol  weiß,  dergleichen  gewüß  in  der  Welt  nit  fundeo 
wirt.     Denn  under  andern  tilgenden,  so  diß  Tranck  hatt,  unnd 

**  zu  erzellen  tu   zu    lang,    mag    nichts    gefunden    werden,   dai 
besser  und  köstlicher  sej,  die  hitzige  Leber  zu  erfrischen  unnd 
erkülen.     Der  Keiser  wie    er    von    der  Magt   verstanden   hatt,  ™ 
wüste  wol  daß  das  diß  vergiÖ'te  Tranck  was,  so  sein  Ilaht  TOf  | 
etlichen  tagen ,    ihme  damit  zu  vergeben ,  zugeröst  hatt,  [43] 

2^  gibt  antwort :  Du  weist,  es  ist  nicht  lange  zeit,  daß  ich  dir 
deinen  Sohn  umb  begatigne  missethat  vom  leben  zum  todt  hab 
richten  lassen  :  daher  ich  abnimm,  unnd  nicht  zwei f eh  du  habtst 
wegen  deß  todts  deines  Sohns,  ein  sehr  hitzig  und  entzündete 
Leber:  bedunckte  mich  derhalb  unbillich,  unhöflich  und  nicht   _ 

^^  daockbjirlich  gegen  dir  zu  sein,  wenn  ich   dich  solches  Trancks  f 
(das  dir  heilisam  sein  ,    unnd   wol    bekommen  mag)   beranbete, 

Ninipt  hiemit  gantz  behertzet  das  Tranck  in    die  Hand ,  nnod 

* 

1  lieblicheD  UDQd  avkr  kÖBtlichen]  dilicatissiiDi,  2  mit  allerlej 

.  ,  .  Muaica]    con  euoni   et  canti.  7    Ällergnedigeter    Keiser]    Sife, 

euwer  Mt]  voi.  9  nit  verschmecht,   sondern]   degnato.  10  wie 

billich]  per  ogtii  mio  poterti.  10  Speis  und  Tranck]  cibi  et  viv&nde. 
11  euwer  Mt.}  della  persona  vuatra.  12  zu  \mt  euwer  Mt]  aXV  Im- 

perial persona  voslra,       köstliche]   Eueat«.  13   denn   ich  wol  weiß] 

zusatss.         lA  under  andern  tagenden]  oltre  molte  virtu,  IG  bester 

<  <  .  sey]  piu  poasa.        die  hitzige  .  .  .  erkülen]  il  fegaito   dell*  bnomo  ^ 
rinfreacare.  18  Tor  etlichen  tagen]  molto  prima.  19  ihme  *  .  .H 

vergeben]  a^u^atz.      24  unbillich  ....  danckbarlich)  diacortese  et  poco  " 
amoreifole.  27  Nimpt  .  ,  >  ,  soheneken   wil.J   onde  ricevendola   con 

Tau  im  o,  io  te  ne  fo  dono,  il  quäle  conoacero  esaerti  gnito»  ove  bor  hora 
alla  pre#enxa  mia  tu  la  beva. 


81 

spricht:  Dieweil  ich  weiß,  daß  dir  diß  Tranck  gesund  ist,  so 
wil  ich  daß  du  das  gleich  jetz  in  meiner  gegenwart  trinckest, 
denn  ich  es  dir  schencken  wil.  Ab  diser  red  deG  Keisers  ward 
sein  Raht  betrttpt,  denn  er  besorgt  sein  fümemmen  im  fahlen 

*  weite,  sagt :  Diß  herrlichen  und  sehr  köstlichen  Trancks,  6ne- 
digster  Herr,  bekenn  ich  mich  [44]  nit,  sonder  euwer  Mt. 
wirdig  sein.  Der  Keiser  aber  antwort,  daß  er  ine,  wegen 
seiner  Tilfedtigen  gutthaten  unnd  getreuwen  diensten,  ime  lange 
seit  erstattet,    nicht  minder  denn  sich  selbs  lieben  thete:  und 

10  so  ich,  sagt  er,  dir  diß  Tranck  abneme  und  truncke ,  daß  dir 
so  hochnotwendig,  erzeigte  ich  mit  der  that  nicht,  was  aber 
ich  jetz  mitt  dem  Mund  geredt:  denn  dir  kan  es  nützlich  sein, 
an  mir  aber,  weil  mein  Leber  kein  hitz  entpfindt,  were  diu 
köstlich   Tranck   yerlohren.     Als   nun   der  Raht    deß   Keisers 

ift  standthafftigkeit  sähe,  unnd  er  das  yergüi'te  Tranck  außtrincken 
solt:  besorgt  er  wol,  sein  falsch  were  geöffnet,  und  er  ver- 
rahten  worden,  sagt:  Allergnedigster  Herr,  die  Gruben  so  ich 
einem  andern  gegraben,  in  die  bin  ich  leider  selbst  gefallen. 
dieweil  ich  aber  wol   weis,   daß    ihr  jeder  zeit  von  natur  zur 

so  miltigkeit  geneigt,  [45J  und  ich  euch  manche  gute  lehr  und 
yermanung,  so  in  euwer  regierung  euch  unnd  allen  Under- 
thanen  im  Reich  zu  gutem  oö'tmals  erschossen,  gegeben  hab: 
bin  ich  neben  underthenigster  und  demütigster  bitt,  guter  hoff- 
nung  ir  werden  mir  meinen  grossen  fehler  verzeihen :  unnd  wo 

tB  ihr  fürohin  missethat  halben  (darvor  Gott  lang  sein  welle)  einen, 
deß  Vatter  an  euwerm  Hoif  wohnete,  richten  Hessen,  so  wellen 
denselben  von  stundan  Urlauben,  unnd   keins    wegs   bey   euch 

mehr  bleiben  lassen:    denn   ihr  sollen  wüssen,   nach  dem  ihr 

m 

19  dieweil]  minuskel. 

4  betrQpt]  turbato  assai.  6  euwer  Mt.]  alla  imperial  persona 
▼osira.  9  und  so  ich  . . .  geredt]  lo  conosco  il  bisogno  tuo,  et,  ove 
qnesta  potione  volesHi  k  te  levare,  io  non  farei  cosa  degna  deir  atf'ettione 
mia  verso  di  te.  14  verlobreu  |  di  nissuno  giovamento.  15  standt- 
hafftigkeit] iostanza.  vergifite]  da  lui  presentatagli.  16  sein  falsch 
.  .  .  worden]  che  '1  tradimento  suo  fosae  stato  scoperto.  17  Aller- 
gnedigster Herr]  Sire.          20  manche erschossen]  una  ammoni- 

tione  alla  vita  vostra  importantissima.  23  neben  .  .  .  bittj  zusatz. 

24  grossen  fehler]  error.  25  darvor  .  .  .  welle]  zusatz.  27  von 

gtondan  Urlauben]  zusatz. 


meinen  Sohn  nmb  seiner  miaaethat  willen  richten,    mich   aber' 
deß  gleich  wo!  nichts  entgelten  haben  lassen  :  sondern  als  wemj 
solchs  nicht  beschehen ,  mich  st^ts  geliebet ,    mit  Schenckung 
verehrt,  imd  alle  freuiidtlichkeit  erzeiget:  das  mir  aichts  desto- 

r>  weniger  nnmüglich  gewesen»  solchen  grossen  mei[46Jnen  schmer- 
tzen  auü  dem  sinn  in  wind  zeschlagen,  hab  auch  euch  niemahU 
gesehen,  daß  sich  nicht  all  mein  geblüt  im  Leib  verwandelt, 
und  euch  den  todt  nicht  getreuwet  habe.  Und  wiewol  ich  mit 
viel  unzählbaren   reichthuraben    und   grossen  ehren    von    euch 

10  begäbet,  darzu  mein  Sohn  urab  kein  Unschuld  gerichtet  wor- 
den: hab  ich  doch  meines  Sohns  halb,  jedoch  unbillicher  weil«, 
euch  diß  vergifft  Tranck  zugerüstet,  damit  ich  mich  an  euch. 
wegen  deü  todts  meines  Sohns,  rechen  möchte.  Der  Keiser 
als  er  von  seinem    Itaht   das  scliendtliche    fümemmen   gehorti 

"ö  schenckt  er  im  docli  das  leben:    befihlet   aber  in  von  stimdiiti 
von    seiner    gegenwertigkeit    zutreiben ,     sein    Güter    in    de 
Reichs  Camern    zu  verordnen ,   und    daÜ    er   innerhalb   dreye 
tagen  auO  seinem  Land  hinweg  sich  mache:  sagt  hieniit  Gotfcl 
treuwlich  danck,   daG  er  [47]  in   so   vor  grosser   gefahr  leil 

30  unnd  lebens  behütet  hat:  verehret  das  Weib,  so  diese  ver-l 
rlitherey  geöffnet»  gantz  reichlich,  verheuraht  sie  einem  seiner i 
fümembsten  Herren  an  seinem  Hoff:  kehret  demnach  wider  zu 
Hoff  zu  den  dreyen  Brüderen,  erzellet  ihnen  was  sich  ob  der 
mahlzeit  zugetragen  mid  verloffen  habe :  lobet  sie  sehr  hefftig,  ^ 

«^  sagende:  Ich  zweifei   nicht,    dieweil  ir   mit   so   grosser  Qber-fl 
natürlicher  weit^heit    und  verstand  begabt  sein,    daß  ir  haben 
können  verschaffen  und  zu  wegen  bringen »  daß  ir  mein  leben 
mir  vor  meinem  schentlichen  Raht  errettet  haben:    ir  werden 
mir  noch  in  einer  sach ,   daran  mir   viel  gelegen,    hilflF   unnd 

30  raht  beweisen :  ich  glaub  auch  vestiglich,  dieweil  ihr  mich  so 


2  deß  g'leichwol   .  .  .  bescheben]  zusatz.  3  mich  stets  ...  er- 

zeiget] con  quante  carezze  et  doni  che  poscia  m'  habbiate  fatlLJ 
tO  umb  kein  udbcIiiiIcI]  a  giaata  morte.  1^  leibs  unnd  lebens]  zasatx.« 
28  was  ....  habe]  tutto  il  flucceäso  del  convito  de)  consigliere.  2S  Qb^r- 
natürlicber]  ztisatz.  2Ö  daG  ir  .  .  .  bringen]  che  tante  cose  habbiaU 
saputo  iridovinare,  et  che  ...  28  scheiitlichea]  disleale  et  malvag-io. 
SO  dieweil  . . .  haben]  havendo  io  hoggimai  acorto  in  cosa,  che  la  nla 
importava,  il  grande  umore,  che  voi  mi  portate. 


SS 


>,  daß  ihr  micli  bey  rlem  leben  erhalten,  haben,  werden  ir 
mir  auch  das  nicht  absehlagen.     Als  nun  die  drey  dem  Keiser 
in  allen  sachen    ire    [48]    hilff  unnd  dienst   gnhtwillig   ange- 
botten.  hept  er  an  und  spricht:    Es    ist  von  den  alten  Philo- 
»  sophig  oder  Weisen  dises  Reichs  (welche    meine  Vorfahren   in 
hoher  achtung  and  werd  gehalten  haben)  ein  form  eines  Spie- 
I      gek  erfunden  worden  ,    welchen    sie  nenneten  den  Spiegel  der 
^Gerechtigkeit,  und  das  aub  diser  nraach:  Es  hat  gemelter  Spie- 
Hj^l  solche  tugendt  an  ime,  wo  zwen  mit  einanderen  vor  dem 
r»«  Richter  zancketen,  hiease  er  sie  in  denaelbigen  schau  wen  :  welcher 
nun  ein  ungerechte  sach  hatte,  deü  Angesicht  ward  von  stund- 
an  schwarte  wie  ein  Kolen:  der  ander  aber,  so  ein  rechtmessigen 
handel  hatte,  bleibe  bey  seiner  natürlichen  färb,    und  schiede 
vom  Richter  als  ein  Sieger  hin.     AuL>  der  ursach  bedorlft  man 
u  auch  vor  dem  Richter  keiner  Zeugen :  sondern  aiili  krafft,  und 
wegen  der  tngent  del*  Spiegels,  lebte  menig[49]lich   in   guter 
ruh  unnd  allem  frieden.     Debhalb  diL^  Reich  dem  Paradeib  selbs 
(zu  der  zeit)  sich  vergleichen  thet.     Welchem  Menschen   nun, 
wegen  seines  betrug«,  sein  angeaicht  also  schwartz  ward,  mochte 
10  darch  kein  ander  mittel  zu  seiner  natürlichen  färb  wider  kom- 
men ,    denn    dali    man   in   in    ein  tieffen  Brunnen    hinab  must 
lassen ,    darion    er    viertzig  tag    und  nacht  bleib ,    und    nichts 
anders  (allein  zu  aufFenthaltung  deli  lebeus)  denn  Wasser  unnd 
Brott  niessen  dorifte.     Nach  diser  penitentz  ward  er  wider  au(> 
th  dem  Brunnen  gezogen,  für  das  Volck  gestellet :  so  er  als  denn 
aeiue  sünd  bekemiet,  bekam  er  sein  vorige  färb  wider.     Durch 
dise  tugendt  und  forcht  deß  Spiegels,  lebt  jedermann  (wie  ge- 
hört) in  gutem  friden:    ein   jeder  vernügt    sich  seines  Stands, 
man    begab    sich   aulf   das   Paur   oder    Feldwerck.     Was   der 

[enach  bedorftt,  was  das  Land  [50]  voll :  ettliche  arme  Kauff- 


1  erhalten,  bähen,  werden]  sie!        13  bleib«]  licl 


8  hilff  und  dienat]  opra,  4  PhiloBOpbis  oder  Weisen]    filoaofi. 

im  hober  .  ,  .  haben]  batmo  in  ogni  terapo  aseai  atimato.  8  und 

daa  auÜ  diser  uraacb]  percio  che.  12  wie  ein  Kolen]  ssusatz.  15  auß 
kratft,  und  wegen]  merce.  IG  in  g^ater  ...  -  Deshalb]  in  tanta  quiete 
et  paoe,  che  ...  18  siu  der  zeit]  zusaty,.  '27  tugendt  and  forcht] 
timore.  wie  gehört]  tmait.  29  Paur  oder  Feldwerck]  agricoltura. 
01«  ttBf   iiOliai».  ^ 


34 

leiit  Oller  Auülendische,  so  von  aüJem  Ohiien 
koeimen  waren,  schieden  reich  in  ihr  Vatterland  wider  heim, 
Uott  hatte  alle  Feindes  macht  disem  Land  weit  hinweg  gewendet. 
also  dai^  vil  jar  menigÜch    inn  allen    freuden    unnd    glücklich 

6  lebte.     Zur  selbigen  zeit    regiert    mein  Groüvatter,    der   hatte  1 
zwen  Söhn,  meinen  Vatter,  und  sonst  noch  einen  meinen  Vettern, 
welche  nach  dem  tod  ires  Vatters  sich  nmb  das  Reich  zanckien : 
jedoch  mein  Vatier  letztlichen  das  behielt.     Damit  aber  meiTrl 
Vetter  sich  an  seinem  Bruder,   meinem  Vatter,  rechen  k5ntei,J 

vr>  sucht  er  alle  gelegenheit:  Oberkompt  letrtlichen  diesen  Spiegel,! 
stillt  in,  und  fleucht  mit  im  in  Indiam.    Es  hatte  damals  lodial 
ein  Jungfrauwen  zu  einer  Königin,  welche  die  regiemng  onndJ 
gantze  sorg  deü  Königreichs  einem  irem  für[51]nemb8ten  Raht 
übergeben.     Dieser  Jungfrauwen  und  Königin  hatt  mein  Vetter 

ift  den  Spiegel  Überantwort,  und  sein  tugendt  iro  erzellet:  welche 
krafft   und  tugend   aber  niergend   an  d  erst  wo ,    derai    in    disem 
meinem  Reich,  gemelter  Spiegel  hette.     In  desselbigen  Lands j 
Hauptstatt,  so  am  Meer  gelegen,  sähe  man  alle  tag.  wenn  di« 
Sonn  auff  gieng,  ein  grosse  auffgethane  rechte  Hand  antf  de 

IM  Meer ,  welche  den  gantzen  tag    bil>  zu  nidergang   der  Sonnen,! 
sich  von  dem  ohrt  da  sie  herfür  kommen,  nicht  wendete:  wennj 
aber  die  nacht  herzu  ruckt,  käme  sie  zum  Gestad  deG  Meers,| 
erwütschet  einen  Menschen ,    führet    in    mit  sich  in  das  weit 
Meer  hinauti ;  unnd  das  hat  sie  lange  zeit  getrieben,    Derhall 

>&  inn  irem  Land  vil  Volcks  ein  Zeitlang  also  verloren  worden J 
von  welchem  jamer  die  Ein  woner  betrüpt  unnd  traurig  [52}l 
über  die  maß  gewesen:  und  damitt  letztlich  etwan  ein  mitieUJ 
daß  man  dises  eilends  entlediget  wurde,  funden  mochte  werden^i 
nemmen  sie  den  Spiegel  der  Oereclitigkeit,  tragen  ine  der  Hand 

3«>  entgegen  an  das  Gestad  defi  Meers,  unnd  vermeinen  gentslieh' 


S  Gott  ....  gewendet]  h  nimici  di  questo  imperio  il  signor  Iddie 
havea  tutte  le  forze  levate»         6  Vettern]  zio.  9  an  neineiu 

Vatter]  zuaatz,  10  überkompt  ,  ,  ,  ,  ßtillt  in]  fece  lo  apecchio  ruh 

bare.         12  die  reg^erang  nnd  gant/.e  sorg]  la  cura.  16  krafft  ou 

tutend j  7.u8atz.  17  gemalter  Spiegel)   zusats,  23  weite]  tu 

24  lange  zeit]  di  continuo.      28  daB  man  *  .  .  wurde]  2usatik    30 
meinen  .  .  .  zuverBÜhiieTi  |  zusatz. 


35 

die  Hand  Uemit  zn  b^^tigen  oder  zuversOhnen.  Solches  nimpt 
die  Hand  für  ein  gutihat  an,  und  wo  sie  vor  alle  abend  einen 
Menschen  mit  iro  in  das  Heer  hin  weg  geführt,  nimpt  sie  jetz 
eintweders  ein  Pferd,  oder  einen  Ochsen.     Dieweil   nun  dieser 

»S^iq^l  verloren,  ist  auch  das  Land  umb  vorige  sein  glOck- 
seligkeit  kommen:  Derhalb  hat  mein  Vatter  stetigs  nachge- 
dencken  gehept,  wie  er  doch  diesen  Spiegel,  zu  nutz  und  wol- 
ffthrt'  dem  gantzen  Land ,  wider  bekommen  möchte :  schicket 
aoff  ein  zeit  sein  Legation  zu  der  Königin,   den  Spiegel  mit 

i^pitt,  neben  erlegung  [53]  einer  grossen  summa  gelts,  zu  be- 
geren :  welches  mein  Vatter  umb  so  vil  desto  mehr  zu  erhalten 
veimeinet,  dieweil  die  tugendt  solches  Spiegels  irem  Land  kein 
natai  were,  hinwider  aber  durch  verlust  desselbigen  sein  Land 
die  erste  wolfahrt   verloren.     Unnd   wiewol   der  Legat,    den 

16  Spiegel  zuüberkommen,  sich  sehr  bemüht,  was  es  doch  als  umb 
sonst.  Als  aber  der  Ambassator  noch  vester  anhielt,  sagt  letzt- 
lich die  Königin :  Dieweil,  wegen  der  tugent  diß  Spiegels,  die 
Hand  an  statt  eines  Menschen,  alle  tag  jetz  ein  RoÜ  oder  Ochsen 
nemme,  welle  sie  ihme  denselbigen  geben,  doch  mit  der  con- 

M  dition  und  vorbehält ,  wenn  sein  Keiser  verschaffen  oder  zu 
wegen  bringen  könne,  daß  diese  Hand  irem  Königreich  und 
Land  gar  keinen  schaden  mehr  weder  an  Leuth  noch  Vieh, 
zufüge.  So  nun  mein  Vatter  solches  zuwegen  [54]  hette  bringen 
können,  were  im  ohne  zweyvel  (dieweil  ihre  Voreiteren  guthe 

« Freund  gewesen)  gemelter  Spiegel    wider  worden.     Weil  aber 

* 

1  Solches  .  .  .  an]  Et  air  incontro  della  mano  portatolo,  questo 
beneficio  ne  ricevette.  3  jetz]  non  piu  un^  huomo,  ma.  7  diesen 
Spie^l]  lo.        zu  nutz  .  .  .  Land]  zusatz.  9  auif  ein  zeit]  zusatz. 

sein  Legation]  uno  suo  ambasciatore.  11  welches  ....  dieweil]  a 

ciö  facendola  con  diverse  ragioni  persuadere:  massimamente  dimostran- 
dole,  che  ...  13  hinwider  ....  verloren]  ove  questo  regno  har- 

rebbe nello  primiero  stato   et  trunquillita  rimesso.  14  Unnd  .... 

worden]  Mä  non  potendo  le  parole  deir  ambasciatore  fare  alcuno  pro- 
fitto,  ritornato  diese,  che  per  lo  beneficio,  c^  havea  all"  hora  quel  regno 
ricevuto  dello  cambio  delF  huomo  nel  cavallo  ö  bue.  che  seco  ogni 
giomo  nel  mare  la  mano  portava,  quella  reina  non  lo  volea  altrimenti 
reetituire,  salvo  ove  da  mio  padre  non  fasse  alcuno  rimedio  alla  rovina, 
che  essa  mano  facea.  ritrovato :  mä  che,  avenendo,  che  da  tanta  miseria 
fasse  lo  regno  suo  liberato,  ella  di  buon  cuore ,  essendo  gV  avoli  suoi 
staii  molto  amici  de  nostri  predecessori,  harrebbe  lo  specchio  restituito. 

3* 


36 

inein  Vatter  ein  solche  kunsfc  niemals  erfinden  mögen,  hat  mun* 
die  alte  ruh  deÜ  gantzen  Lands ,    wie  auch  noch  ,    bib  anheni 
luanglen  müssen.     Dieweil  ir  nun  mit    grosser    weiÜheit  umdi 
edlem  verstand  begäbet  sein ,  glanb  ich  gentzlich ,    so  ir  euch 

6  in  diser  sach  bemühen  wölteii,  köuten  ihr  Indiam  von  der  gmu- 
samkeit  der  Hand  ledigen,  mir  auch  meinen  Spiegel  wider  be- 
kommen,   darzu    mein  Land    und  Leut  in  vorigen  stand  wider. 
bringen.     So  ir  solches  mir  zu  vollbringen  verbeisaen,  will  ich] 
euch  zu  groBseu  Herren  macbun.     Als   nun    die  Jüngling  deB 

10  Keisers  anligen  vernommen .   versprechen  sie  ihm    (wegen  vil- 
faltiger  gutthaten  inen  bewiesen)   in  Indiam  zu  verreisen,  voo 
dan|55]nen  auch  nit  zu  weichen,  unnd  für  sein  angesicht  ohne 
den  Spiegel  zu    kommen.     Von    solcher    red    ward    der  KeisefH 
überauli  erfreuwet,  rüstet  sie  mit  den  ftlmembsten  Herren  seines 

lü  Hofs,  in  Indiam  zuziehen,  auff  den  weg.     So  bald  sie  nun  hin- 
weg kommen,  und  der  Keiser  solcher  hoffnung  ist,    er  werde 
den  Spiegel  durch  die  grosse  fürsichtigkeit  und  hohen  verstand  J 
der  Jüngling  widerurab  zuwegen  bringen,    ist  er  gantz  mutig™ 
unnd  frölich,    erlustiget    sich    teglich    mit  allerley  Seitenspiel 

20  und  Musica,  von  allerley  art  die  er  haben  mocht,  verehret  und 
begäbet  auch    solche  Leuht   mit  herrlichen  Schenckinen:    ver- 
treibt die  zeit  in  den   lustigen    und  Königlichen    Gärten^    mit 
Jagen  und  aller  kurtzweil,  hiez wischen  mit  grossem  verlangeoH 
die  zukunfft  der  Jünglingen    erwartende.     Es    begäbe   sieh  zu* 

SD  der  selbigen  zeit,  dafj  ein  [r»6]  Kauffmann  in  die  Stat  kam,  der 
hört  wie  der  Keiser   alle  die  so  der  Music  bericht,    itera   mitfl 
den  Seitenspilen  wol  spielen  köndten,  gewaltige,  ja  Königliche 


3  ^oaaer  weißheit  unnd  edletn  verstand}  si  alto  ei  nobü  ingegna 
5  Indiam]  quel  regno.        7  mein  Land  .  .  -  bringen I  la  quiete  et  feli«j 
cita  deir  imperio  mio  ricoveraret©-  9  zu  groBsen  Herren]  di  graa 

thesoro  fiadroni.  10  anligen]  Je  paroIe  et  il  bisogno.  verspreche 
»ie  ihm]  prontissimaoiente  gli  promi&ero.  17  die  grosse  .  .  .  Terstaad] 
per  \o  liottile  av^ediuiento.  18  ist  er  .  .  ,  frdüch]  felicissima  vitatmp 
paseava.  19  erlustiget  .  .  .  Schenckinen]  et  de  suotti  et  canti  grande 
mente  dileltandotti»  da  ciaaciina  pai-t«  del  paese  auo  ü  faceva  de  finii 
siini  cantori  et  musichi  venire,  i  quali  realmente  donando  ,  .  .  26  w« 
der  Eeiäer  .  .  .  verehrte]  v\m  tanio  i)  dignore  de  siioni  et  caati  si  dtl^g 
tava,  et  i  grau  doni,  che  per  üi6  far  «olaa. 


87 

ftbeD  verehrte :  der  hat  bey  im  ein  erkautfte  Jungfrauw,  mitt 

sonderbarer  schöne  begäbet  und  geziert,  der  Musica  und  aller- 

ley  Instrumenten    oder  Seitenspiel    hatt  sie    auch    ein   solchen 

verstand,  daß  sie  meniglich  in  solchen  kilnsten  weit  übertraff: 

*  da0  thet  der  KauflFmaon  dem  Keiser  zu  wüsaen^  die  ward  von 

stundan  berilfft:  ehe  aber  der    Kauffmann    sie    für    den  Keiser 

^.  fährt,    verschaffet   er  daG  sie    vorhin   schön    angethan    wurde, 

Bdemnach  führt  er  sie  für  den  Keiser.     Als  er  nun  die  grausame 

^mchöne  der  Diliramma    (also  hieb   die  Jungfrau w)    sampt  dem 

^HUeblichen  gsaug  unnd  grosser  j^eschickligkeit  mit  allerley  In- 

ffttmmenten,  gehört  unnd  gesehen,  wirdi  er  gegen  iro  ingros[57]8er 

liebe  entzündet^  bezalt  sie  dem  Kauffmann,    weil    er  ein  sehr 

reicher  Keiser  was,  wol.    Hesse    sie   mit   gantz  köstlichen  und 

Königlichen  kleidern  anthun,  hielt  sie  so  inniglichen  lieb,  daß 

**  er,  wo  in  nit  die  ßeichsgeschefft    verhinderten ,    stets   bey  ihr 

was.     Es  begibt  sich  eines  tags,  daß  der  Keiser  auff  das  ge- 

jegt  reit,  unnd  Diliramma  mit  ihme  nam,  ohngefahr  einen  Hirtzen 

antraffen,  sagte  der  Keiser :  Diliramma,  sihestu  disen  Hirtzen  ? 

den  will  ich  jetzund  achiessen :  nun  sag  mir,  wo  oder  an  welches 

20  ohrt  wiltu  daß  ich  in  treffe    oder  schiesse :    wenn   du  mir  das 

sagst,  so  wirstu  sehen,  dali  ich  in  an  dasselbig  ohrt  ohne  fahlen 

achiessen  wilL     Diliramma  sagt,  Gnedigster  Herr,  ich  weiß  wol 

daß  ir  ein  gewttaser  Schütz  sein,  unnd  wohin  ir  dtsen  Hirtzen 

zeschiessen  begeren,  dal*  ir  das  wol   thun  können:    dieweil  es 

2ft  aber  euch  gefalt  daß  ich  es  sage,  [58]  so  weit   ich  gern  daß 

disen  Hirtzen  mit  unnd  in  einem  schütz  durch  ein  Fuß  und 


1  ein  erkaufTte  Jtingfrauw]  una  schiava,  2  der  Masica  ,  .  .  Sei* 
teßEpiel]  in  qualutique  «orte  di  mtiHica.  5  die  ward  .  ,  .  führt  er  sie 
für  den  Keiaer]  fu  da  lui  incontanente  fatto  chiamare,  et  impostogtip 
plie  la  giovane,  1a  quäle  Diliramma  »i  chiamava,  bavesse  alla  presenza 
aa  ä  conduire.  per  accertam  del  molto  valor  di  lei  nell'  arte  mtisicale, 
fn  dal  mercatante  il  oommandamento  di  lui  Benza  alcuna  dimora  esae- 
^auito.  Onde  vestita  la  giovane  di  honorati  panni  ,  venne  co'l  padroii 
^■rio  dinanzi  k  Behramo.  8  grausame]  rara.  B  der  Diliramma  .  .  . 
^^fcungfrauwt  di  lei.  sampt  . . ,  Instrumenten]  et  la  soayita  de'  [d*]  suoni 
Hai  canti.  che  alla  preaeaza  sua  la  giovane  fece.  12  weil  er  .  .  .  was) 
ziisats.        20  treffe  oder  echiesse]  percuota.  21  ohne  fö-hlen]  certa- 

pente.        22  Diliramma  J  ella. 


38 

ein  Ohr  (rerraeinende  äolclis  unmöglich  zusein)  schiesaen  theteo« ' 
Der  Keiser  aber,   so  mit  hohem  verstand  begäbet,    verheisset 
solches  zu  thim,  nimpk  hiemit  einen  bogen,  schiesset  mit  einer 
hilltzeneo  kuglen    den  Hirtzen  hinder  ein  Ohr ;    als  der  Hirtz 

6  solches  schötzea  entpfunden ,  kratzet  er  sich  gleich  mit  einem 
Fuß  (wie  denn  der  nnverntluflftigen  Thieren  ahrt)   hinder  dem 
Ohr:   hiemit  nimpt   der  Keiser   eilendts   einen   andern    bogen,  j 
seliiesset  den  Hirtzen  mit  einem  pfeil  und  in  einem  schütz  durclifl 
einen  Fuas  und  Ohr.   Solches  brachte  seinen  Fürsten  und  Herren»  " 

tii  und  wer  zugegen  war,  grosse  Verwunderung:  hieniit  wendet 
sich  der  Keiser  gegen  der  Jungfrauwen,  und  sagt;  Wie  nieinstu 
Diliramma,  liab  ich  deinem  begeren  gnug  gethan  ?  Diliramma 
lechlende  sagt:  Gnedigster  Herr,  het[59]teu  ihr  nit  mich  sampt 
dem  Hirtzen    mit    dem   ersten  schütz  mit  list  betrogen,    were 

ib  solches  zuthun  unmüglich  gewesen ,  denn  diser  gestalt  bette 
auch  ein  jeder  einen  solchen  schütz  thun  können.  Als  der 
Keiser  diese  wort  höret,  beduncket  in  daÜ  diese  wort  eiwas 
zuscharpif,  und  hiemit  sein  ehr  verletzt  zusein,  insonderheit  weil 
solches  die  fürnembsten  Herren  seines  Hofs  gehört;  unnd  wiej 

ao  sehr  er  gegen  der  Jungfrauwen  vorbin  in  liebe  entzündet,  über- 
trifll  doch  jetz  der  gehe  und  grimmige  zorn  solche  liebe  weit:| 
und  damitt  er  sein  ehr  rette,  befihlet  er  seinen  Dienern  sie 
der  stett  auüzuziehen,  iro  die  Hend  anfF  den  rucken  zebinde 
sie  in  einen  Wald,    nicht    weit  vom  selbigen  ohrt,    damit  diQ 

tb  wilden  Thier  die  nacht  sie  zerreissen,  zufüliren*  Solches  ver- 
richten die  Diener,  füren  die  arm  unnd  traurige  Jungfrau w 
in  den  Wald,  ziehen  wider  [60]  zurück,  befehlen  sie  den  wilden^ 


2  Der  Keiser]  ßehramo.  hohem]  nobile  et  alte.  Seinen  bogen] 
un'  arco  da  pallotfce.  4  bültzenen  kuglen]  pallotta.  7  einen  andern 
bogen]  r  arco  dalle  saette,  8  deii  Hirtztjn]  al  cerro,  il  qöale  tntta 

via  si  grattava.  mit  einem  .  >  .  schntzj  in  un  colpo.  9  deinen 

.  .  .  war]  k  ciaactiiio  de'  suoi  baroni.  10  Verwunderung]  ammiratione, 
uavendo  in  cio  un*  alto  et  sottile  avedimento  di  Behramo  scorto.  wen- 
det «iüh]  con  all^ra  faccia  rivolto.  Ih  diser  gestalt  ,  .  .  können] 
coU*  inganno  c*  havefce  Uflato  voi,  ogn'  altro  huomo  ancora  harrebbe  i 
piede  coir  orecchia  del  cervo  saputo  conficcare.  22  damitt  er 
ebr  rette]  facendo^i  k  credere  di  non  poter  altrimenti  V  Uonor  auo  ri- 
coverare. 


Thieren,  zeigen  dem  Keiser  an,  sein  gebott   erfÜÜIet;    zuhaben. 
Der  Keiser,  als  er  diß  gehört,    von  zorn  und  liebe   gantz  be- 
kümmert, zeucht  sehr  traurig  wider  beiiiu     Hiezwischen  gehet 
die  artue  Diliramma  mit  iren  Henden  auff  den  rucken  gebun- 
» den,  im  Wald  hin  und  wider,  bitterlichen  weinende :  und  die- 
weil  die  nacht  her  zu  rucket,    befilhet  sie  sich  in  schirm  deü 
atlmecbtigen  Gottes,  hiemit,    wo  etwan    ein  wild  Thier   dahar 
komme,  sie  zerreisse,  mit  grosser  forcht  unnd  angst  wartende. 
Als  nun  die  Sonn  nidergangen ,    begibt  es  sich ,    da(>    ettliche 
^«Kauffleut  durch  den  Wald  reisen,  die  hören  das  klegliche  ge- 
^pBchrey  der  Jimgfrauwen ,    von  welchem  der  Eltest   und  er  inen 
bewegt,  wo  und  was  ea  sey,  zuerfaren,  demaelbigen  nachgeht, 
aihe,  da  findet  er  (denn  Gott  verlasset  die  seinen  nit)  die  Jung- 
frauw  mit  aufi*  den  rucken  ge[61]bundenen  Henden :  unnd  weil 
^nie  schon  und  jung,  hat  er  groli  mitleiden  mit  iro,  löset  ir  die 
Hend  auff,  bekleidet  unnd  bedecket  sie  so  best  er  kont,  unnd 
führt  sie  mit  ihme  in  die  Herberg,  fragt  wer,  oder  von  wannen- 
har  sie,  und  was  ihr  begangenschafft  were,  wer  sie  auL^gezogen, 
dahär  geführt,  und  auti  was  Ursachen  das  geschehen,   Da  kondte 

Pman  von  iro  nichts  anders  vernemmen,  denn  daß  sie  sich  bib- 
här  mitt  der  Muaica  unnd  allerley  Seitenspiel  erhalten  unnd 
mit  ttmbgegangen  were.  Der  Kauffmann  fraget  den  Wirt,  ob 
nicht  irgendt  ein  Lauten  verbanden:  als  bald  wirdt  eine  ge- 
bracht, der  Jungfrauwen  in  die  Hand  gegeben,  die  hept  an 
S5  zuschlagen,  darzu  auch  so  liebüchen  zusingen,  daß  sich  menig- 


1  erfailet]  com piu tarnen te    eaaequito.  2  Der  Keieer]  Behramo. 

3  sehr  traurig]  tutto  dolente  et  mesto.        4  die  arme]  tusatz.  6  in 

Bchirm  .  .  .  Gottes]  ä  üio.  9  Als  .  .   .  mit  iro]   et  cosi   camiDando 

sopra  fa  atrada  coramune  arrivata,  piacque  ä  Dio,  che,  traraontato  il 
Bole,  una  compag^nia  di  mercataiiti,  che  allo  alloggiamento  andava,  il 
quäle  da  quel  luopfo  not)  era  molto  cliscoato,  la  giovanet  che  in  ai  mi»ero 
stato  si  ritroTava,  odi  k  piagnere.  Onde  aeguendo  il  piu  ve^^chio  tii 
loro  la  TQce  di  lei,  et  accoatatoleei,  la  vide,  et  easendo  giovane  et  bella, 
liebbe  di  lei  grandissima  compaasioue,  16  so  best  er  kont]  di  alcuni 
paniii*  20  denn  daß  .  .  .    were]    che  l'esaercitio  auo  era  la  nm^icii. 

22  Der  Kauffmann  .  ,  .  gebracht]  Onde  fattoHi  dair  hoste  il  raercatante 

ano  linto  dare.  24    die  hept so  wol]    la   soavita  et  finezza 

del  euono  et  canto  di  lei  adeodo ,  ne  timiMe  stupefatto,  et  delln  virtn 
saa  innamorato. 


40 


lieh  sehr  verwundert:  das  gefeit  dem  alten  Kauffmanu  do  wol, 
daß  er  sie  an  ein  Kinds  statt  annam,  unnd  mit  ime  in  »ein  [62] 
Land  fnhrt  Beramuß  der  Keiser  ist  hiezwischen  in  seinem 
Palast,  unnd  vermag  die  liebe  gegen  Diliramma  mehr  denn  der 

ö  Äom,  ist  ine,  was  er  mit  iro  zuvollbringen  befohlen,  übel  ge- 
rauwen,  befilhet  eben  denselben  Dienern,  so  sie  in  Wald  ge- 
führt, sie  sollen  efctliche  Gespanen  mit  sich  nemmen,  sich  wol 
bewehrt  machen ,  au  ff  die  Pferd  sitzen,  und  von  stundan  dem 
Wald  zu  eylen,    die    Jungfrauw    mit    allem  fleiß  suchen,  und 

iu  widerumb  zu  Hof  bringen:  gab  inen  auch  die  außgezogenen 
ire  kleider,  damit  sie  wider  anzethun.  Solchem  Keiserlichen 
befelch  kommen  die  Biener  ohnverzogenHch  nach,  reitben  die 
gsntze  nacht  im  Wald  hin  und  wider,  können  aber  die  Jung- 
frauw,   weil  sie  der  Kauffmann    mit  sich   in  die  Herberg  ge- 

i&  führt,  niergend  finden.  Keren  derhalb  morgen  wider  gen  Hof, 
zeigen  dem  Keiser  an,  wie  sie  Dili[63]ramma  die  gantze  nacbt 
im  Wald  hin  und  wider  mit  sonderbarem  fleib  gesucht,  aber 
doch  nit  finden  betten  können,  und  dieweil  im  selben  Wald 
insonderheit  vil  Gewilds  was,  vermeint  der  Keiser  nichts  anders, 

ao  denn  von  wilden  Thieren  sie  zerrissen  sein  worden.  Von  wel* 
ehern  wohn  der  Keiser  in  solchen  unmut,  daü  er  nicht  mehr 
schlaffen  konte,  kommet,  falt  derhalb  in  ein  grosse  kranckheit: 
und  wiewol  er  alle  mittel ,  sein  gsundtheit  wider  zu  über- 
kommen,  nicht  underlassen,  ist  es  doch  alles  umb  sonst,  da- 

sä  rnmb  er  teglich  deli  Todts  gewerfcig.  Solches  bekümmerte  die 
fÜmemböten  Herren  deG  Reichs  nicht  wenig,  berahtschlagen 
sich  ander  einandern,  weil  die  Artzet  dem  Keiser  sein  leben 
nit  erretten  köudten,  solte  man  fürsehung  thun ,  so  best  man 
möchte,  ime  mit  krefftigen  speisen  sein  leben,  biß  zu  der  wider- 


I 


I 


S  Bei-amu0  der  Keiner]  Beramo.  5  ist  ine  .  .  <  ge  ran  wen}  peti- 

tito  di  ha¥er  la  giavane  si  cmdelmente  trattata,  et  diliberando  con 
ogni  Btio  potere  di  rico^erarla,  7  ettliche  Gespanen]  ana  gro^A  coni- 
pagnia.  10  gab  .  .  .  anzethun]  de  luoi  patmi  rivestit«  et  scioltelo 

le  mani.  20  Von  welchem  .  ,  kranckkeitl  Del  quäl  accidente  dolo' 
roHo,  qtianto  mai  altro  huomo  al  mondo  fusse ,  da  ^ande  maünconia 
afflitto,  una  grandib^sima  mfermits  gli  aopravenne,  la  qaale  del  sonno 
ai  fattamente  lo  privo,  24  daninib  ,  .  «  gewerüg]  Onde  in  amaiil 
diBe  consumandosi«  d'  liorain  hora  lamorte  aüpettava,  26  nicbi  wenii 
Bopra  modo* 


I 


A 


42 


die  [66]  Königlichen  Fürsten  und  Herren  deü  HofFs,  mit  kost-J 
licliem  Wein  und  etlichen  lieblichen  Speisen,  sie  in  der  Königial 
iiatnnten  besuchende :  und  als  sie,  was  tnerct liehen  und  grossen' 
schaden  die  Hand  in  irem  Land  jetzt  lange  zeit  inen  zugefügt, 

n  genugsam  verstanden  haben,  geben  aieauff  diese  weiß  antwort: 
Beramus  der  Keyser  hat  ans  hergeschickt  ime  zu  holen  seinen 
Spiegel,  den  eiiwer  Königin  in  irem  gewalt  hat:  so  wollen  wir 
wie  vor  etlich  Zeiten  abgeredt  worden,  dargegen  diß  Land  ?on 
dem  grossen  schaden,  so  biß  anbero  die  Hand,  so  alle  tag  aaff 

10  dem  Meer  erscheint,  euch  zugefllgt,  erledigen.     Es  zeigten  die 
Herren  an,    es  were  die  Königin  deb  sehr  wol  zufrieden,    wo 
sie  diß  könten  zu  wegen  bringen,  solte  inen  unverzogenlicb  der 
Spiegel  werden :    scheiden  hiemit  von  inen ,    doch    vorhin  miij 
gegebner  ord[67]nung,    dati   sie  den  andern  tag  widerumb  bej 

ib  zeit  zu  ihnen  kämen,  so  wolten  sie  mit  inen  an  das  gestad  de 
Meers  gehn,  und  verschaflFen,  daß  diese  Hand  nicht  mehr 
sehen  werden ,  viel  weniger  im  gantzen  Land  einigen  schaden^ 
mehr  mit  Leut  oder  Vieh  hinweg  führen ,    thun    solte.     Diese 
neuwe  zeitung  erschalle  durch  die  gantze  Statt,  erfreuwct  siel 

20  auch   menigUch    mit    grossem   verwundern :    und    dieweil 

wüste  das  am  folgenden  tag  die  drey    Jüngling    an    das  MeerJ 
gehn  wurden,   machet  sich  an  der  nacht   unzelich   viel  Volefc 
au  ff,  damit  sich  niemand  ts  versa  umpte,  und  gienge  dem  Mee^ 
zu.    Ära  morgen  früe  kommen  die  Fürsten  und  das  gantze  Hoff»' 

ifr  gesind  zu  dem  Palast  oder  Saal  der  dreyen  Brüdern ,  giengeitl 
mit  einandem  dem  Meer  zu,  da  sehen  sie  ein  grosse  rechte  unni 
iiußgethone  Hand  auii    dem    Meer   [68]    schlieflFen.     Der  elt 
Bruder  stellet  sich  gestracks  gegen  der  Hand,  hebt  sein  recht 


13  Spiegel]  gedruckt;  8pi  geh        19  erstthalle]  »cl 


esBi  per  lungo  spacio  di  tetnpo  del  lUnno*  che  la  mmao  in  quel 
facea,  infürnmti. 

6  Beramus]  Behramo.        8  vor  etlich  weiten]  amsat«.  II  wo 

,  .  .  bringen]  liberato  il  paeae  dall*  infortunio  della  tnano.  17 

weniger]  ne.        18  mit  .  .  .  führen]  «usatz,      21  tag]  inattma.    23 
mit  ....   zu]  al  luogo,    dove    baveano   ä  ritrovansi.  24  Pllrst« 

consiglieri,         25  Pali^t  oder  Saal]  palagio,      giengen  .  .  ,  i&q]  i  qn 
inaieme  partitisi,  et  buI  lito  al  na^cere  de*  iole  arrivati.  2Ö  grosse] 

snaatsE.        28  stellet  ^lob]  in  pie  levatost.    sein  rechte  Hand]  la 


48 

Hand  aaff,  in  welcher  er  den  Zeig  und  Mittelfinger  auffrecht, 
die  andern  aber  under  sich  hept :  nach  dem  das  beschehen,  so 
acUeofft  die  Hand,  die  biß  anhero  dem  gantzen  Land  so  grossen 
schaden  gethan,   von  stundan   wieder  in  das  Meer  hinein ,    ist 

»  auch  nachmals  von  niemandts  mehr  gesehen  worden.  Von  dieser 
geschieht  yerwunderte  sich  die  grosse  menge  der  Zusehem  über 
die  maß,  es  wirdt  auch  der  Königin  solchs  ohne  Verzug  zuwissen 
gethan,  die  bevilhet  wegen  grosser  freuwd,  die  drey  Jüngling, 
so  noch  am  gestad  deß  Meers  waren,    mit  gewaltigem  Pomp, 

10  Pracht  und  Ehr  zu  holen ,  und  inen  entgegen  zugehn ,  mit 
fehmerem  bevelch,  so  bald  sie  in  die  Statt  kommen,  sie  zu  iro 
der  Königin  gegenwertigkeit  zufüh[69]ren.  Dem  gebott  der 
Königin  kompt  man  nach,  es  werden  die  Jünglini^,  nach  dem 
sie  in  die  Statt  kommen,  für  die  Königin  geführt,  die  sie  mit 

ift  grosser  ehr  und  herrligkeit  entpfieng,  bäte  sie  auch  gantz  freundt- 
lich,  iro  nicht  zu  verbalen  die  heimligkeit,  mit  welcher  sie  ein 
solch  groß  wunderwerck  vollbracht  betten.  Der  eiter  Bruder, 
so  die  Hand  vertrieben,  will  die  Königin  irer  bitt  gewehreu, 
nimpt  sie  bey  der  Hand,  führt  sie  ein  wenig  vom  Volck,  damit 

so  man  sie  nicht  hören  noch  verstehn  möge,  unnd  sagt:  AUergue- 
digste  Königin,  wissen,  so  bald  ich  heut  am  morgen  diese  Hand 
aaff  dem  Meer  gesehen,  hab  ich  gedacht,  es  wolle  die  Hand  nichts 
anders  bedeuten,  denn  wenn  fünff  Menschen,  die  eines  siuns, 
gemttts  und  willens,  könten  funden  werden,  möchten   sie  die 

»  gantze  Welt  under  iren  Gewalt  wol  [70]  bringen :  dieweil  aber 
biß  anhero  niemandt,  der  solche  der  Hand  bedeutung  wissen  oder 
errahten  können,  ist  euwerem  Land  biß  auff  gegenwertige  zeit 
ein  solcher  grosser  schad  von  iro  zugefügt  worden.  Derhalben, 
nach  dem  ich  heut  an  das  Meer  kommen,  mit  der  hilff  Gottes, 

so  was  diese  Hand  bedeute,  verstanden ,   hab  ich  mich  gegen  iro 


7  solchs]  tutto  '1  8ucce88o.  8  wegen  grosser  freuwd]  lieta  etcon- 
tenta  sopra  modo.  9  mit  .  .  .  zugehn]  con  gran  festa  et  honorc  alla 
porta  della  citta  ad   incontrare.  11  so  bald  ....  kommen]  primo 

che  al  palagio  lor   assignato  ritornassero.  17  Der  elter  Bruder]  il 

giovane.  19  nimpt  .  .  .  Hand]  zusatz.  20  Allergnedigste  Königin! 
Madama.  23  sinns  .  .  willens]  volere.  25  dieweil  ....  können) 
et  percioche  volea  esser  intesa.  ne  alcuno  sino  al  presente  s'e  ritro- 
rato,  che  cid  habbia  sapnto  indovinare.    28  schad]  danno  et  maleticio. 


u 


I 


gukehrt,  zwen  Finger  meiner  rechten  Hand  auff,  die  andem  drey 
aber  nid  sich  gehept,  damit  anzuzeigen,  daß  sie  die  Hand  weit 
irre  und  fahle,  denn  nicht  notwendig  ftlnff  Personen  die  gantze 
Welt,  80  sie  eins  weren^  nnder  iren  Gewalt  zu  bringen,  sondern 
B  nur  zwo  könten  solch»  und  noch  grössers,  so  sie  eines  gleich- 
förmigen willens,  verrichten  und  zu  wegen  bringen.  So  bald  die 
Hand  difi  gemercket,  auch  waar  sein  wol  gewilit,  hat  sie  schäm 
halber  sich  under  das  Was[71]ser  verschloflFen,  wirdt  auch  nicht 
mehr  herftlr  kommen  noch  gesehen  werden.    Die  Königin,  nach 

»y  dem  sie  solche  red  vernommen,  verwundert  sich  sehr,  merckei 
wol  daß  die  Jüngling  mit  Edlen  und  sinnreichen  Geistern  be- 
gäbet sein  :  und  nach  dem  sie  von  der  Königin  Urlaub  genommen, 
beleiten  sie  die  ftimembsten  Herren  ires  Hoffs  an  ir  Losament. 
Demnach  berüift  die  Königin   ire  Habt  zusammen,   vermeinen 

16  Beramo  den  Spiegel  zuzeschicken  schuldig  sein.    Da  aagt  der 
elteste  under  inen:  Es  ist  nicht  weniger,  denn  daß  diese  Jüng- 
ling uoserm  Land  ein  grosse  gutthat  bewiesen,  unnd  von  viel 
beschwerden  erledigt  haben :  wer  weist  aber,  ob  die  Hand  werde      i 
wider  kommen  oder  nicht,  und  unser  Land  in  vorigem  jamerfl 

2«  und  gefahr  stebn  werde?  derhalb  mich  bedunckt,  da(5  man  vor 
hingebung  deß  Spiegels,  [72]  dem  Handel  nach  aller  notturift 
nachgedencke,  und  mit  ernst  erwege.  Welchem  die  Konigin 
antwort,  sprechende;  Wir  sollen  und  können  an  der  zusag  öder 
verbeissung  deß  Keysers  Berami  kein  miß  vertrau  wen  setzen:  daß 

Manch  wir  versichert  seyen.  daß  die  Hand  nicht  mehr  komme, 
weiß  ich  ein  gut  mittel,  und  nemlich  diß.  Der  König  mein 
Vatter  {hochlöblicher  gedächtouß)  der  mich  ein  Regiererin  diß 
mcchtigen  Königreichs  hinderlassen,  gäbe  mir  under  andern 
lehren  und  vermanungen,  vor  dem  er  auß  dieser  Welt  verschiede, 


I 


20  derhalb]  mmuskel 


0  8o  bald  .  .  .  werden]  la  feci  di   vergogna  nel  mare  tnffar«,  dt] 
nianiara  che  piu  non  ^  per  apparire.      16  Es  ist  .  .  *  .  denn  daß]  Nci 
e  dubbio,  clie,  per  quanto  si  Ä  in  sino  ad  hora  veduto,     ,  .  17 

.  .  .  bewiesen]  zusatz.      19  in  ,  *  .  gefahr]  ne  primieri  ierinini.     21  den 
Handel  .  *  ,  erwege]  si  debba  haver  molta  consideratione,  23 

der    .  .  ,    Berami]  delhi  prom&seu  h  Beramo  fatta.  24  inißverfcranTl 

wen  »etzenj  mancare.  26  Der  König   ,  .  .    ged&cbtnuD]    La  felice 

memoria  del  Ue,  niio  padre. 


sagt:  Mein  Tochter,  ich  hab,  wie  du  sieheSf 

ad  meines  lebens  erreicht,  hab  keinen  Sohn,  derhalb  so 

irstu  nach  meinem  Tod  das  Reich  ererben,  das  ist  dermasseii 

ein  gewaltig   und  mechtig  Land,   daO   viel    grosser  Fürsten 

Fuimd  Herren  dich  [73]  zu  eineno  Weib  begeren  werden.   Dieweil 

aber  ein  jedes  Land  oder  Regiment  nicht  minder  mit  Weisheit 

denn  mit  stercke  regiert,  gemehrt  und  erhalten  wirdt,  gebeut 

und  begär  ich  von  dir,  dali  du  keinen  zu  einem  Mann  nemmist, 

der  dir  nicht  under  diesen  zweyen  stücken  (die  er  mir  damals 

10  erzellet)  eins  sagen  oder  auftlösen  könne:  so  du  aber  einen,  der 

dich  hierinnen  gewären  kan,  finden  wirst,  der  sey  dein  Mann. 

Nun  halte  ich  für  gewili,  diese  drey  Jüngling,  so  Brüder  sein, 

seyen,   wegen  ires  Adenlichen  ansehens,   eines  grossen  Herren 

Söhn:  gehe  einer  under  euch  zu  inen,   frag  sie  bey  dem  Eyd- 

15  schwur  ir  geschlecht  irae  zuerölfneu,  so,  wie  ich  glaub,  wirdt 

I      man  hören,  da(i  sie  von  hohem  Stamm  geboren  sein,  under  denen 

^■pinen  will  ich  zu  meinem  Mann,  so  er  mir  under  denen  stücken 

^^ins,  vom  König  meinem  Vatter  mir  [74]  angezeigt,  erklären 

tmd  aufflösen  kan,  haben:  ich  zweittel  auch  keios  wegs,  daÜ  sie 

iü  mich  nicht  werden  gewären  können,  denn  mich  bedimckt,  dat 

sie  mit  fürtreflfenlicher  Weiüheit   begäbet  seyen.    Wenn   denn 

ich  under  inen  einen  zu  meinem  Manu  überkommen,  haben  wir 

keins  wegs  zu  besorgen,   da(i   die  Hand  unserem  Volck  etwas 

Schadens  mehr  zufügen  werde.    Solche  der  Königin  red  gefiele 

tß  den   Rathen  allen   wol,  und  gienge  einer  under  inen  den  andern 

tag  zu  den  dreyeo  Brüdern,   luind   als  sie  lang  mit  einuuderu 


13  Adenlichen]  sie! 


1  ich  hab  ....  Sohn]  zasatz.  3  das  ist  .  .  .  werden]  molti  pren- 
^pi  et  gran  flignori  per  acqui&tarlo  agni  meszo  tenteranno  per  poterti 
baver  per  moglie.  7  regiert  .  .  ,  wirdt)  si   üogliono  iLccreacere  et 

"conservare.        gebeut  und  begär]  commando,  10  sagen  oder  auff- 

lösen]  indovinare.         18  erklaren  und  auHösen]  dichiiirire.  19  iüh 

,    ,    ,    können)    II   che    agevolmente   gitidico  che  habbia   a   »uccedere. 

21  mit  fürtreffenlicher  WeiBheit]  d*  alto  ingegno  et  di  molta  prudenza. 

22  zu  meinem   Mann]    meco   insiememente    dello    stato    mio    padrone, 

23  unserem  Volck]  a  nostri  popoli.  26  unnd  als  sie  .  ,  .  leatlichen] 
et  con  easi  per  buon  E$patio  diinorato,  in  un  lungo  ragionameuto  fece 
lor  intendere. 


46 

geredt,  aagt  er  lestlichen,  dieweil  sie  diß  Königreich  von  einem 
grossen  übel  gelediget,  so  müste  gewib  sein,  daß  sie  mit  hohem 
verstand  und  treffen  lieber  Weißheit  hegabet  weren,  derhalb  be- 
gerte  die  Königin  von  inen  zu  wissen,  bette  sie  auch  freundt- 

h  lieh,  iro  ir  geburt  nnd  Imrkommen  zu  eröffnen.  Die  Jüng-[75] 
ling  aber,  so  MB  anbero  solches  niemandts  gesagt,  geben  ant» 
wort,  sie  seyen  eines  schlechten  armen  Manns  Söhn,  haben  sich 
ein  Zeitlang  an  Keyser  Berami  Hoff  dienst weiü  gehalten ,  und 
diljmals  sein  bevelch  zuverrichten  in  dili  Land  kommen.  Da- 
j  jo  ruber  antwort  der  Raht,  dali  weder  die  Königin,  noch  jemandt^ 
anders  solches  glauben  wurde,  denn  das  Adeliche  Gesicht,  die 
grosse  Vernuntft  unnd  Weiliheit,  geben  nicht  S5U  oder  einige 
anzeigung,  dali  sie  eines  schlechten  herkommens  weren:  damit 
aber  weder  ich  noch  ander  Leut  euch  deühatb  weiters  bemüy, 

15  80  sagen  mir,  wollen  ir  ein  Eyd  schweren,  dab  ir  die  warheit 
gesagt  haben?  denn  wenn  ich  die  antwort  der  Königin  bring, 
und  anzeig,  ir  haben  bey  dem  Eyd  behalten  mir  die  warheit 
angezeigt  zu  haben,  wirdt  sie  euwern  worten  vollkomnen  glaubeiD 
geben.    [76]  Als  sie  nun  sehen  bey  dem  Eyd  sich  ▼ermanei 

ao  zusein,  halten  sie  ein  wenig  mit  einander  raht,  vermeinen  auch 
billich  unnd  notwendig  sein  die  warheit  zu  sagen  nnd  eröüneo, 
gehn  zu  dem  Raht,  sagen  sie  seyen  Giaffers  deß  Königs  za 
Serendippe  Sohn.  Als  die  Königin  solchs  vernommen,  wirdt  sie 
über  die  niali  erfreuwet,  vermeint  auch,  so  «ie  einen  ander  diesen 

ifi  dreyen  zu  einem  Mann  bekeme ,  wurde  sie  in  einigkeit  das 
gantze  Land  vor  dem  schaden  der  Hand  wol  be waren  mögen 
bevilhet  sie   den  andern   tag  für  sie  zukommen,    und  redt  sii 

12  geben  .  .  .  anxeignug]  siel        25  eiDigkeitl  siel  liei  ewigkeli 

1  von  ....  Uli«]]  daUa  diBaTeniura  della  mano,        7  einea 
gehalten]  ili  povere  et  private  persone»   che  in  corte  di  Beramo  erano 
capitati.         8  und  .  .  ,  .  kommen]  zusatz.  11  denn  .  ,  .  weren]  si 

per  lo  nobile  aapetto,  come  per  la  molta  prodenza  et  dottrtna  loro 
VS  datnit  .  .  .  sagen  mir]  Fercbe  io  veramente  bo,  che  malagevolmente, 
che  voi  Biate  di  povere  et  private  persone  figliuoli,  rai  eara  creduto, 
k  fine  che  piu  per  questa  cagione  ne  io,  ne  aliri  babbia  k  molestarvi 
22  sagen]  con  qnanto  sino  k  qnel  giorno  era  loro  avenuto,  coit  gii 
mento  manifestarono.  23  Serendippe]  Serendippo.  24  erfreuwet] 
lieta  et  contenta.        25  in  einiglteit]  in  perpetuo. 


( 


I 


^te,_ 

krvifl 
ar»fl 


J^ 


47 

also  an :  Ich  bab  euch  biü  anhero,  wie  auch  noch,  urob  euwcrs 
hohen  Tentands  und  grosser  f&rsichtigkeit  willen,  deßglcich 
umb  bewiesene  gutihat  der  Hand,  so  meinem  Land  sehr  sched- 
lich  gewesen,  in  hohen  £hren  unnd  Reverentz  gehalten:  so 
ft  ich  nun  hör,  daß  ir  eines  solchen  [77]  Potentaten  Söhn  sein, 
erkenn  ich  wol,  daß  der  verstand  mit  dem  geblüt  unnd  der  ge- 
bart sich  Tergleichen  thut,  derhalb  ich  auch  billich  euch  vor 
meniglich  ehren  und  lieb  halten  soll:  und  dieweil  ich  Beramo 
dem  Eqrser  den  Spiegel,   so  er  verschaffe   die  Hand  keinen 

!•  schaden  mehr  meinem  Land  zu  zeffigen,  verheissen,  so  soll  unnd 
wil  ich  ime  billich  Qlauben  halten.  Darumb  welche  stund  ir 
den  Spiegel  wollen  haben,  soll  euch  derselbig  werden.  Mich 
bedunckt  auch  unmüglich  sein,  weil  ir  von  solchem  hohen 
Stammen  geboren,  daß  ir  nicht  mithinzu  auch  gantz  freundlich 

»  seyen,  will  euch  deßhalb  noch  umb  etwas  ansprechen,  euwerero 
Verstand  und  Weißheit  nicht  zuwider,  sonder  wol  würdig:  eh 
aber  ich  euch  solches  si^e,  sollen  ir  verheissen,  mir  solches 
nicht  abzuschlagen.  Sie  versprechen  der  Kö[78]nigin,  was  sie 
be^re,  wollen  sie  iren  geneigten  willen,  wo  mUglich,  erzeigen. 

«0  Als  ich  noch,  sprach  sie,  ein  jung  Freuwlein  was,  eh  denn 
mein  Vatter  (seliger  gedechtnuL')  auß  dieser  zeit  verscheiden, 
horte  ich  in  oSl  mit  seinen  Fürsten  unnd  Herren  Gespräch 
halten,  und  under  anderm  auff  ein  zeit,  daß  es  mUglich  werc, 
daß  ein  Mensch  in    einem  tag  ein   gantze  Kammer  voll  Saltz 

^  essen  möchte,  doch  hette  er  nicht  können  wissen,  wo  einer,  so 
darzu  taugenlich  were,  hette  gefunden  mögen  werden.  Nun 
weiß  ich,  daß  ir  eines  solclien  fllrtreffenlichen  Verstands  sein, 
daß  ir  mich  auß  diesem  zweiffei  wol  berichten  können,  welches 
znthun,  ich  euch  freund tlich   gebetten   liaben  wil.     Auff  diese 

«®  red  gibt  der  ander  Bruder  antwort,  und  spricht:  AUorgnodigsto 
Königin,  dieweil  euch  solches  so  wunder   nimpt,   so  sag   icli 

* 
8  dieweil  ich  ...  .  verheissen]  perche,  serondo  '1  patto  da  me  con 
Beramo  fatto,  io  sono  tenuta  lo  specchio  k  restituirgli.  11  welche 

stund]  qualunque  volta.  16  nicht  .  .  .  würdig]  degna.  17  solches! 
qaal  ella  si  sia.  20  ein  jung  Freuwlein]  fanciulla.  22  Fürsten 

unnd  Herren]  baroni.  23  und  under  ....  zeit]  zusatz.  24  Kam- 
mer] magazino.  30  Allergnedigste  .  .  .  nimpt]  Madama,  poscia  ch' 
in  Toi  si  gran  disiderio  io  veggo,  di  potervi  di  cio  chiarire- 


48 


I 


[79]  euch,  daß  es  wol  müglich  ist,  daß  in  einem  tag  ein  M( 
ein  gantze  Kammer  voll  Saltz  wol  essen  könne,  iinnd  wenn  e« 
euch  gelegen,   so  entbeut   ich    mich   solchs    selbs  zuverrichten. 
Von  welcher  red  die  Königin  sich  sehr  verwunderte,  gab  auch 

6  iren  Fürsten  bevelch,  den  nachfolgenden  tag  solches  xavcr- 
suchen.  Morgen  frue  kommen  die  Herren  zu  den  dreyen  Brü- 
dern, führen  sie  an  das  orht  da  das  Saltz  gelegen:  als  man 
nun  die  Thür  geötfnet,  gehet  der  Jüngling  hinein,  stosset  einen 
Finger  in  Mund,  netzet  in  ein   wenig  greiffet  demnach  in  das 

in  Saltz,  und  nimpt  so  viel  im  am  Finger  geblieben,  isset  es. 
gehet  wider  binauG,  heisset  beschlieaseu,  denn  alles  das,  ßo  er 
der  Königin  verheissen,  habe  er  voUkommenlich  erfüllet.  Deü 
sich  meniglich  verwundert,  denn  da(i  er  solcher  gestalt,  was 
er  ver:äpro€hen,  aubgericht  hab,  wöl[80]len  sie  nicht   glauben. 

n  Er  aber  sagt  ja,  sie  solten   nur  hingehn,  der  Konigin   sagen, 
wie  er  die  sach  verhandelt   liette.    Die  Königin,  als  sie  höriH 
wie  die  sach  sich  verlotl'en,  heibt  den  Jüngling  für  sie  kommen," 
und  fragte  in,  wie  es  müglich  were,  dali  er,  was  er  iro  znthun     , 
versprochen,   ert^lUet  hette,  dieweil  er  doch  nicht  mehr  dennJ 

s«  ein  Kürnlein  vier  oder  fünife,  so  viel  im  am  Finger  geklept, 
geessen  hette.  Sagt  er:  Ein  jeder,  der  mit  einem  Freund  so 
viel  Saltz  iaset,  als  ich  in  der  Kammern  geessen  hab,  unnd 
hiemit  was  der  freundtschafFt.  schuld  nnd  pflicht  sei,  gezimme 
und  gebtire,  nicht  erkennen  kan,  wirdt  er  das  nicht  erfahren, 

s6  wenn  er  schon  zehen  Kammern  mit  Salz  (ich  geschweige  ei 

6  fruej  undeutlich;  yielleicht  früe  zu  lesen.    21  f.  geessen]  sie  1 

2  Kammer J  niagazino,  4  Von  .  ,  .  verwunderte]  Di  che  dal 

la  Reina  molta   iitnmiratioue,    havendo    allo  alto  ingegno   de*   giovaoi 
riguardo,     6  Margen  .  .  .  geött'net]  Ond^  easi  al  commandameuto  pi 
1a  mattina  per  t^mpo  levati  et  al  palagio  de'  giovani  aviatisi,  al  nti 
zino,  dove  il  aale  era,  li  caoduasero  et  quivi  fermatisi,   k  ministri  oth'I 
dinorono  [I],  che  la  porta  haveeaero  incontanente  ad  apiire:  il  che  senxa 
alcuna  dimora  e«sequito,  ....  10  so  viel  ,  .  .  geblieben]  alqaanie 

granella.         11  gehet  .  ,  .  beschHeatien]  et  a*  baroni  rivolto  disse« 
facesBero  il  magastino  eerrare.  16  verhnndelt   hette]  bavea  opei 

ad  accertare,  che  egli  le  harrebbe  dellit  operatione  «na  bnonissitno  cötii 
dimoBtrato.  als    öie    hört]    fattole    ciö   da'    snoi    baroni   intendere. 

18  und  fragte  in]  11  quäle  dinacusi  k  lei  giunto,  et  dimandato.      20  vier 
,  .  .  gektept]  quattro.  28  der  freundtst  haO^t  ,  .  .  gebttre]  al  debito 

deir  amicitia  b*  acconvenia. 


ante 
chM 


49 

eine)  essen  thete :  sagt  derhalb(^n  sein  zusagung  genugsam  er- 
stattet zuhaben.  Solche  antwort  gefiele  der  Königin  sehr  wol, 
ge[81]dachte  auch  wol,  daß  solches  ir  Vatter  iro  zuverstehn 
hab  geben  wollen,  lobt  den  jungeu  seines  Verstands  und  Weiü>- 

»  heit,  sagt  weiters :  Noch  eins  hab  ich  überig,  so  ihr  mir  solches 
aafflösen  können,  wil  ich  euch  mehr  für  Götter  denn  Menschen 
halten.  Gnedige  Frauw,  geben  mir  die  Frag  auff,  sagt  der 
jüngste,  ich  wil  understehn,  so  offt  ir  wollen,  euch  euwer  be- 
geren  zu  erfüllen.    Die  Königin  bevilhet,  er  soll  morgen  wider 

10  zu  HofT  kommen,  wolle  sie  als  denn  im  die  Frag  auffgeben. 
Als  nun  aufT  bestimpte  zeit  der  jung  erscheint,  heisset  sie  jeder- 
mann von  ir  hinauii  gehn,  behalt  niemandts  bey  iro,  denn  iren 
fbrnembsten  Raht,  und  den  Jungen,  führet  sie  in  ir  Kammern, 
geht  über  ein  Kisten,   zeucht   fünlf  Ejer  hinauii,    kehrt  sich 

ift  gegen  dem  Jüngling,  und  sagt:  Diu  sein,  wie  ir  sehen,  fünif 
Eyer,  unnd  sein  unser  [82]  nicht  mehr  denn  drey,  nun  haben 
euwere  Brüder  in  meinem  lieich  solche  proben  der  Weibheit 
erzeigt,  daß,  wenn  ir  mir  diese  fünif  £yer  in  drey  geleiche 
theil,  also  daß  ir  keins  nicht  brechen,  theilen  können,  solcher 

so  gestalt,  daß  einem  jeden  under  uns  dreyen  gleich  viel  wirt, 
wil  ich  euch  für  die  drey  weisesten  halten,  die  man  in  der 
gantzen  Welt  finden  möcht«^.  Ein  schlechte  Frag,  sagt  der 
Jüngste,  gnedigste  Königin,  habt  ir  mir  aufgelegt :  nimpt  hie- 
init  der  Königin  die  Eyer  auß    der  llaud,    legt   drey    für  die 

u  Königin,  gibt  eines  der  Königin  Raht,  und  das  fünü'te  behalt 
er:  Sehen,  allergnedigste  Königin,  sagt  er,  daß  ich  es  ohn  alles 
brechen  gleich  getheili  hab.  Das  kan  ich  nicht  glauben,  wendet 
die  Königin  für,  ir  müssen  mir  die  sach  besser  erklären.  Der 
Jüngling  bitt  umb  Verzeihung,  sagt:  l)'ut  Eyer  seind  also  |83| 

30  gleich  getheilt,  ich  hab  euch  drey  geben,  dem  Herren  euwereni 

* 
14  hinauß]  sie!         15  dem]  di\ 

4  Verstanda  und  weihheit]  aottilo  avedimento.  7  (Inedi^^e  Frauw] 
madama.  8  ao  .  .  .  wollen  |  qualuinque  volta.  10  wolle  .  .  .  aiiH- 
geben]  zuaatz.  18  führet  .      .  Kaiiiinerii|  ziinatz.  19  solcher  ge- 

stalt .  .  .  wirt]  tra  noi  tre.  22  Kin  schlechte    Frag]    Picciol  oosa. 

23  gnädigste  Königin {    Madama.  26    allergnedigate  Königin]    Ma- 

dama.    30  ich  hab  eucli  .  .  .  glei(*h  getlieiltj  ihc  huvendo  il  consiglier 
Oiftffert  SObne.  4 


50 


Rftbt  eins,  der  hat  vorhin  zwej^  das  seind  auch  drey,  ich  habl 
vorhin  zwey,  unnd  da  eins,  seind  just  drey,  also  hat  ein  jedes 
drej,  derhalben  sein  sie  gleich  getheilt.     Diese  antwort  liesse 
iro  die  Königin   sehr   wol  gefallen,   wirt  gantz    rot  im  Ange^ 

f*  sieht,  ist  mit  dem  Jüngling  zefriden,  der  nimmet  von  ihr  Ur- 
laub, zeucht  widerumb  seinem  Palast  zu.  Als  nun  die  Königin 
allein  bey  irem  Raht  verblieben,  sagt  sie :  dieweil  es  dem  lieben 
Gott  also  gefallen  veöUen,  daü  diese  drey  jungen  Brüder,  eynes 
so  gewaltigen  Königs  Söhn,  in  diu  Land  kommen,  und  was  niao 

1«  inen  fürgehalteii,  so  gewaltig  verrichten  unnd  aufflösen  können, 
hab  sie  iro  nach  der  vermanung  ires  Vatters,  fürgenommen. 
einen  under  denen  dreyen  zu  einem  Mann  zenemmen:  und  wie- 
sie  all    [84]    drey  mit  grosser  Wfibheit  begäbet,    gefeilt 


woi 


len 

lie-B 


mir  doch  der  zum  aller  beaten,  so  die  Frag  mit  dem  Sa  Uz  mit 
t&  grosser  Klugheit  anffgelöset  hat,    Diß  der  Königin  fOrnemmen 
labt  ime  der  Raht  gefallen,  utind  bevilhet  sie  die  Königin,  daÜj 
er  Morgen  zu  inen  gehn  solle,  inen  anzeigen,  was  der  Königin 
Vatter,  sie  die  Königin,  vor  seinem  Todt  vermahnet,  unnd  die 
weil  denn  einer  under  inen  die  Frag  mit  dem  Saltz  so  meister- 
so  lieh  auffgelößt,  begere  sie  denselben  zu  einem  Mann.     Der  Kahl^ 
geht  dem  bevelch  nach,  erzeilet  inen  den  Willen  seiner  KönigiUtW 
begert  in  irem  Nammen,  den,  so  die  Frag   mit  dem  Saltz  er- 
klärt,   zu   einem   Mann,    Als  öte  diß  gehört,   können    sie   och 
nicht  gnugsam  verwunderen,  kanten  auch  schwerlich  glaub 
36  deÜ  Raths  Wort  wahr  sein ,   beraht^chlagen   sich    erstlich 
einandern  ein  gute  [85]  weil,  vermeinen  auch  ein  solchen  Hea4 
raht  aiizenemmen  sein,    berütien   demnach    den  Herren  zusicll 
und  sagt  der,  so  die  Königin  haben  solt:  Dieweil  die  König 
uns  biß  anhero  so  viel  ehr  und  guta  bewiesen,  unnd  mich  jeta 


vostro  et  io  due  ova  per  quo  nell«?  brache,   et  voi   niBsuno,  de  cinqi 
du  voi  dat«mi,  tre  k  voi  consignatene,  uno  al  coii^-igUere,  et  V  altro 
me  »teäso*  bavendone  tre   per  cia^chedtitio ,    le  ho  gtiistaroetite  tra  ooi 
tre  partite. 

4  wirt  ,  .  .  Angesicht]    tatto   che    arroBciese   alquanto.  10  V( 

richten  unnd  aufÜösen  köntieo]  saputo  dichiarire,  delle  quali 
allhora  per  tnolti»  che  n*  havesse  interrogati,  non  havea  ella  poiui 
ritrovare  chi  akuna  aoluta  ti'  havesBe.  19  so  meisterlich  anffgelöfi 
ttichiarito.        29  m  viel  tihr  und  gut»]  tanli  begui  d*  amore. 


I 


wi  irem  Mann  begert,  so  bitt  ich^  ir  wollen  iro  in  meinem  und 

ineiner  Brüdern  nammen  zum  aller  höchsten  dancksagen»    mit 

Vermeidung,  daß  ich,  was  iro  gefellig  sej,  gern  erstatten  wolle. 

^Dieweil  es  aber  billich  utitid  recht  ist,    dali    solches  ohn  vor- 

^wissen  ires  Vatters  nicht  be^chehe,   dem   sie  in   allen    dingen 

P^ehorsame  zeleisten  schuldig,  wollen  sie  zu  irem  Vatter  ziehen, 

und  ak  gehorsame  Kinder  dieser  sach  in  berichten,  auch  ohne 

I      verzog  wider  allher,  die  hochzeit  za  halten,  kommen.    Die  Kö- 

I     nigin,  als  sie  diß  vernommen,  beschickt  in  gegen  Wertigkeit  ires 

l  lo  obersten  Raths  die  drey   Brüder ,   da  wirdt  [86]  heimlich  die 

Ehe  zugesagt»  der  Spiegel,  Beramo  den  zu  bringen,  inen  auch 

^^eben,  wirt  darzu  abgeredt,    so   bald  der  König  ir  Vatter  diß 

^Heoraths  zu  frieden,  ohne  Verzug  wider  zu  kommen,  mid  die 

F    Hochzeit  im  Nammen  Gottes  mit  allen  freuden  unnd  aoleniiitefc 

'  1»  snhalten.    Als  solches  verhandlet,  ziehen  die  drey  Brüder  gantz 

.     frölich  und  wol  zemut,  mit  dem  Spiegel  unnd  reichen  köstlichen 

^Bchenckinen  von  der  Königin  begäbet,  mit  beleitung  ires  obersten 

^Bahts,  hinweg,  kommen  in  knrtzer  zeit  in  Keyser  Berarai  Land. 

Der  Keyser,  als  er  die  zukunfft  der  dreyen  Brüdern,  und  daß 

20  gie  den  Spiegel  mit  sich  bringen,  vernommen,  wirt,  wiewol  er 

sehr  kranck  wa«,  hoch  erfreuwet,  vermeinende,    dieweil  sie  so 

fürtreifenliche  sinnreiche  Geister  hetten,  sie  wurden  etwan  mittel 

und  weg  finden  können,   damit   sie  in   wider    [87]  zu  voriger 

leiner  gesundtheit  brechten.    Da  nun  sie  in  die  Keyserliche  Statt 

ikommen,  gehet  der  Königin  Raht,  mit  erlaubung,   für  den 

teyser,  unnd  als  er  ime  gebürende  reverentz  bewiesen,   zeigt 

an,  wie  ime  deli  Keysers  kranckheit   von  hertzen  leid  sey, 

• 

* 

IS  semot]  sie! 


5  dem  «ie  .  .  .  uchuldig]  tatto  che    da  hii  fu8:äero   stati   iacacdati 

'  auch  ohne  versBug]  et  con  buona  licenza  di  tui  incontancnte.       9  diß] 

^B  ditiberatione  de  giovani  .  ,  .  et  ehel    iitatrimonio  haveano  accet- 

18  and  die  .  .  .  zuhalten]  alla  tsolenne  celebratione  delle  no-Äze, 

18  Keyser  Berami]  di  Beramo.        20  wiewol  ,  .  .  hoch  erfreu w et]  coiue 

che  in  doh  buoni  lermiDi  per  V  infermith  sua  si  ritrovasBe,  parve  non- 

dimeno,  die  »i  rallegraase  alquanto.  22  «ie   worden  .  .  .  brechten] 

Ja  diaa Ventura  «ua  potease  eaaer  alcmio  compeneo  ritrovato.     25  mit 

rlanbuDg]  zuaatx.        26  ala  er  .  »  .  bewiesen]  baciategli  primieramente 

mani, 

4* 


53 


und  wegen  der  grossen  WeiÜheit,  und  dem  gautzen  ludia  be- 
wieQner,  der  dreyen  Brüdern,  gutthat^  bringen  sie  ime  deo 
Spiegel,  mit  anzeigung,  daü  diese  drey  Jüngling  Giaffers  deL^ 
Königs  zu  Serendippe  Söhn  weren,   wie  auch  zwischen  seiner 

•  Königin  und  dem  mittelsten  Bruder  die  £he,  so  es  dem  König 
irem  Vatter  gefeilig,  zugesagt  und  versprochen  were.  Der 
Keyser,  nach  dem  er  verstanden»  was  sich  verlotfen,  laut  ?an 
«tundan  die  drey  Brüder  beschicken^  sagt  inen  grossen  danck, 
dali  sie  ime  seinen  Spiegel  wider  in  das  Land  gebracht,  zeigt 

I  inen  [88]  hiemit    auch   an .    wie    er  wegen    der  Diliramma  ID 
diese  schwere  kraiickheit   gefallen  sey »   es   habe    im   auch  bib 
anhero  kein  Mensch,  wiewol  alle  Mittel  nicht  nnderlassen  wor- 
den, hellfen  können,  bitte  sie  derhalb,  sie  wollen  nachgedenckei 
haben,  wie  er  sein  gesundtheit  wider  bekommen  und  erlang( 

i  möchte,  denn  wo  das  nicht  beschehe,  aey  er  gewiü,  dab  er 
kurtzen  tagen  das  Leben  verlieren  werde.    Als  der  Keyser  sei 
Ked  geendet,  erzeigen  sich  die  drey  Brüder,  als  wann  ineo  del 
Keysers  kranckheit  sehr  leid  were,    auch   grob    mitleiden   mil 
im  betten,  und  sagt  der  Eltest:  Aller  gnedigst^r  Keyser,  di686itt< 

1  ünfahl  oder  kranckheit,  verhoff  ich,  wollen  wir  bald  ein  Hil: 
und  Artzney  finden.     Es  hat  euwer  Mayeateth  nicht  weit  voa 
dieser  Statt,  ein  gar  weit,   schön   und^  sehr  lustig  Feld  (unnd 
an  demselbigen  Orth  [89]   ist  die   heimligkeit   öder  kunst^   so 
ir  euwer  vorige    gesundtheit  wider    erlangen    wollen)    daselbsl 
lassen  encb  bauwen  sieben   schöner  Palest,    mit   schönen 
mancherley  Farben  gezieret:  wenn  nun  diese  gebauwen,  L 
euch  dahin  ftlhren,  und  verharren  ein  gantze  wochen  daselbsl, 
und  ligen  alle  nacht  in  einem    besonderu  Palast,    am  Montag 
anfallende,  unnd  biÜ  dat!  ir  in  allen  gewesen  sein,  verharrende. 


selbst^ 
#»lh«i  V 


1  und  wegen  ,  .  .  *  versprochen  were]  il  successo  della  resUtutioDi 
dello  Bpecchio,  et  le  prove  da  giovani   nel  paese  deUa  Reina  fatte, 
conie  di  GiaH^er    He  di  Serendippo   s'  erano  palesati  d*  esser   figliuolij 
et  il  »eguito  matrimonio  interamente  gli  iapose.         6  Der  Keyser] 
raiiio.        8  grossen  danck]  gratie  infinite.       18  sehr  leid  ....  het€ea| 
gratitliasimo  diBpiacere.       19  Aller  gnedigater  KeyaerJ  Sire.       21  euwer 
MajeHteth]  vai.  22  ein  .  .  >  Feld]    nna  grandisttima  et   dilnitevci 

cariipagna.  23  ist  die  .  .  .  führen]  ^  di  mestieri,  ove  voi  voglia 

la  primitjra    siinita   ricoverare,  che  aette  belliasitui    palagi    variattien 
caloriii  facüiate  fabricare.        29  und  biÜ  .  .  .  umk]  zusatat. 


59 


Und  über  das,  sprach  der  ander,  so  schicken  sieben  euwerer 
Ambassiatorn  oder  Legaten,  in  die  sieben  theil  der  Welt,  und 
lassen  euch  sieben  schöner  Jungfrauwen,  der  fümembsten  Für- 
sten derselben  Ohrten,  allhär  führen,  mit  inen  die  gantze  Wochen 
i  in  einem  jeden  Palast,  mit  schönen,  lieblichen  und  süsaen  Ge- 
sprechen,  euch  zubelustigen,  und  die  zeit  znvertreiben.  Der 
dritte  Bruder  sa^t,  Lassen  auch  in  den   si[901ben  ftlrnembsten 

»Stettin  euwers  Reichs  au(iröffen,  dab  man  euch  die  aller  für- 
ireffeulichsten  unnd  kurtzweiligsten  Männer  zuschicke,  so  man 
finden  mag,  da(i  dieselbigen  euch  mit  etwas  schöner  Geschichten 
fider  Gesprechen  erlustigen,  die  selben  schicken  demnach  mit 
reichen  schenckinen  wider  heim.  Der  Keyser  bevilhc^  diese 
drey  stück  ♦  von  den  drey  Jünglingen  ihm  gerathen .  ohnver- 
zogenlich  zu  verrichten,  das  wirt  auch  alles  in  kurtzer  zeit  vol- 

1»  kommenlich  vollendet,  die  Paläst  herrlich  und  schön  gezieret, 
in  einen  jeden  ein  Jungfrau w  unnd  ein  Mann,  wie  vorgemeldet, 
geordnet,  unnd  nach  der  Jfiuglingen  raht,  lasset  er  sich  an 
einem  Montag,  in  einer  SenÖ'te,  so  von  Silber  schön  gezieret, 
in  den  einen  Palast  führen.    Er  liesse  sich  auch,  und  all  sein 

30  Hoffvolck  köstlich  und  von  Silber  gewäbner  Matery  b€klei-[^l] 
den :  Man  legte  den  Keyser,  dieweil  er  von  langwiriger  kranck- 
heit  sehr  schwach  war,  auff  ein  überauÖ  schon  und  köstlich 
Bett,  und  hiesse  man  die  erste  Jungfrauw  zu  im  kommen,  mit 
welcher  er  ettlich  stund  von  mancherley  wunderbaren,  lustigen 

s6  und  schönen  Gesprechen,  die  zeit  vertreib,  Als  es  aber  gegen 
dem  Abendt  was  worden,  hiesse  er  auch  den  Mann,  wie  ge- 
hört, zu  im  berüffen,  dem  selbigen  ward  von  einem  Herren  deü 
fieyserlichen  Hotfs  bevolhen,  dati   er  etwann  ein  schöne  neuwe 


I 


2  Ambaasiatom  oder  Legaten]  ambasciatori.         3  acbOnerj  zaaatz. 
"5  schöneii  .  ,  .  8Ö»sen]  dolci  et  piacevolL         8  die  aller  ....  tnag|  il 
piu  ecoellente  novellatore»  che  in  qualuntiue  di  eme  tii  ritruovi      10  etwas 

*^  ,  ,  Geflprecheii]  alcuna   bella   novella.  12   Der   Keyaerl   ßeraino. 

14  in  kurtzer  zeit,]  in  nn  medeaimo  tempo.  20  HoffvolckJ  famiglia. 

köstlich  ,  .  .  Matery]  di   panni  d'   argento.  22  achwach]  debole  et 

ICO,  24  ettlich   stund]   per   lungo  »patio*       wunderbaren  .  .  .  , 

bfinen]  varii  et  dilettevoli.        25  Als worden]  paaaata  alquanto 

hora  di  Ve»pro.     26  den  Mann,  wie  gehört]  il  noveüatore.     28  ueuwe 
.  .  Geschieht]  noveüa. 


54 


zeittung  oder  seltzame  Geschieht,  vor  dem  Keyser  erzehlete. 
Der  ist  dem  gebott,  im  auffgelegt,  gehorsam,  und  tiacb  A»m 
er  dem  Keyser  grosse  und  gebürende  reverentz  bewiesen,  hebt 
er  also  an  zureden: 

&  Ira  Land  Becher    regiert  vor  Zeiten  ein    weiser    and  ver- 

stendiger  Keyser,  der  hiesse  mit  Nammen  [92]  Mussulmanas, 
uod  hat  vier  Weiber :  eyne,  so  seines  Vatters  Bruders  Tochter, 
die  andern  drey  aher  sonst  grosser  Fürsten  Kinder  waren.  Die- 
weil  mm  diser  Musaulmanus,  wie  gebort,  weiü  und  verstendig, 

10  was  er  darzu  auch  sehr  gelehrt,  derhalb  warden  von  ime  alle 
gelehrten  unud  tugendtliehende  Leut,  lieb  und  in  hohen  ehren 
gehalten ;  zu  dem,  so  ofPt  er  höret  solche  Leut  in  seiner  Statt 
ankommen  sein ,  liesse  er  sie  mit  herrlichen  und  gtattlichen 
Gaaben  verehren:  Derhalb,  und  umb  gedachter  tirsach  willen, 

ift  hat  er  stets  viel  gelehrte  Leut  umb  sich  unnd  an  seinem  Hoff, 
mit  welchen,  so  hM  er,  gemeiner  gescheiten  halb,  platz  haben 
mocht,    die  zeit,    mit  maucherley    seltzamen   und  tugendt  an- 
trefFenden  dingen,  zu  bracht.     Es  begab  sich  eins  tags,  daG  ein, 
Fhilosophus,  den  man  ftlr  ein  treffenlif  93]chen,  und  der  Ni 

ao  verstendigen  überauB  gelehrten  Mann  hat,  mit  dem  Keyser  üe- 
sprech  hielt,  der  batt  in,  dai^  er  im  etwas  wunderbars  voq 
wüTckung  der  Natur  erzellen  wölte:  denn  weil  er  ein  alter,' 
betagter,  danso  ein  viel  belaß rier  und  hochgelehrter  Mann  were, 
vermeint  er  etwas  gedenckwürdigs  von  ime  zuhören:  unnd  xwiir 

i&  der  wohn  hatte  in,  den  Keyser,  nit  betrogen,  es  hebt  der 
PhiloHOphus  an  zureden,  und  sagt:    Guedigster  Herr,    euwem 

willen  zu  erfüllen,  unnd  euwer  begeren  zu  erstatten,    bin  ich 

* 
10  warden]  sie! 

3  ^oese  .  <  .  bewiesen]  baciate  primierämente  1e   tnani.  S  ein 

.  ,  .    MuBSultnanns]   uu   »aggio    et  prudente    Imperadore    MusBuImaiio* 

7  Vatter«  Bruders]  zio.  b  Dieweil gelebrtl  Et    percio    ehe 

era  huomo  di  gran    dottrina.  U   gelehrten    ....    Leut]  virtuosi. 

12  Statt]  paese.  14  Derhalb  ,  .  ,  .  willen]  onde  nascea«  ehe 

15  gelehrte   Leut]    cQtAl    huomini.  umb   .  .  .    Hoff]    presso  di  i 

IG  gemeiner    geachefftenj    negocii    publichi.  17   mancherley 

dingen]  varie   et    virtuose    materie.  19  für  ein  .  ,  .  ICann]  huom^r 

d'  infinita  scienza.  22  weil  .  .  <  were]  et  per  1'  eta,  obe  di  gia  era 
grave,  et  per  la  molta  dottrina  di  lui.  26  Gnedigvter  Herr]   Sire. 

euwern  ....  geneigt]  2u»atz. 


I 


neben  schuldiger  pflicht,  alle  zeit  geneigt:  und  dieweil  ich  gieTie 
euwer  Mayesteth  grosse  begierd,  etwas  wunderbars  der  Natur 
zu  hören,  zuhaben,  wil  ich  euch  etwas  erzehlen,  daü  ich  wunder- 
barlichers  meine  tag  nye  gesehen  noch    gehört  liab»     Ich    bin 

5  Tor  wenig  jaren  in  die  Land,  so  gegen  Nidergang  der  [94] 
Sonnen  gelegen,  etwas  zuverrichten,  gereisefc,  in  welchen  Landen 
ich  wol  gesehen  hab,  daß  viel  gelehrter  Leuten  da  wohnen, 
auch  in  hoher  achtiing  und  allen  eliren  gehalten  werden.  Nun 
hat  ich  einen  weisen  und  gelehrten  Jüngling  stets  bey  mir, 
mit  welchem  ich  jetz  in  die,  demnach  in  ein  ander  Statt  spa- 
ladert  unnd  wandelt,  da  wir  von  viel  und  mancherley  geltzaraen 
aaefaen  der  Natur  ofiFt  zu  reden  pflegten.  Auff  einen  t^g  aber 
sagt  er  mir,  daß  er  ein  solche  wunderbarliche  heimligkeit  der 
Natnr  wißte,  so  die  anderen  weit  Obertreffe,  das  were  nemlich 
diese:  Er,  so  ofFt  ira  gefellig,  nemme  ein  Thier,  welches  er 
wolte  unnd  im  gefellig  were.  das  tödte  er,  spreche  demnach 
ettliche  Wort  über  das  getödte  Thier,  so  kerne  unnd  schluffe 
demnach  sein  lebendiger  Geist,  in  deß  getödten  [95]  Thiers 
Leib,  unnd  lege  hiezwiachen   sein  Leib,  so  lang  sein  Geist  in 

K»  deß  Thiers  Leib  were,  unbeweglich  unnd  todt,  unnd  wurde  das 
getodte  Thier  durch  seinen  Geist  wider  lebendig ;  wenn  im  denn 
nicht  mehr  gefellig  were  mit  seinem  Geist  im  Thier  zu  bleiben, 
kehrte  er  wider  mit  dem  Leib  deß  getödten  Thiers,  darinn  denn 
sein  Geist  were,   zu  seinem  todten  Leib,    spreche  die  vorigen 

■6  Wort  so  wiche  sein  Geist  auß  deß  Thiers,  widerumb  in  seinen 
eigenen  Leib,  so  fiele  demnach  das  Thier  nider  imnd  were  todt, 
wie  es  zuvor  auch  gewesen,  er  aber  wurde  wider  lebendig,  und 
kerne  zu  seiner  vorigen  gestalt  Solches,  als  ich  es  horte,  be- 
duncket  mich  unmüglich  sein  zu  geschehen,  s^t  auch  daß  mich 


%  eower  Mayesteth]  vi  wunderbars]  mirabil  »ecreto.  5  in 

die  Land  ,  ,  .  ,  gelegen]  nelle  parti  occidentali.  7  daß  ....  werden] 
in  que'  paefli  molt*  huomiiii  di  alto  et  nobÜ  iptelletto  dotati  ritrovarBi. 
10  spatdert  unnd  wandelt]  me  n'  aadavo.  15  Er  ,  .  .  .  Thier]  qua- 
lanque  fiaia  k  lui  piaceä.  uceidendo  un*  animale  di  qualnnque  specie 
■i  fasse.  17  kerne  und  schluffe]  passando.  19  unnd  lege  .  .  .  todt] 
il  iKTOprio  corpo  morti  lasciava,  2ß  das  Thier {  Tanimale  irrationale. 
27  er  aber  .  .  gestalt]  egli  nel  primiero  »uo  atato  ritornava.  28  Solches, 
als  ich  es  horte]  la  qaal  ooaa,      29  sagt  .  ,  .  .  Augen  |  et  cedendo  egli, 


tur         I 
ler- 


56 


sokhes  oiemandts  zu    glauben    bereden  wurde,    ich    «die 
denn  es  mit  meinen  aelbs  eignen  Augen.     Aüff   das,    weil  ich 
mein  lebttig  grosser  wunder  nicht  sehen  möchte,    kam    ich  in 
ein  so  grosse  begierd,  wie  ich  solche  Kunst  sehen  uimd  lehrnen 

h  könte,  und  befleiL^  mich  gegen  dem  Jüngling  mit  aller  dienst- 
barkeit sein  gunst  zu  überkommen,  hielte  stets  mit  einbrünstigem 
flehen  uoiid  bitten  an,  braclit  nach  langer  zeit  zuwegen,  daß  er 
leatHch  mich  erhört,  unnd  erzellete  wimderbare  künst  lehret. 
Der  Philosophus,  als  er  diu  dem  Keyser  erzeilet,  sagt  er :  Wie 

lokan  das  müglieh  sein?  wenn  ich  das  nicht  selbs  siehe,  wirdt 
ich  es  nicht  glauben,  unnd  wirdt  mich  kein  Mensch  solches  zu 
geschehen  mügüch  sein,  öberreden.  Damit  ir,  daC  solchs  wi>l 
müglieh  sey,  glauben,  so  wil  ich  es,  sprach  der  Philosophus, 
mit  der  That  selb^  beweisen;    und    begert   im  hiemit   ein  un- 

iB  vernünfftig    Thier   zu [9 7] bringen:   da   biesse    der   Keyser  von 
stundan  einen  Spatzen  bringen,  den  nimpt  der  Philosophus,  er-^ 
würgt  in,  und  wirttt  in  an  die  Erden,   murmelt   etliche  Wort" 
öVier  in,  fallet  von  atundan  todt  autf  die  Erden,  der  Spats  aber 
wirdt  wider  lebendig,    fleugt   in   dem  Saal   da  sie  waren*  hin 

2i>  und  wider.  Ueber  ein  kleine  weil,  sitzt  der  Spatz  auff  den 
todiuen  Cörper,  singt  ein  wenig,  so  steht  der  Philosophus  wider 
auff,  unnd  ist  lebendig,  der  Spatz  aber,  wie  er  vor  was,  bleibt 
todt  Von  welcher  Geschieht  sich  der  Keyser  übersehr  ver- 
wundert, bekäme  ein  grausam  grosse  begierd  solche  heimligkeii 

25  auch  zu  erfahren,  bitt  gantÄ  freundtlich  unnd  trungenlich  dei 
Philosophum,  im  solche  Kunst  zu  entdecken.     Der  PhilosophoÄ 
durtft  einem  solchen  Potentaten  das  nicht  abschlagen,  und  zeigt 
im  alle  heimligkeit  an.    Als  [98]  nun  der  Keyser  dieser  Ko^ 
ein   Meister  worden,    tödt  er  gemeinlich    alle  tag  ein   Vogel( 


ch«5  malagevobneule  ciö  mi  potea  persuadere,  ne  face  atla  pre»en&| 
mia  la  prova, 

4  solche  ,  .  -  lehrnen]  quello  apparare.  6  sein  fzumi  zu  Über 

kommenl  stusatz,     mit  .  ,  .  bitten]  con  miei  continoi  preghi.  8  «r 

Äcllete  wunderbare  Ivüust)  lo  II  unnd  wirdt  ,  .  .  Ilberreden]  sasatz. 
14  und  begert  .  .  .  zubringen  1  fatemi  hör*  hora  un'  aniniale  irrationale 
qui  portare,    che  il  tutfco  io   vi   faro   ?edere.  20  Ueber  .  .  ,  weil) 

dopo  buoii  apatio.  23   Von    welcher   Geschieht  j    di    che  .  .      , ,  « 

come  al  ülosofo  ayeniito  era.    25  gantz  ....  trungenlich]  carameate. 


57 

dnllüffe  mit  seinem  Geist,  seinen  Leib  todit  ligen  lassende,  in 

Jeuselbigen,  wenn  er  sich  denn  ^^nug  erlußtiget,  kam  er  wider 

(ber  sein  Leib,  gab  im  seinen  Geist  wider,  und  Hesse  den  Vogel 

Ho<U  ligen.     Es  ward   auch   dieser  Keyser   ¥on  den  seinen  lieb 

.'►gehalten,    denn    er  das   böÜ    nngestrafft   nicht   hingehn   Hesse, 

hielt  aber  hierieben  die  frommen  in  grosser  achtung  unnd  lieb, 

lebte  auch   raeniglich  in  gntem  frieden   unnd  stiller  ruh.     Nun 

^^Jiiatte  der  Knyser  an  seinem  Uoff  ein  grossen  Herren  und  Raht, 

^■er  wußte,  daß  der  Keyser  ein  solche  knnst,  wie  obtaut,  konte, 

^■ler  ward  vom  Keyser  sehr  lieb  gehalten,  das  wuOte  der  liahi 

^"wül,  ?ert'Qgt  sich  eins  tags  zu  im,  unud  sagt:  Aller  gnedigster 

Herr,  ich  weiß,  dab  euwer    Mayesteth  mich    [99]    biß  anhero 

sehr  lieb,  und  noch,  gehalten  hat,  das  ich  darbey  mercke,  dal^ 

ihr  nicht«  so  heimlichs  nye  gehept  und  noch  haben,  das  ir  mir 

_iijiicht,    als    euwerem    geheimesten    Raht,    außgenommen    diese 

iieimligkeit  (hiemit  die  kunst  nennende)  darumb  ich  euch  under- 

thenig  danck  sag,  geöffnet  oder  mitgetheilt  haben:  derhalb  so 

bitt  ich  euch,  so  hoch  ich  kan  und  mag»  wollen  mir  auch  das 

nicht  verhalten.    Die  weil  der  Keyser   diesen  seinen  Raht   sehr 

|ii.lieb  hat,  Hesse  er  sich  überreden,    und    lehrt  in  diese  kunst, 

^^  unnd  thet  von  stnndan  der  Raht  dieser  kunst   die   erst^e  prob. 

Als  er  nun  siebet,  daß  er  diese  ohne  fahlen  ergriffen,    begibt 

es  sich  auff  ein  zeit,  daß  der  Keyser   mit  seinen    Herren   auff 

das  Gejagt  reit,  und    als  er  und  sein  Raht  zimlich    weit    vom 

>  audern  HotfVolck   kommen  war,    treffen   sie  zwen  Hirtzen  a«, 


l  sebHeffe]  sie! 


11  4  Eb  .  ,  -  .  ruh]  et  con  questa  arte  dell'  animo  di  molii  de  »uoi 
'VassalH  accertandoai,  i  malvagi  caati^ando,  et  i  bnoni  con  inolti  premtt 
ticonoBcendo ,  V  iroperio  suo   in   somma  tranqaiUita  tenea.  7  Nun 

,  ,  ,  ,  ,  verhalten)  Di  queato  fatto  il  consi^lier  auo  avedutosi,  »apemlo 
^^egli  quanto  al  iuo  prencipe  caro  fasse,  diviaando  uno  giomo  86 co,  corae 
^■li  cotal  Bua  arte  si  fusne  accorto,  gH  venne  k  raccontare,  et  dimoatran- 
^'^dogli,  che  f-gli  d*  ogni  auo  secreto  (merce  di  luij   consapevol*  era,    in- 
tiniti  preghi  gli  porse,  che  ciö  ani-o  ja^l'  havesse  a  palesare.         19  Die- 
weil  .  .  -  lieb  hat]  onde  araandolo  1'  Imperadore  somniamente     et  per 
ciö  disposto  ad  ogni  modo  di  compiacerlo-        2Ü  daü  der  Keyaer  . 
reit]  eaaendo  co  '1  suo  aignore  inBiemo  ito  alla  caccia.         25  Hirtzen] 
cerve. 


58 


toen     I 
Jen:  ■ 


4 


die  bringen  sie  iimb,  [100]  ond  gedenckt  der  Raht,  er  bab« 
jetz  sehr  gute  gt5legenheit,  ein  scbendtliche  That,  die  er  lang 
im  Sinn  gehept,  in  das  werck  zubringen,  sagt:  Herr,  wollen 
wir,  die  weil  wir  weit  von  unserer  Gesellschafft  sein,  mit  anaeni 

fx  Geistern  in  diese  zwen  Hirtzen,    unnd  uns  in  diesem  schönen 
grünen  Wald  und  denen  Büheln,  ein  wenig  belustigen?   Fl 
war,  sagt  der  Keyser,  dein  raht  gefeilt  mir,  es  ist  nicht  müg- 
lich,  denn  daß  wir  durch  dieses  grossen  lust  entpfahen  werden: 
steig  hiemit  ab  dem  Pferd,  band  es  an  einen  Baum,  geht  zum 

lu  Hirtzen,  sprach  die  wort,  der  geheimnuß  Ober  denselben,  lassei 
seinen  Leib  fcodt  ligen»  fahrt  mit  seinem  Geist  im  Hirtzen  dahin. 
Von  stundan,  als  das  sein  liaht  siebet,  steigt  er  auch  ab  seinem 
Pt'erdt,  achtet  aber  keines  aiibindens,  laufft  über  deß  todfcen 
Keysers  Leib,  spricht  die  Wort  auch,  [101]  lasset  seinen  todtea 

iB  Cörper  da  ligen  ,  sitzet  mit  deÜ  Keysers  Leib  auff  das  PferdJ 
kompt  wider  zu  der  Gesellschafft,  und  reiten  in  die  Statt:  und 
die  weil  er  deG  Keysers  Leib  unnd  Form  hat,  ward  er  auch  als 
der  Keyser  von  meoiglichem  geehret.  Nach  dem  sie  nun  in 
Palast  kommen,  fragt  jederman,  wo  der  Raht  hinkommen  were» 

20  da  wuOte  kein  Mensch  nichts  von  zusagen :  deb  st^jllet  er  sich 
sehr  traurig  zusein,  sagt  auch  er  were  vielleicht  von  der  Ge- 
sellschnfft  zu  weit  kommen,  und  etwan  im  Wald  von  den  wilden 
Thieren  zerrissen  worden.  Dieser  Raht  nun  regiert  das  gantse 
Reich,  unnd  was  dem  rechten  Keyser  zugestanden,    verrichtet  ■ 

aft  er  alles  wol  unnd  fleissig.     Dieweil    aber  Gott  nicht  wil,   däli  f 
einig  Laster  lang  verschwiegen  bleibe,  sonder  an  tag  und  die 
Sonnen  komme,  begibt  es  sich,    nach  dem  er  bey  den  dreyen 
deli  Keysers  [102]   Weyber  schon  gelegen  was,  unnd  auch  zu 
der  sich  legen  wolt,  die  seines  Vatters  Bruders  Kind  was,  und  ■ 

w  in  der  vierdten  nacht,   nach  dem  er  wider  vom  Gejagt  heim- 


1 


28  Weyber]  aic! 


3  Herrl  Sire.  5  Hirtzen]  cerve.        in    diesem  ,  .  ,  Büheln]   |»«^i 

queRti  verdi  colli.  9  xtim   Hirtnen]   Bopra    iina   delle  morte  cerveu 

H  im  Hirtzen]  nella  <!erva.  15  sitzet  .  .  Pferd)  in  qoeUo  delT  Im- 
penidore  collo  apirito  pasaö ,  et  aopra  del  cavallo  di  lui  montftto. 
19  fraqrt  ....  were)  dimandata  k  molti  de*  baroni  del  conaigliere  no- 
vella.      25  woi  unnd  ßeisäig|  zuaatz,       26  aonder  .  ,  ,  komme]  ti 


I 


Sien  zxk  ir  ac  das  Bett  le^t  merckt  sie  wol,  daß  wider 

■llen  brauch,  sitt  und  gewonheit  deß  Keysers,  er  sie  umbfahet, 

küaaet  und  trucket,   und   wugte  aie  wol,   daß  der  Keyaer   ihr 

Mann  diese  Kunst  kont.   da  Li  er  mit   seinem   lebendigen  Geist 

6  in  andere  Thier  kommen  könte,  fiel  ir  auch  ein,  daß  man  seid- 

hero  den  Raht  nicht  mehr  gesehen  hat:  Unnd  dieweil  sie  ein 

gar  rerstendig  Weib  was,  gedacht  sie  von  stimdan,  der  Keyser 

ir  Mann  were  zu   grossem    seinem    Unglück   betrogen   worden. 

I       Dnnd  wiewol  der  Raht  den  Leib  unnd  alle  geatalt  deß  Keysers 

lo  hat,  nichts  desto  weniger  so  springt  sie  behend  ab  dem  Bett, 

thut  doch  [103]  nicht  dergleichen,    den    betrug  gemerckt  zu- 

f       haben^  und  sagt:    Ich  hab  Herr,    ein    wenig  vor  dem  ir  euch 

'      tXL  mir  gelegt  haben,  ein  wunderbar  unnd  erschrocken! ich  Qe- 

^  sieht  gesehen,  welches  mir  au  ff  diGmabl  euch  zu  sagen  verbotten. 

^^Danimb  hab  ich  mir  gentaslich  {biß  daß  ich  siehe,  was  diß  er- 

^Pechrockenliche  Gesicht  für  ein  anßgang  oder  end  nemmen  werde) 

Keuscheit  zu  halten  fürgenommen,     Derhalben  so  bitt  ich  euch, 

ir  wollen  urab  der  ursach  willen  nicbt  mehr  zu  mir  kommen: 

bdenn  so  ihr  mich  nicht  erhören  wurden,  so  wölt  ich  mich  ehe 
selbfit  nmbbriugen.  denn  euwers  willens  pflegen,    Wiewol  diese 
Wort  dem  Keyser  sehr  mißfielen,  jedoch,   weil    er    difi    Weib 
über  die  maß  lieh  hat,  wolt  er  wider    ihren  willen,   damit  sie 
sich  selbst  nicht  leibloü  machte,    iren   [104]  nichts  zu  fügen, 
unnd  wundert  in  sehr,  was  doch  für  ein  Gesiebt  das  gewesen 
ü  were,  demselben  stets  nach  sinnende,  und  nichts  desto  minder 
alle  Öeschefft  deß  Reichs ,  und  was  einem  frommen  unnd  ge- 
j       rechten  Keyser  zuatendig,  versehende.     Der  rechte  Keyser  was 
^B  jetz  in  ein  Hündin  verkehrt,   ward  von  den  Hirtzen  selbst,  unnd 

^H  1  wider  .  .  .  gewonheit]  divers  am  ente  da  IIa  tiBata  maniera.  7  gar 
^B  veratendig]  di  ^»elliasimo  ingegno.  9  den  Leib  utind  alle  geatalt]  il 
"  oorpo.  12  Herr]  Sire.  15  biß  daü  ,  .  .  werde]  zuaat».  21  dem 
Keyaer]  al  falso  Imperadore,  23  iren  nicht«  za  fügen]  di  giacere  con 
lei  ai  ajitenne.  24  unnd  wundert  .  .  .  sinnendel  et  äolamente,  es'^en- 
dogli  il  riDianente  vietato ,  di  iniraria  et  di  aeco  ragionare  ai  conten- 
iava.  26  einem  .  .  .  Keyser]  al  vero  et  giuato  Imperadore.  27  was 
.  .  .  leiden]  essendo  in  cerva  trumutato ,  da  ogni  aorte  di  disaventura 
percoflflOf  eaaendo  da  cervi  maschi  molto  peraeguitato  et  d&'  altri  ani- 
mali  brtiti  äpesse  volte  Öeramente  batiuto. 


60 

iillt'ii  tiiidercii  Thieren  sehr  übel  gestossen  iinnd  verfolget,  und 
wolten  in  niergend  leiden ^  nimbt  im  nohthaib  für,  eich  von 
inen  zuthun,  unnd  allein  zu  halten,  kompt  eins  tags  aaff  ei» 
Feld,  findet  einen  Papengey,  so  kurtzlich  gestorben .  auff  dem 
Feld  ligeii ,  gedacht,  wenn  er  mit  seinem  Geist  im  selbigen 
were,  wurde  er  nicht  ao  ein  arbeitselig  leben  mehr  haben,  als 
in  disem  Thier  der  Hündin:  sprach  die  Wort,  imnd  ward  zu 
einem  Papengey,  unnd  fiel  der  Hirtz  nider  und  was  todL  Er 
ver[lü5]fügt  sich  zu  andern    seines    gleichen  Vögel,    und    was 

I  nicht  weit  von  der  Hauptstatt  ein  Vogler  mit  einem  Garn,  Pa- 
pengey zu  fallen,    nubgangen*     Nun    sähe  der   Papengey    woL^ 
daß  der  Vügler  viel  fahen  wurde,  gedenckt  in  im  selbst,  stchH 
auch  durch    den  Vogler   (ob   er   vielleicht    zu  vorigem  seinem 
Stand  kommen  möchte)  fahen  zulassen,  welches  denn  auch  be- 

.  Schicht,  uml  wirdt  mit  aiidem  Papengeyen  in  ein  groli  Kätin] 
verschlossen:  demnach,  als  der  Vogler  mehr  zu  fahen  vermdnti'i 
und  das  Garn  wider  zu  richtet,  bicket  der  Papengey,  so  einesi 
Menschen  Geist  in  ime  hat  das  nägeleiu,  damit  das  Thürleial 
deß  Käfins  verschlossen,  mit  dem  Schnabel    hinweg:    als   nun 

»  das  Thörlein  offen,  fliegen  die  Vögel  all  hinweg,  allein  er  bleibtj 
darinn.    Es  steht  nicht  lang  an,  der  Vogler  will  sehen,  wo  »eine| 
Vögel  seyen,*  [106]  so   er    zum  Käfin  kompt,   siebet   er  nichlj 
mehr  denn  einen  noch  vorhanden ,   auch    sein  mtly  und  arbeil 
den  gantzen  tag  vergebens  sein,    wirdt    derhalb    sehr  traurig,"' 

t.  unnd  thut  das  Thürlein ,  damit  der  eintzig  nicht  auch  hinaub 
komme,  zu.  Der  Papengey  tröstet  den  Vogler  gantz  freuudt- 
lieh  und  mit  lieblichen  Worten,  von  welchem  er  sich  grölilich, 
dali  ein  Papengey,  so  erst  newlich  gefangen,  so  wo!  und  weib- 
lich reden  konte,  widerumb  erfrönwet,    vermeinende  ein  groß 


Vögel]  aicl 

6  als        .  Hündin] 


9  105]  fUkchlicb  85  gedruckt 

^  kompt  ....  Feld]  suaatz.        6  aU        .  Hündin]  sasafcs.     7  did 
Wort]  le   parole,    che  cotal    virtu  haveano.  8  dt»r  Hirtz]  la  cervii 

lü  nicht  weit  ,      .  Vogler]  urio  uccellatore   della   citta   »ua  prlncipal« 
11  Nun  .  .  .  wurde]   susatz.  14   welches     .  *  verschlossea]    in  uoa 

luogo  s'  acroitcidt  dove  datlii  rete  potesse  etieer  coperto;  et  in  cotal  ^aii 
dall'  acellatore  in  catnp^\guia  di  molti  altri   ucelH   et   papagalti   voll«.! 
eaaer  preeo.  26  gantz  .  .  ,  WortenJ  con  aaggie  et   prudenti  pürole. 

28  daBj  parendogli  cosa  impOBsibüe,  ch' 


6dt  TOD  di^em  Vogel  zu  bekommen,  unud  redet  deßhalb  stetd 
mit  ime,  und  als  er  m  so  weiblichen  aotwort  geben  hört,  macht 
er  sein  Garn  zu  samoien,  geht  mit  dem  Vogel  von  stiindan 
der  Statt  zu,  redj*t  hiezwischen  von  mancherltjy  sachen  mit  dem 

ft  Vogel,  und  die  weil  er  in ,  wie  gemeldet,  gantz  zieriichen  und 
mit  grossem  verstand  reden  ho[107jret,  hat  er  ein  gute  hoff- 
ntmg,  grosse  Reichthumb  voo  irae  zubekommen.  Als  er  nun 
in  die  Statt  unnd  auÜ'  den  Marckt  kommen,  begegnen  ime 
etliche  seine  Frennd  und  Bekannte,  stellen  in  zu  Ked,  hiez wischen 
erhebt  sich  nicht  weit  von  inen,  ein  grob  Getümmel  und  Tu- 
mult, und  fragt  der  Papengej  seinen  Meister,  was  das  für  ein 
wild  geschrey  sey.  Er  sagt,  Die  Leut  sprechen ,  es  habe  ein 
Edelman  verschien ene  Nacht  bey  einer  verrilrabten  unnd  scliönen 
Huren  geschlaffen,  dieaelbige  habe  in  autf  dibmahl  angetroffen, 

ifr  bey  seinen  Kleidern  erwüscht,  unnd  von  ime  wolle  sie  hundert 
Kronen  haben,  denn  sie  von  keinem  niemals  weniger  genommen, 
welches  aber  der  Edelman  zugeben  sich  weigere,  und  nicht 
geben  wolle,  derhalb  sich  solch  Geschrey  erhebt  habe.  Der 
Papengey^  als  er  solchs  vernom[108]men,  sagt:    Meister,  das 

«0  ist  fürwar  «in  böser  Handel ,  jedoch  so  halte  ich  für  gewiß, 
wenn  sie  für  mich  kämen,  ich  wolte  sie  ires  Gespans  halb  mit 
einandern  vereinbaren  unnd  vertragen.  Der  Vugler,  so  schon 
allbereit  deG  Vogels  grossen  verstand  gnugsam  gespilrt,  gibt 
denen,  so  mit  ime  geredt,  das  Käfin  mit  sampt  dem  Vogel, 
ime  sorg  darzu  zuhaben,  und  zu  behalten,  lauffb  den  nechsten 
dena  Geschrey  zu,  und  als  er  mit  etlichen  worten  den  Edelman 
und  das  Weib  gestillet,  nimpt  er  sie  bey  den  Benden  ,  und 
führt  sie  mit  ime  für  den  Papengey,  unnd  sagt  zu  inen:  Wenn 


l  redet  .  .  .  ime]  coutinuAudo  il  raggionamenio  con  lai.        3  mit 
dem  Vogel J  eeco»  5  gantz  zierlichen  .  .  ,  verstand!  con  quanta  ra- 

gione  et  intelletto.  9  Freund  und  Bekannte]  amici.  10  GetOmmet 
und  Tntnolt]   tumnlto.  12  eä  habe  ....  gescblaffen)   ch*   era  una 

fajuosa  et  belllBsiuia  meretrire,  la  qaale,  sendcai  la  nette  dinanzi  sog- 
nata  d*  esaere  con  uno  gentir  buonio  della  citta  giacinta.  16  Kronen  | 
scudi  19  dms  iit  ,  .  .  Handel]  Mala  co»a  nel  reto  6 ,  che  percid  si 
fieramente  babbiano  insieme  ä  oontendere.  21  ire^  .  .  .  vertragen) 

doverli  accordare.  24  denen  .  .  .  geredt j  ä  quegl*  aniici  auoi,  che 

nella  piaxaa  havea  incontrati.        27  WeibJ  meretrice. 


ir  euweren  Gespann  undStreitt  diesem  Vogel  vertrauwen  wollen, 
so  sag  ich  euch  für  gewiß,  daß  er  ein  gerechte  Urtheil  «wischen 
euch  beyden  feilen  wiii.  Die  Umbstender,  als  sie  dieses  hören, 
verlachen  sie    den  Vogler,    veiiiieinen   iminügf  109] lieh  zusein, 

.'.  daG  ein  unvemilnfiPtig  Thier  solches  verrichten  könne.  Der  Edel- 
mann, so  solch  wunder  gern  gesehen  hette,  kehrt  sich  g^en 
»lern  Weib,  und  sagt  t  Wenn  du  deß  content  unnd  zu  frieden 
bist,  dat^  der  Papengey  in  dieser  sach  unnd  unserena  Gespann 
Richter  sey,    verheili   ich   dir   bey  meinem  Glauben,    was  er 

10  siirechen  wirdt,  daß  ich  dasselbig  halten,  unnd  darbey  wiU^ 
bleiben  lassen.  De(i  nun  die  Frauw  auch  wol  zu  frieden,  stellen  V 
sich  für  das  Käfin,  unnd  als  der  Papengey  sie  zu  beyden  tbeilen 
verhört,  auch  verstanden,  daü  sie  seiner  ürtheil  nachkommen^ ^ 
und  zu  frieden  sein  wolten ,  bevilhet  er  einen  grossen  Spiegel* 

16  sarapt  einem  Stull  herbey  zubringen :  als  das  beschehea ,  sagt  i 
er  zu  dem  Vogler,  er  solle  den  Spiegel  nemmen,  und  stracks 
gegen  dem  StuU    über  in    Henden    halten:    hierait   kehrt   der« 
Vogel  sich  [110]  gegen  dem  Edelmann,  und  sagt,  daß  er  von^ 
sfcundan  die  begerten  hundert  Kronen  autf  den  Banck  oder  Stull, 

an  gegen  dem  Spiegel  über,    hinauL^  lege,  so  das  Weib  ime  ab-^ 
fordere.     Deß  wirdt    die  Frauw  über  die    maß  frölich  ,    nichts  ■ 
anders  vermeinende,  denn  sich  die  hundert  Kronen  schon  all- 
bereit gewonnen  zuhaben,  dargegen  der  Edelman  gantz  trawrig,  ^ 
zeit  die  hundert  Kronen  auff  den  Stull  hinauÜ:  Und  ir  Frauw,  " 

u  sagt  er,  rüren  die  Kronen  auff  dem  Stull  nicht  an,  sondern  die 
nemmen,  so  ir  im  Spiegel  gleissen  und  herfür  glantzen  sehen: 
denn  ihr  bekennen,  daü  der  Edeimann  bey  und  mit  euch  ge- 
schlaffen, so  ist  es  nicht  uobillich,  dali  auch  ir  ein  solche  Be- 
soldung, so  dem  Schlaff  nicht  ungleich,   darron  haben.    Von 


1  Geäpann  und  Streitt]  differenza,        Vogel)  animale.        7  Weib] 
meretrice.  11  FratiwJ  meretrice.  15  tiampt  einem  ^tull]  luaat^ 

u&gt  er  .  .  .  halten]  recatogli  dinanzi  lo  specchio,  et  aopra  uno  desco 
ripoflto  t  al  patron«  auo  dkse ,  €he  quello  in  piede  diritto  havease  k 
tenere.  1^  den  Banck  oder  Stull]  i1  desco.  20  gegen  dem  Spi^gd 
aber]  zmati,         21  frdlich)  liata  et  alJegra,  24  auff  den  8tuU]  al 

dirim petto  dello  specchio.  26  so  ir  .  .  .  ttebenj    che   dentro   dello 

»pecchio  si  acorgono.  27  denn  .  ,  .  geschlaffen]  esüendo  il  vostro  col 
gentir  hnonio  atato  uno  aogno.  28  ein  solche  Besoldung]  la  mercedt. 
che   per  niö  dimandate,       29  SeWu.ß']  sogno. 


solcher  Urtheil  verwunderte  sich  das  gantze  Volck  sehr  heflRtig, 

und  ob  sie  gleichwol  solchs  mit  iren  Aii|  llljgen  gesehen,  mit 

ihren  Ohren  gehört,    vermeinen    sie   doch  kaum  müglich  sein, 

daL^  ein  uuvernünfflig  Thier.  mit  solchem  Verstand  imnd  WeiÜ- 

•  heit,  ein  solche  Urtheil  hab  aussprechen  können  :  Derhalb  man 

in  der  gantzen  Statt  von  diesem  Papengey  sagte,  und  lestÜchen 

für  die  Keyserin  diese  neuwe  zeittung  auch  käme,  die  gedachte 

gleich ,    dieweil    dieser  Vogel    so  wol   reden  könte ,    auch    mit 

«olchem  verstand  begäbet  were,  es  were  deli  Keysers  ires  Herren 

lö  Geist  in  diesem  Vogel,  verschafft  von  stundan ,   daß  man  den 

Vogel  mit  sampt  dem  Vogler  für  sie  bringen  solle.     Die  Diener 

verrichten  solchs,  es  wirdt  der  Vogler  zu  Hotf^  und  den  nechsfcen 

für  die  Keyseriii  geführt :  welche,  nach  dem  sie  lang  mit  dem 

Vogler  geredt,  wie  er  diesen   Papengey  gefangen,  und  was  er 

I»  für  tugenden  an  im  hette,  sagt  sie  [112]  zu  ime,  wenn  er  iro 

diesen  Vogel  zukaufen  geben  wolte,    so  wolt    sie  verschaffen, 

aund  ime  dermassen  bezalen ,    daß    er   sein  lebtag  nicht  mehr 

sich    mit    dem   Voglen    erhalten  müste.    Als    diese    Wort  vom 

Vogler  verstanden,   sagt    er:    AUergnedigste  Fraw,  wie?    Der 

20  Vogel,  ich,  und  alles  was  ich  hab,  steht  alles  in  euwerem  ge- 

walt,  ich  begär  auch  von  euch  nichts  anders,  denn  dal*  ir  diesen 

Vogel  von  mir  zu  einer  schencke  annemmen  wollen,  denn  ich 

euwer  gnaden  gunst  viel  höhyr  schetze,  denn  die  Reichthumh, 

^es  seye  so  viel  es  wolle,  so  ich  von  diesem  Vogel  bekommen 

Pltoöehte.    Ab  solcher  Red   verwunderte  sich  die  Keyserin  sehr, 

bette  auch  nicht  vermeint,  dali  dieser  arme  Vogler  mit  solchem 

^^^erst^nd  begäbet  were,  nimpt  hiemit  den  Papengey,  verordnet 


lern  Vogler,  wegen  seiner  freygebigkeit,  jerliehen  füntfhun-[113] 
ert  Gulden  zu  geben,    laut  auch    dem  Vogel  ein  sehr  schön 


1  das  gantze  Volck]  il  popolo,  che  preseDte  vi  si  ritrovo.      2  mit 
ihren  Ohren  gehOrtJ  znaatz.  4  Verstand  nnnd  Weißheit]  pnidenza. 

5  Derhalb  .  ,  .  8agte|  avenne,  che  perciö  il  nome  del  papagallo  per  la 
citta  tutta  celebre  et  famoso  divenne.        7  diese  neuwe  «eittoDg]  ci6, 

8  ao  wol  .  .  ,  begäbet  were]  di  tanta  ragione  et   prudenza  era  dotato. 

9  Herren]  manta.  14  wie  er  .  .  .  bette]  »opra  la  presur»  et  la  virtu 
deir  aniniale.  16  vergchaflfen  ,  nnrid]  zusata.  18  Ale  .  ,  .  .  ver- 
standen] le  qnai  parote  dalla  Imperatrice  dette.  19  AUergnedigste 
fraw]  Diadonna.  20  ich  und  ,  .  .  bab]  et  io.  26  arme]  zuaatz. 
pit  solchem   VerütandJ  di  ai  nobil  animo.    29  Gulden  j  ucudi  d'  eiitrata. 


64 


I 


und  köstlich  Käfiu  machen,  hencket  ihn  in  ihr  kamniem,  unnd 
vertreibt  den  mehrern  theil  zeits  den  tag  mit  allerley  unod 
seltzamen  Reden,  mit  ime.  Es  war  jetzunder  diest*r  Pa|ieügey 
bili  in  zwen   Monat  tag   und  nacht  in   der  Keyserin   Kammern 

^  gfewesen,  aber  niemals  gesehen,  dali  der  falsche  Keyser  bej  der 
Keyserin  gelegen  were,  del^halb  er  auch  über  die  mab  wol  zo 
frieden  unnd  frölich  was.  Es  begäbe  sich  auff  ein  a&eit ,  dsb 
die  Keyserin  an  einem  morgen  allein  bey  dem  Papengey  in  der 
Kammern  was,    sagt    sie  zu  im:    Ich    siehe  fürwar,    du  mein 

10  schöner  unnd  verstendiger  Vogel,  die  weil  du  den  gants&en  tag 
von  allerhand  sachen  mit  mir  so  gantz  klug  unnd  weiblich 
redtst,  dab  du  nicht  ein  unvernünfftig  Thier  bist,  kau  aüch 
solches  nicht  glauben,  ja  viel  [114]  meJir  halte  ich,  daÜ  du 
ein  Geist  einer  edlen  und  hoheo  Person  seyest,  unnd  vielleicht 

it,  durch  die  schwartze  kunst  oder  zauberey  in  einen  Papengey 
verwandlet  worden:  werui  denn  demselbigen,  wie  ich  glaub,  also 
Ist^  bitt  ich  dich  gantz  freu ndtl ich ,  mir  solches  nicht  zuver- 
halten. Der  Papengey,  als  er  die  wort  der  Keyserin,  seiner 
lieben  Frau  wen,  verstanden,  konte  sich,  wegen  grosser  liebe  sa 

ti^  er  zu  ir  hat ,  nicht  leuger  enthalten ,  erzellet  iro  die  gantza. 
History  oder  Geschieht,  vom  an  fang  bili  zam  end,  und  wie  er». 
wegen  deü  treuwloaen  und  schendtlichen  seines  Hotfraths,  biß 
anhero  in  einem  so  jaraerseligen  und  ungltickhafften  Stand  ge- 
wesen seye,  etc.   Die  Keyserin  gibt  zu  antwort,  dass  sie  solche« 

si,  wol  gemerckt ,  an  der  ungewohnten  deß  Keysers  geberd  mid 
liebe,  so  er  gegen  ir  erzeigt,  auch  wie  sie  sich  ehe  iimbgebracht 
haben  wolte,  denn  mit  ime  sich  zu|  11 5] vermischen.  So  ir 
wollen,  sagt  der  Papengey,  können  ir  von  stundan  wol  mittel 
und  weg  finden,  mich  gantz  und  gar  wider  zu  vorigem  meinem 

»0  wesen    und    stand    zubringen ,    und    vom    schendtlichen    Rabi 

2  allerley  unnd  deltzamenj  vnrie.  4  bif3  in  zwen  Monat]  per  loj 
apatio  i\i  duQ  mesi.  6  über  ...  frölich]  lieto  et  allegro  oltre  mi-l 
dura,  tutto  cb'  in  m  misero  stato  si  ritrovasse.  9  sie]  1*  Impemtnofs.] 
10  schöner  ...  Vogel]  siiggio  et  prudente  acüinale  12  ein  anver^  J 

nQnfftig  Tbittr]  irrationale  14  edlen  und  boheit]  nobil  15  echwaiiMl 
.  .  .  zauberey J  arte  nigroinantica.  18  atnner  lieben  Frnuweu]  xuiatKJ 
21  Historj  oder  Geschieht!   bistoria,  24  etc.]  xutatz.  2^  tnittei 

uiui  weg]  rimedio.  3€   we«en    und   stand  |  Btato.  scbeticlt]ich«o|J 

malvagio  et  perßdo. 


65 

gebflrende  räch  und  straff  nemmen.  Solches,  wie  es  geschehen 
kdnte ,  begert  die  Keyserin  gantz  begierlichen  iro  anzuzeigen, 
denn  sie  in  der  gantzen  Welt  nichts  köstlichers  wünschen  könte. 
Wie  solches  geschehen  kan,  sagt  der  Papengey,  wil  ich  euch 

•  anzeigen.  Wenn  der  falsche  Keyser  mit  meinem  Leib  zu  euch 
kompt,  so  erzeigen  euch  frölich  und  freundtlich  mit  umbfahung 
g^fen  im,  und  sprechen:  Ich  mag  fürwar  wol  sagen,  daG  ich 
die  aller  unglückhafftigst  Frauw  in  der  gantzen  Welt  sey :  denn 
Grott  geb,    wie  sehr  unnd  einbrünstig  ich  euch  liebe,    ist  mir 

10  doch  unmUglich,  euwerem  willen,  wie  aber  vormals,  zu  [116]  ge- 
horsamen, auG  Ursachen,  daG  mir  euwer  Person  halb  seltzame 
gedancken  einkommen :  denn  ir  vormals  oSt  mit  euwerem  le- 
bendigen Geist  (euch  zu  erquicken  und  erlustigen)  etwan  in 
ein  todt  Thier  gefahren  sein,  welches  aber  ich  jetz  lange  zeit 

1»  von  euch  geschehen  sein,  nit  gespürt  noch  gesehen  hab :  so 
ich  denn  daran  gedenck,  vermein  ich  nicht  anders,  denn  von 
schmertz  unnd  kunmier  ich  sterben  müsse.  So  wirdt  denn  erst 
der  falsche  Keyser,  damit  er  einmal  seinen  willen  mit  euch 
vollbringen   möge,   unnd  ihr   auch  glauben.    daG  er  der  wäre 

*o  Keyser  sey,  euch  sonder  zweiffei  geneigten  willen  und  die  Werck 
erzeigen.  So  bald  er  nun  mit  seinem  Geist  in  ein  todt  Thier 
kommen,  so  werden  ir  denn,  mich  an  dem  trewlosen  Mann  zu 
rechen,  und  gebürende  straff  ime  widerfahren  zulassen,  gute 
gelegenheit  haben:  denn  [117]  so  bald  das  geschieht,  so  nem- 

tt  mend  also  bald  das  Käfin,  lassen  mich  über  meinen  todten  Leib 
fliegen,  so  kan  ich  mit  meinem  Geist  wider  in  ine  kommen, 
mein  vorige   gestalt  und    wesen    wideruinb  an   mich    nemmen, 

* 
1  gebürende  .  .  .  straff]  intiera  Vendetta.        4  Papengey]  animalo. 
6  kompt]  k  voi  si  voglia  accostare.       umbfahung]  carezzare.         9  wie 
.  .  .  einbrünstig]  quanto.     ist  mir  .  .  .  gehorsamen]  ritrovandomi  priva 
(li  potervi  godere,  come  prima  far  solevo.  11  seltzame  gedancken] 

sospicione.         13  erquicken  und  erlustigen]  sollazaudo.  16  vermein 

.  .  .  mOBsej  io  mi   sento   morire  di   dolore.  18   daniit  .  .  .  müge] 

che  niun'  ultra  cosa.  che  di  giacere  con  voi.  maggiormente  iion  disia. 
19  unnd  ihr  .  .  .  haben]  e  da  credere,  che  incontanente  per  conten- 
tarvi  et  accertarvi  in  cotal  guisa.  ch'  egli  il  vero  Imperador  sia.  col 
Bpirito  8U0  in  alcun  morto  auimale  passando,  ci  dara  occasione  di  poter 
della  i»erfidia  di  lui  rigid amente  vendicarsi.  24  nemmendj  aprendo. 
27  gestalt  und  wesen]  stato. 

Oiftffer«    Söhne.  5 


«6 

und  so  das  beschehen  ,  wir  widenimb  mit  einanderen  frölich. 
friedlich  iimid  einhelli^lich  leben.  Die  Keyserin,  nach  dem  ?i(* 
vom  Papengej  verraelter  mausen  instituirt  oder  underwiesen. 
begert  oh n verzog enl ich  die  Wort  in  das  Werck  zu  bringen: 
5  denn  auif  den  Abend t  desselben  tags,  kompt  der  falsche  Kevsen 
seiner  gewonheit  nach,  zu  der  Keyserin  in  ihr  kammer,  r«di 
n]it  iro  von  allerhand  Sachen,  biÜ  lestlich  die  Keyserin  von  der 
sach,  vom  Papengey  iro  angezeigt,  zn  reden  anhept,  unnd  wa* 
der  Papengej  iro  ftlrgeh alten,  ime  alles  erzellet.    Der  Keyser. 

10  so  nichts  höhers  und  liebers,  denn  der  Frauwen  [118]  gnmi 
und  liebe,  zo  haben  begert,  sagt,  nach  dem  er  der  Franwe 
begeren  verstanden :  Frauw,  in  der  warheit,  ist  dem  also, 
ir  meiner  Person  halb  so  lange  zeit  im  argwöhn  gestanden 
so  haben  ir  mir  grob  unbiO  gethon:  denn  eben  in  der  stund 

ift  da  ir  mir  solches  gesagt,  will  ich  euch  auß  diesem  zwei  fei  er 
ledigen,  d  erhalben  lassen  mir  von  st  und  an  ein  Hennen  herbringen 
so  mUssen  ihr  sehen  unnd  verstehn,  dali  bisher  euwer  argwöhn" 
falsch  gewesen.  Es  steht  nicht  lang  an,  man  bringt  ein  leben» 
dige  Hennen  in  die  Kammer,  nnd  wirdt  jedermann  hinaaG  zu^ 

ao  gehn  gebotten,  die  Kammer,  darinn  niemandts  denn  sie  zweyJ 
sampt  dem  Papengey,    beschlossen.     Der  falsch  Keyser  nimpt^ 
die    lebendige  Hennen  *    erwürgt  sie  mit   seinen    selbs    eignen 
Henden,  redt  die  Nigroman tischen  oder  Zauberwort*  fahrt  mit 
[119]    seinem    lebendigen  Geist    hiemit    in    die    todte  Hennen 

arp  unnd  bleibt  der  Leib  todt  da  ligen  ohne  ver/.ug.  Als  die  Key* 
serin  das  siebet,  nirapt  sie  das  Kafin,  lasset  den  Papengey  über 
den  todten  Leib  fliegen,  der  brancht  seine  Wort,  unnd  kompt 
sein  Geist  in  seinen  todten  Leib  widerumb.  der  Papengey  aber 

1  frfllich  .  .  ,  leben]   lieta   et   tranquilla  vita  viveremo.  2  Die 

Keyserin  ,  .  ,  bringen]  Lequai  parole  dette  c*  hebbe  V  Jiniinate.  subi- 
ta mente  al  consiglio  iH  lui  diede  1»^  Imperatrice  intiera  esaecutioDe. 
7  biß  .  *  .  erselletj  eil»  nel  »ermone  gli  venne  quanlo  dal  papagallo 
r  era  stato  insegnato  k  rarcontare,  11  tiacb  dem  .  .  .  verstatiden] 
onde,  12  Frauw  .  ,  ,  erledigen]  Gran  torto  nel  rero,  Haiiama.  i 

voi  et  ä  me  anco  trappo  lungamente  fatto  havete:  perciö  che,  e«&Qn* 
dovi  per  cotal  cagione  venuta  la  pcrsotia  mia  in  BOBpicione,  prima  cht 
hora*  ove  ciö  m*  haveate  fatto  inteudere.  io  v*  harrei  di  cotal  dabbio_ 
tratta.  17  wehen  unnd  verstehn]  vedere.  23  die  Nigromantisclie 
oder  Zauberwort]  le  parole  negromaiiticbe. 


67 

bleibet  iodt  anff  dem  Platz  ligen.  Als  solches  die  Eeyserin 
erBeben,  wirdt  sie  (wie  gutt  zu  gedencken)  über  die  maß  hoch 
erfreawet,  und  vor  grossen  freuden  hept  sie  auch  an  hertzlich 
sa  weinen,  umbfahet  den  Keyser  iren  Herren  unnd  Ehemann, 

6  alao  weinende,  mit  iren  Armen,  etc.  Demnach  nimpt  sie  die 
Heimen  (welche  in  der  Kammern  hin  unnd  wider  gieng,  auch 
ir  groß  Unglück  Tor  Augen  sähe)  bey  dem  Hals,  reisset  iro  den 
Kopff  ab^  wir£Ft  ihne  in  das  Feuwr,  [120]  so  in  der  kamxnern 
was,   wie  denn  bey  inen  breuchlich,  also  daß  kein  Mensch  am 

>o  Hoff  solches  gewahr  worden ,  sondern  sagende ,  der  Papengey 
(wie  auch  waar  was)  gestorben  sey.  Den  andern  tag  darnach, 
wirdt  nicht  allein  dem  gantzen  HofiVolk,  als  den  Mannspersonen, 
sondern  auch  den  Weybem  ein  gantz  herrlich  und  stattlich 
Fest  zngericht,  Nach  demselbigen  urlaupt  er  die  anderen  seine 

1*  drey  Weyber,  behalt  nur  allein  seines  Vatters  Bruders  Tochter, 
so  ine,  wie  gehört,  wider  auß  seinem  Eilend  erlöset,  mit  deren 
er  auch  demnach  gantz  friedlich  und  in  glückseliger  Regierung 
lange  zeit  gelebt,  etc.  Nach  dem  diese  Historia  erzellet,  unnd 
der  Keyser  Beramus  ein  groß  wolgefallen  und  lust  entpfangen, 

sobegpaabet  er  diesen  Mann  mit  köstlichem  geschenck,  schicket 
in  reich  widerumb  heim. 

[121]  Zinstag.     2. 

Es  hatte   sich   von   erzellter   Geschieht   Beramus,    seiner 

14  Nach]  majnskel. 

1  Als  .  .  .   ersehen]   di    che.  2  wie   .  .  .    gedencken]   zunatz. 

3  bertzlich]  teneramente.  4  umbfahet  .  .  .  etc.]  il  vero  Imperadore, 
sno  marito,  Inn^amente  abbracciato  tenne.  5  nimpt  .  .  .  reisset  .  .  . 
wirfft]  presa  .  .  .  tagliatale  .  .  .  gittarono.  9  wie   .  .  .   breuchlich  J 

xoiataK.  11  wie  .  .  .  was)  znsatz.  Den  andern  .  .  .  zugericht]  deUa 
camera  usciti,  nna  gran  festa  di  donne  et  di  cavallieri  per  lo  seguente 
giomo  ordinarono.  16  so  ine  .  .  .  etc.]  et  ricoverato  dopo  tante  scia- 
gure  r  imperio  suo  con  lei  in  somma  tranquillita  et  felicissimo  stato 
lungamente  visse.  18  Nach  dem  .  .  .  heim]  II  che  poscia  che  M 

noTellatore  bebbe  ä  Beramo  racconto,  al  fine  della  sua  novella  venuto 
et  da  loi  di  preciosi  doni  presentato,  percioehe  grandissima  dilettatione 
gl*  haTeacon  gli  accidentidi  quell aapportato.  havuta  licenza  nella  patria 
sna  ricco  sene  ritomo.  22  Zinstag.  2.]  diese  und  die  folgenden  Über- 
schriften sind  Zusätze  des  Übersetzers.     23  seiner  kranckheit  halb]  zusatz. 


68 


raiickheit  halb,  etwas  erholet,  vermeint  auch  daninib,  der  drey«*n 
Jünglingen  Raht  inie  zu  gutt^m  End  gereichen  werde:  derhalb 
er  sich  am  Zinstag  in  den  anderen  Saal  oder  Palast,  in  der 
Sänlfte  führen  lasset,    welcher  überal ,    wie  auch   Er  und  sein 

6  gantz  Hofigesiud,  mit  schönem  Purpur  gezieret  gewesen,  gebebt 
demnach  die  ander  Jungkfrauw  für  ine  zu  kommen,  mit  weleber 
er  von  manch erley  Sachen  ein  gute  zeit  Gesprech  gehalten, 
unnd  den  andern  Mann  nach  dem,  für  ine  zu  erschinen»  in 
bevelch  gibt:  und  ab  er  für  Beramum  mit  gebüreuder  ehrer- 

lü  bietung  kommen,  wird  im  von  einem  Herren  deü  Hoffs.  sein 
Geschieht  oder  Neuwe  zcittung  zu  er[P22]zellen  befohlen«  der 
hept  auff  solche  weii>  an,  und  sagt: 

In  der  gar  alten  Statt  Benefse  was  auff  ein  zeit  eiü  mech- 
tiger  unnd  gewaltiger  König,  dem  viel  Land  unnd  Leut  under 

16  wortt'en   waren :    und    dieweil  er    (wie    gehört)  sehr  reich 
liesse  er  ime  in  mitten  gemelter  Statt  ein  gewaltig  unnd  schoi 
SchloL%  für  sein  bewonung,  bau  wen.  In  solch  Schloß  verordn 
er  deli  Nachts  zu  Hütern,  hundert  grosser  grimmiger  Hunden: 
über  daß,  so  ein  Mensch  zum  todt  verurtheilt,  ward  er  diesen 

au  Hunden  fürgeworffen ,  unnd  jemmerlich  von  inen  zerrissen. 
Üiser  Könige  hat  nicht  mehr  Kinder,  denn  nur  ein  einigen^ 
Sohn ,  welcher  neben  viel  anderen  Tlmgenden  ,  mit  denen  efW 
von  Gott  begaabet  was,  alle  anderen  seines  gleichen  Jüngling 
mit  dem  Bugen   schiessen    übertraf!',     Die[123]weil    nun,    wie, 

'i(*  vermeldet,  er  ein  eiiiiziger  Sühn  was,  gedenckt  ime  der  Vatter, 
damit  sein  Sohn  nach  ime  Erben  seines  Reiclis  habe,  ein  Weil 


8  den  andern  .  ,  ,  gibt]  sie !        21  Kdnige]  »ic! 


2  derhalb]  secondo  il  ricordo  loro.  B  am  Zinstag]  il  ni«rLedi 

uiattiDa  per  tempo.  3  Saiü  oder  Palaat]  palagio.  6    die   aadtsi 

JuDgktrauwJ  la  donzella  del  secondo  oLima.  8  Mann]  aoveilaior< 

9  mit  gebüreader  ehrerbietimg]  la  mano  baciaiagli.  10  von  etu 

Herren  det^  Hoffb]  dal  consigliere     11  Geschieht  oder  Neuwe  lailti 
novella.         13  j^ar  alten]  antica.         M  Land  unnd  Leut]  pae^i  ei  pr 
vincie.         15  vine  ^eh^rt)  /.usatz.      sehr  reich]  huunio  di  moUo  pot^ 
IS  gewaltig  unnd  äch5n]  bellisBimo.  18  grosser  grimmiger]  fieri 

rabbiofli.  19  über  ciaG  .  .  .  /.errit^enj  qunh  oltre  di  ciö  noleauo  I 

L'ondennuti  i^  niorbe  divonire.         24  wie  vermeldet]  zaaatii. 


69 

zu  geben.  Berüfft  derhalb  ine  seinen  Sohn  eines  tags,  unnd 
was  sein  will  seye,  zeigt  er  ime  an,  auch  wie  ime  zu  einem 
Weib  viel  grosser  Fürsten  unnd  Potentaten  Kinder  angetragen 
weren  worden.     Der  Sohn   sagt,   wie  er   dem  Yatter  in  allen 

ft  dingen  gern  unnd  billich  gehorsamb  sein  solle  unnd  wolle, 
batie  aber  ine  gantz  freundtlichen,  dieweil  er  je,  daß  er  sich 
Terhearathen  soll,  wolle,  daü  er  ime  so  viel  gnad  beweisen 
ond  erzeigen  thOy,  daß  er  die  wähl  habe,  also  daß  er  keine 
za   haben   gezwungen  werde,    welche  seinen  Augen  nicht  ge- 

!•  fellig ,  noch  ime  anmutig  seye :  Denn,  sagt  er ,  ich  muß  die 
tag  meines  Lebens  bey  unnd  mit  ihr  wohnen.  [124]  Deß  was 
der  Vatter  wol  zu  frieden:  Aber  keine,  so  ime  gefeilig  were, 
konte  man  finden :  deß  sich  der  Vatter  über  die  maß  sehr  be- 
kümmert, unnd  wie  der  Sach  raht  zu  finden,  nicht  erdencken 

16  kondt  Nun  hatte  der  König  an  seinem  Hoff  einen  Herren 
unnd  Raht,  welcher  ein  sehr  schöne  Tochter  hat,  derselbigen 
Tochter  Seugamm,  welches  ein  verstendig  klug  Weib  was, 
kompt  für,  wie  deß  Königs  Sohn  kein  Weibsbild,  so  im  zu 
einem  Eheweib  gefellig,  könne  funden  werden :  und  gedenckt, 

M  dieweil  ires  Herreu  Tochter  mit  wunderbarer  schöne  begäbet, 
möchte  sie  vielleicht  deß  Königs  Sohn  vor  andern  Jungfrauwen 
gefallen,  und  gnad  bey  im  finden.  Trachtet  derhalb  nach  Mittel 
unnd  Weg,  wie  sie  mit  deß  Königs  Sohn  zu  Red  kommen 
möchte:   unnd  als   auff  ein  zeit  sich  die  gelegenheit  begeben, 

»  sagt  sie  zu  [125]  im,  Sie  wisse  wol,  wenn  er  ires  Herren  Tochter 
(die  alle  anderen  Jungfrauwen  mit  schöne,  weißheit,  form  imd 
gestalt  übertreffe)  sehe,  wurde  er  sie  ime,  daran  sie  nit  zweiffeite, 

« 

3  Fürsten  nnnd  Potentaten]  prencipi.  4  wie  er  .  .  .  wolle]  d'  essere 
ad  ogni  volere  suo  presto.  0  dieweil  .  .  .  wohnen]  c*  havendo  egli  ad 
essere  11  marito,  fusse  contento  di  lasciare  k  lui  la  scielta  fare:  percioche 
dovendo  prender  mojflie,  oon  cui  bavesse  tutto  il  terapo  di  sua  vita  h 
dimorare,  quella,  che  ä  gl'  occhi  suoi  piaciuta  fusse.  et  non  altra,  prender 
▼olea.  13  Ober  .  .  .  bekümmert]  doloroso  oltre  misura  .  .  .  misera  et 
dolente  vita  passava.  15  einen  .  .  .  Raht]  il  suo  consigliere.  16  sehr 
schöne]  saggia  et  bellissima.  17  verstendig  klug]  di   niolto   valore. 

20  dieweil  .  .  .  finden]  che  la  figliuola  del  consigliere  per  la  molta  sua 
bellezza  gli  havcsse  ä,  piacere.  22  Traclitet  .  .  .  begeben]  onde  ri- 

trovata  occasione  d'  essere  con  lui.  26   alle  anderen  Jungfrauwen] 

ogn'  altra  delF  etn  sua.     26  mit  .  .  .  gestalt]  di  prudenza  et  di  forma. 


70 

zu  einem  Weib  begären.  Dieseü  der  Seugammen  Worten  hö 

deü  Königs  Sohn  fleisgig  zn,  bittet  hieniit  sie  freundtlich,  iine 
wie  er  sie  sehen  köndte,  Anleittung  zugeben.  Die  antwort  ime 
luind  spricht:  Fr  Vatter,  mein  Herr,  pflegt  sein  Tochter  durci 

ö  die  gantze  Wochen  in  allen  Thugenden  und  künstlichen  lob- 
lichen arbeiten  zu  underweisen  unnd  lehren  zulassen,  damit 
aber  sie  zum  wenigsten  in  der  Wochen  auch  etwas  ergetzlig- 
keit  habe,  schicket  er  sie  mehrertheils  alle  Sonntag  au6'  dast 
Gejagt:  derhalb  so  ir  sie  zn  sehen  begeren,  wil  ich  auff  künö* 

lü  tigen  Sonntag,  so  ir  uns  in  das  Feld  hinauf  nachfolgen,  solches 
wol  zu  wegen  [126]  bringen.  Deü  ist  deß  Königs  Sohn  wol 
content  umid  zu  frieden,  sagt  iro  danck ,  scheidet  hietnit  Ton 
iro,  sagt  solches  einem  seiner  Gesellen,  mit  welchem  er  sdcli 
auff  ktofftigen  Sontag  zu  Roß  setzet,  unnd  deü  Herren  Weib, 

16  Tochter  unnd  Mägdt,  so  anff  das  Gejagt  reiten,  von  ferrem 
nachfolget,  Es  was  ohngefahr  ein  halb  Meil  wegs  von  der 
Statt  ein  alte  Kirchen,  daseibat  was  die  Jungfiranw  sampt  irer 
Gesellaehatft  ankommen,  und  von  dem  jungen  Konig  an  den 
Zeichen,    ime  von  der  Seugamm  angezeigt,  gnugsam  erkennt, 

ao  Auff  disen  Kirchthurn  hatten  sich  zwo  Tauben  gesetzt,  welches 
die  Jungfrauw  ersehen,  rüstet  sich  derhalb  nach  ihnen  mit 
einem  Bogen  zu  achiessen.  Als  dieses  deli  Königs  Sohn,  wie» 
wol  er  zimlich  weit  von  inen  was,  siebet,  nimpt  er  von  [127] 
stundan    auch   seinen  Bogen ,   schiesset   vor   der  Jungfrauwea 

16  die  eine  Tauben,  dass  sie  todt  auff  die  Erden  fallt :  die  ander 
vom  schütz  erschrocken,  fleuget  hinweg,  wirdt  aber  im  Lufft 
auch  von  der  Jungfrauwen  getroffen,  und  todt  auff  den  Boden 
gefeilt.  Als  dieses  deli  Königs  Sohn  gesehen,  kan  er  sich  ab 
der  grossen  kunst  unnd  geschickligkeit  nit  gnugsam   Terwitn* 


15  ferrem]  siel 

4  durch  die  .  .  .   zulafiaen]   »endo    la  aettiniana  tutta   in  opre  fir- 
tuose  üccupata.  11  Deü  .  .  .  danck]  delle  quai  parole  reee  i1  gio- 

vane  alla  balia  gratie  infinite.  12  scheidet  .  .  *  iro]  zasat«.  14  daß 
Herren  ,  .  ,  Mägdt]  k  donne  del  coQäig]iere.  16  ohngefahr  ein  halb 
Meil]  preeäo  ä  tre  mtglia.         17  alte]  diTOta  et  antica,  22  Bogen] 

arco  da  paUoite.  26  ▼om  ecbuts]  ssusais.  27  getroffen  ,..  ge- 

feilt J  coila  pallotta  ancho  egU   ucciso.        29  grossen  .  ,     g^aohicklt| 
keitj  valore. 


71 

dern,  schickt  derwegen  die  Tauben  durch  ine  geschossen,  be^ 
semem  Diener  der  Jungfrauwen,  iro  anzeigende,  weil  sie  vie' 
ein  kttnstlichern  Schutz,  denn  er,  gethon,  habe  sie  billich  di( 
Tauben  gewonnen.     Die  Jungfrau w ,  als  sie  solch  deß  junger 

»  Königs  adenlich  Gemüth  unnd  Thugendt  mercket,  kan  sie  nicht 
leiden,  daß  sie  von  einem  in  Thugenden  deli  OemQts  über- 
wanden werde,  gibt  im  die  Tauben  wider,  [128]  befilhet  denc 
Diener ,  seinem  Herren  in  irem  Nammen  demütig  erzeigter 
Ehr   unnd  Gutthat  zu    dancken,   gibt  hiemit  ime  auch  ir  ge- 

>o  schossene  Tauben  dem  Herren  zu  schencken.  Als  solches  dei 
Diener  verrichtet,  verwundert  sich  der  junge  König  ab  dei 
Adenlichen  geschickligkeit  und  verstand  noch  mehr:  Und  wie- 
wol  er  sie  im  Angesicht  noch  nicht  gesehen,  wirdt  er  doch 
g^en  iro  in  brünnende  Liebe  entzUndet,  unnd  damit  er  sie  im 

^^  Angesicht  sehen  möge,  steigt  er  ab  dem  Pferdt,  schleicht  heim- 
lich nicht  weit  von  inen  hinder  ein  Gesteud :  daselbst  was  ein 
schöner,  lauterer  und  lustiger  Brunn,  zu  welchem  die  Jung- 
franw,  dieweil  ir  vom  Jagen  hei(i  worden,  den  Durst  zulöschen, 
kompt,  entdecket  das  Angesicht,  heisset  iro  in  einem  irrdinen 

M  Wassergeschirrlein  zu  trincken  langen ,  unnd  solcher  gestalt 
hat  er  [129]  sie  im  Angesicht,  und  daß  die  Seugamm  im  die 
warheit  irer  thugendt  und  schöne  halb  fürgeben,  gesehen,  ge- 
denckt  sie  auch  .ime  zu  einem  Weib  zunemmen,  zeigt  das  auch 
seinem  Vatter  dem  König  von  stundan  an:  deß  der  König  un- 

^  glönblich  sehr  erfreuwet  wirdt,  denn  er  alle  hoffnung,  daß  ein 
Weib,  so  seinem  Sohn  gefallen  wurde,  möchte  funden  werden, 
verloren  hat,  schicket  nach  seinem  llaht,  was  seines  Sohns  be- 
geren  ime  anzeigende,  beschliessen  miteinandeni  in  aller  geheim, 

* 
5  adenlicbj  sie! 

2  Diener]  palafretiiero.  viel  ein  künstlichem]  piu  bei.  5  aden- 
lich .  .  .  Thugendt]  si  ^liueroso  aito.  6  Thugenden  des  Gemüts| 
gnindezza  d*  aniino.  8  dcmQtij>,r|  zusatz.  9  Ehr  unnd  Gutthat 
cortesia.  11  verwundert  .  .  .  mehr]  il  iigliuolo  dei  Ke  il  valore  et 
prudenza  della  donzella  conäiderando.  16  von  inen]  dalla  compagnia 
delle  donne.  ein  .  .  .  Brunn]  una  boHissiina  et  chiara  tbntana. 
18  vom  Jagen]  per  la  fatica  alla  cacoia  durata.  19  in  einem  irrdinen 
WassergCBchirrlein]  in  uiio  orcioletto.  24  uuglöublich  sehr  erfreuwet] 
Ueto  et  allegro  oltre  miäuni. 


72 

den  Heurath,  autf  gelegnere  zeit,  denselbigen  zu  offbeo^ 
tende.  Der  Jüngling,  so  in  liebe  grausam  entzündet,  ist  fr^] 
lieh,  begert  nichts  Hebers^  denn  so  bald  mnglich,  die  hocbseit  j 
zuhalten :   Aber  Gott   wolt   es  noch  nicht  also  gefallen ,   denn 

6  es  steht  nicht  lang  an,  es  wirdt  der  König  kranck,  stirbt  dem- 
nach in    kurtzen   tagen,   mit   grossem   leid   [130]   der  seineü, ^ 
Der  Sohn  an  statt    seines  Vatters,    ist   ein  Erb    deß    t^ntzeni 
Königreichs.    Als  er  nun,  was  im  Reich  noht wendig,  versehen,] 
wirdt  der  Henrafch  mit   grossem  Fest   publiciert   oder   aui^ge-j 

10  schrien ,  die  neuwe  Hochzeitterin  in  den  Koni  etlichen  Palast; 
geführt,  und  mit  grosser  solennitet  und  Königlichem  pracht 
die  Hochzeit  gehalten  und  vollendet  Als  nun  der  junge  König 
sich  zu  seiner  neowen  Hochzeitterin  legen  wolt^  sagt  sie:  Herr, 
wiewol  ich  wol  weiG,  daG  ich  euch  underworflfen  bin,  uund  iu 

ifi  allem  dem,   so  ir  mir  gebieten,   gehorsame  zu  leisten   in  alle 
weg  verpflicht  unnd  schuldig,  nichts  desto  weniger,  ehe  denoJ 
ir  an  mein  seiten  kommen,    will   ich  euch  umb  ein  nicht  un-* 
gebürliche,  sonder  ehrliche  sach,  mir  darinn  zu  willfahren,  an- 
gesprochen umid  gebet[131]ten  haben;  als  nemlich,  dieweil  ir 

10  mich  so  würdig,  daß  ich  euwer  Frauw  sein  soll,  geachtet  haben,  i 
so  bitte  ich  euch,  ihr  wollen  neben  euwerem  Nammeo .    auch] 
den  meinen  aufi"  die  Müntz  schlagen  lassen.    Diu  begeren,  ver- 
meint der  König,   könte   er  ohne  Verkleinerung  seiner  ehren,] 
seiner  Frauwen    nicht  bewilligen,    unnd  sagt:  Frauw,    so  vor 

»6  Zeiten  die  König,  meine  Voifahren  im  Reich,  solches  im  braachl 
gehept,  sollen  ihr  für  gewüli  unnd  ungezweiffelt  halten,  daß! 
ich  euch  nicht  allein  in  dem,   sondern   noch  viel  in  grdsaena 


2  frölich]  di  mirabil  alleprezza  per  cio  ripieno.  4  Aber  ,..  ge- 
fallen] mit,  si  come  k  Dio  piacque.  6  in  kurtz.en  .  .  .  seioen]  lutati, 
7  Der  Sohn  .  .  .  Kdiii^eichs[  per  la  coi  tnorte  easendo  il  figtitiolo  nel 
re^mo  eucceduto.  8  waa  .  .  .  nohtwendig]  quelle  coae,  che  alla  eoü'* 
»ervatione  delle   ciita  et  va^aali  auoi  faceano    di  mestieri.  9  oderl 

auOgeschrien]  znmiz.         11  mit  .  .  .  prachtj  solenn  erneute.  12  ge-J 

halten  und  vollendetj  eelebrate.        13  seiner  neuwen  BochsteittemJ  li 
donzella.       14  unnd  in  allem  .  .  .  scbnldigj  et  che  k  riö  giusta  coea 
ch*  io  accoosentißca.  17  will  ich  ,  ,  .  p»:ebetten  habenj   vi  voglto 

una  honesta  gratia  suppticare.  Id  diewatl  *  .  *  geacbtet  babeoj  hjn^l 

vendomi  voi  per  moglie  presa.     25  die  KOnig]  alcuno  de'  Hc.     26  flr 
gewüb  .  .  .  halten]  essere  certa. 


73 

(wegen  grosser  unnd  inniglicher  liebe,  so  ich  gegen  euch  trag) 
gern  zu  gefallen  sein  wölte:  unnd  so  ihr  sollichs  nicht  glauben 
wurden,  sollen  ihr  es,  so  ihr  etwas  anders  an  mich  begeren 
werden,  mit  der  That   erfahren.    Dieweii  [132]   aber   solches 

6  weder  in  diesem ,  noch  andern  Königreichen ,  biL'  anhero  im 
brauch  (meius  wüssens)  gewesen,  so  sollen  ir  mich  hierinn 
entschuldiget  haben:  denn  wenn  ich  aufF  mein  Ehr,  daran 
mehr  denn  sonst  an  allen  andern  dingen  gelegen,  sihe.  so  kan 
ich  keins  wegs  dieser   bitt   euch    gewären.    Auff  diese    wort 

10  sagt  sie:  Herr,  fürwar  ich  hette  nicht  vermeint,  da(:  mein 
erste  Bitt  an  euch  gethon.  von  euch  mir  abgeschlagen  unnd 
versagt  were  worden:  aber  darbey  kan  ich  wol  spüren,  daß 
ich  euch  wenig  lieb,  ir  betten  sonst  mein  erstes  unnd  ehrlich 
begeren  mir  zugelassen :  wüssen  auch .   dieweii    mir  diG  mein 

15  begeren  von  euch  nicht  vergönt  werden  mag,  daß  ich  ehe  den 
todt,  denn  euch  an  mein  Seiten  zulassen,  leiden  will:  denn  haben 
ir  eawerer  Ehren  achtung.  wie  ir  sagen  ,  ist  es  denn  nicht 
billich,  dab  ich  auch  auff  die  [133]  meine  sehe?  Solches  der 
Königin  fümemroen,   brachte  dem  König  sehr  grosse   betrüb- 

so  nub,  gedacht  wie  er  sie  mit  list,  da(i  sie  von  solchem  irem 
begeren  abstünde,  überwinden  könte :  derhalb  als  er  eins  tags 
lang  mit  iro  von  grosser  seiner  liebe  gegen  iro  Gesprech  ge- 
halten, sagt  er  lestlichen:  Frauw,  ir  wüssen.  daG  ir  vor  Gott 
und  der  Welt  mein   Weib  sein:  daÜ  aber  ir  biGliero  (ich  lasse 

15  denn  euweren  Nammen  neben  dem  meinen ,  antf  die  Müntz 
schlagen)  mich  neben  euch  nicht  leiden  wollen,  thun  ir  mir 
grossen  unbill:  damit  aber  ir  sehen,  daG  ich  euch  in  allen 
dingen  gern  zu  gefallen  sein  wolle,  so  will  ich  nemmen  Bogen 
und  Pfeil,  unnd  ein  prob  mit  schiessen  thun,    so    als  denn  ir 

30  mir  solche  prob  nach  thun.  im  nammen  Gottes,  so  bin  ich  eu- 


2  unnd  ao  .  .  .  i*rfahren]   et    <ii  ciö  facendont»  voi  prova.    agevol- 
niente  potrete  aco-rtarvi.  11    mir  .  .  .  worden]   nosxarmi.  13  ir 

betten  .  .  .  mag]  non  hav^ndo   voi   all'    bonesto    disiderio    mio    voluto 
BOdisfare.  havete  ä  sapere.  20  dah   hI»«  .  .  .  iib«tünde]   ch'  ella  piu 

di  cio  non  V  havesse  a  ricercure.        22  jjrosser    ziisatz.        2o  vor  iiott 
und  der  Welt]  nel  vero.  28  ao  will  ich  .  .  .  »Mottos]  ove  voi  coli* 

arco  et  saette  in  mano  la  prova  faciatOf  che  a  me  vederete  tare. 


74 


« 


weren  Nanimen  neben  dem  meineoi  In  die  Munt*/  schlagen 
zukssen,  woi  [134]  zufrieden.  Die  Königin,  so  von  jai^endt 
ttufF,  wie  oben  vermeldefc,  in  solcher  kirnst  underwiesen  und 
sehr  wol  ^jeübt  was,  ist  der  sach,   so  wol  ab  der  König,  xu- 

B  frieden.  Es  führt  an  einem  abendt  nach  dem  Nachtessen  der 
König  sein  Franwen  in  ein  grossen  unnd  weiten  Saal,  heisset 
ime  ein  niöschin  Beckin,  doch  nicht  fast  grob,  an  einem  ohrt 
deü  Saals  auffstellen,  zeigt  der  Königin  dasselbig,  unnd  sagt, 
darein   wolle  er    drey  Pfeil   schiessen,    geht   hieranfl'  mit   der  M 

10  Königin  an  das  ander  end  del.^  Saals,  bevilhet  auch  die  Liechter  ™ 
alle  zu  verbergen,  nimpt  den  Bogen,  schiesset  drey  Pfeil  ein*  , 
andern  nach  (also  daU  man  es  wol  thönen  gehört)  in  das  Beckin.  fl 
Nach  diesem  nimpt  anch  die  Königin  den  Bogen  in  die  Hend,™ 
schiesset    auch    drey  Pfeil    nach    eiiiandern :   den    ersten    Pfeil 

"[135]  hat  man  klarlich,  den  anderen  unnd  dritten  aber  nicht 
thönen  hören,  doß  der  König  hoch  erfreu wet,  vermeinende  den 
anderen  unnd  dritten,  weil  er  nichts  thönen  gehört,  gefahli  ca 
sein,  sagt  zu  ihm  selbst.  Nun  bin  ich  meiner  Frauwen  Bitt 
unnd  begeren  ledig    unnd  frey,    unnd   wirdt   dieser   sach   halb 

20  von  ihr  nicht  mehr  bemüht  werden ,  sie  kan  mir  auch  förhui 
bey  ihr  zu  schlaffen  nicht  abschlagen;  heißt  im  ein  Liecht  bringen» 
siebet  seine  drey  Pfeil,  so  man  treffen  gehört,  in  drey  Uieil 
deli  Beckins,  nemlich  an  die  aussersten  ohrt,  gangen  sein.  Den 
ersten  Pfeil  aber  der  Könit^nn  siehet  man  in  mitten,  die  andern 

tszwen,  den  einen  oben,  den  andern  unden  im  Backe  stecken. 
Von  welchen  kunstreichen  schössen  der  König,  mit  grossem 
verwundern,  sehr  erschrocken,  denn  er  wol  tredacht.  solte  f  1 


( 


1  dem  meinem]  sicI        25  Beeke]  sicl        26  acböasen]  sie? 

4  ist  der  aach  .  ,  ,  ztirriedeii]  ehe  di  oiÖ  era  conteota ,   al   Re  Ht-l 
po»e.        6  groaaen  unnd  weiten]  gran.  7  niöachiii]  zusatst,         oUrt|« 

capo,  9  darein  .  ,  .  achiessen]   come  dentro    ?»  havea  trö  »nette  a 

tiiure.  15  k!arlich|  zusub.  16  hoch  erfreuwetj    lieto  et  allegro 

oltre  mii^uva.  17  weil  er  *  .  ,  gehört]  zusat«.  18  Bitt  atmd  be^J 

geren|  alU  dimanda.         19  ledig  unnd  frey]  libero.  2\  ein  LiecbtU 

i  lumi,        28  nemlich  ,  .  .  ohrt]  zusatz.      24  die  andern  .  ,  ,  9tecken| 
et  r  altre  due  V  una  k  capo  all*   altra   vide  confitte.  26  Von 

achösten]  Di  che.       27  sehr  erschraeken]  grandemente  confuso  et  ilob^ 
rato.        denn  er  .  .  .  willfahrenj  Ma  percioche  egli,  tatto  che  pattiutai 


75 

er,  was  er  der  Königin  verheissen .  nicht  halten ,  daG  solchs 
Königlichen  Ehren  nicht  gemeß  sein  wurde,  hat  aber  gleich- 
wol  nicht  im  sinn  iro  zu  willfahren:  gestellt  sich  den  anderen 
tag,  als  wenn  er  un versehenlich  mit  Kranckheit  überfallen.  Die 
&  Königin,  so  weiß  und  verstcndig,  damit  sie  dem  König  mit 
irem  begeren  nicht  überlegen  seye,  begert  nichts  weiters,  denn 
daß  sie  nichts  underlasset,  so  zu  widerbringung  der  gsundheit 
deß  Königs  dienen  mag.  Ueber  wenig  tag  hernach  kompt  dem 
König  neuwe  zeitung  von  einer  nammhafften  Statt  seines  Lands, 

10  wie  die  Eynhom  in  grosser  anzahl  mercklichen  schaden  theten: 
derhalb  vermeint  der  König,  welcher  sehr  listig  was,  durch 
diese  gelegenheit  sich  seiner  Frauwen  verheissung  zu  erledigen : 
sagt,  wie  er  sich  seiner  kranckheit  halb  etwas  bessers  befinde, 
annd  so  er  [137]    vollkommen    wider  gsund  werde,    wolle   er 

1»  mit  iro,  da  die  Eynhorn  so  grossen  schaden  dem  Land  zufügen, 
verreiten,  und  wie  sie  zuvertreiben,  försehung  thun.  Derhalb 
nicht  lang  darnach  lasset  er  sich  hören,  wie  er  von  erdichter 
seiner  kranckheit  erledigt,  und  sein  vorige  gsundtheit  wider  er- 
langt habe:  bevilhet  den  andern  tag  seinem  gautzen  Hoffvolck, 

so  in  dreyen  tagen  sich  gerüst  zu  machen,  denn  er  mit  inen  an 
das  ohrt,  an  welchem  die  Eynhorn  seinem  Volck  mit  grossem 
schaden  überlegen  weren,  verreissen  wolte.  Als  nun  die  drey 
tag  verschienen,  ist  meniglich,  laut  Königliches  bevelchs,  ge- 
rüst :  zeucht  also  der  König,  die  Königin,  sampt  dem  gautzen 

26  HofiPgesind,  ir  fürgenommene  lleiG  fort,  vertreiben  die  beschwerdt 
der  Reiß  mit  lieblichen  und  schönen  reden.    Nach  dem  sie  nicht 

* 

havesse,  non  potendo  credere,  che  1a  Reina  si  bei  colpo  havesse  a  tare, 
nondimeno  ä  modo  alcuno  al  disiderio  di  lei  non  volea  acconsentire ; 
et  cODOBcendo,  che  mancando  di  quanto  alla  donna  havea  promesso, 
facea  cosa,  che  air  honor  suo  non  acconvenia,  .  .  . 

5  damit  .  .  .  dienen  mag]  non  volendo  per  ciö  dargli  alcuna  noia, 
non  lo  ricercando  air  hora  d*  eseere  nelle  monete  scolpita.  alUi  Hiilute 
di  lui  era  tutta  rivolta.  8  Ueber  .  .  .  hernach]  in  que'  ^iorni.  9  von 
einer  .  .  .  Lands]  da  alcune  cittä  viciue  di  quel  regno.  10  wie  die 

Eynhorn  .  .  .  theten]  che  gran  numero  d'  alicorui.  ne'  tenitori  di  quelle 
ritrovandoßi,  faceaiio  di  gran  danni.  14   bo   er    vollkouiinon|  conie 

prima.  15  so  grossen  .  .  .  zufügen]  si  ritrovavano.  '20  an  das 

ohrt  .  .  .  werenj  verso  le  oitta  da  gli  alicorni  danneggiate.  '23  laut 
.  .  .  bevelchs]  onde. 


i 


76 

eil  von  dem  ohrt,  dahin  sie  [138]  gewolt,  kommen,  ziehen 
sie,  wegen  fehre  der  ReiG,  sich  zu  erquicken,  in  derselben 
Sietten  eine:  iinnd  nacli  dem  sie  zwen  tag  darinn  verharret 
gibt  der  König   Ordnung,   daß  jederman  in  derselben  Gegendt 

»  sich  rüste,  denn  sie  nicht  mehr  in  der  Statt  verharren,  aondem 
zii  Feld  ziehen,  die  Zelten  Muffspannen ,  nnnd  die  schedücheo 
Eynhorn  jagen  unnd  nmbbringen  müssen.  Diesem  Gebott  ist 
raenitrijch  gehorsamb,  auch  reit  man  hin  und  wider,  und  werden 
der  Eynhurnen   mit   den   Pfeilen   viel    umbgebracht    nnnd    ei^ 

10  schössen.  Es  begibt  sich  eins  tags,  daü  der  König  unnd  Köni- 
gin bey  einandern  im  Feld  gehn.  sehen  zwey  Eynhorn.  ein 
Weiblein  und  ein  Mennlein:  unnd  wiewol  der  König  jung,  waa 
er  doch  sehr  listig,  unnd  vermeint  aiiÜ'  diljmahl  gelegen-[139] 
heit  zu  haben,  sich  von  der  Königin  Beger  zu  entledigen,    kehrt 

16  sich  gegen  iro,  unnd  sagt :  Frauw ,    ich  weiß  wol  ^    nach  dem    ■ 
wir  mit  einandern  in  das  Becken    mit   den  Pfeilen  geschossen 
haben,  daß  ichs  verloren  hab,  und  dardurch    schuldig  worden, 
euweren  Nanunen  auff  die  iMüntz  neben  den   meinen  schlagen 
7Ä\  lassen:    dieweil  ich  aber  wegen  gehlinger  kranckheit  unnd 

Mfl  un versehener  dieser  ReilJ  solchs  bildier  nicht  erstatten  können, 
so  verheiß  ich  euch  gewiila,  wo  ir  mit  euwerem  verstand  L»der 
knust  verschaffen  werden,  daß  under  diesen  zweyen  Eynhomen, 
so  wu"  niclit  weit  von  itns  stehn  sehen,  ein  Weiblein  nemlich 
uond  Mennlein,  das  Mennlein  einem  Weiblein,    hinwider  aber 

26  das  Weiblin  einem  Mennlein  sich  vergleiche,  mein  versprechen, 

so  bald  wir  wider  in    [140J    unser  Königliche   Statt    kommen, 

* 

2  fehre]  aic!    9  viel]  gedruckt  veil.     23  Weiblein  .  ,  .  Weiblin)  siel 

1  dabin  aie  gewöli]  dove  tfli  alicorni  erano         2  wepeo  felire  .  .  . 
erquicken]  por  netorarsi  delle  faticbe   de\    via^^o.  6   seheclliclien] 

2usatz.  7  ja^en  unnd  ambbringeii]  iscacciare.  Diesem  .  .  wider] 
11  che  f^endo  eubitamente  da  ciascbeduno  man  dato  ad  eBsecatione,  tniti 
iilla  catiipagna  s*  rtllosrgiarono;  et  aecondo  *l  comniimdamento  del  lU 
in  Jiverse  parti  cuvulcando.  9  umbgebracbi  unnd  erschoBBenl  nrcide- 
vano.  12  unnd  wiewol  ,  .  ,  listig]  et  perciache  il  Re  giovane  ostu- 
tissimo  era.  14  von  der  Königin  Beg-er]  dal  debito,  che  calla  tno^lie 
havea,  di  scolpirla  nelle  tiumete.  18  euweren  ,  .  .  zu  lassen]  di  «cot* 
pirvi  neue  nionete.  21    verstand    oder   kunstj    ingegno,  23  ein 

Weibletn  nemlicb  unntl  Mennlein]  zasatz.  25  sich  verjt^Iek'he]  babbia 
ii  di  venture,  26  m  bald  .  ,  .  ^uturenj  tuntosto  ehe  ndU  real  cilU 


77 

in  das  werck  zufÜren.  AuiF  diese  wort  sagt  die  Konigin,  wenn 
er  solches,  was  er  iro  zumute,  zuwegen  bringen  könne,  wolle 
auch  sie  solchs  zuthun  understehn,  und  wo  das  nicht  beschehe, 
wolle  sie  ine  seiner  verheissung  frey  und  ledig  lassen.  Solcher 
6  antwort  ist  der  König  gantz  firölich,  wol  zu  frieden,  niiupt  den 
Bogen  in  die  Hend,  schiesset  das  Weiblein  dahinden  auff  den 
Schwantz  mit  einem  Pfeil,  und  wegen  deß  schmertzens  schlecht 
das  Eynhom  mit  den  hindern  Füssen  hinauif  in  den  LulFt,  hiemit 
hat  sich  der  König  mit  wunderbarer  gesch windigkeit,  mit  einem 

10  andern  Pfeil  gerüst  gemacht,  unnd  weil  das  Eynhorn  im  auü- 
schlagen  ist,  schiesset  er  den  andern  Pfeil  ime  unden  an  den  Bauch, 
biß  an  den  halben  theil  in  Leib  hinein,  also  daß  der  ander  halbe 
theil  vom  [141]  Pfeil,  so  ausserhalb  deß  Leibs  was,  sich  ver- 
gleicht einem  Mennlichen  Glied  eines  solchen  Thiers :  demnach 

15  schiesset  er  von  stundan  das  Mennlein  auß  sonderbarer  kunst 
mit  einem  Pfeil  an  das  ohrt  der  Natur  deß  Weibleins,  also 
daß  der  Pfeil  gantz  unnd  gar  in  den  Leib  hinein  gangen,  unnd 
wegen  der  Wunden  das  Mennlein  einem  Weiblein  sich  ver- 
glichen.    Nach  diesem  kehret  er  sich  gegen  der  Königin,  sa- 

30  gende:  Frauw,  jetzt  ist  es  an  euch,  da  wollen  wir  sehen,  welches 
under  uns  die  schönsten  schütz  thun  könne.  Die  Königin  nimpt 
den  Bogen,  unnd  mit  dem  ersten  Pfeil  schiesset  sie  dem  Menn- 
lein das  Hom  vom  Koptf  hinweg,  daß  es  auff  die  Erden  feit, 
den   andern  Pfeil   schiesset  sie    dem  Weiblein    vornen   an    die 

«Stirnen,  daß  er  stecken  bleibt,  also  daß  das  Weiblein  einem 
Mennlein,  unnd  das  [142]  Mennlein  einem  Weiblein,  welche 
von  Natur  deß  Horns  beraubet,  gleich  worden.  Der  König, 
alß  er  diese  zwen  kunstreiclie  schoß  gesehen,  mercket  wol,  daß 

* 
21  schätz]  sie!        28  schoß |  sie! 

nostra  saremo  ritornati,  nissun'  altra  cosa  ])rima  farö ,  die  quullii ,  <li 
cai  vi  Hono  giustameiitü  debitore. 

2  solches]  la  richiesta  intorno  a  gl'  iilicorni  l'attale.       5  gantz  t'rö- 
lich]  allegro  et  lieto  oltre  luisura.  6  das  VVciblt;in|  V  auiniale,  che 

maschio  non  era.  9  hat  sich  der  Köni^  .  .  .  Bauch]   egii  inconta- 

nente  colla  seconda  saetta  nelT  umblico  la  percosse.  15  aufi  sonder- 
barer kunst]  Zusatz.  16  also  daß  .  .  .  gangen]  zusatz.  20  weldies 
.  .  .  könne)  se  piu  bei   colpo   del    niio   saprete  fare.  28  dicKe  .  .  . 

schoß  I  cotal  colpü. 


78 

er  der  Königiü  niclit  mehr,  iren  Naramen  aiiflF  die  Müntz  zu- 
schlagen, yersagen  kao,  und  will  doch  keins  wegs  zu  schme- 
lerung  oder  abbruch  Beiner  Ehren  thun,  sondern  die  weil  er  sich 
siebet  mit  tugendt  uniid  versiand  von  der  Frauwen  überwundeD 

ü  sein,  wirt  er  in  grimin  unnd  zorn  bewegt,  gedenckt  sie  durch  den 
todt  hinrichten  zu  lassen,  lasset  aber  sich  noch  nichts  mereken, 
kehrt  wider  in  sein  Losament,  bevilbet  einem  seiner  Herren 
in  geheim,  er  solle  die  künfftige  nacht  in  der  Königin  Gemach 
gehn,  sie  in  aller  stille  binden,   heim  in  die  Königliche  Statt 

10  führen  .    und  demnach  den  hundert  wilden  [143]  Hunden,   flO  | 
zu  Hütern  del^  Schlosses  geordnet  (wie  oben  gemeldt)  ohne  alle» 
Verzug,  sie  zu  zerreissen,    fürwerflFen.     Solches  wirdfc  von  deß 
Königs  Raht    schnell   in  das  Werck  gebracht,  unnd  die  arme 
junge  Fraiiw    heimlich  in    die  Küniprliche  Statt    geführt,    den 

1  •  wilden  Hunden,  laut  deÜ  Königs  grausamer  gegebner  Ordnung« 
jemmerlichensiezuzerreissen,  fürgeworffen.  Jedoch  ist  deß  Königs 
unmenschlich  gehott  seinem  begeren  nach  nicht  abgangen: 
denn  die  Königin,  so  bald  sie  anfangs  an  Hoff  kommen,  unnd 
dem  König  vermehlet  worden,  hat  sie  im  brauch  gehept,  diesen 

9rt  Flimden  offt  essen  zugeben:  derhalb  die  Hund  sie  jetzundt  ako 
baidt  erkennt,  gar  lieblich  sich  gegen  iro  erzeigt,  unnd  iro  kein 
leid  zugefaget  haben*  Es  was  [144]  in  diesem  Graben  an 
einem  ohrt.  ein  klein  löchlein,  zu  welchem  die  Königin  kommen« 
und  80  viel  sich  bearheit,  dali  sie  einen  grossen  Stein  hinweg 

•B  gerissen,  und  durch  sollich  Loch  auß  dem  Graben  und  der  Statt 
frisch,  gesund,  und  von  den  Hunden  unverletzt*  kommen,  geht 
also  die  gantze    nacht  hit^   gegen  tag  hin   und  wider,   kompt  * 
lestlich  in  ein  Dorif  nicht  weit  von  der  Statt  j^ele^en.  in  eines 


2  imd  will  ,  .  .  thun|  il  che  pur  rispetto  delT  bonor  »uo  in  alcuna^ 
Qianiera  fsir  non  voleo.        5  grimni  inind  7.or»]  molta  ira,  7  Las»- 

ment]  padig^lione,        7  Herren]  conseglieri.  8  Gcnmch]  padifrlione. 

10  wilden]  fieri  et  rabbioBi,  11  Schloaaea]  fl«r»glio.  15  wilden] 

zmats.  16  jemiDerUch«?!! )  zusatz.  18  iO  bald  .  .  .  worden]  tantosto 
cbe  moglJe  di  lui  diveune.  21  unnd  iro  .  .  .  zui^efügetj  s^u^atz.  22  Es 
was  .  .  .  gerisaetrj  levato  uno  aasso,  che  ad  una  buca  de*  foAsi  uti  ritru- 
vavsi.  25  anß  .  .  .  Statt]  faon  della  ciita.  26  und  vuti  .  .  .  un^ 
verletjttj  jeusatx. 


79 

armen  Pauren  Hauß,  welcher  mit  eiuem  Affen  ime  und  seinem 
HaaGgesind  die  Speiii  gewan:  der  fragt  sie  von  irem  Stand, 
ankunfft,  thnn  und  lassen.  Sie  antworte  sie  were  ein  anno 
frömbde  Dienstmagt.   were  da  liär  kommen,  ob  sie  vielleicht 

B  einen  Meister,  sich  mit  Gott  und  ehren  zu  erhalten,  finden 
könte.  Der  Paur,  als  er  siehet,  daG  die  Jungfrauw  einer  schönen 
unnd  adenlichen  gestalt  ist,  wirdt  gegen  iro  in  [145]  bann- 
hertxigkeit  bewegt,  nimpt  sie  gern  auff  und  an,  und  wegen 
irer  vielfaltigen    schöne  unnd  tugendt,  so  täglich  an    iro  er- 

10  scheinen,  wirdt  sie  ime  je  lenger  je  lieber,  biü  er  sie  letstlich 
an  Kindsstatt  anname:  und  hat  aber  dieser  Paur,  wie  gehört, 
kein  andere  begangenschafft,  denn  da(>  er  hin  und  wider  in 
denselbigen  Dörffem  mit  seinem  Äffen  kurtzweil  den  Leuten 
machte,  und  hiemit  sein  Narung  und  Gelt  bekäme.    Also  ward 

15  die  Jungfrauw  durch  den  Pauren,  sampt  anderm  »einem  Gesind. 
in  aller  liebe  unnd  freundtlichkeit  erhalten.  Nicht  lang  nach 
diesem  kommet  der  Könige  von  seiner  ReiÜ  heim,  und  als  er 
von  seinem  Raht  verstanden,  dali  er  sein  bevelch  mit  der  Kö- 
nigin verriebt,  hept  ine  an  sein  grausame  That  sehr  zu  reuwen, 

to  führte  wegen  grosses  loids  ein  arm  jammerselig  leben ,  steht 
auch  nit  lang  |146|  an,  er  feilt  deshalb  in  ein  schwere  und 
grosse  kranckheit,  wider  welche  kraiickheit  kein  Artzney,  mittel 
oder  weg,  die  zu  vertreiben,  gefunden  werden  mocht.  derhalb 
sich  an  dem  König  del.^  unvermeidenlichen  todts  gewüsse  zeichen 

»  erzeigten.  Solch  geschrey  kompt  auch  in  das  Dorff  und  det 
Pauren  HauL\  darinn  die  Königin  wohnet :  die  wu(:te  wol,  daß 
diese  kranckheit  de(.»  Königs  ires  Ehemanns,  den  sie  gleich- 
wol  sehr  lieb  hat,  den  Ursprung  iror  Person  halb  hette,  ver- 

17  Könige]  sie! 

2  von  irem  .  .  .  lassen]  dello  stato  suo.  '^  ein  arme  .  .  .  köntej 
una  povera  forastiera ,  che  piulrone  in  que*  contorni  jfiva  cercando. 
6  einer  .  .  .  gostalt]  di  bellisaimo  iispetto.  9   irer  .  .  .   tii«:en(lt]  le 

molte  virtu.  11  wie  pfehörij  zusatz.  14  sein  Narunj?  und  (ieltj  il 
vivere.  16  in  .  .  .  freundtlichkeit]  amorevolmente.  20  fQhrte 

.  .  .  leben]  misera  et  dolente  vita  passava.  21  schwere  und  j^frossel 
grave.  22  Artzney  .  .  .  vertreiben]  riniedio.  25  in  das  Dorff]  ne' 
villaggi  alla  citta  vicini.        27  gleichwolj  zusat/. 


so 

milit  sicti  auch  mittel,  ime  sein  vorige  gesiuidheit  wider  zn-  \ 
bringen,  zu  finden,  unnd  sagt  zu  dem  Paaren,  wie  sie  den  König W 
vvol  widenimb  frisch  und  gesandt  niaclien  ,  imiid  hiemit  im**  " 
Paureri  uio  grosse  summa  üelta  ^ewünnen  unnd  verdienen  könte. 
h  öelin,  sag!  sie,  in  die  Statt  zu  Hoff,  zeigen  deG  Königs  Fürsten 
und  Herren  au ,  ob  wol  biÜ  anhero  1 147]  niemandt  eini 
mittel,  dardurch  dem  König  hette  gebolffen  mögen  werdi 
finden  können,  so  seyen  ir  doch  gewüsser,  ja  an  zwei  ffe  lieber 
hoffnung.  irae  sein  vorige  gesundtlieit  wider  zubringeo.  Der 
Ml  Paur  fragt.  Was  soll  aber  ich  irae  für  Artzney  geben?  Ich 
lullte,  sagt  sie,  für  gewttß,  wie  denn  der  gemeine  wohn  ist, 
die  kranckheit  selbs  hab  kein  andere  ursach,  denn  von  viel 
Melancholej  oder  bösem  scliwartzeui  GeblfU,  unnd  auch  schweren 
gedancken :  derhalben  ist  ime  nichts  höhers  von  nöten,  denn 
ib  sich  mit  etwas  zu  erfrischen  unnd  frölich  zu  machen.  So  ii 
denn  für  ine  kommen,  so  sagen:  Aller  gnedigster  König«  ich 
weiG  und  kenn  euwor  Natur,  auch  die  ursach  dieser  kranck- 
heit^ unnd  verhotf  mit  der  liiltf  Gottes  in  kurtzer  zeit  von  der- 
selben euch  zuerledigen.  Ir  Iiaben  in  euwer  Statt  viel  Vor- 
an stett,  in  welchen  viel  [148]  schöner  und  lustiger  Gärten  ge- 
fuiideu  werdt?n  ,  aul;  welciien  ir  den  aller  schönsten  erwöllisn, 
unnd  euch  darinn  ein  schön  Sommeriiauü  oder  Saal  bauwtsn 
unnd  zurüsteu  sollen  lassen  :  so  denn  alle  ding  euwer  König- 
lichen Person  gemeU  z;ugericht,  ao  hissen  euch  ohne  allen  ver- 
n  zug  dahin  führen,  so  will  ich  denn  auch  kommen^  und  in  kurtzer 
zeit  mittel  finden,  euwer  gesundtheit  euch  wider  zu  bringen. 
So  ihr  denn  nun,  sagt  die  Königin  weiter  zum  Pauren,  sidchea 
dem  König  haben  angezeigt,  und  er  euwerem  raht  folget,  unnd 


1   mittel  .  .  .  aiibriögen]  alcun  rimedio.  3  fmch      .  ,  njÄcheull 

guarire.         4  gewünnen  unnd  verdienetil  für  gnarlagnare.        5  Fürsten  jl 
und  lierreti]  barotji.         7  mittel  .      ,  werden |  rimedio.  8  gew^saerj 

,  .  ,  hoffnuugj  di  certezzii.     11  wie  denn  .  ,  ,  ist]  per  quel,  che  publi- 
camenie   si    vagioiia  18    Meiaucholey  .  .  ,    Gebfüt|    nialiaüoniik  ] 

schweren]  proiondi.       Ül  so  sagtin  :  Aller  ^edigster  König]  giuulo  cht J 
üiitete  alla  presen^a  di  lui:  Sire,  diretegli,  17  weiß  und  kenn] 

nouco.  21  den  aller  achöui^ten]  il  pii)  vago.  22  ein  schön  . 

Sual]    una    ßtanza    terrena.        biiuwen    unnd    EurQatenl    ttccomniodarOt J 
28  und  er    ,  .  .    vollendet    wirdtj    et    ch'  ©gli  hvkxrk  l\    consigho  vo 
e«wt!quito» 


81 


4 


rs  vollendet  wirdt,  so  führen  als  denn  eiiwereii  Affen  mit 
eh  an  das  ohH,  so  wirdt  der  König  eins  theils  wegen  deß 
irtens.  anders  theils*  aber  von  der  wnnderbarlicheu  und  iin- 
wohntrn  kurtzweil  de(i  Affen,  grosse  freud  unnd  ergötzlicheit 
ben,  und  gewQli  in  kurtzeui  wiiler  [14*J]  zu  voriger  und  guter 

itidtlieit  konmi*;n.  Der  Fatir,  als  er  solches  verstanden, 
umpt  stich  nit  lang»  gelit  den  nechsten  der  Statt  zn.  nnnd 
IS  ime  von  der  .lungi'ranwen  geaa^  worden,  zeigt  er  dem 
Soig  selbs  persönlich  an.  Der  König,  so  nichts  lieliers  denn 
jlund  sein  begert,  sagt  wolle  verschaffen,  daß  solches,  so  er 

gerathen,  solle  io  das  werck,  so  bald  müglich,  gebracht 
erden:  beriitft  derhalb  seinen  Hoffmeister,  bevilhet  ime,  in 
jm  echönsten  Garten,  so  man  könne  finden,  ein  schon  Sommer- 
luß  oder  Saal  für  sein  Person  zu  bauwen,  unnd  schön  zu 
arichten.  Solchs  bestelt  in  alier  ejl  der  Hoffraeister,  und  nach 
)llendung  desselbigen,  lasset  sich  der  König  in  einer  Senfften 
ihin  füren;  nach  dem  er  dahin  kommen,  höret  er  die  Nacht- 
allen  und  andere  Vögel  in  dera  wunderschönen  [150]  Garten 
ber  die  maü  lieblich  und  frölich  singen,  ako  daÜ  es  sich  an- 
shen  liesse,  es  were  der  König  schon  jetz  etwas  erquickt,  unnd 
Mrde  in  kurtzer  zeit  besser  werden.  Es  was  jetz  auch  der 
pir  mit  seinem  Affen  für  den  König  kommen,  der  siehet  wol, 
aß  dieser  schöne  Garten,  sampt  der  gantz  zierlichen  und  scliönen 
V'ohnung,  deü  Königs  liertz  schon  allbereit  etwas  enjuicket 
ett^,  hielte  derhalb  für  gewÜL%  es  wurde  bald  die  gesundtheit 
riblgen:  und  nach  dem  er  vor  dem  König  mit  seinem  Affen 
iel  seltzamer  kurtzweil .    von  welchen   der  König  zum  lachen 

It  bewegt  word«-*n,  getriebeTi ,  führt  er  den  Affen  hinaaß  in 
L' 
(  2  ao  wirdt  .  ,  .  kommen]  laquate  i  ROÜti  Haoi  s^iaocVii  facendo  ,  in 
IIa  feeta  et  tetitia  ten**tidolo,  la  salatc  pristina  lo  fara  del  tutto 
ic*>verare.  7  den  nechBt-en]  zusatz.  9   selbe  peraöalich]  zusatz. 

2  Hotfmeiater]  maggiordomo,  in  dem  .  .  .  finden]  in  alcuno  de  pin 
ei  giiurdini,  che  preeso  alla  citta  ai  ritroYaa&ero.  13  ein  .  .  .  Saal] 

na  atanza  terrena.  14  zu  banwen  .  .  zeriehten]  senza  alcuft  indugio 
reparare.  15   nach    vallemlutig   dedselbtgenj   il    Be^neute    ^iomo. 

9  Über  ,  .  .  fröHch]  zuHatsc.  28  dieser  nchöne  .  .  ,  Wohnung]  per 

aver  ei  canjjiata  atanzsi,     27  viel  seltKamer  kurt»weilj  diversi'  g!:iu(w;htj 


10  nagt  wolle]  siel 


die  Küchen,  weicht;  under  tk^m  iVeyeu  Himmel  und  unbedeckt 
was,  bindet  ihn  daselbst  an,  gebet  demnach  wider  zu  dem 
König  hinein ,  und  wirdt  die  zeit  mit  schönen  und  UeblicheD 
gesprächen  vertrieben.     [  151 1    In   dem    beduncket    den  Koni: 

^  er  höre  etwas  gettlmoiels  in  der  Küchen,  gehet  allgemach, 
best  er  mocht,   zum  Fenster,    da   aihet    er   niemandtd   in  d( 
Küchen^  denn  allein  den  Affen,  der  macht  sich  zu  dem  Feurj 
siebet  hin  unud  wider  gantz  fleissig    urab  sieb,    nach    dem 
aber  niemandt  denn  sich  allein  vorbanden  zusein  vermeint,  geht 

"(^  er  über  einen  Hafen,  in  welchem  zwen  feilite  Kapjjaunen,  den 
König  davon  zu    speisen ,  kochten ,    nimpt  den   einen  heranÜ, 
setzet  sich  nider,  unnd  hebt  an  zu  essen.     Aber  also  bald  kotnpt 
ein  grosser  Wej,  siebet  den  Raub  deti  Affen,   schiesset  hiuj 
auff  die  Erden,  reisset  dem  Affen  den  Kappaunen  ohnversebeii- 

'f*  lieb  auÜ  den  Henden,  und  fleugt  mit  in  den  Lufft,  nit  ob 
grogsen  schmertzen  deli  Affens.  Der  Äff,  so  nicht  ime,  sondern 
dem  Raubvogel  diesen  guten  Kappaunen  anß  dem  Ha[ll>2]r*'ii 
genommen,  ist  übel  zumut,  wie  gut  zu  gedencken,  setzet  sicK 
still  in  ein  Eck  der  Küchen,  wartet  ob  sich  nicht  gelegenheit 

^^  an  dem  Wey  sich  zu  reeben,  zutragen  wolle.  Siehe,  es  steht 
nicht  lang  an,  der  Wey  fleugt  von  neuwem  wider  umb  die 
Küchen  hin  und  bär.  Der  Äff,  so  bald  er  (denn  er  sehr  arg- 
listig was)  ine  eraihet,  gehet  wider  über  den  Hafen,  nimpt  den 
andern  Kappaunen  auch  hinauL^,    und  wie  vor,   setzet  er  sich 

"^^  an  ein  orht  nider,  und  thut  dergleichen  denselbigen  zu  esser 
Der  Wey,    wie  vormals,    vermeint  dem  Affen   (der    aber  anl 


1  under  .  .  .  imbedeckt  |  allo  scoperto  et  k  canto   di   ana  fin 
«lella  Camera»  dove  egli  era.        '3  und  wirdt  .  .  .  König]  di  molie 
allegre    cominciö    seco    k    divisare;    et   in   cotal   gnisa    dolcetnente 
tempo  padaando,  parv^glL       5  allgemach  *  .  .  moofat]  sosatz^       10  ilo 
K5nig  .  .  ,  speisen]  per  ta  bocca  ^ua.  13  WejrJ  «ibbiotie  (nachli 

nibbio).  14  olinveraehenlich  I  zuaatz.  15  uit  .  .  .  Affenal  Ici  doletil 
oltre  inifiura  lascid.  iii  Der  Äff  .  .  .  gedencken]  zusat^.  13  aet£6t . . 
bär]  OndR  baveDdo  ella  diliherato,  se  le  »i  fua»e  rappresentata  V  occMioii 
di  rigid iimente  vendicarsi,  atundosi  cbeta  in  un  canto  deM&  cucina  gQi 
tando,  8e  per  aventura  il  nibbio  ritornajsse»  dopo  alquanto 
zati  gli  occbi,  lo  vide  intoruo  süIü  cucina  volare.  22  sehr 
aagace  et  aatuta.  26  der  aber  ,  .  .  möchte]   quirle  tuita   k  cid  id 

tenta  era. 


ders  j^edacht,  denn  wie  er  sich  rechen   möchte)  auch 
diesen  Kappaiinen  zu  stälen ,    schiesset  auff  den  AflFen  hin  ab^ 
wirdt  von  demselben  ergriffen  und  erwürgt:  mit  dem  lasset  er 
sich  gleichwol    noch   nicht    vemügen ,    sonder    zum    besten  im 
*  möglich,  ruplfet  er  in  auch,  [153]  stosset  in  mit  dem  andern 
Kappaunen^  so  er  auß  dem  Hafen  genommen,  hinein*    Solcher 
jlistigkeit  und  tliat  daß  Affen^  hat  der  König  fleissig,  auch  mit 
sser  Verwunderung,  freud  und  lust  zugesehen.   Es  steht  nicht 
mg,  der  Koch  kompt  in  die  Küchen,  will  sehen  wie  es  urab 
le  stwen  Kappaunen  stehe,  so  findet  er  den  Hafen  mit  ver- 
'wunderung  unbed*^ckt,  nimpt  hiemit  einen  koclilöflel.  vermeint 
^die  Kappaunen  herauß  zuziehen,  so  erwtitschet  er  den  un glück- 
^■lafften  Weyen:   darvon  der  arme  Koch  sehr  übel   erschrickt, 
^■kan  doch  nicht  aulidencken.  wie  dieses  zugangen  sein  mochte, 
^■weis  auch  nicht,  was  er  doch  dem  König  seinem  Herren  fQr- 
aetzen  soll,  dieweil  er  wegen  seiner  kninckheit  von  keiner  Speiß, 
denn  allein  von   Kappaunen,   asse,   steht   derhalben   gantz   er- 
staunet, tuid  weißt  nicht  wo  auß  oder  an.     Der  König,  so  diese 
f  154]  gantse  Geschieht  von  anfang  biß  zum  end,  zum  Fenster 

IRuß  geseheo,  hatte  sonderbam  Inst  davon  entpfangen,  befindet 
auch  sich  seiner  Melancholey  halb  entlediget  sein,  und  vorige 
gesundtheit  wider  bekommen  zu  haben,   will   den   Koch   nicht 
lenger  in  solcher  angst  stehn  lassen,  erzellet  ime  die  listigkeit 
deß  Affens,  und  das  Unglück  deß   Weyen,   und  heisset  ine  was 
iera  kochen,  und  zu  friden  sein.    Als  nun  der  König  solcher 
fetliche  tag  vertreib,  hat  er,  vom  lieblichen  Gesang  der 
^öglen,  und  von  vielfaltiger  kurtzweih  so  teglich  der  Paur  mit 
'seinem  Aflfen  vor   dem  Könige  treib,   all   seine  verlorne   kretft 
wider  bekommen,  vermeint  derhalb  wider  in  die  Statt  zufahren, 
9ö  berilfft  auff  das  den  Pauren,  fragt  in,   wo  oder  von  welchem 
er  diese   kunst,   durch   welche   er  sein    gesundtheit   wider  be- 
,      kommen,  ge[155|lelirnt  bette.     Der   Paur  autwort,   und  sagt, 


9  wie  ee  ,  ,  .  atehel  in  che  tennine  il  deftinare  del  Re  ai  ritrovaB»e. 

17  «teht  .  ,  .  ao]  tutto  confuso  il  ritrovava,  19  von  ,  .  .  end]  zu- 

satK.  2[  seiner  .  .  .  entlediget]  della  grati  sua  malinconia  liberaio, 

f25  und  KU  friden  »eiii|  zusale«        26  lieblichen]  xunats*        30  wo  oder 

von  welcheui]  da  cai.        31  Kuimtl  aecreto, 

6* 


es  were  jetz  lang,  dab  eva  gükünt  bette,  Üer  König  wolt*» 
disen  Worten,  dieweil  er  ein  Faur  finnd  einfaltigpr  groWr 
Mensch  were,  keinen  glauben  geben,  sondern  zwin^  ine  im 
die  warheit  zu  bekennen.     Da  sagt  er,  wie  er  ein  Jungfrau  wen 

^  oder  Magi  in  seinem  Haui/  habe,  welche  in  also  underwieseiK 
und  diese  kunat  gelehrt  habe.  Der  König,  so  ein  solche  grosse 
gnithat  entpfangen,  hevilhet  dem  Pauren,  sie  folgendts  tiitfs  mit 
ihn^e  ohne  alles  fahlen  gehn  Htitl'  in  die  Statt,  und  für  sein 
gegenwertigkeit  zu  führen,  damit  er  sie  beyde  reiclilichen  be- 

1«  gäbet,  gantz  irölich  und  wol  zufrieden  widerumb  zu haiiü  schicken 
könne.  Der  Paur  ist  dem  bevelch  deb  Königs  nachzukomni»'D 
willig,  zeucht  heim,  zßigt  der  Königin  alle  handhing  an4  und 

.  die  besten  Kleider  so  erha[156]ben  mocht,  legt  er  ir  an,  und 
führt  sie  den  andern  tag  in  die  Statt  für  den  König  iren  Ehe- 

»^p  mann  in  den  Königlichen  Palast.  So  bald  nun  er  sie  ersehen. 
hedunckt  in,  wie  sie  der  Königin  seiner  Frauwen  gantz  gleich 
were,  und  sagt:  Ach  züchtige  Jungfrau w,  sag  mir,  wer  histii, 
oder  wer  sein  deine  Eltern  ?  Dem  gibt  sie  also  aniwort;  Aller- 
gnedigster  König,  ich  bin  eiiwer  arm  iinnd  ungUickhafftig  Weib, 

i^tt  die  nemlich,  welche  ir  den  wilden  Hunden,  so  deß  Nacht* 
enwern  Palast  verhüten,  bevolhen  fürzuwerffen,  da  ir  bißhen:» 
nichts  anders,  denn  sie  mich  zerrissen,  vermeint  haben,  welches 
aber,  Gott  sey  gelobt,  nicht  beschehen:  denn  so  bald  ir  mich 
zu  euwerm  Geniahel  und  Eheweib  genommen,  hab  ich  oöl  annd 

»fi  dick  diesen  Hunden  zuessen  geben,  also  dab  sie  mich  gar  lieb 
gehept,  darumb  sie  auch,  nach  [157]  dem  ich  inen  zur  Speib 


2  ein  Paur  .  .  .  Mensch  were]  huomo  idiota  et  di  grosaa  ptMita 
parea.        4  wie  er  .  .  .  ifelehrt  habe]  che  cio  da  una  giovauelia^ 
pndrone  nel  ano  viltaggio  cercüv».  ei  h  caso  alla  gua  stan^a   er»  caplj 
tata,  ^\i  era  stato  inae^ato.        8  gehn  ,  .  ,  Statt]  neila  citta,  ilove>  < 
fiarebbe  ritomato.  9  reichlichen    ,  .  .  ssufrieden]  da  se  conb-oti 

lieti.         12  alle  haudluD^]  il  tutto.        15   Königlicben  Falaat]  cuttiejn»! 
So  bald  .  .  .  eraeben]  i^ottilmente  mirandola,       17  ztlcbiige  Jung:frauw}^ 
diflcreta  giovane.     18  wer  tein  deine  Eltern]  di  ciii  figiiuola,      19  amt 
uuü  uuglÜckhaU'ti^l  nventurata,         22  welchea  *  .  .  beschehen]  sanati. 
24  Geniahel  und  Kheweib]  moglie.        ottt  ,  .  .  geben]  co  *l  dar  loro  k 
man^are  domefiticamerite  con  essi  usar  RCilevo.  25   abo    daü 

geheptj  ÄUiat«,        20  niich  dem  .  .  ,  wonienj  znaiLii. 


85 

fnrgeworffen  worden,  mich  nicht  allein  nicht  bescliediget,  sondern 
sich  gantz  heimlich  und  freundtlich  gegen  mir  gehalten  haben. 
Demnach  bin  ich  durch  ein  Loch  der  Mauren  auß  dem  Graben 
nnnd  der  Statt  unverletzet  zu  diesem  PaurÜmann,  der  mich  an 
6  Kindtstatt  auffgenommen  (Gott  dancke  im)  kommen.  Als  ich 
mm  nicht  lang  bey  ime  gewesen,  kompt  das  Geschrey,  wie  ir 
so  sehr  kranck  und  schwach  seyen:  da  machte  ich  bey  mir 
selbs  diese  rechnung,  es  werde  solche  kranckheit  keinen  andeni 
mrspnmg,  denn  von  grossem  kummer,  haben,  und  daß  euch  sehr 

10  übel  gerauwcn,  daß  ir  so  jemmerlichen  mich  durch  die  imver- 
nünfftigen  Thier  hinrichten  und  zerreissen  haben  lassen.  Der- 
halben,  weil  kein  ander  heil,  euch  bey  dem  Leben  zu  erhalten, 
denn  freud  und  kurtzweil  zumachen,  verhan[158]den,  so  hab 
ich  euch  durch  diesen  guten  Mann  zugegen,  an  statt  und  gegen 

15  dem,  daß  ir  mich  zum  grausamen  todt  verurtheilt  haben,  bey 
dem  leben  erhalten.  Als  der  König  solche  der  Königin  wort 
gehört,  hat  er  sich  deß  weinens  nicht  enthalten  mögen,  umb- 
iahet  die  Frauw,  bittet  seiner  grossen  mißhandlung  umb  Ver- 
zeihung, erkennet  von  iro  (jedoch  von  Gott  vorab)  das  Leben 

90  wider  erholet  zu  haben,  nimpt  sie  filr  sein  Weib  an,  verschafft 
nicht  allein  sie  neben  im  auff  die  Müntzen  zu  schlagen,  sondern 
braucht  und  pflegt  auch  ires  rahts,  als  eines  Weibs  so  mit 
Weißheit  unnd  Verstand  hoch  begäbet,  in  allen  geschefften 
deß    Reichs,   lasset    auch,  weil  er  sein   Weib  wider  lebendig 

abbekommen,    ein    groß    unnd    herrlich    Fest    zurichten,    unnd 


2  sich  .  .  .  haben]   sommamente   m*   accarezzarono.  4  nnver- 

letzet]  Zusatz.  6  wie  ir  .  .  .  aeyen]  deir  infermita  vostra.         7  da 

machte  .  .  .  rechnung]  della  quäle  bayendomi  io  sforzata  di  sottilmente 
intendere  le  conditioni ,  mi  feci  ä.  credere.  9  von  grossem  kummer] 
Zusatz.  10  daß  ir  .  .  .  lassen]  della  crudel  sentenza,  che  sopra  della 
persona  mia  havevate  fatta.  13  freud  .  .  .  zumachen]  tenervi  allegro. 
80  hab  .  .  .  erhalten]  si  come  voi  me  k  crudel  morte  condennasti,  cosi 
io  allincontro  voi  da  certo  pericolo  della  vita  tentai  di  liberare ;  et  il 
corapenso,  con  che  voi  havete  la  perduta  salute  ricoverata,  co  *1  mezzo 
di  cotesto  buon  huomo  ritrovai.  18  mißhandlung]  error.  19  jedoch 
von  (jott  vorab]  zusatz.  24  weil  er  .  .  .  bekommen]  per  haver  la 

Reina  sua  moglie  colla  vita  insieme  ricoverata. 


86 

sclioncket    dem    i*imreu  iletj    Fluckeu,   ilüriun    er  wohnet,   mit  | 
[1511]    aller    seiner    Gerechtigkeit    und    zugehördt,    Der   Bagie  | 
dem    König    und    der    Königin    grosatjn    danck,    iinnd    diewdl 
er   iiuü  einem    armen  Pauren  ein  reicher  Herr  wonlen*  zeucht 
>  er  gantz  frölicli  und  wol  zu 

frieden  heim. 

Mittwoch.    3. 

Die  erzeilte  Geschieht  hat  Beramum  nicht  aUein  grülilichen 
erlustiget  sondern  im  auch,  wegen  seltzanier  ziitahlep,  g^rosse 

10  Verwunderung   gehracht:    und   als   er  die   listigkeit   deß  AflTetu 
hiiiwider  aber  den  unfahl  deü  Weyen  gehört  erzelleij,   hat  wj 
deO  lachens  sich  nicht  enthalten  können,  deli  seine  Fcirsten  unnd  | 
Herren   wegen  seinen   auch  sehr   fro   waren,    denn   sie  sahen,  | 
da(i  der  Keyser  von  tag  zu  tag,  und  je  lenger  je  mehr  in  ge-  ^ 

36  snndtheit  znname,  Derhalben  1 160]  verordnen  sie,  dali  am  dritten 
tag,  nenilich  an  der  Mittwochen,  jedermann  hey  Zeiten  in  dea . 
dritten  Saal,  so  mit  mancherley  Farben  gezieret  was,    zngehuj 
sich  gerüst  mache.    A  uff  das,  naeh  gegebner  Ordnung,  bekleidtl 
sich  menighch  (wie  vornuds  auch  beschehen)    in    solche  Farb,| 

20  so  dem  Saal,  darein  man  koibmen  solt,  gleich.    AU   nun  Be-J 
ramns  der   Keyser  mit  der  Jungfranwen,   welche    er   im  Sttalj 
gefunden,  ein  gute  zeit  mit  lieblichen  unnd  gantz  schönen  Ge- 
sprochen vertrieben,  lasset  er  im  das  mittag  Mahl  zurichten J 
umid   nach   dem   er  solches   genommen,   und   ein    weil    darsiuffi 

si»  gerastet,  heisset  er  ime  den  dritten  Mann  beiilften,  unnd 
neuwe  zeittung  vor  ime  erzellen,  welcher  auff  solche  weiß  an-  ^ 
hept,  und  Bagt: 


2  Der]  majuakeL     IB  wegen  seinen |  sie!     1*i  Derhalben]  majtuik« 


1  den  Flecken  .  .  .  xugehördt]  dol  vil)»ggio  tutio,  dore  e^U  bulMb 
golea.  3  dem  König^  und  der  Köni^n]  alUi  Reina.  4  zeucht  .  , 
hetinj  con  ^ran  letitia  al  villaggio  auo  eeae  ritorn6.  7  Mittwoch. 
zuaat^.  8  Die  .  ,  ,  gebracht |  Gran  diletto  et  muraviglia  tne^eme 

Rehramo  diede  1a  n  r.itata  navella  per  i  varii  acoidenti  in  quella  d« 
Duveiliitoie  raccoati.  17  Saal]  patagio.  19  wie  vormals  auch  bi 
acheheu]  come  prima  fu  giorno.  20  BeraTuus]  ßehramo,  22  Ueb 
liehen  ,  .  .  scbdnenj  dilettevoli.        2b  Mann]  noTeHatore. 


87 


In  Indift  ligt  ein  Statt  am  Meer,  mit  rianimen  Zeheb,  die 
vor  Zeiten   einem  gewaltigen  fl61]    reichen  Herren  unnd 
grossen  Abgötter  (denn  er  einen  Louwen  für  seinen  Gott  hielte 
^piid   anbettet)    underworffen.     Dieser  pflegte    stets    bey  im  an 
^peiuem  Hoff  znhaben  allerley  gewaltige  nnnd  kunstreiche  Meister 
in  mancherley  kttnsten,    aber  insonderheit  Iiatte  er  an  seinem 
Hoff  einen  Goldschmid,  welcher  in  dieser  kunst  so  ffirtreffen- 
lich,  kunstreich  und  geschickt  was,  daß  man    vermeint,  seines 
gleichen  in  der  gantzen  weiten  Welt  nit  möchte  fanden  werden: 
10  nnd  die  weil    dieser  künstler  stets   etwas   netiwes    mit   wimder- 
'      barer  kunst  machet,  ninipt  im  geraeldter  Herr  fflr,  durch  diesen 
I^Goldschmid  einen   grossen  guldinen  Löuwen  machen  zulassen, 
beschickt  in,  zeigt  im  zehentauseodt  pfund  desselbigen  Landts 
gewicht    Gold,   und    bevilhet    im    einen    schönen   und   grossen 
i>  Louwen  darauf  zumachen.    Der  Meister  nimpt  di[162]se  raerck- 
liclie   summa    Goldts,    understehet    darauG    einen   Löuwen    zu- 
machen,  daG    er  an  keinem   theil  deti  gantzen  Leibs  von  nie- 
^^mandts  bülich  solle,   könne   oder  möge  getadelt  werden,    legt 
^bich  auch  auff  diese  herrliche  kunst  mit  solchem  fieiG,  daG  er 
«*>  in  zehen  Monaten  diesen  Löuwen   so  kunstreich   zuricht,    daß 
alle  so  ihn  sahen,  nichts   an  ihm  zuscheiten    wüGten,    sonder 
bekennen  mußten,  daG  ime  nichts  anders,  denn  ein  lebendiger 
Geist,  mangle.  Und  die  weil  er  einer  ungleublichen  schwere  was, 

k machet  er  ime  etliche  Reder  under  die  FüG,  also  daß  er  von 
SEchen  Männern,  wohin  man  wolt,  wol  mocht  gezogen  werden, 
pieser  Löuw,  weil  er  gantz  künstlich,  wie  oblaut,  gearbeit, 
gefiel  er  dem  Fürsten  über  die  maG  sehr,  denn  wer  in  sähe, 
konte  sich  nicht  gnugsam  verwundern,  imd  kaum  glauben,  daG 


I 


21  wüßten]  de!        23  Und]  majuakel. 


S  denn    er  .  «  .   anbettetj  che  i1    Leone  adora.  5  allerley  .  .  . 

künsten]  diversi  artefici  di  molta  eccellenza.  7  GoldBcbmid]  oraffo. 

uo  fürtretfenlich  ,  ,  .  vermeint]  per  lo  molto  sno  valore  in  quelT  arte. 
10  etwas  .  .  .  kuDst]  alcunjn  bella  et  mirabil  opra,  IS  pfund]  pesi. 
H  sch5nen  und   gros^n]   beiliseimo.  15   diae   merckliobe]  tanta 

16  oüderutebet]  ad  altro  il  pensier  suo  non  rivoUe,  che.  20  «o  kunst- 
reich .  .  .  mangle]  nna  ne  fece,  k  cui  ad  eiser  vivo  il  solo  spirito  man- 
cava.        23  dieweil]  tutto   che,  26  weil  .  .  .  gearbeit]  per  V  ecc«l- 


88 


er  von  Monschenhendeu  [  163]  gemacht  were  worden,  ürub 
tlieaer  treften liehen  kunst  willen  woUe  der  Herr  die^on  Meiater 
nicht  nnbegabet  1  rissen ,  sondern  verordnet  im  järlichen  über 
die  tauseat   Kronen    Einkommens.    Solclie   grosse    railte    nimd 

b  tVeygebigkeit  deli  Fürsten  gegen  dem  CToldi^chraid,  rergümiiMi 
ime  die  iiberigen  Meister  (wie  es  denn  pflegt  zugefan)  in  der 
Statt  gemeinlich  alK  gehn  derhalb  otftermals  hin  und  wider 
umb  den  Löuwen,  unnd  mit  grossem  fleiü  besichtigen  sie  deo, 
üb  sie  doch  einigen  mangel  oder  faler  an  ime  sehen  und  raerckeu 

irt  küntcn,  damit  sie  den  kunstreichen  Meister  in  uugnad  «eine» 
Herren  bringen,  sich  aber  an  sein  statt  bey  dem  Fürsten  ein- 
flicken könten.  Under  diesen  was  einer  mit  sonderbarem  ver- 
stand nnnd  Spitzfindigkeit  begäbet,  der,  dieweil  er  disem  Löuwen 
nichts,  das  er  an[i  rechtem  griind  tadlen  [164]    hette  könneu, 

v.y  finden  niocht»  nnnd  wiewol  dieser  Löuw  groß  und  sehr  schwer 
was,  bedunckt  doch  ine  nit.  dab  er  zehentausendt  pfiind  Goldt« 
schwer  sey;  dnrch  dieses  mittel  und  solche  gelegenheit  ver- 
meint er  den  ktltisfcler  seines  järlichen  Einkommens  zn  beranben, 
nnd  es  an  sich  zubringen.     Mit   solchen  gedanckeu,  auch  wi^ 

%a  er  das  zu  wegen  bringen  nuk-hto.  gieng  er  stäts  umb,  konte 
aber  nicht  glauben,  dnU  der  F(h"st  diesen  Louweu,  der  so  sehr 
kunstreich  gemacht  was,  darunib  wider  zu  stücken  (ob  der 
Meister  ime  etwas  Goldts  darvon  gestolen  hette  oder  nicht,  txi] 
ertVibren)  sclilagen  wurde  lassen,  ist  derhalb  in  grossen  engst«i 

ts  und  bekümmernuü,  wei(it  nicht  wie  doch  diese  schwere  drti 
Ooldts  zuwägen  sein  möchte.    Es  begibt  sich  eins  tags,  daß  er. 


3  nicht  unbegabet  laasen]  in  alcrnia  parte  riconoscere*    4  KrOi 
BCudi.      milt<!  nnnd  freygebigkeit]  liberalita.        h  vergönneiij  ä  giund* 
invidia  moaai.        6  die  übengea  MeiaterJ  molti  oraffi.        wie  .  .  .  la- 
gehn]  Kuaatz.        8  mit  groäBcm  fleiß|  zuflata.         9  mangel  oder  fÄler] 
difettö  deir  artefice.  sehen  und  mercken  köntenj  acorto  haTeÄsero, 

10  damit  sie  .  .  .  könten]  per  poter  ,  .  .  fargli   aleuna  opposittoa«,  ei 
e»Bi  la  grafia  del  aignore  acquistarsi,  1'2  Bonderbarem    .  .  .  spiU- 

tituligkeitj  i^ottil«  et  alto  avedimento.         14  auL^  rechtem  ^und]  susatai. 
15  wiewol  .  .  .  acbwer  sey]  in  q^nello  per  ]a  gi-ander.z»  et  qualttA  di 
non  poter  e8»ere  dieci  mila  pesi  d'  oro  n*  a?ide.         17  mittel  .  . 
legenheit]  occaaione.  18  >iu  beraul>eii  .  *  .    aubringenj  privAre 

d^  acquistarai  eö80  ta  gratia  del  signore.        24  ist  derbalb      .  .  bekQto 
mernußj  tutto  si  crucciava. 


89 

mit  seiner  Frauweii  diese»  Löuwen  halb  redt,  iiud  iro  anzeigt 
wie  er  nicht  [165]  glaube,  daß  der  Löuw  zehen  tausendt  pfund 
schwer  sey,  und  wenn  man  einen  funde,  der  mittel  wüGte  diesen 
Löuw  also  gantz  zu  wägen,   unnd  hiedurch  dem  Fürsten,  daß 

»  der  Goldtschmid  etwas  Goldts  heimlich  (wie  er  vestiglich  glaube) 
▼erhalten,  zube weisen,  zweiifelte  er  keins  wegs,  er  wurde  an 
deß  Meisters  statt  nicht  allein  gunst  imd  gnad,  sondern  auch 
das  järlich  Einkommen  erhingen.  Die  Frauw  sagt:  Mann,  wenn 
du  diese  sach  mir  vertrauwest,  so  wil  ich  dir  diese  heimligkeit 

10  bald  offenbaren  können.  Wenn  du  das  zu  wegen  bringst,  sagt 
der  Mann,  so  können  wir  wol  unser  Lebenlang  ein  frölich  und 
rflhig  wäsen  haben.  Auff  das  sucht  die  Frauw  alle  gelegen- 
heit,  wie  sie  mit  deß  Meisters  Weib  gute  kundtschalTt  unnd 
freimdtschafft  mache  (wie  denn  Iveschicht)  vermeint  dadurcii  ir 

15  bege[166]ren  zuerlangen:  derhalb  geht  sie  ofFt  und  dick  mit 
iro  zum  Löuwen  ine  anzubätten,  belleiCt  sich  hieneben  von 
allerley  geschefFten  mit  iro  zu  reden,  under  anderm  aber  liebt 
sie  an  die  Frauwen  sehr  zu  loben  irer  glückseligkeit,  insonders 
ires  Manns  halb,  welcher,  wegen  seiner  grossen  kunst,  bey  dem 

20  Forsten  in  grossen  gnaden  sey.  Und  wenn  ich  die  überauß 
grosse  kunst  deß  Limwens  bedenck.  sagt  sie,  kan  man  von  einem 
so  herrlichen  werck  nicht  sagen,  daß  im  mehr  mangle,  denn 
nur  ein  stück,  dieweil  es  sonst  in  allen  ohrten  gantz  voll- 
kommen ist:  denn  mich  bedunckt,  dieweil  man  es  seiner  schwere 

sö  halb  nicht  wägen  kan,  sey  das  an  ime  ein  mangel,  und  wo 
es  disen  nicht  hette,  so  ist  gewüß,  daß  under  unserm  Hemi- 
spluera,  das  ist,  under  unserm  theil  deß  Himmels,  kein  solches 
kunst^tUck  gefunden  wurde.    Diese   Red    hat  deß  Goldt-[lG7| 

# 
26  unBerm  Hemiaphtera]  sie! 

1  dieses  Tjöuwen  halb]  (\i  ciö.  2  wie  er  .  .  .  schwer  sey]  zusatz. 
4  daß  der  .  .  .  zuheweiaeii]  del  commesso  furto  dair  oraffo  accertare. 
7  ganst  und  ^ad]  gratia.  9    mir   vcrtrauwest]    lasci  k  mc  fare. 

11  frölich  .  .  .  wäsen]  lieta  et  felice  vita.  18  mit   .  .  .   beschicht] 

colla  mobile  delP  oraffo.  con  cui  alcnne  fiate  usar  solea,  una  stretta 
domestichezza  fare.  15   derhalb  .  .  .  anzuhätten]   onde  ))iu  fiate 

alla  oratione  dinanzi  al  Leone  ritrovatala.  20  überauß  grosse  kunst] 
bellezza.  24  seiner  schwere  halb]  zusatz.  26  under  unserm  Hemi- 
sphsera]  nel  nostro  Hemisperio.  27  das  ist  .  .  .  Himmels]  xnsatz. 


90 


8climidt«  Fniuwwi  etwas  yerdroBscn,  auß  iirsach,  daG  sie  4eni 
Lötiwen  einen  maiigel,  nenilicb,  daß  man  in  nicht  wägen  konte, 
woUe  anmassen^  imd  sagt  zu  iro:  Wenn  man  schon  meinem 
Mann,  dal^  das  gewicht  diesem  Löuwen  ein  Fäler  bringe,  ftir- 

6  wirlFt.  bin  ich  doch  deß  gewilß ,  wo  von  nöten ,  könte  er  in 
auch  wol  wägen:  und  wo  wir,  sagt  sie,  auff  ein  andere  zeit 
wi(!*^r  zuaaramen  kommen,  verhoff  ich  euch  dieses  zweiffels  zu 
entledigen:  gehet  hiemit  zu  Haiiß,  mit  grossem  verlaugender 
Naclit  wartende,  denn  sie  vermeint,  kein  komlichere  zeit  solches 

lA  zu  erfahren,  könte  sie  (dieweil  ir  Mann  zu  zeiten  gächzomig} 
haben,  denn  die  Nacht.  Als  mm  die  Nacht  kommen,  unnd  zu 
schlaffen  zeit  ist,  schmücket  sie  sich  zu  im,  umbfahet  in^  und 
ist  mit  im  sehr  freund tlich :  hept  auch  von  der  grossen  fOr- 
treffeulichen  kuost  deß  |  168]  Löuwens,  den  er  gemacht  viel- 

16  feliiglichen  an  zu  ralen ,  und  sagt ,  sie  wüßte  keinen  maiigei 
an  ime,  denn  daß  man,  wägen  mercklicher  schwere,  in  nicht 
wegen  könte:  und  dieweil  ihr,  sagt  sie,  durch  euwer  kirnst 
haben  zu  wegen  gebracht  mit  den  Redem,  so  ir  im  under  die 
Fftß  gemacht,  daß  man  in  komlich,  wo  hin  man  will,  ziehen 

2i)  kan,  werden  ir  diesem  mangel  wol,  euwer  geschickligkeit  halb, 
auch  mittel  und  weg  finden.  Diese  Red  der  Frauwen  hat  der 
Goldschmid  nicht  gern  gehört,  denn  er  gedacht  wol,  offenbarte 
iro  das,  so  möchte  mit  der  zeit  sein  falsch  unnd  untreuw 
tag  kommen,  besorget  aber   auch,  so   ers   iro   nicht   sagte, 

26  möchte  er,  als  wenn  er  solches  nicht  zu  wegen  bringen  könte» 
sein  authoritet  und  ansehen  bey  iro  verlieren.  Diese  heimlig- 
keit,  spricht  er,  hab  ich  mir  fürgenommen   keinem  Menschen 


I 


27  er]  gedruckt  et.  M 

1  aaß  uraach  .  ,  .  anraaeaen]  per  non  poter  intendere,  che  nel  Leone 
dal  euo  marito  fatio  difetto  filctitio  ai  contenesse,  3  Wenn  man  .  .  * 
fürwiifft]  come  che  gli  attri  cotal  oppositione  |^1i  facessero.  5  wo  ToaJ 
nöten]  Zusatz.  10  gilch^ornig]  capriccioso.  12  Bchmncket  sie  siciti 
SU  im]  giransi  h  corieare.  umbfahet  .  ,  .  freundtlicb]  CDniineiaod^| 

1a  donna  il  marito  a  carezaiare.  IB  grossen  .  .  .  kirnst]  eccellens;a»l 

16  denn  dafi  man  -  »  .  kÖnte]   salvo  ehe  essendo  d'  oro   et   di    si 
Tftlore  per  la  grave^ssa  di  lui  non  si  fasse  potuto  in  alcun  tenipo  peaaro«! 
21  miltel  und  weg)  alcun  corapenso.       '23  falsch  unnd  untreuw]  Utn^  ' 
cinio.      25  als  wenn  ,  ,  ^  könte |  zasat^.        26  sein  «  .  .  ansehen] 
di  riputatione. 


91 

za[]169]5flfhen:  dieweil  aber  du  mein  Weib,  und  mir  so  lieb 
als  mein  eigne  Seel  bist,  soll  und  will  ich  dir  solches  nit  ver- 
halten, ich  halte  aach,  du  werdest  solches  die  tag  deines  le- 
bens  keinem   Menschen  auif  Erden   sagen:  denn  wo  das   be- 

5  flchehe ,  mid  du  meine  heimligkeiteu  andern  Leuten  öffnen 
wnrdist,  wurde  nicht  allein  mein  Namm  und  weiter  rhum  dar- 
durch  geringert,  sondern  du  wurdist  auch  fürohin  under  allen 
Weibern  wenig  mehr  geehrt  oder  geachtet  werden.  Die  Frauw 
▼erheißt  dem  Mann,  keinem  Menschen  ein  einig  wort  ir  lebtag 

10  darvon  zu  sagen.  Du  weist  Fraw,  sagt  der  Mann,  wie  leicht- 
lich  und  komblich  man  den  Löuwen,  so  auff  Redern  steht, 
führen  kan  wo  hin  man  will:  so  denn  einer,  wie  schwer  er 
wol  sein  möchte,  gern  wüssen  wolte,  kan  man  in  zum  Meer 
fähren,  und  in  ein  Schiff  laden,  unnd  wie  [170]  schwer  er  sey, 

15  bey  einem  Pfund  Goldts  erfahren :  denn  so  er  im  Schiff  stehet, 
unnd  man  achtung  gibt,  wie  weit  er  das  Schiff  in  das  Meer 
hinein  truckt,  und  das  aussenher  zeichnet,  den  Löuwen  wider- 
umb  auß  dem  Schiff'  thut,  unnd  dasselbig  mit  Stein  oder  an- 
derer Matery  ladet,  biß  es  wider   so  weit  in  das  Meer  gehet, 

to  als  da  der  Löuw  darinn  gestanden ,  nemlich  biß  zum  zeichen, 
demnach  dieselbig  Matery  wigt,  kan  man,  wie  schwer  der  Löuw 
sey,  eigentlich  sehen.  Diese  schöne  heimligkeit  verheisset  die 
Frauw  widerumb,  wie  zuvor,  keinem  Menschen  zueröffnen: 
nichts  desto  weniger,  so  bald  es  tag  worden,  unnd  sie  von  der 

16  Seiten  ires  Manns  auffstehet  (denn  die  Weiber  offt  wenig  achtung 
irer  Männer,  sonder,  wie  man  spricht,  lange  Kleider  und  kurtze 
Sinn  haben)  gehet  sie,  ir  Gebett  zuvolbringen,  [171]  zum  Löuwen, 
findet  das  Weib  deß  anderen  Goldtschmidts  auch  da,  deren  sagt 
sie  alles,  was  sie  von  irem  Mann  gehört,  auch  wie  der  Löuw 

30  zu  wägen  were,  bittet  aber  sie  gantz  treuwlich,  solches  keinem 
Menschen  zu  offenbaren,  welches  sie  iro  verheißt,  unnd  nach 
dem  sie  ein  gute  zeit  miteinanderen  geschwetzt,  gehet  ein  jede 

* 

6  nnd  weiter  rhum]  zusatz.         10  leichtlich  und  komblich]  agevol- 
mente.        15  Pfund)  libra.         18  anderer  Matery]   d'  altro.  19  biß 

68  .  .  .  gestanden]  zusatz.  21  wie  schwer  der  Löuw  seyj  della  quan- 
titä  deir  oro,  eh*  in  quello  si  fusse.  23  widerumb,  wie  zuvor]  zusatz. 
25  denn  .  .  .  haben]  sendo  per  lo  piu  le  donne  di  picciol  levatura. 
29  auch  wie . . .  werej  zusatz.    32  miteinanderen  geschwetzt]  insieme  state. 


92 

wider  zu  baub,     Oet^  anik^rn  Golflsclimidts  Frauw,  so  jetz  dio 
kunst  oder  lieiinlifjjkeit,  wie  der  Low  zu  wägen  sey»  wetCit,  iifc^l 
über  die  luaÜ  frölich,  sagt  solches,  so  bald  sie  heimkommen*] 
ireni  Mniiii»  vermabnet  in  solcbes*  iiriverzogeiilich  dt^m  Füxsteii 

&  aewisseii  zuthun.  Der  GoUUschmid  bedorffte  der  vennanim^ 
des  Weibs  nichts,  denn  man  sprichti  zu  nassem  hab  es  baUl 
^eregnei,  er  was  ohne  das  willens,  solches  nicht  lang  anstehn 
zulassen :  macht  sich  derhalb  deü  anderen  t^gs  am  morgen 
[1721  frfle  auff,  gehet  dem  Hoff  zu,  spricht  deß  Fürsten  Käm-j 

iii  merliug  einen  an,    ob  er  nicht  zn  irne    dem  Fürsten    kommen  I 
könne,  denn  er  etwas  wichtiges  im  fürzubringen  habe.     Als  erj 
hinein  gelassen,  unnd  audientz  bekommen,   vermeldet   er  deml 
Fürsten ,    wie  sein  Künstler   ime  vom  (lold    deb  Lönwens  viel 
gestolen:  damit  er  aber  solclis  gewüß  erfahren  möge,  zeigt  er 

16  im  au,  was  er  von  seinem  Weib  deb  Wagens  halb  verBtandeu, 
nimpl  biemit  vom  Fürsten  Urlaub,  und  geht  widerumb  zu  Hauß. 
Der  Fürst  schicket  von  stundan  nach  seinem  Ooldschmidt.  so] 
den  I/(>uwen  gemacht^  unnd  damit  er  nicbt.  daO  er  gegen  imej 
verklagt  sey,  merckete,  schickt  er  ihn  ein  tagreiß  weit  von  der] 

ao  Statt,  etliche  gesehefft  seines  Pahists  ime  zuverrichten.  St»  bald] 
aber  der  Ooldschmidt  auÜ  der  Statt  kommen,  lasset  der  Fürst,! 
nach  gehörter  ord[173]nuug,  den  Löuwen  zum  Meer  führenTJ 
und  in  wägen,  da  befindt  sich,  dali  der  Ooldschmidt  bil>  in] 
zweyhundert    pfund   Goldts    verhalten.     Als    der  Fürst  solches' 

25  gesehen,  wirdt  er  in  grausamen  Zorn  bewegt,  und  ist  sehr  übel 


2  kunßt  oder  heimligkeit)  secreto.  3  frÖlich]   liela  et  allegr^i] 

4  solche»  .  .  .  zMthunl   k   voler   siibitamente   il    eigTiare    del   conimMeoJ 
latrocinio  accertare.         ß  denn  man  ,  .  .  geredet]  zusatz.         10  ob  < 
,  .  .  habe]  che  gli  havea  di  cose  k  Iqi  importanti  ^  ragionare.      11  Als! 
er  .  .  .  bekümnien]  baTuta  V  udienza.  13  wie  .  .  .  ge«to1en]  Ü  la- 

trooiniü  diüV  oratfb  commeaso.  14  dauiit  .  ,  .  verBtandeul  dimosfcra- 
tole  il  mado.  cotne  di  cid  bavesse  ad  accertarai.  18  unnd  damit 
/.n verrichten)  et  volendolo  fiiori  della  cittä  in  nkuna  parte  mandati*«| 
per  pater  senza  saput^i  di  lui  acc^rtarsi  di  quaiito  gli  era  etato  aceu<» 
itato,  ad  UTio  vüla^io  una  ^iornaia  dal  1a  citta  luatano  per  aleane  bS-! 
aogne  del  palagio  1o  inviö.  2l>  So  bald]  V  iMtes^a  notte,  che.  22  nach ^ 
gehörter  ortliuinjj]  secondo  V  aricordo  datogli,  23  biß  in  zwcybundert 
pfutitl]  du^^etito  et  piu  peai  24  verhalten]  rabbati.  Als  ,  .  ,  ge- 
sebetil  onde. 


93 

zufrieden,  so  bald  auch  der  Goldschniicifc  wider  in  die  Statt 
koiomeii^  lasset  er  in  faheu,  und  xu  ime  führen,  erzellet  ime 
was  grosser  ehren  und  gutthaten  er  ime  bewiesen,  uuiid  wie 
lieb  er  ihn  ^ehept,  durge^en  aber  er  sidclien  grossen  Diebstall 

fi  begangen  habe:  bevilhet  hieuiit  seinen  Dienern,  ine  nicht  weit 
Yon  der  Statt  in  einen  sehr  hohen  Thurn  zu  t'ühreu,  die  Thüren 
zTi  vermauren ,  also  dab  er  an  keinem  olirt  hinauf  kommen 
möge,  sonder  daaelbst  müsse  hiitigers  halb  sterben  iinnd  ver- 
derben,  oder  aber  von  der  höhe  deÜ  Thuni»    hinab   springen, 

»«und  ime  selbs  den  todt    unthun,     Sol[174|ches    wirdt    alles  in 

I grosser  Eyl  verrichtet,  unnd  kompt  das  (ieschrey  von  stundan 
seiner  Frauwen  aueh  für:  Welche,  dieweil  sie  wol  wuGte,  dab 
nie  alles  dieses  jamers  ursach  was,  weil  sie  deb  Goklschmidts 
Frauwen  die  heimligkeit  geöffnet,  erschrickt  sehr  übel,  und 
ii*  gestelt  sich  mit  weinen  unnd  janieren  gantx  kliiglich,  Der- 
halben  sie  am  andern  morgen    früe  zum  Thurn  hiiiauti  laufft, 

•  daselbst  mit  stimpt  irem  Mann  giintz  jemerlich  und  bitterlich 
«eutttzett  weinet  unnd  scbreyet,  bekennet  auch  hiemit,  dab  sie 
dieses  grossen  jamei-s  ein  ursach  sey,  dieweil  sie  der  treuw- 
n  Ooldsciimidin,  irer  (iespielen ,  die  heimligkeit,  wie  der 
'schwere  L<.»uw  zu  wägen,  vertrau wet  hal»e.  Der  Mann,  so  zu 
oberst  im  Thurn  vermauret,  und  wußte,  daÜ  er  in  kurtzer  zeit 
hurjgersterben  muste,  sagt  zu  seinem  Weib".  Uebertlllssige  trä- 
[175|her  sein  wul  verhanden,  aber  einig  mittel  uud weg,  mein 

* 
23  träher]  aicl 

3  nnnd  wie  .  .  .  gebeptj  «usatx,  4  darge^en  .  .  .   habe)  et  la 

■aceleraggine  et  latrocinio,  cb'  egU  havea  conitnessio.  6  in  .  .  .  Thurn] 
in  ciona  d*  iina  torre.  10  Solchea  ,  .  .  kltlglich]  liehe  eendo  subi- 

tameote  da  ministri  e^aequito ,  diede  alla  mo^He  di  lui,  che  di  tutto 
*l  iiiiile  era  stata  cagione,  havendo  alla  conipagna  uua  il  secreto  del 
pesare  il  Leone  palesato,  trava^li  et  noia  gratide  oltre  nn«ara.  Onde 
lorosa  quanto  mal  altra  doima  ai  fuaae  ^  .  ,  .  17   daaelbat   .  .  . 

ichrejet]  diroitamente  piatigendo,  quivi  col  matito  un  grau  lamento 
facea.        ID  ireuwlosenl  perüda  et  disleale.  20  heimligkeit]  modo. 

21  schwere]  zusatz.  22  in  kurtzer  7.eit]  fra  poche  bore,  2S  hiinger- 
«terl»en]i  morire.  UeberHiissige  .  .  ,  sehen]  Le  lagriiue  »otio  liora 
«nuperüiie,  et  allo  scampo  mio  non  veg^o,  che  akun  rimedio  poü^aao 
apportare. 


94 


leben  zu  fristen,  kau  ich  niclifc  sehen.    Nun  weist  da   wol, 
du  meines  todts  ein  ursach  bist:  dieweil  du  aber  mich   mit  dem 
leben  darvon  bringen  kanst,    ist  es  ja  billich  und  recht,   dali 
du  es  thilist,  unnd  mit  der  that  erzeigist,  dati  du  mich  liebi«t, 

f»  uund  dich  dein  begangene  übelthat  reuwe*  Du  siehst,  dal>  ich 
in  dieser  höhe  deli  Thiirns  verschlossen,  und  entweden*  bungen 
sterben,  oder  mich  hinab  sttlrtzen,  und  selbs  umbbringen  mtit. 
derlmlb  du  pHichtig,  mir  mit  dein  leben  darvon  zu  helffen: 
darum b  so  gehe  tiugs  wider  hinein  in  die  Statt,  bring  mit  dir 

ii»  herauß  viel  unnd  lange  der  aller  reinisteu  seiden  Fäden,  so  du 
gehaben  magst,  nimb  demnach  viel  Arabeisseu,  und  binde  jeder 
ein  reinen  seidenen  Faden  an  ein  Beinlein^  schmiere  auch  ineo 
die  KöpHein  mit  But[17<>]fcer,  unnd  thnn  sie  also  zugerfist  an 
die  Maun-n  deli  Thurns :    denn   weil   sie    den  Butter  sehr  lieb  J 

ir.  haben,  werden  sie  stäts  dem  Thurn  nach  hinauf!  steigen,  imxids| 
vermeinen ,    sie  seyen  je  lenger  je  neher  bey  dem  Butter ,   So 
verlioff  ich,  under  so  vielen  werde  zum  wenigsten  eins  zu  mir 
hinauff  kommen ,  so  denn  Gott  solches  fügte  ♦  bin  ich  gewflC\ 
daß  ich  in  wenig  stunden  auÜ  diesem  Thurn  hinweg  kommeni 

an  wolte:  denn  du  mnst  neben  der  reinen  seiden  auch  grobe  mit 
nemraen,  und  an  die  reine  binden,  demnach  soltu  an  die  grobe 
seiden  ein  klein  Schnürlein  binden,  wie  bald  denn  ein  Ambeiß 
mit  einem  reinen  seidenen  Faden  zu  mir  kompt,  zeuch  ich  mit 
demselbigen  den  groben  Faden,  mit  dem  groben  aber  das  kleiu 

m  Schjiürlein,  und  mit  demselbigen  demnach  ein  groß  Seil  in  den 
Thuru  hinautf,  nimb  demnach  ein  Wellen  mler   [177]  Kolleo 
(welche  sttlck  du  alle  mit  dir  nemmen  solt)  straub  sie  oben 
Tlmrn,  lau  mich  als  denn  am  Seil  sonder  gefahr  meines  leb«] 
hinab,  unnd  komme  darvoo.    Diese  wort  alle   hat  die  traurig 

I  13  thnn]  Bicl        16  So]  majuskel. 

2  du  aber]  tu  Bola.  3  ist  es  .  .  .  tiiüiät]  zuüatz.  6  versc blassen^ 
zuBatz.  8  derhalb  .  .  .  hettien]  onde  con  o^i  tuo  potere  tu  sei  ienotl 
di  Boccorrere  ii\lo  Bcampo  della  vita  mia.  10  reinisten]  sottilisBimL 

14  weil  aie  .  .  .  haben]  amandolo  eBse  grau  demente  et  sentendo  V  odore 
di  quello.  19  auß  ,  .  .  .  kouimen]  albi  niia  vita  ücampo   ritrovare. 

22  klein]  sottil,         26  Wellen  oder  Hollen]  carrucola.  27  netniu^a 

Holt]  dalla  citta  occultaujente  porierai.  28  \&,U    .  ,  .  ,  darvon]    dft 

quetsto  cerfco  pericolo  della  morte  m  m\  libarerd.  29  traurig  uiind 

betrübte]  dolorosa. 


UDiid  betrübte  Frauw  giiugsam  verstanden,  wirdt  dardurch  etwas 
(vermeinende  irem  Mann  durch  erzellet  Mittel  darvon  zu  helffenl 
jjjetröst,  kompt  also  Über  etlich  stund  mit  aller  vorgeraeldtc^r 
rüstimg  zum  Timm,  und  bringt  nach  gegebner  Ordnung  ireö 
Manns  alles  in  das  Werck.  Es  stehet  nicht  lang  an,  er  halte 
Seil  und  Rollen  seinem  begeren  nach  bey  ihme  droben  im 
Thurn,  sträubet  die  Rollen  an  einen  Throm  deß  Thums,  thut 
da«  Seil  darein,  hisset  es  der  Frauwen  in  der  ersten  stundt  der 
nacht  hinab^  bevilhet  iro,    sie  solle  sich  in   der    weiche  daran 

>  hart  und  vest  binden,  weil  sie  nicht  so  starck  sey,  dali  sie  das 
[178]  Seil  möchte  in  den  Menden  halten,  wenn  er  sich  hinad 
wölte  lassen ,  denn  daß  er  in  sorgen  müste  stehn ,  sie  liesse 
vielleicht  schwere  halb  das  Seil  gelm,  dardurch  er  hinab  füllen 
möchte.     Das  Weih,  so  nichts  mehr»  denn  d{is  leben  ires  Manns 

*  zu  erretten,  begert,  richtet  seinen  bevelch  von  stundan  in  das 
Werck,  und  als  sie  sich,  wie  gehört,  gebunden^  sagt  sie,  wie 
er  nun  sicher  mit  dem  leben  hinab  und  darvon  kommen  könne. 
Der  Mann  hept  sich  an  gegen  der  Frauwen  zu  wägen,  und  ob 
ime  sein  vorhaben  von  statt   gehn  wolle  zu  probieren ,    lasset 

reich  vom  Thurn  allgemach  am  Seil  hinab^  hinwider  aber  zeucht 
er  das  Weib,  weit  er  schwerer  was  denn  sie,  hinuuttl  Als  er 
nun  autf  die  Erden  kommen,  sagt  er  zu  der  B^ranwen,  »o  jeta 
im  Thurn  drohen,  sie  solle  sich  wider  vom  Seil  auft'binden,  ime 


2  vermeinende  ,  .  .  helffön]  zusatz.  H  kompt  ,  ,  .  Thnnil  aenxa 
aicun'  indtigio  nella  ciitü,  aviataai,  fra  poche  höre  con  quanto  da)  ma* 
rito  te  era  stato  impogto  ,  alla  torre  bi   ritrovö,  7    Throm]   groBHO 

trave.  9  in  der  weiche]  al  traverBO.  10  hart  und  vest]  zu^atz.  da-ü 
sie  .  .  .  fallen  möchte]  da  poter  lui,  che  giuao  havea  k  venire,  col  capp 
della  corda  in  mano  aoätentare,  egli  pian  piano  co)  eontrapeso  de)  corpo 
dl  lei  calandoBi,  come  fusae  in  terra,  col  capo  della  corda,  con  che  egii 
legato  s'  havea«  lei  pian  piano  havrebbe  giuao   mandata.  16  sagt 

.  .  .  könne]  died«  al  marito  occasione  di  poter  sicuramente  alla  sua 
vita  sciiuipo  ritrovare.  18  Der  Mann  ,  .  .  hinautf]  zuaatz.  21  Ala 
.  ,  .  hinab  ia^sen]  Onde,  giuuto  che  egli  fu  in  terra,  et  la  douna  aila 
cima  della  torre  arrivata,  le  diase,  che  havesBe  dentro  della  torre  ad 
entrare,  et  che  giaso  il  capo  della  corda,  con  che  legata  era,  gl*  havesse 
a  jimndare;  perciö  che  ä  quello  un  legno  volea  k  traverso  legare ,  k 
hne  che  ella  da  nuovo  aii  eaaa  corda  tirando,  et  a  cavallo  del  legno 
montaiido  havease  piu  Hicaramente  giü  a  venire« 


96 

dasaelb  orht  abbin  lassen.  [179]  ao  wolle  er  einen  Beugel 
binden,  daraatf  sie  sitzen  könne,  unnd  also  wolle  er  sie  gftnttl 
komlieh  und  somler  t^efahr  liiimb  lassen.  Die  Frauw  den  Worten  j 
ires  Manns    gehorsam,    wirfft   im    das  Seil  binab:    als   er  da«j 

6  hat,    reiaset   er   mit  aller  eyl  imnd  ungestiimigkeit ,    das  Sdlj 
allerdings  auli  der  liollen  zu  ime  hinab,    hebt  demnach  seine 
Augen  in  Tbiini  hiimiiif  zu  seiner  Fniuwen,  gegen  der  er  sehr 
verbittert  was,  «precliende:  Du  treuwloG  unijd  arges  Weib,  an 
dem  orht  da  du  jetz  bist,  mustu  an  meiner  statt  sterben  uiidl 

10  verderben:  denn  nicht  unbillich  ist  es,  dieweil  du  durch  unnd  ( 
mit  deiner  untrew  zuwegeu    gebracht,   dab    ich  eines  eilenden 
todts  solte  gestorben  sein,    dali  du  denselbigen  für  mich  ,   als 
wol  verdient,  leiden  solt.    Und    nach  diesen  werten,    damit  erJ 
nicht  von   jemandts    gefunden,   nimpt  er  die    [180]  Seil   laid 

ifi  andere  rüstung ,  geht  mit  zu  einem  Fluß ,   so   nicht    weit  voii  1 
danneu,  und  wirfft  es  alles  hinein:  demnach  geht  er  die  gantxe 
nacht,    damit    er   nicht   etwan    auff  ein  nenwes  gefangen  und 
eingelegt  werde,    kompt  gegen  tag  in  ein  Dortt'.  zimlich  weit 
von  der  Statt  gelegen,  da  er  dann  von  niemandts  erkant  ward. 

20  Die  tranrige  Fmnw,  ao  in  grosser  forcht  und  betrUbnuß  in  der j 
höbe  del>  Thurns  gelassen,  unnd  eines  eLleuden  todts  erwart**!,] 
beweinet  ir  Unglück  die  gantze  Nacht  über  die  maß  sehr,  liißj 
in  den  tag.  Als  nun  deß  tags  die  reisenden  in  der  selbigen] 
gegendt  das  schreyen,  heulen,  seufi'tzen  unnd  klagen  der  Krau-I 

16  wen  g€*hört,  und  mit  fleiß  ihren  zu  gehorcht,  kompt  solches] 
dem  Fürsten  der  Statt  für,  wie  nemlich  in  dem  Thurn,  dahin J 


5  aller  .  .  .  ungealümigkeitl  gran  furia.  7  Frauwen)  moglie.  la- 
quale  in  tanto  nericolo  poato  T  Imvea,  8  treuwIoB  unnd  arneal  rea 
et  Jiialvusjfia.        9  an  meiner  statt]  per  me.  10  dieweil  ,  .  ,  leiden 

solt)  cb«  quella  sorte  di  morte  tu  ti  habbia  k  fare,  che  h  tne  tl  signore  i 
per  cagione  della  tua  lingua  data  havea,  14  die  Seil  ,      ,  Kjucial 

la  corda,  che  fuori  delhi  carrucola  havea  tirata,  in  un  fiumicellü    alU 
torre  vicino  insieme  con   li    fiJi   di  seta   et  la  corda  «ottüe,    che   giu*»oJ 
della  torre  calandoRi  seco  liavea  portata,  la  gittd.       18  kompt]  capitö,; 
f^et^ifn  tu|x|  i-üBniz.  19  da  er  ..  -  ward]  dove  da  alcuno  conoBciutai 

non  era.  20  traurige]  2mQ.tz,  forcht  and  betrübiniLi]  spavettto. 

22  über  die  maU  sehr]  diraUamente.  23  Als  nun  .  ,  .  «u  gehorcht] 

tjiniostü  che  fu  jjiorno»  merre  et  ajuto  »^ridandö,  molti  viandanti«  «he 
per  quoi  coutorni  paHsavano,  il  duro  laiuenU»  di  lei  «tavano  ad  aacnltarr. 


97 

er  den  Ooldschmid  zum  todt  condemniert  und  verurtheilt,  sein 
Fraaw  [181]  seye,  und  alle  fürreisenden  mit  kleglichem  ge- 
schrey  umb  hilff  anrüffe.  Der  Herr  bevilhet  seinen  Dienern 
in  Thum  zugehn,  unnd  inie  die  Frauwen  in  seinen  Palast  zu 

&  bringen,  das  wirdt  also  bald  verrichtet.  Als  sie  nun  für  den 
Fürsten  kommen,  erzellet  sie  ime  allerdings,  was  sich  zwischen 
irem  Mann  und  iro  zugetragen.  Der  Fürst,  als  er  die  sub- 
ieiligkeit  und  list  deß  Goldschmidts,  mit  dero  er  sein  Weib 
betrogen,  vernommen,  konte  er  sich  deß  lachens  nicht  enthalten, 

10  gebeut  noch  denselbigen  tag  hin  und  wider  auGzurüffen  und 
zuverkünden,  wenn  der  Goldschmid  wider  in  die  Statt  komme, 
solte  ime  sein  leben  gefristet,  unnd  alle  begangne  mißhandlung 
verziegen  sein.  Als  dieses  Mandat  dem  Goldschmid  auch  zu 
Obren  kommen,  macht  er  sich  gantz  frölich  auflF,  eilet  wider- 

1»  amb  der  Statt,  und  den  nechsten  dem  [182]  Palast  zu,  kompt 
för  den  Fürsten,  erzellet  ime  die  gantze  geschieht  auf  ein 
nenws,  deß  der  Fürst  überauß  sehr  lachen  mocht,  heisset  sein 
Weib  auch  berüffen,  vereinbaret  sie  wider  mit  einandem,  und 
verzeihet  ime  seinen  fähler:  schicket  demnach  auch  nach  dem 

M  andern  Goldschmid ,   so  den   Diebstall   geoffenbart ,   schencket 

ime  vor  der  Statt  ein  Gut,  von  welchem  er  sich  unnd  sein  gantz 

Haußgeeind  wol  erhalten kondte :  machet  auch  den  frieden  under  i- 

nen,  unnd  ließ  sie  frölich  unnd 

wol  content  wider 

u  von  im. 

Donnerstag.    4. 
Nicht  wol  müglich  ist  zu  sagen,  was  grosser  freud  Be- 

7  subteiligkeit]  sie! 

1  condemniert  und    verurtheilt]  condennato.  3  hilft')  merce  et 

ajato.  6  zwischen  .  .  .  iro]  le.  7  »ubteili^keit  and  list]  astutia  et 
sottile  avedimento.  10    hin  und  wider J  ne'    contomi  della  torre. 

anßzarQffen  und  zuverkünden]  bandire.  12  solte  .  .  .  sein]  egli  deir 
error  suo  gl'  havea  dato  perdono.  13  dieses  Mandat]  che.  14  frö- 
lich] lieto  et  allegro.  15  und  den  .  .  .  FQrsten]  dinanzi  al  si^ore 
b'  appresentö.  17  QberauL^  sehr]  squarciatamente.  23  frölich  unnd 
wol  content]  allegri  et  lieti.  25  von  im]  alle  lor  stanze.  26  Donnerstag.  4.J 
znsats.        27  Nicht  wol]  Non.        Beramufl]  Behramo. 

Oiaffert  Höhne.  7 


98 


ranuis,  mit  sanipt  alli^n  andern,  so  dipse  geschieht  erzellen  ^e 
hört,   wegen  deLi  listigen  betnigs,  [183]  den    der    Goldschmid 
seiner  Frauwen  bewiesen,    enti>tai]gen.     Nach    dem   wirdt 
gantz  schöner  unnd  lieblicher  Tantz  geschlagen,    welcher  deni^ 

r- König  sein  hertz  noch    raebr  tTquicket,    daranff    er   sich  dann 
sehr  wol  befindet.     Und  dieweil  es  zimlich  spatt  was,  rieht  man 
die  Tisch  zu,  und  nach  dem  essen  geht  meniglich  im  sein  ruh»*,  j 
Morgens  aber,  am  Donnerstag,  bekleidet  sich  das  gantze  Hoff- 1 
gesind  in  solche  färb,  wie  der  vierdte  Palast  was,  nemlich  in 

loGäl,   und   gehet  jedermann  dahin.    Als   nun    Beramus    darein J 
kommen,  ersp rächet  er  sich  ein  gute  zeit,  seinem  gebrauch  nachv 
in  schönen  reden,    rait  der  vierdten  Jungfirauwen:    uniid  naeh| 
dem  essen,    beyilhet  er  auch  den  vierdten  Mann    zu    irae  zn* 
kommen,    damit   er  auch  utwan    ein    schone  geschieht  erxelKl 

i&  welcher  nach  gethoner  und  pÜichtiger  reverentz,  also  spricht:^ 

[184]  Es  was  in  der  alten  Statt  Babylon  ein  Soldan  oder 

Keyser,  der  hat  nur  ein  einigen  Soho,  de(>  Muter  inie  gesf^r-J 

ben   wa.s,  der  hiesse  rait  nammen  Karamos.     Der  Kejser  ntnipQ 

ein  ander  Weib,  die  aber  weder  deü  Keysers  ires  Herren,  nocli 

lii)  auch  ir  selbs  eigen  lob  und  ehr,  wie  biUich  sein  hett«  söllenj 
betrachtet:   denn    sie  ward    gegen  einem   Herren  am  Hoff, 
deti  Keysera  Raht  was,  in  uuordenliche  liebe  entzündet,  welches] 
Ramm  US   des  Keysers  Sohn    ofiFt  wargenommen,   doch   keinen 
Menschen  nye   nichts    darvon  gesagt  hat;    und   die   ehr  seinea 

"'  Vatt^rs  zu  retten  (welches  im  sehr  angelegen)  lugte  er  so  heim*! 
lieh  er  konte»  wo  er  sie  etwan  beysaramen  finden  möchte,    Aiifl 
einen  tag  hat  er  wargenommen,    dali    die  Keyserin    mit    deral 
liaht  in  emen  Garten  gangen   was,  da  schleicht  der  Jung 


2  listigen  betrug»)  strana  beÜ'a.     3  Nach  dem]  allftqoale  [=  no^ellii] 
l>ofitrü  che  hebbe  fine  il  novellatore.  4  j^ants  ,  .  .  lieblicberj   soave, 

5  noch  mebr]  aaaai*  daniuö'  ,  .  .  bcfi.ndetj  di  grau  miülioramenio 

gli  fu  cägiane.       10  BeramusJ  ßehmiuo.      12  in  schön en  reden]  zusflta. 
l^  Mann]  novellatore^         16  Babylon]  Uabiloma,        17  ein  einigeo]  lui^ 
SQo.  Muier]  madre.  che  Soldana  era.  18  EazornYis]   Hamuiaifl 

20  lob  und  ehr]  honor.        wie  ,  .      sollen]  Kasatz.        22  unordenJicb«]^^ 
fieramente.         23  offt  wargenoiumen]  s'  avide.  24  die  ehr  .      ,  an- 

gelegen] per  r  bonore  del  padre  doloroso  Dltre  miäura«        25  bfil&ilichl 
cautauiente,        2i>  wo  tsr  .  ,  .  möchte]  gli  audamenÜ  di  lei. 


99 

gantz  still  [185 1  und  heimlich  inen  nach,  verbirgt  sich  hinder 
ein  Gesteud,  siehet  sie  beyde  ander  einem  Baum,  darneben  ein 
Wäsaerlein  hinfloLi,  eiuanderu  umbfahen,  unnd  andere  unzuclit 
begehn.    Derwegen  er  inn  grossem  zorn  entzündet,  wußte  nit 

6  was  er  thun  solt :  und  als  er  auü  dem  Gesteud  herfür  gehet, 
and  aufi  dem  Garten  will,  wirdt  er  von  inen  gesehen.  Die 
zwey,  wie  zu  gedencken,  erschrecken  nicht  wenig,  nichts  anders 
besorgende,  denn  deG  Keysers  bohn  dem  Vatter  ir  schendtliche 
that  anzeigen,  unnd  sie  verrhaten  wurde:  werden  nihtig,  was 

10  sie  mit  einandern  vollbracht,  dem  Sohn,  als  ob  er  soUichs  zu- 
thun  understanden,  auü'  zulegen,  und  vor  dem  Keyser  in  del:- 
halb  zu  verklagen.  Wie  nun  der  Jüngling  auß  dem  Garten 
kommen,  folgen  sie  auch  gleich  her  nach,  uund  gehet  ein  jedes 
an  sein  orht     Als  es  nun  zimlich  spat  am  [186 1  tag,  schicket 

16  der  iSoldan  etlicher  geschefften  halb  nach  diesem  Herren  dem 
liaht :  als  aber  der  kommen ,  gestellet  er  sich  gantz  traurig 
und  Melancholisch  vor  dem  8oldan,  also  daß  er  gefragt  ward, 
was  doch  ime  mangelte  oder  begegnet  were,  daß  er  wider  sein 
gewonheit  sich  so  traurig  anstellet.    Er  antwortet:    Allergue- 

to  digster  Herr,  es  zimmet  sich  nicht,  daß  ich  eines  Menschen, 
wegen  deß  hohen  stauds,  so  ich  auß  euwern  gnaden  für,  an- 
kläger  oder  verrhäter  seye :  wo  ich  aber  euch  dise  grosse  miß- 
handlung,  so  sich  wider  euch  zutragen,  nicht  anzeig,  weiß  ich 
wo),  daß  ir  schwerlich  dardurch  verletzt,  und  mich,  als  ob  ich 

«6  euwerer  ehren  wenig  rechuung  trage,  verdencken  werden.  Auff 
das  treibt  der  öoldan  sehr  hefftig  an  seinem  Uaht,    was  doch 


l  still  und  heimlich]  occoltamente.  2  under  .  .  .  begehn]  presBO 
nna  viva  acqaa,  che  nel  giardino  era,  coricatisi,  piu  fiate  carnalmente 
insieme  si  conobbero.  4  [^ossem]  rabbiosa.  7  wie  zu  gedencken] 
Zusatz.  8  ir  schendtliche  .  .  .  wurde]   il  loro   inisfatto    a   palesare. 

10  als  ob  .  .  .  verklagen]  al  signore  accusare.  16  gestellet  .  .  .  an- 

stellet) vedendolo  tutto  penseroso:  Deh,  dimmi  per  tua  f^,  dissegli,  che 
cosa  ti  va  hora  per  lo  pensiero,  che  oltre  il  tuo  coatumo  si  malinconoso 
et  dolente  ti  veggo  a  stare?  1^  AUergnedigster  Herr]  Sire.  21  an- 
kläger  oder  verrhltti>r]  accusatore.  22  dise  .  .  .  zutragen]  uno  grave 
inisfatto.  21  daü  ir  .  .  .  werden]  di  graveniente  offendervi,  et  d*  essere 
(leir  honor  voHtro  ])0(>o  aniico.  20  AuH'  diisj  il  che  havendo  il  Sol- 
dano  dal  consiglier  intesu. 

7* 


100 

das  sein  möge,  irae  sondern  Verzug  anzuzeigen.  Dieweil  denn 
ir,  gnedigster  [187]  Herr,  (sagt  sein  Habt)  das  also  haben 
wollen ,  80  ist  es  billicb ,  daß  ich  euweren  Worten  gehorsanib 
seye.    Ir  sollen  wüssen,  Herr,  daß  ich  oflft  wol  wargenonimen 

6  unnd  gesehen  hab,  daß  enwer  Sohn  gegen  der  Keyserin,  euwer 
Mayestath  GemaheU  in  nnzimlicher  liebe  entzündet  ist:  daC 
auch  solchs  m  der  warheit  also  seye,  hab  ich  oftt^mals  mit 
meinen  Augen  gesehen,  dieweil  sie  seinen  Willen  nicht  mit  im 
vollbringen  wollen,    daß    er  sie  sehr  übel  darurab  geschlagr?n, 

i*  und  zwar  erst  gester  hab  ich  abermals  zwischen  inen  solcher 
nrsach  halb  ein  grossen  streit  und  zanck  gesehen:  und  daß  ir 
die  sach  besser  erkundigen  mögen,  so  gehen  selbs  zu  der  Key 
serin,  denn  ich  zweift'el  nicht,  so  ir  mit  worfcen  streng  anhalten, 
sie  wirdt  bekennen,  so  viel  ich  gesehen,  und  an  iro  gemerckt 

ifrhab,  wie  sie  die  unerhörte  schand  und  vennessenheit  euwen* 
[188]  Sohns  lenger  nicht  naehr  gedulden  könne,  und  euch  alle 
handlung  offenbaren.  Als  der  Raht  sein  red  geendet,  wirdt  der 
Soldan  gantz  und  gar  in  zorn  wider  seinen  Sohn,  wegen  ge- 
hörter that,  bewegt,  gehet  den  neclisten  in  der  Keyserin  Kamniern« 

ao  findet  sie  sehr  weinen,  und  fragt  die  nrsach  ires  traurens:  sie  aber 
thut  dergleichen,  als  wolle  sie  irae  solclis  verbalen,  und  nicht 
sagen,  bittet  den  Soldan,  er  solle  von  ir  gehn,  und  sie  in  irem 
armen  stand  nicht  erst  noch  mehr  bekümmern.  Der  Keyser 
aber,    so  von  seinem  Raht  gnugsam  die  irrsach  dises  traurens 

a^  verstanden,  tröstet  sie  mit  süssen  freund  fliehen  Worten,  und 
bittet  sie,  ime  anzuzeigen,  was  doch  für  unfahl  iro  widerfahren 
seye.  Dieweil  ir  es  denn  je  wüssen  wollen,  sprach  die  elir  nnd 
treuwlose  Frauw,  so  wüssen  Herr,  dasa  ich  vermein,  es  sey  kein 


2  gnedigster  Herr|  zuaatz.         i  Herr]  zusatÄ,      wargenoromefi  . 
hab]  mi  sono  iwTort(\  6  Key&erin  .  .  .  Gemahel]  Soldana,  6  in 

iinziTnlicher  liebe  Gntzümletl  ji^  ran  demente  innamorato.  8  dieweil  . 
geschlagen]  che  egli  per  camalmenie  conoacerla  le  ha  dato  di  Bere  et  | 
gran  battaglie.  11  ein  .  .  ,  zanck)  una  grandissitna  contesa,  14  und  | 
an  iro  genierekt]  zusatz.  15  die  unerhörte  .  .  .  Sohns]  V  insolenxa  \ 

del  malvagio  giovane  19  den  nechEtien]  zusatz.       21  aU  wolle  * 

sagen]  di  non  volerlagti  paleBare,    23  nicht  ,  .  .  bekümmern]  lascia^Re 
tUmorare.         25  sQBen  freundtlicben]  dolci.  27  ehr  und  ireuwloge] 

rea  et  maWagia. 


101 

treuw  noch  [180]  glaub  mehr  in  der  Welt  zu  finden.  Gott 
weis  es,  Herr,  das^j  ich  euwer  und  auch  meiner  ehren  halb, 
diese  unehrbare  that,  so  ich  euch  jetz  erzellen  will,  ewiglich 
yerschweigen  und  bey  mir  hab  behalten  wollen:    so  aber  ihr 

» mir  gebieten,  meines  traurens  ursach  euch  an  zuzeigen,  soll 
ich  mich  billich  nicht  weigern.  Es  ist  nicht  sehr  lang,  daß  ich 
von  euwerem  treuwiosen  unnd  argen  Sohn,  mit  ime  seinen 
scheudtlichen  mutwillen  zuvolbringen,  ernstlich  angefallen  worden, 
und  die  weil  ich  in  diese  unehrliche  that  nicht  hab  sollen,  können 

10  noch  wollen  bewilligen,  bin  ich  von  ihme  sehr  übel  geschlagen 
worden:  gesterigs  tags  noch,  als  ich  mich  ein  wenig  zu  er- 
lustigen,  allein  in  Garten  gangen,  wird  ich  abermals  (denn  er 
sich  hinder  ein  Gesteud  im  Garten  verborgen  hatte)  dergestalt 
ttbcrfallen:    wie  schwerlich  ich  auch   mich  von  im  [190]  ge- 

ift  rissen,  und  entrunnen  sey,  weiss  Gott  wol.  Darumb  sollen  ir 
euch  nicht  verwundern,  wenn  ich  schon  tag  und  nacht  mit 
seufflzen  unnd  weinen  hinbring.  Jetz  hat  der  Soldan  nicht  allein 
von  seinem  falschen  Raht,  sonder  auch  von  seinem  ehebrüchigen 
Weib  genugsam  gehört,  was  sie  im  von  seinem  unschuldigen 

so  Sohn  angezeigt  hatten,  tröstet  sein  Weib  mit  viel  unnd  man- 
cherley  Worten,  verheisset  iro,  dass  fürhin  weder  das  noch  an- 
ders von  seinem  Sohn  ihr  widerfahren  soll,  scheidet  hiemit 
von  iro,  berüflft  seinen  Raht,  bevilhet  im,  daß  er  deß  anderen 
tags  am  morgen  früe,  unnd  ohne  allen  verzug,  verschaffe  seinem 

25  Sohn  den  Kopff  abzuschlagen.  Solcher  sententz  bcdunckte  den 
meineidigen  Raht  genug  grimm  und  grausam  sein,  sagt  der- 
halb :  Ach  Herr,  ir  wollen  von  euwerem  Sohn  viel  zu  ein  schwere 

2  weis]  sie!        9  in]  sie! 

1  treuw  noch  glaub]  fede.  3  ewiglich  .  .  .  behalten]  con  per- 

petuo  BÜentio  di  trapassare.  5  soll  ich  .  .  .  weigern]  zusatz.  6  nicht 
sehr  lang]  molti  giomi.  9  dieweil  ich  .  .  .  bewilligen]  per  ciö.  10  bin 
ich  .  .  .  worden]  piu  fiate  di  fiere  et  gran  battaglie  egli  m'  ha  dato. 
14  mich  .  .  .  sey]  mi  sia  fuggita.  15  weiß  Gott  wol]  Iddio  vel  dica, 
16  wenn  .  .  .  hinbring]  s'  io  si  misera  et  dolente  vita  passando,  in  con- 
tinuo  crnccio  et  amare  lagrime  mi  dimori.  17  Jetz  hat  .  .  .  hatten] 
her'  eaaendosi  il  Soldano  per  le  parole  della  malvagia  sua  donna 
deir  oppositione  air  innoccute  giovane  dal  consiglier  fatta  accertato. 
26  meineidigen]  perfido.  grimm  und  grausam]  crudele.  27  viel 

.  .  .  straff]  treppe  aspra  et  crndel  Vendetta. 


102 

[191]  raacb  unnd  straff  lieinmen  :  denn  dieweil  er  sein  willen 
in  das  Werck  gar  tiicbt  gebra^iit,  bedunckt  mich«  wen©  ir 
ine  au 6  euwerem  Land  in  ewigs  eilend  verscbickteu,  betten  ir 
ine  scliarff'  genug  gestrafft     Wiewol  der  Soldan*  so  von  ztirn 

0  gantz  breriuend  und  wütig  was,  diesem  Raht  lang  nicht  folgen 
wolt,  bewegt  in  doch  nach  langem  und  mit  viel  worteii  der 
treuwlose  Mann:  und  wirdt  den  andern  morgei)  dem  nnschul- 
digen  Solin  angezeigt,  dali  er  in  acht  tagen  sieb  auli  dem  Lanil 
hinweg   tbüye^    und    bey  verlierung  Leibs    uiind  Lebens   «ich 

10  nimmer  mehr  darinn  linden  lasse.  Der  Jüngling,  als  im 
solches  angezeigt,  gedeuckt  nichts  anders,  denn  wie  die  sacli 
in  der  warlieit  sich  verloffen,  neralich,  er  were  vom  ialscheo 
Raht  seines  Vatters,  mind  der  treuwloseu  Keyseviu,  wie  er  auli 
dem  Garten    gegangen,    gese[192]lien ,    nnnd  vor  dem  Keyseri 

15  aeiuem  Vatier  felschlicben  angeklagt  worden :  uimpt  seine  Kdel-' 
gestein  unnd  Ring  zu  sich,    und   ohne   langen   Verzug,    ganl^ 
traurig  und  voll  kummers,  zeucht  er  auß  seines  Vattera  Rdch:J 
und  nach  dem  er  sieben  tag  gegangen,  kompt  er  in  ein  DorÖJ 
einem  andern  Herren  underworffen,  findet  daselbst  drey  Wander-j 

to  gesellen,  mit  welchen  er  kundtscliatft  macht,   und  den  aiiderfil 
tag  mit  inen  weiter  zeucht:    und  als  sie  miteinanderen  in  eial 
lang  gesprecb  kommen»  hört  deÜ  Königs  Sohn  von  einem  undefJ 
diesen  dreyen  sagen,  er  wüsso  ein  solche  beimligkeit  und  herr- 
liche kunst,   dali  er  sich  ktMine  unsichtbar  machen,    also   dalil 

26  er  von  nieniandts  möge  gesehen  werden,  er  aber  könne  meuiglicli 
wol  sehen.     Der  ander  sagt,   so  könne  er  ein  kuust,    dali  di«l 
Teuffel,  so  offt  es  ime  gefellig,  im  all  dienen,  und  was  [193)' 

4  van)  vö. 


1  sein  willen]  alle  ernpje  et  disboneste  »ue  voglie.      4  so  von  zörfll 
,  .  ,  was]  che  di  rabbia  et  d'  ira  ardcvo.  5  lang]  .  .  .  woh]  aoa| 

poiease  approbare.        9  bej  .  .  -  Lebenal  in  pena  della  vita.      10 
Jüngliag  .  .  .  worden]  onde  11  giovane»  il  quäle,  del  giardino  partendivl 
&"  accorse  d'  e^aer  stato  dal  nialva^no  consif^fiere  et  dalla  rea  i^oldanAi 
vediilo,  avisando  ci6  essere  della  disuv^mturü  sua  atato  cagione.     15  aeiae]] 
aleune  sue.       16  gant'i  .  .  .  IcumnitTB]  tutto  uialinconosa     23  ein 
kuDBt]  iino  äeercto.        24  da(3  er  «ich  .  .  .  toachea]  &uaat%.        27  tmd 
Wim  .  .  .  niQ^ten]  /usatz. 


103 

er  wölte,  thun  lunsten.  So  sagt  der  dritte,  er  wüüte  etliche 
wort,  so  offt  er  die  spreche,  könte  er  sein  Angesicht  einem 
anderen  Menschen ,  welchem  er  nur  wölte ,  vergleichen ,  und 
darzu   noch    andere   wort,    wenn  er  die  spreche,   so   könte    er 

6  einen  jeden  Menschen,  welchen  er  wolte,  zu  schlatfen  machen. 
Wiewol  deli  Soldans  Sohn  diese  wort  von  den  dreyen  wol  ver- 
standen, konte  er  doch,  solches  mUglich  sein,  nicht  glauben, 
und  sagt  zu  inen:  Wie  kan  ich  doch  glauben,  daü  diese  ding, 
so  ich  von  euch  erzellen  gehört,  zu  geschelien  müglich  seyen? 

10  ir  werden  mich  deß  schwerlichen  bereden.  Auff  das  geben  sie 
antwort :  Daü  du,  was  wir  gesagt,  war  sein  glaubist,  soltu  es 
mit  deinen  Augen  sehen.  Und  von  stuudan,  was  sich  ein 
jeder  gerümbt,  deß  thut  er  in  gegenwertigkeit  deß  jungen  Sol- 
dans ein  prob:   darab  sich  der  Jüngling  nicht  gnugsam  [194] 

16  verwundern  konte ,  sagt  zu  inen ,  diese  Kunst  wereu  voll  be- 
trug und  falsch,  were  viel  besser  sie  vergässen  deren,  und 
brauchten  sie  gar  nicht  mehr.  Dem  antworten  sie,  daß  sie 
solche  Kunst  zu  keinen  andern  Zeiten  gebrauchten,  denn  wenn 
sie  etwan  von  einem  verletzt  oder  beleidigt  wurden,  und  inen 

so  unbill  beschehen  were ,  sich  als  denn  damit  zu  rechen.  Der 
Jüngling  spricht:  Der  melirertheil  Raach  sol  nicht  auff  das 
böß,  sonder  auff  nutz  und  gewün  gerichtet  sein:  und  so  ir 
von  diesen  euweren  künsten  fürterhin  abstehn  wollen,  will 
ich  verschaffen,    daß  ihr  in  künfftiger  zeit  kein  mangel  mehr 

^  an  gelt  sollen  haben :  zeucht  hiemit  auß  einem  Bülglein  den 
mehrentheil  seiner  köstlichen  Edelgesteinen,  theilt  sie  gleich 
under  sie  auß,  unnd  verheissen  sie  im  hiemit,  gemeldte  ire 
künst  nicht  mehr  zu  brauchen.  Damit  aber  die  1 195]  drey 
nicht  möchten  gedencken,    er  hette  vielleicht  dise  Edelgestein 

* 

6  Wiewol  .  .  .  v'erBtiindenJ  zusatz.  10  ir  werden  .  .  .  bereden] 
noD  havendo  voi  cosa  alcuna  possibile  raccontata.  11  Daß  du  .  .  . 
sehen]  ci  lo  crederai.  se  di  quanto  detto  habbiaino,  ti  faremo  1*  iape- 
rienza  vedere.  13  deß  jungen   Soldans]  di  lui.  15  betrog  und 

falsch]  inganni.  18  wenn  sie  .  .  .  rechen]  ove  d*  alcuna  ricevuta 

ingiuria  voleano  vendicarsi.  21  »ol  .  .  .  gerichtet  sein]  sogliono  per 
1*  utile  et  per  lo  guadagno   faröi.  22  so  ir  .  .  .  verschaffen]  ä  fine 

che  nelV  av venire  habbiate  V  arti  vostre  del  tutto  k  lasciare,  io  voglio 
si  fatto  presente  farvi.        27  geineldte]  zusatz. 


104 


gestoIeQi  zeigt  er  iiien  an,  wer  uiind  woher  er  seye,  uiind  ?ri6 
er  Ton  dem  treuwloseii  Raht  seines  Vaiterg,  und  der  Keyser 

seiner  Stiefinuter^  g^^g^o  ^^^^  Soldan  feischlichen  angeklagt  weml 
worden:  deli  die  drey  sich  nicht  wenig  verwunderten,  an  seinetiiJ 

b  Angesicht  unnd  aller  gstalt  wol  sehen  und  abnemnien  mochten J 
daß  er  gew<lO  eines  grossen  Herren  Sohn  were,  sagen  ime  em- 
pfangener gutthat  unnd  schencke  halb   zum   höchsten  danck^J 
unnd  damit   er  sieh    an  seines  Yatters    Raht   komlich    reche 
möge,  lehren  sie  ihn  ire  künst,    verheisseu  im,    wie  vor  aucld 

10  gehört,  solche  nit  mehr  unnd  in  keinem  Land  zu  gebrauclieiiJ 
Jetz  hat  deß  Soldans  Sohn  die  drey  künst  gelebniet,  mit  welchen] 
er  wol  gedacht  sich  am  treuwlosen  Raht,  uund  seiner  ar[l96]gen  | 
Stieffmutter  komblich  zu    rechen,    verharret   noch  etliche  tilg 
bey  den  dreyen,  versucht  und  probiert  offt  seine  künst  in  irem 

i&  beyseio ,  nirapt  demnach  Urlaub,  und  scheidet  von  inen,  Uniid  | 
damit  er  seiner  mach  ein    anfang    gebe,    auch   sein    unschtiH 
dem  Vatter  offenbar  werde,  braucht  er  sein  kunat,  berQtlt  die 
Teuffei  zu  seinem  dienst  zukommen.     Als  sie  verbanden, 
helt  er  nicht  mehr  denn  einen,    die  anderen  aber  all  scbicketl 

ao  er  wider  von  sicli,  gebeut  dem,  daß  er  in  auff  den  Abendt,! 
noch  desselbigen  tags,  in  seines  Vatters  Statt  führe.  Diesem  j 
Gebott  ist  er  gehorsam,  füret  ihn  von  stundan  in  die  Statt 
den  Keyserlich en  Palast,  und  bleibt  der  Jltngling  in  der  »elbeul 
nacht  bey  einem  alten  Weib  zu  Herberg.     Den  andern  morgeaj 

«6  stehet  er  früe  auff,  gebraucht  sich  seiner  andern  kunst»  gehe 
au(i  dem  HautJ,  [197]  siebet  jedennan,  er  aber  wirdt  von  nie 
maudts  gesehen ,  gehet  in  deli  Soldaus  Palast,  und  in  das  Ge 
mach,  da  der  Soldan  pHegt  audientz  zu  geben,   oder  die  Ijeutj 
zu  verhören,    findet   den  Raht  mit   dem  Soldan  reden,    wirdt j 

la  gegen  im  in  zorn  bewegt,  bevilhet  dem  Geist,  den  er  zu  seinem 


1  wer  .  .  .  sejej  di  cui  m.  fnnae  figlinolo.      unnd  wie  .  .  .  wordeall 
1a  diaavenfcur»  sua  ©t  lo  tradimento  del  perfido  conBigliere  et  della  toftl 
?a^a  Soldaua.  5  unnd  aller  gstalt]  2usatz.      »eben  .  .  .  inoclitcOi 

conosceDdo.  7  gutthat  unnd  schencke]  preaente.  8  an  .  .  Raht] 
del  tradimento  fatte[]]gU.  9  wie  ,  .  .  gehört)  sRUsat»,  10  Land]  porUiv 
11  deß  Boldans  Sohn]  ü  i^ovane.  14  vemueht  ttnd   probiert  |  fi 

l*  iBperienza.        17  kunat]  secreto.      27  gehet  ,  .  ,  verhören]   a\V  boi 
deir  audienza  nel  palagio  del  Saldano  entrato.         30  zürn]  grave 


I 


105 

dienst  bey  im  hat,  den  Raht  in  das  Angesicht  zu  schlagen, 
und  zwo  Maultäschen  zugeben.  Der  Geist  ist  gantz  willig  und 
gehorsam,  schlecht  den  Bäht  von  stundan  in  das  Gesicht,  daß 
er  zu  Boden  feit:  er  wirdt  schnei  Yon  den  seinen  wider  auff- 

»  gehept,  der  Geist  aber  nicht  unbehend,  schlecht  ihn  noch  ein 
mahl  zur  Erden,  also  daß  er  ein  gute  weil,  als  wenn  er  todt 
were,  da  gelegen.  Als  der  Soldan  solches  siehet,  hat  er  groß 
mitleiden  mit  seinem  Elalit,  denn  er  was  im  sehr  lieb,  bevilhet 
seinen  Dienern,  ine  eilendts  heim  in  sein  Hauß  zu[198]tragen. 

loAuff  das  schicket  der  Keyser  nach  den  besten  Artzten  der 
gantzen  Statt,  redet  viel  und  mancherley,  vom  gählingen  zu- 
fifthl  seines  Rahts,  mit  inen,  vermeinende  diser  sein  zufahl  imc 
von  überflüssiger  feuchtigkeit  deß  Leibs  herkomme,  beschliossen 
endtlich  ihme  ein  tranck  einzugeben,  dardurch  er  wider  zu  seiner 

» gesundtheit  kommen  werde.  Bey  dieser  abred  ist  stets  der 
Jüngling  gestanden,  aber  von  niemandts  gesehen  worden,  und 
gebeut  seinem  Geist,  so  bald  der  ungetreuwe  Raht  das  tranck 
eingenommen  habe,  sol  er  in  abermals,  wie  zuvor,  in  das  Ge- 
sicht schlagen.     Den  andern  tag,  als  die  Artzet  deß  morgens 

10  ime  das  Tranck  bringen,  und  er  dasselbig  getruncken,  schlecht 
ine  der  Geist  in  irer  gegenwertigkcit  so  hart  in  das  Gesiclit, 
daß  ime  das  Tranck  fast  alles  wider  zu  der  Nasen  außlaufft. 
Solches  [199]  bringt  dem  Soldan,  vorauß  aber  seiner  Frauwen, 
so  in  unordenlicher  liebe  gegen  ime  entzündet,   ungleublichen 

S5  schmertzen.  Der  junge  Soldan  aber,  damit  er  sich  bewiesener 
unbill  genugsam  an  ime  rechen  möge,  ist  damit  noch  nicht 
vemügt,  sonder  legt  sich  in  Weiber  Kleyder  an,  verwandelt 
sein  Angesicht  auch  in  eines  alten  Weibs  gestalt,  und  gehet 
zu  deß  Herren,  seines  Vatters  Raht,  Hauß:  und  als  er  hinein 


1  in  das  .  .  .  za^eben]  due  gran  buffetti  havesse  h,  dare.  4  er  wirdt 
. . .  auffgehept]  aitato  da  suoi  et  levatosi  in  piedi.  5  nicht  unbehend] 
zQsatz.  7  Als  .  .  .  siehet]  il  quäl  accidentc  sendo  alla  presenza  del 
»Soldano  avenuto.  1 1  ^hlingen]  zusatz.  13  überflüssiger  .  .  .  Leibs] 
gli  hnmori  superflui  6  altra  indispositione  del  corpo  suo.  18  sol  er 
.  .  .  schlagen]  lo  dovesse  fieramente  haver  battuto.  19  deü  morgens] 
per  tempo.  22  außlaufft]  fuori  la  gittö.  23  vorauß  aber]  et  .  .  . 
ancora.         24  unordenlicher]  oltre  misura.  25  schmertzen]  noia  et 

travaglio.        26  genugsam]  piu  rigidamente. 


106 


komujeu,  küsset  er  (nach  Landts  brauch)  alle  Weibsbilder,  und 
sagt:   Ich  Imb  gehört,  wie  der  Herr  in  grosse  kranckheit  jyje- 

fallen,  und  bin  ihirumb  allher  kommen,  daß  ich  iine  derseP- 
gewüß  abhelöen  wiL     Durch  diese  red  werden   sie  etwa:i  ^;- 

ö  tröstet^  uiind  führen  iu  zu  dem  Herren:  mit  welchem  er  la 
von  seiner  kmncklieit  iinnd  zufahl  geredfc,  im  trostlich   zug 
sprochen,  nntid  endtlith  verheissen,  ine  in  ei[20U)nem  fcap  vg 
diesL'ju  unfahl  zu  entledigen.     Von  welcher  red  der  Herr  ho 
erfreu wt  wirdt,  bittet  ihn  freuudtlich  (mit  verheissung  gr 

n»  Verehrung)  nichts  zu  underlassen,  daß  zu  wider bringiuig 
gesundtheit.  dienen  mnpe.     Dieweil  es  aber  jetz  spat,  nin 
(verstand  den  jungen  äoldan^    so  sich  in  eines  Weibs  gc^lftH 
verendert)  vom  Herreu  Urlaub,    verspricht    morgen    bey  jm  >; 
zeit  wider  zu  ime  zukommen.     Üeü  wird   nieuiglich    im   H^Lat^ 

\n  etwas    getröstf    luit   grossem   verlangen  deü  tnoruderigen  l^^fl^l 
wartende.     Als  nun  die  besfcimpte  zeit  verbanden,  kompt  deß^ 
Soldüus  Sohn,    in  gt^talt  eines  alten   Weibs,    für  den  Herren, 
bringt  mit  ime  ein  eysiii  zeichen»  doch  nicht  fiist  gross,  zeigt 
es    dem    Herren,    nnnd  sagt:    Herr,    dieses  zeichen,    ohn  alk 

20  andere  Getrenck,  wirdt  euch  widorumb  zu  voriger  euwerer  gt?* 
sundheit   li(df[201]t'eiK     üibt    hiemit    Ordnung,    daß    man   nn     1 
Feinvr   anmache,    untul    spricht  weiter:    Ir  müssen    euch   ein     j 
zeichen  an  den  Hind<»rn  brennen  lassen:  und  wo  ich  euch  hit^ 
mit  nicht  hiltf,  bin  ich  zu  frieden,  dab  ir  mich,  als  ein  Weiln 

i.'5  SO  den  todt  wol  verschuldet,    nach   euwereni  gefallen  straff«*« 

10  daß]  siel 


1  küa«et  .  .  .  Weibsbilder]  colle  sue  donne  abboccataf!l«i*       ^  1^*> 
hab  .  .  .  wil]  che,  havendo  la  quiilita  delF  inferraita  di  luj  IntesA,  «r* 
quivi  venuta  per  accerUrle,  che  egli  in  ogni  maniera  da  queUa  lo  \ol 
Hberiuo.     6  von  .  .  .  zufiiblj  delJa  qualita  del  mal  «uo  et  d'  ogoi  jil 
accidonte  avenutogli.        im  .  *  .  verheissen]  gH  diede  ferrasi  «peraik^ 
7  von  .  .  .  ÄU  entledigen]  con  un  auo  secreto  giaarire.  ö  Von  ,  . 

mö^e]  Bi  che  havendolo   egli  caramente  pri^gato,  grau  doni,  ove  }ib<^ 
ratö  r  bavesse»    g\i  promise*  12  verstand  .  .  .    verendert]   ziw*l 

17  eines  alten  Weibs |  della  vecchiarella.  18  ein  eysin  leicbea) 

bolto  di  ferro.      24  eiu  Weib  .  .  .  vei^chuldet]  rea  et  malvkigia  donni 
25  nach  euwerem  gefallen]  rigidameatc. 


er* 


107 

sollen.  Der  Herr  gibt  antwort,  und  sagt:  Wiewol  mich  be- 
dunckt,  ein  schmechlich  ding  sein,  mir  meinen  Hindern  der- 
massen  zeichnen  zulassen,  jedoch,  damit  ich  meiner  kninckheit 
abkomme,    bin  ich  willig   das  unnd   noch    grössers   zudulden. 

»  AnflF  das  macht  der  Jüngling  das  Eysen  im  Feuwr  wol  glüyendt, 
nnnd  brennet  dem  Herren  ein  zeiclien  an  gemelt  orht,  bevilhet 
hiemit  dem  Geist,  ine  ftlrthin  niclit  mehr  zuschlagen,  nimpt 
also  Urlaub,  verspricht  in  acht  tagen  wider  zu  kommen,  in  der 
zeit  werde  er  auch  sehen,  daG  im  diese  Artzney  [202 1  geholffen 

» habe.  Nach  verscheinung  der  aclit  tagen  kompt  der  junge 
Soldan  in  gemeldter  Kleidung  wider  zum  Herren,  findet  in  ge- 
sund und  frölich,  wirdt  auch  wol  von  im  entpfaugen  und  reich- 
lich begäbet.  Dieweil  aber  der  Herr  wubte,  so  man  solte  ge- 
war  werden,  mit  was  mittel  er  gesundt  wonlen,   nemlich  dali 

»mau  ime  ein  zeichen  un  Hindern  gebreunt,  daG  es  ime  etwas 
schmechlich  sein  wurde,  bittet  er  das  Weib  sehr  freundtlich, 
solchs  niemandts  zu  otFenbaren :  nennet  sie  demnach  sein  Muter, 
und  will  dass  sie  stets  bei  sehier  Frauwen  uimd  Töchtern  im 
hauß  wohne,  und  was  er  kösüichs  im    HauG  hat,  lasset  er  sie 

Malles  sehen.  Der  Jüngling  aber,  so  niclits  anders,  denn  ge- 
nugsam sich  am  treuwlosen  Mann  zurechen,  gedacht,  braucht 
die  kunst,  wie  oblaut,  daü  er  von  niemandts  gesehen  ward, 
er  aber  doch  jederman  sehen  kont,  ge|20).^|het  niclit  nur  ein 
mal,  sonder  offt  und  dick  in  die  Kammern,  in  welcher  drey  deG 

«  HeiTen  Töchteren  deG  naclits  lagen,  beschlafft  die  offtermal  all 
drey,  deß  morgens  aber  kert  er  wider,  von  niemandts  gesehen, 
in  sein  Gemach.  Solchs,  was  die  nacht  inen  widerfahre,  wuGte 
je  ein  Schwester  von  der  andern  wol:  unnd  ob  gleich  inen 
dieser  schimj)!!*  nit  unlieblich  was,  zeigen  sie  doch  der  Muter, 

»0  was  inen  biß  anlier  deG  nachts  begegnet,  an.     Die  Muter,  über 


3  kranckh<'ii]  j^rave  inferinita.     ü  ciu  zeichen  .  .  .  urht]  uno  bollo 
per  natica.  9  daßj  bv.  11   in  ^emeUUer  Kleidung]  nella  solita 

forma.  12  wol  entpfangen]  zasatz.  11  mit  was  .  .  .  wonlen]  zusaiz. 
15  etwas  .  .  .  wurde]  niolto  hiaHimo  appoitar^li.  20  genugsam]  in 

ogni  maniera.  22  wie  oblautj  zusatz.  24  oift  und  dick]  piu  volte. 
2.5  offtermal  all  drey|  tutte  tre  non  una,  ma  piu  fiate.  26  von  nie- 
mandts gesehen]  zusatz.        30  wa8  .  .  .  begegnet]  il  tutto. 


108 

die  maß  betrübt^  sagt  solclie  grosse  schaud  und  Unglück,  irea 
Töchtern  widerfahin^n,  also  bald  irera  Herrn :  der  vermeint. 

niclits  anders,  denn  ein  Gespenst  oder  Geist  sein  mflsse,  h^ifl 
der  alten  Frauwen,    so    in  geheilet    (als   dem   rechten  Artoel, 

Ä  nemlich  dem  Liebhaber  seiner  Töchtern)  rüffeu,  und  imch  dem 
er  iro  den  nnfahl  seiner  Töchteren  erzeilet,  bittet  er  sie  Iterfa- 
lidien,  dieweil  sie  ime  seiner  schweren  [204]  Plag  }iab  ab  j^e- 
holflen,  sie  wolle  in  dieser  sach  ir  hilff  und  raht  auch  mit- 
theileu.    Rammiis,  der  junge  Soldan^  gibt  zu  antwort,  wenn  er 

10  vor  mit  den  Töchtern  geredt,   weite    er  vielleicht  verschaffen. 
daÜ  sie  nicht  mehr  dieser  sach  halb  bemüyt  wurden.    Der  Hen 
laßt  seine  Töchtern  mit  sainpt  der  alten  Vetlen  in  ein  Kauiraera 
führen,  und  als  sie,  wie  es   inen    ergangen,  ordenlich   er/- *- 
sagt  die  Alte:  Herr,  der  vermeinte  Geist,  so  mit  euweren  T 

ift  tern  also  gehandelt,  ist  ein  junger  Gesell,  der  kan  ein  fcnnai, 
sich  unsichtbar  zumachen,  und  mit  solcher  heimligkeit  ist  er 
deß  nachts  zu  euweren  Töchtern,  seinen  lust  mit  ihnen  zu  haben, 
kommen:  vermeldet  hiemit,  sie  wolle  bald  raht  finden:  deü 
bittet  sie  der  Herr  sehr  frenndtlich.    Sie  heisset  die  Töchtern 

90  zu  ir  kommen,  schreibt  etlit  he  wort  auff  ein  Zettel,  gibts  inen, 
[205]  mit  solcher  gegebner  Ordnung,  So  bald  sie  zunacht,  daC 
etwar  zu  inen  komme,  gewar  werden,  solten  sie  auff  stehn, 
unnd  ein  groß  Feuwr  in  der  Kammern  anmachen,  unnd  den 
Zettel,  so  sie  ihnen  gegeben,  in  das  Feuwr  werffen,'  so  werden 

2^  sie  den  JUngliog,  der  sie  bißhär  beschlaffen,  gantz  klar  uund 
augenscheinlich  sehen:  hiemit  geht  sie  von  inen.  So  bald  ab<*r 
die  nacht  verhanden,  unnd  jederman  zu  Beth  gangen ,    korapl 


22  etwar]  aic! 


1  grosse  .  .  .  Unglück]  sciagura.     8  Geapeust  oder  Geist]  dduionio. 
4  als  dem  rechten  Artzet]  zuaat«.  8  sie  wolle]    potendo,   roleesfc 

hilff  und  raht]  rimedio.  9  der  junge  Soldan]  tu 8 atz.  14  sagt  .  ^ 
Herr]  al  consegliere  riferi.  Geiat)  spirito,  21  So  bald  .  .  *  w<>r<ienl 
tantosto  che  la  notte  da  ajcuno  seutifisero  d^  essere  molestate.  25  der 
.  .  .  besohl ftffen]  il  quäle  tanta  moleatia  lor  dava,  g&ntz  .  .  »  ati^o< 
solieinlich]  veramente.  27  unnd  jederman  *  .  .  an  das  Bett]  ritoroito 
e^li  nella  canu'ra  delle  tigliuole  col  secreto,  col  quäle  da  aXcmno  Hf« 
pot^a  easere  veduto,  stibitamentc  cbe  al  letto  girono  (nicht  gionio,  wi« 
Gaeaner  hat;  1611  girono],  egli  tra  loro,  secondo  V  üosiume  suu,  « 
hebbe  posto, 


109 

abennals  der  jnnge  Soldan  unsichtbar  zu  den  Töchtern,  unnd 
legt  sich  mitten  ander  sie  (seinem  gebrauch  nach)  an  das  Bett. 
Die  Töchtern,  als  sie  deß  gewar  werden,  stehn  auff,  machen 
ein  grob  Fenwr  an,  werffen  den  Zettel  von  der  alten  Vettlen 

6  inen  gegeben,  in  das  Feuwr,  sehen  Rammom,  wOssen  aber  nicht, 
daß  er  deß  Soldans  Sohn  ist,  binden  in,  unnd  führen  ihne  in 
ihres  Yatters  Kammern.  [206]  Als  aber  der  junge  Soldan  mit 
seiner  kunst  sein  Angesicht  verendert,  ward  er  auch  vom  un- 
getreawen  Raht  nicht  erkennt:  unnd  als  der  Vatter  sich  gegen 

10  im  nahen  will,  ine  zu  verletzen,  gebeut  Rammus  seinem  Geist, 
den  er  stets  bey  sich  hat,  dab  er  in  in  das  Gesicht  schmeissen 
sol :  das  wird  also  bald  verricht,  und  der  Vatter  zu  Boden  ge- 
schlagen: welcher  gantz  traurig  und  betrübt  sich  wider  an  das 
Bett  1^^  nicht  anders  vermeinende,  denn  dieweil  das  alt  Weib 

u  in  seiner  vorigen  kranckheit  entledigt,  es  habe  in  dieser  Jüng- 
ling jetz  also  geschlagen,  gibt  derhalb  seinen  Dienern  bevelch, 
dab  ime  morgen  der  Kopff  abgeschlagen  werde,  zuverschaffen. 
Die  Knecht  nemmen  den  Jüngling  von  den  Töchtern,  führen 
in  in  ein  ander  Gemach,  auff  morgen  ires  Herren  Gebott  zu 
:  M  erfüllen.  Als  sie  dahin  kommen,  [207]  braucht  Rammus  sein 
knnst  abermals,  verschaffet  daß  die  Diener  entschlaffen ,  löset 
hiemit  sich  auff,  schneidet  den  Dienern  allen  Haar  und  Bart 
abt  unnd  gehet  wider  in  sein  Kammern.  Als  der  tag  verban- 
den, geht  der  Herr  zu  seinen  Dienern,  findet  sie  gantz  traurig, 

SS  nnd  ires  Haars  unnd  Barten  beraubet  Von  welcher  Geschieht 
er  sich  sehr  verwundert,  unnd  fragt,  ob  sie  den  Buben  hinge- 
richt  betten.  Nach  dem  aber  er,  was  sich  zu  getragen,  und  wie 
die  sach  beschaffen,  vernommen,   geht  er   gantz  verwirrt  von 

inen,  laßt  flugs  der  Alten  rüffen,  und  was  sich  die  nacht  zu- 

* 
II  BchmeisBen]  una  gran  percossa  dare.       12  das  .  .  .  geschlagen] 
il  quäle  al  commandamento  presto  si  fieramente  lo  battö,  che  k  terra 
Ig  fe  cadere.         13  traurig  und  betrQbt]  doloroso.  14  dieweil  .  .  . 

geschlagen]  che  non  lo  spirito,  da  cni  la  vecchiarella  liberato  1*  havea, 
ma  il  giovane  percosso  V  havesse.  17  morgen]  la  mattina  per  tempo. 
19  auff  morgen]  znsatz.  20  sein  kunst]  del  secreto,  che  U  sonno  in- 
ducea.  24  gantz  traurig]  tntti  malinconiosi  et  dolenti.  26  Buben) 
malfattore.  27  Nach  dem  .  .  .  vemomnien]   inteso  intieramente  il 

fatto.  28  verwirrt]  confuso  et  dolente.  29  was  .  .  .  zugetragen] 
la  diaaventora  sua. 


110 

getragen,  er/.eüet  er  iro.  Warlicb  Herr,  sagt  die  Alie^ 
Hmiimu»  in  gestalt  einer  alten  Vetlen,  ich  merck  jetzunder 
wol,  daü  dieses  nicht  allein  ein  Werck  eines  Menschen,  8on«3er 
mitliirizu  auch  eines  Geists  ist:  doch  seind  woi[208]gemut,  ich 

6  verhoff  euch   mit  etlichen  meinen  Gebetten   dieser    bedcl^w« 
wol  unnd  bald  ab   zuhelften:    bevilhet    hiernach    dem  Geiat 
nicht  mehr  zu  schlageri,   geht   auch  lauge  zeit  nicht  mehr 
den  Tüchtern  in  die  Kammern.    Dieweil    nun   der  Herr    rnmil 
[u-y»erliche  Kaht  etliche  xeit  in  guter  ruhe,  frieden  unnd 

i*>  sundtheit  lebt,  bat  aller  dings  seiner  vorigen  Lrübseligkeit  veij 
gessen ,  hept  er  von  neu  wem  mit  Soldans   Weib   an    der   beb 
zu  pflegen,     Deli  wird  liammus,  deb  Soldans  Sohn,  zu  gnisseiD 
'/AJTW  bewegt,  bcvilliet  dem  Geist,  dab  er  folgende  nacht  in  deC* 
luihtö  llnub  fahre,  und  ime  deü  Knhts  schönste  Tochter  in  seiiL 

iiv  Wohnung  unnd  Bett  bringe.  Das  wird  vom  Geist  auff 
stimpte  zeit  Heissig  verrichtet,  der  nirapt  die  schönste,  ftlh 
sie  zu  Rammo  au  sein  Seiten :  von  welchem  seltzamen  handi 
die  Jung[2(J9Jfrauw  selir  erschrocken.  Nicht  lorchte  din  sagt 
liiuumus,    und  sey  ohn  sorg,    denn   ich  bm  ein  Mensche    uod 

:'o  lielie  dicli  im  bertzen,  darzu  so  wüsse,  daÜ  ich  bin  Itammu« 
deb  Huldans  Subn:  derhalb  soltu  dich,  daü  du  mir  an  mein^ 
selten  ligst,  nicht  bekümmern.  Dem  gibt  die  Tochter  atitwort, 
er  seye  gleich  wer  er  wolle,  so  werde  sie  ime  nichts  bewilligeö, 
etCp     Lestlichen  sagtliammus:  Dafi  da  gespiirest,  dab  ich  gegeu 

ä&  dir  sehr  hefftig  in  liebe  entzündet ,  imd  dab  ich  nichts  mehr 
denn  dein  Ehr  zu  erhalten  begär,  bin  ich  zu  frieden,  dich  zu 
meinem  Weib  zunemmeu,  will  auch  dir  bey  meinem  glaubet 
verheissen,  dab  du  mein  Eheweib  sein  solt:  jedoch  soltu  solrhs 

• 
n  mit  Solclans  Weibl  aic! 


1  die  Atte  ,  ,  .  Vetletil  Rammu.      4  gciad  .  .  ,  verholfl  noii  dobt| 
täte.         6  wol  utind  bald]  tot»to,  7  gebt  ^  _  Kammern J   egli 

alle  fiij^liuole  per  luolti  gionii  alcuna  niolestia  noa  diede.         9  in     . 
^ej^utidtheit]  in  c^lato  aHäai  tranquillo.         11  deL>  Soldan»  Sohn]  £U*ati 
li  in  .  .  .   Betil  n&l  leito  presao  di  luL       15  auf}  bestimpte  xeit]  «ubi^ 
tamenie.         17  aaltzamea]  zusatz,       13  Nicht  .  .  .  sorg]  Non  dabii 
Eammo  dieaele.        24  etc.]  ^nsats,       Lestlichen  sagt  Hamruus]  A  fio^ 
dissele  Rammo.        27  WeibJ  donna.       28  Eheweib]  moglie. 


111 

niemandts  ohne  meinen  bevelch  oifenbaren.  Solche  wort  er- 
freuwen  die  Tochter  über  die  niaG,  hept  an  den  Jüngling  zu 
umbfahen,  unnd  wirdt  also  die  nacht  mit  viel  [210]  freud  unnd 
kurtzweil  vertrieben.    Am  morgen  ist  Ramraus  frtte  auff,   be- 

h  yilhet  der  Tochter,  da(i  sie  nicht  auffstande,  bilN  er  wider  zu 
ir  komme,  nimpt  die  gestalt  deü  alten  Weibs  wider  an  sich, 
und  geht  deß  Raths  Palast  zu:  unnd  auti'  dem  Weg  begegnet 
ime  ein  Bott,  so  ine  holen  wollen.  Als  sie  nun  zu  dem  Herren 
kommen,  sagt  er:  Ihr  wüssen,  liebe  Muter,    was  grossen  un- 

10  glucks,  Jammers  und  eilend ts  ich  in  kurtzer  zeit  ausgestanden, 
von  welcher  trübsal  ir  mit  euwer  hilö*  unnd  ruht  mich  jeder- 
zeit erledigt  haben.  Jetz  aber  ist  mir  ein  solcher  jamer  wider- 
fahren, der  die  vorigen  all  weit  übertrifft:  denn  die  verschienen 
nacht  ist  mir  liebers  denn  all  mein  Gut,  nemlich  mein  schönste 

li  unnd  liebste  Tochter,  au(i  dem  Hauß  hinweg  geführt  worden: 
derhalb  ich  und  mein  Weib,  das  weib  (iott,  in  übergrossem 
krentz  unnd  [211]  hertzleid  stehn.  So  ihr  uns  auch  hierinn, 
wie  in  vorigen  beschwerden,  helffen  können,  will  ich  euch  tau- 
sendt  Kronen  scliencken.    Die  Alte  sagt,  nicht  umb  viel  oder 

M  wenig  Gelts  willen,  sondern  wegen  der  liebe  die  sie  zu  inen 
trage,  wolle  sie  inen  die  Tochter  bald  wider  zu  wegen  bringen : 
nimpt  Urlaub,  zeucht  gegen  seiner  Ilerberg,  und  als  die  nacht 
wider  herzu  kommen ,  macht  er  die  Tochter  mit  seiner  kunst 
zu  schlaffen,  bevilhet  dem  Geist  sie  wider  in  ires  Yatters  llauÜ 

S6  zutragen.  Deß  andern  tags  wirdt  dem  Yatter  von  den  andern 
Töchtern  angezeigt,  wie  sie  ire  Schwester  wider  bekommen 
haben:  von  welcher  neuwen  zeitung  er  unsegliche  freud  und 
trost  entpfangen,  heisset  inie  eilendts  das  alte  Weib  berüffen, 
unnd  sagt:  Mein  Muter,  ich  muß  fürwar  öffentlich  sagen  und 


3  viel  .  .  .  kurtzweil)  gran  diletto.  9  was  .  .  .  ellenrltsj  quante 
sciagiire.  11  hilff  unnd  raht]  inolta  cortesiii.  11  liebe i-h  .  .  .  Tochter] 
non  la  robba,  ma  una  ligliuola.  16   das   weiß  .  .  .  hertzleid  stelm] 

in  tanto  cruccio  ci  ritroviamo,  che  Iddio  vel  dica.  18  vorigen)  ogn' 
altra  passata.  will  ich]  noi  vogliuui.  19  Kronen)  »cndi  doro.  Die 
Alte]  Rammo.  22  und  als  .  .  .  zutrii(jfeu|  et  col  secreto,  con  che  e^j^li 
havea  fatta  la  figliuola  addornientare,  allo  8])irito  coniniandö,  che,  so- 
pragiunta  la  notte,  quella  ä  casa  del  padre  havesne  a  portare.  27  neu- 
wen zeitungj  zusatz. 


112 

bekennen,  daß  ihr  mir  mein  leben,  mein  [212]  ehr,  und  alle 
wolfahrt  meines  gantzen  Hauü  erbalten  haben.  Derhalben  nach 
allem  meinem  vermögen  bin  ich  schuldig  euch  bewiesene  gn^ 
tbat  zu  vergelten,  beut  euch  derhalb  an  all  mein  Haab 
lutt.  Nichts  anders  Herr,  sagt  die  Alte,  begere  ich  Yon  euc 
zu  entpfahen,  denn  euwer  gunst  und  liebe:  denn  von  vrege 
euwer  trenn  dtligkeit^  hab  ich  jeder  zeit  euch  in  euwerem  aii^ 
ligen  und  nöten,  mein  hilit"  und  raht  mit  geneigtem  willen  mifc 
getheilt    Mit  solchem  scheidet  sie  von  ime  hinweg.     Der  Raht 

in  nach  dem  er  abermals  ein  Zeitlang  kein  unfahl  oder  bekümmer- 
nub  hat,  und  alles  vergangnen  ellenJts  vergessen,  hept  wider 
an,  wie  vor,  mit  deG  Soldans  Weib  seines  willens  7M  pflegto« 
Von  welchem  Rammus  in  grausamen  zorn  bewegt  ward;  und 
ilieweil  er  sihet,  daÜ  an  dem  treuwlosen  Mann  kein  straff  üöch 

16  wftr[213]nung,  daCi  er  von  solcher  sehendtlichen  That,  soaeinea 
Vatter  dem  Soldan  zu  grosser  schand  unnd  schmach  gereieheti 
abstiende,  helffen  noch  beschiesaen  wolt,  nimpt  er  ime  für,  sicli 
eTidtlicb  an  ime  aller  notturtit  nach  zurechen,  geht  in  sein^ 
alten  Weibskleidung  auß  dem  Hauß,  ündet  auff  dem  Weg  eia^ 

ao  gar  alten  armen  Mann,  stellet  ihn  zu  red,  macht  freundtschaffl 
mit  im,  und  bittet  in  hernach  oiftermal  in  sein  Wonung  w 
Gast  Und  eins  tags,  als  sie  lang  mit  einanderen  geredt,  sagt 
Rammus:  Ich  siehe  wol,  mein  guter  alter  Bruder,  daß  du  grosse 
Armut  leidest:  nun  aber,  so  du  mir  folgen  wilt,    will  ich  dir 

aß  etwas  anzeigen,  durch  welches  du,  so  febr  du  es  verrichtest, 
in  einem  tag  (das  verheib  ich  dir  fUr  gewiß)  reich  werden  kan8t»J 


2  Hauß]  sie!        3  guthat]  siel 
1  mein  ehr]  V  honore.       6  dean 


25  fehr]  sie! 

.  .  mitgetheilt]  aendo  certa,  «^Isol 


per  la  molta  cortesia  vostra  iu  ogni  tempo  io  aarei  tie^  biaogni  miei  di 
voi  prontamenie  sovenuta.  10  etn  Zeitlang]  älcunt  giomi. 
oder  hektimmemuü]  tmvaglio.  U  hept  ,  .  .  pflegen]  all*  aniico  ginoeo 
colla  rea  Soldatm  ritornö»  13  Von  welchem  .  .  .  zurechen]  Di  «bi 

RttiTimo,  che  ad  altro  Don  havea  il  pensier  rivolto,  accortoBi,  fieramente 
adegnato,  et  da  grave  ira  acceao:  Egli  e  hora  di  mestieri,  fra  ae  sletflO 
disse,  che  del  malvagio  et  perßdo  conse^liere  rigida  et  intiera  Teodetti 
io  prenda,  non  volendo  egli  per  accidente  alcuno»  che  avenuto  gVi  «a» 
il  propoDimento  ruo,  il  qua!  tanto  dishonore  al  Soldano,  raio  padi 
apporta,  lasciare.  21  bittet]  conduBse.  22  als  sie  ,  _  geredt]  d«!)» 
pDverU  di  lui  ragioaando.        23  guter  alter]  '^usats. 


113 

Solcher  red  dancket  der  arme  alte  Manu  Rammo  sehr  getreuw- 
lich,  [214]  bittet  diese  kunst  ihne  ohne  verzug  zu  lehren.  Du 
weist,  sagt  Rammus,  dab  der  Soldan  alle  wochen  am  Donnerstag 
meniglichen,  in  beysein  seines  geheimsten  Rahts,  audientz  zu- 
6  geben  pflegt :  so  gehe  du  nun  für  den  Soldan ,  und  red  mit 
lauter  stimm  den  Raht  dergstalt  an,  Er  wUsse  wol,  daß  er 
dein  Leibeigener  Knecht  gewesen  :  und  dieweil  er  in  so  grossem 
ansehen,  ehren  und  reichthumb  an  deß  Soldans  Hoif  seye,  du 
aber,  auß   verbunst  deb  Glücks,   hinwider    in  grosser  Armut, 

10  habist  in  offtermals  umb  hilff  und  steur  gebetten,  aber  niemals, 
wie  billich  were,  etwas  von  ihme  entpfahen  mögen:  vielleicht 
aber  habe  er,  daß  du  sein  Meister  gewesen,  vergessen.  Wenn 
er  nun  dich  verlacht,  und  als  werist  nicht  bey  vemunfft,  sonder 
thorecht,  vom  Soldan  hinweg  zu  treiben  begert,  so  kehre  dich 

ift  gegen  dem  Soldan,  und  sprich:  Al[215]lergnedigster  Keyser, 
ich  rüiF  euch  wider  diesen  euwem  Raht,  deß  rechter  Meister 
ich  bin,  umb  hilif  und  recht  an,  unnd  bitt  euch  gantz  under- 
ihenigst,  euwer  Mayestath  wolle  nicht  zu  lassen,  mich  also  von 
ime  hinauß  gestossen  zu  werden,  denn  er  mir  sehr  grosse  un- 

so  billigkeit  beweiset,  dieweil  ich  ine,  nach  dem  er  auff  dem  Marckt 
von  mir  erkaufft,  zu  allen  tugenden  aufferziehen  hab  lassen, 
durch  welches  mittel,  und  mein  an  ine  gewendten  fleib,  er  bey 
eawer  Mayestath  zu  hohen  ehren,  grosser  reichthumb  unnd  an- 
sehen kommen,  ich  armer  Mann  aber  mag  von  ime  einige  hilfF 

S6  oder  steur  nicht  haben.  Das  auch  cuwer  Mayestath  meinen 
Worten  guten  glauben  gebe,  daß  ich  sein  rechter  Meister,  unnd 
er  mein  Leibeigner  Knecht  sey ,    so   hab    ich  ine  mit  meinem 

* 

7  Leibeigener  Knecht]  schiavo.  in  so  grossem  .  .  .  reichthumb] 
in  si  alto  et  honorato  grado.  9  auß  .  .  .  Glücks]  zusatz.  10  habist 
.  .  .  vergessen]  noii  si  voglia  di  te,  che  padron  gli  sei,  scordare,  et  che 
ne*  bisogni  tuoi  voglia,  come  ricerca  il  dovere,  alcun  soccorso  darti. 
13  als  .  .  .  thorechtj  ä  guisa  di  pazzo.  15  Allergnedigster  .  .  .  haben] 
Sire,  io  vi  dimando  giustitia,  et  pregovi,  che  non  vogliate  Boiierire,  che 
*1  consiglier  vostro,  di  cui  io  sono  vero  padrone,  si  segiialata  ingiuria 
mi  habbia  k  fare,  che  in  ricompenso  delle  molte  virtü ,  ch'  io  gli  fetn 
dalla  fanciullezza  insegnare,  &  tempo  ch'  io  sopra  U  mercato  Io  com- 
perai,  col  cui  mezzo  si  honorato  grado  si  lia  presso  di  voi  acquistato, 
mi  faccia  iiora,  ch'  in  povero  stato  mi  ritrovo ,  et  che  alcun  soccorso 
io  gli  dimando,  si  vergognosamente  dalla  presenza  vostra  iscacciare. 
UlAffert   Söhne.  8 


114 

zeichen,  so  baltl  ich  ine  erkaufft,   auff  den    Hinr216]deni  ge- 
zeichnet: uud  wo  mau  das  nicht  war  sein  befinden  wirdt,  bin 
ich  bereit  den  aller  grausambsten   todt  zu  leiden,    den    enwe 
Mayeateht  mir  autferlegeo  wirdt.    Welche  wort,  sagt  Ratnmi] 

ft  zum  guten  alten  Mann,  so  du  sie  vor  dem  Soldan  und  seinprn^ 
Kaht  gesagt,  und  er  die  warheit  sein  wol  weiß,  (denn  ich  ihme 
mit  meinen  eignen  Henden  vor  etlicher  zeit,  als  ich  allein  1h.*jJ 
ime  in  seiner  Kammer  was,   mit   einem   zeichen   den  Binder 
gebrennt  und  gezeichnet  hab)  wirdt  er  ohn  zweiffei,  damit 

jo  nicht  dili  zeichen  vor  dem  Richter  sehen  müsse  lassen,  und  ein 
solche  schand  leiden,  dich  hindan  führen,  unnd  gewißlich,  da- 
mit du  ihn  nicht  weiter  geschendist,  reichlich  begaben, 
alt-e  Mann,  gantz  frölich  und  wol  zumuth,  macht  sich  auff 
stimpten  tag  für  den  Soldan,  und  was  im  das  alte  Weib   be*l 

if^  vülhen,    bringt  er  [217]    alles  fleissig  fün     Von  welchem   derj 
Raht,  wegen  der  schand  so  ime  zugefügt,  im  gantzen  Angesichtj 
entzündet,  rüffet  dem  Alten  auff  ein  orht,  und  damit  er  defJhalb 
nichts  mehr  sage,    gibt  er  ihnie  ein  grosse  summ  (ielts,    und 
schicket  in  forht    Aber  diese  seh  mach  hat  er,  wie  zuvor  anch^ 

.1  beschehen ,  bald  vergessen ,    verfügt   sich    nicht  lang    darnach 
wider  zu  deß  Soldans  Weib,  in  wellicher  liebe  er  gar  verirret , 
was,     Deß  nimpt  ime  Rammos  für,   solch  Laster  nicht  weiterl 
zudulden,    sondern   dem  Soldan   seinem   Vatter   zu  offenbaren ?] 
verkleidet  sich    in  eines   alten   Weibs  gestalt ,    gehet    zu  Hoff, 

'16  begärt  für  den  Soldan    zukommen,    und    als    iren  das  erlaubt, 
sagt  sie:  AUergnedigster  Herr,  ich  euwer  arme  Dienerin,  bin 
schuldig  nicht  weniger  euwer  Mayestath,  denn  meiner  eigeiiffilJ 
Ehr  sorg  zutragen  und  war  zunemmen.    So  bab  ich  [218]  nuni 
euch  ein  groß  unnd  unehrbar  stück,  welches  ich  ofR.  mit  meine.»! 


1  zeichen]  sigillo.  erkaufft]  coinperai,  fattolo  Mnssulmauo,     Seow^r] 
Majeatebt]  vol  5  vor  ,  .  .  Rabt]  Äuaat«.  U  damit  da  ,  .  ♦  gc^J 

si'bendiat]  h  6ne  che  tu  te  ne  vada,  et  che  piu  tu  nou  1*  habbia  ät« 
gojrnare.  16  wegen  .  ,  »  entzündet]  per  vergogiia  arroäcitosL  20  t«i 
fügt  sieb]  in  amorosi  diletti  ritortiö  a  tratenerBi.  22  DeC  ,  ,  »  ]  •lij 

che  sendosi  ultimamente  aveduto.         24  eines]  deüa.    gebet  .  .  .  Heri^l 
fatta  la  seguente  matUna   per   tem^jo   becreta   audienza  dimand&re« 
lui  presentatOBi :  Sire,  disaeglt.     28  und  war  »unenimen]  zosatz.    29  j 
.  .  ,  stück]  tradimento. 


115 

Augen  von  enwerem  Raht  gesehen  hab ,  billich  zu  eröffnen : 
unnd  damit  ir  euch  an  dem  meineydigen  und  treuwiosen  Mann 
nach  notturfit  rechen  mögen,  so  wüssen,  daß  auff  diGmahl  euwer 
Weib  mit  euwerem  Raht  an  einem  Bett  der  liebe  pflegt :  unnd 

i  wiewol  ich  solches  vor  offt  gesehen,  hab  ich  doch  nye  glauben 
können,  daß  es  warhafi't  die  Keyserin  seye,  und  es  derhalb  bißher 
niemandts  offenbaren  dörffen:  dißmals  aber  hab  ichs  gantz 
klarlich  gesehen.  Damit  aber  ihr  nicht  meinen,  daß  ich  euch 
einen  betrug  anzeige,  so  kommen  mit  mir,  so  will  ich  verschaffen, 

10  daß  ir  es  mit  euweren  eignen  Augen  sehen  werden.  Es  gehet 
der  Soldan  mit  dem  Weib,  die  führt  ihn  im  Palast  zu  einem 
kleinen  Kemmerlein,  in  welchem  ein  sehr  [219]  köstlich  Bett 
stunde,  aufi  welchem  der  ungetreuwe  Raht  mit  der  Keyserin 
knrtzweilete.    Als  der  Keyser  diß  gesehen,  wirdt  er  in  grossen 

»  Zorn  und  Ghrimm  bewegt,  nimpt  ime  für  diese  schmach  unnd 
schaud  der  gebür  nach  zu  straffen,  unnd  sich  zu  rechen.  Da- 
mit aber  das  Weib  solches  niemandts  sagte,  bitt  er  sie  freundt- 
lich,  biß  er  beyde  Ehebrüchigen  umbgebracht,  bey  ime  zuver- 
harren: gibt  über  das  auch  Ordnung,    sie   in  einer  Kammern, 

10  SO  nicht  weit  von  dannen,  zuverhüten.  Rammus  siehet  dißmals 
▼on  nöthen  sein,  daß  er  sich  zu  erkennen  gebe,  und  wie  ime 
von  dem  Vatter,  in  dem  er  ihn  deli  Landts  verjagt,  so  groß 
unrecht  geschehen,  zu  eröffnen:  bittet  die  so  ihne  verhüten, 
sich   widerumb   für  den   Soldan    zufieren.    Als   er  nun   in  der 

u  Weibskleidung  vor  ihm  stunde,  hat  er  verschafft,  [220]  daß 
meniglich  abgetretten,  unnd  sie  zwen  allein  bey  einanderen  ge- 
blieben: da  sagt  er  dem  Soldan,  daß  er  sein  Sohn  Uammus 
were,  unnd  lasset  hiemit  die  form,  in  welcher  er  vor  ihme  er- 
schienen, fallen,  nirapt  sein  rechte  gestalt  wider  an  sich,  und 

80  wirdt  von  stundan  vom  Vatter  erkennet :  dem  erzeilet  er  die 
gantze  History  vom  anfang,  unnd  wie  in  der  treuwloß  Raht, 

« 

S  nach  notturfft  rechen]  liberare.  6  daß  . . .  seye]  che  la  rea  donna, 
che  col  conaigliere  vedevo,  la  Soldana  si  fusse.  7  niemandts  .  .  .  dörffen] 
non  ho  osato  di  farvi  pale»e.  11  mit  dem  Weib]  con  Rammo.  13  mit 
der  Keyserin  kurtzweilete]  colla  rea  femina  strettamente  abbracciuti  8i 
ritrovavano.  15  schmach  und  schand]  misfatto.  16  der  gebfir  .  .  . 
rechen]  rigidamente  vendicarsi.  18  biß  er  .  .  .  umgebracht]  sino  a 

tanto  che  al  consigliere  et  alla  moglie  sua  havesse  crudel  morte  data. 

8» 


116 


sampt  der  argen  Keyaerin,  gegen  im  feischlich  verklagt,  aach 
wie  er  durch  die  heimligkeiten  von  den  dreyen  Wandergeselle» 
erlehrnet,  den  Raht  so  offit  gestrafft  habe :  bittet  letstlich  zum 
allerhöchsten,  er  wolle  beyden,  dem  falschen  Eaht  nemlich,  nni 

u  elirlosen  Keyserin ,   da«   leben   acliencken ,    und  allein    sie  deli     » 
Landts  und  ins  eilend  verweisen^  insonderheit  weil  er  sein  de^H 
Hatiis  Tochter  zu  einem  Eheweib  genonimen  :  denn  solie  er  ihn" 
[221]  ymbbringen  lassen^    wurde  er  hiemit  die  Tochter,    sein 
Weib,  in  ewige  trttbseligkeit  setzen.    Der  Soldan,  als  er  solche 

lü  seines  Sohns  red  verstanden,  mocht  sich  vor  freuden  deß  weinens 
nicht  enthalten,  urabfahet  und  küsset  in,  und  wiewol  er  gegen 
dem  treuwlosen  Raht  unnd  seiner  EhrvergeGnen  Frauwen  gantjs 
und  gar  in  xom  entzündt,  übergibt  er  doch  solche  raach 
dem  urtheil  seines  Sohns,  welcher  sie  von  stundan  deß  Landl^' 

K.  verjagt,    unnd   all    ihres    gut«  beraubt,    helt  demnach    Hoch- 
zeit mit   gantz    herrlichem    Pracht.      Nach    wenig    zeit  aber 
stirbt  der  alte  Soldan,    unnd  erbt  sein  Sohn  das  Reich,  nnnd 
lebt  mit  seinem  Weib  lange  zeit 
in  glückseliger  Regie- 

a«  rung. 

[222]  Frey  tag,     5. 

Beramo  gefiele  die  weiß  sehr  hefftig,  mit  welcher  Kammos 
sich  an  dem  treuwlosen  Raht  unnd  dem  schnöden  Weib  deß 
Soldans  gerochen  hatte,  daLi  sie,  wie  man  spricht,  eim  anderen 
2ft  ein  Gruben  gemacht ,  unnd  selba  darein  gefallen  waren.  Als 
er  nun  ein  weil  mit  seinen  Fürsten  darvon  gesprachet,  gibt  er 
bevelch,  daß  auff  den  nachfolgenden^  nemlich  den  Freytag,  sich 


b  deß  Landta  .  .  .  verweiaen]  dello  atato  auo  iacacciando,  7  denn 
,  ,  -  setzen]  Ja  quäle  aapplicemente  lo  pregiiva  che  noii  voleeda  coH» 
luorte  Jel  padre  in  lagrimevole  atato  in  perpettio  üonstituire.  11  amb- 
fahet  .  ,  .  in|  strettamente  abbracciatolo.  12  seiner  .  .  .  Franwenl 

la  Soldana.  14  &'ie]    il   dialeal  comigliere   et  la  malvagia  Soldan* 

18  lebt   ,  .  »   Regierung]    lungamente   tranquilla  et    felice    vita  pA 
21  Frejtag.  5,]  Äuaatsfi.  22  Beramo]  a  Behraino,  23  treuwlosenf 

disleale  et  perfido.  24  daB  sie  .  .  .  waren]  i  quali  havendo  lai  del 

tor  initif'atto  al  padre  uccusato ,   essi   rigidamente  ne    furona   caatignti 
26  Fürattjn]  baroni.         darvonj  di  cotal  perfidia. 


117 

jedermaim  in  den  fQn£ften  Palast  verfüge,  unnd  dieweil  der- 
selbig  gar  Grün,  sich  auch  meniglich  mit  solcher  Färb  bekleide. 
Das  wirdt  alles  auiF  bestimpte  zeit  verrichtet:  unnd  als  Be- 
ramns  etliche  stund  allda  verharret,  unnd  sich  mit  der  Jung- 
•  firauwen  durch  süsse  geschwätz  erquicket,  nimpt  er  die  Speiß, 
unnd  la8[228]set  demnach  den  fünfiFten  Mann  zu  ime  kommen. 
Dieser,  dieweil  er  wol  wußte  warumb  er  berüfift,  nach  dem  er 
Beramum  mit  grosser  reverentz  begrüsset,  hept  sein  Neuwe- 
zeittung  also  an: 

10  Es  was  im  Land  Hottene  auff  ein  zeit  ein  sehr  sinn  und 

kunstreicher  Meister  oder  Phiiosophus,  der  sich  hefiftig  und 
ohne  underlaß  in  allen  kOnsten  übet  unnd  belustiget,  insonder- 
heit aber  was  er  deß  Goldtschmidt  Handtwercks  ein  grosser 
künstler,  also  daß  er  zur  selbigen  zeit  alle  anderen  weit  über- 

1»  traffe.  Under  anderen  schönen  kunststücken,  die  er  stets  machet, 
hat  er  auff  ein  zeit  ein  Bild  von  Silber  zugericht,  mit  solcher 
kunst,  wenn  jemand  ein  Lug  vor  dem  Bild  sagt,  fieng  es  also 
bald  an  zulachen.  Als  solches  Mussulmanno,  dem  Herren  und 
Fürsten  dises  Landts,  für  kommen,  verwundert  er  sich  gantz 

so  [224]  höchlich,  und  hat  grosse  begird  dises  Bild  zusehen  unnd 
zukauffen:  schicket  derhalb  zu  dem  Meister,  und  liesse  ihm  für 
sollich  künstlich  werck  ein  merckliche  summa  Gelts  anbieten. 
Der  Phiiosophus  aber,  so  seines  Herren  huld  und  gunst  viel 
höher,  denn  alles  Gelt,  schetzet,  verehret  dem  Fürsten  dieses 

SA  Bild  aus   freyem  willen.     Mussulmannus    höchlich   erfreuwet, 

* 
14  selbigen]  gedruckt  f eibigen. 

1  dieweil  .  .  .  Grün]  qnal  tntto  di  verdi  omamenti  era  gnamito. 
3  Das  .  .  .  verrichtet]  11  che  da  eiaschednno  essequito,  air  hora  di 
terza  quivi  tutti  furono  arrivati.  4  etliche  .  .  .  verharret]  per  buon 
pezzo.  5  nimpt  er  die  Speiß]  con  dilicatissimi  cibi  ricreatosi.  6  Mann] 
novellatorc.  8  sein  Neawezeittung]  zusatz.  10  Hottene]  Hottenne, 
ein  .  .  .  Phiiosophus]  uno  grande  et  eccellente  filosofo.  11   hejfftig 

.  .  .  belustiget]  molto  deir  arti  mecaniche  dilettandosi.  18  Mussul- 
manno .  .  .  Landts]  all'  orecchie  del  prencipe  di  quel  luogo,  che  Mussul- 
mano  era.  19  verwundert  .  .  .  höchlich]  datasi  molt*  ammiratione 

del  grande  artificio,  che  in  qnella  scorse.  20  und  hat  .  .  .  Meister] 
la  fece  al  filosofo  dimandare.  24  verehret  .  .  .  willen]  glie  ne  fece 
dono.  25  Mussulmannus  .  .  .  auffrichten]   Per  cagione   di  questa 

statua  fece  il  prencipe  presse  il  suo  palagio  uno  grande  et  belUssimo 


118 


liesfle  also  bald  wegen  Jeß  Bilds ,   ein  sehr  schon ,  groü , 
rings  herumb  beschlossen  Hauü  bau  wen,  und  in  vier  Eck  aiifJ 
fieren»    An  dem   einen  Eck   was  ein  lustiger  WasserflaÜ ,    aml 
andern  ein  schöne  Stallung,   ara  dritten  die  Küchen,    and 

6  vierdten  deli  Fürsten  Keller  und  HauCapoteck.    Auff  diese  vier 
Eck  geböte   er   vier  schöne  unnd  gant«   herrliche  Wohiiungeu 
zu  bauwen,  mitten  aber  deli  Hofes,  liesse  er  das  Bild  auö'  eiii| 
hohe  Said  stellen  und  au ff[ 225] richten.     Wann  nun  der  Für 
seiner  geschefften  halb  müssig  was,  gienge  er  offt,  sich  zu  er* 

10  lustigen,   mit  seinen   Herren  und  HofÖeuten  für  das  Bild,  mit 
mancherley  reden  die  zeit  vertreibende.     So  bald  nun   gemoldtl 
Bild  jemand,  es  were  Weib  oder  Mann,  etwas  nnwarheit  reden 
höret»  fienge  es  an  ssulaehen,  dardurch  der  Fürst  grosse  fread^ 
eutpfieng.    Es  was  dieser  Fürst  ein  sehr  weiser  Mann,    dancu" 

iti  Huch  wol  gelelirt  unnd  hoch  erfahren ,   wie  sich  denn  solchen 
Personen  gezimpt.    Nun  hatte  er  offt,    wie  so   ein    bö(i  oiindi 
treuwloti  Thier  ein   Weib  seye,   hin  unnd   wider   in  viel  Scri- 
benten  gelesen,  und  ime  derwegen,  die  tag  seines  lebens  kein 
Weib  zunemmen»  förgenommen.  Von  welchem  fürsatz  aUe  seine 

ao  underthanen  ein  groli  bedauren  hatten,  auÜ  ursach,  daß  dieser 
Fürst  mit  sonderbaren  thugenden  hoch  [226]  begäbet,  und  gegen 
meniglich  gantz  milt  und  freundtlich  was^  dammb  sie  denn 
desto  lieber  gesehen,  daß  er  Kinder,  so  im  in  der  Regierung 
iiachibIgtenT  gezeuget  hette.     Diser  ursach  halb  gebn  eins  tags 

8>  die  vier  fümembsten  Herrn  seines  Hoffs  zu  im,  und  unterstehn 
in  mit  viel  unnd  mancherley  Ursachen,  ein  Weib  zunemmen  zu 

bereden,  mit  anzeigong,    ob  gleich  wol  der  mehi*  theil   Weiberj 

* 

seragiio,  il  quäl  era  quadrangolare,  et  De  csuitoni,  V  uno  de  qoali  sopi 
uno  fiume,  V  altro  aopra  la  Btalla,  ü  terzo  gopm  ta  oocina,  ei  il  qui 
sQpra  la  cantina  del  prencipe  g^ardava ,   fece  quatro  ricchiisitne  habt' 
tationi  fahricare;  et  in  esso  seraglio  fatta  la  atatua  aoprti  un*  alta  bMMi 
collocare,  .  ,  . 

lü  Herren  und  Hoffieuten]   baroni.  11    So  balil  ,  .  .  höret]  fa-^ 

cendo  [il  prencipej  nel  ragionameuto  alcuna  bugia  cascare.  H  ein 

sehr  .  ,  .  erfahren]    buomo    nelle  aeienite  assai  singolare ,   et    ne  stndii 
molto  eesercitata.         15  wie  .  .  .  gezitnpt]  ^usat».        18  ime  . 
genommcnl  a*  era  sino  dti  priin*  aoai  risolto  .  .,     21  mit  .  .  ,  begäbet] 
virtuoso.        und  .  .      freundtlkh]   et   perciö   k  ciascbeduno   graiifisii 
25  Herrn  Heines  Holfa]  auoi  baroui.        unterstehn  .  »  .  anzeigun^r]  •*  i«- 
forzarono  con  molte  ragioni  di  fargli  conoBcere.  che  .  ,  . 


odii  ^ 
betlfl 


119 

böß,  Yol  betrogs,  und  tmyolkomne  Creaturen  seyen,  so  volge 
doch  darumb  nicht,  daG  man  nicht  aach  feine,  verstendige  unud 
hochbegabte  Weiber  finde.  DeGhalb  an  ihm  nicht  zu  loben. 
daß  er  daromb  alle  Weibsbilder  verachten,  und  sich  mit  keiner 

6  yerehlichen  wolle,  sonderlich  dieweil  wol  eines  grossen  Herren 
Tochter,  seinem  Stath  gemeß,  zufinden,  etc.  Nach  dem  sie  nun 
viel  dieser  unnd  dergleichen  Reden,  durch  welche  [227]  sie 
ihn  zubewegen  verhofft,  fürgebracht,  sprechen  sie  weiter,  Weil 
er  allein  darumb,  daß  es  ein  böß  kraut  seye,    kein  Weib  zu- 

10  nemmen  gesinnet,  solle  er  im  ohngefehr  acht  oder  zehen  schöne 
onnd  berQmpte  Jungfrauwen  zufttren  lassen,  under  welchen,  ob 
Gk>tt  will,  ein  gute  und  fromme,  mit  deren  er  zufrieden  sein. 
und  Leibserben  bekommen  könne,  gefunden  mög  werden.  Wie- 
wol  nun  der  Fürst  ime  gentzlich  fUrgenommen  kein  Weib  zu- 

ib  nenunen,  denn  er  vermeint,  es  were  darmit  nicht  anders  ge- 
schaffen, denn  mit  jhenem  so  die  Wölff  feil  hat,  unnd  gefragt 
welcher  der  beste  were,  zu  antwort  gab,  Ist  einer  gut.  so  sein 
sie  all  gut,  etc.  Damit  er  aber  nicht  von  seinen  ünderthanen, 
als  wenn  er  all  zusehr  stettig  were,  verdacht  und  geachtet  wurde, 

M  gedenckt  er  inen  zuwilfahren,  und  die  sach  zuversuchen.  [228| 
Als  man  nun  ime  von  vier  schönen  Jungfrauwen,    so  grosser 

« 
4  Weibsbilder]  gedruckt  Weisbilder.        8  Weil]  majnakel. 

1  bOß,  vo\  betmgs]  di  molti  inganni.     Creaturen]  animali.     2  feine 
.  .  .  hochbegabte]  saggie  et  buone.  3  Deßhalb   .  .  .   etc.]   conchiu- 

dendo,  che  non  perö  si  dee  restare  di  prender  donna;  il  che  k  quelli 
massimamente  d  richiesto,  che  si  ritrovano  di  gran  ätato  padroni,  si 
come  egii  era,   per  poter   di  se  successori  lasciare.  6  Nach  dem 

.  .  .  fürgebracht]  Per  le  quai  ragioni  da  molt'  altre  acconipagnat«> 
k  ciö  fare  lo  persuadevano.  8  Weil    .  .  .   gesinnet]  ove  pur  per 

tanto  perfido   animale  la  donna  riputasse.  10  solle  .  .  .  worden) 

potea  di  otto  6  dieci  fare  la  scielta,  ch*  in  guisa  tale  agevolmente 
potrebbe  avenire ,  ch*  una  baona  ne  potesse  ritrovare .  la  quäle  poscia 
accettata  per  moglie,  bavesse  dello  stato  suo  alcuno  successore  k 
generare.  13    Wiewol    .  .  .    zunemmen]  tntto  che  il  genio  sao  da 

ciö  lo  ritrahcsse.  15  denn  er  .  .  .  etc.]  zusatz.  20  gedenckt  .  .  . 
zuversuchen]  Alle  quai  parole  .  .  .  havendo  il  prencipe  alquanto  pre- 
state  r  orecchie,  diliberö  di  fare  di  ciö  prova.  21  Als  .  .  .  gesaget] 
onde  havendo  la  bellezza  et  conditioni  di  quattro  vergini,  figliuoli  di 
quattro  gran  signori,  amici  suoi,  intese. 


120 


Herren  imnd  «einer  guten  tVeiindeu  Kinder,  gesaget,  fertigt  er 
vier  seiner  Legaten  mit  köstlichen  Kleinotern  ab,  die  Jang- 
imuwüii  ziibegabeii ,  und  inie  zu  zefüliren.  Nach  dem  nun 
diese  für  den  Fürsten  kommen,    werden  sie  gantz  freundthcli, 

h  herrlich,  unnd  mit  grossen  Ehren  entpfangen :  biemit  gibt  er 
auch  bevelch,  ein  jede  in  ein  besonder  Gemach,  nemlicb  in  die 
vier  Eck  deü  Hauses,  darinn  das  Bild  stunde,  zuführen.  AI» 
es  nun  zimlich  spat  worden,  heisset  er  ime  von  den  vier  Jung- 
frau wen  eine  berllifen  ,   hept    an    sie  freundtlich  zu  umbfaheu 

ifi  und  an  zugreiffen,  auch  lieblich  mit  iro  von  raancherley  sacheu 
zu  reden:  greiifet  demnach  in  ein  Körblein  vol  Rosenbletter, 
80  er  bey  der  Hand  hatte,  und  wirfFt  iro  etliche  gegen  dett 
BrHsteu,  dartmder  was  ein  [229]  klein  Rx)8enestlein ,  welches 
iro  in  das  Angesicht   olmgefahr  gesprungen,    darvon    sie  sich 

\h  so  sehr  übel  gehept,  als  müßte  sie  auff  der  stett  todt  bleiben: 
deU  der  Fürst  sehr  erschrocken,  rüfft  seineu  Dienern  ime  Essig 
zubringen,  welchen  er  mit  RoGwasser  vermischet,  streicht  ini 
den  under  die  Nasen  unnd  an  die  Schaff:  und  nach  dem  «e 
sicli  wider,  wie  sie  dergleichen  thet ,  erholet,    und    ein  wenig 

■ü  geruhet,  richtet  sie  der  Fürst  auff»  nimpt  sie  bey  der  Hand, 
führet  sie  allgemach  zum  Fenster,  siehet  gegen  dem  Bild, 
welches  also  bald  lachet.  Da  der  Fürst  solchs  war  genommeo, 
mercket  er  gleich  den  betrug  der  Jungfrauwen,  und  daü  sie 
sich  felschlicli  deÜ  wurifs  so  sehr  übel  gehept  Nichts  desto 
[  a»  weniger  thut  er  nicht  dergleichen,  solcha  gemercket  zu  haben, 
sondern  redt  mitt  iro  von  solchem  zufahl,  unnd  legt  sich  under 
[230]  das  Fenster.  Die  Jungfrau w  aber,  als  wenn  das  Bild 
ein  lebendige  Mannsperson  were,  feischlich  sich  erzeigende,  be- 

• 
2  Legaten]  ambasciatori.         mit  köstlichen  .  .  ,  zefÜhren]  i  quali 
di  precioai  doni  da  qtiöHi  pre&entati,  al  lor  prencipe  fra  poco  spacio  1# 
vergini  recarono,        4  gantz  .  .  .  Ehren  |  lietamente  ei  cdq  grand*  ho- 
QOre.  7  Hauseä]  sera^^Uo.  9  »ie  freuadtlich   .  .  .   sn^reilfen]  ftd< 

accarazzarla  et  abbracciarta.  10  lieblich]  zuaatz.  11  Hoäenbletter] 
roae  efogliate»  12  wirrtet  .  ,  .  Brüsten]  tolte  alquaiate  frondi,  et  vo- 

lendole  nelle  mamelle  della  giovane  gittare  13  Rogenestlein]  fron- 

duocia.  16  ersch rocken]  dolorato.  22  alao  bald]  zasatsc.  23  imil 
da($  *  .  .  gehept]  et  della  öcta.  che  havea  la  giovana  latta  dt  emen 
per  la  percoaaa  della  fronde  traraortita.  28  felBchlich  aich  6f%eig«iidel 
fingendo  di  credere. 


121 

deckt  von  stundan  mit  den  Henden  ir  Angesicht,  damit  dem 
Forsten  anzuzeigen,  es  gezimme  sich  nit,  da(i  sie  von  jemandts 
anders,  denn  von  irem  Herren,  gesehen  werde.  Der  Fürst  aber, 
80  den  ersten  betrug  schon  wol  gemerckt,  gedenckt  den  andern 

i  auch  zuerfahren,  siehet  derhalb  gegen  dem  Bild,  und  dasselbig 
lachen.  Wiewol  nun  der  Füi-st,  daß  die  Jungfrauw  vol  betrugs 
was,  gnugsam  gesehen,  thut  er  doch  nit  dergleichen  solches 
gemerckt  zu  haben,  sondern  schiafft  dieselbige  nacht  bey  iro. 
DeU  morgens  steht  er  früe  auff,  unnd  als  er  sie  gantz  freundt- 

10  lieh  umbfangen ,  schicket  er  sie  wider  in  ir  Gemach ,  welchs 
auff  dem  Stall  gebauwen  was:  geht  demnach,  nach  dem  ge- 
brauch der  Mussulmannen,  sich  zu  weschen  in  das  [231]  Bad. 
Nach  disem  bevilhet  er  auch  die  ander  Jungfrauw  für  sein 
gegenwOrtigkeit  zu  bringen,  geht  iro  mit  frölichem  Angesicht 

15  biß  in  den  Hoff  entgegen,  empfahet  sie  freundtlich,  nimpt  sie 
bey  der  Hand,  und  führt  sie  mit  im  in  sein  kammem.  Es  hat 
der  Fürst  ein  kleid  an  mit  Viech beltz  gefütert,  und  als  er 
seinen  arm  über  die  Jungfrauw  und  umb  iren  halß  schlecht, 
auch  ir  zu  den  Brüsten  greiffet,   sagt  sie:    0  weh    Herr,   ich 

so  bitt  euch,  gehn  ein  wenig  von  mir,  denn  ir  mir,  wegen  euwers 
kleids,  welcher  haar  mich  übel  an  die  Haut  stechen,  allzu  sehr 
überlegen  sein.  Von  welchen  Worten  der  Fürst  gleich  die 
falschheit  der  Jungfrauwen  mercket,  keret  sich  gegen  dem 
Bild,  welches  ime  den  betrug  mit  Lachen  eröffnet,  deß  er  doch 

u  keines  wegs  sich  mercken  Hesse,  sonder  sagt:  Du  hast  fürwar 

• 
5  siebet  .  .  .  lachen]  sie!        21  welcher]  sie! 

4  gedenckt   .  .  .  zuerfabren]   scorse   anco  il  secondo.  7  thut 

.  .  .  iro]  k  fine  che  ella  non  h*  avedesse,  che  egli  deir  inganno  di  lei 
fd  fasse  accorto,   volle  seco   quella  notte   giacere.  13   die    ander 

Jangfrauw]  un'   altra  delle   giovani.  15    empfahet   sie   freundt- 

lich] Zusatz.  16  Es  hat  ...  0  weh  Herr]  et  essende  di   un*  habito 

d*  armellini  vestito,  avenne,  che,  accostandolesi  et  gittandole  le  braccia 
al  coUo,  col  pelo  deir  armellino  le  mamelle  le  coperse.  Onde  dimo- 
strando  ella,  che  ci6  gran  molestia  V  havesse  apportato:  Ohime,  disse, 
Sire.  20  denn  ir  .  .  .  sein]  perciö  che  il  pelo  deir  habito  vostro  sento 
che  stranamente  la  came  mi  rode,  et  mi  reca  infinito  dispiacere.  22  die 
falschheit]  la  malvagita  et  V  inganno.  24  welches  .  .  .  eröffnet]  la 
vide  ä  ridere,  et  della  fraude  s'  accorse. 


182 


c^in  selir  zarten  Leib,  die  weil  dir  die  Haar  mpines  Belizes  [232] 
80  beschwerlich  sein*  Weil  du  nun  eines  solchen  gantz  zarten 
Leibs  bist,  kan  ich  wol  gedencken,  da  seyest  in  deinem  An- 
gesicht noch    viel  zarter.    Und  als  er  mit    iro  solcher  gestali 

6  ein  weil  geredt ,  führet  er  sie    fiir  einen  Spiegel ,    der    in  der 
Kammern  was,  stellet  sich  mit  iro  für  denselbigen,   und  sähe 
dareiu.   Da  bedeckt  die  Jongfrauw  ohne  verzug  mit  iren  Heud^ 
ir  Anj^esicht,  und  als  der  Fürst  deß  ursach  fragt,  sagt  sie, 
gebüre  sich  nicht,  daß  sie  von  einem  andern  Manne,  denn  aüei 

i^>  inie,  gesehen  werde.  Diesen  betrog  mercket  der  Fürst,  wendet 
sich  gegen  dem  Bild,  und  siehet  es  lachen :  nichts  destominder 
hat  er  das  verhalten,  und  deb  nachts  bey  iro  geschlaffen.  Ab 
er  aber  mürgen  von  ir  aaffgestanden,  schicket  er  sie  wider  in 
ir  Gemach*  welches  auff  der  Küchen  gebauwen  was,  unnd  gehet 

tj  in  da«  Bad.  Nach  dem  er  ge[233]badet,  laut  er  ime  die  dritte 
Jungfrau w  auch  bringen,  entpfahet  sie  mit  gantz  frölichen  ge- 
worden und  allen  freuden,  unnd  gehet  mit  iro  in  einen  schönen 
larten  deB  Palasts,  allda  setzen  sie  sich  mit  einandem  in  das 
grüne  ßras,  und  vertreiben  die  zeit  mit  schönen  und  lustigen 

MO  gesprecheo.  Am  selbigen  orht  was  ein  schöner  See,  darinu 
mancherley  Fisch  hin  und  wider  gleissend  mit  grossem  lust 
gesehen  warden.  Als  sie  nun  neben  demselbigen  spatziert^n, 
verdecket  die  Jungfrauw  schnei  mit  einem  reinen  thuch  ir, 
Angesicht,    und  da  der  Fürst,  warumb  das  beechehe,    fraget^ 

26  sprach  sie,  Weil  iu  diesem  See  viel  Fisch  sein,  darunder  auch 
etliche  Mennlein,  so  gezimmet  es  sich  nicht,  daß  ich,  als  aiii 


be 

i 


I 


22  warden)  sie! 

8  sagt  ßie  .  .  .  gesehen  werHel  perche,  diaa*  ella.  »lon  porta  \]  do* 
vere,  che  da  altro  buomo,  che  du   voi ,  io  aia  vedutu.  12    und  detti 

.  .  .  geachlaften]  la  notte  üolle  giovaue  giacer  volle.         13  morgenj  !•] 
mattitju  per  tempo.  15  Nach  dem  er  gebadet]   et  egli    nel   biigDoj 

entrato  et  per  alquanto  äpatio  dimoratovi,  uscito*         16  mit  .  .  .  frea- 
den]  con  allegra  taccia.         IT  in  ,  .  .  Garten]  nel  giardino.         19  and| 
vertreibtiTi  ,  .  .  gesprechen]  di  varie  cose  divisando.         20  dariitn 
ward«n]  che  per  la  diveraita  de  peaci,  che  per  entro  ai  acorgeano,  era 
molto  dilettevole  a  vedere.  22  Als  .  .  .  spatzierten]  al  qnale  aoco- 

atatisi.  2'6  reinen  thuch]  velo.  2b  viel  .  .  .  Mennlein]   de 

mascbi. 


123 

Weibsbild,  von  inen  gesehen  werde.  Auß  dieser  Red  verstünde 
der  Fürst  wol,  daß  die  dritte  Jungfrau w  nicht  besser,  denn 
[234]  die  zwo  ersten:  damit  aber  er  der  sach  gewüß  were, 
kehret  er  sich  gegen  dem  Bild,  das  siebet  er  lachen.  In  ge- 
»meldtem  See  was  ein  klein,  aber  gar  schön  Schifflein,  mit 
fliegendem  Segel,  za  einer  zier  deß  Sees  zngericht,  unnd  mit 
viel  schönen  von  holtz  geschnitzten  Bilderen  gezieret,  welches 
sich  einer  grossen  Graleen,  so  in  dem  weiten  Meer  daher  fah- 
ret, vergleichet    Es  stehet  nicht  lang  an,  so  kompt  ein  grosser 

10  Wind,  wirflTt  das  Schifflein  jetz  an  das,  bald  an  ein  ander  orht, 
biß  es  letstlich  gar  zu  grund  und  zu  boden  geht.  Die  Jung- 
frauw,  als  sie  solches  gesehen,  thut  dergleichen,  als  ob  ir  ge- 
schwunden oder  ohnmechtig  worden  seye,  und  feilet  aaff  die 
Erden:  und  als  sie  gefragt,   nach  dem    sie  wider  zu  ir  selbst 

16  kommen ,  was  ir  widerfahren,  zeigt  sie  an ,  nach  dem  sie  das 
Schiff  mit  den  Leuten  im  See  un[235]dergehen  gesehen,  hab 
es  ir  solchen  schmertzen  zugefügt.  Der  Fürst  kan  nicht  glau- 
ben, daß  der  Jungfrauwen  solche  noht  allein  vom  undergaug 
der  höltzinen  Bilder  zugestanden  sey,  schauwet  nach  dem  Bild, 

so  siebet  es  lechlen,  wirdt  also  deß  betrugs  gewüß,  thut  aber,  wie 
vormals  auch,  als  ob  ers  nit  geacht,  umbfahet  sie,  mit  an- 
zeigung,  die  nacht  sie  bey  ihm  schlaffen  müsse.  Deß  morgens, 
als  er  von  ir  auffgestanden,  schicket  er  sie  wieder,  wie  auch 
die  anderen,  in  ihr  Gemach ,    welches  ob   einem  kleinen  Fluß 

26  gebauwen  was.  Und  nach  dem  er  abermals  auß  dem  Bad 
kommen,  beschickt  er  auch  die  vierdte  Jungfrauw :  welche,  als 


6  mit  viel  .  .  .  gezieret]  con  molte  fignrine  d*  intaglio.  8  einer 
grossen  Galeen]  alle  gran  navi.  9  grosser  Wind|  vento.  11  letst- 
lich . . .  geht]  si  sommerse.  12  als  ob  . . .  seye]  di  tramortire.  15  was 
ir  widerfahren]  della  cagione  deir  angoscia  sua.  zeigt  .  .  .  zugefügt] 
Perche,  disse,  il  yeder  k  sommergere  qnella  navicella  c6  marinai,  che 
entro  vi  si  ritrovavano,  grandissimo  travaglio  mi  diede.  1 7  Der  Fürst 
.  .  .  sey]  onde  il  Prencipe  della  fraude  et  malvagitä  della  gioyane  ave- 
datosi,  havendo  dimostrato  per  le  fignrine  di  legno,  che  in  essa  navi- 
cella erano  sommerse,  di  tramortire.  20  lechlen]  ghignare.  wirdt  .  .  . 
gewQßJ  et  che  non  s'  ingannava  s'  accertö.  wie  vormals  auch]  zusatz. 
21  mit  anzeigung  .  .  .  müsse]  con  lei  quella  notte  giacer  volle.  22  Deii 
morgens]  la  mattina  per  tempo. 


I 


124 

sie  für  dun  Ftlraten  kommen,  und  schäm  halb  nit  nahe  zu  itoe 
j^elin  wotfc,  nimpt  er  sie  bey  der  Hand,  und  ist  sehr  freunde 
lieh  mit  iro;  und  dieweil  er  sähe,   daß  sie  gantz  züchtig  uü4 
guter  Sitten  war,  vermei[236]net  er  nicht  anders,  denn  dal>  sie^ 
6  auchi  wie  die  andern  drey,  auÜ  angenommener  unnd  erdichter 
weiü  sich  also  geatellet:    siehet  deßhalb  das  Bild  an,  welche^B 
aber  diÜraals  nit  lachet,  denn  diese  Jungfrau w  was  fronib  und 
gerecht.    Nach    dem    nun  der  Fürst  dieselbige    «acht    bey   iro 
geschlaffen,  schicket  er  sie  morgen  wider  in  ir  Wohnung,  welche, 

tu  wie  gehört,  auÜ'  den  Keller  gebauwen  was.    Es  vermeint  aherJ 
der  Fürst,  weil  diese  Jungfrau w,  wegen  grosser  ehrerbietung^J 
demut,  zucht  und  schäm  gegen  im  erzeigt,  den  andern  dreyen 
sehr  ungleich,  sie  were  keines  Fürstlichen,  sondern  eines  schlech-j 
ten  sbxndta  und  herkommens,  gedenckt  delihalb  sich  iro  fürhiaj 

ir,  zuenthalten.    Auif  ein  zeit  hernach  begibt  es  sich,  daß  der  Fürst 
nach  dem  Nachtessen  sich    zu    deren  in  ir    Gemach   verfüget»! 
die  dergleichen  gethan,  als  wolte  sie  von  dem  warff  [237]  eine 
gar  kleinen  Rijsenestleins  eins  mahls  sterben,    und  als    er  ein 
gute  weil  von  raancherley  mit  iro  geredt,    gehu   sie  za  BettJ 

20  Als  er  nun  entschlaffen,  aber  bald  wider  erwachet,   und   ver-i 
meint  die  junge    Fraw  neben   sich    zuhaben ,   so    kau    er  nie 
mands  sehen  oder  hören;   steht   derhalb  eilendts    mit  groaser  i 
VL*rwunderung  auff,  nimpt  ein  Hecht,  sucht  sie  in  der  gantxen 
Wohnung,  und  findet  alle  Thüren,  außgenommeii  die  in  Stall 

%t  gieng,  beschlossen:  dar  durch  er  in  grossen  zorn  bewegt,  niiOG 

• 

1  Hcham  halb]  per  riverenza.  4  Fermein^  .  .  .  gestellet]  dubi-' 
tandü,  che  quest*  ancoalF  altre  simigliante  malragia  si  fnsse.  7  frombj 
und  gerecht]  veramente  buona  et  honesta,  10  auff  den  Keller  ge-l 

bauwen]  predso  alfa  cantitux.         Es  .  ,  .  zuenthalteu]  Ma  percioche  co-l 
testa  giovaue  ^(iudicd  egli  per  la  huiniltä  et  molta  riverenza,    che  gli  1 
facea,  dover  esHere  di  alcun  povero   et  vil*  huomo  et  non  di  preocip« 
figliuola»  neir  avenirc  colF   altre  tre  usando ,   con  ella  piu  giacer  uon 
volle.        15  dafi  der  Fllrat  .  .  .  erwachet]  Hör  awenne,  che,  gito  mt» 
sera  alla  atanza  di  quelTa,  chei  dalla  fronde  della  rosa  iiella  faccia  per^j 
cosHa,    ilrise  di  tramortire .  con  esga  dopo   cena  corioatosi   et  per  bnonl 
pezxo  in  varii  ragionamenti  tratenutoai,  n'  addormentö,  et  dopo  alquantoj 
spatio  risvegliato  ,  .  ,      21  »o  kan  .  .  .  hören)  b'  avidde,  che  nel  letla  j 
non  erii.  23  eucht  .  .  .  Wohnung]  in  ogni  parte  della  stiinza  dili*| 

gentemente  la  L^erc6^ 


sein  Wehr,  unnd  gehet  dem  Stall  zu,  da  hört  er  die  junge j 
Fraw  sehr  sclirejen.  Der  weisa  Fürst  verbürgt  sich  in  ein! 
Winckel,  uüd  siehet,  wie  der  Stallmeister  sie  mit  feuaten  unnd 
fQssen  gewaltig  (dartimb  daü  sie  in  so  lang  warten  lassen)  ab* 
&  schmieret:  sie  abpr  bitterlichen  weinende,  bittet  in,  wolle  doch 
¥om  schlagen  abstehn :  zeigt  auch  [238]  an^  wie  daÜ  der  Fürst 
zu  ir  kommen,  und  bey  ir  geschlaffen  bette  ^  derenhalben  sie 
nicht  eh  kommen  können,  denn  so  bald  er  ent^chlalfen ,  were 
sie  von  im  auif gestanden,  und  her  ab  gangen.     Der  Fürst,  als 

lo  er  diu  höret,  wirdt  in  anseglicbeu  zorn  bewegt,  kan  sich  auch 
kaum  enthalten,  dab  er  sie  nicht  beyde  umbbringe:  doch  als 
er  an  seinen  Stath  gedenckt,  vermeint  er  auff  andre  gelegen- 
heit,  das  sehend tliche  Weib  nach  irem  verdienen  zustraÖen, 
Sfuharren,    unnd   sagte  zu  im  selbst:    Du  treuwloÜ   Weib,   ich 

t!»  siehe  jetz  wol,  dab  die  grosse  kunat  deti  Bildes  mir  dein  üilsch 
hertz  gnug  angezeigt  hat:  denn  kanstu  jetz  diese  grausame 
achleg  erleiden,  und  hast  aber  von  einem  kleinen  Rosenestlein, 
dir  in  das  Angesicht  geworffen,  sterben  wollen?  Damit  er  aber 
auch  der  andern  falschheit  erkundigen  möge,  schweigt  er  still, 

ffo  sagt  [239]  keinem  Menschen  kein  wort  darvon,  und  legt  sich 
wider  an  das  Bett,  Den  andern  tag  geht  er  zu  der  andern 
Jiihgfrauwen,  so  ir  wohnimg  ob  der  Küchen  hatte:  und  als 
sie  ffwey ,  biß  es  zimlich  spat  worden ,  mit  schönen ,  lustigen 
imd  holdseligen   Reden  die  zeit  zugebracht,    und    die  zeit  deß 


1  Welir]  apada,  gehet  dem  Stall  zn]  per  la  porta,   che  aperta 

ritrovd,  alla  atullti  aviatoai.         2  Der  weise  Fürst]  zn&^i'i.  3  Stall' 

meitfter]  Btulliere.  4  abschmieret]  batt«a.  10  iti  unBeg^lichett  zorn 
bewegt]  tatto  pieno  di  mal  talento.  12  Stath]  dignita,  H  Dn  .  .  . 
wollen]  Malvagia  femiiia,  come  puoi  tu  ai  fiere  battiture  aopportare, 
a^ndo  ai  dilicaia  la  tua  faccia.  che  da  una  fronduccia  di  rosa  percoüaa 
alla  preaensa  mia  tramortiBti ?  Et  il  grande  arteficio  della  atatua  vero 
esaer  s^  aecorae.  21  geht  .  .  .  Jangfraawen]  alT  hora  aolita  mandata 
a  torre  la  seconda  giovane,  22  uad  als  .  .  .  vermeint]  eoa  eaaa  tun' 
al  tardo  in  varii  ragionameati  iratenutosi,  sendo  di  gia  preparata  la 
cena,  alla  oiensa  soll  ai  toaettarono,  et  quivi  per  grau  pezxo  id  dilet- 
t^voU  ragionamenti  il  tempo  pasaaiiiJo«  levale  le  tavole,  finse  il  pren- 
cipe  di  addormentarai,  et  in  cotat  guiaa  per  lo  apütio  di  due  bore  di- 
morando,  ai  fece  k  crederd  la  giovane,  che  egii  veramente  ai  fasse 
addormentato. 


126 

nachtessens  verbanden,   setzen   sie  sich  allein  zu  Tisch, 
demnach  mit  einaiideni  scblatfen.    Ab  sie  ein    bar  stund 
Bett  gelegen,  und  die  Jungfrau w  den  Fürsten  entschlaffen  sein] 
vermeint*  steht  sie  allgemach  vom  Bett  aulf,  gehet  gant^  still 
•  auß  der  Kammern  gegen  der  Küchen,    Der  Füret  aber,  so  nicht] 
schlieit\    sonder   alles  fleissig  war  name,    stehet  eilendts  aacbj 
iiuli\  gehet  iro  gantz  heimlich  nach,  nnnd  siebet  sie,  so  bald 
sie   in   die  Küchen    kommen,    vom  Koch    umbtangen    werden, , 
welcher  sie  demnach   hej  der  Hand    zu    einem   hauffeu  Dorn* 
j  10  [240]wüllon    fürt,    legt   sie   darauff,   unnd  schimpffet  Diit  iro.  | 
Dell  sich  der  FOrst  nicht  genugsam  vervvmideren  konte :  ursachf  ] 
die,  so  zuvor  die  Haar  seines  Beltzes  an  irer  zarten  Haut,  wegen 
ires  Stechens,  nicht  erleiden  mocht,  kan  diümalhs  die  stechea- 
den  Dom  wällen  wol  vertragen.    Derhalb  sagte  er  zu  ime  selbst: 

ib  Diese  zwar  ist  nicht  tVömber,   sonder  ja  so  arg  als  die  erste, 
wie  mir  denn  auch  das  Bild  gleich  Ton  an  fang  angezeigt  hat 
Damit  er  aber  auch   die  dritte  versuchen    könte,    schweigt  er  i 
gantz  stiU,  steht  morgens  früe  auff,  und  hatte  den  gantzen  tag 
biü  auff  den  abendt  kein  andere  gedancken,    denn    wie  er  die] 

ao  ehr  und   treuwvergessenen    Weiher   straffen    wölte.     Demnacli 
besucht  er  auch  die  dritte,  so  ir  Wohnung  ob  dem  Fluti  hat:] 
unnd  wiewol  er  iro  nichts  bessers ,    denn  den  andern  zweyiu^ ' 
zutrauwet,  nichts   desto[ 241] weniger  umbfahet   und    liebet  er 
sie,  und  vertreib  mit  iro  die  zeit  biß  in  die  nacht  in  lieblidiea . 


2  bar]  aic!         16  von]  vo. 


6  fleissipr]  ztisütK.        9  hatitfeu]  tnonte.  10  achimpffet  mit  iro]1 

in  amoroai  piiiceri  dolcemente  si  tratenea.  11  ureacb  ,  ,  .  vertragen]  j 
vwdeudo^  che  colei»  ö.  cui  la  veste  d'  artneHiui,  che  le  mamniene  legier* 
uiente  le  hu.vea  toccate^  bavea  ei  ^ran  ntoledtia  recaia,  che  qaa&i  [m\ 
fece  tramortire.  uod  Bi  sentiva  dalle  ßpinote  legna  offendere.  16 
mir  .  .  .  bat]  et  hör  conos&o,  che  vertäsimo  giadicio  anco  di  lei  )a  statoa 
fece.  17  Damit  ,  .  ,  wölte]  Nondimeno  il  tutto  con  ailentio  trApar 
saudo,  4  giacerai  ritornato,  la  ^egueute  notte  per  poter  anco  della  teina 
isperieuxa  fare,  con  j^rajj  diaio  aspettava.  Hör  la  niattina  per  tempo 
levatoai  iiisin'  alla  hora  di  Vespro  uiun'  altra  coba  per  lo  p<?nsiero  ri- 
volgea^  che  cotne  haves^e  le  acelerate  donue  k  caHtigare.  21  deHur^hti 
fatta  alla  presanxa  iua  veiiire.  23  umbfahet  .  *  .  sie]  la  comiod^j 
carezzare. 


127 

und  schönen  gesprechen.  Als  non  das  Nachtmahl  zugericht, 
setzen  sie  sich  zu  Tisch,  und  nach  Vollendung  desselbigen,  als 
man  ein  gute  weil  die  liebliche  Music  gehört,  gehn  sie  schlaffen. 
Der  Fürst  ist  sehr  freundlich  und  holdselig  mit  iro,  doch  mit 

ft  grossem  verlangen  auch  ir  falschheit  zu  erfahren,  sagt  debhalb 
Ober  ein  kleine  weil,  er  wolle,  dieweil  er  mUd  sej,  schlaffen. 
Die  Jungfrauw  vermeint  nichts  anders,  denn  der  Fürst  schon 
hart  entschlaffen  were,  steht  von  ime,  wie  zuvor  die  andern 
auch  gethan,  auff,  öffnet  in  aller  stille  die  Thür,  schleicht  die 

10  Stegen  oder  Treppen  gegen  dem  Fluß  hinab,  zeucht  ire  Kleider 
aoü,  bindet  sie  auff  den  Kopff,  nimpt  ein  groG  irrdin  Geschirr,  so 
hierzu  verordnet,  legte  sich  mit  dem  [242]  Leib,  damit  sie  nit  er- 
truncke,  darauff,  unnd  schwümmet  über  den  FluB :  daselbst  wird 
sie  unverzogenlich  von  einem  Pauren  umbfangen,  unnd  am  Gestad 

16  deb  Flusses  nach  beider  willen  gehandlet.  Solches  alles  hatte  der 
Ffirst  genugsam  gesehen,  denn  er  auch  vom  Bett  auffgestanden,  und 
iro  heimlich  nachgefolgt,  und  wol  wargenommen,  daü  die  gleich 
so  arg  was,  als  die  andern  zwo,  wie  ihm  denn  auch  zuvor  das 
Bild  mit  Lachen  gnugsam  angezeigt:  denn  die  vorhin,  da  das 

«0  Schifflein  im  See  undergienge,  sterben  wolt,  und  ir  Angesicht 
bedecket,  damit  sie  nicht  von  Mennleinen  der  Fischen  gesehen 
wurde,  schwümmet  jetz  mit  grosser  gefahr  ires  Lebens  über 
den   FluG.     Nichts    destoweniger ,    damit  der  Fürst  auch    der 

* 
4  ist  sehr  ...  iro]    coricatosi.  7  Die  Jungfrauw  .  .  .  were]  il 

che  havendole  agevolmente  persuaso,  et  giudicando  ella,  che  egli  veni- 
mente  fusse  addormentato.  10  Stegen  oder  Treppen]  scala.  zeucht 
.  .  .  Kopff]  postisi  i  panni  in  capo.  1 1  so  hierzu  verordnet]  che  quivi 
vuoto  si  ritruovava.  12  legte  ...  darauff]  sotto  le  braccia  messolsi,  per 
non  8*  affogare.  14   unverzogenlich]   zusatz.  am   Gestad  .  .  . 

gehandletj  sopra  V  argine  del  fiume  tutte  [1611  richtig  tutti]  dua  cori- 
catisi,  amorosamente  per  buon  spatio  di  temiK)  si  dilettarono.  18  wie 
ihm  denn  .  .  .  Fluß]  laquale  havendo  finto  di  tramortire  per  una  pic- 
ciol  navicella,  che  nel  lago  vide  dal  vento  esser  sommersa,  et  la  faccia, 
ä  fine  che  i  pesci  maschi  non  la  vedessero,  si  coperse,  con  taiito  x)en- 
colo  il  fiume  passando,  veramente  di  fraude  et  inganno  esser  ripiena, 
col  rider  suo  havea  la  statua  dimostrato.  2^^  Nichts  destoweniger  .  .  . 
frQe  auffj  Nondimeno  non  facendo  egli  di  ciö  motto  alcuno,  nella  ca- 
niera  se  ne  ritomö,  et  al  letto  gittosene,  il  seguente  giomo  con  gran 
disio  aspettava  per  t'ar  della  quarta  ancora  V  istessa  prova,  che  dell* 
altre  tre  fatta  havea.     Et  la  mattina  per  tempo  levatosi,  .  .  . 


128 

vierdten   arlit   luind  iiatur  erfahren  möge,   [243]    schweigt 
still,  geht  wider  zu  Bett,  steht  morgens  früe  anif,  uuud  ah  i 
bili  aufi"  den  Abendt   all   seine  Gescheffit  vemcht,    verfügt 
sich  zu  der  vierdten  Jünijffrauwen,    unml  gehet  mit  iro  io  ein 

6  schüuen  Garten    spatzieren.     Als    sie  daselbst   mit    mäncherlt»! 
reilen  die  zeit,  biß  es  späht  worden,    hingebracht,    setzen 
sich   zum  Tisch,    welcher    sehr  köstlich  zugericht,    unnd  »eial 
frölich.     Als  man  nach  Essens  etliche  schöne^  liebliche  Oesangj 
mind  Seitenspiel  gehört,    geht  man  zu  Bett:    unnd    nach   fie 

10  freundtlichen  Gesprechen,  thut  der  Fürst  dergleichen,  ab 
er  luirt  entschlaffen.     I>ie   Juugfrauw    stehet   giintz    still    ro 
Bett  auff,  legt  sich  au,  nimpt  ein  BUclilein  in  die  Hand,  geh« 
nicht  weit  von  dannen  in  ein  Kämmerlein,  unnd  hättet.    [244] 
Der  Fürst,  so  diß  alles  wargenommen,  vermeinet  nichts  ander», 

jr>  denn  dab  auch  diese  io  betriegen  wolle,  steht  auch  auff,  legt^ 
sich  an ,   unnd  gehet    ir  allgemach   nach ;   und   wiewol    er  su 
betten  sähe,  wolt  er  doch  nicht  glauben,  daü  solchs  auß  rechtem*] 
hertzen  gienge,    unnd  kein  betrug  darhinder   steckte.     Als 
nun  ir  Gebett  vollendet,  gehet  sie  widerumb  der  Thüren  ml 

ao  der  Fürst  aber,    damit  er  Ton  iro  nicht   ersehen  wurde,    eih 
schnei  wider  in  die  kammern,  unnd  legt  sich  an  das  Bett,    Die^ 
Jungfmuw  folgt  hernacli,  zeucht  sich  gantz  still  ab,  unnd  legt 
sich  wider   an   die  seiteu  deß  Fürsten,    Aber   der  Fürst    wolffl 
darumb  nicht  glauben ,    daß    diese  so  gar  frorab    were ;  damit 

'i-  er  aber  gewüß  werde,  ob  diß  ein   falsche  heiligkeit  seye,  od«*r 
nicht,  ligt  er  vier  nacht  einandern  nach  bey  iro,  und  siebet  sil 

m 
B  nach  Esaenaj  aic ! 

3  verfügt  .  .  .  hiugeUraebt]  diede  ordine,  che  la  giovane  haveinel 
lai   k  viniire,    collaquale    rml  giardino  sino  el\  tardo    in  varü    ra^^on 
üienti  il  teni|io  pasaando,  ...  7  welcher  .  »  ,  zugericht)  che  qoifl 

riccamente  era  pre[jarata,        uimd  »ein  frOlicb]  Kusat%.  8  Ala 

gehört]  al  ine  di  eBsa  [=  mensaj  cob  finisainii  juoni  et  caiiti  pervennU 
9  viel  fremidtUrhen]   varÜ.  16  allgemach]   seuza  atcuno    rorooi^ 

17  daB  Bülchß  ,  .  .  Kt^jckte]  che  buona  fuese.         IS  Als  ,  .  .  foUend 
ma  dimorato  alquanto,  et  venuta  ella  al  öne  delF  orationt*.       20  eild 
,  .  .  Bc^tt  I  al  letto  se  ne  ritornö.        26  ligt  ,  ,  .   bey  iro]  havcndo  dilij 
berato  di  aeco  1e  tre  aegxienti  nMi  giacere«  per  cotal  spatio  di  iem]i 
»eeo  la  rit^nne.       und  ziehet  .  .  .  gerecht  seinj  et  acoortoai,  che  vem-' 


129 


Me  nacht  ir  Gebett  vollbringen,  und  hieDe[245]ben  warbafftig, 
mb,  tugendtsam  unnd  gerecht  sein:  derhalb  er  bey  ime 
i  gedenckt,  solche  zu  seinem  Weib  zunemmen,  die  andern 
aber  timb  bet^angene  ire  Ijaster  der  gebar  nach  zu  straften. 
Es  hatte  dieser  Fürst  an  seinem  Hoff  viel  wilde  Thier,  welche 
er  offt  zu  einem  schauwspieK  sich  damit  zu  belustigen,  mit 
einandem  streiten  liesse,  under  andern  aber  ein  öberauli  wild 
unjid  grausam  Maulthier.  An  einem  abend  spat  berüift  er  et- 
liche seiner  knechten,  bevilhet  inen  gemeldt  M;uilthier  auß  sei* 
nem  gewohnlichen  Stall,  in  den  Stall,  da  das  treuwlose  Weib 
deß  nachts  den  Stallmeister  heim  zusuchen  pflegt,  zuführen  imd 
anzubinden.  Damit  aber  es  vom  Stallmeister  nicht  wider  hin- 
weg geftirt  werde,  gibt  er  Ordnung,  daß  sie  die  selbige  nacht 
bey  ime  im  Stall  bleiben  sollen :  unnd  laßt  demnach  die  [246] 
Jiingfranw,  so  ir  Wohnung  ob  dem  Stall  hat,  zu  sich  berüffen. 
Dieselbig  ist  dem  Gebott  gehorsam,  kompt  ohn  verzug  zum 
Forsten,  wirdt  mit  frolichem  Angesicht  unnd  freiindtlich  von 
im  entp  fangen,  und  die  weil  er  ein  gantz  köstlich  mahl  zurichten 
lassen,  sitzet  er  mit  iro  zu  Tisch.    Als   man   nun  mit  allerley 

p  kiistlichen  speisen  unnd  getränck  sich  ersettigt,  auch  mit  herr- 
lichem Qeeang  unnd  Seitenspiel  sich  erluatigt,  unnd  späht  was 
worden,  hept  man  Tisch  aufl",  unnd  nimpt  der  Ftlrst  die  Jung- 
frauw  bey  der  Hand,  gehet  mit  ihr  in  die  Kammern,  diesetbige 
nacht  bey    iro    zu    schhiften.    So  bald    der  Fftrst  an    das  Bett 

^  kompt,  hept  er  an  dergleichen  zuthun,  als  ob  er  sehr  mfUl 
were  onnd   schlieffe.    Das  lose  Weib,    wie    sie   vormals   auch 


mente  la  ^ovane  buona  et  virtuoaa  era,  havendola  continuamente  ve- 
duta  k  perseverare  neir  omtione. 

4  der  gebQr  nach]  rigidamente.  8  berüfft  .  .  .  knechten)  chiamati 
uoa  fiera  al  tardo  i  suoi  servi,  et  con  essi  nelta  atalla  enUato.  9  aaß 
seiDem  gewohnl leben  Stall J  dal  luogo,  dove  ai  ritrovava.  10  m  den 
-  .  .  pflegt]  dove  egli  Bajiea,  che  la  rea  femiita  havea  ä.  pasaare,  12  aber] 
il  che  poacia  che   fa  da   loro   esseqiiito.  14    bey  ime]  iDBieme  col 

stalliere.  demnach]  ritomato  nella  eamera  aua.  17  nnnd  freandt- 
lieh]  Zusatz.  19  mit  allerley  .  .  .  ersettigt]  zusaU*  20  herrlichem 
.  .  .  Seitenspiel]  suoni  et   canti,  23   gehet  .  .  .  schlaH'en]   la   meno 

aeco  ä  giacere.  26  Das  lose  Weih]  ii  che  dalla  vil  femina  veduto, 

havendo  ella  V  animo  al  suo  stalliere. 


tso 


gethan,  stehet  vom  Bett,  su  still  müglich,  auff,  legt  [247]  m 
an,  gehet  die  Treppen  gegen  dem  Stall  hinab,  in  hotl'nung  i; 
St^meiBter  zti  tiiiden:  kompt  also  in  den  Stall,  und  an 
orht  da  vorgemeldt  wilde  Maiilthier  stunde,  das  schlecht  unni 
5  beisset  das  Weib  so  erbermlich  and  grausam,  daG  sie  nicht 
lang  darnach  ellendiglich  ihren  Geist  auttgeben.  Morgens  wirdt 
solches  dem  Fürsten  von  den  Knechten,  so  bey  dem  Stallmeister 
die  nacht  im  Stall,  laut  ires  bevelchß,  gewesen,  angezeigt ;  uimii 
wiewol  der  Fürst,  als  wenn  es  im  sehr  leid,  sich  gesteilen  oder 

10  gebaren  thete ,  was  er  doch  solcher  nenwenzeitmig  sehr  fro. 
Und  weil  er  im  fürgenoiumeu,  die  andern  zwo  auch,  als  wol- 
verdient,  hinzurichten,  schickt  er  nach  deren,  so  ihr  Losameot 
ob  der  Küchen  hat,  nnnd  ist  mit  dieser  gleich fahls ,  wie  mit 
der  vorigen,  so  das  Maultbier  umbgebracht,  frölich  nnnd  [248] 

16  holdselig :  und  nach  dem  sie  mit  einanderen  das  Nachtmal  ge- 
nommen, auch  sehr  wol  tractiert  worden,  darzu  zimlicb  spath 
was,  geht  er  mit  iro  schlaffen :  hat  aber  gleich  wol  zuvor  seinem 
geheimisten  Kümmerling  befohlen,  die  vier  obersten  Staffel  der 
Treppen,  so  in  die  Küchen  gienge,  hinweg  zu  brechen,  welches 

m  denn  voll  komm  enlich  von  im  verrichtet  worden.  Der  Für«t, 
nach  langem  nnnd  liebUchem  Gesprech ,  so  er  mit  der  Jung- 
frauwen  gehalten,  thut  jetz  dergleichen*  als  wenn  er  starck 
schlieffe:  daromb  das  nngetreuwe  Weib,  so  den  Koch  mehj 
denn  den  Fürsten  liebet,   allgemach    von    dem  Bett  außstei 

afv  nini[*t  ire  Kleider  imder  den  Arm,  geht  der  Stügen    zu,    u; 
als  sie  die    erste  Staffel ,   welche   sampt    dreyen   andern  abge- 
brochen worden,  antretten  wil,  feit  sie  die  Treppen  hin  nnder, 
unnd  weil  der  faal  hoch,  [249]  stirbt  sie  deß  fast  bald.    Von 


rck 

I 


l  leg-t  sich  an]  presi  i  suoi  paimi.  2  in  hoffnung^  .  .  .  findt^DJ 

giudieajido,  che  U  stalliere  i^i  V  havewe  ad  aspettare,  dove  V  altr» 
liata  u^pettata  1*  havea.  5  erbermlich  und  grautiam]  fieramente.  djtl» 
.  .  autt'gebenl  che  in  i>oco  spatio  di  tempo  gli  diede  aspra  et  crudel 
niorte.  B  die  nacht  .  .  ,  hevelchs)  zuaatz-  9  sich  .  .  thet«]  mi^ 
Strasse.  10  was  .  ,  froj  incredihil  letitia  gl'  apportarono.  11  aU 
wol  verdient]  zusatz.  14  frölich  .  .  .  worden]  cenato   et  lietaioAnt« 

tratenutOBi.       16  ziralich]  zu^atz..       22  als  .  ,  .  schlieffe]  d'  addorm«»* 
tarsi.  23  den  Koch      .  .  HfibetJ   non  il  principe ,   ma  il  cnoco  «uo 

ard entern ente  amava  28  stirbt  .  .  .  bald]  tutte  V  osaa  rompendcNii 

incontanente  di  qne^ta  vita  passd. 


181 

welchem  der  Fürst  ^antz  frölich  in  im  selbst  wird,  wiewol  er 
gegen  dem,  so  im  diese  zeittung  gebracht,  sich  sehr  beküm- 
mert znsein  erzeiget.  Nim  was  noch  die  dritte,  an  deren  sich 
der  Fürst  noch  nicht  gerochen,   überig:   schicket  derhalb  deß 

h  anderen  tags  nach  iro,  entpfahet  sie  gantz  freundlich,  und  nach 
dem  er  mit  lieblichem  geschwätz  ein  Zeitlang  mit  ihr  geredt, 
das  Nachtessen  auch  genommen,  geht  er  mit  ir,  wie  zuvor  mit 
den  andern  beyden  auch  beschehen,  an  ir  Beth.  Es  hat  aber 
zuvor  der  Fürst  mit  einem  getreuwen  Herrn  seines  Hoffs  ab- 

10  geredt,  und  bevelch  geben,  daß  er  das  irrdinn  Geschirr,  mit 
welchem  sie  über  den  Fluß  schwimmen  können,  hinweg  thun, 
unnd  ein  anders,  so  diesem  gleichförmig,  aber  ungebrannt  were, 
an  sein  statt  ordnen  solte:  welches  nach  deß  Fürsten  willen 
fleissig   verriebt   [250]   und  versehen   worden.    Nach   langem, 

16  freundtlichem  und  holdseligem  gesprech,  so  der  Fürst  mit  der 
Jungfrauwen  gehalten,  gestelt  er  sich,  als  ob  er  hart  einge- 
schlaffen.  Sie  harret  nicht  lang,  steht  gantz  still  vom  Fürsten 
aufF,  nimpt  ire  Kleyder  under  den  Arm,  geht  zu  der  Kammern 
auß,    unnd  dem  Fluß  zu,  bindet  ihre  Kleider  auff  den  Kopif, 

10  nimpt  das  ungebrante  Geschirr,  nicht  anders,  denn  es  das  recht 
und  erste  sey,  vermeinende,  legt  sich  mit  in  den  Fluß,  geht 
nnder,  unnd  ei-trinckt.  Das  wirdt  morgens  dem  Fürsten  an- 
gezeigt, welcher,  weil  er  sich  aller  gebür  nach  an  disen  dreyen 
treuwlosen    Weibern   gerochen,    wirdt   hiedurch    hertzlich    ei*- 

tofreuwt:  unnd  dieweil  er  wol  gesehen  unnd  wargenommen,  daß 
die  vierdte  Jungfrau w    dem  Gebett  gantz  ergeben,    darzu  mit 

« 
1  frölich]  lieto    et    allegro.  4    deL^  anderen  tags]  il  seguentc 

^omo  8U  M  tardo.  9  zuvor]  il  giorno.  einem  .  .  .  Hoffs]  im  in- 
timo  SUD  baronc.  13  nacli  de(^  FQrBtcn  willen]  zusatz.  14  yerricht. 
nnd  versehen]  essequito.  Nach  .  .  .  eingeschl äffen]  Her  essendosi  il 
Prencipe  colla  rea  foinina  coricatosi,  et  con  essa  di  amorosi  succesai 
havendo  lungament«  divisato,  si  come  V  altre  fiate  fatto  havea,  iinse 
di  addormentarni.  18  under  den  Arm]  zusatz.  21  in  den  Fluß  .  .  . 
ertrinckt]  nel  fiume,  dove  sommergendosi  il  vaso,  percioche  cmdo  era, 
ella  anco  sabitamente  s'  affogö.  23  aller  gebür  nach]  si  rigidamente. 
25  unnd  dieweil  .  .  .  vollzogen]  poscia  volendo  al  pensier  suo  intero 
compimento  dare,  la  quarta  giovane,  quäle  alV  oratione  tutta  era  ri- 
volta,  per  la  bontä  et  rare  virtü,  ch'  in  lei  scorse,  prendendo  per  moglie, 
face  con  grandisRima  solennitä  le  sponsalitie  celebrare. 

9* 


132 

sonderbarer  tiigeiidt  und  frombkeit  bega[2ril]bet,  nin»pt  er  sie 
ime  zu  einem  Weib,  nnd  wirdt  die  hoi^iieit  gauiz  stattlich  unnd 
mit  grosser  herrligkeit  vollzogen.  Es  stehet  auch  nicht  lange 
jar  an,  so  überkompt  der  Fürst  von  iren  drey  schöne  Sohn,  von 
fi  welchem  seine  Herreu  uniid  Lehentrager,  so  gerjj  Kinder  von  im 
geseben,  viel  trost  unnd  frend  entpfiengen,  und  lebten  alao  lange 
jar  mit  einandeni  in  gantz  ruhi- 
gem, gutem,  glttcka  eil  gern 
und  fridsamen 

19  leben. 

Sambstag.  6* 

Wiewol  Berannis  der  Keyser  sich  deß  kleglichen  t^xlt^  der 
dreyen  Weiboni  selir  erbarmet,  mißfiel  im  doch  und  sclialtr 
sehr  übel  ir  falsch  hertz  und  begangne  [252]  milihandluQ^: 
i&  und  nach  dem  er  hiervon  zu  reden  auffgehört,  gibt  er  Ordnung, 
dali  sich  auff  den  andern  tag  jedermann  in  braun  bekleiden 
solte,  wie  denn  auch  der  sechste  Palast,  in  welchen  man  mor- 
gens  kommen  und  verrücken  raufite,  zu  geriebt  was.  Am  Samb- 
at^g  stunde  jedermann  bey  zeit  auff,  machte  sich  in  gemeldter 

20  kleidtmg  auff  die  Straß  ^  und  kamen  in  drey  stunden  zum  Pa- 
last, in  welchem  Beramus  die  sechste  Jungfrauw  findet,  nimpt 
die  bey  der  Hand»  und  haltet  mit  iro  ein  lang,  schön  und  lieb^fl 
lieh  Gesprech.    Nach    dem  setzet    man    sich  zu  Tisch,   welch^^ 
mit  herrlichen    unnd   köstlichen  Speisen    überflüssig   zugericht 

2&  waren.    Nach  dem  essen  geht  Beramus ,    sein    mitti^ig  rohe  sn 
haben,  in  sein  Kammern,  bevilhet  demnach  ime  den  sechstes 


5  Lehentrager]  sie!        28  welche  .  .  .  waren]  aicl 


4  9i'h5ne  t^öhn)  figliuoU  maschi.  5  Herren  unnd  liehen t^ra^er]  va»- 
nfdli.  6  und  lebten  .  .  .  leben]  Gt  col  la  moglie  in  virtuose  opre 
tutto  di  tratenendoai ,  molti  EUini  tranqullla  et  felice  vita  passarono. 
U  Sambstag.  6.j  zusatx.  12  deB  .  .  .  Weibern]  il  caao  alle  tre  mal- 
vagie  fem  ine  avenuto,  per  la  cmdele  et  aspra  aort«  di  morie  dal  pren 
cipe  MuHStilmano  lor  data.  18  kommen  und   verrücken]  cavalcjMi! 

Am  .  .  .  SlraßJ  oiide  poaioai  il  Sabbato  mattina  per  tempo  con  tulti 
i  äuoi  baroni  in  caniino.  22  ein  lang  ,  ,  ,  Geaprecb]  varii  ra^ooft* 
menti.        24  herrlichen  .  .  .  Speisen]  nobiliBBime  Tivande. 


133 

Neuweuxeiter  zu  berUffeu,    AU    nun  der  für  in  kommen,    ge- 
[253]büreiKk  iiuiid  iinderthetjige  revereiitz  im  bewiesen,    hepfc 
er  sein  neuwezeittimg  oder  geschieht  mit  aolchen    Worten  an, 
und  sagt: 
6  In  Serger.  meinem  Heben  Vatterland,  sehr  weit  von  hinnen 

gelegen,  welches,  wegen  schöner  Gärten,  lustiger  unnd  lauterer 
Brunnen,  über  die  maß  lieblich  unnd  berömpt  ist,  ligt  ein  Statt 
am  Meer;  die  wirdt  Letzer  genennet,  in  deren  wonet  vor  kurtzen 
jaren  Mnssulmanmis  ein  König,  der  erzeigete  sich  nicht  allein 

to  gegen  seinen  Bürgern  und  ünderthanen ,  sonder  auch  gegen 
den  frömbden  unnd  AuL^ lendischen,  jeder  zeit  freundtlich,  dar- 
dnrch  er  denn  ein  guten  Nammen,  und  gunst  bey  meniglichen 
überkommen,  deßhalb  sein  Statt  stets  reicher  Kauffleuten,  Christen 
unnd  Heyden,  voU  was*    Nach  seinem  todt  folgte  im  sein  Sohn 

u  im  Ileich,  aber  nicht  in  [254]  tugendeu  nach :  darumb  ward 
er  so  wol  von  frömbden,  als  auch  von  den  seinen,  sehr  ge- 
hasset. Dieser  ursach  halb  verliease  auch  der  mehrtheil  Kautf- 
leut  die  Statt,  mand  bleiben  wenig  darinn,  under  welchen  waren 
zwen  alte,  reiche  unnd  groß  geachte  Menner,  die  waren  Christen, 

so  der  wegen  auch  hertzliche  freund.  Diese  kamen  eins  tags  zu- 
sammen, unnd  nach  dem  je  einer  dem  andern  geklagt,  ob  wol 
ime  Gott  viel  Ehr  unnd  Gutfc  verliehen ,  so  hette  er  in  doch 
bißher  mit  keinem  Kind,  deß  er  sich  sehr  bekümmerte,  be- 
gäbet,   machen  sie  mit    einanderen    einen    pact,    wo    es   Gott 

18  bleiben]  nc! 


l  Neuwen^eiter]    novellatore.  gebürende    unnd  underthenige] 

hmuil,  3  neuwezeittaDg  oder  geschieht]  noveUa.  7  lieblich  unnd 
berQmpt]  vago.  8  vor  kurtzen  jaren]  gia.  9  MuBsulmannu»  ein 

König]  nno  gran  Re  \fu««ulmaiio.  nicht  allein  .  .  .  Anßlendigclien] 
i  cittadini  et  forastieri.  11  jeder  'leit]  auaatx.  dtirdurch  .  .  .  über- 
kommen] in  poco  äpacio  di  tempo  assat  famoao  divenne.  14  Heyden] 
Saraceni.  folgte  .  .  .  daramb]  il  figUuol  succeae,  ilquale  dalla  virtu 
del  padre  assai  luntano«  sendo  &  oiaaeheduno  per  la  malTagia  sua  na- 
tara  molesto  et  ^ave  aaaai,  .  ,  ,  17   der  mehrtheil]    gran    parte. 

18  ünder  welchen  .  ,  .  begäbet]  tra  qnali  furono  due  vecchi,  cariBsimi 
amlci»  bnomini  di  grande  hoaore  et  di  gran  thesoro  padroni «  i  qaali 
easendo  Christiani  et  i  coinmandamenti  di  Dio  oaservando,  ove  havea- 
aero  ha?aii  figliuoli,  lieta  e  tranquilla  rita  compiutamente  harrebbono 
paasaia.     Di  che  aendosi  un  g'iQrno  iu^ieme  dolnti«  .  ,  , 


134 


(Jas  sie  hertzlich  Ijegertet»)  mitler  zeit  also  fögon,  daß  sie 
und  einer  ein  Sohn,  der  ander  aber  ein  Tochter  bekamen, 
wolten  sie  ilie,  so  aie  Mannbar  wurden,  zusammen  verheuraÜien, 
Nicht  lange  zeit  steht  es  an.  es  werden  diese  [255  |  zwen  alte« 

»  irem  begeren  mich  erfröuwt:  denn  grad  aufF  einen  tag  gebirt 
das  eine  Weib  einen  Sohn,  der  wirdt  Feristenus,  die  ander  aber 
ein  Tochter,  die  wirdt  GiuUa  genennet,  beyde  wunderbarer 
ächöne:  die  werden,  biü  man  sie  in  die  Schul!  schicken  kau« 
aehr  wol  anfferzoj^en.     Demnach  werden  sie»  schreiben,  lefien, 

la  auch  gute  tngendt  imnd  sittgn  zu  lehrnen,  einem  frommen  unnd 
gelehrten  Mann  vertraowet:  unnd  dieweil  sie  von  Natur  mit 
lien'lichem  verstand  begäbet,  fassen  sie  gantz  leichtlich  allifs 
das,  so  inen  von  ihrem  verstentligen  Lehrmeister  gezeiget  unurl 
fiirgeben  wirdt:   und   mewol  diese   zwey   Kind    noch   in   ihrer 


iirer     I 
tig^ 


16  zarten  jugendt  waren,  liebten  sie  doch  einanderen  so  einbrtlnsti] 
hell,  dab  keines  ohne  das  ander  lang  sein  mochte* 

Es  konte  dieser  Lehrmeister,  [256]   ander    andern   seiueu 
kUnsten,  von  Rosen  und  andern  Bkimen   dermasaeu  so  schoi 
Kindlein,   Puppen  oder   Docketen    niacheo,   daß  er  eines  jede 

'M  Mensclien  Angesicht,  es  were  gleich  Weib  oder  Mann,  so  kflnsi 
lieh,  als  wenn  sie  abcontrafeifc  weren,  Ibrmiereu  und  abmalt' 
konte.  Zu  dieser  lieblichen  Kunst  hatten  die  zwoy  Kind  ei 
solche  liebe  und  lost,  daLs  sie  auch  iren  Lehrmeister  in  kuj 
zeit   weit  Übertreffen   waren.    Es  was  jetz   die   Tochter  zwiil: 

r^  jar  alt  worden,  und  hat  in  allen  tugenden,  unnd  was  sich  einei 
solchen  Alter  gebürt,  genugsam  ziigejiommen,  wirdt  deGhali 
zu  liauli  gefordert^  mind  der  Muter  zu  verwaren   wider  übe] 


1  fügen]  iic!         19  Docketen]  sie! 


1  daa  .  ,  ,  begerten]  zuflatz.  3  «o  .  ,  wurdeD]  ^iusaU.  5  >rr*d| 
quasi»  5  gebirt]  eon  gntndisähtic»  lor  conteuto  parloriroau,  i*  Ken* 
ötenusl  Feriflteno.  9  selir  wol]  vittuosamente.  schreiben  .  .  ,  »ittctii 
et  letere  et  costumi.  II   und  iJiewt^il  aio]  na  and^    lüro   il  ponsit*r 

fallito,  |>ereioclte  easendo  .  ,  .         12  gantz  leichtlich ]  ^usots,        13  jpe- 
zeiget  unnd  für^eben]  Ln^egnato.     15  so  einbrütiBtiglichJ  si  faitatnent«.j 
19  Kindlein      ,  .  Docketen]  raaazuoH.       machen J  acconciare.  20  i 

ktlnatlich  .  .  .  abmalen]  fi^urare.  23  auch)    in  quella  aucbe,  olii 

r  altre  virta.        27  au  Haaß  gefordert]  levatala  d&tla  aoola. 


135 

geben.  Feristenus,  als  der  von  seiner  Giulla,  die  er  so  sehr 
liebet,  gescheiden  sein  muß,  vermeint  nicht  anders,  denn  vor 
kummer  müsse  er  sterben:  welches  ein  gantz  jar  wä[257]ret, 
und  von  tag  zu  tag  erger  ward.    Damit  er  nun   endtlich  sein 

•  grosse  liebe  iren  zuwüssen  thete,  machet  er  auff  ein  zeit  von 
Kosen  und  andern  schönen  wolriechenden  Blumen  ein  überauß 
künstliches  Ejndlein,  in  welchem  seiner  lieben  Giulla  Auge- 
sicht dermassen  erschein,  als  wenn  sie  lebendig  vor  Augen 
stiende:   dieses  schicket   er  iro  durch  einen  Knecht   zu  Hauli. 

10  Oiulla,  als  sie  diese  edle  unnd  schöne  Gab  entpfangen,  küsset 
sie  die  zum  offtermal,  laufft  von  stundan  in  iren  Garten,  bricht 
mancherley  Blumen  ab,  machet  daran ß  ein  Bildlein,  welches 
Feristeni  Angesicht  nicht  anders,  denn  wenn  es  von  einem 
kunstreichen  Meister  gemalet  worden,  anbildet,    und  schicket 

15  im  solches  bey  seinem  Diener  hiergegen.  Ob  wol  Feristenus 
diese  Schencke  mit  grosser  freuwd  entpfieng,  fiele  er  doch, 
wegen  grosser  [258]  liebe  der  Giulla,  bald  hernach  in  grosse 
kranckheit.  Der  Vatter  Feristeni,  als  ein  verstendiger  Mann, 
kont  wol  abnemmen,  daß  die  kranckheit  seines  Sohns  kein  an- 

M  dem  Ursprung  hatte ,  denn  die  grosse  und  einbrünstige  liebe, 
die  er  gegen  und  zu  Giulla  trug,  geht  von  stundan  zu  irem 
Vatter,  findet  die  Tochter,  gleich  seinem  Sohn,  in  einem  Spital 
(wie  man  spricht)  siech  und  kranck  ligen,  unnd  sagt  zu  ihm : 
Es  wil,  mein  freund,   wie  du    selbst  wol  siebest,    damit   wir 

25  unser  Kinder  bey  leben  erhalten,  hoch  von  nöten  sein,  daß  wir 
unserer  alten  abred  nach  ein  Heuraht  machen.  Dein  Tochter 
ist  nun  Mannbar,  so  ist  mein  Sohn,  dieselbige  zu  seinem  Weib 

11  zum  offtermal]  sie! 

1  Feristenus]   di  che    Feristeno  dqloroso  quanto  mai  alcun'  altro 
fasse.  4  erger  ward]   sentendosi   maggiormente  deir  amore  di  lei 

trafitto.  sein  grosse  Liebe]  ciö.  6  schönen  wolriechenden]  zusatz. 
7  Kindlein]  mazzuolo.  seiner  lieben  Giulla]  di  lei.  8  als  .  .  .  stiende] 
yiva.  9  dieses  .  .  .  iro]  secretamente  glielo  mandö.  10  entpfangen] 
ricevuto  dal  suo  Feristeno,  ilqual'  ella  sopra  ogni  altra  cosa  amava. 
12  machet  .  .  .  anbildet]  in  un  mazzuolo  il  vivo  suo  ritratto  et  di  Feri- 
steno havendo  figurato.  18  als  .  .  .  Mann]  zusatz.  20  grosse  und 
einbrünstige]  soverchio.  22  findet  .  .  .  ligen]  laquale  per  V  istesso 

accidente  ne'  medesimi  termini  si  ritrovava.  24  Es  wil  .  .  .  machen] 
I  patti,  amico  carissimo,  si  vogliono  osservare. 


136 

zu  baben,  sehr  geneigt,    Derbalb  bitt  icb  dich,  claniit  wir  unser 
Kiuiler  irer  kranckheit  entledigen,  du  wollest  daran  sein,  daß 
die  Iloclizeit  ohne  ver[259]zug   fürgenoiniuen   werde.    Solche«  h 
zuthun  ist  der  Qiulla  Vatter  wol  zu  frieden:   al&o  richten  sieV 

u  ein  groß  Fest  zu,  unnd  wirdt  die  Hochzeit  sehr  herrlich  unnd 
stattlich  gehalten.     Es  was  Giiilla  die  Hochzeiterin ,    wie  oben 
gehört,  mit  wunderbarer  schöne  von  Gott,  begäbet,  derhalb  auch     i 
in  der  gantzen  Statt  viel    von  iro  geredt   ward.    SoUich  ge-fl 
schrey  kompt  auch  für  die  Ohren  deti  Königs,  imnd  die  weil  sie" 

10  also  sehr  golopt  ward ,  hat  er  grosse  begierd  sie  zu  »eheu» 
schicket  seine  Diener  nach  den  zweyen  Alten,  bevilhet  ihnen 
noch  denselbigen  tag  ihre  Kinder,  so  den  tag  Hochzeit  hielten, 
tllr  sein  gegenwürtigkeit  zu  bringen.  Diesem  Gebott  sein  ilie 
zwen  alten  Vätter  gehorsam,  führen  ihre  Kinder  in  köstlichen 

ih  unnd  schönen  Kleidern,  irem  stand  nit  un[260]gemeLs  ftlr  dei 
König.    So  bald  nun  Giulla  von  ime  ersehen,  betlunckfc  in  ihf 
schöne  das  geschrey  hiervon  außgossen  weit  ilbertr«*ffen»  unnd. 
wirdt  von    stnndan    gegen    ir   in   unsegliche   liebe    entzünd« 
kehret  sich  hiemit  gegen  Feristeno,  unnd  spricht:   Ich  gebeul 

:ü  dir,  daß  du  umb  ein    ander  Weib  dich  nnibsehest,  denn  di 
junge  Tochter  wirdt  ich  mir  behalten,  unnd  vvo  du  das  nichlj 
in  dreyen  tagen  thun  wirst»  will  ich  dich  ohn  alle  guad  vom 
leben  zum  todt  richten  lassen.    Von  solchen  Worten  wanl  Feri^ 
stenus  gar  sehr  traurig  und  betrübt,  und  sagt;  Gnedigster  Herr, 

2  «ein]  das  b  ist  abgeaprungen. 

1  damit  .  .  .  entledigen]   per   poter  loro.   che  si  ardentemeute 
amano,  da  certa  morte  liberare.        3  Hochzeitl  sponaalitie.  5  sei 

.  .  .  stattlich]  aolennemente.        Ö  Hochzeiterin]  fanciulhi.         wie  ol 
gehört]  sfiuaatz.        7  mit  .  .  .  begäbet]  di  maravigliosa  belle-Äia.      der 
halb  .  .  .  ward]  znaatz.  9  unnd  dieweil  .  .  .  sehen]  ilquale,  t«! 

che  veduta  non  V  hayeaae,  per  udire  nondiTneno  tanto  la  belta  di  l«i  ij 
celebrare,  di  vederla  «i  dispoae.  U  ucbicket  .  .  .  Alten]  et  subitii- 

mente  fatti  per  i  iaoi  ministri  di  Feristeno  et  di  Giulla  i  vecchi  |>(uln( 
h  ae  cliiamare.       12  Hochzeit  hielten]  le  uponsalitie  hareano  celebi 
14  alten]  biJüß.  18  wirdt  ,  .  .  entÄÜndet]    delF    amor  di  lei  »ent 

do«i  fieramenie  trafitto.  20  daB   du  .  .  ,  behalten]   che  ta   d"  altr» 

donna  provedendoti,  coteata  fauciulla  habbia  per  la  persona  mia  k  n- 
lasciare:  percio  che  io  h  piacer  tnio  di  lei  intando  di  ditporre.  2*2  will 
ich  .  .  ,  lassen]  hai  ä  aapere,  che  tncontanente  io  ti  farro  1a  tcata  d«l 
bueto  spiccare.        24  Gnedigater  Herr]  Sire. 


137 

euwer  fürnemiuen  beduiickt  micli  ganb  iiobitlicli  nnud  viel 
zustreug  sein.  Dieweil  aber  ir  soüicbs  juil^zufübren  gestriwet, 
unangeseben,  daG  ich  kern  Mord  oder  Todscblag,  noch  anders, 
so  deß  Todts  würdig,  begangen,  äo  sollen  ir  wUsseri ,  so  lang 

^  [261]  mein  Hochzeiterin  und  ich  leben,  daL>  ich  sie  weder  eucb, 
noch  keinem  andern  Menschen  au  ff  Erden  lassen  wird.  Mitt 
dieser  antwort  vermeint  sich  der  König  zusehr  verletzet  sein, 
auß  ursacb :  Es  hatte  diser  König  ein  Tochter  unnd  ein  Bruder, 
deraelbige  Bruder  aber  hatte  einen  Sohn.    Nun  hatte  der  alte 

to  König  in  seinem  Todbeth  disem  Köaig,  als  seinem  Sohn  unnd 
Nachfolger  im  Reich,  ernstlich  befohlen,  er  solte  nach  seinem 
Tod  sein  Tochter  seines  Bruders  iSohn  ,  und  keinem  andern, 
verheurathen.  Nach  abgang  aber  deß  alten  Königs  hat  dieser 
soUicb  seines  Vatters  gebott  nicht  allein  verachtet,  sonder  auch 

1»  seinen  eignen  Bruder  nnibbringen,  unnd  sein  selbs  leibliche 
Tochter,  sarapt  seines  Bruders  Sohn,  welche  beyde  dann  Ehleut 
sein  solten,  in  ewige  UefengnuÜ  werflen  lassen,  Auff  dieses 
Laster  [202]  vermeint  er  jetz,  habe  Feristenus  geredt,  als  ob 
er  sagen  wollen,   Nicht  ich,   sonder  du  König,  als  ein   Tixlt- 

a«  schleger  deines  Brudera,  bist  deO  Tods  wtirdig.  Derhalb  er  inn 
grimmigen  zorn  bewegt,  gebeut  seinen  Dieneren  Feristenum 
zubinden,  unnd  in  GetangenscbatFt  biili  anfF  folgenden  tag  zu- 
bewaren,  als  dann  in  das  Meer  zu  verscncken.    Demnach  wendet 


1  gantz  .  .  ,  zuetreng]  atrana  nei  vero  et  dura.  2  Die  weit  .  .  . 
gesinnet)  et  ä  fine  die  tosto  ha^bbiate  i1  fiero  proponimento  vostro  ad 
tfsaeqiiire.  3  kein  .  .  .  begangen]  non  am  nmi  d*  alcano  stato  mici- 
diale,  et  perciö  di  ccital  morte,  quäl  voi  mi  proponety,  io  non  sia  degno. 
4  80  lang  .  .  ,  leben]  vivo,  8  Ea  hatte  .  .  .  deÜ  Tod»  würdig)  per- 
cioche  hiwetido  egii  nn  8uo  fratello  ucciso,  a1  cui  figliuolo,  prima  che 
*l  Ke.  Vor  padre,  della  presente  vita  passaase,  i^li  fo  da  !ui  imposto,  c' 
lia?esae  ima  »na  fii^Huola  k  maritiire,  ilqnal  misfatto  per  non  luvver  ad 
ubidire  il  commandamento  del  padro  conimiset  et  poscia  i1  nipote  et  la 
propria  Kgliuola,  che  gl'  havea  ad  esser  moglie  k  perpctua  prigione 
condennd:  et  cononcendosi  egli  micidiale,  et  per  la  rißposta  di  Ferißteno 
degno  della  morle:  Duiique^  diaa'  egli  fra  ae  afcesao,  coatui  per  haver' 
io  il  raio  fratello  ncciBo»  altro  non  mi  vuol  colle  parole  sur  «ignific«ire, 
salvo  che  non  egli,  ma  io,  che  micidiale  aoiio»  di  penu  capitale  debbo 
688« re  dannato.  22  in  Gefangentchafft  .  ,  .  als  dann]  incarceratolo, 
la  segueule  matiina  per  tempo. 


er  sich  gegen  dem  Vatter  der  Hochzeiiterin,  also  Bprecbendta 
üuml  du  öolt  wü8sen,  daß  ich  inii  kurtzen  tagen  dein  Tocbtef  ] 

mir,  mich  Ordnung  und  gebrauch  meines  Gesetzes,   zu    einfuij 
Weih  neramen  wirdt,  unnd  90  du  dich  mir  widersetzen  wurdis 

5  soltu  auch  also  bald  tu  tiefengnuß  gelegt  werden.    Nach  d« 
er  sein  Ked  vollendet,  aehickut  er  beyd  betrübten  Vätter,  welche 
von  dieser  ge[263]schicht  in  grossem  trauren  unnd  jauier  stnn» 
den,   von  sich,     Wiewol    er  nun  aUein,    unud    in   Hebe  gegen j 
ßiulla  gar  verblendt  was,  hat  er  doch  noch  ein  Füncklein  billig*! 

lokeit  ia  ihm,  unml  gedenckfc  über  die  wort  Feristeni  seineri 
Doctorn  niht  zu  halten,  heisset  sie  für  ihn  kommen,  erzelletj 
ilmen  den  gantzen  handel,  wie  er  sich  verloffen,  unnd  gebeut  j 
ihnen,  ihnje  iren  raht  hierinn  mitzutheilen,  etc.  Als  die  Doc-| 
toruä,    was   sich   verloöen   unnd  zugetiiigen,   deßgleichen   dettj 

rö  Königs  begären,    von  ihme  genngsam  verstanden,    mind 
keins  wega  hej  sich  finden  können,  daß  der  König  ein  recht-] 
rnessige  oder  befugte  nrsach  wider  Feristenum  habe»  sagt  de 
Elteste  unJer  ihnen:   üiiedigster  Herr,  ich  halte  darfÜr, 
dieser  Gefangner  Jüng[264]ling,  welcher  ein  Christ  ist,  wider 

20  umb  ledig  g*^lassen  wurde,  were  es  recht  gehandelt:  denn  die 
weil  er  keines   Todtschlags  oder  dergleichen  milJsbandlung  211- 1 
beschuldigen,  were  es  ja  unbillich,  daß  er  den  todt  leiden  solte. 
Zu  dem,  so  linden  wir  in  unserem  Gesetz»  daß  Mahoniet  ver- 
heißt unnd  troüwet,  alle  Mussulmunnos,  so  einen  Christen,  der 

«Ä  sein  Tribut  gibt»  beleidigen,  unud  ihm  gewalt  thun ,   am  tag 
deß  Gerichts  schwerlich    und   mit   grossem  zorn    zu    verfolgeo 


6  hejd]  Bic! 


1  Hoch%eitterui]  tanciulk.      2  Unnd  du  .  _  gelegfl  winnleii|  fi  Ia, 

«ino  che  altro  io  ti  fatjciii  intendere»  la  Lua  ÜgUiiolw,  quäle  fra  |*ochi 
giorui  secanda  la  legge  mia  dt  spoiiire  mtetido,  |.«re880  di  te  euäiodirai. 
7  trauren  unnd  jamer]  confuaioue.  9  gu.r  verb!tindt]  ßerameute  acce«o. 
billigkcit]  ragione.  13  etc  ]  j^usatz.  14  was  .  Wj^kreii]  la  |»n)' 
poäta  dal  He  lor  fatta.  lü  rechtniessige  .  .  ur&ach]  ragioue,  19  iit- 
fangner  .  ,  .  Christ  i«t]  giovanetto  ChrLstiano,  *iU   dieweÜ  .  .  .  to* 

büachuldifjen]    non  esHcndo  egli  stato  micidiale.  23   verbetGt  unnd 

tröuwet]  ci  pronieLte.  24  so  .  .  .  t\n\u\  i  qyivli  h  Christiani  iribut&rii 
aicuna  tngiuria  barninuo  fatta.  26  zu  verfolgen   und  su  straffenl 

perseguitare. 


139 

und  zu  straffen.  Wiewol  diese  wort  dem  König  ein  grossen 
schrecken  gebracht,  endert  er  doch  darumb  sein  gransam  für- 
nemmen  nicht,  sonder  schicket  von  neu  wem  nach  seinen  Die- 
nern,  gebeut   inen  kOnffkigen  morgen    den   armen  Feristenuni 

&  in  das  Meer  zu  versencken.  Gott  aber,  ein  gerechter  Be- 
schirmer der  Unschuld  deG  Jünglings,  will  in  von  der  unge- 
[265]rechten  urtheil  erlösen,  und  seinen  alten  unnd  betrüpten 
Vatter  trösten,  hilfft  derhalb  dem  Jüngling  nachfolgender  ge- 
stalt   auß    der  Gefengnus.    Es   hat  der  Schulmeister  Feristeni 

it  einen  Sohn,  Giassemen  genannt ,  welcher  neben  andern  seineu 
küusten  und  tugenden,  auch  under  der  Erden,  mit  hilff  und 
krafft  einer  Ruten,  in  kurtzer  zeit  ein  viertheil  meil  wegs  lani^, 
oder  mehr,  graben  konte,  und  mit  derselbigen  Ruten  konte  or 
auch  ein  jede   grosse  unnd   dicke  Mawren   brechen ,   demnach 

15  dermassen  wider  auffrichteu ,  dab  kein  Mensch .  wie  weiß  und 
geschickt  er  auch  were,  daß  etwas  nidergebrochen,  sehen  oder 
spüren  mocht.  Dieser  Giassemen,  als  er  die  grausame  Urtheil 
deß  Königs  wider  Feristenum ,  den  er  sehr  lieb  hat,  vernom- 
men, understehet  in  mit  seiner  kunst  zuerledigen,  geht  zu  seinem 

ao  deß  Feri[266]steui  Vatter,  zeigt  ihme  sein  meinung  an,  unnd 
tröstet  ine.  Als  nun  die  nacht  verbanden,  geht  Giassemen  gegen 
dem  ohrt  da  Feristenus  gelangen  lag,  grabt  mit  hilff  seiner 
Ruten  under  der  Erden  biß  zum  orht  der  Gefiingenschafft, 
unnd  als  er  die  Mauren  gebrochen,  findet  er  den  armen  Jttng- 

S6  ling  in  der  Gefengnus,  rUfi't  im,  nimpt  in  bej  der  Hund,  unnd 
nach  dem  sie  ein  gute  zeit  mit  einandern  geredt,  tröstet  er  in, 
unnd  verheisset  ihm  zuverschafien,  daß  er  mit  grossen  freudeu 


2  schrecken  I  timore.  6  von  .  .  .  urtheil]  dair  ingiusta  senteuza 
del  Re.  7  alten]  iui88[!]ero.  11  kOnsten  und  tugenden]  virtu.  12  ein 
viertheil  meilj  tre  et  quattro  miglia.  14  grosse  unnd  dicke]  grosso. 
15  weiü  und  geschickt]  accorto.  16  (la(5  .  .  .  mocht]  se  ne  sarebbe 

giamai  potuto  avedere.  17  Dieser  Giassemen]  cotcsto  giovane  d*  uno 
lungo  viaggio  V  istesso  giorno  deir  uccidente  ä  Feristeno  avenuto  al 
tardo  ritornato.  die  grausame  Urtheil]  la  crudole  et  ingiusta  sen- 

tenza.  19   seinem    defA   Feristeni]    di    lui.  22  grabt]  si  fece 

la  via.  24  den  armen  Jünglitig]  il  misero  giovanetto,  che  in  sante 

orationi   dimorava.  26  tröstet    er   in]    lo    preijrö   a   stare  di  buon* 

animo. 


140 


ra  er 


sieb  mit  seiner  lieben  Giulla  iiocb  ergeizeu  werde:  mit  dieseti 
Worten  nitupt  er  ihn  auß   der  Gefengnuß,   uimd   nach  dem  er 
die  Mauren  wider  gemacht,  führet  er  in  zu  seinem  alten  ui 
bekümmerten  Vatter :  welcher*  als  er  in  ersehen,  umbfahet  \ 

^  ihn,  unnd  liept  vor  grossen  frenden  an  zu  weinen-  Die^ 
[267]  aber  kein  überige  zeit,  lang  miteinandern  sich  zu  under- 
reden,  verbanden,  kehret  er  sich  gegen  Giassemen  ,  sagt  im 
aller  gebür  nach  dauck,  mit  freundtlicher  bitt,  dieweil  er  seinen 
Sohn  bey  dem  Lehen    erhalten,   er   wölte   weiter  sorg   für  in 

»  tragen,  und  in  etwan  in  der  Ötatt  an  ein  sicher  orht  verbergen, 
biß  man  bessere  gelegenheit,  die  sach  weiter  anzugreiffen,  bab||y 
möchte.     Giassemen  erzeiget   sich  willig,   entpfahet   von  d^| 
Alten  etlich  Geld  zu  ihrer  underhaltung,  besteht  ein  Haus  an 
der   Rinckmauren   der  Statt    gelegen ,   und    führet   Feristenu^ 

-darein.    So  bald  es  tag  worden,    gehu  die  Diener  deß  Kon^| 
gantz  still  der  gefengnuß  zu,  den  bevelch  ires  Herren  zuver- 
richten :  und  als  sie  hinein  kommen,  Peristenum  aber  nit  finden, 
brennen  sie  liechter  an,  zubesichtigen  wo  er  hin  auß  kommen. 
und  ob  nichts  gebrochen :  [268]  als  sie  aber  nichts  sehen  oder 

'  mcrcken  können,  iauifen  sie  mit  grosser  forcht  zu  den  Itätben 
deß  Königs,  nnd  zeigen  solches  an.  Hie  wirdt  neben  grosser 
Verwunderung,  viel  unnd  niancberley  von  dieser  unerhörten  sacli 
geredt  Etlich  vermeinen,  dieweil  der  Jüngling  un schuldiglich 
eingelegt,  sey  er  auch  wunderbarlich    wider  erlößt  unnd  ent* 

i  runnen.    Die  andern   aber  stimmen  nicht  mit,  sondern  zeigea 


f 


5  Dieweil    .  .  .    zeit)  poscia,    percioche  il  gfiorao   ai   avicinavü 
tempo  iion  cra.         7  »a.gi     .  *  ilanckj  quelle  gtniie  rendutegli,  cbe  »l 
gran  benefieio  da  lui  riccvato  ai*  acconveniano.        It  biß  .  ,  .  möcl 
sino  ^  tantü ,   che  altro  havessero  pofcuto  dtliborare.  12  enipfi 

.  .   underballtingj    lioevuta  dal  vecchio  buona   aomma  dt  daaari,   et 
quelle  provisioni  fatto»   che  al  vivere  lovo  erano  necefisarie.  \S  be- 

ste bt  ein  HauL^]  tolta  una  casa  a  pigione.  18  Iieohter]  rnolti  luiiii, 

Wü  er  hinauli   kümmen]  susat^.  19  als  »ie  .  ,  .  können]   interA  «t 

aana  la  videro.       20  mit  grosser  forchtj  del  quäl*  accidente  tutti  %i\ 
faitl  22  fiel  .  .  ,  geredt]  variamente  V  int^rpretavano.         23 

weil  .  ,  .  entnianen)  cbe  non  esseudo  la  prigione  in  alcuna  parte 
C]6  era  per  V  innocen/.a  de!  grovane  miracolosamente  avenuto.     25 
andern  .  .  .  etc.J  al  cbe  gli  aliri  tiou  a&sentendo,  con  dire,  che  i  GhrP 
stiani  erano  earicbi  di  peccati^  a!  Re  delto  Bcampo  di  FeriBteno  davaoQ 


I  rolljH 


141 


ao^  (He  ChrißteD  seyen  ein  böG  und  schalckhafft  Vokk,  unnd 
werden  betrug  hierin  gebraucht  haben.  Die  dritten  legen  alle 
schuld  auff  deo  König,  in  dem  er  diese  Urtheil  wider  das  Mussul- 
mannische  Gesetz  gesprochen,  etc,  Die  weil  sie  aber  die  grau- 
»  sam  Natur  deli  Königs  all    wol  wüssen ,    vermeinen  sie ,    man 

■  aolle  im  diese  Geschieht  nicht  anzeigen,  denn  er  vielleicht  die 
Diener  im  verdacht  haben  wurde,  als  ob  [269]  sie  von  Feri- 
steno  Gelt  genommen,  und  in  lauÖen  lassen,   und  sie  doßhalb 

■  aaü  zom  zu  einem  grausamen  todt  vemrtheilen :  bevelhen  also 
ift  den  Dienern,  sie  sollen  auß  einer  andern  Gefeognus  einen,  so 

Iden  todt  wol  verschuld t,  nenimen,  und  an  statt  deist  verlornen 
in  das  Meer  werffen,  demnach  dem  König  anzeigen,  sein  Ge- 
bott seye  an  Feristeno  vollendet.  Solches  wirdt  von  den  Die- 
nern ohn  Verzug  verrichtet,  unnd  dem  König  zeitung  gebracht, 
i:,  wie  Feristenus  in  das  Meer  geworfien  und  ertrencket  worden. 

IWas  grosser  freud  der  König  darvon  entptangen ,  ist  zusagen 
unmüglich.    Bald    darauff   fügt    er  dem  Vatter  der  Giulla   zu 
wüssen,    es  sey  jetzunder  seiner  Tochter  Breutigara  todt,  da- 
rumb  solle  er  ime  die  zu  Hotf  bringen,  denn  er  wolle  sie  nach 
seinem  Gesetz  ime  vermählen.    Der  forchtsame   Alte  besorgt, 
wo  er  nicht  ge[270]horsam  sein,  hette  er  sampt  seiner  Tochter 
kein  bessere  urtheil,  denn  Feristenus,  zuerwarten:  gibt  derhalb 
L      antwort,  daß  nicht  allein  er  und  sein  Tochter,  sonder  alles  was 
*       er  hab,  in  dorn  dieiLst   und   gefallen   deG    Königs  stände.    Als 
2ft  nun  die    arme  Jiingfrauw    verstanden ,    daß  sie    dem    zu    theil 
werden,  und  ein  solcher  sein   freud  mitt   iro  haben   soll,    der 
ihren  liebsten  Feristcnum  so  sehend  tlich  umbgebracht,  weinet 

21  sein]  sicl 


la  eagione,  per  haver  egii  fielln.  sentenza  k  lai  data  contra  la  legge 
Moflsalmana  operato. 

9  auß  %ort]]  t\isa.i7..  11  an  statt  defi  veTlornen]  %u»ai/..  12  sein 
.  .  .  ▼oUeudet]  di  havere  la  mattiua  ]ier  iempo  k  Feristeno  1a  niorte 
daUi.  15  wie  -  .  .  worden]  della  morte  di  FeristÄno.  18  Br«titigam] 
gia.  maritö-  '^1  wo  er  .      ,  zuerwarten]  ehe  ci6»    che   k   Feristeno 

avenato  esser  credea,  alla  figliuola  sua  et  ä  lui  anco  non  aveniase,  ove 
al  Ke  non  1'  havesBe  aubitamente  consi^nata,  24  Ala  *  .  .  verstanden] 
onde  ritrovanilnsi  la  tnisera  fanciulla  in  »i  nn'sero  et  doloroao  atato, 
et  eotioaeeiiflo.  2r»  daB  .  .  ,  aoll]  di  dovere  da  colui    esser  goduta. 

27  flehen  dtl  ich  J  crudel. 


142 

sie  bitterlich,  unnd  als  ein  verzweifelt  Mensch,  anderstebet  si€ 
sich  selbst  timhzubringeu^  erwüacht  hie  mit  eio  Messer,  und 
will  das  in  ir  Hertz  stechen,  wird  aber  von  einer  Tochter  ir 
Sfjugamru,  die  stets  bey  und  uüib  sie  wonet,  so  Achel  genennei«! 

L  hinderhalten:  die  strafft  sie  umb  dise  Ire  fürgenonine  that  sehr] 
ernstlich,  zeigt  iren  an,  wie  es  ein  »o  grober  irrthumb  sey, 
verzweiffluüg  fallen,  und  ioi  fahl  sie  sich  selbs   [271]  leibloß^ 
gemacht  hette,  wvirde  sie  hiemit  Gott  schwerlich  erzürnt,  und 
ir  Leib  und  Seel  in  das  Hellische  Feuwr  und  ewige  Verdam- 

To  miß  gebracht  haben.  Mit  solchen  und  andern  mehr  scliönenj 
Vermauungen  hat  sie  die  Jonglraiiw  von  ihrem  erschröcken- 
lichen  fürnemmen  abgenommen,  unnd  widermnb  ein  wenig  | 
tröst;  sagt  auch,  sie  könte  nit  glauben,  ob  gleichwol  der  Köni|^l 
sehr  Tirannisch,  dab  er  Feristenum  töden  lassen.    AufF  das  ani«| 

u  wort  die  weinende  Giulla:  Mein  liebe  Achel,  ich  erkenne  wol 
dali  du,  wegen  grosser  liebe  die  du  zu  mir  fcregst,  mich  in  alle] 
weg  zutrösten^  und  von  meinem  fürnemmen  zubringen  under^j 
stehest.    Aber  sag  mir,  umb  Gottes  willen,  wemi  ich  mich  schoo] 
selbs  nicht  umbbringe,  sonder  bleib  bey  leben^  raub  aber  mebe 

a<i  lieben  Fenstern  beraubt  sein,  beduucket  dich  rahtsam  sein,  dalli 
ich  mein  [272]  Leib  unnd  JungfrauwgchaÖ't  eiuem  so  grauwm 
wütenden  Tyrannen,  der    darzu  uneers    Christlichen   GlauboBi 
feiud  ist.  Übergeben  soll?    Gar  nicht,    sagt  Achel,    will  euch 
aucb  diLJfahls  niclit  trösten;  ich  verhotf  aber  zu  Gott  dem  AU- , 

ifv  mechtigeu,  er  werde  Mittel  und  Weg  senden  (darzu  ich  gentl 
mein  geringe  hilff  und  Habt  mittheilen  will)  da(i  wir  auli  dieser] 
noth  koiiioieu  mögen.  Ir  wüssen,  wie  unser  ßeichtvattcr  voaj 
meniglirhen  eines  frommen  und  uustreftiicheu  Lebens  geachtet] 


3  will  .  .  .  stechen]  volendosi  con  quello  avenaiie.  5  umli  .  .  ,  thatH 
di  ci6.  8  biemit  ,  ,  .  er/.Qrnt]  zusat/..  9  ir  Leib  und  SeelJ  V  tinitcia  niiLj 
]ll  anderti  ,  .  ,  Vernutnangen]  molt'  altre  rafjioni.  13  sie  kdate  .  . 
UiHscnJ  ehe  nun  cosi  agevotuient«  s'  havea  alle  ]>aro1e  del  tinknno 
prcätar  l'ede,  ilqual©  d*  baver  fatto  Feristorio  morire  havea  per  la  ciUij 
paleiato»  ilche  ellii  in  nisnana  guisa  creder  non  potea.  20  Ferisieiu|] 
marilo.        rahtBam)  ragionevole.  21   Leib  unnd  Jungfrauwscbafn)| 

virgiiiita.  24  ich  verlioil  ,  ,  niö^en]  perciocbe  di  voi  et  tlella  fedtJ 
di  Christo  io  mi  dimostrisrei  poco  amioa:  col  cui  rtjiit«  io  «peru»  chei' 
cotal  sciagura  aneo  troveremo  alcim  conipen80,  27  Ir  wilssen]  toi 

devete  pur  Bapere. 


148 

wirdt,  den  wollen  wir,  so  es  euch  gefelli^,  von  stiuidan  zu  uns 
kommen  lassen,  und  im  unser  anligen  offenbaren,  ungezweiti'elter 
hoffnung,  er  werde  uns  mit  Gottes  hilff  ein  guten  unnd  nutz- 
lichen raht  geben.    Diesen   raht  lasset  ir   die   traurige  GiuUa 

5  wol  gefallen,  und  wirdt  der  Beichtvatter  ohn  Verzug  berilfft, 
und  nach  dem  ime  alle  ding  [273]  erzellet,  wirdt  er  umb  ein 
guten  raht  in  solcher  traurigen  sach  gebetten,  der  kehret  sich 
zu  der  weinenden  Jungfrauwen,  sprechende:  Liebe  Tochter,  so 
es  uns   Menschen    übel  geht,  und  gählinge   unfäl   uns  über- 

10  fallen,  sollen  wir  darumb  nit  verzweifflen,  sondern  zu  Christo 
unserm  lieben  Herren  lautfen,  den  selbigen  mit  demütiger  bitt 
umb  hilff  und  errettung  in  unseren  nöten  anrüffen,  denn  er 
nimmermehr  die,  so  ihm  vertrauwen,  verlassen  wirdt.  Für  das 
erste  nun.    so    wollen   wir  durch   das   mittel    deß  Oebets  und 

15  Fastens  versuchen,  ob  wir  den  zom  Gottes  versühnen  können, 
in  bitten  umb  Verzeihung  unserer  Sünden,  und  daß  er  in  dieser 
noht  uns  beystehn,  und  durch  bequeme  mittel,  so  es  nicht 
wider  in  ist,  uns  helffen  wolle.  Demnach,  so  du  Giulla  für 
den  König  kompst.  und  ime  gebürende  reverentz  erzeigst,  [274] 

so  soltu  also  sagen,  Allergnedigster  Herr,  dieweil  ich  siehe,  dali 
ir  wegen  grosser  liebe  gegen  mir,  mich  für  euweren  Ehege- 
mahel  haben  wollen,  so  bitt  ich  euch  gantz  demütig  und  zum 
underthenigsten ,  ir  wollen  die  erste  bitt,  so  ich  an  euch  be- 
geren  wird,  mir  nicht  abschlagen,  nemlich  dise,  daß  ir  mir,  eh 

ab  die  hochzeit  gehalten  wirdt,  viertzig  tag  in  euwerem  Palast, 
in  einer  Kammern  zu  wohnen  und  verwart  zu  werden,  etliche 
meine  geschefft  zuverrichten,  vergönnen  und  erlauben  wollen. 
So  zweiffei  ich  nit,  dieweil  er  dich  sehr  lieb  hat,  Gott  werdo 

2  unser  anligen]  il  biaogno  et  volonte  vostra.  8  so  e»  .  .  .  über- 
fallen] per  alcun  strano  accidente.  11  unserm  lieben  Herren]  zusatz. 
12  umb  .  .  .  nöten]  che  ci  voj^lia  porgere  alcuno  ajuto.  14  wir|  voi 
et  io  insieme.  17  uns  beystehn  .  .  .  wolle]  ci  voglia  alcun  soccorso 
dare.  20  Allergnedigster  Herr]  Sire.  dieweil  ich  .  .  .  wollen]  per- 
cioche  veramente  conosco,  havendo  voi  statnito,  ch'  io  vostra  sposa  sia. 
il  grande  et  perf(;tto  amore,  che  mi  portate.  22  gantz  .  .  .  under- 

thenigsten] suppliceniente.  27  vergönnen   und  erlauben]  roncedere. 

28  So  .  .  .  abschlage]  ilche  io  sono  certo,  si  j)erch'  egli  ferventeraoute 
fci  ama,  si  anco  porche  il  signor  Dio  cosi  permettera,  oh'  ei  non  e  i)er 
negarti. 


144 

es  ako  fUgen,  daü  er  dir  soUicbs  nicbt  abschlage.     Nach  dem^ 
du  nun  das  von  im  erlangt,  und  ein  eigen  Gemach  bekommenjH 
soltu  mit.  embsigem   und    eiferigem  Gebet,    auch    gebürendeis 
Fasten  diese  viertzig  tag  zubringen  ,  und    also    in  gedult  und 

ft  hoffnung  der  hilff  Gottes  erwarten:  so  du  das  thust,  bin  ich 
ge[275]wü(i,  daß  dich  Gott  auU  aller  noht,  in  dereu  du  jeta 
stehst,  erlösen  wird.  Als  der  Beichtvatter  außgeredt,  ist  un- 
gleublich,  wie  grossen  trost  Giulla  und  Achel  von  diaeni  raht 
entp fangen.    Als  er  nun  inen  den  Segen  gesprochen,  und  ui^ 

ni  laub  genommen,  geht  er  sein  straü.  Es  steht  nit  lang  an,  « 
kompt  vom  Königlichen  Hott"  ein  grosse  xal  Weiber  sehr  ko^ 
lieh  bekleidet,  die  gehn  gegen  Giulla  wonung,  sie  an  den  König- 
lichen Hotf  mit  grossem  pracht  zu  begleiten,  werden  auch  von 
Giulla  gaiiitz  frölich  und  mit  lieblichem  Angesicht  entp  fangen: 

15  imnd  nach  dem  sie  ein  Zeitlang  allda  verharret,  geht  Giulla 
mit  irer  treu  wen  Arhel ,  mit  ihrer  traurigen  Muter,  und  mit 
den  Kötir glichen  Weibern,  dem  Palast  deß  Königs  7a\.  Ais  nun 
der  König  Giulla  znkuntft  vernommen,  geht  er  olin  verxug  die 
Treppen  deG  Palasts  hinab,  und  wartet  daselbst  [276]  mit  sampt 

•j-Mlen   Ffirsteii ,    Herren   und   Kittem  seines  Hoffs.     Als    sie    imn 
für  sein  gegenwürtigkeit  kommen,  ime,    wie  sie  vom  Beicht-^ 
vatter  underwtesen,  gebürende  reverentz  erzeigt,   und  die  zaii 
der  viertzig  tagen  begert,  werden  die  iro  vom  König  mit  fm-1 
lichem  gemiU  zugelaasen:    er   rtVtft   auch  seinen  Schatzmeisterl 

a(.  zu  sich,    nnnd  bevühet  iro  von   Edelgestein  ein  sehr  köstlicht^ 
schencke  zugeben:  verordnet  hiemit,  daß  sie  und  Achel  heitn- 


3  gebarendem]  gebürende.  6  das  komma  nach  noht  i«t  abge^ 

Sprüngen.         11  vom  Königlichen)  vö  K^^nigliche. 

3  mit  ,      .  Gebet]  mille  Pater  noatri  al  giorno  dicendo.         4  and 
iiifto  .  .      erwart*?n]  zusatz.  6  dich  Gott   .  .  .  erlöaeo    wird|  dttila 

gniiide  diBii  venttini,  nell äquale  hora  tu  ti  ritniovi,  serai  hberata,  10  er| 
il  sant'  huomo.  11  vom  Königliehen  Hott*]  d' ordine  del  Re,  12  gegen 
Tiiulht  wonuugj  älla  staiua  del  padre  della  fanciulla,  13  mit  grossem 
pracbt)  solenn  erneute.  14  ganta  ,  .  .  Aogesicht]  con  allegra  facci«^ 

16  mit  irer  treuwen  . .  >  Weibern]  colla  Bua  6da  Achel . .  .  dalla  dolore« 
uiadre  et  ilulle  matrone  del  Re  accompagnata.  19  und  wartet  ,  ., 

Hoff«)  nel  cortile  roii  un'  honorata  compagiiia  <h  cavallieri  la  «tavi 
aspettando.  2\  ime    ,  .  .   erzeigt]  essequito  quanto  dal  coufettore 

inaegnato  le  fu. 


145 

lieh  in  einem  orht  GKulistana  genennt,  nicht  weit  vom  König- 
lichen Garten,  die  begerte  zeit  verwart  werden  selten.  Nicht 
weit  Tom  selbigen  was  ein  ander  Gemach,  in  welchem  deß 
Königs  eigne  Tochter  gefangen  lag,  dahin  niemandts.  denn  ein 

»  alt  Weib,  welche  ein  grosse  künstlerin  was  Gärten  zupflantzen 
tind  znzieren,  kommen  mocht,  deren  was  anch  dieses  orht  be- 
Tolhen.  Die  bekümmerte  [277]  Giulla  was  jetz  alle  tag  nach 
gegebner  ordnnng  deß  Beichtvatters  in  irem  Gebett  und  flehen: 
begibt  sich  aber  hieneben,  daß  deß  Königs  Tochter  von  dem 

!•  alten  Weib  vernommen,  daß  Ginlla  nicht  weit  von  iro  ir  Woh- 
nung bette,  nnd  dieweil  sie  sehr  gern  mit  iro  geredt,  und  es 
aber  nicht  zuwegen  bringen  konte,  Hesse  sie  den  Vatter  freundt- 
lieh  bitten,  iro  solches  zu  erlauben,  welches  sie  auch  erlangt 
Solches  thnt  sie  Giulla  durch  ein.Kammermagt  zu  wüssen,  die 

1*  geht  iro  entgegen,  entpfahet  sie  freundtlich  und  mit  frölichem 
gemüt  Als  sie  nun  ein  gute  .zeit  von  mancherley  geredt,  kom- 
men sie  letstlich  so  weit  in  das  gesprech,  daß  Giulla  deß  Königs 
Tochter,  was  sich  imhalben  mit  irem  Vatter  zugetragen  und 
verloffen,  von  anfang  biß  zu  end  erzellet    Deß  Königs  Tochter 

«•  erbarmet  sich  iro  sehr,  unnd  eröffnet  ihr  [278]  hinwider,  wie 
ir  Vatter  seinen  Bruder  hab  hinrichten,  darzu  seines  Bruders 
Sohn,  iren  Mann,  und  auch  sie,  in  lange  gefengnuß  verschliessen 
lassen.  Dise  zwo  Jungfrauwen,  dieweil  sie  all  tag  zu  einandem 
kamen,  machen   gar  gute  kundtschafft  und   freundschafft  zu- 

* 
1  einem]  eine. 

1  in  einem  .  .  .  Garten]  in  ona  stanza,  che  nel  giardino  del  pa- 
lagio  reale  era,  in  un  luogo,  Giulistano  chiamato.  5  zupflantzen  und 
saueren]  di  acconciar.  7  alle  tagt  tutto  dl.  10  daß  Giulla  .  .  . 
bette]  la  venata  di  Giulla.  11  und  es  .  .  .  konte]  zusatz.  14  Kammer- 
magt]  cameriera.  die  gebt  .  .  .  gemüt]  da  lei  fu  con  allegra  faccia 
incontrata  et  ricevuta.  17  Giulla]  zusatz.  deß  Königs  Tochter]  le. 
18  was  .  .  .  erzellet]  in  un  lungo  ragionamento  la  disaventura  sua  da 
prineipio  ä  raccontare.  19   Deß  .  .  .  sehr]   onde   bavendola  di  se 

moBsa  k  gran  compassione,  et  conosciuto  la  figliuola  del  Re  con  quanta 
sicurtii  Giulla  le  miserie  sue  le  havea  narrate.  20  wie  .  .  .  lassen] 

la  morte  del  zio»  la  prigionia  del  marito  et  il  lungo  tempo,  che  quivi 
il  padrc  la  tenea  rinchiusa.  2S  all   tag]   gran  parte  del  giomo. 

24  gar  .  .  .  freundschafft]  una  gran  domestichessa. 

QiafferaSOhne.  10 


146 

aamnien,  also  daß  letatlich  Giülla  (weil  sie  durch  das  mittel 
deß  Bettens  und  Fastens  ledig  zu  werden  ^erhofft)  auch  irer 
Gespielen,  ob  die  vielleicht  hierdurch  auch  ledig  werden  mochte, 
diese  heimligkeit  gedenckt  zu  entdecken.    Es  begibt  sich  ein« 

r^  tag  1  als  sie  gar  lang  mit  einandern  von  mancherlei  red  ge- 
halten, daß  Giulla  sagt:  Ich  weiß  gewOß,  daß  ich  mit  der  hilf 
Gottes,  unnd  durch  ein  heimligkeit  mir  von  meinem  Beicht- 
vatter,  einem  heiligen  und  frommen  Mann,  mitgetheilt^  in 
knrtzem  anli  den  Henden  deß  gottlosen  Königs  entiiinnen,  mmd 

10  in  meinen  vorigen  Stand  kommen  [279]  wird.  Wenn  ich  denn 
gedenck,  daß  du  demnach  allein  also  eingeschlossen  und  ge- 
fangen sein  solt,  thustu  mich  hertzlich  erbarmen.  So  du  aber 
mir  hälig  7ai halten  verheiasen  wilt,  wil  ich  auch  dich  diser 
heimligkeit  theilhafftig  machen ,    und   dir  versprechen ,    so  du 

iB  anders  dir  aelbs  helffen  wilt ,  daß  du  dises  jamers  bald  ab- 
kommen und  ledig  werden  soÜ  Iteß  Königs  Tochter  sagt 
Giulla  ires  geneigten  und  guten  willens  grossen  danck,  vcr- 
heisset  solchs  niemands  zusagen,  und  bittet  gantz  freund tlicfa 
iren  nichts  zu  verhalten,  damit  sie  auch  auß  disem  armen  und 

ao  eilenden  stand,  in  welchem  sie  lang  gewesen,  erlößt  möge 
den.    Als  nun  deß  Königs  Tochter  von  Giulla  gnugsam  under 
richtet,  tbot  sie  ein  gelüpt,    im  fal  sie   sampt  irem  Ehmann:^ 
der  gefangen  schafft  möge  entlediget  werden,  sich  von  stundao 
Tauffen  zulassen.    Giulla  sagt  ihr  danck  umh  bewiebne  liebe, 


5  tag]  aiol        7  Beichtvatter]  Beichuatter. 

1  weil  >  .  .  verhofftj  perche  «perava  Giulla   col  secreta,   ohel  cson- 
fesBore  inaegnato  le  havea,  di  dover  toato  dalle  mani  del  tiramio  Üb 
rarsi.       11  alao  -  .  .  sein]  neüa  tiia  prig'ionia  k  ritoanere.       12  Sa 
wilt]  volendotene  tu  »ervire.  15  abkommen  .  .  .  Bolt]  compeniio 

troverai.  17  ires  .  ,  .  willenB]  di  che.  19  iren  nichts  zu  verhalten^ 
che  ciö  gli  haYet^s«  incontaneitte  ad  iiisegnare.  arinen  und  eUendeti] 
miaero.  20  lang]  Kusatz.  21  Als  ,  ,  .  uiiderricbietj  onde  bavendole 
Giulla  il  tutto  »enza  aicuno  iodugio  iapOBto,  et  verameute  parendolet 
che  con  tal  secreto  bavesse  datla  prigionia  sua  ae  et  il  marito  k  Üb 
rare,  22  sampt  irem  Ehmann]  zuaatz.  23  der  gefangenfichaffl 
werden!  nello  i»rimiero  suo  atato  fusse  restituita.  24  Giulla  .  .  , 
dachtig]  Et  riBgratiata  Giulla  della  grande  amorevolezza,  che  le  hav 
dimostro«  alla  atanza  ritoroata,  al  degiuno  et  al  dire  i  rnUIe  Pater  noalit 
diede  divotamente  principio. 


147 

nimpt  [280]  von  iro  nrlanb,  geht  wider  in  ihr  Wohnung,  und 
Terricht  mit  hätten  nnnd  fasten  ir  Ampt  gantz  andächtig.  Nach 
etlichen  tagen  kompt  iro  zunacht  im  träum  fQr,  wie  sie  ihren 
lieben  Feristenum  sehe,  welcher  mit  iro  beider  eilend  beweine, 

•  nnnd  sie  freundtlich  bitte,  dieweil  sie  seines  unfahls  ein  ursach 
aey,  wolle  sie  doch  ihm  zum  wenigsten,  damit  er  etwas  trosts 
liabe,  ein  Kindlein  von  Bösen,  an  welchem  ir  Angesicht  er- 
aeheine,  zuschicken.  Aber  in  solchem  Traum  kan  sie  nit  lang, 
wegen  deß  kummers  so  sie  von  Feristeni  worten  entpfangen, 

tt  verharren,  sonder  erwachet  also  bald,'rüjSet  irer  Achel,  unnd 
eraellet  iro  dieses  Gesicht.  Als  aber  Achel  Giullam  von  diesem 
Traom  sehr  betrübt  und  unmutig  sein  vermerckt,  spricht  sie 
iro  gantz  freundtlich  und  trostlich  zu,  biß  der  halle  morgen 
daher  schleicht,    ümb  dieselbige    [281]    zeit  kompt  das  alte 

tft  Weib«  von  welcher  oben  gehört,  so  dieses  orhts  ein  Hüterin 
geordnet,  hat  ein  Eörblein  voll  Rosen  abgebrochen,  daran  ß  ein 
schön  Kindlein  gemachet,  unnd  gibt  es  der  Giulla  im  Nammen 
deß  Königs:  die  nimpt  das  mit  frölichen  geberden,  sagt  der 
Alten,  dem  König  soll  sie  in  irem  Nammen  underthenig  danck 

M  sagen,  denn  sie  halte  es  für  ein  glückselig  zeichen.  Ich  muß, 
mein  Mutter,  bekennen,  sagt  Giulla  weiter,  daß  diese  Puppen, 
Docken  oder  Kindlein,  so  ir  mir  geben,  sehr  schön  und  wol- 
gemacht  ist:  mich  bedunckt  aber,  so  ich  ein  Körblein  mit 
Boeen  hette,  wölte  ich  euch  ein  andre  machen,  so  mit  schöne 

n  diese  weit  übertreffen  müßte.  Dieweil  aber  das  alte  Weib  sich 
ein  gewaltige  Meisterin  oder  Künstlerin  in  denen  dingen  zusein 
vermeinet,  verlangt  sie  zu  sehen,  wie  geschickt  doch  die  jun[282]ge 
Tochter  in  solcher  kunst  seye,  laufft  derhalb  eilends  in  Garten, 
und  bringt  iro  begerte  Rosen.    So  bald  Giulla  die  entpfangen, 

so  sitzet  sie,  sich  selbs  zu  erquicken  und  etwas  zutrösten,  nider, 

« 

2  Nach  .  .  .  für]  Nelle  quai  cose  havendo  gia  Giulla  alquanti  giorni 
Gontinnato,  parvele  una  notte  in  »ogno.  7  ein  Kindlein]  uno  de'  suoi 
maunoli.  11  dieses  Gesicht]  il  tutto  per  ordine.  12  sehr  .  .  .  sein] 
iutta  dolorata  k  lagrimare.  16  Rosen]  fresche  rose.  17  Kindlein] 
mazzuolo.  18  geberden]  faccia.  19  danck  sagen  .  .  .  weiter]  k 

ringratiare;  et  havendo  ci6  tolto  per  bnon  augurio:   Madre  mia,  alla 
vecchiarella   disse.  21    Puppen  .  .  .  Kindlein]   mazzuolo   di   rose. 

24  machen]  farei  vedere.  26  Meisterin  oder   Künstlerin]   maestra. 

30  sitzet  .  .  .  nider]  per  consolare  se  stessa. 

10* 


US 


will  dem  begeren  B\risteni ,  im  traum  ir  fQr  kommen ,  grnig 
thun,  nimpt  ein  Spiegel  für  sich,  schau wet  darein,  unnd  machet | 
ein  Kindlein  mit  solcher  kiinst ,  daß  meniglich ,  wer  es  mkeA 
sie  darauB  gantz  wol  erkennen  mochte:  heisset  demnach  diel 
T*  Alte  zu  ir  kommen,  gibts  iro,  unnd  sagt:  Dieses  geben  oderi 
verschencken,  welchem  Menschen  ihr  wollen.  Als  die  Alte  das  j 
in  die  Hend  genommen,  unnd  gesehen,  daß  es  gar  schon,  lieb- 
lich *  unod  wol  gemacht,  darzu  das  ir  weit  übertreffen  was,  gt^ 
dacht  sie,  solte  es  dem  König  im  Nammen    der  GiuUa  über 

1«  antwort  werden,  dörffte  sie  wol  das  jargelt,  so  sie  wegen  deÖ 
orhts  eingehn  hat,  verlieren,    und    [283]  Giulla,    die  in 
kunat  sie  weit  übertraft^  an  ir  statt  genommen  werden,     Der-1 
halb  sie  nit  allein  dem  König  solch»  nit  zu  geben  willens,  son- 
dern, damit  er  nicht  etwan  ktlnfftiger  tagen   der  Gialla  kmist 

»&  gewar  und  innen  werde,  dardurch  sie  von  irera  Dienst  kommen j 
mochte,  nimpt  sie  ir  für,  in  alle  Gärten  der  gantzen  Statt  ru- 
gehn,  unnd  ob  jemandts  zufinden,  so  Giullam  in  dieser  kuns 
übertreffe,  zuerkundigen,  auff  daß  sie  hiemit  bey  irem   Dieostl 
unnd  ehren  bleiben  möge.     Als  sie  aber  lang   hin  mind  wider  ^ 

»0  gesucht,  unod  keinen,  der  ein  schöner  Bildlein  zumachen  under- 
stehn  dörffen,  gefunden,  kehrt  sie  gantz  trauwrig  wider  heim 
zu:  deren  begegnet  ongefehr  Giasseraen,  welcher,  als  er  die 
Puppen  in  der  Alten  Hand  ersehen,  mercket  bald,  daß  solche 
von  Feristeni  Weib,  der  Ginlla,  gemacht  worden,  deß  er  [284] 

tö  dann  über  die  maß  erfreuwt  wird,  und  sagt  zu  der  Alten :  Mein 
Muter,  verkauffen  ir  diß  von  Rosen  gemacht  Kind  lein  ?  Sie  aot- 
wort;  Ja,  aber  es  muß  zehen  Kronen  gelten.  Der  jQngling 
thut  dergleichen,   als  ob  er  sich  sehr  darab  verwundere,    and 


7  genommeD]  genommeo. 


i 

tonta  V 
7  ;»  ™ 


2  roacliet  .      .  kun^tl  la.  propria  faccia  aua  ne]  niazzoolo  con 
Tnaeatria  fij]fiir6.         5  Dieseg  .      .  versehe  ticken]  tie  farete  dono.       7  in 
die  Hend  genomnienj  zusats.       gar  .  .  .  darzu]  bi  beUo  et  dilic&to  era, 
che.  10  jargelt]  provision.  11    die  .  ,  ,  übertraffj  che   taoto  in 

cotaF  arte  valea,  15  gewar  und  innen  werde]  cononcere.  18  aafF 
daß  . . .  m^yge]  colle  cui  fatiche«  ove  le  fiisse  staio  di  mestieri,  V  honor« 
et  proviflion  sua  ai  have&se  conaervata.  19  lang  .  .  .  gesucht]  stiiahu 
20  Bild  lein]  mazauolo,  21  heim  äu]  verso  H  Giulistano.  23  Pup{>en] 
uiazznolo.     2fi  diB  ...  Kindlein]  quel  ma^zuolo  di  ro«e,     27  Kronen]  »cndl 


149 

spricht,  wen  sie  nicht  meiir  denn  zwo  Kronen  auC  zugeben  willens, 
wölte  er  ir  iro  viel  ein  schöners  zustellen.     Deß  was  das  alte 

»Weib  gantz  begierig,  und  sagt,  nicht  allein  ftlr  ein  schöners, 
sonder  nur  für  ein  geleiches,  wolle  sie  im  gern  fünff  Kronen 
geben.  Deß  ist  Giassemen  zufrieden,  nimpt  sie  bey  der  Hand, 
fort  sie  mit  grossen  frenden  zu  Feristeno  in  sein  Losament, 
geht  zu  im,  unnd  redt  heimlich  mit  im  also:  Sein  frölich,  denn 
ich  bring  euch  gute  neuwe  zeitung.  Von  welchen  Worten  Feri- 
stenus  geschwind  auifsteht,    wendet  sich   gegen  der  Franwen, 

10  sihet  die  Bild[285]nuO  seiner  GiuUa  in  iren  Henden,  versteht 
auch  den  pact  so  Giassemen  mit  iro  gemacht,  und  spricht:  So 
ir,  mein  Muter,  mir  ein  Körblein  mit  Rosen  bringen,  will  ich 
euch  viel  ein  schöner  Bildlein,  denn  das  euwer  ist,  formieren 
können.    Nichts  mehr  begert  das  alte  Weib,   unnd   damit  sie 

i*  sich  nicht  mehr  vor  Giulla  besorgen  müsse,  lasset  sie  ir  Kind- 
lein daselbst,  nod  geht  hin  die  Rosen  zuholen.  Hiezwiachen 
nimpt  Feristenus  dasselbig,  und  küssets  wol  tausent  mahl : 
abreibt  hieueben  an    sein  GiuUam  ein    Brieff,   in  welchem  er 

(sie,  wie  es  im  biß  auff  gegenwürtige  stund  ergangen,  bericht, 
freundlich  bittend,  sie  wolle  im  gleichfals  iren  stand  und  all 
ir  gelegenheit  zuwüssen  thun,  damit  er  mit  hilff  Giassemen, 
so  in  vom  todt  erledigt,  zu  iro  kommen  könne.  Diesen  Brieff 
stosset  er  in  ein  Rohr,  und  nach  dem  die  Alte  mit  den  Rosen 


2  ir  iro]  lic! 


S  und  sagt  .  .  .  geben]  lo  certamente,  riapoaegli»  non  due,  mk 
cinque  nii  contento  d^  isboraare,  ove  tu  non  uno  piti  bello,  ma  un  cosi 
fatto  mazKUolo  mi  faccia  barere.         6  LosamentJ  stau 2a.  7  heim- 

lich] air  orrecchie.  10  Bildnuß]  mazzEolo.  13  ßildleiii]  mazzuolo. 
formiereD  kOnneD]  farö  vedere.  15  vor  Giulla]  del  valore  di  Qiulla. 
Kindlein]  mazzuolo.  17  wol  tausent]  ben  milla  et  piu.  Id  wie  es 
.  .  .  ergiiDgenJ  la  prigiotim  sua  et  ogni  altra  cosa  inBiiio  k  quel  giorno 
ftvenutagli.  20  all   ir  gelegenheit]   del   luogo,    dove  ai   ritrovava. 

21  damit  .  .  .  kommen  könne]  percioche  age?olmenie  .  .  .  aarebbe 
andato.  23  nnd  nach  dem  .  .  .  weit]  la  vecchiarella,  che  le  rose  gli 
portMaet  ataya  aapettandoi  laquale  tantosto  che  con  quelle  fu  ä,  Feri- 
steno  ritoniata,  preaa  egli  la  canna  in  mano,  uno  tuaxzuolo  ftopra  ei 
fttttament^  acconcio»  che  1  vivo  ritratto  auo  et  della  aua  Giulla  quivi 
ai  potea  vedere;  et  con  tal  artificio  le  roae  compose,  che  di  bellezza 
quello  di  GiuUa  di  grau  lunga  avanzaya. 


150 


I 


kommen,   [286]  nimpt  er  die,   und   macht  auff  das  Rokr  ei 
flberauO   schön  Bildlein,    welchs   sein   eigene   contrafactur  gar 
scheinbar  anzeiget,  daü  man  also  beyder  Angesicht^  Feristeni 
nemlich  und  GiuOe,  zugegen  sähe,  aber  Feristeni  übertraff  mit 

A  kunat  das  ander  weit :  und  als  er  solches  dem  Weib  Qber* 
antwort,  sagt  er  zu  ir:  Liebe  Mnter,  den  versprochuen  Lohn, 
80  ir  meinem  gesellen  hierurab  verheissen,  will  ich  euch  schencken, 
nnd  beger  nichts  anders  von  euch,  denn  daß  ir  diu  Bildlein 
dem  Meister,  welcher  das,    so  ir  mit  euch  här  gebracht,  und 

lü  darumb  ir  zehen  krönen  gefordert,  gemacht  hat,  weisen  wollen, 
mit  vermeldung,  er  solle  wüssen,  daß  noch  Leut  in  diser  Statt  i 
zufinden,  die  viel  schönere  Bildlein  auff  dise  art,  denn  aber  CTf  fl 
machen  können.  Solchs  zethun  verspricht  das  Weib,  nimpt" 
Urlaub  von  Feristeuo,  sagt  im  bewiesener  freundscbafft  dienst- 

ifr  lieh  danck,  zeucht  gantz  frölich  heim,  [287]  geht  zu  der  Jung-  ■ 
frauwen,  nnnd  spricht:    Da  schauwen  jetz  Jungfraw,    ob  ich 
oder  ir  schöner  Docken  machen  können,    GiuUa  erkennet  von    . 
stund  an  das  werck  ires  lieben  Manns,  wird  hiervon,  als  einem  f 
gewüssen  zeichen  seines  lebens,  in  ir  selbs  gantz  frölich,  und 

2M  antwortet  der  Alten:  Ich  kan  fürwar  nit  leugnen,  dati  euwer 
Docken  viel  schöner,  denn  die  so  ich  euch  gegeben,  seye. 
Wenn  ir  aber  mir  biß  morgen  mehr  Rosen  geben  wollen,  so 
verheiG  ich  euch  ein  gar  viel  schönere,  denn  dise  ist,  zu  machen. 
Das  alte  Weib,  so  in  alle  weg  der  Juugfrauwen  grosse  kunst 

aö  zuerfahren  begert,  nimpt  das  für  bekant  an,  leßt  iro  die  Docken, 
und  geht  also,  weil  es  zimlich  späht,  von  ir.  Als  Qiulla  jetz 
allein  was,  hept  sie,  wegen  grosser  freud  irea  Manns  halb  ent- 
pfangen,  den  sie  noch  in  leben  sein  wol  sähe,  inniglich  an 
zuweinen,   rfifft  von  stundan  Achel  irer  Gespielen,    umbfahet 

so  sie,  und  spricht :  [288]  Fröuwe  dich  mit  mir,  denn  Gott  will 


I 


S  andere]  altro  pa^amento.  diß  Bildlein]  i1  mazzuoh  c'  hora  io 
vi  dono.  9  80  .  ,  .  gebracht!  ^asatz.  12  Bild  lein]  mazzuolL  muff 
.  .  ,  er]  del  suo.  13  nimpt  Urlaub]  gnaat«.  KJ  ob  .  .  .  können]  »e 
aneo  to  ho  saputo  uno  massoolu  piu  hello  del  voätro  fare.  17  Docken] 
mazzuol.  25  nimpt  .  .  .  an]  zuaatz.  Docken)  mazzuol.  27  ires 
.  .  .  salio]  del  yiyo  marito,  29  nmhfahet  sie]  havendoU  strettamailif 
abbracciaU.        30  will]  ha  eominciato. 


I 


151 


unaer  Gebett  erhören*  Zeigt  hiemit  aa,  wie  sie  wüßte  daß  Feri- 
stenos  noch  in  leben,  weiset,  ihren  auch  die  Docken  von  Rosen 
gemacht,  so  er  iro  bey  der  Alten  geschickt.  Nicht  wol  müglich 
ist  auszusprechen,  was  grosser  freud  Äcbel  Ton  dieser  geschieht 
ft  bekommen :  welche ,  nach  dem  sie  die  Docken  in  die  Hend 
genommen^  und  auff  einem  Rohr  stehn  gesehen,  lugt  sie  darein, 
findet  den  Brieff  so  Feristenus  geschrieben,  unnd  gibt  in  der 
Giolla.  Als  sie  nun  dieses  schreiben  mit  fleiß  gelesen,  und 
alles  das,  so  Feristeno    biGher  begegnet,    hieneben  auch    sein 

10  willen  und  begeren,  gnugsam  verstanden,  sitzet  sie  nider,  und 
berichtet  in  geschrifftlich  hinwiderumb  alles  deß,  so  sich  hier 
zwischen  mit  iro  zugetragen :  steckt  demnach  diesen  Brieff  auch 
in  ein  klein  Röhrlein,  wie  Feristenus  be[289]fohlen,  und  er- 
wartet mit  grossem  verlangen  deC  künfftigen  tags.    Am  morgen 

lÄ  früe  kompt  die  Alte  mit  den  Rosen ,  die  werden  von  Oiulla 
mit  freuden  entp  fangen,  und  darauli  ein  Bildlein  auff  das  Rohr, 
in  welchem  der  Brieff  verborgen,  der  massen  schön  unnd  kunst- 
reich gemacht,  daß  es  Feristeni  umb  gar  viel  übertraff.  Dieses 
gäbe  sie  der  alten  Frau  wen,    welche  sich  dann  über  die  maß 

30  darab  verwundert,  und  deßhalb  widerumb  vorgehörte  gedancken 
bekommen.  Damit  aber  der  König  solche  geschickligkeit  der 
Jungfrauwen,  zu  grossem  irem  schaden,  nicht  erfare,  nimpt  sie 
die  Docken,  so  Giulla  gemacht,  sampt  einem  Körblein  voll 
Rosen,  geht  zu  Feristeno,  gibts  im,  unnd  sagt:  Sühn,  die  weil 


I 


2  Docken]  tnazzuolo.  6  Eohr|   canna   forata.  7   tmnd  .  .  * 

Giulla]  il  che  havendo  k  Giülla  ditoostrato,  della  caima  la  trasae. 
10  willen  und  begeren]  aniroo.  sitzet  .  .  .  zugetragen]  Oude  venuta  ä 
Gialla  T  occasione  di  pofcere  il  marito  dello  stato  auo  nella  guiaa  da 
lui  dimostrataglt  accertare,  subitamente  in  una  leterina  ogai  sno  aveni- 
mento  raccontogli  et  il  luoga,  ov'  elia  Hi  ritrovava,  gli  fe  k  Bapere, 
IS  Wohlen]  fatto.  H  Am  morgen  Irüe]  delqiiale  tantosto  che  V  alba 
cominci6  ad  apparire.  16  ßildlein]  mazzuolo.  20  und  deßhalb  .  ,  . 
erfare]  onde  entrata  nell'  ißtaasa  sospitione,  in  che  pnma  cadata  eru, 
che  U  Be,  ove  il  valore  di  Giulla  in  cotal'  arte  gli  foase  palese»  non 
r  have«fte  della  provision  Bua'ä  priirare.  23   Docken]    maszuolo. 

24  gibts  im]  perch^  egli  uno  piu  hello  n*  hayesse  k  fare,  gli  portd; 
ei  alla  preaensa  di  lui  arrivata»  et  il  maszuolo  et  le  rose  presen- 
tategli. 


152 

ich  siehe,  daß  die  Docken  so  ich  dir  jetzund  bring,  deine  so 
du  zuvor  gemacht,  weit  übertrifft,  hab  ich  dieee  Ro^en  da- 
[290  [romb  mit  mir  gebracht,  daG  du  (wo  müglich)  ein  schönere 
machest,  auff  daß  der  ander  Meistor  dein  kunst  erkenne,  und 

6  dir  den  preiß  geben  müsse.  Der  Jüngling  erzeigt  sich  willig, 
nimpt  die  Docken,  so  er  wol  kennet,  von  der  Alten,  heitt  sie 
aufFden  abendt  wider  kommen,  mid  die  ander,  so  er  hierzwiechen 
nach  irem  begeren  zurichten  wolle,  abholen.  So  bald  aber  die 
Alte  zu  der  Thür  auli  kommen,  und  Öiassemen  und  Feristenus 

10  allein  bey  einandern  waren,  zeucht  er  den  Brieff  aaß  dem  Kohr, 
und  findet  darinn,  wie  es  mit  Giulla  geschaffen,  und  wo  sie  ir 
Wohnung  habe,  gantz  ordenlich  verzeichnet,  macht  demnach 
auß  den  Rosen  ein  so  zierliche  Docken,  daG  sich  voriger  keine 
diser  vergleichen  mocbt,   und    gibt   die    nachmals    der  Alten: 

iÄ  welche,  weil  sie  genugsam  sähe,  daß  ein  schönere  zn  machen 
unmüglich,  laut  sie  all  tr  gehebte  sorg  falten,  und  geht  gantas 
wol  zu  friden  heim.  Feristenus,  [291]  so  dißmals  von  seiner 
Giülla  gute  Zeitung  vernommen,  ist  sehr  frölich  und  wol  zu- 
mut,  und  dieweil  er  wol  mercket,  daß  ir  liebe  gegen  im  bißher 

•.•I»  nit  abgenommen,  gedenckt  er  sie  wider  zubekommen,  und  bittiH 
deßhalb  gantz  ernstlich  seinen  Giassemen,  im  in  diser  sach  hilif 
und  raht  mitzutheilen.  Giassemen  gibt  antwort,  und  spricht: 
Herr  wüsseu,  daß  nit  weit  von  dem  orht,  da  sich  euwer  Giulla 
haltet,  ein  gewaltiger,  grosser  und  schöner  palast  ist,  so  einem 

siö  kauffmann  zusteudig :  dieweil  aber  der  Kauffmann  dem  Konig 
viel  schuldig,  wirt  diser  Palast  offenlich  verkaufft  werden.    So 


17  heim]  pankt  fehlt 


1  Docken]  maKsualo.       deine  .  .  .  QbertriH't]  d'  artiücio  et  di  bel- 
lezza  il  tuo  avansa.         3  wo  müglich]  zusatz.      schönere]  piu  pohU>. 

4  dein  kunst  .  .  .  müsse]  coaoäco  il  valor  tuo  del  ano  esser  maggiore. 

5  Der  .  .  .  willig]  lequai  parole  bavendo  Feiisteno  olla  vecchiarelU 
dimoatruto  esäergti  flommamente  grate.  6  Docken]  rasuLsuolo.  B  uacJt 
ireiu  begeren]  xuäatz>  8o  bald  .  .  .  waren]  Ond'  ella  proiia  lice&ia* 
et  da  lui  partitaei,  quivi  eolo  con  Giassemen  1o  lasciö:  et  tantosto  oh* 
ella  hebbe  il  piede  fuori  deir  uscio«  13  EosenJ  rose,  che  la  veochla-J 
rella  portale  gli  bavea.  Docken J  miizzuolo.  14  nacbmab]  la  sera^J 
16  gute]  2Uäat%.  19  daß  .  .  .  abgenommen]  qusinto  ei  teneraioeati 
da  lei  ainato  fusse,  21  liilff  . . ,  mitzutbeilen]  aitare,  24  gewultig^  ,.. 
Bcküaer]  grande  et  bellissimo.    26  oä'etiEcb]  publicatnente  per  lo  fisooi  j 


I 

I 
I 


ir  nun  gemeldten  Palast  katiÜen,  verhotite  ich,  unser  fflrneinmeu 
8olte  ein  glückseligen  auL^gang  gewannen,  Dlser  rabt  jiefiele 
Feristeno  «ehr  wol,  sagt  zu  Giaasemen,  er  solle  disen  Palast 
ümb  kein  Gelt  dahinden  lassen.  Giassenien  entpfahet  vom  Vatter 
Feristeni  Gelt,  geht  zu  den  Iläthen  de(>  Königs,  zeiget  au,  wie 
er  sampt  einem  [292]  Gesellen  von  leren  Landen .  ein  lange 
ateit  in  derselben  Sfett  zu  wohnen,  kommen  seye,  kauftet  inen 
den  Palast  ab,  lasset  den  gantz  herrlich  und  köstlich  zurichten, 
unnd  also  ziehen  sie  beid  ohne  verzug  darein,  Demnach  macht 
Giassemen,  mit  k rafft  seiner  Ruten,  einen  Gang  biß  in  das 
Gemach  da  GiuUa  wonet,  dahin  sie  dann  beid  in  aller  stille 
kommen.  Hie  findet  Feristenus  seine  liebe  GiuUam^  von  langem 
fasten  unnd  betten  müd,  auff  einem  Bett  ligen,  sich  mit  einem 
en  schlaff  zuerquicken :  legt  sich  derhalb  zu  ir,  unibfahet 
und  hebt  vor  grosser  und  unaussprechlicher  freud  an  zu 
weinen.  Von  welchem  die  Jungfrauw  erwachet,  und  ob  sie 
gleich  iren  geliebten  vor  Augen  siebet,  vermeint  sie  doch  nicht 
anders,  denn  wie  ir  nur  träume,  und  sagt  nichts.  Ais  er  sie 
aber  hertzlich  zu  im  truckt,  und  zu  reden  anfieng,  [293]  er- 
kennet sie  wol,  daß  es  kein  Traum,  sonder  ir  lieber  Mann 
was;  unnd  als  sie  verstanden,  wie  er  mit  Giassemen  hinein 
kommen,  brachte  es  iro  merckliche  freud  unnd  trost  Nacli 
dem  sie  nun  in  süssem  gesprech  ein  Zeitlang  daselbst  verharret, 
gehn  sie  mit  sampt  Achel,  die  ab  dieser  unversehenlinhen  gt3- 
schicht  nit  kleine  freud  entpfangen,  durch  die  gemacht  straß, 
in  den  neuwlich  erkaufften  Palast,  und  nach  dem  sie  ein  gute 
weil  sich  darinn  erlustigt,  kehrt  sich  Feristenus  zu  Giassemen, 


1  verhöffte  .  .  .  gewünnen]  agevolmente  ci  potreLbe  il  peDsier  nostro 
nuBCire.  4  Giassemen  .  .  ,  ab]  Onde  havendo  incontanente  rgU  ßiito 
di  es^ere  uno  mercatante  fonutiero,  k  conaierlieri  tiel  aij^nore  si  avi6; 
et  fatto  loro  interjdereT  che  di  luntana  paete  con  uno  auo  com|>ag'nu 
l>er  quivi  lönfcamente  dimomre  eni  venuto,  co'  danuri,  cbtf  dal  padr« 
di  FenBt4?no  ricevette,  quello  comperö  12  seine  liebe  Giuflam]  la 

moglie  Bua  15  und  bebt  .  .  .  weinen]  di  doJcesza  dirottamentc  lagri* 
wiando.  19  erkennet  ,  .  .  wa»]  ei  fece,  che  accorgendo«  ella.  che  '1 
Buo  sogno  non  era,  i\  marito  conobbe.  22  brachte   .  .  .    trosi)  non 

si  puo  dire  c^uatito  coosolata  rimage.  24  dieser  .  .  .  geschieht)  cotal' 
accldente,  25  nit  kleine  freud  entpfangen j  era   Jieta  oUra  mistira, 

27  »ich  erlustigt]  diniorati. 


sjtrechende:  Mich  bedunckL  allerliebster  Giassemen,  dieweiT 
Gott  also  gefallen ,    daß  ich    durch  dein  hilft"  und   raht  meia ' 
leben  erhalten,  demnach  auch  die,  so  ich  gantz  hertzlich  und 
trungeulich  begert,   wider   in  meinen  gewalt  bekommen^   uod 
b  wir  unser  begeren  nach  allem   wünsch  (Gott   sey  gelobt)  ver*  J 
richtet  haben,  es  were  von  nöten,  [294]  wir  zagen«    den  zor^^ 
und  grosse  tyranney  rieß  Königs  zuvermeiden^  mit  Giulia  and 
Achel  von  hinnen,   und    suchten    uns   ein   ander    und  sichei 
orht,  da  wir  in  aller  stille  unser  leben  fridlich  hinbringen  ui 

10  erhalten  könnten.    Dem  antwort   Giassemen   also:   Dise  soi 
mein  Herr,  laßt  an  mich,  denn  ich   schon  langest  nachgedeo- 
ckeus,  was  uns  in  diser  sach  zethun  sein  werde,   gehept:  ich 
weis  auch,  mein  anschlag  und  ftlroemmen  wirt  nach  meinem 
begären  seinen  Fortgang  haben.    Von  solchen  Worten  wirt  Fej 

16  stenus  geschweigt,  und  übergibt   hiemit  Giassemen  alle  sorg 
derselbig  geht  den  andern  tag,  damit  er  sich  am  König  rechen' 
möge,  zu  Hoff,  und  begert  KönigL  May,  anzureden.    Nach  dem 
er  nun  audientz  bekommen,  und  mit  dem  König  als  ein  frömb- 
der  Kauffmann  von  mancherley  Sachen  geredt,  ladet  er  in  deu 

sü  andern  tag  in  seinen  erkaufi^ten  Palast,  mit  im  ein  Malzeit  zu- 
nemmen:   und  nach   dem  [295]   er  solchs  bey  dem  König  er*] 
halten,  und  Urlaub  genommen,  geht  er  mit  sonderbaren  freuA 
heim,   sagt  Feristeno  und  Giulia    was   er  zu  Hoff   Terrichtet, 
und  wie  sie  sich  den  künfi'tigen  tag  tragen  und  halten  sollen. 

3&  Als  nun  die  bestimpte  zeit  herzu  geruckt ,  kompt  der  König 
allein  mit  einem  Jüngling  in  den  Palast,  und  als  er  die  Treppen 
auftsteigeu  will,  geht  im  Giassemen  entgegen,   und  entpfah«t 


re« 

m- 

ich 

em     j 

leaV 


2  mein  leben  erhalten]  zusatz.  3  gants  ,  ,  trungenticb] 
mente*  5  Gott  aey  gelobt]  znsatx.  6  den  aorn  .  .  EtSniga]  V  em|iit(f| 
de\  crudel  tirauno.  9  hinbringen  und  erhalten]  passare.  13  meial 
.  .  ,  haben]  che  della  diliberatione  mia  compiutam^nte  sodigfatto  ^ut)&^  | 
rete.         15  ^eschweigt]  acketatosi.  lö  tag]  mattina.         am  KOni^j 

rechen J   ri^idaraente  il  miafatto   de!  Re    vendicare,  17  und  begert 

,  .  -  anzuredöDJ  zusatz.         18  frömbder]  novello.       19  den  andern  U^}1 
per  lo  seguente  giomo.        20  mit  .  .  ,  Kunemmen]   zasats.  22  mit» 

sonderbaren  fri'uden]  colla  mag^ior  letitia  del  mondo.         2S  waa 
verrichtet]  zuaatx.     24  und  wie  .  .  .  «ollen]  tutto  cid.  che  nel  seguenfal^ 
gioruQ  haveimo  k  fare,        26  JQngling]  ragasj&etto^         Palant]  oortilc 


155 


in  mit  grosser  reverentz.    So  bald  aber  der  König  io  den  Saal 

kompt,  in  welchem  Feristenue  und  Uiiilla  bey  einander  waren, 

sihet  er  beyde  jungen  Ehleut  gegen  im  gehn,  die  Hend  küssend, 

und  in,  wie  sie  von  Giassemen  underwiesen  worden,    mit  ge- 

fr  bürender  reverentz   grüssend.    Der    König ,    weil    er  dise   zwo 

personen  zu  kennen  vermeint,   erstaunet  gantz  und  gar,    und 

sagt  zu  sich  selbs:  Ist  dises  nit  mein  weib,  und  Feristenus  ir 

voriger  Mann,  welchen  ich  in  das  Meer  werften  lassen,  so  be- 

^      triegen  mich  [296]  all  meine  sinn.    Giassemen,  als  ob  er  kein 

10  achtung  hierauff  gebe,  sagt:  Gnedigster  Herr,  ich  bitt  sagen 

uns,  was  hapt  ir  doch  für  gedancken  ?  Der  König  ist  begierig 

zu  erfahren ,    ob   doch   seine  gedancken  war  weren ,  und  ant- 

\      wort:   Mir  ist  gleich  jetz  etwas  in  sinn  gefallen,  darumb  ich 

I      wider  umbkehren  muß :  ir  aber  sollen  mein  die  weil  hie  harren, 

16  denn  ich  will  bald  widerumb  bey  euch  sein:  geht  hiemit  eileadts 

von  inen*    Giassemen   gedachte  wol ,    es   wurde  der  König  in 

Giulistanum  gehn,  zu  sehen  ob  er  sein  Giullam  da  funde,  be- 

vilhet  derhalb  von  stundan,   daß   sie   ire  ersten  Kleider  wider 

\      anlege,  und  führt  sie  durch  die  gemachte  straß  in  ir  Wohnung, 

ao  Als  nun   der  König   bald  darnach    kommen,    und    Giullam    da 

fanden,  ist  kaum  zusagen  wie  er  sich  verwundert:  und  als  er 

ein  wenig  bej  ir  geblieben,  geht  er  widerumb,  gantz  erstau- 

[297] net  und  rait  grosser   Verwunderung,    zum  Palast  Giasse- 

^  mens,  zu  erfahren  ob  die  zwey,   so  er  vor  gesehen,  noch  da- 

Afaelbst  sein  werden.    Es  was  GiuUa  vor  dem  König  schon  wider 

kommen,  und  hat  ire  ersten  Kleider  angethan,  darzu  mit  den 

Edelgesteinen,  so  iro  von  dem  König,  wie  obgemelt,  geschenckt, 

sehr  köstlichen  sich  geziert,  und  geht  sampt  Feristeno  im  Saal 

dem  König  entgegen.    So   bald   der  König  das  ersehen,   ver- 


l  grosser]  debita.  3  beyde  jungen  Ehleut]  i  giovanetti.  7  Ist 
.  ,  .  sinn)  Caatei  nel  vero  k  me  pare,  che  la  moglie  iiiiasia:  et  quegli 
non  puo  e>tB€re,  che  FeristeTici  piitno  marito  di  lei  hob  sia,  ilquaF  io 
nel  mare  feci  gittare,  et,  ove  cid  non  aia,  io  veramente  mi  debbo 
lognare.  10  Gnedigster  Herr]  Sire.  14  »ölten  .  .  .  harren]  fra  tanto 
di  qui  tion  vi  partirete  22  ein  wenig   .  ,  ,   gebliehen]   con  lei  ai 

bebl>e  ulquanto  tratenuto.  24  m  erfahren  .  .  .  werden]  di  vederc 

du  nuoTO  i  giovanetti,  che  gia  vedati   havea.  27   wie  obgemettj 

zusaU* 


156 


wundert  er  sich  viel  mehr  dean  zuvor,  iusouderheit  dieweil 
üiulla  mit  diesen  Edelgesfceinen  geschmacket  was,  kehret  sich 
dot^lialb  gegen  Giassenien »  wer  diese  zwey  junge  seyen,  fra- 
gende»   Herr,   antwort  dieser,    der  iat  mein  Gesell,    uml  ein 

r.  Knuffmann,  wie  auch  ich  einer  bin,  die  aber  ist  sein  Weib. 
Der  König  walte  sich  von  dieser  antwort  nicht  ersettigen  lassen« 
sondern  bittet  die  Jungfrau w  gaotz  freund[298]iiGh,  sie  wolle 
im  die  Edclgestein,  so  sie  am  Halß  hat  hangen,  ein  wenig 
leihen,  verspricht  iro  dieselbigen  bald  wider  zu  bringen :  denn 

1(1  er  gedacht  mit  in  Ginhstanum  zugehn ,  und  sie  gegen  denen, 
die  er  Oiulla,  so  bald  sie  zu  Hoff  kommen,  geschenckt,  zube- 
sehen. GiuUft  erzeigt  sich  willig,  und  sagt:  Aller  giiedigster 
Herr,  mich  beduiickt,  es  stünde  mir  nit  wol  oder  rümlicfa  au, 
so  ich  als  ein  Weibsbild    vor  euwer    Mt.    die   Edelgestein   ab 

16  meinem  Hals  thete:  daruiub  will  ich  da  in  die  kammern  gehu, 
sie  abziehen,  unnd  euch  von  stundan  bringen:    und    nit  allein     y 
diu,  sondern  wo  ir  etwas  weiters  von  unserm  Haab  und  Gotfcfl 
hegeren,  wollen  wir  das  alles  von  gantzem  hertzen  in  euweren     " 
gewalt  übergeben  haben.    Welche  wort  dem  König  nit  geringen 

2«»  sohmertzen  gebracht,  weil  er  ir  stimm  gar  eigentlich  erkanati 
aufF  welche  er  denn  letztlich  hievor,  als  er  bey  iro  in  irem 
Ge[299]mach  was,  sonderlich  achtung  geben:  sagt  derhalb  zu 
sich  selbs;  Was  mag  ich  doch  mit  disen  Edelgesteinen,  ob  da« 
mein  Weib  sey  oder  nit,    für  ein  gewüsser  zeichen    oder  ge-'fl 

10  Giulistiiuuin]  gedruckt  Giuletanam.     LI  Oiulla]  gedruckt  QqUU.  , 

l  insonrlerheit]  auBata.     6  Der  König  .  .  ,  lasseB]  di  cotal  ris|>CkftU] 
punto  il  KS  non  si  eenÜ  «adigfatto.     8  ein  wenig]  zusatz.    9  bald]  tal 
breTiBsimo  spatio.        denn  er  .  ,  .  zubesehen]  percioch*  ei  intendea  dij 
fiirne  fare  con  alcuni  de*  auoi  gioielli,  ch*  ej^li  nel  Giulistftno  si  rit 
vava,  prvragone;  di  ^|uei  volendo  dire,  ch*  ej^li  alla  giovanetta  havea  < 
principio  preaentati,      12  Aller  gnedigater  Herr]  Sire.      13  es  atünde  -. 
an]  a  me  pare,  cbe  gran  verj^op^na  mi  apportarebbe*     U  iüs  ein  Weib 
bild]  zuaatz.       vor  euwer  Mt.]  alla  preaenza  vosira.       16  und  nit  . 
baben]  et  voi  ad  ogni  piacer  Fostro  di  quelli  et  deUii  restaute  faculti 
iioatra   ancora ,    quäle    di    tutto    cuore    vi    offerimo ,    potrete   disporr&j 
19  Welche  .  .  .  geben]  Lequai  parole  udite  c'  hebbe  il  Re,  per  ha?« 
anco  poco  prima  la  voce  di  Giulla  nella  camera,  dov'  ^g\i  seoo 
nato  bavea,  aitentomeDte  udita.  turbaLo  oltre  tniiuni.       23  ob  .  .  .  astH 
di  cüfiteL        24  gewüsaer  ,  .  .  gemerck]  maggtor  oertesia. 


I 


I 

r 


merck  zu  wegen  bringen,  denn  ich  oboe  das  schon  hab?  Hör 
und  sihe  ich  sie  nit  reden  ?  darumb  bedunckt  mich  besser  und 
gewlisser  sein,  ich  gehe  eilendts  widerumb  in  ir  kammern,  zu 
sehen  ob  ich  sie  daselbst  finde.  Nimpt  hiemit  Giassemen  auft* 
ein  orht.  sagt  er  mflsse  eilendts  etlicher  geschefften  halb  wider 
zu  Hoff,  geht  in  die  Kammern  zur  Jungfrauwen,  die  ihre  Edel- 
gestein  ab  dem  Hals  thun  weit,  sagt  er  bedorffte  der  Edelge- 
steinen  auff  diL^mahl  nichts,  sondern  sie  solten  seiner  da  warten, 
er  wölte  bald  wider  bey  ihnen  sein,  unnd  hiemit  hiuift  er,  als 
ein  unsinniger  Mensch,  dem  Giulistano  zu.  Das  befilhet  Gias- 
semen auch  der  Giulla.  durch  die  gewohnte  straü  znthun;  die 
was  [300]  auch,  ehe  der  König  käme*  allbereit  dort,  und  wie 
sravor  bekleidet.  Der  König,  als  er  sie  in  der  Kleydung,  darzu 
kein  Geschmuck  am  Halß  habend,  wie  er  sie  denn  vorhin  ver- 
lassen, findet,  fi^gt  er,  warumb  sie  sich  nicht  mit  den  Edel- 
gesteinen,  so  er  iro  verehret,  zierete.  Sie  an t wort,  unnd  spricht: 
Geedigster  Herr;  die  Edelgesteiir,  so  ir  mir  geschenckt  haben, 
dammb  ich  euch  underthenigst  danck  sage,  darff  ich  vor  ver- 
scheiDung  der  viertzig  tagen,  die  ich  von  euch  erlangt  hab, 
nicht  tragen,  hab  sie  aber  bili  anhero  in  diesem  Kistlein  be- 
halten: nimpt  hiemit  ein  klein  Kistlpin,  und  zeiget  sie  im. 
Aber  lieber  sagen  mir,  Gnedigster  Herr,  sagt  sie  weiter,  wa- 
ramb  fragen  ir  mich  deChalb  ?  Der  König,  dem  jetz  der  arg- 
wöhn vergangen,  unnd  so  die  Jungfrauw  sehr  lieb  hat,  sagt 
iro  alles  was  sich  verlotten  ,  bestetigt  auch  mit  einem  [301] 
achwur,  je  mehr  er  sie  anschauwe,  je  mehr  in  beduncke,  daß 
sie  deß  jungen  Kauffmanns  Weib,  so  in  Öiassemens  Haub  wonete, 


l  Hör  .     .  reden]  veggendo  et  udendo  lei  k  ragionare.    2  dam  ml)] 
ma.        und  gewQBaerJ  zasatz.  3   zu  sehen  .     .  finde]  che  in  eotal 

grusa  maggior  certezza  io  ne  potr6  havere.  5  er  müasa  »  »  .  nicht«] 
che  volendo  di  noovo  per  un  auo  bisogno  in  freita  alla  »tanza  ritornare, 
alla  giovanelta,  che  neila  camera  per  trarsi  i  gioielli  entrata  era,  fac^^se 
intendere,  che  per  alhora  altrimenti  non  gli  li  portaeae.  9  als  .  .  . 
Mensch]  senza  piu  dirgli  parola,  a  guiaa  quasi  di  furioso.  15  wa- 

mmb  . . .  zierete]  qnal  fusae  la  cagione,  ch'  ella  con  quei  non  si  ador* 
naya.  17   Gnedigster   Herr]   Sire.  18    darurab  .  -  ,  sage]  inerce 

TOitra.  darff  ich  nicht  tragen]  &  nie  si  disdice  di  portare,  21  nimpt] 
aprendo.  23  dem  .  .  .  vergangen]  Üquale  era  quasi  che  nacito  di 

sOBpetto.        24  sagt]  per  ordine  raccontö. 


158 


gleich  sehe.  Nach  diesen  reden,  damit  er  ja  ein  ungezweiffelt 
zeichen  hette,  nimpt  er  sie  bey  der  Hand,  thut  als  ob  er  sie 
hertzen  oder  umbfahen  wolle,  trucket  iro  den  rechten  Arm  so 
starck,  dali    er   blauw   und  gelb  wird,  scheidet  demnach  von 

&  ir,  und  geht  eilendta  dem  Pahisi  Giassemens  zn.  Giulla  aber, 
wegen  dieses  Zeichens  gantz  forchtsam«  kompt  durch  die  beiui* 
lieh  siraß  yiel  ehe,  denn  der  König,  dahin,  weiset  irem  Mann 
und  Giasaemen  den  Arm,  und  zeigt  gantz  betrübt  an,  was  der 
König  mit  iro  geredt  habe.    Giassemen  aber,  so  nicht  nur  in 

10  einer  kunst  Meister  was,  sagt:  Frauw,  zweiffeit  nit*  sonder  sein 
frölich,  diu  getruckte  Anniaal  will  ich  euch  bald  vertreibeß, 
und  der  andern  Haut  wi[302Jder  gleich  gemachet  haben.  Geht  ■ 
hiemit  in  Garten,  nimpt  etwas  Krauts,  mit  welchem  als  er  der  ■ 
Jungfrau  wen  Arm  ein  wenig  gerieben,  vergeht  das  Ammal,  so 

ib  ir  der  König  auü  grossem  list  getruckt,  sauber  hinweg,  und 
wirt  die  Haut  wider  schön  unnd  weiß,  wie  sie  zuvor  gewesen. 
Als  nun  Qiulla  dieser  sorg  entladen,  legt  sie  ire  anderen  Kleider 
wider  an,  ziert  sich,  wie  zuvor,  mit  den  Edelgesteinen «  geht 
mit  irem  Mann  unnd  Giassemen  dem  König  entgegen :  welcher 

2(1  nach  dem  er  von  ihnen  freund t  lieh  gegrüsset  und  entp fangen, 
sich  gegen  Giulla  wendt,  unnd  sagt ;  Ich  bitt  euch,  aller  schönste 
junge  Frauw,  doch  mit  ertaubnuÜ  euwers  manns,  ihr  wollen 
mir,  vor  dem  wir  zu  Tisch  sitzen,  diß  wolgefallen  thun,  und 
mich,  auif  daB  ich  auli  einem  grossen  zweififel  unnd  argwöhn 

5^  erlöüt  werde,  euweren  rechten  Arm  sehen  lassen.  Solches  in- 
thun  [803]  ist  Giulla  willig:  als  er  aber  kein  Mahlzeichea 
niergendt  gesehen ,  ist  er  frölich  unnd    wo)  zu  frieden  ^    keins 


I 


H  Am  mal]  siel 


^  hertzen  oder  lunbfaben]  accare^xare,  4  daß  .  .  .  wird]  che  U 
i'arne  Uvida  et  nera  le  feoe.  8  zeigt  .  .  .  an]  tutta  dolorosa  per  or- 
ditie  loro  mccontö-  10  sonder  sein  frölicb]    »usata,  1 1  diO 

huhi'nj  c'  hör  hora  io  vi  fard    la  carne   livida   nel   priniiero    auo 
ritoroare.  13  etwas  Krauts]    una  certa  herba.        mit  welchem 

gewenen]  collaquale  tantosto  ch'  egh  tocc6  iL  lividore,  ehe  alla  i^iovM 
Detta  aatutamente  il  Re  fatto  havea,  la  carne  bella  et  morbida  le  ri^ 
luase.  17  dieser  sorg  entladen]  allegra  oltre  misura.  18  wie  zuvor]] 
%UBat7..  20  nach  dein  .  .  .  entp fangen]   poscia  obe  con  lieta  faccis 

heblie  la  salutationi  ricevute.        24  »weilfei  unnd  argwöhn]  dubbio. 


tm 


daß   es  sein  Weib  sey,   vermeinend,   sa^   ilir  deß  ge- 
leigten  willens  danck,  setzet  sich  gegen  ir  über  zu  Tische  unnd 
bat»  wie  er  ire«  Leibs  mechtig  werden  mdchte,  nachgedenckens. 
Nach  dem  die  Maalzeit  vollendet,   vertreibt   man   die  zeit  mit 
!  •  lieblichem  gesang  und  Seitenspiel.    Unnd  wiewol  hierzwiscben 
i      von  mancherley   Sachen   geredt   ward,   läge   doch   dem  König 
stets  die  schöne  Frauw  im  sinn,  unnd  gedacht  sein  fürnemnien 
in  das  Werck  zu  bringen,  sagt  derhalb  letatlich ,   daß  er  sein 
leben  lang  frölichern  unnd  glückseligem  tag  nye  gehept,  unnd 
10  gab  hierbey  zuversteh n,  dab  inie  ir  kundtschafft  sehr  angenem, 
unnd  wo  es  ihnen  nicht  zuwider,  wolte  er  otll;  solche  ir  lieb- 
liche gesellschaö't  besuchen,    [304]  Giassemen  mercket  wol,  zu 
was  end  vom  König  diese  wort  (nemlich,  dali  er  gern  doppelte 
^Kfreud  gehept  bette)  geredt  worden,  unnd  sagt:  Sehr  angenem, 
BPÖnedigster  Herr,  were  uns,  wenn  ihr  unser  Personen  so  würdig 
Beheizten,  daß  ihr  mit  euwer  Königlichen  gegenwürtigkeit  unser 
Gesellschafft  offtmals  zierten,  denn  uns  nichts  angenemera  wider- 
fahren mochte,  hiemit  underthenigst  bittend,  Königliche  Maye- 
stetht  wolle  uns   in    gnaden  jederzeit  bevolhen  haben.    Dieser 
|P  erbietung  bedanckt  sich  der  König  zum  höchsten^  nimpt  gantz 
frölich  von  inen  Urlaub,  zeucht  seinem  Palast  zil    So  bald  es 
aber  morgen  tag  worden,  gehet  er  in  seinen  Garten  spatzieren, 
ob  er  irgend  der  jungen  Frau  wen  gewar  möchte  werden,   die 
siebet  er   im  Palast    bey    den  zweyen    Jünglingen    stehn,   und 
26  gab  iro  mit  stätigem  anschau  wen  und  an[3U5]der€n  geberden 
mancherley  zeichen  der  liebe.    Solches  triebe  er  wol  sieben  t^ 
nach  einander,  käme  auch  hiezwischen  offt    mit  inen  zuessen, 


3  wie  er  .  .  .  möchte]  in  qn&l  gaiga  la  pot'esse  rapire.  5  Seiten- 
liel]  auoni.  ü  läge  .  .  .  brinpren]  Ä  ßne  che  qiianto  di  fare  iiitetidoa 
lon  gr  andaase  fallito.  9  frölichern  unnd  glückaeügern]  piu  felice. 
tO  knndtflchatit]  di[i]megtichezs^a.  IS  nemlich  .  .  hette]  percioche 
doppiamente  lo  volea  achernire*  14  Sekr  ,  .  .  bevolhen  haben]  Ca- 

rissimo  ci  sera  sempre,  Sira,  et  &  grau  gratla  ci  liputaremo,  ae  spesae 
fiate  vi  degnarete  colla  real  presenxa  vostra  di  honorarci,  et  di  ciö 
BupplicbeTolmente  ve  ne  pregbiamo.  19  Dieser  erbietiing]  dellequai 

parole.  21  So  bald  .  ,  .  liebe]  Ne  tantot>to  V  alba  del  seguente  giorno 
comiaciÖ  ad  apparire,  ch'  egti  per  guatare  la  giovaneita  nel  auo  giar- 
dino  entraio.  ilqaale  ä  pie  de!  patagio  de*  giovani  ai  ritrovava,  veden- 
dola  la  comineiö  a  vagheggiare. 


160 


und  sucht  alle  mittel  unnd  weg,  wie  er  GitiUam  efcwaii  allein 
linden  intVchte,  Dieweil  iiaii  Giassemen  im  fürgeDommen  hat  M 
den  König  nach  seinem  verdienst  rechtgeschaöen  zu  tribulieren,  " 
legt  er  mit  Feristeno  an,  sie  wallen  auff  folgenden  tag  an  einem 

f<  orht  deb  Palasts  den  König  die  Giiillam  allein  finden  lassen^ 
damit  sie  in  lieblichen  gesprechen  ine  nur  vexier  und  aufl halte. 
Solches  wirdt  auch  von  ir  gantz  wol  verrichtet:  denn  als  der 
König  den  andern  tag  mit  den  Jünglingen  das  Mittagmahl  xa- 
niessen  kommen,   findet    er  Oiullam   allein   in  einem  Gemach^ 

m  und  zeigt  iro  mit  viel  Worten  sein  einbrünstige  liebe  ao^  sie 
gantss  freundtlich  bittend ,  dieselbige  ime  auch  mitzutheilen. 
Zu  dem  sagt  sie:  Gnedigster  Herr,  [3061  *s'^»wer  thun  und  lassen, 
weis,  Wandel  unnd  geberd,  haben  mich  dermassen  in  liebe  gegen 
euch  entzündet,    data  ich  nichtB  auiT  Erden  wüßte  euch  abzu- 

j 6  schlagen:  weil  aber  mein  Mann,   auch  Giassemen  sein  Gesell, 
vorhanden,  kan  ich    diL^nials  kein    gelegenheit   ersehen,    nicht 
allein  euwern ,   sondern   auch   meinen    wiUen  mit  euch   xuvol- 
hringen.    Dieweil  sie  aber  mit  ihrer  Kauffmanschatz  in  kurtzer  M 
zeit  auÜ  der  Statt  verreisen  werden,  wollen  wir  verziehen,  und 

uo  dieweil  gedult  tragen,  so  bald  sie  denn  auö'  der  Straß,  kan  ich 
mit  mehrer  Sicherheit  meines  lebens,  darzn  mit  grösserer  euwerer 
freud  unnd  lust,  euch  zuwillen  werden.  Solche  antwort  gefiel 
dem  König  überauO  wol,  küsset  iro  die  Hend,  und  scheidet 
mit  grossen  freuden  von  ir.    Als  Giulla  irem  Mann  unnd  Giasse- 

26  men  allen  handel,  zwischen  iro  und  dem  König  verloifen ,  er- 
zellet ,  ist  kaum  [307]  müglich  zu  sagen ,  was  grosser  freud 
sie  dieses  schertzens  halb  entpfangen.  Dieweil  sie  aber  sahen, 
daß  der  König  über  die  maß  gegen  Giulla  in  liebe  brann,  unnd 
sie  in  bib  anhero  genugsam  umbgetrieben  und  geäffet  hatten. 


I 


3  den  Kdm'g  .     .  tribulieren  |    di  complutaineiite   il  Re    schemim, 
6  damit  ,  ,  ,  auffhalte]    ilquale  in  dolci  ragionanienti  havesse   in  Oj 
itiajiiera  a  iratenere.       Ö  in  einem  üemachj  in  uua  parte  del  palagio, 
12  Gnedigater   Herrl   Sire.  euwer   ,  .  .   geberd]    le  mauierc  vaatwu 

15  Hein  Gesell]  zusatz.  19  wollen  .  .  ßtrab]  staremo  ad  aspettare, 
che  Bi  pongano  in  camino.  22  freud  uimd  lust]  contento.  23  die 
Hendj  una  mann.  25  allen  .  .  .  verlogen]  V  hiatoria  tutta.  27 
acherUenB]  1a  l^efta  della  giovanetta  al  Ee  fatta.  29  uoibgelrii 

uad  geäÖ'efc]  Hcbemito. 


rereinbaren  sie    sich,  damit   ihnen  von   ihm    nicht   etwan  ein 
grosse  gefahr  begegne,  ohne  Verzug  hinweg   zu  ziehen.     Deü- 
halb  geht  Giassemeu   noch   denselbigen  abendi  späht   an   das 
Meer,  findet  ein  Christen  Schiö;  welches  die  andere  nacht  hin- 
u  weg  fahren  wolte,  vereinbaret  sich  mit  dem  Patronen  det  Schilis, 
unnd  was  inen  lieb  unnd  anff  die  Reiß  notwendig,  machen  sie 
alles   zusammen.    Denn    anderen    morgen    früe   gehn   sie   zum 
König,  zeigen  an,  wie  sie  willens,  wegen  ihrer  Handthierung 
inn  Indiam  zuschiffen,  nnnd  weil  die  junge  Frauw,  zu  verwa- 
is rung  ihres  Palasts,  inn  der  Statt  [308]  verbleiben  werde,  seye 
^mir  dienstlich  bitt,  er  wölte  ime  die  befohlen  sein  lassen.     Das  ■ 
Vwas  dem  König  die  gröste  frend,    verheisset  inen  gantz  weit-r^ 
leuffig,  wegen  grosser  liebe  unnd  freund tschalfl  ime  bewiesen, 
die  junge  Frau  wen,    iren  Palast,    und   alle  Güter  so  inen  zn- 
tft  steodig^  nit  anders  denn  seine  eignen  zu  verwahren»    Die  Jüng- 
ling sagen  dem  König  danck ,   und    nach  dem    sie  Urlaub  ge- 
nommen, scheiden  sie  von  im,   rüsten  alles  auff  die  reiß,  und 
gehn  den  andern  tag  mit  Giulla  und  Ächel,  als  es  späht  worden, 
zum  Schiff,  unnd  kommen,  weil  sie  glücklichen  Wind  hatk*n, 
'j»ö  in    wenig    stunden    sehr   weit    von    deü  Tyrannen    Statt.    Der 
König  steht  am  morgen  früe  auff,  und  als  er  vei-nommen,  daß 
das  Schiff  schon  hiuweg  gefahren,  vermeint  er  mit  der  Jung- 
frauwen    sein   freud  und  wollust  zuhaben,    geht  von    stundan 
irem  Palast  zu,  unnd  als  er  in  Hoff  kommen,   aber  niemands 
2b  gese[309]hen ,    geht    er    die    Stiegen    auff,    kompt    in    Saal , 
den   findet   er   aller  Zier    beraubet   sein,   siebet   auch    keinen 
einigen   Menschen,  darzu  erblicket  er  das  Loch,  so  Giassemen 
gemacht  hat,   und   geht  halb  verzweiffeit  hinein,    kompt  also 
in  das  Gemach ,  welches    er  GinUa  verordnet,    und  findet  den 


5  dem]  de.        7  Denn]  dcl 


1    damit  .  .  .  begegne)  per  fuggire   alcano   inganno,    chß  alle  lor 
peraone    harrebbe   il    tiraiiuo   potuto    preparare.  ö    liebi|    zu  »atz. 

8  wegen  ihrer  Händlhierung]  con  aicune  loro  mercatantie.  10  seye 
,  .  ,  lassen]  molto  gli  raccommaDdaiono.  13  grosser  .  .  ,  freandt- 

schafft]    le    molte    cortesie.  14    wnd    alle    .  .  .    aiustendig)    zuBai/. 

20  sehr  weit]  molti  niiglia.  25  gesehen]  äentendo.  2B  den  hndei 
.  .  .  beraubet  sein]  laqtiäle  ritrovando  insietite  coli'  altre  atanxe  liitte 
spogliata. 


0  i  ftf  f  er«  öO  hne. 


11 


II 

1 

I 


Oasen  betrug  im  von  den  Jtlnglingen  widerfahren.  Von  sol- 
cheni  gehlingen  schmertzen  und  kummer,  auch  grausamen  zorn, 
fallet  er  io  ein  schwere  krancklieit,  und  stirbt  in  zweyen  tagen 
darnach  ellendiglicli,  also  daß  nieniandt  die  ursach  seines  toJ« 
wii(>te.  Die  weil  er  aber  keine  anderen  Kinder  rerlassen,  denn 
die  Tochter  so  inn  der  GefengnnÜ  lag,  unnd  die  Räht  lang 
von  einem  neuwen  König  rahtschlagten ,  werden  sie  letstlich 
eine,  die  Tochter  deß  abgestorbnen  Ti rannen ,  sampt  setnesi 
Bruders  Sohn,  (von  welchen  fnervor  gehört)  auß  der  Gefangen- 

>  schatil  zunemmen,  iren  [310]  angefangnen  Heurath  zu  volziehen» 
und  in    zu  einem  Konig  zu  erklären.    Das   wirdt   auch    ohoe^ 
Verzug  in  das  werck  gebracht,    und  die  Hochzeit   mit  Kc 
lichem  pracht   gehalten.     Nicht  lang   steht  es  an,   der  neuwe 
König  wirdt  von    seinem   Weib   berichtet,    wie    sie   durch  das 

!»  embsige  und  fleissig  Gebett  der  GiuUa  auß  der  gefangenschaflft 
in  solche  herrligkcit  kommen:  derhalb  gibt  der  König  Ordnung» 
daü  man  ohn  allen  verzug  die  zwen  Jüngling,  mit  sampt  GiuUa 
und  Achel,  wider  in  die  Statt  berütFe,  damit  er  inen  für  solche 
gufcthat    wider    etwas   freund tschafft   erzeigen   könne.      Wiewol 

ü  nun  dai5  bescliehen,   und    sie  genugsam  verstanden,    was   sich^^ 
mit  dem  Tyrannen  unnd  sonst  verloifen,  wolten  sie  doch  siebV 
in  die  Statt  niclit  wagen.     Da  schicket  der  neuwe  König  inen 
seinen  Ambassiatorn,  der   sie  versichert,    und  für   gewüG  alle 
freundtscliafft  ihnen  ver[311]heisset,  mit  dem  kommen  sie  widei 

^  zu  Land.    Als  nun  GiuUa  dem  König  die  gantze  Historia  voi 
anfang  biB  zum  end  erzellet,  sagt  er  dem  höchsten  Gott  groaaan; 


2  grausamen]  gruQBame.        25  von]  vn. 

1  betrug]  beffa.        Von  .  .  .  wußte)  da  sabito  dolore  et  da  aote 
cbia  rabbia   soprapreso,   nello   spiitio  dl  due  giorni,    tiecssa   aapersi  da] 
iiktiiio  la  cagione.  misenuiiente  se  ne  mori.        8  sampt  .  .  ,  erkiäi«D| 
et  quelUi  al  cugino  suo  delF  ucciso  fratello  figliuolo  maritare,  fac«n^ 
dolo  del  regno  succeseore.       12  mit  Kdnigli ehern  pracht]  solennement 
14  wie  sie  ,  ,  ,  kommen]   com*  egli  per  1e  orationi  et  voto  da  leifAlUi| 
in  tanto  regno  era  succeduto.  et  che  ci6   era  per  lo  ricordo  du  Giidli 
datole  üvenuto.  18  damit  .  .  .  könne]   percioche   per  la  grandeuxi 

del  rtcevQto   beneficio   intendea   di   alcun    degno    nconipen&o    lor  du 
28  »einen  Ambassiatorn]  euoi  ambasciadorL       und  f ür  .  .  .  verheiaseif 
zuBatz.        25  zu  Land)  al  novello  Ke. 


J 


163 

danck,  will  auch  dem  gelübd  seiner  Frauwen  gnug  thun,  unnd 
werden  also  beyde  Christen:  deßgleichen  thond  auch,  wegen 
deß  grossen  wunderzeichens ,  seine  Räht,  unnd  wirdt  also  in 
knrtzer  zeit  das  gantze  Volck  zu  Statt  unnd  Land  bekehrt  und 

ö  getenfft.  Dieweil  aber  Giassemen  ein  ursach  was,  daß  der  König 
in  so  ein  hohen  Staht  kommen,  will  er  auch,  daß  er  Achel, 
Qiulla  getreu we  Gespiel,  zu  einem  Weib  neme:  und  winlt 
auflF  das  ein  gewaltig  unnd  grosse  Fest  außgerüflPb,  welches 
denn  von   viel  Volck   auß  allen  umbligenden   Landen   besucht 

10  ward.       Nach     Vollendung    desselbigen ,    machet    der    König 

Feristeuum    unnd    Giassemen    zu   grossen  [312]   Herren,   und 

lebten  all   drey   sampt  iren   Weibern    sehr    Christlichen,   und 

sagten  Gott  entpfangener  gut- 

that  halb  ohne  underlaß 

16  lob  und  danck. 

So n tag.    7. 

Beramus  der  Keyser  hat  jetz  gantz  und  gar  sein  vorige 
gesundtheit  wider  bekommen,  als  der  sechste  Geschichterzeller 
sein  Historia  zu  end  gebracht,  bevilhet  derhalb  seinem  Hoft- 
20  meister,  daß  auff  den  andern,  nemlich  auif  den  Sonntag,  jeder- 
man  in  den  siebenden  Palast  zuziehen  sich  gerüst  mache,  und 
in  gantz  Gold,  wie  denn  gemeldter  Palast  auch  geziert  was, 
sich  bekleide.  Als  diu  seine  Fürsten  und  Herrn  vernommen, 
sein  sie  dem   gebott  gehorsam.    So  bald    sich  nun  der  ander 

8  grosse]  sie! 

1  unnd  werden  .  .  .  Christen]  alla  fede  di  Christo  con  lei  subita- 
mente  se  ne  venne.  2  wegen  .  .  .  wunderzeichensj  per  lo  miracolo, 
che  veduto  haveano.  4  das  ^^antze  .  .  .  getenfft]  tutti  i  popoli  delle 
cittä  et  paesi  di  lui  si  battezzarono.  5  Dieweil  .  .  .  neme]  Et  no- 

vellamente  celebrate  le  sponsalitie  all*  uso  della  chiesa  Romana,  volle 
anco,  che  Giassemen,  che  di  si  alto  suo  grado  era  stato  cagione,  havesse 
Achel,  fidelissima  compagna   di  GiuUa,   ad   isposare.  8  gewaltig] 

solenne,  welches  .  .  .  ward  |  quivi  di  luntani  paesi  ogn*  ono  concorse. 
11  grossen  Herren]  di  gran   tesoro  padroni.  12  all  .  .  .   Weibern] 

egli  in:)ieme  colla  moglie.  16  Sontag.  7.]  zosatz.  17  Beramus  der 
Keyser]  Behramo.  18  Geschichterzeller]  novellatore.  19  Historia] 
novella.  20  auff  den  andern  .  .  .  Sonntag]  la  seguente  mattina  della 
Dominica  per  tempo.        23  FQrsten  und  Herrn]  baroni.        24  So  bald 

11* 


164 


tag  erzeigt,  steht  dt'r  Keyser  auff.  sitzet  zu  Pfertl  (denn  erJ 
weil  er  aller  dingen  wider  gesmid  worden^  der  Senffle  nichli 
mehr  be[3l3]dorfft)  kompt  in  der  dritten  stund  deö  tags  in 
den  siebenden  Piilast,  steigt  ab  dem  Pferd,  geht  der  Juog- 
firawen,  so  da  was,  eDtgegen ,  nimpt  sie  bey  der  Hand,  und 
nach  dem  er  in  gantz  lieblichem  gesprech  ein  gute  zeit  bey 
ir  verharret,  darzu  mit  sehr  köstlichen  und  zarten  Speisen  sicb^ 
erquicket  hat,  heisset  er  im  auch  den  siebenden  und  letstenS 
Neuwenzeiter,  sein  geschieht  fürzubringen,  berttflfen.     Diser^  ao 

f  nicht  weit  ?om  Keyser  was,  und  sein  willen  verstanden,  fahefcj 
sein  Geschieht,    nach  gethaner   unnd   pflichtiger  ehrerbietung^ 
mit  solchen   worten  an:   Die   andern   Geschichterzeller.   Groß 
raechtigster  Keyser ,   haben  euch  erzellet  und  angezeigt, 
andern  Leuten    zugestanden    und    begegnet   ist;    ich    aber  will 

•  dargpgen,  was  mir  selbs  widerfahren,  anzeigen. 

In  meinem  Vatterland,  welches  Chimns  genennet,  hat  es 
den  gebrauch,  daü  man  die  Kinder,  [314]  neben  andern  togen- 
den  und  ktlnsten,  auch  die  Mnsicam,  oder  die  ktinst  zu  singen 
zu  lehren  pflegt,  also  daB  gar  wenig  funden  werden,  so  di 

f  kunst  unerfahren  :  viel  aber  deren,  so  hierin  gar  ffirtreffenlich 
und  berfimpt  sein.  Wiewol  ich  nun  eines  Armen  Manns  8ohn, 
liesse  er  doch  sich  sein  Armut  nicht  dauren,    damit  ich  auch 


enM 
idei^ 


.  .  .  Pferd]   et  egU  anco   havendosi  quel  ^orao  griin   loaravigUa  dalibj 
rli  tutti  gV  accidenti  avf^nati  per  la  crudele  et  empia  senteti/.a   che 
tiero  tiranno  a  Fenst«iio  diede^  conie  prima  V  albii  del  Beqiietitt'  ^iornoj 
comindö  ad  apparire,  montato  a  cavallo  ,  .  , 

7  sehr  .  .  .  zarten]  dilicatissioai.     B  siebe aden  und]  tusatz.     9  N«a-| 
wenaeiter]  novellatore.        geschieht]   novella.  10  willen]  ordine 

voler.  1*2  Geschichterzeller]  novellatori.       Großmechtijister  Ke3r8er]' 

Sire.  13  haben  .  .  ,    begegnet  ist]   pens'  io,  che   v*  habbiano   tutti 

nelle  novelle  loro  gV  altrui  accidenti  raccontati.         16  Chinius)  ChiiDa.J 
hat  es  .  .  -  berümpt  Bein]  oltre  V  altre  vivtü,  che  gV  huomini  k  hgliuolii 
BOgHono  far  apparare,    rari  sono  quellt,   i  quali    colla   musica  insieme 
quelle  non  facciano  a^compagnare:  onde  ^  che  moUi  in  tale  profesHione 
eccellenti  quivi  si  ritraovano,  22  lieBse  -  .  .  übertraftT  volontieri  le 

fatiche  aue  apeader  »olea  per  fanni  ä  ^V  altri  giovanetti  deir  etÄ  mii 
nelle  virtü  vguale,  nel  teiii]io  della  fanciallez^a  »i  fattamente  ae  studül 
(lella  muRica   m*  affaÜcai«    ehr*   di    orran  lunga  i    rompagni    nnei  tut 
avanzavo. 


165 


f  i» 


r 


itJ  lügenden  unod  küosten,  gleich  ander  Leuten  Kindern  meines 
alters,  etwas  ergrieffe  und  lehrnete,  und  hielte  mich  so  fleissig 
zu  dieser  kunst,  daü  ich  meines  gleichen  jugendt  und  alle  meine 
Gesellen  hierin  weit  übertraff.  Ich  sähe  auch ,  daß  in  dieser 
Statt  das  Lau t«n schlagen  in  grosser  ach tung  unnd  rühm  was, 
begab  mich  derhalb  auch  zu  solcher  kunst  mit  allem  öeiÜ  uand 
ernst :  unnd  dieweil  ich  hierin  in  kurtzer  zeit  dermassen  zuge- 
nommen,  daß  ich  auch  teglich  guten  nutz  unnd  gewinn  dar- 
[3 15]  von  bekam,  ward  ich  je  lenger  je  Instiger,  also  daß  ich 
in  kurtzer  frist  meniglich  in  der  gantzen  Statt  übertreffen  thet: 
dardurch  ich  denn  viel  Schuler,  nicht  allein  auß  dieser,  sondern 
auch  andern  umbiigenden  Stetten,  so  diese  kunst  zulehren  be- 
gerten.  Überkam,  unnd  hiemit  gar  viel  Gelte  gewan.  Auff  ein 
zeit  kompt  in  unser  Statt  ein  alter  Kauffmann,  und  filhrt  mit 
sich  ein  junge  Tochter,  die  im  Lautenacli lagen  su  gantz  kunst- 
reich, daß  man  ihres  gleichen  in  der  gantzen  Welt  nicht  zu- 
sein vermeint  Diß  geschrey,  als  es  in  der  gantzen  Statt  laut- 
precht  worden,  kompt  auch  filr  den  Herren  der  Statt,  welcher 
ein  grosser  liebhaber  der  Musica  nnd  aller  freyen  künsten  was, 
deßhalb  beschickt  er  den  alten  Kauffmann-,  unnd  als  er  von  ihm, 
was  man  von  der  Jungfrauw  gesagt,  war  sein  verstanden,  bittet 
er  in  freund[316]lich,  er  wolle  sie  für  sein  gegen würtigkeit 
führen.  Der  Kauffmann  antwort  dem  Herren,  er  habe  diese 
Tochter,  wegen  sonderbarer  ilirer  tegendt  und  kunst,  an  Kinds- 
statt angenommen,  die  habe  auch  keuschheit  ir  lebenlang  zu 
halten  gelopt,  unnd  seye  mit  vier  auff  sie  beatelten  Megten 
in  einer  Kammern,  denn  sie  nicht  außgebn  wolle,  damit  sie 
irem  gebett   und  anderen   fcugenden   den   gantzen    tag  obligen 


5  in  .  .  .  rühm]  molto  prezzato.  6  begab  .  .  ,  ernst]  in  quello 

ogni  mio  spirito  ponendo.  8  guten  .  .  .  gewinn]  profitto  maggiore. 

9  ward  .  .  .  lustiger]  zuBatz.  10  meniglich  .  .  .  Statt]  tutti  gli  altri, 
11  dardurch  .  .  .  gewan]  et  cotal  virtu  ä  molti  della  cittä  mia  ineeg- 
nanda,  et  ad  altri  anco,  che  dalle  vicine  cifctä  venivano  ä  me  per 
appararla,  gran  quantita  di  danan  solevo  guadagnare.  17  lautprecht] 
Bparsa,  18  Herren  der  Statt]  signore.  19  ein  grosser  ,  .  künsten] 
della  musica  grandemente  dilettandosi.  20  als  er  .  .  .  verstanden] 

delle  coüflitioni  delta  giovanefctfl.  dalle  parole  di  lui  accertatoai  24  wegen 
.  .  ,  kunat]  per  le  rare  oonditioni,  ch'  erano  in  lei.  26   unnd    seye 

.  .  .  Kammern]  in  itna  camera  la   facea  da  quattro   fantesche   servire. 


166 

könne:  bittet  derbalb  gantx  undertheiiitp^  den  Herren,  wo  es  im 
nicbt  beschwerlich,  wölte  er  ihm  die  gnad  beweisen,  und  lu 
iro  in  ir  Wohnung  komnien,  so  wurde  er  gaotz  komblich  alles 
das,  so  er  begerte,  sehen  und    hören.     Als   nun  der  Herr  ver-  , 

ö  nomraen,  dab  man  schwerlich  die  Jungfraw  auii  dem  Haaü  zu  ■ 
im  führen  kunte,  nimpt  er  im  für^  auff  die  nacht  ^    allein  mit 
einem  seiner  Edelleuten  beleitet,  zu  deÜ  Kauffraanus  Herbeig 
zu  gehn:  unnd  als  sie  in  der  [317]  Jungfrauw  Kanmiern  kom- 
men,  und  der  Herr  ir  schaue  gestalt,  auch  Adeliche  zuchi  andj 

10  geberd  gesehen,  wirdt  er  von  stundan  in  liebe  gegen  iro  ent 
zündet,  und  bittet  sie  freundlich,    sie  wolle  in  ir  kunst  hören! 
lassen.    Sie  nimpt  also  bald  die  Lauten  in  die  Hend,  hept  aOj 
so  überauß  lieblich  zu  schlagen,  daß  der  Herr  sich  gegen  de 
Kauffniann  wendet,  und  bek*?unen  mußt,    daß  er  seine  tac(  lal 

fr»  solcher  kunst  keinen  Menschen  gehört,  der  bey  weitem  diesem 
Jungfrauwen  hette  vergleichet  mögen  werden :   bittet   hiemit,] 
sie  wolle  noch  mehr  schlagen.    Sie  gantz  gehorsam,   nimpt  voal 
stund  an  die  Laoten  wider  in  die  Hend,  unnd  schlecht  ein  gute 
weil  80  sehr  künstlich  und  wol,  daß  sie  der  Herr,  eh  er  hin 

»0  weg  scheidet,    wegen  irer    kunst    unnd    sonderbaren  thugendt 
sehr  lieb  gewau,    schencket  ir  ein  köstlich  schön  Edelgesteiu,  ™ 
sagt   iro    und    dem    Kauilraann    bewiesener    freund[318|ligkeitB 
danck,  unnd  geht  wider  zu  Hoff.     Die  kunst  deß  Lautensch lagen» 
diser  Jungfrauwen  was  jetz  allbereit  in  der  gantzen  Statt  menig- 

ja  lichera  bewtlüt,    dardurch  ich  mein  Nammen    und  lob,    so  ich 
zuvor  dieser  kunst   halben   gehept,   verloren,  und    ward  von 
meinen  Schulern,    von  denen  ich  vormals  grossen  genieß  hat^l 
allerdingen  verlassen,  daher  ich  denn  grossen  schaden  entpfieng.! 


I  wo  68  .  .  .  h5r«n]   che  disiando  le  virtü   di  lei  adire  gli  facenftJ 
^ratia^  ove  k  lui  piacciuto  fuseet  di  gire  sino  allasua  staiiza:  perciocfa 
ivi  r  ecceüente  virtii  deUa  giovane  coti  gran  contento  di  lei  et  k  be)r| 
agio  Huo  potrebbe  udire.        5  daß  nmn]  la  cagioae,  perche.        7  He 
berg]  caea.        9  schöne  .  ,  ,  geberdj  bellesjia  et  honesta.  15  die 

Jungfrauwen]  alla  eccellenza  della  giovane.  17  gant«  gehorsam]  tuiti 
ubidiente  et  presta.  19  künstlich  und  wol]  dolcemente.  20  kund 
•  ,  .  thugendt]  virtü.  26  und  ward  .  ,  .  itu  frieden J  da  »eolari  ancon 
fni  abbandonato;  di  ehe  doloroso  oltre  uiijura  per  havere  la  molU 
utilita  perduta,  che  con  tale  industria  ne  acqtiistavo. 


167 

Derbalb  ganiz  iraorig  uand  übel  zu  frieden,  geh  ich  eines  tags 
in  die  Herberg  deG  Eauffmanns,  zeig  im  an,  wie  er  mit  der 
Jnngfrauwen  zokonfft  in  diese  Statt  mir  unwiderbringlichen 
schaden  zufCLge,   und  hatte   in,   die  weil  er  ein  ursach  meines 

ft  Verderbens ,  wölte  mich  doch  zum  wenigsten  die  Jungfrauw 
sehen  und  schlagen  hören  lassen.  Also  (dieweil  ich  eines  hohen 
Alters)  geht  er  mit  mir  in  der  Jungfrauwen  Kammern,  und 
erfClllet  hierin  mein  willen  und  [319]  begeren.  Nach  dem  ich 
aber  gesehen,  daU   sie  mit  sonderbarer  schöne  begäbet,   mach 

10  ich  bald  bey  mir  selbs  diese  rechnung,  sie  werde  ohn  zweiffei 
auch  mich  unnd  all  ander  in  der  kunst  ieü  Lautenschlagens 
weit  übertreffen.  Derwegen  bitt  ich  sie  gantz  freundtlich,  da- 
mit ich  doch  solchs  erfahren  möge,  sie  wolle  die  Lauten  in 
die  Hend  nemmen,    und    mich    ir  grosse  kunst  hören  lassen. 

16  Sie  gantz  geneigt,  hept  an  ein  so  liebliche  Melodey  zuschlagen, 
daü  ich  nit  glaub,  daß  in  aller  Welt  ein  Mensch  ir  in  dieser 
kunst  gleich  gefunden  werde.  Hierdurch  warde  ich  dermasseu 
bew^t,  daß  ich  sie  unnd  den  Kauffmann  zum  underthenigsten 
bath,  sie  wölten  mich,  weil  ich  nun  alt,  zu  einem  Diener  an- 

20  nemmen ,  denn  ich  alles ,  so  einem  frommen  und  getreuweu 
Diener  gebürte,  wegen  fürtreffenlicher  Kunst  der  Jungfrauwen, 
mit  gantzem  fleiß  [320]  vernchten,  unnd  mich  dermassen  halten 
wölte,  daß  sie  mit  mir  wol  zu  frieden  sein  wurden.  Ich  wird 
von  inen  erhört,  und  zu  der  Jungfrauwen  Kammern,  was  von 

36  nöten  zuverrichten,  geordnet :   understeh    also  mit  meinen  ge- 


2  Herberg]  stanza.      zeig  im  ao,  wie  er  .  .  .  ]  et  con  esso  abboc- 
catomi,  fecigli  il  grave  danno  conoscere,   che  ...  4  dieweil  .  .  . 

Verderbens]  poscia  che  in  si  doloroso  stato  per  cagione  di  lei  mi 
ritrovavo.  5  die  Jungfrauw  .  .  .  lassen]  farmi  la  virtu  di  lei  udire. 
6  Also  .  .  .  begeren]  Entrato  egli  dalla  giovane  et  fattole  il  disiderio 
mio  palese,  per  ritrovarmi  hogimai  in  etä  grave,  agevolmente  mi  lascio 
entrare  ad  ascoltarla.  11  in  der  kunst  deß  Lautenschlagens]  nella 

virtu.  17  Hierdurch  .  .  .  bewegt]  onde  di  tanta  eccellenza  fieramente 
innamoratomi.  20  denn  ich  .  .  .  wurden]  percio  che  io  per  le  rare 
conditioni  della  giovane  fidele  et  assiduo  servitio  non  mancarei  di  lor 
prestare.  24  zu  der  .  .  .  zuverrichten]  k  bisogni  della  camera  della 
giovane.  25  understeh  .  .  .  zuerlangen]  isforzandomi  continuamente 
colla  prontezza  della  servitu  mia  la  gratia  di  lei  di  acquistarmi. 


168 

neigten  und  willigen  (Hensten,  so  viel  mir  müglich,  der  Jung- 
fmuwen  gunst  zuerlangen:  ich  siehe  auch  in  wenig  tagen,  daß 
sie  mich,  als  wenn  ich  ir  eigner  Vatter  were,  liebet  unnd  ehret 
Durch  diese  mein  angeneme   dienstbarkeit    hat    ich  mein  ent- 

&  pfangenen  achaden  bald  vergessen,  führt  ein  stiü  inind  rüwig 
leben  bey  der  Jungfrauwen  in  irer  Kammer,  unnd  so  offt  sie 
die  Lauten  in  die  Hand  name,  sähe  ich  wol,  daß  sie  all  wegen 
schwere  seufftzen  ließ:  gedachte  derhalben,  es  wurde  vielleicht 
grosse    und   heiraliche    liebe    darhinder   verborgen    Itgeu,    und 

10  nimb  mir  für,  sie  zu  gelegner  zeit  zu  fragen.  Nach  ver- 
scheinung  dreyer  [321]  Monat  hat  ich  zu  fragen  genügsame 
gelegenheit  überkommen,  denn  sie  redt  mit  mir  von  viel  und 
mancherley  sachen,  insonderheit  von  wunderbaren  zufahleo  der 
Natur,  auch  von  unbestendigkeit  deli  glucks,  wie  an  viel  Men 

tft  sehen  zusehen.  Äuff  das  sagt  ich :  Liebe  Jungfrauw,  ich  bitt 
freundtlich,  wollen  mir  doch,  ist  es  euch  nit  zuwider,  die  ur- 
sach  der  grossen  und  schweren  seufftzen,  so  ich  teglich  von 
euch  sihe,  anzeigen.  Denn  dieweil  ich  meine  tag,  die  ich  zu 
hohem  Alter,  wie  ir  seheui  gebracht,  viel  erfahren,  könte  ich 

w  euch  vielleicht,  euweren  Kummer  zu  miltern  ,  raht  und  liilff 
mittheilen.  Wo  aber  diese  mein  frag  (die  keiner  anderen  ge- 
stalt  beschichte  denn  auß  grosser  dienstbarkeit  und  gebürlicher 
liebe,  so  ich  wegen  euwer  tugendt  zu  euch  trag)  euch  etwas 
frävel  oder  unzimlich    sein  bedaucht,   bitt  ich    zum  underthe- 

a&  nigsten,  mir  solches  zu  verzeihen.  So  [322]  bald  ich  aber  mein 
red  vollendet,  hept  sie  an  zu  weinen,  und  sagt:  Nach  dem  ir, 
lieber  Vatter,  in  unseren  dienst  angenommen  worden,  hab  ich 
offtmals  durch  viel  zeichen  war  genommen,  daß  ihr  mich  hertz- 
lich lieb  haben ,   als  wenn  ich   euwer  eigen  Kind  were ,    und 

10  hieneben  alle  euwere  gescheSFt  mit   trew   und  ernst  versehen, 


I 


I 


5  Btill  annd  rüwig]  tranquill a  et  feliee,  9  grosse  und  beimlioh«! 
zusatv.,  10  '/M  gele^er  zeit]  uii  giorno.  12  von  viel  ,  .  »  zusehen] 
di  varii  amdenfci  della natura  et  dell'  infelice  atatü  de  mortali,  16  wdUen 
.  »  ,  zuwider]  non  vi  fie  grave  di.  18  sihe]  aeuto.  19  wie  ir 
suaatz.  20  euweren  .  .  .  miitbeilen]  qualche  rimedio  al  dolor  vottro 
ritrovare.  22  grosaer  .  .  ,  liebe]  inotta  riverenxii.  23  etwa«  .  .  , 

unziiulicbj  audace.        30  hieneben  .  .  .  versehen]  in  qualunque  co«a  ci 
havete  Üdele  et  diligente  opera  preBiata. 


ilioh^ffl 
sehen]  1 
prdUeoJ 
BoheEtfl 


1«9 

darumb  will  kh  die  tirsach  meiner  offt  außgegoßnen  seiifftzeii 
euch  jetz  zuwiissen  thuii,  doch  mit  dem  gedingt  daÜ  ir  solches 
keinem  Menschen  offenbaren,  sonder  bey  euch  behalten,  onnd 
wo  müglich,    meinem    grossen   knmmer  etwas    müterung  und 

t  trost  suchen  wollen.  So  wüssen  nun ,  als  ich  noch  ein  jung 
Kind  was,  und  in  der  Wiegen  lag,  daß  mir  (aber  viel  zu  tnle) 
mein  Vatter  und  Mater  gestorben.  Es  hat  aber  mein  Vatter 
ein  Bruder,  der  name  mich  zu  im»  und  erhielte  mich,  biB  <la(i 
ich  das  alter  der   zehen  jaren   erlangt  hat.    Dieweil   ich  aber 

10  selbi[323Jger  zeit  in  der  Musica  (zu  welcher  ich  sehr  grossen 
lust  hat)  alle  andern  meines  Alters  weit  übertraff,  ward  ich 
von  meinem  schendtlichen  und  unbarmhertzigen  Vettern  einem 
reichen  Kauffmann  verkaufft,  derselbige  fürte  mich  fünif  jar 
lang  in  der  Welt  hin  und  wider  für  Fürsten  und  Herren,  und 

i6gewan,  wegen  meiner  kunst,  gar  viel  Gelt  mit  min  Es  be- 
gibt sich  auff  ein  zeit,  daß  er  mit  seiner  Kauffmann  seh  atz  in 
ein  weitgelegen  Land  korapt,  und  als  viel  grosse  Herrn  da- 
selbst mein  kunst  gehört,  er  auch  viel  Gelt  deßhalb  autfgeliept, 
kompt  sollichs  auch  dem  Forsten  derselbigen  Statt  zuwüssen, 

ao  welcher  ein  sonderbare  liebe  zu  solchen  künsten  trug ,  und 
bathe  meinen  Herrn,  er  solte  mich  von  stundan  zu  im  führen. 
Als  ich  nun  für  ihn  käme ,  unnd  vor  im  die  Lauten  schlug, 
mercket  ich  wol,  daß  der  Fürst  ab  meiner  kunet  grossen  lust 
und  wolgefallen   hat    Als    ich  a[324]ber   Urlaub   von    im  ge- 


1  offt  aaßgegoOiien]  zusatz.  2  doch  .  .  .  behalten]  1a  quäle  per- 
cioche  4  nitmo  altro  io  voglio  che  paleae  sia,  voi  caramente  prego,  che 
«ecreta  V  babbiate  k  teuere.  4  milterung  und  trost]  rimedio,  5  So 
wQflfieD  .  .  .  verkauft]  Havete  donque  k  sapere,  chöt  send'  io  di  et&  di 
dieci  anni  nel  govemo  d^  uno  reo  et  malvagio  loio  zio  —  che  »ino 
quBiido  io  ero  nelle  faecie  involta,  il  padre  et  madre  mi  raorirono  — 
percio  che  molio  della  musica  mi  dilettavo  et  per  V  et&  mia  niun'  altro 
era,  che  in  cotal  arte  mi  avanzasse,  fni  da  Itii  ad  uno  ricco  tiiercatante 
venduta.  14  für  Fürsten  und  Herren]    facendomi  da  molti  aignori 

udire.  16  daß  er  ,  .  .  zowQBBen]  che,  sendosi  egli  in  un  luntano  paese 
alla  Corte  d*  uno  gran  prencipe  con  sue  mercatantie  aviato,  quivi  mi 
fcce  da  molti  baroni  di  lui  «entire.  i  «juali»  bavendolo  perciö  riccamente 
preaeiitato,  al  prericipe  la  virtü  mia  fecero  intendere.  20  zu  «olcben 
kQnsten]  della  muBica.  22  unnd  vor   .  .  .  schlug  |  tolto  il  liato  in 

mano  et  poitami  k  sonare.      23  luet  and  wolgefallen]  diletto.      24  AU 


170 

nommen,  und  mit  raeinem  Herren  der  Herberg  zu  gehn  wollen, 
verehret  mir  der  Fürst  ein  scböu  Edelgestein,  unnd  gibt  hier- 
neben meinem  Herrn  zuverstehii,  wenn  er  mich  im  lassen  wölte, 
solte  im  ein  groti  Gelt  für  mich  bezalt  werden.  Deß  ist  der 
Kjiutfmann  wol  zufrieden,  nimpt  das  Gelt  vom  Fürsten,  und 
zeucht  gantz  reich  wider  heim.  Der  Fürst  laßt  mich  von  stund* 
an  in  sehr  schön  und  köstliche  Kleider  bekleiden,  unnd  wirdt 
in  kurtzer  zeit  gegen  mir  in  solche  liebe  entzt&ndei,  dab  ich, , 
ob  ich    gleich  wol    nur   ein  erkauffte  Magt,   von    im    erlange 

»  konte,  was  ich  wolt-  -  Dieweil  aber  das  Glück  dem  Menschea  j 
nit  gern  lang  günstig  oder  geneigt  ist  (wie  man  denn  spriehÜ 
Gut  glück,  ist  nimmer  ohn   duck)  begibt  es   sich    eines    taga,| 
als  mich  der  Fürst  mit  im  auff  das  Gejegt  geführt,  und  eine 
Hirtzen  antrofTeiu  daß  er  mich  fraget,  wo  ich  [325]  wölte  daß ' 

^  er  den   Hirtzen  treflen  sol.    Ich  antwort:    Durch  ein  FuC  und 
Ohr.     Und  als  er  das  verrichtet,  ich  aber  wegen  dieses  schutate»! 
etliche  unbesinte  wort  lauffen  ließ,  vermeint  er,  ich  hette  zu- 
viel, und  seinen  ehren  schedlich  und  nachtheilig  geredt :  gebe« 
derbalb  ^   von  gehlingem  und  grausamem  zorn  entrüst,  seine 

>  Dierieni,  mich  aufzuziehen,  die  Hend  aufl'  den  Rücken  zu  binden, 
unnd  mich  in  einen  wilden  Wald,  nicht  weit  von  dannen  ge- 
legen, zuführen,  damit  ich  dieaelbige  nacht  ein  SpeiÜ  der  wilden 
Thieren  wurde.  Als  solches  von  den  Dienern  verrichtet,  und 
ich  also  außgezogen  und  gebmiden  in  den  Wald  geführt  *  und 

i  dem  Glück  übergeben  worden^  Ki'^iig  ich  arbeitselige  und  trau- 
rige^ in  grossem  zitteren  und  forcht  deß  Todta,  lang  hin  undH 
wider,  und  beweint  mein  eilend.    Letstlich,   als  die  Sonn  jete 


ich  .  .  .  Edelg«8tein]  Da  cui  tolta  io   lioenaa  et  di   imo   bei   gioiello 
preeentata»  col  padron  mio  alla  atanza  ne  ritomatumo. 

4  DeCi  .  .  .  Fürsten]  egli.  grau  quantiii  di  danari  da  lui  ricemti 
Uli  gli  yend^,  et  ricco  nel  paeee  auo  se  nd  ritornd.      9  erkaufte 
schiava.  11  wie  man  .  .  .  düok]  xueatz.         13  and  einen      ,  .  \ev> 

richtet]  et  ad  uoo  cervo  in  un  iol  colpo,  quäl'  io  c'  havesae  h  fare  j 
proposi,  colla  saetia  un  piede  coU*  orecchia  confitto.     17  zuviel]  tropp 
licentioBamente,        21  wilden  Wald  |  bosco.      24  in  den  Wald  gefübr 
/usatz.        25  arbeitseligej  loieera.        2S  in  großem  .  .  .  Todts]  per  Ufl 
tiniara  della  morte,  1  äquale  tutta  via  etavo  aspettando.        27  und  li«^i 
weint  mein  eilend]   ssuaatx.        aU   .    .   .    undergangen]  eul    tramontar 
del  Sole. 


171 

undergaiigen,  und  ich  ohngefehr  nahe  zu  der  [326]  gemeinen 
Landstrab  kommen,  begibt  sich,  daß  etliche  Kauffleut  durch 
diesen  Wald  der  Herberg  zu  eilen,  unnd  mein  erbärmlich  ge- 
Bchrey  im  fürreisen  hören.    Under  diesen  was  auch  jetz  unser 

6  Herr,  der  geht  meinem  heulen  nach,  findet  mich,  wird  gegen 
mir  in  barmhertzigkeit  bewegt,  löset  meine  auff  den  Rucken 
gebundene  Hend  auff,  legt  mir  seine  eignen  Kleider  an,  führt 
mich  mit  im  in  die  Herberg,  und  fragt  mich,  was  Stands  unnd 
Wesens  ich  seye,   unnd  durch  was  unfahl  ich  in  dieses  eilend 

10  kommen.  Ich  aber  wolte  nichts  weiters,  denn  daß  ich  bißher 
mit  der  Musica  mich  begangen  hette,  bekennen.  Da  verschaffet 
er,  daß  mir  ein  Lauten  gebracht  ward,  die  hub  ich  an  zu- 
schlagen, und  darein  zusingen:  das  gefiel  im  so  wol,  daß  er 
mich  an  Eindsstatt  angenommen,  und  in  allen  reisen  mitgefürt 

i»hat,  und  mich  haltet,  wie  ihr  bißher  wol  gesehen.  Die  weil 
ich  aber  [327]  mein  glückhafftigen  stand,  in  welchem  ich  bey 
meinem  Herren  gewesen,  deßgleichen  die  liebe  so  ich  gegen 
im  trag  (die  ich  denn  keins  wegs  vergessen  kan)  ohn  underlaß 
betracht,    begibt  es  sich,    so  offt  ich  die  Lauten  in  die  Hend 

2v  nimb,  die  mich  in  so  hohen  staht  unnd  grosse  ehr,  auch  meinem 
Herren  so  viel  freud  und  lust  gebracht  hat,  daß  ich  deß  weinens 
mich  kaum  enthalten  mag,  sonder  hertzlichen  seufftzen  muß. 
Nun  haben  ihr  die  ursach  meines  seufftzens  vernommen,  sagt 
sie  weiter,  so  ir  etwas  hilff  unnd  raht  mir  mittheilen  können, 

25  bitt  ich  euch  das  nicht  zu  underlassen.  Nach  dem  ich  nun 
verstanden,  wie  es  so  erbermlichen  der  armen  Jungfrauwen 
ergangen,  kont  ich  mich  deß  weinens  nicht  enthalten,  und  ver- 
hieß iren  allen    müglichen   fleiß  anzuwenden,   auch   kein  müh 


2  etliche  Kauffleut]  una  gran  compagnia  di  mercatanti.  5  meinem 
heulen]  la  misera  mia  voce.  6  löset  .  .  .  auff]  slegatami.  8  was 
. . .  kommen]  chi  ch*  io  mi  fusse  et  deir  essercitio  et  gran  disaventura 
mia.  11  Da  .  .  .  ward]  onde  fattosi  dair  hoste  uno  liuto  recare  oi 
datolomi  in  mano.  15  mich  haltet  .  .  .  gesehen]  fammi  cotal  ser- 

vitio,  quäl  tu  vedi,  prestare.  20  unnd  grosse  ehr]  zusatz.  21  freud 
und  lust]  diletto.  daß  ich  .  .  .  muß]  non  posso  far  di  meno,  che  io 
non  gitti  molti  cocenti  et  dolores!  sospiri.  24  hilff  unnd  raht]  rimedio. 
25  Nach  .  .  .  ergangen]  alle  quai  parole  havendo  la  giovane  posto  fine, 
mosso  io  pe  '1  grave  accidente  k  lei  avenuto  ä  compassione.     28  allen 


172 


noch  arbeit  zusparen,  damit  sie  ihres  hertzleids  entledig-t  werit: 
rüstet  mich  also,  [328]  durch  die  zeichen^  so  sie  mir  gegeben» 
ireß  Herren  zusuchen,  und  in  zuberichten,  ob  er  gleich  die 
Jungt raw  zu  aolcheni  grausamem  todt  verurt heilt,  daÜ  sie  doch 

ö  nichts  de8k>weniger  gegen  im  in  liebe  gantz  unnd  gar  ent- 
zündet :  nimb  hiemit  von  iro  urlaub,  mach  mich  auflT  die  stiut, 
komm  nach  acht  tagen  in  ein  schöne  unnd  grosse  Statt,  in 
welcher  auligerütf't  ward,  welcher  in  euwer  gegenwilrtigkeit  ein 
achön,  kurfczweilig  und  Heblich  Geschieht  erzelleu  könte,  der^ 

lü  selbig  solte  gantz  reichlichen  begäbet  werden:  bin  derbalb  filr 
euwer  Majestath  kommen ,  nicht  was  andern  Leuten,  sondtsr 
mir  selbst  begegnet  ist,  euch  zueröffncn,  So  bald  Beramus  dise 
red  verstanden,  Ach»  spricht  er  in  im  selber,  das  ist  fOrwar 
mein  Dilirarama:    kehret  sich  hiemit  gegen  dem  Alten,    fragt 

io  in,  in  wt^lchem  theil  der  Welt,  und  in  was  Landsart  die  Jung* 
frauw  sey:  schickt  dem[329]nach  unverzogenlich  etliche  I^egateo 
zu  irera  Herren,  und  lieL^  im  ein  groI>  Gelt  anbietten^  daG  er 
sie  im  zuführte,  unnd  erwartet  also  mit  grossem  verlangen  irer 
widerkunfft:  denn  er  (wie  obgemelt)  die  Musicam  sehr  liebet, 

i«j  fürnemlich  aber,  weil  die  Jungfrauw  so  treffenlich  gelobt  wanl, 
was  er  desto  begiriger  sie  zusehen  und  zuhören.  Als  die  Kevser» 
liehe  Botten  den  Kaulfmann  angetroffen,  ihr  Werbung  ver* 
richtet,  und  ires  Herren  Gaben  im  angebotten,  vermeint  er  im 
viel  nutzlicher  zusein»  den  gunst  eines  solchen  grossen  Poten- 

tb  taten ,   denn   das  Gelt  zuhaben ,    und  macht  sich    von  stundan 


I 


9  ilerselhig]  fredriackt  derseibig, 

.  ,  ,  werde]  dl  dover  con  ogni  mio  polere  akuin  ri in *3 d lo  al  grave  dolor 
81J0  ritrovare, 

5  gantz  unnd  j^ar]  fieramente,       9  schön      ,  .  Geschieht]  l>ella  no*J 
veUa..  10  gant?.  reichlichen]  di  molti   et  riechi    doni.  1 1  euw4fr| 

Majestath]  voi.  13  Beratuus]  BehrEituo.  14    Alten  [   noveltatore.  ' 

15  in  waa  Landsart]  in  pofcere  di  cui.  16  Legaten]  messi.  18  unndJ 
erwartet.  .  .  .  widerkunl^l]  zusatss.  19  wie  obgemelt]  zusatis.  20  fOr*] 
uemlich  .  .  ,  ward]  et  della  virtu  di  (ei  sendo  la  fama  all*  oracolii^] 
Bue  pervenuta,  21  sie  zusehen  und  s^uhören]  d*  udirla.         Als 

ztihaben]  giiinti  dtinque  i  itiessi  di  Bf^hramo   a]  mercatante,  et  diidd«^! 
rando  egli  piu  toato  per  acquistarsi  la  gratia  di  si  gran  signoref    ch<l1 
per  altra  oiferta,  cfi*  in  nome  suo  fatta  gli  fasse,  di  aTiarsi  aal  paose 
di  lui. 


173 

mit  der  Joi^raow  anff  die  strab.  Als  er  nun  iro  die  ursaeli 
dieser  Reib  anzeigt,  mereket  sie  woL  daß  der  alte  l>iener  seiner 
zusag  gnog  gethan.  erzellet  hiemit  anch  irem  Herren  die  gantze 
Histoiy   mit   iro   verloffen.    Nicht   lang   darnach  kommen  sie 

i  in  die  Kejser[334)]iiche  Hauptstatt,  und  thun  Beramo  ir  zu- 
kunfiR;  zawtLBsen.  Derselbig,  allein  mit  einem  Edelmann  beleitet« 
geht  in  die  Herberg,  in  welche  der  Kaufmann  mit  Diliramma 
einzogen,  und  als  er  sie  gesehen  und  umbüangen,  kan  er  sich 
Weinens  nicht  enthalten.    Was  grosser  frend  aber  er  von  irer 

*  gegenwfirtigkeit  entp&ngen,  ist  unmüglich  aul^zusprochen.  Nach 
dem  er  nun  mit  dem  Eauffmann  viel  Ton  iro  geredt  und  sein 
grausamen  faler  hekennt  hat,  gibt  er  im  ein  grosse  si^hwere 
(Joldts.  und  nimpt  Diliramma  zu  sich.  Diese,  weil  sie  wol 
erkennt,  daG  ihr  alter  Diener  viel  nmb  sie  Terdient  hat,  bittet 

5  den  Keyser  gantz  underthenig,  er  wolle  umb  irentwillen  disen 
Alten,  als  durch  deü  fleiG  unnd  müh  sie  wider  in  vorigen  Stath 
kommen,  mit  einer  ehrlichen  Gab  bedencken:  welches  sie  vom 
Keyser  leichtlich  erlanget  Als  der  Keyser  jetz  nicht  al[ädl]lein 
sein  alte  gesundtheit,   sonder  auch  sein  Diliramma  wider  be- 

» kommen ,  berOflft  er  die  drey  Brüder ,  deG  Königs  Sohn  von 
Serendippe,  und  redt  sie  mit  solchen  worten  an:  Ich  erkenn 
ftbrwar,  qieine  fOrgeliebten  Jüngling,  euch  mit  edlem  und  hohem 
verstand  begäbet  sein:  denn  all  meine  Artzet  in  dem  gantzen 
Land,   haben  kein  mittel  finden  können,   mir   mein  verlohrne 

tft  gesundtheit  widerumb  zubringen ,  das  ihr  aber  mit  euwerer 
subteilen  fürsichtigkeit   und  weisen  Itaht   zu  wegen  gebracht: 

* 

2  mereket  .  .  .  verloffen]  s"  avide  ella  il  vecchio  servilere  suo 
haverle  ottimamente  la  promessa  servata,  havendo  al  suo  signore  di  ae 
data  novella.  5  Beramo]  a  Behranio.  7  Herber^]  casa.  9  von 
irer  gegenwüriigkeit]  znsatz.  10  Nach  dem  .  .  .  bekennt  hat]  et  ha- 
vendo al  mercatante  raccontata  la  cnideltä,  che  alla  giovane  usaita 
havea.        12  ein  grosse  schwere  Goldts]  molti  pesi  d*  oro.  17  ohr- 

lichen] honesto.  vom  Keyser]  da  Behramo.  18  Als  .  .  .  bekommen  | 
ilquale  poscia  per  la  ricevuta  allegrezza  dell'  havere  la  sua  Diliramma 
ritrovata  ricoverata  del  tutto  la  salute  sua.  21  Serendippe]  Seren- 

dippo.  Ich  .  .  .  denn]  perche  io  veramente  conosco,  giovani  di  alto 
et  nobil  intelletto  dotati,  che  ...  24  mir  .  .  .  zubringen]  alla  grave 
infermit^  mia.  25  das  ihr  .  .  .  gebracht]  voi  soli  col  sottile  avedi- 

mento  et  consiglio  vostro  m*  havete  la  pristina  salute  mia  restituita. 


174 


derhalb  möclite  ich  wol  wtlssen ,  warbey  und  wie  ir  haben 
mö^a^u  erkennen,  daL^  ich  durch  diLs  mittel  bey  dem  Leben  er- 
halten wurde.  Der  elter  Bruder  sagt:  Goedigster  Herr,  ich 
aahe  wol,  ewwer  kmnckheit  ursach  8ein,  und  meniglich  »lammb 

b  au  euwcrenj  Leben  verzagen^  dali  ir  den  schlaff  ^ar  verlohrea 
liatten:  so  wulite  ich  auch,  daÜ  mehrtheil  kranck[332]heiteii 
von  widerwertigen  mittlen  vertrieben  werden:  derhalb  gedacht 
ich,  so  lang  ir  in  euwerem  Palast  verharreten,  were  kein  eiide- 
nmg  oder  besserung  dieses  mangels  zu  verhoffen.     Auli  dieser 

u«  ursach  hab  ich  euch,  diese  sieben  Paläst  zubauwen,  und  nach- 
einandern  zubewohnen,  gerathen,  guter  hoffnung,  euch  durtb 
dieses  mittel  den  natürlichen  schlaff  wider  zubringen,  und  ich,* 
sagt  der  ander,  wuGte  wol,  daß  Diliramma  euwerer  kranckheit 
ursach  was/ die  ir  so  sehr  lieb  gehept,  und  aber  nichts  andere 

i .  vermeint,    denn   sie   von   den  Thieren  zerrissen    were.     Dahe 
macht  ich  mein  rechnung,  wo  ir  mit  andern  Jungfrauwen  eucl 
ersprachten,  wurden  ir  Diliramma  vergessen,  und  wider  gesun< 
werden.    Darum b  wolt  ich  auch,  daß  man  in  die  sieben  Palitst, 
sieben   schöner    Jungfrauwen    führen    solte.     Der  dritte   sagt: 

au  Ich  korit  nicht  glauben,  daO  [333]  Diliramma,  von  dero  mal 
kein  Wortzeichen  im  Wald    gefunden    noch   gesehen  hat ,    voir 
wilden  Thieren  zerrissen  worden:    vermeint  derhalb,  .so    ir  in 
mancherley  enden  der  Welt  auÖrüffen  lassen,    dab    man  € 
sieben  weise  Menner  solte  zu  schicken,  die  euch  allerley  scli 

n  gescl lichten  imd  neuwe  Zeitungen  erzolleten,  und  demnach  rei 


6  gedruckt  323» 


l  warbey  .  .  ,  wurde]  come  cotal  mestzo  per  lo  acampo  della  viU 
mift  vi  siate  j^otuti  imaginäre.  3  Gnedigater  Herr]  Sire,  7  voq 

widcrwertigen  mittlen]    co  auoi    contrarü  derhalb  .  .  .  Kttbring<eal 

nr  imaginaii  che  non  potendo  ne^  vostri  occhi,  »tando  voi  nel  paU 
vostrOt  BODDO  entrare,  ove  sette  giorni  almeno  vi  fusal  di  atanxu  can 
uto,  potesai  la  primiera  salute  ricoverare:  ondc  i  sette  palagi,  in  da 
CUJ30  de  quali  ogni  giomo  haveste   a  giacere,  vi  ricordai,  che  iubit 
Ttiente  faceste  fabricare,  facendomi  ii  credere ,  che  in  cottil  guiaa 
volmente  il  mnno  haveäse  ae*  vostri  occhi    h   ritornare.  14  die  i| 

,  *  ,  vermeint,  denn]  qnal  voi  tanto  amavi  etgiudicavi,  che  l!|-     20  vo 
dero]  della  sua  morte.  24  weise  Menner]  novellatori.  alleHejj 

«  ,  .  seitungen]  akana  hella,  novella. 


175 

lieh  von  euch  begäbet  wider  heim  kereten,  wurde  etwan  einer 
onder  disen  sieben  von  Diliramma  etwas  wOssen,  und  euch  das 
kundt  thun :  darumb  gab  ich  disen  raht.  Deß  dancket  Beramus 
der  Ke^ser  diesen   dreyen  jungen  Brüdern  überauü  sehr,    be- 

6  kennet  auch,  daU  er  von  Gott  bevorab ,  demnach  aber  wegen 
irer  sinnreichen  geschickligkeit  sein  leben  erhalteu,  gibt  ihnen 
grossen  schätz,  und  schickt  sie  in  ir  Vatterland.  Als  sie  nun 
heim  kommen,  finden  sie  iren  Vatter,  so  nun  zimblich  alt, 
kranck  ligen,  der  entpfa[334]het  sie  mit  grossen  freuden,  be- 

it  findet  auch,  dab  seine  Söhn  gantz  weis ,  klug  und  verstendig 
waren,  darzu  viel  frembder  sitten  und  gebreuch  gelehmet  hatten, 
und  nach  dem  er  inen  seinen  Sägen,  geben,  scheidet  er  aub 
dieser  Welt  Der  elteste  Sohn  ward  sein  nachfolger  im 
Reich,    und    regiert    mit    solchem    verstand   lange    zeit,    daü 

li  meniglich  dorab  wolgefallen  hat.  Der  ander,  auff  daG  er 
der  Königin,  so  Beramo  den  Spiegel  geschickt,  glauben  halte, 
zeucht  in  ir  Land,  nimpt  sie  nach  gethaner  Abred  zu  einem 
Weib,  und  wirdt  desselben  Lands  ein  Herr.  Es  steht  nicht 
lang,    der   Keyser   Beramus   schicket   nach  dem  dritten   Bni- 

20  der,  unnd  beutet  im  zu  dancksagung  aller  gutthaten,  von 
den  dreyen  Brüdern  ime  bewiesen,  sein  einige  Tochter  zu  der 
Ehe  an.  Dieser  macht  sich  mit  grossem  Volck  auff  die 
Straß,    unnd    kompt   an   Berami  Hoff,    daselbst    [335]    wirdt 

1  wurde  etwan  .  .  .  thunj  Diliramma  col  mezzo  di  aicuno  di  loro 
V*  havesse  dello  stato   et  esaer  suo   ad    accertare.  3  darumb  .  .  . 

raht]  et  in  cotal  guisa  di  sette  novellatori  mi  venne  nel  pensiero  di 
ricordanri.  Beramus  der  Keyser]  Behramo.  5  von  Gott  .  .  .  aber] 
Zusatz.  6  sinnreichen  geschickligkeit]  alto  et  nobil  intelletto.  7  Als 
.  .  .  kommen]  i  quali  in  Camino  postisi  et  nel  regne  del  padre  arri- 
vati.  9  befindet  .  .  .  hatten]  conosciutili   veramente  perfetti,  per 

haver  colla  dotti'ina  le  varie  maniere  et  costnmi  di  diverse  nationi 
apparate.  14  regiert  .  .  .  hat]  con  molta  [nicht  molto,  wie  Gassner 
druckt]  prudenza  et  gran  contento  de'  suoi  vasalli  lungamente  govemö. 
16  Beramo]  ä  Behramo.  glauben  halte]  non  mancare.  19  Beramus] 
Behramo.  20  aller  .  .  .  bewiesen]  del  ricevuto  bcneficio.       21  sein 

einige  Tochter]  una  giovane  figliuola.  22  Dieser]  ilquale  accettatala. 
23  Berami]  di  Behramo. 


p. 


1  mit  .  .  .  Pomp]  solenn emenie.  2  Bald  .  .  .  B 

morte  del  suocero,  1  äquale  poco  tempo  da  poi  successe,  d 
perio  BQo  divenne  signore.  '  6  END]  IL  FINE.  |  IN  \ 
Michele  Tramezzino,  |  MDLVII. 


[s.  336  leer.] 


177 


Anmerkungen. 
A.    Zor  geschiehte  des  deutschen  werkes. 

1.    Das    italienische   original. 

Das  italienische  werk,  von  welchem  in  unserem  abdruck 
unter  dem  text  dasjenige  mitgeteilt  ist,  was  fQr  die  beurtei- 
long  des  deutschen  Übersetzers  von  interesse  zu  sein  schien,  ist 
in  Venedig  1557  mit  dem  Privilegium  des  pabsts  und  des  Senats 
von  Venedig  erschienen  *.  Für  bibliographische  einzelheiten 
verweise  ich  auf  Gassners  einleitung  in  seinem  neudruck  1891, 
seite  XVII  f.  Von  den  weiteren  ausgaben  des  italienischen  werks 
könnte  als  vorläge  für  die  deutsche  Übersetzung  nur  noch  die 
von  1577  gedient  haben.  Ich  habe  aber  derselben  nicht  hab- 
haft werden  können,  da  ich  von  32  bibliotheken  den  bescheid 
erhalten  habe,  daß  sie  die  ausgäbe  nicht  besitzen.  Zum  ersatz 
dafür  hat  mir  die  Müncher  landesbibliothek  gütigst  ihr  exemplar 
der  ausgäbe  von  1611  gesandt,  das  ich  in  mein  exemplar  Gassners 
vollständig  hinein  coUationiert  habe.  Im  ganzen  ist  der  text 
wort  für  wort  derselbe  wie  1557  und  die  ab  weichungen  grössten- 
teils nur  orthographisch,  so  daß  man  ohne  schaden  den  urdruck 
von  1557  als  die  vorläge  der  deutschen  Übersetzung  behan- 
deln kann. 

Der  Verfasser  des  italienischen  werks  nennt  sich  Christo- 
foro  Armeno,  was  gewiß  den  Armenier  bezeichnen  soll**;  er 

* 

*  Den  genauen  titel  s.  o.  seite  1.  ~  Exemplare  in  Berlin,  Dresden, 
Wien.  Spätere  drucke  erschienen  in  Venedig  1577  (s.  o.  im  text);  1584 
(in  Berlin,  Wien);  1611  (in  MQnchen,  s.  o.  im  text);  1622;  1628;  in 
Turin  1828  (in  Berlin). 

**  Woher  Karl  y.  Libenau  (s.  u.)  den  namen  Chr.  Armenius  de  Ro- 
ville  hat,  weiß  ich  nicht  zu  sagen. 

Oiaffert  Söhno.  12 


178 


war,  s.  o.  Seite  6,  aus  Täbris  (»Tauris")  und  christ  Auf  einer 
reise  nach  Europa,  über  dessen  kuliur  er  viel  gutes  gehört 
haben  will  (a.  o,  s.  B)  und  rleni  er  auch  in  der  ersten  erzähl utig 
(s»  o.  s,  55)  sein  lob  spendet,  kam  er  zuerst  nach  Venedig, 
von  dem  er  (s.  o.  s,  6—8)  eine  sehr  schmeichelhafte  beschnci- 
bung  macht;  dort  hat  er  sich  (s.  o.  s,  8)  drei  jähre  lang  auf- 
gehalten *. 

In  Venedig  ist  auch  sein  buch  erschienen  ;  die  dedji 
ist  vom  L  august  1557  und  gerichtet  an  Marco  Antonio  Qii 
tiniano,  fu  del  dar,  sign,  Girolamo,  procuratore  di  S,  Marco." 
Er  will  es  (s.  o.  s.  3  und  8)  mit  hilfe  eines  freundes  aus  denij 
persischen  ins  italienische  tibersetzt  haben  und  zwar  in  quesSJ 
giomi  di  culdo  come  per  via  di  diporto,  also'im  sommer  1557  **. 
Wenn  er  behauptet,  er  habe  sich  nur  durch  einen  freund 
stimmen  lassen,  das  buch  dem  druck  zw  übergeben,  so  vrirl 
diese  beteurung  nicht  ernsthafter  zu  nehmen  sein  als  bei  an- 
dern autoron  seiner  zeit. 

Ob  Christoforo   wirklich  einen    älteren  persischen  roman^ 
den  er  in  einer  handschrift  mit  nach  Venedig  gebracht  hal 
müsste,  wörtlich  wiedergab,  hat  schon  Kenfey  (orient  und  occi 
dent  3,  267)  mit  guten    gründen    bezweifelt.     Die  compositioi 
des    Peregrinaggio    ist  straffer  und    einheitlicher  als   sonst  ii 
orientalischen    erzähhmgen;    hie   und    da,    namentlich    in    di 
(j.  novelle,  zeigt  sich  christlicher  einfluss,  auch  bleibt  das  fehlen 
bestimmter  nameu  für  die  als  hauptpersonen  auftretenden  drei 
prinzen  von  Serendippo  auffallig;  endlich  ist  uns  keine  künde 
von  einem  entsprechenden  persischen  werke  überliefert.     Viel 


4 


*  Üeber  die  verbind nng  Venedigs   mit  dem  oatea   des  »cbwai 
ttieeres  ond  Persien  vgl.  die  reiaeboächreihungen  von  JoBapbai  Barbi 
Amhrogio  Contiirini  u^  a.  (Viaggi  ffttti  da  Viuetia  atla  T&na,  in  Pemia. 
etc.  Vinegia,  Aldus  1-543.  —  Ramuaio,  Navigationi  e  ¥iaggi,    parte 
Veuetia  1559.  —    J.  Geuder  hinter  P.  Bizarius ,    Beruni  Pendcarum  hi- 
atoria.    Francof.  1601). 

•*  Ein  Italiener   wird   diefler  freund  gewiß  gewesen  sein   und  »id 
eben  um  den  sprachlichen  auHdruck  des  werkes  bemüht  haben ;  dati 
aber  *3er  alternde   Straparola,   der  verfasset'   der   1550  äu   Venedig  ei 
achienenen  «Piarevoli   notti"  ,   gewesen   sei,    ist.  eine    völlig   anbcweiä< 
bare,  wenn  auch  ansprechende  vemmtuag  Benfe)*«  (vgl.  G.  Hu  it.  Giomale 
störicö  delia  letteratura  italiana  15,  111.  1890), 


179 

mehr  scheint  es.  daß  Cfaristoforo  mehrere  persische  erzählungen 
rqprodocierte  und  mit  einander  za  einem  ganzen  Terband:  da- 
ftbr  sprechen  anch  mancherlei  unterschiede  in  der  technik  der 
einzehien  er^Lhlongen.  Im  wesentlichen  unterscheiden  wir  zwei 
seinem  romane  za  gründe  li^ende  bestandteile :  die  ursprOng- 
lieb  arabische  Setbel  von  den  klugen  söhnen  des  Nizar,  der  sich 
hier  in  einen  sagenhaften  könig  GiafiFer  (arab.  DschaMTer)  von 
Serendippo  oder  Ceylon  (arab.  Serendib)  verwandelt  hat,  und 
zweitens  die  persische  Überlieferung  von  dem  ritterlichen,  durch 
mancherlei  jagd-  und  liebesabenteuer  berühmten  Sassaniden- 
könige  Behram  (Varahran)  V.  oder  Behram-Gur  (417—438) 
ond  seiner  im  jahzome  verstossenen  geliebten,  die  schon  in 
den  epen  Firdusis  und  Nizamis  behandelt  worden  war  und  im 
▼olksmunde  fortlebte.  Nur  erscheint  Behram  bei  Ghristoforo 
weicher  und  sentimentaler  als  bei  den  genannten  dichtem,  da 
er  nach  seiner  raschen  that  in  trübsinn  versinkt,  aus  dem  ihn 
—  und  das  ist  ein  bei  Nizami  in  anderm  zusammenhange  ver- 
werteter zug  —  die  kunstreichen  brOder  durch  erbauung  von 
sieben  palästen  und  allabendliche  erzählungen  herauszureissen 
suchen.    Genauere  nachweise  folgen  weiter  unten. 

In  der  spräche  des  buches  habe  ich,  soweit  ich  mir  ge- 
trauen ^rf  darüber  zu  urteilen,  nichts  orientalisches  gefunden, 
wohl  aber  die  charakteristica  der  italienischen  renaissance-prosa, 
verwickelten  periodenbau  und  bevorzugung  lateinischer  Wörter 
und  wortformen*.  Ob  die  wenig  gewandte,  in  der  ewigen 
widerholung  weniger  gleicher  ausdrücke  sich  bewegende  dar- 
stellung  etwa  den  der  spräche  nur  äußerlich  kundigen  verrät, 
mag  einer  entscheiden,  dem  die  ältere  italienische  litteratur 
besser  bekannt  ist  als  mir. 

2.    Wetzeis    Übersetzung. 

Soviel  bekannt,  existiert  von  der  deutschen  bearbeitung 
von  1583  nur  das  exeraplar  der  Wolfenbüttler  bibliothek,  das 
ich  meinem  neudruck  habe  zu  grund  legen  dürfen  (doch  s.  u. 
Seite  192  f.). 

* 
*  Z.  b.  amplo,  aacendere,  audace,  cliiuati  (plur.),  fraude,  maculare, 
mensa,  placare,  sospicione,  sponsalitie,  tollere,  vituperoso. 

12* 


180 


Der  druck  fülirt  die  signatur  >Wolf-  544  Quo**;  es  ist 
ein  band  in  klein-octav  mit  16  ungezählten  und  335  gezahlten 
selten;  der  vom  druck  eingenommen e  raiun  jeder  aeite  ist 
6Va  centimeter  breit,  12 — 13  hoch,  einschliesslich  des  colum- 
nentitels  und  des  custos;  der  druck  ist  eine  schöne,  opulente 
Schwabacher  schrift,  sehr  groß  in  der  vorrede^  welche  19  mim 
auf  der  seite  hat,  kleiner  im  text  mit  meistens  24,  seltener  25, 
noch  seltener  23  Zeilen  auf  der  seite. 

Der  Übersetzer  gibt  an  (s.  3),  dab  er  sich  „vor  w< 
Jahren  **  in  Venedig  aufi(ehalten  und  dort  das  italienische  buch 
zur  hand  bekommen  habe**;  seine  vorrede  ist  vom  1.  Fe- 
bruar 1583  und  ans  Basel  datiert.  Nach  dem  titel  hiet  erl 
Johann  Wetzel  und  war  bürger  in  Basel.  Es  haben  ^"^  m 
Basel  in  der  zweiten  hälfte  des  16.  Jahrhunderts  zwei  mann  er 
des  namens  gelebt,  von  denen  einer  küfer,  der  andere  sei 
und  buchführer  war ;  der  letztere  stammte  aus  Zürich.  Dieser 
wird  unser  Übersetzer  sein ;  für  ihn  spricht  wenigstens  der  um- 
»taud  ^  daÜ  sein  werk  zwar  den  druckort  Basel,  aber  keinen 
drucket  oder  Verleger  angibt  —  wohl  eben  deshalb,  weil  sein 
name  auf  dem  titelblatt  schon  sUnd ;  auch  ist  bei  einem  buch- 
fübrer  ein  geschäftsau fenihalt  in  Italien  leicht  anzunehmen 
Seine  bilduugsstufe,  wie  sie  aus  der  nacbherigen  vergl^ichnng- 
mit  dem  original  hervorgeht,  stimmt  dazu.  Er  war  protes^Ant, 
denn  er  hat  ein  paar  stellen  (s,  u.),  welche  sich  speciell  auf 
katholischen  kult  bezogen,  geändert. 

Als  Schweizer  zeigt  sich  Wetzel  auch  in  seiner  spräche»; 
Dieselbe  ist  freilich,  wie  gewöhnlich  damals,  sehr  inconsef|uenl 
gehandhabt,  und  es  finden  sich  altere  und  neuere,    locale  und 
geraeindeutsche  formen  und  Schreibungen  neben  einander. 

Zu  den  uhd»  eigentümlichkeiten,   die  schon  völlig  dnrch- 


( 


* 


♦  Angebunden  ist:  De  arte  amandi:   Daa  ist,  Di©  Kunst  der  Lieb-_ 
d«3n  .  ,  .  Deventer  1602  (von  Paul  v,  d.  Aelst), 

*♦  Ob  die  ausgäbe  von  Ihbl  oder  die  von  1577,  laßt  »ich,  «,  o„  nic_ 
Beben.  Wetzcia  wemlung  ,80  kurtz  uuvor  durch  Christoph  omni  Af 
menium  .  .  transferiert  worden*.  be8agt  in  ihrer  iinbesitimnitheit,  nnJ 
saniuien  mit  dew  ebenso  nnbestimniien  ^vor  wenig  jähren',  gar  nif^hL 

'^•*  Baechtold,  Geschichte  iler  dent«chen  literatur  in  der  8chweix 
anm.  »eit«  1^9  f. 


181 

geftthrt  sind,  gehören  die  nhd.  diphthonge  ei,  au,  eu ;  nur  »auf 
kommt  noch  gelegentlich  als  uff  vor,  wie  in  großen  teilen  des 
diphthongierenden  teils  Oberdeutschlands  noch  jetzi  In  den 
Worten  subteil  und  subteiligkeit ,  die  ein  paarmal  und  nur  in 
dieser  form  erscheinen,  ist  vielleicht  indirekte  Schreibung  für 
gesprochenes  T  zu  erkennen  und  daraus  entstehung  im  mono- 
phthongischen gebiete  *.  Von  den  alten  diphthongen  ie,  uo,  üe 
ist  der  erste,  z.  b.  in  liecbt,  noch  geschrieben,  der  zweite  nie 
(die  Schreibung  muter  zeigt  wenigstens  noch  die  länge) ;  üe  ist 
meist  Ä  gedruckt  und  von  ü  =  mhd.  ü  geschieden,  aber  es 
kommen  auch  dann  und  wann  ä  =  ü  und  ü  =  &  vor**;  für 
altes  T  erscheint  bald  i  bald  ie  (vil,  viel  u.  ä.). 

Auf  die  Schweiz  beschränkt  oder  doch  nicht  weit  darüber 
hinauß  verbreitet  sind  Schreibungen  wie  thüy  thüye,  müy, 
glüyendt  (woneben  auch  thüe,  müh  etc.);  har  (39,  7;  daneben 
häufiger  här  und  her) ;  das  häufige  fahl,  faal,  unfahl  etc.  ent- 
spricht ganz  schweizerischer  ausspräche.  Formen:  kind  plural; 
hirtz  (in  der  schrift  freilich  auch  noch  später  außerhalb  der 
Schweiz  vorkommend).  Wörter:  überkommen  =  bekommen; 
rebman,  rebacker  (23,  24  f.) ;  kommlich  (woneben  das  gemein- 
deutsche bequem);  tochter  ==  mädchen;  anmaal  158,  11.  14 
(nach  DWB.  1,  405  vorwiegend  bei  Schweizern);  nid  sich  = 
unter  sich  44,  2. 

Anderes  ist  gemeinschwäbisch  (-alemannisch)  oder  auch 
gemeinoberdeutsch. 

Vocalismus:  ä  in  vatter;  ä  in  jamer,  jemerlich  (wo- 
neben mm).  Mangel  des  umlauts,  besonders  bei  ü  +  doppel- 
consonanz:  trucken  rucken  schmucken  mucken,  burger,  wurde 
conj.  praet.  (woneben  auch  würde***);  schuler  165  f.,  lug  »lüge* 
117,  17;  träumen  säumen;  häufig  in  der  3.  sg.  ind.  praes.: 
lasset  laßt  (und  leßt) ;  fallet  fallt  (und  feilt),  haltet  halt  (und 
helt),  lauflet  laufft,  stosset,  beschlafft  107,  25,  fahrt  58,  11, 

* 

*  Wetzel  hat  schwerlich  latein  gekonnt;  eine  bestimmte  spur  da- 
von zeigt  sich  nirgends.  Die  gelehrt  thaenden  citate  der  vorrede  wird 
man  nicht  ernst  nehmen. 

**  Daher  habe  ich  (s.  vorrede)  stets  ü  gesetzt,  ebenso  ä,  ö  für  die 
regelmäßig  erscheinenden  ä,  5. 

***  schuldig  18»  12  ist  vielleicht  nur  druckfehler. 


182 


grabt  139,  22,    Dagegen  umkut,  wo  ihn  das  nhd.  nicht  hat: 
flesche,  weschen,  maultäschen,  Oberst,  rübig  rüwig.  —  Cou- 
sonantisin  us:    Schreibungen    wie    paur    und    andererseite 
bicken  u,  ä.  sind  oberdeutsch  ;  Bcharpff;  gäh  (g'ach);  rüwig  (ab^r 
auch  ruhig,  s.  o.);  schlecht  ^  schlägt,  viechbeltz  121,17;  thurn. 
—    Verse Iiiedene    wortformen.     Nomen;   sanl   = 
aätile,  gesfttz,  Ibrcbt,  senfftzen  plun,  stege  =  stiege  127,  10, 
130,25,  forcht,  schütz  =  achuli  (daneben  »choÜ  74,  26);  enduugj 
-nuß ,  -lein  (76 ,   25  4in) ;  müglich ,  hültzen,    Pronomen:! 
iren  (neben  ir  ira)  dat.  sg,,  jemand ts  niemand ts  (auch  ohne  s).l 
Verbum:    wollen  wollen  (darnach    öfters  auch  sollen  12,  9j 
87,  18  u.  s.    w.),    rütfen,   trän  wen    (dräuen),   fahen,   glantzen,^ 
förchten ;  standen  3,  pl.  ind.,  stände  conj.  praes.,  stand  imper.: 
part,  praet :  verl offen»  gewäben  53,  20,  genennt  gebreivnt  er-j 
kennt,  gekont  84,   1,  bewüst  10,  28,  gewilH  44,  7,  gebauw^^l 
gerauwen,  gehept  =  gehabt  und  =  gehoben.  AdTerbo-s, 
spat,  für-  in  compositiouen,  eintweders,  nit  und  nicht  —  Wort*] 
formen;    Oberdeutsch   ist  die    apocopierung  der  endung   -e;] 
scbftd  leut  söhn  freud   u,  s,  w, ,  die  aber  bei  Wetzel   nur  in- 
consef|uent  gebraucht  ist ;  neben    den  bei  ihm  wie   bei  andern  i 
hantigen  starken  präteriten  fände,  warde  167,  17  u.  a.  kommt 
auch  nom.  sg.  der  könige   68,    2L   79,  17  vor.    In    der   sub- 
stantivflexion  begegnen  wie  bei  andern  Zeitgenossen  zahlreiche  ] 
-en :  teils  sind  alte  schwache    endungen  erhalten,    wie  sonnen  1 
seh  Hier  tzen  frauwen^  teils  neue  -en  hinzugekommen,  so  im  sing, 
von  femininen  wie  seele,  erde,  seite  u,  a.,  die  schon  mhd.  zum 
teil  schwach  sind  *,  besonders  aber  im  gen.  piun    der   andern 
genera:  tagen  harten  tadleren,  exemplen  schatfen  völckenu  Die  i 
auf  altem    -I,    -in    oder  -ina   beruhenden   endungen    sind  ge* 
blieben:  schencke,  pL  schenckinen,  bürdin  13,23,  hüliu  13,8, 
guldin  ejsin.    Den  mundarten  des  Westens  eigeu  ist  der  Weg- 
fall des  -n  in  tonloser  silbe;  daher  die  Vermischung  der  2,  und 
3,  plun    Wetzel  hat  sein  und   seind**  neben  einander,  in  an-  m 
dem  Verben  stets  -en  in  der  3.  ***,  und  diesem  nach  meist  auch 

*  Aber  auch  acc.  ag.  bürgern  (titel)  ^  vettern  dat  sing.  Itl9.  12,  J 
aoc.  flin^.  34,  6.  —  Im  fem.  nebeni  obliquen  casus ^  wo  das  -en  bäi]6gcf| 
ist»  auch  nom.  kalen  33,  12,  lauten  39,  23,  kirchen  70.  17. 

**  Audi  impen  seind  HO,  4.  ***  Nur  tbund  faciuiit  163,  2, 


IBS 

in  der  2L:  sehen  nsd  sdel*^  Tidetis.  nur  ^mal  65,  24  linde 
ich  nemmend  =  somite:  anf  dasselbe  TerfaÜtnis  Ton  gesprcKli- 
enem  -d.  geschriebenem  -en  geht  das  häufige  adenlich  inach 
eigenlicK  ordenlich)  zurück«  woneben  auch  adelich :  ebenso  pa> 
pengey  6(*  ff.  Die  srnoc^ienmg  des  prifixes  ge-  ist  öfters  Eum 
aosdmck  gi^ommen :  ghorsam  21,  27.  gwaltig  lo.  7,  deigstaJt 
6,  8  o.  a..  meist  aber  steht  ge- :  den  nnsem  mondarten  regeU 
maGig  geläufigen  abfall  des  präfixes  Tor  expIosiTen  kann  man 
in  anzeigt  pari,  praet.  15.  25  finden,  wogeg»i  das  häufige 
fonden  (aber  auch  gefunden)  ältere  art  ist:  die  in  oberdeutschen 
dialekten  ^  häufige  abusiTe  Terwendung  des  präfixes  ist  durch 
bQdungen  wie  sich  gestellen  99,  16.  gestracks  42,  2^,  ge- 
schriftlich  151,  11  vertreten.  —  Altes,  in  oberdeutschen  mund- 
arten  noch  bewahrtes  genus:  masculina  lust  pracht  list  luiR 
gewalt  heorath  butter**^,  neutra.  gesang  tranck  ort  (auch  = 
ende,  spitze).  —  Wortgebrauch:  Tetter  =  oheim,  hoch- 
zeiterin,  Zinstag.  bahel.  logel  ==  flasche.  throm  95,  7;  schliefion 
=  schlfipfen,  anbrennen  =  anzQnden.  auGgiessen  (reden  o.  dgl.), 
beschlieGen  =  Terschl..  schimpffen  126,  10,  lernen  und  lehren 
vermischt,  es  hat  164.  16:  hefitig  =  sehr  63,  1.  116,  22. 
117,  11,  rechtgeschaffen  desgL  160,  3,  gegen  c  dat 

Im  folgenden  noch  eine  auswahl  anderer  sprachlicher  er- 
scheinungen.  wobei  ich  archaismen  und  idiotisnien  nicht  weiter 
unterscheide. 

Lautlehre.  Vocale:  Doppelconsonanz  als  zeichen  er- 
haltener kOrze:  nemmeu.  nammen  =  nomen,  gezimmen,  zellen« 
stillt,  hätten,  erwöllen.  Kürzen:  mhd.  a  ist  a;  e  ist  e,  5;  v  i^t 
^e,  ä;  e  ist  e,  ä;  i  ist  i,  ü;  o  ist  o;  ö  ist  5;  u  ist  u:  ü  ist  ü. 
Längen:  ii  ist  a,  wo  und  wa,  vor  n  a  und  o:  wohn,  getlion 
und  gethan;  ae  ist  e,  ä,  stets  fa(h)len  faler;  e  ist  e;  t,  ü,  iu 
sind  ei,  au,  eu:  ö  ist  o;  ce  ist  ö.  Diphthonge:  ei  ist  ei;  au  ist 
au;  öu  ist  eu  oder  öu;  iu  ist  eu;  ie  ist  ie;  uo  ist  u;  üe  ist  ü 
(s.  o.);  zu  ei  -<  age  vgl.  verthedigeu  6,  23.  Umlaut:  ungloub- 
lich,  befugt  138,  17;  nichtumlaut:  lehentrager  132,  5,  gartner 


*  Vgl.  Kanffmann,  geschichte  der  schwäbischen  mundart«  seitc  200. 
**  Ebenso  keinen  kosten  16, 26;  anch  ein  unhistorischos  maso.  )icunHt 
172,  24. 


184 

23,  27,  bekaiitiuiß,  iinzalbar,  uuverschampt,  langest  ailv.,  lob- 
lich, gewühülicb,  oöentlich ,  klarlich  ad?,*,  äußerst.     Toolos« 
silben:    zu   und    zq    vor  dem   iiif. ,   vorhanden    mid  verbanden  ;i 
superl.  geheimist  130,  18,  reinist  94,  lU,  sonst  (e)st,  im  con- 
juncfciv   häufig    2.    sing,    -ist:    verfcraowist ,    gebist,    wurdistJ 
werist  u.  a,,  aber  auch  -est,  z»  b-  gespürest  110,  24.  —  Con« 
sonanten:  w  nach  au,  eu  (^  iu  und  ^  öu)  vor  vocal  odetj 
im  auslau  t  stets  gesetzt:  frauw  frauwen,  treuw,  neu  wer,  freu-l 
wen;  auch  fraw,  new  u.  s.  w, ,    aber  seltener;  freuwd;  sof^l 
feuwr.  Das  alte  mb  ist  durchaus  als  mm  gesprochen  zu  denken; 
denn  es  ist  nicht  nur  etymologisch  gesetzt:   umb,  lamb   (aber 
kummer),  oder  wo  es  gleitlaut  ist:  kompt,  nimpt,  fllrnembstenj 
sondern  auch,  wo  es  ganz  unorganisch  ist:  nimb,  gehorsanibj 
reichthumb,  reichthumben ,    anibeissen  **.    Altes   geriuanischesj 
-h  ist  noch  gesetzt  in  schmechlich,  versehraecbt,  zeucht,  8iclist| 
94,  5,  versieht  28,  7,  gächzoruig  90,  10,  aber  nahin  =  nach- 
hin  20,  9;  neben  einander  bofelch  und  befehl,  befiJhet  und  be- 
fihl(e)t,  befehlen,  befolhen  (alle  mit  v  oder   f);    endung  -lieh 
ist  immer  -Uch :  billich,  ade{n)lich  (s.  o.),  aber  -ligkeit.    Ver- 
mischtes: rinckmaur  140,  14,    scheutzlich  26,  2,    lestlich  und 
letstlich,  empf-  und  entpf-. 

Wortformen.  Substantiv:  ge wüßne -< conacienm 
17,  23;  käfin  60,  15  ff.;  -ung  und  -unge;  plurale:  artzet,  dat, 
artzten,  meil,  eynhorn,  staffel,  stund,  dat.  kleiuoteru  120,  2.  — 
A  d  j  e  c  t  i  V  :    flexion  öfters    regellos;  ^viel"  unflectiert,    aber 
mit  nom.    des   gegenständes ;  geleich    neben    gleich ,    thorecbt,  i 
u^onid(e)rig  =   crastinus,  ein  brünstig,  ier  fehr  fehrn;  viele  ad-l 
jective  und  adverbia  auf  -eolich:  auGtruckenlich,  erschrocken-#i 
lieh  erschröckenlich,  (fü r)  treffen  lieh,  taugenlich,  trungenüch,  un- 
vermeidenlii'h,  unversehenlich,  unverzogenlicli  (vollkommenlich). 
Üie  adverbia  der  adjective  auf  -lieh  gehen  auf  -liehen,  öfteraj 
auch  auf  -lieh  aus,  —  Zahlwort;   zwen ,  zwo,   zwei  stetflj 
getrennt.  —  Pronomen:  verlängerte  formen  des  geschlech-| 
tigeo  Personalpronomens   und  des  artikels,  wie  iro,  ime,    ine. 


•  Mayeatatb  mid  -eth. 

*  *  Da  die  jub  inconsequeut  gesetat  Bind»  so  konnte  ich  bei  der  auf* 
lOaung  von  m  mich  nur  ntich  der  mehrzahl  der  entepracbenden  fEUe 
für  mb  oder  mm  eatfio beiden. 


ISS 

denen  eic  oft  and  Kibne  recel:  euwer  =  «a^r  i\  1.  ;U,  il: 
wellich  und  soUkh  nt-ben  welch  solch :  etwmr  =  jennod  lOS.  22 : 
aeibs  und  selbst:  mix  emandeiteln:  meniglichen  dat.«  Ton  mtHii&r* 
liebem  58.  1$.  —  Verbnm:  manche  alte  bildungen,  woneben 
neabüdongen  wie  halten  ich  17,  13.  weist  =  »cit  44,  IS  (neUni 
weiß),  wBiden  plnr.  54,  10,  schUefie  prit.  ind.  57,  1  seltner 
aind.  Prasens:  die  1.  sng.  ind.  hat  den  Tokal  der  2,  und  3. : 
ich  fliehe,  wird.  nimm,  hilff,  entbeat:  dn  wirdst  6,  6,  er  beutot 
175,  20:  dn  wilt.  solt:  pan.  sich  erlabende  eic  Priteritum: 
im  starken  pneL  der  1.  ablantsreihe.  sing,  ind.,  oft  mvh  ei : 
treib,  sieig.  befleü*.  bleib,  greiff.  schweig,  aber  auch  schon  ie: 
triebe  159.  26  *;  was  und  war  vielleicht  gleich  oft:  thet :  zugen 
1.  plnr.  conj.  praet.  154,  6:  dorfft(e),  conj.  dörffte.  fuhrt  40,8, 
hort(e).  Part  prät  :  geessen,  gescheiden,  verziegen  97,  13: 
erzömt.  Stark  sind  noch:  brünnend  brann,  gehuncken  20,5.  11 : 
schwach  vei^leichet  part  166,  16,  unbesinnt  170,  17.  Hfuitig 
synkopierungen  wie  3.  sg,:  redt  entpfindt  oblaut,  besonders 
part:  gemelt,  Tergifft.  geacht,  getrost,  verpflicht,  geredt  — 
Andere  redeteile:  jetz, gester, sonder(n),  niergend, offter» 
mal(s),  zum  ofitermaL 

Wortgebrauch.  Substantiv:  auffenthaltung  des 
lebens  33,  23,  begangenschafft  =  lebensunterhalt  79,  12,  bülg- 
lein  103,  25,  docke  (auch  dockete)  134  ff.,  domwalle  126, 9. 14, 
ehegemahel  masc.  (vod  der  frau)  143,  21,  eilend  =  Verbannung, 
erbietung,  erlaubung,  falsch,  geding  -=  bedingung  169,  2,  go- 
fengnuß  fem.,  g^enwOrtigkeit  local,  in  aller  geheim  71,  28, 
gehorsame  leisten,  gejegt  ntr.,  gemerck,  genieß  166,  27,  go- 
span  =  genösse  40,  7,  =»  streit  61  f.,  gethat  18,  12,  glauben 
halten,  handlung  =  ereignis,  kauffmannschatz  fem.,  kundschiitn 
:="  bekanntschaft ,  laster  =  vergehen  137,  18,  mißhandlung 
(=  irrthum,  vergehen),  miß  vertrau  wen,  an  der  mittwochen,  reich- 
thumb  fem.,  ein  grosse  schwere  goldts  173,  12,  sententz  niasc, 
stath  (=  würde,  ansehen),  träher  plur.  93,  23,  umb8U>ndor  ^^^ 
umstehende  62,  3,  urtheil  fem.,  verbunst,  Verehrung  —  go- 
schenk,  einen  verstand  eines  dings  haben  37,  3,  weibsbild,  wid(*r- 
spiel,  Wortzeichen,  zukunfft  =   ankunft.  —  Adjectiv:   an- 

* 
*  lieber  das  unorganische  -e  s.  o. 


ut 


mutig  =  angenehm  69,  10,  arbeitselig^  artlich,  besooderbar  = 
abgesondert  22,  lö,  bewüßt  ^  bekannt,  bdfi  =^  g^tl^l 
19,  20,  26,  ehrliche  gab  (houesto)  173,  17,  einig  =  uUub  fli 
=  einzig»  frävel  168,  24,  gähling»  hälig  halten  146,  13,  herr- 
lich (lieblingRWort  Wetzeis),  jainerselig,  klar  =  deutlich  ?otn 
sehen,  kleinfüg  8,  9,  lautprecht  165,  17,  sich  leibloß  ma 
59,  23»  lieblich  ==  angenehm  159,  11,  mercklich  =  bedeut 
möschin  =  messingen  74,  7,  rähtig  werden  99,  9,  rein  ^-i 
94,  10  ff.,  schlecht  =  gering,  sonderbar  =  groß,  stettig 
widerspenstig  119,  19,  überlegen  =  lästig,  unglückhaflPt(ig)j 
lieblich,  nnsinnig  =  wahnsinnig,  verrömbt  (famoso)  61,  19» 
wider  vvertig  —  entgegengesetzt  174.  7,  znstendig  =  smgehdrig. 
—  Verb  um:  abschmieren  =  prügeln  125,  4,  sich  absiehen 
=  entkleiden,  anbilden  135,  14^  sich  anlegen  =  sich  ankleiden, 
einem  etwas  anmassen  ^  anhängen  90,  3,  geld  aaff heben  = 
verdienen  169,  18,  sich  bearbeiten  78,  24,  bedauren  =  ver- 
drießen 17,  1,  begaben,  sich  mit  etwas  begehen  =  davon  leben 
171,  11,  beleiten,  einen  eines  dings  berichten,  bescheheo,  be* 
schießen  =  nützen  112,  17,  bestehen  =  kauffen  140,  13,  aich 
bei  einem  einflicken  =  insinuieren  88,  11,  das  leben  wider  ejj 
holen  85,  20,  etwas  erkundigen  100,  12,  erledigen  =  befre^| 
eracliießen  ~  gedeihen  31,  22,  sich  mit  jemand  ersprachen,  f?m 
begehren  erstatten  54,  27,  einem  fürgeben  ~  mitteilen  71,22, 
fürreisen  =  vorbei  reisen  97,  2,  gehorsamen  65,  10,  einem  ist 
geschwunden  ^  ohnmächtig  geworden  123,  12,  einen  eines  dings 
gewären,  liencken  —  hängen  64,  1,  ledigen  —  befreien  36 1; 
lieben  =  lieb  werden,  hinderhalten  =  verhindern  142,  5,  et 
manglen  36,  3,  niessen  =  essen,  Öffnen  ==  offenbaren,  etwa 
den  mnnd,  liafen  etc,  stosaen,  strafen  ^  schelten  142,  5,  straubon 
*=  schrauben  94  f.,  mit  einem  sprachen,  understehen  —  unfc 
nehmen,  Urlauben,  einen  verdencken,  einen  mit  etwas  verehlj 
vereinbaren  =  versöhnen  97,  18,  vergleichen  —  gleich  mac 
1U3,  3,  vernügen,  vergünnen  =  misgönnen  88,  5,  verhalten^ 
verheimlichen,  verhandeln  =  vollführen  48,  16,  verlassen 
hinterlassen  162,  5,  vennickeu  =  weiterziehen  132,  18,  vef^ 
schaffen  =  bewirken,  Vorscheinen  =  verfließen  von  derzeit, 
steh»  ^  erfahren,  vogleu  60  ff.,  zustehen  =  zustoßen. 
F  a  r  L  i  k «'  1  n.     Präpositionen ;  ab  cauaal ;  an  einen  begeren, 


aings 

etfl 
valfl 


187 

sorge  an  einen  lassen  154,  10,  sich  an  das  bett  legen;  auff 
diß  mahl,  auff  ein  zeit,  auff  ein  orht  nehmen  157,  4,  mit  vier 
auff  sie  bestelten  megten  165,  26  ;  bey  einem  erhalten  154,  21, 
bey  dem  eyd  behalten  46,  17;  durch  den  todt  hinrichten;  in 
die  laute  singen  171,  18,  im  hertzen  lieben  110,  20,  in  kleider 
bekleiden  170,  7;  mit  jemand  beleitet,  mit  erlaubung  u.  dgl. ; 
räche  von  einem  nehmen,  von  etwas  fragen  79,  2;  wol  zu- 
mut,  zu  hauß  =:  nach  haus.  Anderes:  als  bei  gleichsetzung, 
denn  bei  compar.  und  bei  ander;  denn  -=  weil;  vor  adv. ; 
bevorab;  ohn  gefahr,  ohn  gefehr,  ohngefehrt  =  forte;  aller- 
dings, allerdinge  =  durchaus;  morgen  =  am  folgenden  tag, 
von  der  Vergangenheit ;  grausam,  gantz  als  Steigerungswörter ; 
nicht  fast  groß;  hin  =  her  in:  vorhin,  hinauß,  hinab.  — 
Fremdwörter  hat  Wetzel  ziemlich  viele,  auch  unabhängig 
vom  italienischen  original ;  ich  führe  an :  ambass(i)ator,  author, 
conscientz,  contrafactur,  handthierung,  history,  hemisphsera  (under 
unserm  h.,  nach  dem  italienischen  hemisperio  89,  26),  ingenium, 
l^at  (=  gesandter),  losament,  matery,  mayesteth,  melancholey, 
pact,  paradeiß,  penitentz,  potentat,  reverentz,  scribent;  abcontra- 
feit,  formieren,  moderieren,  tractieren,  transferieren,  tribulieren, 
vexieren.  Sehr  gerne  setzt  er  zu  dem  fremd  wort  mit  ,oder*, 
„und*  ein  deutsches*;  z.  b. :  audientz  zu  geben  oder  die  leut 
zu  verhören  104,  28,  authoritet  und  ansehen  90,  26,  concubin 
oder  beischlefferin  26,  25,  condition  und  vorbehält  35,  19,  hi- 
story oder  geschieht  64,  21,  melancholey  oder  bösem  schwartzein 
geblUt  80,  13,  traurigkeit  und  melancholey  25,  13,  philosopliis 
oder  weisen  33,  4,  fürsten  und  potentaten  69,  3,  in  hohen  ehren 
und  reverentz  47,  4,  solennitet  und  pracht  41,  18,  tortur  oder 
marter  26,  17,  getümmel  und  tumult  61,  10;  content  und  zu 
frieden,  frölich  und  wol  content  97,  23,  die  nigromantischen  oder 
Zauberwort  66,  23;  condemnieren  oder  verurteilen,  instituiert 
oder  underwiesen  66,  3,  versucht  und  probiert  104,  14,  publi- 
ciert  oder  außgeschrien  72,  9,  spatziert  und  wandelt  55,  10.  — 
Syntaktisches:  Accusativ  mit  dem  infinitiv  (mit  und  ohne 


*  Auch  zwei  gleichbedeutende  fremdwörter:  ambassiatorn  oder  le- 
galen 53,  2;  aber  auch  zwei  deutsche:  gwüß  und  ungezweififelt ,  mei- 
sterin  oder  künstlerin  u.  dgl. ;  vgl.  unten  8.  191  **. 


188 


'  aocii 

entle 

1 

raa, 
,5, 

OD- 

I 


ff  ZU*)    häufig;    älterer    gebmocli    des    uiibesiinimien   ai 
zu  einem  weib  nehmen ,    ein    erbe  des    reichs  werden  vl  di 
nicht    selten  die  Stellung   des  posseasivpronomeos  hinter 
attribut:  vorige  sein  glückseligkeit  3ri,  5,    wegen   deb  trei 
losen  lind  schendtlichen  seines  hofiVaths  64*  22,  etliche  mi 
geschefft  143,  26,  einem  irem  fürnembsfcen  raht34, 13;  oder  auch 
hinter  einem   genetiv:  an  der  ungewohnten  deß  keysers  gel 
64,  25;  vgh  jetz  unser herr  171,  4.  Anderes:  genetive  wie  ni 
gedenckens  haben,  in  was  landsarL  etwas  getümmels;  dopj 
negation  negiert;    constructionen    mit  dem   part,    praes.  -entle 
oft;  ursach  oder  auü  ursach  zur  einleitung  eines  erläutern 
gott  geb   (wie   65,  9)  eines  restringierenden  aatzes;  so  besi 
kont,  so  best  man  möchte;  sein  c.  Inf.    oder  thun  c    inf. 
Umschreibung  der  handlung;  einen  zu  schlaffen  machen  ;  zeugma, 
iTzb  xotvoü  u.  ä.     27,  6.   29,  9,  32,  30.  46,  12.  81,  10,  121,5, 
125,   5;  verdrehte   Wortstellungen  z.  b.    4,   17,    12,  16;  un- 
klare   oder    falsche    constructionen    21 ,  26,    22,  19,    132, 
133/134,   141,  21. 

Von  besonderem  interesse  ist  Wetzeis  verhalten 
seinem  italienischen  original.  Er  hält  sich  in 
der  Sache  durchaus  an  dasselbe;  Veränderungen  des  zusami 
hang»  und  sachliche  oder  sprachliche  ab  weichungen  groß 
umfangs  hat  er  sieh  nicht  gestattet;  zu  den  größten  mögen 
27,  2.  27, 19.  39,  9.  113,  15  gehören.  Dabei  übersetzt  er  aM 
nie  sklavisch,  sondern  mit  der  frei  hei t,  die  sich  alle  überseMP 
seiner  zeit  nehmen,  und  hat  damit  seinem  werke  vielleiclU 
gleich  oft  genützt  wie  geschadet.  Vieles  ist  ganz  und  gar  i 
ditferent,  blolie  leichteste  wort-  und  Satzverschiebung,  die 
keine  regd  zu  bringen  ist*,  Oefters  ist  die  Umgestaltung 
glücklich  gelungen  oder  doch  nicht  schlechter  ab  das  origi« 
dem  man  ja  besondere  geschicklichkeit  nicht  nachröhmeu  kanTTT 
ich  verweise  auf  31,  9.  93,  23.  103,  21.  133,  14.  137,  8,  153,  4. 
163,  24.  169,  5.  176,  1.  Um  so  unglücklicher  ist  eine  anzähl 
anderer  abändern n gen,  bei  denen  nicht  bloü  leichtere  Schief- 
heiten, abstumpfungen  der  pointen,  ungenauigkeiton,  matte  stell 

* 

*  Im  apparat  ist  so  leb  es  doch  aufgeführt,  nur  die  allerleichi 

abweichungea  habe  ich  weggelassen. 


m^H 

mm 


lleicht 
^rfl 


189 

herausgekommen  sind,  wofür  es  keiner  beispiele  bedarf,  son- 
dern ein  paarmal  geradezu  Verschiebungen  des  richtigen  sinns 
und  Zusammenhangs:  25,  25  und  26,  5.  72,  4.  123,  21.  147, 19. 
157,  5.  173,  1.  Häufig  kommen  schiefe  oder  geradezu  fehler- 
hafte Übersetzungen  auf  rechnung  einer  mangelhaften  kenntnis 
des  italienischen,  wie  sie  einem  manne  von  Wetzeis  ungelehrter 
bildung  in  einer  zeit  ohne  moderne  Wörterbücher  nicht  gar  zu 
hoch  angerechnet  werden  sollte.  Manche  italienische  Wörter 
▼ersteht  er  entweder  nicht  ganz  genau  oder  weiG  sie  nicht  ganz 
widerzugeben.  So  umgeht  er  das  wort  novellatore  und  über- 
setzt es  mit  „mann*,  falls  er  es  nicht  ganz  wegläüt:  53,  8.  26. 
67,  18.  68,  8.  86,  8.  25.  98,  3.  13.  117,  6;  erst  133,  1  und 
dann  wider  164,  9  ist  es  »neuwenzeiter*',  163,  18.  164,  12 
»geschichterzeller*  übersetzt,  aber  noch  172, 14.  174,  24.  175,  3 
teils  weggelassen  teils  anders  ersetzt.  Das  im  original  Uber- 
flüUig  häufige  rigido,  rigidamente  ist  nie  genau  übersetzt,  son- 
dern stets  umgangen:  65,  19.  105,26.  106,25.  112,  13.  115,16. 
129,  4.  131,  23.  154,  16;  mazzuolo  „strauß*  ist  von  134,  19 
an  auf  ganz  ungeschickte  weise  verschieden  widerg^eben.  Än- 
dere falle  der  art:  armellini  121,  17  (doch  s.  u.);  arti  meca- 
niche  117,  11;  aspro  24,  14;  capriccioso  90,  10;  ciglio  12,5; 
forato  151,  6;  padiglione  78,  7  f.;  pallotte  38,  3.  70,  22.  27; 
pigione  140,  13;  schiava  37,1.  170,  9;  seraglio  78,  11.  117,  25. 
120,  7 ;  svenare  142,  3.  In  andern  fällen  ist  aber  durch  mis- 
verständnis  des  italienischen  geradezu  ein  fehler  entstanden; 
so  ist  Mussulmano  54,  5  S.  117,  18.  133,  9  als  personenname 
gefaßt*;  come  prima  ist  86,  J9,  vielleicht  auch  75,  14  nicht 
verstanden;  sogno  „ träum'  ist  als  sonno  „schlaf*  gefaßt  und 
damit  die  pointe  der  scheinbuße  zerstört  61,  12.  62,  27.  29; 
vuoto  „leer"  scheint  127,  11  mit  lat.  (de)votus  verwechselt 
(„verordnet");  die  ganz  sinnlose  widergabe  74,  24  wird  auf 
misverständnis  der  Wendung  a  capo  beruhen,  die  verkehrte  auf- 
fassung  44,  23  auf  misverständnis  von  mancare ;  stato  scheint 


*  Auch  die  weglassung  des  fattolo  Mussulmano  114, 1  kann  hinzu- 
genommen werden.  Auffallend  genug,  da  doch  121,  11  secondo  '1  co- 
stome  de'  MuHdulmani  übersetzt  ist  «nach  dem  gebrauch  der  Mussul- 
mannen.'' 


I 


%taß 


190 

falsch  aufgefalH  11,  17;   rtip  wendung  e  dj  mesüt^n  {^   op 
est)  ist  52,  23  faleeh  Terstanden, 

Wetzel  wendet  sich  an  ein  litterarisch  weniger  gebtld^ 
publicum,  dem  er  um  so  mehr  die  Sachen  verdeutlichen 
als  er  sie  sich  selber  wolil  öfters  hat  erst  klar  machen  muten, 
Daher  seine  vielen  zusfitze,  freilich  alle  von  kleinem  umfang, 
bestimmt  zn  orlaiitern ,  zn  verdeutlichen,  einzuschränken  oder 
zu  steigern,  die  Situation  auszuführen,  auf  zuvor  g^esagtes  oder 
auf  allgemeine  sitfee  u.  dgh  hinzuweisen,  proverbielle  Wendungen 
(h.  u.)  einzufiechteu,  drs  Übersetzers  politische  oder  kirchliche 
loyalität  (s.  u.)  ins  licht  zu  rücken.  Auch  wo  nicht  eigent- 
liche Zusätze  gemacht  sind,  ist  doch  die  sache  häufig  umständ- 
licher als  im  orif(inal  gesagt,  wie  es  bei  Übersetzungen J 
häufig  der  fall  ist*.  An  andern  orten  ist  umgekehrt  der  av 
druck  ins  kurze  gezogen,  vereinfacht  **.  Im  sinn  einer  popn- 
läreren  art  ist  es,  wenn  Wetzel  oft  die  motive  verstärkt  und 
vergröbert,  die  logische  schärfe  des  Originals  schwächt,  eine 
mehr  gemütliche  oder  auch  rlietorisclie  art  einführt.  Schärfe 
ist  im  ganzen  nicht  seine  sache;  er  hat  wohl  doppelt  so  hänfig 
an  die  stelle  eines  genaueren  einen  imgenaueren  und  alli 
meineren  ausdnick  gesetzt,  als  umgekehrt.  Neben  der  o\ 
erwähnten  vergröberung  der  motive  kommt  ebenso  häufig 
abscliwächung,  vorsichtigere  taGung  des  ausdrucks  vor***.  Sie 
macht  sich  eigentümlich  geltend  in  dem  verhalten  zu  zahkj^ 
und  Zeitangaben.  Nicht  hieher  gehört  es,  wenn  die  zahl  4| 
meilen  4  —  6  mal  *'''**  kleiner  angegeben  ist,  als  im  original, 
da  hier  gewiÜ  eine  Umrechnung  vorliegt.  Aber  um  so  deut* 
lieber  sind  andere  fälle:  eine  grosse  gesellschaft  wird  zu  „et- 
lichen gespanen"  40,  7,  ebenso  171,  2;  wohl  tausend  and  mehr 

*  Dahin  aucb  die  siweckloaen  ,etc.*,  die  oft  vorkonimen. 

**  Eine  «chat/-öDg  der  zahl  der  buchötaben  ergibt  für  den 
liehen  umfang  dca  ori|:»inat8  und  Wet^.els  fast  genau  denselben 
der  lür  W.  höchtiiena  ein  klein  wenig  grÖBser  ist 

•••  Oefterß  hat  die  decenz  einen  ecbwächeren  aatdruck  oder  i 
weniger  anstösaige  angäbe  verursaclik;  so  21,  6,  4i),  Hft»  BO*  4.  59, 
m,  2.  Uh,  i:i  126,  10.  121,  14. 

•^**  16,  2.    20.  18.    4K  18.    7D,  Ml;    139,  12    sind  3  bis   4  meilen 
durch  Vi  meile  widergegeben. 


i 


1dl 

ZU  wohl  tausend  149,  17;  zweihundert  und  mehr  zu  „biß 
in*  zweihundert  92,  23*.  Besonders  aber  Zeitangaben :  22,  3. 
53,  24.  56,  20.  64,  4.  101,  6.  (156,  9);  ganz  eigentümlich 
ist,  daß  öfters  die  angäbe  des  frühen  morgens  beseitigt  ist,  so 
105,  19.  122,  13.  123,  22.  137,  22.  151,  14.  154,  16.  159,  21. 
163,  20.     (S.  a.  Seite  192.) 

Von  specifischen  änderungen  Wetzeis  sind  in  erster  linie 
solche  der  diction  zu  nennen.  Seine  ganze  art  ist  populärer 
als  die  des  Originals;  an  stelle  einer  logisch  zugespitzten  aiis- 
dmcksweise  setzt  er  eine  weniger  pointierte,  aber  öfters  an- 
schaulichere. Lange  perioden,  wie  sie  im  original  häufig  sind, 
löst  er  gerne  auf  und  stellt  eine  leichter  verständliche  anord- 
nung  her;  er  bringt  concrete  züge  an,  die  ein  bild  für  die 
phantasie  geben.  Vor  allem  liebt  er,  wie  alle  volksmäßigen 
autoren,  das  formelhafte;  alle  augenblicke  sind  epitheta  or- 
nantia  angebracht,  besonders  solche  von  familiär-gemütlicher 
art;  gerne  sind  proverbielle  Wendungen  gebraucht:  91,  25. 
92,6.  116,24.  119,8.15.  135,22.  170,11;  anderes  formel- 
hafte vgl.  32,  12.  19.  41,  22.  68,  14.  73,  23.  79,  2.  102,  9. 
156,  16.  Zu  den  formelhaften  Wendungen  gehören  auch  die 
paarweisen  ausdrücke;  sehr  oft  hat  Wetzel  einen  italienischen 
ausdruck  durch  zwei,  seltener  durch  mehr  als  zwei  deutsche 
widergegeben,  während  die  zusammenziehung  zweier  ausdrücke 
in  einen  einzigen  weit  seltener  ist  **.  Indirecte  rede  ist  öfters 
durch  directe  ersetzt,  aber  ebenso  häufig  umgekehrt. 

In  einer  anzahl  von  fällen  haben  auch  die  lebensumstände 
des  Obersetzers  auf  seine  Übersetzung  eingewirkt.  Er  ist  Pro- 
testant und  entfernt  specifisch  katholische  Wendungen ,  wie 
144,  3.  146,  24.  163,  5,  wohl  auch  144,  10.    162,  14;   seine 

kirchliche  correctheit  äußert  sich  in  manchen  Wendungen,  wie 

* 

*  Wenn  48,  20  aus  4  geworden  ist  4  oder  5 ,  so  liegt  darin  dem 
Zusammenhang  nach  eine  ermässigung. 

**  Ich  habe  solcher  Verkürzungen  nur  39  notiert,  von  erweiterungen 
verschiedener  arten  167 ;  unter  diesen  ist  wider  die  setzung  zweier  aus- 
drücke für  einen  einzigen  bei  weitem  am  häufigsten  (117  falle);  daß 
aber  Wetzel  Überhaupt  die  tendenz  zur  variierung  durch  synonyme 
u.  dgl.  hat,  beweisen  die  andern  fälle,  in  denen  aus  einem  ausdruck 
drei,  auch  vier,  aus  zweien  drei  oder  aus  formein  wie  aA  solche  wie 
abA,  aßbß  u.  dgl.  geworden  sind.    Beispiele  liefert  jede  seite  des  textes. 


192 


23.  J 


11,  1  12,  14,  39,  6.  85,  19.  136,  7.  142,  8  f,  143,  IL  144,6. 
154,  5.  175,  5.  Statt  der  einfacheren  Wendungen  des  ori^nak 
setzt  er  die  iimstäml lieberen  deutschen  anreden  an  fürsten  ein; 
ait  Sire  „  aUergnedigster  keyser*"  o.  dgL,  statt  voi  »euwer 
Mayesteth"  u.  ä. ;  wenn  die  königiu  von  Indien  sagt,  ak  sie 
noch  fanciiilla  gewesen  sei  u.  s.  f.,  so  wird  daraus  47,20  ^ein 
jung  freuwlein."  Auch  sonst  sind  Wendungen  der  loyalitat  und 
pietiit  genie  hinzugefügt;  vgl.  12,  10.  21,  24.  27,  23,  12. 
_^I,  2a  25,  41,  15.51,  5.  25,  54,  26.  71,  8.  72,  6.  19.  75,  23. 
,  3.  Für  die  Sittengeschichte  ist  es  vielleicht  von  interej 
daB  der  handkuli  in  reverenz  verwandelt  wird;  so  51,  26.  54,3, 
68,  9,  Zu  der  früher  angeführten  neigung,  die  zahlenangabeo 
zu  ermäßigen,  stimmt  es,  wenn  aus  i  lumi  74,  21  ein  Hecht,  aus 
mehreren  dörfern  79,  25eindorf,  aus  mehreren  städten  75,  9*20. 
eine  atadt,  ans  mehreren  gesandten  162,  23  ein  gesandter,  aus 
mehreren  Völkern  45, 23. 163, 4  ein  volk  gemacht  ist ;  nimmt  man 
aber  hinzu,  daL^  Kammus  statt  alcune  aue  gioie  et  anella  102,  15 
schlechtweg  „seine  edelgestein  und  ring*  mitnimmt  und  dhb 
an  die  stelle  de^  hermelins  121,  17  ein  viechbeltz  getreten  ist, 
so  mag  das  alles  doch  wohl  aus  den  einfacheren  socialen  nni 
politischen  Verhältnissen  des  Übersetzers  imd  seiner  heimat  er 
klärt  werden  *. 


3,     Spätere   auflagen    von    W  e  t  z  e  1  s    werk. 

Die  Übersetzung  Wetzeis  ist  1599  in  neuer,  unverander 
atiflage    erschienen  *^,      Der   tit^lbogen    ist   neu  gedruckt, 
fractur    statt   Schwabacher    schrift  und  auch  in  der  druckan^ 
Ordnung  etwas  verschoben.    Der  titel  lautet: 

Nutzliche  |   Vnd    «:antz    !u|stige    Hiätorisclie    Beschrei|bang 
dreyer  des  weitbekanti"  (ji|affer8,  Königs  zu  Serendippe  |  Söhnen 


Auf  unkenntniB  orieataliBcher  Verhältnisse  wird  es  beruhen,  d 
7  bei  der  erwähnun^  von  Rammwa*  mutter  der  zusatz  che  Soldaui 
.  weggelnsäen  ist;  Wetzel  hat  ihn  wobl  für  eelbutveratündlich  f^ehalt^riO 
**  Boheitaj?,  Geßchicht«  des  Romans  1,  92  föhrfc  dieselbe  an.    Ich 
habe  das  Wcilfenbüttlerexemplar,  das  einzige«  von  dem  ich,  nach  ein« 
iiiifrH|,'eini  LiterariHchon  Centralblatt,  durch  K,  Schröder  bestimm ie  kun^ 
erhalten  habe,  benutzen  können.    Es  äieckt  in  dem  mbchband  577 


I 


193 


I 


Reiß,  j^antz  artlicli  vad  |  lieblich  geetelt.  |  Jetz  nenwlich  atit^ 
Persisclier  in  I|taliäiiische,  rund  Ton  dieser  in  die  \  TeiUsche 
Spraacb  transferirt  |  vnd  gebracht.  |  (Vignette.)  |  Getrackt  zu 
Basel  in  verlelgung  Ludwig  Königs.  |    MDXCDC  ♦ 

In  der  vorrede  sind,  abgesehen  von  orthographischen  ab- 
weichungen  (die  aber  auch  nicht  zahlreich  sind)  nur  folgende 
abweichnngen  von  Wetzeis  ausgäbe  zu  vermerken: 

3,  10  geliebten  [*  4]  Vatterland.  4,  1  zeitlichen  [*  5|  und. 
4,  11  allein  [♦  6]  der,  4,  13  verstorbenen.  4,  21  reell tschaffnen. 
4,  22  außgenommcD)  [♦  7]  dienet.  5,  6  hat  leb.  6,  6  kurtz-[*  8] 
weiligen.  5,  20  Menf*  9]8cben.  6,  6  nit  6,  7  das,  [♦  10]  so, 
6,  13  ander.  6,  17  f.  weiß,  [♦  11 J  und.  7,  3  mehr  ettwas  solcher 
Matery.  7,  4  Bücherl*  12]reuber.  7,  15  wen[*  13]den.  7,  17  wol 
einen  weitbekanten.  7,  21  nit.  8,  2  weit  [*  14 j  fdrzuzieben. 
8,  6  nit.  8,  8  wollest  die  mein.  8,  14  ff.  haben.  [♦  15]  Geben 
zu  Basel ,  den  Zehenden  Aprilis ,  im  Jhar  nach  ChriBti  unsers 
HErren  Geburt  M  /D  .  XCIX.         [*  16  leerj 

Die  erzählung  selbst  aber  ist  durchaus  der  alte  druck  von 
1583,  ganz  und  gar  buchstaben-  und  seitengleich,  in  der 
Demhchen  schrift  und  mit  allen  druckfehlern  ** ;  also  haben  wir 
lediglich  eine  titelauflage  vor  uns,  in  der  die  noch  nicht  ver- 
kauften exemplare  von  Wetzeis  druck  mit  neuem  tiielbogen 
auf  den  markt  gebracht  worden  sind. 

Im  jähr  1630  erschien  eine  neue  bearbeitung  von  Weteels 
werk  unter  dem  titel  *** : 

Historische  |  Eeyse  Beschrei|buug  dreyer  vornehm-  berühm|teD 
Königs  Söhne  j  Welche  |  In  Fembden  [sie]  I^anden  viel  wunder- 
bar- I  hoch  vnnd  denckwürdige  Sachen  theils  erfahren,  |  Theils 
über  Selbsten  erwiesen,  vh  also  mit  verwnn|derung  ÄUlnnigliclter 
Huld,  auch  Endlich  |  groß  Ehr  vnd  Glück  erlanget  |  Hievor  voul 
Christoph  Armenio  de  ßoville  |  Aus  Persisch  in  Italienisch:  jetzt 
aber  in  bocblteutsche  Mutter  Sprach  versetzt  durch  |  Carolum  k 
Uhenav.  |  1630.  |  Leipzig,  In    Vorlegung  Johan  Großen  Buchf.] 


t*  Die  2.,  3,»  8.  und  drittletzte  zeile  rot 
*•  Der  druck    ist   üiim  teil  etwas  deutlicher   als    m   dem    andern 
exemplar:  29,  21  und  152,  17  zei^  sich  der  punkt,   aber  ganz  klein; 
42,  13  ist  das  ie  in  Spiegel  deutlich,  48,  6  das  ü  in  frile^   dagegen  ist 
das  B  136t  2i  das  komma  144,  6  gleichfalls  nicht  zu  sehen. 

***  Ich  verdanke  alle  notizen  Über   das  buch    Herrn    Dt,    Graef  in 
Wolfenbüttei,  der  djis  dortige  exemplar  für  mich  verglichen  hat. 

\L. ■ 


194 


—  Am  Schluß r  Gedruckt  zu  Gera,    dnrcb  Andreara  Matnitzscb, j 

In  Verlegung  Joliann  Grosaens  Buch  f. 

Libenau  hat  sein  buch  durchaus  aus  Wetzel  geschöpft] 
Er  sagt  zwar  in  der  vorrede:  i,DeiiD  als  ich  uff  rathsambs  Qut-I 
achten,  meiner  Eitere  und  Verwandten,  mich  za  erlernuug  fremb- ' 
der  Sprachen,  Sitten  unnd  Gebräucheo  auGwärtig  im  frembde 
Lande  begeben,  auch  endlichen  meinen  weg  in  Italien  genommeQ,! 
stieaae  mir  in  einer  selbiges  Landes  vornehmen  Stadt  unter  an- 
dern schön  und  lieblichen  Historien  Büchern  darauü  man  sichl 
des  Landes  Sprache  zuerholen  pfleget,  ungefehr  auch  dieses  för, 
welches  kuriz  zuvor  ein  wolgeübter  Sprach raeister  mit  Nameo 
Christoph  Armemus  [!]  de  Roville  ♦  aus  Persischer  Sprache  ia^ 
Italianische  versetzet.''  Wenn  man  sich  aber  Libenaus  leistungfl 
selbst  ansieht,  so  zeigt  sich,  daß  er  Wetzeis  werk  gekannt  haben 
muß  und  durchaus  nur  dieses  und  nicht  das  italienischej 
original  gekannt  haben  kann.  Die  vorrede  hat  weiterhin  den- 
selben inhalt  wie  die  Wetzeis ;  nur  kommen  zu  den  citaten  aus 
Augustin,  Sophokles,  Euripides,  Plato  noch  solche  aus  Plautus^^ 
Horaz  und  üvid;  dagegen  ist  die  bernerkung  über  die  ,bUcher-^ 
reuber*  ganz  weggelassen.  In  der  erzählung  selbst  habe  ich 
über  100  stellen  herausgehoben,  an  denen  Wetzel  in  charak-A 
teriötischer,  ein  zufälliges  zusammentreffen  aussch  liessend  er  weise™ 
vom  original  abweicht;  an  allen  diesen  stellen  stimmt  L.  mit 
Wetzel  überein,  nie  mit  dem  original  Christoforos*^*;  besond« 
beweisend  ist,  da(i  er  auch  Wetzeis  fehler  stet^  treulich  adoptii 
hat.  Dagegen  liat  er  Wetzeis  werk  sprachlich  durchaus  emeuej 
wenn  auch  nicht  eben  durchaus  verbeßert;  kein  satz  ist  mit  dem 
b**tre  ff  enden  Wetzeis  wörtlich  gleich;  sachliche  abweichungea 
finden  sich  nirgends. 

Ich  gebe  nur  drei  stellen  zur  vergleichung  mit  WetzeL 

38, 1—9  :  Der  Keyser  als  untsoiidenn  Verstände  begäbet,  im( 
ein  überautJ  gewisser  Schütze,  verheist  ihr  solclies  zu  tbun,  rünibl 


[Uli 

iertH 


•  Woher  L.  dieaen  beinamen  hat,  s.  o.,  weiß  ich  nicht 
**  Ich  führe  als  beBOxiderä  charakteristisch  an:  12,5«  15,25.  20,  2S 
21,  13.  25»  25.  26,  5.  27,  2.  41,  18.  54,  h,  61,  12-  62,  27.  70,  16.  74,1 
24,  85,  19.  01,25.  92,  G.  23.  110,24.  117,  3.  18.  118,  U.  119,  15.  121,1^ 
127,  11.    133,  9.    134,  19  W.    135,  24.    139,  12.    142,  3.    144,  3.    146, 
157,  6.  161,  20.  163>  5.  170,  11.  172,  21-  175,  l.  5. 


195 

hieraaff  seinen  Bogen,  nnnd  schenBt  mit  einer  höltzern  Engel  den 
Hirsch  hinter  ein  Ohr,  der  sich  nach  empfindnng  dessen,  wie  der 
anvernünfftigen  Thiere  Brauch  und  Natur  ist,  mit  einem  Fnsse 
hinter  dem  Ohre,  so  getroffen  worden,  kratzet,  darauff  der  Keys  er 
eylends  ihm  mit  einem  andern  zubereiteten  Bogen  einen  Pfeil 
durch  Fuß  und  Ohrn  verhafftet,  unnd  gethaner  Verheischung  nach 
den  Hirsch  fället. 

87, 1 — 4:  In  India  sagt  er  liegt  eine  Stadt  am  Meer,  mit  Namen 
Zeheb,  welche  vor  Zeiten  einem  reichen  Herrn,  doch  gewaltigen 
Abgötter,  der  einen  L5wen  vor  seinen  Gott  hielte  und  anbetete, 
unterworffen  gewesen. 

175,  18—176,  6:  Eurtz  hiemach,  schicket  Eeyser  Beramus 
nach  dem  dritten  und  Jüngsten  Bruder,  unnd  beut  ihm  zur  Danck- 
sagung  aller  von  Ihnen  dreyen  Ihm  erzeigten  Gut  und  Wolthaten, 
seine  Tochter  zur  Gemahlin  an.  Der  solches  mit  Danck  und  Frewde 
angenommen,  sich  bald  mit  starckem  Comitat  uff  den  Weg  nach 
deß  Berami  Residentz  gemachet,  und  daselbst  daß  Beylager  mit 
Königlicher  Pomp  und  Pracht  vollstrecket,  auch  nach  unlängstem 
Absterben  deß  Berami  deß  gantzen  Landes  Herr  und  König  worden. 
I    Ende.    | 

4.  Außerdeutsche  bearbeitungen  dos  italieni- 
schen   Werkes. 

Später  als  in  Deutschland  fand  Ghristoforos  roman  in 
Frankreich  anklang  und  Verbreitung.  Drei  Schriftsteller  haben 
ihn  nachgeahmt  oder  übersetzt:  der  absonderliche  polyhistor 
Franfois  Beroalde  de  Verville  (1558 — um  1612),  der  fruchtbare 
nachahmer  morgenländischer  märchenpoesie  Thomas  Simon  Gueu- 
lette  (1683 — 1766)  und  der  als  eifriger  bearbeiter  italienischer 
und  spanischer  litteraturwerke  thätige  Chevalier  de  Mailly  (um 
1650—1724).  Wieviel  Beroalde  in  seiner  'Histoire  veri- 
table,  ou  le  voyage  des  princes  fortunez'  (Paris  1610)  aus  der 
reise  der  söhne  Giaffers  entlehnte,  vermag  ich  nicht  zu  sagen, 
da  mir  sein  buch  unzugänglich  blieb.  Vermutlich  noch  weniger 
als  Gueulette  in  seinen  'Soirdes  bretonnes,  nouveaux  contes 
de  fees'  (Paris  1712.  Wiederholtim  Cabinetdesfe'es32, 17—176. 
1786).  Hier  nämlich  werden  nicht  bloß  die  namen  der  per- 
sonen  und  örtlichkeiten  geändert,  sondern  auch  der  gang  der 
erznhlung,    von    der  viele   teile    weggelaßen,    umgestellt   und 

13* 


durch  neue  einscliiebsel  unterbrochen  sind*  Dagegen  liefert' 
de  Mäillj  in  aeinem  anoDjna  erschienenen  werke  'Le  voyage 
et  les  avantures  des  trois  princes  de  Sarendip.  Traduits  du 
Persan'  *  eine  ziemlich  wörtliche  Übersetzung  des  italienischea 
textes,  freilich  ohne  dieser  quelle  zu  gedenken;  nur  gestattet 
er  sich  bei  der  ersten  und  zweiten  novelle  einige  einschaltungen  j 
erst  als  er  bei  der  4.  novelle  anlangt,  streicht  er  diese  nebst 
den  folgenden  geschichten  und  ersetzt  sie  durch  fünf  neue  er- 
zählungen  eigener  mache. 

Aus  de  Maillys  bearbeitung  gingen  dann  eine  englische, 
eine  deutsche  und  eine  holländische  überaetzung  hervor,  deren 
Urheber  sich  jedoch  nicht  genannt  haben  ***  Die  englische 
führte  nach  A.  Th,  Hartmann  ***  folgenden  titel: 

The  travels  and  adventares  of  tUree  princes  of  Sarendip* 
lTiterTiii.xed  with  eii^bt  deliglilfiil  and  entertaining  iiovels,  trans- 
lated  from  tlte  Persian  iulo  French  au  from  thence  done  into 
Englisb.    London  1722.    276  s.  8^ 

Die  deutsche  Übertragung  ist  betitelt; 
Der  Persianiäsclie  Robinson  Oder:  Die  Reisen  Und  gantz  sonder- 
babre  Begebenbeiten  Dreyer  Printzen  von  Sarendip  Wegen  ihrer 
Anmutbigkeit,  aus  dem  Persiatiiscbeu  in  die  Frantzusische  und 
ans  dieser  in  die  Teiitsclie  Spracbe  übersetzet.  Mit  Kupfern. 
Leipzig,  Bey  Moritz  Georg  Weidmannen.  Anno  1723,  2  bl, 
316  a.   8**  (Berlin,  Dresden); 

Die  holländiache  version  endlich: 
Persiaenscbe  Geschiedenissen ,  of  de  Reizen  en  wonderbacre. 
Ge Valien  der  drie  Prinsen  van  Serendib.  Bevattende  Een  reeli 
van  Aengenaeme  en  Leerasaenie  Vert^Uingen,  wetke  in  eenen  ssedr 
geestigeii  tränt  zyn  beschreeven,  en  liet  Vemiaek  met  het  Nut 
teffens  voorBtellen.  Uit  liet  Pei-siaenscb  vertaeld.  Eerste  Deel 
Met  fraeije  Printverbeeldingen  versiert,    Te  Leiden,  By  CorneUft! 


4 


I 


•  Pari»,  chesfi  Gnillaiime  Cavelier  file  1719.  8  bl.  +420  s,  +  2  bl  I 
mit  7  kupferaticbei)  (Berlin).  —  Amsterdam  1721  {Göttingen,  Weimmr)*] 
—  Recueil  de  voyagea  imaginaireB  25,  222 — 480  (1788).     Die  widmii 
ist  aa  den  obersten,  marqiua  de  Theeut  gerichtet. 

**  Le  Sage  hat  in    seiner  1723   auf  die   bQbne  gebracbten    poMcl 
^Arlequin  roi  de  Serendib*    ^Oeiivrea  choiaies  12,  1*    Amsterdam    1783),  I 
obwobt  der  titel  fiul'  de  Maillya  eracilblung  binzuweisen  scbeint,  nichifl 
von  deren  inhalt  benutzt, 

••*  Asiatische  perlenachnur  1800  b.  XXVL 


197 

van  Hoogeveen,  Junior.  MDCCLXVI.  6  bl.  +  340  s.  8*  mit 
6  kapferstichen  *N.  v.  d.  Meer  Jan.  inv.  ac  fec.'  Teil  2  beginnt 
nach  8.  168  mit  neuem  titelblatte.  (Berlin).  —  Im  'voorbericht 
aen  den  geachten  leezer'  berichtet  der  ungenannte  *uitgeever': 
*Dit  Werkje,  dat  wj  thans  door  den  druk  gemeen  maeken,  is  in 
de  Persiaensche  taele  beschreeven,  en  is  al  voor  eenige  jaeren 
in  onze  Nederduitsche  Taele  overgebracht  geweest,  hetwelk  mj 
gebleeken  is  uit  het  oude  handschrift  dat  ik  daeryan  ben  mächtig 
geworden'.  Beigefügt  hat  er  eine  3Vt  selten  einnehmende  Inhalts- 
übersicht. Von  der  französischen  vorläge  weicht  der  Übersetzer 
nur  in  unbedeutenden  nebendingen,  so  in  der  Zählung  der  dem 
könige  vorgetragenen  geschichten  (9  statt  8)  ab.  Die  bilder  sind 
von  den  kupfern  bei  de  Mailly  unabhängig. 

Als  letzter  ausläufer  nicht  eigentlich  von  Ghristoforos  Pere- 
grinaggio,  sondern  von  de  Maillys  bearbeitong  mag  noch  eine 
dänische  version  der  letzten,  erst  von  dem  Franzosen  ange- 
hängten novelle  angeführt  werden;  sie  beruht  auf  der  Ver- 
deutschung von  1723 : 

Aimazonte  Eller  den  Forstandige  Rone  Som  vidste  paa  en 
meget  god  Maade  at  vinde  og  igien  indtage  sin  Mands  hende 
fravente  Hierte.  Oversat  paa  Dansk,  som  et  stykke  af  den  Per- 
siske  Robinson.  Kiöbenhavn,  Tryckt  udi  H.  K.  M.  privileg.  Bog- 
trykkerie,  1729.  24  s.  8^  (Kopenhagen,  kgl.  und  Universitäts- 
bibliothek). —  Trykt  i  dette  Aar  (Kopenhagen,  kgl.  bibliothek). 

Das  Verwandtschaftsverhältnis  der  verschiedenen   bearbei- 
tungen  wird  ans  dem  folgenden  schema  deutlich  hervortreten. 
Christoforo  1557 


158 


Wetzel  1583(1599) 

Böroalde  1610 

G.  a  Libenau  1680 


Guealette  1712 


De  Mail 


Englisch  1722  Deutsch  172S 


j  1719 


Aimazonte 
dänisch  1729         Holländisch  1766 


198 


B.    Zitr  gesehi^Iite  der  einzeltien  norelleit, 

1.     Die    erprob  ung   des    schar  fsinns    der    drei 
p  r  i  n  z  e  ü    von    S  e  r  e  n  d  i  p  p  o  (s.  9 — 32)* 


I 


a)  Sie  beschreiben  ein  verlorenes  kameel,  nach- 
dem sie  dessen  fuCspnren  betrachtet ^  als  einäugige  unroUstun- 
digen  gebisses  und  hinkend,  beladen  mit  butier  und  hooig  und 
guritten  von  einer  schwangeren  frau  (s.  15 — 22)«  — 

Diese  scharfsinnsprobe  begegnet  liimtig  in  den  orientalisdieu  ^ 
ütteraturen*:  fl 

Persisch:  Ghaffari,  Nigäristän ,  d.  li.  Gerafildesaal  ( ver*  " 
faßt  1552)  nr.  1  *Von  Nezar  beii  Ma^d  ben  AMnan  und  seinec 
drei  sölmen*  ^=  deutsch  bei  Hammer,  üeschiclite  der  schönen  rede- 
künste  Persiens  1818  8,  308 ;  vgl  Ä.  Krafft,  Die  bss.  der  oriea- 
talischen  academie  zu  Wien  1842  nn  246  und  Pertscb,  Verz.  der 
pers.  hss.  zu  Berlin  1888  nr.  414.  Tabari,  Chronitiues  trad.  da 
persau  par  Zotenberg  2,  35ö  =  L6vi,  Revne  des  ^tudes  jalves 
11,  21L 

Arabisch:  Muhammed  el  Fäkihi  (um  900)  über  die  vier 
söhne  des  Nizär  bei  Taki  ed-Din  el  F{tsi  (Wustenfeid»  Chroniken 
der  Stadt  Mekka  2,  136,  4,  20.    Hnth,  Zs.  f,  vgl  littg.  2,  405). 


I 


•  Vgl.  Benfej,  Orient  und  occident  3,  264  (1864),  Bacher,  Monati- 
Bchrift  für  geach.  des  JadentumB  V870,  68. 1873,  332.  Perlefl,  ebd.  1873,64., 
J.  Lüvi»  Revae  des  ö tut! es  juives  11,  209  *Le  cbameau  borgne*  (1885)* 
BaMet,  MtHuaine  2,  508.  541.  575  'Une  fabla  de  Lafontaine  et  les  cont«« 
orientaur  (1885),  G.  Hutb,  Mitteilungen  dei  akadem.  Orientalisten^ 
Vereins  zu  Berlin  2,  6—20  (188y)  'Zar  vergleichenden  litteraturknnde 
dea  Orients*  und  Zs.  f.  vergl.  litteraturgeech,  2.  405  (1889).  8.  FrJlnkel, 
ebd.  3,  320  (189ü)  *Die  Bcharfainnsproben.*  S.  Singer,  Zb.  dea  Vereins  f. 
Volkskunde  2,299  'SagengeBchicbtliche  parallelen' (1B92).  Ldw.  Frünkel 
ebd.  3,  %  und  Germania  36,  310.  37,  38.  12U.  Prato,  Zs.  d.  v.  f.  voUm 
knnde  4,  347  *Zwei  epiaoden  aua  zwei  tibetaniscben  novellen*  (1894). 


I 


Mfts'oiidi,  Prairies  d*ür  trad.  par  Barbier  de  Meyoard  3,  228 
c  46,  Me'idani,  Praverbes  trad.  par  Quatremere  1  ur.  32  (Jour- 
nal asiatique  3.  BÖrie  ö,  246.  1838)  =  ISasset,  MMusiiie  2,  509 
z=  Prato,  Zs.  d.  v.  f,  volksk.  4,  Bö3.  Ibö  Bedroim,  Commentaire 
du  po^^me  d'  Ihn  ^Äbdoun  ^d,  Dozy  1848*  Themarät  el  aouräq 
bei  CanssiD  de  Perceva!,  Essai  sur  Tliist  des  Arabes  3, 187  (1847) 
vgl.  1,  123.  189.  Hammer  und  Q,uatremere  eitleren  noch  den 
roman  Antar  (vgl.  Hammer,  Jahrbiicber  d.  litt.  6,  258.  Wien  1819), 
Kitab  el  Aghani,  Haivetol-Haivan ,  Abo«  Bekr  ben  Hodjdjah, 
1001  nacht;,  deutsch  von  Habicht,  v.  d.  Hagen  und  Schall  11,  3 
ur,  458  ^Geschichte  des  snltans  Yemen  und  seiner  drei  s^hne'  = 
J.  Scott,  Arabian  nightB  6  (1811)  nr.  329,  —  Hauoteau,  (iram- 
maire  tamachek'  18^  p.  146  (6,7)  =  Melusine  3,  14L  Stumme, 
Tnnisische  märchen  2,  123  nr.  13  *Die  drei  Mnhammed"  (1893), 
Hebräisch:  Babjioniecher  Talmud ,  traktat  Sanhedrin 
(6,  jahrh,)  bl.  104a  =  2,  3,  239  der  Übersetzung  von  A.  Wunsche 
(1886— 89)  j  vgl  Perles,  Mtschr.  1873.64.  Levi,  Revue  11,  214, 
Singer,  Zs.  d.  v,  f.  volksk.  2,  299,  S.  FriUikel,  Zs.  f.  vgl  littgesch. 
3,  221.  Hershon,  Talmudic  miscellany,  —  Mldrasch  Echa  rab- 
bati  übersetzt  von  Wünsche  18B1  s.  51  und  VII  (zu  Klagelieder 
1,  1  aus  dem  8.  jahrh.)  vgl  Bacher,  Perlea,  Levi,  S.  FrilnkeL 

—  Simon  Darsclian  (13.  jahrh.) ,  Midrasch  Jalküt  2,  bl.  166b  j 
vgl.  L6vi  11,  216  und  Fränkel  3,  230.  ~  Statt  des  kameels  er- 
scheint ein  pferd  im  Maase-bucli  1602  =^  Grünbaum,  Jüdisch- 
deutsche Chrestomathie  1882  s.  435  —  Tendlau,  Fellmeiers  abende 
1856  8.  93  ==  Levi,  Revue  11,209  und  Melusine  2,  ö41  =  Prato, 
Zs*  d.  V.  f.  volksk.  4,  356. 

Türkisch:  Turkish  evening  entertainments ,  transL  by 
J.  l\  Brown  1850  (nach  Ahmed  ihn  Hemden  Suhayli,  'AjÄ'ib 
el-ma'dsir  wa  ghara'ib  en-nawÄdir,  geschr.  um  1630) ;  vgl.  Clou- 
öton,  A  gronp  of  eastern  romances  1889  p.  512.  Radioff,  Proben 
der  volkßlitteratur  der  türk.  stamme  Südsibiriens  3,  389  (1870) 
=  Melusine  2,  511  =  Prato,  Zs,  d.  v.  f.  volksk.  4,  355:  *Die 
drei  söhne*.  —  Radioff  4,  123  'Der  gestohlene  ziegeF;  6,  145 
*Der  dieh\ 

Indisch:  Schiefner,  Indische  erzählungen  (ans  dem  Kand- 
jur)  nr  46  'Der  prinz  Dshivaka  als  köuig  der  ärate'  (Mt^langes 
asiatiques,  tires  du  bull,  de  Tacad.  de  St.  Petersbourg  8,  498. 
1877)  ^  Ralston ,  Tibetan  tales  1882  p.  96  nr.  6  =  Prato  4,  348. 

—  Pull^,  ün  progenitore  indiano  del  ßerloldo  (Studi  editi  dalla 
universit^  di  Padova  vol.  3,  nr.  U.  1888)  p.  28  nr.  7  *Lo  spiegatore 


i 


4 


4 

i 

4 


200 


dei  BegnV  —  Prato  4»  349.  —  Während  in  diesen  beiden  fassungeo 
ein  elephaut  an  stelle  des  kanieels  getreten  ist  und  in  einer 
entsprechenden  ersälxlung  aus  Eirzapnr  (North  iadian  notes  and 
qneries  3,  85  nr.  175  *The  wit  of  the  four  brothers'.  1893)  ein 
eumugiger  egel  erscheint,  hat  sich  in  einer  taronlischen  erzählong 
das  kameel  erhalten;  Vier  geheimratmiuister ,  deutsch  von  Chr, 
Eama  Ayen  1854  g.  9 ;  vgl.  Wilson,  Cat.  of  the  Mackenzie  collection 
1,  220  {1828):  Alakeswara  Katha  =  L6vi,  Revue  11,  213  ^ 
CiouBton,  Ä  group  of  eastern  romances  and  stories  1889  p.  194, 
cf.  511. 

Unter  den  europüiachen  fassungen  ist  eine  novelle  des 
Lnccheaers  Giovanni  Sercambi  (1347  —  1424)  die  wichtigste,  weil 
sie  weit  älter  als  der  Peregrinaggio  Christ oforos  ist:  Sercambi, 
Novelle  ed,  Renier  1889  nn  1  *De  sapientia';  vgl,  Rua,  Zs,  f. 
volksk.  (Veckenstedts)  2,  250  und  Prato,  Zs.  d,  v.  t  volksk.  4, 358, 
—  Auf  Christoforo  beruhen:  Gueulette,  Soirees  bretonnea  1712 
p.  312  ==  Cabinet  des  Um  32,  153  (1786);  de  Mailly,  Le  voyag« 
des  trois  princes  de  Sarendip  17i9  p.  12—22;  Der  Persianisehe 
Robinson  1723  s.  13 — 21;  Persiaensche  geschieden issen  1766 
8.  12—21,  Eine  freie  bearbeitung  nach  de  Mailly  (oder  Gnea- 
lette)  liefert  Voltaire,  Zadig  chap.  3  *Le  chien  et  le  cheval'  (zuerst  j 
1747;  vgl,  Frerou,  L'ann^e  litt^raire  1767,  l,  145^158  'Anirel 
Plagiat  de  mr.  de  Voltaire*;  L^vi,  Revue  11,  210;  Seele,  Vol- 
taires roman  Zadig,  Leipziger  dies.  18919.183  Prato,  Zs.  4, 360). 
W.  Hauff,  Milrcheu  von  Äbner  dem  Juden,  der  nichts  gesehen 
hat  (1827,  nach  Voltaire)  =  Werke  4,  166  (1869),  Herder  und 
A.  J.  Liebeskind,  Palmblätter,  erlesene  morgenländische  erzilh- 
luugen  tiir  die  jngend  3,61  (1796)=  ed.  Hellinghaus  1890  8,155 
nr.  54.  *Da8  verlorene  kameel  und  die  drei  aufmerksamen  brüder^ 
Fem  nöjsamraa  berJlttelser  alt  läsa  wid  qwällsbrasan.  1)  den 
forlorade  kamelen.  Jönkoping,  J.  P.  Lundström  1841  (rep.  1845); 
vgl,  Bäckströra,  Svenska  folkböcker  1845  2,  öfversigt  s.  86  nr,  06,1 
~  Entfernter  steht  Krauss,  Sagen  und  mttrchen  der  Sudslaveu 
2,275  nr.  122  (1884):  *Die  drei  klugen  briider' =  Melusine  2.  515. 
Eine  indianische  scharfsinnsprobe  ähnlicher  art  citiert  Gaidox, 
Melusine  3,  328  nach  den  Annales  de  la  propagation  de  la  foi 
6,181;  eine  andere  bei  Clouston,  Eastern  romances  1889  p.  512. 
b )  Die  prinzen  erkennen ,  daß  der  wein  auf  des  kaiser 
tafel  auf  einem  grabe  gewachsen ,  das  gebratene  lamm  einslj 
von  einer  htindin  gesäugt  ist,  nnd  dafi  einer  der  rate  de 
forsten  diesem  nach  dem  leben  trachtet  (s.  22—32),  Vermutlicfc 


^  ;o^  j;^  ^ 


ist  die  dritte  äußemiig,  wie  schon  Benfej  gesehen  hat  ^  von 
Christoforo  aus  schieklichkeitsrücksichten  für  deu  sonst  in  den 
orientalischen  paralleij^e schichten  auftretenden  zug  eingesetzt^ 
daß  der  ffirst  aus  einem  ehebruche  seiner  mutter  hervorge- 
gangen sei. 

I  Persisch:  GLaffari,  Nigäristän   nr.    1    bei  Hammer  1Ö18 

8,  309, 

Arabisch:  Takl  ed-Din  el  FAsi  (Wiistenfeld,  Chroniken 
der  Stadt  Mekka  2»  21).  Meid;\ni »  Troverbes  trad,  par  Qnatre- 
m^re   (Journal   asiatiqae   3.    serie   5,  249)  =    Basset,   Mehisine 

2,  510  =  Hath,  Zb.  f.  vgl.  littgesch.  2,  406  =  Prato»  Zs.  d.  v. 
f.  volkßk.  4,353.  1001  nacht  deutsch  von  Habicht  11,  6iir.  458. 
Stumme  2^  125.  —  Die  unechte  abstammuiig  des  sultans  v^ird 
von  einem  genealogisten  erkannt  IfXJl  nacbt  11,14  nr.  459:  MUe 
drei  gauner  und  der  sultan',  and  14»  59  nr,  892  ^Der  könig  und 
sein  söhn*. 

Hebräisch:  Talmud,  traktat  Sauhedrin  bl,  104a.  —  Midrasch 
Echa  rabbati  übers,  von  Wünsche  18818.  48  (zu  Klagelieder  1,  1) 
^  Perles,  Mtschr  1873,  ßS  —  S.  Fränkel,  Zs.  f.  vgl.  littgescb, 

3,  229.  ^  Midrasch  Jalkut  2,  bL  166b  =  FrJinkel  ebd.  3,  230. 

Indisch;  B&itdl  Pachisi,  deutsch  von  Oesterley  1873  8.  159 
nr.  23  *Von  dem  brahman  Gobiud  und  Beinen  vier  söhnen'  (reis 
auf  einem  grabe  gewachsen,  weib  mit  Ziegenmilch  genährt^  haar 
im  bette  gespürt) ;  dazu  s.  212  und  199  zu  nr.  10.  —  Pull^,  ün 
progenitore  indiano  del  Bertoldo  1888  p.  22.  Weber,  Geschichte 
vom  prinzen  Uttamacaritra  ( Sitzungeber.  der  Berliner  akad.  1884, 
288 ;  vgl,  308.  Pferd  von  einer  büffelkuh  gesäugt)  =  Prato,  Zs. 
d.  V.  f,  volksk,  4,  350.  Minayeff,  Indische  m Streben  und  legenden 
aus  Kaniaon  (niBsiscIi)  1877  s.  61  =  Dragomanov^  Melusine  2,  575. 
—  Radioff,  Volkslitteratur  der  türk,  stamme  3,  391  (1870)  = 
Prato,  Zs.  d.  V.  t  volksk.  4,  356.  Radioff  4,  125.  6, 147.  North 
indian  notes  and  queries  3,  85  nr.  175  (reis  gestohlen,  batter  von 
Überresten,  fleisch  vom  hunde,  fürst  bastard). 

Europäische  Versionen :  Sercambi ,  Novelle  nr.  1  ed. 
Renier  =  Prato»  Zs.  d.  v.  f.  volksk.  4,  359  (lamm  von  einer 
bündin  gesäugt,  wein  von  einem  totenacker),  —  Cento  nuvelle 
antiche  ed.  Biagi  1880  nr.  3  *D'iin  saviogreco,  che  uno  re  teneva 
in  prigione,  come  gindlc^  d'uno  destriero'  und  nr  143;  vgl. 
A,  d'Ancona,  Romania  3,164  (pferd  mit  eselsmikh  genährt,  wurm 
im  edelstein,  könig  eines  bäckers  söhn),  Clnque  novelle  antiche 
pubbl.   da  Papanti  1851  ar.  3.   Donati    vita  Vergilii   c.  10  (im 


202 


I 
I 


15,  jahrli.  interpollart:  Angostiig  sohQ  eines  bäekera);  Tgl.  Com- 
paretti,  Virgil  im  mittelalter  1875  s.  301.  —  Enxeraplos  nr.  247 
(Gayangos,  Escritores  en  prosa  anter.  al  giglo  15.  1860  p.  508: 
pferd  mit  eselBmilcli  genilhrt).  —  Saxo  gramraatictt» ,  Historia 
danica  1,  1,  145  ed.  Müller  1839  =  Simrock,  Quellen  des  Shak- 
ßpeare  1,  112  (1872);  vgl.  Olrik,  Zs.  d.  v.  f.  volksk.  2, 119  and 
Kildeme  til  Sakses  oldhistorie  2,  158  (1894):  das  brot  schmeckt 
nach  bhil,  das  bier  nach  eisen,  das  fleisch  nach  Verwesung,  könig 
and  köüigin  stammen  von  knechten  ab.  —  Kristensen,  Aeveotyr 
fra  Jyüand  2  (1884)  nn  20  *De  kloge  stadenter'  (das  fleisch 
schmeckt  nach  einem  hunde^  der  wein  nacb  leichen,  der  wirt  iät 
ein  bastard).  —  Stier'Erdölyi ,  ungarische  sagen  und  märebea 
1850  nr.  2  *Der  tranm'  ^  M^hisine  2,  516  =  Jones- Kropf,  Folk-  ■ 
tales  of  tlie  Magyars  1889  p.  121  (wein,  hrot,  könig),  —  Eni-  ^ 
fernter  stehen  andre  scharfsinnsproben,  wie  die  des  weisen  IJeykar 
(1001  nacht  13,  86  nr.  563  Breslau,  Lidzbarski,  Geschichten  ans 
den  nee-aramäischen  haudschriflen  zu  Berlin  1896  s.  3),  oder  Ak jrios  ^ 
(Jagic  n.  Knhn^  Byzantin.  zschn  1, 107, 1892)  oderPtochoIeon  ( Krnm-  fl 
bacher»  Gesch.  der  byzantin.  litt.  18918.  401.  Wesselotsky,  Archiv 
f.  slav.  Philologie  3,  577.  9,308,  Benfey,  Kleinere  seh rift«n  3,  181). 
Anch  bei  Cervantes  (Don  Quixote  7,  c,  6  =  2,  94  der  Tieckscheo 
übersetzang  1860)  behauptet  ein  weinkoster,  der  wein  schmecke 
nach  eisen ^  der  andre  dagegen,  nach  leder,  und  schließlich  findet 
sich  im  fasse  ein  schlussel  an  einem  lederrienien.  Dieselbe  aneo- 
dote  lief  im  october  1879  als  kürzlich  geschehen  durch  die 
Zeitungen, 

Auf  Christofbro  beruhen :  Gneulette,  Cabinet  des  f^es  33, 158 
—  159;  de  Mailly  1719  p.  22—40;  danach  der  Persianisclie  Ko 
binson  1723  s,  21—34  und  Perslaenache  geack  1766  s.  21^38. 

27,6  Weiberhaben  lange  kl  ei  der  undkurt£e 
sinn]  vgl.  91, 26.  Wander,  Deutsches  sprichwörterlexikon,  1 , 1 109 
nr,  97.  120.  440.  5,  46  nr.  1003  f.  Liebrecht,  Orient  nnd  occi- 
dent  3,  371.  Zingerle,  Die  deutschen  Sprichwörter  im  mittelalter 
1864  8.  35.  194.  Giusti-Capponi,  Raccolta  di  proverbi  tuscani 
1871  p.  93:  *Le  donne  hanno  liuiglii  i  capeUi  e  corto  il  eervello', 
Auch  bei  den  Persern  gebräuchlich. 


I 


2.     Die    Wiedergewinnung    des    entweudeiei 
Spiegels   der  gercchtigkeit  (s.  32 — 52). 

ä)  Behrani  erzählt  voti  deu  elgenschafteü   und  dem  v  e  r* 


1 


laste    des    Spiegels.     Die    aöhne    Giaffers    reisen   nach 

Indien  ab,  nm  üuj  zurückzuholen  (s,  33 — 36). 

Die  lüittel alterliche  sage  kennt  z  anb  e  rs  p  i  e  gel  in  Ale- 
xandria,  Rom,  Konstantinopel  n.  a.,  die  wie  Dscbemscljids  becber 
oder  die  sänle  in  Wolframs  Parzival  v.  17694  alle  vorginge  auf 

tder  ganzen  weit  erkennen  lassen  and  dadurcli  die  wolilfahrt  des 
Staates  sicliem.  In  andern  fUllen  zeig^  ein  zauberepiegel  einem 
einzelnen  die  ferne  geliebte  oder  wichtige  Vorgänge  in  der  heimat 
(Gesta  Romanorum  102) ;  oder  er  antwortet,  wie  im  niärchen  von 
Sneewittchen  (Grimm  nr.  53;  anders  Pilre^  Fiabe  pop.  siciliane 
nr,  38)t  auf  einzelne  fragen.  Bisweilen  trübt  sich  das  spiegelglaBi 
wenn  nacli  einem  lasterhaften  menscben  gefragt  wird  oder  ein 
solcher  hineinblickt  (1001  nacht  6,  130  der  Breslaiier  liberaetzg» 
Plateu,  Die  Abassiden,  4,  gesang,  Musllus»  Volksmärchen :  RichildeJ, 
Nirgends  aber  finden  wir  sonst,  daß  wie  im  Peregrinaggio  der 
iibelthflter  selbst  durch  das  hineinschauen  verwandelt  wird  und 
schwarz  bleibt,  bis  er  seine  schuld  gebüBt  hat.  Vgl.  die  reichen 
nachweise  von  Huth,  Zs.  f.  vgl.  littgesch.  3,  300—313;  dazu 
Comparetti,  Virgil  im  mittelalter  1875  s.  256,  Schack^  Helden- 
sagen von  Firdusi  1865  s.  37.  307.  Herder,  Werke  24,  425  ed. 
Suphan.  Wtislocki,  Zs,  der  d,  morgenL  gesellsch,  41,451.  Schott, 
Walachische  märchen  1845  nr  13.  Hahn,  Griech.  und  albane- 
sische  mKrchen  1864  nr  61  und  51  (drei  brnder  suchen  den  ent- 
führten Spiegel).  In  einem  modernen  türkischen  romane  von 
Witsen  Tiikijau,  Dürbin-i  aschk,  d,  h.  Fernrohr  der  liebe  (Kon- 
stantinopel 1872;  vgl.  Schott,  Sitzgsber.  der  Berliner  akaderaie 
1884,  131)  erscheint  statt  des  zauberspiegels  ein  zeitgemätSeres 
fernrohr. 

Chrlßtoforo  ist  benutzt  von  Guenlette  (Cab.  des  fees  33,  75. 
112  *8tatue  de  verit4\  147  *niiroir  de  sagesse') ;  übersetzt  von  de 
Mailly  (1719  p.  40—48) ,  auf  dem  der  Persianische  Robinson 
(1723  s.  34—40)  und  die  Peraiaensche  geschiedenissen  (1766 
8,  3& — 45}  bernhen. 

b)  Da  Behram^  lieblingasklavin   Diliramma  (Dil-anim   == 

herzberuhigend}    nicht    seinen    meisterschuß    auf    den 

h  i  r  8  c  h  bewundert,  läßt  er  sie  gebunden  in  den  wald  führen; 

dort   findet   sie    ein   alter  kaufmann   und    führt   sie   mit  sich 

(s,  36—41). 

Firdusi  erzählt  in  seinem  101 1  abgeschlossenen  Königs- 
buche (Schah  nameh.  Le  livre  des  rois  pubL  par  J,  Mohl  5,  507, 
buch  34.  1866  —  5,  405  des  sonderabdrucks  der  Übersetzung  v. 


204 


^ 


j.  1877)  vom  prinzen  Belirani  V.,  zubeoannt  Gür  ♦)  folgende  ge- 
schichte»  die  ich  liier  nach  der  französischen  pro8anbertrag:iiiig 
Blohls  und  der  genanereii  italienisclien  von  J.  Pizzi  (Storia  dcUa 
poeBia  persiana  1894.  2,  228.  vgl.  149,  185)  deutsch  wiedergebe: 

„Einst  zog  Behram  mit  seiner  geliebten  lantenspielerin  oluie 
gefolge  auf  die  jagd,  Azadeh  (Edel)  war  der  name  dieser  GrieditOf 
deren  wangen  wie  korallen  anjGnsehen  waren,  Sie  war  de©  hddeo 
lUBt  und  herzenswonne,  stets  hatte  er  ihren  namen  auf  den  lippen. 
Für  diese  jagd  lieö  er  ein  dromedar  bringen  und  schmückte  dessen 
rücken  mit  leuchtendem  brokatstoffe;  vier  bügel  hingen  von  ihm 
herab,  zwei  von  silber  und  zwei  von  golde,  jeder  aber  mit  edel- 
steinen  geziert.  Neben  seinem  k5cher  trug  Behram  eine  kogel- 
armbrnst;  denn  in  jeder  fertigkeit  war  der  held  meister. 

Zwei  gazellenpaare  kamen  dahergetrabt,  da  wandte  sich  der 
kühne  zu  Azadeh  und  sprach  lächelnd:  '0  da  mondgleicbe,  wenn 
ich  nun  meinen  bogen  gespannt  und  den  daumen  in  seinen  ring 
gesteckt  liabe,  welche  der  tliichtigen  gazellen  soll  ich  mit  dem 
todbringenden  pfeOe  niederstrecken?  Das  wei beben  ist  jung,  das 
niltnnchen  aber  alt\  —  '0  du  Rwenherziger\  sprach  Azadeh,  *üichl 
kämpfen  beiden  wider  gazellen.  Doch  verwandle  da  das  Weib- 
chen durch  deinen  pfeil  in  ein  männchen  und  laÖ  ebenso  das 
inihinchen  zu  einem  weibchen  werden!  Wenn  sie  dann  die  flucht 
nehmen,  treib  das  kameel  zu  schneitem  laufe  und  schieß  eine 
thonkngel  auf  die  gazelle,  damit  sie  sofort  das  ohr  zur  schul ler 
neige  und  sich  mit  aufgehobenem  fuüe  daran  kratze !  Dann  durch- 
bohre mit  einem  einzigen  pfeile  fuß  und  köpf  samt  dem  obre, 
wenn  du  wirklich  begehrst,  daß  ich  dich  als  die  Zierde  der  weit 
preise !' 

Ftugs  spannte  ßehram-Gür  die  bogensehne  und  ließ  einen 
schrei  über  die  stille  ebene  liinschallen.  Im  köcher  hatte  er  einen 
pfeil  mit  doppelter  spitze,  der  für  die  wilden  tiere  der  wüste  be- 
stimmt war;  mit  diesem  harten,  zwiefacbge spitzten  pfeile  schoß 
er,  sobald  sich  die  gazellen  zur  Üucht  wandten,  dem  männeben 
beide  hörner  fort,  daß  die  schöne  darob  staunte,  weil  so  das  miinn- 
chen  durch  den  verlast  der  hörner  einem  weibchen  gleich  ge- 
worden war.  Der  Jäger  aber  traf  nun  die  stirn  des  weibcbens  ^ 
mit  zwei  pfeilen,  die  hier  wie  hörner  hervorragten,  während  dieH 
bmst  von  dem  hervorstrbmenden  blute  gerötet  wurde.     Alsbald     ' 


♦  d.  h,  wildeaeL    Wie  Mirkbond  (The  garden  of  punty,  transL  hj 
E.  liehatsek  1,  2,  356.  1892)  berichtet,  hatte  er  einst  einen  löwen  tmd 


einen  wildenel,  die  mit  einander  kämpften^  mit  demselben  pfeile  getdlei. 


I 


trieb  Behram  das  kameel  hinter  dem  andern  gazellenpaare  ber 
und  legte  eine  kagel  in  die  tiöbhmg  seiner  kngelarmbmat  und 
ßch#ß  gerade  ins  olir  der  einen  gaÄcUe;  zufrieden  war  er  mit 
dem  Rchnsse,  denn  diese  stelle  hatte  er  treifen  wollen.  Sobald 
nun  die  gazelle  das  getroffene  olir  mit  dem  fuüe  kratzte ,  lej?te 
der  beld  einen  pfeil  auf  den  aus  Ciaci  ♦  stammenden  bogen,  scbnelUe 
ihn  ab  und  durcli bohrte  mit  dem  scharfen  geschosse  köpf  und 
cdir  und  fuß. 

Die  Jungfrau  empfand  mitleid  mit  der  gazelle;  der  königs- 
solin  aber  sprach :  *Wenn  ich  die  wilden  tiere  niederstrecke,  töte 
icb  leicht  tausend  auf  dieselbe  art,'  —  'Acli' ,  rief  die  jungfmu, 
'wabrlicli  dn  bist  Ähri  man  selber;  wie  konntest  du  sonst  auf  solche 
weiße  morden  r  Da  streckte  Bebraui  seine  band  aus  und  schleu- 
derte sie  jählings  ans  dem  hoben  sattel  zur  erde,  daß  sie  hart 
niederstürzte,  trieb  sein  kameel  auf  die  mondgleiche  Jungfrau, 
dalj  ihre  band,  ihr  huseu  und  ihre  laute  von  ihrem  blute  besudelt 
wurden»  und  rief:  '0  du  tbörichte  lautenspiel  erin,  muBtest  du  auf 
meinen  schaden  sinnen?  Wäre  meine  brüst  oder  mein  arm  beim 
abschieBen  der  pfeile  kraftlos  geworden,  so  hStte  mein  erlauchtes 
geschlecbt  schände  durch  den  fehlschnss  empfangen/ 

Seitdem  Behram  sie  unter  den  fußen  des  kameels  hatte  zer- 
treten lassen,  nahm  er  nie  wiederum  ein  w^ib  mit  auf  die  jagd/ 

Abweichend  berichtet  1196,  also  fast  zwei  Jahrhunderte  später, 
Nizänii  in  seinem  epos  Sieben  sei lönheiten  (Heft  peiger;  Ham- 
mer, Redekünste  Persiens  1818  s,  114.  Pizzi ,  Poesia  persiana 
2,  185.  Bentey,  Orient  und  occ.  3,  262)  dieselbe  begebenheit, 
Hehrams  favoritin  beißt  hier  Fitne  (arabisch:  Verlockung,  Un- 
ruhe); nicht  eine  gazelle,  sondern  ein  wildesei  ist  es,  dessen  klaue 
und  ohr  der  könig  auf  ihre  aufforderung  hin  mit  demselben  pfeile 
trifft;  und  während  er  seitdem  zum  andenken  die  in  gold  gefaßte 
klaue  als  Ohrgehänge  trägt,  entrinnt  Fitne  glücklich  der  totung, 
die  Behram  nicht  selber  vollziehtj  sondern  einem  mitleidigen  henker 
überläßt,  und  wird  nach  sechs  jähren  wiedernm  mit  dem  kiinige 
vereinigt^  als  er  auf  der  jagd  zutällig  zu  ihrem  zuüuchtsorte  ge- 
langt, Ob  auch  die  von  Ethe  (Verhandlungen  des  7.  internatio- 
nalen orientalistencongresses ,  serait.  section  1888  s.  35)  aufge- 
wühlten persischen  nachahmnngen  des  Nizamischen  gedichtes  diese 


*  Vgl.  dazu  Pizzi,  L'epopea  persiana  e  la  Tita  e  i  costumi  dei 
ieinpi  eroici  di  Persia  1888  p.  232.  —  Ueber  dai  bogen schieasen  der 
Perser  hiindelt  Hansard,  The  book  of  archery  1840  p.  122.  132  pl.  8,9; 
ebd.  p,  237  beachretbiing  eiueti^  8toiie*bow  (kugeUcbnepper). 


gesell  ichte  enthalten,  bleibt  noch  zu  uotersnchen  *;  es  sind:  die 
acht  Paradiese  des  Amir  Khasrau  v,  j,  1301,  die  sieben  pavilloni 
des  Halifi  (f  1521),  die  siebeu  planeten  des  'Aiscbi  (1659)  und 
drei  werke  des  Kwäjah  Hidäyat-ullah  ans  Rai,  des  Mir  Ma*süin 
Safawi  Niirni  und  des  ScIiariijU  Käachif.  Zwei  hindoÄtaniache  ^ 
bearbeitungeii,  Qissa  i  Baliram  o  Gülandäm  (um  1680)  und  Haft  ■ 
paikar  von  Haidari  (um  1800j,  führt  Garcin  de  Tassy,  Histoire 
de  la  litt^rature  hindoui  et  hiudonstani  1,  209  (1839)  an.  Dati 
die  erKlihlung^  im  volk&nmnde  weiter  fortlebte,  bezeagt  eine  1810 
VüD  Malcolm  (History  of  Persia  1,  119,  1816)  in  einem  thale 
siwiscben  Sckiras  und  Ispahan  vernommene  fassnng.  —  In  Deutsch- 
land war  die  fabel  von  dem  m eis terecb aase  schon  vor  der  ab- 
fassung  des  Peregrinaggio  verbreitet;  denn  Seb.  Frauek  fttlirt 
1541  als  beiBpiel  einer  lüge  die  redensart  an;  *Er  traf  den  hir^cli 
zum  hindern  klaweu  hinein,  daB  im  durch  bede  orlm  hiiiaoB 
gieng*  (Franck»  Sprichwörter  1,52.  1541  ^  Sprichwörter,  schöne 
weise  klagreden.  Frankfurt,  Egenolf  1548  bl.  149b,  1  =  Eyering, 
Proverbiorum  copia  2,  447.  1601.  Wander,  Sprichwörterleiikoti 
2,  680  nr,  32).  Desselben  Schusses  nihmt  sich  in  Hans  Sacbsens 
meistediede  vom  verlogenen  edel  manne  (Dichtungen  hsg.  von 
Goedeke  l,  128:  vom  jähre  1546)  ein  autschneider.  worauf  sein 
kuecht  den  merkwürdigen  verfall  dadurch  erkblrt,  daß  der  hirsch 
sich  gerade  am  obre  gekratzt  habe  (übergangen  von  Müller-Fraa- 
reuth,  Die  deutschen  liigeudichtungen  1881  s,  78).  —  In  der 
2.  novelle  (Jhristotbros  (unten  3  d)  kehrt  derselbe  Stoff  wieder. 

UebersetEt  von  de  Mailly  (p.  48—59),  danach  im  Persianiscben 

Robinson  (s.40— 48)  und  Persiaenscbe  geschieden issen  (s,  40^-55). 

c)  GittiTers  söhne   befreien    die   indische   ko&i- 

g  i  11  von  der  aus  dem  naeere  aufsieigenden  ränberischen  hand 

lind  lösen  ihre  beiden  fragen  (s.  41  —  52). 

a)  der  erste  b  e  z  w  i  n  g  t  die  z  a  u  b  e  r  h  a  n  d  durch  aua-  ] 
strecken  zweier  finger  (b.  41—44).  —  Soniadeva,  Märcbensanim- 
lung  übers,  von  Brockhans  1,  34  cap.  5  (1843).  Ueber  die  Ver- 
treibung einer  segensreichen  zauherhand  vgl.  Einaiut  Oolla,  Ba- 
har-Dannsh  trausl.  hy  J,  Scott  3,  137  (1799).  üeber  den  kämpf 
vermittelä  der  finge  r  spräche  Oesterley  zu  Pauli ,    Schimpf 


*  Hatins  gedieht,  von  dem  in  München  eine  bs.  Hegt,  hatte  Ue 
gehftimrat  dr.  W.  PerUch  in  Gotha  die  gute  zn  nnt^rsaclien ;  leider  «ü"-] 
gab  ilie  prüfnng  eiu  uegativea   reaultat  für  die  frage   nach    der  qaell 
Chrifitaforoa. 


207 

und  ernst  nr.  32.  Gering,  Islendzk  aevintyri  2, 175.  396  (1882). 
—  Benutzt  von  Gueulette  (33,  47.  160—165);  übersetzt  von  de 
Mailly  s.  59—66,  danach  Persian.  Robinson  s.  48 — 54  and  Per- 
siaensche  geschiedenissen  s.  55 — 61. 

ß)  der  zweite  vermag  eine  kammer  voll  salz  auszn- 
essen  (s.  44—49).  —  Eine  Widerlegung  des  verbreiteten  Sprich- 
wortes bei  Erasmus,  Adagioram  chiliades  1599  p.  456.  1489: 
'Nemini  fidas,  nisi  cum  quo  prins  medium  salis  absampseris.' 
Wander,  Sprichwörterlexikon  3,  1849  nr.  12  und  129:  'Man  mnss 
erst  einen  scheffel  salz  mit  ihm  essen,  ehe  mau  ihn  zum  freunde 
wählt.'  Ebd.  3,  1853  nr.  78.  90.  102.  117:  'Du  musst  vorher 
noch  einen  scheffel  salz  essen  (ehe  du  klug  wirst)'.  Hehn,  Das 
salz  1873  s.  8.  Huth,  Zs.  3,  314.  —  üebersetzt  von  de  Mailly 
s.  66 — 76,  danach  Persian.  Robinson  s.  54—61  und  Persiaensche 
geschiedenissen  s.  61 — 71. 

y)  '  der  dritte  verteilt  fünf  eier  gleichmäßig  unter 
zwei  männer  und  eine  frau  (s.  49 — 52).  —  Im  Midrasch  Echa 
rabbati  (übers,  von  Wünsche  1881  s.  46.  Aus  dem  8.  Jahrhundert) 
verteilt  ein  kluger  Jüngling  fünf  tauben  gleichmäßig  unter  ein 
ehepaar,  dessen  zwei  söhne  und  zwei  töchter  und  sich;  ebenso 
im  Maase-buch  (Grünbaum,  Jüdischdeutsche  Chrestomathie  1882 
s.  428),  bei  C.  Kraflft,  Proben  neuhebräischer  poesie  1, 109  (1839) 
=  Jolowicz,  Polyglotte  der  orientalischen  poesie  1856  s.  311  und 
Tendlau,  Fellmeiers  abende  1856  s.  120.  Ueber  die  ebenda  er- 
zählte Verteilung  eines  huhnes  vgl.  Köhler,  Zs.  des  v.  f.  Volks- 
kunde 6,  59  zu  Gonzenbach  nr.  1.  —  üebersetzt  bei  de  Mailly 
s.  76 — 82,  danach  Persian.  Robinson  s.  61 — 65  und  Persiaensche 
geschiedenissen  s.  71 — 76. 

3.     Die    krankheit    und    heilang    des    königs 
Behram  (s.  52—176). 

a)  Rahmenerzählung:  die  söhne  Giaffers  raten  dem 
schwermütigen  könige,  sieben  paläste  auf  seinem  land- 
sitze  zu  erbanen,  sieben  Prinzessinnen  nnd  sieben 
märchenerzähler  holen  und  darin  unierbringen  zu  lassen 
(s.  52—54). 

Diese    in   orientalischen    erzählungen*   häufige  einkleidnng, 

*  So  in  1001  nacht  und  in  1001  tag  8,  199   der  Prenzlauer  fiber- 
setzung.  Benfey,  Kleinere  Schriften  3.  abt.,  s.  197  (1892).  —  Trauernde 


208 


einem  schlaflosen  köni^e  novelleii  vortragen  zn  lassen,  entstammt 
hier  offenbar  ans  Nizamis  Sieben  Schönheiten  (Hammer,  Rede- 
künste in  Persien  s.  114.  Pizzi,  Poesia  persiana  2, 185  nnd  Gior- 
nale  storico  della  lett,  italiana  17,  32),  wo  Behram  auf  den 
rat  eines  banmeisters  einen  palast  mit  sieben  koppeln  für  sieben 
Gemahlinnen  erbant  und  die  sieben  abteilnugen  nach  ihren  heimat- 
illndern,  den  planeten  und  den  färben  der  Wochentage  aussclimiickt. 
lieber  nachahmet  Nizamis  vgl,  oben  «,  205  f. 

Uebersetzt  von  de  Mailly  p,  82—87,  danach  Persian,  Robinson 
ß,  65—69  nnd  Perslaenscbe  gescbiedenissen  s.  77—81. 

b)  Die  L  n  o  v  e  1 1  e  (montag).  Der  kaiser  von  Becher 
(?  =  Dijär  Bekr^  Ämida  am  oberen  Tigris,  oder  Bekbar  be|fl 
Scbiraz)  besitzt  die  kunst^  mit  seiner  seele  in  den  leichnam^ 
eines  tieres  zu  fahren.  Als  er  einat  in  einen  toten  birach  ge- 
achlQpft  ist,  nimmt  seiii  treuloser  minister  des  kaisers  gestalt 
an;  doch  glückt  es  dem  verdrängten  herrscher,  als  papagei 
mit  bilfe  seiner  gattin  wieder  zu  seinem  körper  zu  gelangen 
(s.  54-67). 

Indisch:  Benfey,  Pantschatantra  2,  124:  *Der  könig,  der 
dnrcb  unbedachte  rede  seinen  leib  verliert';  dazu  1,  122—130, 
Jonrnal  asiatiqiie  4.  s6rie  3,  358  (1814) :  Vikramfidilya.  üble, 
Zs.  der  d,  morgenl.  gesellsch.  23,443  (Vetalapancavincati).  Frere, 
Old  Deccan  days  1868  p.  103  nr.  7  (deutsch  von  A.  Passow, 
Märchen  aus  der  ind.  Vergangenheit  1874  s,  137).  —  Entfernter 
stehen  andre  erzflhlungen  vom  gestalten  tausche  eines  königs: 
Soraadeva,  MiSrchensammhiiig  übers,  v,  Brockhaus  1,  30  kap.  4 
(1843)  =  KatbAsaritsägara  transh  by  Tawney  1,  416  (1880). 
Vetalapancaviucati  nr.  22  ed.  Ublc  1881  =  Oesterley,  Baitül 
Pachisi  1873  s,  156  nr.  22. 

FerBiscb,  arabisch,  türkisch:  Le  trtjue  enchant^ 
trad,  par  Lescallier  1,  130  (1817)  ^  Vambagon,  Lougfellows 
t-ales  of  a  wayside  inn  1 884  s.  1 9  (bearbeitung  der  sanskritischen 
32  erzähliingen  des  tlirones  der  VikramiVditya),  Einaiut  üoUali, 
Bahar  iJanush  3,  200  (1799).  Vierzig  veziere,  übersetzt  von 
Behrnauer  1851  s.  321  =  1001  nacht  1,  170  nr.  180  der  Brea- 
lauer  Übersetzung:  'Der  könig  papagef.  1001  tag  nr.  57-— 5!> 
(1,  175—216  irad.  Petis  de  la  Croix  ^  Gabi net  des  f6es  14,132. 


durch  gaukler  und  narren  zum  laeben  gebracht:  Benfey.  Fantacbatantra 
1,  518.  Oeaierley  zu  Pauli  H57.  GriDim»  Mythologie''  s.  307,  Singer 
Apolloniua  von  Tyrus  1895. 


J 


326).  Tuti-nameh,  ftbersetzt  von  G.  Rosen  2,  249  (1858)  :  *Ge- 
Bchiclite  des  k^Digs  von  China'.  Eadlof,  Volkslitteratur  der  türk, 
stÄDome  Südsibiriens  4,  495  (1872)  r  *Der  Zauberspruch'. 

Europäische  bearbeitungeii :  F,  B^roalde  de  Verville, 
Histoire  Vüritable,  ou  le  voyage  des  princes  fortunez  (1610)* 
Giieiilette  (Gab.  des  föes  3^,70—89),  de  Mailly  p.  87^118,  Per- 
siaüischer    Robinson    s.    69 — 92 ,    Persiaensche    geachiedeniasen 

8.  61^ — HO  (bei  Mailly  heißt  der  könig  Oziam,  im  holländischen 
Ohram).  C.  Gozzi,  D  re  cervo  1762  {Le  habe  ed.  E.  Masi  1884 
1,  135;  deutsch  von  Streckfuss,  Die  zwei  geheirunisse  1805  und 
W.  V.  Baudisöin^  Italienisches  theater  1877  8,  83,  französisch  von 
Roy  er  1865;  vgl.  über  die  zweite  damit  verbundene  handhmg 
unten  s.  216  zur  5.  novelle  und  Magrini,  Carlo  Gozzi  1883  p.  204). 
—  Gab*  deatees  5,135:  'Le  bienfaisant  ou  Qniribirini'.  Addison, 
Spectator   nr,    578.     HauiF,   Märchen   yqü    kauf  storcli    (Werke 

4,  16.  1869).    JiiL  Grosse,   Der  magier  (Erzählende  dichtungen 

5,  1.  1872).  ^  Der  erzählung  Somadevas  steht  die  altgriechische 
sage  von  Herinotimos  von  Klazornenii  nahe  (F.  A.  Carus,  Nach- 
gelass.  werke  4,  330).  Eine  eigenartige  niodernisierung  des  alten 
Stoffes  bietet  Ida  von  Düringsfeld  in  ihrer  novelle  Wer?  (Pris- 
men 1873  =  Heyse-Laistner,  Neuer  deutscher  novelleuschatz  3,  1, 
1884);  hier  geht  eine  frau  an  dem  bewußtsein  zu  gründe,  daß 
ihr  liebhaber  ihren  galten  gemordet  und  dessen  körper  mit  seiner 
aeele  eingenommen  habe.  —  Vgl.  Varnhageuj  Ein  indisches  milr- 
cben  auf  seiner  Wanderung  1882  s.  1 — 14,  und  Longfellows  tales 
of  a  wayside  inn  und  ihre  c^uellen  1884  s.  18—26.  135.  141. 

S.  60:  Der  könig  als  papagei  befreit  die  ge- 
fangenen Papageien  und  bleibt  allein  beim  Vogelsteller 
zurück.  —  Dieser  zug  begegnet,  wie  Benfey  (Pantschatantra  1,  248) 
bemerkt,  auch  im  mongolischen  Vikramacaritra  (Schiefner,  Ball. 
de  Tacad.  de  St.  Petershourg  1857,  70.  Grässe,  Märchenwelt 
1868  s.  145.  Jülg,  Ardi>chi-Bordschi-Khau  1868  s.  240)  und  im 
persischen   und   türkischen   Tuti-uameh    (übers,    von   Iken    1822 

9.  45;  von  Rosen  1,  137):  vgl.  auch  (j'ukasaptati,  textus  sirapli- 
Clor  übers,  vou  R.  Schmidt  1894  s.  92  nr.  66  und  Pertsch,  Zs. 
der  d.  morgenl.  ges.  21j  519  (Nackschabis  papagaienbuch  nr.  ö). 
Freie  nr.  7. 

c)  Der  könig  als  papagei  erkennt  der  hetäre  für  eine 
ge träumte  leiatuog  eine  scheinzahiiing  zu  (einge- 
schoben in  b,  8.  61—63). 

Diese   erzithlung  kehrt  noch   mehr  fach  anderwärts  wieder: 

aiftffvttSOhn«.  14 


210 


Schiefner,  Mölanges  asiatiques  7,  714  (1876,  Kandjur)  =  Hoth, 
Zs.  3,  319.  Frere  nr,  7.  J.  Scott,  Tales  tramfil.  from  the  arabic 
and  persian  18O0  p.  339.  Vitaliano  Donati ,  Viaggio  fatto  in 
Levante  1759  (Pnllö,  ün  progenitore  indiano  del  Bertoldo  1888 
p.  XXIV),  Plutarch,  Demetrius  27,  5  (Thonis).  Aelian,  Varia 
bist  12,  i^B.  Rohde,  Der  griechische  roman  1876  8.  370  (Bok- 
choris).  Gualterus  Mapes^  De  nugis  curialinm  2,  c  22  ed,  Wrighi 
1860:  'De  Laelino'.  Bnisonius,  Facetiae  exemplaque3,  10  p.  321 
(1618).  P.  Aerodias,  Renira  iudicatarum  paiidecta,  lib,  10,  19,8 
bl.  458  b  (1588),  Oognatus ,  NarratioiinDi  süva  1567  p.  105: 
*De  adolescente  et  meretrice',  Lundorf,  Wißbadisch  wisenbrtinlein 
1,  nr,  62  (1610;  uacli  ßrtisoiiins).  Mailly  (1719  p,  115—117; 
Persian.  Robinson  1723  s.  90^92;  Persiaensche  geschiedenissea 
1766  B,  106—110)  schaltet  hinter  der  ersten  novelle  des  Fere-, 
grinaggio  die  ge&chichte  der  Thonis  nach  Plntarch  ein,  obscbi 
er  kurz  vorher  die  orientalische  fassting  mitgeteilt  hat.  —  S  ch  ei 
buB&edes  beiclitenden  für  eine  ge danke nsünde  (ehe>- 
bmch) :  Waldis,  Esopns  4, 14  *Vom  scbultheiss  nnd  seinem  pfarr- 
herm'  (1548).  Hans  Sachs,  Der  scbultheiss  mit  dem  karptTeo 
(1563.  FoHoausgabe  ö,  3,  395  c  =  Schwanke  ed.  Goetze  nr.  363). 
Lindener,  Katzipori  1558  nr.  96  (s,  150  ed.  Lichtenstein  1883l 
Ditfnrth,  Fränkische  Volkslieder  2,  56  nr.  65  'Die  beichte'  (18551, 
Nicolas  de  Troyes,  Parangon  de  notivelles  ed,  Mabllle  1869 
nr.  28,  Lafontaine,  Contes  4,  5  *Le  cas  de  conscience'.  Imbriani. 
La  novellaja  tiorentina  1877  p,  619.  *E1  paisan  e  el  pret'.  — 
Scheinbnsse  für  geplanten  raub:  Cento  novelle  anticbe 
nr.  91 ;  vgl.  A,  d'Ancona,  Stndj  di  critica  e  storia  letteraria  1880 
p.  339.  504.  —  ScheinbQsse  für  geplanten  m  o  r  d :  Pauli, 
Schimpf  nnd  ernst  nr.  298  nnd  Kirchhof,  Wendunmut  4,  290  mit 
Oesterleys  anm.  Lützelberger-Frommannj  Hans  Sachs  1891  s,  76 
(meisterlied  *Der  baur  mit  der  holtübeicht'  1550;  vgl.  Stiefel,  Zs. 
i\  vgl*  littgesch  10,  28).  Hulsbusch,  Sylva  sermonnra  iucundissi- 
monnn  1568  p.  2dl  •Volnntaa  facti  loco  habetur/  Bandello,  No* 
velle  4,  nr,  3.  —  Schattenbusse  für  getränmte  kränkung: 
Stricker,  Kleinere  gedichte  ed.  Halm  1839  nr.  3;  vgl,  J.  Grimm, 
Rechtsaltertümer  s.  677,  Liebrecht,  Zur  Volkskunde  1879  s.  424. 
—  Bratend iift  mit  geldklang  bezahlt :  Dacbami  bei 
Hammer,  Rosenöl  2,  270  nr.  143  (1813).  Decourdenaanche,  Fable* 
turqnes  1882  nr,  77:  'Le  voyageur  et  ranbergiste,'  Philelphos, 
Fabnlae  1480  nr,  20  bl.  9b.  Luscinius,  Joci  ac  sales  1524  nr.  66, 
Gast,  Convivales  sermonea   1,  128   (1549):  *De   hospite'.    Hüls- 


rr-     1 


^ 


2X1 


I 


I 


ch,  Sylva  senuonum  1568  p.  202  (nach  Pauli).  Lange,  Demo- 
critoB  ridens  1649  p,  143.  Ealeispiegel  1515  nr.  80  (s.  118.  277 
ed.  Lappenberg:).  Pauli,  Scbimpf  und  ernst  nr.  48.  Hans  Sachs, 
Dichtungen  1,  227  ed.  Goedeke  (meisterlied  van  Eulenspiegel), 
Talitz,  Knrtzweiliger  reyßgespahn  1645  s.  175.  Abele,  Meta- 
morphosis  telae  indiciariae  1654  s.  27  c.  8.  Gerladi,  Eutra- 
peliae  1,  944  (1656)»  Eahelais ,  Pantagrnel  3,  c.  37.  Noel  du 
FaiU  Contes  d^Eutrapel  1598  p.  443.  D^Ouville,  Contes  365. 
Cento  novelle  antiche  nr.  9.  Scelta  di  facetie  1579  p.  140.  Ga- 
brielli,  Insalata  mescolanza  3,  15  (1621).  Casalicchio,  L*ntile  col 
dolce  2,  4  p.  237  (1687).  Papanti,  Passano  e  i  novellieii  in 
prosa  1878  p.  57  nr.  205.    Vottiero,    Lo  speecliio   de  la  cevertä 

^1789  nr,  57.  Souima,  Cento  racconti  1808  nr.  22.  Langegg, 
Japanische  theegeschichten  1,  275  (1884)  =  Liebrech t»  Zar  Volks- 
kunde s.  503  f.  —  Musik  mit  h  o  f  f  n  u  n  g  bezahlt:  Ari- 
stoteles, Ethica  Nicom.  9^  1 ;  vgl.  Oesterley,  Za.  für  vgl.  littge- 
sch.  1,  52  f.  Plutarch,  De  auditione  (6,  150  Reiske)  und  De 
fortnna  Alexandri  or.  II  (7,  318  Fi.).  Era&nins,  Apophthegmata 
1573  p.  493.     Gast,  Convivales  serraoues  1,  46  (1549):  *De  citha- 

,roedo.'  Ursintis,  Äcetra  philologica  6,  83  (1670).  Lauremberg, 
Acerra  philulogica  4,  21  (1708).  Schimpif  und  ernst  1545  bl.  4b 
=  Schertz  mit  der  warheit  1550  bl.  6b.  Gerlach,  Eutrapeliae 
3,  45.  Jack  of  Dover  1604  c.  8  (Haxlitt,  Shakespeares  jest-books 
2,  324).  J.  Scott,  Tales  from  the  arabic  1800  p.  267.  Stan, 
Julien,  Avadäfias  1,  108  nr.  25  (1859).  —  Einbildung  der  Zah- 
lung für  e  i  n  b  i  1  d  II  n  g  der  h  e  i  1  u  n  g :  E.  Hildebrandt,  Reise 
niu  die  weit  3,  215. 

d)  Die  2.  novelle  (dienstag).  Ein  ktinig  in  Benefae 
(Benefzava  bei  Kairovan  in  Tunis)  will  den  namen  seiner  gattin 
nur  dann  neben  den  seinigen  auf  die  intiuzeQ  prägen  lassen, 
wenn  sie  ihn  im  bogenschiesseu  überwindet.  Als  ihr  dies  aber 
zweimal  gelingt,  läsat  er  aie  den  hunden  vorwerten.  Sie  ent- 
rinnt zu  einem  bauern,  heilt  den  aus  reue  in  trübsinn  verfallenen 
gatten  durch  einen  possirlichen  aiien  und  versöhnt  sich  wiederum 
mit  ihm  (s,  67—86). 

Wie  edion  Hnth  {Zs.  f,  vgl,  littgesch.  3,  326)  bemerkt,  stimmt 
diese  geschieh te  in  ihren  grundzügen  auffallend  mit  der  rahmen- 
erzählung  von  Behram  und  Diliramma  (2h,  3a)  iberein,  s.  a,  oben 
g.  204  die  mitteilung  ans  Firdusi.  Auch  liier  wird  der  auf  seine 
geschicklichkeit  im  bogetischiesseii  stolze  fürst  von  seiner  gattiii 


Uo- 

4 


gedemütigt,  verstösst  sie,  vei-falit  in  melancholie  und  wird  end* 
lieh,  nachdem  er  in  einem  nen  erbauten  lusthanse  aofgeheitert 
worden  ist,  mit  der  totgeglanbten  gattin  wieder  vereinigt.  — 
Benutzt  von  Gueulette  (Gab.  des  f<6es  33,  35 — 11)  and  de  Mailly 
(p,  119— 146)  j  danach  Persian.  Robinson  (».  93—114)  und  Per- 
siaensche  gescMedenissen  s.  110 — 135. 

Dass  der  zweite  w^ettkampf  im  bogenscliiessen  bei  einer  e  i  n- 
hornjagd  stattfindet ,  die  sonst  meist  in  andrer  weise  darge- 
stellt wird  (Äntoniewicz,  Roman,  tbrschgen  5,  2ö5*  Cöhn ,  Zur 
litterar.  geschichte  des  einhoros,  progr  der  11.  Berliner  real- 
schule  189(>),  hängt  vielleicht  mit  dem  glauben  zusammen,  dasß 
nur  die  indischen  könige  dies  kostbare  tier  jagen  dürfen  (Philo- 
ßtratus  in  Photii  bibl.  p.  32öa). 

Maiily,  der  die  novelle  nach  Memphis  verlegt,  b^gt 
(s.  146—104;  Persian.  Robinson  s,  114—120;  Persiaensche 
Schiedenissen  s,  135-142)  einige  erzählnngen  über  andre  possir 
liehe  streiche  von  atlen  an;  vgl.  dazu  Bouchet,  Ser^es  ed, 
Roybert.  Bebel,  Facetiae  3,  38.  Loockmaus  nr*  43a  (Tijdschr. 
voor  nederl.  taalkunde  13,  8;  ebd.  10,  136  nr,  132j.  Panli  nr.  375, 
Kirchhof,  Wendunmut  7,  139-145. 

e)  Die  3*  novelle  (Diittwoch).  Ein  kunstreicher  gold- 
Schmied  in  der  indischen  stadt  Zeheb  (arab.  ^ahab  —  gold) 
verrät  seiner  frau,  wie  man  den  kolossalen  goldenen  löwen, 
den  er  an|j:efertigt  hat,  nachwiegen  kann»  So  kommt  sein  dieb-  i 
stahl  an  den  iag^  und  er  wird  in  einen  hohen  türm  eingesperrt^^ 
Nun  gebietet  er  seiner  reuigen  trau ,  einigen  ameisen  seiden- 
faden  an  die  füsse  zn  binden  imd  ihre  köpfe  mit  butter  zu 
bestreichen.  Als  die  ameiaen  an  der  tnrniwand  emporkrabbeln, 
zieht  der  gefangene  an  den  faden  ein  seil  empor  und  lässt  sich 
hinab,  während  er  zugleich  die  schwatzhafte  frau  an  seiner  statt 
in  den  türm  bet^rdert  (s.  86—97). 

Eb  scheint,  dass  hier  zü^e  aus  dem  leben  des  Archimedes 
verwertet  sind,  der  in  Nizamis  Alexander-epos  als  schiiler  des 
Aristoteles  auftritt  und  durch  die  hebe  zu  einem  schönen  mädcheci 
von  der  Wissenschaft  abgezogen  wird  (Bacher,  Nizamis  leben  1871 
8.  74).  Deua  Archimedes  entdeckte  in  gleicher  weise  den  betrug 
eines  goldachmiedes,  der  künig  Hieros  kröne  geliefert  hatte,  indem 
er  gold  und  silber  in  wasser  wog  {Vitruv  9,  3,  9.  Pauly-Wissowa, 
Realencyclopädie  der  clasa.  altertums Wissenschaft  2,  53  L  ISüö), 
Vielleicht  wirkte  eine  erinneruug  an  den  Athener  Phidias  mit,  der 


^ 


213 

angeklagt  war,  bei  der  anfertigung:  seiner  Athenastatue  gold  uuter- 
sclilagen  zn  baben;  er  hatte  aber  auf  Perikles'  rat  den  goM- 
scbmnck  so  eingerichtet,  dass  er  abgenommen  nnd  nachgewogen 
werden  konnte  (PIntarcli,  Periclea  31.  JJiodor  12,  39.  Over- 
beck,  ScLriftqnellen  zur  geseh,  der  bildd.  kiinste  bei  den  Griecben 
1868  nr.  627—632).  Pnll^,  Vn  progenitore  indiano  del  ßertaldo 
1888  p,  23  nr.  3  *Come  nn  noDio  pnii  pesare  nn  elefante/ 

Die  befreinng  ans  dem  hnngerturme  (s.  93)  er- 
innert an  eine  erztlhlnng  des  türkischen  geschichtschreibers  Saad 
Eddin,  der  1600  starb  (Taj  nttawarikh,  übers,  von  Garcin  de 
Tassy,  All^gories,  röcits  poötiques  et  chants  trad.  de  Tarabe  1876 
p.  624;  vgl  Liebrecht,  Archiv  f.  üttgesch.  6,  607):  Ägnadins, 
der  banmeister  der  Sophtenkirche  zu  Konstantinopel,  (in  Wahrheit 
hiesB  dieser  Antliemius  von  Tralles)  wird  auf  hefehl  des  kai&ers 
Justiuus  anfeine  hohe  sii nie  gestellt,  damit  er  dort  verschmachte; 
aber  er  befreit  sich  mit  bilfe  seiner  fraa,  die  ihm  nachts  einen 
mit  pech  bestrichenen  strick  bringen  mnss;  diesen  zieht  er  an 
den  zusammengeknüpften  fäden  seines  gewandes  empor  und  zündet 
ihn,  nachdem  er  sich  daran  herabgelassen  hat,  an,  damit  niemand 
seine  flucht  bemerke.  —  Zam  emporkrabbeln  der  a  m  e  i  s  e  n  (s,  94) 
kann  man  Lidzbarski  18%  s.  89,  313  und  die  mit  honig  bestrichene 
nnd  einem  unhold  in  die  nase  gesetzte  biene  bei  Einaiut  Oollah 
(liahar  danush  2,  310)  vergleiclien. 

DaH  gegenseitige  hinab-  und  hinaufziehen  des  gold- 
Schmiedes  und  seines  weibes  (s.  95)  gemahnt  an  die  fabel  vom 
fuchs  und  wolf  im  brunnen  (Benfey,  Pantscbatantra  1, 182.  Kurz 
zu  Waldis»  Esopus  4,  8,  Regnier  zu  Lafontaine,  Fahles  11,  6. 
Konigsberger,  Zs.  d.  v.  f.  volksk.  6,  159.  Odo  de  Ciringtonia  19 
bei  Vogt,  Kleinere  lat.  denkmiller  der  tiersage  1878  s.  116,  Meister- 
lieder der  Kolmarer  hs.  1862  s.  263.  Jooa,  Vertelsels  van  het 
vlaamsche  volk  1,  nr.  80.  1889.  Gittee-Lemoine,  Contes  pop.  du 
pays  wallon  1891  p,  168)* 

üeberaetzt  von  de  Mailly  p.  155—177;  danach  Persian-  Ro- 
binson 8.  120 — 132  nnd  Persiaensche  geschiedenissen  s,  143 — 157. 


^ 


f)  Die  4.  novelle  (doonerstag).  Ramrao,  der  söhn  des 
Sultans  von  Babylon  (viel mehr  Bagdad) ,  wird  auf  die  Ver- 
leumdungen seiner  Stiefmutter^  deren  buhlschaft  mit  einem  rate 
er  belauscht  hat,  vom  bofe  verbannt.  Nachdem  er  von  drei 
fremdlingen  die  kunst  gelernt,  sich  unsichtbar  zu  machen,  die 
geiater  zum  dienste  herbeizurufen ,    seiu  antlitz  zu  verwandeln 


214 


und  jederraaon  einzuscliläfeni,  kehrt  er  heim  und  ninmit  teil» 
unsichtbar,  teils  in  gestalt  eines  alten  weibes  an  dem  vezier 
räche.  Er  lasst  ihn  durch  seine  geister  prügeln,  brennt  ihm 
einen  eisernen  Stempel  auf  die  lende^  wodurch  er  vor  dem 
seltan  als  ehenmliger  skkve  blossgestellt  wird,  beschläft  seine 
drei  töchter,  entführt  die  eine  von  ihnen  und  zeigt  endlich, 
als  jener  noch  immer  nicht  von  seiner  buhlerei  ablässt,  dem 
sultan  das  ehebrecherische  paar  im  bette.  Die  schuldigen  werden 
jedoch ,  weil  der  prinz  der  einen  tochter  des  veziers  die  ehe 
versprochen  hat,  nur  mit  Verbannung  bestraft  (s,  97 — 116). 

Das  hauptinotiVj  die  f  ein d s chaf  t  der  ehebrecherin 
und  ibres  buhlen  wider  den  stlcfsohi) ,  der  Ihre  schuld  entdeckt, 
kehrt  z.  b,  in  North  indian  notes  and  quenes  4, 84  nr,  187,  bei  Hahn, 
Griecli.  und  albaneHische  mltrchen  1864  nr,  6  und  bei  Wolf,  Deutsche 
bausniärchen  1858  8.  276  'Das  ireiie  fül leiten*  wieder  und  er- 
iEiert  auch  einlgermassen  an  die  rabinenerzilhlang  der  weisen 
meister  (Coinparetti,  Researches  respecting  the  book  of  Sindibad 
1882.  Clüiiston  ,  The  book  uf  Sindibad  1H84) ;  dagegen  vermag 
ich  keinen  engeren  zusjxmmeuliang  mit  der  Hatnletsage,  auf  die 
Hntli  (Zs,  f.  vgl  iittgesch.  4,  180)  hinweist,  zu  entdecken. 

Raramo  erhält  von  drei  Wanderern  Zauberkräfte 
(s.  102):  ähnlich  Naravahanadatta  bei  Soiuadeva,  Kathärasarit- 
sagara  iransl  by  Tawney  1,  525.  VgL  Somadeva  iibers,  von 
Brockhaus  1,  119.  176;  Die  mfirchen  des  Siddhikür  ubers.  von 
Jiilg  18G6  8.  86  nr,  6  (zauberbecher»  »tock,  hamraer,  regensack) 
und  die  nachweise  zu  Grimms  mdrchen  nn  54  T>er  ranzen,  das 
hUtlein  und  hörnlein'  und  Cosquin,  Contes  populaires  de  Lorraino 
nr.  42  *Les  troia  freres/  Doch  handelt  es  sich  hier  nicht  um 
Zaubersprüche,  sondern  um  sichtbare  talismane,  die  jene  fäbig- 
keiten  verleihen.  —  Ueber  ansichtbar  machende  ge wänder 
und  ringe  vgl.  Hnth,  Zs.  4,  181*  Bolte,  Das  Danziger  theater 
1  Hdh  s.  118.  —  Die  herrschaft  über  die  geister  ver- 
leiht Salotuos  Siegelring  (Liebrech t^  Gervasius  vonTilbnry  1850  s,77. 
Salnian  und  Morolf  ed.  Vogt  1880  e,  XLVI.  Jacobs,  Indian  fairy 
tales  1892  nr.  12.  North  ind.  notes  2,191  nr.7(J4.  Kühler,  Archiv 
1\  littgeseh.  12,  144,  Sociu-Stumme,  Der  arab.  dialekt  der  Hon- 
wära  1805  s.  118  nr.  13  in  Abh.  d.  sächs»  ges.  der  wiss.  15,  i; 
anders  Pitrö,  Fiabe  popolari  siciliane  nr.  17  *Marvizia*)»  Aladdins 
lanipe  n.  a,  (1001  nacht,  Breslauer  übers.  7,  144»  Clouston,  Po- 
pulär tales  1,  314,     L.  Schmidt,  Zur  geschichte  der  märchenoper. 


< 


i 


215 


Rostocker  dias,  1895  s.  35.  P,  de  Mont  en  A.  de  Cock,  Vlaamscbe 
wonderaprookjes  1896  nr,  16.  Feilberg^,  Am  urquell  6,  241  nach 
Rand,  Legenda  of  the  Micinacs  1894).  —  Die  Billigkeit,  andre 
geei  cht  s  Züge  anzunehmen ,  haben  anch  Merlin  im  franzö- 
sischen romane  (Dnnlop-Liebrecht,  tiescb.  der  prosadicbtungen 
1851  8.  66  f.),  Malegis  (Dnnlop  b.   143.     Simrock,    Volksbacher 

12,  264  f.),  Elbegast  nnd  andre  berühmte  zanbererj  vgL  Soraa- 
deva  1,  74.  572  Tawney.     Boltej  Anzeiger  f.  dentscbea  altertnm 

13,  110;  Das  Danziger  theater  a,  228, 

Die  töchter  des  ehebrecbers  werden  von  dem  als 
fran  verkleideten  ehemanne  (hier  von  dessen  söhn)  entehrt  (s.  107); 
Reiniacb,  Die  ^Afarsprache  1^  90  nr.  33  (Sitzgsber,  der  Wiener 
akademie  11 K  1886).  Die  Verkleidung  des  bnblers  als  frau  ist 
ein  verbreitetes  inotiv :  Cassel,  Mischle  Sindbad  1888  s.  154  f. 
Bei  Nechschebi  (Touti  nameh  übers,  von  Iken  1822  s,  98  nr.  23. 
Tutinameb  übers,  von  Rosen  2,  180}  verwandelt  sich  der  lieb- 
haber  durch  eine  in  den  mnnd  genommene  kugel  in  eine  fran; 
vgl.  Baitäl  Pachisi  1H73  nr,  14.  Batacchi»  Novelle  nr.  6  *Grattaticö\ 
Der  vezier  muss  sich  eine  marke  aufbrennen  lassen, 
die  ihn  spJtter  als  sklaven  kennzeichnet  (s.  106).  So  brandmarkt 
bei  Somadeva  (Märchensarandung  übers,  von  Brockhaiis  1,  145 
cap.  13)  die  tugendhafte  Devasmitä  ihre  versacber,  oder  in  neueren 
Hilircben  (Köhler  za  Gonzenbach,  Sicilianische  märchen  1870  nr.  61 
nnd  Zs,  des  v.  für  volkskande  6,  164,  Hahn,  Griech.  märchen 
nr.  53.  Stamme,  MUrchen  der  Schlub  1895  nr,  15  s,  126,  La 
rose  de  Bakawali  bei  Garcin  de  Tassy,  Aüegories  1876  p.  339.  360. 
North  indian  notea  4,307.  Lidzbarski  1896  8.52.  125.  Folklore 
record  3^  46)  der  prinz  seine  treulosen  brüder. 

Ramino  schläfert  die  Wächter  ein  und  schert  ihnen 
die  hare  (a.  109),  wie  der  raeisterdieb  bei  Herodot  (2,  121.  Köhler, 
Orient  und  occident  2,  303,  Prato,  La  leggenda  del  tesoro  di 
Uampsinite  18H2.  Legrand,  Contes  populaires  grecs  1881  p.  214. 
Auch  lOOl  naclil  11,  375  Breslan)  den  Soldaten,  die  den  leicbnam 
seines  gesellen  bewaclien. 

Rammü  lässt  durch  die  geister  nachts  e  i  n  e  j  u  n  g  f  r  a  n 
zu  sich  bringen  (s.  110),  wie  Aladdin  die  snltanstocliter 
(1001  nacht  7,  173  Breslau;  vgl.  13,  113.  Nöldeke,  Das  ara- 
bische märchen  vom  doktor  und  garkoch,  Abb.  der  Berliner  akad, 
1891,  8.  33  t  Kunos,  Ungarische  revne  1893,  308:  'Raznihan 
und  Mab-Firuze'j,  wie  Albertus  Magnus  die  franzüsische  Prin- 
zessin (Sighart,  Albertus  Magnus  1857  s,  74.    Kosshirt  bei  Meyer, 


216 


Nürnberger  Faustgeschichten,  Abb.  der  Miiiicb.  akademie  20,  2, 
380.  1895.  Namenlos  bei  Simon  Granaa,  Preossische  Chronik 
18,  1  ^  2,  317  ed-  Perlbach  1889  =  Hennenberger ,  Erclemilg 
der  preuBsischen  landtaffel  1595  8.  477)  oder  wie  der  soldat  mit 
dem  blauen  licht  die  königstocbter  (Grimm,  Märchen  nr.  ilO. 
Coaqoin,  Contes  pop.  de  Lorraine  nr.  3U  Wolf,  DeatscUe  märchen 
nnd  sagen  1845  nr,  18.  S Cham b ach- Müller,  NiederBächsische  eageti 
IHöö  8,  285). 

De  Mailly  (1719  p,  172-191  nn  4;  danach  Peraian. 
Robinson  s.  132— 146tind  Persiaenscbe  gescbiedenissen  8,158 — 168) 
hat  die  4  novelle  durch  eine  neue  er^ählung  ersetzt:  Im  indischen 
reiche  Melleami,  wo  Polyandrie  herrscht  ^  hatte  eine  fran  zw5h 
männer.  Als  diese  aus  eifersucUt  einander  töteten,  ergab  aie  sich 
dem  bösen  geiste,  der  mit  ihr  eiuen  söhn  zeugte,  aber  dann  ihren 
bruder  und  jenes  kind  umbrachte.  Andre  mären  von  teufel&buhl- 
Schäften,  so  von  Merlin  und  von  Menippua  (Philostratus  »  Apol- 
loniua  von  Tyana),  sind  eingelegt, 

g)  die  5.  novelle  (freitag)*  Ein  fürst  Mussulmanua^ 
im  lande  Hottenne  (Choteo  südöstlich  von  Kaschgar)  ist  im 
besitze  eioer  silbernen  statue,  die,  so  oft  jemand  vor  ihr  eine 
lüge  ausspricht,  zu  lachen  beginnt.  An  ihr  prüft  er,  als  ihn 
seine  unterthaneo  zur  heirat  drängen ,  vier  Jungfrauen  ;  die  drei 
ersten,  deren  buhlerei  er  entdeckt,  bestraft  er  mit  dem  tode 
und  nimmt  die  vierte,  die  er  als  fromm  und  treu  erfunden,  zur 
gattin  (8.  116-132). 

Beruht  auf  einer  kürzeren  erzdhlang  der  Qukasaptm 
(Benfey,  Panlschatantra  1,  442). 

Die  Statue,  die  alle  Unwahrheit  offenbart  (s.  117),  erinnert 
an  die  oben  s.  203  erwähnten  zanherspiegel.  Andre  wahrheitspröf- 
nijttel  in  Kotzebues  Nachtmütze  des  propheten  Ellias  (1814)  und 
Raimunds  Diamant  des  geisterkönigs  (1824) ;  vgl  Minor,  Enpho- 
rinn  3,  279,  322.  Bei  Somadeva  (Märchensauimlnng  2,  109  cap.  23 
Brockbau»)  erkennt  Sinhaparakraum  aus  einem  smaragdgeltUBß 
den  verderblichen  Charakter  seiner  gattin.  Ebenda  1,  35  cap.  b 
erfuhrt  Yogauauda  aus  dem  lachen  eines  geschlachteten  üsches 
die  sitteulosigkeit  seiner  fraiien,  ein  zug,  der  in  der  ^ukasaptati 
(textus  Bimplicior  übers,  von  R.  Schmidt  1894  nr,  6  und  9)  wieder- 


4 


*  Wie  in  der  ersten  novelle  ist  dai  a^Jektivum  von  Wetael  n^]»chlich 
ala  eigeuname  aufgefaßt 


217 


kehrt;  vgl  Beofey,  Orient  und  occideiit  1,  346.  Nacliachabia 
papageienbnch  nr.  22  (Pertsch,  Zs,  der  d.  morgen!,  ges.  21, 529  f,). 
Tnt!  natneh  übers,  von  Rosen  2,  90  (1858);  ebenda  2.  77  lacht 
eine  nacbtigal  bei  gleicher  gelegenheit.  Radioff,  Volkslitteratnr 
der  türk,  stamme  Südsibiriena  4,  488.  Bei  Straparola  4,  1  lacfit 
ein  satyr  über  die  thränen  des  betrogenen  ehegatten  beim  be- 
grllbnis  seines  vermeinten  sohnes  ;  vgl.  Rua»  Giornale  storico  della 
lett,  ital,  16,  234. 

Die  drei  heuchlerischen  Jungfrauen  geben  jede 
zwei  proben  ihrer  überzarten  empfindlichkeit  und  sittsamkeit, 
während  sie  nachts  sich  nngescheut  ihren  buhlen  hiiigeben  und 
von  ihnen  misshandeln  lassen  (a.  120—127),  —  So  fällt  in  der 
^ukaBÄptati  (Benfey,  Orient  und  occident  1,  352)  die  königin  in 
Ohnmacht,  als  ihr  gemalil  sie  mit  einer  rose  schlägt  VgLdeÄ. 
Wettstreit  der  drei  zarten  königinnen  in  Baitäl  Pachisi  überB. 
von  Oesterley  1873  nr,  10,  dazu  ß.  199.  Bastian,  üeographisiihe 
und  ethnologische  bilder  1873  s,  267  (siamesisch).  D'Ouvillej 
Elite  des  contes  3,  125  =  Amuseinens  fran^ois  on  contes  k  rire 
1752  1, 204  *La  fansse  dMicatesse'.  Schneller,  Märchen  aus  Wälsch- 
tirol  1867  nr.  45.  De  Nino,  tJsi  e  costnmi  abbruzKesi  1879  nr,  70, 
Notes  and  queries  6.  ser,  9,  357.  Grimm,  Märchen  nr.  155  'Die 
hraatfichau'  mit  der  anm.  Jones-Kropf,  Folktales  of  the  Ma- 
gyar8l889  nr.  14,anm.  Cavalliusu.  Stephens,  Schwedische  volks- 
sa^en  1848  nr.  12  s,  225.  -—  Zu  der  erheuchelten  schäm 
vor  der  statae,  dem  Spiegel  und  den  männlichen  fischen  (s.  120) 
vgl.  Nachschabi  nr.  22  (Zs.  der  d.  morgenL  gea.  21,  529).  Rosen, 
Töli  nameh  2,  77.  Einaiut  Oollah,  Bahar  danush  1,  135,  2,  5. 
(^ukasaptati  nr.  5  (Orient  n.  occident  1,346).  Nachschabi  nr.  23. 
Rosen,  Tuti  nameh  2,  89.  —  Mann  auf  bilder  eiferBüchtig ;  Kohde, 
Der  griech.  roraan  1876  s.  163.  — 

Die  nachts  zu  ihrem  liebhaber  schleichende  ehebrec herin 
wird  von  diesem  gemiss  handelt  (s.  124) :  Somadeva,  Mjlr- 
chensammlung  2»  75  cap.  21  Brocklians.  Einaiut  Qollah  ,  Baha 
danush  1,  110.  145.  2,  7.  82.  lOül  nacht  142  Weil.  Lane,  Ara- 
bian  nights  1,  96.  HaxthanaeD,  Transkaukasia  1,326=  Benfey, 
Pantschatantra  1,  445.  Liebrecht,  Orient  u.  occid.  2,  91  (Gul 
und  Sanaubar)  =  Znr  Volkskunde  1879  s.  143,  152  (nach  Garcin 
de  Taasy,  All^gories  1876  p.  473). 

Bestrafung  der  drei  ehebre  eher  innen  durch  einen 
wilden  maulesel,  durch  eine  schadhafte  treppe  und  ein  gefäss  aus 
ungebranntem  tbon  (s.  129):  Liebrecht,  Zur  Volkskunde  s.  144.298 


218 


fGul  und  Sanaiihar).  Vicente  Espinel,  Ifareoß  de  Obregon  fibera. 
voE  Tieck  1827  2,  32  =^  BeDfey,  Pantschatantra  1,  452.  Huth, 
Zs.  f.  vgl.  littgesch.  4, 189  über  eine  indische  sage  von  eines 
töpfers  tochter. 

Christoforoa  fünfte  novelle  hat  Carlo  Gozzi  1762  samt  der 
ersten  (vgl.  oben  s.  209)  in  seiner  komödie  'II  re  cervo'  dratnatiscli 
verwertet  —  De  Mailly  (1719  p.  192—213  nr.  5;  danach 
Persian.  Robinson  s.  14ü— 163  und  Peraiaensclie  geschiedenissen 
6.  171—192)  dagegen  erzUlilt  dafür  eine  zu  Batavia  im  k5Qig- 
reiehe  Bantam  spielende  geschiebte  von  einem  jüngUnge,  der,  um 
einen  process  zu  gewinnen,  die  tochter  eines  einflussreichen  be- 
amten  heiratete,  obwohl  er  bereits  verlobt  war.  Seine  frau  aber 
gewinnt  die  verlassene  braut  lieb  und  bittet  auf  dem  totenbette 
selber  iliren  mann,  diese  znr  ehe  zu  nehmen. 

h)  Die  6*  novelle  (sonnabend).  Feriateno  (firischte 
=  gesandter,  engel)  imd  Giulla  (gul  ^  rose),  die  kinder  zweier 
diristlicher  kaufleute  in  Letzer  (Lissär  am  sildwestlicben  ufer 
des  kaspischen  meeres  im  lande  Serger  =  Kergän)  sind  mit 
einander  aufgewachsen  und  haben  von  ihrem  lehrmeister  ge* 
lernt,  die  gesichtszüge  bestimmter  personen  in  rosen  nachzu- 
bilden. Als  sie  herangewachsen  mit  einander  hochzeit  halten, 
wird  der  muhammedanische  fürst  von  leidenschaft  zur  schönea 
Giulla  ergriffen  und  liisst  ihren  gatten  einkerkern.  Die^ea 
befreit  zwar  sein  freund  Cliassemen  (jasimln  —  jasmin)  mit 
hilfe  einer  Wünschelrute;  aber  Giolla^  die  ihn  gleich  dem  Sul- 
tane für  tot  hält,  soll  nun  des  letzteren  weib  werden.  Auf 
den  rat  ihrer  dienerin  Achel  (arub*  *äkil  =  verständig)  und 
ihres  beichtvaters  erbittet  sie  eine  trist  von  vierzig  tagen,  wäh- 
rend deren  sie  im  palaste  Giuüstano  (gulistan  =  rosengarten) 
betet  und  eine  tochter  des  Sultans  zum  Christenglauben  bekehrt 
Durch  einen  rosenstrauss  ihres  gatteu  und  einen  darin  ver- 
borgenen brief  erfährt  sie,  dass  dieser  noch  lebt  Giassemen 
gräbt  mit  seiner  Wünschelrute  einen  unterirdischen  gang  bis 
zu  Giullas  gemach,  und  die  liebenden  können  nun  ungestdri 
einander  besuchen.  Bevor  sie  mit  einander  übers  meer entfliehen, 
foppen  sie  den  tyrannischen  fürsten,  den  Feristeno  in  sein  haua 
lädt  und  zu  seiner  gattin  führt.  Wie  der  sultan ,  über  die 
ähnlich keit  mit  seiner  geliebten  betroffen,  eilig  heimkehrt  und 
Giulla  aufsucht,  ist  diese  durch  den  geheimen  gang  zurückge- 


219 

kehrt  und  tritt  ihm  unbefangen  entgegen.  Erst  als  beide  davon- 
gesegelt  sind,  entdeckt  der  sultan  den  betrug  und  stirbt  vor 
ärger.  Sein  nachfolger  aber  tritt  zum  christentume  über 
(s.  132—163). 

Wir  haben  eine  das  christliche  bekenntnis  des  beiden  beto- 
nende Umformung  eines  weitverbreiteten  schwankes  vor  uns,  den 
man  den  unterirdischen  gang  des  liebhabers  oder 
die  täuschende  ähnlichkeit  betiteln  kann.  Da  E.  Zarn- 
cke  1884  (Rheinisches  museum  für  philoIogie  39,  1—26 :  Taral- 
lelen zur  entführungsgeschichte  im  Miles  gloriosus')  eine  ausführ- 
liche erörterung  der  zahlreichen  fassangen  geliefert  hat,  können 
wir  uns  mit  der  aafzählung  der  wichtigeren  begnügen. 

Die  älteste  gestaltang,  eine  altgriechische  komödie  Alazon, 
ist  uns  nur  in  der  teil  weisen  nachhildung  des  Plautus,  dem 
Miles  gloriosus,  erhalten;  vgl.  0.  Rihheck,  Alazon  (1882)  und 
über  die  direkten  nachahmer  des  römischen  lustspiels  Reinhard- 
stöttner,  Plautus  1886  s.  595  und  Stiefel,  Littblatt  für  germ. 
n.  roman.  philol.  1890,  198.  Im  12.  Jahrhundert  erzählt  Saxo 
Grammaticus  (Historia  danica  1,  220  ed.  Müller  1839 ;  vgl.  Olrik, 
Kilderne  til  Sakses  oldhistorie  2,  50.  1894)  ähnliches  vom  nor- 
wegischen könige  Götaras,  seiner  frau  Gunvara  und  deren  lieb- 
haber  Ericus.  Im  13.  Jahrhundert  erscheint  der  Stoff  verschie- 
dentlich in  Frankreich  metrisch  bearbeitet:  im  provenzalischen 
roman  de  Flamenca  (ed.  Meyer  1865),  in  der  ältesten  redaktion 
des  romau  des  sept  sages  (v.  4218—4591  ed.  Keller  1836),  in 
Herberts  Dolopathos  (p.  353  ed.  Brunet  et  Montaiglon  1856), 
dessen  vorläge,  der  lateinische  prosaroman  des  Johannes  de  Alta 
Silva,  diese  geschichte  noch  nicht  enthält,  und  endlich  in  einem 
fabliau  'Des  trois  femmes  qui  trouverent  un  anneau'  (Montaiglon- 
Raynaud,  Recneil  des  fabliaux  1,  168  nr.  15;  vgl.  B6dier,  Les 
fabliaux  1893  p.  225.  414.  Liebrecht,  Zur  Volkskunde  1879 
s.  127),  dem  das  deutsche  gedieht  von  den  listigen  weibern  bei 
Lassberg  (Liedersaal  3,  5.  1846)  entspricht.  Von  diesen  vier  be- 
arbeitungen  hat  die  trefflich  ausgeführte  erzählung  des  siebenten 
Philosophen  in  den  Sept  sages  weitaus  am  meisten  Verbreitung 
gefunden :  Ein  ritter  aus  Monbergier  gewinnt  die  in  einem  türme 
mit  zehn  pforten  verschlossene  herzogin  von  Ungarn  lieb,  wird 
des  herzogs  seneschall  und  lässt  durch  einen  baumeister  einen 
unterirdischen  zugang  zu  der  geliebten  herrichten ,  die  er  dem 
herzöge  als  seine  braut  vorstellt;  bei  der  trauung  giebt  der  her- 
zog selber  ibm  die  eigene  gattin  zur  ehe,  und  die  liebenden  segeln 


220 


1 

I 
I 


ab.  Vgl.  über  die  davon  abbängigeti  Versionen  der  Sieben 
weißen  ineister  die  tabellen  von  Mtiasafia  (Jabrb.  f.  roman.  litt. 
4,  173.  SitzgBber.  der  Wiener  akad.  57,  90),  Goedeke  (Orient 
und  occideut  3,  422  *Indusa')  und  Landau  (Die  quellen  d^  deka- 
merone  '  1884  s.  341,  tabelle  B,  50  'Entflibrang')  sowie  Zarncke 
(Rhein,  mns.  39,  10);  ferner  Marko,  Die  gescbichte  von  den  sieben 
weisen  bei  den  Slaven  (Sitzgsber,  der  Wiener  akademie  122, 10). 
Sercainbi,  Novelle  nr,  13  ed.  A.  d^Ancona  1871  ^De  furto  unius 
nmlieris.'  Maeticcio,  Novellino  1476  nr.  40  (Genefra  Catalaao, 
Cosuio  in  Amalfi,  Andriana)  p,  415  ed,  Settembrini  1874^Contes 
du  monde  adventurenx  1555  nr,  44  ed.  Frank  1878  =  Loock- 
maiiH,  71  Instige  historien  1589  nr.  45  (Tijdacbrift  voor  nederl, 
taalkunde  1894,  9).  Bojardo,  Orlando  innaraorato  1466  1,  22 
(Folderico,  Leodilla,  Ordauro},  Chapnis,  Facc^tieoses  jonrnees  1,  10 
(1584).  Leß  amans  heureux  1695  p,  86  ^Cornölie  et  Lncide\ 
Gneulette,  Conles  tartares,  qnart  d'henre  101 — 104  (Cabinet  des 
f^es  22,  89—113:  Aventures  du  vienx  calender).  Der  betrogene 
ehemann,  drania  1724  (Wiener  handschrift  13  499  j  vgL  Weiss, 
Die  Wiener  baupt-  und  Staatsaktionen  1854,  a.  76),  Kotzebne, 
Die  gemhrlicbe  nachbarechaft  (Werke  27,  247.  1828).  Platen, 
Der  türm  mit  den  sieben  pforten  (Werke  3,  253.  1853).  ßatacclii,  ^ 
Novelle  galant!  1,  28  nr.  2  *Re  Barbadicane  e  Grazla'  (I8iX>).  V 
Bnsk,  Folk'lore  of  Korne  1874  p.  399.  ( -rane,  Italian  populär  tales 
p.  167.  359.  Halin,  Griecli.  und  albanesische  märcben  1864  nr,  29 
*Die  goldscbmiedin  und  der  treoe  tiscliersobn/  G.  Meyer,  Alba* 
nische  märclien  nr.  12  *Der  pope  und  seine  fraa'  (Arcbiv  für 
litteraturgescbicbte  12,134  mit  Köhlers  anmerknng).  —  Orien- 
talische fassungen:  1001  nacbt,  Breslaner  übers.  14,  73 
»Geschieh te  des  gerbers  und  seiner  frau'.  1001  nacht,  iibers,  von 
Hamnier-Zinserling  3,  372  (1824):  »Kamaralsaman  nnd  die  fran 
des  Juweliers'  —  trad.  par  Tr^bntien  3»  150  (1828);  vgl.  Bacher, 
Zs.  der  d.  morgenld,  ges.  30,  141.  Largeau,  Flore  saharienne 
1879  p.  14.  Ljdzbarski  1896  s.  229.  Prytn-Socin,  Tftr  ^Abdin 
2,  37  nr.  11  (1881).  Radloff,  Volkslitteratnr  der  türk.  stamme 
Südsibinens  4,  393  (1872)  'Das  mit  list  gefreite  mlldchen'.  In 
den  orientalisclien  Versionen  der  Sieben  weisen  meister  fehlt  die 
geschichte.  —  In  einer  andern  reihe  von  erzühlnngen  findet  keine  fl 
entfiihrung  statt,  sondern  der  buhle  zeigt  nur  dem  hahn-  i 
rei  dessen  gattin  In  seinem  bette,  heisst  ihn  auch  wohl  ihr 
schuhe  anmessen  j  vgl.  Oesterley  zu  Kirchhofs  Wendunmnt  l,  2, 65  ; 
ferner  Montaiglon-Bayuaud ,  Recueil  des  fablianx  1,  245   nr,  23 


I 


i 


221 

^Des  deax  changiors'.  B^dier,  Les  fabliaux  p.  409.  Chevalier 
de  ]a  tour  Landry  eh.  23.  Eaufringers  gedichte  nr.  9  ed.  Enling 
1888.  Zimmersche  chronik  2, 500  ed.  Barack.  C.  Schwabhäüser, 
Gereimte  laonen  1802  s.  91.  W.  van  Bmyningen,  Vlaemsche 
klacbt  1645  (schnster  Joes,  fraa  Kallijoe,  Jakos  Smnl).  Paynter, 
Palace  of  pleasnre  1,  nr.  49  (1667)  =  Straparola  2,  2.  Pitr^, 
Fiabe  popolari  sidliane  3,  308. 

Christo  foros  novelle  zeigt  am  meisten  Verwandtschaft  mit 
der  erzählong  im  französischen  romane  von  den  sieben  weisen, 
die  spätestens  im  17.  Jahrhunderte,  vielleicht  auch  schon  früher 
ins  armenische  übersetzt  wurde  (russisch  von  Sserebriakow  1847; 
vgl.  Lerch,  Orient  und  occident  2,  368).  Außerdem  scheint  sie 
mehreres  einem  andern  französischen  gedichte  des  13.  Jahrhunderts 
zu  verdanken ;  sowohl  die  Schilderung  des  mit  einander  von  kind 
auf  vertrauten  liebespaares  als  auch  den  sonst  nirgends  im  ganzen 
werke  betonten  Zwiespalt  zwischen  Christen  und  muhammedanem 
möchte  ich  auf  das  epos  Floire  und  Blanceflor  (ed.  E.  du 
M^ril  1856)  zurückführen,  das  ja  auch  nach  Italien  und  Griechen- 
land (Phlorios  und  Platzaphlora,  nach  Boccaccios  Filocolo;  vgl. 
Herzog,  Germania  29,  137.  Krumbacher,  Gesch.  der  byzantin. 
litteratur  1891  s.  459)  gedrungen  ist. 

Zu  der  erde  und felsen spaltenden  zanberrute  Giassemeus 
(s.  139)  vgl.  Grimm,  Deutsche  mythologie  *  926. 3, 289.  Grundt- 
vig,  LösDingstenen  (Kbh.  1879).  Cassel,  Schamir  (Denkschriften 
der  Erfurter  akademie  1854).  Grünbaum,  Zs.  der  d.  morgenl. 
gesellsch.  31,  205.  Garcin  de  Tassy,  All^gories  trad.  de  Tarabe 
1876  p.  371.  376  (La  rose  de  Bakawali  chap.  14.16;  vgl.  Lieb- 
recht, Archiv  f.  littgesch.  6,  595). 

Das  aus  rosen  geformte  bildnis,  durch  das  Feristeno 
seiner  geliebten  von  seiner  anwesenheit  nachricht  giebt  (s.  148), 
läßt  sich  etwa  mit  den  puppen  vergleichen,  durch  die  im  märchen 
die  vergessene  braut  den  königssohn  an  seine  Verpflichtung  er- 
innert (Gonzenbach,  Sicilianische  märchen  nr.  55.  Pitr^,  Fiabe 
pop.  siciliane  nr.  15.  Sonst  erscheinen  dafür  tauben;  Gonzen- 
bach nr.  14).  Auch  in  einigen  Versionen  der  oben  besprochenen 
geschichte  der  Sieben  weisen  meister  (Dolopathos.  Busk)  kommt 
eine  statue  oder  puppe  vor,  aber  nicht  um  den  liebenden  von 
einander  künde  zu  geben,  sondern  um  den  gatten  über  die  flacht 
seiner  frau  zu  täuschen. 

Zu  der  bitte  Giullas  um  aufschub  der  hochzeit 
(8.  143)  vgl.  Huth,  Zs.  4,  198. 


De  M  ail  1  y  {1719  p.  213^249  m.  6;  danach  Pereianiscler 
Robinson  s.  163—191  und  Persiaensche  geschiedeDisseti  s.  192 
big  224,  nr.  6  und  7)  dagegen  bietet  an  stelle  der  italienischen 
vorläge  eine  andre  liebeegeschichte.  Ein  geizhals  in  Peking  sagt 
die  liand  seiner  tochter  Banane  ihrem  liebhaber  Polaure  (in  der 
UüUändischen  Übersetzung  Hiamchn)  zu,  zieht  aber  nach  dem  tode 
seiner  söhne  sein  wort  zurück.  Während  Polaure  auf  eiiiein  laod- 
hauae  »eineuj  kamraer  nachhängt,  entführt  sein  frennd,  der  von 
jener  liebe  nichts  weiss,  die  schöne  Banane  mit  gewalt  aus  ihres 
Vaters  woliniing  und  übergiebt  sie  ihm  zur  Verwahrung.  Als  er 
aber  den  sacli verhalt  erfährt,  verzichtet  er  edelmütig  ond  hilft 
Polaure  den  grimmigen  vater  bejiänftigen*  Angehängt  sind  zwei 
weitere  chinesische  erzlUilungen  von  der  keuschen  prinzessin  Ca- 
nine,  die  von  ihrem  vater  eingekerkert  und  gemisshandelt  diesen 
von  einer  krankheit  heilt,  und  von  der  jungfräulichen  Neome,  die 
dem  admiral  Campo  die  Zaubereien   der  feinde  überwinden  hilft. 

i)  Die  7.  novelle  (sonntag).  Der  erzahler,  ein  alter 
musikejr  au»  Chimo*,  berichtet  von  einer  reizenden  Sängerin 
und  laiitenspielerin,  die  vor  kurzem  in  seiner  heimat  erschien 
und  durch  ihre  kunst  seinen  wohlerworbenen  ruf  in  schatten 
stellte.  Aus  aufrichtiger  bewunderung  ist  er  in  den  dienst  de» 
kaufmanns,  bei  dem  sie  lebte,  getreten  und  hat  den  grund 
ihres  heimlichen  kummers  erfahren:  sie  habe  einst  ihren  ge- 
liebten füllten,  der  einen  meisterschuss  auf  einen  hirsch  that. 
durch  unüberlegten  spott  gekränkt  und  sei  von  ihm  verstosaen 
worden.  Diesen  fairsten  will  der  erzähler  jetzt  aufsucheii 
(s.  163—172).  —  Vgl.  oben  s.  203,  2b. 

De  M  a  i  1 1  j  (1719  p.  249—274  nr.  7 ;  danach  Persianischer 
Robinson  a,  191—209  und  Persiaensche  geschiedenissen  s.  22o 
bis  246  nr,  8)  iJtsat  am  siebenten  tage  zuerst  von  der  siebenten 
Prinzessin  eine  novelle  vortragen :  Die  spröde  Leonice  (im  hollän- 
dischen Zobeide)  überlässt  ilirer  freundin,  einer  jungen  witwe, 
die  briefe  ihres  verehies  Alinadore  (holl.  Omar)  zu  beantworten. 
Alniadore  glaubt  infolge  dieser  korrespondenz  an  Leonices  Zu- 
neigung, wird  jedoch  durch  ihr  küliles  benehmen  eines  andern 
belehrt  und  verlobt  sich  mit  jener  jungen  witwe.  Als  diese  aber 
durch  einen  fingierten  brief  Leonices  seine  bestflndigkeit  auf  did 


I 


*  Wohl  =  KdmiB«  eine  landschaft  Östlich  von  Teheran.    Sonst  ist 
arab.  Eumär  =  Khmer,  CambodBcha ;  arab.  Euii:ir  =  Madagaskar. 


probe  Btellt,  kehrt  er  sofort  zu  seiner  ersten  liebe  znräck.  Nan 
bat  der  flatterhafte  e^  mit  beiden  dainen  verdorben  und  widmet 
sieb  dem  kriegsdienste.  Das  chinesiscbe  lokalkolorit  ist  völlig 
vernachlässigt. 

Dann  giebt  der  7.  erzflhler  bei  De  MaiUy  (1710  p.  274 
bis  3C17  nr.  8;  danach  Persianischer  Robinson  s.  20^ — 234  and 
Persiaensche  ^eschiedenissen  a*  246 — 278  nr.  9)  eine  inderenro- 
pMsoben  gesellschaft  spielende  liebesgeschichte  zum  besten  ,  die 
ebenso  wenig  wie  die  vorige  xum  persischen  rahmen  passt.  Eine 
junge  Witwe,  die  um  ihrer  kinder  willen  auf  jede  neae  Verbindung 
2n  verzichten  beschlossen  hat,  wird  unvermerkt  von  liebe  zu 
einem  Jüngling  erfasst*  Alle  hindernisse  der  heirat  werden  über- 
wunden; da  geht  sie  nach  Venedig,  um  dort  einen  prozess  zn 
führen.  Er  hört,  dass  ein  marqnis  sich  dort  ihrer  sache  annimmt, 
und  macht  ihr  eifersüchtige  vorwürfe.  Da  sie  in  ihrer  antwort 
auf  die  unbegründete  beschnldigung  nicht  näher  eingeht,  verlobt 
er  sich  mit  einer  andern  dame.  Nach  ihrer  heirokebr  klärt  sie 
ihn  über  seinen  irrtnm  auf,  weist  aber  seine  erneute  werbnng  zurück* 

k)  Abschluss  der  rahinenerzählung.  Behram 

erkennt  freudig,  dass  Diliramma  noch  am  leben  ist,  lässt  seine 
geliebte  holen  und  wird  mit  ihr  vereinigt»  Die  drei  söhne 
Giatfers ,  deren  kliigheit  diese  glückliche  lösung  herbeige- 
führt hat,  entlässt  er  reich  beschenkt  zu  ihrem  vater.  Der 
älteste  prinz  folgt  diesem  in  der  regierong,  der  zweite  ver- 
mählt sich  mit  der  königin  von  Indien,  der  jüngste  wird  später 
Behrams  Schwiegersohn  und  nachfolger  (s.   172 — 176). 

Von  der  Wiedervereinigung  Belirams  ndt  Diliramma  schweigt 
De  Mailly  gan^;  es  folgt  bei  ihm  (s.  308— 397 j  danach  Per- 
sianischer Robinson  s.  2M — 299  und'  Persiaensche  geschiedenissen 
s.  278—340)  eine  weithlulige  beschreihnug  der  hoffest lichkeiten, 
der  heimreise  der  drei  prinzeu  nach  Sarendip  nnd  ihrer  ver- 
ro?lhlung.  Der  jüngste  zieht  zu  seiner  braut  nach  Indien ,  der 
zweite  heiratet  die  erbin  von  Numidien  nnd  steht  seinem  Schwieger- 
vater im  kriege  wieder  den  füraten  von  Areas  bei  ^  der  lllteste, 
nm  dessen  willen  sich  zwei  vornehme  damen  duellieren  nnd  um* 
bringen,  erkiest  die  schüferin  Celiue  zur  gattin  und  tuijrt  spflter, 
nachdem  er  die  iiim  von  Behram  teBtamentarisch  übermachte  pro- 
vinz  eingenommen  hat,  die  prinzessin  von  Tanjaor  als  zweite 
fran  heim.  Ein  lüwe,  den  er  im  walde  ans  der  nmstrickung  einer 
schlänge  gerettet»  folgt  ihm  gleich  einem  zahmen  hnnde  (s.  369; 


224 


Vgl.  Iwein,  ReiiiMed  von  Braunschweig:,  Wolfdietrich  u.  a. 
Ein  gegenbild  za  dem  gliicklicli  veriiiäblten  fiirsten  bietet  der 
heiratssclieue  atallmeister  Engti^ratn  ans  Babylon,  der  nach  vielen 
liebscliaften  sich  endlich  zn  einer  Verlobung  herbeilässt,  aber  kor« 
vor  der  hocbzeit  aus  unüberwindlicher  furcht  vor  den  ehelichen 
t'esBeln  krank  wird  und  nach  seiner  gen esung  sich  durch  ein  land- 
gut  von  seiner  braut  loskauft  (s.  380—394). 

Ohne  jede  Verbindung  mit  dem  ro  man  e  hat  De  Mail  ly  (1719 
s.  397—^20)  noch  eine  vermutlich  aus  dem  Heptameron  der  kö- 
nigin  Margarete  von  Navarra  (1559  nr,  38)  geschöpfte  novelle 
angehängt:  'Amazonte,  ou  la  ferame  ingenieuse  k  regagner  le 
coeur  de  son  mari.'  Atiiazonte,  die  gattin  eines  edel  mann  es  Ba- 
phaue  zu  Jerusalem,  zeigt,  als  ihr  mann  seine  neigung  einer 
^Dgerin  zn  wendet,  keine  eifei^ucht,  sondern  sendet  der  daine 
mobel  und  erfrischuDgen  zu  und  lässt  ihr  ein  Ständchen  darbringen. 
Eaphaue  argwöhnt  hierin  Veranstaltungen  eines  nebenbuhlers, 
aber  ein  brief  belehrt  ihn,  daü  eine  unbekannte  dame  dies  aus 
liebe  zu  ihm  schicke.  Von  einem  scharfsinnigen  freunde  über  die 
Spenderin  aufj^eklärt,  kehrt  er  reuig  zu  der  sanftmütigen  gattin 
zurück  und  gelobt  ihr  bessernng.  —  lieber  andre  bearbeitungen 
dieses  Stoffes  ^  vgl  Oesterley  zu  Kirchhofs  Wendunmnt  3 ,  215 ; 
ferner  Pauli,  Schimpf  und  ernst  nr.  639,  Loockmans,  71  Instige 
bistorien  1589  nr.  25  (Tijdscbrift  voor  nederi  taalkuude  13, 7. 1894), 
Kotzebue,  Kleine  romane  2,243  ( 1805)  nach  Source  d'honneur  1531 
chap.  8  bL  15a,  Immermann,  Die  schelmische  gi'äfin  (1825  = 
Werke  ed.  Boxberger  14,  266;  vgl  17,  527:  L.  Brachmann  in 
CasteJlis  Huldigung  den  frauen  1823,  3U  Schröder,  Ostfriesische 
miscelleu  1,  149.  1826).  Cer*iuand,  Legendes  du  pays  basqae 
1,  48  (1875).  —  De  Maillys  novelle  ist  übersetzt  im  Persianischen 
Robinson  1723  s.  299—316,  woraus  das  oben  s.  197  angeführte 
dünische  Volksbuch  *Alinazonte*  (1729)  gefloBsen  ist  In  der 
holländischen  Übersetzung  dagegen  (Peii^iaensche  geschiedenisaen 
1766)  ist  dies  auhängsel  fortgelassen. 


I 


*   Nicht    verwandt   ißt   Anton   Wall«  (=    Chr.   Leberecht   Heyne) 
*Amathonte,  ein  persiacheB  m^rchen*  (1799  n.  Ö,  Dänisch  von  Hoyer  1802), 


225 


Register. 


Achel  142—168.  218-222. 
Affe  und  weih  82  f.  212. 
A(l)masonte  197.  224. 
AmeiBen  94.  212  f. 
Analyse  der  stoffe  198—224. 
Armeno  s.  Christoforo. 
AußerdeutBche  bearbeitungen 
195-197. 

Babylon  (Bagdad)  98—116.  218. 
Becher,  land  54.  208. 
Behramo  oder  Beramo,  bei  Wetzel 
*  Beramns,    =    Behram    V.   Gur 

15—54.    67  f.    86.    97  f.    116  f. 

182  f.  163  f.  172-176.  179.  204. 

207  f.  223. 
Benefse,  Stadt  68.  211. 
Beramus  s.  Behramo. 
B^roalde  195-197. 
Betrug    des    goldscbmids    87—97. 

212  f. 
Bild  lacht  117—132.  216  f. 
Bildnis  ans  rosen  134  f.  147—152. 

221. 
Brandmal  106  f.  113  f.  215. 

Christoforo    Armeno    1.   3.    5.   6. 

177—179. 
Ghimo  (Ghimns)  164.  222. 
Qukasaptati  216  f. 

Dämonen  dienstbar  103—116.214  f. 
Dänische  bearbeitung  (Almazonte) 
197.  224. 
Oiftffers  80hne. 


Diliramma     36 — 41. 
203-206.  222  f. 


164-175. 


Eier  verteilen  49  f.  207. 
Einhomjagd  212. 
Einschläfern  103—116.  215. 
Englische  bearbeitung  196  f. 

Feristeno    (Feristenus)    133—163. 

218—222. 
Firdusi  179.  203—205.  211. 
Floire  und  Blanceflor  221. 
Französische   bearbeitungen 

195-197. 
Fünf  unter  drei  geteilt  49  f.  207. 

GestaltenUusch  54-67.  103—116. 

208  f.  215. 
Gbaff&ri  198.  201. 
Giaffer   1.  9—15.   175.  223;   seine 

söhne  1.  9—86.  41  -53.  173—176. 

198-208.  223. 
Giassemen  139—163.  218—222. 
Giulistan  145  ff.  218—222. 
Giulla  133-163.  218—222. 
Giustiniano  3.  178. 
Goldschmid   als  betrüger  87—97. 

212  f. 
Gueulette  195—197. 

Hand    verderbenbringend   34—36. 
42—47.  206  f. 

15 


226 


Hinch  durch  ftiß  und  ohr  geschoesen 

87  f.  170.  203-206. 
HollftndiBohe  bearbeitnng  196  f. 
Hotieii(n)e,  land  117-182.  216. 

Indien,  kOnigin  von  34—86.  175. 
202-207.  223. 

Kameel  rerloren  15—21. 198—200. 
Königin  ventoßen  68—86.  211  f. 
Königin  von  Indien  b.  Indien. 

Lachendes  bild  117-182.  21G  f. 
Lamm    mit   hundsmilch    geeängt 

22-26.  200-202. 
Lautenschlagen  86  f.  164—172. 222. 
Letser,  stadt  183-168.  218. 
Libenan  198-195. 
Lowe  87-97.  212  f. 

Mailly  195-197.  210. 212. 216. 218. 

222-224. 
Melancholie  geheilt  52—54. 67—86. 

97  f.   116  f.  132  f.  163  f.  207  f. 
Münze  72-86.  211  f. 
Mussnlmanns  54—67. 117— 132. 183. 

Niz&mi  179.  205  f.  208. 
Nizar's  sOhne  179. 

Papagei  60-67.  208-209. 
Persiaensche  geschiedenissen  196  f. 
Persianischer  Kobinson  196  f 
Probe  der  vier    weiber    117—132. 
216-218. 

Rummo  (Kammus)  98—116. 
213-216. 

Kath  des  BeramuB  22—32;  Rath 
als  Kaiser  54—67 ;  Rath  und  Sul- 
tanin 98—116.  213—216. 


Rosen,  bildnis  ans  134  f.  147—152. 
221. 


73  f. 


179. 


Salz  essen  47-50.  207. 
SoharfiBinnspToben  15—36.  41 — 54. 

198—208. 
ScheinbuOe  61—63.  209—211. 
Schüße,  kunstreiche  37  f.  70  f. 

76  f.  170.  203-206.  211  f. 
Serendippo  (Serendippe)  1.  9. 
Serger,  land  133-163.  218. 
Sieben  weise  meister  219  f. 
Spiegel  der  gerechtigkeit  88—36. 

41—52.  202  f. 
Sprache  Wetsels  180-188. 
Stoffanalyse  198—224. 

Teufel  dienstbar  103—116.    214  f. 

unsichtbar  machen  102—116.  214. 
Unterirdischer  gang  139  f.  152—161. 

219-221. 
Untreue     der     franen      98—116. 

117-132.  213—218. 

Yarahran  s.  Behramo. 
Venedig  3.  6—8.  178. 

Weiberprobe  117—182.  216-218. 

Wein  auf  gr&bem  gewachsen 
22-25.  200-202. 

Wetzel ,  Joh.  1.  180 ;  sein  werk 
179—192,  weitere  auflagen 
192—195,  spräche  180—188,  Ver- 
hältnis zum  original  188—192. 

Zauberrute  221. 

Zauberspiegel  202  f. 

-Zeheb,  stadt  87.  212. 

Zeichen  brennen  106  f.  113  f.  215. 


227 

ÜBERSICHT 

ab«r  dU 

einnahmen  und  ausgaben  des  litterarischen  Vereins 

im  46sten  TerwaltDDgsjahre  Tom  1.  Januar  1895  bis  31.  Oecember  1895. 


Einnahmen.  I    «^      ^ 

Reste. 
I.  Kassenbestand  am  Schlüsse  des  45sten  verwal- 

tiingsjahres ,  15696  52 

II.  Ersatzposten 

III.  Aktivansstände 

B.  Laufendes. 

I.  Für  verwerthete  ältere  publicationen  .    .     .    .  ;      486 

II.  Aktienbeitrftge       ,:   6280!  — 

ill.  Zinse  ans  zeitlichen  anlehen j     595'  06 

IV.  Ersatzposten r       79;  55 

V.  Außerordentliches i     lOOj^O 

C.  Vorempfange  von  aktienbeiträgen  für  die  folgenden 
venvaltnngsjahre i      2OO 


ll  234g7 
Allsgaben.  | 

A.  Reste. 

I.  Abgang  und  nachlaß _ 

ß.  Laufendes. 

I.  Allgemeine   verwaltungskosten ,    einschliesslich 

der  belohnung  des  kassiers  und  des  dieners  834 

IT.  Besondere  kosten  der  herausgäbe  und  der  Ver- 
sendung der  vereinsschriften.  ', 

1.  Honorare 1345 

2.  Druckkosten  einschliesslich  druckpapier  .     .       4393 

3.  Buchbinderkosten 259 

4.  Versendung jgg 

6.  Provision  der  buchhändler gO 

6.  Außerordentliches 23 

lU.  Abgang  und  nachlaß 9 

C   Vorauszahlungen _ 


7134 

Somit  kassenbestand  am  31.  December  1895  16302 

Anzahl  der  aktien  im  46.  verwaltungsjahre  334.    ; 


53 


16 


50 
40 
27 
58 
56 

49 


96 
57 


228 

Neu  eingetretene  mitglieder  sind: 
Herr  Gustav  Fock,  buohh&ndler  in  LeifftBig. 
Herr  Friedrieh  Freiherr  von  Gaieberg-Sehöckingen  in  Schöckingen, 

obenunts  Leonberg. 
Ithaca,  Comell  üniversity. 
Providenee,  Browe  ünfvenity. 

Tübingen,  den  24.  April  1896. 

Der  kassier  des  litterarischen  vereine 
kanileirath  SoUer. 

Die  richtigkeit  der  rechnong  bezeugt 

der  rechnnngsrevident 

Woerner. 


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STANFORD  UNIVERSITY 
LIBRARY 

Stanford,  Califoniia 


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